MVZ Next Fertility Ulm GmbH

Einsteinstraße 59, 89077 Ulm, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Ulm HRB 733513
Vorher
Medizinisches Versorgungszentrum Praxisklinik Frauenstraße GmbHMedizinisches Versorgungszentrum für Kinderwunsch- und Pränatalmedizin GmbHMVZ für Kinderwunsch- und Pränatalmedizin GmbHMVZ Next Fertiliy Ulm GmbH
Eingetragen
9.5.2016
Branche
Erbringung von ergotherapeutischen DienstleistungenErbringung von Dienstleistungen von medizinischen LaboratorienErbringung von Dienstleistungen der diagnostischen Bildgebung
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Die Gründung und der Betrieb eines Medizinischen Versorgungszentrums im Sinne von § 95 SGB V (ambulante fachübergreifende vertragsärztliche Versorgung), in dem angestellte Ärzte medizinische Leistungen erbringen, insbesondere Patienten untersuchen, ärztlich behandeln und damit verbundene Leistungen erbringen. Davon umfasst ist auch die Lagerung/Verwahrung von kryokonserviertem menschlichen Gewebe (PN Zellen, Spermien, Blut, sonstiges Körpergewebe etc.) für Patienten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Marcus Cholewa
seit 9.4.2025
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Inselkrankenhaus Borkum GmbH
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Inselkrankenhaus Borkum GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH

Aystetten

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

Anhang 31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
176.550 188.748
Langfristige Vermögenswerte 147.321 154.826
Firmenwerte 3.1/3.2 47.268 46.575
Immaterielle Vermögenswerte 3.3 61.792 68.474
Sachanlagen 3.4 37.164 38.147
Finanzielle Vermögenswerte - Sonstige 3.5 156 946
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 3.6 37 1
Ertragsteuerforderungen - langfristig 2.17 0 2
Aktive latente Steuern 2.17 904 681
Kurzfristige Vermögenswerte 29.229 27.825
Vorräte 3.7 6.595 6.604
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.8 10.834 9.841
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.5 739 682
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 3.6 2.035 2.096
Ertragsteuerforderungen 2.17 512 349
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.9 8.514 8.253
Zu Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 2.16 0 6.097
Passiva 176.550 188.748
Eigenkapital 113.461 120.368
Gezeichnetes Kapital 3.10.1 2.211 2.210
Kapitalrücklage 3.10.2 212.302 211.910
Kumulierte erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen 3.11 -187 2.042
Gewinnrücklage -100.605 -95.687
Nicht beherrschende Anteile -260 -107
Langfristige Schulden 37.084 38.666
Verzinsliche Darlehen und Anleihen 3.14 2.941 2.118
Leasing Verbindlichkeiten 3.19 19.986 20.365
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3.15 517 573
Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 3.16 1.364 1.392
Sonstige Rückstellungen 3.17 9 41
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 3.18 285 144
Ertragsteuerverbindlichkeiten 2.17 107 2
Passive latente Steuern 2.17 11.875 14.031
Kurzfristige Schulden 26.005 25.060
Verzinsliche Darlehen und Anleihen 3.14 4.569 4.866
Leasing Verbindlichkeiten 3.19 3.354 3.364
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3.15 244 1.319
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.13 8.949 8.371
Vertragliche Verbindlichkeiten 2.9 1.255 1.117
Sonstige Rückstellungen 3.17 557 487
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 2.17 1.138 384
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 3.18 5.939 5.152
Zu Veräußerung gehaltene Schulden 2.16 0 4.654

Konzerngesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

1.1.-31.12.2021
TEUR Anhang Recurring results 1 Seperately disclosed items 1 Reported results
Umsatzerlöse 2.9 86.170 1.589 87.759
Sonstige betriebliche Erträge 2.10 1.028 128 1.156
Summe Erlöse 87.198 1.717 88.915
Materialaufwand 2.11 -25.156 -2.594 -27.750
Personalaufwand 2.12 -35.618 -1.736 -37.354
Beratungsaufwand 2.13 -4.243 -439 -4.682
Aufwand aus Kommunikation und Büroadministration 2.13 -1.675 -1 -1.676
Aufwand für Marketing und Kundenservice 2.13 -3.047 -2 -3.049
Weitere betriebliche Aufwendungen 2.13 -11.492 4.145 -7.347
Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Wertminderungen 5.966 1.091 7.057
Abschreibungen und Wertminderungen 2.14 -14.436
Betriebliches Ergebnis -7.379
Finanzerträge 2.15 4.532
Finanzaufwendungen 2.15 -3.036
Ergebnis aus Entkonsolidierung 67
Ergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen -5.816
Ertragsteuern 2.17 849
Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen -4.967
Aufgegebene Geschäftsbereiche 2.16 -91
Konzernperiodenergebnis -5.058
Sonstiges Ergebnis -2.229
Sonstiges Ergebnis, das zukünftig möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird -2.386
Währungsdifferenz aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 3.11 -2.386
Sonstiges Ergebnis, das zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird 157
Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste 3.11 189
Latente Steuern 2.17 -32
Konzerngesamtergebnis -7.287
Konzernperiodenergebnis
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens -4.905
nicht beherrschende Anteile -153
-5.058
Konzerngesamtergebnis
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens -7.134
nicht beherrschende Anteile -153
-7.287
1.1.-31.12.2020
TEUR Recurring results 1 Seperately disclosed items 1 Reported results
Umsatzerlöse 73.583 35 73.618
Sonstige betriebliche Erträge 1.023 24 1.047
Summe Erlöse 74.606 59 74.665
Materialaufwand -20.264 -1.562 -21.826
Personalaufwand -31.555 -1.418 -32.973
Beratungsaufwand -4.311 -908 -5.219
Aufwand aus Kommunikation und Büroadministration -2.208 -86 -2.294
Aufwand für Marketing und Kundenservice -2.124 -233 -2.357
Weitere betriebliche Aufwendungen -10.651 3.974 -6.677
Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Wertminderungen 3.492 -173 3.319
Abschreibungen und Wertminderungen -14.601
Betriebliches Ergebnis -11.282
Finanzerträge 1.152
Finanzaufwendungen -3.981
Ergebnis aus Entkonsolidierung 134
Ergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen -13.977
Ertragsteuern 756
Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen -13.221
Aufgegebene Geschäftsbereiche -1.004
Konzernperiodenergebnis -14.225
Sonstiges Ergebnis 1.729
Sonstiges Ergebnis, das zukünftig möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird 1.709
Währungsdifferenz aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 1.709
Sonstiges Ergebnis, das zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird 20
Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste 15
Latente Steuern 5
Konzerngesamtergebnis -12.496
Konzernperiodenergebnis
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens -14.162
nicht beherrschende Anteile -63
-14.225
Konzerngesamtergebnis
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens -12.433
nicht beherrschende Anteile -63
-12.496

1 zu den Alternative Performance Measuers (APM) siehe Anhang 2.18

Entwicklung des Konzerneigenkapitals für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

Anhang 3.10.1 3.10.2 3.10.11
Kumulierte erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen
Gezeichnetes Kapital
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Währungsumrechnung
TEUR
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
TEUR
01.01.2020 2.208 211.056 723 -410
Konzernergebnis 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 1.709 21
Gesamtergebnis 0 0 1.709 21
Kapitalerhöhungen 1 854 0 0
Veränderungen des Konsolidierungskreises 0 0 0 0
31.12.2020 2.210 211.910 2.432 -389
Konzernergebnis 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 -2.386 157
Gesamtergebnis 0 0 -2.386 157
Kapitalerhöhungen 1 392 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0
31.12.2021 2.211 212.302 46 -232
Anhang 3.12
Kumulierte erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen
Gewinnrücklagen
TEUR
Anteilseigener zustehendes Eigenkapital
TEUR
Minderheiten zustehendes Eigenkapital
TEUR
Summe
TEUR
01.01.2020 -81.525 132.053 0 132.053
Konzernergebnis -14.162 -14.162 -63 -14.225
Sonstiges Ergebnis 0 1.730 0 1.730
Gesamtergebnis -14.162 -12.432 -63 -12.495
Kapitalerhöhungen 0 855 0 855
Veränderungen des Konsolidierungskreises 0 0 -44 -44
31.12.2020 -95.687 120.476 -107 120.369
Konzernergebnis -4.905 -4.905 -153 -5.058
Sonstiges Ergebnis 0 -2.229 0 -2.229
Gesamtergebnis -4.905 -7.134 -153 -7.287
Kapitalerhöhungen 0 393 0 393
Sonstige Veränderungen -14 -14 0 -14
31.12.2021 -100.606 113.721 -260 113.461

Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2021

Anhang 2021
TEUR
2020
TEUR
Konzernergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen GuV -4.967 -13.221
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 2.16 -91 -1.004
Ertragssteuern 2.17 -789 -780
Ergebnis vor Steuern -5.847 -15.005
als Ertrag/Aufwand erfasstes Zinsergebnis 2.15 1.196 1.254
Betriebliches Ergebnis vor Zinsergebnis -4.651 -13.751
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholung des Anlagevermögens 2.14 14.436 15.153
Veränderungen der Rückstellungen 3.17 128 199
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte 3.1-3.4 -143 486
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen 2.10/2.13 -2.159 -1.830
Ergebnis vor Änderungen des Nettoumlaufvermögens 7.611 257
Veränderung der Vorräte 3.7 586 829
Veränderung der Forderungenen aus Lieferungen und Leistungen 3.8 -1.697 -1.122
Veränderungen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.13 470 791
Veränderung des übrigen Nettoumlaufvermögens 3.6-3.8 1.189 968
Gezahlte Ertragssteuern 2.17 -1.303 -1.558
Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit 6.856 165
Erwerb von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten nach Abzug der erworbenen Zahlungsmittel 2.7 -1.244 -1.132
Einzahlungen aus Verkauf von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten 1.448 -4
Erwerb und Verkauf von Finanzinstrumenten 3.5 -436 188
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten 3.3 -548 -299
Erwerb von Sachanlagevermögen 3.4 -2.034 -2.236
Verkauf von Vermögenswerten des Anlagevermögens 3.1-3.4 207 5.497
Erhaltene Zinsen 2.15 73 18
Cashflows aus der Investitionstätigkeit -2.534 2.032
Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen 3.10 393 855
Aufnahme von verzinslichen Darlehen und Ausleihungen 3.14 983 4.642
Tilgung von verzinslichen Darlehen und Ausleihungen 3.14 -1.080 -578
Auszahlungen für Finanzierungsleasing 3.19 -3.610 -3.621
Gezahlte Zinsen 2.15 -947 -1.093
Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen 11 1
Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit -4.250 206
Zahlungswirksame Veränderung des Bestands an Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 72 2.403
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 3.9 8.374 5.991
Zahlungswirksame Veränderung des Bestands an Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 72 2.403
Wechselkurs- und sonstige Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 68 -20
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 3.9 8.514 8.374

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

Inhalt

1 Informationen zum Unternehmen

2 Rechnungslegungsmethoden

2.1 Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses

2.2 Konsolidierungsgrundsätze und Konsolidierungskreis

2.3 Zusammenfassung wesentlicher Konsolidierungsmethoden

2.3.1 Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwerte

2.3.2 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts

2.3.3 Ertragsrealisierung

2.3.4 Steuern

2.3.5 Währungsumrechnung

2.3.6 Immaterielle Vermögenswerte

2.3.7 Sachanlagen

2.3.8 Leasingverhältnisse

2.3.9 Finanzielle Vermögenswerte

2.3.10 Finanzielle Verbindlichkeiten

2.3.11 Vorräte

2.3.12 Wertminderungen von nicht finanziellen Vermögenswerten

2.3.13 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

2.3.14 Rückstellungen

2.3.15 Langfristige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

2.4 Änderungen wesentlicher Rechnungslegungsmethoden

2.5 Wesentliche Ermessungsentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

2.5.1 Ermessensentscheidungen

2.5.2 Schätzungen und Annahmen

2.6 Kapitalsteuerung

2.7 Unternehmenszusammenschlüsse

2.8 Bemessung des beizulegenden Zeitwertes

2.9 Umsatzerlöse

2.10 Sonstige betriebliche Erträge

2.11 Materialaufwand

2.12 Personalaufwand

2.13 Sonstige betriebliche Aufwendungen

2.14 Abschreibungen und Wertminderungen

2.15 Finanzergebnis

2.16 Aufgegebene Geschäftsbereiche

2.17 Ertragsteuern

2.18 Alternative Performance Measures (APM)

3 Angaben zur Konzernbilanz

3.1 Geschäfts- oder Firmenwerte

3.2 Wertminderungstest der Geschäfts- oder Firmenwerte

3.3 Immaterielles Anlagemögen (ohne Firmenwerte)

3.4 Sachanlagevermögen

3.5 Finanzielle Vermögenswerte - Sonstige (kurz- und langfristig)

3.6 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte (kurz- und langfristig)

3.7 Vorräte

3.8 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

3.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

3.10 Gezeichnetes Kapital und Rücklagen

3.10.1 Gezeichnetes Kapital

3.10.2 Kapitalrücklage

3.11 Kumulierte erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen

3.12 Ergebnisverwendung

3.13 Finanzinstrumente und Finanzrisikomanagement

3.14 Verzinsliche Darlehen und Anleihen

3.15 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

3.16 Langfristige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern - Pensionen und andere langfristige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

3.17 Lang- und kurzfristige Rückstellungen

3.18 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

3.19 Leasingverhältnisse

4 Segmentbericht

5 Angaben zu Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

5.1.1 Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

5.1.2 Erträge und Aufwendungen gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

6 Haftungsverhältnisse

7 Ergänzende Angaben nach HGB

7.1.1 Geschäftsführung

7.1.2 Beteiligungen und Befreiungen

7.1.3 Arbeitnehmer

7.1.4 Vergütung der Geschäftsführung

7.1.5 Abschlussprüferhonorar

8 Ereignisse nach der Berichtsperiode

8.1.1 Ukraine

8.1.2 Veränderungen des Konsolidierungskreises in 2022

Anhang zum Konzernabschluss

1 Informationen zum Unternehmen

Die NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH ("die Gesellschaft" oder "das Mutterunternehmen") ist eine in Deutschland gegründete, in ihrer Haftung beschränkte Gesellschaft. Der eingetragene Sitz ist in der Josef-Mörtl-Str. 23, 86482 Aystetten, Deutschland (Handelsregister HRB 29988, Registergericht Augsburg).

Der Konzern ist hauptsächlich im Gesundheitswesen mit Schwerpunkten in der Reproduktionsmedizin und Spezialanalytik tätig. Informationen über die Konzernstruktur werden im Anhang unter Punkt 2.2 dargestellt. Die Beziehungen des Konzerns zu nahestehenden Unternehmen und Personen werden im Anhang unter Punkt 5 erläutert.

Der Konzernabschluss der NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH zum 31. Dezember 2021 wurde von der Geschäftsführung am 31. März 2022 aufgestellt. Nach deutschem Recht ist der Konzernabschluss von den Gesellschaftern zu billigen.

2 Rechnungslegungsmethoden

2.1 Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses

Die NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH hat den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 315e Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind bedingte Gegenleistungen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.

Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Sofern nichts anders angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf tausend Euro (TEUR) auf- oder abgerundet. Aufgrund der Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen nicht genau zur angegebenen Summe addieren.

Der Konzernabschluss enthält Vergleichsinformationen über die vorangegangene Berichtsperiode. Der Konzernabschluss ist aufgrund der Akquisitionen nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar. Weitere Informationen zu den Akquisitionen werden im Anhang unter Punkt 2.7 erläutert.

2.2 Konsolidierungsgrundsätze und Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH und ihrer Tochterunternehmen zum 31.12.2021. Eine Kontrolle liegt vor, wenn der Konzern eine Risikobelastung durch oder Anrecht auf schwankende Renditen aus seinem Engagement bei den Beteiligungsunternehmen hat und seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen auch dazu einsetzen kann, diese Renditen zu beeinflussen. Insbesondere beherrscht ein Konzern ein Beteiligungsunternehmen dann und nur dann, wenn er alle nachfolgenden Eigenschaften besitzt:

die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen (d.h., der Konzern hat aufgrund derzeit bestehender Rechte die Möglichkeit, diejenigen Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens zu steuern, die einen wesentlichen Einfluss auf dessen Rendite haben)

eine Risikobelastung durch oder ein Anrecht auf schwankende Renditen durch sein Engagement in dem Beteiligungsunternehmen

die Fähigkeit, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen so zu nutzen, dass dadurch die Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird

Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass der Besitz der Mehrheit der Stimmrechte zur Beherrschung führt. Zur Unterstützung dieser Annahme und wenn der Konzern keine Mehrheit der Stimmrechte oder damit vergleichbarer Rechte an einem Beteiligungsunternehmen besitzt, berücksichtigt er bei der Beurteilung, ob er die Verfügungsgewalt an diesem Beteiligungsunternehmen hat, alle relevanten Sachverhalte und Umstände.

Hierzu zählen v.a.

vertragliche Vereinbarungen mit den anderen Stimmberechtigten

Rechte, die aus anderen vertraglichen Vereinbarungen stammen

Stimmrechte und potenzielle Stimmrechte des Konzerns

Ergeben sich aus Sachverhalten und Umständen Hinweise, dass sich eines oder mehrere der drei Beherrschungselemente verändert hat, prüft der Konzern erneut, ob er ein Beteiligungsunternehmen beherrscht. Die Konsolidierung eines Tochterunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert. Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens, das während des Berichtszeitraums erworben oder veräußert wurde, werden ab dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, bis zu dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung verliert, im Konzernabschluss erfasst.

Konzerninterne Salden und Geschäftsvorfälle und alle nicht realisierten Erträge und Aufwendungen aus konzerninternen Geschäftsvorfällen werden bei der Erstellung des Konzernabschlusses eliminiert. Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, werden gegen die Beteiligung in Höhe des Anteils des Konzerns an dem Beteiligungsunternehmen ausgebucht. Nichtrealisierte Verluste werden auf die gleiche Weise eliminiert wie nicht realisierte Gewinne, jedoch nur, falls es keinen Hinweis auf eine Wertminderung gibt.

Die Holdingstruktur

Die NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH hat mehrere Gesellschafter, wovon die OCM Luxemburg EPF IV NL Holdings S.à.r.l. (Luxemburg) und die Bridgestowe Holding Ltd. (Zypern) maßgeblichen Einfluss auf den Konzern ausüben. Keiner der Gesellschafter beherrscht jedoch den Konzern oder stellt einen Konzernabschluss auf, in welchem die NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH einbezogen wird.

Entwicklung des Konsolidierungskreises

Die Entwicklung des Konsolidierungskreises sowie die Verteilung nach Konsolidierungsart, Inland bzw. Ausland ist in nachfolgender Übersicht dargestellt.

Inland
Anzahl
Ausland
Anzahl
Gesamt
Anzahl
Stand am 01.01.2021 12 38 50
Erstkonsolidierungen 1 1 2
Verschmelzungen 0 -4 -4
Entkonsolidierungen 0 -3 -3
Stand am 31.12.2021 13 32 45

Zugänge von Unternehmen durch Gründung oder Unternehmenserwerb

Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2021 erworben bzw. gegründet:

Gesellschaft Land Geschäftsbereich Erstkonsolidierungszeitpunkt Anteil Art des Zugangs Konsolidierungsart
NextFertility Ulm GbR MVZ f. KiWu- und Pränatalmedizin & KiWu-MVZ Ulm DE FERTILITY 01.04.2021 100% Gründung vollkonsolidiert
TAHE MEDICAL CENTER, S.L. UNIPERSONAL ES FERTILITY 08.11.2021 100% Share deal vollkonsolidiert

Verschmelzungen

Nachfolgende Verschmelzungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 vollzogen:

verschmolzene Gesellschaft Land Geschäftsbereich aufnehmende Gesellschaft Land Verschmelzungszeitpunkt Konsolidierungsart
CELSUS PROPERTY s.r.o. CZ FERTILITY ProCrea Swiss IVF Center s.r.o. CZ 01.01.2021 vollkonsolidiert
IVF Zentren Prof. Zech - Pilsen s.r.o. CZ FERTILITY ProCrea Swiss IVF Center s.r.o. CZ 01.01.2021 vollkonsolidiert
F-EST OÜ EE FERTILITY BioEximi OÜ EE 01.01.2021 vollkonsolidiert
MICROGENOMICS SRL IT DIAGNOSTICS Next Lab Italy S.r.l. IT 01.01.2021 vollkonsolidiert

Entkonsolidierungen

Die Entkonsolidierung betreffen jene Gesellschaften, welche bereits zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres als "aufgegebene Geschäftsbereiche" klassifiziert wurden und zum Ende des aktuellen Geschäftsjahres aus dem Konzernkreis ausgeschieden sind. Siehe dazu auch Abschnitt 2.16 Aufgegebene Geschäftsbereiche.

2.3 Zusammenfassung wesentlicher Konsolidierungsmethoden

2.3.1 Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwerte

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, die mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet wird, und der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen.

Bei jedem Unternehmenszusammenschluss entscheidet der Konzern, ob er die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet.

Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst und unter den Beratungsaufwendungen ausgewiesen, sofern sie nicht mit der Emission von Schuldinstrumenten oder Eigenkapitalinvestments verbunden sind.

Erwirbt der Konzern ein Unternehmen, so beurteilt er die geeignete Klassifizierung und Designation der übernommenen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Übereinstimmung mit den Vertragsbedingungen, wirtschaftlichen Gegebenheiten und am Erwerbszeitpunkt vorherrschenden Bedingungen. Dies beinhaltet auch eine Trennung der in Basisverträgen eingebetteten Derivate.

Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Eine als Eigenkapital klassifizierte bedingte Gegenleistung wird nicht neu bewertet und die spätere Erfüllung wird im Eigenkapital erfasst. Eine als Vermögenswert oder Schuld klassifizierte bedingte Gegenleistung in Form eines in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallenden Finanzinstruments wird in Übereinstimmung mit IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Alle übrigen bedingten Gegenleistungen, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, werden zu jedem Abschlussstichtag erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Der Geschäfts- oder Firmenwert, der sich aus der Kapitalkonsolidierung ergibt, wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Dabei werden zunächst alle Vermögenswerte, Schulden und zusätzlich zu aktivierende immaterielle Vermögenswerte mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Anschließend werden die Anschaffungskosten der Beteiligungen mit dem anteilig erworbenen, neu bewerteten Eigenkapital aufgerechnet. Hierbei entstehende positive Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwerte aktiviert. Negative Unterschiedsbeträge werden nach nochmaliger Überprüfung sofort ergebniswirksam erfasst.

Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss den Erwartungen zufolge profitieren werden. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden.

Wenn ein Geschäfts- oder Firmenwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wurde und ein Geschäftsbereich dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung dieses Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.

2.3.2 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts

Der Konzern bewertet Finanzinstrumente, welche als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten" klassifiziert wurden, mit ihrem beizulegenden Zeitwert (Fair value).

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt wurde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld oder sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist, auf dem vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert bzw. die Schuld getätigt wird. Der Konzern muss Zugang zum Hauptmarkt oder zum vorteilhaftesten Markt haben.

Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln.

Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines nichtfinanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen.

Der Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei ist die Verwendung maßgeblicher beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering zu halten.

Alle Vermögenswerte und Schulden, für die der beizulegende Zeitwert bestimmt oder im Abschluss ausgewiesen wird, werden in die nachfolgend beschriebene Bemessungshierarchie eingeordnet, basierend auf dem Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist:

Stufe 1: in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise

Stufe 2: Bewertungsverfahren, bei denen der Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt direkt oder indirekt beobachtbar ist

Stufe 3: Bewertungsverfahren, bei denen der Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt nicht beobachtbar ist

Bei Vermögenswerten und Schulden, die im Abschluss auf wiederkehrender Basis zum beizulegenden Zeitwert erfasst werden, bestimmt der Konzern, ob Umgruppierungen zwischen den Stufen der Hierarchie stattgefunden haben, indem er am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung (basierend auf dem Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft.

Um die Angabepflichten für die beizulegenden Zeitwerte zu erfüllen, hat der Konzern Klassen von Vermögenswerten und Schulden auf der Grundlage ihrer Art, ihrer Merkmale und ihrer Risiken sowie der Stufen der oben erläuterten Bemessungshierarchie festgelegt.

2.3.3 Ertragsrealisierung

Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Umsatzerlöse werden erfasst, wenn der Konzern durch die Übertragung eines zugesagten Vermögenswertes oder einer zugesagten Dienstleistung auf einen Kunden eine Leistungsverpflichtung erfüllt. Als übertragen gilt ein Vermögenswert dann, wenn der Kunde die Verfügungsgewalt über diesen Vermögenswert erlangt.

Die Umsatzerfassung erfolgt in einem 5-Schritte-Modell:

1)

Identifizierung des Vertrages

2)

Identifizierung der vertraglichen Leistungsverpflichtungen

3)

Bestimmung der Gegenleistung

4)

Aufteilung der Gegenleistung auf die Leistungsverpflichtungen

5)

Erfassung der Umsatzerlöse bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung

Grundsätzlich gilt für einen Vertrag, dass dieser wirtschaftliche Substanz hat, die Vertragsparteien dem Vertrag zugestimmt haben und es beabsichtigen, ihre Leistungsverpflichtungen zu erfüllen. Der Vertrag muss es den Vertragsparteien ermöglichen, die Rechte auf Übertragung von Gütern und Dienstleistungen sowie der dazugehörigen Zahlungsbedingungen zu identifizieren. Es muss außerdem wahrscheinlich sein, dass das Unternehmen die Gegenleistung, welche ihm für die Übertragung der Waren oder die Erbringung der Dienstleistung zusteht, auch erhält.

Details zu den einzelnen Geschäftsbereichen sind im Abschnitt 4 Segmentbericht erläutert.

Zinserträge

Bei allen "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten" eingestuften Finanzinstrumenten werden Zinserträge unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Dabei handelt es sich um den Kalkulationszinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Einzahlungen über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments oder gegebenenfalls eine kürzere Periode exakt auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden. Zinserträge werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzerträge ausgewiesen.

2.3.4 Steuern

Tatsächliche Ertragsteuern

Die tatsächlichen Steueransprüche und Steuerschulden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag in den Ländern gelten oder in Kürze gelten werden, in denen der Konzern tätig ist und zu versteuerndes Einkommen erzielt.

Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital verbucht werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Eigenkapital erfasst. Das Management beurteilt regelmäßig einzelne Steuersachverhalte dahingehend, ob in Anbetracht geltender steuerlicher Vorschriften ein Interpretationsspielraum vorhanden ist. Bei Bedarf werden Steuerrückstellungen angesetzt.

Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Liability-Methode auf bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem Steuerbilanzwert zum Abschlussstichtag.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme

von latenten Steuerschulden aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts oder eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst und

latenter Steuerschulden aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an gemeinsamen Vereinbarungen stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Differenzen, noch nicht genutzten steuerlichen Verluste und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste und Steuergutschriften verwendet werden können, mit Ausnahme von

latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst und

latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an gemeinsamen Vereinbarungen stehen, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden oder kein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag gelten oder gesetzlich angekündigt sind.

Latente Steuern, die sich auf erfolgsneutral erfasste Posten beziehen, werden ebenfalls erfolgsneutral verbucht. Latente Steuern werden dabei entsprechend dem ihnen zugrunde liegenden Geschäftsvorfall entweder im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst.

Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene latente Steuervorteile, die die Kriterien für einen gesonderten Ansatz zum Zeitpunkt des Erwerbs nicht erfüllen, werden in Folgeperioden angesetzt, sofern sich dies aus neuen Informationen über Fakten und Umstände, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden, ergibt.

Die Anpassung wird entweder als Minderung des Geschäfts- oder Firmenwerts behandelt (solange sie den Geschäfts- oder Firmenwert nicht übersteigt), sofern sie während des Bewertungszeitraums entsteht, oder im Periodenergebnis erfasst.

Latente Steueransprüche und -schulden werden nur dann saldiert, wenn der Konzern ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und sich die latenten Steueransprüche und -schulden auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde entweder für dasselbe Steuersubjekt oder für unterschiedliche Steuersubjekte erhoben werden, die beabsichtigen, in jeder künftigen Periode, in der die Ablösung oder Realisierung erheblicher Beträge an latenten Steuerschulden bzw. -ansprüchen zu erwarten ist, entweder den Ausgleich der tatsächlichen Steuerschulden und Erstattungsansprüche auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung der Ansprüche die Verpflichtungen abzulösen.

2.3.5 Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung des Mutterunternehmens, aufgestellt. Die funktionale Währung der jeweiligen Tochtergesellschaften entspricht der Währung, in der die wesentlichen operativen Geschäftstransaktionen erfolgen und Zahlungsmittel generiert werden. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet.

Die Währungsumrechnung richtet sich nach der funktionalen Währung der einbezogenen Gesellschaften. Für Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, erfolgt die Umrechnung in die Berichtswährung gemäß der Stichtagskursmethode: Bilanzposten werden zu Stichtagskursen am Abschlussstichtag, die Aufwendungen und Erträge zu Monatsdurchschnittskursen in Euro umgerechnet und im Jahreslauf kumuliert. Die Differenz zwischen dem zu historischen Kursen bei Einzahlung oder Einbehalt und dem zu Stichtagskursen am Abschlussstichtag umgerechneten Eigenkapital der Gesellschaften wird in den Sonstigen Eigenkapitalposten Rücklage für Währungsumrechnungen eingestellt und erst bei Abgang der Gesellschaft erfolgswirksam erfasst.

Fremdwährungstransaktionen und Salden

Fremdwährungstransaktionen werden von Konzernunternehmen zu dem Zeitpunkt, zu dem der Geschäftsvorfall erstmals ansetzbar ist, mit dem jeweils gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet.

Die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Geschäftsbetriebe werden im Rahmen der Konsolidierung zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zu Jahresdurchschnittskursen.

Die im Rahmen der Konsolidierung hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst.

Der für einen ausländischen Geschäftsbetrieb im sonstigen Ergebnis erfasste Betrag wird bei der Veräußerung dieses ausländischen Geschäftsbetriebs in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskassakurses in die funktionale Währung umgerechnet.

Nichtmonetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet, solche, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, mit dem Kurs, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gilt.

Die bilanzielle Behandlung des Gewinns bzw. Verlusts aus der Umrechnung von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten, nichtmonetären Posten orientiert sich an der Erfassung des Gewinns bzw. Verlusts aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Postens.

Konzernunternehmen

Jeglicher im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehende Geschäfts- oder Firmenwert und sämtliche am beizulegenden Zeitwert ausgerichteten Anpassungen der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden, die aus dem Erwerb dieses ausländischen Geschäftsbetriebs resultieren, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet.

Folgende wesentliche Umrechnungskurse wurden verwendet:

Währung ISO-Code Stichtagskurs Jahresdurchschnittskurs
31.12.2021 31.12.2020 2021 2020
1 EURO entsprechen
Schweizer Franken CHF 1,0331 1,0802 1,0811 1,0705
Tschechische Kronen CZK 24,858 26,242 25,640 26,455
Georgischer Lari GEL 3,5082 4,0197 3,7974 3,5925

2.3.6 Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Die Anschaffungskosten von im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen, falls vorhanden, angesetzt.

Es wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter und solchen mit unbegrenzter Nutzungsdauer unterschieden.

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung überprüft, sofern Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Abschreibungsdauer und die Abschreibungsmethode werden bei immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende jeder Berichtsperiode überprüft. Die aufgrund von Änderungen der erwarteten Nutzungsdauer oder des erwarteten Verbrauchs des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswerts erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode oder der Abschreibungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung separat unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts im Unternehmen entspricht.

Wertminderungen werden vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert wird berechnet auf Basis zukünftiger Mittelzuflüsse und -abflüsse und der durchschnittlich gewichteten Kapitalkosten nach Steuern, abhängig von Steuerraten sowie Länderrisiken. Sollten die Gründe für eine Wertminderung entfallen, werden entsprechende Wertaufholungen vorgenommen bis zu dem Wert, der sich ergeben hätte, wenn keine Wertminderung erfasst worden wäre.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird mindestens einmal jährlich für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird einmal jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbegrenzten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbegrenzten zu einer begrenzten Nutzungsdauer prospektiv vorgenommen.

Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern der Vermögenswerte zugrunde:

Immaterielle Vermögenswerte Nutzungsdauer
Kundenlisten 3 bis 15 Jahre
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen u.ä. Rechte 1 bis 15 Jahre
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1 bis 5 Jahre

2.3.7 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten beinhalten die Kosten für den Ersatz eines Teils einer Sachanlage sowie die Fremdkapitalkosten für langfristige Bauprojekte, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Wenn wesentliche Teile von Sachanlagen in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden müssen, schreibt der Konzern diese ausgehend von ihrer jeweiligen wirtschaftlichen Nutzungsdauer separat ab. Bei Durchführung einer Großinspektion werden entsprechend die Kosten im Buchwert der Sachanlagen als Ersatz aktiviert, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Alle anderen Wartungs- und Instandhaltungskosten werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Mögliche Wertminderung werden überprüft, sofern Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Wertminderungen werden vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert wird berechnet auf Basis zukünftiger Mittelzu- und -abflüsse und der durchschnittlich gewichteten Kapitalkosten nach Steuern, abhängig von Steuerraten sowie Länderrisiken. Sollten die Gründe für eine Wertminderung entfallen, werden entsprechende Wertaufholungen vorgenommen bis zu dem Wert, der sich ergeben hätte, wenn keine Wertminderung erfasst worden wäre.

Der Barwert der erwarteten Kosten für die Entsorgung eines Vermögenswerts nach dessen Nutzung ist in den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswerts enthalten, wenn die Ansatzkriterien für eine Rückstellung erfüllt sind.

Von Kunden übertragene Sachanlagen werden beim erstmaligen Ansatz zu dem Zeitpunkt, zu dem die Beherrschung erlangt wird, zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Sachanlagen werden entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des angesetzten Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der der Vermögenswert ausgebucht wird.

Die Restwerte, die wirtschaftlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden der Sachanlagen werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und bei Bedarf prospektiv angepasst.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern der Vermögenswerte zugrunde:

Sachanlagevermögen Nutzungsdauer
Immobilien 20 bis 50 Jahre
Mietereinbauten restliche Vertragslaufzeit (max. 10 Jahre)
Fuhrpark 3 bis 6 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 4 bis 10 Jahre
IT Anlagen und Ausstattung 2 bis 5 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 bis 10 Jahre
Sonstige Gegenstände des Anlagevermögens 2 bis 10 Jahre

2.3.8 Leasingverhältnisse

Der Konzern beurteilt bei Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Die Beurteilung, ob der Vertrag ein Recht zur Kontrolle über die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts beinhaltet, richtet sich nach der Leasingdefinition gemäß IFRS 16.

Der Konzern hat eine Trennung der Nichtleasingkomponenten auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise nicht vorgenommen und stattdessen Leasing- und Nichtleasingkomponente als eine Leasingkomponente erfasst.

Konzern als Leasingnehmer

Der Konzern als Leasingnehmer erfasst und bewertet alle Leasingverhältnisse nach einem einzigen Modell. Er erfasst Verbindlichkeiten zur Leistung von Leasingzahlungen und Nutzungsrechte für das Recht auf Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswerts.

Nutzungsrechte

Der Konzern erfasst Nutzungsrechte zum Bereitstellungsdatum (d.h. zu dem Zeitpunkt, an dem der zugrunde liegende Leasinggegenstand zur Nutzung bereitsteht). Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet und um jede Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten berichtigt. Die Kosten von Nutzungsrechten beinhalten die erfassten Leasingverbindlichkeiten, die entstandenen anfänglichen direkten Kosten sowie die bei oder vor der Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen abzüglich aller etwaigen erhaltenen Leasinganreize sowie Rückbauverpflichtungen. Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit und erwarteter Nutzungsdauer der Leasingverhältnisse wie folgt abgeschrieben:

Nutzungsrechte Nutzungsdauer
Immobilien 20 bis 50 Jahre
Fuhrpark 3 bis 6 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 4 bis 10 Jahre
IT Anlagen und Ausstattung 2 bis 5 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 bis 10 Jahre
Sonstige Gegenstände des Anlagevermögens 2 bis 10 Jahre

Die Nutzungsrechte werden des Weiteren auf Wertminderung überprüft.

Wenn das Eigentum an dem Leasinggegenstand am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern übergeht oder wenn in den Kosten die Ausübung einer Kaufoption berücksichtigt ist, oder ein Andienungsrecht des Leasinggebers vorliegt, dessen Ausübung hinreichend wahrscheinlich ist, werden die Abschreibungen anhand der erwarteten Nutzungsdauer des Leasinggegenstands ermittelt.

Leasingverbindlichkeiten

Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern die Leasingverbindlichkeiten zum Barwert, der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen abgezinst wird. Die Leasingzahlungen beinhalten feste Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen) abzüglich etwaiger erhaltende Leasinganreize, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-) Satz gekoppelt sind und Beträge, die voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien entrichtet werden müssen sowie Leasingraten in hinreichend sicheren Verlängerungsoptionsperioden. Die Leasingzahlungen umfassen ferner den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn hinreichend sicher ist, dass der Konzern sie auch tatsächlich wahrnehmen wird, und Strafzahlungen für eine Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Konzern die Kündigungsoption wahrnehmen wird.

Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, werden in der Periode aufwandswirksam erfasst, in der das Ereignis oder die Bedingung, das bzw. die diese Zahlung auslöst, eingetreten ist.

Die in den Barwert eingehenden Leasingzahlungen werden grundsätzlich mit dem, dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz diskontiert. Als Diskontierungszinssatz ist der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz zu verwenden. Dieser entspricht dem internen Zinssatz, bei welchem der Barwert der Leasingzahlungen zuzüglich eines nicht garantierten Restwerts gleich dem beizuliegenden Zeitwert des Leasingobjekts zuzüglich der anfänglichen direkten Kosten des Leasinggebers ist (IFRS 16.A). Ist dieser interne Zinssatz nicht ermittelbar, ist der Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers heranzuziehen.

Der Grenzfremdkapitalzinssatz stellt den Zinssatz dar, den der Leasingnehmer für die Erwerbsfinanzierung eines vergleichbaren Vermögenswertes mit einem dem Nutzungsrecht vergleichbaren Wert, vergleichbarer Laufzeit, und vergleichbarer Besicherung in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld vorliegt zahlen müsste. Bei der Berechnung des Barwerts der Leasingzahlungen verwendet der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz zum Bereitstellungsdatum, da der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes leitet der Konzern diesen von verfügbaren Daten am Kapitalmarkt ab.

Die Leasingverbindlichkeit wird im Rahmen der Folgebewertung gemäß IFRS 16.36 zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert und - analog der Anwendung der Effektivzinsmethode - aufgezinst (IFRS 16.36a).

Geleistete Leasingzahlungen verringern dabei in Höhe der Tilgung den Buchwert der Leasingverbindlichkeit (IFRS 16.36b).

Nach dem Bereitstellungsdatum wird der Betrag der Leasingverbindlichkeiten erhöht, um dem höheren Zinsaufwand Rechnung zu tragen, und verringert, um den geleisteten Leasingzahlungen Rechnung zu tragen. Zudem wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeiten bei Änderungen des Leasingverhältnisses, Änderungen der Laufzeit des Leasingverhältnisses, Änderungen der Leasingzahlungen (z.B. Änderungen künftiger Leasingzahlungen infolge einer Veränderung des zur Bestimmung dieser Zahlungen verwendeten Index oder Zinssatzes) oder bei einer Änderung der Beurteilung einer Kaufoption oder Restwertgarantie für den zugrunde liegenden Vermögenswert neu bewertet.

Konzern als Leasinggeber

Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern nicht im Wesentlichen alle mit dem Eigentum an einem Vermögenswert verbundenen Risiken und Chancen überträgt, werden als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft. Entstehende Mieteinnahmen werden linear über die Laufzeit der Leasingverhältnisse erfasst und unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Der Konzern vermietet einige seiner Immobilien unter. Der Konzern hat die Einstufung der Untermietverträge auf Grundlage des Nutzungsrechtes und nicht des zugrunde liegenden Vermögenswertes vorgenommen und ist zu dem Entschluss gekommen, dass es sich nach IFRS 16 um Operating-Leasingverhältnisse handelt.

Der Konzern hat IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden angewendet, um das vertraglich vereinbarte Entgelt auf die einzelnen Leasing- und Nichtleasingkomponenten aufzuteilen.

2.3.9 Finanzielle Vermögenswerte

Der Konzern setzt einen finanziellen Vermögenswert zu dem Zeitpunkt an, zu dem es Vertragspartei des Finanzinstruments wird.

Finanzielle Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfasst werden, werden darüber hinaus Transaktionskosten berücksichtigt, die dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind. Anders verhält es sich bei finanziellen Vermögenswerten die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. In diesem Fall sind die direkt zurechenbaren Transaktionskosten des Erwerbs direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

Käufe oder Verkäufe finanzieller Vermögenswerte, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt wird (marktübliche Käufe), werden am Handelstag erfasst, d. h. am Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist.

Nach erstmaligem Ansatz werden alle finanziellen Vermögenswerte in der Folge, je nach Klassifizierung, entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern klassifiziert seine Schuldinstrumente basierend auf seinem Geschäftsmodel für das Schuldinstrument und den vertraglichen Cashflows des Schuldinstruments.

Dabei wird zwischen drei möglichen Geschäftsmodellen mit jeweils unterschiedlichen Zielsetzungen bezüglich der vertraglichen Cashflows unterschieden:

1)

Halten (hold-to-collect): Die Zielsetzung des Geschäftsmodells besteht darin, das Schuldinstrument zu halten und den vertraglichen Cashflow (d.h. Zinserträge) zu erwirtschaften und bei Fälligkeit den Nominalwert zu vereinnahmen.

Die Folgebewertung in diesem Modell erfolgt "zu fortgeführten Anschaffungskosten" (at amortized costs - AtAC).

2)

Halten und Verkauf (Hold-to-collect and Sale): Die Zielsetzung des Geschäftsmodells besteht darin, die vertraglichen Cashflows zu vereinnahmen und/oder das Schuldinstrument zu veräußern.

Die Folgebewertung in diesem Modell erfolgt "zum beizulegenden Zeitwert". Wertänderungen werden in diesem Fall im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst (at fair value through other comprehensive income - FVOCI).

3)

Handel: Die Zielsetzung des Geschäftsmodells besteht darin, Schuldinstrumente nur kurzfristig zur Realisierung von Kursgewinnen zu halten. Des Weiteren sind diesem Geschäftsmodell auch solche Vermögenswerte zugeteilt, die nicht den Anforderungen der beiden anderen Geschäftsmodellen entsprechen.

Die Folgebewertung in diesem Modell erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Wertänderungen werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst (at fair value through profit and loss - FVTPL).

Der Konzern nutzt derzeit nicht die mögliche Option Eigenkapitalinstrumente bei ihrem Erstansatz unwiderruflich der Klasse FVOCI zuzuordnen. Ebenso wenig macht der Konzern aktuell von der möglichen Fair-value-Option Gebrauch. Schuldinstrumente, die grundsätzlich der Klasse AtAC oder FVOCI zuzuordnen sind, sind bei ihrem erstmaligen Ansatz unwiderruflich der Klasse FVTPL zuzuordnen, um damit das Auftreten eines Accounting Mismatches zu vermeiden.

Folgebewertung der Klasse "zu fortgeführten Anschaffungskosten" (AtAC)

Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten in dieser Klasse erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

Dabei handelt es sich um den Kalkulationszinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Einzahlungen (unter Berücksichtigung von bei der Akquisition entstanden Gebühren oder Kosten sowie eines Agios oder Disagios) über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments oder gegebenenfalls eine kürzere Periode exakt auf den Bruttobuchwert des finanziellen Vermögenswerts zum Zugangszeitpunkt abgezinst werden.

Sofern der finanzielle Vermögenswert bereits bei Erwerb oder Ausreichung wertgemindert ist, kommt ein um die erwarteten Kreditausfälle adjustierter Effektivzinssatz zur Anwendung. In diesem Fall wird nicht auf den Bruttobuchwert, sondern auf den Nettobuchwert (Bruttobuchwert abzüglich erfasster Risikovorsorge/Wertminderung) abgestellt. Dieser adjustierte Effektivzinssatz ist beizubehalten, selbst wenn sich in der Folgebewertung die Einschätzung zur Risikovorsorge ändern würde und der finanzielle Vermögenswert nicht länger als wertgemindert zu betrachten wäre.

Ein adjustierter Effektivzinssatz kommt auch dann zur Anwendung, wenn ein bis dato nicht wertgeminderter finanzieller Vermögenswert einer Wertminderung unterliegt. Jedoch findet wieder ein Wechsel von dem adjustierten Effektivzinssatz zum gewöhnlichen Effektivzinssatz statt, wenn dieser finanzielle Vermögenswert als nicht mehr wertgemindert eingeschätzt wird.

Zinserträge aus Anwendung der Effektivzinsmethode werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzerträge ausgewiesen.

Wertminderungen und Risikovorsorge

Der Konzern wendet für die Risikovorsorge bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie bei vertraglichen Vermögenswerten das sogenannte vereinfachte Verfahren (simplified approach) an. Das Ausfallrisiko dieser finanziellen Vermögenswerte wird hierbei immer auf Basis des Gesamtlaufzeit-ECL ("Expected Credit Loss") erfasst. Bei der Bewertung der erwarteten Kreditausfälle nutzt der Konzern eine Wertminderungsmatrix, welche auf den bisherigen Erfahrungen mit Kreditverlusten basiert und verschiedene weitere Faktoren, wie z.B. unterschiedliche Kundengruppen, geografische Regionen und Fälligkeitsprofile, berücksichtigt. Daneben fließen aktuelle Erkenntnisse hinsichtlich der Auswirkung zukünftiger Entwicklungen ein.

Für alle sonstigen finanziellen Vermögenswerte wird das sogenannte 3-Stufen-Modell angewendet. Dabei werden die Wertberichtigungen bezogen auf die finanziellen Vermögenswerte je nach Einstufung in die nachfolgend beschriebenen Stufen eingeordnet:

Stufe 1: Alle Finanzinstrumente werden bei der Ersterfassung der Stufe 1 zugeordnet. Sofern sich die Kreditqualität nicht ändert, verbleibt der Vermögenswert in dieser Stufe. Der erwartete Verlust entspricht dem Wert, der aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten 12 Monate sog. "12-Monats-ECL" (Expected Credit Loss) entstehen kann.

Stufe 2: Wenn seit der Ersterfassung eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos zu verzeichnen ist, ist das Finanzinstrument von Stufe 1 auf diese Stufe zu transferieren. Der nun erwartete Verlust entspricht dem Wert, der aus möglichen Ausfallereignissen während der Restlaufzeit sog. "Gesamtlaufzeit-ECL" entstehen kann.

Stufe 3: Ist eine weitere signifikante Erhöhung eines Ausfallsrisikos zu beobachten, wird des Finanzinstrument in die dritte Stufe übergeben. Es wird weiterhin der "Gesamtlaufzeit-ECL" für die Ermittlung der erwarteten Verluste angewandt.

Der jeweilige Stufenwechsel ist in beide Richtungen möglich.

Entsprechend dem 3-Stufen-Modell erfasst der Konzern für finanzielle Vermögenswerte der Klasse "AtAC" eine Risikovorsorge für erwartete Kreditausfälle entweder auf Basis der 12-Monats-ECL (Expected Credit Loss) oder der Gesamtlaufzeit-ECL. Dies richtet sich, wie oben dargestellt, danach, ob sich das Kreditrisiko für das Finanzinstrument seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht bzw. sich reduziert hat oder unverändert ist.

Die Einschätzung des Risikoausfalls und die Höhe der Risikovorsorge wird zu jedem Abschlussstichtag überprüft und aktualisiert, um eventuellen Änderungen des Ausfallrisikos abzubilden. Um zu beurteilen ob sich des Kreditrisikos eines Finanzinstruments seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, vergleicht der Konzern das Ausfallrisiko zum Abschlussstichtag mit jenem zum Zeitpunkt des Zugangs. Bei diesem Vergleich werden sowohl qualitative als auch quantitative Faktoren als auch historische Erfahrungswerte verwendet. Im Rahmen des Möglichen werden zudem zukunftsgerichtete Informationen wie z.B. erwartete Marktentwicklungen, gesetzliche Vorgaben oder allgemeine wirtschaftliche Veränderungen herangezogen.

Insbesondere werden nachfolgenden Faktoren betrachtet, um eine signifikante Veränderung des Kreditrisikos zu beurteilen:

eine signifikante tatsächliche oder erwartete Verschlechterung des externen oder internen Kreditratings des Finanzinstruments.

eine deutliche, nachteilige Veränderung der Geschäfts-, Finanz- oder betriebswirtschaftlichen Lage eines Schuldners, die erwartungsgemäß zu einer verminderten Zahlungsfähigkeit des Schuldners führen könnte. Hierbei wird auch das Marktumfeld des Schuldners beobachtet.

Abweichend zum obigen Vorgehen nimmt der Konzern für Finanzinstrumente, deren Kreditrisiko als gering eingeschätzt wird, an, dass es zu keiner signifikanten Veränderung im Kreditrisiko gekommen ist. Das Kreditrisiko eines Finanzinstruments wird dann als gering eingestuft, wenn:

das Finanzinstrument ein geringes Ausfallrisiko ausweist,

der Kreditnehmer in der Lage ist, seine vertraglichen Cashflow-Verpflichtungen in naher Zukunft zu erfüllen,

nachteilige, langfristige Veränderungen der wirtschaftlichen und geschäftlichen Rahmenbedingungen gegeben sind. Diese können, müssen jedoch nicht zwangsläufig die Fähigkeit des Kreditnehmers beeinträchtigen, seine vertraglichen vereinbarten Cashflow Verpflichtungen zu erfüllen.

Die Bewertung der erwarteten Kreditverluste ist eine Funktion aus dem Verlust bei tatsächlichem Ausfall unter Berücksichtigung eines noch zu vereinnahmenden anteiligen Betrages (Loss-Given-Default), der periodenbezogenen Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability-of-Default) und dem erwarteten (Netto)Anspruch aus dem Finanzinstrument, d.h. den zukünftigen Cashflows, (also vereinbarten Kapitaldienst), diskontiert zum ursprünglichen Effektivzinssatz (Exposure-At-Default). Die Beurteilung der Ausfallwahrscheinlichkeit und des Ausfallrisikos basiert auf historischen Daten, die durch zukunftsgerichtete Informationen angepasst werden.

Sofern der Gesamtlaufzeit-ECL auf kollektiver Basis ermittelt wird, werden Finanzinstrumente auf folgender Grundlage zusammengefasst:

Art der Finanzinstrumente (d.h. z.B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Forderungen, werden jeweils als separate Gruppe bewertet. Ausleihungen an nahestehende Unternehmen und Personen werden auf Basis der erwarteten Kreditausfälle einzeln bewertet);

Fälligkeit;

Art, Größe und Branche der Schuldner;

Art der Sicherheiten für Forderungen;

externe Kreditratings, soweit verfügbar.

Die Gruppierung wird regelmäßig vom Management überprüft, um sicherzustellen, dass die Bestandteile jeder Gruppe weiterhin ähnliche Kreditrisikomerkmale aufweisen. Hat der Konzern den Wertberichtigungsbetrag für ein Finanzinstrument zu einem Betrag ermittelt, der in der vorangegangenen Berichtsperiode dem Gesamtlaufzeit-ECL entspricht, aber zum aktuellen Berichtsstichtag bestimmt, dass die Bedingungen für den Gesamtlaufzeit-ECL nicht mehr erfüllt sind, misst der Konzern zu diesem Zeitpunkt die Wertberichtigung gemäß dem 12-Monats-ECL.

Der Konzern erfasst einen Wertminderungsgewinn oder -verlust aus allen Finanzinstrumenten mit entsprechender Anpassung seines Buchwerts über ein Wertberichtigungskonto.

Der Konzern wendet die zuvor genannten Regelungen zur Risikovorsorge ebenfalls auf vertragliche Vermögenswerte, die aus der Bilanzierung von Umsatzrealisierung mit Kunden entstehen, sowie auf Kreditzusagen und Finanzgarantien an.

Definition eines Ausfalls

Ein Ausfallereignis wird angenommen, wenn der Konzern annehmen muss, dass eine Schuld aus einem finanziellen Vermögenswert nicht mehr beglichen wird. Für eine solche Einschätzung zieht das Management sowohl interne als auch externe Informationen heran. Der Verlust aus einem Ausfall wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Finanzaufwendungen ausgewiesen.

Vorgehen für außerplanmäßige Abschreibungen

Der Konzern nimmt außerordentliche Abschreibungen dann vor, wenn entsprechende Informationen darauf hinweisen, dass sich die Gegenpartei in schwerwiegenden finanziellen Schwierigkeiten befindet und keine realistische Aussicht auf eine Rückzahlung der Forderung besteht. Beispiel hierfür wäre ein eröffnetes Insolvenzverfahren oder ein deutlicher Zahlungsverzug.

Sowohl der Aufwand aus einer außerordentlichen Abschreibung als auch der Ertrag aus bereits abgeschriebenen Erträgen wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

Folgebewertung der Klasse "zum beizulegenden Zeitwert" (FVTPL)

Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert findet regelmäßig zum Abschlussstichtag statt (zur Bemessung des beizulegenden Zeitwertes siehe Abschnitt 2.3.2). Eine Veränderung des Fair Values wird in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb des Finanzergebnisses ausgewiesen.

Dividendenerträge und Zinserträge werden ebenfalls im Finanzergebnis ausgewiesen.

Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte

Ein finanzieller Vermögenswert wird dann ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert erloschen sind.

2.3.10 Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden erfasst, wenn ein Konzernunternehmen Vertragspartei des Instruments wird und werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb oder der Ausgabe von finanziellen Verbindlichkeiten zuzuordnen sind werden je nach Klassifizierung "zu fortgeführten Anschaffungskosten" (AtAC) bzw. "zum beizulegenden Zeitwert" (FVTPL) im ersten Fall von den finanziellen Verbindlichkeiten abgezogen bzw. im zweiten Fall sofort erfolgswirksam erfasst.

Klassifizierung von finanziellen Verbindlichkeiten

Alle aktuell im Konzern relevanten nicht derivativen finanziellen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten (AtAC) unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Nur derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden der Kategorie "zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet" zugeordnet.

Die Effektivzinsmethode ist eine Methode zur Berechnung der fortgeführten Anschaffungskosten einer finanziellen Verbindlichkeit und zur Zuordnung von Zinsaufwendungen über die relevante Periode. Der Effektivzinssatz ist der Zinssatz, mit dem die geschätzten zukünftigen Barzahlungen (einschließlich aller gezahlten oder erhaltenen Gebühren und erhaltenen Punkte, die integraler Bestandteil des Effektivzinssatzes, der Transaktionskosten und anderer Agien oder Disagios sind) der finanziellen Verbindlichkeit über die erwartete Laufzeit der finanziellen Verbindlichkeit oder (gegebenenfalls) eine kürzere Periode, exakt auf den Wert der fortgeführten Anschaffungskosten einer finanziellen Verbindlichkeit abgezinst werden.

Der Zinsaufwand wird im Finanzergebnis erfasst.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente wie z.B. Devisentermingeschäften und Zinsswaps werden beispielsweise abgeschlossen, um den Konzern gegen Zins- und Währungsrisiken abzusichern. Derivate werden zum Zeitpunkt des Abschlusses der Derivatkontrakte erstmalig zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und anschließend am Ende jeder Berichtsperiode zu ihren beizulegenden Zeitwerten neu bewertet. Der sich daraus ergebende Gewinn oder Verlust wird sofort erfolgswirksam erfasst, es sei denn, das Derivat ist als Sicherungsinstrument designiert und wirksam. In diesem Fall hängt der Zeitpunkt der erfolgswirksamen Erfassung von der Art der Sicherungsbeziehung ab.

Ausbuchung von finanziellen Verbindlichkeiten

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die ihr zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, so wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.

2.3.11 Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der erwartete, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten Vertriebskosten.

Kosten, die angefallen sind, um Vorräte an ihren derzeitigen Ort zu bringen und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen, werden wie folgt bilanziert:

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe: First-in-first-out-Verfahren (Fifo)

Fertige und unfertige Erzeugnisse bzw. Leistungen: direkt zuordenbare Material- und Fertigungskosten sowie angemessene Teile der Produktionsgemeinkosten basierend auf der normalen Kapazität der Produktionsanlagen ohne Berücksichtigung von Fremdkapitalkosten

2.3.12 Wertminderungen von nicht finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nicht finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, so nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den jeweils erzielbaren Betrag, so ist der Vermögenswert wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.

Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden kürzlich erfolgte Markttransaktionen berücksichtigt. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse von börsengehandelten Anteilen an Unternehmen oder andere zur Verfügung stehender Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert.

Der Konzern legt seiner Wertminderungsbeurteilung detaillierte Budget- und Prognoserechnungen zugrunde, die für jede der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, denen einzelne Vermögenswerte zugeordnet sind, separat erstellt werden. Solche Budget- und Prognoserechnungen erstrecken sich in der Regel über fünf Jahre. Nach dem fünften Jahr wird eine langfristige Wachstumsrate bestimmt und zur Prognose der künftigen Cashflows angewandt. Wertminderungsaufwendungen der fortzuführenden Geschäftsbereiche werden erfolgswirksam in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts im Unternehmen entsprechen.

Für Vermögenswerte, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird zu jedem Abschlussstichtag eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht länger besteht oder sich verringert hat. Wenn solche Anhaltspunkte vorliegen, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung der Annahmen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurde.

Die Wertaufholung ist dahin gehend begrenzt, dass der Buchwert eines Vermögenswerts weder seinen erzielbaren Betrag noch den Buchwert übersteigen darf, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben hätte, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird erfolgswirksam erfasst.

Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird einmal jährlich (zum 31. Dezember) überprüft. Eine Überprüfung findet ebenfalls dann statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte.

Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrages der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (oder der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) bestimmt, der (denen) der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden.

Die Überprüfung immaterieller Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer auf Werthaltigkeit erfolgt mindestens einmal jährlich zum 31. Dezember. Sie wird auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit durchgeführt. Eine Überprüfung findet ebenfalls dann statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte.

2.3.13 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Posten "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" in der Bilanz umfasst den Kassenbestand, das Bankguthaben und kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit zum Zeitpunkt des Erwerbs von weniger als drei Monaten, die nur einem unwesentlichen Risiko von Wertschwankungen unterliegen.

Für Zwecke der Kapitalflussrechnung umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente die oben definierten Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen abzüglich in Anspruch genommener Kontokorrentkredite, da diese integrale Bestandteile der Zahlungsmitteldisposition des Konzerns sind.

2.3.14 Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (z. B. bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist.

Der Aufwand aus der Bildung einer Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen.

Ist der aus einer Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich, so werden Rückstellungen mit einem Zinssatz, der die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt, vor Steuern abgezinst. Im Fall einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwand erfasst.

2.3.15 Langfristige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

Die langfristigen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern umfassen grundsätzlich Verpflichtungen für Pensionen und für sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie Rückstellungen für andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer.

Die Höhe der Verpflichtungen wird unter Anwendung der Methode der laufenden Einmalprämien (projected unit credit method) ermittelt.

Zum Bilanzstichtag weist der Konzern Pensionsverpflichtungen aus einem leistungsorientierten Pensionsplan in der Schweiz aus.

Neubewertungen, einschließlich versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste, der Auswirkungen der Vermögenswertobergrenze (asset ceiling), ohne Berücksichtigung von Beträgen, die in den Nettozinsen auf die Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen enthalten sind, und der Erträge aus Planvermögen (ohne Berücksichtigung von Beträgen, die in den Nettozinsen auf die Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen enthalten sind), werden sofort in der Bilanz erfasst und in der Periode, in der sie anfallen, im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital eingestellt. Neubewertungen dürfen in Folgeperioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden. Die auf die versicherungsmathematischen Gewinne- und Verluste entfallenden latenten Steuern werden ebenfalls erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wird zum jeweils früheren der folgenden Zeitpunkte erfolgswirksam erfasst:

Zeitpunkt, zu dem die Anpassung oder Kürzung des Plans eintritt

Zeitpunkt, zu dem der Konzern verbundene Restrukturierungskosten ansetzt

Der Konzern erfasst den Dienstzeitaufwand, einschließlich des laufenden Dienstzeitaufwands und des nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands und der Gewinne und Verluste aus Plankürzungen und außerordentlichen Planabgeltungen im Personalaufwand. Die Nettozinsen, welche durch Anwendung des Abzinsungssatzes auf den Saldo (Schuld oder Vermögenswert) aus dem leistungsorientierten Plan ermittelt werden, sind im Finanzergebnis ausgewiesen.

2.4 Änderungen wesentlicher Rechnungslegungsmethoden

Im Geschäftsjahr 2021 hat die Nextclinics die nachfolgenden überarbeitenden Standards erstmalig berücksichtigt:

Standard / Interpretation Verpflichtende Anwendung geplante Anwendung durch den Konzern *
Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 - Reform der Referenzzinssätze (Phase 2) 01.01.2021 Geschäftsjahr 2021
Änderungen an IFRS 16: Mietzugeständnisse im Zusammenhang mit COVID-19 28.05.2020 Geschäftsjahr 2020

* vorbehaltlich der Übernahme (Endorsement) durch die Europäische Union, soweit noch nicht erfolgt

Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16: Reform der Referenzzinssätze - Phase 2:

Die Änderungen der Phase 2 bieten praktische Erleichterungen bei bestimmten Anforderungen der IFRS-Standards. Diese Erleichterungen beziehen sich auf Änderungen von Finanzinstrumenten und Leasingverträgen oder Sicherungsbeziehungen, die durch die Ersetzung eines Referenzzinssatzes in einem Vertrag durch einen neuen alternativen, nahezu risikofreien Referenzsatz ausgelöst werden. Die Änderungen sehen folgende praktischen Behelfe vor: Vertragsänderungen dürfen behandelt werden wie eine Änderung eines variablen Zinssatzes, die Änderung der Dokumentation oder Designation einer Sicherungsbeziehung, die durch die Reform erforderlich ist, ist zulässig, ohne dass dies zur Einstellung des Hedge Accounting führt.

Diese Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Der Konzern beabsichtigt, die praktischen Behelfe ab dem Zeitpunkt ihres Inkrafttretens in Anspruch zu nehmen.

Änderungen an IFRS 16: Mietzugeständnisse im Zusammenhang mit COVID-19:

Um den wirtschaftlichen Einfluss der Corona-Pandemie zu schwächen, wurden den Leasingnehmern oft Mieterlassungen oder -stundungen zugesprochen. Dadurch ergab sich ein hoher Aufwand für die Unternehmen, denn ursprünglich musste genau geprüft werden, ob es sich bei Mietzugeständnissen um eine Vertragsänderung handelt. Um die Unternehmen zu entlasten hat das IASB den IFRS 16 um einen Behelf ergänzt. Dieser gibt dem Leasingnehmer Handlungsspielraum bei Mietmodifikationen. Durch den im Jahr 2020 eingeführten Behelf wird dem Leasinggeber ein Wahlrecht eingeräumt Mietzugeständnisse, als Vertragsmodifikation zu bilanzieren. Die Anwendung des praktischen Behelfs befreit die Leasingnehmer also von der Verpflichtung, bei jeder Mietkonzession zu prüfen, ob eine Vertragsmodifikation im Sinne des IFRS 16 vorliegt, diese zu bilanzieren und entsprechend zu dokumentieren. Der Behelf kann nur angewendet werden, wenn die Gegenleistung, bei der Anpassung der Mietzahlung, unverändert bleibt oder wenn die Gegenleistung des Leasingvertrags geringer ist als vor der Änderung. Zusätzlich dürfen die Änderungen nicht mit weiteren wesentlichen Änderungen der Bedingungen oder Vertragskonditionen einhergehen.

Ursprünglich sollte die Änderung bis zum 30. Juni 2021 gelten, aber aufgrund des weiteren Anhaltens der Corona-Pandemie verlängerte das IASB den Anwendungszeitraum des praktischen Behelfs bis zum 30. Juni 2022.

Das Wahlrecht wurde teilweise angewandt, hat aber keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss.

Zukünftige Änderungen der Rechnungslegungsmethoden

Das IASB hat verschiedene nachfolgend benannte Standards, Standardanpassungen und Interpretationen bis zum Bilanzstichtag verabschiedet, die erst zukünftig verpflichtend anzuwenden sind:

Standard / Interpretation Verpflichtende Anwendung geplante Anwendung durch den Konzern *
Änderungen zu IFRS 3, IAS 39, IAS 37 und Annual Improvements (2018 - 2020) 01.01.2022 Geschäftsjahr 2022
Änderungen an IAS 1: Klassifizierung von Verbindlichkeiten 01.01.2023 Geschäftsjahr 2023
IFRS 17 - Versicherungsverträge 01.01.2023 Geschäftsjahr 2023
Änderungen an IAS 12 Ertragsteuern 01.01.2023 Geschäftsjahr 2023

* vorbehaltlich der Übernahme (Endorsement) durch die Europäische Union, soweit noch nicht erfolgt

Die oben aufgeführten geänderten Standards und Interpretationen haben voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Es wurden keine Standards, Interpretationen oder Änderungen, die zwar veröffentlicht, aber noch nicht in Kraft getreten sind, vorzeitig angewandt.

