Beissbarth GmbHLiquidiert
Hanauer Straße 101, 80993 München, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Peter Weber seit 16.12.2022 | Prokura |
Gary Palmer seit 10.10.2022 | Liquidator |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Identifizierte Personen (3)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 46.36% | |
L*** G****** | 4.88% |
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
Stargate Capital GmbHEigenbeteiligung | 46.36% |
GesellschafterBeta
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Beissbarth GmbHMünchenJahresabschluss zum 31. Dezember 2020LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2020BEISSBARTH GMBH, MÜNCHENA. Geschäft und Rahmenbedingungen I. Geschäft Beissbarth stellt mit über 138 Mitarbeitern moderne Prüf- und Servicegeräte für die Kfz-Werkstatt her, die den ständig wachsenden Standards der Automobilindustrie entsprechen. Im Fokus sind seit Jahrzehnten Fahrwerkvermessung, Bremsprüfstände, Fahrwerktester und Produkte für den Reifenservice. Die Produktepalette umfasst folgende Prüf- und Servicegeräte: 1. Fahrwerkvermessung 2. Bremsenprüfung und Prüfstraßen 3. Reifenmontiergeräte 4. Radwuchtmaschinen 5. Klimaservicegeräte 6. Reifenprofilmessung 7. Hebebühnen Beissbarth Prüfgeräte lassen sich für die klassischen Reparatur- und Wartungsarbeiten aller Fahrzeugkategorien einsetzen, auch bei Zweirädern, Bussen und Nutzfahrzeugen. Von internationalen Automobilherstellern (OE) freigegebene und empfohlene Beissbarth Servicegeräte werden weltweit im OE-Servicenetz eingesetzt. Der hohe Forschungs- und Entwicklungsaufwand schafft immer wieder innovative Produkte für den Markt. Weitere wichtige Kundensegmente sind Freie Werkstätten, Reifenketten und autorisierte Prüforganisationen: Sie alle schätzen besonders die hohe Beissbarth Präzision und Messgenauigkeit - mit den entsprechend effizienten Prüfabläufen. Beissbarth Kunden können weltweit auf ein Netz von autorisierten Großhändlern und Service-Dienstleistern setzen. Sie werden direkt durch die Münchner Service- und Vertriebsmannschaft und online über das Software Center betreut. In Deutschland sichert ein flächendeckender Beissbarth Werkskundendienst mit Hotline die reibungslose Betreuung des Endkunden. In enger Zusammenarbeit mit den großen Fahrzeugmarken werden Entwicklung, Freigabe und Vertrieb bis zum Service von Prüfgeräten kundennah vorangetrieben. Das Produktmanagement sowie die Entwicklung bereitet die weltweite Vermarktung der Prüfgeräte vor und sichert die Erfüllung der hohen Herstellervorgaben, der technischen Standards und der staatlichen Gesetzesanforderungen. Zum 1. Oktober 2018 hat die Stargate Capital GmbH (Eigentümer Dr. Boris Levin) die Beissbarth GmbH sowie die Sicam Srl. aus Correggio / Italien übernommen. In diesem Zusammenhang wurde das Geschäftsjahr auf den Zeitraum 1. Oktober 2018 bis 30. September 2019 umgestellt. Anfang 2019 wurde entschieden, dass das Geschäftsjahr wieder dem Kalenderjahr angepasst wird. Aus diesem Grund entstand ein Rumpfgeschäftsjahr von nur 3 Monaten vom 1.Oktober 2019 bis 31. Dezember 2019. Es wurden daher für die Gewinn- und Verlustrechnung des Vorjahres die Monatswerte 2019 aus den Jahresabschlüssen zum 31. Dezember 2019 und 30. September 2019 zugrunde gelegt. Zu der Stargate Capital GmbH zählen bereits weitere Beteiligungen im Bereich der Werkstattausrüstungen, in Italien z.B. die Werther International S.p.A. Mit dem Kauf der Beissbarth GmbH und der Sicam Srl entstand eine Gruppe, die sich durch ihr Produktportfolio perfekt ergänzt und Synergieeffekte nutzen kann. Weitere Zukäufe / Firmenneugründungen fanden in 2019 statt. Bereits Anfang 2019 wurde die Beissbarth China in Peking gegründet. Es folgte die Übernahme von FOG Automotive in Frankreich zum 1. Juni 2019. Im Juli 2019 wurde die BASE USA gegründet. Zum 31. Dezember 2019 übernahm die Beissbarth GmbH auch die API Car Systems GmbH in Leipzig. Alle Tochterunternehmen gehören zu 100 % der Beissbarth GmbH. Die Gründungen und der Zukauf sollen eine breitere und global umfassendere Marktpositionierung ermöglichen und die Präsenz weiter ausbauen. Um alle Beteiligungen unter einem einheitlichen Dach zu führen, wurde die Dachmarke BASE geschaffen, unter der alle Firmen z.B. auf Messen auftreten. II. Konjunktur- und Branchenentwicklung Das Bruttoinlandsprodukt ist im Jahr 2020 in Deutschland um 5,0 % gesunken. Im Euroraum ist das Bruttoinlandsprodukt im gleichen Zeitraum um 6,8 % nach Auskunft des Statistikamtes Eurostat gesunken. Trotz einer starken Erholung vom historischen Corona-Einbruch im Frühjahr über die Sommermonate hinweg ist die Wirtschaftsleistung