Capita Energie Service GmbH

Gatherhofstraße 8, 47804 Krefeld, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Krefeld HRB 14322
Vorher
avocis Energie Service GmbH
Eingetragen
16.4.2013
Branche
Speichern von Gas zu VersorgungszweckenTätigkeiten von Strom- und Erdgasmaklerinnen und -maklernErbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie
Gegenstand
Die Erbringung von Dienstleistungen i.S.v. § 107a Abs. 2 Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen (GO NRW), die mit den Bereichen Strom-, Gas- und Wärmeversorgung unmittelbar verbunden sind, wie z.B. die Gewährleistung eines Call-Center-Betriebes und die Erbringung von sonstigen Kundenserviceleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Prokura
Henning Trupke
seit 19.11.2025
Geschäftsführer
Tobias Brüggen
seit 8.12.2021
Prokura
Geschäftsführer
Rebecca Klopsch
seit 28.8.2013
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert99.99% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (4)

NameAnteil
Capita Customer Services AGCHE
50.10%
24.95%
12.47%
12.47%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Capita Customer Services AG
Switzerland
50.100 €
50.10%
Germany
49.900 €
49.90%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Capita Energie Service GmbH

Krefeld

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Anlagevermögen 0,00 0,00
I. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 0,00
A. Umlaufvermögen 2.895.960,19 2.226.879,28
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.743.999,16 1.503.362,22
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 11.900,00 239.990,87
3. Sonstige Vermögensgegenstände 11.779,75 11.680,73
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.128.281,28 471.845,46
B. Rechnungsabgrenzungsposten 16.060,44 15.752,76
Bilanzsumme 2.912.020,63 2.242.632,04

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital 1.451.216,16 884.260,40
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00 100.000,00
II. Kapitalrücklage 199.600,00 0,00
III. Gewinnvortrag 784.260,40 373.704,98
IV. Jahresüberschuss 367.355,76 410.555,42
B. Rückstellungen 417.461,34 530.462,76
1. Steuerrückstellungen 12.374,48 63.544,96
2. Sonstige Rückstellungen 405.086,86 466.917,80
C. Verbindlichkeiten 1.043.343,13 827.908,88
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 107.204,52 301.402,92
2 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 603.288,35 178.500,00
3 Sonstige Verbindlichkeiten 332.850,26 348.005,96
2.912.020,63 2.242.632,04

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2023

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 12.704.148,00 9.588.254,09
2. Sonstige betriebliche Erträge 131.790,53 48.538,27
3. Aufwendungen für bezogene Leistungen -821.374,36 -448.498,46
4. Personalaufwand -8.609.881,13 -6.739.009,60
a) Löhne und Gehälter -7.128.694,51 -5.543.636,05
b) Soziale Abgaben -1.481.186,62 -1.195.373,55
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -80.000,00 0,00
6 Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.683.771,18 -1.875.113,47
7 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -18.179,67 -32.525,03
- davon an verbundene Unternehmen EUR 8.925.00 (i. Vj. EUR 13.337,92)
8 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -255.376,43 -131.090,38
9 Ergebnis nach Steuern 367.355,76 410.555,42
10. Jahresüberschuss 367.355,76 410.555,42

Anhang für das Geschäftsjahr 01. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

Capita Energie Service GmbH, Krefeld

Die Capita Energie Service GmbH, Krefeld, wird beim Amtsgericht Krefeld unter der Nr. HRB 14322 geführt.

A. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 ist nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) erstellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH-Gesetzes beachtet. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewandt.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt unter der Annahme der Unternehmensfortführung (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).

Die Gesellschaft ist eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB. Entsprechend § 15 Nr. 1 des Gesellschaftsvertrages wurde der Jahresabschluss nach den Vorschriften des Dritten Buches des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften aufgestellt.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnung

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen umfasst Sachanlagen der Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Abschreibung erfolgt über die Restnutzungsdauer.

Umlaufvermögen

Die Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände sowie Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt.

Die Forderungen haben wie im Vorjahr eine Laufzeit bis zu einem Jahr. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen aus Kundenforderungen in Höhe von TEUR 460 (Vj.: 551) und den Umsatzabgrenzungen in Höhe von TEUR 1.284 (Vj.: TEUR 952). Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Umsatzabgrenzungen in Höhe von TEUR 12 (Vj.: 240 TEUR). Die Höhe der sonstigen Vermögensgegenständen beläuft sich auf TEUR 12 (Vj.: TEUR 12). Der Kassenbestand hat sich um TEUR 656 gegenüber dem Vorjahr auf TEUR 1.128 erhöht.

Latente Steuern

Aufgrund des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde der aktive Überhang latenter Steuern nicht angesetzt. Aktive latente Steuern resultieren aus Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz im Bereich der sonstigen Rückstellungen.

Gezeichnetes Kapital

Es handelt sich um das Stammkapital, welches zum Nennbetrag ausgewiesen wird.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage umfasst die Einlage eines Gesellschafters, ausgehend von dessen Gesellschaftsanteilen, in Höhe von TEUR 199,6.

Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle zum Bilanzstichtag erkennbaren Risiken, ungewisse Verbindlichkeiten und Verluste aus schwebenden Geschäften. Der Ansatz erfolgte jeweils in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen (Angabe in T€):

31/12/2023 31/12/2022
Steuerrückstellungen 12 64
Sonstige Rückstellungen 405 467
RST Sonstige - Urlaub 92 97
RST Sonstige - Mehrarbeit/Überstunden 58 62
RST Sonstige - Provisionen 112 30
RST Sonstige - Berufsgenossenschaft 2 6
RST Sonstige - ausstehende Rechnungen 127 254
RST Abschluss/Prüfungskosten 15 17
417 530

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen passiviert, die zwei Darlehen haben eine Restlaufzeit von 4 Jahren, alle anderen Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Die Darlehensgeber sind ebenfalls Gesellschafter und die Laufzeit der Darlehensverträge endet am 31.12.2027. Es besteht noch eine Verbindlichkeit auf aus Lieferung und Leistung in Höhe von TEUR 107 (Vj.: TEUR 301).

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ist das Darlehen der Capita Customer Services AG (Gesellschafter) in Höhe von TEUR 179 (Vj.: TEUR 179) enthalten. Es bestehen weitere Zahlungsverpflichtungen für den Kauf von Anlagen (Büroausstattung) von TEUR 95 und der Inanspruchnahme einer IC-Projektdienstleistung von TEUR 29 innerhalb des Unternehmensverbunds (Vj.: TEUR 0). Zusätzlich wurden Intercompany-Aufwände für Projekte und IT-Software in Höhe von TEUR 300 (Vj.: TEUR 0) abgegrenzt.

Die Sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus dem Darlehen der SWK ENERGIE GmbH (Gesellschafter) in Höhe von TEUR 172 (Vj.: TEUR 172) und Steuern in Höhe von TEUR 161 (Vj.: TEUR 176).

Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen (Angabe in T€):

Art der Verbindlichkeiten davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag von 1 Jahr von 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 107 107 - -
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 603 425 179 -
3. Sonstige Verbindlichkeiten 333 161 172 -

* Im Bericht können darstellungsbedingt Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten vorkommen.

Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Schulden werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet und in Übereinstimmung mit § 256a HGB bewertet.

Im Geschäftsjahr 2023 waren keine Umbewertungen erforderlich.

C. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse wurden mit Callcenter-Dienstleistungen hauptsächlich aus der Branche Energieversorgung innerhalb Deutschlands realisiert.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten insbesondere Erträge aus der Verrechnung von Sachbezügen.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen beinhalten im Wesentlichen den Aufwand für freie Mitarbeiter und Leihkräfte.

Die Abschreibungen enthalten Abschreibungen auf Sachanlagen im Anlagevermögen.

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden insbesondere konzerninterne Umlagen aus der Leistungsabrechnung mit der Capita Customer Services (Germany) GmbH und der Capita West GmbH ausgewiesen.

