KFS HR Solutions GmbH
Selbe AdresseErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Carsten Buhlrich seit 31.3.2026 | Geschäftsführer |
Thilo Münten seit 9.12.2025 | Prokura |
Joachim Hviid Schalck seit 17.9.2024 | Geschäftsführer |
Holger Hahn seit 5.3.2024 | Prokura |
Felipe Álvaro Villalón Waldburg-Zeil seit 9.8.2022 | Prokura |
Constantin Baltzer seit 12.5.2021 | Prokura |
Karsten Brüggemann seit 12.5.2021 | Geschäftsführer |
Ibrahim Oezarslan seit 12.5.2021 | Geschäftsführer |
Volker Bartolles seit 12.5.2021 | Prokura |
Ulf Laukien seit 12.5.2021 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Nordex SERostockKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Geschäftsbericht 2022KENNZAHLEN IM ÜBERBLICKKennzahlen Nordex Group
BRIEF AN DIE AKTIONÄRESehr geehrte Aktionäre, Geschäftspartner und Freunde des Unternehmens,2022 war auch durch externe Umbrüche ein außergewöhnlich intensives und forderndes Jahr, das vor allem durch den völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine und die massiven Verwerfungen und weitreichenden Folgen dieses Krieges geprägt war. Dazu zählten eine drohende Krise bei fossiler Energie sowie Engpässe bei Rohstoffen und Komponenten, ein massiver und breiter Anstieg der Inflation und die drastische Zinswende der Notenbanken. Die in der Öffentlichkeit oft so skizzierte Zeitenwende hat auch die Windindustrie mit großer Wucht getroffen. Denn in Summe blieb der Kostenauftrieb insgesamt für Nordex signifikant, auch wenn sich die Kosten für Seefrachten und wichtige Rohstoffe im Jahresverlauf von den Höchstständen teilweise korrigiert haben. Um uns gegen diese Risiken abzusichern, haben wir die Neugestaltung unserer Kundenverträge fortgesetzt, um eine ausgewogenere Risikoverteilung zu gewährleisten, und die Preise weiter erhöht, um der erhöhten Kostenbasis Rechnung zu tragen. Das war unausweichlich. Die positiven Effekte hieraus werden jedoch zeitverzögert erst im Zahlenwerk für das neue Geschäftsjahr 2023 sichtbar werden. Darüber hinaus war Nordex im Jahr 2022 mit einer weiteren ganz besonderen Herausforderung konfrontiert: einem Cyber-Sicherheitsvorfall Ende des ersten Quartals. Wir haben schnell reagiert und konnten die Sicherheit unserer Kunden, Projekte und Finanzen schützen. Dies führte jedoch zu Verzögerungen in den Produktionsprozessen, bei den Installationen und sogar bei unserer externen Berichterstattung. Letzteres war der Grund für einen vorübergehenden Ausschluss aus den Indizes der Deutschen Börse im Sommer. Im Jahresverlauf haben wir zudem Initiativen ergriffen, um unsere Produktionskapazitäten an das kompetitive Wettbewerbsumfeld und die veränderte Nachfrage anzupassen. Wir mussten daher zwei Produktionsstätten in Spanien und die Rotorblattfertigung in Rostock schließen. Der Standort Rostock bleibt für Nordex mit einem wesentlichen Teil der Turbinenproduktion jedoch ein wichtiger Fertigungsstandort und ist das Leitwerk im globalen Produktionsverband der Gruppe. Wir haben 2022 auch genutzt, um unsere Finanzstruktur zu stärken, das Unternehmen für die neuen Herausforderungen bestmöglich zu präparieren und unsere Flexibilität zu erhöhen. Zu diesem Zweck haben wir Mitte 2022 mit zwei Kapitalerhöhungen Erlöse von rund 350 Mio. Euro generiert und damit unsere Kapitalstruktur gestärkt und eine positive Botschaft an unsere Kunden gesendet. Außerdem hatten wir zur vorzeitigen Refinanzierung der 2023 auslaufenden Unternehmensanleihe ein Gesellschafterdarlehen mit unserer Ankeraktionärin Acciona, S.A. vereinbart, das im Laufe 2023 in Eigenkapital umgewandelt werden soll. Mit dieser Maßnahme wollen wir auch unser Fremdkapital reduzieren und zukünftig Zinszahlungen einsparen. Unter dem Eindruck der erheblichen Störungen und Veränderungen des wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds mussten wir im Laufe des Berichtsjahres zweimal unsere Prognose für die wichtigsten Kennziffern 2022 anpassen. Der Konzernumsatz belief sich 2022 letztlich auf 5,7 Mrd. Euro und lag so am oberen Ende der angepassten Prognose. Gleichzeitig lag unsere EBITDA-Marge mit -4,3 Prozent nach einem sehr volatilen vierten Quartal im Rahmen der Erwartungen. Im Berichtsjahr 2022 hat Nordex in 19 Ländern 1.129 Windenergieanlagen mit einer Gesamtnennleistung von 5,2 Gigawatt installiert. Dieser Rückgang im Vergleich zum Vorjahr war zum Teil auf die durch den Cyber-Sicherheitsvorfall im ersten Halbjahr ausgelösten Verzögerungen zurückzuführen. Unsere Turbinenproduktion haben wir dagegen mit der rechtzeitigen Erhöhung der Produktionskapazitäten auf 7,4 Gigawatt gesteigert. Unter den gegebenen äußeren Bedingungen haben wir 2022 zudem einen soliden Auftragseingang von 5,3 Mrd. Euro erzielt, wobei insbesondere im vierten Quartal eine lebhafte Nachfrage festzustellen war. Unsere Fokus für 2023 liegt nun darauf, den Auftragsbestand von 6,5 Mrd. Euro so effizient wie möglich abzuarbeiten. Wir fokussieren uns 2023 außerdem darauf, die Profitabilität des Unternehmens sukzessive zu verbessern. Kernmaßnahmen dazu sind neben der Optimierung der Produktion und Lieferkette die Erhöhung der Preise und weitere Anpassungen der Kundenverträge sowie die Fortführung des Unternehmensprogramms zur Verbesserung der Profitabilität. Eine wichtige Rolle spielen außerdem die Optimierung des Produktportfolios und die Effizienzsteigerungen der im Markt befindlichen Turbinen. Vor diesem Hintergrund erwarten wir für das Jahr 2023 einen Konzernumsatz zwischen 5,6 und 6,1 Mrd. Euro und eine EBITDA-Marge von -2,0 bis 3,0 Prozent. Diese Prognose zeigt, dass wir angesichts des nach wie vor sehr angespannten äußeren Umfelds und der geopolitischen und wirtschaftlichen Risiken bodenständig agieren, mit einer guten Balance aus Risikoaversion in unserem unternehmerischen Handeln und Mut, Potenziale zu adressieren. Vor dem aktuellen Hintergrund und der zu erwartenden Entwicklungen blicken wir daher mit verhaltener Zuversicht auf das Jahr 2023. Die Nachfragetreiber für die Windindustrie gewinnen mittelfristig weiter an Dynamik. Ein Umdenken in Politik und Gesellschaft ist nicht mehr zu übersehen. Neben dem Kampf gegen die Erderwärmung, der durch verschärfte Klimaschutzgesetze weltweit beschleunigt umgesetzt wird, ist jetzt auch der Wunsch nach sicherer, sauberer, verlässlicher und lokal verfügbarer Energie ein großer Treiber. Vor allem in den für uns sehr wichtigen Märkten in Europa und den USA unterstützen neue politische Initiativen den Wandel hin zur regenerativen Stromerzeugung und damit auch zum beschleunigten Ausbau der Windenergie. Diesen Ankündigungen müssten jedoch konkrete Taten folgen. Für 2023 erwarten wir für unser Geschäft aus diesen Initiativen auch wegen der mehrmonatigen Projektlaufzeiten unmittelbar noch keine bedeutenden, messbaren Impulse, jedoch für die kommenden Jahre. Diese Einschätzung teilt auch der Kapitalmarkt mit uns: seit dem 27. Februar 2023 sind wir im MDAX der Deutschen Börse gelistet, dem Index für mittelgroße Unternehmen, und dies hat mich sehr erfreut. Wir im Nordex-Team tun unser Möglichstes, den Wert des Unternehmens für alle unsere Stakeholder langfristig, nachhaltig und stetig zu erhöhen. Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen und freue mich, wenn Sie uns als Aktionäre, Geschäftspartner und Freunde der Nordex Group weiter begleiten würden.
Hamburg, im März 2023 Mit den besten Grüßen José Luis Blanco, Vorsitzender des Vorstands DER VORSTANDManager und WindenergieexpertenDas Senior-Management der Nordex Group zeichnet sich durch langjährige, internationale Erfahrung in der Energiewirtschaft aus. Spezialität: Windkraft-Know-how. José Luis BlancoVorsitzender des Vorstands (CEO)Herr Blanco wurde am 17. Juli 1970 geboren und ist spanischer Staatsbürger. Er startete seine Karriere 1993 bei Industrias Ferri. Seine ersten Erfahrungen in der Geschäftsführung machte er bei Gamesa, wo er von 1997 bis 2012 verschiedene Positionen im Management und Vorstand innehatte. Eine seiner Stationen beinhaltete die Geschäftsführung von Gamesa Eolica USA. Bei Gamesa USA war er als COO tätig, bei Gamesa Solar als Engineering Director und CEO sowie als Gamesa Offshore Director. 2011 wurde er zum Chief Customer Officer und Mitglied des Vorstands bei Gamesa ernannt. José Luis Blanco trat der Geschäftsführung der Acciona Windpower im Jahr 2012 bei. Dem Vorstand der Nordex SE gehört José Luis Blanco seit der Übernahme der Acciona Windpower durch Nordex im April 2016 an, zunächst als Vorstand für das operative Geschäft (COO). José Luis Blanco wurde dann am 17. März 2017 zum Vorsitzenden des Vorstands berufen. Seine aktuelle Bestellung läuft bis zum 31. Dezember 2025.
Dr. Ilya HartmannFinanzvorstand (CFO)Herr Hartmann wurde am 22. Januar 1973 geboren und ist deutscher Staatsbürger. Seine berufliche Laufbahn startete er als Anwalt bei Kanzleien in Frankfurt und Berlin. Vor seinem Wechsel auf die Herstellerseite der Windenergieindustrie arbeitete er mehrere Jahre bei Acciona Energy. 2007 wurde er dort als Deutschland-Geschäftsführer verantwortlich für den deutschen Markt, im Jahr 2009 wechselte er als Direktor Europa nach Spanien. Anschließend war er ab 2012 als CEO Nordamerika für Acciona Energy außerhalb Europas tätig. 2017 kam Ilya Hartmann zur Nordex Group und zog mit seiner Familie nach Hamburg. Zunächst als Head of People & Culture verantwortlich für das Personalressort, wurde er im März 2018 zum CEO Division Europe berufen. Herr Hartmann wurde erstmals am 1. Januar 2021 zum Mitglied des Vorstands der Nordex SE bestellt und verantwortet seit 1. März 2021 das Ressort Finanzen. Seine aktuelle Bestellung läuft bis zum 30. Juni 2025.
Patxi LandaVertriebsvorstand (CSO)Herr Landa wurde am 18. April 1972 geboren und ist spanischer Staatsbürger. Seine Karriere startete Patxi Landa beim Motorenbauer Guascor und der Technologiegruppe Azkoyen. Im Jahr 2002 trat er der Acciona-Gruppe bei, wo er als Geschäftsführer Acciona Energy Australien und Acciona Solar Power in den USA tätig war. 2007 wurde er zum Business-Development-Direktor und Vorstandsmitglied bei Acciona Windpower berufen. Seit April 2016 gehört er dem Vorstand der Nordex SE an und verantwortet das Ressort Vertrieb. Seine aktuelle Bestellung läuft bis zum 31. Dezember 2025.
DER AUFSICHTSRATDr.-Ing. Wolfgang Ziebart, StarnbergVorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Präsidiums und Mitglied des Strategie- und TechnikausschussesDr.-Ing. Wolfgang Ziebart, geboren am 30. Januar 1950 und deutscher Staatsbürger, studierte Maschinenbau und promovierte an der Technischen Universität München. Ab 1977 war er in unterschiedlichen Positionen für die BMW AG tätig und verantwortete zuletzt im Vorstand die Bereiche Entwicklung und Einkauf. Ab dem Jahr 2000 war er im Vorstand der Continental AG für das Bremsen- und Elektronikgeschäft zuständig und wurde schließlich zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Von 2004 bis 2008 war Dr.-Ing. Ziebart CEO der Infineon Technologies AG und leitete u. a. die Trennung des Unternehmens vom Speichergeschäft ein. Anschließend folgte eine Tätigkeit als Group Engineering Director bei Jaguar Land Rover Automotive. Dr.-Ing. Ziebart ist Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Präsidiums und Mitglied des Strategie- und Technikausschusses. Er ist außerdem Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Hella GmbH & Co. KGaA und Mitglied des Aufsichtsrats der Webasto SE, Deutschland. Dr.-Ing. Ziebart wurde erstmals am 28. Februar 2009 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.
Juan Muro-Lara, Madrid / SpanienStellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Mitglied des Präsidiums und Mitglied des Prüfungsausschusses; Chief Strategy & Corporate Development Officer der Acciona, S.A.Juan Muro-Lara, geboren am 4. September 1967 und spanischer Staatsbürger, hat einen Abschluss in Business Administration & Management des Colegio Universitario de Estudios Financieros (CUNEF) in Madrid, Spanien. Seine berufliche Karriere begann er im Bereich Bilanzierung der Banco de España. Von 1990 bis 1992 war er Vorstandsassistent des CFO der Afisa S.A., danach für die Investment Bank UBS in London und Madrid tätig, zuletzt als Executive Director. 2005 wechselte er dann auf seine jetzige Position im Acciona-Konzern. Herr Muro-Lara ist stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Mitglied des Präsidiums sowie Mitglied des Prüfungsausschusses. Er ist außerdem Vorsitzender des Board of Directors der BESTINVER PENSIONES EGFP, S.A., der BESTINVER SOCIEDAD DE VALORES, S.A. und von SCUTUM LOGISTIC, S.L. (SILENCE), stellvertretender Vorsitzender des Board of Directors der BESTINVER GESTIÓN, S.A. SGIIC, der BESTINVER, S.A. sowie Mitglied des Board of Directors der QEV EXTREME, S.L., alle mit Sitz in Spanien. Herr Muro-Lara wurde erstmals am 10. Mai 2016 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.
Jan Klatten, MünchenMitglied des Präsidiums und Vorsitzender des Strategie- und Technikausschusses; geschäftsführender Gesellschafter der momentum Beteiligungsgesellschaft mbHJan Klatten, geboren am 14. Januar 1955 und deutscher Staatsbürger, studierte Schiffbau an der Universität Hamburg und Betriebswirtschaft an der Sloan School of Management des M.I.T. Er war 15 Jahre lang in leitender Funktion in der Automobilindustrie tätig und machte sich 1991 als Unternehmer selbstständig. Herr Klatten ist geschäftsführender Gesellschafter der momentum Beteiligungsgesellschaft mbH, der momentum infra2 GmbH und der momentum infra 4 Verwaltungs GmbH. Herr Klatten ist Vorsitzender des Strategie- und Technikausschusses sowie Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrats. Herr Klatten wurde erstmals am 10. Juni 2005 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.
Geschäftsvorfälle mit Herrn Klatten oder ihm zuzurechnenden Gesellschaften sind wie im Vorjahr nicht zu verzeichnen gewesen. Maria Isabel Blanco Alvarez, London/ GroßbritannienMitglied des Prüfungsausschusses; Associate Director, leitende Umwelt- und Klimaökonomin bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und EntwicklungMaria Isabel Blanco Alvarez, geboren am 12. April 1974, ist spanische und britische Staatsbürgerin. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften an der University of Leeds, Großbritannien, und erwarb einen PhD mit Auszeichnung an der Universidad de Alcalá, Spanien. Frau Blanco verfügt über eine mehr als zwanzigjährige und sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln zusammensetzende Führungserfahrung in den Bereichen erneuerbare Energien und Klimawandelpolitik. Seit 2014 arbeitet sie als leitende Umwelt- und Klimaökonomin bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London. Zuvor war Frau Blanco als Leiterin der Abteilung Markets and Regulation bei Gamesa, Policy Director bei der European Wind Energy Association und Policy Advisor des spanischen Industrieministeriums tätig. Frau Blanco ist Gastwissenschaftlerin am Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment der London School of Economics und ist als unabhängige Gutachterin für Klima- und Energieprogramme der Europäischen Kommission tätig. Sie hat zudem eine Vielzahl von wissenschaftlichen Beiträgen zu erneuerbaren Energien und Energiepolitik veröffentlicht. Frau Blanco hat den Platz von Frau Hedegaard im Prüfungsausschuss eingenommen. Sie wurde erstmals am 31. Mai 2022 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Ihr aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden. Frau Blanco ist nicht mit unserem CEO José Luis Blanco verwandt. Martin Rey, TraunsteinVorsitzender des Prüfungsausschusses; Rechtsanwalt und geschäftsführender Gesellschafter der Maroban GmbHMartin Rey, geboren am 23. Februar 1957 und deutscher Staatsbürger, studierte Rechtswissenschaften in Bonn und Betriebswirtschaftslehre an der Fernuniversität Hagen. Er bekleidete eine Vielzahl von leitenden Positionen bei der Bayerischen Vereinsbank AG sowie der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG, zuletzt die des Bereichsvorstands. Danach war Herr Rey als Mitglied des Board zuständig für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika bei Babcock & Brown, Sydney, einem global agierenden Investment- und Beratungsunternehmen. Außerdem war er u. a. tätig als Mitglied des Board bei Knight Infrastructure B.V. und Chairman von Sword Infrastructure I B.V., Niederlande, als Board-Mitglied der Brisa AutoEstradas de Portugal sowie als Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Renerco Renewable Energy Concepts AG. Herr Rey ist tätig als Industrial Advisor für die Fonds von EQT Partners, Schweden, sowie als Mitglied des Investment-Committee für die IST Investmentstiftung für Personalvorsorge, Schweiz. Herr Rey ist Vorsitzender des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats. Er ist darüber hinaus Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzender des Investitionsausschusses der BayWa r.e. AG, München, sowie Chairman des Advisory Board der O2 Power Ltd., Singapur/ Delhi, Indien. Er ist schließlich Vorsitzender des Aufsichtsrats der clearvise AG sowie Mitglied des Aufsichtsrats, Mitglied des Prüfungsausschusses und Vorsitzender des Kreditausschusses des Aufsichtsrats der Kommunalkredit Austria AG, Österreich. Herr Rey wurde erstmals am 10. Juni 2005 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.
María Cordón, Madrid / SpanienMitglied des Strategie- und Technikausschusses des Aufsichtsrats; Direktorin Strategy & Corporate Development, Acciona, S.A.Frau Cordón, geboren am 29. September 1982 in Spanien, ist spanische Staatsbürgerin. Ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universidad Pontificia Comillas (ICADE), Spanien, schloss sie 2005 mit Auszeichnung ab. Sie begann ihre berufliche Laufbahn 2005 in der Investment-Banking Division bei Goldman Sachs (London und Madrid). Frau Cordón begann 2008 bei ACCIONA im Corporate Development Team und war seitdem an allen relevanten M&A-Transaktionen und wichtigen strategischen Entscheidungen beteiligt (einschließlich der Übernahme und der Veräußerung der Wind- und Wasserkraftanlagen von Endesa, der Veräußerung der Energieanlagen von ACCIONA in Deutschland, der Fusion von ACCIONA Windpower mit Nordex, der Veräußerung des 33%-Anteils von ACCIONA Energía Internacional an KKR, der Veräußerung von Trasmediterranea an Naviera Armas, die Übernahme von Silence, einem Hersteller von Elektrofahrzeugen, die Übernahme von Fidentiis durch Bestinver, der Veräußerung des ACCIONA-Portfolios an Transportkonzessionen an Meridiam, des Börsengangs von ACCIONA Energía und der Beteiligung an EVE). Ferner nahm Frau Cordón 2021 /2022 am ESADE-Programm für Vorstandsmitglieder teil und wurde 2023 für das Programm Women to Watch nominiert, einer Initiative von PwC. Seit Februar 2023 ist sie zudem Mitglied des Board of Directors der Eve Holding, Inc. Frau Cordón verfügt über ein umfassendes Fachwissen in den Bereichen Nachhaltigkeit, soziale und ökologische Auswirkungen des Geschäfts und regenerative Lösungen im Allgemeinen. Frau Cordón wurde von der Hauptversammlung am 31. Mai 2022 erneut in den Strategie- und Technikausschuss des Aufsichtsrats gewählt. Sie wurde am 2. September 2021 erstmals in den Aufsichtsrat der Nordex SE bestellt. Ihr aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.
DIE NORDEX GROUP AM KAPITALMARKTDas Börsenjahr 2022 war geprägt von der substanziellen Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Zum einen führte der russische Angriff auf die Ukraine zu starken gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen. Zum anderen belastete die Null-Covid-Politik in China die globalen Lieferketten und verschärfte somit die Materialengpässe. In Summe führten beide Entwicklungen zu einem starken Anstieg der Inflationsraten und zwangen die Zentralbanken fast überall auf der Welt zu einer restriktiveren Geldpolitik. Die Zinsen sind schnell und deutlich gestiegen und belasteten besonders in den ersten drei Quartalen die Aktien- und Anleihemärkte. Gegen Jahresende stabilisierten sich dann die internationalen und nationalen Märkte wieder, gestützt durch die zunehmende Hoffnung, dass der Höhepunkt des Inflationsanstiegs erreicht sei und das Tempo weiterer Zinsabhebungen abnehmen würde. Der deutsche Leitindex DAX startete mit 15.885 Punkten in das Börsenjahr 2022. Nach dem Schock des Kriegsausbruchs fiel der Index im Februar kurzzeitig unter 13.000 Punkte, konnte sich jedoch in den Folgewochen bis auf über 14.800 Punkte erholen. Von dort an setzte der DAX zu einer sechsmonatigen, leichten Abwärtsbewegung an. Prägend waren große Unsicherheiten über die Stabilität der deutschen Gasversorgung, stark ansteigende Inflationsraten und Sorgen über eine harte Rezession. Der Jahrestiefpunkt wurde zum Ende des dritten Quartals bei knapp unter 12.000 Punkten im DAX erreicht. Begleitet durch einen milden Winter, der zu einem geringeren Gasverbrauch als im historischen Durchschnitt führte, und der Aussicht auf einen weniger tiefen Abschwung als befürchtet, stieg der DAX im vierten Quartal nochmals an und schloss am Jahresende bei knapp unter 14.000 Punkten. Die für die Nordex-Aktie im Börsenjahr 2022 relevanten Vergleichsindizes verzeichneten im selben Zeitraum negative Wertentwicklungen. Der TecDAX beendete das Jahr 2022 bei 2.921 Punkten mit einem hohen Minus von 25,5 % und der SDAX sank mit 27,4 % in vergleichbarer Größenordnung (Schlussstand: 11.926 Punkte). Nordex-Aktie 2022 trotz schwierigen Umfelds mit nur leicht negativem KursverlaufDie Nordex-Aktie ist mit einem Kurs von EUR 13,96 in das Börsenjahr 2022 gestartet und entwickelte sich unterstützt von guten Auftragseingangsmeldungen zunächst parallel zum DAX. Im Verlauf des russischen Angriffskriegs profitierte die Nordex-Aktie von dem deutlich wachsenden Interesse an einer dezentralen und sauberen Energieerzeugung, sodass der Aktienkurs Anfang März mit EUR 17,47 den Jahreshöchststand erreichte. Begleitet wurde der Anstieg von der Absicht der deutschen und europäischen Politik, den Ausbau von Windenergie noch viel stärker voranzutreiben als bislang geplant. Explodierende Rohstoff- und Logistikkosten, Lieferkettenunterbrechungen und Belastungen aus dem Cyber-Sicherheitsvorfall haben allerdings auch die Nordex Group belastet, sodass sich der Optimismus bis Ende April auflöste. Mit der Prognoseaktualisierung am 24. Mai stellten Investoren zunehmend Sorgen um die Einhaltung der Profitabilitätsziele in den Fokus. Darüber hinaus erfolgte am 20. Juni der Ausschluss aus den Indizes SDAX und TecDAX als Folge der durch den Cyber-Sicherheitsvorfall überschrittenen Veröffentlichungsfristen. Infolge dieser Entwicklungen fiel der Aktienkurs von Mitte April bis Anfang Juli um gut die Hälfte und erreichte ein vorläufiges Jahrestief kurz nach der Umsetzung der ersten Kapitalerhöhung am 26. Juni. Nach Bekanntgabe der zweiten Kapitalerhöhung am 10. Juli gewann die Nordex-Aktie hingegen zwischenzeitlich an Wert. Trotz Wiederaufnahme in die Indizes Anfang September entwickelte sich die Aktie im weiteren Verlauf jedoch wieder rückläufig. Mitte Oktober erreichte der Aktienkurs dann mit EUR 7,47 seinen Jahrestiefpunkt, bevor die Nordex-Aktie zu einem starken Kursaufschwung ansetzte. Dass Nordex höhere Verkaufspreise am Markt durchsetzen, kann sowie Signale einer sich stabilisierenden Kosten- und Lieferkettenentwicklung wirkten dabei stärker als die Belastung aus der veröffentlichten Konkretisierung der Prognose an das untere Ende. Ergänzend sorgte die Ratifizierung des Inflation Reduction Acts in den USA für weiteren Optimismus bei Investoren. Die Nordex-Aktie beendete das Börsenjahr 2022 mit einem Schlusskurs von EUR 13,20. Die Kursentwicklung des Jahres 2022 betrug somit -5,1 % und lag damit über der Entwicklung der Vergleichsindizes. Kapitalerhöhungen Mitte des Jahres erfolgreich abgeschlossenUm den Halbjahresultimo herum hat die Nordex SE zwei Kapitalerhöhungen erfolgreich platziert und damit die Kapitalstruktur mittels der Erhöhung ihrer Eigenkapitalquote im zurzeit volatilen Marktumfeld für den Windenergiesektor gestärkt. Außerdem konnte sich die Nordex SE damit aufgrund der erhöhten Zahlungsmittelbestände besser gegen kurzfristige, branchenspezifische Risiken schützen und ihre Positionierung bei den Kunden festigen. Die erste Kapitalerhöhung in Höhe von knapp 10 % des Grundkapitals erfolgte am 26. Juni 2022 im Wege einer Privatplatzierung an die Ankeraktionärin Acciona, S.A. unter Ausschluss des Bezugsrechts. Dadurch erhöhte sich die Aktienanzahl der Nordex Group um 16.002.103 Stück auf 176.023.138 Stück. Nordex hat damit einen Brutto-Emissionserlös von gut EUR 139 Mio. erzielt. Ergänzend wurde im Juli eine zweite Kapitalerhöhung im Umfang von gut 20 % des neuen Grundkapitals durch eine vorab vollständig gesicherte Bezugsrechtskapitalerhöhung gegen Bareinlage platziert. Dabei hat das Unternehmen 35.923.089 neue, auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag im Verhältnis 49:10 zum Bezugspreis von EUR 5,90 je Aktie ausgegeben und einen Bruttoerlös von ca. EUR 212 Mio. erzielt. Die Ankeraktionärin Acciona, S.A. hat wie vorab angekündigt gemäß ihrem Anteil von 39,66 % am Grundkapital an der Kapitalerhöhung teilgenommen und zusätzlich 3,73 % der nicht bezogenen neuen Aktien erworben. Somit beträgt ihr neuer Anteil am Grundkapital 40,97 %. Die restlichen 59,03 % der Aktien befinden sich nach der Definition der Deutsche Börse Group im Streubesitz. Die Mitglieder des Vorstands José Luis Blanc und Patxi Landa haben ebenfalls ihre Bezugsrechte ausgeübt und neue Aktien gezeichnet. Die weiteren im abgelaufenen Berichtsjahr 2022 stattgefundenen Finanzierungsmaßnahmen wie die Gewährung eines Gesellschafterdarlehens sind im Konzernlagebericht (Seite 22) und im Konzernanhang (Seite 106) näher erläutert. Dividendenpolitik der Nordex GroupDas Management der Nordex Group hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Aktionäre perspektivisch am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Entscheidende Voraussetzung hierfür ist, dass nachhaltig ein freier Cashflow (Zahlungsmittelüberschuss) für die Zahlung einer Dividende erzielt wird, der eine angemessene Ausschüttung an die Aktionäre der Nordex Group ermöglicht. Hierbei ist grundsätzlich zu berücksichtigen, dass die Ausschüttung einer möglichen Dividende sowohl von der strategischen Weiterentwicklung und der Erreichung der Mittelfristziele des Unternehmens abhängt als auch vom zukünftigen Branchenumfeld. Zudem spielen zukünftige Investitionen in Forschung und Entwicklung eine relevante Rolle, da die Nordex Group auch weiterhin ihren Kunden wettbewerbsfähige und leistungsstarke Windturbinen anbieten möchte. Aufgrund der aktuellen Ertrags- und Cashflow-Situation des Unternehmens sowie der voraussichtlichen Entwicklung 2023 hat die Nordex Group derzeit die Dividendenfähigkeit nach Definition des Unternehmens noch nicht erreicht. Daher wird der Hauptversammlung im Jahr 2023 kein Vorschlag für eine Ausschüttung unterbreitet. Die Nordex-Anleihe im Berichtsjahr 2022Die Unternehmensanleihe der Nordex SE 2018/2023 (Kupon 6,5 %) hat sich im Jahr 2022 trotz der Marktunsicherheiten nahezu stabil entwickelt, was teilweise auch auf die kurze Restlaufzeit der Anleihe zurückzuführen ist. Die Anleihe wurde am Fälligkeitstag im Februar 2023 zurückgezahlt. Die grüne Anleihe war von der Ratingagentur Standard & Poor's mit einem (B)-Rating und mit einem "stabilen" Ausblick bewertet. Aktiver Dialog mit dem KapitalmarktDas Investor Relations-Team der Nordex Group hat auch im Geschäftsjahr 2022 den offenen und kontinuierlichen Dialog mit dem Kapitalmarkt fortgeführt. Die transparente Kommunikation mit Privataktionären, nationalen und internationalen Investoren sowie mit Equity- und Credit-Analysten hat für Nordex unverändert einen sehr hohen Stellenwert und konnte nach zwei Jahren pandemiebedingter Einschränkung erfreulicherweise wieder persönlich erfolgten. In zahlreichen Gesprächen wurden die Finanzkennzahlen, die Konzernstrategie und die operative Geschäftsentwicklung im Turbinen- und Servicegeschäft erläutert. Im ersten Halbjahr standen besonders die Folgen durch den Krieg in der Ukraine und des Cyber-Sicherheitsvorfall im Zentrum der Gespräche. Außerdem herrschte in Hinblick auf die im Rahmen der Unternehmensstrategie formulierten Profitabilitätsziele großes Interesse an den Effekten der durch Lieferengpässe beeinträchtigen Versorgungslage und an den Auswirkungen der Kosteninflation. Im zweiten Halbjahr lag der Schwerpunkt des Dialogs neben den beiden Kapitalerhöhungen besonders auf den politischen Rahmenbedingungen, die vorrangig den Inflation Reduction Act in den USA und die neuen Ausbaupläne der EU für die Windenergie betrafen. Mit Hinblick auf den deutschen Markt richtete der Kapitalmarkt erneut große Aufmerksamkeit auf den Status der Genehmigungsprozesse, da seitens der Politik verschiedene Maßnahmen zur Beschleunigung auf den Weg gebracht wurden. In einer Vielzahl von Investoren- und Kapitalmarktkonferenzen sowie Einzelgesprächen suchten das Management und das Investor Relations-Team den direkten Dialog mit aktuellen und potenziellen Investoren. In den regelmäßig stattfindenden Telefonkonferenzen präsentierte das Management die aktuellen Entwicklungen und die Quartalszahlen. Auf der Investor Relations-Website der Nordex Group (ir.nordex-online.com) stehen alle Geschäfts- und Zwischenberichte, Präsentationen sowie die Audio-Aufzeichnungen der Telefonkonferenzen aus dem Berichtsjahr zur Verfügung. Analystencoverage auch im Jahr 2022 auf hohem NiveauDie Anzahl der in- und ausländischen Brokerhäuser, die die Nordex-Aktie regelmäßig beobachten und bewerten, liegt weiterhin auf einem hohen Niveau und beläuft sich auf elf Häuser. Gegenüber dem Vorjahr sind die Coverages von Independent Research, der Nord LB und Stifel ausgelaufen. Von den insgesamt elf Analysten, die in regelmäßigen Abständen die Nordex-Aktie in Form von eigenen Studien, Berichten und Kommentaren analysieren, empfehlen sechs Häuser die Nordex-Aktie zu kaufen und fünf stufen die Aktie mit "halten" ein (Stand: 31. Dezember 2022). Auf Basis der maßgeblichen Analystenbewertungen lag das durchschnittliche Kursziel aller elf Häuser bei EUR 18,90 (Stand: 31. Januar 2023) und somit unter dem Vorjahreswert von EUR 23,70. Stammdaten der Nordex-Aktie
Kennzahlen der Nordex-Aktie
Entwicklung des Nordex-Aktienkurses in % (indexiert, 31.12.2021 = 0)
BERICHT DES AUFSICHTSRATSDie Nordex Group blickt auf ein wiederum sehr forderndes Geschäftsjahr 2022 zurück. Hohe Auftragseingänge im Vorjahr und ein vielversprechendes Marktumfeld sorgten zunächst für einen erfreulichen Jahresauftakt, bevor der russische Angriffskrieg in der Ukraine Ende Februar 2022 die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vollständig auf den Kopf stellte. Die Preise für Rohstoffe und Logistik stiegen nach einer Phase der Beruhigung erneut stark an und die Lieferketten waren - auch aufgrund der konsequenten Null-Covid-Politik in China und den andauernden Verwerfungen in der Logistik - weiteren massiven Beeinträchtigungen ausgesetzt. Darüber hinaus war die Nordex Group Ende März 2022 von einem Cyber-Sicherheitsvorfall betroffen, der unter anderem zu Produktionsunterbrechungen und zum Teil stark verzögerten Installationen im zweiten und dritten Quartal in Deutschland führte. Dennoch hat die Nordex Group in diesem schwierigen Umfeld einen soliden Auftragseingang erzielt, bei dem die Delta4000-Baureihe die Nachfrage dominiert. Insbesondere ab dem vierten Quartal hat sich die Kostenseite wieder stabilisiert, was in Verbindung mit den im Geschäftsjahr erzielten deutlich höheren Verkaufspreisen zu einer steigenden Ergebnismarge und besseren Qualität des Auftragsbestands führt. Vor diesem Hintergrund lag der Fokus im Berichtsjahr erneut auf der konsequenten Stärkung der Finanzstruktur. Im Juni 2022 erfolgte zunächst eine Kapitalerhöhung der Ankeraktionärin Acciona, S.A. unter Ausschluss der Bezugsrechte der übrigen Aktionäre. Anschließend folgte eine weitere Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten, die auch Acciona, S.A. pro rata gezeichnet hat. Darüber hinaus gewährte die Acciona, S.A. der Nordex Group ein weiteres Gesellschafterdarlehen, um die Anfang 2023 fällig gewordene Hochzinsanleihe aus 2018 (High Yield Bond) frühzeitig zu refinanzieren. Aus den Kapitalerhöhungen resultierte eine Netto-Liquiditätsposition der Nordex Group und eine deutlich gestärkte Eigenkapitalquote. Besonders anzuerkennen ist das erneute Engagement der Ankeraktionärin, die damit ihre langfristig ausgerichtete Unterstützung unterstrichen hat. Insgesamt hat sich die Nordex Group im Berichtsjahr erneut in einem sehr schwierigen Marktumfeld bewährt: die Marktanteile wurden ausgebaut, das Produktportfolio um einen weiteren Typen erweitert und zahlreiche Installationen durchgeführt. Einen besonderen Dank möchte ich an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen richten, die die Unternehmensgruppe wieder mit großem Engagement, Flexibilität und Ausdauer durch ein schwieriges Jahr getragen haben. Der Klimawandel und die Dringlichkeit, dem zu begegnen, sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die mit dem russischen Überfall auf die Ukraine verschärfte Energiekrise hat Europa die Bedeutung unabhängiger und sauberer Energieproduktion und der dafür erforderlichen Technologien verdeutlicht. Diese Einsicht prägt nun sehr stark die Industrie- und Energiepolitik diesseits und jenseits des Atlantiks, die den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter und wohl noch stärker als bisher vorantreiben wird. Mit ihrem effizienten und wettbewerbsfähigen Produktportfolio befindet sich die Nordex Group in einer guten Position, um langfristig von dieser Entwicklung zu profitieren. Der Aufsichtsrat der Nordex SE hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Berichtszeitraum wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens in Erfüllung seiner gesetzlichen Pflichten beraten und überwacht. Der Aufsichtsrat war dabei in sämtliche Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, unmittelbar eingebunden und stand mit dem Vorstand kontinuierlich im Austausch. Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden regelmäßig, zeitnah und umfassend durch schriftliche und mündliche Berichte über die Lage, die Entwicklung und alle wesentlichen Geschäftsvorgänge der Nordex SE und ihrer Beteiligungsgesellschaften unterrichtet. VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT UND VORSTANDIm Aufsichtsrat kam es im Berichtsjahr zu folgenden Veränderungen: Frau Connie Hedegaard hat ihr Amt im Aufsichtsrat der Nordex SE mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung vom 31. Mai 2022 niedergelegt. Zudem endete das Aufsichtsratsmandat von Frau María Cordón, die im September 2021 vom Amtsgericht Rostock befristet bis zum Ablauf der Hauptversammlung vom 31. Mai 2022 bestellt worden war, mit der Hauptversammlung 2022. Die Hauptversammlung vom 31. Mai 2022 hat sodann Frau Isabel Blanco und Frau María Cordón im Wege der Nachwahlen bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, in den Aufsichtsrat gewählt. Für den Vorstand kam es im Berichtsjahr zu folgenden Veränderungen: Die Bestellung der Herren Blanco und Landa ist im Berichtsjahr bis zum 31. Dezember 2025 verlängert worden. Die Bestellung von Herrn Dr. Hartmann ist bis zum 30. Juni 2025 verlängert worden. AUSSCHÜSSEDie Ausschüsse des Aufsichtsrats der Nordex SE waren im Geschäftsjahr 2022 wie folgt besetzt: Präsidium (Personal- und Nominierungsausschuss):Herr Dr.-Ing. Ziebart (Vorsitz) Herr Klatten Herr Muro-Lara Prüfungsausschuss (Audit Committee):Herr Rey (Vorsitz) Frau Hedegaard (bis 31. Mai 2022) Frau Blanco (seit 31. Mai 2022) Herr Muro-Lara Strategie- und Technikausschuss:Herr Klatten (Vorsitz) Frau Cordón Herr Dr.-Ing. Ziebart AUFSICHTSRATSSITZUNGEN UND INHALTEDer Aufsichtsrat hat sich im Laufe des Geschäftsjahres 2022 zu insgesamt zehn Sitzungen versammelt. Das Präsidium kam zu vier Sitzungen im Zusammenhang mit den ordentlichen Aufsichtsratssitzungen zusammen, der Prüfungsausschuss und der Strategie- und Technikausschuss zu jeweils drei Sitzungen. Die ordentlichen Aufsichtsratssitzungen fanden am 22. und 23. März 2022, am 30. und 31. Mai 2022, am 7. und 8. September 2022 sowie am 30. November und 1. Dezember 2022 statt. Daneben gab es im Berichtsjahr insgesamt fünf außerordentliche Aufsichtsratssitzungen und eine Beschlussfassung im Umlaufverfahren. Von den insgesamt vier ordentlichen Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse wurden drei physisch und eine hybrid abgehalten, das heißt die Mitglieder des Aufsichtsrats haben physisch oder per Videokonferenz teilgenommen. Die fünf außerordentlichen Aufsichtsratssitzungen fanden als Videokonferenzen statt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen wie folgt an den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, in denen sie jeweils Mitglied waren, teil: Präsenz der Aufsichtsratsmitglieder in Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen im Jahr 2022
Alle Aufsichtsratsmitglieder haben im Geschäftsjahr 2022 demnach an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen sie angehören, teilgenommen. Neben der Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses der Nordex SE für das Geschäftsjahr 2021, des nichtfinanziellen Berichts und des Abhängigkeitsberichts in der Bilanzfeststellungssitzung am 22. und 23. März 2022 wurden im Berichtsjahr insbesondere folgende Arbeitssschwerpunkte fortlaufend behandelt: (i) die aktuelle Unternehmensentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen der auch im Berichtsjahr andauernden Beeinträchtigungen in der Lieferkette auf die operative Situation des Konzerns; (ii) Informationen und Beratung zum Cyber-Sicherheitsvorfall, welcher sich Ende März 2022 ereignet hat, (iii) Vorstandsangelegenheiten, insbesondere wurde im Vorfeld der Bilanzfeststellungssitzung über die Zielerreichung für das abgelaufene Geschäftsjahr und die Zielvereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstands für das laufende Geschäftsjahr entschieden; (iv) Berichte der Internen Revision und des Risikomanagements; (v) Informationen und Beratung zu Qualität, Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz; sowie (vi) Compliance-Themen, Schlüsselprojekte und wichtige Personalveränderungen. Weitere Themen waren regelmäßig strategische Überlegungen zu Finanzierungsfragen und die Befassung mit den jeweiligen Berichten aus den Ausschüssen. In der außerordentlichen Sitzung am 14. Februar 2022 hat sich der Aufsichtsrat mit strategischen Fragen sowie Maßnahmen zur Anpassung der Produktionskapazitäten des Konzerns in Europa befasst, welche auch Gegenstand der außerordentlichen Sitzung am 23. Februar 2022 waren. Mit Beschlussfassung im Umlaufverfahren vom 12. März 2022 hat der Aufsichtsrat über die Zielerreichung der Mitglieder des Vorstands für das abgelaufene Geschäftsjahr und die Zielvereinbarungen für das Berichtsjahr entschieden. In der Bilanzfeststellungssitzung am 22. und 23. März 2022 hat der Aufsichtsrat gemäß den Vorgaben der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) über den von Vorstand und Aufsichtsrat im Berichtsjahr erstmals erstellten Vergütungsbericht Beschluss gefasst. Darüber hinaus hat er sich mit der Einstellung der Rotorblattproduktion am Standort Rostock befasst und die Durchführung der anstehenden ordentlichen Hauptversammlung 2022 als virtuelle Hauptversammlung beschlossen. Schließlich erfolgte in dieser Sitzung auch die Beschlussfassung zur Abgabe der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex. In der ordentlichen Sitzung am 30. und 31. Mai 2022 befasste sich der Aufsichtsrat mit den vom Vorstand erwogenen Finanzierungsmaßnahmen und insbesondere mit den unmittelbaren Auswirkungen des Cyber-Sicherheitsvorfalls. Zudem konstituierte sich der Aufsichtsrat im Nachgang zur Nachwahl von Frau Cordón und Frau Blanco auf der Hauptversammlung und beschloss über die Besetzung der Ausschüsse. In der außerordentlichen Sitzung am 26. Juni 2022 erteilte der Aufsichtsrat seine Zustimmung zu der vom Vorstand an diesem Tag beschlossenen Privatplatzierung an Acciona, S.A. unter Ausnutzung des Genehmigten Kapitals I. In einer weiteren außerordentlichen Sitzung am 10. Juli 2022 erteilte der Aufsichtsrat seine Zustimmung zu der vom Vorstand an diesem Tag beschlossenen Bezugsrechtskapitalerhöhung unter Ausnutzung des Genehmigten Kapitals II und III. In seiner ordentlichen Sitzung am 7. und 8. September 2022 standen die Anpassung der Geschäftsverteilung für den Vorstand sowie die aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Cyber-Sicherheitsvorfall im Zentrum der Beratungen. In seiner turnusmäßigen Sitzung am 30. November und 1. Dezember 2022 befasste sich der Aufsichtsrat unter anderem mit der Bestellung des Abschlussprüfers für den Jahresabschluss 2022 und der externen Prüfung des nichtfinanziellen Berichts. Der Aufsichtsrat genehmigte in der Sitzung außerdem die Ausgabe der zweiten Tranche des 2021 beschlossenen Aktienoptionsprogramms für die Mitarbeiter der Nordex Group. In der außerordentlichen Sitzung am 29. Dezember 2022 genehmigte der Aufsichtsrat schließlich die Veräußerung von 50 % der Anteile an der Nordex H2, S.L. an die Corporación Eólica Catalana, S.L, ein verbundenes Unternehmen der Acciona, S.A. AUS- UND FORTBILDUNGSMASSNAHMEN DER AUFSICHTSRATSMITGLIEDERDie für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, beispielsweise zu Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen und zu neuen, zukunftsweisenden Technologien, nehmen die Mitglieder des Aufsichtsrats im Wesentlichen eigenverantwortlich wahr und werden dabei bei Bedarf von der Gesellschaft unterstützt. Zur gezielten Weiterbildung werden beispielsweise im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen vorgestellt und erläutert. Unter anderem erfolgte im Rahmen der ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 30. November 2022 und 1. Dezember 2022 eine umfassende Schulung der anwesenden Organmitglieder zur Marktmissbrauchsverordnung. Neue Mitglieder des Aufsichtsrats treffen die Mitglieder des Vorstands und fachverantwortliche Führungskräfte zum Austausch über grundsätzliche und aktuelle Fragestellungen und verschaffen sich so einen Überblick über die relevanten Themen des Unternehmens ("Onboarding"). CORPORATE GOVERNANCEDes Weiteren wird an dieser Stelle gemäß Empfehlung E.1 Satz 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 über potenzielle Interessenkonflikte berichtet. Die Aufsichtsratsmitglieder der Nordex SE sollen Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern der Nordex SE oder bei sonstigen Dritten entstehen können, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats offenlegen. In diesem Zusammenhang ist zu berichten, dass sich die Aufsichtsratsmitglieder Juan Muro-Lara und María Cordón jeweils bei Abstimmungen im Aufsichtsrat betreffend Transaktionen mit der Acciona, S.A. bzw. mit dieser verbundenen Unternehmen vorsorglich enthalten haben. Im Geschäftsjahr 2022 hat es im Übrigen keine Hinweise auf Interessenkonflikte gegeben. Der Aufsichtsrat folgt grundsätzlich den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der bis zum 27. Juni 2022 geltenden Fassung vom 16. Dezember 2019 (DCGK 2020) sowie der seither geltenden Fassung vom 28. April 2022 (DCGK 2022). Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG wurde von Aufsichtsrat und Vorstand zuletzt am 28. März 2023 abgegeben (https:// ir. nordex-online.com / websites / Nordex / German /6000 / corporate-governance.html). Weitere Ausführungen zu diesem Thema finden sich in der im Lagebericht abgedruckten Erklärung zur Unternehmensführung. JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS UND ABSCHLUSSPRÜFUNG, ABHÄNGIGKEITSBERICHT SOWIE NICHTFINANZIELLER KONZERNBERICHTDer Jahresabschluss der Nordex SE und der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 sowie der zusammengefasste Lagebericht der Nordex SE und des Konzerns für das Geschäftsjahr 2022 sind unter Einbeziehung der Buchführung von dem durch die Hauptversammlung am 31. Mai 2022 gewählten und vom Aufsichtsrat mit der Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses beauftragten Abschlussprüfer, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die Bestätigungsvermerke wurden durch die Herren Wirtschaftsprüfer Dr. Thomas Ull und Harald van Voorst gemeinsam unterzeichnet. Herr van Voorst unterzeichnete die Bestätigungsvermerke zum dritten Mal, Herr Dr. Ull nach dreijähriger Pause nun ebenfalls wieder zum dritten Mal für den Jahres- und Konzernabschluss. Im Prüfungsbericht zum Jahresabschluss wurde vom Abschlussprüfer bestätigt, dass die gesetzlichen Vertreter die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen zur Einrichtung eines Risikofrüherkennungssystems in geeigneter Form getroffen haben und dass das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen. Über die gesetzliche Abschlussprüfung hinaus hat die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, im Auftrag des Aufsichtsrats eine inhaltliche Prüfung mit begrenzter Sicherheit ("limited assurance") des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts der Nordex Group vorgenommen und auf dieser Basis keine Einwendungen gegen die nichtfinanzielle Berichterstattung und die Erfüllung der daran gestellten gesetzlichen Anforderungen erhoben. Der Vermerk der PricewaterhouseCoopers GmbH über die inhaltliche Prüfung des nichtfinanziellen Konzernberichts ist im Nachhaltigkeitsbericht enthalten und einsehbar. Weiterhin hat die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, im Auftrag des Vorstands eine den gesetzlichen Anforderungen nach § 162 Abs. 3 AktG entsprechende formelle Prüfung des Vergütungsberichts der Nordex SE vorgenommen und keine Einwendungen gegen die Berichterstattung und die Erfüllung der daran gestellten gesetzlichen Anforderungen erhoben. Der Vermerk der PricewaterhouseCoopers GmbH über die Prüfung des Vergütungsberichts wird mit dem Geschäftsbericht 2022 veröffentlicht und ist dort einsehbar. Dem vom Vorstand aufgestellten und vom Abschlussprüfer geprüften Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß §312 AktG wurde vom Abschlussprüfer der folgende uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für die Nordex SE und den Konzern, der Bericht des Abschlussprüfers, der Abhängigkeitsbericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers zum Abhängigkeitsbericht, der nichtfinanzielle Konzernbericht einschließlich des Vermerks der PricewaterhouseCoopers GmbH über die inhaltliche Prüfung des nichtfinanziellen Konzernberichts, der Vergütungsbericht und der Vermerk der PricewaterhouseCoopers GmbH zum Vergütungsbericht sowie der Entwurf des Berichts des Aufsichtsrats wurden sämtlichen Aufsichtsratsmitgliedern vor der bilanzfeststellenden Sitzung zugeleitet. Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt; der Prüfungsausschuss hat die Prüfung des Plenums vorbereitet und darüber in der bilanzfeststellenden Sitzung am 28. März 2023 in Gegenwart des Abschlussprüfers, der auch für Fragen zur Verfügung stand, an das Plenum berichtet. Nach intensiver Erörterung haben der Aufsichtsrat und der Prüfungsausschuss dem Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers zugestimmt. Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung stellte der Aufsichtsrat fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, und billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 sowie den zusammengefassten Lagebericht. Damit ist der Jahresabschluss 2022 der Nordex SE festgestellt. Der Aufsichtsrat hat ferner den Abhängigkeitsbericht und den Prüfungsbericht des Abschlussprüfers zum Abhängigkeitsbericht zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat erklärt, dass nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands zum Bericht gemäß § 312 AktG zu erheben sind. Prüfungsausschuss und Aufsichtsrat haben sich zudem mit dem vom Vorstand erstellten, gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht (integriert in den Nachhaltigkeitsbericht) zum 31. Dezember 2022 befasst. Der Vorstand und die Vertreter der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erläuterten die Unterlagen in den Sitzungen eingehend und beantworteten ergänzende Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Der Aufsichtsrat hatte nach seiner Prüfung keine Einwendungen. DANK DES AUFSICHTSRATSIm Namen des Aufsichtsrats der Nordex SE möchte ich dem ausgeschiedenen Mitglied des Aufsichtsrats, Frau Connie Hedegaard, für ihr Engagement und die konstruktive Begleitung des Unternehmens während der vergangenen Jahre danken. Dem amtierenden Vorstand sowie sämtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens möchte ich ebenfalls für ihren großen persönlichen Einsatz danken.