so stark gesunken, wie zuletzt in der Finanz- und Wirtschaftskrise 008/2009. Die deutsche Wirtschaft ist somit nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Corona-Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten. Im EU/EWR-Raum ist der konjunkturelle Rückschlag 2020 deutlich stärker als in der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009, in welcher die Wirtschaft der Eurozone um 4,5 % geschrumpft war. Nach Einschätzung von Ökonomen wird die Wirtschaft zu Beginn des Jahres 2021 weiter durch die Corona-Krise belastet sein. Für das Jahr 2021 rechnet der Sachverständigenrat in Deutschland mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,1 %. Im Jahr 2022 dürfte sich die wirtschaftliche Erholung mit hohen Tempo fortsetzen. Der Sachverständigenrat erwartet für das Jahr 2022 einen Anstieg des BIP um 4,0 %. Die Branchenentwicklung fällt differenziert aus. Zum Teil erleben Autohäuser und Karosserie-/ Lackbetriebe Umsatzeinbußen die auf eine geringere Anzahl von gefahrenen Kilometern / Unfälle zurückzuführen sind. Zum Teil wird dies durch vorher aufgeschobene Reparaturen / Sicherung der individuellen Mobilität kompensiert. B. Lage des Unternehmens I. Ertragslage Im operativen Geschäft reduzierte sich der Umsatz der Beissbarth GmbH durch die Corona Pandemie bedingt im Geschäftsjahr 2020 gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres von EUR 59,9 Mio. um -29 % auf EUR 42,5 Mio. Für den Umsatzrückgang waren pandemiebedingt alle Produktgruppen betroffen. Mit -43 % war der Umsatzrückgang im Geschäftsbereich Wuchten und Montieren am Größten. Der Rückgang im Geschäft mit Bremsenprüfständen / Inspektionstechnik (-36 % zu Vj.) ist auf das Auslaufen der Übergangsfristen zurückzuführen, aufgrund derer alle Werkstätten mit Hauptuntersuchung in den vergangenen Jahren nachrüsten mussten. Die Produktgruppe Heben verzeichnete hingegen ein Umsatzwachstum von 4 %. Die stärkere strategische Ausrichtung auf den Bereich Service schlägt sich auch im zweiten Jahr nach Neuausrichtung in Umsatz und Ergebnis nieder. Der Umsatz stieg in 2020 um 10 % im Vergleich zur vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Kompetenz in Wartung und Kalibrierung, auch gem. DAKKS-Vorgaben, ermöglicht ein Wachstum über dem Marktdurchschnitt. Ein weiteres Wachstum ist hier auch für das Jahr 2021 geplant. Die Materialaufwandsquote hat sich gegenüber dem Vorjahr von 68 % um 10 Prozentpunkte auf 58 % verbessert. Ein wesentlicher Punkt hierfür ist das seit 2020 vereinfachte Geschäftsmodell in der Zusammenarbeit mit der Schwestergesellschaft Sicam. Dadurch erhält jede Gesellschaft einen klaren Verantwortungsbereich. Die Personalkosten sanken gegenüber dem Vorjahr - um Abfindungen bereinigt - um 10 %. Ursächlich dafür ist, dass der in 2019 eingeleitete Restrukturierungsprozess in 2020 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Dadurch konnte die Beissbarth GmbH im zweiten Halbjahr 2020 ca. 40 Mitarbeiter abbauen. Durch den langfristig eingeleiteten Prozess mit Flankierung durch Sozialplan / Interessensausgleich konnte eine weitgehend einvernehmliche Umsetzung erzielt werden. In der Verwaltung wurden einige Personalabgänge intern neu besetzt und keine neuen Mitarbeiter hierfür eingestellt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen EUR 14,8 Mio. und sind um EUR 5,9 Mio. niedriger gegenüber dem Niveau des Vorjahres. Selbstverständlich entfielen durch die Pandemie sämtliche geplanten Präsenz-Marketing-Aktivitäten und -Messen, ebenso reduzierten sich aber auch die Transport- und Versandkosten aufgrund des geringeren Umsatzes. Ebenso reduzierten sich die Intercompany Zahlungen. Das Jahresergebnis lag pandemiebedingt bei EUR -7,1 Mio. Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2020 betrug EUR 3,4 Mio. II. Finanz- und Vermögenslage Der Anteil des Anlagevermögens (EUR 3,8 Mio., Vorjahr: EUR 3,0 Mio.) an der Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahr von 10,6 % auf 15,2 %. Die Investitionen in Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betrugen EUR 1,0 Mio. und verteilten sich u.a. auf die Anschaffung von Lizenzen sowie auf das QLign Projekt. Die Finanzanlagen betrugen zum Stichtag EUR 1,4 Mio. und verteilten sich i.W. auf die Beteiligung an der FOG Automotive in Frankreich sowie auf die Beissbarth Vertriebsgesellschaft in China, den USA und der API Car Systems GmbH in Leipzig. Darüber hinaus besteht eine Beteiligung an der Asanetwork GmbH. Der Rückgang der Vorräte im Vergleich zum Vorjahr von EUR 12,7 Mio. auf EUR 10,3 Mio. betrifft vor allem die fertigen Erzeugnisse und Waren (EUR -1,2 Mio.), sowie die unfertigen Erzeugnisse (EUR - 0,9 Mio). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sanken stichtagsbedingt und entsprechend der niedrigeren Umsätze um EUR 0,6 Mio. auf EUR 5,4 Mio. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen blieben mit EUR 4,1 Mio auf Vorjahresniveau. Die Forderungen gegen Gesellschaftern blieb unverändert zum Vorjahr (EUR 0,3 Mio.). Das Eigenkapital reduzierte sich um EUR 7,1 Mio. (Vorjahresniveau EUR 7,3 Mio.), was dem Jahresfehlbetrag entspricht. Die Eigenkapitalquote von 25,5 % im Jahr 2019 sank im Jahr 2020 auf 0,9 %. Die Pensionsrückstellungen erhöhten sich insbesondere bedingt durch den weiteren Rückgang der vorgegebenen Abzinsungssätze von EUR 5,4 Mio. auf EUR 5,8 Mio. Die sonstigen Rückstellungen sanken um EUR 3,0 Mio. auf EUR 2,9 Mio. im Jahr 2020. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich von EUR 0 auf EUR 1,4 Mio. durch Aufnahme eines Bank-Kredits, um die Liquiditätsverluste, welche durch die Pandemie entstanden waren, aufzufangen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften blieben nahezu unverändert zum Vorjahr bei EUR 0,8 Mio. an. Darüber hinaus stellte der Eigentümer der Stargate Capital GmbH ein Darlehen über EUR 1 Mio. zur Verfügung, welches unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen wird. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bei Dienstleistungen und Lieferanten für Material und Handelsware stieg stichtagsbedingt von EUR 5,5 Mio. auf EUR 9,2 Mio. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sank leicht, um EUR 0,2 Mio. auf EUR 3,3 Mio. Die liquiden Mittel der Gesellschaft betrugen zum 31. Dezember 2020 EUR 0,4 Mio., was einem Rückgang von EUR 1,6 Mio. gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zu weiteren Ausführungen zur Finanzlage siehe C. 1. I. III. Personal- und Sozialbericht Für die Beissbarth GmbH waren zum 31. Dezember 2020 138 Mitarbeiter tätig, sowie 2 Geschäftsführer. Alle Schlüsselpositionen sind mit hochqualifizierten Mitarbeitern besetzt. Unsere Mitarbeiter sind der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit der Beissbarth GmbH: Ihr Knowhow, ihre Motivation und ihr Engagement sind die Grundlage für unsere erfolgreiche Entwicklung. Aus diesem Grund hat Beissbarth 2020 weiter in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter investiert. Neben einer Vielzahl von arbeitsbezogenen Unterweisungen wurden gezielte Qualifizierungsmaßnahmen besucht. Weiterhin gelingt es Beissbarth in einem an und für sich angespannten Arbeitsmarkt für Fachkräfte in der Metropolregion neue Talente zu gewinnen. C. Bericht über die zukünftige Entwicklung sowie Chancen und Risiken des Unternehmens Risikobericht Das Risikomanagement der Beissbarth GmbH gewährleistet, dass gefährdende Entwicklungen und wesentliche Risiken frühzeitig erkannt und adäquate Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Hierbei helfen auch die regelmäßig durchgeführten internen Kontrollen. Die Risiko- und Finanzsituation der Beissbarth GmbH wird von der Finanzabteilung permanent sorgfältig überwacht und gesteuert. I. Finanzwirtschaftliche Risiken Die finanzwirtschaftlichen Risiken setzen sie mitunter aus dem Liquiditätsrisiko und dem Einbringlichkeitsrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, das in der Nichtverfügbarkeit finanzieller Mittel besteht, die zur kurzfristigen Bedienung der Verpflichtungen und Finanzbedarf der Gesellschaft erforderlich sind. Das Einbringlichkeitsrisiko ist das Risiko des Unternehmens, potenzielle Zahlungsausfälle zu erleiden, die aus der Nichterfüllung von durch Vertragspartner eingegangenen Verpflichtungen resultieren. Für die kurzfristige Finanzierung der Gesellschaft fließt durch den im November 2018 abgeschlossenen Factoringvertrag jeden Monat ein Teil des fakturierten Umsatzes, der an das Factoring Unternehmen abgetreten wird, als Liquidität sofort zu. Um die Factoring Quote weiter zu erhöhen, wird die Beissbarth GmbH im Mai 2021 die Factoring Gesellschaft wechseln. Benchmarking hat im Vorfeld ergeben, dass durch eine verbesserte Länderfactoringstruktur und die Umstellung auf ein Einstufenmodell, der Gesellschaft ein signifikant höheres Factoringvolumen zur Verfügung stehen wird, und dadurch das geplante Umsatz- / Forderungswachstum gegenfinanziert werden kann. Darüber hinaus ist seit März 2021 eine stille Beteiligung aktiv, die sich in Summe mit EUR 3,0 Mio. am Unternehmen beteiligt. Der Liquide Zufluss erfolgt in zwei Tranchen, wobei die erste Tranche über EUR 1,3 Mrd. im März erfolgte. Die zweite Tranche wird im Juni über 1.7 Millionen Euro erfolgen. Zudem erfolgte eine Kapitalerhöhung zu Jahresbeginn 2021 