D. Eventualverbindlichkeiten

Nach dem Sozialgesetzbuch § 28e SGB IV haftet das entleihende Unternehmen für die Sozialversicherungsbeiträge der beschäftigten Arbeitnehmer als Gesamtschuldner. Aus diesem Sachverhalt ergeben sich für die Capita Energie Service GmbH Eventualverbindlichkeiten im Rahmen der Ausfallhaftung für nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge durch die beauftragten Personaldienstleistungsgesellschaften. Im Jahr 2022 waren durchschnittlich 12 Mitarbeiter von Personaldienstleistungsgesellschaften beschäftigt.

E. Sonstige Angaben

Das Unternehmen beschäftigte im Jahr 2023 durchschnittlich 253 festangestellte Mitarbeiter, davon 238 in der Produktion und 14 im operativen und administrativen Bereich.

Für das Honorar des Abschlussprüfers wurde eine Rückstellung in Höhe von TEUR 15 gebildet.

Geschäftsführer im Geschäftsjahr zum Bilanzstichtag waren:

Herr Anton Schenk

Herr Dr. Michael Andreas Gierth

Die Geschäftsführung ist nicht bei der Capita Energie Service GmbH angestellt und erhielt daher von ihr keine Bezüge.

Die Geschäftsführer sind gemäß Satzung gemeinsam oder einzeln mit einem Prokuristen vertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des §181 BGB befreit. Die Geschäftsführer erhalten keine direkten Bezüge seitens der Gesellschafter.

Mehrheitsgesellschafterin der Capita Energie Service GmbH ist die Capita Customer Services AG, Tägerwilen/Schweiz. Die Capita Energie Service GmbH und die Capita Customer Services AG sind verbundene Unternehmen im Sinne des § 271 Abs. 2 HGB. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Capita plc einbezogen, welcher nach IFRS aufgestellt wird. Der Konzernabschluss ist am Gesellschaftssitz der Capita plc in London erhältlich und auf der Homepage für Investoren https://www.capita.com/investors/results-reports-and-presentations einsehbar.

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Krefeld, 28. März 2024

Capita Energie Service GmbH

Dr. Andreas Gierth, Geschäftsführer

Anton Schenk, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 519,82 0,00 0,00 519,82
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 80.000,00 0,00 80.000,00
519,82 80.000,00 0,00 80.519,82
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 519,82 0,00 0,00 519,82
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 80.000,00 0,00 80.000,00
519,82 80.000,00 0,00 80.519,82
Buchwerte
01.01.2023 31.12.2023
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0,00 0,00
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 0,00
0,00 0,00

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

Capita Energie Service GmbH, Krefeld

I. Grundlagen des Unternehmens

Die Capita Energie Service GmbH hat ihren Geschäftssitz in Krefeld und erbringt Callcenter- Dienstleistungen in der Branche Energieversorgung. Das Unternehmen beschäftigte im Jahr 2023 durchschnittlich 253 festangestellte Mitarbeiter, davon 238 in der Produktion und 14 im operativen und administrativen Bereich.

Die Geschäftsprozesse werden weitestgehend von den Kunden vorgegeben und das Unternehmen unterliegt einer laufenden Qualitätskontrolle durch die Auftraggeber.

Die Unternehmen der Capita-Gruppe nutzen grundsätzlich verschiedene Kennzahlen zur Steuerung der Leistungen im Hinblick auf die Erreichung der Unternehmensziele. Im finanzbezogenen Bereich stehen als zentrale Ziele Wachstum und die Profitabilität im Fokus. Im Geschäftsjahr 2023 erfolgte die Ergebnissteuerung unverändert unter Bezugnahme auf die Umsatzerlöse, den Deckungsbeitrag 1 sowie die Personaleinsatzquote 2.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Auch das Jahr 2023 stellte die deutsche Wirtschaft wieder vor große Herausforderungen. Die erhoffte Erholung nach Einbruch durch die Corona-Epidemie 2020 wurde weiter abgeflacht, so dass das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr nach ersten Hochrechnungen sogar um 0,3% (2022: +1,8%) zurück ging. Als Grund benannte das statistische Bundesamt (Destatis) die immer noch hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen und die steigenden Zinsen, die sich negativ auf die Nachfrage auswirken. 3 Zwar lag die durchschnittliche Inflationsrate 2023 mit +5,9% um einen Prozentpunkt niedriger als im Vorjahr, aber dies reichte nicht aus, die Konjunktur zu stützen. 4 Ein weiterer Faktor, der sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirkte, ist der Mangel an Fachkräften. 5

1 Jahresergebnis korrigiert um die Abschreibungen, die Zinsen und die Steuern
2 Personalaufwand / Umsatz
3 Vgl. Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 um 0,3 % gesunken. Pressemitteilung Nr. 019 des Destatis, 15.01.2024. URL: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html?nn=577250 (Stand: 21.02.2024).

Der deutsche Markt für Contact-Center/CRM-Services hat in den vorangegangenen Jahren Umsatzsteigerungen verzeichnen können. Nach Schätzungen einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC vom April 20226 konnten die Umsätze in diesem Bereich gerade aufgrund der Corona-Krise gesteigert werden und sollen auch in den nächsten Jahren noch wachsen (2019: 11.565 Mio EUR, 2020: 12.524 Mio EUR, 2021: 12.798 Mio EUR). 7 Von diesen Umsätzen entfallen gut ein Drittel oder 4.199 Mio. EUR auf externe Dienstleister in 2020, was einer prozentualen Zunahme von 4,8% gegenüber 2019 entspricht. 8 Weltweit liegt der Anteil der ausgelagerten Contact-Centers bei 30% und entspricht damit einem Volumen von 106 Mrd. USD. 9

Im europäischen Vergleich konnte sich die Capita Gruppe 2023 mit einem Gesamtumsatz von 1,605 Mrd. Euro auf Platz 2 positionieren. 10 In Bezug auf die Beschäftigtenzahlen sind die deutschen Capita Unternehmen in 2023 viertgrößter Arbeitgeber in diesem Sektor in Deutschland mit 4500 Seats. 11

Die gegenwärtigen Hauptherausforderung für die Branche sind neben äußeren Faktoren (Ukraine-Krieg, Inflation und Arbeitskräftemangel) die Nachfrage nach Digitalisierung und die damit verbunden Investitionen 12 , weshalb nur genügend große oder Nischenanbieter sich behaupten können. So prognostiziert PwC das Verschwinden des klassischen Callcenters ohne spezifische Branchenspezialisierung in einem reinen Inbound-Geschäft bis 2025. 13 Dies wird aber auch einen höheren Druck bei den Margen nach sich ziehen.

Die weitere Entwicklung der Gesamtwirtschaft wird als wenig optimistisch eingeschätzt. Zwar ist die Inflation weiter im Sinken begriffen und lag im Januar 2024 bei +2,9% und hat sich damit auch gegenüber dem Vormonat um 0,8% abgeschwächt. 14 Trotzdem hat die Bundesregierung ihre Prognose für das wirtschaftliche Wachstum auf +0,2% für das Jahr 2024 nach unten korrigiert. 15

4 Vgl. Inflationsrate im Jahr 2023 bei +5,9 %. Pressemitteilung Nr. 020 des Destatis, 16.01.2024. URL: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html (Stand: 21.02.2024).
5 Vgl. Fachkräfte für Deutschland. Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. URL: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Dossier/fachkraeftesicherung.html (Stand: 21.02.2024).
6 Die Ereignisse aus dem Russland-Ukraine-Konflikt wurden noch nicht berücksichtigt.
7 Vgl. Customer Service and Engagement. Studie von PwC, April 2022, S 37. URL: https://www.pwc.de/de/customer-transformation/customer-service-and-engagement.pdf (Stand: 01.02.2024).
8 Vgl. ebd., S.38.
9 Vgl. Global PwC Service Study 2023. S.11 URL: https://www.pwc.de/de/content/bb6a6877-8da6-4ca1-a80a-32108620fb76/pwc-globale-service-studie-2023.pdf (Stand: 21.02.2024).
10 Vgl. ebd., S.39.
11 Vgl. Ranking Multichannel-Contactcenter 2024. URL: https://www.onetoone.de/contactcenter-ranking/ (Stand:21.02.2024).
12 Vgl. Global PwC Service Study 2023. S.7. URL: https://www.pwc.de/de/content/bb6a6877-8da6-4ca1-a80a- 32108620fb76/pwc-globale-service-studie-2023.pdf (Stand: 21.02.2024).
13 Vgl. Die Zukunft des deutschen Contact-Center- und CRM-Marktes, PwC, 2020, S. 43. URL: http://www.pwc.de/de/im-fokus/customercentrictransformation/die-zukunft-des-deutschen-contact-center-und-crm-marktes.pdf (Stand: 21.02.2024).