Hamburg, im März 2023 Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart, Vorsitzender des Aufsichtsrats Zusammengefasster Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022des Nordex-Konzerns und Lagebericht der Nordex SEGRUNDLAGEN DES KONZERNS
GESCHÄFTSTÄTIGKEITGeschäftsmodellDie Nordex Group entwickelt, produziert und vertreibt Onshore-Windenergieanlagen, also Turbinen und Anlagensysteme zur Erzeugung von Windenergie an Land. Diese werden weltweit errichtet. Nordex ist ein integrierter Komplettanbieter. Das heißt, der Leistungsumfang reicht von der ausschließlichen Lieferung der eigentlichen Windenergieanlage über die Installation bis hin zur schlüsselfertigen Errichtung von kompletten Windparks. Darüber hinaus stellt ein Netz von Servicestandorten in allen für das Unternehmen wichtigen Märkten die umfassende Betreuung der Windturbinen über die gesamte Nutzungsdauer sicher. In ausgewählten, vor allem außereuropäischen, Märkten ist das Unternehmen auch als Projektentwickler für Windparks tätig. Seit ihrer Gründung im Jahr 1985 hat die Nordex Group in mehr als 40 Ländern Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von zusammen knapp 44 Gigawatt (GW) installiert. Die eigene Serviceorganisation betreut weltweit 10.599 Wind energieanlagen mit einer addierten Nennleistung von über 31 GW, überwiegend auf der Basis langjähriger Wartungsverträge. Weltweit generieren die Produkte und Dienstleistungen der Nordex Group damit schon heute einen wesentlichen Beitrag zur umwelt- und klimaschonenden Stromerzeugung. Das Unternehmen ist in allen bedeutenden Windmärkten aktiv. Eine gezielte Ausnahme bildet der stark durch lokale Anbieter geprägte chinesische Markt, der vor allem zum Sourcing von Komponenten genutzt wird. Mit diesem strategischen Fokus bedient das Unternehmen einen Großteil des Weltmarkts für Onshore-Windenergie außerhalb Chinas und zählt damit im relevanten Markt zu den führenden Anbietern. Des Weiteren vermeidet Nordex mit der Konzentration auf den Onshore-Markt hohe Investitionen in die deutlich abweichende Offshore-Technologie und die mit ihr verbundenen Risiken. Dieser klare Fokus auf den für die globale Energiewende bedeutenden Wachstumsmarkt Onshore-Wind (ohne China) ermöglicht der Nordex Group eine Bündelung von Kompetenzen und Ressourcen und ist eine wesentliche Grundlage für profitables Wachstum in der Zukunft. Das Produktportfolio der Nordex Group umfasst innovative, leistungsstarke und damit effiziente Windenergieanlagen für Stark-, Mittel- und Schwachwindstandorte an Land. Die unterschiedlichen Versionen der Delta4000-Baureihe, die auf einem Baukastenkonzept basieren, sind an marktspezifische Anforderungen angepasst und bieten einen variablen Leistungsbereich von 4 - 6 MW+ bei Rotordurchmessern bis zu 175 Metern. Über vier Fünftel des Auftragseingangs entfallen mittlerweile auf die verschiedenen Produkte der effizienten und wettbewerbsfähigen Delta4000-Plattform mit einer Nabenhöhe von bis zu 179 Metern. Seit 2021 wird auch die Klasse 6 MW+ bedient. Die Nordex Group entwickelt das Gesamtsystem Windenergieanlage und montiert im Rahmen der Fertigung die Maschinenhäuser und Naben. Die Rotorblätter werden sowohl selbst als auch bei spezialisierten Herstellern produziert. In technischer Hinsicht verfolgt die Nordex Group konsequent das Ziel, Windturbinen für Onshore-Standorte zu entwickeln, die es den Betreibern erlauben, in den jeweiligen Einsatzgebieten umweltfreundlichen Strom zu möglichst geringen Stromgestehungskosten (Cost of Energy, COE) zu produzieren. Umsatzverteilung regional 2022 in %
Rechtliche und organisatorische StrukturDie Nordex SE ist eine börsennotierte Europäische Aktiengesellschaft. Die Aktien sind im geregelten Handel der Börse Frankfurt, Segment Prime Standard, zugelassen und waren zum Bilanzstichtag im TecDAX sowie SDAX notiert. Seit dem 27. Februar 2023 sind die Aktien im TecDAX und im MDAX notiert. Zusammen mit ihren in- und ausländischen Tochtergesellschaften bildet sie als Konzern die Nordex Group. Gremien der Gesellschaft sind der Vorstand (drei Personen) und der Aufsichtsrat (sechs Personen). Sitz der Gesellschaft ist Rostock, die Hauptverwaltung befindet sich in Hamburg. Organisationsstruktur der Nordex Group (vereinfachte Darstellung)
Der Vorstand führt den Konzern über die Nordex SE als strategische Management-Holding. Zusätzliche administrative Servicefunktionen in den Bereichen Accounting & Controlling, Finanzen, IT, Interne Revision, Investor Relations, Kommunikation, Personal, Recht und Steuern werden ebenfalls von der Nordex SE übernommen. Die Organisation des operativen Geschäfts der Nordex Group erfolgt über die zwei Divisionen International und Europe sowie über weltweite Querschnittsfunktionen. Dem Vorstandsvorsitzenden (CEO), José Luis Blanco, sind die weltweiten Querschnittsfunktionen (Global Lead Functions) für den operativen Geschäftsbetrieb in den Bereichen Rotorblatt- und Maschinenhausfertigung, Einkauf (Global Sourcing) und globale Projektsteuerung (Global PM/EPC) sowie das Engineering zugeordnet. Darüber hinaus ist er für Quality, Health, Safety & Environment (QHSE), Technology Management, Product Strategy & Sales Support zuständig sowie für Corporate Development & Strategy, People & Culture, Global Service, Corporate Compliance, Informationssicherheit und IT. Rechtliche Unternehmensstruktur der Nordex Group (vereinfachte Darstellung)
Dem Vertriebsvorstand (CSO), Patxi Landa, sind die beiden operativen Divisionen mit der Verantwortung für Vertrieb, Projektabwicklung und Service sowie alle übergeordneten kundennahen Funktionen zugeordnet wie Global Sales, Global Key Account Management und die Projektentwicklung. Der Finanzvorstand (CFO), Dr. Ilya Hartmann, ist für Accounting & Controlling, Finanzen, Interne Revision, Investor Relations, Kommunikation, Recht, Steuern sowie die Querschnittsfunktionen Finance Operations und Global Planning verantwortlich. Den Divisionen für das operative Geschäft sind die jeweiligen rechtlich selbstständigen Ländergesellschaften unterstellt. Diese sind insbesondere für die kundenbezogenen Aufgaben, den Vertrieb, das Projektmanagement, den Service und in bestimmten Märkten auch für die Projektentwicklung zuständig. Die Nordex Group steuert ihre Konzernaktivitäten über die Segmente Projekte und Service (siehe hierzu auch die Erläuterungen im Abschnitt Segmententwicklung). Unter Projekte sind sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit der Entwicklung, Produktion, Errichtung und Inbetriebnahme der Windenergieanlagen zusammengefasst und darüber hinaus auch das Projektentwicklungsgeschäft. Auf das Segment Service entfallen die Dienstleistungen und Produkte für bestehende Anlagen nach der Übergabe an den Kunden. Dazu zählen insbesondere technische Dienstleistungen wie die Wartung und die Fernüberwachung von Windparks sowie die Reparatur und technische Weiterentwicklung von Bestandsanlagen. Umsatz nach Segmenten 2022 in %, vor Konsolidierung
Absatzmärkte und WettbewerbDie Klimafreundlichkeit von Windstrom ist aufgrund der sehr geringen CO 2-Emissionen ein wichtiges ökologisches Argument für die regenerative Stromerzeugung und im Hinblick auf die zukünftig strengeren Regeln zur Besteuerung des CO 2-Ausstoßes auch ein wichtiger ökonomischer Beweggrund. Ein wesentlicher Haupttreiber der weltweit dynamisch steigenden Nachfrage nach Windenergieanlagen sind die niedrigen und somit wettbewerbsfähigen Stromgestehungskosten der Windenergie. Diese liegen vor allem in windreichen Regionen unter den Kosten neuer konventioneller Erzeugungskapazitäten. Die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöste Kostenexplosion und Knappheit bei fossilen Energieträgern hat die relative Wettbewerbsfähigkeit der Windenergie strukturell und nachhaltig zusätzlich verbessert, obwohl die kurzfristig ebenfalls stark gestiegenen Kosten für Material und Logistik zunächst einen Teil des gewonnen Vorteils absorbieren. Für moderne Onshore-Windenergieanlagen sprechen somit Vorteile in Bezug auf Ökologie und Ökonomie. Diese Aspekte spielen sowohl in Industrie- als auch in Schwellen- und Entwicklungsländern eine wichtige Rolle. Das globale Wachstum der Windenergiebranche basiert überwiegend auf dem Neubau von Windenergieanlagen bzw. -parks. Außerdem werden bestehende alte Anlagen, die ihren Lebenszyklus durchlaufen haben, vollständig rückgebaut und durch moderne, effizientere Turbinen ersetzt (Repowering). Ausgehend von den Pionierländern der Windenergie in Europa und Nordamerika erreichen immer mehr Windparks an Land den Zeitpunkt, an dem sie ersetzt und auf den technologisch und wirtschaftlich neuesten Stand gebracht werden müssen. Aufgrund der bedeutenden Technologiefortschritte, die in den letzten Jahrzehnten gemacht wurden, ist das Repowering von Onshore-Anlagen mit Blick auf Effizienz und Profitabilität der Stromerzeugung sinnvoll und für die Energiewende unverzichtbar. Es wird daher zukünftig an Bedeutung gewinnen. Die Nordex Group hat bereits Windenergieanlagen in über 40 Ländern installiert und sieht sich auf den international attraktivsten Windmärkten gut aufgestellt. In allen Kernmärkten verfügt sie über eigene Vertriebs- und Serviceorganisationen. Diese Länder befinden sich überwiegend in Europa sowie Nord- und Südamerika. Hier nutzt Nordex gezielt die bereits etablierte, starke Marktpräsenz, um für sich weitere Wachstumspotenziale bei und mit den Kunden zu heben. Darüber hinaus ist das Unternehmen auch in Australien und Südafrika aktiv und nutzt Indien als Produktionshub. Die zentrale Vertriebsorganisation arbeitet kontinuierlich Chancen in neuen, bisher noch nicht von der Nordex Group bedienten Märkten heraus. Die gezielte regionale Expansion in attraktive neue Märkte ist ebenfalls ein wichtiger Teil der Wachstumsstrategie. Wichtige Märkte der Nordex Group
Wettbewerber der Nordex Group sind Anbieter aus Europa und den USA, die oftmals im Zuge des Konsolidierungsprozesses der Branche in den zurückliegenden Jahren entstanden sind. In den wichtigen Märkten der Gruppe (siehe Abbildung) sind dies insbesondere Vestas, Siemens Gamesa und General Electric. Gemäß dem Ranking von Wood Mackenzie war die Nordex Group im Jahr 2022 weltweit der drittgrößte Hersteller von Windenergieanlagen außerhalb Chinas. Dabei erzielte das Unternehmen in den Kernmärkten, in denen es regelmäßig Windenergieanlagen installiert, überwiegend zweistellige Marktanteile. Standorte, Produkte und DienstleistungenDie Hauptverwaltung der Nordex Group befindet sich in Hamburg. Hier sind neben den Zentralfunktionen auch Teile der Entwicklung, des Einkaufs, des Projektmanagements, des Servicebereichs und des Vertriebs angesiedelt. Am Standort Rostock werden Maschinenhäuser entwickelt und gefertigt sowie Rotorblätter entwickelt. In Spanien befinden sich am Standort Pamplona weitere Verwaltungs- und Entwicklungsfunktionen sowie ein Werk für die Montage von Maschinenhäusern (Barásoain), eines für die Produktion von Rotorblättern (Lumbier) sowie eine Turmproduktion. In Indien werden Maschinenhäuser und Rotorblätter für internationale Märkte produziert. Darüber hinaus baut die Nordex Group seit 2022 eine weitere Produktion für Maschinenhäuser in China über einen lokalen Partner auf. Mit Fokus auf den brasilianischen Markt werden dort lokal Maschinenhäuser und Betontürme gefertigt. Die Rotorblattproduktion in Mexiko (Matamoros) lässt Nordex seit Juli 2021 im Rahmen einer neuen Partnerschaft durch den US-Hersteller TPI sicherstellen. Diese Kooperation ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt. Darüber hinaus fertigen Subunternehmer in weiteren Ländern Betontürme für Nordex. Das Montagewerk in den USA (West Branch) ist weiterhin nicht aktiv, die Wiederaufnahme des Betriebs wird aber geprüft. Eine effiziente Zuliefererstruktur und Logistikkette bilden im Zusammenspiel mit den eigenen Werken die Grundlage, um in allen Zielmärkten wettbewerbsfähige Windenergieanlagen anbieten zu können. Dieses System entwickelt die Nordex Group kontinuierlich weiter und passt es flexibel an sich wandelnde Märkte an. Der strategisch wichtige Aufbau einer integrierten Lieferkette wird derzeit in Asien systematisch vorangetrieben. Ziel ist es mit dem Netzwerk eigener Produktionsstätten und Partnern in Europa, Amerika und Asien unsere Kunden in europäischen und internationalen Märkten kostengünstig und zuverlässig zu bedienen. Dies ist eine Voraussetzung, um an den attraktiven Expansionspotenzialen in neuen Märkten zu partizipieren und nachhaltig profitabel zu wachsen. Die Nordex Group bietet den Kunden weltweit für jede Windstärke und die meisten Klimazonen die technisch und wirtschaftlich passenden Onshore-Windenergieanlagen der Multi-Megawatt-Klasse auf modularer Basis. Mit seinem Produktportfolio ist der Konzern in der Lage, Lösungen sowohl für Märkte mit begrenzter Netzverfügbarkeit wie Lateinamerika als auch für Märkte mit begrenzter Landverfügbarkeit wie Mitteleuropa bereitzustellen. Den Kunden wird ein umfangreiches Projektmanagement angeboten, das die Errichtung der Anlage bzw. des Windparks bis hin zu schlüsselfertigen Lösungen beinhalten kann. Die Dienstleistungen beinhalten die gesamte Betreuung der Anlage und umfassen etwa die Fernüberwachung, die regelmäßige Wartung und individuelle oder standardisierte Modernisierungen von Windenergieanlagen. In ausgewählten Märkten ist die Nordex Group auch in der vorgelagerten Projektentwicklung tätig. Zur Vertriebsunterstützung berät der Finanzbereich des Unternehmens Kunden bei der Projektfinanzierung über nationale und internationale Geschäftsbanken. Somit ist die Nordex Group als integrierter Komplettanbieter aufgestellt. Nordex-Windenergieanlage der Delta4000-Baureihe
Das Kernprodukt der Nordex Group ist die hocheffiziente Delta4000-Baureihe mit ihren Turbinenvarianten in der4-MW-, der 5-MW- und der 6-MW+-Klasse. Im Jahr 2022 entfielen 86 % des Auftragseingangs auf die variable Delta4000-Serie. Die Anlagen der Delta4000 Serie werden weltweit angeboten und befinden sich bereits auf dem europäischen, nord- und südamerikanischen sowie australischen Kontinent im Betrieb. Die zurzeit acht unterschiedlichen Turbinentypen decken alle Windklassen ab und sind in ihrer jeweiligen Spezifikation für den weltweiten Einsatz geeignet. Neben niedrigem Stromgestehungskosten zeichnen sich die Turbinenversionen der Delta4000-Serie vor allem durch ihre Flexibilität im Hinblick auf standortspezifische Anforderungen aus. Je nach Kundenanforderung werden die Anlagen auch mit dem speziellen Nordex-Rotorblatt-Enteisungssystem, der Kaltklimavariante oder einer bedarfsgerechten Flugbefeuerung ausgestattet. Die verbleibenden 14 % des Auftragseingangs umfassen Turbinen der 3-MW-Klasse. Diese runden das Portfolio nach unten hin ab, wo die Delta4000-Turbinen aufgrund Ihrer Leistung in bestimmten Projekten bzw. Märkten nicht zum Zuge kommen. Produktportfolio WindturbinenBewährte Plattformen und Komponenten, leistungsstarke Produkte
Die Nordex Group entwickelt und testet die Rotorblätter ihrer Windenergieanlagen, lässt sie zertifizieren und fertigt sie zum Teil in ihren eigenen Werken selbst bzw. lässt sie nach ihren Vorgaben bei Produktionspartnern herstellen. Die Rotorblätter zeichnen sich durch besonders geringe Schallemissionen für das gesamte Anlagenportfolio aus. Um in den globalen Windmärkten eine optimale Energieausbeute zu erzielen, bietet Nordex für seine Produktplattformen unterschiedliche Turmvarianten als Stahlrohrtürme, Betontürme und Hybridtürme aus Stahl und Beton mit Nabenhöhen von bis zu 179 Metern an. Der Servicebereich der Nordex Group stellt für die Kunden den zuverlässigen und wirtschaftlichen Betrieb der leistungsstarken Windenergieanlagen sicher. Weltweit werden dazu 352 Serviceniederlassungen betrieben. Über dieses Netz von Standorten werden die Dienstleistungen direkt in den installierten und an den Kunden übergebenen Windparks erbracht. Die entsprechenden Dienstleistungsverträge sichern und optimieren die Stromproduktionserträge der Nordex-Kunden durch die Maximierung der Verfügbarkeiten. Der Nordex-Service bietet den Kunden ein breites Spektrum an Dienstleistungen an. Dieses umfasst Komplettlösungen von der 24-Stunden-Fernüberwachung über präventive Wartungen und Kundentrainings bis hin zu vollständigen Modernisierungen von Windenergieanlagen. Die Nordex Group bietet standardisierte Serviceverträge mit unterschiedlichen Leistungsumfängen an, die Kunden in der Regel langfristig und in einigen Fällen sogar für Laufzeiten bis zu 30 Jahren abschließen. Die Kunden können im Wesentlichen drei Vertragspakete wählen. Der "Premium"-Vertrag deckt Wartungen und Instandsetzung, die Fernüberwachung und eine zeitbasierte Verfügbarkeitsgewährleistung ab. Der "Premium Plus"-Vertrag erweitert diese Leistungen um eine produktionsbasierte Verfügbarkeitsgewährleistung. Im "Premium Light"-Vertrag sind die Instandsetzung und der Ersatz bestimmter Großkomponenten der Windenergieanlagen separat zu vergüten. Kunden und WertschöpfungsketteDie Nordex Group verfügt über einen umfangreichen Kundenstamm. Dieser erstreckt sich von großen, international tätigen Energieversorgungsunternehmen und unabhängigen Stromproduzenten (Independent Power Producer, IPP) bis hin zu mittelständischen Projektentwicklern, Stadtwerken und Bürgerwindparks oder Energiegenossenschaften. Außerdem zählen vermehrt Eigenerzeuger aus Industrie, Handel und der IT-Branche sowie Finanzinvestoren wie Versicherungen und Pensionskassen zu den Kunden. Im Jahr 2022 machten die zehn größten Einzelkunden rund 45 % des Auftragseingangs aus. Zu ihnen gehören einige der weltweit größten Betreiber und Entwickler im Bereich der erneuerbaren Energien, deren globale Bedeutung seit einigen Jahren stetig zunimmt. Ferner gehören auch Unternehmen des Öl- und Gassektors, welche die Nordex Group bei ihren ehrgeizigen Zielen zum Ausbau regenerativer Energiequellen unterstützt. Alle Schlüssel- bzw. Großkunden werden durch ein Key Account Management betreut, um eine enge Kooperation zu gewährleisten und die erfolgreiche Abwicklung der globalen Projekte sicherzustellen. Das weitere Auftragsvolumen verteilt sich auf zahlreiche der zuvor genannten Kundengruppen und verdeutlicht die globale Aufstellung der Nordex Group. Die Wertschöpfungskette beginnt mit der Entwicklung effizienter, wettbewerbsfähiger Windenergieanlagen, die der Vertriebsbereich der Nordex Group den Kunden global anbietet. Neue Windparkprojekte werden weltweit überwiegend im Rahmen von Auktionsverfahren vergeben. Die Nordex Group unterstützt ihre Kunden frühzeitig im Vorfeld der Auktionen, um individuelle Lösungen zu erarbeiten und den Kunden eine erfolgreiche Projektvergabe zu sichern. Nach der Auftragsvergabe folgt die eigene Produktion, deren Kern in der Montage der Maschinenhäuser und Naben sowie der Fertigung eines Teils der Rotorblätter liegt. Weitere Rotorblätter werden nach Nordex-Design und -Vorgaben bei unabhängigen Blattproduzenten hergestellt. Vor allem bei Großprojekten in Spanien und Schwellenländern produziert die Nordex Group Betontürme. Logistisch vorteilhaft gewährleistet dieses System qualitativ hochwertige, kostengünstige Türme und ermöglicht lokale Wertschöpfung und Beschäftigung. Die meisten Anlagenkomponenten, insbesondere Getriebe, Umrichter und Generatoren, werden zugeliefert und über ein weltweites Beschaffungsnetzwerk eingekauft. Die Errichtung eines Windparks dauert abhängig von seiner Größe, dem spezifischen Standort und einer Vielzahl weiterer Faktoren üblicherweise etwa zwölf bis 18 Monate. In besonderen Fällen können einzelne Projekte abweichend dazu in nur neun Monaten realisiert werden, während andere gegebenenfalls einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren oder etwas länger erfordern. Beeinträchtigt durch instabile Lieferketten infolge der Null-Covid-Politik in China sowie das vorsorgliche Abschalten der IT-Systeme nach dem Cyber-Sicherheitsvorfall konnten im Jahr 2022 trotz eng abgestimmter Maßnahmen Projektverzögerungen teilweise nicht verhindert werden. Die Nordex Group stellt das Projektmanagement sämtlicher Aktivitäten von der Installation bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe und Inbetriebnahme der Windparks trotzdem auch in schwierigen Zeiten sicher und führt die Arbeiten mit eigenen Teams und Drittanbietern aus. Wie im Anlagenbau wegen der langen Zeitspanne von der Auftragsvergabe bis zur Übergabe der Anlage an den Kunden üblich, erhält die Nordex Group bei Auftragsvergabe eine Anzahlung. Die weiteren Zahlungsströme richten sich im Wesentlichen nach Meilensteinen bei der Errichtung der Windenergieanlage bzw. nach den angefallenen Kosten im Laufe des Projekts. Der letzte Schritt in der Wertschöpfungskette ist der Service für die installierten Windenergieanlagen. Der Konzern stellt hier umfassende technische Betreuungsdienstleistungen für den laufenden Betrieb der Anlagen zur Verfügung. Die Serviceverträge werden meist über viele Jahre abgeschlossen und stellen somit ein wichtiges Element zur Kundenbindung dar. Im Vergleich zu dem eher schwankungsanfälligen Projektgeschäft zeichnet sich dieser Bereich durch hohe Stabilität und kontinuierliche Zahlungsströme aus. Flankiert wird die Wertschöpfung in ausgewählten Märkten durch die vorgelagerte Projektentwicklung. Hier entwickelt Nordex ein eigenes Portfolio an Windparkprojekten, teilweise von der ersten Entwicklungsstufe an ("Greenfield- Development"). Die ausschließlich mit eigenen Turbinen umgesetzten Projekte werden an Kunden bzw. Investoren weiterverkauft und stellen einen weiteren Absatzkanal dar. Die derzeitige Projektpipeline konzentriert sich auf außereuropäische Aktivitäten, vor allem in Lateinamerika, Südafrika und Indien; allerdings sind diese Aktivitäten aktuell als nachrangig zu bewerten. Es ist aber grundsätzlich geplant, das Projektentwicklungsgeschäft schrittweise regional auszubauen. UNTERNEHMENSSTRATEGIE UND STEUERUNG Mission und VisionDer Klimawandel und damit verbundene Klimaschutz gehören zu den gegenwärtig größten und wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit. Die Windenergie ist dabei eine Schlüsseltechnologie zur CO 2-neutralen, klimaschonenden Stromerzeugung. Durch die Wende hin zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen kann die globale Erwärmung aufgehalten werden. Im Gegensatz zu konventionellen Energieträgern ist Wind nahezu überall verfügbar und kann daher einen entscheidenden Beitrag zu Energiestabilität und Energieunabhängigkeit leisten. Die Nordex Group ist bereits heute wesentlicher Teil dieser Transformation zu einer nachhaltigen Stromerzeugung und gestaltet diese aktiv mit. Daher besteht die Mission darin, die dazu passenden Anlagen zu entwickeln und zu liefern, um den globalen Energiebedarf mit regenerativen Quellen zu decken. Vor diesem Hintergrund entwickelt die Nordex Group ihre Produkte und Dienstleistungen kontinuierlich weiter und verbessert diese stetig. Zentrales Anliegen ist es dabei, einen nachhaltigen Wert für Kunden, Mitarbeiter, Anteilseigner und Stakeholder wie die öffentliche Gesellschaft zu schaffen. Nachhaltigkeit ist in ökologischer Hinsicht ein zentraler Wert für das Unternehmen und bestimmt folglich das gesamte Handeln der Nordex Group und geht damit über ein umweltfreundliches und Produkt- und Dienstleistungsangebot hinaus. UnternehmensstrategieDie Entwicklung, Herstellung und Wartung von Windenergieanlagen ist das Kerngeschäft und die Kernkompetenz der Nordex Group. Seit jeher ist die Nordex Group davon überzeugt, dass Windenergie einen entscheidenden Beitrag zu Dekarbonisierung der Energieversorgung und damit der Bekämpfung des Klimawandels leistet und dass langfristig eine vollständig erneuerbare Energieversorgung möglich ist. Dies drückt sich auch in der Vision des Unternehmens aus, dass die Produkte und Dienstleistungen der Nordex Group einen wichtigen Beitrag für einen saubereren und friedlicheren Planeten leisten. Nordex konzentriert sich auf das Segment Onshore-Wind. Das Unternehmen ist sowohl in der Produktion und Beschaffung als auch im Vertrieb und Service bei Projekten jeder Größenordnung weltweit präsent. Das Unternehmen fokussiert sich auf technologiegetriebene, profitable und offene Märkte, weshalb China als einziger Volumenmarkt nicht zum Vertriebsgebiet gehört. Dieses klar definierte Profil bildet auch zukünftig die Grundlage für die unternehmerische Ausrichtung. Die Märkte werden aber auch zukünftig nicht unerheblich durch politische Entscheidungen beeinflusst, die die Nachfrage temporär spürbar schwanken lassen können, z. B. durch das Auflegen, Umstellen oder Auslaufen von Förderprogrammen oder gesetzlichen Vorgaben. Dies bedeutet für alle Marktteilnehmer eine große Herausforderung in Bezug auf die Anpassungsfähigkeit der Unternehmensorganisation. Die Nordex Group ist mit ihrer internationalen und weltoffenen, zugleich aber auch mittelständisch geprägten Unternehmensphilosophie sehr flexibel, um sich schnell auf neue Gegebenheiten einzustellen. Diese Beweglichkeit ist ein strategisches Kernelement der Nordex Group. Gleichzeitig ist das Unternehmen groß genug und ausreichend global diversifiziert, um Schwankungen in einzelnen Märkten weitgehend ausgleichen zu können. Trotz der in den letzten Jahren sehr herausfordernden äußeren Einflüsse auf das operative Geschäft, etwa dem Marktumbruch durch neue Förder- und Projektvergabesysteme, die Corona-Pandemie, tarifäre Handelshemmnisse, aber auch extreme Preisanstiege bei verschiedenen Rohstoffen und Dienstleistungen wie Seefrachten, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine, hat die Nordex Group deutliche strategische Fortschritte erzielt: Die Delta4000-Plattform, mit inzwischen acht verschiedenen Produktvarianten im Leistungsspektrum von 4 MW bis zu 6 MW+, wurde erfolgreich entwickelt und wird kontinuierlich technisch verbessert. Dazu hat die Nordex Group ihre Lieferkette konsequent auf die Anforderungen an ein global agierendes Unternehmen ausgerichtet. Zudem konnte die Finanzierungsstruktur 2022 noch einmal gestärkt werden. Damit hat das Unternehmen wesentliche Voraussetzungen geschaffen, um künftig die attraktiven Marktchancen und die operativen Potenziale für eine nachhaltig höhere Profitabilität besser heben zu können. Bei der Formulierung der Strategie und der Ausführung der Aktivitäten lässt sich das Unternehmen seit jeher von seinen zentralen Werten leiten: Integrität, Kollegialität, Respekt und die übergreifende Übernahme von Verantwortung. Diese Werte bestimmen die DNA von Nordex. Sie prägen die Kultur, mit der die Menschen bei Nordex zusammenarbeiten, und fließen damit in das gesamte Handeln des Unternehmens ein. Der Vorstand der Nordex Group hat die Unternehmensstrategie basierend auf den bereits kommunizierten strategischen Zielen im Berichtsjahr konkretisiert und bestätigt:
Diese Ziele basieren auf verschiedenen für die Nordex Group relevanten externen und internen Treibern. Da die Strategie immer auf die Entwicklung des Umfeldes reagieren muss, beobachtet die Nordex Group politische Entwicklungen und die Veränderung von Märkten sehr genau. Die externen Treiber können jedoch nur sehr begrenzt beeinflusst werden, werden aber aufmerksam verfolgt. Daher fokussiert sich das Unternehmen bei der Erreichung seiner Ziele auf die internen Treiber, um das Unternehmen für die Herausforderungen des Wettbewerbs gut aufzustellen. Die Erreichung der ökonomischen Ziele findet durchgehend in Übereinstimmung und verknüpft mit den Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie der Nordex Group statt. Ohne eine effiziente Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele des Konzerns ist auch kein dauerhafter wirtschaftlicher Erfolg denkbar. Die unternehmerische Verantwortung der Nordex Group wird im nachfolgenden Abschnitt erläutert, die ausführliche Darstellung der Nachhaltigkeitsstrategie enthält der separate Nachhaltigkeitsbericht 2022. Zu den externen Treibern und Langfristfaktoren zählt der weltweit unumkehrbare Trend hin zu einer regenerativen Energieerzeugung. Die Bedeutung des Klimawandels ist auch in Zeiten der Corona-Krise im Bewusstsein der Menschen und wichtiger Entscheidungsträger in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen. Weltweit haben sich zahlreiche Länder ehrgeizige Klimaziele gesetzt und investieren in eine klimafreundlichere Infrastruktur, deren Kern die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen ist. Für die Nordex Group sind verschiedene klimapolitische Konzepte und gesetzliche Vorgaben der Europäischen Union (EU) und der USA von besonders großer Bedeutung. Mit der Rückkehr der USA zum Pariser Klimaabkommen und dem im Berichtsjahr verabschiedeten Inflation Reduction Act ist wieder mehr positives Momentum für erneuerbare Energien entstanden. In der EU zählen der Weg zur Klimaneutralität bis 2050 sowie der European Green Deal zu den wichtigen Impulsen. Die neue deutsche Regierung hat bereits kurz nach Amtsantritt die Ambitionen zum Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland deutlich erhöht. Wichtigste Treiber für die Erreichung der Mittelfristziele
Ein zusätzlicher Baustein, der die Marktentwicklung in dem für die Nordex Group relevanten Bereich der Windparks an Land beleben und treiben wird, ist das sogenannte Repowering. Allein in Deutschland werden laut dem Bundesverband WindEnergie (BWE) bis 2025 jährlich ca. 2.400 MW aus der Förderung fallen und zum großen Teil auch das Ende der technischen Nutzungsdauer erreichen. Sie müssen vollständig zurückgebaut und dann durch moderne, wesentlich effizientere Anlagen ersetzt werden. Auf derselben Fläche kann die Stromerzeugung dann mit einer geringeren Anzahl an größeren Neuanlagen um ein Vielfaches gesteigert werden. Mit der Delta4000-Plattform eröffnen sich für Nordex hier attraktive Chancen. Erhebliches Potenzial für Repowering besteht mittelfristig außerdem unter anderem in den USA, Dänemark, Spanien und Indien. Neben diesen externen Makro- und Langfristtreibern, die der Nordex Group große Marktchancen eröffnen und die Nachfrage stimulieren sollen, setzt das Unternehmen insbesondere auf eigene Stärken und interne Verbesserungspotenziale, um die angestrebten strategischen Ziele zu erreichen. Strategisch und operativ werden dabei die folgenden vier Themenbereiche in den Fokus genommen, um das angestrebte profitable Wachstum des Konzerns in den kommenden Jahren umzusetzen:
Der konsequente Fokus auf diese vier Elemente versetzt die Nordex Group in die Lage, ihre Marktchancen zu nutzen und den Umsatz, aber auch vor allem die Ertragskraft erheblich und nachhaltig zu steigern. Dies skizziert zugleich den Pfad hin zu den angestrebten Mittelfristzielen und für das Ziel einer nachhaltig profitableren Organisation. Strategiekontrolle und -implementierungDer Fokus der Unternehmensstrategie liegt weiterhin auf der Verbesserung der Profitabilität. Dafür hat das Unternehmen einige der bestehenden Initiativen bestätigt und weitergeführt, einige neue zusätzlich definiert und gestartet. Bestehende und neue strategische Initiativen wurden 2022 unter dem Dach des unternehmensweiten Verbesserungsprogramms gebündelt, das im Geschäftsjahr 2022 ohne wesentliche Änderungen weitergeführt wurde. Hierbei lag der Fokus unter anderem auf der Effizienzsteigerung von Prozessen im Service, Neuverhandlungen mit Lieferanten bei Türmen und Verbesserung der Auslastung in der Blattproduktion. Alle Initiativen werden von Mitgliedern des Nordex-Managements verantwortet. Ein internes Team von erfahrenen Führungskräften leitet das Programm, unterstützt die einzelnen Initiativen und macht den Fortschritt transparent. Um die Zielerreichung sicherzustellen, finden regelmäßige Treffen des Steering-Komitees mit dem Vorstand statt. Alle strategischen Initiativen sind auf eine erfolgreiche Entwicklung der Nordex Group ausgerichtet. Dies bedeutet, darauf fokussiert, die Position des Unternehmens im globalen Wettbewerb weiter zu festigen und somit auch den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern. Der Erfolg dieser Entwicklung wird über bestimmte finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen gemessen, die wiederum bei der anreizbasierten Vergütung des Managements berücksichtigt werden. Auf diese Weise stellt das Unternehmen eine dauerhafte und erfolgreiche Implementierung seiner Strategie sicher. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen im Dezember 2021 ein Aktienoptionsprogramm eingeführt, um Führungskräfte (unterhalb der Vorstandsebene) am Erfolg zu beteiligen und langfristig an das Unternehmen zu binden. Dieses Programm ist auf vier Jahre angelegt und sieht eine vierjährige Zeit bis zu einer Ausübung der Optionen vor. FinanzstrategieDas Finanzmanagement der Nordex Group zielt insbesondere auf die Sicherung der Liquidität und die jederzeitige Finanzierungssicherheit des Unternehmens ab. Die zentrale Steuerungsgröße ist dabei das Working Capital, das die Summe aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Vertragsvermögenswerten aus Projekten und den Vorräten abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten umfasst. Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung der letzten Jahre kommt dem Finanzmanagement der Nordex Group besondere Bedeutung zu. Im Fokus stehen vor allem das Sicherstellen der Liquidität sowie die dauerhafte Finanzierungssicherheit des Unternehmens. Hierfür werden im Konzernverbund die Tochtergesellschaften weitestgehend über ein Konzept des Inhouse Bankings und Inhouse Fundings mit Liquidität ausgestattet. Die Liquidität wird zentral über das Headquarter gesteuert, um Kontrahentenrisiken und Währungsrisiken aktiv zu managen. Eine zentrale Steuerungsgröße stellt dabei das Working Capital dar. Das Unternehmen strebt grundsätzlich an, die laufenden Investitionen in Sachanlagen aus dem operativen Cashflow zu finanzieren. Zum Ende des Jahres 2022 beliefen sich die liquiden Mittel auf EUR 633,5 Mio. Die Nordex Group hat das Jahr 2022 genutzt, um ihre Finanzstruktur zu stärken und hat dazu Mitte des Jahres zwei Kapitalerhöhungen durchgeführt. Die erste Kapitalerhöhung in Höhe von knapp 10 % des Grundkapitals erzielte einen Brutto-Emissionserlös von gut EUR 139 Mio. Ergänzend wurde im Juli eine zweite Kapitalerhöhung im Umfang von gut 20 % des neuen Grundkapitals durch eine vorab vollständig gesicherte Bezugsrechtskapitalerhöhung gegen Bareinlage platziert. Damit wurde ein Bruttoerlös von ca. EUR 212 Mio. generiert Beide Transkationen erfolgten vor allem aufgrund des Krieges in der Ukraine und der damit einhergehenden direkten und indirekten Kostenbelastung des Unternehmens. Zudem konnte in einem schwierigen Marktumfeld mit der höheren Eigenkapitalquote weiteres Kundenvertrauen gewonnen werden. Darüber hinaus hat das Unternehmen ein Gesellschafterdarlehen mit der Acciona, S.A. Diese Maßnahme wurde vielmehr dazu aufgelegt, um die im Jahr 2023 auslaufende Unternehmensanleihe zu refinanzieren. Die gesicherte kurz- und mittelfristige Finanzierung, die weiter gestärkte Kapitalstruktur sowie der Cashflow und die verfügbare Liquidität gewährleisten die Handlungsfähigkeit der Nordex Group in einem anspruchsvollen Marktumfeld und sichern das geplante beschleunigte Wachstum und die Initiativen zur Verbesserung von Effizienz und Profitabilität ab. SteuerungssystemDie Nordex Group steuert den gesamten Konzern und ihre operativen Organisationseinheiten auf Basis von finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen. Dabei bilden alle Leistungsindikatoren gemeinsam die Basis für das Berichtswesen gegenüber dem Management, Vorstand, Aufsichtsrat und Anteilseignern. Sie werden ferner für die anreizbasierte Vergütung genutzt. Auf Konzernebene sind die wichtigsten Leistungsindikatoren:
Diese Leistungsindikatoren werden zum Teil nur für den Konzern und nicht für die Segmente erhoben, weil eine Teilung nicht sinnvoll ist bzw. die Aussagekraft des Leistungsindikators ihre Bedeutung verliert. Sie ermöglichen zusammen eine gründliche Beurteilung der aktuellen und auch zukünftigen Unternehmensentwicklung. Darüber hinaus verschaffen sie einen zusammenfassenden Überblick über den Kapitalbedarf des Konzerns. Ferner nutzt das Unternehmen zusätzliche spezifizierende finanzielle Kennzahlen, um die Entwicklung der Auftragslage und der Vermögens- und Ertragslage zu untersuchen. In der Produktion (Produktionsleistung Turbinen bzw. Rotorblätter), im Projektmanagement (Errichtungsleistung) und beim Service (Verfügbarkeit der Anlagen) werden spezifische nichtfinanzielle Leistungsindikatoren eingesetzt. Diese Kennzahlen unterstützen den Vorstand und die Führungskräfte bei der Steuerung des Unternehmens und geben Auskunft über die aktuelle Unternehmensentwicklung. Sie sind nicht Bestandteil der extern publizierten Prognose. Weitere finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen
Die Steuerung der Nordex Group im Hinblick auf eine nachhaltige Geschäftsentwicklung ist im nachfolgenden Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung" zusammenfassend erläutert. Zugleich wird dort auf den Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens zur umfassenden Information hingewiesen. UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNGFür die Nordex Group als Hersteller von Windenergieanlagen, mit denen unter den verschiedensten Standortbedingungen weltweit immer effizienter Energie erzeugt wird, ist der Kampf für eine nachhaltige Energiewende und damit gegen den Klimawandel täglicher Antrieb und damit Grundlage des Geschäftsmodells. Das Management der Nordex Group hat ferner die Führung und Entwicklung des Unternehmens nachhaltig ausgerichtet und ihre relevanten Ziele und Maßnahmen in der Nachhaltigkeitsstrategie 2025 festgelegt. Über ihre Aktivitäten und Fortschritte hinsichtlich Umwelt-, sozialer und Corporate-Governance (ESG)-Aspekte sowie zu dem Thema "Nachhaltige Produkte" berichtet die Nordex Group in einem eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht, der in Übereinstimmung mit der Kernoption der Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt und zeitgleich mit diesem Geschäftsbericht veröffentlicht wurde. Der im Nachhaltigkeitsbericht 2022 integrierte gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht wurde wieder im Rahmen einer betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit ("limited assurance") von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) geprüft. Dieser Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung" ergänzt den Konzernlagebericht um ausgewählte Aspekte der Unternehmenskultur, der Nachhaltigkeitsstrategie und der Struktur der Mitarbeiterschaft. Der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht gemäß § 315 b Abs. 3 HGB kann als Teil des Nachhaltigkeitsberichts 2022 auf der Internetseite der Nordex SE unter dem Link ir.nordex-online.com abgerufen werden und ist nicht Bestandteil des Konzernlageberichts. Unternehmenskultur und RegelnDie Nordex Group bekennt sich zu einem ökologisch und ökonomisch verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen und zum respektvollen Umgang mit allen Menschen, die bei der Nordex Group beschäftigt sind oder mit dem Unternehmen als Kunde, Lieferant, Dienstleister oder Aktionär zusammenarbeiten sowie mit Nachbarn und Gemeinden. Die Nordex Group hatte bereits 2015 die Abteilung Sustainability Management etabliert, um Nachhaltigkeitsmaßnahmen weiter zu entwickeln, zielgerichtet zu steuern und somit den steigenden Informationsanforderungen der Stakeholder Rechnung zu tragen. Dieser Bereich verantwortet die strategische Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsthemen und ist im ständigen Austausch mit allen Unternehmensbereichen. Die aktuelle Nachhaltigkeitsstrategie 2025 basierte auf einer umfangreichen Wesentlichkeitsanalyse, bei der sowohl interne als auch externe Stakeholder einbezogen worden sind. Sie stellt die konsequente Fortsetzung der Verfolgung von Nachhaltigkeitsthemen und -zielen dar. Detaillierte Erläuterungen zur Strategie, Zielerreichung und Maßnahmen sind im Nachhaltigkeitsbericht 2022 entlang der Fokusthemen dargestellt. Die Unternehmenskultur der Nordex Group basiert auf Werten, Grundsätzen und Verhaltensstandards, die in den allgemeinen Nordex-Leitlinien, den bereichs- und themenspezifischen Unternehmensrichtlinien und insbesondere im Verhaltenskodex der Nordex Group festgelegt sind. Dieser ist für die gesamte Nordex Group bindend und von allen Mitarbeitern in Form einer Einverständniserklärung zu unterzeichnen. In Übereinstimmung mit dem Verhaltenskodex sind die ethischen Leitlinien des UN Global Compact und der OECD handlungsleitend bei sämtlichen Aktivitäten des Unternehmens. Zudem unterliegen alle Entscheidungen bei der Nordex Group der weltweiten Achtung der Menschenrechte. Global Compliance, Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption und Diskriminierung sowie zur Förderung der Diversität sind fest im Unternehmen verankert. Dimensionen der VerantwortungDie Nordex Group priorisiert auf Basis einer umfangreichen Wesentlichkeitsanalyse die folgenden Fokusthemen im Nachhaltigkeitsmanagement:
MitarbeiterstrukturDie Mitarbeiterentwicklung im Berichtsjahr 2022 verlief zweigeteilt. Während die durchschnittliche Anzahl an festen Mitarbeitern im Berichtsjahr mit 8.866 nahezu konstant blieb, erhöhte sich der Personalbestand zum Stichtag 31. Dezember 2022 von 8.658 auf 9.111 Mitarbeiter. Dieser Anstieg ist vor allem auf das Hochfahren des Produktionsstandortes in Indien zurückzuführen. Zudem trägt der Mitarbeiteraufbau der wachsenden Anzahl der Turbinen im Service-Segment Rechnung. Folglich entfielen die Neueinstellungen vor allem in den Funktionen Produktion und Einkauf sowie Service und Vertrieb. Entwicklung Mitarbeiterzahl
Per Ende des Berichtsjahres sieht die Aufteilung in Funktionsbereiche wie folgt aus: In den Bereichen Produktion und Einkauf Rotorblätter, Maschinenhäuser und Türme waren insgesamt 33 % der Mitarbeiter tätig (2021: 30 %), in den Bereichen Service und Vertrieb zusammen 39 % (2021: 35 %). Auf die Bereiche Engineering und Projektmanagement entfielen 2022 insgesamt 18 % der Mitarbeiter (2021: 25 %). In administrativen Bereichen waren unverändert 10 % der Mitarbeiter tätig. Diese Verteilung nach Funktionsbereichen verdeutlicht die starke Technologieausrichtung des Unternehmens und die enge Kundenbindung vor allem durch den Service. Mitarbeiterverteilung nach Regionen 2022 in %
Der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft belief sich zum Jahresende 2022 wie im Vorjahr auf 16 %. Regional betrachtet verteilt sich die Belegschaft der Nordex Group wie folgt: Zum Jahresende 2022 waren 26 % der Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt, wobei der Rückgang um 9 Prozentpunkte vor allem durch die Reorganisation am Standort Rostock begründet ist. In Spanien lag der Anteil der Beschäftigten konstant bei 20 % und damit auf dem gleichen Niveau wie im übrigen Europa, auf das ebenfalls 20 % entfielen (2021: 19 %). In Nord- und Südamerika waren Ende des Berichtsjahres 18 % der Mitarbeiter der Nordex Group beschäftigt (2021: 20 %). In Asien, Afrika und Australien ist der Anteil von 6 % auf 16 % gestiegen und mit dem Hochfahren der Produktion in Indien verbunden. Mitarbeiterstruktur (ausgewählte Kennzahlen)
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGEine Stärke der globalen Windenergieindustrie ist ihre Innovationskraft als Treiber für einen stetigen technologischen Fortschritt. Mittlerweile setzt sich die Windenergie rund um den Globus weitgehend ohne staatliche Förderung im Wettbewerb mit anderen Technologien zur Energieerzeugung durch. Neben den ökologischen Vorteilen muss daher die Wirtschaftlichkeit hoch sein. Entsprechend anspruchsvoll sind die Anforderungen an Ingenieure und Technologie. Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Nordex Group sind daher effiziente Windenergieanlagen, die über ihre gesamte Nutzungsdauer eine kostengünstige Stromerzeugung ermöglichen. Die systematische und ganzheitliche Reduzierung der Stromgestehungskosten von Windenergieanlagen für alle Windklassen und für alle adressierten Märkte spielt somit eine bedeutende Rolle bei der Produktentwicklung. Ein weiterer wichtiger Teil der Entwicklungsaktivitäten ist es, die Marktfähigkeit der Produkte in Bezug auf Genehmigungs- und Netzanschlussfähigkeit in den Zielmärkten kontinuierlich zu überwachen und sicherzustellen. Die Nordex Group hat dazu ein Technologiekonzept auf Basis von Serienprodukten entwickelt, dessen Herzstück die erfolgreich etablierte Delta4000-Baureihe ist. Diese weltweit einsetzbare und je nach Anforderung flexibel variierbare Turbinenplattform ermöglicht die Stromerzeugung in den Leistungsbereichen 4 MW, 5 MW und mittlerweile auch 6 MW+. In Einzelfällen entwickelt Nordex auch projektspezifische Lösungen und Anpassungen. Die F&E-Aktivitäten umfassen auch Innovationen bei den Fertigungs-, Logistik- und Serviceprozessen sowie bei der Errichtung der Windenergieanlagen. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit liegt darüber hinaus auf der Verlängerung der Lebensdauer. Projektspezifisch werden mittlerweile Anlagenlebensdauern von 35 Jahren erreicht. Das Unternehmen beteiligt sich zudem an Projekten, die sich mit der Netzintegration erneuerbarer Energien befassen. ORGANISATION UND WESENTLICHE F&E-KENNZAHLENIm Bereich Engineering der Nordex Group waren zum Jahresende 2022 unverändert 628 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig (2021: 628 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter). Die wesentlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind in Rostock und Hamburg (Deutschland), Pamplona und Madrid (Spanien) sowie Chennai (Indien) angesiedelt. Die bilanzierten Entwicklungsaufwendungen lagen zum Stichtag 31. Dezember 2022 bei EUR 161,5 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 163,6 Mio.). Dabei wurden im Geschäftsjahr 2022 Entwicklungsaufwendungen in Höhe von EUR 34,3 Mio. (2021: EUR 35,1 Mio.) neu aktiviert. Die Zugänge umfassten vor allem die Weiterentwicklung der Delta4000-Baureihe sowie die Wasserstoff-Projektentwicklung. Enthalten sind Fremdkapitalkosten in Höhe von EUR 2,2 Mio. (2021: EUR 1,4 Mio.) zu einem Finanzierungssatz von 7,69 % (2021: 5,81 %). Im Berichtsjahr fielen darüber hinaus weitere Entwicklungsaufwendungen in Höhe von EUR 26,8 Mio. (2021: EUR 23,4 Mio.) an, die nicht die Kriterien für eine Aktivierung erfüllen und somit erfolgswirksam erfasst wurden. Die Aktivierungsquote liegt für das Berichtsjahr bei 56,13 % (2021: 59,99 %). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsaufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf EUR 33,6 Mio. (2021: EUR 38,3 Mio.). PRODUKTENTWICKLUNGDie Weiterentwicklung der Delta4000-Baureihe insbesondere im Hinblick auf künftige weitere Turbinenvarianten bildete den Schwerpunkt der Entwicklungstätigkeiten auch im Geschäftsjahr 2022. Das Highlight war die Vorstellung der neuen N175/6.X auf der Messe WindEnergy Hamburg im September 2022. Mit 175 Metern Rotordurchmesser bietet Nordex als einer der ersten westlichen Hersteller eine Windturbine in dieser Größe an. Das Besondere daran ist, dass der neue 175 Meter große Rotor größtenteils auf eine in Serie befindliche Plattform aufbaut, die bereits im Feld installiert und in Betrieb ist. Durch den großen Rotor ermöglicht diese Turbine eine besonders hohe Stromausbeute bei Schwachen- und mittleren Windgeschwindigkeiten, wodurch finanzielle Vorteile bei der Vermarktung des Stromes erzielt werden können (sogenannte "Value Capture"). Die Neu- und Weiterentwicklungsaktivitäten umfassen generell die Entwicklung und Tests neuer Rotorblatttypen, die Verwendung neuer Materialien in der Blattproduktion wie auch die Entwicklung neuer Turbinenvarianten mit erhöhter Nennleistung. Daneben setzt die Nordex Group kontinuierlich darauf, Maßnahmen zur Senkung der Stromgestehungskosten von bestehenden Turbinentypen zu implementieren. Wie alle Delta4000-Anlagen nutzt auch die N175/6.X die neueste SCADA Generation Nordex OS™ SCADA EDGE. Mithilfe dieser technischen Steuerung können zentral im Windpark oder aus der Ferne umfangreiche Funktionen zur Datenerfassung, Steuerung und Fernüberwachung genutzt werden. Dank des neuen SCADA-Systems sind unter anderem hochfrequente Daten optional per SCADA verfügbar. WIRTSCHAFTSBERICHT