über EUR 0,5 Mio. So soll die Beissbarth GmbH bezüglich ihrer Liquidität besser aufgestellt werden, um die Folgen der Coronakrise besser zu bewältigen und die Wachstumsphase des Restrukturierungsprozesses zu finanzieren. Darüber hinaus ist die Beissbarth GmbH auch von den Auswirkungen der Corona Krise stark betroffen. Zum einen bremst bzw. verschiebt die Pandemie die Investitionsneigung einzelner Teile der Werkstattbranche. Zum anderen wurden Auslieferungen durch die Ausgangssperren / Grenzschließungen in verschiedenen Ländern behindert. Von Mitte März 2020 an blieb die Umsatzentwicklung unter dem Planansatz und sank stark ab. Nach den Sommermonaten pendelte der Auftragseingang sich auf einem stabilen Niveau leicht unterhalt der "Vor-Corona-Zeit" ein. Der Betrieb der Beissbarth GmbH konnte ohne Unterbrechungen aufrechterhalten werden und in der Produktion gab es zu keiner Zeit Kurzarbeit. Auch die Lieferketten erwiesen sich als weitgehend stabil. In Q1 2021 konnte der angestrebte Umsatz zu 100 % erreicht werden. Für Q2 2021 zeichnet sich ebenfalls eine Planerfüllung ab. Der Auftragseingang ist seit Monaten stabil. Der nächste signifikante Umsatzanstieg wird zum vierten Quartal 2021 erwartet. Zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2021 trägt vor allem das neue Achsvermessungsgerät QLign bei. Dieses wurde im 4. Quartal 2020 online den ersten Kunden präsentiert. Die Rückmeldungen übertreffen bis heute die Erwartungen deutlich. Offensichtlich werden die Anforderungen der Werkstätten an ein leistungsfähiges und einfach zu bedienendes Achsenmessgerät erfüllt. Zudem stehen in 2021 keine regulatorischen Zwangsinvestitionen in den Werkstätten an. Somit kann in profitable (Achsvermessung ist einer der profitabelsten Geschäftsfelder einer Werkstatt) und zukunftsweisende (Achsvermessung ist wesentlich für das korrekte Kalibrieren von Fahrerassistenzsystemen) Technik investiert werden. Mittel- bis langfristig ist das Finanzierungsrisiko von der geplanten Umsatz- und Ertragsverbesserung der Gesellschaft abhängig. Aufgrund der noch immer bestehenden Unsicherheit aufgrund der Corona-Pandemie ist weiterhin von einem erhöhten Risiko auszugehen. II. Marktrisiken Zwei wesentliche Risikofelder sind zu unterscheiden: Der Markt für Werkstattausrüstung unterliegt stets Zyklen, die insbesondere durch rechtliche Vorgaben bzw. technische Anforderungen aus der KFZ-Technik getrieben werden. Diesem Risiko begegnet die Beissbarth GmbH durch ihr besonders breites Portfolio, der engen Zusammenarbeit mit Kfz-Herstellern, sowie der aktiven Mitarbeit in den entsprechenden Gremien auf nationaler wie auch europäischer Ebene. Dadurch ist es der Beissbarth GmbH möglich, frühzeitig auf Marktveränderungen zu reagieren und die Produktion entsprechend den Marktbedürfnissen anzupassen. Um die Marktposition in Zukunft zu stärken und um entsprechend international zu wachsen, wurden im Jahr 2019 drei Vertriebsniederlassungen gegründet bzw. übernommen. Das Vertriebsbüro in Peking / China war in 2020 trotz der anhaltenden Pandemie bereits sehr erfolgreich. Die Umsätze blieben zwar hinter dem Plan zurück, jedoch konnte bereits im ersten vollen operativen Jahr die Gewinnschwelle (break even) erreicht werden. In Q1 2021 liegt der Umsatz auf Planniveau und wir gehen davon aus, das wir die gesetzten Ziele in China für dieses Jahr erreichen werden. Durch die große Markterfahrung des lokalen Teams kann der Umsatz stetig weiter ausgebaut werden. Größere Risiken sind von dieser Vertriebsniederlassung nicht zu erwarten. Die Gesellschaft FOG Automotive in Frankreich ist seit Mai 2019 im Besitz der Beissbarth GmbH. Die Gesellschaft passt von ihrem Portfolio und dem bereits existierenden Servicenetz für ganz Frankreich sehr gut zu den Beissbarth Produkten. Aufgrund der drastischen Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie, die auch den Werkstattsektor erfassten, kam die Geschäftstätigkeit weitgehend zum Erliegen. In der zweiten Jahreshälfte 2020 kam das Geschäft jedoch wieder sehr gut in Fahrt, so dass ein Großteil der nicht getätigten Umsätze aus der erste Jahreshälfte 2020 kompensiert werden konnten. Für 2021 wird ein Umsatzwachstum von 13 % erwartet. Im Sommer 2019 wurde die BASE USA Gesellschaft gegründet, die zu 100 % ebenfalls der Beissbarth GmbH gehört. Das langfristige Ziel wird sein, ein funktionierendes Servicenetzwerk über die komplette USA aufzubauen und somit auch OEM - Kunden auf diesem Markt bedienen zu können. In 2020 konnte pandemiebedingt die Kundenakquisition nicht wie geplant stattfinden. Für die 2. Jahreshälfte 2021 werden wesentliche Fortschritte erwartet. Ende 2019 erwarb