2.5 Wesentliche Ermessungsentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses werden vom Management Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen getroffen, die sich auf die Höhe ausgewiesener Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte, Schulden und jeweils zugehörige Angaben sowie auf die Angabe von Eventualverbindlichkeiten auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten die tatsächlichen Ergebnisse in zukünftigen Perioden zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen.

Sonstige Angaben im Zusammenhang mit den Risiken und Unsicherheiten, denen der Konzern ausgesetzt ist, umfassen die folgenden Themen:

Kapitalsteuerung (Abschnitt 2.6)

Zielsetzungen und Methoden des Risikomanagements von Finanzinstrumenten (Abschnitt 3.13)

Angaben von Sensitivitätsanalysen (Abschnitte 3.2, 3.13 und 3.16)

Bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden des Konzerns hat das Management folgende Ermessungsentscheidungen getroffen, die die Beträge im Konzernabschluss wesentlich beeinflussen:

2.5.1 Ermessensentscheidungen

Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen - der Konzern als Leasingnehmer:

Der Konzern bestimmt die Laufzeit des Leasingverhältnisses unter Zugrundelegung der unkündbaren IFRS 16.19 Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option ausüben wird, oder der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option nicht ausüben wird.

Der Konzern hat mehrere Leasingverträge abgeschlossen, die Verlängerungs- und Kündigungsoptionen enthalten. Er trifft bei der Beurteilung, ob hinreichende Sicherheit besteht, dass die Option zur Verlängerung bzw. zur Kündigung des Leasingverhältnisses ausgeübt oder nicht ausgeübt wird, Ermessensentscheidungen.

Das heißt, er zieht alle relevanten Faktoren in Betracht, die für ihn einen wirtschaftlichen Anreiz darstellen, die Verlängerungs- oder die Kündigungsoption auszuüben. Nach dem Bereitstellungsdatum bestimmt der Konzern die Laufzeit des Leasingverhältnisses erneut, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine Änderung von Umständen eintritt, das bzw. die innerhalb seiner Kontrolle liegt und sich darauf auswirkt, ob er die Option zur Verlängerung bzw. zur Kündigung des Leasingverhältnisses ausüben wird oder nicht.

Insbesondere für unbefristete Mietverhältnisse für Gebäude, die einen wesentlichen Teil der Mietverhältnisse im Konzern ausmachen, hat der Konzern i. d. R. die Entscheidung getroffen, die Laufzeit mit 10 Jahren anzunehmen.

Für Einzelheiten zu den möglichen künftigen Leasingzahlungen für Zeiträume nach dem Ausübungszeitpunkt der Verlängerungs- und Kündigungsoptionen, die nicht in der Leasinglaufzeit berücksichtigt sind, wird auf Anhangsangabe 3.19 verwiesen.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte:

Am 15. Dezember 2020 gab der Konzern die Entscheidung seines Boards bekannt, seine hundertprozentigen Tochtergesellschaften CLINIC Gepamed, Poliklinika Andel und IVF Georgia LLC zu verkaufen.

Am 21. Dezember 2021 erfolgte der Verkauf der Gesellschaften NL-CLINIC Gepamed s.r.o., Poliklinika Andel s.r.o.. Der Verkauf der IVF Georgia LLC war zum 31. Dezember 2021 aufgrund zeitlicher Verzögerungen bei der Einreichung von Vertragsunterlagen noch nicht abgeschlossen. Dennoch wurde auch diese Gesellschaft bereits zum 31. Dezember 2021 zum einen aus Wesentlichkeitsgründen und zum anderen hinsichtlich der Tatsache, dass die Kontrolle bereits auf die zukünftigen Eigentümer übergegangen ist, entkonsolidiert.

Für detailliertere Informationen zum aufgegebenen Geschäftsbereich wird auf Anhangangabe 2.16 verwiesen.

2.5.2 Schätzungen und Annahmen

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen und sonstige am Abschlussstichtag bestehende Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert. Die Annahmen und Schätzungen des Konzerns basieren auf Parametern, die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorlagen. Diese Zustände und die Annahmen über die künftigen Entwicklungen können jedoch aufgrund von Marktbewegungen und Marktverhältnissen, die außerhalb des Einflussbereichs des Konzerns liegen, eine Änderung erfahren. Solche Änderungen finden erst mit ihrem Auftreten einen Niederschlag in den Annahmen.

Wertminderung von Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer

Der Konzern überprüft mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte, ob Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer einer Wertminderung unterliegen. Eine Wertminderung besteht, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand beruhen. Insbesondere werden bezüglich der erwarteten Geschäftsentwicklung der vorliegenden Gegebenheiten ebenso wie die als realistisch eingeschätzte zukünftige Entwicklung des globalen und branchenbezogenen Umfelds zugrunde gelegt.

Zur Berechnung des Nutzungswerts wird eine Discounted-Cashflow-Methode verwendet. Die Cashflows werden aus dem Finanzplan der nächsten fünf Jahre abgeleitet, wobei Restrukturierungsmaßnahmen, zu denen sich der Konzern noch nicht verpflichtet hat, und wesentliche künftige Investitionen, die die Ertragskraft der getesteten zahlungsmittelgenerierenden Einheit erhöhen wird, nicht enthalten sind. Der erzielbare Betrag ist abhängig von dem im Rahmen der Discounted-Cashflow-Methode verwendeten Abzinsungssatzes sowie von den erwarteten künftigen Mittelzuflüssen und der für Zwecke der Extrapolation verwendeten Wachstumsrate. Diese Schätzungen sind am relevantesten für den Geschäfts- oder Firmenwert und andere vom Konzern erfasste immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzten Nutzungsdauern.

Weitere Details sind den Abschnitten 3.2 und 3.3 aufgeführt.

Bewertung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten

Die Bewertung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten erfordert die Verwendung von Schätzungen für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes zum Erwerbszeitpunkt, insbesondere bei den im Zusammenhang mit einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen Vermögenswerten. Des Weiteren ist die erwartete Nutzungsdauer dieser Vermögenswerte zu bestimmen. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte und der Nutzungsdauern sowie die Werthaltigkeit bei Vorliegen von Anzeichen auf eine Wertminderung basieren auf Ermessenentscheidungen des Managements.

Weitere Details sind den Abschnitten 3.3 und 3.4 aufgeführt.

Umsatzerlöse iZm öffentlichen Sozialversicherungssystemen

Umsatzerlöse aus erbrachten Leistungen, die auf Basis der Verrechnungssysteme mit den jeweiligen Sozialversicherungsträgern erfolgen, sind auf Grundlage von

regulatorischen Preisbildungsmechanismen;

Erfahrungen der Vergangenheit und

tatsächlich geleisteten Arbeit (erbrachte Behandlungen, abgeschlossene Analysen)

geschätzt. Auf Grundlage historischer Daten und Erfahrungswerten sind die Maßnahmen zuverlässig und es ist wahrscheinlich, dass der wirtschaftliche Nutzen, der mit den Umsatzerlösen verbunden ist, dem Unternehmen zufließt.

Steuern

Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften, Änderungen des Steuerrechts sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunktes künftig zu versteuernder Ergebnisse. Angesichts der großen Bandbreite internationaler Geschäftsbeziehungen und des langfristigen Charakters und der Komplexität bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bestehen bzw. künftige Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpassungen des bereits erfassten Steuerertrags oder -aufwands erfordern. Der Konzern bildet, basierend auf vernünftigen Schätzungen, Rückstellungen für mögliche Auswirkungen steuerlicher Außenprüfungen in den Ländern, in denen er tätig ist. Die Höhe dieser Rückstellungen basiert auf verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise der Erfahrung aus früheren steuerlichen Außenprüfungen und unterschiedlichen Auslegungen der steuerlichen Vorschriften durch das steuerpflichtige Unternehmen und der zuständigen Steuerbehörde. Solche unterschiedlichen Auslegungen können sich aus einer Vielzahl verschiedener Sachverhalte ergeben, abhängig von den Bedingungen, die im Sitzland des jeweiligen Konzernunternehmens vorherrschen. Da der Konzern die Wahrscheinlichkeit eines Rechtsstreits und entsprechender Auszahlungen für Steuerschulden als gering beurteilt, wurden hierfür keine Eventualverbindlichkeiten erfasst.

Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierung künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u.a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftig zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Für diese Beurteilung wird das erwartete zu versteuernde Einkommen aus der Unternehmensplanung abgeleitet. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern könnten sich vermindern, falls die geplanten steuerlichen Einkommen und die durch zur Verfügung stehenden Steuerstrategien erzielbaren Steuervorteile geringer ausfallen oder falls Änderungen der aktuellen Steuergesetzgebung den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken.

Latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge (inkl. Zinsvorträge) in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge bzw. Zinsvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Ermessungsausübung des Managements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkt und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommen sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategie erforderlich.

Weitere Details zu den Steuern werden in Abschnitt 2.17 erläutert.

Leistungsorientierte Pensionspläne (Pensionsleistungen)

Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen sowie der Barwert der Pensionsverpflichtung werden, sofern nicht anders beschrieben, anhand von versicherungsmathematischen Bewertungen ermittelt. Eine versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage diverser Annahmen, die von den tatsächlichen Entwicklungen in der Zukunft abweichen können. Hierzu zählt die Bestimmung der Abzinsungssätze, künftiger Lohn- und Gehaltssteigerungen, der Sterblichkeitsrate und künftiger Rentensteigerungen. Aufgrund der Komplexität in der Bewertung und ihrer Langfristigkeit reagiert eine leistungsorientierte Verpflichtung höchst sensibel auf Änderungen dieser Annahmen.

Der Parameter, der den stärksten Änderungen unterliegt, ist der Abzinsungssatz. Bei der Ermittlung eines angemessenen Abzinsungssatzes orientiert sich das Management an den Zinssätzen von Unternehmensanleihen in Währungen, die der Währung der Verpflichtung für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses entsprechen und mindestens ein AA-Rating einer international anerkannten Ratingagentur haben, wobei diese Zinssätze bei Bedarf durch Extrapolation entlang der Renditekurve an die erwartete Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung angepasst werden. Des Weiteren wird die Qualität der zugrunde liegenden Anleihen überprüft. Diejenigen, die übermäßig hohe Kredit-Spreads aufweisen, werden aus dem Anleihenportfolio, aus dem der Abzinsungssatz abgeleitet wird, entfernt, da es sich bei diesen Anleihen nicht um erstrangige Unternehmensanleihen handelt. Die Sterberate basiert auf öffentlich zugänglichen Sterbetafeln für das entsprechende Land. Diese Sterbetafeln ändern sich üblicherweise nur dann, wenn sich auch demografische Änderungen ergeben. Künftige Lohn- und Gehalts- sowie Rentensteigerungen basieren auf erwarteten künftigen Inflationsraten für das jeweilige Land.

Entsprechend der langfristigen Ausrichtung der Pensionspläne unterliegen den Schätzungen wesentlichen Unsicherheiten. Alle Annahmen werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft.

Weitere Details zu den Pensionsverpflichtungen werden im Abschnitt 3.16 erläutert.

Bemessung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten und bedingten Gegenleistungen

Sofern die beizulegenden Zeitwerte von angesetzten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nicht mithilfe notierter Preise in aktiven Märkten bemessen werden können, werden sie unter Verwendung von Bewertungsverfahren, darunter der Discounted-Cashflow-Methode, ermittelt. Die in das Modell eingehenden Inputfaktoren stützen sich so weit wie möglich auf beobachtbare Marktdaten. Liegen diese nicht vor, gründet sich die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte in hohem Maße auf Ermessensentscheidungen des Managements. Die Ermessensentscheidungen betreffen Inputfaktoren wie Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und Volatilität. Änderungen der getroffenen Annahmen für diese Faktoren können sich auf die angesetzten beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente auswirken.

Für weiter gehende Angaben wird auf Abschnitt 3.13 verwiesen.

Bedingte Gegenleistungen, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen entstehen, werden als Teil des Unternehmenszusammenschlusses zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Erfüllt die bedingte Gegenleistung die Definition einer finanziellen Verbindlichkeit, so wird sie in den Folgeperioden zu jedem Abschlussstichtag zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts basiert auf diskontierten Cashflows. Die Grundannahmen berücksichtigen die Wahrscheinlichkeit der Erfüllung jedes Erfolgsziels und den Abzinsungsfaktor.

Für weiter gehende Angaben wird auf Abschnitt 2.7 verwiesen.

Die Erlöse mit Krankenkassen in Tschechien wurden auf Basis von Erfahrungswerten geschätzt, wobei die Basis die produzierten Punkte, ein mit Abschlag gerechneter Preis pro Punkt und ein Abschlag für nicht anerkannte Punkte zur Anwendung gebracht werden.

2.6 Kapitalsteuerung

Das vorrangige Ziel der Kapitalsteuerung des Konzerns ist zum einen die Unterstützung der laufenden Geschäftstätigkeit mit ausreichenden finanziellen Mitteln und zum anderen die Kapitalbeschaffung für die strategische Weiterentwicklung und das Wachstum der Gruppe durch Unternehmenserwerbe und Gründung von Gemeinschaftsunternehmen.

Der Konzern überwacht sein Kapital mit Hilfe des Leverage, der dem Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum LTM-EBITDA entspricht. Die Netto-Finanzschulden berechnen sich hierbei aus den lang- und kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Stichtag. Der LTM-EBITDA ist das EBITDA der letzten 12 Monate, aller Konzerngesellschaften bereinigt um IFRS 16, IFRS 3 und Einmaleffekte.

Gemäß den konzerninternen Richtlinien wird ein Leverage von maximal 4 angestrebt.

Darüber hinaus bildet das im Zuge von Kapitalerhöhungen eingezahlte Kapital in der Muttergesellschaft des Konzerns eine wichtige Kenngröße. Zum 31. Dezember 2021 betrug dieses 214.513 TEUR (VJ: 214.120 TEUR) inklusive der zur Durchführung beschlossener Kapitalerhöhungen geleisteten Einlagen in das gezeichnete Kapital sowie der ebenso geleisteten Einzahlungen in die Kapitalrücklage.

2.7 Unternehmenszusammenschlüsse

Unternehmenszusammenschlüsse 2021

Im November 2021 erwarb der Konzern die spanische Gesellschaft TAHE MEDICAL CENTER, S.L. UNIPERSONAL. Die Gesellschaft bietet primär Leistungen in der Reproduktionsmedizin im Bereich FERTILITY an, verfügt aber zudem über einen noch kleinen Bereich, die BIOBANK mit Eizellspenden. Durch den Erwerb sollen die Aktivitäten auf dem spanischen Markt weiter ausgebaut werden. Zudem kann dadurch zukünftig auch der Leistungsumfang, welcher der Konzern im Bereich BIOBANK anbietet, erhöht werden.

Gesellschaft Land Geschäftsbereich Erstkonsolidierungszeitpunkt Anteil Art des Zugangs Konsolidierungsart
TAHE MEDICAL CENTER, S.L. UNIPERSONAL ES FERTILITY 08.11.2021 100% Share deal vollkonsolidiert

Erworbenes Nettovermögen zu Zeitwerten

TEUR
Langfristige Vermögenswerte 1.580
Sachanlagen 1.051
Aktive latente Steuern 529
Kurzfristige Vermögenswerte 721
Vorräte 539
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 25
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 65
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 76
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 16
Vermögenswerte gesamt 2.301
Langfristige Schulden 1.558
Verzinsliche Darlehen und Anleihen 230
Leasing Verbindlichkeiten 988
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 62
Passive latente Steuern 278
Kurzfristige Schulden 43
Verzinsliche Darlehen und Anlehen 13
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 28
Schulden gesamt 1.601
Summe des identifizierten Nettovermögens zum beizulegenden Zeitwert 700

Der beizulegende Zeitwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beläuft sich auf 25 TEUR. Der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt 25 TEUR. Es wurden keine Wertminderungen erfasst.

Die erworbene Gesellschaft hat seit dem Erwerbszeitpunkt mit 193 TEUR zu den Umsatzerlösen des Konzerns und mit -241 TEUR zum Konzernergebnis aus fortzuführender Geschäftstätigkeit beigetragen.

Hätte der Unternehmenszusammenschluss zu Jahresbeginn stattgefunden, hätten sich die Umsatzerlöse des Konzerns aus fortzuführender Geschäftstätigkeit um zusätzlich 1.194 TEUR und das Konzernergebnis um zusätzlich -182 TEUR verändert.

Übersicht über Gegenleistungen, Firmenwerte und Mittelabfluss durch die Unternehmenserwerbe in 2021

Gegenleistungen und Firmenwerte:

TEUR
Summe des identifizierten Nettovermögens zum beizulegenden Zeitwert 700
Firmenwert aus dem Unternehmenserwerb 0
Gesamte Gegenleistung 700

Die Gegenleistung setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR
Fixe Kaufpreise inkl. Verrechnungen durch Kaufpreisanpassungen 700
Gesamte Gegenleistung 700

Mittelabfluss:

TEUR
Gesamte Gegenleistung 700
Fixe Kaufpreise inkl. Verrechnungen durch Kaufpreisanpassungen - noch nicht zahlungswirksamer Anteil -100
Zahlungswirksame Gegenleistung 600
Nettozahlungsmittel des erworbenen Unternehmens -16
Zahlungswirksame Gegenleistung nach Abzug der erworbenen Zahlungsmittel 584
Transaktionskosten des Unternehmenserwerbs - zahlungswirksam 23
Tatsächlicher Zahlungsmittelabfluss aufgrund des Unternehmenserwerbs 607

Bedingte Gegenleistung:

Es wurde keine bedingte Gegenleistung vereinbart.

Unternehmenszusammenschlüsse 2020

Es wurden eine gynäkologische Einzelpraxis im Bereich der Gynäkologie sowie das Vermögen einer privatärztlichen Praxis im Bereich IVF erworben. Weiter wurde als Ergänzung zum Vorjahreserwerb eine Gesellschaft für Kryokonservierung für den Bereich IVF erworben.

Der Erwerb erhöht weiterhin die Präsenz des Konzern in diesem Bereich in Deutschland.

Gesellschaft Land Geschäftsbereich Erstkonsolidierungszeitpunkt Anteil Art des Zugangs Konsolidierungsart
FCM Fertility Center Münsterland GmbH DE FERTILITY 01.01.2020 100% Share deal vollkonsolidiert
Einzelpraxis Frau Dr. med. Pia Baust DE FERTILITY 31.01.2020 - Asset deal vollkonsolidiert

Erworbenes Nettovermögen zu Zeitwerten

TEUR
Langfristige Vermögenswerte 310
Immaterielle Vermögenswerte 310
Kurzfristige Vermögenswerte 59
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 37
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 22
Vermögenswerte gesamt 369
Langfristige Schulden 0
Kurzfristige Schulden 5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1
Ertragsteuerverbindlichkeiten 3
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1
Schulden gesamt 5
Summe des identifizierten Nettovermögens zum beizulegenden Zeitwert 364

Der beizulegende Zeitwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beläuft sich auf 37 TEUR. Der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt 37 TEUR. Es wurden keine Wertminderungen erfasst.

Für die per asset deal erworbenen Praxen können üblicherweise die Beiträge zu Umsatzerlösen und Konzernergebnis nicht bereitgestellt werden, da diese Informationen in der Regel nicht von den Finanzdaten der aufnehmenden Gesellschaft isoliert werden können. Dies ist der Fall für die Einzelpraxis Frau Dr. med. Pia Baust. Die per share deal erworbene Gesellschaft FCM Fertility Center Münsterland GmbH hat seit dem Erwerbszeitpunkt mit 16 TEUR zu den Umsatzerlösen des Konzerns und mit 42 TEUR zum Konzernergebnis aus fortzuführender Geschäftstätigkeit beigetragen.

Weiterhin können bei allen asset deals keine Angaben zu den Beiträgen zu Umsatz und Konzernergebnis gegeben werden, hätte der Erwerb bereits zu Beginn des Jahres stattgefunden, da diese Informationen nicht vorliegen.

Der Erwerb der per share deal erworbenen Gesellschaften erfolgte zum 01.01.2020, somit ist der gesamte Jahresumsatz und Ergebnis bereits im Konzernumsatz und Konzernergebnis enthalten.

Übersicht über Gegenleistungen, Firmenwerte und Mittelabfluss durch die Unternehmenserwerbe in 2020

Gegenleistungen und Firmenwerte:

TEUR
Summe des identifizierten Nettovermögens zum beizulegenden Zeitwert 363
Firmenwert aus dem Unternehmenserwerb 0
Gesamte Gegenleistung 363

Die Gegenleistung setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR
Fixe Kaufpreise inkl. Verrechnungen durch Kaufpreisanpassungen 347
Zusätzliche Kaufpreise aus bedingten Gegenleistungen (Earn out) 16
Gesamte Gegenleistung 363

Mittelabfluss:

TEUR
Gesamte Gegenleistung 363
Fixe Kaufpreise inkl. Verrechnungen durch Kaufpreisanpassungen - noch nicht zahlungswirksamer Anteil 0
Zusätzliche Kaufpreise aus bedingten Gegenleistungen (Earn out) - noch nicht zahlungswirksamer Anteil 0
Ausgegebene Anteile auf Gesellschafterebene der NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH, bewertet zum beizulegenden Wert - nicht zahlungswirksam 0
Zahlungswirksame Gegenleistung 363
Nettozahlungsmittel des erworbenen Unternehmens -22
Zahlungswirksame Gegenleistung nach Abzug der erworbenen Zahlungsmittel 341
Transaktionskosten des Unternehmenserwerbs - zahlungswirksam -15
Tatsächlicher Zahlungsmittelabfluss aufgrund des Unternehmenserwerbs 326

Bedingte Gegenleistung:

Für den Erwerb FCM Fertility Center Münsterland GmbH wurde eine Anpassung des Kaufpreises mit dem ehemaligen Eigentümer vereinbart, welcher sich auf verschiedenen Kennzahlen im Jahresabschlusses 2019 berechnete. Der Betrag wurde mit 15 TEUR angesetzt, eine Bandbreite war nicht vorgesehen. Die Zahlung erfolgte bereits in Q1/2020.

2.8 Bemessung des beizulegenden Zeitwertes

Nachfolgende Tabelle zeigt die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts der finanziellen Vermögenswerte und Schulden des Konzerns nach Hierarchiestufen. Für weiter gehende Angaben wird auf Abschnitt 3.13 verwiesen.

31.12.2021 Stufe 1 - notierte Preise auf aktiven Märkten
TEUR
Stufe 2 - wesentliche beobachtbare Inputfaktoren
TEUR
Stufe 3 - wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktoren
TEUR
Summe
TEUR
Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte - Sonstige - 156 - 156
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 10.834 - 10.834
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) - 739 - 739
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 8.514 - 8.514
Passiva
Verzinsliche Darlehen und Anleihen (langfristig) - 2.941 - 2.941
Leasing Verbindlichkeiten (langfristig) - 18.986 - 18.986
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) - 517 - 517
Verzinsliche Darlehen und Anlehen (kurzfristig) - 4.569 - 4.569
Leasing Verbindlichkeiten (kurzfristig) - 3.354 - 3.354
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) - 244 - 244
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 8.949 - 8.949
31.12.2020 Stufe 1 - notierte Preise auf aktiven Märkten
TEUR
Stufe 2 - wesentliche beobachtbare Inputfaktoren
TEUR
Stufe 3 - wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktoren
TEUR
Summe
TEUR
Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte - Sonstige - 946 - 946
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 9.841 - 9.841
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) - 682 - 682
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 8.253 - 8.253
Passiva
Verzinsliche Darlehen und Anleihen (langfristig) - 2.118 - 2.118
Leasing Verbindlichkeiten (langfristig) - 20.365 - 20.365
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) - 573 - 573
Verzinsliche Darlehen und Anlehen (kurzfristig) - 4.866 - 4.866
Leasing Verbindlichkeiten (kurzfristig) - 3.364 - 3.364
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) - 277 1.042 1.319
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 8.371 - 8.371

2.9 Umsatzerlöse

Art der Güter und Dienstleistungen und geografische Märkte

Der Konzern erbringt im Wesentlichen Dienstleistungen im medizinischen Bereich. Der Umsatz je Geschäftsbereich wird in Abschnitt 4 erläutert.

Die Dienstleistungen werden derzeit nur im europäischen Raum erbracht.

Der Konzern war im abgelaufenen Geschäftsjahr in neun europäischen Ländern tätig. Die Umsatzerlöse aus fortgeführten Geschäftsbereichen des Konzerns aus Geschäften mit externen Kunden, aufgeteilt nach dem geografischen Ort des Geschäftsbetriebes, setzen sich wie folgt zusammen:

Art der Güter oder Dienstleistungen 2021
TEUR
2020
TEUR
Reproduktionsmedizinische Behandlungen 51.688 45.812
Labordiagnostik 28.563 20.848
Nahrungsmittelergänzungen 1.707 1.478
Plastische, ästhetische und Handchirurgie 3.670 3.438
Sonstige 2.131 2.042
Summe 87.759 73.618

Informationen über geographische Gebiete

Summe Umsatzerlöse nach dem geografischen Ort der Leistungserbringung 2021
TEUR
2020
TEUR
Deutschland 13.141 13.126
Tschechien 23.726 18.852
Schweiz 6.244 5.370
Österreich 11.632 10.822
Italien 20.051 15.470
Spanien 12.057 9.354
Estland 898 620
Niederlande 10 4
Summe 87.759 73.618

Vorstehende Informationen zu den Erlösen sind nach dem Ort der Leistungserbringung gegliedert.

Kundenarten

Zur Einteilung der Kunden nach Kundenarten wurde die Art der Abrechnung als Grundlage herangezogen. Als wichtigste Kategorien sind dabei "Krankenkassen" und "Selbstzahler" zu nennen.

In der Kategorie "Krankenkassen" ist ein Patient über eine Versicherung, i.d.R. gesetzliche (Pflicht-)Versicherung, abgesichert. Die Kosten der Dienstleistung übernimmt die Versicherung, die Abrechnung erfolgt direkt mit derselben. Der Umfang und die Höhe der abrechenbaren Leistungen ist i.d.R. gesetzlich bzw. im Rahmen der Ermächtigung der Selbstverwaltungen geregelt.

In der Kategorie "Selbstzahler" erfolgt die Abrechnung mit dem Patienten direkt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt einen Aufriss nach Kundenart.

2021
TEUR
2020
TEUR
Krankenkassen 22.714 18.247
Selbstzahler 52.992 44.551
Kliniken 6.499 6.985
Sonstige 5.554 3.835
Summe Umsatzerlöse nach Kundenarten 87.759 73.618

Die Position "Sonstige" enthält Tätigkeiten für verschiedene andere Kundengruppen wie Firmen und andere Institutionen bzgl. Produkttests, Veterinärbedingte Tests, berufsbedingte Tests u.a.

Kein einzelner Kunde hat im Geschäftsjahr 2021 oder 2020 10% oder mehr zum Konzernumsatz beigetragen.

Zeitpunkt der Erfüllung einer Leistungsverpflichtung und Zahlungsbedingungen

Nach Beurteilung der Kriterien, in welcher Form und in welchem Rahmen die Leistungen des Konzerns für den Kunden erfolgt, sind derzeit alle Leistungen als "zu einem bestimmten Zeitpunkt erbracht" einzuordnen.

In den Bereichen FERTILITY, BIOBANK und BEAUTY gilt beispielweise der Abschluss einer Behandlung bzw. eines Behandlungsschrittes als Zeitpunkt der erfüllten Leistungserbringung.

Im Bereich DIAGNOSTICS ist hierbei die erbrachte Analyse als Abschluss der erfüllten Leistungsverpflichtung zu nennen.

Im Bereich SUPPLEMENTS ist die Versendung von Nahrungsergänzungsmitteln zum Kunden der Zeitpunkt der Leistungserfüllung.

Nach erbrachter Leistung sind Zahlungsverpflichtungen sofort fällig. In der Regel wird dem inländischen Selbstzahler jedoch eine Zahlungsfrist von 30 Tagen gewährt. Ausländische Selbstzahler sowie inländische Selbstzahler, die eine vorangegangene Behandlung oder einen vorangegangenen Behandlungsschritt nicht fristgerecht bezahlt haben, müssen den jeweils nächsten Behandlungsschritt vorauszahlen. Der nächste Behandlungsschritt beginnt unmittelbar nach der Vorauszahlung und ist innerhalb eines Monats abgeschlossen.

Im Falle von Kassenabrechnungen richten sich die Zahlungsverpflichtungen nach den gesetzlichen Vorgaben. In der Regel gibt es monatliche Abschlagszahlungen der erbrachten Leistungen und quartalsweise Zwischenabrechnungen sowie jährliche Schlussabrechnungen. Die Zahlungen erfolgen jeweils innerhalb der Fristen, die per Gesetz oder im Rahmen der Selbstverwaltung vorgegeben wurden.

Die Höhe der Gegenleistungen für die erbrachten Leistungen ist weder variabel noch enthält diese eine wesentliche Finanzierungskomponente. Auch bestehen keine Vereinbarungen zu Rücknahme-, Erstattungs- und ähnliche Verpflichtungen. Ebenso werden keine Garantien gewährt, welche zu zukünftigen Verpflichtungen führen könnten.

Vertragssalden und Vertragskosten

Nachdem die Leistungen des Konzerns derzeit alle zu einem bestimmten Zeitpunkt erbracht werden und daraus ein unbedingter Anspruch auf Zahlung entsteht, werden keine aktiven Vertragssalden, sondern ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst.

Insofern bestehen keine erwarteten zukünftigen Umsatzerlöse aus verbleibenden Leistungsverpflichtungen.

Vorauszahlungen von Kunden (siehe Erläuterungen im vorigen Abschnitt) betreffen in der Regel Leistungen, die innerhalb eines Monats erbracht werden. Die Vorauszahlungen betrugen zum Bilanzstichtag 1.255 TEUR (VJ 1.117 TEUR), was nicht wesentlich ist.

Aufgrund der Tatsache, dass das Unternehmen derzeit nur Leistungen zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt, ergibt sich keine Option für eine etwaige Aktivierung von Kosten aus der Erfüllung oder Anbahnung eines Vertrages, welche über die Laufzeit des Vertrages abgeschrieben werden würden. Sofern Vertragskosten entstehen, werden diese sofort im Aufwand erfasst.

2.10 Sonstige betriebliche Erträge

2021
TEUR
2020 *
TEUR
Sonstige betriebliche Erträge 386 250
Erträge aus Leasingverhältnissen 332 371
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 184 174
Erträge aus Arztleistungen an externe Praxen 105 172
Erträge aus Fremdwährungsumrechnung 71 22
Erträge aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte 78 58
Summe sonstige betriebliche Erträge 1.156 1.047

* Die Vorjahreszahlen sind basierend der Kategorisierung im aktuellen Geschäftsjahr angepasst

2.11 Materialaufwand

2021
TEUR
2020 *
TEUR
Verbrauchsmaterialien -6.664 -6.448
Aufwendungen für bezogene Leistungen und Fremdanalytik -9.659 -8.382
Fertige Erzeugnisse und Waren -1.226 -178
Unfertige Erzeugnisse und Waren -1.019 -2.084
Materialaufwand - Reagenzien -6.608 -3.303
Spender- und biologisches Material -2.375 -1.212
Sonstiger Materialaufwand -199 -219
Summe Materialaufwand -27.750 -21.826

* Die Vorjahreszahlen sind basierend der Kategorisierung im aktuellen Geschäftsjahr angepasst

2.12 Personalaufwand

2021
TEUR
2020
TEUR
Löhne und Gehälter -29.374 -25.910
Lohnnebenkosten -4.865 -3.911
Sonstiger Personalaufwand -1.249 -1.177
Aufwendungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen -1.866 -1.975
Summe Personalaufwand -37.354 -32.973

Im Rahmen von beitragsorientierten Versorgungsplänen (Defined Contribution Plans) leistet das Unternehmen Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die Summe aller beitragsorientierten Pensionsaufwendungen beträgt 1.231 TEUR (VJ: 1.161 TEUR). Für die spanischen Konzerngesellschaften konnte an dieser Stelle keine separierbare Angabe gemacht werden, da in Spanien nur ein gemeinsamer Prozentsatz für Kranken- und Rentenversicherungsbeiträgen abgeführt wird. Der Aufwand der gesetzlichen Rentenversicherungsbeiträge ist hierbei nicht isolierbar.

Der Aufwand aus Anlass zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses betrug 328 TEUR (VJ: 468 TEUR). Dies ist auf Umstrukturierungsmaßnahmen innerhalb der Organisationsstruktur zurückzuführen.