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGENMakroökonomisches Umfeld 2022:Ukrainekrieg, China-Schwäche, Inflation und Zinswende zwingen die Weltwirtschaft in die KnieDie Weltwirtschaft ist 2022 durch externe Schocks ins Wanken geraten und die Dynamik hat spürbar nachgelassen. Hauptgründe waren Russlands völkerrechtswidriger Angriffskrieg in der Ukraine mit seinen weitreichenden Folgen und die strikte Null-Covid-Politik in China, durch die mit Lockdowns bedeutende Wirtschaftsmetropolen zeitweise stillgelegt und isoliert wurden. Beide Faktoren lösten zusätzliche Verwerfungen in den ohnehin gestörten Lieferketten aus. In der Folge sind die Preise für Energie, wichtige Rohstoffe und Vorprodukte drastisch gestiegen. Mit der nahezu vollständigen Einstellung russischer Gaslieferungen drohte in Westeuropa eine Energiekrise. Ferner explodierten die Preise für Lebensmittel am Weltmarkt. Durch diese Treiber stieg die Inflationsrate steil auf langjährige Höchststände. Die führenden Notenbanken haben daraufhin die Zinsen in einem engen Takt und mit großen Schritten angehoben. Um die Belastungen aus der Kostenexplosion bei Energie abzumildern und die Wirtschaft zu stabilisieren, haben viele Regierungen umfangreiche Fiskalpakete aufgelegt. Das hat die Konjunktur in Verbindung mit Corona-Nachholeffekten gestützt. Ende 2022 ist die Weltwirtschaft allerdings merklich eingeknickt. Laut dem Januar 2023 Bericht des IWF (internationaler Währungsfonds) hat sich das globale Wirtschaftswachstum 2022 auf +3,4 % abgeflacht (2021: +6,2 %). Damit war die Entwicklung schwächer als am Jahresbeginn mit +4,4 % noch erwartet. Die Schwellen- und Entwicklungsländer sind 2022 in Summe nur um 3,9 % gewachsen (2021: +6,7 %). In den Industriestaaten halbierte sich die Dynamik von +5,4 % im Vorjahr auf +2,7 %. In diesem globalen Umfeld kühlte auch die Konjunkturentwicklung in den Kernmärkten der Nordex Group zum Teil sehr deutlich ab. Zur Eindämmung der explodierenden Preisentwicklung und damit der Kaufkraftverluste hat die US-Notenbank (FED) ab März mit sieben kraftvollen Schritten die Leitzinsen auf 4,25 - 4,50 % angehoben. Nahezu alle Notenbanken weltweit folgten mit einem ebenfalls restriktiven Kurs, mit einigem Zeitverzug auch die Europäische Zentralbank (EZB). Sie hat den Leitzins zwischen Juli und Dezember 2022 in drei Schritten von null auf 2,0 % erhöht. Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar bis Oktober 2022 zunächst stark an Wert verloren, zwischenzeitlich sackte der Kurs auf unter Parität. Bis Ende 2022 setzte jedoch mit dem geänderten EZB-Kurs eine teilweise Erholung ein. Bezogen auf den Jahresendkurs 2022 von USD 1,0656 fiel der Euro-Außenwert gegenüber dem US-Dollar um 5,9 %. Der Ukrainekrieg hat weltweit zunächst zu einer massiven Preissteigerung bei Rohstoffen und fossilen Energieträgern geführt. Zwar hat sich die Preisentwicklung im Verlauf des zweiten Halbjahres entspannt und die Notierungen sind zum Teil zurückgekommen, aber trotz der globalen Konjunktureintrübung für die meisten Rohstoffe bislang nicht auf das Niveau von Februar 2022. Zum einen blieben die Unsicherheiten hoch, weil sich keine Entspannung im Krieg abzeichnete und außerdem weitere geopolitische Krisen wie China/ Taiwan in den Fokus rückten. Zum anderen waren die Sorgen um Versorgungsengpässe hoch. Nach Angaben des IWF verteuerten sich Nicht-Öl-Rohstoffe 2022 im Durchschnitt um 7,0 %. Die Preise wichtiger Rohstoffe, die für den Bau von Windenergieanlagen benötigt werden wie Stahl, Kupfer und Aluminium explodierten unmittelbar nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine und erreichten ihren Höhepunkt im Frühjahr. Im Jahresverlauf gaben die Notierungen ein Großteil des Anstiegs wieder ab. Die Nordex Group sichert sich den Preis der jeweils benötigten Rohstoffe bereits unmittelbar nach Vertragsabschluss, wobei nicht alle Rohstoffe gesichert werden können und somit ein Restrisiko verbleibt. Insofern können Schwankungen oder schnelle kurzfristige Anstiege in den Rohstoffpreisen durchaus einen Einfluss auf die Ergebnismargen haben. Die Entwicklung fossiler Energieträger sowie landesspezifischer Strompreisniveaus können generell Einfluss auf die Investitionsentscheidungen über neue Windparks oder die Ausgestaltung staatlicher Rahmenbedingungen haben. Der Überfall Russlands auf die Ukraine und die nahezu vollständige Einstellung der Öl- und Erdgaslieferungen nach Westeuropa ist ebenso wie massive Verteuerung dieser fossilen Energieträger ein Katalysator für die Energiewende und einen zukünftig forcierten Ausbau auch der Windenergie - und das weltweit. Der Ölpreis ist 2022 nochmals drastisch gestiegen. Nach Angaben des IWF sprang der Jahresdurchschnittspreis pro Barrel um 39,8% auf USD 96,81 (UK Brent, Dubai Fateh, WTI). Ebenfalls haben sich auch die Strompreise in Deutschland erheblich verteuert. So sind die Großhandelspreise für Grundlaststrom drastisch gestiegen: Der Index Epex Spot Germany lag am Jahresende 2022 mit 14,91 EUR/MWh zwar unter dem Vorjahreswert (Ende 2021: 82,58 EUR/MWh). Im Jahresdurchschnitt betrug der Preis allerdings 235,45 EUR/ MWh und lag somit fast 150 % über dem Vorjahresdurchschnitt (2021: 96,94 EUR/MWh). Politisches, rechtliches und regulatorisches Umfeld: Erhöhte Ausbauziele und IndustriepolitikRegulatorische Rahmenbedingungen bestimmen wesentlich das Geschäft der Nordex Group. Sie sind je nach Region und Land durch unterschiedliche Klimaschutzziele, spezifische nationale Regelungen und Ausbaupläne für Windkraft verschieden ausgeprägt. Dabei wirken sich häufig Impulse auf den Einsatz der Windenergie aus, beispielsweise in Form von Subventionen, Steuervergünstigungen, Gesetzesvorgaben zur regenerativen Energieerzeugung oder Minderung von Schadstoffemissionen durch fossilen Energieeinsatz. Auf globaler Ebene bilden die UN-Klimaziele den Rahmen für Anstrengungen zur Minderung von Treibhausgasemissionen und damit die Begrenzung der Erderwärmung. Aktuell ist der Energiesektor für 40 % der weltweiten Treibhausgase verantwortlich und stellt somit den größten Emissionsemittenten dar. Um diese Emissionen entsprechend der UN-Klimaziele zu senken, ist der globale Ausbau erneuerbarer Energieanlagen wie Windkraftwerke notwendig. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat die EU ihre Ausbauzeile für erneuerbare Energien deutlich erhöht. Mit dem Anfang 2022 veröffentlichen Ausbauplan RePowerEU fokussiert die EU neben einem erhöhen Ausbau der erneuerbaren Energien auch auf industriepolitische Maßnahmen zur Stärkung der Lieferketten. Neben der Debatte um eine zu starke Abhängigkeit von China sind im Laufe des Jahres auch die Maßnahmen des IRA (Inflation Reduction Act) zu Treibern der Diskussionen dazu geworden. Mit dem IRA haben die USA im August 2022 ein Gesetz beschlossen, das durch finanzielle Anreize den Ausbau erneuerbarer Energien, die Etablierung einer Wasserstoffwirtschafft und weiterer Klimaschutztechnologien fördern soll. Inzwischen wird auch auf EU-Ebene über die Schaffung von Maßnahmen mit ähnlicher Wirkung diskutiert. Grundsätzlich sind beide Entwicklungen als positiv für Nordex einzuschätzen, da sie zur Verbesserung der Rahmenbedingen der Windenergie beitragen. Hinsichtlich Förderinstrumenten ist festzuhalten, dass mittlerweile in den meisten Märkten Auktionsverfahren die staatliche Vergabe von Einspeisetarifen dominieren. Diese Auktionen sind länderspezifisch sehr unterschiedlich ausgestaltet. Generell gilt jedoch, dass sich Projektentwickler mit ihren Windparkprojekten und den für sie niedrigsten darstellbaren Stromabgabepreisen um einen Zuschlag bewerben können. Die Datenbank von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) erfasst für das Jahr 2022 weltweit 22,7 GW an Wind-Kapazitäten per Auktionsverfahren. In Europa wuchs der Gesamtmarkt von 11 GW im Vorjahr auf nunmehr 15 GW. Damit ist die EU allerdings noch weit von ihrem avisierten Ausbaupfad entfernt. Um das angestrebte Ziel für 2030 in Höhe von insgesamt 480 GW zu erreichen, wäre ein jährlicher Zubau von 36 GW notwendig, also mehr als das Doppelte des aktuellen Volumens. Das Abweichen vom Ausbaupfad zeigt sich auch deutlich in Deutschland. Die Bundesregierung hat im Jahr 2022 ambitionierte Ausbauziele verabschiedet. Bis 2030 soll die installierte Kapazität von Wind an Land auf 115 GW (58 GW Ende 2022) wachsen. Allerdings waren drei der insgesamt vier durch die Bundesnetzagentur durchgeführten Auktionen für Windenergie an Land unterzeichnet. Zu begründen ist die schwache Marktdynamik in Europa mit langwierigen Flächenausweisungs- und Genehmigungsverfahren, die das notwendige Anwachsen des Projektvolumens verzögern. Zudem war eine Zurückhaltung von Entwicklern und Investoren zu beobachten, da sich Preissteigerungen und höhere Zinsen bei gleichbleibenden Auktionspreisen nachteilig auf die Wirtschaftlichkeit von Projekten auswirkten. Darüber hinaus hat die EU-Kommission, vor dem Hintergrund steigender Energiepreise ihren Mitgliedstaaten erlaubt, beispielsweise durch Gewinnabschöpfungen am Strommarkt zu intervenieren. Trotz Begrenzung der Interventionen auf die Jahre 2022 und 2023 sorgte dieser Eingriff für zusätzliche Unsicherheit bei Marktteilnehmern. Dennoch sind mit Blick auf Flächenausweisungs- und Genehmigungsverzögerungen erste Fortschritte zu erkennen. Es darf erwartet werden, dass die EU-Mitgliedstaaten, die in den neuen Regulierungen der EU-Kommission vorgesehenen Beschleunigungsmaßnahmen umsetzen. Damit würde mittelfristig das Projektvolumen steigen und folglich eine höhere Marktdynamik in Europa auslösen. Deutschland und Frankreich haben hier beispielsweise bereits reagiert und entsprechende Maßnahmen auf den Weg gebracht. Ergänzend hat Deutschland zum Jahresende 2022 den zulässigen Höchstwert für zukünftige Ausschreibungen um 25 % erhöht, sodass dieser nun bei 7,35 ct/kWh liegt und dem veränderten Kostenumfeld Rechnung trägt. Branchenspezifische Rahmenbedingungen: Onshore Wind international meist mit großen Zuwächsen, Deutschland schöpft das Potenzial aber erneut nicht aus Weltweit befindet sich der Markt auf einem langfristigen Wachstumskurs. Der Ausbau der Windenergie spielt in immer mehr Ländern eine wichtige Rolle und schreitet daher nicht nur in den bereits seit Jahren etablierten Regionen für die Windenergieinvestitionen wie Europa fort, sondern auf allen Kontinenten außer in der Antarktis. Bei Betrachtung der Weltmarktdaten für 2022 ist jedoch zu berücksichtigen, dass der positive Basistrend verzerrt wurde, weil die größten Einzelmärkte, China und die USA, in den Jahren 2020 und 2021 durch Förderprogramme massive Booms erlebt hatten. Vergleichbar starke Sondereffekte gab es 2022 nicht. Ein Vergleich der Jahresdaten für 2022 mit 2021 ist daher teilweise nur eingeschränkt aussagekräftig. Unabhängig davon war die globale Windindustrie im dritten aufeinanderfolgenden Jahr von Corona-Verwerfungen und Störungen in den Lieferketten geprägt und damit von Projektverzögerungen. Zudem kam es durch Russlands Krieg in der Ukraine zu neuen massiven Herausforderungen. Dazu zählten die Krise auf den fossilen Energiemärkten, die auch zu Kostensteigerungen für elektrischen Strom geführt hatte, sowie eine Kostenexplosion für Rohstoffe, Vorprodukte und Logistik, der auch die Windindustrie weltweit ausgesetzt war. Zudem hat sich das Finanzierungsumfeld durch die klare Zinswende verschlechtert. Laut dem Global Wind Energy Council (GWEC) wurden in diesem Spannungsfeld die ursprünglichen Erwartungen für die globalen Neuinstallationen im Jahr 2022 zwar leicht um etwa 3 % bzw. 6 GW verfehlt. Trotzdem hat die Windindustrie laut der im November aktualisierten Vorabeinschätzung des GWEC 2022 ein neues Rekordjahr mit einer weltweiten Neuinstallation von 97,6 GW erreicht. Der globale Zubau ist im Berichtsjahr somit um 4,3 % gestiegen (Onshore- und Off-shore-Anlagen). An Land wurden dabei weltweit Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von 86,5 GW errichtet, ein Plus von 19,3 % gegenüber dem Volumen des Vorjahres. Das für die Nordex Group relevante Weltmarktvolumen, Onshore ohne China, ist 2022 gemessen an den Neuinstallationen jedoch um 3,1 % auf 40,5 GW geschrumpft. Dies ist nach Auslaufen des Booms auf die Verzerrung durch die USA zurückzuführen, wo der Zubau an Land infolge der ausgelaufenen Steuergutschriften und fehlenden Neuregelungen 2022 um 25 % auf 9,5 GW gefallen ist. Laut der GWEC-Analyse dürften die Neuinstallationen 2022 im Bereich Onshore in Europa dagegen um 15,6 % auf 16,3 GW gestiegen sein. Treiber waren hier erneut die skandinavischen Länder. Außerdem hat sich der spanische Markt mit Neuinstallationen von 1,5 GW (2021: 0,8 GW) deutlich erholt und in Frankreich war die Entwicklung mit 1,5 GW (2021: 1,2 GW) neuinstallierter Leistung positiv. In Deutschland wurden 2022 nach aktuellen Angaben des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) 551 Onshore-Windenergieanlagen mit 2,4 GW Nennleistung errichtet. Das ist ein Plus von 24,8 %. Trotzdem blieb Deutschland damit vor allem aufgrund der fehlenden Baugenehmigungen und deutlich zu langen Genehmigungsverfahren für die Errichtung von Windrädern erneut unter den Niveaus der bisherigen Spitzenjahre 2014 bis 2017 und auch unter dem eigentlich attraktiven Potenzial dieses Marktes. Lateinamerika hat laut GWEC 2022 einen neuen Onshore-Rekord erzielt. Dort wurden Neuinstallationen von 6,7 GW (2021: 5,8 GW) realisiert. Der Markt wird getrieben durch lebhafte Privatauktionen und private Stromlieferverträge (PPAs, Power Purchase Agreements) mit großen Stromabnehmern. So dürften in Brasilien 3,9 GW (2021: 3,8 GW) und Mexiko 0,8 GW (2021: 0,5 GW) Kapazitäten errichtet worden sein. In Australien sind die Neuinstallationen nach der GWEC-Analyse um 29 % auf 1,25 GW (Onshore) signifikant zurückgefallen, aber Indien hat ein sehr kräftiges Wachstum von voraussichtlich +53 % auf 2,3 GW umgesetzt, blieb aber dennoch unter den Ankündigungen der Vergangenheit. WESENTLICHE EREIGNISSE IM BERICHTSZEITRAUMDas Marktumfeld für Hersteller von Windenergieanlagen wie die Nordex Group wurde im Jahr 2022 vom völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg in der Ukraine und dessen weitreichenden Folgen sowie von den dadurch zum Teil erheblichen Störungen in den globalen Lieferketten geprägt. Weltweit und auf breiter Ebene explodierten Preise - von fossiler Energie und wichtigen Rohstoffen über industrielle Zwischenprodukte und die Logistik bis hin zu Konsumgütern und Lebensmitteln. Zur Eindämmung der Inflation haben die bedeutenden Notenbanken ihre Zinspolitik schnell und in zunächst großen Schritten gestrafft. Unter dem Druck dieser vielschichtigen Belastungen haben sich die Perspektiven für die allgemeine Konjunktur im Jahresverlauf spürbar eingetrübt, bis hin zu rezessiven Entwicklungen in wichtigen Volkswirtschaften. Vor allem die instabilen Lieferketten mit ihren Folgekosten, Engpässe an Komponenten, Projektverzögerungen sowie Kostensteigerungen in den Bereichen der Rohstoffe, Dienstleistungen und Energie haben sich negativ auf die Profitabilität der Nordex Group ausgewirkt. In diesem spürbar eingetrübten Umfeld sind verschiedene Ereignisse herauszustellen, die für das Verständnis der Geschäftsentwicklung und wirtschaftlichen Lage im Berichtsjahr 2022 wesentlich waren. Zudem belegen sie die strategische Weiterentwicklung der Nordex Group und die gestärkte finanzielle Widerstandsfähigkeit des Unternehmens. Im Einzelnen waren im Berichtsjahr 2022 folgende Ereignisse von besonderer Bedeutung für die Nordex Group und die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt: VON CYBER-ANGRIFF BETROFFEN - AKTIE ZEITWEISE AUS WICHTIGEN INDIZES GEFALLENDie Nordex Group war Ende März von einem Cyber-Sicherheitsvorfall betroffen, der sich vor allem im zweiten und teilweise auch im dritten Quartal durch Verzögerungen bei der Produktion und Installation belastend ausgewirkt hat. Außerdem kam es unter anderem zur Verschiebung der Veröffentlichung der Quartalsmitteilung zum 31. März 2022 vom 12. Mai 2022 auf den 21. Juni 2022. Somit konnte die vorgegebene Frist zu Veröffentlichung der Quartalszahlen nicht eingehalten werden. Daraufhin hat die Deutsche Börse die Aktien der Nordex SE mit Wirkung vom 20. Juni 2022 zunächst aus dem TecDAX und dem SDAX ausgeschlossen. Nach Überwindung der technischen Probleme und Wiederaufnahme der Regelberichterstattung hat die Deutsche Börse die Nordex-Aktien im September allerdings erwartungsgemäß wieder in beide Indizes aufgenommen. ANPASSUNG DER PRODUKTIONDas zunehmend herausfordernde Markt- und Wettbewerbsumfeld sowie eine Verschiebung der Nachfrage erforderten eine Anpassung der globalen Produktions- und Beschaffungsprozesse der Nordex Group. Daher hat das Unternehmen nach ausführlicher Prüfung seine Montage von Maschinenhäusern in Spanien beendet. Ferner war die Blattproduktion in Rostock trotz aller bereits eingeleiteten Maßnahmen nicht wettbewerbsfähig. Deshalb wurde die dortige Produktion von Rotorblättern Mitte 2022 eingestellt. Der Stellenabbau konnte sozialverträglich gestaltet werden. Die auch in Rostock angesiedelte Fertigung von Maschinenhäusern, Naben und Triebsträngen (DMR), das Engineering sowie die Service-Organisation werden dagegen fortgeführt. UMFANGREICHES FINANZIERUNGSPAKET ZUR STÄRKUNG DES UNTERNEHMENS REALISIERTMit dem Ziel, die Liquidität zu erhöhen, die Bilanz zu stärken und zudem das Unternehmen gegen die kurzfristigen Risiken, denen der gesamte Sektor ausgesetzt ist, abzusichern, hat die Nordex SE Mitte 2022 zwei Kapitalerhöhungen erfolgreich platziert und Emissionserlöse von zusammen rund EUR 351 Mio. brutto generiert (davon EUR 139,2 Mio. mit der ersten Emission zum 26. Juni 2022). Die erste dieser Kapitalerhöhungen in Höhe von knapp 10 % des Grundkapitals wurde im Rahmen einer Privatplatzierung ohne Bezugsrecht vollständig von der Ankeraktionärin Acciona, S.A. gezeichnet. Mit der zweiten Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht konnten weitere Aktien im Umfang von gut 20 % des neuen Grundkapitals breit platziert werden (10. Juli 2022). Der Bruttoerlös dieser Kapitalerhöhung belief sich auf EUR 211,9 Mio. Den Aktionären der Gesellschaft wurden dabei 35.923.089 neue, auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (ca. 20,4 % des bisherigen Grundkapitals) im Bezugsverhältnis von 49 :10 zum Bezugspreis von EUR 5,90 je neuer Aktie angeboten. Außerdem wurde mit der Ankeraktionärin Acciona, S.A. im Juli eine zusätzliche Darlehensvereinbarung zur Refinanzierung der 2023 fälligen Unternehmensanleihe geschlossen. Mit ihrer umfangreichen Beteiligung und Unterstützung dieses mehrteiligen Finanzierungspakets hat die Acciona, S.A. erneut ihr starkes Bekenntnis zur Nordex Group und einer positiven Entwicklung des Unternehmens bestätigt. LEBHAFTE NACHFRAGE NACH DER DELTA4000-BAUREIHE - ETABLIERUNG IN DER KLASSE 6 MW+Trotz des schwierigen Umfelds konnte Nordex in hohem Maße Aufträge für neue Anlagen gewinnen, überwiegend in Europa. Der Auftragsbestand ist 2022 weiter angewachsen. Dabei erweist sich die Delta4000-Baureihe mit kontinuierlich hoher Nachfrage als sehr wettbewerbsfähig. Zudem ist das Unternehmen mit der Etablierung in der Klasse 6 MW+ planmäßig vorangekommen. So hat Nordex bereits Anfang Januar einen Großauftrag für einen 380 MW-Windpark in Finnland erhalten. Das Projekt beinhaltet die Lieferung, Installation und Inbetriebnahme von 56 Anlagen des Typs N163 der neuesten 6.X-Variante. Im Mai wurde dann in den Niederlanden die weltweit erste Anlage des Typs N163/6.X der Delta4000-Baureihe errichtet. Im September hat Nordex dann einen neuen Rotor vorgestellt. Die Turbine des Typs N175/6.X erweitert das stark nachgefragte Delta4000-Portfolio. Der Rotordurchmesser von 175 Metern ist der größte Durchmesser im Nordex-Portfolio und ideal für schwach- und mittelstarke Windstandorte geeignet. Hier kann die neue Turbine einen Mehrertrag gegenüber den Vorgängermodellen von 7 -14 % generieren. VERKAUF NORDEX, H2 S.L.Im Laufe des Geschäftsjahres 2022 hat die Nordex SE 50 % ihrer Anteile an der Nordex, H2 S.L. an die Corporatión Eólica S.L. verkauft und damit die Beherrschung verloren. Die Gesellschaft wird aufgrund einer Vereinbarung zwischen den Anteilseignern Nordex und Acconia gemeinschaftlich geführt. Die Nordex H2, S.L. ist hauptsächlich in regional nicht begrenzten Entwicklungsprojekten im Zusammenhang mit grünem Wasserstoff tätig. ÜBERBLICK ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHRTURBINENPRODUKTION TROTZ GROSSER HERAUSFORDERUNGEN GESTEIGERTDie Nordex Group hat ihre Turbinenproduktion (in MW) im Berichtsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahresniveau trotz instabiler Lieferketten gesteigert. Vor allem die Standorte in Brasilien und Indien trugen zu dieser Entwicklung bei und sind das Ergebnis der angekündigten Anpassung des Fertigungsnetzwerks. Gegenläufig wirkten sich die Schließung eines Werks zur Montage von Maschinenhäusern in Spanien und die Beendigung der Rotorblattproduktion in Rostock in den Produktionszahlen aus. So reduzierte sich die Produktion von Rotorblättern (in Stückzahlen) im Vorjahresvergleich und führte zu einem stärkeren Rückgriff auf externe Lieferanten. Im Berichtsjahr hat die Nordex Group 1.502 Turbinen (2021: 1.480 Turbinen) produziert. Aufgrund der erneut gesteigerten durchschnittlichen Leistung der Windenergieanlagen stieg die Nennleistung der montierten Turbinen um 11,6 % auf 7.463 MW (2021: 6.686 MW). In den eigenen Werken fertigte die Nordex Group 2022 insgesamt 1.243 Rotorblätter (2021: 1.680 Blätter). Von externen Zulieferern, die die Blätter nach Nordex-Design und Nordex-Vorgaben herstellen, hat das Unternehmen 3.531 Blätter bezogen (2021: 2.822 Blätter).
INSTALLATIONEN UNTER VORJAHRESNIVEAUIm Jahr 2022 hat die Nordex Group in 19 Ländern insgesamt 1.129 Windenergieanlagen (2021: 1.619 Anlagen in 22 Ländern) mit einer Gesamtnennleistung von 5.221 MW (2021: 6.679 MW) errichtet. Diese Entwicklung ist unter anderem auf witterungsbedingte Verzögerungen, den Cyber-Sicherheitsvorfall sowie teilweise fehlende Komponenten zurückzuführen. Dabei wurden (gerechnet in MW) 74% der Anlagen in Europa (2021: 58 %), 15 % in Lateinamerika (2021: 10 %) und 10 % in den USA und damit der Berichtsregion Nordamerika (2021: 23 %) errichtet, während die verbleibenden 1 % der Installationen auf Australien (Berichtsregion "Rest der Welt", 2021: 9 %) entfielen. Bei den wichtigsten Einzelmärkten führt Deutschland mit 878 MW (2021: 431 MW) installierter Leistung. Es folgen Finnland mit 604 MW (2021: 124 MW) und Spanien mit 600 MW (2021: 204 MW). In den USA wurden 549 MW installiert, wobei der Vorjahreswert von 1.512 MW durch das Auslaufen von Steuergutschriften begünstigt wurde und daher außergewöhnlich hoch war. Weitere wichtige Märkte in Europa waren Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und die Türkei. Außerhalb von Europa spielten neben den USA vor allem Brasilien, Chile und Mexiko eine bedeutende Rolle. Im Hinblick auf die Anzahl der installierten Windräder war Deutschland mit 188 Turbinen (2021: 105 Turbinen) der weltweit wichtigste Einzelmarkt für die Nordex Group. Es folgten Spanien mit 125 Turbinen (2021: 47 Turbinen), die USA mit 118 Turbinen (2021: 329 Turbinen) und Finnland mit 109 Turbinen (2021: 25 Turbinen).
SOLIDER AUFTRAGSEINGANG UND AUFTRAGSBESTAND 2022Der Auftragseingang der Nordex Group erreichte 2022 im Segment Projekte (Turbinengeschäft) ein durchaus solides Niveau im Anbetracht des Marktumfelds. Dabei verzeichneten besonders die Turbinen der 5-MW-Klasse eine hohe Nachfrage und sorgten für ein starkes Auftragsmomentum speziell im Schlussquartal. Aus regionaler Sicht lag die Nachfrage in den europäischen Märkten unverändert auf einem hohen Niveau, während die Bestellungen in Australien 2021 von einem Großauftrag profitierten. Zudem entwickelte sich der Bedarf Lateinamerika robust, sodass die Nordex Group insgesamt vor allem in etablierten Märkten, in denen sie eine führende Position hat, Aufträge gewann. Im Segment Projekte hat die Nordex Group Aufträge aus 20 Ländern mit einem Gesamtwert von EUR 5.344 Mio. erhalten. Im Vorjahr betrug der Auftragseingang EUR 5.681 Mio. mit Bestellungen aus 22 Ländern. Dabei lag die Anzahl der bestellten Anlagen mit 1.235 Turbinen unter dem Vorjahreswert von 1.636 Windenergieanlagen. Geografisch verteilte sich das Auftragsvolumen (in EUR) 2022 wie folgt: Mit 75 % entfiel der Großteil auf Europa (2021: 64 %), 19 % auf Lateinamerika (2021: 19 %) und 6 % auf Nordamerika (2021: 8 %). Die Region "Rest der Welt" erhielt keine neuen Aufträge, während der Anteil im Vorjahr bei 9 % lag. Die wichtigsten Einzelmärkte in Europa waren Deutschland, Finnland, die Türkei sowie Polen. International waren Brasilien, Kolumbien, Kanada und die USA von großer Bedeutung. Bezogen auf die Nennleistung erzielte die Nordex Group 2022 einen Auftragseingang in Höhe von 6.326 MW. Dies steht im Vergleich zu 7.945 MW im Vorjahr, das allerdings einen Großauftrag über 1 GW aus Australien enthielt. Im Geschäftsjahr 2022 ist der durchschnittliche Anlagenpreis je Megawatt Leistung (Average Selling Price, ASP) um 16,7 % auf EUR 0,84 Mio. / MW gestiegen (2021: EUR 0,72 Mio. / MW). Dieser durchschnittliche Verkaufspreis für Turbinen hängt von zahlreichen Faktoren ab. Diese können unter anderem der unterschiedliche Leistungsumfang der Projekte, Anzahl und Typ der Turbine oder auch die Region sein. Außerdem spielt die inzwischen deutlich gestiegene Nennleistung der Turbine eine nicht unerhebliche Rolle. Insofern lässt sich auch vor dem Hintergrund gestiegener Beschaffungs- und Energiekosten aus dem ASP nicht unmittelbar ein Rückschluss auf die Profitabilität vornehmen. Die Book-to-Bill-Quote im Segment Projekte, also das Verhältnis vom Auftragseingang zum Umsatz ohne das Servicegeschäft, belief sich für das Jahr 2022 auf 1,04 und lag noch über 1,0 aber auch unter dem Vorjahreswert von 1,14. Die Nordex Group konnte ihren Bestand an festen Aufträgen im Segment Projekte in Höhe von EUR 6.177,9 Mio. um 5,8 % auf EUR 6.535,0 Mio. zum Jahresultimo 2022 steigern. Dabei teilte sich der Auftragsbestand geografisch wie folgt auf: Der größte Anteil entfiel mit 71 % erneut auf die europäischen Märkte (2021: 61 %), gefolgt von Lateinamerika mit 22 % (2021: 24 %), anschließend Nordamerika mit 4 % (2021: 7 %) sowie der Rest der Welt mit 3 % (2021: 8 %). Auftragseingang und Auftragsbestand im Segment Projekte
Im Segment Service erhöhte die Nordex Group ihren Auftragseingang um 8,4 % von EUR 624,7 Mio. auf EUR 677,2 Mio. Der Auftragseingang umfasst gleichermaßen Serviceverträge für Neuanlagen als auch Vertragsverlängerungen bei ausgelaufenen Verträgen. Der Auftragsbestand des Segments stieg im Berichtsjahr um 7,2 % weiter auf EUR 3.256 Mio. an (2021: EUR 3.037 Mio.). Nur ausgelieferte Anlagen kommen mit Zeitverzögerung von etwa einem Jahr nach Inbetriebnahme des Windparks in den Auftragsbestand. Ende 2022 betreute die Nordex Group im Service-Segment weltweit 10.599 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von 31,2 GW (31. Dezember 2021: 9.765 Anlagen entsprechend 27 GW). Die Anlagenverfügbarkeit der von der Nordex Group über Serviceverträge betreuten Anlagen lag im Jahr 2022 über alle Plattformen und Märkte hinweg nahezu konstant bei durchschnittlich 97,0% (2021: 97,1 %). SEGMENTENTWICKLUNGSeit dem Jahr 2018 berichtet die Nordex Group über die Segmente Projekte und Service. Das Segment Projekte umfasst dabei das Geschäft mit neuen Windenergieanlagen sowie die Windparkentwicklung im Bereich Nordex Development. Der Service enthält alle Tätigkeiten, die mit der Betreuung der Anlagen nach Inbetriebnahme zusammenhängen. Umsatzerlöse sowie Aufwendungen und Erträge, die den beiden Segmenten nicht eindeutig zugeordnet werden können, werden separat als "nicht zugeordnet" ausgewiesen. Im Berichtsjahr 2022 erzielten das Segment Projekte einen Umsatz von EUR 5.122,0 Mio. (2021: EUR 4.986,7 Mio.) und das Segment Service EUR 574,1 Mio. (2021: EUR 468,0 Mio.). Vor nicht zugeordneten Umsätzen und Konsolidierung trugen das Segment Projekte 90,0 % und das Segment Service 10,0 % zum Konzernumsatz bei. Eckdaten zur Segmententwicklung
1 Vorjahreswerte angepasst (siehe S.130)
VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSVERLAUFS MIT DER PROGNOSEAm 29. März 2022 hatte die Nordex Group ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2022 veröffentlicht. Dabei erwartete der Vorstand einen Konzernumsatz von EUR 5,4 bis 6,0 Mrd., wobei sich die Umsatzerlöse relativ gleichbleibend auf das Berichtsjahr verteilen sollten. Die Grundlage für die Erwartung und des damit verbundenen Umsatzanstiegs im Vergleich zum Vorjahr bildete der stark gestiegene Auftragsbestand. Die EBITDA-Marge wurde in der Bandbreite von 1,0 % bis 3,5 % prognostiziert mit einer Steigerung der Marge in der zweiten Jahreshälfte. Diese Prognose basierte auf den Annahmen eines stabilen Konjunktur- und Branchenumfeldes, der Weitergabe von Kostensteigerungen und eines weiter steigenden Anteils an Projekten der Delta4000-Plattform. Insgesamt hatte der Vorstand mit einem schwierigen Marktumfeld und einer angespannten Kostensituation gerechnet. Darüber hinaus hatte das Unternehmen auf den Konzernumsatz bezogen eine Working-Capital-Quote von unter - 7,0 % erwartet sowie mit Blick auf die Optimierung der Lieferkette und den Ausbau der globalen Produktion Investitionen von rund EUR 180 Mio. Der Auftragseingang und das Aktivitätsniveau haben einen Einfluss auf die Höhe des Working Capitals. Die ursprüngliche Prognose für 2022 hatte etwaige Kosten für Umgestaltungen in der Produktion sowie die weitreichenden geopolitische Ereignisse noch nicht enthalten. Die Nordex Group hat am 24. Mai 2022 ihre Prognose vor dem Hintergrund der zu diesem Zeitpunkt aktuellen Entwicklungen aktualisiert. So wurden im neuen Ausblick auch direkten und indirekten Effekten aus dem Krieg in der Ukraine sowie Einmalaufwendungen für die Umstrukturierung der Produktion Rechnung getragen. Darüber hinaus schloss diese aktualisierte Prognose die Lieferkettenstörungen in China als Folge von pandemiebedingten Lockdowns sowie Kosten und Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Cyber-Sicherheitsvorfall vom 31. März 2022 ein. Auf dieser Basis erwartete die Nordex Group einen Konzernumsatz von EUR 5,2 bis 5,7 Mrd. (zuvor: EUR 5,4 bis 6,0 Mrd.) und eine EBITDA-Marge von minus 4 % bis 0 % (zuvor: 1,0 % bis 3,5 %). Die Prognosen für die Investitionen (rund EUR 180 Mio.) und die Working-Capital-Quote (unter -7,0 %) blieben unverändert. Im ersten Halbjahr 2022 verlief die Geschäftsentwicklung im Rahmen der angepassten Erwartungen. Dabei stieg der Auftragseingang weiter an. Allerdings lagen die Installationen, auch infolge des Cyber-Sicherheitsvorfalls, unter dem Vorjahresniveau und schlugen sich in einem geringeren Umsatz nieder - sowohl gegenüber den Erwartungen als auch gegenüber dem Vorjahresvolumen. Das dritte Quartal war von den fortwährenden Unterbrechungen der Lieferketten, Folgekosten aus Projektverzögerungen, globalen Folgewirkungen des Ukrainekriegs sowie dem inflationären Preisumfeld und einem durch die Zinswende deutlich veränderten Finanzmarktumfeld geprägt. Um diesen neuen Einflussfaktoren zeitnah und transparent Rechnung zu tragen, hat die Nordex Group mit der Veröffentlichung der Berichterstattung des dritten Quartals erneut die Prognose für das Geschäftsjahr 2022 angepasst. Die operative Marge (EBITDA-Marge) für das Berichtsjahr wurde im November mit rund -4 % am unteren Ende der vorherigen Prognose erwartet. Die Geschäftszahlen des Jahres 2022 des Nordex-Konzerns erfüllen die neue Prognose vom 14. November 2022. Der Konzernumsatz belief sich auf EUR 5,7 Mrd. und die EBITDA-Marge auf -4,3 %. Damit erreichte der Umsatz das obere Ende des prognostizierten Korridors, während die EBITDA-Marge wie seit November erwartet lag. Der Konzern investierte insgesamt EUR 204,8 Mio. und lag damit über den prognostizierten EUR 180 Mio. Zum 31. Dezember 2022 belief sich die auf den Konzernumsatz bezogene Working-Capital-Quote auf -10,2 % und lag damit deutlich besser als die prognostizierten - 7,0 %. Übersicht prognostizierter und tatsächlicher Verlauf 2022
BEURTEILUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DURCH DEN VORSTANDNational und international war das Marktumfeld der Nordex Group auch im Berichtsjahr 2022 wettbewerbsintensiv und fordernd. In diesem Umfeld hat sich das Unternehmen erneut behauptet, konnte bei steigenden Verkaufspreisen solide Auftragslage verzeichnen und Marktanteile hinzugewinnen. Dabei haben sich die schwierige Rahmenbedingungen des Vorjahres fortgesetzt und teilweise sogar noch verstärkt. Nachdem sich die Kosten für Rohstoffe und Seefrachten zu Jahresbeginn etwas beruhigt hatten, stiegen sie in der Folge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine erneut stark an. Daneben konnten auch einige Windparkprojekte in der Ukraine nicht mehr umgesetzt werden. Dies führte zu fehlenden Umsätzen mit den entsprechenden Ergebnisbeiträgen. Ferner sorgte die stringente Null-Covid-Politik in China für Unterbrechungen der Lieferketten. Dies löste Verzögerungen von Installationen und somit Projekten aus, teilweise fehlten Komponenten. Darüber hinaus war die Nordex Group Ende März 2022 von einem Cyber-Sicherheitsvorfall betroffen, der eine drei wöchige Unterbrechung der Produktion in Rostock und Verzögerungen bei den Errichtungen, vor allem in Deutschland, zur Folge hatte. In der zweiten Jahreshälfte hatte sich die Kostensituation bei den Rohstoffen und Seefrachten wieder entspannt. Hinzu kam, dass das Unternehmen im Jahresverlauf die Verträge mit den Kunden neu verhandelt, somit umgestellt und gezielt Risiken herausgenommen hat. Dazu wurde das Kostensenkungsprogramm des Vorjahres fortgeführt. Diese sehr herausfordernde Gesamtsituation schlug sich auch in einer angespannten Kapitalstruktur nieder, sodass die Nordex Group Mitte des Jahres 2022 Kapitalmarkttransaktionen durchführen musste, um die Liquidität zu erhöhen und die Bilanzstruktur zu stärken. Dazu hat Nordex zunächst eine Kapitalerhöhung in Höhe von knapp 10 % des Grundkapitals im Rahmen einer Privatplatzierung ohne Bezugsrecht vollständig über die Ankeraktionärin Acciona, S.A. durchgeführt und einen Mittelzufluss von rund EUR 139 Mio. generiert. Bei der zweiten Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht wurden weitere Aktien im Umfang von 20 % platziert, die zu einem Bruttoerlös von gut EUR 212 Mio. führten. Darüber hinaus schloss die Nordex Group mit der Ankeraktionärin im Juli eine zusätzliche Darlehensvereinbarung ab, um die 2023 fällige Unternehmensanleihe abzulösen. Mit ihrer Plattform Delta4000 verfügt die Nordex Group über eine sehr leistungs- und wettbewerbsfähige Produktplattform mit inzwischen acht Produktvarianten, die stark nachgefragt wird und deren Anteil am gesamten Auftragseingang kontinuierlich gestiegen ist. Im Berichtsjahr belief sich der Auftragseingang auf rund 6,33 GW nach 7,95 GW im Vorjahr. Dabei erhöhte sich der Anteil der Delta4000 von 83 % im Vorjahr auf 87 % im Berichtsjahr. Die Installationen in Höhe von 5,2 GW waren rückläufig verglichen mit 6,7 GW im Vorjahr. Dies war auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen, vor allem die Witterung, der Cyber-Sicherheitsvorfall und die Unterbrechungen der Lieferkette mit ihren resultierenden Engpässen bei Komponenten. Die Produktion von Turbinen wurde mit Blick auf die hohen Lieferverpflichtungen an die Kunden von 6,7 GW auf 7,5 GW gesteigert. Der Umsatz ist von EUR 5,4 Mrd. im Vorjahr auf rund EUR 5,7 Mrd. im Berichtsjahr gewachsen und hat das obere Ende der Bandbreite, der am 14. November 2022 bestätigten Umsatzerwartung erreicht. Die operative Ergebnismarge lag mit -4,3 % im Bereich der aktualisierten Erwartungen und deutlich unter der im Vorjahr erzielten Marge von 1,0 %. Dies ist vor allem auf die schnell und im Ausmaß stark gestiegenen Kosten zurückzuführen, die das Unternehmen so nicht vollständig an die Kunden weitergeben konnte. Die Nordex Group ist mit ihrer breiten Aufstellung in allen wesentlichen Volumen- und Wachstumsmärkten für Windenergieanlagen an Land vertreten und somit von Entwicklungen in Einzelmärkten weitgehend unabhängig. Dabei fokussiert sich der Großteil des Geschäfts auf die etablierten Märkte in Europa, Nordamerika und ausgewählte Märkte in Lateinamerika, in denen Nordex eine führende Marktposition innehat. Außerdem verfügt das Unternehmen über ein großes Kundenspektrum, ein wettbewerbsfähiges Produktportfolio und eine Produktionskapazität von deutlich über 6 GW. Dazu erhält das Unternehmen starke Impulse von Seiten der Politik, da der Krieg in der Ukraine einmal mehr deutlich gemacht hat, wie wichtig eine unabhängige und saubere Energieproduktion ist. Dadurch bieten sich für das Unternehmen gute Chancen in den verschiedenen Märkten, auch wenn diese Maßnahmen noch nicht vollständig zur Entfaltung gekommen sind. Im Laufe des Geschäftsjahres 2022 hat die Nordex SE 50 % ihrer Anteile an der nicht börsennotierten Nordex H2, S.L. an die Corporatión Eólica S.L. verkauft und damit die Beherrschung verloren. Die Gesellschaft wird aufgrund einer Vereinbarung zwischen den Anteilseignern Nordex und Acconia gemeinschaftlich geführt. Die Nordex H2, S.L. ist hauptsächlich in regional nicht begrenzten Entwicklungsprojekten im Zusammenhang mit grünem Wasserstoff tätig. Vor dem Hintergrund des gegenwärtig überaus anspruchsvollen Marktumfelds beurteilt der Vorstand der Nordex SE das Geschäftsjahr 2022 als grundsätzlich zufriedenstellend und stellt fest, dass das Unternehmen auf seine weiteren Aufgaben und Herausforderungen gut vorbereitet ist. ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEERTRAGSLAGEUmsatzentwicklungDank deutlich höherer Verkaufspreise konnte der Umsatz der Nordex Group im Geschäftsjahr 2022 um 4,6 % auf EUR 5.693,6 Mio. (2021: EUR 5.444,0 Mio.) gesteigert werden. Die unterjährig angepasste Erwartung des Unternehmens wurde damit am oberen Rand erreicht. Der umsatzstärkste Einzelmarkt war Brasilien mit einem Umsatz von EUR 712,4 Mio. (2021: EUR 203,3 Mio.) und damit leicht vor Deutschland mit EUR 706,6 Mio. (2021: EUR 547,6 Mio.). Danach folgten Finnland mit EUR 531,5 Mio. (2021: EUR 211,4 Mio.), die USA mit EUR 475,0 Mio. (2021: EUR 1.020,4 Mio.). ErgebnisentwicklungDie Gesamtleistung der Nordex Group stieg im Berichtszeitraum um 18,6% stark überproportional zum Umsatz auf EUR 5.991,1 Mio. (2021: EUR 5.051,7 Mio.) und ist auf einen Bestandsaufbau von EUR 297,5 Mio. zurückzuführen, wohingegen das Vorjahr durch eine Bestandsreduzierung von EUR 392,2 Mio. geprägt war. Die Materialaufwendungen sind 2022 um 30,3% auf EUR 5.505,0 Mio. (2021: EUR 4.224,8 Mio.) gestiegen und damit stärker als die Gesamtleistung, sodass sich eine Materialaufwandsquote von 91,9 % ergab (2021: 83,6 %). Dieser starke Anstieg spiegelt die explodierten Kosten bei Rohstoffen und Logistikdienstleistungen wider, die das Unternehmen ganzjährig belastet hatten. Das Rohergebnis (Gesamtleistung abzüglich Materialaufwand) ging daher deutlich um 41,2 % auf EUR 486,0 Mio. (2021: EUR 827,0 Mio.) zurück. Die Strukturkosten (Personalaufwand sowie der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen) gingen um 9,4 % auf EUR 701,2 Mio. zurück (2021: EUR 774,3 Mio.). Dies ist im Wesentlichen auf deutlich höhere sonstige betriebliche Erträge zurückzuführen. Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen verbesserte sich auf EUR -140,1 Mio. (2021: EUR - 300,6 Mio.). Im Hinblick auf den hohen Auftragsbestand sowie die gestiegene Anzahl von Windturbinen unter Service-Vertrag hat die Nordex Group ihren Personalbestand erhöht. Der Personalaufwand erhöhte sich daher um 18,5 % auf EUR 561,1 Mio. (2021: EUR 473,7 Mio.), während der Restrukturierungsaufwand EUR 29,2 Mio. betrug. Strukturkosten
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Berichtsjahr auf EUR 418,3 Mio. (2021: EUR 113,3 Mio.) gestiegen. Positiv wirkten sich Erträge aus Devisentermingeschäften in Höhe von EUR 152,2 Mio. (2021: EUR 58,1 Mio.) sowie der Gewinn aus dem Verkauf eines Wasserstoffprojekts in Höhe von EUR 133,3 Mio. (2021: EUR 0,0 Mio.) aus. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf EUR 558,4 Mio. (2021: EUR 413,9 Mio.). Die Verluste aus Devisentermingeschäften als größter Einzelposten betrugen EUR 180,8 Mio. (2021: EUR 77,2 Mio.). Es folgen Aufwendungen für Währungskursverluste mit EUR 57,9 Mio. (2021: EUR 0,0 Mio.) sowie Reisekosten mit EUR 50,6 Mio. (2021: EUR 30,3 Mio.). Insgesamt beträgt das Nettoergebnis aus Devisentermingeschäften und Währungskurseffekten EUR 3,8 Mio. und ist damit nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (2021: EUR 4,6 Mio.). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich im Geschäftsjahr 2022 in Summe auf EUR -244,3 Mio. und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert (2021: EUR 52,7 Mio.). Daraus ergibt sich eine EBITDA-Marge in Höhe von -4,3 % (2021: 1,0 %), die in der im November 2022 angepassten Prognose von rund -4 % aber deutlich unter der ursprünglichen Erwartung in der Spanne von 1,0-3,5 % blieb. Die Prognoseanpassungen erfolgten um die direkten und indirekten Effekte aus dem Krieg in der Ukraine zu berücksichtigen und schloss Einmalaufwendungen für die Restrukturierung der Produktion sowie Kosten im Zusammenhang mit dem Cyber-Sicherheitsvorfall mit ein. Ferner beinhaltete die Prognosekonkretisierung die Unterbrechung der Lieferketten, Folgekosten aus Projektverzögerungen und das inflationäre Preisumfeld. Die Abschreibungen sind infolge der Investitionen um 14,0% auf EUR 182,4 Mio. im Berichtsjahr gestiegen (2021: EUR 160,0 Mio.). Davon entfielen EUR 4,9 Mio. (2021: EUR 8,6 Mio.) auf Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation (Purchase Price Allocation, PPA) der Akquisition von Acciona Windpower im Jahr 2016. In Summe ergaben sich im Geschäftsjahr 2022 somit ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von EUR -426,7 Mio. (2021: EUR -107,3 Mio.) und eine EBIT-Marge von - 7,5 % (2021: -2,0 %). Bereinigt um die PPA-Abschreibungen errechnet sich eine EBIT-Marge in Höhe von -7,4 % (2021: - 1,8 %). Das Finanzergebnis verbesserte sich im Berichtsjahr auf EUR -95,7 Mio. (2021: EUR -116,4 Mio.). Hierbei wirkten sich vor allem gesunkene Zinsaufwendungen aus, die aus der Wandlung des Gesellschafterdarlehens in Eigenkapital im Juli 2021 resultieren. Die Zinsaufwendungen (Zinsen und ähnliche Aufwendungen) reduzierten sich um 17,1 % auf EUR 101,8 Mio. (2021: EUR 122,7 Mio.). Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf EUR -522,4 Mio. nach EUR - 223,7 Mio. im Vorjahr. Der Steuerertrag aus latenten Steuern in Höhe von EUR 58,4 Mio. (2021: EUR 26,5 Mio.) resultiert aus der Veränderung temporärer Bilanzunterschiede sowie aus Verlust- und Zinsvorträgen. Für das Geschäftsjahr 2022 ergibt sich somit ein Konzernverlust von EUR - 497,8 Mio. (2021: Konzernverlust EUR -230,2 Mio.). Folglich lag das Ergebnis je Aktie mit EUR -2,71 unter EUR -1,68 im Vorjahr. FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE KapitalstrukturDie Bilanzsumme der Nordex Group ist zum Stichtag 31. Dezember 2022 um 15,8% auf EUR 4.756,7 Mio. gestiegen (31. Dezember 2021: EUR 4.107,6 Mio.). Auf der Aktivseite ist dies ist vor allem auf den starken Aufbau von Vorräten um 52,7 % auf EUR 1.103,2 Mio. infolge geringerer Installationen zurückzuführen, verglichen mit einem Bestand in Höhe von EUR 722,5 Mio. zum Vorjahresende. Durch gestiegene Verkaufspreispreise und die geringere Anzahl an Installationen wuchsen auch die Vertragsvermögenswerte aus Projekten deutlich von EUR 536,5 Mio. auf EUR 720,2 Mio. im Berichtsjahr. Als Folge des Vorratsaufbaus erhöhten sich auf der Passivseite die Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung deutlich auf EUR 1.519,3 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 1.032,6 Mio.). Zudem beliefen sich die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten auf EUR 354,8 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 48,4 Mio.), während die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten gegenläufig auf EUR 215,2 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 428,3 Mio.) zurückgingen. Die auslaufende Anleihe wurde aufgrund der Fristigkeit von langfristig in kurzfristig umklassifiziert. Im Jahr 2018 hatte die Nordex Group eine Anleihe im Volumen von EUR 275 Mio. mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von 6,5 % platziert. Die Refinanzierung soll im Geschäftsjahr 2023 durch ein Gesellschafterdarlehen der Acciona, S.A. erfolgen. Sowohl die Anleihe als auch das Schuldscheindarlehen wurden durch die Climate Bonds Initiative als "grünes" Finanzinstrument zertifiziert. Darüber hinaus steht der Nordex Group eine von internationalen Geschäftsbanken bereitgestellte Avalkreditlinie (Syndicated Multicurrency Guarantee Facility) in Höhe von EUR 1,41 Mrd. zur Verfügung, die insbesondere für die Stellung von Bankgarantien für das laufende Geschäft genutzt wird und die eine Barkreditlinie von EUR 100 Mio. enthält, von der EUR 21,5 Mio. in Anspruch genommen wurden. Zum 31. Dezember 2022 verfügte der Konzern über eine positive Nettoliquiditätsposition - flüssige Mittel abzüglich zinstragender Verbindlichkeiten (Bankverbindlichkeiten sowie Anleihe, Gesellschafterdarlehen und Mitarbeiteranleihe) - in Höhe von EUR 244,3 Mio. Diese Entwicklung ist auf die gestiegenen Kosten im Zusammenhang mit dem Working Capital zurückzuführen. Zum Ende des Vorjahres wurde eine Nettoliquidität in Höhe von EUR 423,7 Mio. ausgewiesen. Weitere Angaben zu den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind dem Konzernanhang zu entnehmen. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (inklusive der zukünftigen Zinszahlungen)
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (inklusive zukünftig anfallender Zinsen, ohne Devisentermingeschäfte)
Das Eigenkapital der Nordex Group belief sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 878,1 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 1.062,4 Mio.). Dabei wirkte sich das negative Konzernergebnis stärker belastend aus als die positiven Effekte aus den beiden Kapitalerhöhungen Mitte des Jahres 2022. Die erste dieser Kapitalerhöhungen in Höhe von knapp 10 % des Grundkapitals wurde im Rahmen einer Privatplatzierung ohne Bezugsrecht vollständig von der Ankeraktionärin Acciona, S.A. gezeichnet. Mit der zweiten Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht konnten weitere Aktien im Umfang von gut 20 % des neuen Grundkapitals breit platziert werden. Den Aktionären der Gesellschaft wurden dabei 35.923.089 neue, auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag im Bezugsverhältnis von 49 :10 zum Bezugspreis von EUR 5,90 je neuer Aktie angeboten. Insgesamt belief sich der Bruttoerlös aus beiden Transaktionen auf EUR 351 Mio. und erhöhte das gezeichnete Kapital von EUR 160,0 Mio. auf EUR 211,9 Mio. Die Eigenkapitalquote betrug zum Berichtsjahresende 18,5 % (31. Dezember 2021: 25,9 %). Weitere Angaben zur Entwicklung der einzelnen Eigenkapitalpositionen sind in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie im Konzernanhang zu finden. VermögensstrukturZum Bilanzstichtag beliefen sich die flüssigen Mittel der Nordex Group auf EUR 633,5 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 784,4 Mio.). Sie enthalten Kassenbestände, Sichteinlagen und Festgelder mit einer Ursprungslaufzeit von bis zu drei Monaten. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten aus Projekten sind deutlich um 27,3 % auf EUR 890,1 Mio. gestiegen (31. Dezember 2021: EUR 699,1 Mio.). Hierin spiegelt sich das erhöhte Projektvolumen wider. Die Vorräte haben sich in Hinblick auf Verzögerungen bei den Installationen deutlich erhöht. Zum 31. Dezember 2022 lag der Vorratsbestand bei EUR 1.103,2 Mio. Verglichen mit dem Bestand von EUR 722,5 Mio. zum Vorjahresende ist dies ein signifikanter Anstieg um 52,7 %. Dies hatte zwei Gründe: Zum einen verschoben sich Installationen in das nächste Kalenderjahr, die einen mengenmäßigen Aufbau zur Folge hatten. Zum anderen haben die immensen Kostensteigerungen bei Vorprodukten das Vorratsvolumen wertmäßig in die Höhe getrieben. Insgesamt stiegen die kurzfristigen Aktiva um 18,5 % auf EUR 2.961,2 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 2.499,6 Mio.). Auch die langfristigen Aktiva legten gegenüber dem Wert vom Vorjahresende mit 11,6 % auf EUR 1.795,4 Mio. stark zu (31. Dezember 2021: EUR 1.608,1 Mio.). Da die zur Sicherung des zukünftigen Wachstums getätigten Investitionen über dem Abschreibungsvolumen lagen, sind die Sachanlagen deutlich um 18,7 % auf EUR 602,0 Mio. angewachsen (31. Dezember 2021: EUR 507,0 Mio.). Der Goodwill blieb unverändert bei EUR 547,8 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 547,8 Mio.). Die aktivierten Entwicklungsaufwendungen verringerten sich um 1,2 % erneut leicht und beliefen sich auf EUR 161,5 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 163,6 Mio.). Finanzlage und LiquiditätDer operative Cashflow betrug im Geschäftsjahr 2022 EUR -350,1 Mio. (2021: EUR 127,6 Mio.) Mio. Dabei lag der Cashflow aus der Veränderung des Working Capitals bei EUR 22,9 Mio. nach EUR 263,1 Mio. im Vorjahr. Hierbei wirkte sich vor allem der substanzielle Anstieg der Vorräte negativ aus. Dem stand jedoch ein Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen positiv gegenüber, der den Vorratseffekt jedoch überkompensieren konnte. Zudem verbesserte sich der Cashflow aus der restlichen laufenden Geschäftstätigkeit auf EUR - 57,5 Mio. nach EUR - 65,4 Mio. im Vorjahr. Zum Berichtsstichtag lag die Working-Capital-Quote konstant bei -10,2 % (31. Dezember 2021: - 10,2 %) und somit weiterhin deutlich innerhalb des Prognosebereichs von unter -7 %. Die aktive Steuerung und Optimierung des Working Capitals hat sich in dem Umfeld mit erheblichen Belastungen durch instabile Lieferketten und der Kosteninflation bei Rohstoffen erneut bewährt. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit erhöhte sich im Berichtsjahr auf EUR -163,8 Mio. (2021: EUR -152,1 Mio.). Hier spiegeln sich die Mittelabflüsse für Investitionen wider. Im Geschäftsjahr 2022 ergab sich per saldo ein Free Cashflow - Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit abzüglich Cashflow aus der Investitionstätigkeit - der Nordex Group von EUR -513,9 Mio. (2021: EUR - 24,5 Mio.). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten belief sich auf EUR 345,5 Mio. (2021: EUR 62,3 Mio.). Er ist geprägt vor allem durch die Kapitalerhöhungen mit Mittelzufluss im Juli 2022. Die zahlungswirksamen Veränderungen im Finanzmittelbestand betrugen EUR -168,4 Mio. (2021: EUR 37,8 Mio.). InvestitionenDie Gesamtinvestitionen lagen im Geschäftsjahr 2022 bei EUR 204,8 Mio. und damit über dem prognostizierten Wert in Höhe von EUR 180 Mio. und um 21,4 % über dem Vorjahreswert von EUR 168,7 Mio. Sie sind wesentliche Voraussetzungen, um den hohen Auftragsbestand effizient abarbeiten und das Wachstumspotenzial der Nordex Group zukünftig heben zu können. Investitionen definiert die Nordex Group als Investitionen in das Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögen ohne Berücksichtigung von Investitionen in Nutzungsrechte gemäß IFRS 16. Von den Investitionen entfielen EUR 35,3 Mio. (2021: EUR 39,4 Mio.) auf immaterielle Vermögenswerte. Dabei machten aktivierte Entwicklungsaufwendungen mit EUR 34,3 Mio. erneut den Großteil aus (2021: EUR 35,1 Mio.). Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich 2022 auf EUR 169,5 Mio. (2021: EUR 129,3 Mio.). Der größte Teil entfiel dabei mit EUR 81,9 Mio. auf technische Anlagen und Maschinen (2021: EUR 63,9 Mio.), gefolgt von anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung mit EUR 61,2 Mio. (2021: EUR 35,2 Mio.) und geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau mit EUR 7,3 Mio. (2021: EUR 22,1 Mio.) sowie den Grundstücken und Bauten mit EUR 19,1 Mio. (2021: EUR 8,2 Mio.). Schwerpunkte der Investitionstätigkeit waren der Auf- und Ausbau der Blattproduktion in Indien sowie die Turmproduktion in Brasilien und Kolumbien. Entwicklung und Struktur der Investitionen