Die durch den Russland-Ukraine-Krieg ausgelöste Energiekrise hat zu stark steigender Energiekosten geführt. Als Reaktion auf den Preisanstieg hat sich die Bundesregierung im Herbst 2022 dazu entschieden, Energiekunden mit einer Strom- und Gas-Preisbremse bis Ende 2023 zu entlasten. 16 Für (End-)Verbraucher ist die angespannte Preissituation auf dem Energiemarkt sowie die zukünftige Energieversorgung mit vielen Unsicherheiten verbunden. Dies führt zu einem stärkeren Kontaktbedarf zwischen Energieversorgern und Kunden. Gemäß einer repräsentativen Umfrage haben knapp die Hälfte der Befragten ihren Versorger aktiv kontaktiert oder haben dies vor. 17 Dabei ist der überwiegende Teil der Anfragen entweder per E-Mail oder Telefon gestellt worden. Für dreiviertel der Teilnehmer ist es dabei besonders wichtig, von ihren Energielieferanten frühzeitig über sich ändernde Preise informiert zu werden. Die Hälfte der Befragten erwarteten vertragliche Anpassungen hinsichtlich Zahlungsziele oder Tarifänderungen. Zusätzlich wurden sich mehr Beratungsangebote zu Tarifen, Services und Einspar- Informationen gewünscht. Die gestiegenen Kontaktaufnahmen seitens der Kunden hat bei den Energieversorgern, die auch Auftraggeber der Capita Energie sind, auch zu einem höheren Bedarf an Callcenter-Services geführt.

2. Geschäftsverlauf

Die Umsatzerlöse der Capita Energie Service wurden unverändert mit Unternehmen aus der Branche Energieversorgung realisiert. Der Umsatz der Gesellschaft ist im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 3.098 auf TEUR 12.704 gestiegen.

14 Vgl. Inflationsrate im Januar 2024 bei +2,9 %. Pressemitteilung Nr. 051 des Destatis, 09.02.2024. URL: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/02/PD24_051_611.html#:~: text=Pressemitteilung%20Nr.%
20051%20vom%209.%20Februar%202024&text=WIESBADEN%20%E2%80%93%20Die%20Inflationsrate%20in%20
Deutschland,bei%20%2B3%2C2%20%25. (Stand: 21.02.2024).
15 Vgl. Die Bundesregierung traut Deutschland nur noch 0,2 Prozent Wachstum zu. DER SPIEGEL vom 14.02.2024. URL: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/konjunktur-die-bundesregierung-traut-deutschland-wohl-nur-noch-0-2-prozent
-wachstum-zu-a-e2e16585-b77d-4db6-b815-23300dce3916 (Stand 21.02.2024).
16 Vgl. Fragen und Antworten zu den Energiepreisbremsen. Die Bundesregierung. URL: https://www.bundesregierung.de/bregde/schwerpunkte/entlastung-fuer-deutschland/strompreisbremse-2125002 (Stand 29.02.2024).
17 Vgl. Studie zeigt, was Energiekunden jetzt von ihren Versorgern erwarten. CallCenterProfi vom 21.11.2022. URL: https://www.callcenterprofi.de/branchennews/detailseite/studie-zeigt-was-energiekunden-jetzt-von-ihren-versorgern-erwarten-20227514/ (Stand 21.02.2024).

Ein Grund hierfür sind Anpassungen der Kundenpreise u.a. im Zuge der Mindestlohnerhöhung, die im Geschäftsjahr mit 12,00 €/h erstmals vollständig einfließen. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 starteten zusätzlich neue Vertragsverhandlungen mit Bestandskunden, um die im letzten Jahr identifizierten negativen finanziellen Effekte (Krankenquote, Fluktuation und durchschnittliche Bearbeitungszeit) zu minimieren. In diesem Sinn sollte ein ganzheitliches Konzept für ein nachhaltigeres internes und externes Bezahlmodell etabliert werden. Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen dabei eine vollständige Vergütung der vereinbarten Leistungen sowie das Lohnniveau an die geforderte Qualität anzupassen, die häufig über den Mindestlohnanforderungen lagen. Nach mehreren Gesprächsphasen bis zum Halbjahr wurden die Verhandlungen erfolgreich beendet und neue Konditionen zur Umsetzung eines neuen Gehaltsmodells im nachfolgenden Geschäftsjahr vereinbart. Mit allen Auftraggebern wurde eine Übergangslösung in Form eine Inflationsausgleichprämie verhandelt, die ab Mitte des Berichtsjahres abgerechnet und an Mitarbeiter ausgezahlt wurde.

Weiterhin wirkten sich auch gestiegene Auftragsvolumen aufgrund höherer Kundenkontakte zu Themen wie der umgesetzten Energiepreisbremsen und des vertrieblichen Wettbewerbs über preisgünstige Tarife positiv auf den Umsatz aus. Überdies konnten auch vier Neuprojekte (evd - Energieversorgung Dormagen, Stadtwerke Ratingen, EnCW - Energieversorgung Calw, Bad Honnef AG) an den Start gebracht werden.

Analog zum Vorjahr wurden Kapazitäten infolge von Ressourcenmangel am Standort Krefeld auch an verbundene Unternehmen (Intercompany) und externe Partner vergeben. Dabei entfallen ca. TEUR 1.900 Umsatz auf die extern eingebundenen Ressourcen.

Das erzielte Wachstum auf Basis des vorliegenden Geschäftsmodells führt zeitgleich zu einem höheren Bedarf an Liquidität. Wesentlicher Treiber für diesen Effekt ist die Tatsache, dass der Aufbau von Ressourcen vorfinanziert werden muss. Weitere Liquidität senkende Effekte waren die Umsetzung der Mindestlohnanpassung, Produktionsineffizienzen im Aufbau (Lernzeiten und Frühfluktuation) sowie nicht bezahlte Produktionsleistungen aufgrund fester Bearbeitungspreise. Zu Sicherstellung der Liquidität für das angestrebte Wachstum der nachfolgenden Geschäftsjahre wurde daher eine Zahlung einer Einlage in die Kapitalrücklage in der 2. Gesellschafterversammlung in 2023 beschlossen. Negativ auf den Umsatzvergleich zum Vorjahr (TEUR 548) wirken sich zwei beendete Projekte aus und nicht vollständig in Umsätze überführten Kapazitäten im Bereich Beratung, Entwicklung und Transformation.

Insgesamt hat sich der Umsatz gegenüber 2022 um 32% erhöht und den budgetierten Umsatzwert (TEUR 10.374) um TEUR 2.330 übertroffen. Gründe für die hohe positive Budgetabweichungen liegen u.a. in den nicht budgetierten vier neuen Beauftragungen als auch die Bearbeitung von Mehrvolumen in Bestandsprojekten aufgrund der Energiekrise, die zum Zeitpunkt der Budgeterstellung noch nicht in dem Ausmaß vorhersehbar waren. Zusätzlich sind auch neu verhandelte Konditionen (z.B. Inflationsprämie) nicht Bestandteil des Umsatzbudgets gewesen.

Die für 2023 geplante interne Personaleinsatzquote in Höhe von 77% konnte zwar mit den Personalressourcen um 9%-Punkte unterboten werden, allerdings ist hierbei darauf zu verweisen, dass wie im letzten Geschäftsjahr, nicht alle notwendigen Personalressourcen innerhalb der Gesellschaft zur Verfügung standen. Die vertragliche vereinbarten Auftragsvolumen mussten daher mit externen Personalressourcen (Subunternehmer, Leiharbeiter) erreicht werden. Unter der Berücksichtigung aller eingesetzten Ressourcen ergibt sich für das Berichtsjahr demzufolge eine Quote von 78%.