Die dargestellten Aufwendungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen betreffen im aktuellen und vorhergehenden Geschäftsjahr ausschließlich Aufwendungen aus beitragsorientierten Versorgungsplänen.

Für weitere Details zu leistungsorientierten Versorgungsplänen wird auf die Anhangsangabe 3.16 verwiesen.

2.13 Sonstige betriebliche Aufwendungen

2021
TEUR
2020 *
TEUR
Beratungsaufwand -4.682 -5.219
Aufwand aus Kommunikation und Büroadministration -1.676 -2.294
Aufwand für Marketing und Kundenservice -3.049 -2.357
-9.407 -9.870
Aufwendungen für temporäre Mitarbeiter -68 -35
Aufwendungen für Abgaben und Gebühren -280 -328
Logistikkosten -965 -791
Reisekosten -322 -294
Wartungs- und Instandhaltungsaufwendungen -1.085 -1.178
Energiekosten -633 -530
Leasingaufwendungen -236 -107
Versicherungskosten -537 -586
Verkäufe Anlagevermögen -3 -151
Anschaffung und Reinigung Arbeitskleidung -158 -178
Reinigung- und Entsorgung -493 -385
Inkasso- und Bankgebühren -145 -152
Verlust aus Währungsumrechnung (operativ) -135 -45
Fortbildungskosten -128 -73
IT Wartung und Service -851 -772
Mietnebenkosten -397 -251
Sonstige Aufwendungen -911 -821
Weitere betriebliche Aufwendungen -7.347 -6.677
Summe sonstige betriebliche Aufwendungen -16.754 -16.547

* Die Vorjahreszahlen sind basierend der Kategorisierung im aktuellen Geschäftsjahr angepasst

Im Beratungsaufwand sind hauptsächlich laufende Kosten wie z.B. für externe Finanzdienstleistungen, Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung oder sonstigen Beratungsaufwendungen enthalten.

Der Aufwand aus Kommunikation und Büroadministration enthält im Wesentlichen Aufwendungen für Kommunikation (Telefon, Mobil, Internet) und Büromaterial sowie für Aufwendungen für externe Dienstleistungen im Rahmen der Krankenhausverwaltung für das Inselkrankenhaus Borkum GmbH.

Im aktuellen Geschäftsjahr sind darin Leasingaufwendungen für immaterielle Vermögenswerte, wie z.B. Lizenzen enthalten, die gemäß IFRS 16 nicht als Finance Lease bilanziert werden.

Die sonstigen Aufwendungen enthalten diverse Aufwendungen, die entweder im Einzelnen nicht den anderen Kategorien zuordenbar sind, in ihrer Häufigkeit unregelmäßig auftreten und/oder aufgrund ihrer Wesentlichkeit keine gesonderte Kategorie darstellen. Darunter fallen z.B. Beiträge an Verbände, Strafzahlungen, Sicherheits- und Überwachungskosten, interne Personalbeschaffungskosten, u.ä.

2.14 Abschreibungen und Wertminderungen

Abschreibung und Wertminderungen 2021
TEUR
2020
TEUR
Immaterielle Vermögenswerte -8.093 -8.330
Sachanlagen -6.338 -6.176
Vorratsvermögen -5 -95
Summe -14.436 -14.601

Im Vorjahr betreffen die Abschreibung auf das Vorratsvermögen einen Transportunfall sowie eine Korrektur der Vorratsbewertung.

2.15 Finanzergebnis

Die Fremdwährungsgewinne/-verluste resultieren im Wesentlichen aus der Umrechnung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

2021
TEUR
2020
TEUR
Zinsertrag aus finanziellen Vermögenswerten - bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten 72 104
Ertrag aus finanziellen Vermögenswerten - bewertet FVTPL 0 516
Fremdwährungsgewinne 4.406 21
Ertrag aus Wertminderungsveränderung (ECL-Modell - Risikovorsorge) 51 5
Ertrag aus bereits ausgebuchten finanziellen Vermögenswerten 3 0
Ertrag aus fair value Bewertung von variablen Kaufpreisverbindlichkeiten 0 3
Sonstige finanzielle Erträge 0 503
Summe Finanzerträge 4.532 1.152
2021
TEUR
2020
TEUR
Zinsaufwand aus finanziellen Verbindlichkeiten - bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten -345 -265
Zinsaufwand aus Leasingverhältnissen -775 -874
Zinsaufwand - Variable Kaufpreisverbindlichkeiten -9 -39
Zinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen -8 -9
Fremdwährungsverluste -29 -2.582
Aufwand aus Wertminderungsveränderung (ECL-Modell - Risikovorsorge) -1.255 -134
Aufwand aus der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten -132 -74
Aufwand aus fair value Bewertung von variablen Kaufpreisverbindlichkeiten -467 0
Sonstige finanzielle Aufwendungen -16 -4
Summe Finanzaufwendungen -3.036 -3.981
Summe Finanzergebnis 1.496 -2.829

Der Aufwand aus Risikovorsorge betrifft im Wesentlichen ein Darlehen mit einer Related Party, bei welcher nach aktueller Einschätzung des Managements eine Wertminderung vorzunehmen war.

Der Aufwand aus der Fair Value Bewertung von variablen Kaufpreisverbindlichkeiten betrifft den Earn-out, der im Rahmen des Erwerbs der Zechgruppe erstmalig bilanziert wurde und im aktuellen Geschäftsjahr mit einem höheren Betrag als ursprünglich geschätzt beglichen wurde.

In den Finanzerträgen wirkte sich die Veränderung des CZK/EUR Kurses im aktuellen Geschäftsjahr positiv auf ein Intercompany EUR-Darlehen einer tschechischen Tochtergesellschaft mit der Konzernholdinggesellschaft aus. Dies gleicht einen Großteil des negativen Effekts des Vorjahres wieder aus.

2.16 Aufgegebene Geschäftsbereiche

Am 15. Dezember 2020 gab der Konzern die Entscheidung seines Boards bekannt, seine hundertprozentigen Tochtergesellschaften NL-CLINIC Gepamed s.r.o., Poliklinika Andel s.r.o. und IVF Georgia LLC zu verkaufen. Die drei oben genannten Gesellschaften wurden daher zum 31. Dezember 2020 als Veräußerungsgruppe, die zur Veräußerung gehalten wird, und als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Mit Abwicklung des Verkaufs zum 21.12.2021 bzw. Entkonsolidierung zum 31.12.2021 (siehe auch Abschnitt 2.5.1 Ermessensentscheidungen) sind mit Ende des aktuellen Geschäftsjahres über keine aufgegebenen Geschäftsbereiche mehr zu berichten.

Das Ergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche stellt sich wie folgt dar:

2021
TEUR
2020
TEUR
Umsatzerlöse 3.742 2.802
Sonstige betriebliche Erträge 14 36
Summe Erlöse 3.756 2.838
Materialaufwand -379 -204
Personalaufwand -2.790 -2.393
Sonstiger betrieblicher Aufwand -499 -486
Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Wertminderungen 88 -245
Abschreibungen und Wertminderungen 0 -561
Betriebliches Ergebnis 88 -806
Finanzerträge 16 43
Finanzaufwendungen -135 -265
Ergebnis vor Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -31 -1.028
Ertragsteuern -60 24
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -91 -1.004

Die Hauptgruppen der Vermögenswerte und Schulden, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurden, setzen sich zum 31. Dezember wie folgt zusammen:

31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Langfristige Vermögenswerte 0 5.128
Immaterielle Vermögenswerte 0 77
Sachanlagen 0 4.991
Aktive latente Steuern 0 60
Kurzfristige Vermögenswerte 0 969
Vorräte 0 32
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 354
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 338
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 0 112
Ertragsteuerforderungen 0 12
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 121
Zu Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0 6.097
Langfristige Schulden 0 3.698
Leasing Verbindlichkeiten 0 3.692
Passive latente Steuern 0 6
Kurzfristige Schulden 0 956
Leasing Verbindlichkeiten 0 216
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 238
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 0 501
Zu Veräußerung gehaltene Schulden 0 4.654

Die Netto-Cashflows lassen sich wie folgt abbilden:

2021
TEUR
2020
TEUR
Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit 251 -908
Cashflows aus der Investitionstätigkeit -7 946
Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit -265 -635
Zahlungswirksame Veränderung des Bestands an Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -21 -597

2.17 Ertragsteuern

Die wesentlichen Bestandteile der Ertragsteuern sind:

2021
TEUR
2020
TEUR
Tatsächliche Ertragssteuern -1.963 -1.429
Latente Ertragssteuern 2.812 2.185
Summe Ertragssteuern 849 756

Der erwartete Aufwand aus Ertragsteuern auf Basis des Ergebnisses vor Steuern und des geltenden Konzernsteuersatzes von 29,44% (VJ: 29,44%) wird auf den ausgewiesenen Aufwand aus Ertragsteuern wie folgt übergeleitet:

2021
TEUR
2020
TEUR
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführter Geschäftstätigkeit -5.816 -13.977
Ergebnis vor Steuern aus zur Veräußerung gehaltenen Geschäftsbereichen -31 -1.029
Periodenergebnis vor Steuern -5.847 -15.006
Ertragsteuer auf Grundlage des Konzernsteuersatzes von 29,44% 1.721 4.418
Abweichende ausländische Steuersätze 464 -931
Nicht angesetzte Verlustvorträge - laufendes Jahr (inkl. Zinsvorträge) -2.285 -1.863
Nutzung von in VJ nicht angesetzten Verlustvorträgen (inkl. Zinsvorträge) 956 341
Aktivierung bisher nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen 0 22
Steuererstattungen/-nachzahlungen aus Vorjahren 94 49
Steuerlich nicht abzugsfähige Transaktions- und Nebenkosten 0 70
Nicht abzugsfähige Aufwendungen -1.270 -2.329
Nicht steuerbare Erträge - Sonstige -50 127
Investitions-Steuergutschriften 681 534
Sonstige Effekte 479 342
Summe Ertragssteuern zum effektiven Ertragssteuersatz 790 780
Effektiver Ertragssteuersatz -13,51% -5,20%
Ergebniswirksam ausgewiesener Ertragsteueraufwand aus fortgeführter Geschäftstätigkeit 849 756
Dem zur Veräußerung gehaltenen Geschäftsbereichen zugewiesener Ertragsteueraufwand -60 24
Im Periodenergebnis enthaltene Steuern 789 780

Der in Deutschland geltende Steuersatz in Höhe von 29,44% (VJ: 29,44%) umfasst für die Körperschaftsteuer (inkl. Solidaritätszuschlag) 15,83% (VJ: 15,83%), für die Gewerbesteuer 13,61% (VJ: 13,61%). Für ausländische Konzerngesellschaften wurden die für die jeweilige Gesellschaft gültigen lokalen Steuersätze verwendet. Der Effekt aus abweichenden Steuersätzen ist in obiger Tabelle aufgeführt.

Sofern im Rahmen von Konsolidierungsmaßnahmen Sachverhalte mit Auswirkung auf die Steuerüberleitung entstehen, werden diese in den "sonstigen Effekten" erfasst.

Die effektive Steuerquote für den Konzern beträgt -13,51% für das zum 31. Dezember 2021 endende Geschäftsjahr (VJ: -5,20%).

Der Bestand an aktiven und passiven latenten Steuern auf zeitliche Bewertungsunterschiede und steuerliche Verlustvorträge im Konzern ist folgenden Posten zuzuordnen:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
2021
TEUR
2020
TEUR
2021
TEUR
2020
TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 441 136 13.048 14.435
Sachanlagen 86 47 5.508 6.413
Sonstige langfristige Vermögenswerte 0 0 * 0 0
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 354 445 220 296
Finanzielle Vermögenswerte - kurzfristig 128 0 21 1
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 866 1.386 7 268
Finanzielle Verbindlichkeiten - langfristig 4.923 5.656 * 10 0
Finanzielle Verbindlichkeiten - kurzfristig 800 0 6 0
Sonstige Rückstellungen - kurzfristig 0 37 10 0
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 9 10 0 0
Steuerlicher Verlustvorträge (inkl. Zinsvortrag) 255 400 3 0
Zwischensumme 7.862 8.117 18.833 21.413
Saldierung -6.958 -7.376 -6.958 -7.376
Summe aktive und passive latente Steuern 904 741 11.875 14.037
In der Bilanz wie folgt ausgewiesen:
davon fortgeführte Geschäftsbereiche 904 681 11.875 14.031
davon aus zur Veräußerung gehaltenen Geschäftsbereiche 0 60 0 6

*) Vorjahreszahlen angepasst

Der Rückgang der passiven latenten Steuern im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen bedingt durch die Auflösung gebildeter latenter Steuern auf aktivierte immaterielle Vermögenswerte im Rahmen der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen.

Die Saldierungen enthalten die Saldierungen von aktiven und passiven latenten Steuern, sofern die Voraussetzungen erfüllt waren.

Der Konzern verfügt in den deutschen Gesellschaften über steuerliche Verlustvorträge i.H.v. 15.212 TEUR (VJ: 8.447 TEUR). Im übrigen Konzern existieren darüber hinaus steuerliche Verlustvorträge i.H.v. 6.284 TEUR (VJ: 8.103 TEUR).

Die steuerlichen Verlustvorträge stehen in den verschiedenen Konzerngesellschaften in der Regel unbegrenzt zur Verfügung (in Tschechien bis zu fünf Jahre nach Entstehung des Verlustes) und können dort mit zukünftig anfallenden zu versteuernden Ergebnissen bei der jeweiligen Gesellschaft verrechnet werden.

Aufgrund der Einschätzung des Managements wurden in den inländischen Konzerngesellschaften auf steuerliche Verlustvorträge i.H.v. 15.212 TEUR (VJ: 8.447 TEUR) und in den ausländischen Konzerngesellschaften auf steuerliche Verlustvorträge i.H.v. 5.675 TEUR (VJ: 7.909 TEUR) keine latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfasst. In den ausländischen Konzerngesellschaften wurden latente Steuern i.H.v. 255 TEUR (VJ: 362 TEUR) auf steuerliche Verlustvorträge i.H.v. 609 TEUR (VJ: 1.466 TEUR) erfasst.

Könnte der Konzern sämtliche nicht berücksichtigten latenten Steueransprüche aktivieren, würde sich das Konzernergebnis um 5.479 TEUR verbessern (VJ: 4.815 TEUR).

Wie im Vorjahr werden zum 31. Dezember 2021 keine latenten Steuerschulden für Steuern auf nicht abgeführte Gewinne von Tochterunternehmen des Konzerns erfasst, da diese weitgehend, ohne weitere Steuerbelastung durch die jeweils empfangende Gesellschaft, vereinnahmt werden können. Die temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, für die keine latenten Steuerschulden bilanziert wurden, belaufen sich auf insgesamt 52.638 TEUR (VJ: 52.842 TEUR).

2.18 Alternative Performance Measures (APM)

NextClinics stellt in der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung einige alternative performance measures (nicht-IFRS Informationen) zur Verfügung.

Recurring results - spiegelt die nachhaltige Leistung der wiederkehrenden Aktivitäten ohne "seperately disclosed items" wider.

Seperately disclosed items - umfassen einmalige Kosten aus Restrukturierungen, nachvertraglichen Wettbewerbsverboten für ausscheidende Mitarbeiter sowie Personalsuche für Führungspositionen, periodenfremder Aufwand, Aufwand in Zusammenhang mit Unternehmenserwerben, Aktivierung Leasingaufwand nach IFRS 16, temporäre externe Beratung, start-up Kosten von Kliniken und Aufwendungen für das Rebranding. Außerdem werden Sachverhalte saldiert, welche die Kriterien nach IAS 1 nicht erfüllen, jedoch für eine Darstellung der nachhaltigen Entwicklung der Gruppe hilfreich sind, wie beispielsweise staatlich vergütete Durchlaufposten für COVID-19 Boni für Mitarbeiter oder durchlaufende Posten für Miete und Personalgestellung. Die Details sind im Segmentbericht, siehe Abschnitt 4, und der Überleitung von Recurring Umsatz auf Konzernumsatz und Recurring EBITDA auf Konzern-EBITDA aufgeführt.

3 Angaben zur Konzernbilanz

3.1 Geschäfts- oder Firmenwerte

Anschaffungs- und Herstellungskosten

TEUR
Vermögenswerte aus fortgeführter Geschäftstätigkeit
Stand am 01.01.2020 94.377
Umbuchungen -4.427
Währungsumrechnung -892
Stand am 31.12.2020 89.058
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Umbuchungen 4.463
Währungsumrechnung -142
Stand am 31.12.2020 4.321
Vermögenswerte aus fortgeführter Geschäftstätigkeit
Währungsumrechnung 2.244
Stand am 31.12.2021 91.302
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Abgänge des Konsolidierungskreises -4.562
Währungsumrechnung 241
Stand am 31.12.2021 0

Wertminderungen

TEUR
Vermögenswerte aus fortgeführter Geschäftstätigkeit
Stand am 01.01.2020 -47.790
Umbuchungen 4.427
Währungsumrechnung 880
Stand am 31.12.2020 -42.483
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Umbuchungen -4.463
Währungsumrechnung 142
Stand am 31.12.2020 -4.321
Vermögenswerte aus fortgeführter Geschäftstätigkeit
Währungsumrechnung -1.551
Stand am 31.12.2021 -44.034
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Abgänge des Konsolidierungskreises 4.562
Währungsumrechnung -241
Stand am 31.12.2021 0
Nettobuchwerte
Vermögenswerte aus fortgeführter Geschäftstätigkeit
Stand zum 31.12.2020 46.575
Stand zum 31.12.2021 47.268
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Stand zum 31.12.2020 0
Stand zum 31.12.2021 0

Der gemäß dem IAS 36 geforderte und durchgeführte Werthaltigkeitstest des Firmenwertes sieht in den Berechnungsmodellen keine Variablen für strategische Managemententscheidungen vor. Basierend auf den Berechnungen waren keine Wertminderungen erforderlich.

Die Firmenwerte sind in ihrer jeweiligen zugehörigen funktionalen Währung erfasst. In der lokalen Währungseinheit beträgt der Wert der Firmenwerte für Tschechien 57.452 TCZK (VJ: 57.452 TCZK) und für die Schweiz 13.522 TCHF (VJ: 13.522 TCHF).

Weitere Details zu den Zugängen der Firmenwerte und deren Ursprungs aus den jeweiligen Erwerbsvorgängen sind im Anhang im Abschnitt 2.3.1 zu entnehmen.

3.2 Wertminderungstest der Geschäfts- oder Firmenwerte

Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Firmenwerte wurden zur Überprüfung der Werthaltigkeit den ZGE: FERTILITY / CENTRAL, FERTILITY / SOUTH, FERTILITY / EAST, DIAGNOSTICS / EAST, DIAGNOSTICS / SOUTH, BEAUTY, SUPPLEMENTS und HOSPITAL zugewiesen.

Bei der Beurteilung der ZGE ist die Einteilung nach Geschäftsbereichen nach Aktivität vorrangig, eine weitere Unterteilung wurde nach Region vorgenommen.

Der Stand der Geschäfts- oder Firmenwerte pro ZGE zu den jeweiligen Bilanzstichtagen stellt sich wie folgt dar:

ZGE Geschäftsbereich 2021
TEUR
2020
TEUR
FERTILITY / CENTRAL FERTILITY 15.238 15.152
FERTILITY / SOUTH FERTILITY 21.054 20.621
FERTILITY / EAST FERTILITY 0 0
DIAGNOSTICS / EAST DIAGNOSTICS 2.311 2.189
DIAGNOSTICS / SOUTH DIAGNOSTICS 0 0
BEAUTY BEAUTY 3.712 3.712
SUPPLEMENTS SUPPLEMENTS 4.953 4.902
HOSPITAL HOSPITAL 0 0
Summe 47.268 46.576

Der Konzern führt eine jährliche Prüfung auf Wertminderung zum 31. Dezember eines jeden Jahres durch. Der erzielbare Betrag der ZGE wird auf Basis der Berechnung eines Nutzungswertes unter Verwendung von Cashflow Prognosen ermittelt, die auf vom Management für einen Zeitraum von fünf Jahren genehmigten Prognose- und Finanzplänen basieren. Die wichtigsten Annahmen betreffen steigende Marktanteile bei gleichbleibender EBITDA-Marge. Zinssätze und Wachstumsraten für nach dem Zeitraum von fünf Jahren anfallende Cashflows der ZGEs werden unter Verwendung landesspezifischer Werte nach dem Anteil des jeweiligen Landes am EBITDA der ZGE gewichtet und ergeben sich wie folgt:

ZGE WACC Wachstumsrate
FERTILITY / CENTRAL 6,88% 1,09%
FERTILITY / SOUTH 7,64% 1,43%
FERTILITY / EAST 7,64% 1,43%
DIAGNOSTICS / EAST 7,47% 1,50%
DIAGNOSTICS / SOUTH 8,17% 1,50%
BEAUTY 6,08% 1,12%
SUPPLEMENTS 7,18% 1,00%
HOSPITAL 6,31% 1,25%

Im aktuellen Geschäftsjahr hat sich kein Wertminderungsbedarf ergeben (VJ. 0 TEUR).

Bei den folgenden der Berechnung des Nutzungswertes der ZGE zugrunde gelegten Annahmen bestehen Schätzungsunsicherheiten:

Bruttogewinnmargen

Abzinsungssätze

Preisentwicklung bei bezogenem Material und Fremdleistungen und

Wachstumsrate, die der Extrapolation der Cashflow Prognosen außerhalb des Budgetzeitraumes zugrunde gelegt wird.

Bruttogewinnmargen - diese werden anhand der durchschnittlichen Werte der Vergangenheit ermittelt. Erwartete Effekte aus Veränderungen wurden im Rahmen der Cashflow Prognosen berücksichtigt.

Umsatz/EBITDA-Marge - die prognostizierten Umsätze und Ergebnisse der ZGE basieren auf allgemein verfügbaren Wirtschaftsdaten sowie Brancheninformationen und berücksichtigen neben den allgemeinen Marktprognosen aktuelle Entwicklungen und Erfahrungen der Vergangenheit.

Abzinsungssätze - stellen die aktuellen Markteinschätzungen hinsichtlich der den ZGE jeweils zuzuordnenden spezifischen Risiken dar, darunter den des Zinseffektes und den der spezifischen Risiken der Vermögenswerte, für die die geschätzten künftigen Cashflows nicht angepasst wurden. Die Berechnung des Abzinsungssatzes berücksichtigt die spezifischen Umstände des Konzerns und seiner Geschäftssegmente und basiert auf seinen durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (WACC). Die durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten berücksichtigen sowohl das Fremd- als auch das Eigenkapital. Die Eigenkapitalkosten werden aus der erwarteten Kapitalrendite der Eigenkapitalgeber des Konzerns abgeleitet. Die Fremdkapitalkosten basieren auf dem verzinslichen Fremdkapital, für das der Konzern einen Schuldendienst zu leisten hat. Aufgrund der sehr vergleichbaren Geschäftstätigkeit in den einzelnen ZGE wurde das Geschäftsrisiko durch die Anwendung eines unternehmensindividuellen Betafaktors einbezogen. Der Betafaktor wird jährlich auf der Grundlage der öffentlich zugänglichen Marktdaten ermittelt.

Preisentwicklung bei Material und Fremdleistungen - Den Schätzungen werden die veröffentlichten Preisindizes der Länder, aus denen die Rohstoffe bezogen werden, sowie Daten, die spezifische Rohstoffe betreffen, zugrunde gelegt. Prognosedaten werden nur dann verwendet, wenn sie öffentlich zugänglich sind, (überwiegend in der Europäischen Union), andernfalls werden tatsächliche Preisentwicklungen der Vergangenheit als Indikator für künftige Preisentwicklung herangezogen.

Schätzungen der Wachstumsraten - Den Wachstumsraten liegen veröffentlichte branchenbezogene Marktforschungen zugrunde.

Sensitivität der getroffenen Annahmen

Für die Überprüfung der Sensitivitäten wurden nachfolgende drei, als realistisch erachtete Szenarien, evaluiert:

Szenario 1: Erhöhung der Zinsrate um 1,00%

Szenario 2: Reduktion der Wachstumsrate um 0,50%

Szenario 3: Erhöhung der Zinsrate um 1,00% bei gleichzeitiger Reduktion der Wachstumsrate um 0,50%

Die Ergebnisse der verschiedenen Szenarien würden zu nachfolgenden zusätzlichen, zu den bereits erfassten Wertminderungen, der ZGEs führen:

ZGE Szenario 1 Szenario 2 Szenario 3
FERTILITY / CENTRAL TEUR 0 TEUR 0 TEUR 0
FERTILITY / SOUTH TEUR 0 TEUR 0 TEUR 0
FERTILITY / EAST TEUR 0 TEUR 0 TEUR 0
DIAGNOSTICS / EAST TEUR 0 TEUR 0 TEUR 0
DIAGNOSTICS / SOUTH TEUR 0 TEUR 0 TEUR 0
BEAUTY TEUR 0 TEUR 0 TEUR 0
SUPPLEMENTS TEUR 0 TEUR 0 TEUR 0
HOSPITAL TEUR 0 TEUR 0 TEUR 0
TEUR 0 TEUR 0 TEUR 0

3.3 Immaterielles Anlagemögen (ohne Firmenwerte)

Anschaffungs- und Herstellungskosten

Kundenlisten
TEUR
Konzessioen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen u.ä. Rechte
TEUR
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
TEUR
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - immaterielle Vermögenswerte
TEUR
Summe
TEUR
Vermögenswerte aus fortgeführter Geschäftstätigkeit
Stand am 01.01.2020 24.055 67.057 125 153 91.390
Zugänge 0 154 76 70 300
Umbuchungen -1.534 1.014 429 -124 -215
Abgänge 0 -28 -235 -6 -269
Zugänge des Konsolidierungskreises 310 0 0 0 310
Abgänge des Konsolidierungskreises 0 -2 0 0 -2
Währungsumrechnung -263 -344 -10 -1 -618
Stand am 31.12.2020 22.568 67.851 385 92 90.896
Zugänge 64 286 73 118 541
Umbuchungen 0 61 3 -82 -18
Abgänge 0 -27 0 -82 -109
Währungsumrechnung 682 679 12 1 1.374
Stand am 31.12.2021 23.314 68.850 473 47 92.684
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Umbuchungen 1.534 318 0 0 1.852
Währungsumrechnung -49 -10 0 0 -59
Stand am 31.12.2020 1.485 308 0 0 1.793
Abgänge des Konsolidierungskreises -1.568 -325 0 0 -1.893
Währungsumrechnung 83 17 0 0 100
Stand am 31.12.2021 0 0 0 0 0
Abschreibungen und Wertminderungen
Kundenlisten
TEUR
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen u.ä. Rechte
TEUR
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
TEUR
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - immaterielle Vermögenswerte
TEUR
Summe
TEUR
Vermögenswerte aus fortgeführter Geschäftstätigkeit
Stand am 01.01.2020 -5.359 -9.117 -60 0 -14.536
Zugänge - Abschreibungen -2.629 -5.700 -63 0 -8.392
Umbuchungen 1.534 -974 -429 0 131
Abgänge 0 28 234 0 262
Währungsumrechnung 44 59 10 0 113
Stand am 31.12.2020 -6.410 -15.704 -308 0 -22.422
Zugänge - Abschreibungen -2.162 -5.708 -55 0 -7.925
Zugänge - Wertminderungen -165 -3 0 0 -168
Umbuchungen 0 0 -19 0 -19
Abgänge 0 22 0 0 22
Währungsumrechnung -186 -187 -7 0 -380
Stand am 31.12.2021 -8.923 -21.580 -389 0 -30.892
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Umbuchungen -1.534 -236 0 0 -1.770
Währungsumrechnung 49 5 0 0 54
Stand am 31.12.2020 -1.485 -231 0 0 -1.716
Abgänge des Konsolidierungskreises 1.568 236 0 0 1.804
Währungsumrechnung -83 -5 0 0 -88
Stand am 31.12.2021 0 0 0 0 0

Nettobuchwerte

Kundenlisten
TEUR
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen u.ä. Rechte
TEUR
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
TEUR
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - immaterielle Vermögenswerte
TEUR
Summe
TEUR
Vermögenswerte aus fortgeführter Geschäftstätigkeit
Stand zum 31.12.2020 16.158 52.145 77 92 68.474
Stand zum 31.12.2021 14.391 47.270 84 47 61.792
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Stand zum 31.12.2020 0 77 0 0 77
Stand zum 31.12.2021 0 0 0 0 0

Die Kundenlisten als auch ein wesentlicher Anteil der Konzessionen, gewerblichen Schutzrechte, Lizenzen u.ä. Rechte sind im Rahmen von Unternehmenstransaktionen im Konzern zugegangen.

Die Umbuchungen innerhalb der Anschaffungs- und Herstellungskosten und der Abschreibungen sind auf Korrekturen in den einzelnen Bereichen zurückzuführen, somit auch zwischen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagevermögen. Außerdem sind im Wirtschaftsjahr 2020 die Umbuchungen in die aufzugebenen Geschäftsbereiche enthalten.

Darüber hinaus ist unter den Konzessionen, gewerblichen Schutzrechten, Lizenzen u.ä. Rechte das Recht "Gründerstatus" bei einer Tochtergesellschaft i.H.v. 4.878 TEUR ausgewiesen. Der "Gründerstatus" ist erforderlich, um in Deutschland Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gründen, erwerben und betreiben zu können. Für Kapitalgesellschaften (und kapitalistisch geprägte Personengesellschaften) ist eine Beteiligung an Gesellschaften, die in Deutschland im Gesundheitswesen tätig sind, i.d.R. nur möglich, wenn diese in Form eines MVZs organisiert und zugelassen sind. Ansonsten sind, neben Gebietskörperschaften des öffentlichen Rechts, im Wesentlichen nur Ärzte als natürliche Personen zu Gründung und Erwerb von MVZ zugelassen. Dieses Recht kann genutzt werden, solange die Gesellschaft als zugelassene Klinik tätig ist, die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht geändert werden und die Gesellschaft die Konditionen für einen Versorgungsvertrag erfüllt, sodass derzeit von einer unbestimmten Nutzungsdauer ausgegangen wird. Der Konzern führt seine jährliche Prüfung auf Wertminderung zum 31. Dezember eines jeden Wirtschaftsjahres durch. Für den "Gründerstatus" wird für den Werthaltigkeitstest darauf abgestellt, ob der Status noch erhalten ist und ob es am Markt eine günstigere Möglichkeit gibt, Gründerstatus zu erwerben.

Der Wertminderungstest des Gründerstatus wird auf Basis der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Deutschland durchgeführt.

Hierzu wird der Gründerstatus auf die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ ́s) und das Inselkrankenhaus Borkum aufgeteilt.

Dies erfordert eine Schätzung des erzielbaren Betrags von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der Gründerstatus als gemeinschaftlich genutzter Vermögenswert ('Corporate Asset') anteilig auf Basis geplanter Umsätze der jeweiligen MVZ ́s (Märkte) zugeordnet wurde. Der erzielbare Betrag der jeweiligen MVZ ́s (Märkte) wurde anhand des Nutzungswerts auf Basis des Barwerts der voraussichtlichen künftigen Cashflows ermittelt. Als Märkte sind die regionalen Märkte, in denen die MVZ ́s tätig sind, definiert.

Hierfür wird der Gründerstatus als "corporate asset" gemäß IAS 36 auf die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Geschäftseinheiten auf Ebene der Märkte allokiert und der Nutzungswert dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit dem Buchwert dieser Einheiten verglichen.

Bei dem übrigen nicht direkt zuordenbare Gründerstatus wurde der Buchwert der immateriellen Vermögenswerte mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung verglichen.