die Beissbarth GmbH die API Carsystems Leipzig. Durch den Erwerb kann die API mit dem Beissbarth Touchless System weiterhin ein modernes berührungsloses Achsenmesssystem anbieten. Dies ist zentral für das Geschäftsmodell der API, die auf die Vermietung des kompletten Systems (inklusive Wartung und Service; "flat rate") aufbaut. Insgesamt schätzen wir die Marktrisiken auf allen Märkten, auf welchen wir tätig sind, als gering bis moderat ein. III. Allgemeine Unternehmensrisiken Qualitätsrisiken Das Qualitätsmanagement System der Beissbarth GmbH ist nach DIN ISO 9001:2015 sowie DIN-ISO 14001:2015 durch Büro Veritas zertifiziert. Wir legen einen sehr starken Fokus auf ein vorbeugendes Qualitätsmanagement, um potenzielle Fehler bereits im Entwicklungsstadium zu entdecken und vorbeugende Maßnahmen zur Fehlervermeidung zu definieren. Auftretende Fehler werden durch definierte Prozesse analysiert und erforderliche Maßnahmen umgesetzt. Zur Absicherung unseres Produkts sowie der Prozessqualität führen wir serienbegleitende Produkt- und Prozessaudits durch. Bei der Fokussierung der Wertschöpfung und der damit verbundenen Verlagerung von Standard-Aktivitäten hin zu Lieferanten kam es sowohl während als auch nach der Verlagerung zu keinen nennenswerten Qualitätsausfällen. Die gewohnt hohe Qualität unserer Produkte wurde erreicht. Technische Risiken Die Entwicklung innovativer Produkte bedingt, dass erwünschte Produkteigenschaften nicht erreicht werden können. Solche Risiken werden bei der Beissbarth GmbH durch die Anwendung eines industrieüblichen Entwicklungs-, Erprobungs- und Zertifizierungsprozesses auf ein Minimum reduziert. So werden Abweichungen frühzeitig erkannt und durch geeignete Maßnahmen behoben. Personalrisiken Vor dem Hintergrund des aktuellen Verdrängungswettbewerbes und der demografischen Entwicklung gewinnt qualifiziertes Personal noch mehr an Bedeutung und ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Es besteht generell das Risiko, qualifiziertes Personal zu verlieren oder nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter gewinnen, entwickeln und binden zu können. Große Vorteile der Beissbarth GmbH um kompetente, motivierte und engagierte Mitarbeiter zu finden, sind die innovative Technologie, die Bezahlung gemäß Tarifvertrag, kurze Entscheidungswege, flache Hierarchien sowie ein professionelles und erfahrenes Management mit einem starken unternehmerischen Charakter. Alle Mitarbeiter können sich über ihre normale Tätigkeit hinaus abteilungsübergreifend entwickeln und ihre Stärken im Unternehmen einbringen. Beissbarth ist somit ein attraktiver Arbeitgeber. Im Zuge der Verlagerung von Standardaktivitäten zu Zulieferern konnte das Personalrisiko für niedrige Lohngruppen im Großraum München reduziert werden. Informationstechnische Risiken Der IT Bereich hat in sämtlichen Geschäftsprozessen eine zentrale Bedeutung und die störungsfreie Funktion ist für den laufenden Geschäftsbetrieb unabdingbar. Die IT Risiken werden durch hohe Sicherheitsstandards sowie regelmäßige Sicherheits- und Qualitätsprüfungen gewährleistet. Das ERP-Programm Infor wurde in Q1 2020 auf die aktuelle Version 7.7 aktualisiert. Im Finance-Bereich wurde Infor Finance zu Jahresbeginn 2020 durch SAP B1 ersetzt. Zur weiteren Verbesserung des Kundenservice wurde im Customer Service zum 1. November 2019 die Software Salesforce Service Lightning in Betrieb genommen. Im Q2 2020 wurde zur Optimierung des Vertriebsprozesses auf Salesforce Sales Cloud umgestellt. Für 2021 sind keine größeren IT Umstellungen geplant. Durch Verwendung von Office 365 und Teams war es für die Beissbarth GmbH relativ einfach, in kürzester Zeit auf Homeoffice umzustellen. Insgesamt schätzen wir die allgemeinen Unternehmensrisiken als gering bis moderat ein. IV. Chancenbericht Das Chancenmanagement ist ebenso wie das Risikomanagement zentraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung. Die einzelnen Chancenfelder werden im Rahmen des Strategieprozesses identifiziert. Im Einklang mit der Konzernstrategie werden die Chancen dezentral erhoben und gesteuert. Das Reporting über die Chancensituation erfolgt monatlich im Zuge des Boardmeetings. Auf diese Weise wird zeitnah erkannt, ob Markt- und Wettbewerbsentwicklungen oder konzerninterne Ereignisse eine Neubewertung einzelner Chancenfelder erfordern. Dies kann eine Reallokation der Budgets nach sich ziehen, die für die Wahrung von Chancen bereitgestellt werden. Die Entscheidung darüber fällt anhand des Chancenpotenzials, wobei Erfahrungswerte des Managements zugrunde gelegt werden. Ein der Risikosteuerung vergleichbares Managementsystem wird für die Evaluation der Chancen nicht eingesetzt. 1. Chancenkategorisierung Unter Chancen werden positive Abweichungen von den im Prognosebericht geäußerten Erwartungen an das wirtschaftliche Umfeld, sowie die Lage der Beissbarth GmbH verstanden. Dabei werden drei Chancenarten unterschieden:
2. Chancensituation 2.1 Marktseitige Chancen Die Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds konnte bis jetzt die Erwartungen trotz Pandemiebedingungen erfüllen. Zusätzlich ergeben sich Marktchancen durch den wachsenden Ausstattungsgrad mit Fahrerassistenzsystemen. Zusätzlich können im Wettbewerbsumfeld jederzeit Entwicklungen eintreten - wie beispielsweise Lieferprobleme chinesischer Wettbewerber, die die Nachfrage nach Produkten der Beissbarth GmbH verstärken, da deren Lieferketten sich vorwiegend in Europa befinden. Darüber hinaus können neue, heute noch nicht quantifizierbare regulatorische Initiativen in Ländern Südamerikas und Asiens - insbesondere die Verschärfung von Prüfvorschriften in der jährlichen KFZ Überprüfung - eine wachsende Nachfrage nach Produkten der Beissbarth GmbH auslösen. 2.2 Strategische Chancen Um Marktanteile zu sichern, wurden bereits kurze Zeit nach dem Carve Out aus Bosch Maßnahmen eingeleitet, die der Beissbarth GmbH in den Ländern China, Frankreich und USA weiter helfen, den Umsatz und die Marktpräsenz zu festigen. Momentan sind keine neuen Akquisitionen und strategischen Zusammenschlüssen geplant, die über die Planung hinausreichen. Das neue Achsvermessungsgerät QLign wird in der zweiten Jahreshälfte 2021 weltweit ausgerollt. Nach dem übertreffen aller Erwartungen aus dem deutschsprachigen Raum, wird für das Ausland ebenfalls eine Planüberfüllung erwartet. Sämtliche Produktpräsentationen wurden Online und in einem Beissbarth spezifischen Format vorgestellt, was bei den Kunden auf unerwartet gute Akzeptanz traf. 2.3 Leistungswirtschaftliche Chancen Leistungswirtschaftliche Chancen resultieren zum einen aus den laufenden Modernisierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen in der Produktionsstätte der Beissbarth GmbH, sowie der europaweiten Verzahnung des Produktionsverbunds. Im Jahr 2021 - nach derzeitiger Planung - werden wir die Gewinnschwelle (break even) erreichen, da die Wertschöpfungsstruktur der Beissbarth GmbH in 2020 entsprechend angepasst wurden. Allerdings kann sich durch eine erneute Verschärfung der Corona-Pandemie eine negative Zielabweichung ergeben. V. Zusammenfassung und Ausblick 1. Erwartete Branchenentwicklung Der Markt für Werkstattausrüstung ist zum einen geprägt von regulatorischen Anforderungen: Wie z.B. bis Ende 2019 der Austausch von Bremsenprüfständen in Deutschland. Der weltweite Trend wird anhalten, auch im Zusammenhang mit der Vision Zero. Darüber hinaus wird der Trend zu Fahrerassistenzsystemen für steigenden Bedarf an entsprechenden Kalibriersystemen, High-End-Scheinwerfereinstellung und Fahrwerkvermessungstechnik sorgen. Darüber hinaus ist der Trend zur Elektromobilität ein wesentlicher Faktor für Beissbarth: Der Reifen verbleibt als einziges wertiges Verbrauchsmaterial (im Vgl. zu Öl, Filter, Bremsscheiben/-belägen, Abgasstrang usw. beim Verbrennungsfahrzeug) und wird darüber hinaus durch Gewicht und Drehmoment der Fahrzeuge besonders beansprucht. Achsvermessung und Profiltiefenüberwachung werden davon profitieren. 2. Erwartete Unternehmensentwicklung Auf diese Markt- und Branchenentwicklung hat sich die Beissbarth GmbH konsequent ausgerichtet. Aus heutiger Sicht erwarten wir für das Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz deutlich über dem des Vorjahres, jedoch corona-bedingt unterhalb des Umsatzes 2019. Durch die Verschlankung der Produktion, Abschluss der Restrukturierung und dem Markterfolg des weltweit innovativsten Achsmessgeräts QLign werden wir die Gewinnschwelle (break even) erreichen und planen mit einem leicht positiven Ergebnis. Allerdings kann sich durch eine erneute Verschärfung der Corona-Pandemie eine negative Zielabweichung ergeben. Das Portfolio der Beissbarth GmbH ist breit aufgestellt, so dass Umsatzrisiken besser ausgeglichen werden können. Entgegen zahlreicher anderer Branchen (z.B. Tourismus, Gastronomie) werden die corona-bedingten Umsatzverluste nicht endgültig verloren sein. Es ist von einer Verschiebung der technologisch bedingten Investitionen auszugehen. Wir erwarten nachhaltig positive Impulse aus der Reifenprofilmessung, kundenspezifischen Lösungen zur FAS-Kalibrierung und gestiegenem Ausstattungsbedarf für moderne, einfach zu bedienende Geräte zur Fahrwerksvermessung. Das Produktportfolio bietet die Basis zur Akquise neuer Schlüsselkunden.