Das Ergebnis nach Steuern sinkt gegenüber 2022 von TEUR 411 auf TEUR 367. Der budgetierte Deckungsbeitrag (TEUR 476) wurde um TEUR 165 übertroffen und liegt damit bei TEUR 641 zum Geschäftsjahresabschluss.

3. Ertragslage

Hierzu legen wir folgende Kennzahlen offen:

31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR
Gesamtleistung / Umsatzerlöse 12.704 100 9.588 100 3.116
Deckungsbeitrag 641 5 574 6 67
Jahresergebnis 367 3 411 4 -43
Personaleinsatzquote inkl. SV (PEQ) 68% 70% -2%-Punkte

Die gestiegene Gesamtleistung resultiert aus höheren Projektumsätzen in den Bestandsprojekten: SWK (TEUR 1.656), EVO (TEUR 638), ENERVIE (TEUR 525), SWE (TEUR 261), EWE (TEUR 174) und SWS (TEUR 131). Zusätzlich haben sich auch die Neuprojekte EVD (TEUR 189) ab dem zweiten Halbjahr 2023 und CALW (TEUR 67) ab dem 4. Quartal 2023 positiv auf die Umsatzerlösentwicklung ausgewirkt. 18 Demgegenüber steht das im Vorjahr beendete Projekt AVU (TEUR 436) und ein über den Unternehmensverbund realisiertes heruntergefahrenes Projekt (TEUR 97). Ergänzend kommen nicht in Umsatz überführte Aufwände von TEUR 10 hinzu. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind mit TEUR 132 um TEUR 83 gegenüber dem Vorjahr gestiegen und setzen sich wesentlich aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen sowie Umlageerstattungen und verrechneten Sachbezügen zusammen.

Die Personalkosten sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.871 angestiegen. Die Personaleinsatzquote (PEQ) sank dabei um 2%-Punkte. Hintergründe für diese Entwicklung sind zum einen die gestiegenen Kosten aufgrund des Mindestlohns (ca. TEUR 600) sowie die Auszahlung der Inflationsprämie (ca. TEUR 300). Zum anderen wurde das Personal um durchschnittlich 20 festangestellte Mitarbeiter (ca. TEUR 450) im Geschäftsjahr aufgebaut. Die PEQ hat sich zwar gegenüber 2022 leicht verbessert, allerdings ist hierbei auf interne und externe Unterstützungsdienstleister hinzuweisen, die kostenmäßig nicht in die Personalkosten einfließen.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen liegen mit TEUR 821 deutlich über Vorjahresniveau (TEUR 448). Ursächlich für diese Entwicklung ist vor allem die Änderung des Leistungserbringers. Im Vorjahr wurde ein Projekt komplett über den Unternehmensverbund als Intercompany (IC)-Projekt abgewickelt und in den Umsätzen ausgewiesen. Zur Mitte des Geschäftsjahres wurde dieses Projekt (EWE) vollständig auf die Capita Energie Gesellschaft umgeschrieben (ca. TEUR 600). Neben dem Projekt EWE wurden auch drei weitere Projekte (SWK, ENERVIE, CALW) im IC-Verbund in 2023 produziert, welches zu einer Erhöhung der bezogenen Leistungen in Höhe von TEUR 575 geführt haben. Zusätzlich wurde im Berichtsjahr eine IC-Abgrenzung für IT-Software (TEUR 100) vorgenommen. Die Kosten für Leiharbeiter sind um TEUR 300 auf TEUR 130 gegenüber 2022 zurückgegangen. Für Porto und Weiterberechnungen an Kunden wurden TEUR 16 in 2023 gezahlt.

Die Abschreibungen umfassen Büroausstattungen, die im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 80 angeschafft wurden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich gegenüber 2022 um TEUR 809 erhöht und liegen nun bei TEUR 2.684 (i. Vj. TEUR 1.875). Wesentliche Kostentreiber sind hierbei Aufwendungen für externe Dienstleister (Firmen Snubes, Gates Energy Experts), die im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 426 gestiegen sind.

18 Die Neuprojekte Stadtwerke Ratingen und Bad Honnef sind in Bestandsprojekten (ENERVIE, BET) enthalten.

Mit der kontinuierlichen Ausweitung der Mitarbeiterressourcen auf andere Konzernstandorte, sind hier die Kosten um TEUR 141 größer. Die Kosten für Softwarelizenzen verzeichnen einen Anstieg von TEUR 109. Die im Unternehmensverbund und im Dienstleistungsvertrag geregelten zentralen Unternehmensfunktionsbereichsleistungen haben sich um TEUR 225 erhöht. Die Gründe hierfür liegen u.a. in den Verteilungsschlüsseln, die teilweise umsatzbasiert sind und zum anderen sind weitere Unternehmensfunktionen (Personalentwicklung, Recruiting) im Berichtsjahr mit eingeflossen. Die Intercompany-Kosten für die Standortverwaltung haben sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 136 reduziert. Dies liegt vor allem daran, dass Standortdienstleistungen (Empfang u. Verwaltung) sowie für den Betrieb notwendige Aufwendungen nun direkt über die Gesellschaft und nicht mehr über den Verbund beschafft werden. In 2023 erhöhten sich die Kosten um TEUR 26 für Weiterbildungen (Workshops), Mitarbeiterzuwendungen, Transportkosten für Büroausstattung sowie höheren Kosten für Behörden (z.B. Berufsgenossenschaft).

Zur Finanzlage nennen wir folgende Kennzahlen aus unserer Kapitalflussrechnung:

Kapitalflussrechnung 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 457 -808
Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit 0 0
Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit 200 0
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands 656 -808
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 472 1.280
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 1.128 472

Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit resultiert aus dem positiven Periodenergebnis von TEUR 407, gesunkenen Rückstellungen (TEUR 113), Verbindlichkeiten gegenüber Kundenanzahlungen (TEUR 194) und Steuern (TEUR 15). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind hingegen um TEUR 425 gestiegen, wobei sich die Forderungen um TEUR 228 reduziert haben. Die Forderungen aus Lieferung und Leistung (TEUR 241) und die sonstigen Vermögensgegenstände (TEUR 1) haben sich gegenüber 2022 erhöht. Im Berichtsjahr 2023 ist gemäß der Beschlussfassung vom 23.11.2023 eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 200 durch den Gesellschafter SWK Energie GmbH erfolgt.

Die Einzahlung der Kapitalrücklage des Gesellschafters Capita Customer Solutions AG (CH) erfolgte zu Beginn des Jahres 2024 und fällt daher nicht in die betrachtete Periode 2023.

Die Liquidität der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2023 zu jedem Zeitpunkt sichergestellt.

4. Vermögenslage

31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
Vermögensstruktur TEUR % TEUR % TEUR
Langfristige Vermögensgegenstände 0 0,0 0 0,0 0
Kurzfristige Vermögensgegenstände 2.912 100,0 2.243 100,0 669
Umlaufvermögen 2.896 99,4 2.227 99,3 669
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.768 60,7 1.755 78.3 13
Liquide Mittel 1.128 38,7 472 21,0 656
Rechnungsabgrenzungsposten 16 0,6 16 0,7 0
Gesamtvermögen 2.912 100,0 2.243 100,0 669
31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
Kapitalstruktur TEUR % TEUR % TEUR
Langfristiges Kapital 1.451 49,8 884 39,4 567
Eigenkapital 1.451 49,8 884 39,4 567
Mittel-/kurzfristig verfügbares Kapital 1.461 50,2 1.358 60,6 102
Fremdkapital 1.461 50,2 1.358 60,6 102
Rückstellungen 417 14,3 530 23,7 -113
Verbindlichkeiten 1.043 35,8 828 36,9 215
Gesamtkapital 2.912 100,0 2.243 100,0 669

* Im Bericht können darstellungsbedingt Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten vorkommen.

Der Aufbau der kurzfristigen Vermögenswerte um TEUR 669 resultiert aus dem positiven Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (siehe Abschnitt 3. Ertragslage), der Erhöhung des Kassenbestands um die Kapitalrücklage (TEUR 200) sowie den gestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistung (TEUR 13).