Die im Aufwand erfassten Ausgaben für Forschung- und Entwicklung betrugen im aktuellen Geschäftsjahr 98 TEUR (VJ: 11 TEUR). Im Wirtschaftsjahr wurden folgende Publikationen veröffentlichet:

Estimation of drop-out and embryo loss rates during genetic preimplantation screening (PGS / PGT-A)

Extent and spread of SARS-CoV-2 (COVID-19) infections in the in the area of Vorarlberg

The influence of human embryo culture medium on dendritic cells

3.4 Sachanlagevermögen

Anschaffungs- und Herstellungskosten

Grund und Boden, Immobilien und Mietereinbauten
TEUR
Technische Anlagen und Maschinen
TEUR
IT-, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Fuhrpark
TEUR
Sonstige Gegenstände des Anlagevermögens
TEUR
Anzahlungen auf Sachanlagevermö-gen
TEUR
Summe
TEUR
Vermögenswerte aus fortgeführter Geschäftstätigkeit
Stand am 01.01.2020 46.283 8.785 6.725 557 49 62.399
Zugänge 2.295 2.145 953 81 165 5.639
Umbuchungen -3.637 5.375 2.880 76 -109 4.585
Abgänge -5.237 -1.181 -702 -79 -105 -7.304
Abgänge des Konsolidierungskreises -34 -1 68 0 0 33
Währungsumrechnung -413 -51 -105 -11 0 -580
Stand am 31.12.2020 39.257 15.072 9.819 624 0 64.772
Zugänge 3.984 1.597 692 131 142 6.546
Umbuchungen -43 156 66 -93 -67 19
Abgänge -3.343 -172 -518 -70 -2 -4.105
Zugänge des Konsolidierungskreises 982 1.621 89 2 0 2.694
Währungsumrechnung 588 320 138 20 0 1.066
Stand am 31.12.2021 41.425 18.594 10.286 614 73 70.992
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Umbuchungen 5.594 333 117 83 0 6.127
Währungsumrechnung -133 -28 -6 -3 0 -170
Stand am 31.12.2020 5.461 305 111 80 0 5.957
Veränderungen -572 11 1 8 0 -552
Abgänge des Konsolidierungskreises -5.008 -356 -121 -93 0 -5.578
Währungsumrechnung 119 40 9 5 0 173
Stand am 31.12.2021 0 0 0 0 0 0

Abschreibungen und Wertminderungen

Grund und Boden, Immobilien und Mietereinbauten
TEUR
Technische Anlagen und Maschinen
TEUR
IT-, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Fuhrpark
TEUR
Sonstige Gegenstände des Anlagevermögens
TEUR
Anzahlungen auf Sachanlagevermögen
TEUR
Summe
TEUR
Vermögenswerte aus fortgeführter Geschäftstätigkeit
Stand am 01.01.2020 -5.953 -2.425 -3.260 -357 0 -11.995
Zugänge - Abschreibungen -4.020 -1.636 -947 -79 0 -6.682
Umbuchungen -1.096 -4.873 -3.583 -157 0 -9.709
Abgänge 365 691 554 72 0 1.682
Abgänge des Konsolidierungskreises -4 -1 -70 0 0 -75
Währungsumrechnung 54 46 46 8 0 154
Stand am 31.12.2020 -10.654 -8.198 -7.260 -513 0 -26.625
Zugänge - Abschreibungen -3.624 -1.677 -858 -133 0 -6.292
Zugänge - Wertminderungen -43 0 -3 0 0 -46
Umbuchungen -167 -193 -12 56 0 -18
Abgänge 691 53 447 70 0 1.261
Zugänge des Konsolidierungskreises 0 -1.564 -78 -1 0 -1.643
Währungsumrechnung -217 -152 -115 -17 0 -501
Stand am 31.12.2021 -13.680 -11.731 -7.879 -538 0 -33.828
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Umbuchungen -751 -117 -52 -80 0 -1.000
Währungsumrechnung 14 15 2 3 0 34
Stand am 31.12.2020 -737 -102 -50 -77 0 -966
Veränderungen 276 30 -1 0 0 305
Abgänge des Konsolidierungskreises 493 98 56 81 0 728
Währungsumrechnung -32 -26 -5 -4 0 -67
Stand am 31.12.2021 0 0 0 0 0 0
Nettobuchwerte
Vermögenswerte aus fortgeführter Geschäftstätigkeit
Stand zum 31.12.2020 28.603 6.874 2.559 111 0 38.147
Stand zum 31.12.2021 27.745 6.863 2.407 76 73 37.164
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Stand zum 31.12.2020 4.724 203 61 3 0 4.991
Stand zum 31.12.2021 0 0 0 0 0 0

Im Sachanlagevermögen befinden sich Nutzungsrechte in Höhe von 22.307 TEUR (VJ 22.890 TEUR) in Zusammenhang mit Leasingobjekten, die nicht die Definition einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erfüllen. Für eine detaillierte Übersicht wird auf Punkt 3.19 verwiesen.

Die Umbuchungen innerhalb der Anschaffungs- und Herstellungskosten und der Abschreibungen sind auf Korrekturen in den einzelnen Bereichen zurückzuführen, somit auch zwischen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagevermögen. Außerdem sind im Wirtschaftsjahr 2020 die Umbuchungen in die aufzugebenen Geschäftsbereiche enthalten.

3.5 Finanzielle Vermögenswerte - Sonstige (kurz- und langfristig)

Langfristig 31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Wertpapiere 0 31
Ausleihungen an related parties 46 805
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 110 110
Summe 156 946
Kurzfristig 31.12.2021 31.12.2020
Ausleihungen an related parties 0 33
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 739 649
Summe 739 682
Summe sonstige kurz- und langfristige finanzielle Vermögenswerte 895 1.628

Die Ausleihungen an related parties betreffen verzinsliche Ausleihungen zu marktüblichen Konditionen an nahestehende Personen. Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein Fall mit einer vollständigen Ausfallwahrscheinlichkeit bewertet und diese Ausleihung zu 100% wertberichtigt (437 TEUR). In allen anderen Fällen ist das Ausfallrisiko unverändert mit 0 TEUR bewertet. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen Kautionen für gemietete Gebäude. Auch hier ist das Ausfallrisiko unverändert und mit 0 TEUR bewertet.

3.6 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte (kurz- und langfristig)

Langfristig 31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Sonstige 37 1
Summe 37 1
Kurzfristig 31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 707 667
Mehrwertsteuerforderungen und Umsatzsteuerguthaben 1.081 1.262
Sonstige geleistete Anzahlungen 22 21
Forderungen aus Zuschüssen und Fördermitteln (kfr.) 72 0
Sonstige 153 146
Summe 2.035 2.096
Summe sonstige kurz- und langfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte 2.072 2.097

3.7 Vorräte

Brutto - Buchwerte

31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe 2.169 1.757
Fertige Erzeugnisse und Leistungen 403 284
Unfertige Erzeugnisse 4.028 4.658
Summe 6.600 6.699

Wertminderungen

31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe - Wertminderungen -5 -64
Unfertige Erzeugnisse - Wertminderungen 0 -31
Summe -5 -95

Netto-Buchwerte

31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe 2.164 1.693
Fertige Erzeugnisse und Leistungen 403 284
Unfertige Erzeugnisse 4.028 4.627
Summe 6.595 6.604

Die Vorräte werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellkosten bewertet. Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein Aufwand für Wertminderungen i.H.v. 5 TEUR erfasst (VJ: 95 TEUR). Die fertigen Erzeugnisse und Leistungen enthalten Vorratsvermögen im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel. Bei den unfertigen Erzeugnissen sind weitestgehend die Vermögenswerte (z.B. Embryonen, Sperma, Kultivierung von Embryonen im Blastozystenstadium etc.) der internationalen Töchter enthalten, welche im Rahmen von IVF-Methoden zur Anwendung kommen.

Für weitere Informationen der Vorräte, die im Aufwand erfasst wurden, wird auf Anhangsangabe 2.11 verwiesen.

3.8 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen zum Bilanzstichtag 10.834 TEUR (VJ: 9.841 TEUR).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinst und haben überwiegend eine Fälligkeit zwischen 0 und 30 Tagen. Die Forderungen bestehen im Wesentlichen zu 37% (VJ: 41%) gegenüber Krankenkassen, zu 26% (VJ: 26%) gegenüber Selbstzahlern, zu 22% (VJ: 16%) gegenüber Sonstigen (i.W. B2B - Kunden) und zu 13% (VJ: 11%) gegenüber Krankenhäusern.

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit Forderungsausfällen beläuft sich der angewandte Satz für die Ausfallquote in der vom Konzern angewandten Wertminderungsmatrix auf 0,01% (VJ: 0,01%). Folglich beträgt der Gesamtlaufzeit-ECL in 2021 0 TEUR (VJ: 0 TEUR).

In der Gruppe beliefen sich die Aufwendungen aus der Wertminderung bzw. Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 950 TEUR (VJ: 161 TEUR) und die Erträge aus bereits ausgebuchten Forderungen bzw. aus Veränderung der Wertminderung auf 59 TEUR (VJ: 9 TEUR).

Hinsichtlich des befindlichen Bestandes der Forderungen gibt es zum Abschlussstichtag keine Hinweise darauf, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

3.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Guthaben bei Kreditinstituten 8.233 7.955
Kassenbestände 153 189
Sonstige Zahlungsmitteläquivalente 128 109
Summe Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8.514 8.253
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Guthaben bei Kreditinstituten 0 114
Kassenbestände 0 7
Summe Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 121
Gesamte Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gemäß Darstellung in der Konzern-Kapitalflussrechnung 8.514 8.374

Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum Stichtag dient dem operativen Geschäftsverlauf.

3.10 Gezeichnetes Kapital und Rücklagen

3.10.1 Gezeichnetes Kapital

31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Stammkapital 2.211 2.210
Summe 2.211 2.210

Das Stammkapital setzt sich aus Anteilen zu je EUR 1,00 mit gleichen Stimmrechten pro Anteilswert zusammen. Die Verteilung der Anteile entspricht der Gesellschafterliste.

Im Geschäftsjahr 2021 erfolgten durch Beschluss der Gesellschafter folgende Kapitalerhöhungen:

TEUR
Eingetragenes Stammkapital zum 31.12.2020 2.210
05.11.2021 Eintragung Handelsregister von Kapitalerhöhungen per 15.10.2021 1
Eingetragenes Stammkapital zum 31.12.2021 2.211

Weitere Veränderungen des Stammkapitals sind im Geschäftsjahr 2021 nicht erfolgt.

3.10.2 Kapitalrücklage

31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Kapitalrücklage 212.302 208.420
Zur Durchführung einer beschlossenen Kapitalerhöhung geleisteten Bar- und Sacheinlagen 0 3.490
Summe 212.302 211.910

Im Geschäftsjahr 2021 erfolgten nachfolgende Erhöhungen der Kapitalrücklage:

Gesellschafterversammlung vom 28.09.2020 TEUR
Kapitalrücklage zum 31.12.2020 211.910
Kapitalerhöhungen per 15.10.2021 392
Kapitalrücklage zum 31.12.2021 212.302

3.11 Kumulierte erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen

Währungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe

Die Rücklage für Währungsdifferenzen dient der Erfassung von Differenzen aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften. Zum 31. Dezember 2021 belaufen sich die in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen erfassten Währungsdifferenzen auf 46 TEUR (VJ: 2.432 TEUR).

Im Eigenkapitel erfasste versicherungsmathematische Gewinne und Verluste und darauf entfallende latente Steuern

Im Geschäftsjahr 2021 fielen versicherungsmathematische Gewinne und Verluste an. Zum 31. Dezember 2021 belaufen sich diese auf -290 TEUR (VJ: -479 TEUR). Die darauf entfallenden latente Steuern sind in Höhe von 58 TEUR (VJ: 89 TEUR) erfasst.

3.12 Ergebnisverwendung

Während des Geschäftsjahres wurde auf Ebene der Muttergesellschaft, wie im Vorjahr, kein Gewinn ausgeschüttet. Der Gesellschafterversammlung werden keine Ausschüttungen vorgeschlagen.

3.13 Finanzinstrumente und Finanzrisikomanagement

Die Buchwerte, Wertansätze und beizulegenden Zeitwerte nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:

31.12.2021 Kategorie: AtAC Bewertung: zu fortgeführten Anschaffungskosten
TEUR
Kategorie: FVTPL Bewertung: erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
TEUR
Kategorie: Leasing Bewertung: gemäß IFRS 16
TEUR
Summe Buchwerte/ Fair value
TEUR
Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte - Sonstige (lfr.) 156 0 0 156
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.834 0 0 10.834
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) 739 0 0 739
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8.514 0 0 8.514
Passiva
Verzinsliche Darlehen und Anleihen (langfristig) 2.941 0 0 2.941
Leasing Verbindlichkeiten (langfristig) 0 0 19.986 19.986
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) 517 0 0 517
Verzinsliche Darlehen und Anleihen (kurzfristig) 4.569 0 0 4.569
Leasing Verbindlichkeiten (kurzfristig) 0 0 3.354 3.354
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) 244 0 0 244
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.949 0 0 8.949
31.12.2020 Kategorie: AtAC Bewertung: zu fortgeführten Anschaffungskosten
TEUR
Kategorie: FVTPL Bewertung: erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
TEUR
Kategorie: Leasing Bewertung: gemäß IAS 17
TEUR
Summe Buchwerte/ Fair value
TEUR
Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte - Sonstige (lfr.) 946 0 0 946
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.841 0 0 9.841
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) 682 0 0 682
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8.253 0 0 8.253
Passiva
Verzinsliche Darlehen und Anleihen (langfristig) 2.118 0 0 2.118
Leasing Verbindlichkeiten (langfristig) 0 0 20.365 20.365
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) 573 0 0 573
Verzinsliche Darlehen und Anleihen (kurzfristig) 4.866 0 0 4.866
Leasing Verbindlichkeiten (kurzfristig) 0 0 3.364 3.364
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) 1.319 0 0 1.319
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.371 0 0 8.371

Das Management hat festgestellt, dass die beizulegenden Zeitwerte von Zahlungsmitteln, kurzfristigen Einlagen Kontokorrentkrediten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten hauptsächlich aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente ihren Buchwerten nahezu entsprechen.

Die Zuordnung der beizulegenden Zeitwerte der zum 31. Dezember 2021 oben dargestellter finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechen wie im Vorjahr der Hierarchiestufe 2. Davon ausgenommen sind die variablen Kaufpreisverbindlichkeiten in Höhe von 0 TEUR (VJ: 1.044 TEUR) die der Hierarchiestufe 3 zuzuordnen sind. Wir verweisen diesbezüglich auf Punkt 2.8.

Zielsetzungen und Methoden des Risikomanagements von Finanzinstrumenten

Der Konzern ist im Rahmen seiner internationalen Geschäftstätigkeit sowohl unternehmerischen als auch branchenspezifischen Risiken ausgesetzt. Chancen und Risiken bewusst zu steuern, ist ein integraler Bestandteil für Entscheidungen im Unternehmen und dessen Führung.

Um auf veränderte Wettbewerbs- und Umweltbedingungen angemessen vorbereitet zu sein und die Wertschöpfung im Unternehmen effizient steuern zu können, greift die Geschäftsführung auf das interne und externe Berichtswesen zurück, ergänzt um eine Identifizierung und Kontrolle von möglichen Risiken. Identifizierte Risiken werden nach ihrem potenziellen Einfluss auf den Ergebnisbeitrag bewertet und durch die Konzernleitung überwacht. Permanente Ergebnisdurchsprachen zwischen allen Hauptentscheidungsträgern gewährleisten eine zeitnahe Festlegung von geeigneten Maßnahmen zur Risikominimierung bzw. -vermeidung. Die Plausibilisierung von gemeldeten und erkannten Risiken findet in diesem Steuerungskreis ebenso statt wie die Ableitung von Handlungsalternativen zur Vermeidung von ähnlichen Risiken.

Das aktuelle Risikomanagement befindet sich im Weiteren Auf- und Ausbau, vor allem bezüglich der Definition von Risikomanagementprozessen, einzuhaltenden Grenzwerten und dem Einsatz von Finanzinstrumenten zur Risikosteuerung. Grundsätzliches Ziel des Risikomanagementsystems ist es auftretende Risiken zu erkennen und zu bewerten. Identifizierte Risiken werden zeitnah kommuniziert, gesteuert und überwacht.

Der Konzern ist im Wesentlichen Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Das Risikomanagement der Gruppe zielt darauf ab, die Risiken durch Geschäfts- und Finanzierungstätigkeiten zu limitieren.

Liquiditätsrisiko

Zu den zentralen Aufgaben der NEXTCLINICS zählen die Koordination und Lenkung des Finanzbedarfs innerhalb des Konzerns sowie die Sicherstellung der fristgerechten Zahlungsfähigkeit.

In diesem Zusammenhang optimiert der Konzern auch die Konzernfinanzierung und begrenzt die finanzwirtschaftlichen Risiken. Die Konzerngesellschaften werden bei der Steuerung der Zahlungsströme zentral begleitet, um mögliche Liquiditätsrisiken zu vermeiden.

Ferner sind, neben den Ertragsgrößen Umsatz und EBITDA, die Überwachung der Entwicklung des Net Working Capital sowie des Cashflows wesentliche Bausteine zur Steuerung und Optimierung der vorhandenen Finanzierungsstruktur. Das Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und der Sicherstellung der Flexibilität durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten, Bankdarlehen, Finanzierungs-Leasingverhältnissen sowie der hohen Innenfinanzierung durch Erhöhung des Eigenkapitals durch eingezahlte Einlagen und Aufgelder in die Kapitalrücklage zu wahren.

Der Konzern befindet sich in der Aufbauphase und ist in erster Linie eigenkapitalfinanziert. Es bestehen Kreditlinien in Höhe von 100 TEUR (VJ: 1.149 TEUR), welche in Höhe von 10 TEUR (VJ: 424 TEUR) genutzt werden.

Das Liquiditätsrisiko wird aufgrund der hohen Eigenkapitaldecke vom Management als niedrig beurteilt.

Die Fälligkeitsstruktur der finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

31.12.2021 Fälligkeit - bis zu 1 Jahr
TEUR
Fälligkeit - zw. 1 und 5 Jahren
TEUR
Fälligkeit - mehr als 5 Jahre
TEUR
Passiva
Verzinsliche Darlehen und Anleihen (langfristig) 244 2.148 549
Leasing Verbindlichkeiten (langfristig) 0 10.903 9.083
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) 0 517 0
Verzinsliche Darlehen und Anlehen (kurzfristig) 4.569 0 0
Leasing Verbindlichkeiten (kurzfristig) 3.354 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) 244 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.949 0 0
31.12.2020 Fälligkeit - bis zu 1 Jahr
TEUR
Fälligkeit - zw. 1 und 5 Jahren
TEUR
Fälligkeit - mehr als 5 Jahre
TEUR
Passiva
Verzinsliche Darlehen und Anleihen (langfristig) 0 1.702 416
Leasing Verbindlichkeiten (langfristig) 0 10.340 10.025
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) 23 550 0
Verzinsliche Darlehen und Anlehen (kurzfristig) 1.163 3.703 0
Leasing Verbindlichkeiten (kurzfristig) 3.364 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) 1.319 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.371 0 0

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten Cashflows (undiskontierte zukünftige Zins- und Tilgungszahlungen) der finanziellen Verbindlichkeiten zu entnehmen:

31.12.2021 Cashflow 2022
TEUR
Cashflow 2023
TEUR
Cashflow 2024 - 2026
TEUR
Cashflow 2027 ff
TEUR
Verzinsliche Darlehen und Anleihen (langfristig) 51 1.305 943 792
Leasing Verbindlichkeiten (langfristig) 0 3.752 9.172 10.216
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) 0 492 25 0
Verzinsliche Darlehen und Anlehen (kurzfristig) 4.564 46 0 0
Leasing Verbindlichkeiten (kurzfristig) 4.063 0 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) 244 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.823 0 0 0

Einbezogen wurden alle Instrumente, die zum Stichtag im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gehen nicht ein. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem zum Bilanzstichtag gültigen Stichtagskurs umgerechnet.

Ausfallrisiko

Das Ausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments oder Kundenrahmenvertrags nicht nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. Der Konzern ist im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken (insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) wie auch Risiken im Rahmen der Finanzierungstätigkeit, einschließlich solcher aus Einlagen bei Banken und Finanzinstituten, Devisengeschäften und sonstigen Finanzinstrumenten, ausgesetzt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Das Ausfallrisiko aus Forderungen gegen Kunden wird von der entsprechenden Geschäftseinheit basierend auf den Richtlinien, Verfahren und Kontrollen des Konzerns für das Ausfallrisikomanagement bei Kunden gesteuert. So werden ausstehende Forderungen gegen Kunden regelmäßig überwacht und bei Überfälligkeit mittels mehrstufigem Mahnprozess eingeholt. Hierbei ist jedoch das Geschäft des Konzerns und die damit einhergehende Kundenstruktur zu beachten:

Behandlungen von Selbstzahler werden entweder per Vorkasse oder durch Fakturierung jedes einzelnen Behandlungsschrittes abgerechnet, wobei weitere Behandlungsschritte erst durchgeführt werden, wenn bereits erbrachte Leistungen bezahlt wurden. Bei gesetzlich versicherten Patienten liegt in der Regel ein genehmigter Behandlungsplan vor, deshalb ist die Erstattung durch die Sozialversicherungsträger sichergestellt.

Die Krankenkassen, die staatlichen Krankenkassen oder öffentlichen Gebietskörperschaften unterliegen länderübergreifend nur einem sehr geringem Ausfallrisiko.

Eine Konzentration von Ausfallrisiken aus Geschäftsbeziehungen zu einzelnen Kunden ist nicht gegeben, da es sich um eine Vielzahl von einzelnen Patienten handelt, von denen jeder Einzelne nur einen sehr geringen Anteil am Gesamtumsatz der jeweiligen Tochtergesellschaft ausmacht.

Finanzinstrumente und Einlagen

Das Ausfallrisiko aus Guthaben bei Banken und Finanzinstituten wird durch das Konzernmanagement gesteuert und als sehr gering angenommen.

Das maximale Ausfallrisiko des Konzerns für die Bilanzposten zu den jeweiligen Bilanzstichtagen entspricht dem Buchwert jeder in diesem Abschnitt ausgewiesenen Klasse von finanziellen Vermögenswerten.

Die nachfolgenden Tabellen geben einen Überblick der finanziellen Vermögenswerte nach Klassifizierung, Bewertungskategorie sowie Risikovorsorge und stellt das maximale Ausfallrisiko dar.

31.12.2021 Einstufung Kreditvorsorge Internes Kredit-Rating Bruttobuchwerte
TEUR
Risikovorsorge
TEUR
Nettobuchwert / Maximales Ausfallrisiko
TEUR
Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte - ohne Anteile (lfr.) 12m ECL Performing 156 0 156
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Lifetime ECL (simplified approach) Bewertung über Bewertungsmatrix 11.913 -1.079 10.834
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) 12m ECL Performing 4.436 -3.697 739
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 12m ECL Performing 8.514 0 8.514
31.12.2020 Einstufung Kreditvorsorge Internes Kredit-Rating Bruttobuchwerte
TEUR
Risikovorsorge
TEUR
Nettobuchwert / Maximales Ausfallrisiko
TEUR
Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte - Sonstige (lfr.) 12m ECL Performing 915 0 915
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Lifetime ECL (simplified approach) Bewertung über Bewertungsmatrix 10.004 -163 9.841
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) 12m ECL Performing 3.911 -3.260 651
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 12m ECL Performing 8.253 0 8.253
Finanzielle Vermögenswerte - Sonstige (lfr.) 12m ECL Performing 0 0 31

Finanzielle Verbindlichkeiten - Besicherung und Zahlungsverzögerungen bzw. Ausfällen

Die finanziellen Verbindlichkeiten der Gruppe unterliegen keiner Besicherung.

Sachverhalte mit Zahlungsverzögerungen bzw. Ausfällen gab es weder im abgelaufenen Geschäftsjahr noch im Vorjahr.

Zinsrisiko

Der Konzern ist derzeit nur einem geringen Zinsrisiko ausgesetzt, da externe Finanzierungsaktivitäten in Form von verzinslichen Darlehen und Anleihen nur in Höhe von 7.510 TEUR (VJ: 6.984 TEUR) bestehen und sich aktuelle als auch erwartete Zinssätze sich auf niedrigem Niveau bewegen. Deshalb wird in diesem Rahmen auf weitere Sensitivitätsanalysen gemäß IFRS 7 verzichtet.

Währungsrisiko

Das Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflow eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse, Schwankungen ausgesetzt sind. Der Konzern ist vor allem im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und/oder Aufwendungen auf eine ausländische Währung lauten) und konzerninterner Finanzierungen in fremder Währung Wechselkursrisiken ausgesetzt.

Konzerninterne Finanzierungen, die aus Innenfinanzierungen resultieren und an ausländischen Tochtergesellschaften ausgegeben werden, erfolgen in der funktionalen Währung der Muttergesellschaft.

Hat eine Tochter Umsatzerlöse in einer anderen Währung als ihrer funktionalen Währung, so handelt es sich zum überwiegenden Teil um Umsätze in der funktionalen Währung der Muttergesellschaft. Liquide Mittel hieraus werden dann zur Bedienung der konzerninternen Finanzierung verwendet.

Wechselkursrisiken, welche die Cashflows des Konzerns nicht beeinflussen, wie zum Beispiel Risiken, die sich aus der Umrechnung von Bilanz und GuV-Positionen ausländischer Gesellschaften in die Konzernwährung ergeben (Umrechnungsrisiken), bleiben grundsätzlich ungesichert.

Sensitivität bezüglich der Wechselkursänderungen

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern aufgrund der Änderungen von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gegenüber einem nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung der tschechischen Krone und des Schweizer Franken. Alle anderen Variablen bleiben konstant. Das Risiko des Konzerns gegenüber Wechselkursänderungen bei allen anderen Währungen ist nicht wesentlich.

2021

Währung Positive Kursentwicklung Kurs Negative Kursentwicklung Kurs
Tschechische Kronen 27,8080 24,7930
Schweizer Franken 1,1470 1,0331

Der Effekt auf das Ergebnis vor Steuern im Geschäftsjahr 2021 stellt sich wie folgt dar:

Bilanzpositionen mit Wechselkursrisiko Änderung durch positive Kursentwicklung
TEUR
Änderung durch negative Kursentwicklung
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 272 -6
Verzinsliche Darlehen und Anleihen -9.795 216
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -24 0

2020

Währung Positive Kursentwicklung Kurs Negative Kursentwicklung Kurs
Tschechische Kronen 27,8080 24,7930
Schweizer Franken 1,1986 1,0511

Der Effekt auf das Ergebnis vor Steuern im Geschäftsjahr 2020 stellt sich wie folgt dar:

Bilanzpositionen mit Wechselkursrisiko Änderung durch positive Kursentwicklung
TEUR
Änderung durch negative Kursentwicklung
TEUR
Sonstige finanzielle Forderungen 5 -5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12 -9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 37 -19
Verzinsliche Darlehen und Anleihen -4.782 4.425
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 117 -84

3.14 Verzinsliche Darlehen und Anleihen

Zum 31. Dezember 2021 bestanden kurzfristige verzinsliche Bankdarlehen in Höhe von 4.569 TEUR (VJ: 4.866 TEUR) bzw. langfristige verzinsliche Bankdarlehen in Höhe von 2.941 TEUR (VJ: 2.118 TEUR). Die Zinssätze sind sowohl fix (0,00% bis 3,39%) als auch variabel (EURIBOR 6M/1J + fixer % Zinssatz zwischen 1,00%-4,00%). Die Laufzeiten liegen zwischen 07/2023 bis 06/2037.

Die kurzfristigen sonstigen verzinslichen Darlehen in Höhe von 3.986 TEUR (VJ: 4.544 TEUR), welche in dem Posten verzinsliche Darlehen und Anleihen ausgewiesen werden, betreffen Darlehen mit verbundenen Unternehmen und Personen und werden mit Zinssätzen von 8% verzinst.

3.15 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Langfristig 2021
TEUR
2020
TEUR
Fixe Kaufpreisverbindlichkeiten 507 417
Sonstige 10 156
Summe 517 573
Kurzfristig 2021
TEUR
2020
TEUR
Variable Kaufpreisverbindlichkeiten (Earn out) 0 1.042
Fixe Kaufpreisverbindlichkeiten 25 100
Sonstige 219 177
Summe 244 1.319
Summe sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 761 1.892

Die fixen und variablen Kaufpreisverbindlichkeiten stehen in Zusammenhang mit Unternehmenserwerben im aktuellen und vergangenen Geschäftsjahren.

3.16 Langfristige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern - Pensionen und andere langfristige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Verpflichtungen Schweiz - leistungsorientierte Pensionspläne

Der Konzern ist aufgrund von gesetzlichen Regelungen in der Schweiz verpflichtet, für seine Mitarbeiter im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge vorzusorgen. Dies erfolgt über den Anschluss des Plans an eine größere, rechtlich selbständige Sammelstiftung. Der Plan übertrifft die gesetzlichen Mindestanforderungen und schützt die Mitarbeiter gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter, Invalidität und Tod. Die Höhe der Leistungen bemisst sich im Wesentlichen in Abhängigkeit von Jahresgehältern und dem Alter der Arbeitnehmer.

Die Beiträge an die Sammelstiftungen werden vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer beglichen. Die Sammelstiftung trägt die Verantwortung für die Vermögensanlage des Plans. Der Stiftungsvorstand ist zu gleichen Teilen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern besetzt und steuert den Anlagestil des Planvermögens. Grundsätzlich muss ein Plan in der Sammelstiftung immer zu 100% gedeckt sein. Im Falle einer Unterdeckung können verschiedene Maßnahmen von der Sammelstiftung beschlossen werden, wie z.B. eine Erhöhung von Beiträgen oder eine Reduktion der Leistungen, welche jeweils vom Arbeitgeber und/oder Arbeitnehmer getragen werden.

Verpflichtungen Sonstige

In Italien erhalten Arbeitnehmer aufgrund der gesetzlichen Regelungen (Trattamento di Fine Rapporto, TFR) von 1982 bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine einmalige Zahlung basierend auf Entgelt und Anzahl der geleisteten Dienstjahre. Rückstellungen für die Leistungsverpflichtungen wurden innerhalb des Unternehmens gebildet. Anfang 2007 wurde die gesetzliche Regelung derart angepasst, dass sie den Unternehmen vorschreibt, bis zu einer Anzahl von 50 Mitarbeitern die Leistungsverpflichtungen innerhalb des Unternehmens zurückzustellen. Allerdings haben Mitarbeiter grundsätzlich die Möglichkeit teilweise oder ganz für eine beitragsorientierte Lösung der TFR zu optieren. In diesem Fall entfällt anteilig oder in voller Höhe die Rückstellungsverpflichtung für den Arbeitgeber. Ab einer Mitarbeiterzahl über 50 besteht die Verpflichtung Zahlungen für die berechtigten Mitarbeiter in eine Vorsorgekasse einzuzahlen, die im Falle des Ausscheidens an die jeweiligen Arbeitnehmer ausbezahlt werden. Verpflichtungen, welche vor 2007 im Unternehmen entstanden sind, verbleiben im Unternehmen.

In Österreich ist der Konzern aufgrund von gesetzlichen Regelungen verpflichtet, einmalige Abfertigungszahlungen im Fall der Pensionierung und teilweise auch bei vorzeitiger Beendigung des Dienstverhältnisses zu leisten. Die Zahlungen sind von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt des Arbeitnehmers abhängig. Unter diesen gesetzlichen Regelungen fallen jene Arbeitsverhältnisse, die vor dem 1. Januar 2003 begründet wurden. Die Rückstellung i.H.v. 146 TEUR wurde finanzmathematisch berechnet.

Finanzierungsstatus und Überleitungsrechnungen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr reduzierte sich die Nettoverpflichtung von 1.392 TEUR auf 1.364 TEUR. Die Nettoverpflichtung teilt sich in die Barwerte der Vorsorgeverpflichtung bzw. der Planvermögen wie folgt auf:

Finanzierungsstatus (Nettoverpflichtung) Schweiz
TEUR
Sonstige
TEUR
Summe
TEUR
Nettoverpflichtung am 31.12.2019 706 567 1.273
Barwert der Vorsorgeverpflichtung (DBO) 2.412 768 3.180
Barwert des Planvermögens (plan assets) -1.788 0 -1.788
Nettoverpflichtung am 31.12.2020 624 768 1.392
Barwert der Vorsorgeverpflichtung (DBO) 1.824 859 2.683
Barwert des Planvermögens (plan assets) -1.319 0 -1.319
Nettoverpflichtung am 31.12.2021 505 859 1.364

Für das abgelaufene Geschäftsjahr haben sich die Pensionen und andere langfristige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wie folgt entwickelt:

Veränderung der Vorsorgeverpflichtung Schweiz 2021
TEUR
Sonstige 2021
TEUR
Summe 2021
TEUR
Schweiz 2020
TEUR
Sonstige 2020
TEUR
Summe 2020
TEUR
Barwert der Vorsorgeverpflichtung am 01.01. (DBO) 2.412 768 3.180 2.651 567 3.218
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 0 0 0 -6 -6
Dienstzeitaufwand 124 140 264 134 113 247
Zinsaufwand 7 6 13 8 7 15
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne/(Verluste) aus Neubemessung -259 -2 -261 -4 106 102
Arbeitnehmerbeiträge 81 0 81 100 0 100
Gezahlte Versorgungsleistungen -589 -53 -642 -455 -21 -476
Sonstige Änderungen -31 0 -31 -37 2 -35
Währungsumrechnung 79 0 79 15 0 15
Barwert der Vorsorgeverpflichtung am 31.12. (DBO) 1.824 859 2.683 2.412 768 3.180
Veränderung des Planvermögens zu Marktwerten Schweiz 2021
TEUR
Sonstige 2021
TEUR
Summe 2021
TEUR
Schweiz 2020
TEUR
Sonstige 2020
TEUR
Summe 2020
TEUR
Planvermögen zu Marktwerten am 01.01. 1.786 0 1.786 1.945 0 1.945
Zinsertrag 5 0 5 6 0 6
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne/(Verluste) aus Neubemessung -71 0 -71 118 0 118
Arbeitgeberbeiträge 81 0 81 100 0 100
Arbeitnehmerbeiträge 81 0 81 100 0 100
Gezahlte Versorgungsleistungen -589 0 -589 -455 0 -455
Sonstige Änderungen -31 0 -31 -37 0 -37
Währungsumrechnung 57 0 57 11 0 11
Planvermögen zu Marktwerten am 31.12. 1.319 0 1.319 1.788 0 1.788

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens ist ausschließlich auf aktiven Märkten notiert und ist vollständig der Anlageklasse "durch eine Versicherungsgesellschaft gehaltene Vermögenswerte" zugeordnet.