CHANCEN- UND RISIKOBERICHTWESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS UND AUSSAGE ZUR ANGEMESSENHEIT UND WIRKSAMKEIT DIESES SYSTEMSUnser internes Kontroll- und Risikomanagementsystem ist integraler Bestandteil des Entscheidungsprozesses sowie der Unternehmensführung der Nordex Group. Unter Berücksichtigung der Komplexität, der Größe und des Tätigkeitsfeldes des Unternehmens soll es die Angemessenheit und Wirksamkeit seiner Geschäftstätigkeit, die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie die Einhaltung der geltenden rechtlichen Vorschriften sicherstellen. Unser internes Kontroll- und Risikomanagementsystem zielt auf eine frühzeitige Erkennung von Risiken, einschließlich ökologischer und sozialer Risiken und Indikatoren ab, damit ihnen wirksam und angemessen begegnet werden kann. Damit soll ein gewisses Maß an Sicherheit dafür geboten werden, dass die Geschäftsziele des Unternehmens wie geplant erreicht werden können. Einerseits ist das Unternehmen aufgrund seiner komplexen Geschäftstätigkeit und des schwierigen Branchenumfelds verschiedenen Risiken und Unsicherheiten ausgesetzt. Andererseits ermöglicht das Eingehen von Geschäftsrisiken und deren proaktive Identifizierung, Bewältigung und Minderung auch Wachstumsperspektiven, Wettbewerbsfähigkeit im Markt und eine geschäftliche Stabilität, weshalb unser internes Kontroll- und Risikomanagementsystem nicht auf eine Vermeidung oder Beseitigung sämtlicher Risiken um jeden Preis abzielt. Vielmehr geht es darum, Risiken jederzeit zu verstehen, zu priorisieren und zu kontrollieren, um die Geschäftsziele des Unternehmens besser zu erreichen. Unser internes Kontroll- und Risikomanagementsystem umfasst die folgenden zentralen Elemente: Internes KontrollsystemInterne Richtlinien, Grundsätze und Verfahren bilden die Grundlage unseres internen Kontrollsystems und definieren die Werte und Erwartungen, die innerhalb der jeweiligen Bereiche oder Abteilungen gelten. Je nach Abteilung und Funktion gehören dazu standardisierte Genehmigungsverfahren, Organisationsstrukturen, verschiedene Prozesse und Maßnahmen, die zum einen einheitliche und vordefinierte Abläufe sicherstellen und zum anderen die Einhaltung dieser Prozesse objektiv überprüfbar machen sollen. Eine Aufgabentrennung stellt zudem sicher, dass ausführende, buchhalterische und administrative Tätigkeiten innerhalb eines Unternehmensprozesses nicht in den Händen ein und derselben Person liegen, und verhindert so Missbrauch. Ergänzt wird dies durch IT-Systeme mit Zugriffsbeschränkungen, die sicherstellen, dass Mitarbeitende nur auf die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlichen Informationen zugreifen können. Die Einhaltung der internen Richtlinien, Prozesse und Grundsätze wird mit Hilfe unabhängiger Kontrollen innerhalb eines bestimmten Prozesses (Vier-Augen-Prinzip), abteilungsübergreifender Gegenkontrollen und regelmäßiger Prozessaudits durch die Interne Revision überprüft. Diese Kontrollen ermöglichen die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken, die sich auf die Geschäftsziele des Unternehmens auswirken könnten. Die Ergebnisse dieser Kontrollen (z.B. festgestellte Prozessschwächen) werden in angemessener Form an die für die Durchführung und Korrektur verantwortlichen Personen, ggf. den Vorstand oder den Prüfungsausschuss, berichtet, damit sofortige (Gegen-) Maßnahmen ergriffen werden können und das interne Kontrollsystem weiter verbessert werden kann. Ziele, Organisation und Wirkungsweise des RisikomanagementsystemsAls international agierendes Unternehmen ist Nordex im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken ausgesetzt. Aus diesem Grund hat die Nordex Group ein umfassendes Risikomanagementsystem implementiert, das darauf ausgerichtet ist, potenzielle negative Abweichungen (Risiken) frühzeitig zu erkennen, um mit geeigneten gegensteuernden Maßnahmen drohenden Schaden für das Unternehmen abzuwenden und eine Bestandsgefährdung zu vermeiden. Positive Abweichungen im Sinne von Chancen werden in diesem System nicht mit erfasst, sondern mithilfe anderer Strukturen und Prozesse nachverfolgt (z. B. das "Cost of Energy"-Programm). Das Risikomanagementsystem umfasst eine Vielzahl von Kontrollmechanismen. Um die Effektivität des Risikomanagements sicherzustellen und die Aggregation von Risiken sowie eine transparente Berichterstattung zu ermöglichen, ist ein unternehmensweit einheitlicher Managementansatz zur Berichterstattung über Unternehmensrisiken und damit verbundener Gegenmaßnamen sowie finanzieller Sicherheitspositionen implementiert worden. Das Risikomanagementsystem der Nordex Group erfasst alle strategischen, operativen, rechtlichen und finanziellen Risiken innerhalb der Wertschöpfungskette. Ziel ist es, diese frühzeitig zu erkennen, zu überwachen und entsprechend dem angestrebten Risikoprofil zu steuern. Unterstützt wird dieser Prozess durch eine Risikomanagementsoftware. Die vom Nordex-Vorstand erlassene Risikomanagementrichtlinie regelt den Umgang mit Risiken innerhalb der Nordex Group und definiert eine unternehmenseinheitliche Methodik, die für alle Funktionen und Bereiche der Nordex Group Gültigkeit besitzt. Darin werden Verantwortlichkeiten für die Durchführung von Aufgaben im Risikomanagement sowie Berichts- und Überwachungsstrukturen festgelegt. Der Bereich "Group Risk Management" verfügt über die zentrale Methoden- und Systemverantwortung für das gruppenweit standardisierte eigenständige Risikomanagementsystem und das zugehörige Berichtswesen. Er ist für die regelmäßige Aktualisierung und Umsetzung der Risikomanagementrichtlinie von Nordex im Abstimmung mit dem Vorstand verantwortlich. Zudem ist der Bereich für die Überwachung der als "hoch" und "kritisch" eingestuften Risiken einschließlich der Auswirkungen der Risikominderungsmaßnahmen sowie für eine konzernweit standardisierte Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat zuständig. Im Bereich der gesamten Nordex Group (auf Länder-, Regionen-, Bereichs- und Gruppenebene) werden Risikoverantwortliche ernannt. Das Risikomanagement findet somit durchgängig auf allen Unternehmensebenen und über Abteilungsgrenzen hinweg statt. Hier werden die Risiken im Rahmen der operativen Geschäftsabläufe permanent betrachtet und berücksichtigt. Aufgabe der Risikoverantwortlichen ist es, mindestens vierteljährlich die Risiken aller wesentlichen Geschäftstätigkeiten mittels eines einheitlichen methodischen Ansatzes zu identifizieren, zu bewerten und in einer zentralen Risiko-Datenbank zu dokumentieren. Danach erfolgt eine Entscheidung bezüglich der konkreten Handhabung (z. B. Risikoverminderung). Der damit verbundene Maßnahmenplan (einschließlich der Implementierungskosten) wird bewertet, erfasst und kontinuierlich überwacht. Alle Schritte werden immer wiederkehrend durchlaufen und entsprechend den aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen angepasst. Ermittelte Risikopotenziale werden mit quantitativen Messgrößen analysiert und bewertet. Erhebliche und bestandsgefährdende Risiken werden auf Basis einer unmittelbaren Risikoeskalation gemeldet. Die Ergebnisse des Risikomanagements fließen regelmäßig in die Planungs- und Kontrollrechnungen sowie in die Prognose zur weiteren Geschäftsentwicklung ein. Der Abschlussprüfer überprüft jährlich die in Bezug auf das Risikofrüherkennungssystem implementierten Verfahren und Prozesse sowie die Angemessenheit der Dokumentation. Nordex ist bereit, unternehmerische Risiken einzugehen, aber nur insoweit, als aus dieser Geschäftstätigkeit und den daraus resultierenden zusätzlichen Ertragschancen ein angemessener Beitrag zur Steigerung des Shareholder Value der Nordex Group zu erwarten ist. Aktualisierung der RisikodokumentationAnhand der Einschätzungen der Risikoverantwortlichen wird das Gesamtbild der potenziellen Risikolage aktualisiert und in einer zentralen Datenbank dokumentiert. Hierbei umfasst der Betrachtungszeitraum das restliche aktuelle Jahr zuzüglich der folgenden drei Jahre. Der Konzernbereich Risikomanagement koordiniert zentral die vierteljährliche Aktualisierung der Dokumentation von Risiken und Gegenmaßnahmen. RisikobewertungUm zu bestimmen, welche Risiken am ehesten bestandsgefährdenden Charakter für die Nordex-Gruppe aufweisen, werden die Risiken als potenziell negative Zielabweichungen gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen (Risikoausmaß) klassifiziert und als Bruttowert (vor Risiko-Gegenmaßnahmen) erfasst. Die Risiko-Gegenmaßnahmen werden getrennt bewertet und erfasst. Die Skalen zur Messung dieser beiden Bewertungskriterien für den Risikowert sind in den nachfolgenden Tabellen dargestellt: Risikoklassifizierung - Eintrittswahrscheinlichkeit
Gemäß dieser Einteilung definiert Nordex ein sehr unwahrscheinliches Risiko als eines, das nur unter außergewöhnlichen Umständen eintritt, und ein wahrscheinliches Risiko als eines, mit dessen Eintritt innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zu rechnen ist. Risikoklassifizierung - Auswirkungen
Entsprechend ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen klassifiziert Nordex Risiken als "gering", "mittel", "hoch" oder "kritisch". Dies führt zu folgender Risiko-Matrix: Risikomatrix
K = kritisches Risiko H = hohes Risiko M = mittleres Risiko G = geringes Risiko Risikobehandlung und -überwachungRisiken können entweder durch aktive Gegenmaßnahmen verringert oder auch - unter bestimmten Umständen - akzeptiert werden. Notwendige Gegenmaßnahmen werden unverzüglich eingeleitet und ihr erwarteter Risikominderungseffekt bewertet und erfasst. Kernrisiken, insbesondere Marktrisiken (z. B. Nachfrageschwankungen) und Risiken aus der Entwicklung neuer Produkte, werden von Nordex selbst getragen. Nordex beabsichtigt, alle Risiken, die nicht zum Kerngeschäft gehören (z. B. Währungs- und Sachschadenrisiken), auf Dritte zu übertragen. Zur Absicherung gegen Wechselkursschwankungen setzt das Unternehmen beispielsweise unter anderem ausgewählte derivative Sicherungsinstrumente ein. Risiken werden zudem dann durch Versicherungen abgesichert, wenn dies im Hinblick auf den wirtschaftlichen Nutzen vertretbar und möglich ist. Die Risikoverantwortlichen sind dafür zuständig, die Risiken und die Effektivität der Gegenmaßnahmen kontinuierlich zu überwachen, wobei sie von ihren jeweiligen disziplinarischen und fachlichen Vorgesetzten unterstützt werden. Darüber hinaus werden die Risiken durch die entsprechenden Organe auf verschiedenen Führungsebenen, denen Mitarbeitende aus verschiedenen Unternehmensbereichen angehören, einschließlich des Vorstands und des Aufsichtsrats, überwacht. Die Verantwortlichen auf Länder-, Regionen-, Bereichs- und Gruppenebene haben laufend Zugriff auf die in der zentralen Datenbank dokumentierten Risiken und risikomindernden Maßnahmen. Auf regionaler Ebene und auf Gruppenebene besprechen Risikoverantwortliche zusammen mit dem Vorstand regelmäßig Risiken und Risikominderungsmaßnahmen und überwachen den Erfolg der Risikominderung. Zusätzlich wird der Gesamtvorstand einmal im Quartal über die Gesamtrisikosituation und die Auswirkungen auf Barmittel, Eigenkapital und Bank-Convents sowie über Einzelrisiken unterrichtet, die mittels der Risikoanalyse als "hoch" oder "kritisch" eingestuft wurden. Erhebliche und bestandsgefährdende Risiken werden dem Vorstand unverzüglich gemeldet. Die vierteljährliche Risikoberichterstattung verbindet eine allgemeine Risikobeschreibung mit einer quantitativ abschätzenden Bewertung der Risiken und ihrer Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung. Alle Informationen zu den Geschäftsrisiken (erwartete Risikowerte, Effekte und Kosten von Gegenmaßnahmen, Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten) werden in einer Prognose zum erwarteten Nettorisiko konsolidiert. Damit wird transparent, inwieweit die Risiken durch bereits zurückgelegte Beträge gedeckt sind und Risiko-Gegenmaßnahmen noch umzusetzen sind. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zudem quartalsweise über die Gesamtrisikosituation sowie über neu identifizierte und fortgesetzt bestehende wesentliche Risiken, die als "hoch" oder "kritisch" eingeschätzt wurden. Kontinuierliche Überwachung und WeiterentwicklungDie Interne Revision prüft in regelmäßigen Abständen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der Nordex SE. Risikomeldungen werden stichprobenartig in vertiefenden Interviews mit den betreffenden Unternehmensbereichen und Gesellschaften unter Federführung der Internen Revision auf ihre Plausibilität und Angemessenheit hin geprüft. Im Rahmen der kontinuierlichen Überwachungs- und Verbesserungsprozesse wird das Risikomanagementsystem ständig optimiert. Dabei wird den internen und externen Anforderungen gleichermaßen Rechnung getragen. Ziel der Überwachung und Verbesserung ist es, die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sicherzustellen. Compliance-Management-SystemDie Nordex Group verfolgt eine Nulltoleranz-Politik gegenüber allen Formen von Korruption. Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin ist für eine wirksame Korruptionsprävention verantwortlich. Gleiches erwarten wir von unseren Geschäftspartnern. Unser Compliance Management System basiert auf den drei Säulen Prävention, Erkennung und Reaktion unter dem Dach einer Unternehmensführung, die eine angemessene Compliance-Organisation und eine regelmäßige Berichterstattung an den Aufsichtsrat, den Vorstand, das Komitee für Geschäftsethik und den deutschen Betriebsrat umfasst. Ziel ist es, eine Ethikkultur auf allen Ebenen des Unternehmens damit auch die Vorbildfunktion der Führungskräfte ("tone at and from the top") zu fördern. Das Compliance-Management-System deckt Compliance-Risiken im Zusammenhang mit Korruption, Bestechung, Interessenkonflikten und unethischem Verhalten ab. Die Säule Prävention umfasst den Nordex-Verhaltenskodex für Mitarbeitende, der in Richtlinien und Verfahren für ihren jeweiligen Anwendungsbereich weiterentwickelt wird, den Nordex-Verhaltenskodex für Lieferanten und Auftragnehmer, die Beratung durch den Bereich Corporate Compliance für alle Ebenen weltweit, die Überwachung von Änderungen der gesetzlichen Anforderungen, die interne und externe Kommunikation sowie risikobasierte Schulungen. Die von Corporate Compliance durchgeführte Bewertung und Überwachung des Compliance-Risikos, die Überprüfung Dritter und regelmäßige Audits sowie unser Whistleblower-System "notify!" sind darauf ausgerichtet, Fehlverhalten aufzudecken. Zu den Reaktionsmaßnahmen gehören das Case-Management bei Meldungen von Hinweisgebern, Untersuchungen, Nachfassmaßnahmen und Abhilfemaßnahmen. Das Compliance-Management-System wird basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen kontinuierlich überwacht und verbessert. Der Vorstand wird bei seinen Aufgaben im Zusammenhang mit dem internen Kontroll- und Risikomanagementsystem von den folgenden Bereichen und Gremien unterstützt: Group Risk ManagementUnser Bereich Group Risk Management ist für das Risikomanagementsystem und das zugehörige Berichtswesen verantwortlich. Er ist für die regelmäßige Aktualisierung und Umsetzung interner Richtlinien und Vorgaben in Abstimmung mit dem Vorstand zuständig. Zudem überwacht der Bereich die als hoch und kritisch eingestuften Risiken einschließlich der Auswirkungen der Risikominderungsmaßnahmen sowie die konzernweit standardisierte Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Group Risk Management koordiniert ferner zentral die vierteljährliche Aktualisierung der Dokumentation von Risiken und Gegenmaßnahmen. Interne RevisionDie Interne Revision analysiert spezifische Prüfungsgebiete und -themen der Nordex Group und der mit ihr verbundenen Unternehmen auf der Grundlage von jährlich festgelegten und vom Prüfungsausschuss genehmigten Prüfungsplänen. Die Interne Revision berichtet regelmäßig an den Vorstand und den Prüfungsausschuss und gibt so einen Überblick über die wichtigsten Prüfungsfeststellungen und Weiterentwicklungen. Legal Compliance und Corporate ComplianceLegal Compliance ist unter anderem für die Umsetzung datenschutzrechtlicher, wettbewerbsrechtlicher und korruptionsbekämpfender Vorschriften und Maßnahmen verantwortlich. Corporate Compliance betreibt das oben beschriebene Compliance-Management-System und ist insbesondere für unseren Verhaltenskodex zuständig. Der Compliance-Beauftragte berichtet dem Vorstand und dem Aufsichtsrat regelmäßig über wesentliche Ergebnisse und Entwicklungen. Ad-hoc-AusschussUm den korrekten Umgang mit Insiderinformationen zu gewährleisten, die im Falle ihrer Veröffentlichung geeignet wären, den (Markt-)Preis der Finanzinstrumente der Gesellschaft erheblich zu beeinflussen, hat die Gesellschaft neben ihrem Vorstand einen so genannten Ad-hoc-Ausschuss eingerichtet. Der Ad-hoc-Ausschuss entscheidet in Absprache mit dem Vorstand über die Einstufung von Insider-Informationen, die Herausgabe von Ad-hoc-Meldungen sowie den Aufschub von Meldungen. Aussage zur Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und RisikomanagementsystemsUm die Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zu beurteilen, hat der Vorstand verschiedene Informationen und Dokumente geprüft und bewertet, darunter den Bericht der Internen Revision, die vierteljährlichen Risikomanagementberichte, die Ergebnisse der Berichte und die intern von den Prozessverantwortlichen und Abteilungsleitern vorgelegten Bewertungen der Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Der Vorstand hat daher geprüft, ob Kontrollschwächen - einzeln oder kumulativ - die Erreichung der Geschäftsziele der Gesellschaft wesentlich beeinträchtigen könnten. Nach bestem Wissen und Gewissen und gemäß den Informationen, die sich aus der Überprüfung unseres internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ergeben haben, liegen uns zum 31. Dezember 2022 keine Hinweise auf kritische interne Kontrollschwächen vor, die wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft der Gesellschaft haben könnten. Auf der Grundlage der Ergebnisse unseres internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind uns keine Umstände bekannt geworden, die uns zu der Schlussfolgerung veranlassen würden, dass unser internes Kontroll- und Risikomanagementsystem zum 31. Dezember 2022 nicht wirksam und angemessen ist. RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENES INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMDas interne Kontrollsystem der Nordex Group gliedert sich in einen geschäftsprozessintegrierten und einen prozessunabhängigen Bereich. Richtlinien, Arbeitsanweisungen und interne Kontrollen dienen der Bearbeitung und Steuerung von Risiken sowie der Einhaltung formaler Kriterien. Die Formulierung und Anwendung entsprechender Instrumente geschieht primär über die Fachfunktionen. Zusätzlich erfolgt bei wesentlichen Änderungen eine prozessunabhängige Risikobetrachtung durch die Interne Revision. Diese überprüft das bestehende interne Regelwerk der Prozesse und deren Einhaltung in der Praxis. Darüber hinaus informiert die Interne Revision im Rahmen regelmäßiger Audits über Risiken, die aus erkennbaren Abweichungen entstehen, und rät zu Anpassungsmaßnahmen. Das bestehende Risikomanagementsystem der Nordex Group ist regelmäßig Gegenstand einer externen Prüfung, um eine fortlaufende Verbesserung des Risikomanagements sicherzustellen. Die Nordex Group sichert mittels verschiedener Maßnahmen die ordnungsgemäße Rechnungslegung im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses. Die Nordex Group verfügt z. B. über eine zentrale Buchhaltungs- und Abschlusserstellungsorganisation, die auf Basis einheitlicher Bilanzierungsvorschriften und Arbeitsanweisungen tätig ist. Damit wird sichergestellt, dass die Konzernrechnungslegung verlässlich und ordnungsmäßig ist und dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und den satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden. Weiterhin wird mittels Bilanzierungsvorschriften und Arbeitsanweisungen sichergestellt, dass Inventuren ordnungsmäßig durchgeführt werden und der Ansatz, die Bewertung und der Ausweis von Vermögensgegenständen und Schulden im Konzernabschluss ohne wesentliche Fehler erfolgt. Als Kontrollaktivität werden Analysen von Sachverhalten und Entwicklungen anhand von Kennzahlenanalysen vorgenommen. Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften. Dabei wird ein einheitlicher Kontenrahmen in der Nordex Group verwendet. Der Konzernabschluss der Nordex SE und ihrer Tochtergesellschaften wird gemäß § 315e Handelsgesetzbuch (HGB) in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Der Konzernabschluss wird im Rahmen eines strukturierten Prozesses und unter Verwendung eines vordefinierten Abschlusskalenders erstellt. Informationen außerhalb der Rechnungslegung werden vor Verwendung einer eingehenden Analyse und Plausibilitätsprüfung unterzogen. Es findet eine Gesamtkonsolidierung auf Ebene der Nordex SE statt. Sowohl bei Zahlungen als auch vor dem Abschluss von Verträgen finden weitere relevante Grundsätze angewandter Kontrollen Anwendung, wie etwa Genehmigungs- und Freigabeverfahren. Darstellung der wesentlichen Risikofelder und EinzelrisikenDie nachfolgende Darstellung und Bewertung von Einzelrisiken bezieht sich - soweit nicht anders vermerkt - auf die Jahre 2022 bis 2024. Die identifizierten Risiken und die sich daraus möglicherweise ergebenden Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage werden als Nettorisikowert berechnet. Dazu gehören vollständig umgesetzte und noch umzusetzende Risiko-Gegenmaßnahmen. Dies bezieht sich nur auf Gegenmaßnahmen, die beschlossen wurden, sich in der Umsetzung befinden oder als kontinuierliche Maßnahmen festgelegt wurden. Gesamtwirtschaftliche RisikenNordex ist makroökonomischen und geopolitischen Risiken ausgesetzt. Diese könnten die Fähigkeit der Gesellschaft beeinträchtigen, ihre wirtschaftliche Präsenz in bestimmten Märkten aufrechtzuerhalten oder auszubauen, oder ihre Fähigkeit, grenzüberschreitende Geschäfte zu tätigen. Das Geschäft von Nordex könnte neben anderen Risikofaktoren durch konjunkturelle Abschwünge, Wechselkursentwicklungen, Inflationsraten, steigende Zinssätze, Störungen in der globalen Lieferkette und Handelshemmnisse beeinträchtigt werden. Dies könnte sich auf die Kosten auswirken, die bei der Bedienung bestimmter Märkte aus der vom Unternehmen aufgebauten Lieferkette anfallen. Branchenspezifische RisikenDie branchenspezifischen Risiken umfassen allgemeine Marktrisiken, das Preisrisiko sowie das Gesetzesänderungsrisiko. Allgemeine Marktrisiken - und hier insbesondere das Wegbrechen von Marktpotenzialen - können aufgrund politischer, konjunktureller (z.B. fallende Strompreise) oder struktureller energiewirtschaftlicher Umbrüche auftreten. Änderungen in der Regierungspolitik stellen ein allgemeines Risiko dar. In den letzten Jahren betrafen die Veränderungen in der Förderpolitik die Windindustrie insbesondere in den europäischen Märkten. Die Politik hat die finanziellen Anreize für erneuerbare Energiequellen, einschließlich der Windenergie, von Vorzugspreisen oder der regulierten Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen zu auktionsbasierten Modellen verlagert. Diese Änderung hat zu niedrigeren Energietarifen geführt, was wiederum die Margen und Renditen für Windenergieinvestoren belastet. Darüber hinaus hat diese Veränderung Unsicherheiten auf vielen Märkten und Nachfragestörungen ausgelöst. Zudem führen politisch ungünstige Entwicklungen in einigen Ländern, insbesondere in Deutschland, zu einem starken Nachfragerückgang. Nach den Störungen scheinen sich die Märkte nun insgesamt stabilisiert zu haben, allerdings auf einem niedrigeren Installationsniveau als angesichts der jüngsten politischen Äußerungen zu erwarten war. Nordex begegnet branchenspezifischen Risiken mit einer Umsatzdifferenzierung, sodass die Gruppe zurzeit in über 40 verschiedenen Märkten in den Regionen Europa, Amerika, Asien, Afrika und Australien aktiv ist. Ferner wurde ein agiler Prozess etabliert, um Potenzialmärkte schnell bewerten, bearbeiten und erschließen zu können. Dem Preisdruck der letzten Jahre hat Nordex durch die Entwicklung der erfolgreichen Delta4000-Plattform sowie durch ein internes Programm teilweise entgegenwirken können, das auf eine kontinuierliche Senkung der Stromgestehungskosten ("Cost of Energy") seiner Windenergieanlagen abzielt. Da fast alle Märkte inzwischen auf auktionsbasierte Modelle umgestellt haben, sind die wichtigsten branchenspezifischen Risiken weiterhin Unsicherheiten im Hinblick auf Baugenehmigungen, disruptive regulatorische Änderungen und steigende Energie- und Rohstoffpreise, die die Lieferkette betreffen, sowie eine weitere Konsolidierung auf der Angebotsseite. Die größte Bedrohung des Jahres 2022 für die Branche und die Konjunktur weltweit, die sich auch auf das Geschäft des Unternehmens ausgewirkt hat, war die russische Invasion in der Ukraine. Sie hat eine schwere Energiekrise in Europa und darüber hinaus ausgelöst, die zur hoher Inflation und dem Risiko einer Rezession geführt hat. Dies könnte sich kurz- und mittelfristig dämpfend auf die Nachfrage auswirken. Der allgemein erwartete Schub für erneuerbare Energiequellen im Rahmen der gesellschaftlichen Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel, der nun mit Blick auf eine sichere Energieversorgung nochmals beschleunigt wird, ist noch nicht eingetreten. Die Nordex Group begegnet diesen Risiken, indem sie sich über Branchenverbände und den direkten Dialog mit politischen Entscheidungsträgern und öffentlichen Interessengruppen für die Windenergie einsetzt sowie Entwickler bei ihren Bemühungen um Baugenehmigungen und einer Diversifizierung der Lieferkette unterstützt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von branchenspezifischen Risiken über die bereits bekannten Sachverhalte hinaus wird derzeit als denkbar eingeschätzt. Ihr Eintreten könnte sich kritisch auf die für 2023 und die Folgejahre geplanten Auftragseingänge, aber auch auf die Finanzlage im Jahr 2023 auswirken. ProduktentwicklungsrisikenAufgrund der Innovationskraft und Wettbewerbsintensität in der Windenergiebranche hängt die Fähigkeit, im Markt zu bleiben, stark von der Planung, Entwicklung und Vermarktung neuer und kosteneffizienterer Windenergieanlagen ab. Ferner könnten sich die Entwicklung neuer und komplementärer Technologien sowie die Digitalisierung Auswirkungen auf die Struktur des Nordex-Geschäfts auswirken. Die Entwicklung neuer und effizienterer bzw. ertragsstärkerer Anlagentypen sowie Produktmodifikationen sind jedoch mit teilweise erheblichen Investitionen verbunden. Diese müssen durch entsprechende Vertriebserfolge über den gesamten Produktlebenszyklus amortisiert werden. Wesentliche erfolgskritische Faktoren bei der Anlagenentwicklung sind insbesondere die Verfügbarkeit von zeitlichen und monetären Ressourcen, ein strukturierter und umfassender Entwicklungsprozess, die Sicherstellung des Übergangs von der Prototyp-Turbine zur in Serie gefertigten Anlage, die Ausstellung der für den Betrieb notwendigen Zertifikate sowie der Zeitpunkt der Markteinführung. Entwicklungsrisiken treten ein, wenn einer oder mehrere dieser Faktoren außerplanmäßig gefährdet werden und die F&E-Aufwendungen höher ausfallen als geplant oder zusätzliche Kosten während der Durchführung von Projekten oder in der Wartungsphase anfallen. Nordex begegnet diesen Risiken während Entwicklung und Erstanlagen-Errichtung mit seinem Simultaneous Engineering einschließlich Testverfahren und -szenarien für Systeme sowie in vollem Umfang in der Prototypenphase. Bereits im Vorfeld einer Anlagenentwicklung erfolgen eine marktnahe Analyse und die Vorbereitung in enger Kooperation von Vertrieb, Produktmanagement und -strategie sowie Entwicklung. Darüber hinaus stellt die Plattformstrategie sicher, dass bereits erprobte Technologie genutzt und zielgerichtet bis zur Zertifizierung und der nachfolgenden Serienreife weiterentwickelt wird. Die von Nordex errichteten Anlagen müssen den an den jeweiligen Standorten geltenden Netzanschlussrichtlinien entsprechen. Um die zunehmende Anzahl von nationalen Richtlinien umzusetzen, ist ein erheblicher Ressourceneinsatz notwendig. Bei Nichteinhaltung von Richtlinien in einem Markt ist dieser Aufwand weder zu amortisieren, noch kann das Marktpotenzial erschlossen werden. Nordex begegnet diesem Risiko mit organisatorischen Strukturen und entsprechenden Arbeitsschwerpunkten im Bereich Engineering. Ferner sind bereichsübergreifende interne Arbeitsgruppen eingerichtet. Ergänzend erfolgt ein Engagement der Nordex Group in externen Gremien mit dem Ziel, auf eine weitgehende internationale Harmonisierung der Netzanschlussrichtlinien hinzuwirken. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Entwicklungsrisiken wird als möglich eingestuft und hat im Eintrittsfall geringe Auswirkungen auf die geplanten Ergebnisse. ProjektentwicklungsrisikenIm Projektentwicklungsgeschäft entwickelt und vertreibt die Gruppe Windparkprojekte. Zu den Projektentwicklungsaktivitäten gehören die Durchführung von Machbarkeitsstudien, die Sicherung von Genehmigungen, Grundstücksrechten und Stromabnahmeverträgen sowie die Finanzierung des geplanten Projekts. Das weite Feld der Projektentwicklung ist mit mehreren Risiken verbunden. So kann die Verweigerung von Baugenehmigungen, der Misserfolg bei Auktionen oder der fehlende Abschluss von Strombezugsverträgen bei einem Projekt zur Stornierung und Abschreibung des Projekts führen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Projektentwicklungsrisiken wird als denkbar eingestuft. Sie haben im Eintrittsfall geringe Auswirkungen auf die Ergebnisse der Nordex Group. Beschaffungs- und EinkaufsrisikenZu den wesentlichen Risiken im Einkauf zählen Lieferengpässe bei Zulieferern, Lieferantenausfälle infolge von Insolvenzen, ungeplant hohe Lagerbestände, Preisrisiken, geänderte Beschaffungskosten, die Verfügbarkeit von Rohstoffen für unsere Lieferanten, Lieferzeitrisiken, Qualitätsrisiken und der Nachweis lokaler Wertschöpfung. Unvorhersehbare Verschiebungen bei Kundenprojekten können in gewissem Rahmen zu zeitweilig erhöhten Vorratsbeständen bei Nordex führen und sich negativ auf die Liquidität des Unternehmens auswirken. Nordex ist daher bemüht, den Vorratsbestand durch eine fertigungssynchrone Lieferung von Komponenten bei gleichzeitig hoher Liefertreue möglichst gering zu halten. Sollte die Auftragslage im laufenden Geschäftsjahr hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnten einige Lieferanten - die zum Teil erheblich in den Ausbau ihrer Kapazitäten investiert haben bzw. bei denen ein Eigentümerwechsel stattgefunden hat - aus wirtschaftlichen Gründen ausfallen, wodurch sich die Anzahl potenzieller Zulieferer verringern würde. Ein unerwarteter Nachfrageüberhang könnte zu Lieferengpässen bei einigen Komponenten - insbesondere den neu eingeführten Plattformen - verbunden mit entsprechenden Verzögerungen in der Projektabwicklung führen. Nordex begegnet dem Risiko des Lieferantenausfalls auf unterschiedliche Weise: Einerseits durch die rechtzeitige Reservierung von Kapazitäten bei Lieferanten auf der Basis geeigneter Vereinbarungen und andererseits durch die Qualifizierung weiterer Lieferanten, um das Risiko eines sogenannten Single Sourcing (Bezug bei nur einem Lieferanten) zu senken. Ein Lieferantenausfall ist zudem über eine Versicherung teilweise abgesichert. Nordex kauft weltweit Komponenten ein, die zum Großteil Preisschwankungen auf den Rohstoff- und Devisenmärkten unterliegen. Da Nordex seinen Kunden die Turbinen zu projektspezifisch verhandelten Preisen anbietet, werden zeitnah zum Auftragseingang entsprechende Komponenten beschafft und gesichert. Damit reduziert sich das Risiko von Preisschwankungen auf der Einkaufsseite. Nordex gewährleistet seinen Kunden die Qualität der Anlagen und bestimmte Leistungs- und Verfügbarkeitsparameter. Auch um Zahlungen unter den Leistungsgarantien zu vermeiden, werden alle Komponenten und das Gesamtsystem einer gründlichen Zertifizierung während der Designphase sowie Tests und Qualitätsprüfungen im Rahmen der Prozesse des Qualitätsmanagements unterzogen. Dennoch kann das Risiko mangelhafter Komponenten, wie etwa bei fremdbezogenen Komponenten, nicht vollständig ausgeschlossen und nur begrenzt an Lieferanten und Sublieferanten weitergegeben werden. In neuen Märkten in Entwicklungs- und Schwellenländern gewinnt der Nachweis von lokaler Wertschöpfung (Local Content) zunehmend an Bedeutung. Sofern dieser Nachweis nicht oder nur unvollständig erbracht werden kann, hat dies Auswirkungen auf die Projektfinanzierung und -realisierung. Nordex begegnet diesem Risiko mit der frühzeitigen Suche nach Lieferanten vor Ort und enger Zusammenarbeit mit Kunden und Behörden in den betreffenden Ländern. Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus (COVID-19) in China Ende 2019 und die damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen können sich auf die Beschaffungsaktivitäten der Nordex Group entlang der Lieferkette (Produktion von Ausrüstung und Komponenten, Transport von Komponenten etc.) auswirken. Vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Ausweitung der Lieferkette nach Indien und China und der anhaltenden Unsicherheit in verschiedenen Bereichen der Zulieferindustrie wird die Eintrittswahrscheinlichkeit von Beschaffungs- und Einkaufsrisiken als denkbar eingestuft und kann kritische Auswirkungen auf die Margensituation des Unternehmens haben. ProduktionsrisikenNordex setzt bei der Turbinenmontage auf eine Linienfertigung sowie bei der Rotorblattproduktion auf teilautomatisierte Prozesse. Das wesentliche Produktionsrisiko besteht daher in einem Stillstand der Produktionsstätten. Stillstandzeiten treten insbesondere auf, wenn Vorlieferanten verspätet oder nicht in der vereinbarten Qualität liefern, wenn der Serienstart neuer Turbinentypen Verzögerungen verursacht oder wenn wesentliche Produktionsmittel wie etwa Kranbahnen, das Fließfertigungssystem oder Formensätze defekt sind. Auch die Verfügbarkeit von kompetenten Mitarbeitern stellt ein Risiko für die Beibehaltung einer hohen Produktionsmenge dar. Ein weiteres spezifisches Risiko sind Hochlaufphasen neuer Produktionsstandorte, Produkte und Komponenten, insbesondere neuer Blatttypen bzw. von Blatttypen, deren Produktion an Zulieferer ausgelagert wird oder an neuen Standorten erfolgt. Hier muss neben der Einarbeitung weiterer neuer Mitarbeiter auch die nötige Qualität der karbonfaserverstärkten Blätter sichergestellt werden, um ungeplante Mehrkosten zu vermeiden. Nordex hat eine globale Lieferkette aufgebaut und bezieht Systeme, Komponenten und Teile aus verschiedenen Regionen in aller Welt. Es besteht das Risiko, dass Lieferketten aufgrund politischer Ereignisse oder globaler Gesundheitssituationen, zolltariflicher Änderungen und eines sich ändernden regulatorischen Umfelds ins Stocken geraten oder zum Stillstand kommen, was sich negativ auf die Produktionsleistung auswirken kann. Zur Steuerung dieses Risikos verfügt Nordex über eigene, lokale und globale Ressourcen. Den Produktionsrisiken begegnet Nordex mit dem Qualitätsmanagement und der Implementierung entsprechender Prozesse sowie mit seinem Supply Chain Management, das die Schnittstellen zwischen Einkauf, Produktion und Projektmanagement abdeckt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Produktionsrisiken wird als möglich eingestuft und kann mittlere Auswirkungen auf die Leistungsindikatoren haben, da die Produktion auf Lateinamerika und Indien ausgeweitet wurde. Sie kann zudem durch sich ändernde Vorschriften im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie, die verschiedene Regierungen unabhängig voneinander erlassen, beeinflusst werden. Projekt- und ErrichtungsrisikenDas Umfeld der Errichtung von Windturbinen und Windparks ist in jedem der von Nordex ausgeführten Projekte topografisch, klimatisch (hohe Windgeschwindigkeiten und extreme Temperaturen) und regional unterschiedlich. Vor der Durchführung eines Projekts wird eine technische und wirtschaftliche Bewertung durchgeführt. Abweichungen von der vordefinierten Prozesskette können durch Wettergefahren, fehlende Komponenten oder Qualitätsprobleme hervorgerufen werden, die die geplanten Errichtungs- und Inbetriebnahme-Termine verzögern können. Nordex wirkt diesen Einflüssen mit vertraglichen Regelungen zur Risikoallokation zwischen Hersteller und Kunden sowie aktivem Abweichungsmanagement entgegen. Dennoch sind Mehrkosten für z. B. Kran-, Errichtungsleistungen oder auch im Bereich von Transport und Logistik nicht auszuschließen, insbesondere in diesem Jahr, in dem die Marktkosten für die Nutzung von Containern durch ihre Knappheit um ein Vielfaches gestiegen ist. Zusammen mit dem starken Anstieg der Frachtkosten und der fehlenden Kapazitäten hat dies zu unvorhergesehenen Kostenüberschreitungen bei den Projekten geführt. Weitere mögliche Risiken sind eine unzureichende Komponentenverfügbarkeit aufgrund von Lieferverzügen bei Zulieferfirmen oder Kapazitätsengpässe bei externen (z. B. Kapazitäten von Spezialtransportern und Krandienstleistern) und internen Ressourcen. Dieses Risiko kann z. B. auftreten, sobald ursprüngliche Zeitpläne verschoben werden müssen. Bei schlüsselfertiger Errichtung des gesamten Windparks ergeben sich darüber hinaus Risiken aus den vorgelagerten Bodenarbeiten sowie in diesem Zusammenhang beauftragten Drittfirmen. Ein wichtiges Risikofeld im Bereich des Projektmanagements betrifft die Themenfelder Qualität und Technik. Im Einzelfall werden trotz vorheriger Qualitätsmaßnahmen im Rahmen der Prozesse des Qualitätsmanagements technische Fehler oder Qualitätsmängel an einzelnen Komponenten erst auf der Baustelle sichtbar, was Reparaturen bzw. den Tausch von Komponenten erforderlich machen könnte. Neben dem bereits erwähnten Zeitverzug kann dies auch eine Nichtabnahme bzw. - nach Fertigstellung der Reparaturen - die verspätete Abnahme und damit verbunden eine spätere Zahlung seitens des Kunden nach sich ziehen. Im Einzelfall besteht das Risiko, dass nachträgliche Kompensationszahlungen oder Kaufpreisreduzierungen erforderlich sein können. Projekt- und Errichtungsrisiken können ungeplante Mehrkosten verursachen und führen in einem solchen Fall zu einer Reduzierung des vorkalkulierten Projektdeckungsbeitrags. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken wird als denkbar eingestuft und kann hohe Auswirkungen auf die Finanzlage haben. Technische RisikenWindkraftanlagen sind komplexe Maschinen, die aus einer Reihe von hochentwickelten Systemen, Modulen und einzelnen Komponenten bestehen. Um zuverlässig funktionieren zu können, muss der Betrieb der Anlagen in sehr unterschiedlichen Umgebungen synchron und weitgehend autonom erfolgen. Daher unterliegen unsere Windenergieanlagen im Laufe ihres Lebenszyklus verschiedenen technischen Risiken, die sich je nach den zur Herstellung der Komponenten verwendeten Materialien und Technologie unterscheiden und stark davon abhängen, dass die Komponenten den geforderten Design- und Qualitätsstandards des Produkts entsprechen. Abweichungen von diesen Standards können die Verwendung von Windenergieanlagen einschränken oder diese unbrauchbar machen und eine Reparatur, einen Austausch oder eine vollständige Instandsetzung erforderlich machen, was wiederum erhebliche Mehrkosten für uns zur Folge haben kann. Diese Kosten sind besonders hoch, wenn es sich um wiederkehrende Mängel handelt, die eine größere Anzahl von Produkten betreffen. Die Gewährleistungen in den Kaufverträgen für neue Windenergieanlagen haben in der Regel eine Laufzeit von zwei bis fünf Jahren, wobei sich die Gewährleistung für ausgetauschte Ersatzteile oder Komponenten innerhalb der Gewährleistungs- bzw. Mängelanzeigefrist bis zu zwei weitere Jahre ab Reparatur- bzw. Austauschdatum verlängert. Darüber hinaus verpflichtet sich Nordex in der Regel, Betriebs- und Wartungsdienstleistungen für seine Windenergieanlagen für eine verlängerte Laufzeit von bis zu 30 Jahren nach dem Verkauf zu erbringen, was häufig eine unbegrenzte oder zumindest umfassende Ersatz- oder Reparaturverpflichtung für Komponenten beinhaltet, die aus anderen Gründen als durch höhere Gewalt oder Eingriffe des Eigentümers ausgefallen sind. Bei vielen Windenergieanlagen reicht die Verantwortung für die Behebung von Störungen der Anlagen daher oft über den Gewährleistungszeitraum hinaus. Zusätzlich garantiert Nordex in der Regel bestimmte Leistungskriterien seiner Windenergieanlagen wie Geräuschemissionen und die Leistungskurve während der Gewährleistungszeit sowie - üblicherweise in Verbindung mit dem Servicevertrag - die betriebliche Verfügbarkeit der Windenergieanlagen oder eine andere Leistungskennzahl der Anlagen. Bei Nichterfüllung dieser Leistungskriterien müsste die Gruppe ihre Kunden für die verminderte Nutzung der Windenergieanlagen oder für Produktionsausfälle entschädigen, was wiederum zu hohen ungeplanten Kosten für Nordex führen könnte. Für technische Risiken hat die Gruppe neben dem Versicherungsschutz und dem Lieferantenregress auch Rückstellungen gebildet, um mögliche, nicht durch Serviceerträge abgedeckte Kosten und Kundenforderungen im Zusammenhang mit technischen Problemen abzudecken. Technische Risiken werden als möglich eingestuft, haben aber kritische Auswirkungen auf die Finanzlage. Nordex hat für solche Risiken verschiedene Vorkehrungen getroffen, z. B. durch Rückstellungen. Finanzwirtschaftliche RisikenIm Bereich der finanzwirtschaftlichen Risiken unterliegt die Nordex Group Fremdwährungsrisiken, Zinsänderungsrisiken, Kreditrisiken, unplanmäßigen Abschreibungen, dem Liquiditätsrisiko sowie dem Risiko der VerlustvortragsAbzugsbeschränkung. Da der Konzern international ausgerichtet ist und nicht alle Transaktionen auf Euro-Basis durchgeführt werden, ist das operative Geschäft Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Ein Währungsumrechnungsrisiko entsteht, wenn die Ertrags- und Finanzlage der ausländischen Tochtergesellschaften zu den für die Einbeziehung in den Konzernabschluss geltenden Wechselkursen in Euro umgerechnet wird. Diese Wechselkurse können im Laufe der Zeit erheblich schwanken und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen einzelnen Perioden beeinträchtigen. Das Währungstransaktionsrisiko entsteht, wenn die Gruppe sich in Projekten engagiert, bei denen Abfluss- und Zuflusswährungen nicht kongruent sind. Um dieses Risiko zu vermeiden, versucht Nordex in diesen spezifischen Projekten eine natürliche Absicherung zu schaffen, indem Verträge mit den betreffenden Kunden in denselben Währungen wie die Verträge mit Lieferanten abgeschlossen werden. Darüber hinaus setzt Nordex bei Bedarf auch derivative Sicherungsinstrumente ein, um das verbleibende Fremdwährungsrisiko zu reduzieren. Der Konzern ist keinen größeren Zinsrisiken ausgesetzt, da fast alle Fremdkapitalinstrumente festverzinslich sind. Die Zinsen für die verbleibende variable Tranche des Schuldscheindarlehens mit Fälligkeit im April 2023 wurden im Oktober 2022 fixiert. Zur Minimierung von Kreditrisiken schließt die Nordex Group Geschäfte nur mit Dritten ab, deren Kreditwürdigkeit regelmäßig überwacht wird. Alle wesentlichen Neukunden, die Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Ausfallrisiken bzw. dem Risiko, dass Vertragspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, wird grundsätzlich im Vorfeld der Auftragsannahme durch ein standardisiertes Genehmigungsverfahren begegnet. Insbesondere wird ein Auftrag erst dann angenommen, nachdem die Projektfinanzierung erfolgreich abgeschlossen ist und ordnungsgemäße Zahlungssicherheiten vereinbart wurden. Darüber hinaus sehen die Verträge vor, dass laufende Anzahlungen entsprechend dem jeweiligen Projektfortschritt zu leisten sind. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist. Wertminderungen stellen ein weiteres finanzwirtschaftliches Risiko dar und können einerseits veraltete Lagerbestände und Ersatzteile betreffen, andererseits aber auch die Werthaltigkeit von Forderungen (Forderungsausfälle) sowie von immateriellen Vermögensgegenständen aus den Bereichen Forschung und Entwicklung bzw. Projektentwicklung. Diesem Risiko begegnet Nordex zunehmend mit einer fertigungssynchronen Beschaffung sowie einer regelmäßigen Neubewertung der immateriellen Vermögensgegenstände. Im Konzern bestehen keine wesentlichen Konzentrationen von Ausfallrisiken. Die Forderungen aus Fertigungsaufträgen sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind ferner über Bürgschaften, Garantien und Stand-by-Akkreditive oder Eigentumsvorbehalte teilweise besichert. Das Liquiditätsrisiko besteht darin, aufgrund einer mangelhaften Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen der Gruppe nur teilweise oder gar nicht erfüllen zu können. Die Finanzabteilung überwacht, steuert und prognostiziert daher laufend und regelmäßig die Gruppenliquidität. Hierbei überwacht die Finanzabteilung die Ein- und Auszahlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Laufzeiten der Finanzinvestitionen und der finanziellen Vermögenswerte sowie erwartete Zahlungsströme aus der Geschäftstätigkeit. Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen laufenden Ein- und Auszahlungen herzustellen. Nordex setzt Cash-Pooling oder andere interne Finanzierungsmechanismen wie konzerninterne Darlehen zum effektiven Liquiditätsmanagement der Gruppe ein. Verbleibende Liquiditätspositionen werden vom Finanzbereich bei Geschäftsbanken im In- und im Ausland entsprechend konservativ angelegt. Hierbei werden Limits und Kontrahentenrisiken permanent überwacht. Darüber hinaus finanziert sich die Nordex Group über Projektanzahlungen von Kunden. Die Anzahlungen werden bei sämtlichen in der Umsetzung befindlichen Windparkprojekten nach Projektfortschritt analog den vertraglich vereinbarten Zahlungsplänen abgerechnet. Die Multi-Currency-Avalkreditlinie der Nordex Group beläuft sich auf EUR 1,41 Mrd. und hat eine Laufzeit bis April 2024. Die Kreditlinie umfasst die Zusage, bei Bedarf zusätzliche Barabzweiglinien in Höhe von bis zu EUR 100 Mio. einzurichten. Im Jahr 2022 schloss die Gesellschaft erfolgreich eine Privatplatzierung von 10 % des Aktienkapitals der Nordex SE mit der Acciona, S.A. als alleinigem Investor ab. Darüber hinaus hat die Gesellschaft auch eine Bezugsrechtskapitalerhöhung in Höhe von 20 % des Grundkapitals durchgeführt. Der Nettoerlös wurde zum Ausgleich des negativen Cashflow des Jahres 2022 und zur Stärkung der Bilanz der Gruppe verwendet. Im Jahr 2022 wurde ein zweites Gesellschafterdarlehen mit Acciona, S.A. abgeschlossen, das im Januar 2023 zur vollständigen Rückzahlung des ausstehenden Betrags des High Yield Bond verwendet wurde. Für die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie in Höhe von EUR 1,41 Mrd. bestehen ferner einheitliche Financial Covenants wie Equity Ratio, Leverage und Interest Coverage, deren Einhaltung quartalsweise mit Bezug zum vorherigen Stichtag an die jeweiligen Finanzinstitute zu berichten ist. Eine Kündigung dieser Multi-Currency-Avalkreditlinie seitens der Finanzinstitute ist nur aus außerordentlichen Gründen, beispielsweise wegen Nichteinhaltung der oben erwähnten Financial Covenants, möglich. Aufgrund seiner operativen Entwicklung kann für Nordex das Risiko bestehen, dass die Covenants nicht eingehalten werden können, wenn sich das Geschäft des Unternehmens nicht gemäß dem Budget bzw. der mittelfristigen Planung entwickelt. Im Jahr 2022 hat Nordex mit den kreditgebenden Finanzinstituten erfolgreich ein angepasstes Financial Covenant-Konzepts vereinbart, das unter anderem Liquid Assets als einen neuen zusätzlichen Financial Covenant umfasst. Im Geschäftsjahr 2022 wurden alle geltenden Covenants eingehalten. Insgesamt werden die Eintrittswahrscheinlichkeit von finanzwirtschaftlichen Risiken als denkbar und die Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe im Eintrittsfall als mittel eingeschätzt. Für bestehende Risiken hat Nordex angemessene Rückstellungen gebildet. Rechtliche und steuerliche RisikenDurch den Vertrieb ihrer Produkte und Dienstleistungen in einer Vielzahl von Rechtssystemen ist die Nordex Group verschiedenen produkt- und länderspezifischen Vorschriften, Gesetzen oder Richtlinien ausgesetzt, die sich auf die Ausübung unserer Geschäftstätigkeit auswirken. Unter anderem für die daraus entstehenden Risiken werden Rückstellungen gebildet, wenn und soweit eine Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und die Höhe der potenziellen Haftung angemessen geschätzt werden kann. Rechtliche RisikenDie technischen Risiken, denen Windenergieanlagen während ihrer Lebensdauer unterliegen, können zu Gewährleistungs- oder Produkthaftungsansprüchen im Rahmen von Turbinenlieferverträgen oder Vereinbarungen über die Wartung und Instandhaltung der Windenergieanlagen führen. Das Risiko von Rechtsstreitigkeiten und anderen Streitigkeiten gehört daher zu unserer Geschäftstätigkeit. Wir sind den Risiken aus Streitigkeiten und Verwaltungs-, Gerichts- und Schiedsverfahren ausgesetzt, von denen einige ein nachteiliges Ergebnis haben könnten und zu Strafen, Schadenersatz und Reputationsverlust führen können. Wir könnten in Zukunft Ansprüchen von Kunden, Lieferanten, derzeitigen und ehemaligen Mitarbeitenden, Wettbewerbern und anderen Dritten ausgesetzt sein, wobei sich die entsprechenden Rückstellungen im Falle eines negativen Ausgangs als unzureichend erweisen könnten. Es könnten erhebliche Rechtsverteidigungskosten anfallen. Wenn das Ergebnis eines Gerichtsverfahrens deutlich von unseren Erwartungen abweicht, könnte dies zudem erhebliche nachteilige Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit sowie auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Daneben können auch Haftungen aus Konflikten mit geltendem Recht resultieren, wie z. B. aus Produkthaftung, der Verletzung von Patentrechten bzw. gewerblicher Schutzrechte, Nichteinhaltung von Kartell-, Antikorruptions- oder Datenschutzbestimmungen und aus der unzureichenden Umsetzung von Zertifizierungsanforderungen oder sonstiger gesetzlicher Auflagen. Darüber hinaus regeln Gesetze in verschiedenen Gerichtsbarkeiten die Produktsicherheit und die Umweltauswirkungen von Windkraftanlagen, einschließlich der Emissionswerte für Lärm und Lichteffekte sowie die Nähe von Windkraftanlagen zu Wohngebieten. Die Einhaltung und Änderung solcher Gesetze und Vorschriften in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt kann sich nachteilig auf die Geschäftstätigkeit der Nordex Group auswirken. Wir beobachten die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen in allen unseren Schlüsselmärkten, um potenzielle Problembereiche frühzeitig zu erkennen, unterhalten angemessene organisatorische Maßnahmen und Prozesse, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten und unsere Geschäftsaktivitäten und -prozesse bei Bedarf anzupassen, und mindern potenzielle Risiken oder Schäden. Es gibt jedoch keine Gewissheit, dass unsere internen Kontrollen, Verfahren, Compliance- und Risikomanagementsysteme in der Lage sind, sämtliche potenziellen Konflikte oder Verstöße zu erkennen, oder dass sie rechtzeitig gemeldet oder korrekt bewertet werden, um angemessene Gegenmaßnahmen zu ergreifen, und das diese für ein Unternehmen von der Größe und Komplexität der Gruppe angemessen sind. Sozial- und Umweltrisiken (Nachhaltigkeit)Die dezidierte Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen ist bei der Nordex Group in den allgemeinen Risikomanagementansatz eingebettet. Zu den Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen gehören klima-, umwelt- und sozialbezogene Themen. Berichtspflichtige Risiken gemäß CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz sind Risiken mit einer Bedeutung für Geschäftsverlauf, -lage und -ergebnis und fester Bestandteil der Risikoberichterstattung im Lagebericht der Nordex Group gemäß dem Deutschen Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20). Nach unserer Einschätzung liegen unter Beachtung relevanter Gegenmaßnahmen keine wesentlichen Nettorisiken mit einer Bedeutung für Geschäftsverlauf, -lage und -ergebnis mit sehr wahrscheinlich schwerwiegenden negativen Auswirkungen auf diese Aspekte vor. Sämtliche Nachhaltigkeitsrisiken, die gemäß den Nordex-Schwerpunktthemen bewertet wurden, sind im entsprechenden Kapitel des Nordex-Nachhaltigkeitsberichts 2022 aufgeführt (siehe Nachhaltigkeitsbericht 2022). Im Geschäftsjahr 2022 haben wir in Anlehnung an die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) eine detaillierte Analyse der klimabezogenen Risiken und Chancen vorgenommen, um den Handlungsbedarf zu priorisieren und Risiken und Chancen zu adressieren. Die wichtigsten klimabezogenen Risiken und Chancen im Bereich auf der Grundlage einer Szenarioanalyse sind im Nachhaltigkeitsbericht 2022 dargestellt. Steuerliche RisikenDie Nordex SE und ihre Tochtergesellschaften sind weltweit in vielen Ländern tätig und unterliegen daher einer Vielzahl unterschiedlicher gesetzlicher Bestimmungen und möglicherweise auch Steuerprüfungen. Da die Projekte der Nordex Group langfristigen Charakter haben, besteht das Risiko, dass eine Änderung der Besteuerung oder der Auslegung der Steuergesetze wesentliche negative Auswirkungen auf das Geschäft der Gruppe und die Rentabilität eines Projekts haben könnte. Jede Änderung der steuerlichen Regelungen, denen die Nordex Group unterliegt, könnte wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe haben. Wenngleich Nordex eine entsprechende Organisationstruktur aufgebaut hat, die sicherstellen soll, dass die jeweils relevanten Vorgaben aus Vertrag und Gesetz in der Ausführung unserer Geschäftstätigkeit umgesetzt werden, sind derartige Haftungsrisiken wie auch solche aus Rechtsstreitigkeiten nie auszuschließen. Durch interne Vorgaben und Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette soll der kontrollierte Umgang mit rechtlichen Risiken erreicht werden. Um die bestehenden körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge nutzen zu können, muss zudem ein ausreichender Gewinn erwirtschaftet werden. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von rechtlichen und steuerlichen Risiken wird als möglich eingestuft, wobei die Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen als kritisch eingeschätzt werden. Für bekannte Risiken hat Nordex angemessene Rückstellungen gebildet. PersonalrisikenBei der Entwicklung und Umsetzung von Geschäftsstrategien ist Nordex stark von der Fähigkeit abhängig, hochqualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und auszubilden, insbesondere in den Bereichen, die einen soliden technischen Hintergrund und Kenntnisse über die Besonderheiten des Windenergieanlagenbaus erfordern. Die wesentlichen Personalrisiken beziehen sich jedoch auf einen Fach- und Führungskräftemangel, falsche oder unzureichende Qualifikationen der Belegschaft sowie die Fluktuation von Führungskräften und Mitarbeitern in Schlüsselpositionen. Um den Risiken aus Fach- und Führungskräftemangel entgegenzuwirken, hat Nordex im Berichtszeitraum seine Recruitment-Prozesse verbessert und die entsprechenden Aktivitäten neu ausgerichtet. Ebenso wurde der Maßnahmenkatalog der unternehmenseigenen Weiterbildungseinrichtung, der Nordex Academy, weiter ausgebaut, um die kontinuierliche Qualifizierung und Weiterbildung der Mitarbeiter sicherzustellen. Zur weiteren Reduzierung der Fluktuation, insbesondere auf Schlüsselpositionen, fördert Nordex weiterhin interne Karriereperspektiven, identifiziert frühzeitig Potenzialträger und baut entsprechend Nachfolger auf, u. a. durch das Nachwuchsförderungsprogramm "Upwind". Insgesamt werden die Eintrittswahrscheinlichkeit von Personalrisiken als sehr unwahrscheinlich und deren Auswirkungen als gering eingeschätzt. IT-RisikenAls Turbinenhersteller legen wir höchsten Wert auf Cybersicherheit und beachten dabei sämtliche gesetzlichen Anforderungen. Unsere Richtlinien, Standards und Prozesse im Bereich der Informationssicherheit sind die Grundlage für unsere Zertifizierung nach ISO 27001, die wir für alle deutschen Standorte erhalten haben und weltweit umsetzen wollen. Im Jahr 2021 hat Nordex das erste regelmäßige Überwachungsaudit erfolgreich bestanden und setzt die kontinuierliche Verbesserung seines Informationssicherheitsmanagementsystems fort. Der Verlust des ISO 27001-Zertifikates in der Zukunft hätte Auswirkungen auf die Anforderungen unserer Kunden und einen Reputationsverlust in der Industrie sowie potenziell einen erheblichen Verlust aktuellen und zukünftigen Geschäfts zur Folge. Wir arbeiten sehr eng mit unseren Kunden zusammen, um die steigenden Anforderungen an die Cybersicherheit in der Branche zu verstehen und zu erfüllen. Wir haben uns verpflichtet, bis Ende 2022 internationale Normen (wie IEC-62443) für unsere Plattform Delta4000 zu erfüllen. Wenn wir diesen Meilenstein nicht erreichen, könnte das zu Reputationsschäden führen, während ein Erfolg uns als führendes Unternehmen in diesem wichtigen Bereich stärken wird. IT-gestützte Geschäftsprozesse sind grundsätzlich den Risiken der elektronischen Informationsverarbeitung, insbesondere von Systemausfällen, mangelnder Datensicherheit und Datenverlusten, ausgesetzt. Nordex überprüft daher permanent die Aktualität und Sicherheit der eingesetzten Informationstechnologien, um Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen sicherzustellen. Dies geschieht durch Schulung der Mitarbeiter sowie durch regelmäßige interne und externe Audits der eingesetzten IT-Systemlandschaften. Die Systeme werden nach Vorgabe der Hersteller und allgemeinen Sicherheitsempfehlungen sowie der Anforderungen der Zertifizierungsstandards für IT, Informationssicherheit und Datenschutz auf Stand gehalten. Die Sicherheit von IT-Systemen könnte verletzt werden. Solche Sicherheitsverletzungen können durch Hacker, die Programme verwenden, mit denen Login-Daten erfasst werden, oder durch Denial-of-Service- oder Ransomware-Angriffe verursacht werden. Selbst wenn solche Sicherheitsverletzungen die strukturelle Integrität und/oder die Betriebssicherheit unserer Windkraftanlagen nicht unmittelbar beeinträchtigen, können sie unsere Fähigkeit zur Fernüberwachung von Windkraftanlagen vorübergehend beeinträchtigen. Die Betriebssicherheit unserer Windkraftanlagen ist auch ohne Fernüberwachungssteuerung gewährleistet, da diese sich auch autark den Umgebungsbedingungen anpassen können. Die Fernüberwachung ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Serviceangebots. Zur Minimierung des Risikos von Schwachstellen und Systemausfällen und zum Schutz der Geschäftsdaten hat Nordex eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Dabei werden moderne Technologien zur Datenverschlüsselung, Zugriffskontrolle ebenso genutzt wie Firewall-Systeme, Virenschutzprogramme und Überwachungssysteme. Der Austausch sensibler Daten mit Kunden und Lieferanten läuft über speziell abgesicherte Datenräume. Die Datenverfügbarkeit bei Nordex wird überdies durch den Einsatz redundanter Maßnahmen wie hochverfügbare Serversysteme gewährleistet. Die Informationsverarbeitung personenbezogener Daten erfolgt strikt gemäß den Regelungen der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGV), des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) sowie weiterer geltender nationaler datenschutzrechtlicher Bestimmungen. Als Ergebnis des ISO-Überwachungsaudits im November 2021 und ihrer bisherigen und laufenden Zusammenarbeit werden die Bereiche IT, Informationssicherheit und Datenschutz ihre Prozesse überprüfen und gegebenenfalls optimieren sowie besser miteinander verzahnen. Insbesondere sind folgende Maßnahmen geplant: Zeitnahe, einheitliche und nachhaltige Integration des Datenschutzes in folgenden Bereichen:
Im interdisziplinären Information Security Council werden kontinuierlich Themen von unternehmensweiter Bedeutung im Bereich Informationssicherheit und Datenschutz diskutiert und entschieden. Falls erforderlich bzw. falls keine Einigung erzielt werden kann, werden die Themen dem Vorstand zur Entscheidung vorgelegt. Dies wird in Zusammenarbeit zwischen IT-Management und dem Datenschutzbeauftragten sichergestellt und kontrolliert. Nordex verfolgt weltweit eine geschäftsorientierte Strategie zur Harmonisierung und Standardisierung seiner Prozesse. Diese Umstellung wird auch zu einer Harmonisierung der zugrunde liegenden Systeme führen. Daher wird derzeit eine globale Vorlage entwickelt und eingeführt. Die Rollouts werden in enger Absprache gemeinsam mit dem operativen Bereich geplant, um die damit verbundenen Risiken zu verstehen. Bei jedem Rollout wird ein systematischer Testansatz angewendet. In so genannten "Go/No-Go"-Meetings wird gemeinsam mit dem operativen Bereich entschieden, in welchen Ländern Nordex tätig wird. Zur Gewährleitung der Geschäftskontinuität ist stets eine Backup-Lösung verfügbar. Grundsätzlich fällt die Entscheidung über ein Rollout auf Grundlage des damit verbundenen geschäftlichen Risikos. Insgesamt werden die Eintrittswahrscheinlichkeit von IT-Risiken als möglich und deren Auswirkungen als mittel eingeschätzt. Sonstige RisikenÜber die zuvor beschriebenen Risiken hinaus gibt es Einflüsse und Ereignisse, wie etwa Bürgerproteste und -initiativen gegen den Ausbau von Windenergie, Epidemien und Pandemien, Naturkatastrophen oder Terroranschläge bzw. kriegerische Akte, die schwer oder unmöglich vorhersehbar sind und deren Eintritt schwer oder unmöglich kontrollierbar ist. Als Beispiel sei hier der anhaltende Krieg in der Ukraine aufgeführt, der auch die Geschäftsentwicklung der Nordex Group beeinflusst, u. a. aufgrund der Projekte in der Ukraine. Darüber hinaus waren wir im Jahr 2022 mit indirekten Auswirkungen in Form von Unterbrechungen der Lieferkette konfrontiert, insbesondere in der Stahlindustrie und im Logistiksektor, und auch in der Form von Sanktionen, die den globalen Handel und den freien Warenverkehr eingeschränkt haben. Diese Auswirkungen, mit denen wir auch zukünftig noch konfrontiert sein werden, haben die Gewinnspannen in der gesamten Branche stark beeinträchtigt. Die Nordex-Gruppe beobachtet und bewertet die Entwicklung der Situation kontinuierlich und leitet geeignete Gegenmaßnahmen ein, um sich auf die Veränderungen einzustellen, die sich auf ihr Geschäft auswirken. Insgesamt sind die Folgen des Konflikts selbst oder der Sanktionen und der damit verbundenen Maßnahmen in Bezug auf Umfang, Höhe, Dauer und Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung nicht vorhersehbar. Sie können im Falle des Eintretens die Geschäftsentwicklung der Nordex Group negativ beeinflussen. GesamtrisikoDie Risiken der Nordex Group werden durch den Vorstand regelmäßig einer Überprüfung unterzogen. Nach Einschätzung des Vorstands bestehen gegenwärtig keine wesentlichen Einzelrisiken, die den Fortbestand der Nordex Group gefährden. Dasselbe gilt für die Gesamtbetrachtung aller Risiken. CHANCENDefinition, Überwachung und Steuerung von ChancenChancen können sich als Folge zukünftiger Ereignisse und Entwicklungen ergeben. Die Nordex Group definiert Chancen als potenzielle positive Abweichungen von der Unternehmensplanung. Dabei sind vor allem mögliche positive Einflüsse auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage relevant. Das Chancenmanagement basiert auf einer systematischen und transparenten Überwachung, Analyse und Bewertung von Chancen und umfasst die dafür notwendigen Maßnahmen und Prozesse. Es ist somit fester Bestandteil der Strategie-, Planungs- und Berichtsprozesse sowie des Risikomanagements und unterstützt das Ziel der Nordex Group, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. In das Chancenmanagement sind neben dem Vorstand alle weiteren Führungskräfte sowie projektbezogene Entscheidungsträger eingebunden. So wird sichergestellt, dass Chancen zuverlässig identifiziert, bewertet und systematisch genutzt werden. Detaillierte Erläuterungen der Unternehmensstrategie und -steuerung sowie des Risikomanagements finden sich in den jeweiligen Kapiteln in diesem Lagebericht. Übergeordnet differenziert die Nordex Group zwei Cluster von Chancen, je nach zeitlicher Relevanz. Zum einen können sich - spiegelbildlich zu den Risiken - aus zahlreichen Einflussfaktoren, die eng im Rahmen des systematischen Risikomanagements des Konzerns überwacht werden, Chancen ergeben. Diese betreffen überwiegend den kurzfristigen Zeithorizont für das jeweils laufende Geschäftsjahr bzw. die rollierende Planung für die nächsten zwölf Monate. Chancen können sich ergeben, wenn sich die gesamt- oder branchenwirtschaftliche Entwicklung weltweit bzw. in einzelnen Regionen und in der Folge auch die Auftragssituation der Nordex Group besser als geplant entwickeln. Zudem sind im Zusammenhang Chancen mit der Produkt- oder Projektentwicklung u.a. durch kürzere Entwicklungs- oder Genehmigungszeiten möglich. Chancen können sich ferner im Bereich Beschaffung und Einkauf etwa durch bessere Konditionen oder Material- bzw. Lieferantensubstitution ergeben. Außerdem können sich finanzielle Chancen positiv auswirken. Dazu zählen beispielsweise günstigere Zinskonditionen oder Möglichkeiten, zinstragende Verbindlichkeiten vorzeitig abzulösen, tendenziell auch veränderte Währungskurse und gegebenenfalls Wertsteigerungspotenziale von bilanzierten Vermögensgegenständen. Zum anderen können sich mittelfristig aus Megatrends sowie aus perspektivisch zu erwartenden Entwicklungen und antizipierten künftigen Ereignissen - abweichend von der bestehenden Planung - zusätzliche Geschäftspotenziale für die Nordex Group ergeben. Dabei spielt die Politik eine wesentliche externe Rolle. Des Weiteren sind interne Weichenstellungen der Nordex Group wie die mehrjährig angelegte strukturelle Neuausrichtung der Lieferkette von Bedeutung. Etwaige interne oder externe Chancen, die sich daraus ergeben können, werden eng überwacht und fließen in die mittelfristige Business- und Investitionsplanung sowie in die strategische Ausrichtung des Unternehmens ein. Chancen infolge einer stringenteren Klimapolitik Der Klimawandel und seine Folgen sind immer stärker spürbar. Damit finden auch tiefgreifende Maßnahmen zum Schutz des Klimas weltweit zunehmend höhere Akzeptanz. Dieser Megatrend ist unumkehrbar. Neue politische Vorgaben für einen beschleunigten Ausbau der regenerativen Energieerzeugung und strengere Gesetze zum Klimaschutz können den Ausbau erneuerbarer Energien zusätzlich beschleunigen. Politische Entscheidungen wie der "European Green Deal" unterstützen die Planungssicherheit für künftige Investitionen. Die neue deutsche Bundesregierung plant, den Klimaschutz mit umfassenden Maßnahmen zu forcieren und die Energiewende, insbesondere unter dem Einsatz erneuerbarer Energien wie Windkrafterzeugung an Land, zu beschleunigen. Auf der Klimakonferenz in Glasgow haben sich erstmals alle Staaten zu einen beschleunigten Ausstieg aus der Kohleverstromung bekannt. Die Nordex Group beobachtet im Rahmen ihrer Vertriebsaktivitäten weltweit Märkte und Entwicklungen sehr eng. Ziel ist es u. a., neue Potenziale, die die Planung der Nordex Group übertreffen, nach gründlicher Analyse und Bewertung gegebenenfalls zügig erschließen zu können. Dies ist eine Säule der Unternehmensstrategie. Chancen aus der Neuausrichtung Nordex-ProduktionsverbundesDie Nordex Group hat in den letzten Jahren mit Hochdruck ihren globalen Produktionsverbund mit einer Neuausrichtung der Lieferkette gestärkt. Einen weiteren bedeutenden Schritt zur Optimierung, der zugleich ein Kernelement der Unternehmensstrategie bis 2023 ist, bildet der laufende Ausbau der Produktion und der Lieferkette in Indien. Nordex hat dieses wegweisende Projekt initiiert, um zukünftig von Indien aus den Weltmarkt außerhalb Europas zu bedienen. Dabei sind erhebliche Volumensteigerungen und Kosteneinsparungen geplant. Sollte die Nachfrage stärker oder schneller als vorhergesehen wachsen, könnten sich daraus zusätzliche positive Effekte für den Umsatz und die Profitabilität der Nordex Group ergeben. Des Weiteren hat Nordex die Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Rotorblatthersteller TPI ausgeweitet. Seit Juli 2021 betreibt TPI den Produktionsstandort Matamoros in Mexiko, zunächst für drei Jahre. Durch die Einbindung des Know-hows von TPI soll die Effizienz und Leistung der Rotorblattproduktion gesteigert werden. Zugleich kann Nordex die Ressourcen künftig auf andere strategische Produktionsanlaufaktivitäten fokussieren. Die Flexibilität der Lieferkette für Schlüsselkomponenten wird mit diesem Schritt erhöht. Aus dieser Zusammenarbeit könnten sich über die Planung hinaus Chancen für das Wachstum und die Profitabilität der Nordex Group ergeben. Chancen aus dem RepoweringAls ein Treiber für das zukünftige Umsatzwachstum des Konzerns ist auch das sog. Repowering ein wichtiger Baustein der Unternehmensstrategie. Beim Repowering werden bestehende alte Anlagen am Ende ihres wirtschaftlichen Lebenszyklus vollständig abgebaut und durch den Neubau moderner effizienterer Turbinen ersetzt. Dieser Effekt wird künftig vor allem in etablierten Onshore-Windmärkten eine wichtige Rolle spielen, vor allem in Europa und den USA. Eine zügigere und umfassendere Umsetzung von Repowering-Projekten könnte gegenüber den aktuellen Einschätzungen weiteres Potenzial für die Nordex Group eröffnen, speziell für die erfolgreiche Delta4000-Plattform. Damit wären zusätzliche positive Impulse für den Umsatz und die Profitabilität des Unternehmens möglich. Chancen aus Forschung und EntwicklungNordex setzt bei der Forschung und Entwicklung vor allem auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios. Ein Fokus ist dabei die Senkung der Stromgestehungskosten über eine höhere Leistungsfähigkeit der Turbine oder über geringere Kosten. Den Kunden sollen durch Innovation immer wettbewerbsfähige und effiziente Windenergieanlagen angeboten werden. Die Delta4000-Plattform mit ihren sieben Turbinenvarianten wird je nach Region unterschiedlichen Marktanforderungen gerecht und ist somit global einsetzbar. Ein weiteres F & E-Kernelement ist die gezielte Weiterentwicklung im Service, z. B. durch eine Optimierung der Wartung und durch die Weiterentwicklung von Software zur Leistungssteigerung der Turbinen. Innovationen bei Produkten oder im Dienstleistungsangebot können für die Nordex Group Chancen im Sinne von positiven Abweichungen gegenüber der zugrunde gelegten mittelfristigen Planung darstellen, wenn der Markterfolg dieser Innovationen größer ist oder er früher eintritt als geplant. Chancen im VertriebEine Hauptaufgabe des Vertriebs besteht darin, Stammkunden und Kernmärkte zu pflegen, um so Geschäftsvolumen zu sichern und auszuweiten. Darüber hinaus soll der Vertrieb neue Kunden gewinnen bzw. neue Märkte für die Nordex Group erschließen. Von besonderer Bedeutung für die Nordex Group sind hierbei die weltweit agierenden Stromerzeuger. Nordex will sich für diese Kunden als strategischer Lieferant etablieren. Dies eröffnet die Möglichkeit zur Gewinnung von in der Regel großen Projekten. Weitere Potenziale ergeben sich durch die gezielte Erschließung einzelner Märkte. Dabei analysiert die Vertriebs- und Serviceorganisation kontinuierlich neue und wiederkehrende Märkte, bewertet Chancen und Risiken, mögliche Projektpipelines sowie Chancen für den Ausbau. So entscheidet sich auch, ob und wenn ja, wie ein Markt möglichst effizient und risikoarm bearbeitet werden kann. Vertriebsseitig bestehen somit vielfältige Möglichkeiten, zusätzliche Geschäftspotenziale für das Unternehmen zu heben, die sich - über die bestehende Planung hinaus - positiv auf die zukünftige Entwicklung von Aufträgen, Umsatzerlösen und Profitabilität auswirken können. Chancen durch eigene Projektentwicklung und ServiceDie Projektentwicklung der Nordex Group ist dem eigentlichen Geschäft vorgelagert. In ausgewählten Märkten außerhalb Europas nutzt das Unternehmen selbst entwickelte Windparkprojekte. Die Vermarktung dieser baufertigen Windparks erfolgt dabei vor allem an Finanzinvestoren. Abgerundet wird die Nordex-Wertschöpfungskette durch das margenstarke Servicegeschäft. Es stellt eine besondere Nähe zum Kunden sicher und ist zugleich Basis für neue Projekte. Chancen können sich durch zusätzliche, idealerweise langfristige Serviceverträge ergeben sowie durch eine stärker als geplante Realisierung von Servicevertragsverlängerungen. Dieses Geschäft soll sukzessive weiter ausgebaut werden. Gesamtbewertung der ChancenUnternehmerisches Handeln ist einerseits regelmäßig Risiken ausgesetzt, andererseits bieten sich im Zeitablauf aber auch immer wieder zusätzliche Chancen, die kontinuierlich überwacht und gemanagt werden. Entsprechende Systeme der Nordex Group stellen dies sicher. Der Vorstand der Nordex Group sieht sich damit gut aufgestellt, um zukünftige Chancen gezielt nutzen zu können, d. h. mögliche positive Potenziale für Umsatz, Profitabilität und Liquidität gegenüber der Planung zu heben. Mit der Unternehmensstrategie hat die Nordex Group unter anderem konkrete Maßnahmen und Zielvorgaben bis zum Jahr 2022 definiert. Die Steuerung des Unternehmens ist darauf ausgerichtet, diese Vorgaben im operativen Geschäft umzusetzen. Darüber hinaus können sich aus den skizzierten Chancenclustern zusätzliche attraktive Potenziale für die Nordex Group ergeben, die bisher nicht Teil der konkreten Planungskalkulation für diesen Zeitraum oder darüber hinaus sind. Der Vorstand richtet in diesem Zusammenhang ein besonderes Augenmerk auf die externen Chancen, die sich aus neuen klimapolitischen Vorgaben ergeben können, sowie auf die internen Chancen, die sich aus der Weiterentwicklung des globalen Produktionsverbunds mit dem Ausbau der Lieferkette in Indien ergeben. Das enorme Potenzial für das weltweite Geschäft aus Indien heraus bietet aus Sicht des Vorstands große Chancen für die Nordex Group - (insbesondere) auch für die Jahre nach 2022. NACHTRAGSBERICHTFür die Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verweisen wir auf die Beschreibungen im Konzernanhang. PROGNOSEBERICHT
KÜNFTIGE RAHMENBEDINGUNGENErwartetes makroökonomisches Umfeld: Weltwirtschaft 2023 bei sehr hohen Risiken mit nur sehr geringer DynamikDie Weltwirtschaft wird 2023 voraussichtlich weiter wachsen, aber nochmals abgeschwächt, vor allem in den Industrieländern. Im Ukrainekrieg zeichnet sich keine Deeskalation ab und verschiedene Faktoren bremsen die konjunkturelle Entwicklung zunehmend. So verlieren verschiedene Einflüsse an Bedeutung, die die Wirtschaft zuletzt stabilisiert hatten wie die coronabedingten Nachholeffekte. Außerdem lösen sich die Störungen der Lieferketten nur langsam auf, bei Halbleitern wird sogar über 2023 hinaus mit Engpässen gerechnet. Der Industriesektor wird zu Beginn des Jahres 2023 zwar noch von hohen Auftragsbeständen gestützt, aber die hohen Energiekosten und gestiegenen Zinsen sowie die schwächere Nachfrage dürfte die Produktionsleistung im Jahresverlauf belasten. Insbesondere die schlechteren Finanzierungsbedingungen bremsen die Weltwirtschaft spürbar ab. Demgegenüber setzt die Fiskalpolitik weltweit stabilisierende Impulse über Pakete zur Eindämmung der hohen Energiekosten für Haushalte und Unternehmen oder den forcierten Ausbau der Infrastruktur. Im Januar 2023 hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Erwartung für das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2023 gegenüber der Herbst-Prognose um 20 Basispunkte auf +2,9% angehoben. Für 2024 lautet die IWF-Prognose +3,1 %. Dabei sind die Konjunkturrisiken infolge zahlreicher geopolitischer Spannungen und Verwerfungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten bei wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel sehr hoch. Laut dem IWF bleibt die wirtschaftliche Dynamik in den Industrieländern 2023 mit einem BIP-Plus von nur +1,2 % sehr gering. In den USA (+1,4 %) dürften die Zinssteigerungen sowohl den Privatkonsum als auch die Investitionen spürbar dämpfen. In Europa wirken die schlechteren Finanzierungsbedingungen in Kombination mit Kostensteigerungen in allen Wirtschaftsbereichen und den kriegsbedingten Unsicherheiten negativ aus. Das Wachstum im Euroraum bleibt mit nur +0,7 % (Deutschland: +0,1 %) sehr schwach. Großbritannien rutscht in eine Rezession. Auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern bleibt die Konjunktur laut IWF 2023 verhalten, ebenso in Lateinamerika. Für Brasilien, Argentinien und in Mexiko wird eine Abschwächung des Wachstums erwartet. In der Türkei dürfte sich das Wachstum bedingt durch die sehr hohe Inflation und schwächere Exportnachfrage weiter abflachen. Indien wächst laut IWF 2023 nahezu unverändert robust. In diesem Gesamtumfeld aus steigenden Zinsen, hohen Materialkosten und extremen geopolitischen Risiken ist das zyklische Umfeld in den Kernmärkten der Nordex Group auch 2023 belastet und herausfordernd, wenngleich regional sehr heterogen. Andererseits hat der russische Invasionskrieg in der Ukraine die weltweiten Energiemärkte massiv gestört und eine grundlegende Neuorientierung angestoßen. Der Wunsch nach einer unabhängigen und nachhaltigen Energieversorgung hat vor allem in Westeuropa einen kräftigen Schub bekommen. Auch mit Blick auf den unübersehbaren Klimawandel und seine Folgen setzt die Politik die Energiewende deshalb wesentlich engagierter um als bisher, Unternehmen und Verbraucher treiben die Nachfrage. Auch weltweit wird der Ausbau der regenerativen Energieerzeugung beschleunigt. Mehr Information dazu finden sich unter im Abschnitt "Politisches, rechtliches und regulatorisches Umfeld". Diese Treiber dürften die Entwicklung ab dem Jahr 2023 unabhängig vom kurzfristigen Konjunkturumfeld stärker als zuletzt dominieren. Erwartetes BIP-Wachstum 2023 (ausgewählte Länder und Regionen)
Quellen: a) IWF, b) US Department of Commerce, c) Eurostat, d) Destatis, e) Weltbank Zwar hat der Inflationsdruck Anfang 2023 als Folge der spürbaren Konjunkturabkühlung und der teilweisen Korrektur der zuvor explosionsartig gestiegenen Kosten für Energie, Rohstoffe und Lebensmittel nachgelassen. Es wird aber allgemein davon ausgegangen, dass der Preisauftrieb hoch bleibt und die Inflationsraten weit oberhalb der Zielvorstellung der Notenbanken verharren. Insofern dürfte die Geldpolitik 2023 in den meisten Ländern restriktiv bleiben. Die US-Notenbank (FED) könnte nach den bisher sehr entschlossenen und umfangreichen Zinsschritten sukzessive aber eine etwas langsamere Gangart einlegen. Mit Blick auf die EZB wird allerdings erwartet, dass 2023 weitere klare Zinsanhebungen folgen werden. Nach den Konjunkturprognosen des IWF bleiben die Wachstumsdifferenzen zwischen den USA und dem Euroraum 2023 für den US-Dollar positiv, aber für 2024 wird ein Wechsel unterstellt. Dann dürfte der Euro einen stärkeren Rückenwind von der Konjunktur bekommen. Allerdings sind die Unterschiede in beiden Jahren gering. Da die FED gegenwärtig entschlossener wirkt und die US-Zinsen zunächst noch für längere Zeit attraktiver sind als im Euroraum, dürfte die fundamentale Schwäche des Euro zum US-Dollar anhalten. Zudem sprechen der Ukrainekrieg, die Unsicherheiten über dessen Fortgang und damit über die weiteren Folgen für Europa dafür, dass der US-Dollar auch unter Sicherheitsaspekten im Vorteil ist. Diese fundamentalen Währungseinflüsse können allerdings durch kurzfristige Trends und Ereignisse überlagert werden, beispielsweise durch unerwartete Ausbrüche von Coronainfektionswellen, die Eskalation weiterer geopolitischer Krisenherde oder auch volatile Kapitalmärkte. Die Konzerngesellschaften der Nordex Group schließen ihre Verträge mit Kunden und Zulieferern maßgeblich entweder in Euro oder US-Dollar ab. Häufig werden Split-Verträge vereinbart, in denen die Währung auf die jeweilige Projekt-Wertschöpfung bzw. die Lieferkette abgestimmt ist. Verbleibende Transaktionswährungsrisiken werden weitestgehend durch Hedging minimiert. Weitere Informationen hierzu finden sich im Anhang im Abschnitt "Finanzrisikomanagement". Nach der durch den Ukrainekrieg ausgelösten Preisexplosion an den Rohstoffmärkten hatte bereits in der zweiten Jahreshälfte 2022 eine Entspannung eingesetzt. Für 2023 zeichnet sich eine Fortsetzung dieses Trends mit tendenziell leicht fallenden Notierungen ab. Dafür spricht eine Normalisierung der zuletzt zum Teil heftigen Verwerfungen innerhalb der globalen Wertschöpfungsketten. Die globalen Lieferengpässe sollten daher in den meisten Bereichen allmählich überwunden werden. Außerdem ist der konjunkturelle Nachfragedruck sehr schwach. Der IWF erwartet, dass sich Nicht-Öl-Rohstoffe 2023 im Durchschnitt um 6,3 % nachgeben (2022: +7,0 %). Für die Ölpreise rechnet der IWF im Jahr 2023 mit einem Rückgang. Im Jahresdurchschnitt fällt der Preis für ein Barrel Öl (Mittelwert für UK Brent, Dubai Fateh, WTI) demnach um 16,2 % auf USD 81,13 (2022: USD 96,81). Politisches, rechtliches und regulatorisches Umfeld: Inflation Reduction Act (USA) und Net-Zero Industry Act (EU) im Fokus Der Trend hin zu regenerativer Stromerzeugung ist in den meisten Regionen der Welt eine unumkehrbare Entwicklung. Die politische Unterstützung für erneuerbare Energien spielt in weitgehend regulierten Energiemarkten eine wesentliche Rolle, wobei die Ausgestaltung der Märkte durch politische und regulatorische Gegebenheiten sehr unterschiedlich ist. Im Kern orientieren sie sich aber alle am Pariser Klimaabkommen von 2015. Dort hatten sich die Teilnehmer auf das Ziel geeinigt, die Erderwärmung auf maximal +1,5° C zu begrenzen. Dies wurde zuletzt auf den UN-Klimakonferenzen in Glasgow (2021) und Ägypten (2022) bestätigt und weiter konkretisiert. In diesem Zusammenhang sind für die Nordex Group mittelfristig insbesondere die Ambitionen der Europäischen Union (EU), die Klimaschutzvorhaben in den USA sowie das Ausbauvolumen in Lateinamerika von Bedeutung. Nach dem Auslauf der Steuergutschriften (PTC) im Jahr 2021 hat die amerikanische Regierung mit dem Inflation Reduction Act (IRA) im August 2022 ein neues Programm zur Bekämpfung der Inflation beschlossen, das substanzielle Investitionen die US-Energieproduktion und Industrie beinhaltet. Damit soll gezielt der Ausbau von erneuerbaren Energiequellen gefördert und den Ausstoß von Treibhausgasen bereits bis 2023 um 40 % reduzieren werden. Insgesamt stehen in Form von Steueranreizen USD 158 Mrd. über einen Zeitraum von zehn Jahren für erneuerbare Energien zur Verfügung, zu denen auch die Windindustrie gehört. Dieses Gesetz ist als sehr positiv zu bewerten und es wird durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen ein großvolumiger Ausbau erwartet. Dabei spielt nicht nur die Höhe der Förderung eine entscheidende Rolle, sondern vielmehr die langjährige Ausrichtung, die für Planbarkeit und Verlässlichkeit sorgt. Die Gewährung der Steuervorteile bedingt jedoch einen gewissen Anteil an lokaler Wertschöpfung (Local-Content), beim dem zum aktuellen Zeitpunkt noch Unklarheiten über das Ausmaß und die Anforderungen bestehen. Daher erwartet die Nordex Group tendenziell erst gegen Ende des Jahres 2023 von dem Gesetz zu profitieren. Dazu prüft die Nordex Group, ihre vorübergehend aus dem Markt genommene Produktionsstätte für Turbinen in West Branch (Iowa) wieder aktivieren. Mit dieser Produktionsstätte in den USA schafft das Unternehmen die Voraussetzung, um in den kommenden Jahren von diesem Schub für den US-Windenergieausbau partizipieren zu können. Als Reaktion auf den amerikanischen Inflation Reduction Act plant die EU einen Net-Zero Industry Act, der unter anderem Genehmigungen neuer Standorte für saubere Technologien vereinfachen und beschleunigen soll sowie gezielte Beihilfen für Produktionsanlagen von sauberen Technologien bereitstellt. Auch hier ist die Absicht die Rahmenbedingungen für den Ausbau von Windenergie zu verbessern sehr erfreulich. Aus Sicht der Nordex Group ist es dabei wünschenswert, dass das Vorhaben zu europäischen Lösungen führt und länderspezifische, individuelle Ausgestaltungen vermieden werden. Die Nordex Group rechnet für den deutschen Markt mit der Realisierung erster Maßnahmen, die notwendig sind, um die ambitionierten Ausbauziele der Windenergie zu realisieren. So hat die Bundesnetzagentur das Ausschreibevolumen für Windenergie an Land im Jahr 2023 auf 12,84 GW angesetzt. Dies stellt einen Rekordwert dar, wobei abzuwarten bleibt, wie hoch die konkrete Nutzung ausfällt. Die zulässigen Höchstwerte wurden auf 7,35 ct/kWh erhöht, um die Kostensteigerungen und den Anstieg der Zinsen zu berücksichtigen. Diese beiden Maßnahmen sind wesentliche Teilschritte, um die Zielvorgabe der Bundesregierung, bis Ende 2027 1,4 % und bis Ende 2032 mindestens 2,0% der Fläche in Deutschland für Windenergie auszuweisen. Doch die alleinige Steigerung der Ausbauflächen ist nicht ausreichend, da ein großes Hindernis weiterhin die umfangreichen Planungsprozesse und langsamen Genehmigungszeiten sind. Um die Zielerreichung nicht durch ein zu großes Maß an bürokratischen Hemmnissen zu gefährden, ist es unerlässlich, dass die geplante Reduzierung der Anzahl an Gutachten für bereits bestehenden Windgebiete tatsächlich schnell umgesetzt wird und ihre beschleunigende Wirkung entfaltet. Zudem besteht unverändert ein großes Potenzial in der Erneuerung von bestehenden Windenergieanlagen. Die Fristenverkürzung bei Repowering-Vorhaben wird dabei helfen, bestehende Windenergieanlangen mit einer aktuellen Leistung von 17 GW und einem Alter von über 15 Jahren schneller durch neue, deutlich leistungsstärkere Anlagen zu ersetzen. In Lateinamerika ist das Marktumfeld durch sehr wettbewerbsfähige Preise von Onshore-Windstrom und von bilateralen Stromabnahmeverträgen (Power Purchase Agreements, PPA) geprägt. Während öffentliche Auktionen in Brasilien, Argentinien, Peru und Chile noch eine untergeordnete Rolle spielen, finden derzeit in Mexiko nahezu keine statt. Branchenspezifische Rahmenbedingungen: Diverse Regionen 2023 mit geringerem Zubau an Land, Europa bleibt auf hohem Installationsniveau - ab 2024 global starkes Wachstum möglich Die Windenergie ist als ein Haupttreiber der regenerativen Stromerzeugung unverzichtbar für die international forciert angestrebte Energiewende. Gestützt auf den erheblichen technologischen Fortschritt in den letzten Jahren hat sie ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich gestärkt. In windreichen Regionen ist die Windenergie heute im Vergleich zu anderen Technologien der Stromerzeugung auch ohne Subventionen konkurrenzfähig. Viele Märkte operieren daher subventionsfrei. Die Projekte werden dann meist durch Auktionsverfahren oder über sogenannte PPAs (Power Purchase Agreements) vergeben. Das sind private Stromlieferverträge zwischen Energieerzeugern und Großkunden, z. B. Unternehmen. Die Politik treibt mit verschärften Gesetzen zum Klimaschutz auch die Windenergie voran, wie im Abschnitt "Politisches, rechtliches und regulatorisches Umfeld" näher erläutert. Die Treibhausgasemissionen sollen auf null reduziert werden. Dies erfordert u. a. einen massiven und beschleunigten Ausbau der Windenergie. Vor diesem Hintergrund sehen führende Marktforschungsinstitute die Windenergie auf einem verlässlichen, langfristig robusten Wachstumspfad. So rechnet Wood Mackenzie in einer aktualisierten Prognose bis zum Jahr 2030 mit einem Wachstum von +7,7 % pro Jahr beim globalen Zubau. Der Global Wind Energy Council (GWEC) prognostiziert im Rahmen seines Branchenszenarios bis zum Jahr 2026, dass die globalen Neuinstallationen insgesamt, also an Land und auf See, bezogen auf die Leistung der Windenergieanlagen um durchschnittlich 8,1 % pro Jahr zulegen (Zeitraum: 2021 bis 2026). Mit einem Anteil von dann gut 76 % am Weltmarkt bleibt das Onshore-Segment trotz der Weiterentwicklung des Offshore-Markts auch in den kommenden Jahren dominierend. Im für die Nordex Group relevanten Onshore-Weltmarkt ohne China legen die Neuinstallationen in dem GWEC-Szenario bis 2026 um durchschnittlich 3,1 % pro Jahr zu. Das absolute Jahresvolumen des Zubaus wächst damit um etwa ein Viertel auf rund 50 GW (2022: 40,5 GW), d. h. der globale Markt, den Nordex adressiert, wird Jahr für Jahr größer. Eine sehr wichtige Teilregion bleibt der etablierte Markt Europa. GWEC erwartet für Europa, dass die Onshore-Neuinstallationen bis 2026 im Jahresdurchschnitt um 4,7 % steigen. Wesentlicher Treiber ist Deutschland, wo der Zubau an Land bis 2026 auf ein Volumen 5,0 GW wachsen soll (2022: 2,4 GW). Auch für Spanien und Frankreich wird ein stetiges Wachstum erwartet. Die Märkte in den USA und Australien dürften nach einer kurzen Delle ab 2024 wieder Fahrt aufnehmen. Für Brasilien wird mit einem stabilen Zubau im Bereich von 2,5-3,0 GW pro Jahr bis 2026 gerechnet und für Indien mit jährlich 3,5-4,8 GW. Die Nordex Group ist gut aufgestellt, um die vielfältigen Wachstumschancen in diesen Onshore-Märkten zu nutzen. Zukünftig werden auch Länder wie Südafrika, Ägypten und Marokko den Ausbau der Onshore-Windenergie nennenswert vorantreiben. Diese Potenziale betrachtet und analysiert Nordex sehr genau und bewertet die Chancen, die sich daraus für das Unternehmen ergeben können. Für das Jahr 2023 rechnet GWEC im Detail damit, dass der globale Zubau Onshore und Offshore auf 104,3 GW wächst (+6,9 %) und damit erstmals die Schwelle von 100 GW übertrifft. Allerdings ergibt sich bezogen auf den für Nordex relevanten Markt, d. h. Onshore ohne China, für 2023 voraussichtlich ein Rückgang der Neuinstallationen auf 36,9 GW (- 8,9 %). Mit Ausnahme von Indien (+70 % auf 3,9 GW) sind die Vorzeichen in mehreren Ländern und Regionen gleichzeitig vorübergehend negativ. So gehen die Neuinstallationen in Australien (- 40% auf 0,75 GW) sowie in Nord- und Lateinamerika voraussichtlich zurück, ebenso in den USA (-26% auf 7 GW), Mexiko (-38% auf 0,5 GW) und Brasilien (-23 % auf 3,0 GW). Mit Blick auf Europa rechnet GWEC für 2023 mit einem Minus von knapp 12 % auf ein immer noch sehr hohes Onshore-Gesamtvolumen von 14,4 GW neuinstallierter Leistung. Dabei wird für die drei größten Windenergieländer Deutschland (2023e: 2,7 GW), Spanien (2023e: 1,8 GW) und Frankreich (2023e: 1,6 GW) aber auch für das Jahr 2023 mit Wachstum beim Zubau gerechnet. Der Rückgang entfällt vielmehr auf andere europäische Länder. Das Marktforschungsunternehmen Wood Mackenzie erwartet in seinem weltweiten Marktausblick von November 2022 einen Onshore-Windenergiezubau im Jahr 2023 von etwa 87,5 GW. Das entspricht einem Plus von 2,0 %. Die nachfolgende Tabelle gibt die Einschätzung von Wood Mackenzie für die zehn größten Einzelmärkte wieder. Marktausblick Onshore-Windenergie für die Top-10-Länder nach erwarteten Neuinstallationen 2023
Quelle: Wood Mackenzie November 2022 Onshore Market Outlook Update Q4 2022 PROGNOSE DER NORDEX GROUP FÜR 2023Die Nordex Group hat im Berichtsjahr ihre Marktposition im globalen Onshore-Windmarkt weiter gefestigt, gute Auftragseingänge in einem schwierigen Marktumfeld erzielt und dadurch ihre Marktanteile erhöht. Durch die Kapitalerhöhungen Mitte 2022 konnte die Nordex Group die Kapitalstruktur stärken und die Liquidität verbessern. Mit einem ebenfalls im Sommer abgeschlossenen Gesellschafterdarlehen sicherte sich das Unternehmen die Refinanzierung der Unternehmensanleihe Anfang 2023. Zudem verfügt Nordex über ein wettbewerbsfähiges Produktportfolio und ist damit aussichtsreich im Markt positioniert, weil der Windenergie an Land nicht nur hohe Bedeutung als kostengünstige Energiequelle zukommt sondern sie auch infolge des Krieges in der Ukraine und der Diskussionen über eine sichere und zukünftig nachhaltige Energieversorgung neuen Schwung von der politische Seite erfährt. Nordex erwartet, dass sich die Lieferketten in Jahresverlauf 2023 stabilisieren, sodass die dadurch verursachten Engpässe allmählich überwunden werden. Dies verbessert die Kostensituation. Allerdings dauert der Krieg in der Ukraine und damit die verhängten Sanktionen weiter an, die Zinsen bleiben auf hohem Niveau oder steigen weiter, die Inflation bleibt ebenfalls überdurchschnittlich hoch und es fragt sich, wann und in welchem Umfang die politischen Maßnahmen zu greifen beginnen. Folglich bleibt das Makroumfeld weiter sehr volatil, sodass die Geschäftsentwicklung und auch die Annahmen für diese Prognose sehr großen Unsicherheiten unterliegen, denen mit breiteren Prognosekorridoren Rechnung getragen wird. Nach einem außerordentlich schwierigen Jahr 2022 rechnet die Nordex Group in diesem Umfeld dennoch mit einem besseren Geschäftsverlauf 2023, der sich in den wesentlichen finanziellen Kennzahlen zeigen wird. Für das Geschäftsjahr 2023 strebt der Vorstand der Nordex SE einen Konzernumsatz von EUR 5,6 bis 6,1 Mrd. und eine EBITDA-Marge in Höhe -2,0 bis 3,0 % an. Darüber hinaus rechnet das Unternehmen mit Investitionen in Höhe von rund EUR 200 Mio. Die auf den Konzernumsatz bezogene Working-Capital-Quote soll zum Jahresende 2023 unter -9 % liegen. Zum 31. Dezember 2022 belief sich der Auftragsbestand im Segment Projekte auf EUR 6,5 Mrd. Das sind knapp 6 % mehr als ein Jahr zuvor. Dieser Auftragsbestand ist zentraler Bestandteil der Prognose. Im zurückliegenden Berichtsjahr lagen die Installationen deutlich unter dem Vorjahresniveau, sodass im Jahr 2023 über die Auflösung der Lieferkettenprobleme mit einem Aufholeffekt zu rechnen ist. Die stärksten Einzelmärkte lagen letztes Jahr in Europa, allen voran Deutschland, Finnland und Spanien. International folgten dann die USA, Brasilien und Chile. Weitere bedeutende Märkte in Europa waren Frankreich und Großbritannien. Insgesamt war der Auftragseingang in Europa am höchsten, gefolgt von den lateinamerikanischen Märkten und den USA. Die tendenziell höheren Margen der aktuellen Turbinengeneration, die den Kunden zusätzlichen Nutzen über längere Lebensdauer bietet, wurden 2022 von sehr hohen Kosten für Rohstoffe und Logistik überlagert. Dies wird sich Anfang 2023 zunächst fortsetzen, aber im Laufe des Jahres immer sichtbarer hin zu steigenden und positiven Margen verändern. Der Auftragsbestand per Ende Januar 2023 deckte bereits 87 % der von der Nordex Group geplanten Umsätze des Jahres 2023 im Segment Projekte ab und bietet daher eine robuste Planungsbasis für die Produktion und Installationen. Dabei sollte nachgelagert auch das Segment Service von weiteren Installationen profitieren. Im zeitlichen Ablauf des Jahres 2023 erwartet das Unternehmen hinsichtlich des Umsatzes eine stärkere zweite Jahreshälfte. Bei der EBITDA-Marge rechnet die Nordex Group aufgrund des Kostendrucks mit einer negativen Marge im ersten Quartal, die sich im Jahresverlauf kontinuierlich verbessern wird und spätestens ab dem dritten Quartal wieder positiv sein sollte. Tendenziell stabile bzw. leicht steigende Preise sowie angepasste Kundenverträge sollten den Anstieg der Marge unterstützen. Ferner wird das Unternehmen das Programm zur Steigerung der Ergebnisse kontinuierlich fortführen. Wichtige Bausteine sind hier die Erhöhung der Produktivität, die langfristige Erhöhung der Servicemarge, die Verbesserung der Projektabwicklung sowie die Weiterentwicklung der Lieferkette. Während der Ausbau der Produktion in Indien abgeschlossen ist, prüft das Unternehmen, die Turbinenproduktion in den USA in West Branch wieder in Betrieb zu nehmen. Mit der eigenen Fertigung in den USA könnte Nordex die Position vor Ort festigen und gegebenfalls die Voraussetzung schaffen, um am Investitionsprogramm der US-Regierung zum Ausbau der regenerativen Energie (IRA 2022) partizipieren zu können. Die geplanten Investitionen im Jahr 2023 sind vor allem für den weiteren Ausbau der Produktion vorgesehen. Dies schließt die Formen für die Herstellung der neuen Rotorblätter der Turbine N175/6X. Darüber hinaus wird die Nordex Group weiter in Transportausrüstung investieren, um die hohe Anzahl der geplanten Installationen effizient abarbeiten zu können. Für das Jahr 2023 rechnet die Nordex Group grundsätzlich mit einer soliden Nachfrage insbesondere in ihren bedeutenden Kernmärkten. Hierbei profitiert das Unternehmen sowohl von seiner starken Marktposition bei weltweit agierenden Schlüsselkunden als auch vom breit gefächerten Kundenstamm, vor allem in Europa. Mit der Delta4000-Plattform hat die Nordex Group eine effiziente und wettbewerbsfähige Turbinengeneration der Klassen 4 MW, 5 MW und 6 MW+ mit inzwischen acht verschiedenen Produkttypen am Markt, die in nahezu allen Regionen weltweit eingesetzt werden kann. Der Inflation Reduction Act in den USA sowie die politischen Maßnahmen auf europäischer Ebene und auch die stetig zunehmende Bedeutung des Repowerings in wichtigen europäischen Märkten und auch den USA bieten gute Marktchancen. Dabei ist schwer abschätzbar, wann und in welchem Umfang sich diese Maßnahmenpakete kurzfristig entfalten. Positiv zu bewerten ist die politische Aufmerksamkeit, nach dem Krieg in der Ukraine eine unabhängige und saubere Energieproduktion in Europa zu fördern und gleichzeitig dem Klimawandel entschlossen entgegenzutreten. Die Entwicklung des Working Capitals sollte im laufenden Geschäftsjahr von einem guten Auftragseingang sowie einer hohen Anzahl von Installationen profitieren. Mittelfristziele bestätigtDie Nordex Group hatte bereits im November 2020 neben einem strategischen Umsatzziel und einer Zielgröße für die Produktionskapazität (beide sind inzwischen erreicht) eine strategische EBITDA-Marge von 8 % als Ziel genannt. Diese Vorgabe bekräftigt das Unternehmen hiermit erneut. Das Margenziel soll mittelfristig erreicht werden. GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNGIm Jahr 2022 hat die Nordex Group das Unternehmensprogramm zur Verbesserung der Profitabilität fortgeführt und wird dies auch im Jahr 2023 vornehmen. Dabei ist eine wesentliche Aufgabe für das Unternehmen, seine Lieferkette kontinuierlich zu überprüfen und mit einem Fokus auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit weiterzuentwickeln. So hat die Nordex Group im Berichtsjahr den Auf- und Ausbau der Produktion in Indien für die Fertigung von Rotorblättern und Turbinen erfolgreich abgeschlossen und hält hier somit eine Produktionskapazität von 4 GW vor. Auf diese Weise stellt die Nordex Group ihre Wettbewerbsfähigkeit sicher und kann vor allem die Märkte außerhalb Europas effizient und kostengünstig bedienen. Außerdem hatte das Unternehmen dem intensiven Markumfeld und der Verschiebung der Nachfrage Rechnung getragen und seine Rotorblattproduktion in Rostock Mitte 2022 eingestellt. Vor gut einem Jahr hatte die Nordex Group darüber hinaus einen Prozess gestartet, um die Wirtschaftlichkeit der Gondelproduktion in La Vall dÚixó zu überprüfen und ist zu dem Ergebnis gekommen, die Produktion an diesem Standort zu schließen. Ziel der Nordex Group ist es, die globale Lieferkette neben der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit auch an die neuen politischen Rahmenbedingungen anzupassen. Der Inflation Reduction Act (IRA) in den USA erfordert lokale Produktion, um im US-Markt agieren zu dürfen. Daher prüft die Nordex Group, ihre vorübergehend aus dem Markt genommene Produktionsstätte für Turbinen in West Branch (Iowa) wieder zu aktivieren. Außerdem bestehen Überlegungen, die Lieferkette in der Türkei weiter zu stärken, um die Abhängigkeit von Zulieferungen aus China zu reduzieren. Das Jahr 2022 war wie das Vorjahr von erheblichen Unterbrechungen der Lieferketten sowie von stark steigenden Kosten bei Rohstoffen und in der Logistik bestimmt, vor allem bei Seefrachten. Diese externen Faktoren hatten die Profitabilität nachhaltig belastet. Folglich führte die Nordex Group ihre 2021 eingeleiteten Maßnahmen fort, um Risiken weiter zu senken und so die Marge bestmöglich abzusichern und im weiteren Verlauf kontinuierlich zu erhöhen. Besonders hervorzuheben sind hier Preiserhöhungen und die Anpassung von Kundenverträgen. Weitere Ansatzpunkte betreffen die Beschaffung, Logistik (beispielsweise über Rahmenverträge), den Produktionsverbund und gegebenenfalls auch einen angepassten Umfang von Projekten. Der letzte Punkt beinhaltet eine für die Nordex Group verminderten Projektumfang, indem der Kunde beispielsweise Teile der logistischen Versorgung und somit auch das damit einhergehende Risiko übernimmt. Insgesamt spielt die gezielte Reduzierung von Risiken eine bedeutende Rolle für das Unternehmen. Gute Planbarkeit und stabile Zahlungsströme bestimmen die Geschäftsentwicklung des Nordex-Servicebereichs. Dabei hat sich die COVID-19-Pandemie im Berichtsjahr kaum ausgewirkt. Infolge der erhöhten Produktion und auch tendenziell steigenden Installationen soll der Umsatz in diesem Segment im Geschäftsjahr 2023 weiter steigen. Angestrebt wird hier ein Wachstum von mehr als 5 %. Die Margen liegen in diesem Bereich deutlich über denen des Gesamtkonzerns. Auch hier ist es die Ambition der Nordex Group, die Marge im Laufe der Zeit kontinuierlich zu erhöhen. Darüber hinaus nutzt die Nordex Group die im gesamten Anlagenportfolio erhobenen Daten und insbesondere länderübergreifende Erfahrungen, um ihre Angebote im Service und in der Wartung stetig weiterzuentwickeln und profitabler zu gestalten. Die Nordex Group fokussiert sich im Jahr 2023 vor allem darauf, die Profitabilität des Unternehmens sukzessive zu verbessern. Wesentliche Maßnahmen sind neben der Optimierung der Produktion und Lieferkette auch die Fortführung des Unternehmensprogramms sowie die konsequente Erhöhung der Preise und weitere Anpassung der Kundenverträge. Eine wichtige Rolle wird ferner das Produktportfolio spielen, das sich auf die kontinuierliche Weiterentwicklung der Delta4000-Plattform konzentriert. Eine weitere zentrale Aufgabe für 2023 besteht darin, den hohen Auftragsbestand so effizient wie möglich abzuarbeiten. GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER KONZERNGESELLSCHAFT NORDEX SEDie Nordex SE übernimmt als Konzernobergesellschaft die Holdingfunktion für die Nordex Group. Eine wesentliche Aufgabe der Nordex SE ist die Finanzierung der Konzerngesellschaften durch die Gewährung von Darlehen und Garantien. Darüber hinaus erbringt die Nordex SE für diverse Tochtergesellschaften Verwaltungsdienstleistungen in den Bereichen Controlling, Finanzen, Internal Audit, IT, Investor Relations, Kommunikation, Konzernstrategie, People & Culture, Recht und Versicherungen. Zwischen der Nordex SE und der Nordex Germany GmbH, der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, der Nordex International GmbH, der Nordex Windpark Beteiligung GmbH sowie der Nordex Manufacturing GmbH sowie der Nordex Manufacturing GmbH bestehen steuerrechtlich wirksame Ergebnisabführungsverträge. Weitere Erläuterungen zum Konsolidierungskreis sind dem Konzernanhang zu entnehmen. Der Umsatz der Nordex SE stieg im Geschäftsjahr 2022 um 24,8 % auf EUR 114,4 Mio. (2021: EUR 91,7 Mio.) begründet durch höhere Konzernumlagen für Dienstleistungen und gestiegene Provisionen für Vertragserfüllungsbürgschaften. Der Personalaufwand erhöhte sich auf EUR 35,9 Mio. (2021: EUR 30,2 Mio.) hervorgerufen durch höhere Aufwendungen im Bereich der variablen Vergütung. Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen lag bei EUR -85,9 Mio. (2021: EUR -71,4 Mio.). Die sonstigen betrieblichen Erträge resultierten im Wesentlichen aus Erträgen aus Währungsumrechnung und der Veräußerung von 50% der Anteile an der nicht-börsennotierten Nordex H2, S.L. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrafen vor allem höhere Aufwendungen aus Währungsumrechnung, Rechts- und Beratungskosten, Wertberichtigungen auf Forderungen verbundener konsolidierter Unternehmen sowie EDV-Kosten. Die Erträge aus Ergebnisabführung betrugen EUR 20,9 Mio. (2021: EUR 24,5 Mio.). Die Aufwendungen aus der Verlustübernahme erhöhten sich auf EUR 283,5 Mio. (2021: EUR 112,9 Mio.). Damit verschlechterte sich das Ergebnis nach Steuern auf EUR -247,3 Mio. (2021: EUR -158,7 Mio.). Im Geschäftsjahr 2022 verzeichnete die Nordex SE einen handelsrechtlichen Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 247,7 Mio. (2021: Jahresfehlbetrag von EUR 158,9 Mio.). Nach Entnahmen aus den Rücklagen lag das Bilanzergebnis für das Geschäftsjahr 2022 bei EUR 0,0 Mio. (2021: EUR 0,0 Mio.). Trotz der schlechten Ergebnisentwicklung erhöhte sich das Eigenkapital der Nordex SE durch die Kapitalerhöhungen im Juli 2022 zum 31. Dezember 2022 um 7,2 % auf EUR 1.551,6 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 1.447,2 Mio.). Die Bilanzsumme wuchs um 37,8 % auf EUR 4.286,5 Mio. (31. Dezember 2021: 3.109,5 Mio.). Aufgrund von Einzahlungen in das Eigenkapital von Tochterunternehmen stiegen die Anteile an verbundenen Unternehmen auf EUR 1.087,3 Mio (31. Dezember 2021: EUR 856,8 Mio). Die Eigenkapitalquote lag damit bei 36,2% (31. Dezember 2021: 46,5 %). SCHLUSSERKLÄRUNG DES VORSTANDS UND ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABENSCHLUSSERKLÄRUNG DES VORSTANDS ZUM BERICHT ÜBER BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMENMit ihrer gegenwärtigen Beteiligung von 40,97 % und den durchschnittlichen Hauptversammlungspräsenzen der Vergangenheit besitzt die Acciona, S.A. selbst unter Zugrundelegung der historisch höchsten Hauptversammlungspräsenz rechnerisch über eine faktische einfache, möglicherweise sogar eine qualifizierte Stimmenmehrheit. Dies begründet ein Abhängigkeitsverhältnis. Ein Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag der Nordex SE mit der Acciona, S.A. besteht nicht. Der Vorstand der Nordex SE hat daher gemäß § 312 AktG einen Abhängigkeitsbericht über Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen erstellt. Der Vorstand hat am Ende des Berichts folgende Erklärung abgegeben: "Unsere Gesellschaft, die Nordex SE, hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für den Berichtszeitraum vom 1.1.2022 bis 31.12.2022 aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Andere Maßnahmen im Interesse oder auf Veranlassung des herrschenden Unternehmens oder der mit ihm verbundenen Unternehmen sind nicht getroffen und auch nicht unterlassen worden." ANGABEN NACH §§ 289A ABS. 1, 315A ABS. 1 HGB NEBST ERLÄUTERNDEM BERICHT NACH §176 ABS. 1 S. 1 2. HS. AKTGGemäß den §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB ergeben sich für den Lagebericht folgende weitere Angabepflichten: Zusammensetzung des gezeichneten KapitalsDas gezeichnete Kapital der Gesellschaft betrug zum Bilanzstichtag EUR 211.946.227,00 und ist eingeteilt in 211.946.227 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien. Eine Aktie hat einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00. Es existieren keine Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen. Mit Ausnahme eigener Aktien, aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen, gewähren alle Aktien die gleichen Rechte. Jede Aktie vermittelt eine Stimme und, gegebenenfalls mit Ausnahme eventueller nicht dividendenberechtigter junger Aktien, den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Dividendenausschüttung. Die Rechte und Pflichten aus den Aktien ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG. Zum 31. Dezember 2022 befanden sich keine Aktien im eigenen Bestand. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffenAus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft keine Rechte zu. In den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Herr Blanco und Herr Landa sind im Rahmen ihrer erfolgsabhängigen Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung gemäß den Bedingungen des Performance-Share-Unit-Plans unter ihren bis zum Bilanzstichtag gültigen Dienstverträgen verpflichtet, Aktien im Wert von mindestens 33 % des nach Steuer- und Sozialversicherungsabzugs verbleibenden Auszahlungsbetrags über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren zu halten. Herr Dr. Hartmann ist nach den Regelungen seines Dienstvertrages verpflichtet, Aktien bis zu einem Betrag im Wert des jeweiligen Jahresgrundgehalts (brutto) zu erwerben und diese für die Dauer seiner Bestellung und während zweier weiterer Jahre nach deren Beendigung zu halten. Dabei gilt ein jährlicher Mindestinvestitionsbetrag in Höhe von 25 % der jeweiligen Nettoauszahlung aus der Vergütungskomponente mit kurzfristiger Anreizwirkung, bis das vollständige Investitionsvolumen erreicht ist. Eine gleichlautende Reinvestitionsverpflichtung ist auch mit den Herren Blanco und Landa unter den mit Wirkung ab dem 1. Januar 2023 laufenden Dienstverträgen vereinbart. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital von mehr als 10% der StimmrechteZum Bilanzstichtag 2022 haben folgende Gesellschaften über einen direkten oder indirekten Anteilsbesitz von mehr als 10 % der Stimmrechte an der Nordex SE verfügt: Acciona, S.A., Madrid (Spanien), verfügte laut eigener Aussage über 86.824.744 Aktien und damit über 40,97 % der Stimmrechte. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der SatzungDie Bestellung und die Abberufung von Vorstandsmitgliedern sind in den §§84 und 85 AktG gesetzlich geregelt bzw. in Art. 46 SE-VO für die Rechtsform der SE. Nach § 7 der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern und wird vom Aufsichtsrat bestellt, der auch die Zahl der Mitglieder bestimmt. Nach § 7 Abs. 3 der Satzung werden die Mitglieder des Vorstands für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt. Änderungen der Satzung der Gesellschaft bedürfen gemäß § 179 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Nach § 20 Abs. 4 Satz 2 der Satzung i. V. m. Art. 59 Abs. 1 und 2 der SE-VO bedürfen Satzungsänderungen einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen bzw., sofern mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist, der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen. In Fällen, in denen im Aktiengesetz oder im Umwandlungsgesetz für deutsche Aktiengesellschaften zwingend eine Mehrheit von drei Vierteln vorgesehen ist, findet aufgrund des entsprechenden Gesetzesvorbehalts in Art. 59 SE-VO bei der Nordex SE eine Drei-Viertel-Mehrheit Anwendung, wobei als Bezugsgröße nicht auf das vertretene Kapital, sondern auf die abgegebenen Stimmen abgestellt wird. Nach § 26 der Satzung der Nordex SE i. V. m. § 179 Abs. 1 S. 2 AktG ist der Aufsichtsrat zur Vornahme von Fassungsänderungen der Satzung ermächtigt. Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufenIm Einzelnen bestehen folgende Ermächtigungen: Bedingtes Kapital / Genehmigtes KapitalDie Gesellschaft verfügte zum 31. Dezember 2022 über kein Genehmigtes Kapital I (2021: EUR 0) und kein Genehmigtes Kapital II mehr (2021: EUR 0). Die Gesellschaft verfügte zum 31. Dezember 2022 noch über ein Genehmigtes Kapital III von EUR 81.118 mit entsprechend 81.118 Aktien (2021: EUR 299.578 mit entsprechend 299.578 Aktien), ein Bedingtes Kapital I von EUR 18.436.138 mit entsprechend 18.436.138 Aktien (unverändert zum Vorjahr) und ein Bedingtes Kapital II von 3.500.000 mit entsprechend 3.500.000 Aktien (unverändert zum Vorjahr). Die Aktien haben jeweils einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1. Insgesamt können aus sämtlichen der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Ermächtigungen und Kapitalia (einschließlich der Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen an Führungskräfte und Experten des Konzerns) nur neue Aktien mit einem Gesamtanteil am Grundkapital in einer Höhe von maximal 40 % des bei der Beschlussfassung der Hauptversammlung am 31. Mai 2022 bestehenden Grundkapitals, dies entspricht 64.008.414 neuen Aktien, ausgegeben werden. Im Einzelnen:Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 31. Mai 2022 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals I das Grundkapital der Gesellschaft bis zum Ablauf des 30. Mai 2025 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 16.002.103 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 26. Juni 2022 satzungsgemäß unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in vollem Umfang Gebrauch gemacht. Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 31. Mai 2022 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals II das Grundkapital der Gesellschaft bis zum Ablauf des 30. Mai 2025 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 32.004.207 gegen Bareinlage durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 10. Juli 2022 satzungsgemäß in vollem Umfang Gebrauch gemacht, ohne das Bezugsrecht der Aktionäre - außer für Spitzenbeträge - auszuschließen. Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 31. Mai 2022 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals III das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Mai 2025 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 4.000.000 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 10. Juli 2022 satzungsgemäß in einem Umfang von EUR 3.918.882 Gebrauch gemacht, was 3.918.882 Aktien entspricht. Das Bezugsrecht der Aktionäre wurde - außer für Spitzenbeträge - nicht ausgeschlossen. Es verbleibt ein Genehmigtes Kapital III mit einem Umfang von EUR 81.118 mit entsprechend 81.118 Aktien. Das Bedingte Kapital I dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten (oder bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten) oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren, an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 16. Juli 2020 bis zum 15. Juli 2023 von der Gesellschaft gegen Bareinlage ausgegeben werden. Bisher sind keine Wandlungs- und Optionsrechte ausgegeben worden. Das Bedingte Kapital II dient der Bedienung von gewährten Bezugsrechten aus Aktienoptionen von Führungskräften und Experten der Gesellschaft und den Unternehmen der Nordex Group im In- und Ausland sowie von Mitgliedern von Geschäftsführungen von Unternehmen der Nordex Group, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 5. Mai 2021 in der Zeit bis zum Ablauf des 4. Mai 2026 gewährt werden. Bisher sind in einer ersten Tranche im Jahr 2021 579.190 und in einer zweiten Tranche aus dem Jahr 2022 768.284 Bezugsrechte an Führungskräfte und Experten der Nordex Group gewährt worden. Eigene AktienMit Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Juni 2019 wurde der Vorstand bis zum 31. Mai 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Die Aktien können unter anderem im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen und Unternehmenserwerben verwendet werden, als Belegschaftsaktien Führungskräften und Mitarbeitern der Gesellschaft bzw. verbundener Unternehmen angeboten werden, zur Bedienung von Umtauschrechten bzw. Umtauschpflichten aus Wandelschuldverschreibungen oder von Arbeitnehmeroptionsrechten verwendet werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist in diesen Fällen jeweils ausgeschlossen. Die eigenen Aktien können auch eingezogen werden oder gegen Barzahlung an Aktionäre oder Dritte unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde im Berichtszeitraum kein Gebrauch gemacht. Unter der Berücksichtigung der außerordentlichen Hauptversammlung vom 27. März 2023 wurde der Vorstand wie folgt ermächtigt: Genehmigtes Kapital I mit der Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss und entsprechende Änderung der SatzungDer Vorstand wird bis zum Ablauf des 26. März 2026 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 21.194.623,00 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen ("Genehmigtes Kapital I"). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Gemäß Art. 5 SE-VO i. V. m. § 186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem Kreditinstitut oder einem nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten ("mittelbares Bezugsrecht"). Genehmigtes Kapital II mit der Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss und entsprechende Änderung der SatzungDer Vorstand wird bis zum Ablauf des 26. März 2026 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 42.389.245,00 gegen Bareinlage/Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien zu erhöhen ("Genehmigtes Kapital II"). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Gemäß Art. 5 SE-VO i. V. m. § 186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem Kreditinstitut oder einem nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten ("mittelbares Bezugsrecht"). Genehmigtes Kapital III mit der Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss sowie entsprechende Änderung der Satzung und Aufhebung des bisherigen Genehmigten Kapitals IIIDer Vorstand wird ermächtigt, bis zum 26. März 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt EUR 6.358.387,00 zu erhöhen ("Genehmigtes Kapital III"). Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, zum Ausschluss des Bezugsrechts sowie über die Schaffung eines neuen Bedingten Kapitals I und die entsprechende Änderung der Satzung und die Aufhebung des bisherigen Bedingten Kapitals IErmächtigung zur Ausgabe von Options- und Wandelschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts auf diese Options- oder Wandelschuldverschreibungena) AllgemeinesDer Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 26. März 2026 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 450.000.000,00 mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsanleihen Optionsrechte oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelanleihen Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu EUR 21.194.623,00 (10 % des aktuellen Grundkapitals) nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Die Schuldverschreibungen können gegen Bareinlagen ausgegeben werden. b) Options- und WandelschuldverschreibungenDie Schuldverschreibungen werden in Teilschuldverschreibungen eingeteilt. Im Falle der Ausgabe von Optionsschuldverschreibungen werden jeder Teilschuldverschreibung ein oder mehrere Optionsscheine beigefügt, die den Inhaber nach näherer Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Optionsbedingungen zum Bezug von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft berechtigen. Die Optionsbedingungen können vorsehen, dass der Optionspreis auch durch Übertragung von Teilschuldverschreibungen und gegebenenfalls eine bare Zuzahlung erfüllt werden kann. Soweit sich Bruchteile von Aktien ergeben, kann vorgesehen werden, dass diese Bruchteile nach Maßgabe der Options- oder Anleihebedingungen, gegebenenfalls gegen Zuzahlung, zum Bezug ganzer Aktien aufaddiert werden können. Im Falle der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen erhalten bei auf den Inhaber lautenden Schuldverschreibungen die Inhaber, ansonsten die Gläubiger der Teilschuldverschreibungen, das Recht, ihre Teilschuldverschreibungen gemäß den vom Vorstand festgelegten Wandelanleihebedingungen in auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu wandeln. Das Wandlungsverhältnis ergibt sich aus der Division des Nennbetrages oder des unter dem Nennbetrag liegenden Ausgabebetrages einer Teilschuldverschreibung durch den festgesetzten Wandlungspreis für eine auf den Inhaber lautende Stückaktie der Gesellschaft und kann auf eine volle Zahl auf- oder abgerundet werden; ferner können eine in bar zu leistende Zuzahlung und die Zusammenlegung oder ein Ausgleich für nicht wandlungsfähige Spitzen festgesetzt werden. Die Anleihebedingungen können ein variables Wandlungsverhältnis und eine Bestimmung des Wandlungspreises (vorbehaltlich des nachfolgend bestimmten Mindestpreises) innerhalb einer vorgegebenen Bandbreite in Abhängigkeit von der Entwicklung des Kurses der Stückaktie der Gesellschaft während der Laufzeit der Anleihe vorsehen. Wesentliche Vereinbarungen unter der Bedingung eines KontrollwechselsZum Bilanzstichtag hat die Gesellschaft die im Folgenden aufgeführten wesentlichen Vereinbarungen abgeschlossen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels beinhalten, wie er infolge eines Übernahmeangebots eintreten kann: Syndizierte Avalkreditlinie über EUR 1.410 Mio.Die Avalkreditlinie enthält ein Kündigungsrecht für die Darlehensgeber für den Fall, dass eine Person mehr als 50 % des Aktienkapitals oder Stimmrechte der Nordex SE erwirbt. Ausgenommen hiervon ist die Acciona, S.A., Madrid (Spanien). Schuldscheindarlehen über EUR 25,5 Mio.Das Schuldscheindarlehen enthält ein Kündigungsrecht für die Darlehensgeber für den Fall, dass eine Person oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Personen die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der ausgegebenen Aktien oder Stimmrechte der Nordex SE und/oder der Nordex Energy SE & Co. KG gewinnt. EUR-Anleihe (Green Bond) über EUR 275 Mio.Die EUR-Anleihe beinhaltet eine Verpflichtung der Nordex SE, im Fall eines Kontrollwechsels ein Angebot zum Rückerwerb der emittierten Anleihen abzugeben. Ein derartiger Kontrollwechsel läge etwa dann vor, wenn eine dritte Person die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der stimberechtigten Aktien der Nordex SE erwirbt. Ausgenommen ist die Acciona, S.A., Madrid (Spanien). Gesellschafterdarlehen der Acciona, S.A. über EUR 40,9 Mio. aus dem Jahr 2020Die beiden Gesellschafterdarlehen beinhalten das Recht des Kreditgebers, im Falle eines Kontrollwechsels die sofortige Rückzahlung des Darlehens nebst aufgelaufenen Zinsen zu verlangen. Ein derartiger Kontrollwechsel läge etwa dann vor, wenn eine Person oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Personen eine direkte oder indirekte Kontrolle von 30 % oder mehr der ausgegebenen Aktien oder Stimmrechte der Nordex SE erlangt. Gesellschafterdarlehen der Acciona, S.A. über EUR 286 Mio. aus dem Jahr 2022Das Gesellschafterdarlehen beinhaltet das Recht des Kreditgebers, im Falle eines Kontrollwechsels die sofortige Rückzahlung des Darlehens nebst aufgelaufenen Zinsen zu verlangen. Ein derartiger Kontrollwechsel läge etwa dann vor, wenn eine Person oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Personen eine direkte oder indirekte Kontrolle von 30 % oder mehr der ausgegebenen Aktien oder Stimmrechte der Nordex SE erlangt. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG DER NORDEX SE MIT DEM BERICHT ÜBER DIE CORPORATE GOVERNANCE DER GESELLSCHAFTDie gemäß §§ 289f, 315d HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung (einschließlich des Berichts zur Corporate Governance der Gesellschaft gemäß Grundsatz 23 des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Fassung vom 28. April 2022) ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Gemäß §317 Abs. 2 S. 6 HGB beschränkt sich die Prüfung der Angaben nach § 289f Abs. 2 und 5 sowie § 315d HGB durch den Abschlussprüfer darauf, ob die Angaben gemacht wurden. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG DER NORDEX SE NACH § 289F I. V. M. § 315D HGB1. Entsprechenserklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 161 AktGVorstand und Aufsichtsrat der Nordex SE als börsennotierter Gesellschaft sind gemäß §161 AktG verpflichtet, einmal jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird, oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden. Die Erklärung ist den Aktionären dauerhaft zugänglich zu machen. Die Gesellschaft hat die Entsprechenserklärungen der letzten Jahre im Internet unter https://ir.nordex-online. com / websites / Nordex / German /6000 /corporate-gover-nance.html veröffentlicht. Die aktualisierte Entsprechenserklärung vom 28. März 2023 wird wie folgt wiedergegeben: Entsprechenserklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Nordex SE gemäß §161 AktGVorstand und Aufsichtsrat der Nordex SE aktualisieren ihre Entsprechenserklärung 2022 vom 23. März 2022 und erklären Folgendes: Vorstand und Aufsichtsrat der Nordex SE haben seit der letzten Entsprechenserklärung vom 23. März 2022 den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in seiner im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten und bis zum 27. Juni 2022 geltenden Fassung vom 16. Dezember 2019 (DCGK 2020) sowie der seither geltenden Fassung vom 28. April 2022 (DCGK 2022) mit nachfolgend aufgeführten Abweichungen entsprochen. Es ist beabsichtigt, auch in Zukunft entsprechend zu verfahren, soweit nicht nachfolgend etwas anderes erklärt wird. Ziff. A.1 DCGK 2020 und Ziff. A.2 DCGK 2022 - Besetzung von Führungspositionen (Diversität)Der Vorstand entspricht insoweit nicht der Empfehlung in A.1 DCGK 2020 und A.2 DCGK 2022, als er sich bei der Besetzung von Führungspositionen im Unternehmen ungeachtet des Geschlechts ausschließlich von der Qualifikation der zur Verfügung stehenden Personen leiten lässt. Aus diesem Grund liegen die vom Vorstand der Nordex SE beschlossenen Zielquoten für Frauen in den beiden Führungsebenen unmittelbar unterhalb des Vorstands gegenwärtig und bis auf Weiteres unterhalb dem vom Gesetz angestrebten 30 %-igen Anteil. Ziff. B.1 DCGK 2020 und Ziff. B.1 DCGK 2022 - Zusammensetzung des Vorstands (Diversität)Der Aufsichtsrat der Nordex SE ließ sich bei der Zusammensetzung des Vorstands allein von der Qualifikation und insbesondere nicht vom Geschlecht der Kandidaten leiten. Unabhängig davon hat der Aufsichtsrat im Falle gleicher Qualifikation bei jeder seiner Ernennungen das unterrepräsentierte Geschlecht mit in Betracht gezogen. Der Aufsichtsrat möchte aber ausdrücklich erklären, dass er Diversität schätzt und anstreben wird. Dementsprechend wurde am 20. November 2020 die bis 2025 zu erreichende Frauenquote im Vorstand auf 25 % festgelegt. Ziff. B.5 und C.2 DCGK 2020 und Ziff. B.5 und C.2DCGK 2022 - Altersgrenzen für Vorstands- und AufsichtsratsmitgliederDer Aufsichtsrat der Nordex SE hat entgegen Ziff. B.5 und C.2 DCGK 2020 und Ziff. B.5 und C.2 DCGK 2022 keine festen Altersgrenzen für die Mitgliedschaft in Vorstand und Aufsichtsrat festgelegt. Das Lebensalter allein ist nicht entscheidend für die Leistungsfähigkeit, Eignung und Unabhängigkeit eines aktuellen oder potenziellen Organmitglieds. Ziff. F.2 DCGK 2020 - Veröffentlichung von unterjährigen Finanzinformationen binnen 45 Tagen nach Ende des BerichtszeitraumsDie Gesellschaft hat die nach § 53 der Börsenordnung der Frankfurter Wertpapierbörse verpflichtende Quartalsmitteilung für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2022 aufgrund eines Cyber-Sicherheitsvorfalls entgegen Ziff. F.2 DCGK 2020 nicht binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums, sondern erst am 21. Juni 2022 veröffentlicht. Gegenwärtig wird und auch zukünftig soll dieser Empfehlung wieder entsprochen werden.
Hamburg, den 28. März 2023 Nordex SE Vorstand Aufsichtsrat 2. Angaben zu Unternehmensführungspraktiken Corporate ComplianceIntegrität ist einer der zentralen Unternehmenswerte und eine wichtige Säule der Unternehmenskultur der Nordex Group. Integres Handeln bildet zusammen mit der Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften die Grundlage für die gute Reputation des Unternehmens. Auf diesem wichtigen Fundament baut das Vertrauen unserer Kunden, Aktionäre, Geschäftspartner und der Öffentlichkeit auf. Rechtmäßiges Handeln, wie auch die Erfüllung der Anforderungen unserer Kunden, sowie die Orientierung unseres Handelns an den Grundsätzen des UN Global Compact, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen und der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN sind als Grundaufgaben in relevanten Ausprägungen in den Fachfunktionen und den Unternehmensorganisationen verankert. Dies wird durch entsprechende Managementsysteme sichergestellt. Die Prävention und ggf. Unterbindung von Bestechung bzw. Bestechlichkeit, dolosen Handlungen, Interessenkonflikten in der Nordex Group sowie auch der risikoadäquate Umgang mit Geschäftspartnern zur Vermeidung oder Handhabe von Verstößen gegen Gesetze und ethnische Grundsätze sind die Anwendungsbereiche des Compliance-Management-Systems. Ziel ist es, Risikobewusstsein und Integrität zu fördern sowie mögliche Rechtsverstöße aufzudecken, zu beenden und nachhaltig zu verhindern. Dieses Compliance-Management-System umfasst eine zentrale Koordination und Steuerung durch eine Aufbau- und Ablauforganisation mit jährlichem Aktionsplan, Kommunikationsmaßnahmen und Reporting. Das Compliance-Management-System ist entsprechend den Risiken ausgestaltet und umfasst Elemente der Prävention (u.a. Risikoanalyse, Verhaltenskodizes, Richtlinien, Beratung und Schulungen), Detektion (u. a. Prozesskontrollen, Geschäftspartnerüberprüfungen, Bereitstellung eines Hinweisgebersystems) und Intervention (u. a. Nachverfolgung von Hinweisen, Ermittlungen, Präventions-, Verbesserungs- und Sanktionierungsmaßnahmen). Ausführliche Informationen zu den im Hinblick auf das Compliance-Management-System ergriffenen Maßnahmen und den erreichten Meilensteinen finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2022, der zusammen mit dem Geschäftsbericht im März 2023 erscheint. NachhaltigkeitAls Unternehmen bekennt sich die Nordex Group zu einem ökologisch und ökonomisch verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen und zum respektvollen Umgang mit allen Menschen, die bei der Nordex Group beschäftigt sind oder mit dem Unternehmen als Kunde, Lieferant, Dienstleister oder Aktionär zusammenarbeiten. Das Nachhaltigkeitsmanagement der Nordex Group war im Berichtszeitraum der zentralen Organisationseinheit Quality, Health, Safety & Environment (QHSE) zugeordnet, welche direkt an den Vorstand berichtet. Ausführliche Informationen zur zugrunde liegenden Nachhaltigkeitsstrategie der Nordex Group finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2022, der zusammen mit dem Geschäftsbericht im März 2023 erscheint. 3. Angaben zur Arbeitsweise von Vorstand, Aufsichtsrat und AusschüssenArbeitsweise des VorstandsDer Vorstand leitet das Unternehmen - eine strategische Holding-Gesellschaft, die auch administrative Servicefunktionen wahrnimmt - in eigener Verantwortung mit der Zielsetzung, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und die festgelegten Unternehmensziele zu erreichen. Er führt die Geschäfte nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung und der Geschäftsordnung für den Vorstand und arbeitet vertrauensvoll mit den übrigen Organen der Gesellschaft zusammen. Der Vorstand legt für die gesamte Nordex Group die langfristigen Ziele sowie die Strategien fest und bestimmt die Richtlinien sowie die Grundsätze für die sich daraus ableitende Unternehmenspolitik. Er koordiniert und kontrolliert die bedeutsamen Aktivitäten. Er legt das Produktprogramm fest, entwickelt und setzt Führungskräfte ein, verteilt die Ressourcen und entscheidet über die finanzielle Steuerung und die Berichterstattung der Gruppe. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Unbeschadet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Mitglieder die ihnen zugeordneten Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Die Verteilung der Aufgaben auf die Mitglieder des Vorstands ergibt sich aus dem Geschäftsverteilungsplan, der vom Aufsichtsrat beschlossen wird. Der Vorstand entscheidet in allen Angelegenheiten von grundsätzlicher und wesentlicher Bedeutung sowie in gesetzlich oder anderweitig verbindlich festgelegten Fällen. Gemeinsame VerantwortungVorstandssitzungen finden regelmäßig statt. Sie werden durch den Vorstandsvorsitzenden einberufen. Darüber hinaus kann jedes Mitglied die Einberufung einer Sitzung verlangen. Sofern nicht Einstimmigkeit gesetzlich erforderlich ist, beschließt der Vorstand mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag. In der Organisation des Vorstands hat es im Berichtsjahr 2022 keine Veränderungen gegeben. Die Bestellung der Herren Blanco und Landa ist im Berichtsjahr allerdings bis zum 31. Dezember 2025 verlängert worden. Die Bestellung von Herrn Dr. Hartmann ist bis zum 30. Juni 2025 verlängert worden. Gemäß Geschäftsordnung des Vorstands obliegen dem Vorsitzenden des Vorstands (Chief Executive Officer; CEO) die Koordination aller Zuständigkeitsbereiche des Vorstands, die Berichterstattung an den Aufsichtsrat sowie die Repräsentation der Gesellschaft und der Gruppe gegenüber Dritten. Ihm sind die weltweiten Querschnittsfunktionen (Global Lead Functions) für den operativen Geschäftsbetrieb in den Bereichen Rotorblatt- und Maschinenhausfertigung, Einkauf (Global Sourcing) und globale Projektsteuerung (Global PM/ EPC) sowie das Engineering, zugeordnet. Darüber hinaus ist er für Quality, Health, Safety & Environment (QHSE), Technology Management, Product Strategy & Sales Support zuständig, sowie für Corporate Development & Strategy, People & Culture, Global Service, Corporate Compliance, Informationssicherheit und IT. Dem Vertriebsvorstand (CSO), Patxi Landa, sind die beiden operativen Divisionen International und Europe mit der Verantwortung für Vertrieb, Projektabwicklung und Service sowie alle übergeordneten kundennahen Funktionen zugeordnet, wie Global Sales, Global Key Account Management und Projektentwicklung. Der Finanzvorstand (CFO), Dr. Ilya Hartmann, ist für Accounting & Controlling, Finanzen, Interne Revision, Investor Relations, Kommunikation, Recht, Steuern sowie die Querschnittsfunktionen Finance Operations und Global Planning verantwortlich. Es sind keine Ausschüsse des Vorstands eingerichtet. Aufsichtsrat: Führungs- und KontrollarbeitDer Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Vorstand zu überwachen und ihn zu beraten. Er besteht satzungsgemäß aus sechs Mitgliedern, die von den Aktionären auf der Hauptversammlung gewählt werden. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen ist der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden; er stimmt mit dem Vorstand auch die strategische Ausrichtung der Gesellschaft ab und erörtert mit ihm regelmäßig den Stand der Umsetzung der Geschäftsstrategie. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Gremiums und leitet die Sitzungen. Im regelmäßigen Austausch mit dem Vorstand ist der Aufsichtsrat stets über die Geschäftspolitik, die Unternehmensplanung und die Strategie informiert. Der Aufsichtsrat stimmt dem Budget zu und billigt die Jahresabschlüsse der Nordex SE und der Nordex Group sowie den zusammengefassten Lagebericht unter Berücksichtigung der Berichte des Abschlussprüfers. Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse überprüfen regelmäßig entweder intern oder unter Einbeziehung von externen Beratern, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Ausschüsse des AufsichtsratsEs bestehen derzeit folgende Ausschüsse des Aufsichtsrats: Präsidium, Prüfungsausschuss sowie Strategie- und Technikausschuss. Präsidium:Diesem Ausschuss des Aufsichtsrats gehören drei Mitglieder an. Den Vorsitz des Ausschusses hat Herr Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart inne, ferner gehören Herr Jan Klatten und Herr Juan Muro-Lara zum Präsidium. Das Präsidium übernimmt die Funktion eines ständigen Personalausschusses. Außerdem ist das Präsidium zuständig für dringliche Beschlussfassungen über Angelegenheiten, die aktienrechtlich, satzungsgemäß oder entsprechend der Geschäftsordnung für den Vorstand dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrats unterliegen, soweit nicht aufgrund gesetzlicher Regelung zwingend eine Beschlussfassung des Aufsichtsrats erforderlich ist. Außerdem übernimmt das Präsidium die Aufgaben des Nominierungsausschusses und schlägt dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vor. Prüfungsausschuss:Der Prüfungsausschuss besteht aus drei Mitgliedern und setzt sich aus dem im Berichtsjahr amtierenden Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, Herrn Martin Rey, sowie den Mitgliedern Frau Connie Hedegaard (bis 31. Mai 2022), Frau Isabel Blanco (seit 31. Mai 2022) und Herr Juan Muro-Lara zusammen. Sämtliche Mitglieder des Prüfungsausschusses sind - wie auch alle übrigen Aufsichtsratsmitglieder - mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut. Der Prüfungsausschuss ist zuständig für Fragen der Rechnungslegung und des Risikomanagements, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten sowie für die Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Ferner zeichnet er sich verantwortlich für Fragen zu Controlling und Contracting, insbesondere auch für dringliche Beschlussfassungen über Angelegenheiten, die aktienrechtlich, satzungsgemäß oder entsprechend der Geschäftsordnung für den Vorstand dem bedingten Zustimmungsvorbehalt des Aufsichtsrats unterliegen. Darüber hinaus obliegt dem Prüfungsausschuss die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems inklusive der Überwachung der Compliance, des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Nach § 100 Abs. 5 AktG muss mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung und mindestens ein weiteres Mitglied über Sachverstand auf dem Gebiet Abschlussprüfung verfügen. Ziff. D.3 DCGK 2022 sieht vor, dass der Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme und der Sachverstand auf dem Gebiet Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Abschlussprüfung bestehen soll. Zur Rechnungslegung und Abschlussprüfung gehören auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses soll zumindest auf einem der beiden Gebiete entsprechend sachverständig sein. Der Prüfungsausschuss der Nordex SE erfüllt diese Anforderungen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Herr Martin Rey, verfügt über eine mehrjährige Erfahrung als Mitglied des Prüfungsausschusses der Kommunalkredit Austria AG (nicht börsennotiert), als Vorsitzender des Aufsichtsrats der clearvise AG (börsennotiert) sowie als Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Gesellschaft. Er verfügt daher aus eigener Tätigkeit über besondere Kenntnisse und Erfahrungen sowohl in der Rechnungslegung als auch in der Abschlussprüfung, einschließlich der gesetzlich geforderten Nachhaltigkeitsberichterstattung. Darüber hinaus besteht der Prüfungsausschuss mit Herrn Juan Muro-Lara aus mindestens einem weiteren Mitglied, welches aufgrund seiner Erfahrung als Mitglied des Board of Directors diverser europäischer Gesellschaften (nicht börsennotiert) sowie seiner langjährigen Erfahrung als Mitglied des Prüfungsausschusses der Gesellschaft über die geforderten Kenntnisse und Erfahrungen auf beiden Gebieten verfügt. Frau Isabel Blanco verfügt als leitende Umwelt- und Klimaökonomin bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie aufgrund ihrer mehr als zwanzigjährigen Führungserfahrung in den Bereichen erneuerbare Energien und Klimawandelpolitik über eine umfassende Nachhaltigkeitsexpertise. Strategie- und Technikausschuss:Diesem Ausschuss des Aufsichtsrats gehörten, unter dem Vorsitz von Herrn Jan Klatten, Herr Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart und Frau María Cordón als Mitglieder an. Der Ausschuss ist zuständig für technische und strategische Fragestellungen der Nordex Group. Unabhängigkeit des Aufsichtsratsvorsitzenden und des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses sowie eines weiteren AufsichtsratsmitgliedsObwohl Herr Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart, Herr Martin Rey und Herr Jan Klatten dem Aufsichtsrat seit mehr als zwölf Jahren angehören, sind sie nach Einschätzung von Vorstand und Aufsichtsrat von der Gesellschaft und vom Vorstand unabhängig, da sie trotz der langen Gremienzugehörigkeit keinerlei persönliche oder geschäftliche Beziehungen zu Mitgliedern des Vorstands oder zur Mehrheitsaktionärin und deren Gremienmitgliedern unterhalten (C.8 DCGK 2022). Dies ist im Einzelnen u.a. auf folgende Faktoren zurückzuführen:
Nach Überprüfung und sorgfältiger Abwägung kommen Vorstand und Aufsichtsrat daher in der Gesamtschau zu dem Schluss, dass die Herren Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart, Martin Rey und Jan Klatten ungeachtet ihrer langjährigen Gremienzugehörigkeit unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sind. 4. Angaben zu Festlegungen der FrauenquoteDie Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und Aufsichtsrat wurden vom Aufsichtsrat 2020 nach § 111 Abs. 5 AktG bis 2025 in Höhe von 25 % für den Vorstand und 16,67 % für den Aufsichtsrat festgelegt und im Berichtsjahr hinsichtlich des Aufsichtsrats erreicht bzw. übertroffen, hinsichtlich des Vorstands (noch) nicht. Der Anteil von Frauen an der gesamten Belegschaft in Deutschland beträgt aktuell 21 % (2021: 18 %). Der Vorstand hat im Jahr 2020 eine Zielgröße von 15 % (vorher 21 %) bis zum 31. Dezember 2025 für den Frauenanteil in den ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands für Gesellschaften der Nordex Group in Deutschland nach §76 Abs. 4 AktG festgelegt. Im Berichtsjahr betrug der Frauenanteil in den beiden ersten Führungsebenen 13 % (2021: 13 %). 5. Beschreibung des Diversitätskonzepts bezüglich des VorstandsDer Aufsichtsrat sorgt gemeinsam mit dem Vorstand jeweils anlassbezogen für eine langfristige Nachfolgeplanung für die Besetzung des Vorstands mit den hinsichtlich Qualifikation und Persönlichkeit am besten geeigneten internen oder externen Kandidaten. Grundlage für die Auswahl der am besten geeigneten internen Kandidaten ist eine systematische Personalentwicklung von internen Führungskräften, die folgende Elemente beinhaltet:
Hierdurch soll es dem Aufsichtsrat ermöglicht werden, bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern eine hinreichende Vielfalt in Bezug auf berufliche Hintergründe und Erfahrungen, kulturelle Prägung, Internationalität, Geschlecht und Alter sicherzustellen. Unabhängig von diesen einzelnen Kriterien ist der Aufsichtsrat überzeugt, dass letztlich nur die ganzheitliche Würdigung der einzelnen Persönlichkeit ausschlaggebend für eine Bestellung in den Vorstand der Nordex SE sein kann. Insgesamt soll damit sichergestellt werden, dass der Vorstand als Ganzes gegenwärtig folgendes grundsätzlich anzustrebendes Profil im Sinne eines Diversitätskonzepts hat:
Unabhängig von der vom Aufsichtsrat festgelegten Zielgröße des Frauenanteils im Vorstand (25 %) wird der Aufsichtsrat im Fall gleicher Qualifikation bei jeder seiner Ernennungen das unterrepräsentierte Geschlecht mit in Betracht ziehen. Anforderungsprofil für den Aufsichtsrat der Nordex SE (einschließlich Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat)Mit Blick auf verschiedene Vorgaben und Empfehlungen zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats hat der Aufsichtsrat am 28. März 2023 sein am 20. November 2020 beschlossenes Anforderungsprofil für seine Zusammensetzung aktualisiert, welches neben wesentlichen gesetzlichen Vorgaben und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der am 28. April 2022 beschlossenen und am 27. Juni 2022 amtlich bekannt gemachten Fassung (DCGK 2022) zur Aufsichtsratszusammensetzung seine Zielsetzungen für die Zusammensetzung, das Kompetenzprofil für das Gesamtgremium i. S. d. Ziff. C.1 DCGK sowie das Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat nach § 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB i. V. m. Art. 61 SE-VO enthält. Das aktualisierte Anforderungsprofil verlangt nunmehr in Übereinstimmung mit Ziffer C.1 des DCGK 2022 auch Expertise zu den für das Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen. Darüber hinaus muss, in Übereinstimmung mit § 100 Abs. 5 AktG, mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und ein weiteres Mitglied auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügen: ZielsetzungDer Aufsichtsrat strebt eine Zusammensetzung an, die jederzeit eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands gewährleistet. Der Aufsichtsrat ist der Ansicht, dass für eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats - und damit für die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens - neben fachlichen und persönlichen Anforderungen auch Diversitätsaspekte eine wichtige Rolle spielen. Unterschiedliche Persönlichkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse vermeiden Gruppendenken, ermöglichen ganzheitliche Betrachtungen und bereichern so die Arbeit des Aufsichtsrats. Die folgenden Zielsetzungen dienen insoweit als Leitlinie bei der langfristigen Nachfolgeplanung und der Auswahl geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten und schaffen Transparenz im Hinblick auf die wesentlichen Besetzungskriterien. Anforderungen an die einzelnen Mitglieder(i) Allgemeine AnforderungenJedes Aufsichtsratsmitglied soll aufgrund seiner persönlichen und fachlichen Kompetenzen und Erfahrungen in der Lage sein, die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds in einem international tätigen, börsennotierten Unternehmen wahrzunehmen und das Ansehen des Nordex-Konzerns in der Öffentlichkeit zu wahren. Im Hinblick darauf sollte jedes Aufsichtsratsmitglied folgende Anforderungen erfüllen:
(ii) Zeitliche VerfügbarkeitJedes Aufsichtsratsmitglied stellt sicher, dass es die zur ordnungsgemäßen Erfüllung des Aufsichtsratsmandats erforderliche Zeit aufbringen kann. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass mindestens vier Aufsichtsratssitzungen jährlich stattfinden, die jeweils angemessener Vorbereitung bedürfen, insbesondere im Fall der Prüfung der Jahres- und Konzernabschlussunterlagen. Abhängig von der Mitgliedschaft in einem oder mehreren der bestehenden Ausschüsse entsteht zusätzlicher Zeitaufwand für die Vorbereitung und die Teilnahme an den Ausschusssitzungen. Zur Behandlung von Sonderthemen können schließlich zusätzliche außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats oder der Ausschüsse erforderlich werden. Anforderungen und Ziele für das GesamtgremiumIm Hinblick auf die Zusammensetzung des Gesamtgremiums strebt der Aufsichtsrat - auch im Interesse der Diversität - eine Zusammensetzung an, bei der sich die Mitglieder im Hinblick auf ihren persönlichen und beruflichen Hintergrund, ihre Erfahrungen und ihre Fachkenntnisse ergänzen, damit das Gesamtgremium auf ein möglichst breites Spektrum unterschiedlicher Erfahrungen und Spezialkenntnisse zurückgreifen kann. (i) Allgemeine AnforderungenDer Aufsichtsrat der Nordex SE muss jederzeit so zusammengesetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben des Aufsichtsrats erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats müssen ferner in ihrer Gesamtheit mit dem Industriesektor der erneuerbaren Energien vertraut sein, idealerweise mit dem Windenergiesektor. Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und ein weiteres Mitglied auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügen. (ii) Spezifische Kenntnisse und ErfahrungenDer Aufsichtsrat der Nordex SE soll in seiner Gesamtheit alle Kompetenzfelder abdecken, die für eine effektive Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlich sind. Das beinhaltet - entsprechend dem Geschäftsmodell des Unternehmens - insbesondere vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in den folgenden Bereichen:
Der Aufsichtsrat strebt eine Besetzung an, bei der für jeden der vorstehend genannten Aspekte zumindest ein Mitglied als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht. (iii) Unabhängigkeit und InteressenkonflikteUnter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Situation der Nordex SE und der Eigentümerstruktur soll dem Aufsichtsrat mindestens ein unabhängiges Mitglied i. S. v. Ziff. C.6 DCGK angehören. Mindestens ein Aufsichtsratsmitglied soll unabhängig vom kontrollierenden Aktionär sein. Sofern im Einzelfall Interessenkonflikte auftreten, soll jedes Aufsichtsratsmitglied diese unverzüglich dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats offenlegen. Der Aufsichtsrat soll in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung informieren. Wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitglieds sollen zur Beendigung des Mandats führen. Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören. Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens ausüben und nicht in einer persönlichen Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber stehen. DiversitätDer Aufsichtsrat der Nordex SE hat als Zielgröße für den Männer- und Frauenanteil im Aufsichtsrat jeweils 16,67 %. Daneben spiegelt sich die Diversität im Aufsichtsrat u. a. im individuellen beruflichen Werdegang und Tätigkeitsbereich sowie im unterschiedlichen Erfahrungshorizont seiner Mitglieder (z. B. Branchenerfahrung) wider. Der Aufsichtsrat strebt insoweit im Interesse der Diversität eine Zusammensetzung an, bei der sich die Mitglieder im Hinblick auf ihren Hintergrund, ihre Erfahrungen und ihre Fachkenntnisse ergänzen, dabei wird auch angestrebt, dass ein Teil der Mitglieder über einen internationalen Erfahrungshorizont verfügt. Vor diesem Hintergrund berücksichtigt der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung folgende Diversitätskriterien:
(iv) NachhaltigkeitDer Aufsichtsrat der Nordex SE soll in seiner Gesamtheit Expertise zu sämtlichen für das Unternehmen relevanten Nachhaltigkeitsfragen aufweisen. Das beinhaltet insbesondere Expertise in den folgenden Nachhaltigkeitsfragen:
Der Aufsichtsrat strebt eine Besetzung an, bei der für jeden der vorstehend genannten Aspekte zumindest ein Mitglied als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht. Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sollen dieses Anforderungsprofil berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Stand der UmsetzungDer Stand der Umsetzung ist in der nachfolgenden Qualifikationsmatrix im Einzelnen dargestellt:
Erfüllt/anwendbar Nicht erfüllt/anwendbar Jedes Aufsichtsratsmitglied stellt entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sicher, dass der Zeitaufwand, der zur ordnungsgemäßen Erfüllung des Mandats erforderlich ist, erbracht werden kann. Bei der Übernahme weiterer Mandate sind die gesetzlichen Beschränkungen und die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex einzuhalten. Von der Festlegung einer festen Altersgrenze für die Mitgliedschaft in Vorstand und Aufsichtsrat und einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat jedoch abgesehen. Weiterer Corporate-Governance-Bericht Vergütungssystem und Bezüge der Vorstandsmitglieder Der Aufsichtsrat hat am 19. März 2021 ein Vorstandsvergütungssystem beschlossen, das den durch das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) und den DCGK in der Fassung vom 16. Dezember 2019 geänderten Anforderungen an die Vorstandsvergütung entspricht. Das Vergütungssystem wurde von der Hauptversammlung 2021 mit 99,37 % gebilligt. Der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG findet sich im gleichnamigen Kapitel des vorliegenden Geschäftsberichts. Darüber hinaus ist der Vergütungsbericht einschließlich des Vermerks des Abschlussprüfers, das geltende Vergütungssystem und der letzte Vergütungsbeschluss der Hauptversammlung auf der Nordex-Website öffentlich gemacht, abrufbar unter https://ir.nordex-online.com/websites/Nordex/ German /6000 /corporate-governance.html. Einzelheiten zum neuen Vergütungssystem sind zudem in der Einladung zur Hauptversammlung 2021 enthalten. Ausführliche BerichterstattungUm größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, unterrichtet die Nordex SE die Aktionäre sowie Finanzanalysten, Aktionärsvereinigungen, Medien und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig und zeitnah über die Lage des Unternehmens sowie über wesentliche geschäftliche Veränderungen. Damit entspricht die Berichterstattung des Unternehmens den im Deutschen Corporate Governance Kodex definierten Grundsätzen: Die Gesellschaft informiert ihre Aktionäre viermal pro Jahr über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens sowie über dessen Risiken. Gemäß der gesetzlichen Verpflichtung versichern die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, dass nach bestem Wissen der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermitteln. Der Jahresabschluss der Nordex SE, der Konzernabschluss für die Nordex Group und der zusammengefasste Lagebericht werden innerhalb von drei Monaten nach Ende des jeweiligen Geschäftsjahres veröffentlicht. Während des Geschäftsjahres werden Anteilseigner und Dritte zusätzlich durch den Halbjahresfinanzbericht sowie im ersten und im dritten Quartal durch Quartalsmitteilungen unterrichtet. Darüber hinaus veröffentlicht die Gesellschaft regelmäßig Informationen, unter anderem auch in Presse- und Analystenkonferenzen. Als stets aktuelle Veröffentlichungsplattform nutzt die Gesellschaft insbesondere das Internet. Auf der Internetseite der Nordex Group werden die Termine der wesentlichen Veranstaltungen und Veröffentlichungen wie des Geschäftsberichts, des Halbjahresberichts, der Zwischenmitteilungen oder der Hauptversammlung bekannt gemacht. Informationen zu wichtigen neuen Umständen stellt die Gesellschaft unverzüglich der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Neben der regelmäßigen Berichterstattung wird in Veröffentlichungen nach Art. 17 MAR (Ad-hoc-Mitteilungen) über Insiderinformationen informiert, die die Nordex SE unmittelbar betreffen.
Nordex SE, Rostock, den 28. März 2023 José Luis Blanco, Vorsitzender des Vorstands Dr. Ilya Hartmann, Vorstand Patxi Landa, Vorstand Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022KONZERN-BILANZ Zum 31. Dezember 2022AKTIVA
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022
1 auf der Basis von durchschnittlich gewichtet
183,966 Millionen Aktien (i.V.: 137,224 Millionen Aktien)
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGFür den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGfür den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2021
KONZERNANHANG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022GRUNDLEGENDE INFORMATIONENDie Nordex SE, eine börsennotierte Europäische Aktiengesellschaft, und ihre Tochtergesellschaften im In- und im Ausland entwickeln, fertigen und vertreiben Windenergieanlagen, insbesondere Großanlagen im Multi-Megawatt-Bereich. Die Nordex SE hat ihren Sitz in der Erich-Schlesinger-Straße 50, 18059 Rostock, die Hauptverwaltung befindet sich in der Langenhorner Chaussee 600, 22419 Hamburg. Sie ist beim Amtsgericht Rostock unter der Handelsregisternummer HRB 11500 eingetragen. Die Aktien der Nordex SE sind im Teilbereich des geregelten Handels mit weiteren Zulassungspflichten der Deutschen Börse zugelassen; sie sind im TecDAX und seit Februar 2023 wieder im MDAX notiert. Das Nominalkapital beträgt zum 31. Dezember 2022 EUR 211.946.227 (31. Dezember 2021: EUR 160.021.035) und teilt sich auf in 211.946.227 (31. Dezember 2021: 160.021.035) nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1, die voll eingezahlt sind. Der Konzernabschluss der Nordex SE für das Geschäftsjahr 2022 ist am 17. März 2023 zur Prüfung an den Aufsichtsrat übersandt worden. Die finale Freigabe erfolgte am 28. März 2023. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENGRUNDLAGEN DER ABSCHLUSSERSTELLUNGDie allgemeinen, wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des Konzernabschlusses angewendet werden, sind im Folgenden beschrieben, während Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden mit Bezug auf einen konkreten Abschlussposten aus Gründen der Klarheit in dem entsprechenden Kapitel aufgeführt sind. Die Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erfordert dabei zum Teil Annahmen und Schätzungen des Managements. Wesentliche Ermessensentscheidungen betreffen insbesondere die Ermittlung des erzielbaren Betrags beim Wertminderungstest des Goodwills (Kapitel 10), die Überprüfung der Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern (Kapitel 18), die Kostenschätzungen für Gewährleistungsrückstellungen (Kapitel 21) sowie die Cost-to-Cost-Methode im Projektgeschäft und im Servicegeschäft (Kapitel 3, 4 und 29). Die genannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden - sofern nichts anderes angegeben ist - stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet. Gemäß §315 e HGB ist der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt worden. Dabei sind alle für das Geschäftsjahr 2022 verbindlichen International Financial Reporting Standards und Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committees (IFRIC) angewendet worden. Bei der Nordex SE und den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen entspricht das Geschäftsjahr grundsätzlich dem Kalenderjahr, ausgenommen bei der Alfresco Renewable Energy Private Limited, der Nordex India Manufacturing Private Limited, der Nordex India Private Limited, der Ravi Urja Energy India Private Limited und der Solar Fields Energy Photo Voltaic India Private Limited, deren Geschäftsjahr am 31. März endet. Für die Erstellung des Konzernabschlusses wird jedoch konzernweit das Kalenderjahr zugrunde gelegt. Gemäß IAS 1 wird das Gliederungsprinzip der Bilanz nach kurzfristigen und langfristigen Vermögenswerten und Schulden verwendet. Der Konzernabschluss ist in TEUR aufgestellt. Im März 2022 hat die kumulative dreijährige Inflationsrate in der Türkei 100 % überstiegen. Aus diesem Grund ist die Türkei für Berichtsperioden, die am oder nach dem 30. Juni 2022 enden, als Hochinflationsland i. S. d. IAS 29 zu betrachten. Der Abschluss des türkischen Tochterunternehmens, der auf dem Konzept historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten basiert, ist daher seitdem an die Änderung der allgemeinen Kaufkraft angepasst worden. Der Preisindex (CPI) hat im Dezember 2022 1.128,45 (Dezember 2021: 504,81) betragen. Vorjahreszahlen sind i. S. d. IAS 21.42 nicht angepasst worden. Aufgrund der Hyperinflationsanpassung hat Nordex einen Nettoverlust von TEUR 64 erfasst. Die sich aus IAS 29 ergebenden Effekte auf die Eröffnungsbilanz betragen EUR 12,3 Mio. und sind in der Eigenkapitalveränderungsrechnung separat dargestellt. AUSWIRKUNGEN NEUER RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDSNeue und geänderte Standards und Interpretationen, die 2022 aufgrund der Übernahme durch die Europäische Union verpflichtend anzuwenden sind
1 Aus der Anwendung haben sich keine
wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben
Neue und geänderte Standards und Interpretationen, die 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und die vom Konzern nicht vorzeitig angewendet werden
1 Aus der Anwendung werden keine wesentlichen
Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.