Die Veränderung in der Kapitalstruktur spiegelt sich im Eigenkapital, dass sich um das positive Periodenergebnis (TEUR 407) und die Kapitalrücklage (TEUR 200) erhöht sowie dem gestiegenen Fremdkapital (TEUR 63) wider. Diesbezüglich stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (Intercompany) um TEUR 424, wohingegen sich die Anzahlungen auf Bestellungen (TEUR 194) und sonstigen Verbindlichkeiten (TEUR 15) reduziert haben.

Die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 128), Steuern (TEUR 90), Urlaub und Mehrarbeit (TEUR 10), Berufsgenossenschaften (TEUR 4) und Prüfungskosten (TEUR 15) haben sich gegenüber dem Vorjahr reduziert. Provisionsrückstellungen sind demgegenüber um TEUR 82 zu 2022 gestiegen.

5. Gesamtaussage

Insgesamt bewerten wir den Geschäftsverlauf 2023 für die Capita Energie Service GmbH als erfolgreich. Die Unsicherheiten durch die Energiekrise/-wende sowie die daraus resultierenden Nacharbeiten führen ungebrochen zu einem hohen Kundenservicebedarf im Energiemarkt. Der Bilanzgewinn 2023 hat sich durch das Periodenergebnis gegenüber dem Vorjahr bedeutend gesteigert und liegt bei TEUR 1.152 (i. Vj. TEUR 784). Der Umsatz, der einen wesentlichen finanziellen Leistungsindikator darstellt, liegt im Berichtsjahr um EUR 2.312 über dem Budgetansatz und damit über dem Erwartungswert. Die stärkere Einbindung Dritter in die Produktion, die Zahlung von Inflationsausgleichprämien und das durch den volatilen Energiemarkt ausgelöste höhere Volumen in Bestandsprojekten sowie Neubeauftragungen waren in dem Ausmaß nicht genau in Höhe prognostizierbar.

Die Beschaffung und Bereitstellung von ausreichenden Personalkapazitäten, als nicht finanzieller Leistungsindikator, war analog zum Vorjahr eine anhaltende Herausforderung. Das benötigte Personal konnte nicht im Unternehmenskonzern über die im Dienstleistungsvertrag geregelte Personalbeschaffung in ausreichender Qualität und Quantität beschafft werden. Dies hat dazu geführt, dass mehr Produktionskapazität an Dritte weitergegeben werden mussten. Das starke Umsatzwachstum im Berichtsjahr konnte nicht komplett in einen Deckungsbeitrag überführt werden und lag mit TEUR 641 über dem Deckungsergebnis vom Vorjahr (TEUR 574). Vor allem die Einbindung Dritter in die Produktion und nicht bezahlte Produktionsleistungen haben zu finanziellen Ergebniseinbußen geführt.

III. Prognose-, Chancen und Risikobericht

1. Prognosebericht

Das langfristige Ziel der Capita Gruppe Deutschland bleibt weiterhin die Fähigkeiten des Unternehmens auszubauen und die Marktreichweite und die Marktdurchdringung in einer wachsenden Anzahl an Branchen zu steigern. Unser Augenmerk liegt dabei nach wie vor auf der Vereinfachung unserer Organisation. Die Capita Gruppe setzt dabei weiterhin auf eine Verschlankung der Unternehmensstruktur und die Einführung von neuen Prozessen und Systemen, um die Effizienz zu steigern 19 Der Bereich Customer Management soll die Plattform für zukünftiges Wachstum sein.

Für das Geschäftsjahr 2024 wird für die Capita Energie Service ein externer Umsatz (External revenue) in Höhe von TEUR 15.134 budgetiert und liegt damit um ca. 19% über dem Umsatzniveau von 2023. Hierbei sind die Anpassung des Lohnmodells auf 14,00 €/h sowie mehr Volumen und Erbringung von Dienstleistungen zu neuen Fachthemen aus der Energiewirtschaft eingeplant. In den kommenden Jahren planen wir mit der Anpassung der Minutenpreise von 0,93 € (2024) auf 1,00 € (2026), mit der Ausdehnung bezahlten Bearbeitungszeiten für Telefonie und zusätzlich vertraglich angepassten Stundenvergütungen.

2024 2025 2026 2027 2028
Mifri-Plan Mifri-Plan Mifri-Plan Mifri-Plan Mifri-Plan
Operating revenue 12.316.721 13.073.414 15.294.510 16.212.180 17.184.911
External revenue 15.133.890 15.890.584 18.280.709 19.377.552 20.540.205
Internal cost of sales (2.817.169) (2.817.170) (2.986.200) (3.165.372) (3.355.294)
Costs (11.781.530) (12.446.881) (14.435.729) (15.106.677) (15.767.672)
AEQ 67% 67% 68% 68% 67%
MEQ 12% 12% 11% 11% 11%
Personnel expenses (10.250.176) (10.824.208) (12.818.336) (13.440.761) (14.051.779)
Operating expenses (781.638) (828.536) (727.960) (749.799) (772.293)
Administrative expenses (749.716) (794.137) (889.433) (916.116) (943.600)
EBITDA 535.191 626.533 858.780 1.105.503 1.417.239
EBITDA-Marge 4,3% 4,8% 5,6% 6,8% 8,2%

Für 2024 erwarten wir im Vergleich zu 2023 höhere Umsatzkosten (Internal cost of sales) aufgrund der Notwendigkeit, Kapazitäten vermehrt über Dritte zu beziehen. Bis 2028 soll der Einsatz von externen Dienstleistern reduziert und mehr eigene Ressourcen aufgebaut bzw. aus dem Unternehmensverbund bezogen werden. Mit dem Standortwechsel in 2025 und der weiteren Umsetzung des Stufenplans zur finanziellen Abbildung von Unterstützungsfunktionen werden sich operative und administrative Ausgaben in den Folgejahren geplant erhöhen.

Die Umsetzung des neuen Gehaltsmodells (Anhebung des Grundgehalts nach Mitarbeitergruppen) im Geschäftsjahr 2024 wird zu signifikant höheren Personalkosten gegenüber den Vorjahren (ca. TEUR 100 p.M.) führen. Die im Berichtsjahr umgesetzten Maßnahmen zur Minimierung von negativen Effekten auf das Deckungsergebnis haben bereits erste positive Effekte ab dem 2. Halbjahr, insbesondere bei der sogenannten Früh-Fluktuation (innerhalb der ersten 120 Tage), erzielt. Um diesen positiven Trend fortzusetzen, werden im kommenden Geschäftsjahr weitere Maßnahmen zu Mitarbeiterbindung entwickelt und umgesetzt. Aus diesen Gründen wird eingeschätzt, dass sich das Umsatzwachstum nicht in gleicher Höhe auf das Periodenergebnis niederschlägt, sondern durch höhere Aufwendungen für Personalaufbau und Ausbildung gedämpft wird.

19 Vgl. Capita annual report 2022, Capita plc, 2024, S. 6. URL: https://www.capita.com/sites/g/files/nginej291/files/2023-08/Capita_Plc_Annual_report_2022.pdf (Stand: 27.02.2024).

Der Umsatz (External revenue) wird weiterhin als wesentlicher finanzielle Leistungsindikator gesehen. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren sind zur Verfügung stehende Personal in ausreichender Menge und Qualität sowie die Personaleinsatzquote. Für 2024 prognostizieren wir Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 15.134 mit einem Deckungsbeitrag von TEUR 535 bei einer durchschnittlichen Personaleinsatzquote von 79% 20.

2. Chancenbericht

Die gesamte Struktur und Wirtschaftlichkeit der Capita Deutschland Gruppe wird permanent auf den Prüfstand gestellt und wo möglich und nötig werden weitere Konsolidierungsmaßnahmen durchgeführt. Ziel ist es den Overhead-Bereich zu entlasten und Kosten zu reduzieren, aber auch Standorte zu konsolidieren oder diese durch Projektverschiebungen optimal auszunutzen. Diese bereits angelaufenen oder sich noch in Planung befindlichen Vorhaben führen zu Anfangsinvestitionen, die im Ergebnis jedoch zu Verbesserungen in den Geschäftsprozessen und damit letztlich zu optimierten Ergebnissen führen sollen. Auch in den kommenden Jahren rechnen wir mit einem hohen Kostendruck und einem angespannten Arbeitsmarkt und eine noch stärkere Verlagerung von Produktionskapazitäten (Nearshoring) in osteuropäische Länder.