Für die Konzerngesamtergebnisrechnung ergeben sich nachfolgende Auswirkungen:

Überleitungsrechnung zu den erfolgswirksam erfassten Aufwendungen und im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne/(Verluste) aus Neubemessung Schweiz 2021
TEUR
Sonstige 2021
TEUR
Summe 2021
TEUR
Schweiz 2020
TEUR
Sonstige 2020
TEUR
Summe 2020
TEUR
Laufender Dienstzeitaufwand 124 140 264 134 135 269
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0 0 0 -22 -22
Zinsaufwand / (Zinsertrag) 2 6 8 2 7 9
Summe der erfolgswirksam erfassten Aufwendungen 126 146 272 136 120 256
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Änderungen finanzieller Annahmen -150 -20 -170 -8 25 17
Erfahrungsbedingte Anpassungen -107 18 -89 4 82 86
(Erträge)/Aufwendungen aus Planvermögen ausschließlich der im Zinsaufwand enthaltenen Beiträge 71 0 71 -118 0 -118
Summe der im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne/(Verluste) aus Neubemessung -186 -2 -188 -122 107 -15
Summe aus erfolgswirksam erfassten Aufwendungen und im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne/(Verluste) aus Neubemessung -60 144 84 14 227 241

Angaben zu versicherungsmathematischen Annahmen und Sensitivitätsanalyse

Die Höhe der Rückstellung für Pensionen und anderen langfristig fälligen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wurden, sofern nicht anders angegeben, nach versicherungsmathematischen Methoden berechnet, für die Schätzungen unumgänglich sind. Soweit nicht anders dargestellt, werden Ergebnisse in einem versicherungsmathematischen Gutachten nachgewiesen.

Die verwendeten Parameter sind nachfolgender Tabelle zu entnehmen.

2021 Schweiz Sonstige
Biometrische Grundlagen BVG 2015 GT diverse
(mit risk sharing)
Abzinsungsfaktor 0,34% 0,25-0,98%
Gehaltsdynamik 1,50% 0,25-2,00%
Erwartete Vermögensrendite 0,34% n/a
2020 Schweiz Sonstige
Biometrische Grundlagen BVG 2015 GT diverse
(mit risk sharing)
Abzinsungsfaktor 0,34% 0,25-0,34%
Gehaltsdynamik 1,50% 0,25-2,00%
Erwartete Vermögensrendite 0,34% n/a

In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse wird dargestellt, welche Auswirkungen eine Veränderung der wichtigsten versicherungsmathematischen Annahmen auf den Barwert der Versorgungsverpflichtung (DBO) hätte:

Änderung um Auswirkung auf die Höhe des Barwerts der Vorsorgeverpflichtung (DBO) 2021
TEUR
Barwert der Vorsorgeverpflichtung (DBO) nach Veränderung 2021
TEUR
Auswirkung auf die Höhe des Barwerts der Vorsorgeverpflichtung (DBO) 2020
TEUR
Barwert der Vorsorgeverpflichtung (DBO) nach Veränderung 2020
TEUR
Abzinsungsfaktor + 0,25% -71 2.612 -96 3.084
Abzinsungsfaktor - 0,25% 71 2.754 95 3.275
Lohn- und Gehaltsniveau + 0,25% 33 2.716 45 3.225
Lohn- und Gehaltsniveau - 0,25% -36 2.647 -49 3.131
Lebenserwartung + 1 Jahr -113 2.570 44 3.224
Lebenserwartung - 1 Jahr -181 2.502 -46 3.134

Die vorstehenden Sensitivitätsanalysen wurden mittels eines Verfahrens durchgeführt, das die Auswirkungen realistischer Änderungen der wichtigsten Annahmen zum Ende des Berichtszeitraums auf die leistungsorientierte Verpflichtung extrapoliert. Die Sensitivitätsanalysen basieren auf Änderung einer wichtigen Annahme, während alle anderen Annahmen unverändert bleiben. Daher könnte es sein, dass sie nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sind, da unwahrscheinlich ist, dass Änderungen der Annahmen einzeln eintreten.

Auswirkung auf zukünftige Zahlungsströme

Die Auswirkungen der leistungsorientierten Versorgungspläne auf die zukünftigen Zahlungsströme werden wie folgt erwartet:

2021
TEUR
2020
TEUR
erwartete Arbeitgeberbeiträge innerhalb der nächsten 12 Monate 175 158
erwartete Leistungszahlungen
in 1 Jahr 169 169
in 2 Jahren 130 143
in 3 Jahren 121 139
in 4 Jahren 112 123
in 5 Jahren 103 164
in den darauffolgenden 5 Jahren 818 845

Bei den Pensionsplänen der Schweizer Gesellschaften wird das Planvermögen in der Regel durch eine unabhängige Instanz verwaltet. Durch diese wird regelmäßig Bericht erstattet, sodass die Risikosteuerung auf diesem Wege möglich ist.

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens verteilt sich in voller Höhe auf die Anlageklasse "Assets held by Insurance companies" (Versicherungsgesellschaften). Das Planvermögen beinhaltet weder eigene Finanzinstrumente des Unternehmens noch selbstgenutzte Immobilien oder andere von Unternehmen genutzte Vermögenswerte.

Der Konzern rechnet für das Geschäftsjahr 2021 mit Beiträgen zum Planvermögen i.H.v. insgesamt 103 TEUR (VJ: 94 TEUR).

3.17 Lang- und kurzfristige Rückstellungen

Prozessrisiken
TEUR
Belastende Verträge
TEUR
Restrukturierungen
TEUR
Sonstige Rückstellungen
TEUR
Stand am 01.01.2020 0 32 150 454
Zuführung 0 30 0 615
Umbuchungen 33 0 0 -93
Inanspruchnahme 0 0 0 -427
Auflösung 0 0 0 -174
Abgänge des Konsolidierungskreises 0 0 -150 0
Stand am 31.12.2020 33 62 0 375
Davon langfristig 33 0 0 8
Davon kurzfristig 0 62 0 367
Finanzdienstleistungen
TEUR
Nicht genommener Urlaub
TEUR
Summe
TEUR
Stand am 01.01.2020 0 28 663
Zuführung 31 0 676
Umbuchungen 0 0 -60
Inanspruchnahme 0 0 -427
Auflösung 0 0 -174
Abgänge des Konsolidierungskreises 0 0 -150
Stand am 31.12.2020 31 28 528
Davon langfristig 0 0 41
Davon kurzfristig 31 28 487
Prozessrisiken
TEUR
Belastende Verträge
TEUR
Restrukturierungen
TEUR
Sonstige Rückstellungen
TEUR
Finanzdienstleistungen
TEUR
Nicht genommener Urlaub
TEUR
Summe
TEUR
Stand am 01.01.2021 33 62 0 375 31 28 529
Zuführung 6 15 183 327 97 0 628
Umbuchungen 0 0 0 -61 0 0 -61
Inanspruchnahme -33 0 0 -215 -98 -1 -347
Auflösung 0 0 0 -183 0 0 -183
Stand am 31.12.2021 6 77 183 243 30 27 566
Davon langfristig 6 0 0 3 0 0 9
Davon kurzfristig 0 77 183 240 30 27 557

3.18 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

Langfristig 2021
TEUR
2020
TEUR
Sonstige 285 144
Summe 285 144
Kurzfristig 2021
TEUR
2020
TEUR
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 669 663
Verbindlichkeiten aus Mehrwert- und Umsatzsteuer 982 1.071
Verbindlichkeiten Personalbereich 4.162 3.298
Sonstige 126 120
Summe 5.939 5.152
Summe sonstige kurz- und langfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 6.224 5.296

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen Vorauszahlungen für Kryoeinlagerungen (Einfrieren von Eizellen, Embryos und Spermien in Stickstoff), Vorauszahlungen für Blastozysten sowie für Abgrenzungen mietfreier Perioden.

Die Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit und Lohn- und Kirchensteuer sowie Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern z.B. aus nicht genommenen Überstunden und Urlaubsansprüchen, Bonus und Gehalt.

3.19 Leasingverhältnisse

Konzern als Leasingnehmer

Der Konzern hat Leasingverhältnisse im Wesentlichen für Immobilien und darüber hinaus in kleinerem Umfang für technische Anlagen, Fuhrpark sowie Büro- und Geschäftsausstattung abgeschlossen. Die Leasingverhältnisse bezüglich Gebäude haben eine Laufzeit zwischen unter einem Jahr und 45 Jahren, für alle weiteren Leasingverhältnisse zwischen unter einem Jahr und 11 Jahren. Die Verpflichtungen des Konzerns aus seinen Leasingverträgen sind durch das Eigentum des Leasinggebers an den Leasinggegenständen besichert. Die Abtretung und das Unterleasing der Leasinggegenstände durch den Konzern an Dritte sind üblicherweise untersagt. Im Konzern bestehen Leasingverträge mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen sowie Mietzahlungen auf Basis der Veränderung von Preisindizes.

Die Leasingverhältnisse für Gebäude enthalten teilweise Verlängerungsoptionen, teilweise sind diese unbefristet. Verlängerungsoptionen sind durch den Konzern innerhalb vorgegebener Fristen ausübbar. Nach Möglichkeit strebt der Konzern beim Abschluss neuer Leasingverhältnisse die Aufnahme von Verlängerungsoptionen an, um operative Flexibilität zu gewährleisten. Der Konzern beurteilt am Bereitstellungsdatum, ob die Ausübung von Verlängerungsoptionen hinreichend sicher ist. Der Konzern bestimmt erneut, ob die Ausübung einer Verlängerungsoption hinreichend sicher ist, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von Umständen, das bzw. die innerhalb seiner Kontrolle liegt, eintritt. Für unbefristete Mietverhältnisse auf Gebäude wurde in der Regel eine Mietdauer von 10 Jahren in den Berechnungen angenommen.

Der Konzern schätzt, dass die potenziell zukünftigen Leasingzahlungen, sofern die Verlängerungsoptionen ausgeübt werden, zu einer Leasingverbindlichkeit in Höhe von 9.405 TEUR führen würden.

Nutzungsrechte in Zusammenhang mit Leasingverhältnissen werden als Sachanlagen dargestellt (siehe Anhangsangabe 3.4).

Detaillierte Informationen zu den Bewegungen der Nutzungsrechte sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Grund und Boden, Immobilien
TEUR
Technische Anlagen und Maschinen
TEUR
IT-, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Fuhrpark
TEUR
Sonstige Gegenstände des Anlagevermögens
TEUR
Summe
TEUR
Stand am 01.01.2020 28.698 2.806 262 15 31.781
Zugänge 2.182 1.115 84 0 3.381
IFRS 16
Abgänge -3.695 -466 -58 0 -4.219
Abschreibungen und Impairment -3.110 -588 -143 0 -3.841
Abgänge des Konsolidierungskreises -38 0 0 0 -38
Sonstiges -3.694 -281 0 0 -3.975
Währungsumrechnung -210 16 -4 0 -198
Stand am 31.12.2020 20.133 2.602 141 15 22.891
Stand am 01.01.2021 20.133 2.602 141 15 22.891
Zugänge 3.538 643 418 0 4.599
Abgänge -2.653 -102 -28 0 -2.783
Abschreibungen und Impairment -2.859 -642 -202 0 -3.703
Zugänge des Konsolidierungskreises 982 0 6 0 988
Sonstiges 0 0 15 -15 0
Währungsumrechnung 215 94 6 0 315
Stand am 31.12.2021 19.356 2.595 356 0 22.307

Für weitere Informationen zum Zinsaufwand wird auf Anhangsangabe 2.15 verwiesen. Die Informationen zu den Leasingzahlungen sind der Konzernkapitalflussrechnung zu entnehmen.

Weitere Informationen zu den Fristigkeiten und zukünftigen Cash Flows aus Leasingverbindlichkeiten sind in Anhangsangabe 3.13 enthalten. Die gezahlten Leasingverbindlichkeiten des aktuellen Geschäftsjahres und Vorjahres sind der Kapitalflussrechnung zu entnehmen.

Konzern als Leasinggeber

Der Konzern vermietet einige seiner Immobilien unter. Der Konzern hat die Einstufung der Untermietverträge auf Grundlage des Nutzungsrechtes und nicht des zugrunde liegenden Vermögenswertes vorgenommen und ist zu dem Schluss gekommen, dass es sich nach IFRS 16 um Operating-Leasingverhältnisse handelt.

Der Konzern hat IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden angewendet, um das vertraglich vereinbarte Entgelt auf die einzelnen Leasing- und Nichtleasingkomponenten aufzuteilen.

4 Segmentbericht

Recurring Umsatz * nach Segmenten

2021
TEUR
2020
TEUR
Wachstum
TEUR
FERTILITY 43.132 39.169 +3.963
BIOBANK 8.637 6.653 +1.984
DIAGNOSTIC 26.904 20.831 +6.073
SUPPLEMENTS 1.707 1.478 +229
BEAUTY 3.670 3.462 +208
SONSTIGE 1.725 1.820 -95
CORPORATE 395 150 +245
Total 86.170 73.563 12.607
Intersegment Konsolidierung 0 20 -20
NEXTCLINICS Group 86.170 73.583 12.587

*) nur externe Umsätze

Recurring EBITDA nach Segmenten

2021
TEUR
2020
TEUR
Wachstum
TEUR
FERTILITY 2.208 1.490 +718
BIOBANK 1.983 1.355 +628
DIAGNOSTIC 5.760 3.126 +2.634
SUPPLEMENTS 392 388 +4
BEAUTY 624 690 -66
SONSTIGE -1.503 -1.089 -414
CORPORATE -3.505 -2.598 -907
Total 5.959 3.362 2.597
Intersegment Konsolidierung 7 130 -123
NEXTCLINICS Group 5.966 3.492 2.474

Die Geschäftsbereiche sind wie folgt gegliedert:

FERTILITY

Der Geschäftsbereich beinhaltet ein Netzwerk von Gesundheitszentren mit führenden Technologien und Instrumenten, die modernste Gesundheitsdienstleistungen im Bereich der Reproduktionsmedizin anbieten, geführt von hochqualifizierten Ärzten und Experten.

BIOBANK

In diesem Geschäftsbereich werden potentielle Spenderinnen und Spender auf eine Vielzahl von genetischen Merkmalen untersucht, um Eizellen und Sperma von höchster Qualität und maximaler genetischer Kompatibilität zu erhalten. Der Bereich BIOBANK unterstützt den Bereich FERTILITY bei Kinderwunschbehandlungen, in denen aufgrund der Unfruchtbarkeit eines Partners gespendete Eizellen oder gespendetes Sperma benötigt werden. Dies schließt die Behandlung lesbischer Paare in Jurisdiktionen, in denen dies erlaubt ist, mit ein.

DIAGNOSTICS

Im Geschäftsbereich DIAGNOSTICS werden Leistungen durch Analysen und Beratung im Bereich der Labormedizin erbracht. Der Schwerpunkt liegt auf jenen Leistungen, die für die Leistungserbringung im Bereich FERTILITY und BIOBANKING von Bedeutung sind. Das sind insbesondere Genetik, spezielle Gerinnung, spezielle Serologie, Zytologie, Immunologie und Allergologie. In bestimmten Bereichen, wie z.B. in der Genetik, ist die Beratung ein Schwerpunkt der Tätigkeit, da Ergebnisse von Screenings erläutert werden müssen. Art und Umfang werden durch die Anforderung, in der Regel des zuweisenden Arztes, bestimmt. Der Leistungsumfang und die Abrechnungsmodalitäten sind vertraglich geregelt.

SUPPLEMENTS

Der Geschäftsbereich entwickelt und handelt mit Nahrungsergänzungsmitteln. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der Unterstützung der Fertilität. Die Produkte der Serie Fertilovit® sind speziell für Anwendungsbereiche wie Hashimto, Endometriose oder PCOS optimiert. Das Produkt Resilovit® unterstützt den Ausgleich von Nährstoffdefiziten durch hormonelle Verhütung.

BEAUTY

Der Geschäftsbereich beinhaltet ein Netzwerk von Gesundheitszentren mit führenden Technologien und Instrumenten, die modernste Gesundheitsdienstleistungen im Bereich der ästhetisch-plastischen Chirurgie, insbesondere auch der Rekonstruktion nach Brustkrebs-Erkrankungen, sowie der Handchirurgie anbieten, geführt von hochqualifizierten Ärzten und Experten.

OUTPATIENT (nicht fortgeführt)

Hier sind Kliniken enthalten, die im ambulanten Bereich Dienstleistungen anbieten, die weder dem Geschäftsbereich FERTILITY noch dem Geschäftsbereich BEAUTY zugeordnet werden können. Das sind beispielsweise Polikliniken, die ambulante pneumologische, immunologische, dermatologische oder allergologische Behandlungen anbieten.

Da dieser Geschäftsbereich nicht zum Kerngeschäft passt, hatte sich die Geschäftsführung zum Jahresende 2020 dazu entschlossen diesen Bereich zu veräußern und ihn als nicht fortgeführten Geschäftsbereich einzustufen. Der Verkauf erfolgte schließlich im Dezember 2021.

CORPORATE

Diesem Geschäftsbereich sind insbesondere die shared service centers zugeordnet, die primär Dienstleistungen für andere Konzerngesellschaften, aber auch für Dritte erbringen.

SONSTIGE

Dieser Geschäftsbereich enthält ein stationäres Krankenhaus, welches als Gründer und Betreiber von medizinischen Versorgungszentren in Deutschland fungiert, sowie Gesellschaften, deren Tätigkeit keinem anderen Geschäftsbereich zugeordnet werden können und deren Tätigkeit von untergeordneter Bedeutung ist.

Überleitung Recurring Umsatz

2021
TEUR
2020
TEUR
Recurring Umsatz 86.170 73.583
Nettoausweis COVID-19 Teststationen 1.237 17
Nettoausweis staatliche vergütete COVID-19 Boni für Mitarbeiter 455 0
Periodenfremde Umsätze -103 18
Umsatz 87.759 73.618

Bei einigen COVID-19 Teststationen kommt es aufgrund vertraglicher Gestaltungen im regulatorischen Umfeld zu Durchlaufenden Posten für Miete und gestelltes Personal. Die Voraussetzungen für die Saldierung nach IAS 1 sind nicht gegeben, das Management hat sich jedoch zu einer Nettobetrachtung der Sachverhalte entschieden.

In Tschechien wurden staatliche COVID-19 Boni für Mitarbeiter in Testzentren über zusätzliche Vergütungen ausbezahlt, die in gleicher Höhe an die Mitarbeiter weitergereicht wurden. Das Management hat sich dazu entschieden diesen Sachverhalt saldiert darzustellen.

Überleitung Recurring EBITDA

2021
TEUR
2020
TEUR
Recurring EBITDA 5.966 3.492
Aktivierung Leasing nach IFRS 16 4.270 4.292
Effekte aus der IFRS 3 Kaufpreisallokation -1.136 -2.055
Summe IFRS Adjustments 3.134 2.237
Aufwand für die Restrukturierung -969 -520
Nachvertragliche Wettbewerbsverbote für ausscheidende Mitarbeiter und Personalsuche für Führungspositionen -698 0
Periodenfremder Aufwand -174 -797
Aufwendungen iZm Unternehmenserwerben -144 -67
Temporäre externe Beratung -48 -536
Start-up Kosten für neue Kliniken 0 -283
Rebranding 0 -160
Sonstige Einmaleffekte -10 -47
Summe Einmaleffekte -2.043 -2.410
EBITDA 7.057 3.319

Im Management Reporting werden Effekte aus der Folgebewertung von im Zuge der Kaufpreisallokation identifizierten Vermögenswerten herausgerechnet, da diese für die Beurteilung der operativen Entwicklung der Segmente nicht relevant sind. Ebenso werden die Effekte aus der Aktivierung der Nutzungsrechte nach IFRS 16 herausgerechnet.

Die Einmaleffekte betreffen Sachverhalte, mit denen in Folgeperioden nicht mehr zu rechnen ist. Aufwendungen in Zusammenhang mit erfolgten und erfolglosen Unternehmenserwerben werden als Einmaleffekte betrachtet, da diese nur einmalig je Transaktion anfallen. Im Zuge des Generationenwechsels fallen Aufwendungen für nachvertragliche Wettbewerbsverbote und Aufwendungen für Headhunting an. Da diese für die Beurteilung der nachhaltigen operativen Ergebnisse nicht relevant sind, werden diese in der Managementbetrachtung nicht berücksichtigt.

Aufwendungen für Restrukturierungsprojekte, den Anlauf neuer Kliniken, das Rebranding der Gruppe sowie für temporäre Beratungsleistungen werden bei der Betrachtung der nachhaltigen Ergebnisse der Segmente in der Managementbetrachtung ebenfalls nicht berücksichtigt.

5 Angaben zu Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

In den Konzernabschluss sind die NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH sowie die im Beteiligungsspiegel angeführten Tochterunternehmen einbezogen.

Das Management der Gesellschaft setzte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wie folgt zusammen:

Miroslav Herden, Kaufmann, Geschäftsführer; Augsburg

Dem Hauptausschuss der Gesellschaft gehören folgende Personen an:

Miroslav Herden, Kaufmann

Josef Brož, Rechtsanwalt

Vladimir Uhde, Rechtsanwalt

Nael Khatoun, Kaufmann

Heiko Keppler, Kaufmann

Frederick Powles, Jurist

Die Mitglieder des Hauptausschusses haben weder im aktuellen noch im vorhergehenden Geschäftsjahr eine Vergütung erhalten.

Das oberste beherrschende Mutterunternehmen ist die NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH; Aystetten, Deutschland. Sie stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen auf.

5.1.1 Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

Zum 31. Dezember 2021 bestanden gegenüber Unternehmen, in welchen Manager Schlüsselpositionen bekleiden, Forderungen i.H.v. 2 TEUR (VJ: 218 TEUR) und Verbindlichkeiten i.H.v. 2.022 TEUR (VJ: 84 TEUR).

Gegenüber Personen in Schlüsselpositionen im Konzern bestanden zum 31. Dezember 2021 Forderungen i.H.v. 147 TEUR (VJ: 323 TEUR) und Verbindlichkeiten i.H.v. 1.469 TEUR (VJ: 1.595 TEUR). Die Geschäfte wurden mit marktüblichen Laufzeiten und zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.

Gegenüber Unternehmen, mit maßgeblichem Einfluss auf den Konzern, weist die NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH Forderungen i.H.v. 58 TEUR (VJ: 0 TEUR) und Verbindlichkeiten i.H.v. 2.001 TEUR (VJ: 3.703 TEUR) aus.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 30 bis 120 Tagen. Lieferungen und Leistungen an und von nahestehenden Personen und Unternehmen entsprechen den marktüblichen Bedingungen.

Alle weiteren finanziellen Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen werden fremdüblich verzinst. Für Forderungen und Verbindlichkeiten gegen nahestehende Personen und Unternehmen bestehen keine Garantien.

5.1.2 Erträge und Aufwendungen gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Geschäftsjahr 2021 beliefen sich die Erträge aus erbrachten Lieferungen und Leistungen sowie Finanzierungsleistung gegenüber Unternehmen, in denen Manager Schlüsselpositionen bekleiden auf 62 TEUR (VJ: 7 TEUR) und Aufwendungen aus empfangenen Lieferungen und Leistungen sowie Finanzierungsleistung auf 489 TEUR (VJ: 229 TEUR).

Gegenüber Personen in Schlüsselpositionen im Konzern wurden im Geschäftsjahr 2021 Erträge aus erbrachten Lieferungen und Leistungen sowie Finanzierungsleistung i.H.v. 422 TEUR (VJ: 159 TEUR) und Aufwendungen aus empfangenen Lieferungen und Leistungen sowie Finanzierungsleistung i.H.v. 174 TEUR (VJ: 176 TEUR) realisiert.

Der Konzern weist Aufwendungen mit Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss i.H.v. 10.761 TEUR (VJ: 422 TEUR) aus.

6 Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag als auch im Vorjahr bestanden keine Eventualverbindlichkeiten.

7 Ergänzende Angaben nach HGB

7.1.1 Geschäftsführung

Der Geschäftsführung gehörten im Geschäftsjahr an

Miroslav Herden, Kaufmann, CEO / Geschäftsführer; Augsburg

7.1.2 Beteiligungen und Befreiungen

Die Angaben gemäß § 313 Abs. 2 HGB sind im Beteiligungsspiegel aufgeführt.

Diejenigen Gesellschaften, für die Befreiungen gemäß den lokalen gesetzlichen Vorschriften in Anspruch genommen werden, sind im Beteiligungsspiegel gekennzeichnet und die jeweiligen lokalen gesetzlichen Vorschriften entsprechend aufgeführt.

7.1.3 Arbeitnehmer

In Durchschnitt waren im Geschäftsjahr im Konzern beschäftigt:

LAND 2021 2020
Deutschland 208 204
Estland 13 12
Georgien 8 8
Italien 78 57
Niederlande 1 1
Österreich 72 69
Schweiz 45 50
Spanien 93 90
Tschechien 304 315
Gesamt 823 806

7.1.4 Vergütung der Geschäftsführung

Die NEXTCLINCIS INTERNATIONAL GmbH ist eine kleine Kapitalgesellschaft und nimmt die Befreiung von der Angabe gemäß § 288 Abs. 1 Nr. 1 HGB in Anspruch. Zusätzlich wird auf die Angabe gemäß der Schutzklausel in § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

7.1.5 Abschlussprüferhonorar

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2021 beträgt 355 TEUR (VJ: 200 TEUR). Davon entfallen 200 TEUR auf die Konzernabschlussprüfung (Vj. 200 TEUR) und 155 TEUR auf Steuerberatungsleistungen (VJ: 0 TEUR). Sonstige Bestätigungs- oder Beratungsleistungen wurden nicht erbracht.

8 Ereignisse nach der Berichtsperiode

8.1.1 Ukraine

Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die zukünftige Entwicklung sind derzeit schwer einzuschätzen. Es ist einerseits mit steigenden Energiepreisen zu rechnen, außerdem wird es zu einer Reduktion des verfügbaren biologischen Materials führen, da in absehbarer Zeit mit keinem Spendermaterial aus der Ukraine zu rechnen ist. Die Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sind derzeit noch nicht absehbar.

8.1.2 Veränderungen des Konsolidierungskreises in 2022

Mit Wirkung zum 01.01.2022 wurden die Procrea Lab SA und die Labogen SA in die Surgery & Cells SA verschmolzen.

 

Aystetten, 31. März 2022

Gez. Miroslaw Herden, Geschäftsführer

Beteiligungsspiegel zum 31. Dezember 2021

Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
in %
Eigenkapital
in TEUR
Ergebnis
in TEUR
Anmerkung Konsolidierungsart
NEXTCLINICS Austria GmbH Hall in Tirol AT 100 30.952 902 6) V
Next Fertility IVF Prof. Zech - Bregenz GmbH (vormals bis zum 16.3.2022: NEXTCLINICS IVF Zentren Prof. Zech - Bregenz GmbH) Bregenz AT 100 3.895 375 V
Next Fertility IVF Prof. Zech - Salzburg GmbH) (vormals bis 11.3.2022: IVF Zentren Prof. Zech - Salzburg GmbH) Salzburg AT 100 119 22 V
NEXTCLINICS Services GmbH Bregenz AT 100 48 30 V
Gonadosan Distribution GmbH Bregenz AT 100 256 216 V
Procrea Centro Fertilità Svizzera Italiana SA Lugano CH 100 -2.961 66 4) V
Procrea Lab SA Lugano CH 100 7 -22 V
Surgery & Cells SA Lugano CH 100 228 171 V
Labogen SA Lugano CH 100 45 -1 V
IVF Zentren Prof. Zech - Schweiz AG Niederuzwil CH 100 597 -6 V
Gonadosan GmbH Niederuzwil CH 100 330 70 V
NEXTCLINICS Czech a.s. Prag CZ 100 -44.471 3.471 3) V
NL - BioLAB s.r.o. Prag CZ 100 3.078 1.693 V
ProCrea Swiss IVF Center s.r.o. (vormals bis zum 10.06.2020: NL - CLINIC Gest IVF s.r.o.) Prag CZ 100 781 -746 V
Genetika Plzen, s.r.o. Pilsen CZ 100 1.138 1.094 V
Genetika West, s.r.o. Karlovy Vary CZ 100 3 6 V
CGOP, s.r.o. Prag CZ 100 332 313 V
Inselkrankenhaus Borkum GmbH Borkum DE 100 -2.592 -1.119 1) 2) V
Medizinisches Versorgungszentrum für Kinderwunsch- und Pränatalmedizin GmbH Ulm DE 100 -6.568 -4.562 1) V
MVZ Next Fertility Köln GmbH (vormals bis 31.3.2021: MVZ NEXTCLINICS Kinderwunschzentrum Köln GmbH) Köln DE 100 -1.929 -1.257 1) V
Kinderwunsch-MVZ Stuttgart GmbH Stuttgart DE 70 -658 -420 1) V
MVZ Kinderwunschzentrum an der Oper GmbH München DE 100 12 -4 1) V
MVZ Next Fertility Bocholt GmbH (vormals bis 5.4.2021: MVZ für Kinderwunsch und Gynäkologie Münsterland GmbH) Bocholt DE 100 -1.018 -527 1) V
Medizinisches Versorgungszentrum PraxisKlinik Rosengasse GmbH Ulm DE 100 5.501 1 1) V
Kinderwunsch - MVZ Ulm GmbH Ulm DE 100 -3.833 -2.331 1) V
Klinik Rosengasse Prof. Hofmann GmbH Ulm DE 100 25 1 1) V
Gesellschaft für Fortpflanzungsmedizin mbH Ulm Ulm DE 100 838 195 1) V
FCM Fertility Center Münsterland GmbH Bocholt DE 100 73 9 1) V
NextFertility ulm GbR MVZ für Kinderwunsch- und Pränatalmedizin & Kinderwunsch-MVZ Ulm Ulm DE 100 4.805 4.800 V
NEXTCLINICS Estonia OÜ Tallinn EE 100 -175 -198 V
BioEximi OÜ Tallin EE 100 -238 -117 V
NEXTCLINICS Spain S.L.U. Valencia ES 100 5.021 1.387 7) V
INSTITUTE DE MEDICINA REPRODUCTIVA, S.A. Valencia ES 100 3.051 718 V
CENTRO DE ESTUDIO E INVESTIGACIÓN DE LA FERTILIDAD, S.L. Granada ES 100 5.094 1.502 V
CEIFER BIOBANCO SEVILLA, SL Sevilla ES 100 1.523 828 V
CEIFER CONTROL Y CALIDAD SL Granada ES 100 -48 19 V
CEIFER BIOBANCO - UNION TEMPORAL DE EMPRESAS Sevilla ES 100 16 -1 V
TAHE MEDICAL CENTER, S.L. UNIPERSONAL Murcia ES 100 1.408 -240 V
IVF Georgia LLC Tbilisi GE 100 -30 -31 n.a.
NEXTCLINICS ITALY S.R.L. Milano IT 100 4.755 141 5) V
Archimed Srl Monza IT 100 1.183 934 V
Gynepro Medical SRL Bologna IT 100 776 644 V
NEXTCLINIC MERANO s.r.l. Meran IT 100 384 273 V
NEXTCLINICS NETHERLANDS B.V. Gemert NL 100 -387 -109 V
FertiTravel B.V. Gemert NL 100 -349 -57 V

1) Befreiung gem. § 264 Abs. 3 Ziffer 1 HGB

2) Befreiung gem. § 291 HGB

3) Befreiung gem. § § 22aa zákona č. 563/1991 Sb, o účetnictví

4) Befreiung gem. Art. 963a OR

5) Befreiung gem. Art. 27, § 3, § 4, Decreto legislativo 9 aprile 1991, n. 127

6) Befreiung gem. § 245 (1) und § 246 (1) UGB

7) Befreiung gem. Art. 7.1b) Real Decreto 1159/2010, de 17 de septiembre

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

1 Grundlagen des Konzerns

1.1 Geschäftsmodell des Konzerns

Die NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH (kurz: Gesellschaft oder NEXTCLINICS- INTERNATIONAL genannt) bündelt die operativen Leitungsfunktionen der Next Clinics Gruppe und beschäftigt sich als geschäftsleitende Holding des Konzerns mit unternehmensübergreifenden Aufgaben. Die Gesellschaft und damit die Next Clinics Gruppe wurde in 2015 gegründet und hat noch im Gründungsjahr die ersten Akquisitionen durchgeführt.