KONSOLIDIERUNGSKREISTochterunternehmen sind alle Unternehmen, die vom Konzern beherrscht werden. Der Konzern beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsmanagement dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. Die Konsolidierung eines Beteiligungsunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Investor die Beherrschung über das Unternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Investor die Beherrschung über das Beteiligungsunternehmen verliert. Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode; identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet. Der Konsolidierungskreis umfasst 12 inländische (31. Dezember 2021: 12) und 59 ausländische (31. Dezember 2021: 54) Gesellschaften und setzt sich wie folgt zusammen:
1 Die Gesellschaft wurde in 2022 umfirmiert und
hieß im Vorjahr: Nordex Offshore GmbH, Hamburg
Die Anzahl der Erst- und Entkonsolidierungen entspricht dem Niveau der Vorjahre. Weder aus den Erstkonsolidierungen noch aus der Entkonsolidierung haben sich, von der nachstehenden Ausnahme abgesehen, wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Nordex-Gruppe ergeben: Die Nordex H2, S.L. wurde im Februar 2022 erstmals in den Konzernabschluss einbezogen. Am 29.12.2022 hat die Nordex SE 50% ihrer Anteile an der nicht-börsennotierten Nordex H2, S.L. an die Corporación Eólica Catalana, S.L, ein verbundenes Unternehmen der Acciona S.A. (nahestehende Unternehmen i. S. v. IAS 24), zu einem Kaufpreis von EUR 67,7 Mio. verkauft. Bei Nordex H2, S.L. handelte es sich um ein Tochterunternehmen dessen Fokus auf der Entwicklung von grünen Wasserstoffprojekten liegt. Mit dem Verkauf der Anteile soll die Entwicklung solcher Projekte weiter vorangetrieben werden. Der Kaufpreis wird von Corporación Eólica Catalana, S.L. in vier jährlichen Raten bis 2026 gezahlt, wodurch zum 31.12.2022, unter Berücksichtigung des Zeitwerts, eine Forderung i. H.v. EUR 65,6 Mio. gegen die Corporación Eólica Catalana, S.L. besteht. Mit dem Verkauf von 50 % der Anteile hat Nordex SE die Beherrschung über Nordex H2, S.L. verloren. Somit wird Nordex H2, S.L. nicht mehr in den Konsolidierungskreis einbezogen. Bei Nordex H2, S.L handelt sich nun um ein Gemeinschaftsunternehmen, das nach der at-equity Methode bilanziert wird. Der in der Nordex SE verbleibende Anteil von 50 % an Nordex H2 S.L. wird zum Fair Value mit 67,7 Mio. Euro bewertet. Aus der Entkonsolidierung von Nordex H2, S.L. hat sich zum 31.12.2022 insgesamt ein Ertrag i. H. v. EUR 133,3 Mio. ergeben. Nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen sind Beteiligungsunternehmen, die sowohl im Hinblick auf die quantitativen Kriterien Jahresergebnis, Eigenkapital, Bilanzsumme und Mitarbeiter als auch in Bezug das qualitative Kriterium der Art der Geschäftstätigkeit unwesentlich sind. Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung sind sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten aus konzerninternen Transaktionen zwischen den einbezogenen Unternehmen in Höhe von TEUR 13.116.367 (31. Dezember 2021: TEUR 9.027.337) gegeneinander aufgerechnet worden. Im Zuge der Aufwands- und Ertragskonsolidierung sind die aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr und aus internen Umlagen stammenden Aufwendungen und Erträge sowie Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen in Höhe von TEUR 3.162.925 (31. Dezember 2021: TEUR 3.412.575) eliminiert worden. Zwischen der Nordex SE und der Nordex Germany GmbH, der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, der Nordex International GmbH, der Nordex Windpark Beteiligung GmbH sowie der Nordex Manufacturing GmbH bestehen steuerrechtlich wirksame Ergebnisabführungsverträge. Körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Organschaften bestehen zwischen der Nordex SE und der Nordex Germany GmbH, der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, der Nordex International GmbH, der Nordex Windpark Beteiligung GmbH sowie der Nordex Manufacturing GmbH. Eine körperschaftsteuerliche Organschaft besteht ferner zwischen der Corporacion Nordex Energy Spain S.L.U. und der Industria Toledana de Energias Renovables S.L.U., der Nordex Blades Spain S.A.U., Nordex Energy Iberica S.A.U., der Nordex Energy Internacional S.L.U., der Nordex Energy Spain S.A.U. , der Nordex Electrolysers S.L.U., der Nordex Maritime S.A.U. sowie der Nordex Towers Spain S.L.U. und auch zwischen der Nordex USA Inc. und der Component Purchasing Company II LLC, der Component Purchasing Company III LLC sowie der Nordex USA Management LLC. Eine umsatzsteuerliche Organschaft besteht zwischen der Nordex SE und der Nordex Energy SE & Co. KG, der Nordex Forum II GmbH & Co. KG, der Nordex Forum II Verwaltungs GmbH, der Nordex Germany GmbH, der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, der Nordex Windpark Verwaltung GmbH sowie der Nordex Windpark Beteiligung GmbH und auch der Corporation Nordex Energy S.L.U., der Nordex Blade Spain S.A.U. und der Nordex Energy Spain S.A.U. WÄHRUNGSUMRECHNUNGDer Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der funktionalen Währung und Berichtswährung der Nordex SE. Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die jeweilige funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Umrechnung zum Stichtagskurs resultieren, werden in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst. Die Vermögenswerte und Schulden aller Konzernunternehmen, die eine vom Euro abweichende funktionale Währung haben, werden für jeden Bilanzstichtag mit dem Stichtagskurs und die Erträge und Aufwendungen werden für jede Gewinn- und-Verlust-Rechnung mit dem monatlichen Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Sofern die Verwendung des monatlichen Durchschnittskurses nicht zu einer angemessenen Annäherung an die kumulativen Effekte, die sich bei Umrechnung zu den in den Transaktionszeitpunkten geltenden Wechselkursen ergeben würden, führt, so werden die Erträge und Aufwendungen mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden über das sonstige Ergebnis in einem eigenen Posten (Fremdwährungsausgleichsposten) innerhalb der sonstigen Rücklagen im Eigenkapital erfasst. Eine Aufstellung der für den Konzern wichtigsten Wechselkurse, bezogen auf den Euro, ist nachfolgend dargestellt:
FINANZINSTRUMENTEEin Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Bei der erstmaligen Bewertung werden alle Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Transaktionskosten erhöhen bzw. verringern den Erstbuchwert, wenn das Finanzinstrument nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Für die Folgebewertung werden alle finanziellen Vermögenswerte in eine der folgenden Kategorien aufgeteilt:
Alle finanziellen Verbindlichkeiten werden demgegenüber in folgende Kategorien aufgeteilt:
Zur Abbildung in der Nordex-Gruppe wird auf die Angaben in den Kapiteln zu den Abschlusspositionen verwiesen, insbesondere die Kapitel zu den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten und dem Eigenkapital. Von der Fair-Value-Option wird kein Gebrauch gemacht. Eine Reklassifizierung ist im Geschäftsjahr nicht erfolgt. Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten kann nach der Methode der Bilanzierung zum Handelstag oder zum Erfüllungstag angesetzt oder ausgebucht werden. Die verwendete Methode ist für alle Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die der gleichen Kategorie angehören, stetig anzuwenden. In der Nordex-Gruppe erfolgt die Bilanzierung zum Erfüllungstag. Nach dem Wertminderungsmodell unter IFRS 9 ist für alle Finanzinstrumente im Anwendungsbereich ein erwarteter Verlust (Expected Credit Loss) bereits bei Einbuchung des Finanzinstruments zu erfassen. Bei Nordex ist das Wertminderungsmodell im Wesentlichen auf folgende Finanzinstrumente anwendbar:
Für die Ermittlung des erwarteten Verlusts ist ein generelles Wertminderungsmodell (General Approach) vorgesehen. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen erlaubt IFRS 9 hingegen auch die Anwendung eines vereinfachten Wertminderungsmodells (Simplified Approach). Innerhalb der Nordex-Gruppe wird das vereinfachte Wertminderungsmodell angewendet. Hierbei wird der zu erwartende Verlust über die gesamte Restlaufzeit (Lifetime Expected Credit Loss) berücksichtigt, ohne vorherige Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko seit Zugang signifikant erhöht hat. Für die Berechnung des zu erwartenden Verlusts verwendet Nordex eine Wertberichtigungstabelle. Dabei erfolgt die Bestimmung des zu erwartenden Verlusts als pauschaler Prozentsatz in Abhängigkeit von der Dauer der Überfälligkeit. Zuvor bereits erfasste Einzelwertberichtigungen werden bei der Bestimmung des zu erwartenden Verlusts nicht wiederholt berücksichtigt. Derivate sind stets zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Wertveränderungen werden erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst, es sei denn, das Unternehmen hat sich entschieden, das Derivat in eine Sicherungsbeziehung gemäß Hedge Accounting Regelungen zu designieren, da alle Voraussetzungen des Hedge Accounting erfüllt sind. Hedge Accounting wird auf alle Cash Flow Hedge Sicherungen für Projekt- und Beschaffungsgeschäfte der Nordex-Gruppe angewendet. Dabei handelt es sich um die Sicherung von zukünftigen, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Zahlungsströmen gemäß dem Budget bzw. der Planung individueller kundenspezifischer Projekte. Nicht in das Hedge Accounting einbezogen werden dagegen Sicherungen von Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts der Forderungen der Nordex SE, die im Wesentlichen aus der Innen-Finanzierungtätigkeit in Fremdwährung resultieren. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die als Grundgeschäft oder Sicherungsinstrument designiert werden, unterliegen somit den Bewertungsregeln zur Abbildung von Sicherungsbeziehungen. Voraussetzung für die Abbildung von Sicherungsbeziehungen ist demnach, dass der eindeutige Sicherungszusammenhang zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument dokumentiert und deren Effektivität nachgewiesen ist. Die Effektivität wird auf Grundlage der Dollar-Offset-Methode mit einem Spot-to-Spot-Ansatz berechnet. Dabei wird nur die Spot-Komponente des Sicherungsinstruments und nicht der Full-Fair-Value ins Hedge Accounting designiert. Jegliche effektive Marktwertänderung der designierten Komponente wird zunächst erfolgsneutral in der Rücklage für Cash Flow Hedges und erst, wenn das Grundgeschäft realisiert wird oder nicht eintritt, erfolgswirksam erfasst. Der ineffektive Anteil der designierten Komponente wird sofort in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung realisiert. Die nicht-designierten Komponenten (Forward- und Cross Currency Basis Points-Komponenten) gehören dagegen nicht zu der Sicherungsbeziehung und wären außerhalb des Hedge Accounting zu bilanzieren. IFRS 9 erlaubt jedoch, die Marktwertänderung der nicht-designierten Komponenten ebenfalls erfolgsneutral zu erfassen, da diese die mit Hedge Accounting verbundenen Kosten darstellen. Die Verbuchung hat jedoch über eine separate Position im Eigenkapital zu erfolgen, der Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges. Eine Reklassifizierung der in der Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges aufgelaufenen Beträge aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und-Verlust-Rechnung ist ebenfalls bei Eintritt oder Wegfall des Grundgeschäfts vorzunehmen. In der Gewinn- und-Verlust-Rechnung werden sodenn Gewinne und Verluste aus abzusichernden Projektgeschäften unter den Umsatzerlösen ausgewiesen, während Gewinne und Verluste aus abzusichernden Beschaffungsgeschäften direkt in die erstmaligen Anschaffungskosten oder in den sonstigen Buchwert des Grundgeschäfts einzubeziehen sind. Devisentermingeschäfte, die die strengen Kriterien des Hedge Accountings nicht erfüllen, werden in die Bewertungskategorie als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingeordnet. LEASINGNach dem herrschenden einheitlichen Leasingnehmerbilanzierungsmodell ist der Leasingnehmer verpflichtet für Leasingverträge Vermögenswerte für das Nutzungsrecht in Höhe der Leasingverbindlichkeiten zzgl. anfänglicher direkter Kosten und angepasst um bereits gezahlte oder erhaltene Beträge und Verbindlichkeiten in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen anzusetzen; die Leasingzahlungen werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingverhältnisses abgezinst, falls der der Leasingzahlungen zugrundeliegende Zinssatz nicht zur Verfügung steht. Während der Laufzeit des Leasingvertrags wird das Nutzungsrecht planmäßig abgeschrieben und die Leasingverbindlichkeit finanzmathematisch fortgeschrieben. Die Wahlrechte zur Nichtbilanzierung von kurzfristigen Leasingverhältnissen mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten, von Leasinggegenständen von geringem Wert kleiner als TEUR 5, von variablen Leasingzahlungen und für Leasing von immateriellen Vermögenswerten sind in Anspruch genommen worden. Zur Abbildung in der Nordex-Gruppe wird auf die Angaben in den Kapiteln zu den Abschlusspositionen verwiesen, insbesondere die Kapitel zu den Sachanlagen, den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten, den sonstigen betrieblichen Erträgen, den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, den Abschreibungen und dem Finanzergebnis. ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNGSPROGRAMME MitarbeiteraktienoptionsprogrammDie Nordex SE gewährt bestimmten Mitarbeitern im Rahmen eines Mitarbeiterbindungsprogramms unentgeltlich Bezugsrechte auf Aktien der Nordex SE. Die Mitarbeiter haben ebenfalls die Möglichkeit nicht an dem Programm teilzunehmen. Jede gewährte Option berechtigt zum Erwerb einer auf den Inhaber lautenden Stückaktie der Nordex SE. Insgesamt werden in diesem Programm vier Tranchen ausgegeben. Die Ausgabe erfolgt jeweils einmal jährlich innerhalb eines Zeitraums von 15 Handelstagen an der Frankfurter Wertpapierbörse, beginnend mit dem dritten Handelstag nach der Veröffentlichung des dritten Quartalsberichts. Die erste Tranche ist am 3. Dezember 2021, eine zweite am 6. Dezember 2022 ausgegeben worden. Insgesamt können bis zum Ende der Laufzeit des Programms maximal 3.500.000 Optionen weltweit für sämtliche Management- und Expert-Level gewährt werden. Die Laufzeit der Optionen beginnt mit dem Zuteilungstag und endet nach sechs Jahren. Die letzte Zuteilung erfolgt im Dezember 2024, dementsprechend endet die Laufzeit des gesamten Programms im Dezember 2030. Folgende Bedingungen müssen für die Ausübung der Optionen erfüllt sein:
Die Optionen können nur während zweier Zeiträume im Geschäftsjahr der Gesellschaft ausgeübt werden: 30 Handelstage nach dem Tag der Veröffentlichung des Jahresabschlusses bzw. des Halbjahresberichts. Nach Ausübung der Option, können die Optionsberechtigten mit ihren erhaltenen Aktien nach eigenem Ermessen verfahren.
Am Ende der Periode noch nicht ausübbare Optionen der ersten und zweiten Tranche haben die folgenden Verfalldaten und Ausübungspreise:
Erstmals ausgeübt werden können die ausgegebenen Optionen nach 4 Jahren innerhalb bestimmter Ausübungsfenster. Der Gesamtaufwand, der in der Periode für das Mitarbeiteraktienoptionsprogramm erfasst worden ist, beläuft sich auf TEUR 932. Der Fair Value der ausgegebenen Optionen wird mittels Monte-Carlo-Simulationen geschätzt. Hierbei ist die Notwendigkeit eines Mindestanstiegs des Aktienkurses vor Ausübung um 15 % gegenüber dem Ausübungspreis in die Simulation einbezogen worden. Im Rahmen der Monte-Carlo-Simulation sind die folgenden Parameter verwendet worden:
Das Mitarbeiteraktienoptionsprogramm sieht grundsätzlich eine Begleichung in Aktien vor (Equity Settled). Eine Barauszahlung (Cash Settlement) ist nicht vorgesehen, aber durch die Optionsbedingungen grundsätzlich möglich. Transformation-Incentive-PlanIm Rahmen des Transformation-Incentive-Plans ist jedem Vorstandsmitglied und ausgewählten Führungskräften zum Ende des Geschäftsjahres 2022 ein einmaliger Sonderbonus unter Zielbedingungen gemessen am Konzern-EBITDA und Konzern-Free Cashflow zugesagt worden. Dieser sollte das Erreichen der strategischen Ziele Nachhaltige Profitabilität und Cashflow zum Ende des Geschäftsjahres 2022 incentivieren. Im Rahmen des Transformation-Incentive-Plans wäre an die Vorstandsmitglieder und die ausgewählten Führungskräfte bei Zielerreichung eine individuelle Anzahl an virtuellen Aktien (Performance Share Units) ausgegeben worden. Die Laufzeit des Programms betrug zwei Jahre und endete am 31. Dezember 2022. In 2022 ist für dieses Programm kein Aufwand erfasst worden, da die vorausgesetzten Performanceziele für die Erfüllung der Unverfallbarkeit nicht erreicht wurden. Performance-Share-Units-PlanDie langfristige variable Vergütung des Vorstands ist als Performance-Share-Units-Plan auf Basis virtueller Aktien ausgestaltet. Tranche 2022 (I)Mit den Vorstandsmitgliedern ist ein individueller Zielbetrag für die langfristige variable Vergütung vereinbart. Dieser Betrag wird in Performance Share Units umgewandelt. Dazu wird der Zielbetrag durch den durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Beginn der Performanceperiode geteilt (Anfangszahl). Das Leistungskriterium ist der Vergleich der Entwicklung des relativen Total Shareholder Returns (RTSR) der Nordex-Aktie mit dem arithmetischen Mittel der Entwicklungen der Vergleichsindizes DAX, MDAX und TecDAX. Die Zielerreichung wird über eine dreijährige bzw. vierjährige Performanceperiode ermittelt, beginnend mit dem 1. Januar des Jahres der Zuteilung. Für den Zielkorridor der Tranche 2020 - 2022 ist ein Minimum von -50 % und ein Maximum von +50 % definiert worden. Eine RTSR-Performance entsprechend den Vergleichsindices stellt eine Zielerreichung von 100 % dar. Bei einem Übertreffen der Vergleichsindizes um 50 % oder mehr liegt eine Zielerreichung von 200 % vor. Bleibt die Entwicklung des Nordex-RTSR um 50 % oder mehr hinter der RTSR-Entwicklung der Vergleichsindizes zurück, handelt es sich um eine 50 %ige Zielerreichung. Zwischenwerte werden linear interpoliert. Durch die Multiplikation der Anfangszahl mit der Zielerreichung ergibt sich die endgültige Anzahl an Performance Share Units (Endzahl). Diese wird mit dem durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Ende der Performanceperiode multipliziert, um den Auszahlungsbetrag zu erhalten. Der Auszahlungsbetrag des Performance-Share-Units-Plans ist auf 300 % des individuellen Zielbetrags begrenzt. Tranche 2022 (II)Im Zusammenhang mit der Vertragsverlängerung zum 1. Juli 2022 von Herrn Dr. Ilya Hartmann wurde die Ausgestaltung des Performance-Share-Units-Plans angepasst. Im Zuge dieser Anpassung ist für Herrn Dr. Ilya Hartmann im Juli 2022 - zusätzlich zur Tranche 2022 (I) - eine weitere Tranche begeben worden. Mit Herrn Dr. Hartmann ist ein individueller Zielbetrag vereinbart, welcher in PSU umgewandelt wird. Dazu wird der Zielbetrag durch den durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Beginn der Performanceperiode geteilt. Die Leistung wird anhand von zwei Kriterien bestimmt. Das erste Leistungskriterium (Gewichtung 80%) entspricht dem Leistungskriterium der Tranche 2022 (I). Das zweite Leistungskriterium mit einer Gewichtung von 20% definiert die Erreichung eines Frauenanteils in Managementpositionen von 25% bis zum Jahr 2025. Die Vorstandsmitglieder Herr José Luis Blanco und Herr Patxi Landa sind verpflichtet, Aktien im Wert von mindestens 33 % des nach Steuer- und Sozialversicherungsabzugs verbleibenden Auszahlungsbetrags über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren zu halten. Herr Dr. Ilya Hartmann ist verpflichtet Aktien im Wert des jeweiligen Jahresgrundgehalts (brutto) zu erwerben und diese für die Dauer seiner Bestellung und während zweier weiterer Jahre nach deren Beendigung zu halten. Dabei gilt ein jährlicher Mindestinvestitionsbetrag in Höhe von 25% der Nettoauszahlung aus der kurzfristigen variablen Vergütung, bis das vollständige Investitionsvolumen erreicht ist.
1 Die ist entsprechend der Zielerreichung des
Leistungskriteriums ausgewiesen worden.
1 Die Anzahl der ausgeübten PSU's ist
entsprechend der Zielerreichung des Leistungskriteriums
ausgewiesen worden.
Der Gesamtaufwand, der in der Periode für den Performance-Share-Units-Plan erfasst worden ist, beläuft sich auf TEUR 660 (2021: TEUR 471). Der Buchwert der Verbindlichkeiten, die sich aus dem Performance-Share-Units-Plan ergeben, beträgt TEUR 1.409 (31. Dezember 2021: TEUR 2.300). Die Auszahlungshöhe der Verbindlichkeiten, bei denen das Recht der Gegenpartei auf flüssige Mittel unverfallbar geworden ist, liegt bei TEUR 767 (31. Dezember 2021: TEUR 1.551). Der Fair Value des am 1. Januar 2022 ausgegebenen dreijährigen Performance Share Units-Plans beträgt EUR 13,62 und EUR 12,79 für den vierjährigen Performance-Share-Units-Plan und ist mittels einer Monte-Carlo-Simulation geschätzt worden. Im Rahmen der Monte-Carlo-Simulation sind die folgenden Parameter verwendet worden:
Der Fair Value des zum 1. Juli 2022 ausgegebenen Performance-Share-Units-Plans beträgt EUR 7,57 und ist im Rahmen der Monte-Carlo-Simulation auf Basis der folgenden Parameter geschätzt worden:
Die langfristige variable Vergütung des Vorstands wird mit Barmitteln beglichen, sofern die Zielbedingungen erfüllt sind. FINANZRISIKOMANAGEMENTZIELSETZUNG UND METHODEN DES FINANZRISIKOMANAGEMENTSDas operative Geschäft sowie die Finanzierungstransaktionen der Nordex-Gruppe als international tätiger Unternehmensgruppe unterliegen Finanzrisiken. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Markt-, Kredit- und Liquiditätsrisiken. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Die Umsetzung der Finanzpolitik sowie das laufende Risikomanagement obliegen der Treasury-Abteilung. MARKTRISIKOFremdwährungsrisikoAus der internationalen Ausrichtung des Konzerns resultiert, dass das operative Geschäft Wechselkursschwankungen unterliegt. Die wesentlichen Risiken bestehen vor allem mit dem US-Dollar. Fremdwährungsrisiken entstehen bei erwarteten zukünftigen Transaktionen sowie bei bilanzierten Vermögenswerten und Schulden. Sie entstehen durch Finanzinstrumente, die in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung (Translationsrisiken) bleiben unberücksichtigt. Fremdwährungsrisiken werden überwiegend durch den Abschluss von Kundenverträgen, die auf die entsprechenden Währungen der projektbezogenen Lieferantenverträge abgestimmt sind, vermieden (Natural Hedge). Diese Vermeidung von Risiken wird auch projektübergreifend forciert, insbesondere beim US-Dollar. Zur Absicherung der verbleibenden Fremdwährungsrisiken werden derivative Sicherungsinstrumente in Form von Devisentermingeschäften eingesetzt. Die derivativen Finanzinstrumente werden ausschließlich als Sicherungselemente genutzt und nicht für spekulative Zwecke eingesetzt. Der Abschluss dieser Geschäfte erfolgt grundsätzlich zentral bei der Nordex SE als Konzernobergesellschaft. Geschäftspartner bei Kontrakten über derivative Finanzinstrumente sind ausschließlich in- und ausländische Banken, deren Rating permanent überwacht wird. Durch eine Diversifikation der Handelspartner wird zudem eine entsprechende Risikominderung erreicht. Alle Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten werden im Rahmen der aktuell geltenden Bestimmungen der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) eingesetzt, überwacht und auditiert. Bestimmte Transaktionen bedürfen zudem der vorherigen Genehmigung durch den Vorstand, der darüber hinaus regelmäßig über den Umfang der Risikopositionen aus dem Projektgeschäft informiert wird. Zum 31. Dezember 2022 sind im Wesentlichen Devisentermingeschäfte in Chinesischen Yuan, Indischen Rupie und Brasilianischen Real abgeschlossen. Die fiktiven Rückzahlungsbeträge ausstehender Devisentermin kontrakte belaufen sich auf TEUR 338.841 (31. Dezember 2021: TEUR 230.658), wobei Nicht-Euro-Devisenterminkontrakte in Euro bewertet sind und sich gegenläufige Währungsströme gegenseitig aufheben. Die in das Hedge Accounting einbezogenen derivativen Sicherungsinstrumente stellen sich wie folgt dar:
Aus dem Effektivitätstest ergeben sich die folgenden Ergebnisse:
Der unmittelbar in der Gewinn- und Verlust-Rechnung in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasste ineffektive Teil von Cash Flow Hedges beläuft sich auf ein Ergebnis von TEUR 0 (2021: TEUR 0). Die Nordex-Gruppe ist aufgrund dessen zum Abschlussstichtag keinen wesentlichen Fremdwährungsrisiken im operativen Bereich ausgesetzt. Zur Darstellung der Fremdwährungsrisiken wird eine Währungssensitivitätsanalyse erstellt, die die Auswirkungen von hypothetischen Änderungen der relevanten Risikovariablen auf das Jahresergebnis nach Ertragsteuern und das Eigenkapital zeigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen die Nordex-Gruppe Finanzinstrumente eingeht. Bei einer Auf- bzw. Abwertung um 10 % der jeweiligen Fremdwährung gegenüber der Konzernwährung würden sich aus der Bewertung der originären monetären Finanzinstrumente (flüssige Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte aus Projekten, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und erhaltene Anzahlungen) folgende Effekte auf das Jahresergebnis nach Steuern ergeben:
Aus der Bewertung der zu Sicherungszwecken abgeschlossenen, aber nicht in das Hedge Accounting einbezogenen Devisentermingeschäfte würden sich folgende Effekte auf das Jahresergebnis und den beizulegenden Zeitwert ergeben:
Aus der Bewertung der zu Sicherungszwecken abgeschlossenen und in das Hedge Accounting einbezogenen Devisentermingeschäfte würden sich folgende Effekte auf das Jahresergebnis, den beizulegenden Zeitwert, die Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern und die Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern ergeben:
ZinsänderungsrisikoDie Nordex SE hat zum 31. Dezember 2022 noch eine Schuldscheintranche mit variabler Verzinsung im Bestand, jedoch wurden die Zinsen (6-Monats-Euribor) für die Restlaufzeit bis zum 6. April 2023 vor dem Stichtag 31. Dezember 2022 fixiert. Aufgrund der Zeitnähe der Transaktion zum Bewertungsstichtag bestehen zum Stichtag keine wesentlichen Zinsänderungsrisiken. Wesentliche variabel verzinsliche Vermögenswerte, die einem Zinsänderungsrisiko unterliegen, bestehen nicht. KreditrisikoDer Konzern schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Alle wesentlichen Neukunden, die mit dem Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Einem Ausfallrisiko wird grundsätzlich im Vorfeld der Auftragsannahme durch ein standardisiertes Genehmigungsverfahren begegnet. Insbesondere erfolgt die Auftragsannahme grundsätzlich nur dann, wenn die Projektfinanzierung durch Kreditinstitute sichergestellt und/oder durch eine Bankgarantie bzw. eine Konzernbürgschaft unterlegt ist. Darüber hinaus sehen die Verträge vor, dass laufende Anzahlungen entsprechend dem jeweiligen Projektfortschritt zu leisten sind. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist. Auch bestehen im Konzern keine wesentlichen Konzentrationen von Ausfallrisiken. Das maximale Ausfallrisiko ist auf den ausgewiesenen Buchwert begrenzt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte aus Projekten sind über Garantien, Bürgschaften und Stand-by-Akkreditive in Höhe von brutto TEUR 4.076.338 (31. Dezember 2021: TEUR 3.498.378) oder Eigentumsvorbehalte in Höhe von TEUR 360.096 (31. Dezember 2021: TEUR 268.263) besichert. LiquiditätsrisikoDas Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen laufenden Ein- und Auszahlungen herzustellen, wozu sowohl die Ein- und Auszahlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Laufzeiten der Finanzinvestitionen und der finanziellen Vermögenswerte als auch die erwarteten Zahlungsströme aus der Geschäftstätigkeit überwacht werden und die Gruppenliquidität laufend gesteuert wird. Grundsätzlich finanziert die Nordex-Gruppe die Projekte über Projektanzahlungen von Kunden. Die Anzahlungen werden bei sämtlichen Projekten nach Projektfortschritt analog den vertraglich vereinbarten Zahlungsplänen abgerechnet. Ein überwiegender Teil dieser Projektanzahlungen wird über die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie avaliert. Nordex setzt teilweise länderübergreifend Cash-Pooling oder sonstige Inhouse-Banking-Instrumente zum effektiven Liquiditätsmanagement der Gruppe ein. Verbleibende Liquiditätspositionen werden vom Konzern-Treasury bei Geschäftsbanken im In- und Ausland entsprechend konservativ angelegt. Hierbei werden Limite und Kontrahentenrisiken permanent überwacht. FREMDKAPITALINSTRUMENTEUnternehmensanleiheAm 2. Februar 2018 hat die Nordex-Gruppe erfolgreich eine Unternehmensanleihe in Höhe von TEUR 275.000 mit einem Kupon von 6,5 % platziert, die an der International Stock Exchange zum Handel zugelassen ist. Kreditnehmer der fünfjährigen Unternehmensanleihe ist die Nordex SE mit gesamtschuldnerischer Haftung von wesentlichen NordexKonzerngesellschaften. Die Unternehmensanleihe ist als grünes Finanzinstrument zertifiziert. Zum 31. Dezember 2022 beträgt die unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzter Kosten und Zinsen TEUR 282.307 (31. Dezember 2021: TEUR 280.387). GesellschafterdarlehenVon der Acciona S.A. ist der Nordex SE in 2020 ein erstes Gesellschafterdarlehen über TEUR 232.200 gewährt worden. Die Auszahlung erfolgte in zwei Tranchen über TEUR 17.200 im August 2020 und TEUR 215.000 im März 2021. Im Juni 2021 sind davon TEUR 196.580 als Sacheinlage im Rahmen einer Kapitalerhöhung eingebracht worden. Die Laufzeit reicht bis zum 30. April 2025 bei einem Zinssatz von 10,0 %. Darüber hinaus wurde in 2022 ein weiteres Gesellschafterdarlehen in Höhe von insgesamt TEUR 286.000 zu einem Zinssatz von 14,0% und einer Laufzeit bis zum 29. Juli 2026 gewährt. Die erste Tranche von TEUR 11.000 wurde zur Begleichung von Transaktionskosten im Juli 2022 ausgezahlt. Die zweite Tranche von TEUR 275.000 dient der Ablösung der Unternehmensanleihe am 31. Januar 2023. Zum 31. Dezember 2022 beträgt die unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzter Kosten und Zinsen TEUR 50.396 (31. Dezember 2021: TEUR 44.499). SchuldscheindarlehenAm 6. April 2016 hat die Nordex SE mit gesamtschuldnerischer Haftung der Nordex Energy SE & Co. KG ein Schuldscheindarlehen im Volumen von TEUR 550.000 bei nationalen und internationalen Investoren platziert. Im April 2021 ist eine weitere Tilgung in Höhe von TEUR 215.000 über das Gesellschafterdarlehen erfolgt, sodass das Schuldscheindarlehen derzeit noch aus Tranchen mit ursprünglichen Laufzeiten von sieben und zehn Jahren besteht, jeweils mit fester oder variabler Verzinsung. Je nach Tranche liegt der Zinssatz zwischen 2,1 % und 3,0 %. Das Schuldscheindarlehen ist als grünes Finanzinstrument zertifiziert. Zum 31. Dezember 2022 beträgt die unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzter Kosten und Zinsen TEUR 25.917 (31. Dezember 2021: TEUR 25.890). MitarbeiteranleiheZur Stärkung der Bindung der Mitarbeiter bei gleichzeitiger Möglichkeit einer rentablen Geldanlage hat die Nordex-Gruppe ein Beteiligungsprogramm für ihre Mitarbeiter an dem von ihr selbst entwickelten und realisierten französischen Windpark Val aux Moines aufgelegt. Die Beteiligung erfolgt über den Erwerb von Schuldverschreibungen, die von der Nordex Employee Holding GmbH emittiert werden. Das Gesamtvolumen beträgt bis zu TEUR 4.000 bei einer jährlichen Verzinsung von 6,0 %. Die Laufzeit ist datiert vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2024. Zum 31. Dezember 2022 beträgt die unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzter Kosten und Zinsen TEUR 3.466 (31. Dezember 2021: TEUR 3.866). Syndizierte Multi-Currency-AvalkreditlinieDie Nordex SE verfügt darüber hinaus mit gesamtschuldnerischer Haftung von wesentlichen Nordex-Konzerngesellschaften über eine bis zum 9. April 2024 laufende syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie in Höhe von TEUR 1.410.000. Diese Multi-Currency-Avalkreditlinie beinhaltet zugesicherte Barkreditlinien in Höhe von TEUR 100.000, wovon im Geschäftsjahr 2022 TEUR 10.000 an eine indische Tochtergesellschaft herausgelegt wurden. Zum 31. Dezember 2022 ist die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie mit Avalen in Höhe von TEUR 1.209.550 (31. Dezember 2021: TEUR 1.155.995) in Anspruch genommen worden. Die bilanzierten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus der Multi-Currency-Avalkreditlinie resultieren aus Barinanspruchnahmen und sonstigen Gebühren und belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf TEUR 21.528 (31. Dezember 2021: TEUR 6.174). Für die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie bestehen ferner einheitliche Financial Covenants wie Equity Ratio, Leverage und Interest Coverage, deren Einhaltung quartalsweise mit Bezug zum vorherigen Stichtag an die jeweiligen Finanzinstitute zu berichten ist. Eine Kündigung dieser Multi-Currency-Avalkreditlinie seitens der Finanzinstitute ist nur aus außerordentlichen Gründen möglich. Einer dieser Gründe ist die Nichteinhaltung der oben genannten Financial Covenants. Im Juli 2022 hat Nordex mit den Finanzinstituten erfolgreich das bestehende Financial Covenants-Konzepts angepasst, welches neben Equity Ratio auch die Kennzahl Liquid Assets als Financial Covenants umfasst. Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine Verletzung der Covenants-Bedingungen. Zahlungsausfälle oder -verzögerungen im Hinblick auf die Barinanspruchnahmen der Kreditlinie in Höhe von TEUR 21.528 haben sich nicht ergeben. KAPITALRISIKOMANAGEMENTEine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts sowie die Sicherung der Liquidität und der Kreditwürdigkeit des Konzerns sind die wichtigsten Ziele des Kapitalrisikomanagements. Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 878.059 (31. Dezember 2021: TEUR 1.062.395). Der Konzern überwacht sein Kapital mithilfe des eingesetzten Working Capitals. Das Working Capital umfasst die Summe aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Vertragsvermögenswerten aus Projekten und den Vorräten abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten:
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNGBei der Nordex-Gruppe handelt es sich im Wesentlichen um ein Einproduktunternehmen. Die Aktivitäten der Nordex-Gruppe erstrecken sich auf die Entwicklung, die Produktion, den Vertrieb und den Service von Windenergieanlagen. Zur Unterstützung des Vertriebs werden auch Vorleistungen für die Projektentwicklung erbracht, entsprechende Rechte erworben und die Infrastruktur geschaffen, um Windenergieanlagen an geeigneten Standorten zu errichten. Die berichtspflichtigen Segmente teilen sich entsprechend der Geschäftstätigkeit auf in Projekte und Service. Dabei umfasst das Segment Projekte das Geschäft mit neuen Windenergieanlagen und die Windparkentwicklung im Bereich Nordex Development, während das Segment Service alle Tätigkeiten, die mit der Betreuung der Windenenergieanlagen nach der Inbetriebnahme zusammenhängen, enthält Erträge und Aufwendungen, die den beiden Segmenten nicht eindeutig zugeordnet werden können, werden separat unter nicht zugeordnet ausgewiesen. Hierunter werden im Wesentlichen subsumiert: Kosten für Zentralbereiche, für Restrukturierung sowie für Corporate Treasury-Aktivitäten. Die Festsetzung der Preise für Lieferungen zwischen den einzelnen Segmenten erfolgt unter Beachtung des Arm´s-Length-Prinzips. Über die Segmente wird in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung, die auf den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des Konzernabschlusses basiert, an den Hauptentscheidungsträger, den Vorstand der Nordex SE, übereinstimmt.
Nach Regionen gliedern sich die langfristigen Vermögenswerte und die Umsatzlöse wie folgt auf:
1 Die langfristigen Vermögenswerte umfassen
Sachanlagen, aktivierte Entwicklungsaufwendungen,
geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte
und sonstige immaterielle Vermögenswerte.
ANGABEN ZUR BILANZ(1) FLÜSSIGE MITTELDie flüssigen Mittel beinhalten Kassenbestände und Sichteinlagen. Ausgenutzte Kontokorrentkredite werden mit den flüssigen Mitteln saldiert. Täglich kündbare Guthaben werden mit variablen Zinssätzen verzinst. Die flüssigen Mittel betragen TEUR 633.541 (31. Dezember 2021: TEUR 784.440). Es sind keine Wertberichtigungen erforderlich. Die flüssigen Mittel werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert. (2) FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGENForderungen aus Lieferungen und Leistungen sind fällige Beträge aus im gewöhnlichen Geschäftsverkehr verkauften Gütern oder aufgebrachten Leistungen. Wenn der voraussichtliche Zahlungseingang in einem Jahr oder weniger (oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus, wenn dieser länger ist) erwartet wird, werden die Forderungen als kurzfristig klassifiziert. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 169.906 (31. Dezember 2021: TEUR 162.530). Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel ein Zahlungsziel von 30 bis 90 Tagen. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:
1 Die Auflösung wird in der Gewinn-
und-Verlust-Rechnung unter den sonstigen betrieblichen
Erträgen gezeigt.
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die entsprechend der Angaben im Kapitel Finanzinstrumente ermittelt worden sind, stellen sich wie folgt dar:
Im Geschäftsjahr 2022 sind TEUR 0 (2021: TEUR 0) an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgebucht worden, die nicht einzelwertberichtigt gewesen sind. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen wie im Vorjahr dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert weicht im Geschäftsjahr nicht wesentlich von den fortgeführten Anschaffungskosten ab; im Vorjahr entsprach der beizulegende Zeitwert den fortgeführten Anschaffungskosten. (3) VERTRAGSVERMÖGENSWERTE UND -VERBINDLICHKEITEN AUS PROJEKTENUnter den Vertragsvermögenswerten aus Projekten sind unfertige Aufträge ausgewiesen, deren Umsatzerlöse gemäß IFRS 15 nach dem Leistungsfortschritt erfasst werden. Die Vertragsvermögenswerte aus Projekten werden projektindividuell mit den Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten (erhaltene Anzahlungen) saldiert. Die Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten aus Projekten haben sich wie folgt entwickelt:
Aufgrund der Besicherung mit Garantien, Bürgschaften und Stand-by-Akkreditiven sind keine Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte aus Projekten erforderlich. Die Vertragsvermögenswerte aus Projekten werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert weicht im Geschäfts- wie im Vorjahr nicht wesentlich von den fortgeführten Anschaffungskosten ab. (4) VERTRAGSVERMÖGENSWERTE UND -VERBINDLICHKEITEN AUS SERVICEDie Vertragsvermögenswerte aus Service beziehen sich auf Wartungsverträge, bei denen der Leistungsfortschritt die erhaltenen Zahlungen übersteigt. Demgegenüber beziehen sich die Vertragsverbindlichkeiten aus Service auf Wartungsverträge, bei denen die erhaltenen Zahlungen den Leistungsfortschritt übersteigen. Die Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten aus Service haben sich wie folgt entwickelt:
Von den Vertragsvermögenswerten aus Service sind TEUR 8.393 (31. Dezember 2021: TEUR 7.327) kurzfristig und TEUR 33.835 (31. Dezember 2021: TEUR 32.171) langfristig, während von den Vertragsverbindlichkeiten aus Service TEUR 38.896 (31. Dezember 2021: TEUR 29.391) kurzfristig und TEUR 148.327 (31. Dezember 2021: TEUR 130.924) langfristig sind. Die erwartete Verlustquote für Vertragsvermögenswerte aus Service entspricht der für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Ausfallrisiko, die nicht überfällig sind, in Höhe von 0,1%. Aus Gründen der Wesentlichkeit sind die daraus resultierenden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 42 (31. Dezember 2021: TEUR 39) jedoch nicht erfasst worden. (5) VORRÄTEFür die Ermittlung der Anschaffungskosten wird die Durchschnittsmethode angewendet. Die Herstellungskosten umfassen produktionsbezogene Vollkosten, die auf der Grundlage einer Normalbeschäftigung ermittelt werden. Die Werthaltigkeit der Vorräte wird zum Stichtag überprüft und falls notwendig werden entsprechende Wertabschläge vorgenommen. Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
Bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen handelt es sich im Wesentlichen um produktionsbezogenes Material und Servicematerial. Die unfertigen Erzeugnisse betreffen im Wesentlichen im Bau befindliche Windenergieanlagen aus Kundenverträgen, bei denen die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen über die Milestone-Methode erfolgt. Der Buchwert der Vorräte beinhaltet Abwertungen, die sich wie folgt entwickelt haben:
Die Inanspruchnahme der Wertberichtigungen steht insbesondere im Zusammenhang mit dem Abbau von Altmaterialien, die Zuführung bezieht sich im Wesentlichen auf nur noch eingeschränkt nutzbare Lagerbestände. Der Buchwert der wertgeminderten Vorräte beträgt TEUR 28.156 (31. Dezember 2021: TEUR 19.707). (6) FORDERUNGEN UND VERBINDLICHKEITEN AUS ERTRAGSTEUERNDie Forderungen aus Ertragsteuern in Höhe von TEUR 9.668 (31. Dezember 2021: TEUR 15.293) sind im Wesentlichen bei der Nordex Energy South Africa RF (Pty.) Ltd., der Nordex India, der Nordex Windpower S.A., und der NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V. entstanden, während die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern in Höhe von TEUR 25.632 (31. Dezember 2021: TEUR 22.121) hauptsächlich auf die Nordex France SAS, die Nordex Energy Brasil und die Nordex Turkey entfallen. (7) SONSTIGE KURZFRISTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTEDie sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Die Wertberichtigungen betragen TEUR 0 (31. Dezember 2021: TEUR 70). Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen, nicht die Devisentermingeschäfte betreffenden Salden werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 68.411 (31. Dezember 2021: TEUR 45.290) und entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert. Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cash Flow Hedges) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende effektive Sicherungsinstrumente kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 5.010 (31. Dezember 2021: TEUR 13.592). Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen sonstigen Devisentermingeschäfte werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 6.128 (31. Dezember 2021: TEUR 2.147). Die Terminkurse bzw. -preise errechnen sich auf Basis des zum Stichtag gültigen Kassakurses unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen für die jeweilige Restlaufzeit des Kontrakts. (8) SONSTIGE KURZFRISTIGE NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTEDie sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Die Steuerforderungen betreffen im Wesentlichen die Vorsteuererstattungsansprüche der Nordex Energy Brasil - Comercio e Industria de Equipamentos Ltda. in Höhe von TEUR 58.064 (31. Dezember 2021: TEUR 45.444), der Nordex Energy SE & Co. KG in Höhe von TEUR 38.742 (31. Dezember 2021: TEUR 29.094), der Nordex SE in Höhe von TEUR 9.575 (31. Dezember 2021: TEUR 25.060), der Nordex India Private Limited in Höhe von TEUR 22.025 (31. Dezember 2021: TEUR 19.055), der NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V. in Höhe von TEUR 15.317 (31. Dezember 2021: TEUR 13.809), der Nordex India Manufacturing Private Ltd. in Höhe von TEUR 10.473 (31. Dezember 2021: TEUR 4.221) und der Nordex Windpower S.A. in Höhe von TEUR 7.981 (31. Dezember 2021: TEUR 11.888). Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten im Wesentlichen abgegrenzte Kosten für die Multi-Currency-Avalkreditlinie und Lizenzgebühren. (9) SACHANLAGENSachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beinhalten die direkt dem Erwerb oder Bau zurechenbaren Aufwendungen. Für die Anschaffung von Anlagevermögen gewährte Investitionszuschüsse und -zulagen werden in Übereinstimmung mit IAS 20.24 als Minderung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten behandelt. Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögenswerte linear vorgenommen, wobei die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über die erwartete Nutzungsdauer der Vermögenswerte wie folgt auf den Restbuchwert abgeschrieben werden:
Die Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
Sachanlagen werden gemäß IAS 36 auf Wertminderung geprüft, sofern Anzeichen für Wertminderungen vorliegen. Die Grundstücke und Bauten sowie die anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung beinhalten Vermögenswerte aus Leasing. Die Zugänge und der Buchwert zum 31. Dezember 2022 sowie der Buchwert zum 1. Januar 2022 stellen sich wie folgt dar:
Die im Geschäftsjahr zugegangenen aktivierten Nutzungsrechte aus Leasing beziehen sich im Wesentlichen auf ein Frachtschiff (EUR 68,9 Mio.), das von Acciona Logistica, S.A. gechartert wurde und dem Transport von Einzelteilen von Turbinen dient. Weiterhin beziehen sich die aktivierten Nutzungsrechte auf Verwaltungs- und Produktionsgebäude, Lagerhallen, Firmenfahrzeuge und Produktionsanlagen (z. B. Hebebühnen). Die Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen im Geschäftsjahr bis zum 31. Dezember 2022 TEUR 50.500 (31. Dezember 2021: TEUR 44.975). 2014 ist Nordex ein Investitionszuschuss zur Erweiterung der Betriebsstätte in Rostock gewährt worden. Bis zum Ablauf des Zweckbindungszeitraums von fünf Jahren nach Auszahlung der letzten Tranche des Investitionszuschusses, d. h. bis 2022, müssen die geförderten Wirtschaftsgüter in der geförderten Betriebsstätte verbleiben. Weiterhin sind während des Zweckbindungszeitraums 1.026 Arbeitsplätze dauerhaft im Jahresdurchschnitt zu erhalten. In 2021 ist wie im Vorjahr kein Investitionszuschuss ausgezahlt worden. Für die Entwicklung der Sachanlagen wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen. (10) GOODWILLDer Goodwill stellt den Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über den beizulegenden Zeitwert der Anteile des Konzerns am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt dar. Zum Zweck des Werthaltigkeitstests wird der Goodwill im Erwerbszeitpunkt auf Zahlungsmittel generierende Einheiten (Cash Generating Units - CGUs) aufgeteilt. Einmal jährlich oder bei Anzeichen für Wertminderung wird vom Konzern auf Ebene der CGUs, denen ein Goodwill zugeordnet worden ist, überprüft, ob der Goodwill wertgemindert ist. Der Ermittlung des erzielbaren Betrags bzw. des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung für die CGUs Projekte und Service liegen als Basis das Budget 2022 sowie vier weitere Planjahre, abgeleitet aus der Mittelfristplanung der Gesellschaft, zugrunde. Die Erträge jenseits der Fünfjahresperiode sind auf Basis einer stetigen Wachstumsrate von 1,00 % (2021: 1,00 %) extrapoliert worden. Der ermittelte beizulegende Zeitwert für die beiden CGUs ist in der Fair-Value-Hierarchie dem Level 3 zugeordnet worden. Der Abzinsungssatz vor Steuern beträgt 10,68 % (31. Dezember 2021: 9,09 %) für die CGU Projekte und 11,11 % (31. Dezember 2021: 9,37 %) für die CGU Service und ist basierend auf dem WACC-Ansatz (Weighted Average Cost of Capital) ermittelt worden. Dem Abzinsungssatz liegt ein risikoloser Zinssatz in Höhe von 2,36 % (31. Dezember 2021: 0,12 %), eine Marktrisikoprämie von 7,50 % (31. Dezember 2021: 7,50 %) und ein Beta-Faktor von 1,07 (31. Dezember 2021: 1,30) zugrunde. Der Beta-Faktor und das Verhältnis von Marktwert des Eigenkapitals zu Marktwert des Fremdkapitals sind anhand einer CGU-spezifischen Peer Group ermittelt worden. Der Goodwill beträgt wie im Vorjahr TEUR 547.758 und entfällt wie im Vorjahr mit TEUR 504.595 auf die CGU Projekte und mit TEUR 43.163 auf die CGU Service. Er resultiert mit TEUR 537.798 aus der Kaufpreisallokation der Acciona Windpower. Außerplanmäßige Abschreibungen sind im Geschäftsjahr 2022 wie im Vorjahr nicht vorgenommen worden, da der erzielbare Betrag für die CGUs Projekte und Service über dem Buchwert der Vermögenswerte zuzüglich des Buchwerts des Goodwills der beiden CGUs liegt. Eine Erhöhung bzw. Verminderung des WACC um 1,0 %-Punkte sowie eine Erhöhung bzw. Verminderung des Wachstumsabschlags um 1,0 %-Punkte würde weder für die CGU Projekte noch für die CGU Service zu einem Wertminderungsbedarf führen. Für die Entwicklung des Goodwills wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen. (11) AKTIVIERTE ENTWICKLUNGS -AUFWENDUNGENDie Herstellungskosten für diese Vermögenswerte umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie die produktionsbezogenen Gemeinkosten und Fremdkapitalkosten. Fremdkapitalkosten, die direkt der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden solange aktiviert, bis alle Arbeiten für seinen beabsichtigten Gebrauch im Wesentlichen abgeschlossen sind; ansonsten werden sie als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie angefallen sind. Ein qualifizierter Vermögenswert liegt vor, wenn die Herstellung des Vermögenswerts normalerweise länger als ein Jahr dauert. Entwicklungsaufwendungen sind ferner nur dann zu aktivieren, wenn das Unternehmen fähig ist und beabsichtigt, den Vermögenswert fertig zu stellen und ihn zu nutzen sowie einen Nachweis darüber erbringen kann, wie der Vermögenswert künftig einen wirtschaftlichen Nutzenzufluss generieren wird. Die aktivierten Entwicklungsaufwendungen werden linear über den Zeitraum abgeschrieben, über den Umsätze aus dem jeweiligen Projekt erwartet werden, längstens aber über fünf Jahre. Der Konzern prüft darüber hinaus einmal jährlich den Wertansatz der aktivierten Entwicklungsaufwendungen; technisch überholte Entwicklungsmaßnahmen der Vergangenheit werden wertgemindert. Zum Bilanzstichtag sind Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 161.512 (31. Dezember 2021 TEUR 163.551) bilanziert. Im Geschäftsjahr 2022 sind Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 34.320 (2021: TEUR 35.077) aktiviert worden, wovon für TEUR 24.823 (2021: TEUR 31.305) die Abschreibung noch nicht begonnen hat. Die Zugänge umfassen insbesondere die Weiter- und Neuentwicklung der Windturbinengeneration Delta sowie der Wasserstoff Projektentwicklung. Sie beinhalten Fremdkapitalkosten in Höhe von TEUR 2.185 (31. Dezember 2021: TEUR 1.400) zu einem Finanzierungssatz von 7,69 % (31. Dezember 2021: 5,81 %). Weitere im Geschäftsjahr 2022 angefallene Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 26.827 (2021: TEUR 23.394) erfüllen nicht die Kriterien für eine Aktivierung und sind erfolgswirksam erfasst worden. Die Aktivierungsquote liegt dementsprechend bei 56,13 % (31. Dezember 2021: 59,99 %). Die Verminderung der Aktivierungsquote resultiert im Wesentlichen aus aus dem Cyber-Vorfall Ende März 2022, infolgedessen die Entwicklungssoftware der Ingenieure nicht einsatzbereit gewesen ist und von daher weniger Entwicklungsleistungen erbracht werden konnten. Für die Entwicklung der aktivierten Entwicklungsleistungen wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen. (12) GELEISTETE ANZAHLUNGENGeleistete Anzahlungen werden zu den Anschaffungskosten angesetzt. Die geleisteten Anzahlungen betragen TEUR 34 (31. Dezember 2021: TEUR 32). Für die Entwicklung der geleisteten Anzahlungen wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen. (13) SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTEDie Vermögenswerte, die bestimmte Nutzungsdauern haben, werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet. Die Abschreibung erfolgt linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer, längstens aber bis zum Erlöschen des Rechts, wobei folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt werden:
Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte betragen TEUR 12.528 (31. Dezember 2021: TEUR 16.626). Für die Entwicklung der sonstigen immateriellen Vermögenswerte wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen. (14) FINANZANLAGENDie Finanzanlagen beinhalten Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen und Beteiligungen. Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen betreffen Unternehmen, die der Konzern beherrscht, die jedoch unwesentlich sind. Beteiligungen beziehen sich auf Unternehmen, die vom Konzern nicht beherrscht werden. Die Finanzanlagen beinhalten dabei im Wesentlichen Projektgesellschaften. Die Projektentwicklung erfolgt jedoch nicht in den Gesellschaften, weshalb auch keine Wertsteigerung der Gesellschaften erfolgt. Die Anschaffungskosten entsprechen daher dem beizulegenden Zeitwert. Die Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen entfallen auf:
Die Projektgesellschaften halten verschiedene Rechte im Zusammenhang mit selbst entwickelten Windkraftprojekten, im Wesentlichen Baugenehmigungen und Stromlieferverträge. Im Jahr 2022 ist keine Projektgesellschaften gegründet worden (2021: eine) und eine Projektgesellschaft verkauft worden (2021: 1). Wertberichtigungen sind in Höhe von TEUR 0 (2021: TEUR 0) erfolgt. Bei der Nordex Austria GmbH handelt es sich um eine Ende 2022 gegründete Gesellschaft zur Errichtung von Energieerzeugungsanlagen Die Nordex Windpark Verwaltung GmbH dient dem Erwerb und der Verwaltung von Beteiligungen an Handelsgesellschaften, deren Geschäftszweck insbesondere der Erwerb bzw. die Entwicklung, das Errichten und das Betreiben von Windparks ist, sowie der Übernahme der persönlichen Haftung und Geschäftsführung bei diesen Gesellschaften. Die Beteiligungen umfassen folgende Gesellschaften:
Rose Windfarm AB und Eoliennes de la Vallee S.A.S. unterhalten keinen wesentlichen Geschäftsbetrieb. Parc Eolien du Val Aux Moines betreibt einen Windpark. Die RenerCycle S.L. befindet sich noch im Aufbau. Geschäftszweck der Gesellschaft ist das Recycling von Windenergieanlagen mit dem Nachhaltigkeitsziel: Null Abfall. Alle Anteile sind nicht börsennotiert. Eine Veräußerungsabsicht besteht zum 31. Dezember 2022 nicht. Zu den Beteiligungsverhältnissen im Einzelnen wird auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2022 verwiesen. Die Finanzanlagen werden auf freiwilliger Basis analog zu IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die Finanzanlagen beinhalten im Wesentlichen Projektgesellschaften. Der beizulegende Zeitwert entspricht aufgrund geringfügiger operativer Tätigkeiten wie im Vorjahr annähernd den Anschaffungskosten. (15) NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE FINANZANLAGENDie nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen umfassen Anteile an Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik hat. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben. Anteile an assoziierten Unternehmen und dem Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Sie werden zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt, wozu auch Transaktionskosten zählen. Nach dem erstmaligen Ansatz enthält der Konzernabschluss den Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen bis zu dem Zeitpunkt, an dem der maßgebliche Einfluss oder die gemeinschaftliche Führung endet.
GemeinschaftsunternehmenIm Laufe des Geschäftsjahres 2022 hat die Nordex SE 50% ihrer Anteile an der nicht börsennotierten Nordex H2, S.L. an die Corporación Eólica Catalana, S.L. verkauft und damit die Beherrschung verloren. Die Gesellschaft wird aufgrund einer Vereinbarung zwischen den Anteilseignern Nordex und Acciona gemeinschaftlich geführt. Die Nordex H2, S.L. ist hauptsächlich in regional nicht begrenzten Entwicklungsprojekten im Zusammenhang mit grünem Wasserstoff tätig. Die nachstehende Tabelle fasst die Finanzinformationen von Nordex H2, S.L. zusammen, berichtigt um Anpassungen an den beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Die Tabelle zeigt auch eine Überleitung der zusammengefassten Finanzinformationen auf den Buchwert des Anteils des Konzerns an H2 S.L.