Das Geschäftsmodell der Capita Energie Service wird durch gesellschaftliche und energiewirtschaftliche Subtrends beeinflusst. 21 Die Nachfrage nach flexiblen Arbeitsmodellen, einer anforderungsgerechten Vergütung und die Zunahme komplexer Aufgaben im Kundenservice der Energiewirtschaft haben bis heute zur Anpassung und Weiterentwicklungen bisheriger Modelle geführt. Neue Technologien (u.a. Kl-Automation) und Entwicklungen im Self-Service- Dienstleistungsbereich lösen darüber hinaus nach und nach die klassischen telefonbasierten Callcenter-Tätigkeiten ab. Die Energieversorger bieten vermehrt gesamtheitliche Lösungen für Kunden (z.B. Energieberatung, dezentrale/autarke Energieversorgung) an. 22 Damit steigt der

20 Inklusive Kosten für Unterstützungsdienstleistungen Dritter.
21 Quelle: Präsentation 2. Gesellschafterversammlung 2023 am 23.11.2023, Capita Energie Service GmbH, S. 17.
22 Vgl. ebd., S.17.

Bedarf an der Bewältigung komplexerer Aufgaben und die Capita Energie Service wird dementsprechend das bisherige Dienstleistungsportfolio erweitern. In den folgenden Jahren erwarten wir daher die Zunahme neuer Themen durch die Energiewende. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bündelt die Capita Energie im folgenden Geschäftsjahr ihre bedarfsorientierten Lösungsansätze in einer neu etablierten Organisationseinheit Team Kundenservice Energiewende (KSE). Vor allem bei den Themen Rechnungskorrektur, Marktkommunikation (MaKo) und Gerätewechsel rechnen wir mit steigenden Auftragsvolumen in den nächsten Jahren. 23

Des Weiteren erwarten wir Wachstumspotentiale durch höheres Volumen aufgrund der Kostenentwicklungen auf dem Energiemarkt, die zu mehr Kundenkontakt und Bedarf nach digitalen Lösungskonzepten sowie Beratungsangeboten führen. Für Capita Energie Service als Joint-Venture besteht hier die Chance, diese Dienstleistungserbringung für die Auftraggeber sinnvoll zu standardisieren sowie zu bündeln und so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Wettbewerb zu generieren.

Im Neukundengeschäft konnten bereits erfolgreich Verträge mit einem Gesamtumsatz von ca. 1,8 Mio. Euro für das kommende Geschäftsjahr geschlossen werden. Weitere Potentiale bei Ausschreibungen und Kundenakquise werden mit 4,5 Mio. Euro eingeschätzt. 24

3. Risikobericht

Die Capita Gruppe steuert das operative Geschäft im Wesentlichen über drei Kennzahlen. Zum einen handelt es sich hierbei um Umsatzerlöse, die täglich überwacht und 10-tägig zu einem Monats-Forecast aufgerechnet werden. Weiterhin steuert die Capita über die Personaleinsatzquoten inkl. Sozialversicherungsbeiträge sowie den Deckungsbeitrag.

Die operative Steuerung erfolgt täglich mittels eines standardisierten Berichtswesens in Form eines Management-Summary, welches die genannten Kennzahlen enthalten.

Die Finanzbuchhaltung implementiert die wesentlichen Elemente der Kosten- und Leistungsrechnung, um in den monatlichen Abschlüssen ein umfassendes Bild über die Entwicklung der einzelnen Projekte und Kennzahlen zu erhalten und entsprechende Gegensteuerungsmaßnahmen einleiten zu können. Das standardisierte Monatsreporting umfasst die Gewinn- und Verlustrechnung, das Standort-Reporting und das Projektcontrolling, welches die genannten Steuerungselemente ausweist.

23 Quelle: Präsentation 2. Gesellschafterversammlung 2023 am 23.11.2023, Capita Energie Service GmbH, S. 19.
24 Vgl. ebd., S.21f.

Ein Risiko für die Capita Energie Service besteht weiterhin in der Beschaffung und Ausbildung von Personal in ausreichender Qualität und Menge. Die erwarteten positiven Effekte aus der erfolgten Umstellung des internen Bezahlmodells (seit dem 01.01.2024 Grundgehalt von 14,00 €/h je FTE und Monat) und der Umstellung der variablen Vergütung (das sog. LOV-Modell, Leistungsorientierte Vergütung), welches in das sog. MEB-Modell (Mitarbeiter-Erfolgs-Beteiligung) überführt wurde, werden durch das Management der Capita Energie Service GmbH kontinuierlich überwacht und identifizierte Anpassungsbedarfe in entsprechende Maßnahmen überführt.

Ein weiteres Risiko wird in der Sicherstellung der Leistungserbringung im Bereich der unterstützenden Funktionen IT und HR gesehen. Die über einen Vertrag geregelte Leistungserbringung erfolgt durch die Capita CSG (Berlin). Es wird erwartet, dass laufende Personalabbaumaßnahmen die Leistungsfähigkeit ggfs. weiter reduzieren könnten. Das Management der Capita Energie Service ist von den Gesellschaftern beauftragt, die Qualität der Leistungserbringung intensiv zu überwachen und im Bedarfsfalle Maßnahmen einzuleiten. 25

a. Risikomanagementsystem

Das Risikomanagementsystem der Capita Gruppe umfasst die Projekte des jeweiligen Standortes. Die Chancen und Risiken ergeben sich innerhalb der oben genannten operativen und standardisierten Steuerungskennzahlen.

Die Bewertung der Chancen und Risiken für die einzelnen Standorte erfolgt in der Weise, dass die zwischen dem Zeitpunkt der Budgeterstellung und die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichtes gewonnenen Erkenntnisse in den Projektumsätzen angezeigt werden. Bezogen auf den Umsatz bedeutet das zum Beispiel, dass die Summe der Chancen und Risiken der einzelnen Standorte das Gesamtrisiko der Zielerreichung der budgetierten Umsätze darstellt.

25 Quelle: Präsentation 2. Gesellschafterversammlung 2023 am 23.11.2023, Capita Energie Service GmbH, S. 34.

b. Bewertung der Chancen und Risiken

Operative Risiken

Die Bewertung der eingetretenen Chancen/Risiken aus dem Vorjahr sowie die Definition der operativen Chancen/Risiken für das Geschäftsjahr 2023 stellen wir in nachfolgender Tabelle dar:

Budget 2023 Prognostiziert 2023 Identifizierte Chancen/ Risiken 2023 IST 2023 Eingetretene Chancen/Risiken 2023
Projektumsätze 10.374 10.389 15 12.704 2.330
Deckungsbeitrag 476 516 41 600 124
PEQ 75% 75% 0% 67% 8%
Budgetiert 2024 Prognostiziert 2024 Chancen/ Risiken 2024
Projektumsätze 15.134 15.456 322
Deckungsbeitrag 535 642 107
PEQ 74% 74% 0%

Die Darstellung zeigt, dass die erste Prognose der Umsätze in 2023 gegenüber dem Budget mit einer Chance von TEUR 15 bewertet und letztlich mit TEUR 2.330 mehr als übertroffen wurde (vgl. Geschäftsverlauf, S. 4f). Für 2024 lassen sich mit den ersten Ergebnissen im Februar noch keine validen Aussagen zum Jahresbudget ermitteln, aktuell können Umsatzchancen mit TEUR 322 bewertet werden.

Die im Vorjahr identifizierte Chance im Deckungsbeitrag (TEUR 41) konnte um TEUR 124 gegenüber dem Budget (TEUR 476) gesteigert und ist mit TEUR 600 mehr als positiv ausgefallen. Die Personaleinsatzquote hat sich zu der Erwartung im Vorjahr um 8 Prozentpunkte verbessert, was mit den nicht einfließenden Aufwendungen für externes Personals zusammenhängt. Für 2024 schätzen wir für den Deckungsbeitrag eine Chance von TEUR 107 ein.