Die NEXTCLINICS INTERNATIONAL ist Mutterunternehmen für Beteiligungen im In- und Ausland und stellt für diesen Konsolidierungskreis einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf.

In den Konzernabschluss der NEXTCLINICS INTERNATIONAL zum 31. Dezember 2021 sind die NEXTCLINICS INTERNATIONAL als Mutterunternehmen sowie die unmittelbaren und mittelbaren Tochterunternehmen, einbezogen. Es erfolgten im Zusammenhang mit in Vorjahren durchgeführten Akquisitionen weitere Umstrukturierungen, im Wesentlichen im Beteiligungsbesitz sowie der Finanzierung der Next Clinics Gruppe durch weiteres Eigenkapital.

Die Next Clinics Gruppe ist einer der größeren privaten Anbieter von medizinischen Dienstleistungen im Bereich der Reproduktionsmedizin, der Gewinnung von human-biologischem Spendermaterial, ästhetisch plastischer Chirurgie, medizinischen Ambulanzen und Kliniken genetischer Analytik sowie diagnostischen Labordienstleistungen im Bereich spezieller und allgemeiner Diagnostik sowie der Herstellung fertilitätsfördernder Nahrungsergänzungsmittel in Mittel- und Westeuropa. Der in Deutschland ansässige Konzern beschäftigt in 2021 durchschnittlich 823 (VJ. 806) Mitarbeiter in den fortgeführten Geschäftsbereichen und ist derzeit in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Spanien, Estland und Tschechien aktiv. Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit Kliniken in Marokko, Nigeria und China.

Die Dienstleistungen umfassen reproduktionsmedizinische Dienstleistungen, ästhetisch plastische Chirurgie, ambulante medizinische Dienstleistungen in zahlreichen Fachrichtungen, humanmedizinische, mikrobiologische sowie humangenetische Analytik, Routinediagnostik, Vorsorgeuntersuchungen, die in eigenen Laboren durchgeführt werden, sowie die Herstellung fertilitätsfördernder Nahrungsergänzungsmittel und die Gewinnung von humanem Spendermaterial, insbesondere Eizellen und Sperma. Kunden sind überwiegend Patienten mit Fertilitätsstörungen und anderen ambulant und stationär behandelbaren Erkrankungen sowie Gesundheitsträger öffentlichen Rechts, Kliniken, Krankenhäuser, Ärzte und Privatunternehmen. Die Dienstleistungen werden in den Bereichen FERTILITY, BIOBANK, DIAGNOSTICS, BEAUTY, SUPPLEMENTS, SONSTIGE und CORPORATE gegliedert.

1.2 Ziele und Strategien

Ziel der Next Clinics Gruppe ist das akquisitionsbedingte Wachstum durch den Ausbau der Marktpräsenz in den bestehenden Ländern sowie weiterer Regionen, insbesondere in Nordeuropa. Damit soll ein umspannendes Netzwerk reproduktionsmedizinischer Kliniken, ästhetisch plastischer Zentren und damit verbundener diagnostischer Einrichtungen sowie einem Netzwerk von Spenderzentren auf- und ausgebaut werden.

Die Next Clinics Gruppe betreibt medizinische Einrichtungen und weitere Betriebe im In- und Ausland mit 45 Konzerngesellschaften und Standorten in den Bereichen der Humanmedizin, dem Handel sowie der Produktion von Nahrungsergänzungsmitteln. Ziel der Standortpolitik für die gesamte Next Clinics Gruppe ist die Sicherstellung eines integrierten Versorgungskonzepts für Patienten mit Fertilitätsstörungen und Kunden in sämtlichen Ländern, in denen die Gruppe aktiv ist, um die nachgefragten medizinischen Dienstleistungen vollumfänglich anbieten zu können. Es wird die qualitative Marktführerschaft in den jeweiligen Märkten angestrebt. Auch soll das Angebot offerierter Dienstleistungen bei gleichbleibend hoher Qualität konsequent weiter ausgebaut werden.

Die fortgeführte Akquisitionsstrategie der Next Clinics Gruppe führte in 2021 zu einem Konzernkreis von 45 aktiven Gesellschaften. Die erworbenen Gesellschaften lagen dabei sowohl im In- als auch im Ausland. Ihr Erwerb dient entweder der weiteren Internationalisierung der Next Clinics Gruppe durch Erschließung neuer Märkte, der flächendeckenden Versorgung durch Eintritt in neue Regionen bereits bedienter Märkte oder der weiteren Diversifikation der angebotenen Leistungen auf höchstem Qualitätsniveau.

Sowohl der in 2017 eingetretene Gesellschafter, OAKTREE Capital Management, Inc. (OAKTREE) mit dem durch diesen verwalteten Fonds, als auch bereits davor engagierte Gesellschafter haben im Geschäftsjahr 2020 Darlehen zur Verfügung gestellt, um die Liquidität zur Bewältigung der COVID-19 Pandemie sicherzustellen.

1.3 Forschung und Entwicklung

Die Entwicklung neuer Verfahren i.H.v. 98 TEUR (VJ. 18 TEUR) sowie die Verbesserung bestehender Verfahren und Methoden stehen im Mittelpunkt unserer täglichen Arbeit, insbesondere im Bereich der Reproduktionsmedizin sowie der medizinischen Diagnostik. Dabei werden diese Entwicklungen durch unsere medizinischen Mitarbeiter gemeinsam mit den Fachbeiräten in den unterschiedlichen Fachbereichen im Rahmen der täglichen Arbeit vorangetrieben. Gleichzeitig unterstützen wir die diagnostische Industrie bei der Entwicklung und Weiterentwicklung neuer und bestehender Verfahren und Methoden. Dabei ist es auch Aufgabe unserer Fachbeiräte sowie der medizinischen Mitarbeiter nach neuen und besseren Methoden und Verfahren zu suchen, um entweder die Qualität unserer Verfahren und Analytik weiter zu verbessern, tatsächlich neue Verfahren in die Routine zu implementieren sowie auch die Effizienz und Erfolgsaussichten der Verfahren und der Analytik zu erhöhen.

Hierbei nutzen wir das in der Next Clinics Gruppe vorhandene Wissen und Know-how sowie die Erfahrungen und Entwicklungen der diagnostischen Industrie wie auch zahlreicher interner und externer medizinischer Entwicklungseinrichtungen.

Im Wirtschaftsjahr wurden folgende Publikationen veröffentlichet:

Estimation of drop-out and embryo loss rates during genetic preimplantation screening (PGS / PGT-A)

Extent and spread of SARS-CoV-2 (COVID-19) infections in the area of Vorarlberg

The influence of human embryo culture medium on dendritic cells

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Allgemein

Die Next Clinics Gruppe ist mit ihrem dargestellten Geschäftsmodell in allen wesentlichen Geschäftsbereichen einem stark regulierten Marktumfeld ausgesetzt. Aus diesem Grund und aus der Tatsache, dass die Nachfrage für die angebotenen Leistungen, insbesondere im Bereich von Fertilitätsstörungen sowie der Reproduktionsmedizin vergleichsweise stetig und stark wachsend ist, profitiert die Next Clinics Gruppe von einem stabilen Marktumfeld ohne starke saisonale oder anders bedingte Schwankungen in anderen Bereichen des Gesundheitswesens, da z.B. unvorhersehbare Gesundheitseinschränkungen nicht gegeben sind (wie beispielsweise eine rasant um sich greifende Grippewelle).

Der tatsächliche Umsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen für das Geschäftsjahr 2021 i.H.v. 87,8 Mio. EUR liegt unterhalb des gesetzten Umsatzziels von 89 Mio. EUR (VJ. 68 Mio. EUR) (ohne sonstige betriebliche Erträge). Gründe hierfür sind Verschiebungen von Behandlungen zwecks vollständiger Immunisierung gegen COVID-19 sowie die Erkrankungen von Patienten. Das ausgewiesene EBITDA im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich von 3,3 Mio. EUR auf 7,1 Mio. EUR. Die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2021 war, wie auch im Vorjahr, geprägt durch die COVID-19 Pandemie. Grundsätzlich war jedoch das Geschäftsjahr angesichts der Pandemie und der damit einhergehenden Restriktionen positiv. Der Geschäftsbereich DIAGNOSTICS konnte durch PCR Testungen zusätzlichen Umsatz in Höhe von 4,3 Mio. EUR generieren und damit die durch Reiserestriktionen und Verschiebungen von Behandlungen bis nach 2022, beinahe ausgleichen.

Ferner sind, neben Umsatz und EBITDA, die Überwachung der Entwicklung des Net Working Capital sowie des Cashflows wesentliche Bausteine zur Steuerung und Optimierung der vorhandenen Finanzierungsstruktur. Das Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und der Sicherstellung der Flexibilität durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten, Bankdarlehen, Finanzierungs-Leasingverhältnissen sowie der hohen Innenfinanzierung durch Erhöhung des Eigenkapitals durch eingezahlte Einlagen und Aufgelder in die Kapitalrücklage zu wahren.

2.2 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft erholte sich im vergangenen Jahr weiter von ihrem beispiellosen Einbruch, den die Pandemie im Frühjahr 2020 verursacht hatte. Tatsächlich expandierte die globale Wirtschaftsaktivität sogar so kräftig, dass sie ihr Vorkrisenniveau bereits übertraf. Ausschlaggebend für die Erholung waren Erfolge bei der Bekämpfung der Pandemie - insbesondere dank einer Reihe von neuartigen Impfstoffen. Die medizinischen Fortschritte erlaubten es, die Schutzmaßnahmen in weiten Teilen der Wirtschaft zu reduzieren.

Darüber hinaus hatte sich die Nachfrage nach Waren rasch erholt. Die globale Industrieproduktion und der Welthandel erreichten schon Ende 2020 ihr Vorkrisenniveau und übertrafen es dann im letzten Jahr spürbar. Ein Grund dafür war, dass viele private Haushalte ihre Ausgaben von Dienstleistungen zu Waren umlenkten. Aber auch die massive Unterstützung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage durch die Fiskal- und Geldpolitik dürfte eine Rolle gespielt haben. Im Ergebnis zog die Nachfrage nach Waren so stark an, dass die Industrie mit der Produktion nicht mehr hinterherkam. Knappheiten und lange Lieferzeiten machten den Unternehmen zu schaffen - vor allem bei Halbleitern. Speziell der Transport auf dem Seeweg und in der Luft stieß an Kapazitätsgrenzen. Zusammen mit den Auswirkungen neuer Infektionswellen bremsten die Lieferengpässe das globale Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte 2021 spürbar.

Diese Faktoren belasteten auch die Erholung der deutschen Wirtschaft. Andere Volkswirtschaften kamen mitunter schneller voran. Nach dem Einbruch im Vorjahr legte die Wirtschaftsleistung in Deutschland 2021 kräftig zu (+2,9 %). Sie unterschritt das Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019 aber noch deutlich. Der private Verbrauch wurde weiter durch das Pandemiegeschehen beeinträchtigt und stagnierte im Jahresdurchschnitt lediglich. Dagegen expandierte der Staatsverbrauch erheblich, insbesondere aufgrund der Ausgaben für Corona-Tests und Impfungen. Der kräftige Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen und der Exporte stützte die Konjunktur ebenfalls. Gedämpft wurde die Erholung im abgelaufenen Jahr durch angebotsseitige Engpässe. Die Industrie litt stark unter Lieferengpässen bei Vorprodukten. Daher konnte sie von der hohen Nachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen nicht profitieren. Zum Jahresende machte eine neuerliche Infektionswelle vorübergehend wieder schärfere Schutzmaßnahmen in einigen Dienstleistungsbereichen erforderlich und schränkte damit das Wirtschaftsleben ein. Der in 2022 ausgebrochene Krieg Russlands gegen die Ukraine erhöht die Unsicherheit über den wirtschaftlichen Ausblick. Auf die Konjunktur wird er vermutlich vor allem über die Energie- und Lebensmittelpreise und damit die Inflation, den Außenhandel, erneute Störungen der internationalen Lieferketten und eine erhöhte allgemeine Unsicherheit wirken. Wie stark die Effekte sein werden und wie sie sich im Einzelnen in der Wirtschaftsleistung und Preisentwicklung niederschlagen, lässt sich derzeit noch nicht verlässlich abschätzen.

Der Aufschwung des vergangenen Jahres erfasste auch den Arbeitsmarkt in Deutschland. Um den coronabedingten Wirtschaftseinbruch zu überbrücken, hatten viele Unternehmen 2020 zumindest zeitweise vom Instrument der Kurzarbeit in großem Umfang Gebrauch gemacht. Im Laufe des zurückliegenden Jahres wurde die Kurzarbeit massiv reduziert, und parallel stieg die durchschnittliche Arbeitszeit je Erwerbstätigen wieder an. Auch die Beschäftigung erholte sich ein Stück weit, während die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze schon im Sommer ihren Vorkrisenstand übertraf. Tatsächlich klagten die Unternehmen in Deutschland zunehmend über einen Mangel an Arbeitskräften. Dabei dürfte die Pandemie zu erheblichen sektoralen Verschiebungen am deutschen Arbeitsmarkt geführt haben. Die Beschäftigung im Gesundheits- und Sozialwesen, in der öffentlichen Verwaltung sowie in der IT- und Baubranche wuchs mitunter kräftig. Am Jahresende war die Arbeitslosenquote nach dem Konzept der Bundesagentur für Arbeit mit 5,2 % noch etwas höher als im ersten Quartal 2020.

Für die Wirtschaftsentwicklung im Euroraum zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch weil der Einbruch zu Beginn der Pandemie noch schärfer gewesen war, stieg die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr sogar noch kräftiger als in Deutschland (+5,2 %). Für die Entwicklungen in einzelnen Mitgliedstaaten spielten der jeweilige Pandemieverlauf und die Wirtschaftsstruktur eine Rolle. So expandierten die Volkswirtschaften Frankreichs und Italiens auf breiter Basis und waren am Jahresende annähernd wieder so groß wie vor der Krise. Spaniens Wirtschaftsleistung hingegen hängt stärker vom internationalen Tourismusgeschäft ab und blieb entsprechend gedrückt. Gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) kletterte die Inflationsrate gegen Ende des Jahres in der Spitze auf 6,0 % in Deutschland und auf 5,0 % im Euroraum - beides Höchstwerte seit der Einführung des Euro. Im Jahresdurchschnitt beliefen sich die Inflationsraten auf 3,2 % beziehungsweise 2,6 %. Die preistreibenden Sondereffekte hierzulande liefen zum Jahreswechsel 2021/22 weitgehend aus. Allerdings dürften die anderen preistreibenden Faktoren vorerst bestehen bleiben. Infolge des Krieges gegen die Ukraine dürfte die Dynamik des Verbraucherpreisanstiegs aufgrund gestiegener Energiepreise vor allem in der kurzen Frist nochmals zunehmen. Insgesamt ist der Preisausblick sehr unsicher, und die Risiken sind aufwärtsgerichtet. Die Lieferengpässe könnten länger anhalten, und auch anfänglich vorübergehender Preisdruck kann sich über Zweitrundeneffekte verfestigen, wenn sich die Inflationserwartungen und das Lohnwachstum entsprechend erhöhen. Bislang spielen Zweitrundeneffekte über einen stärkeren Lohnanstieg aber noch keine größere Rolle 1.

2.3 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.3.1 Entwicklung der Märkte im europäischen Gesundheitswesen

Der europäische Markt im Bereich des Gesundheitswesens ist stark fragmentiert. Der Anteil privater Betreiber und Anbieter von Gesundheitsleistungen am Gesamtmarkt variiert von Land zu Land aufgrund unterschiedlicher nationaler Krankenversicherungs- und Gesundheitssysteme. Harmonisierungsbestrebungen, wie zum Beispiel die Einführung von diagnosebezogenen Fallgruppen (sog. DRGs), haben eine gewisse Vereinheitlichung bzw. Angleichung nationaler Gesundheits- und Abrechnungsregularien zum Ziel.

Der weiterhin anhaltende Kostendruck sowie Nachfolgeprobleme bei den privaten Praxen und sich wandelnde Einstellungen bei jungen Ärzten führen zu einer fortschreitenden Marktkonsolidierung. Staatliche Maßnahmen, dies zu fördern, bei gleichzeitig steigenden Kosten und negativen Auswirkungen aufgrund demografischer Entwicklungen erfordern Effizienzsteigerungen bei allen Gesundheitseinrichtungen. Gleichzeitig werden ein sich ändernder Lebenswandel, die Auswirkungen der Umweltverschmutzung, sowie geänderte Bedürfnisstrukturen zu einer andauernden Zunahme bei den von uns angebotenen Dienstleistungen im Bereich der Fertilität, Ästhetik, Diagnostik und Genetik führen. Darüber hinaus werden die medizinischen und technischen Innovationen eine laufende Weiterentwicklung neuer und bestehender Verfahren bewirken, welche bei Patienten zu höheren Erfolgsaussichten führen werden, was sich weiterhin günstig auf die Marktentwicklung auswirken wird. Ein weiterer positiver Markttrend, der sich in den nächsten Jahren verstärken wird, ist die Zunahme von Privatausgaben der Patienten für bedürfnisorientierte medizinische Leistungen und Diagnostik, insbesondere im Bereich der Vorsorge sowie der Kryo-Konservierung, die von den gesetzlichen Krankenkassen üblicherweise nicht getragen werden.

Dieser, aus unserer Sicht unumkehrbare Konsolidierungsdruck, lässt sich in allen Regionen abzeichnen. Die bis jetzt durchgeführten Anteilstransaktionen bestätigen dies.

Weltweit werden pro Jahr mehr als 1,6 Mio. Zyklen In-vitro-Fertilisationen durchgeführt, wovon knapp die Hälfte aller Behandlungen in Europa stattfindet.

1 Vgl. Bundesbank Geschäftsbericht 2021

Nachfolgend wird über die wesentlichen geographischen Märkte der Next Clinics Gruppe berichtet, in denen wir als strukturierter Teil der NEXTCLINICS INTERNATIONAL aktiv sind oder waren.

2.3.2 Deutschland

Der Markt in Deutschland befindet sich derzeit in einem beständigen Wandel. Insbesondere aufgrund der Altersstruktur der aktiven Ärzte ist derzeit ein erheblicher Wechsel zu jüngeren Nachfolgern zu verzeichnen, wobei dieser Trend sich weiter verstärken wird. Gleichzeitig sind Finanzinvestoren dabei, diesen Wandel, einhergehend mit einer Konsolidierung in der Praxislandschaft mit dem Trend zu größeren Einheiten, aktiv zu begleiten. Zeitgleich erhöhten sich in den letzten Jahren die Anforderungen hinsichtlich der Zulassung für den Betrieb von Kinderwunschzentren und anderen Praxen in Konzernstrukturen sowie für die Nachfolge bestehender Praxen in diesem Bereich.

Wachstumstreiber auf dem deutschen Gesundheitsmarkt dürften nach wie vor die alternde Bevölkerung, die weitere Zunahme chronischer sowie umweltbeeinflusster Erkrankungen sowie eine sich ändernde und insbesondere lifestyle-orientierte Gesundheitseinstellung insbesondere jüngerer Bevölkerungsschichten sein. Unsere Geschäftsbereiche betreffend ist der altersmäßig später eintretende erstmalige Kinderwunsch eine weitere wesentliche Komponente. Die unterschiedlichen Preisniveaus werden weiterhin eine große Rolle spielen. Darunter fallen der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM), Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und Krankenhäuser (KH).

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, haben die Gesundheitsausgaben in Deutschland im Jahr 2017 erstmals die Marke von 1 Milliarde Euro pro Tag überschritten. Die Hochrechnung für das Jahr 2020 beinhaltet einen Anstieg der Gesundheitsausgaben gegenüber 2019 um 23,6% auf 508 Mrd. EUR. Durch die Pandemie stieg der Anteil der Gesundheitsausgaben im Verhältnis zum BIP von 11,7% im Vorjahr auf 12,5% in 2020.

Laut dem deutschen In-vitro-Fertilisation (IVF) Register wurden in 2020 insgesamt 116.306 Behandlungszyklen (Frisch- und Auftauzyklen) durchgeführt. Das ist eine starke Steigerung i.H.v. 5,8% gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der behandelten Frauen in 2020 nahm dabei gegenüber dem Vorjahr von 62.039 auf 62.431 zu 2.

Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung sieht eine diskriminierungsfreie Übernahme von 25% des Eigenanteils der Behandlungskosten, auch bei heterologer Insemination, durch den Bund sowie das Ziel der vollständigen Übernahme der Behandlungskosten vor. Die Präimplantationsdiagnostik soll erlaubt und die Kosten durch den Bund übernommen werden. Zudem soll die Embryonenspende im Vorkernstadium erlaubt werden. Eine Kommission soll die Möglichkeiten zur legalen Eizellenspende und der altruistischen Leihmutterschaft überprüfen.

2 Aktuellste Zahlen laut https://www.deutsches-ivf-register.de/perch/resources/dirjb2020de.pdf

Darüber hinaus ist in den von uns betreuten Bereichen mit keiner Lockerung der Zulassungsbedingungen für Medizinische Versorgungszentren sowie der übrigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu rechnen. Vielmehr werden die geforderten Änderungen uns möglicherweise zu einer Anpassung der Akquisitionsmodelle für künftige Hinzuerwerbe zwingen. Die entsprechenden Regelungen sind bereits in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht und werden dort intensiv diskutiert. Im Bereich der Reproduktionsmedizin wurden zwischenzeitlich weitere Regelungen umgesetzt, die einerseits die Spender von biologischem Material schützen, andererseits dem Informationsbedarf von Kindern, die in reproduktionsmedizinischen Behandlungen entstanden sind, Rechnung tragen.

2.3.3 Italien

Der italienische Gesundheitsmarkt gehört zu den drei größten Märkten in Europa. Durch die einzelnen italienischen regionalen Regierungen wird die maximale Anzahl von Untersuchungen und Tests, die durch private Anbieter für die staatliche Vorsorge erbracht werden können, festgelegt. Dies führt einerseits zu der Einschränkung des verfügbaren Marktvolumens für private Gesundheitseinrichtungen und die Möglichkeit kollektiv/staatlich versicherte Patienten zu akzeptieren, anderseits gibt es Wachstumsmöglichkeiten als Alternative für die staatliche Vorsorge. Die Ausgaben für das Gesundheitswesen haben sich im Pandemiejahr 2020 um 6,7% von 115,7 Mrd. EUR auf 123,4 Mrd. EUR erhöht 3.

Insbesondere im Bereich der Spezialdiagnostik und Genetik mit einem Marktvolumen von rund 1,6 Mrd. EUR und zahlreichen gesetzlich erforderlichen Untersuchungen bei Kinderwunschpatienten stellt dies ein attraktives Potential dar 4.

Darüber hinaus ist in Italien eine äußerst fragmentierte Struktur bei IVF Zentren zu erkennen. Im Bereich der Diagnostikeinrichtungen war eine Konsolidierung während der letzten Jahre zu verzeichnen, wobei auch regelmäßig neue Anbieter den Markteintritt versucht haben. Auch kann das regulatorische Umfeld als zwischenzeitlich weitgehend liberal bezeichnet werden. Insgesamt weist Italien aufgrund des durchschnittlich höheren Alters bei Kinderwunschpatienten eine ebenfalls durchschnittlich höhere Anzahl von Zyklen auf als z.B. die Bundesrepublik Deutschland.

Derzeit sind in den einzelnen Regionen unterschiedliche Maßnahmen der Gesundheitsverantwortlichen erkennbar, um auf die steigenden Kosten im Gesundheitsweisen und die anhaltenden Probleme des italienischen Finanzhaushaltes zu reagieren. Diese werden nach unserer Einschätzung zu einer weiteren deutlichen Konsolidierung der Gesundheitseinrichtungen in einigen Regionen führen, wobei wir hier aufgrund des bereits hohen Anteils von privaten Zuzahlungen dies auch als positive Entwicklung beurteilen.

Weiterhin sehen wir in Italien aus der Liberalisierung der Regulatorik einen unverändert steigenden Bedarf an humanem Spendermaterial für Fertilitätsbehandlungen.

3 Aktuellste Zahlen lt. https://www.statista.com/statistics/793788/public-healthcare-expenditure-in-italy/

4 https://www.ihealthcareanalyst.com/germany-france-uk-italy-spain-vitro-diagnostics-market/

2.3.4 Österreich

Die Gesundheitsausgaben haben sich in 2020 um 4,1% auf 43,5 Mrd. EUR erhöht 5 , der Anteil am BIP ist hierdurch von 10,5% auf 11,5% gestiegen.

Der IVF-Markt in Österreich wird zum Großteil durch wenige große IVF Zentren bestimmt, wobei die Finanzierung überwiegend durch öffentliche sowie private Krankenkassen erfolgt. Aufgrund der regionalen und zulassungsrechtlichen Restriktionen ist der zugängliche Markt bereits relativ stark konsolidiert. Die Kosten der assistierten Reproduktion für in Österreich Versicherte werden zu ca. 70% vom IVF-Fonds unter bestimmten Voraussetzungen getragen. Im Jahr 2020 wurden 10.515 Versuche bei 6.692 Paaren durch den IVF-Fonds finanziert, was gegenüber dem Vorjahr eine Reduktion von 6,2% bedeutet. Die Kosten des IVF-Fonds hierfür betrugen 16,8 Millionen Euro 6.

Aufgrund der regulatorischen Rahmenbedingungen ist Österreich insbesondere für Patienten aus Deutschland und der Schweiz für Fertilitätsbehandlungen weiterhin attraktiv, mittelfristig wird eine Veränderung der Patientenströme aufgrund regulatorischer Änderungen erwartet.

2.3.5 Schweiz

Nach den letzten verfügbaren Zahlen der OECDhat die Schweiz weltweit den vierthöchsten Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt(rund 13,2%). Demografische Entwicklungen sowie medizinische und technische Innovationen führen zu einer durchschnittlichen Wachstumsrate bei den Gesundheitsausgaben, die über dem Anstieg des Schweizer Bruttoinlandsproduktes liegt.

Im Gegensatz zu anderen Ländern sind alle Krankenversicherungen privatwirtschaftlich organisiert, staatliche Krankenkassen gibt es nicht. Da die Regularien im Gesundheitswesen wesentlich von den einzelnen Schweizer Kantonen gestaltet werden, gibt es regionale Unterschiede bei der Ausgestaltung der Gesundheitsversorgung.

Aufgrund der hohen Anzahl verpflichtender Krankenversicherungen, die Leistungen übernehmen, sowie von Privatpatienten übernommenen Zahlungen ("out-of-pocket-Zahlungen"), wird das Schweizer Gesundheitswesen weniger stark als in anderen europäischen Ländern von Gesundheitsreformen beeinflusst. Diskutiert wird die Übernahme von bis zu 75% von maximal zwei IVF/ICSI Behandlungen durch die Grundsicherung, bislang ist dies nur durch eine Zusatzversicherung möglich.

5 Aktuellste Zahlen lt. https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/gesundheit/gesundheitsausgaben/index.html

6 Aktuellste Zahlen lt. https://www.sozialministerium.at/dam/jcr:3326c777-2d0e-45e2-8b31-4573b136a9cc/IVF-Fonds-Jahresbericht_2020.pdf

Laut der Schweizerischen Bundesverwaltung wurden in 2019 5.993 Frauen in 11.143 Zyklen behandelt. Diese Zahlen sind über die letzten Jahre konstant geblieben 7.

2.3.6 Spanien

Spanien bietet historisch bereits seit Langem die liberalsten regulatorischen Rahmenbedingungen für IVF Zentren. Grundsätzlich weist der Markt noch hohes Konzentrationspotential bei einer vergleichsweise hohen Anzahl von IVF Zentren auf. Gleichzeitig haben nahezu alle führenden Anbieter für Reproduktionsmedizin ihren Ausgangspunkt und operativen Schwerpunkt in Spanien. Schwerpunkt nahezu aller IVF Zentren sind Privatpatienten und davon ein hoher Anteil von Patienten mit Lebensmittelpunkt außerhalb Spaniens.

Dies hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass aufgrund der Regulatorik und der damit ermöglichten Therapien gemeinsam mit einem hohen verfügbaren Volumen an humanem Spendermaterial der Bedarf für spezielle IVF-Behandlungen, insbesondere soweit humanes Spendermaterial hierbei benötigt wird, nahezu ohne Einschränkungen erfüllt werden kann. Damit hat Spanien auch die höchste Anzahl von Zyklen in Europa überhaupt. Spanien ist im Bereich der Reproduktionsmedizin damit einerseits attraktiv im Bereich der Behandlung von Medizintouristen und andererseits aufgrund der positiven Grundeinstellung der Bevölkerung im Bereich der anonymen Spender ein Schwerpunkt für die Versorgung mit humanem Spendermaterial im Bereich der Reproduktionsmedizin.

In 2020 erfuhr Spanien durch die pandemiebedingten Reisebeschränkungen einen starken Einbruch, da durch die Reisebeschränkungen der medizinische Tourismus komplett zum Stillstand gekommen ist und zusätzlich behördlich angeordnete Klinikschließungen auch die Behandlung lokaler Patienten für die Zeit des Lockdowns unterbunden wurde. In 2021 hat es eine leichte Erholung gegeben, durch die immer wiederkehrenden Reisebeschränkungen konnte das Vorkrisenniveau jedoch nicht erreicht werden.

2.3.7 Tschechien

Das tschechische Gesundheitswesen wird wesentlich von der durchschnittlich zunehmenden Lebenserwartung der Bevölkerung und den damit verbundenen steigenden Gesundheitsausgaben sowie durch technische und medizinische Weiterentwicklungen beeinflusst. Dies führte in den Jahren 2011 bis 2017, trotz stattgefundener Gesundheitsreformen, zu einem stabilen durchschnittlichen Wachstum von 9,8% p.a..

7 Aktuellste Zahlen lt. https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/gesundheit/gesundheitszustand/reproduktive/medizinisch-unterstuetzte-fortpflanzung.html

Im Bereich der Reproduktionsmedizin ist der Markt zu einem erheblichen Anteil dadurch gekennzeichnet, dass ausländische Patienten behandelt werden. Dies ist einerseits auf Kostenvorteile bei Behandlung im Verhältnis zu anderen Ländern zurückzuführen, zum anderen jedoch in erheblichem Umfang auf die liberalen Regelungen im Bereich der Reproduktionsmedizin.

Der Labormarkt mit einem Marktvolumen von rund 0,6 Mrd. EUR in 2014, wird mit rund 45% von staatlichen Krankenhauslaboren und der Rest von privaten Anbietern abgedeckt. Der Labormarkt unterliegt regelmäßigen Anpassungen der relevanten Vergütungsparameter, insbesondere bei den sog. Punktwerten, die die Basis bei der Bestimmung des jeweiligen Abrechnungsvolumens bilden, sowie bei den abrechenbaren Punktvolumina. Im Jahr 2013 wurde mit dem sogenannten "Unique-Patient-Konzept" eine weitere Steuerungsgröße eingeführt; die seit 2015 facharztgruppenspezifisch umgesetzt wird.

In 2019 wurden insgesamt 41.186 Zyklen (ohne Zyklen für Eizellenspenden) behandelt. Hinzu kommen noch 5.394 Zyklen für Eizellenspenden, wovon lediglich 0,3% auf tschechische Paare entfallen 8.

2.3.8 Übrige Regionen

Neben den bereits vorgenannt dargestellten Regionen und Geschäftsfeldern ist die Next Clinics Gruppe in weiteren Märkten aktiv tätig, die derzeit hinsichtlich des Einflusses auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Next Clinics Gruppe lediglich eine untergeordnete Bedeutung haben. Diese Märkte umfassen die Aktivitäten in den Niederlanden, Estland und Georgien. In den Niederlanden betreibt die Gruppe mit FertiTravel ein Dienstleistungsunternehmen für Customer care und Patientenvermittlung. Hinsichtlich Georgien hat sich das Management dazu entschieden die Gesellschaft zu veräußern, da der Markt sehr klein und logistisch schwer zu erreichen ist.