Da der Verkauf der Anteile an der Nordex H2 S.L. zum 29.12.2022 erfolgte, ergeben sich aus der anteiligen Ergebniszuweisung im Geschäftsjahr keine Effekte mehr für die Gewinn- und Verlustrechnung der Nordex SE. Assoziierte UnternehmenDie Anteile an den als für den Konzernabschluss nicht wesentlich eingestuften assoziierten Unternehmen umfassen bis zu deren Veräußerung in 2022 die C&C Wind Sp. z o.o. , die der Errichtung und dem Betrieb eines Windparks in Polen dient und die GN Renewable Investments S.a r.l., die die Finanzierung von Projektgesellschaften übernimmt. Aus der Veräußerung der C&C Wind Sp. z o.o. resultiert ein Veräußerungsgewinn von TEUR 6.941. Die anteiligen Gewinne/Verluste der assoziierten Unternehmen, die nicht börsennotiert sind, stellen sich wie folgt dar:
1 vorläufiger Jahresabschluss zum 31.
Dezember 2022, die Anpassungen gegenüber dem finalen
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 werden in 2023
gebucht
Zu den Beteiligungsverhältnissen im Einzelnen wird auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2022 verwiesen. (16) SONSTIGE LANGFRISTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTEDie sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Die Forderungen gegen nicht konsolidierte verbundene Unternehmen, assoziierte Unternehmen und Beteiligungen betreffen insbesondere die Finanzierung von Projektgesellschaften. Die Wertberichtigungen betragen TEUR 1.514 (31. Dezember 2021: TEUR 1.618). Die in den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen, nicht die Devisentermingeschäfte betreffenden Salden werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 61.429 (31. Dezember 2021: TEUR 16.283) und entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der marktüblichen Verzinsung dem beizulegenden Zeitwert. (17) SONSTIGE LANGFRISTIGE NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTEDie sonstigen langfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten im Wesentlichen abgegrenzte Kosten für Lizenzgebühren und die Multi-Currency-Avalkreditlinie. Die Steuerforderungen betreffen Vorsteuererstattungsansprüche. Mit Beginn des Geschäftsjahres ist der Ausweis aus Gründen der Klarheit umgestellt worden. Langfristige Vertragsvermögenswerte aus Service werden nunmehr separat ausgewiesen. Die Vorjahreswerte sind angepasst worden. (18) LATENTE STEUERANSPRÜCHE UND -SCHULDENLatente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für entweder dasselbe Steuersubjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die aber beabsichtigen, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen, erhoben werden. Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern ist zum 31. Dezember 2022 ein Steuersatz von gerundet 32,00 % (31. Dezember 2021: 32,00 %) herangezogen worden. Die aktiven und die passiven latenten Steuern entfallen auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den folgenden Bilanzpositionen und auf Verlustvorträge wie folgt:
Die Nordex-Gruppe aktiviert latente Steuern auf Verlustvorträge sofern davon ausgegangen werden kann, dass in der Zukunft ausreichend steuerliche Gewinne generiert werden, welche mit den Verlustvorträgen verrechnet werden können. Die Ermittlung des latenten Steueranspruchs beruht auf einer Mittelfristplanung für die jeweiligen Tochtergesellschaften unter Berücksichtigung von ertragsteuerlichen Organschaften. Der Prognosezeitraum für die Wahrscheinlichkeit der Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen beträgt dabei sechs Jahre zum 31. Dezember 2022 (31. Dezember 2021: sieben Jahre). Das Jahr 2022 war geprägt von sehr herausfordernden äußeren Einflüssen auf das operative Geschäft, unter anderem dem Marktumbruch durch neue Förder- und Projektvergabesysteme, die Corona-Pandemie, tarifäre Handelshemmnisse, aber auch extreme Preisanstiege bei verschiedenen Rohstoffen und Logistikkosten, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine. Für das Jahr 2023 erwarten wir weiterhin ein sehr volatiles Makroumfeld, sodass die Geschäftsentwicklung und auch die Annahmen für diese Prognose sehr großen Unsicherheiten unterliegen. Auf Grund der eingeleiteten Maßnahmen gehen wir über das Jahr 2023 hinweg von unserem allgemeingültigen Prognosezeitraum von 5 Jahren aus. Für 2023 unterstellen wir noch Einflüsse aus einem veränderten Marktumfeld. Die Nordex SE aktiviert latente Steuern auf Verlustvorträge als Organträger. Die ausländischen Unternehmen der Nordex-Gruppe aktivieren latente Steuern auf Verlustvorträge unter Berücksichtigung der national gültigen Steuersätze, etwaiger Mindestbesteuerung und gegebenenfalls vorliegender zeitlicher Beschränkungen der Nutzbarkeit der Verlustvorträge. Nach derzeitiger Einschätzung des Vorstands sind bei der Nordex SE von den bestehenden körperschaftsteuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 671.465 (2021: TEUR 327.514) TEUR 671.465 (2021: TEUR 327.514) und von den gewerbesteuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 622.415 (2021: TEUR 291.695) TEUR 622.415 (2021: TEUR 291.695) voraussichtlich nutzbar. Eine zeitliche Nutzungsbeschränkung der Verlustvorträge sieht der Gesetzgeber in Deutschland nicht vor. Aufgrund der schwierigen globalen wirtschaftlichen Entwicklung sowie der branchenspezifischen Markterwartungen wurde zum 31. Dezember 2022 eine zusätzliche Abwertung von aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 38.210 (31. Dezember 2021: Zuschreibung TEUR 3.333) vorgenommen. In der Nordex-Gruppe bestehen folgende Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern gebildet worden sind:
Für Tochtergesellschaften, die im Vorjahr oder in der laufenden Periode ein negatives Ergebnis gezeigt haben, ist ein latenter Steueranspruch in Höhe von TEUR 166.987 (2021: TEUR 187.348) aktiviert worden, da die Realisierung des Steueranspruchs aufgrund der steuerlichen Ergebnisplanung insoweit wahrscheinlich ist. Auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften sind in Höhe von TEUR 30.962 (2021: TEUR 27.649) keine latenten Steuerschulden angesetzt worden, da es nicht wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden. Die aktiven latenten Steuern enthalten langfristige aktive latente Steuern vor Saldierung in Höhe von TEUR 404.244 (2021: TEUR 321.536). Bei den passiven latenten Steuern entfallen TEUR -187.273 (2021: TEUR 129.755) auf den langfristigen Anteil der gebildeten passiven latenten Steuern vor Saldierung. Die Veränderungen der latenten Steuern stellen sich wie folgt dar:
(19) VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTENVerbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden nach Abzug von Transaktionskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird auf die Angaben im Kapitel zu den Fremdkapitalinstrumenten verwiesen. Fälligkeiten einschließlich zukünftig anfallender Zinsen
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf TEUR 52.466 (31. Dezember 2021: TEUR 32.353), wovon TEUR 46.553 (31. Dezember 2021: TEUR 6.845) als kurzfristig zu klassifizieren sind. (20) VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGENVerbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Zahlungsverpflichtungen für Güter und Leistungen, die im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erworben werden. Die Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Schulden klassifiziert, wenn die Zahlungsverpflichtung innerhalb von einem Jahr oder weniger (oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus, wenn dieser länger ist) fällig ist. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 1.519.269 (31. Dezember 2021: TEUR 1.032.600). Fälligkeiten
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert. (21) SONSTIGE RÜCKSTELLUNGENRückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, die aus einem vergangenen Ereignis resultiert, es wahrscheinlich ist, dass die Begleichung der Verpflichtung zu einer Vermögensbelastung führen wird, und die Höhe der Rückstellung verlässlich ermittelt werden kann. Die Bildung basiert auf gewissenhaften Schätzungen, dabei werden alle erkennbaren Risiken in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt. Die Bewertung erfolgt zum Barwert der erwarteten Ausgaben, wobei ein Vorsteuerzinssatz zugrunde gelegt wird, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts sowie die für die Verpflichtung spezifischen Risiken berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die Rückstellungen für Gewährleistung umfassen überwiegend mögliche Risiken im Service- und Projektbereich aus Schadensfällen. Dies umfasst neben der gesetzlichen Gewährleistung auch Einzel- und Serienschäden. Die Gewährleistung wird grundsätzlich für eine Periode von zwei Jahren nach Eigentumsübergang der Windenergieanlagen gewährt, in Einzelfällen auch für eine Periode von fünf Jahren. Die Rückstellungen für Gewährleistung enthalten dabei nur die Standardgarantie, vom Kunden zusätzlich erworbene Servicegarantien sind in den Dienstleistungsverträgen berücksichtigt. Die übrigen Rückstellungen beziehen sich vor allem auf weitere Service- und Projektrisiken, Jahresabschlusskosten, Lieferantenwagnisse und Rechtsunsicherheiten. Im Geschäftsjahr ergaben sich erhöhte Zuführungen im Zusammenhang mit auslaufenden Technologiegenerationen. Die sonstigen Rückstellungen enthalten langfristige Rückstellungen in Höhe von TEUR 63.509 (31. Dezember 2021: TEUR 28.807), bei denen mit einer Inanspruchnahme nach Ende des Geschäftsjahres 2023 gerechnet wird, wovon wiederum TEUR 56.405 (31. Dezember 2021: TEUR 21.300) auf Rückstellungen für Gewährleistung entfallen. Der aus der Abzinsung der langfristigen Rückstellungen resultierende Betrag von TEUR -150 (2021: TEUR -40) ist unter den Zuführungen ausgewiesen. (22) SONSTIGE KURZFRISTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITENDie sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Fälligkeiten einschließlich zukünftig anfallender Zinsen (ohne Leasing und Devisentermingeschäfte)
Fälligkeiten einschließlich zukünftig anfallender Zinsen für Leasing
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen, nicht die Devisentermingeschäfte betreffenden Salden (und ohne Leasing, die keiner Bewertungskategorie zugeordnet werden) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 299.235 (31. Dezember 2021: TEUR 17.581) und entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert. Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cash Flow Hedges) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende effektive Sicherungsinstrumente kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 23.705 (31. Dezember 2021: TEUR 4.577). Die Leasingverbindlichkeiten entsprechen dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen. Zu der Unternehmensanleihe und Mitarbeiteranleihe wird auf die Angaben im Kapitel zu den Fremdkapitalinstrumenten verwiesen. Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen sonstigen Devisentermingeschäfte werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 444 (31. Dezember 2021: TEUR 3.780). Die Terminkurse bzw. -preise errechnen sich auf Basis des zum Stichtag gültigen Kassakurses unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen für die jeweilige Restlaufzeit des Kontrakts. (23) SONSTIGE KURZFRISTIGE NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITENDie sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die abgegrenzten Schulden enthalten im Wesentlichen projektbezogene nachlaufende Kosten in Höhe von TEUR 63.949 (31. Dezember 2021: TEUR 46.840) und Personalverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 54.635 (31. Dezember 2021: TEUR 21.807). Die Steuerverbindlichkeiten beziehen sich im Wesentlichen auf Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 38.325 (31. Dezember 2021: TEUR 46.685). (24) PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGENPensionsrückstellungen werden für leistungsorientierte Versorgungszusagen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter der Nordex SE und der Nordex Energy SE & Co. KG gebildet. Leistungsorientierte Versorgungszusagen legen einen Betrag an Pensionsleistungen fest, den ein Mitarbeiter bei Renteneintritt erhalten wird und der von einem oder mehreren Faktoren wie Alter, Dienstzeit und Gehalt abhängig ist. Die Leistungen basieren auf individuellen Zusagen. Die Mitarbeiter haben keine eigenen Beiträge zu leisten. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Versorgungszusagen entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation - DBO) am Bilanzstichtag. Die DBO wird jährlich von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Sachverständigen unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit Method) berechnet. Der Barwert der DBO wird berechnet, indem die erwarteten zukünftigen Mittelabflüsse mit dem Zinssatz von hochwertigen Unternehmensanleihen abgezinst werden. Die Industrieanleihen lauten auf die Währung der Auszahlungsbeträge und weisen den Pensionsverpflichtungen entsprechende Laufzeiten auf. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Der Refinanzierung der Pensionsrückstellungen liegt kein externes Planvermögen zugrunde. Der Bilanzausweis ergibt sich wie folgt:
Der Bilanzausweis entspricht der Verpflichtung zum 31. Dezember. Die folgenden Beträge sind in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst worden:
Das sonstige Ergebnis stellt sich wie folgt dar:
Für zukünftige Geschäftsjahre werden jährliche Rentenzahlungen in Höhe von TEUR 63 (2021: TEUR 58) erwartet. Der Berechnung liegen die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zugrunde:
Bei einem um +0,5 %-Punkte geänderten Rechnungszinssatz würde die Verpflichtung auf TEUR 2.224 (31. Dezember 2021: TEUR 2.461) sinken. Bei einem um -0,5 %-Punkte geänderten Rechnungszinssatz würde die Verpflichtung auf TEUR 2.401 (31. Dezember 2021: TEUR 2.591) steigen. Die Duration der Verpflichtungen liegt zwischen 9 und 10 Jahren (31. Dezember 2021: zwischen 11 und 13 Jahren). Die Sterbewahrscheinlichkeit basiert auf den statistischen Wahrscheinlichkeitswerten nach den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. K. Heubeck. (25) SONSTIGE LANGFRISTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITENDie sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen::
Zu der Unternehmensanleihe, dem Gesellschafterdarlehen und der Mitarbeiteranleihe wird auf die Angaben im Kapitel zu den Fremdkapitalinstrumenten verwiesen. Die Leasingverbindlichkeiten entsprechen dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen. Fälligkeiten einschließlich zukünftig anfallender Zinsen (ohne Leasing und Devisentermingeschäfte)
Fälligkeiten einschließlich zukünftig anfallender Zinsen für Leasing
Die in den sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen, nicht die Devisentermingeschäfte betreffenden Salden (und ohne Leasing, die keiner Bewertungskategorie zugeordnet werden) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 56.988 (31. Dezember 2021: TEUR 324.063). Der beizulegende Zeitwert beläuft sich - für das Vorjahr bedingt durch den Börsenkurs der Unternehmensanleihe - zum Bilanzstichtag auf TEUR 56.987 (31. Dezember 2021: TEUR 327.385). Die in den sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cash Flow Hedges) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende effektive Sicherungsinstrumente kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 128 (31. Dezember 2021: TEUR 3.368). (26) SONSTIGE LANGFRISTIGE NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITENDie sonstigen langfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die Steuerverbindlichkeiten bestehen gegenüber den brasilianischen Steuerbehörden. Mit Beginn des Geschäftsjahres ist der Ausweis aus Gründen der Klarheit umgestellt worden. Langfristige Vertragsverbindlichkeiten aus Service werden nunmehr separat ausgewiesen. Die Vorjahreswerte sind angepasst worden. (27) EIGENKAPITALDas Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:
Das gezeichnete Kapital beträgt EUR 211.946.227 (31. Dezember 2021: EUR 160.021.035) und teilt sich auf in 211.946.227 (31. Dezember 2021: 160.021.035) nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1, die voll eingezahlt sind. Der Vorstand der Nordex SE hat am 26. Juni 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats der Gesellschaft eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen mit Bezugsrechtsausschluss unter vollständiger Ausnutzung des Genehmigten Kapitals I beschlossen. Das Grundkapital ist im Wege einer Privatplatzierung an die Acciona S.A. um EUR 16.002.103 durch Ausgabe von 16.002.103 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien zu einem Ausgabepreis von EUR 8,70 je Aktie, was dem letzten Schlusskurs vor dem Kapitalerhöhungsbeschluss im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse entspricht, erhöht worden. Der Brutto-Emissionserlös hat bei TEUR 139.218 gelegen. Weiterhin hat der Vorstand der Nordex SE am 10. Juli 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats der Gesellschaft eine Bezugsrechtskapitalerhöhung unter vollständiger Ausnutzung des Genehmigten Kapitals II und teilweiser Ausnutzung des Genehmigten Kapital III gegen Bareinlagen beschlossen. Das Grundkapital ist um EUR 35.923.089 durch die Ausgabe von 35.923.089 neuen Aktien zu einem Bezugspreis von EUR 5,90 je Aktie erhöht worden. Alle Nordex-Aktionäre sind berechtigt gewesen, zum Bezugspreis gegen Bareinlage 10 neue Aktien für je 49 bestehende Aktien zu erwerben. Die Acciona S.A. hat die Bezugsrechte für ihren Anteil am Grundkapital, der zu diesem Stichtag 39,66% betrug, ausgeübt. Aktien, für welche die Bezugsrechte im Rahmen des Bezugsrechtsangebots nicht ausgeübt worden sind, sind vollständig von einem Bankenkonsortium gezeichnet worden. Der Brutto-Emissionserlös hat bei TEUR 211.946 gelegen. Der den anteiligen Betrag der neuen Aktien am Grundkapital übersteigenden Erlös in Höhe von insgesamt TEUR 299.239 ist nach Abzug der durch die Kapitalerhöhungen verursachten Transaktionskosten und unter Berücksichtigung von latenten Steuern in die Kapitalrücklage eingestellt worden. Die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 1.282.190 (31. Dezember 2021: TEUR 1.236.071) umfasst darüber hinaus weitere Agien aus Kapitalerhöhungen über TEUR 1.305.169. Zum Mitarbeiteraktienoptionsprogramm wird auf die Angaben im Kapitel zu den anteilsbasierten Vergütungsprogrammen verwiesen. Die Rücklage für Cash Flow Hedges vor latenten Steuern hat sich wie folgt entwickelt:
Die Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges vor latenten Steuern hat sich wie folgt entwickelt:
Der handelsrechtliche Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2022 der Nordex SE in Höhe von EUR 247.731.301,41 (2021 Jahresfehlbetrag: EUR 158.860.395,43) ist vollständig durch eine Entnahme in Höhe von EUR 247.731.301,41 aus der Kapitalrücklage ausgeglichen worden. Zum 31. Dezember 2021 erfolgte der Ausgleich durch Entnahmen in Höhe von EUR 90.809.430,01 aus der Kapitalrücklage, in Höhe von EUR 3.402.548,00 aus der gesetzlichen Rücklage und in Höhe von EUR 64.648.417,42 aus den anderen Gewinnrücklagen. Für die Entwicklung des Eigenkapitals wird darüber hinaus auf die Anlage zur Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen. Die Gesellschaft verfügt zum 31. Dezember 2022 über kein Genehmigtes Kapital I (31. Dezember 2021: EUR 0 mit entsprechend 0 Aktien) und kein Genehmigtes Kapital II (31. Dezember 2021: EUR 0 mit entsprechend 0 Aktien); das Genehmigte Kapital III beträgt zum 31. Dezember 2022 jedoch noch EUR 81.118,00 mit entsprechend 81.118 Aktien (31. Dezember 2021: EUR 299.578 mit entsprechend 299.578 Aktien). Drüber hinaus verfügt die Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 über ein Bedingtes Kapital I von EUR 18.436.138 mit entsprechend 18.436.138 Aktien (31. Dezember 2021: EUR 18.436.138 mit entsprechend 18.436.138 Aktien) und ein Bedingtes Kapital II von EUR 3.500.000 mit entsprechend 3.500.000 Aktien (31. Dezember 2021: EUR: 3.500.000 mit entsprechend 3.500.000 Aktien). Die Aktien haben jeweils einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1. Insgesamt können aus sämtlichen der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Ermächtigungen und Kapitalia (einschließlich der Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen an Führungskräfte/Experten des Konzerns) nur neue Aktien mit einem Gesamtanteil am Grundkapital in einer Höhe von maximal 40 % des bei der Beschlussfassung der Hauptversammlung am 31. Mai 2022 bestehenden Grundkapitals ausgeben werden, was 64.008.414 neuen Aktien entspricht. Im Einzelnen:Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 31. Mai 2022 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals I das Grundkapital der Gesellschaft bis zum Ablauf des 30. Mai 2025 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 16.002.103 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 26. Juni 2022 satzungsgemäß unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in vollem Umfang Gebrauch gemacht. Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 31. Mai 2022 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals II das Grundkapital der Gesellschaft bis zum Ablauf des 30. Mai 2025 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 32.004.207 gegen Bareinlage durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 10. Juli 2022 satzungsgemäß in vollem Umfang Gebrauch gemacht, ohne das Bezugsrecht der Aktionäre - außer für Spitzenbeträge - auszuschließen. Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 31. Mai 2022 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals III das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Mai 2025 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 4.000.000 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 10. Juli 2022 satzungsgemäß in einem Umfang von EUR 3.918.882 Gebrauch gemacht, was 3.918.882 Aktien entspricht. Das Bezugsrecht der Aktionäre wurde - außer für Spitzenbeträge - nicht ausgeschlossen. Es verbleibt ein Genehmigtes Kapital III mit einem Umfang von EUR 81.118 mit entsprechend 81.118 Aktien. Das Bedingte Kapital I dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten (oder bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten) oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren, an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 16. Juli 2020 bis zum 15. Juli 2023 von der Gesellschaft gegen Bareinlage ausgegeben werden. Das Bedingte Kapital I kann auch dem Zweck dienen, bei entsprechender Ausübung des Wahlrechts der Gesellschaft ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren. Bisher sind keine Wandlungs- und Optionsrechte ausgegeben worden. Das Bedingte Kapital II dient der Bedienung von gewährten Bezugsrechten aus Aktienoptionen von Führungskräften und Experten der Gesellschaft und den Unternehmen der Nordex Group im In- und Ausland sowie von Mitgliedern von Geschäftsführungen von Unternehmen der Nordex Group, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 5. Mai 2021 in der Zeit bis zum 4. Mai 2026 gewährt werden. Bisher sind in einer ersten Tranche 579.190 und in einer zweiten Tranche 768.284 Bezugsrechte an Führungskräfte und Experten der Nordex Group gewährt worden. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Juni 2019 wurde der Vorstand bis zum 31. Mai 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Die Aktien können unter anderem im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen und Unternehmenserwerben verwendet werden, als Belegschaftsaktien Führungskräften und Mitarbeitern der Gesellschaft bzw. verbundener Unternehmen angeboten werden, zur Bedienung von Umtauschrechten bzw. Umtauschpflichten aus Wandelschuldverschreibungen oder von Arbeitnehmeroptionsrechten verwendet werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist in diesen Fällen jeweils ausgeschlossen. Die eigenen Aktien können auch eingezogen werden oder gegen Barzahlung an Aktionäre oder Dritte unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde im Berichtszeitraum kein Gebrauch gemacht. (28) ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTENDie folgende Tabelle zeigt die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten und ihrer Einordnung in die durch IFRS 13 vorgegebene Fair-Value-Hierarchie, die bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes eines Finanzinstruments angewendet werden soll:
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, deren beizulegende Zeitwerte auf anhand von aktiven Märkten ermittelten Marktwerten beruhen, werden in Level 1 zusammengefasst. Ein aktiver Markt wird unterstellt, sofern die Marktwerte auf regulärer Basis ermittelt werden und auf tatsächlichen, wiederkehrenden Transaktionen basieren. Die Unternehmensanleihe ist dem Level 1 zugeordnet, da sie an der International Stock Exchange zum Handel zugelassen ist. Beizulegende Zeitwerte, die nicht anhand aktiver Märkte ermittelt werden können, werden basierend auf Bewertungsmodellen ermittelt. Die Bewertungsmodelle berücksichtigen dabei vornehmlich beobachtbare Marktdaten und verzichten überwiegend auf unternehmensspezifische Schätzungen. Die so bewerteten Finanzinstrumente werden in Level 2 zusammengefasst. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die Mitarbeiteranleihe und das Gesellschafterdarlehen als Teil der Finanzschulden entsprechen dem Level 2. Das gleiche gilt für die Devisentermingeschäfte. Sofern wesentliche Bewertungsannahmen nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen, werden die Finanzinstrumente als Level 3 klassifiziert. Es gibt weder im Vergleich zum Vorjahr noch unterjährig Umklassifizierungen zwischen den verschiedenen Levels. Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten setzt sich, nach Bewertungskategorien getrennt, wie folgt zusammen:
Das übrige Nettoergebnis resultiert im Wesentlichen aus der Fremdwährungsumrechnung. Die Fälligkeitsstruktur der derivativen Finanzinstrumente stellt sich wie folgt dar:
ANGABEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG(29) UMSATZERLÖSEDer Nordex-Konzern erzielt Umsatzerlöse aus den beiden Geschäftsfeldern Projekte und Service. Die aus den Vertragsbedingungen abgeleiteten Transaktionspreise für die Fertigung und die Veräußerung von Windkraftanlagen sowie für Serviceverträge enthalten feste und in untergeordnetem Umfang vereinzelt variable Gegenleistungen. Die geschätzten Beträge der variablen Gegenleistungen werden dabei nur in dem Umfang in die Transaktionspreise einbezogen, für den es als hochwahrscheinlich anzusehen ist, dass es bei Wegfall der Unsicherheiten hinsichtlich der Höhe der variablen Beträge zu keiner wesentliche Stornierung der Umsatzerlöse kommt. Weiterhin werden die Transaktionspreise, die als Umsatzerlöse realisiert werden, durch Zahlungen im Zusammenhang mit pauschaliertem Schadensersatz und anderen Strafzahlungen in Verbindung mit Projekt- und Serviceverträgen reduziert. Bei Projektverträgen werden die Umsatzerlöse in Abhängigkeit vom jeweiligen Vertragsumfang entweder zeitpunktbezogen über die Milestone-Methode oder zeitraumbezogen über die Cost-to-Cost-Methode realisiert. Bei der Cost-to-Cost-Methode werden für die Bestimmung des Fertigstellungsgrads die entstandenen Kosten zu den geplanten Kosten ins Verhältnis gesetzt und die Umsatzerlöse entsprechend des Fertigstellungsgrads anteilig realisiert. Umsatzerlöse für standardisierte Turbinentypen werden zeitpunktbezogen realisiert, wenn die Kontrolle über die voll funktionsfähige Turbine auf den Kunden übertragen wird. Die Kontrolle geht mit Errichtung der voll funktionsfähigen Turbine an den Kunden über. Bis zur Erreichung der zeitpunktbezogenen Verumsatzung werden die Kosten unter den Vorräten aktiviert. Umsatzerlöse für kundenspezifische Installationen, für die es keine alternative Verwendung gibt und für die es einen einklagbaren Anspruch auf Bezahlung der erbrachten Leistung gibt, werden zeitraumbezogen realisiert. Bei Serviceverträgen werden die Umsatzerlöse zeitraumbezogen anhand einer vertragstypischen Verteilung der Kosten (Schablone) auf die einzelnen Vertragsjahre verteilt. Die Ermittlung der Schablone zur Bestimmung des Realisierungsgrads der einzelnen Serviceverträge ist dabei auf Basis historischer Erfahrungswerte erfolgt. Sofern der Realisierungsgrad die Fakturierung übersteigt, werden Vertragsvermögenswerte aus Service aktiviert bzw. sofern die Fakturierung den Realisierungsgrad überschreitet, werden Vertragsverbindlichkeiten aus Service passiviert. Die Umsatzerlöse verteilen sich wie folgt auf die Segmente Projekte und Service:
Die zeitbezogene Umsatzrealisierung der Projekte stellt sich wie folgt dar:
Der gestiegene Konzernumsatz ist auf die gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Installationszahlen zurückzuführen. Der Gesamtbetrag des der verbleibenden Leistungsverpflichtung aus Projekten zugeordneten Transaktionspreises beläuft sich auf TEUR 5.926.502 (2021: TEUR 4.238.575) und die Gesamthöhe des der verbleibenden kurz- und langfristigen Leistungsverpflichtung aus Serviceverträgen zugeordneten Transaktionspreises beträgt TEUR 187.223 (2021: TEUR 160.315). Die Umsätze aus Projekten werden in der Regel in den nächsten zwölf Monaten realisiert, während die Umsätze aus Serviceverträgen über die durchschnittliche Restlaufzeit der Serviceverträge von sieben Jahren realisiert werden. In der Berichtsperiode erfasste Umsatzerlöse, die zu Beginn der Periode im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten bzw. der Vertragsverbindlichkeiten aus Service enthalten gewesen sind, betreffen mit TEUR 760.371 (2021: TEUR 817.552) das Segment Projekte und mit TEUR 29.391 (2021: TEUR 28.187) das Segment Service. (30) BESTANDSVERÄNDERUNGEN UND ANDERE AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGENDie Bestandsveränderungen betragen TEUR 265.370 (2021: TEUR -425.905) und gehen einher mit geringeren Installationen. Die aktivierten Eigenleistungen betragen TEUR 32.135 (2021: TEUR 33.676) und betreffen wie im Vorjahr aktivierte Aufwendungen für die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Windenergieanlagen. (31) MATERIALAUFWANDDer Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Unter den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden im Wesentlichen Aufwendungen für Bauteile ausgewiesen. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen resultieren vorrangig aus fremdbezogenen Frachten, Fremdleistungen und Provisionen für die Auftragsabwicklung sowie Auftragsrückstellungen. (32) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGEDie sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
(33) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGENDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Von den Aufwendungen für Leasing entfallen TEUR 20.718 (2021: TEUR 22.774) auf nicht bilanziertes Leasing, wovon TEUR 12.363 (2021: TEUR 11.899) auf Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse, TEUR 1.715 (2021: TEUR 5.578) auf Aufwendungen für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert ohne Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, TEUR 2.392 (2021: TEUR 1.280) auf nicht in die Bewertung von Leasingverbindlichkeiten einbezogenen Aufwendungen für variable Leasingzahlungen und TEUR 4.248 (2021: TEUR 4.017) auf die Servicekomponente entfallen. (34) PERSONALAUFWANDDer Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Der Personalaufwand beinhaltet Aufwendungen in Höhe von TEUR 113 (2021: TEUR 160) für leistungsorientierte Pensionspläne und in Höhe von TEUR 95 (2021: TEUR 99) für beitragsorientierte Pensionspläne. Darüber hinaus sind TEUR 13.225 (2021: TEUR 13.635) als Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland als gleichfalls beitragsorientiertem Pensionsplan geleistet worden. Im Konzern ist die folgende Anzahl von Mitarbeitern beschäftigt:
Der Anstieg der Mitarbeiterzahlen ist im Wesentlichen auf den Auf- und Ausbau der Produktionen in Brasilien und Indien zurückzuführen. Ein gegenläufiger Effekt ergibt sich aus der Beendigung der Produktion von Rotorblättern in Deutschland. (35) AUFWENDUNGEN AUS RESTRUKTURIERUNGDie von dem Unternehmen in 2022 angekündigte Anpassung des Fertigungsnetzwerks führte zu einer Schließung einer spanischen Produktionsstätte für die Montage von Maschinenhäusern und der Beendigung der Produktion von Rotorblättern in Deutschland. Die Restrukturierungsaufwendungen belaufen sich auf insgesamt TEUR 29.157 (Vorjahr: TEUR 0) und umfassen im Wesentlichen Aufwendungen für die Beendigung von Arbeitsverhältnissen. Eine in diesem Zusammenhang durchgeführte Überprüfung der Werthaltigkeit der jeweiligen Produktionen hat dabei keine wesentlichen Wertminderungen ergeben. Die Nordex-Gruppe unterscheidet zwischen dem EBITDA und dem bereinigten EBITDA vor Aufwendungen aus Restrukturierung. Das EBITDA ergibt sich aus dem Rohergebnis abzgl. der Strukturkosten. Für das EBITDA vor Aufwendungen sind die Aufwendungen aus der Restrukturierung aus den Strukturkosten separiert worden. (36) ABSCHREIBUNGENDie Abschreibungen setzen sich wie folgt zusammen:
In den Abschreibungen auf Sachanlagen sind TEUR 32.036 (2021: TEUR 27.749) für Abschreibungen auf Vermögenswerte aus Leasing enthalten, die sich mit TEUR 20.496 (2021: TEUR 18.443) auf Grundstücke und Bauten und mit TEUR 11.540 (2021: TEUR 9.306) auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung verteilen. Die Wertminderungen betreffen aufgrund einer Produktionsumstellung in Indien zukünftig nicht mehr nutzbares Sachanlagevermögen. (37) FINANZERGEBNISDas Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
Das Ergebnis aus der At-Equity-Bewertung stellt den Ergebnisanteil der assoziierten Unternehmen dar. Die Zinserträge und die Zinsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus Geldanlagen bei Banken bzw. aus Avalprovisionen, dem Gesellschafterdarlehen, der revolvierenden Konsortialkreditlinie und der Unternehmensanleihe. Ferner entfallen von den Zinsaufwendungen TEUR 5.017 (2021: TEUR 6.529) auf Leasing. (38) ERTRAGSTEUERNFür die Berechnung der inländischen tatsächlichen Steuern ist zum 31. Dezember 2022 ein Steuersatz von 31,82 % (31. Dezember 2021: 31,82 %) herangezogen worden. Dieser ermittelt sich aus 15,83 % (31. Dezember 2021: 15,83 %) Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag sowie 15,99 % (31. Dezember 2021: 15,99 %) Gewerbesteuer. Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:
Der Steuerertrag aus latenten Steuern in Höhe von TEUR 58.352 (2021: TEUR 26.534) resultiert aus der Veränderung temporärer Bilanzunterschiede sowie aus Verlust- und Zinsvorträgen. Die erwarteten Ertragsteuern, die sich bei Anwendung des Steuersatzes von 31,82 % (2021: 31,82 %) auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von TEUR -522.389 (2021: TEUR -223.737) ergeben, weichen von den gesamten Ertragsteuern wie folgt ab:
Die Veränderung der sonstigen Steuereffekte resultiert im Wesentlichen aus der erstmaligen Fair-Value-Bewertung einer nicht vollkonsolidierten Beteiligung (assoziiertes Unternehmen) nach IFRS 10.B98 in Höhe von 20.467 TEUR. (39) ERGEBNIS JE AKTIEUnverwässertDas unverwässerte Ergebnis je Aktie (Earnings per Share - EPS) wird berechnet, indem der Quotient aus dem Gewinn, der den Eigenkapitalgebern zusteht, und der durchschnittlichen Anzahl an ausgegebenen Aktien gebildet wird:
VerwässertDas verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem im Vergleich zum unverwässerten Ergebnis je Aktie die durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien um sämtliche Wandlungs- und Optionsrechte erhöht wird. Das verwässerte Ergebnis je Aktie beträgt gleichfalls EUR -2,71 (2021: -1,68). SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN UND EVENTUALSCHULDENKünftige Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen, die die Nordex-Gruppe eingegangen ist, die aber noch nicht begonnen haben, liegen nicht vor. Weiterhin gibt es im Wesentlichen im Immobilienbereich Leasingverträge mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen, die jedoch als nicht hinreichend sicher betrachtet werden und die von daher nicht bilanziert sind. Die Inanspruchnahme der Verlängerungs- und Kündigungsoptionen wird jedoch jährlich überprüft und bei geänderter Einschätzung bilanziell berücksichtigt. Für Investitionsausgaben in Sachanlagen bestehen zum Bilanzstichtag vertragliche Verpflichtungen, die bisher noch nicht angefallen sind, in Höhe von TEUR 239 (31. Dezember 2021: TEUR 248). Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten ist die Nordex-Gruppe zum Bilanzstichtag demgegenüber nicht eingegangen. Die Nordex-Gruppe hat Eventualschulden aus Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der operativen Geschäftstätigkeit, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses zum Bilanzstichtag aber nicht hinreichend für die Bildung einer Rückstellung gewesen ist. Ferner bestehen gegenüber verbundenen nicht konsolidierten Projektgesellschaften Garantien, mit deren Inanspruchnahme jedoch nicht gerechnet wird, in Höhe von TEUR 880 (2021: TEUR 6.059), während gegenüber assoziierten Unternehmen keine Eventualschulden bestehen. ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMENZum Bilanzstichtag ist die Acciona S.A. mit 41,0 % (31. Dezember 2021: 33,6 %) an der Nordex SE beteiligt. Die Salden und Geschäftsvorfälle mit Unternehmen aus dem Acciona-Konzern sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
1 Vermögenswerte umfassen insbesondere
Vertragsvermögenswerte aus Projekten sowie
Forderungen, Schulden beinhalten neben Verbindlichkeiten
auch Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten
Die Erträge sowie die damit einhergehenden Forderungen gegenüber der Corporación Eólica Catalana S.L. resultieren aus dem Verkauf der Anteile an Nordex H2 S.L. Die Verbindlichkeiten und die Aufwendungen gegenüber der Acciona Logistica S.A. resultieren aus dem ab August 2022 geleasten Frachtschiff. Die Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten sowie der damit einhergehenden Erträge und Aufwendungen gegenüber der Acciona Energia S.A., der Acciona Energia Servicios Mexico S. de RL de C.V. und der Acciona Energy Oceania Construction Pty. Ltd. resultieren insbesondere aus der Errichtung von Windparks in Spanien, Mexiko und Australien. Die Aufwendungen und korrespondierenden Verbindlichkeiten mit der Acciona S.A. ergeben sich hingegen hauptsächlich aus dem gewährten Gesellschafterdarlehen. Zum Gesellschafterdarlehen wird auf die Angaben im Kapitel zu den Finanzinstrumenten verwiesen. Aufträge zur Lieferung und Errichtung von Windkraftanlagen sind von der Acciona Energia S.A. im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von TEUR 140.766 (2021: TEUR 520.659) erteilt worden. Das Aufsichtsratsmitglied Jan Klatten hat 2014 im Rahmen eines marktweiten Bietungsverfahrens mittelbar eine Beteiligung von 44,20 % an der polnischen Windparkgesellschaft C&C Wind Sp. z o.o. erworben. An dieser Gesellschaft war bis zur Veräußerung in 2022 auch die Nordex-Gruppe zu 40,00 % beteiligt. Die C&C Wind Sp. z o.o. war daher als ein assoziiertes Unternehmen einzuordnen. Geschäftsvorfälle mit Herrn Klatten oder ihm zuzurechnender Gesellschaften sind wie im Vorjahr nicht zu verzeichnen gewesen. Als assoziierte Unternehmen sind daneben auch die Anteile an der GN Renewable Investments S.a.r.l. (30,00 %) zu klassifizieren. Die Salden und Geschäftsvorfälle mit diesen Unternehmen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
Die Geschäftsbeziehungen mit der C&C Wind Sp. z o.o. und der GN Renewable Investments S.a.rl. resultieren aus dem Projektgeschäft. Mit nicht konsolidierten Unternehmen bestehen Forderungen in Höhe von TEUR 2.923 (31. Dezember 2021: TEUR 8.253) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 773 (31. Dezember 2021: TEUR 35) sowie Erträge in Höhe von TEUR 531 (2021: TEUR 368) und Aufwendungen in Höhe von TEUR 0 (2021: TEUR 1). Zu den Beteiligungsverhältnissen im Einzelnen wird auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2022 verwiesen. VERGÜTUNG DES MANAGEMENTS IN SCHLÜSSELPOSITIONENDie gemäß IAS 24.17 angabepflichtige Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen des Unternehmens umfasst die Vergütung der im Berichtsjahr amtierenden Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Sie ist in folgender Tabelle dargestellt:
Die kurzfristig fälligen Leistungen beinhalten die Festvergütung und die Tantieme des Vorstands sowie die Festvergütung und die Vergütung für die Ausschusstätigkeit des Aufsichtsrats. Die Tantieme des Vorstands wird anhand finanzieller (EBITDA, Working Capital und Auftragseingangsqualität) und nicht-finanzieller Kriterien (Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz sowie Qualitäts- und Technologiemanagementkosten) bemessen. Die anteilsbasierte Vergütung entspricht den im Geschäftsjahr in der Gewinn- und Verlust-Rechnung des Konzerns erfassten Aufwendungen. Die zum Stichtag erfassten bilanziellen Verpflichtungen für die Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen betragen TEUR 1.409 (31. Dezember 2021: TEUR 2.300) und betreffen die anteilsbasierte Vergütung aus den Performance-Share-Units-Plänen des Vorstands. Kündigt die Gesellschaft im Falle des Widerrufs der Bestellung den Anstellungsvertrag ohne wichtigen Grund oder wird in einem solchen Fall ein Aufhebungsvertrag geschlossen, steht Herrn Blanco und Herrn Landa ein vertraglicher Anspruch auf eine Abfindung zu. Die Abfindungshöhe berechnet sich aus der zu zahlenden Zielvergütung für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Sie ist auf zwei Jahreszielgesamtvergütungen begrenzt. Die Gesellschaft kann Herrn Blanco und Herrn Landa im Falle des Widerrufs der Bestellung zudem unter Fortzahlung der Bezüge von der Dienstpflicht freistellen. Ist die vorzeitige Beendigung Herrn Blanco oder Herrn Landa zurechenbar, steht ihnen kein Abfindungsanspruch zu. Im Falle des Widerrufs der Bestellung und Kündigung des Anstellungsvertrags durch die Gesellschaft ohne wichtigen Grund kann die Gesellschaft Herrn Dr. Ilya Hartmann unter Fortzahlung der Bezüge von der Dienstpflicht freistellen. Basierend auf dem seit dem 1. Juli 2022 geltenden Anstellungsvertrag ist die Abfindungszahlung auf die Vergütung der Restlaufzeit des Anstellungsvertrags bzw. auf eine maximale Höhe von zwei Jahresvergütungen begrenzt. Werden der Anstellungsvertrag oder das Vorstandsmandat in bestimmten näher definierten "Bad Leaver"-Fällen (insbesondere durch außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund gemäß §626 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) durch die Nordex SE oder durch Niederlegung des Mandats durch das Vorstandsmitglied vor Ende des Geschäftsjahres ohne Verschulden der Gesellschaft) vorzeitig beendet, verfallen der Anspruch auf die Tantieme und die Performance Share Units nach den Anstellungsverträgen der amtierenden Vorstandsmitglieder ersatzlos. Endet das Anstellungsverhältnis vor Ende des Geschäftsjahres bzw. der Performanceperiode durch regulären Ablauf der Vertragslaufzeit, Ruhestand, Invalidität oder Tod, stehen den Vorstandsmitgliedern zeitanteilig Ansprüche aus Tantieme und Performance-Share-Units-Plan zu. Nach HGB haben die Gesamtbezüge der Organe der Gesellschaft im Geschäftsjahr TEUR 3.303 (Vorstand TEUR 3.038 und Aufsichtsrat TEUR 264) betragen. Daraus sind TEUR 786 auf den beizulegenden Zeitwert der gewährten anteilsbasierten Vergütung aus dem Performance-Share-Units-Plan für den Vorstand zum Gewährungszeitpunkt in 2022 entfallen. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGDie Konzern-Kapitalflussrechnung erläutert, wie sich der Finanzmittelbestand, der den flüssigen Mitteln entspricht, im Laufe des Geschäftsjahres durch Mittelzu- und Mittelabflüsse verändert hat. Die Veränderungen der Bilanzpositionen, die für die Entwicklung der Konzern-Kapitalflussrechnung herangezogen werden, sind nicht unmittelbar aus der Bilanz ableitbar, da Effekte aus der Währungsumrechnung, Konsolidierungskreisänderungen und nicht zahlungswirksame Transaktionen eliminiert werden. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR -350.086 (2021: TEUR 127.562) resultiert in Höhe von TEUR 315.338 (2021: TEUR 70.157) aus dem Konzernverlust einschließlich der Abschreibungen. Aus der Veränderung des Working Capitals haben sich Einzahlungen in Höhe von TEUR 22.894 (2021: Einzahlungen TEUR 263.097) ergeben. Die Auszahlungen aus der restlichen laufenden Geschäftstätigkeit betragen TEUR 57.642 (2021: TEUR 65.378). Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist damit wesentlich durch den Konzern-Verlust zzgl. Abschreibungen beeinflusst. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf TEUR -163.810 (2021: TEUR -152.093). Es sind Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 169.485 (2021: TEUR 129.254) erfolgt, die im Wesentlichen den Auf- und Ausbau der Blattproduktion in Indien sowie den Auf- und Ausbau der Turmfertigung in Brasilien und Kolumbien betreffen. Entwicklungsprojekte sind in Höhe von TEUR 34.320 (2021: TEUR 35.077) aktiviert worden. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR 345.530 (2021: TEUR 62.340) und ergibt sich im Wesentlichen aus den Kapitalerhöhungen und der Aufnahme von Bankkrediten. Gegenläufig hat sich die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten ausgewirkt. Die Überleitungsrechnung des Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zur Veränderung der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit ergibt sich wie folgt:
EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG´ VERÄNDERUNGEN IN DER FINANZSTRUKTURAm 31. Januar 2023 wurde die zweite Tranche des Gesellschafterdarlehens über EUR 275 Mio. an die Gesellschaft ausgezahlt. Mit diesen finanziellen Mitteln erfolgte anschließend eine vollständige Tilgung der Unternehmensanleihe in Höhe von ebenfalls EUR 275 Mio. HAUPTVERSAMMLUNG ZUR UMSETZUNG VON KAPITALMASSNAHMENAm 27. März 2023 hat eine außerordentliche Hauptversammlung der Nordex SE in Rostock stattgefunden, welche eine Sachkapitalerhöhung durch Umwandlung von zwei Gesellschafterdarlehen in Höhe von insgesamt EUR 346,7 Mio. in Eigenkapital der Gesellschaft unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre beschlossen hat. Die außerordentliche Hauptversammlung hat darüber hinaus beschlossen, die Genehmigten Kapitalia I bis III sowie die Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen nebst Schaffung eines neuen Bedingten Kapitals I zu erneuern. ERDBEBEN IM TÜRKISCH-SYRISCHEN GRENZGEBIETIm Gebiet entlang der Grenze der Länder Türkei und Syrien hat es Anfang Februar mehrere schwere Erdbeben gegeben. Sie haben in beiden Ländern große Verwüstung angerichtet. Mindestens 50.000 Menschen sind gestorben. Millionen Menschen sind immer noch in großer Not: Viele haben ihr Zuhause verloren oder können noch nicht dorthin zurückkehren. Die Mitarbeiter von Nordex in der Türkei sind glücklicherweise körperlich unversehrt, aber viele von ihnen haben ihre Wohnungen und Häuser verloren. Nordex hat mehrere Windparks in dem vom Erdbeben betroffenen Gebiet. Nach ersten technischen Überprüfungen sind bisher keine größeren Auswirkungen auf die in Betrieb befindlichen Anlagen gemeldet worden. Die für das Jahr 2023 geplanten Projekte in der Türkei werden überwacht, aber bis heute sind keine Auswirkungen absehbar. ERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX GEMÄSS § 161 AKTGVorstand und Aufsichtsrat haben am 23. März 2022 die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung für das Geschäftsjahr 2022 abgegeben und den Aktionären im Internet unter http://ir.nordex-online.com/websites/Nordex/German/6100/ entsprechenserklaerung.html zugänglich gemacht. INANSPRUCHNAHME VON ERLEICHTERUNGSVORSCHRIFTENDie Nordex Energy SE & Co. KG ist von der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs und eines Lageberichts sowie zur Offenlegung des Jahresabschlusses für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr gemäß §264b HGB befreit. Die Nordex Germany GmbH, die Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, die Nordex International GmbH, die Nordex Windpark Beteiligung GmbH, die Nordex Beteiligungen GmbH und die Nordex Manufacturing GmbH sind von der der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs und eines Lageberichts sowie zur Prüfung und Offenlegung gemäß § 325 HGB unter Bezugnahme auf die Regelungen des §264 Abs. 3 HGB für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr befreit. Die Nordex Netherlands B.V. ist gem. Artikel 403 Teil 9 Buch 2 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches von der Pflicht zur Prüfung des Jahresabschlusses in den Niederlanden befreit. In diesem Zusammenhang hat die Nordex SE eine Haftungserklärung (403 Liability Statement) abgegeben, in der sie erklärt, für die Schulden der Nordex Netherlands B.V. gesamtschuldnerisch zu haften. ORGANE DER NORDEX SEVorstandJosé Luis Blanco Diéguez, Hamburg Chief Executive Officer (Vorsitzender des Vorstands) Dr. Ilya Hartmann, Hamburg Chief Financial Officer Mitglied des Vorstands Patxi Landa Esparza, Pamplona/Spanien Chief Sales Officer Mitglied des Vorstands AufsichtsratDr.-Ing. Wolfgang Ziebart, Starnberg Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Präsidiums und Mitglied des Strategie- und Technikausschusses
Juan Muro-Lara, Madrid/Spanien Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Mitglied des Präsidiums und Mitglied des Prüfungsausschusses
Maria Cordón, Madrid/Spanien Mitglied des Strategie- und Technikausschusses
Maria Isabel Blanco Alvarez, London/Großbritannien Mitglied des Prüfungsausschusses (seit 31. Mai 2022)
Connie Hedegaard, Kopenhagen/Dänemark Mitglied des Prüfungsausschusses (bis 31. Mai 2022)
Jan Klatten, München Mitglied des Präsidiums und Vorsitzender des Strategie- und Technikausschusses
Martin Rey, Traunstein Vorsitzender des Prüfungsausschusses
Für Dienstleistungen des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH WPG sind die folgenden Honorare angefallen:
Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten die Honorare für die Konzernabschlussprüfung und die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Nordex SE und deren Tochterunternehmen. Die anderen Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen die Honorare für gesetzlich vorgeschriebene oder vertraglich vereinbarte Bestätigungsleistungen.
Rostock, den 28. März 2023 Nordex SE José Luis Blanco, Vorsitzender des Vorstands Dr. Ilya Hartmann, Vorstand Patxi Landa, Vorstand ENTWICKLUNG DER SACHANLAGEN UND IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022
ENTWICKLUNG DER SACHANLAGEN UND IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2021
AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES Zum 31. Dezember 2022
1 Ergebnisabführungsvertrag; Jahresergebnis
und Eigenkapital nach Ergebnisabführung
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Nordex SE, RostockVERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTSPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Nordex SE, Rostock, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Nordex SE, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung: 1. Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte 2. Bilanzierung der Umsatzerlöse Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert: 1 Sachverhalt und Problemstellung 2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse 3 Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar: 1. Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte1 In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Betrag von insgesamt € 548 Millionen (11,5 % der Bilanzsumme) unter dem Bilanzposten "Goodwill" ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich oder anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des Geschäfts- oder Firmenwerts dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung. Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Barwerte werden mittels Discounted-Cashflow Modellen ermittelt. Dabei bildet die verabschiedete Mittelfristplanung des Konzerns den Ausgangspunkt, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben wird. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die erwarteten Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, der Wachstumsraten, sowie des verwendeten Diskontierungssatzes anhängig und daher, unter anderem auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns, mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. 2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Cashflows mit der verabschiedeten Mittelfristplanung des Konzerns haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Zudem haben wir Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns gewürdigt und deren Berücksichtigung bei der Ermittlung der künfitgen Cashflows nachvollzogen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen, haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen. Dabei haben wir festgestellt, dass die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen ausreichend durch die diskontierten künftigen Cashflows gedeckt sind. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten. 3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Geschäfts- oder Firmenwerten sind in Textziffer (10) im Abschnitt "Angaben zur Bilanz" des Konzernanhangs enthalten. 2. Bilanzierung der Umsatzerlöse1 In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt € 5.694 Millionen ausgewiesen. Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus der Produktion und Errichtung von Windenergieanlagen (Projektgeschäft) und der Erbringung von angrenzenden Servicedienstleistungen (Servicegeschäft). Wesentliche Auswirkungen auf die Erlöserfassung und Erlösabgrenzung hat die Beurteilung des Zeitpunkts bzw. des Zeitraums der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen durch die Gesellschaft. Die Verteilung der Umsatzerlöse aus Serviceverträgen erfolgt anhand der geschätzten Kostenverteilung über die jeweilige Vertragslaufzeit (zeitraumbezogen), während die Leistungsverpflichtungen und Erlöserfassung beim Verkauf von Windenergieanlagen von den jeweiligen vertraglichen Spezifika abhängen. Zur Bilanzierung der Umsatzerlöse unter Anwendung von IFRS 15 hat die Gesellschaft konzernweit umfangreiche Prozesse eingerichtet. Die zutreffende Erlöserfassung und Erlösabgrenzung unter konzernweiter Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 15 ist als komplex zu betrachten und basiert auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter. Vor diesem Hintergrund war die Bilanzierung der Umsatzerlöse im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. 2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die Angemessenheit und Wirksamkeit der von der Gesellschaft eingerichteten konzernweiten Prozesse und Kontrollen des relevanten internen Kontrollsystems zur Erlöserfassung und Erlösabgrenzung während des gesamten Geschäftsjahres gewürdigt. Darüber hinaus haben wir bei unserer Prüfung die Bilanzierungsmethodik und Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter insbesondere hinsichtlich des Realisierungszeitpunkts beurteilt. Hierbei haben wir auch Kundenverträge durchgesehen, die Identifizierung von Leistungsverpflichtungen nachvollzogen und gewürdigt, ob diese Leistungen über einen bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt erbracht wurden. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die eingerichteten Prozesse und Kontrollen angemessen sind und dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um die sachgerechte Bilanzierung der Umsatzerlöse zu gewährleisten. 3 Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung der Umsatzerlöse unter Anwendung von IFRS 15 sind in den Textziffern (3) und (4) im Abschnitt "Angaben zur Bilanz" sowie in der Textziffer (29) im Abschnitt "Angaben zur Gewinn- und-Verlust-Rechnung" des Konzernanhangs enthalten. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGENVermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB PrüfungsurteilWir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei Nordex_SE_KA+KLB_ESEF-2022-12-31.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen. Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab. Grundlage für das PrüfungsurteilWir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-UnterlagenDie gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses. Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-UnterlagenUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 31. Mai 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 1. Dezember 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008 als Konzernabschlussprüfer der Nordex SE, Rostock, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. HINWEIS AUF EINEN SONSTIGEN SACHVERHALT - VERWENDUNG DES BESTÄTIGUNGSVERMERKSUnser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlageberichtsowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB" und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFERDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dr. Thomas Ull.
Hamburg, den 28. März 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Dr. Thomas Ull, Wirtschaftsprüfer ppa. Harald van Voorst, Wirtschaftsprüfer VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER GEMÄSS §§ 297 ABS. 2 SATZ 4 UND 315 ABS. 1 SATZ 6 HGBWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Nordex SE, Rostock, den 28. März 2023 José Luis Blanco, Vorsitzender des Vorstands Dr. Ilya Hartmann, Vorstand Patxi Landa, Vorstand |
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