Finanzielle Risiken

Derzeit wird kein wesentliches Risiko für eine substanzielle Verschlechterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft gesehen.

 

Krefeld, 28. März 2024

Capita Energie Service GmbH

Dr. Andreas Gierth, Geschäftsführer

Anton Schenk, Geschäftsführer

B. WIEDERGABE DES BESTÄTIGUNGSVERMERKS

Wir haben zu dem Jahresabschluss und dem Lagebericht der Capita Energie Service GmbH, Krefeld, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 in den diesem Bericht als Anlage I (Jahresabschluss) und Anlage II (Lagebericht) beigefügten Fassungen den am 3. April 2024 in Bonn unterzeichneten uneingeschränkten Bestätigungsvermerk wie folgt erteilt:

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Capita Energie Service GmbH, Krefeld

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der Capita Energie Service GmbH, Krefeld - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Capita Energie Service GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESAB- SCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

C. GRUNDSÄTZLICHE FESTSTELLUNGEN

I. STELLUNGNAHME ZUR LAGEBEURTEILUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Aus dem von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft aufgestellten Lagebericht heben wir folgende Angaben hervor, die unseres Erachtens für die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft sowie der zukünftigen Entwicklung der Gesellschaft mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken von besonderer Bedeutung sind:

Die Umsatzerlöse der Capita Energie Service wurden unverändert mit Unternehmen aus der Branche Energieversorgung realisiert. Der Umsatz der Gesellschaft ist im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 3.116 auf TEUR 12.704 gestiegen. Ein Grund hierfür sind Anpassungen der Kundenpreise u.a. im Zuge der Mindestlohnerhöhung, die im Geschäftsjahr mit 12,00 EUR/h erstmals vollständig einfließen. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 starteten zusätzlich neue Vertragsverhandlungen mit Bestandskunden, um die im letzten Jahr identifizierten negativen finanziellen Effekte (Krankenquote, Fluktuation und durchschnittliche Bearbeitungszeit) zu minimieren.

Insgesamt hat sich der Umsatz gegenüber 2022 um 32 % erhöht und den budgetierten Umsatzwert (TEUR 10.374) um TEUR 2.330 übertroffen. Gründe für die hohe positive Budgetabweichungen liegen u. a. in den nicht budgetierten vier neuen Beauftragungen als auch die Bearbeitung von Mehrvolumen in Bestandsprojekten aufgrund der Energiekrise, die zum Zeitpunkt der Budgeterstellung noch nicht in dem Ausmaß vorhersehbar waren. Zusätzlich sind auch neu verhandelte Konditionen (z. B. Inflationsprämie) nicht Bestandteil des Umsatzbudgets gewesen.

Die für 2023 geplante interne Personaleinsatzquote in Höhe von 77 % konnte zwar mit den Personalressourcen um 9 %-Punkte unterboten werden, allerdings ist hierbei darauf zu verweisen, dass wie im letzten Geschäftsjahr, nicht alle notwendigen Personalressourcen innerhalb der Gesellschaft zur Verfügung standen. Die vertragliche vereinbarten Auftragsvolumen mussten daher mit externen Personalressourcen (Subunternehmer, Leiharbeiter) erreicht werden. Unter der Berücksichtigung aller eingesetzten Ressourcen ergibt sich für das Berichtsjahr demzufolge eine Quote von 78 %.

Das Ergebnis nach Steuern sinkt gegenüber 2022 von TEUR 411 auf TEUR 367. Der budgetierte Deckungsbeitrag (TEUR 476) wurde um TEUR 124 übertroffen und liegt damit bei TEUR 600 zum Geschäftsjahresabschluss.

Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit resultiert aus dem positiven Periodenergebnis von TEUR 407, gesunkenen Rückstellungen (TEUR 152), Verbindlichkeiten gegenüber Kundenanzahlungen (TEUR 194) und Steuern (TEUR 15). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind hingegen um TEUR 425 gestiegen, wobei sich die Forderungen um TEUR 228 reduziert haben. Die Forderungen aus Lieferung und Leistung (TEUR 241) und die sonstigen Vermögensgegenstände (TEUR 1) haben sich gegenüber 2022 erhöht. Im Berichtsjahr ist eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 200 durch den Gesellschafter SWK Energie GmbH erfolgt. Die Einzahlung der Kapitalrücklage des Gesellschafters Capita Customer Solutions AG (CH) erfolgte zu Beginn des Jahres 2024 und fällt daher nicht in die betrachtete Periode 2023.

Für das Geschäftsjahr 2024 wird für die Capita Energie Service ein externer Umsatz (External revenue) in Höhe von TEUR 15.134 budgetiert und liegt damit um ca. 19% über dem Umsatzniveau von 2023. Hierbei sind die Anpassung des Lohnmodells auf 14,00 €/h sowie mehr Volumen und Erbringung von Dienstleistungen zu neuen Fachthemen aus der Energiewirtschaft eingeplant. In den kommenden Jahren plant die Capita Energie Service GmbH mit der Anpassung der Minutenpreise von EUR 0,93 (2024) auf EUR 1,00 (2026), mit der Ausdehnung bezahlten Bearbeitungszeiten für Telefonie und zusätzlich vertraglich angepassten Stundenvergütungen.

Ein Risiko für die Capita Energie Service besteht weiterhin in der Beschaffung und Ausbildung von Personal in ausreichender Qualität und Menge. Die erwarteten positiven Effekte aus der erfolgten Umstellung des internen Bezahlmodells (seit dem 1. Januar 2024 Grundgehalt von 14,00 EUR/h je FTE und Monat) und der Umstellung der variablen Vergütung (das sog. LOV- Modell, Leistungsorientierte Vergütung), welches in das sogenannte MEB-Modell (Mitarbeiter- Erfolgs-Beteiligung) überführt wurde, werden durch das Management der Capita Energie Service GmbH kontinuierlich überwacht und identifizierte Anpassungsbedarfe in entsprechende Maßnahmen überführt.

Ein weiteres Risiko wird in der Sicherstellung der Leistungserbringung im Bereich der unterstützenden Funktionen IT und HR gesehen. Die über einen Vertrag geregelte Leistungserbringung erfolgt durch die Capita CSG (Berlin). Es wird erwartet, dass laufende Personalabbaumaßnahmen die Leistungsfähigkeit ggfs. weiter reduzieren könnten. Das Management der Capita Energie Service ist von den Gesellschaftern beauftragt, die Qualität der Leistungserbringung intensiv zu überwachen und im Bedarfsfalle Maßnahmen einzuleiten.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse vermittelt der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen stellt der Lagebericht die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

II. FESTSTELLUNGEN ZUR RECHNUNGSLEGUNG

1. BUCHFÜHRUNG UND WEITERE GEPRÜFTE UNTERLAGEN

Die Buchführung entspricht nach unseren Feststellungen in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften einschließlich der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und - sofern einschlägig - den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags. Die den weiteren geprüften Unterlagen entnommenen Informationen sind in der Buchführung, im Jahresabschluss und im Lagebericht in allen wesentlichen Belangen ordnungsgemäß abgebildet.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist nach unserer Feststellung grundsätzlich geeignet, die Sicherheit der verarbeiteten rechnungslegungsrelevanten Daten zu gewährleisten.

2. JAHRESABSCHLUSS

Der von uns geprüfte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 ist diesem Bericht als Anlage I beigefügt. Er entspricht nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften einschließlich der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und - sofern einschlägig - den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags.

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wurden ordnungsgemäß aus der Buchführung und den weiteren geprüften Unterlagen abgeleitet. Die Eröffnungsbilanzwerte wurden ordnungsgemäß aus dem Vorjahresabschluss übernommen.

Die für Kapitalgesellschaften geltenden Ansatz-, Ausweis- und Bewertungsvorschriften sind in allen wesentlichen Belangen beachtet worden. Der Anhang enthält die vorgeschriebenen Angaben zu den einzelnen Posten von Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung und gibt die sonstigen Pflichtangaben richtig und vollständig wieder.