München, den 27. Mai 2021 Beissbarth GmbH Gary Palmer Marco Kempin BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2020BEISSBARTH GMBH, MÜNCHENAKTIVA
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2020
ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2020BEISSBARTH GMBH, MÜNCHENI. Allgemeine Angaben Der Sitz der Beissbarth GmbH ist in München. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 100399 im Handelsregister beim Amtsgericht München eingetragen. Der Jahresabschluss der Beissbarth GmbH zum 31. Dezember 2020 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH-Gesetzes beachtet. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde unverändert das Gesamtkostenverfahren gewählt. Aufgrund des Geschäftsjahreswechsels im Vorjahr (Rumpfgeschäftsjahr) sind die Vorjahreswerte nur eingeschränkt vergleichbar. II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Der Jahresabschluss wurde unter Zugrundelegung der Prämisse der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Bewertung des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige bzw. außerplanmäßige Abschreibungen. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis EUR 250 werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben. Bei den Abschreibungen wurden Nutzungsdauern zwischen 3 und 15 Jahren zugrunde gelegt. Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen wurden zum Nennwert angesetzt. Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbunden Unternehmen und die Beteiligungen zu Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt unter Zugrundelegung des gleitenden Durchschnittspreises. Die fertigen Erzeugnisse werden unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den Herstellungskosten bewertet. Auf die Einzelkosten werden angemessene Zuschläge für Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens vorgenommen. Weitere Gemeinkosten werden nicht hinzugerechnet. Vom Wahlrecht gemäß § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB wurde kein Gebrauch gemacht. Die hierzu verwandten Zuschlagssätze werden für das abgelaufene Geschäftsjahr anhand eines Kostenstellen-Betriebsabrechnungsbogens ermittelt. Zinsen werden nicht in die Ermittlung der Herstellungskosten einbezogen. Soweit notwendig wurden Wertabschläge nach den Grundsätzen der verlustfreien Bewertung vorgenommen. Die geleisteten Anzahlungen sind netto zum jeweiligen Nominalwert angesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennwert bewertet. Auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden neben Einzelwertberichtigungen wegen des allgemeinen Zins- und Kreditrisikos Pauschalwertberichtigungen in angemessenem Umfang vorgenommen. Liquide Mittel werden zum Nominalwert bewertet. Die Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, deren Aufwendungen einen bestimmen Zeitraum nach dem Bilanzstichtag zuzurechnen sind. Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung wurde nach § 246 Abs. 2 S. 3 HGB gebildet und resultiert aus der Verrechnung der Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen mit dem Deckungs- bzw. zweckgebunden Vermögens. Aktive und passive latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen ermittelt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines kombinierten Ertragssteuersatzes, der die Körperschafts- und Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag berücksichtigt. Das Bilanzierungswahlrecht für aktive latente Steuern wurde nicht ausgeübt. Die Bewertung der Pensionsrückstellung erfolgt unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2018 G nach der projizierten Einmalbetragsmethode pauschal mit dem gem. § 253 Abs. 2 HGB ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz von 2,30 %. Bei dem Zinssatz handelt es sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und monatlich bekannt gegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Dabei wurde ein Rententrend von 1,75 % p. a., Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,0 % und die betriebsinternen Fluktuationswahrscheinlichkeiten von 2,0 % berücksichtigt. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 566. Die Bewertungen der Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen und der Jubiläumsrückstellung erfolgen unter Zugrundelegung der Richttafel Heubeck 2018 G mit einem Rechnungszinsfuß von 1,60 % für die Jubiläumsrückstellungen und 0,54 % für die Altersteilzeitverpflichtungen sowie angenommenen Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,00 % und einer betriebsinternen Fluktuation bei der Jubiläumsrückstellung von 2 %. Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr werden, mit dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten und monatlich bekannt gegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Soweit Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen bestehen, werden diese mit dem jeweiligen Transaktionskurs eingebucht. Kursverluste, die bis zum Stichtag aufgrund der Bewertung durch Umrechnung zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag entstehen, werden ergebniswirksam berücksichtigt. Nicht realisierte Kursgewinne aus der Währungsumrechnung werden nur bei Restlaufzeiten bis zu einem Jahr ergebniswirksam berücksichtigt. III. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz 1. Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens sowie der kumulierten Abschreibungen im Geschäftsjahr ist in einem gesonderten Anlagengitter als Anlage zum Anhang dargestellt. Anteilsbesitz mit mehr als 20 % gem. § 285 Nr. 11 HGB