Eine Darstellung der für den Jahresabschluss wesentlichen Bewertungsgrundlagen, die zum Verständnis der Gesamtaussage erforderlich sind, findet sich in Abschnitt F.II.

Unsere Prüfung hat ergeben, dass der Jahresabschluss insgesamt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

3. LAGEBERICHT

Der von uns geprüfte Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 ist diesem Bericht als Anlage II beigefügt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse vermittelt der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht der Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

D. GEGENSTAND DER PRÜFUNG

I. GESETZLICHER PRÜFUNGSGEGENSTAND

Gegenstand unserer Abschlussprüfung waren die Buchführung und der nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften aufzustellende Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023. Dieser besteht aus

der Bilanz,

der Gewinn- und Verlustrechnung sowie

dem Anhang einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Gemäß § 317 Abs. 4a HGB hat sich die Prüfung nicht darauf zu erstrecken, ob der Fortbestand des geprüften Unternehmens oder die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung zugesichert werden kann.

Die Verantwortung für Jahresabschluss und Lagebericht haben wir im Bestätigungsvermerk (Abschnitt B.) beschrieben.

II. AUFTRAGSERWEITERUNGEN

Die gesetzliche Prüfung erstreckte sich weiterhin gemäß § 53 HGrG auf die Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung und die Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Wir verweisen hierzu auf unsere Ausführungen in Abschnitt "G. FESTSTELLUNGEN AUS ERWEITERUNGEN DES PRÜFUNGSAUFTRAGS NACH § 53 HGRG" dieses Berichts und Anlage III zu diesem Bericht.

E. ART UND UMFANG DER AUFTRAGSDURCHFÜHRUNG

Wir haben die Grundzüge unseres prüferischen Vorgehens im Bestätigungsvermerk dargestellt (Abschnitt B.). Darüber hinaus geben wir hierzu nachfolgend weitere Erläuterungen:

Risiko- und systemorientierter Prüfungsansatz

Grundlage unseres risiko- und systemorientierten Prüfungsansatzes ist die Erarbeitung einer Prüfungsstrategie. Die hierzu notwendige Risikobeurteilung basiert auf der Einschätzung der Lage, der Geschäftsrisiken und des Umfeldes sowie des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems der Gesellschaft. Darüber hinaus berücksichtigen wir bei dieser Einschätzung unser Verständnis vom Prozess der Aufstellung des Jahresabschlusses und von den Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Auf der Grundlage unserer Risikobeurteilung haben wir die relevanten Prüffelder sowie Prüfungsschwerpunkte auf Abschluss- bzw. Aussageebene bestimmt und das Prüfprogramm entwickelt. In unserem Prüfprogramm wurden Art und Umfang der jeweiligen Prüfungshandlungen festgelegt.

Die Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen umfassten Aufbautests, aussagebezogene analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungen (sonstige aussagebezogene Prüfungshandlungen) für die ausgewählten Prüffelder. Dabei wurden Wesentlichkeitsaspekte berücksichtigt.

Beschreibung des Prüfungsprozesses

Unseren Prüfungsprozess haben wir in Phasen unterteilt, die mit der Auftragsannahme/-fortführung beginnen und sich bis zur Berichterstattung erstrecken. Die nachfolgende Abbildung stellt unseren Prüfungsprozess zusammengefasst grafisch dar.

Die dargestellten Phasen berücksichtigen die vom IDW festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung.

Als Schwerpunkte unserer Prüfung haben wir festgelegt:

Prüfung des Prozesses der Jahresabschlussaufstellung

Vollständigkeit, Existenz und Genauigkeit der Umsatzerlöse

jeweils anhand bewusst oder repräsentativ ausgewählter Elemente. Die Bestimmung der jeweiligen Auswahl erfolgte abhängig von unseren Erkenntnissen über das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem sowie von Art und Umfang der Geschäftsvorfälle.

Aufgrund der nicht wesentlichen Bedeutung der Vorräte für den Jahresabschluss der Gesellschaft haben wir keine Beobachtung der körperlichen Inventur durchgeführt.

Bei der Durchführung von Einzelfallprüfungen haben wir Bestätigungen bzw. Mitteilungen und Auskünfte Dritter eingeholt von für die Gesellschaft tätigen:

Kreditinstituten

Steuerberatern

Den Lagebericht haben wir daraufhin geprüft, ob er insgesamt den gesetzlichen Vorschriften entspricht sowie mit dem Jahresabschluss und mit den bei unserer Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht und ob er insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt. Dabei haben wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durchgeführt. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise haben wir hierbei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nachvollzogen und die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen beurteilt.

Bei unserer Prüfung haben wir die Vorschriften des § 53 Abs. 1 Nr. 1 und 2 HGrG und den IDW Prüfungsstandard "Berichterstattung über die Erweiterung der Abschlussprüfung nach § 53 HGrG" (IDW PS 720) beachtet.

Wir haben die Prüfung in den Monaten Februar und April 2023 bis zum 3. April 2024 durchgeführt.

Zum Abschluss der Prüfung haben wir von den gesetzlichen Vertretern eine schriftliche Erklärung eingeholt, in der diese mit Datum vom 3. April 2024 die Vollständigkeit der uns erteilten Aufklärungen und Nachweise sowie von Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht bestätigt haben. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft erteilten alle von uns erbetenen Aufklärungen und Nachweise.

F. ERLÄUTERUNGEN ZUR RECHNUNGSLEGUNG

I. RECHNUNGSLEGUNGSNORMEN

Die Gesellschaft hat den Jahresabschluss gemäß § 15 Nr. 1 des Gesellschaftsvertrags nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften aufzustellen.

Die Verpflichtung zur Aufstellung eines Lageberichts (nach § 289 HGB) ergibt sich aus dem Gesellschaftsvertrag

II. WESENTLICHE BEWERTUNGSGRUNDLAGEN

Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfordert aufgrund der gesetzlichen Wahlrechte eine Vielzahl von Bilanzierungs- und Bewertungsentscheidungen seitens der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Anhang (Anlage I) gemäß § 284 HGB beschrieben.

G. FESTSTELLUNGEN AUS ERWEITERUNGEN DES PRÜFUNGSAUFTRAGS NACH § 53 HGRG

Wir wurden mit einer Erweiterung der Abschlussprüfung nach § 53 HGrG beauftragt.

Wir haben die Prüfung gemäß der Auftragserweiterung unter Zugrundlegung des Fragenkatalogs zum IDW-Prüfungsstandard: "Berichterstattung über die Erweiterung der Abschlussprüfung nach § 53 HGrG (IDW PS 720)" durchgeführt.

Die Prüfung nach § 53 HGrG hat zu keinen wesentlichen Beanstandungen geführt.

Über die in diesem Bericht dargestellten Feststellungen hinaus hat unsere Prüfung keine, an dieser Stelle hervorzuhebenden wesentlichen Beanstandungen ergeben, die nach unserer Auffassung für die Beurteilung der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung von Bedeutung sind. Hinsichtlich der gesellschaftsvertraglichen Verpflichtung, einen Jahresabschluss nach den Vorschriften für große Kapitalgesellschaften aufzustellen, verweisen wir auf die Beantwortung der Frage des Fragenkreises 7.d).

Die wirtschaftlichen Verhältnisse haben nach unserer Beurteilung keinen Anlass zu wesentlichen Feststellungen ergeben.

Im Übrigen verweisen wir auf Anlage III zu diesem Bericht.

H. SCHLUSSBEMERKUNG UND UNTERZEICHNUNG DES PRÜFUNGSBERICHTS

Den vorstehenden Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 der Capita Energie Service GmbH, Krefeld, haben wir in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Erstellung von Prüfungsberichten des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V., Düsseldorf, (IDW PS 450 n.F. (10.2021) und IDW PS 720) erstattet.

Der von uns erteilte Bestätigungsvermerk ist in Abschnitt B. dieses Prüfungsberichts wiedergegeben.

 

Bonn, 3. April 2024

BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Offergeld, Wirtschaftsprüfer

Veldboer, Wirtschaftsprüfer

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