* Umrechnungskurs: 1,2275 EUR/USD (Devisenkassamittelkurs am 31.12.2020) ** Umrechnungskurs: 7,9847 EUR/RBM (Devisenkassamittelkurs am 31.12.2020) 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen Warenlieferungen (TEUR 5.440, Vorjahr: TEUR 6.081) wobei die abgetretenen Fakturierten Beträge ebenfalls enthalten sind. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen im größten Teils Forderungen aus Warenlieferungen (Intercompany) und aus Darlehensverträgen (TEUR 4.098, Vorjahr: TEUR 4.040). Die Forderungen gegen Gesellschafter (TEUR 260, Vorjahr: TEUR 260) sind unverändert auf Vorjahresniveau, sonstige Forderungen (TEUR 325, Vorjahr: TEUR 256) betreffen größtenteils diverse sonstige Forderungen. Die Restlaufzeit der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände beträgt wie im Vorjahr jeweils weniger als ein Jahr. 3. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft entspricht dem im Handelsregister eingetragenen Stammkapital von TEUR 2.500. 4. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Bonusverpflichtungen (TEUR 258), Urlaubsansprüche (TEUR 130), Garantie (TEUR 637) und Provisionen an Dritte (TEUR 617). Daneben sind für geleistete Überstunden (TEUR 109) und Jubiläen TEUR 217 Rückstellungen gebildet worden. 5. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Lieferungs- und Leistungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 3.283 (Vorjahr: TEUR 3.447). IV. Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse betreffen den Handel, Reparatur und Wartung von Geräten für KfZ Werkstätten.
2. Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen (TEUR 6.762) sind im Wesentlichen außergewöhnliche und periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, die noch den Carve Out betrafen (TEUR 1.963) sowie Erträge aus dem Materialweiterverkauf an unsere Lieferanten (Produktionsverlagerung) TEUR 1.912 und die Auflösung des PRU Vertrags mit Sicam (TEUR 1.836) enthalten. 3. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen zusammen aus externe Dienstleister (TEUR 2.789), Kosten für IT und Marketing (-1.822), Kosten für Fracht und Logistik (TEUR 1.860), Rent & Leasing (TEUR 1.501), und sonstige betriebliche Kosten (TEUR 2.571). Für die erbrachten Dienstleistungen der Abschlussprüfer wurden im Geschäftsjahr 2020 Honorare von TEUR 92 für Abschlussprüferleistungen erfasst. 4. Zinsen und ähnliche Aufwendungen In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen von TEUR 521 enthalten. V. Sonstige Angaben 1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen von insgesamt TEUR 3.051 bestehen im Wesentlichen aus Miet- und Leasingverträgen, von denen TEUR 2.156 eine Laufzeit größer ein Jahr haben. Sie betreffen in voller Höhe Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen gegenüber Dritten für Gegenstände, die sowohl Immobilien und Geschäftsfahrzeuge betreffen. 2. Arbeitnehmer Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden im Durchschnitt 138 Mitarbeiter (ohne Aushilfen und ohne Geschäftsleitung) beschäftigt.
3. Geschäftsführung Als Geschäftsführer waren bestellt: Marco Kempin, CFO Gary Palmer, COO Die Geschäftsführer sind gemeinsam vertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Die Angabe über die Gesamtbezüge der Geschäftsführer unterbleibt gemäß § 286 Abs. 4 HGB. 4. Angaben zum Mutterunternehmen und Konzernabschluss Die Beissbarth GmbH ist ein 100%iges Tochterunternehmen der Leviticus Technologies GmbH in München. Die Gesellschaft wird zum 31. Dezember 2020 in den Konzernabschluss der Leviticus Technologies GmbH einbezogen. Der Konzernbeschluss wird beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und im Bundesanzeiger bekannt gemacht.
München, den 27. Mai 2021 Beissbarth GmbH Gary Palmer Marco Kempin
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Beissbarth GmbH, München Prüfungsurteile Wir haben den Jahresschluss der Beissbarth GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Beissbarth GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und der Gesellschafterversammlung für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, 27. Mai 2021 DR.
KLEEBERG & PARTNER GMBH
Prechtl, Wirtschaftsprüfer ppa. Dr. Zieglmaier, Wirtschaftsprüfer Feststellung Jahresabschluss Der Jahresabschluss wurde in der Gesellschafterversammlung am 20. Juli 2021 festgestellt. |
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