2.4 Geschäftsverlauf der Next Clinics Gruppe

Seit Gründung der Next Clinics Gruppe und dem Aufbau bis zur heutigen Struktur war der Geschäftsverlauf durch umfangreiche Akquisitionen im In- und Ausland sowie deren Integration gekennzeichnet. Das Geschäftsjahr 2021 war, wie das Vorjahr, durch die COVID-19 Pandemie geprägt. In den ersten Monaten das Jahres 2021 kam es zu Nachholeffekten aus dem Vorjahr. Da Patienten auf die vollständige Immunisierung durch zwei, später im Jahr dann drei Impfungen setzten, wurden andererseits Behandlungen immer wieder verschoben.

Insgesamt kam es durch die Pandemie zu einem Zusatzumsatz in Höhe von 4,3 Mio. EUR im Geschäftsbereich Diagnostics. Die Auswirkungen auf die anderen Geschäftsbereiche lassen sich nicht genau beziffern, da es einerseits zu Aufholeffekten aus dem Jahr 2020, andererseits zu Verschiebungen von Behandlungen durch Impfungen gekommen ist.

8 Aktuellste Zahlen lt. https://www.uzis.cz/res/f/008365/asistreprodukce2018-2019.pdf

2.5 Lage der Next Clinics Gruppe

2.5.1 Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2021 betrugen die Umsatzerlöse aus fortgeführten Geschäftsbereichen 87,8 Mio. EUR (VJ. 73,6 Mio. EUR). Diese entfallen der Größe nach auf Aktivitäten in Tschechien, Italien, Österreich, Deutschland, der Schweiz, Spanien, Estland und den Niederlanden und teilen sich wie folgt auf:

Der Anstieg bei Personal- (13%) und Materialaufwendungen inkl. Fremdleistungen (27%) gegenüber dem Vorjahr resultiert aus dem Anstieg der Umsatzerlöse. Zudem ist der Materialaufwand für PCR Tests im Vergleich zum Umsatz aufgrund der deutlich geringeren Vergütung, auch wenn sich die Einkaufspreise ebenfalls reduziert haben, gegenüber dem Vorjahr angestiegen.

Der sonstige betriebliche Aufwand hat sich nur geringfügig (1%) erhöht. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Wertminderungen, Steuern und Zinsen (EBITDA) konnte um 3,7 Mio. EUR auf 7,1 Mio. EUR (VJ. 3,3 Mio. EUR) gesteigert werden.

Das Finanzergebnis wird im Wesentlichen durch die Wechselkursänderung auf Darlehen an Tochtergesellschaften in Fremdwährung beeinflusst.

Das Konzernperiodenergebnis verbesserte sich von -14,2 Mio. EUR auf -5,1 Mio. EUR. Hierin sind Abschreibungen auf im Zuge der Kaufpreisallokation identifizierte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 7,6 Mio. EUR (VJ. 8,0 Mio. EUR) enthalten.

2.5.2 Finanzlage

a) Kapitalstruktur

Die Finanzlage der Next Clinics Gruppe weist eine hohe Finanzierung des Konzerns durch Eigenkapital i. H. v. 113,5 Mio. EUR (VJ. 120,4 Mio. EUR) auf sowie langfristigen Schulden i. H. v. 37,1 Mio. EUR (VJ. 38,7 Mio. EUR), wovon 11,9 Mio. EUR (VJ. 14,0 Mio. EUR) passive latente Steuern darstellen, welche im Wesentlichen im Rahmen der Kaufpreisallokationen für Kundenlisten und Lizenzen bzw. Marken erfasst wurden. Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital ergeben in Summe 85,3% (VJ. 84,3%) der Bilanzsumme i. H. v. 176,5 Mio. EUR (VJ. 188,8 Mio. EUR), die Eigenkapitalquote hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf 64,3% (VJ. 63,8%) erhöht. Der überwiegende Teil des Vermögens ist damit weiterhin langfristig finanziert, was insbesondere auch für die immateriellen Vermögenswerte und den Firmenwerten gilt. Die langfristigen Verbindlichkeiten sind im Verhältnis zur Eigenfinanzierung eher nachrangig, daher sehen wir die Next Clinics Gruppe mit ihren überwiegend langfristigen Vermögenswerten ausreichend finanziert, um die operativen und weiteren strategischen Finanzbedarfe sicherstellen zu können.

Das Eigenkapital verringert sich im Geschäftsjahr von 120,4 Mio. EUR auf 113,5 Mio. EUR durch das im Geschäftsjahr entstandene negative Konzernergebnis i. H. v. -5,1 Mio. EUR (VJ. -14,2 Mio. EUR) sowie durch eine Reduktion der erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderung um 2,2 Mio. EUR (VJ. 1,7 Mio. EUR). Andererseits wurde durch die im Geschäftsjahr durchgeführten Kapitalmaßnahmen das Eigenkapital um 0,4 Mio. EUR (VJ. 0,9 Mio. EUR) erhöht.

Die Veränderungen bei den Verbindlichkeiten im kurz- und langfristigen Bereich resultieren hauptsächlich aus Tilgungen von nach IFRS 16 passivierten Leasingverbindlichkeiten, der Aufnahme des Darlehens für den Erwerb der TAHE Medical Center, S.L. Unipersonal, Murcia, und Tilgungen der im Vorjahr aufgenommenen COVID-19 Darlehen.

b) Investitionen

Die Next Clinics Gruppe investiert vor allem in ihre geographische und strategische Expansion durch Unternehmenserwerbe. Im Rahmen dieser Akquisitionen wurden überwiegend immaterielle Vermögenswerte wie Kundenstamm, Lizenzen und Firmenwerte erworben oder eingebracht, die durch Eigenkapital finanziert werden.

Insgesamt wurden in 2021 rund 1,9 Mio. EUR in Sachanlagen investiert (VJ. 2,3 Mio. EUR), wovon die wesentlichen Investitionen auf die Segmente FERTILITY mit 1,2 Mio. EUR (VJ. 0,8 Mio. EUR), BIOBANK mit 0,4 Mio. EUR (VJ. 0,2 Mio. EUR) und DIAGNOSTICS mit 0,3 Mio. EUR (VJ. 0,6 Mio. EUR) entfallen. Weitere 0,4 Mio. EUR (VJ. 0,3 Mio. EUR) wurden in immaterielle Vermögenswerte investiert, wovon der Großteil die Segmente FERTILITY mit 0,2 Mio. EUR (VJ. 0,0 Mio. EUR) und DIAGNOSTICS mit 0,1 Mio. EUR (VJ. 0,1 Mio. EUR) betrifft. Die Entwicklung bei den Sachanlageninvestitionen ist im Wesentlichen dadurch bedingt, dass aufgrund der Integrationsmaßnahmen und dem Aufbau von Organisationsstrukturen in erheblichem Umfang in die Betriebsausstattung investiert wurde und darüber hinaus strukturelle Investitionen in die Infrastruktur einiger Standorte durchgeführt wurden, vor allem im Klinik- und Laborbereich in Estland, Spanien und Österreich. Der Anlagenabnutzungsgrad der Sachanlageninvestitionen (ohne nach IFRS 16 aktivierte Nutzungsrechte) beträgt zum Ende des Wirtschaftsjahres 55% (VJ. 57%).

Neben diesen Sachanlageinvestitionen finanziert sich die Gruppe in geringem Maß im operativen Bereich zusätzlich durch branchenübliches Leasing von Immateriellen Vermögenswerten. Die Zahlungen im Geschäftsjahr 2021 betrugen hieraus rund 0,2 Mio. EUR (VJ. 0,1 Mio. EUR).

c) Liquidität

Die Liquidität ersten Grades (als das Verhältnis der liquiden Mittel zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten) beträgt zum 31. Dezember 2021 32,7% (VJ. 32,9%) und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich verändert.

Wie in den Vorjahren übersteigt der Bestand an kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräten die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Bilanzstichtag deutlich. Das langfristig gebundene Vermögen ist zum Ende des Geschäftsjahres zu 102,2% (VJ. 102,7%) durch Eigenkapital und langfristigen Schulden finanziert. Wird auf immaterielle Vermögenswerte und den Firmenwert abgestellt, so sind diese zu 72,4 % (VJ. 72,3%) langfristig finanziert.

Für Darlehen in Zusammenhang mit COVID-19 Förderprogrammen i.H.v. 1,3 Mio. EUR (VJ. 1,6 Mio. EUR) bestehen Ausschüttungsbeschränkungen bei den einzelnen Gesellschaften in Spanien.

Von den Gesellschaftern wurden Darlehen mit einer Fälligkeit zum 30.4.2023 in Höhe von 4,0 Mio. EUR (VJ. 3,7 Mio. EUR) gewährt.

Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit lag im Geschäftsjahr bei 6,9 Mio. EUR (VJ. 0,2 Mio. EUR). Der Liquiditätsbestand i. H. v. 8,5 Mio. EUR zum Jahresende (VJ. 8,3 Mio. EUR) ist für die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebes ausreichend. Es bestehen Kreditlinien in Höhe von 100 TEUR (VJ. 1.149 TEUR), welche in Höhe von 10 TEUR (VJ. 424 TEUR) genutzt werden.

2.5.3 Vermögenslage

Die Vermögenslage ist neben dem laufenden Geschäft vor allem durch die in der Vergangenheit getätigten Akquisitionen in Unternehmen im In- und Ausland bestimmt, welche die Veränderungen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb wesentlich überlagern.

Die Vermögensstruktur zum 31. Dezember 2021 wird im Wesentlichen unverändert durch langfristige Vermögenswerte bestimmt, die sich auf rund 83,4 % (VJ. 82,0%) der Bilanzsumme belaufen. Davon entfällt der überwiegende Teil in Höhe von 109,1 Mio. EUR (VJ. 115,0 Mio. EUR) auf immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte. Diese resultieren zum Großteil aus den seit der Gründung der Next Clinics Gruppe durchgeführten Akquisitionen. Soweit der erzielbare Betrag zum Abschlussstichtag den Buchwert überstieg, wurde eine Wertminderung durchgeführt.

Der Anteil der Firmenwerte an der Bilanzsumme beläuft sich auf rund 26,8% (VJ. 24,7%). Die übrigen immateriellen Vermögenswerte setzen sich überwiegend aus aktivierten Markenrechten, Kundenlisten, Software und Lizenzen zusammen, die über eine Laufzeit von 3 bis 15 Jahren planmäßig amortisiert werden.

Bedingt durch das Wachstum der Gruppe zum 31. Dezember 2021 sowie die laufende Geschäftstätigkeit während des Geschäftsjahres 2021 erhöhte sich auch der Bestand an Forderungen im Umlaufvermögen um 1,0 Mio. EUR auf 10,8 Mio. EUR. Nachdem für den überwiegenden Teil der Analytik der Materialverbrauch, wie auch die Gerätenutzung, fallbezogen abgerechnet werden, war es uns möglich, die Lagerhaltung und die damit verbundene Kapitalbindung zu optimieren und auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, bezogen auf das Geschäftsvolumen, zu halten. Diese Optimierung werden wir auch künftig weiter fortsetzen. Die Vorratsbestände sind damit in Bezug auf die Bilanzsumme von untergeordneter Bedeutung. Dem gegenüber sind die Bestände aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wesentlich. Diese setzen sich größtenteils aus Forderungen gegen Ärzte und Patienten, Kostenträger in den jeweils regionalen Gesundheitssystemen sowie Krankenhäuser zusammen. Letztere werden teilweise durch die öffentliche Hand oder privatwirtschaftlich betrieben. Aufgrund dieser Zusammensetzung ergeben sich grundsätzlich geringe Bonitätsrisiken. Ungeachtet dessen verfolgen wir aktiv Maßnahmen zur Optimierung und Steuerung der Umlaufbestände an Forderungen und Vorräten zu Gunsten der Liquidität.

2.5.4 Entwicklung der einzelnen Segmente

Die Auswirkungen der Ukraine-Krise sind derzeit nicht abschätzbar und bei den Erwartungen für das Wirtschaftsjahr 2022 nicht berücksichtigt.

a) FERTILITY

Der Geschäftsbereich FERTILITY führt Kinderwunschbehandlungen durch. Der Umsatz hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Der im November abgeschlossene Unternehmenserwerb der TAHE Medical Center, S.L. Unipersonal, hat seit Erwerb mit 0,2 Mio. EUR zum Konzernumsatz beigetragen. Gegenüber dem Vorjahr konnte der Umsatz organisch um 10% bzw. 3,8 Mio. EUR gesteigert werden.

Für das Jahr 2022 wird ein organisches Wachstum zwischen 17% und 18% angestrebt.

b) BIOBANK

Der Geschäftsbereich BIOBANK fokussiert sich auf die Sammlung von Eizellen und Sperma für Patienten, denen es selbst nicht möglich ist, Kinder zu bekommen. Gegenüber dem Vorjahr konnte der Umsatz organisch um 27% gesteigert werde:

Für 2022 wird ein organisches Wachstum von rund 13% erwartet.

c) DIAGNOSTICS

Im Geschäftsbereich DIAGNOSTICS konnte durch COVID-19 PCR Testungen trotz sinkender Preise der Umsatz weiter gesteigert werden. Hierin sind Durchlaufposten für zur Verfügung gestelltes Material i.H.v. 1,2 Mio. EUR und staatliche COVID-19 Boni für Mitarbeiter in Testzentren i.H.v. 0,2 Mio. EUR, insgesamt 1,4 Mio. EUR, für Testungen an Flughäfen enthalten. Um diesen Effekt bereinigt, ergibt sich noch immer ein Umsatzwachstum in Höhe von 6,3 Mio. EUR bzw. 30% gegenüber dem Vorjahr, wovon 4,3 Mio. EUR auf COVID-19 PCR Testungen entfallen:

Für 2022 wird mit einem deutlichen Rückgang von 22% der Umsätze aus COVID-19 PCR Testungen gerechnet, da mit einer weiteren Reduktion der Vergütung einerseits und mit einem Rückgang des Volumens andererseits zu rechnen ist. Um den Effekt etwas auszugleichen, werden umfangeiche Aktivitäten gesetzt, um während der Pandemie aufgeschobene Behandlungen und damit verbundene Testaktivtäten nachzuholen und im Bereich der Vorsorgeuntersuchungen, um diesen stärker auszubauen. Es ist daher insgesamt mit einem Umsatzrückgang von 6% zu rechnen.

d) SUPPLEMENTS

Im Geschäftsbereich SUPPLEMENTS werden Nahrungsmittelergänzungen entwickelt und vertrieben. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der Unterstützung der Fertilität. Die Produkte der Serie Fertilovit® sind speziell für Anwendungsbereiche wie Hashimto, Endometriose oder PCOS optimiert. Neu seit 2020 ist das Produkt Resilovit® zum Ausgleich von Nährstoffdefiziten durch hormonelle Verhütung.

Im Geschäftsjahr konnte der Umsatz um 15% (VJ. 8%) deutlich gesteigert werden:

Für 2022 wird durch Erschließung neuer Märkte mit einem Wachstum von 18% bis 19% gerechnet. Der Effekt aus dem Wegbrechen der Märkte Ukraine und Russland ist bislang nicht abschätzbar.

e) BEAUTY

Im Geschäftsbereich, einem Netzwerk aus Kliniken für ästhetisch-plastischen Kliniken, konnte der Umsatz organisch um 7% auf 3,7 Mio. EUR gesteigert werden.

Für 2022 wird mit einem weiteren Wachstum von 5% bis 6% gerechnet.

f) Corporate

Der Geschäftsbereich Corporate umfasst die Konzernsteuerung und gruppenweite shared services, insbesondere im Bereich der IT.

g) Sonstige

Der Geschäftsbereich Sonstige umfasst alle Aktivitäten, die nicht den vorangegangenen Segmenten zugeordnet werden können. Hier blieb der Umsatz mit 1,7 Mio. EUR geringfügig unter dem Vorjahr mit 1,8 Mio. EUR Umsatz. Hauptgrund waren die Vergütungen im Vorjahr für die Bereithaltung von COVID-19 Stationen in stationären Bereich.

2.6 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Trotz der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie konnte die Next Clinics Gruppe das Geschäftsjahr 2021 mit einem deutlich positiven EBITDA-Ergebnis abschließen. Die Vermögens- und Finanzstruktur ist insgesamt durch die langfristige Finanzierung langfristig gebundener Vermögenswerte gekennzeichnet. Insgesamt haben sich im Geschäftsjahr 2021 die entsprechenden Relationen leicht verbessert. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich geringfügig von 63,8% auf 64,3%.

Bis auf die Entwicklung der Gesellschaften mit Restrukturierungen im Segment FERTILITY in Deutschland und Tschechien ist die Geschäftsführung mit der Entwicklung des Geschäftsjahres 2021 zufrieden.

3 Nachtragsbericht

Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die zukünftige Entwicklung sind derzeit schwer einzuschätzen. Es ist einerseits mit steigenden Energiepreisen zu rechnen, außerdem wird es zu einer Reduktion des verfügbaren biologischen Materials kommen, da in absehbarer Zeit mit keinem Spendermaterial aus der Ukraine zu rechnen ist. Die Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sind derzeit noch nicht absehbar.

4 Leistungsindikatoren

Der Konzern zieht zur internen Unternehmenssteuerung als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren den Umsatz sowie das EBITDA heran.

Darüber hinaus werden die folgenden wesentlichen nicht finanziellen Leistungsindikatoren im Konzern verwendet und kontinuierlich weiterentwickelt:

Kassenärztliches Punkteabrechnungssystem (Tschechien) - 532,3 Mio. Punkte (VJ. 423 Mio.); für das nächste Jahr wird eine Reduktion um rund 6% erwartet

6 Tausend IVF Punktionen

635 Vollzeitäquivalent Mitarbeiter (VJ. 623)

5,1 Millionen verkaufte Pillen an Nahrungsmittelergänzungen (VJ. 4,3 Mio.)

5 Bericht über die künftige Entwicklung sowie deren

Chancen und Risiken

5.1 Prognosebericht

Die Weltwirtschaft bleibt auf einem Pfad der Erholung, wenngleich anhaltende Lieferengpässe, steigende Rohstoffpreise und das Aufkommen der Omikron-Variante des Coronavirus (COVID-19) die kurzfristigen Wachstumsaussichten nach wie vor belasten. Aktuelle Konjunkturumfragen deuten darauf hin, dass die Wachstumsdynamik zu Beginn des vierten Quartals schwach geblieben ist. Dies galt wegen der Lieferengpässe vor allem für das verarbeitende Gewerbe, während dem Dienstleistungssektor das Wiederhochfahren großer Volkswirtschaften zugutekam. Die Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft wurden in den von Experten des Eurosystems erstellten gesamtwirtschaftlichen Projektionen für das Euro-Währungsgebiet vom Dezember 2021 gegenüber den vorangegangenen Projektionen für 2021 nach unten korrigiert, für 2022 unverändert belassen und für 2023 nach oben revidiert.

Obgleich die COVID-19-Krise die öffentlichen Finanzen auch 2021 stark belastet hat, zeichnet sich in den von Fachleuten des Eurosystems erstellten gesamtwirtschaftlichen Projektionen für das Euro-Währungsgebiet vom Dezember bereits eine Verbesserung des Finanzierungssaldos ab. Die Defizitquote hatte mit 7,2 % im Jahr 2020 einen Höhepunkt erreicht und dürfte 2021 auf geschätzte 5,9 % gesunken sein. Im Jahr 2022 sollte sie weiter auf 3,2 % zurückgehen und sich bis Ende des Projektionszeitraums im Jahr 2024 bei knapp 2 % einpendeln. Zurückzuführen sind diese Verbesserungen auf eine Konstellation aus höheren konjunkturbereinigten Primärsalden und - insbesondere ab 2022 - einem deutlich höheren Beitrag der Konjunkturkomponente.

Die Expertinnen und Experten des Eurosystems gehen in ihren gesamtwirtschaftlichen Projektionen für das Euro-Währungsgebiet vom Dezember davon aus, dass sich das reale BIP 2021 auf Jahressicht um 5,1 %, 2022 um 3,7 %, 2023 um 2,8 % und 2024 um 1,6 % erhöhen wird. Die Prognosen wurden aufgrund der Ukraine-Krise bereits nach unten korrigiert. Hinsichtlich der Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung liegt noch hohe Unsicherheit vor.

Im Dezember zog die Inflation weiter auf 5,0% an. Sie wird auch im überwiegenden Teil des Jahres 2022 mit durchschnittlich 5,1% deutlich über 2 % bleiben.

Gemäß den von Experten des Eurosystems erstellten gesamtwirtschaftlichen Projektionen für das Euro-Währungsgebiet vom März 2022 wird die Jahresteuerungsrate 2021 bei 2,6 %, 2022 bei 5,1 % und 2023 bei 2,1 % und 2024 bei 1,8 % liegen und damit deutlich höher ausfallen als in den vorangegangenen Projektionen vom September und Dezember angenommen. Die Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel wird den Projektionen zufolge 2021 im Schnitt bei 1,4 %, 2022 bei 2,6 %, 2023 bei 1,7 % und 2024 bei 1,8 % liegen 9.

9 Vgl. EZB Wirtschaftsbericht 08/2021 und Wirtschaftsbericht 01/2022

Wesentliche Veränderungen in den Gebührenordnungen sehen wir nach den uns vorliegenden Kenntnissen derzeit nicht, sodass hieraus keine Ergebnisbelastungen zu erwarten sind. Vielmehr erwarten wir kurz- und mittelfristig weitere Synergieeffekte aus den durchgeführten Akquisitionen (Verfahrensanpassungen, Zentralisation der Diagnostik, Einkauf, Logistik, Nahrungsmittelergänzungen etc.), deren Realisierung während der COVID-19 Pandemie teilweise ausgesetzt werden musste, sowie Ergebnisbeiträge aus weiteren Strukturmaßnahmen und Prozessverbesserungen. Soweit sich in Deutschland strukturelle Veränderungen in den Zulassungskriterien für medizinische Versorgungszentren ergeben sollten, werden wir diesen mit angepassten Akquisitions- und Betriebsstrukturen entgegenwirken.

Wir gehen insgesamt von einer starken Marktposition unserer Gruppe aus, die sowohl organisch als auch, ab dem zweiten Halbjahr 2022, durch Akquisitionen weiterwachsen und ihre Marktstellung ausbauen wird.

Mit den im Geschäftsjahr 2017 beschlossenen Kapitalmaßnahmen und der damit verbundenen Stärkung der Eigenmittel der NextClinics Gruppe konnte die Grundlage für eine solide Finanzierungsbasis für Akquisitionen wie auch für das Tagesgeschäft geschaffen werden. Wir gehen davon aus, kurzfristig diese Finanzierungsstruktur durch Fremdkapital weiter zu optimieren. Insgesamt verfügen wir derzeit über ausreichend finanzielles Investitionsvolumen, um aussichtsreiche und zukunftsgerichtete Akquisitionsmöglichkeiten zur weiteren strategischen Umsetzung der Unternehmensziele nutzen zu können.

Gleichzeitig werden wir auf allen Märkten weiter in unsere einheitliche Marke NextClinics investieren, um unseren unverwechselbaren Außenauftritt kontinuierlich zu stärken. Aufgrund der marktgegebenen Rahmenbedingungen erwarten wir keine signifikanten Belastungen aufgrund von Vergütungsreformen. Soweit uns Reformen aus der Vergangenheit bereits bekannt sind bzw. wirksam wurden, haben wir diesen bereits aktiv gegengesteuert. Wir gehen damit von einer erneut positiven Entwicklung des Konzerns für die Jahre 2022 und 2023 bereinigt um notwendige Optimierungen im Beteiligungsportfolio der jeweiligen länderspezifischen bzw. fachspezifischen Konzernbereiche der Next Clinics Gruppe aus. Für die Ertragslage erwarten wir aus den bestehenden Märkten positive Entwicklungen mit einem Umsatzwachstum von 8% bis 9% für die Gruppe (Basis Umsatz 2021: 87,8 Mio. EUR) sowie einer Steigerung des EBITDA rund 30% bis 35% (Basis EBITDA 2021: 7,1 Mio. EUR).

In der Erwartung einer positiven Entwicklung der Ertragslage, sehen wir auch entsprechend positive Effekte auf die Vermögens- und Finanzlage. Hinsichtlich der Finanzlage gehen wir von einem Aufbau des Eigenkapitals sowie einer weiteren Verbesserung der Finanzierungsstruktur aus. Bezogen auf die Vermögenslage planen wir, insbesondere im Zusammenhang mit der ergebnisorientierten Strukturierung der Standorte, weitere Investitionen in die Ausstattung und die Optimierung der Abläufe der Standorte. So soll möglichst weitgehende Standardisierung in der Ausstattung sowie auch weitere Verbesserungen in den operativen Abläufen, insbesondere durch vollständige Digitalisierung, erreicht werden. Gleichzeitig werden in neue Standorte, insbesondere in Estland, signifikante Beträge investiert werden, um hier das künftig erwartete Wachstum vorbereiten zu können. Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 3,4 Mio. EUR geplant.

Bei den nicht-finanziellen Leistungsindikatoren sind folgende Änderungen für das Geschäftsjahr 2022 geplant:

Kassenärztliches Punkteabrechnungssystem (Tschechien): -6%, aufgrund des Rückgangs an COVID-19 PCR Testungen

IVF Punktionen: +10% organisches Wachstum

635 Vollzeitäquivalent Mitarbeiter: -4%

verkaufte Packungen an Nahrungsmittelergänzungen: +15% bis +18% organisches Wachstum, wobei hier der Effekt aus der Ukrainekrise nicht berücksichtigt ist, da die Auswirkungen noch nicht quantifizierbar sind

Die Chancen und Risiken, die erhebliche Auswirkungen auf unsere Erwartungen für die künftige Entwicklung sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bzw. auf unsere Reputation haben können, werden in die folgenden Gruppen kategorisiert:

Markt und Strategie, rechtliche Rahmenbedingungen

Mitarbeiter und Qualifikation

Infrastruktur

Haftung und Umwelt sowie

Finanzwirtschaft

Die Chancen und Risiken der Next Clinics Gruppe wirken sich identisch auf die Chancen und Risiken im Geschäftsbetrieb der einzelnen Beteiligungen sowie Teilbereiche aus, sodass insgesamt auf die Chancen und Risiken der Next Clinics Gruppe abgestellt werden kann.

5.2 Risikobericht

Als international tätiger Konzern ist die Next Clinics Gruppe sowohl unternehmerischen als auch branchenspezifischen und globalen Risiken ausgesetzt. Chancen und Risiken bewusst zu steuern, ist integraler Bestandteil für Entscheidungen im Unternehmen und dessen Führung.

Um auf veränderte Wettbewerbs- und Umweltbedingungen angemessen vorbereitet zu sein und die Wertschöpfung im Unternehmen effizient steuern zu können, hat das Mutterunternehmen ein Risikomanagementsystem implementiert. In ergänzenden Konzernrichtlinien sowie durch implementierte Aufsichts- und Beratungsfunktionen und -gremien und der Konzernleitung, werden die Risikomanagementprozesse, einzuhaltende Grenzwerte und der Einsatz von Finanzinstrumenten zur Risikosteuerung definiert. Ziel des Risikomanagementsystems ist es, auftretende Risiken zu erkennen, zu bewerten und zu überwachen. Identifizierte Risiken werden zeitnah kommuniziert, gesteuert und überwacht. Der Konzern ist im Wesentlichen Liquiditätsrisiken, Marktrisiken, Risiken aus rechtlichen Rahmenbedingungen und Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Das Risikomanagement der Gruppe zielt darauf ab, die Risiken durch die Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit zu limitieren. Dies geschieht insbesondere durch den Einsatz von derivativen und nicht derivativen Sicherungsinstrumenten.

Von den nachfolgend dargestellten Risiken sind alle Geschäftsbereiche der Next Clinics Gruppe, jedoch in leicht unterschiedlicher Ausprägung, betroffen.

Markt- und Strategierisiken, rechtliche Rahmenbedingungen

Die konjunkturelle Abschwächung im Schlussquartal 2021 und die Erwartung eines anhaltend gedämpften Wachstums im ersten Jahresviertel 2022 stehen im Einklang mit den neuerlichen Eindämmungsmaßnahmen, die aufgrund der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus ergriffen wurden. Während sich diese Einschränkungen am stärksten auf den Dienstleistungssektor auswirkten, wird die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe weiterhin durch Engpässe bei Ausrüstung, Material und Arbeitskräften beeinträchtigt. Hinzu kommt, dass hohe Energiekosten die Kaufkraft der privaten Haushalte schmälern und den privaten Konsum sowie die Wirtschaftstätigkeit zusätzlich belasten.

Die Teuerung stieg im Januar 2022 im Euroraum auf 5,1 % nach 5,0 % im Dezember 2021. Sie dürfte auf kurze Sicht hoch bleiben. Hauptgrund für die erhöhte Inflationsrate sind weiterhin die Energiepreise. Auf deren direkte Auswirkungen war im Januar mehr als die Hälfte der Gesamtinflation zurückzuführen. Außerdem treiben die Energiekosten die Preise in vielen Sektoren in die Höhe. Auch die Nahrungsmittelpreise haben angezogen, was saisonalen Faktoren, erhöhten Transportkosten und den höheren Preisen für Düngemittel geschuldet ist. Zudem steigen die Preise nun auf breiterer Front: Zahlreiche Waren und Dienstleistungen sind deutlich teurer geworden. Die meisten Messgrößen der zugrunde liegenden Inflation haben in den letzten Monaten einen Anstieg verzeichnet.

Der Stab des Internationale Währungsfonds (IVF) schätzt das Wachstum der Weltwirtschaft für das Jahr 2022 mit 4,4% ein. Die Europäische Kommission schätzt die Wachstumsraten für 2022 für die gesamte EU auf 4,0% (Euroraum 3,7%) und für 2023 auf 3,7% (Euroraum 2,8%). Die Inflationsrate wird mit durchschnittlich 5,1% im Euroraum hoch bleiben. Erst im Jahr 2024 wird von einem Unterschreiten des 2% Ziels der EZB mit 1,9% im Euroraum ausgegangen.

Am Arbeitsmarkt hellte sich die Lage weiter auf. Die Arbeitslosenquote fiel erneut und lag im Dezember bei 7,0%, dem niedrigsten Wert seit Gründung der Währungsunion. Die Zahl der Beschäftigten stieg zwar weniger stark an als im Vorquartal, überschritt aber erstmals wieder das Vorkrisenniveau. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden dürfte ebenfalls gestiegen sein, blieb aber vermutlich noch hinter dem Vorkrisenstand zurück. Ursächlich für diese günstige Entwicklung ist vor allem die starke Nachfrage nach Arbeitskräften. Der Lohndruck dürfte all dies zusammen mit dem erhöhten Preisanstieg perspektivisch deutlich verstärken 10.

Im Zuge der COVID-19 Pandemie wurden zur Arbeitsplatzsicherung (z.B. Kurzarbeit), zur Behandlung sowie für PCR Tests hohe Mittel aus den Gesundheitssystemen aufgewendet.

Darüber hinaus steht das Gesundheitswesen seit jeher in einem besonderen Fokus der Politik. Das bedingt eine überdurchschnittliche Abhängigkeit von Entscheidungen der bestehenden und künftigen gesundheitspolitischen Gesetzgebung. Gesetzliche Änderungen können zu einer Verschlechterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen. Aufgrund der sich ändernden Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen umfasst unsere Strategie auch Maßnahmen, um die Struktur und den Zuschnitt unserer Klinik und Laborstandorte zu optimieren. Neben Akquisitionen gehören auch gezielte Desinvestitionen dazu. Desinvestitionsmaßnahmen beinhalten vor allem das Risiko, dass sich dadurch Auswirkungen auf die Reputation der Next Clinics Gruppe ergeben können.

10 Vgl. EZB Wirtschaftsbericht 08/2021 und Wirtschaftsbericht 01/2022

Da nahezu sämtliche Leistungen durch akkreditierte Standorte erbracht werden, wird durch die dort vorhandenen Qualitätssicherungssysteme das Risiko etwaiger Fehluntersuchungen minimiert. Aufgrund berufsüblicher Versicherungen erscheint ein aus Fehluntersuchungen entstehender finanzieller Schaden für die Gesellschaft minimal. Auch hinsichtlich möglicher Umweltrisiken gehen wir davon aus, dass aufgrund der eingereichten Qualitätssicherungssysteme und internen sowie externen Kontrollen derzeit keine Risiken bestehen.

Rechts- und Akquisitionsrisiken werden durch die fortlaufende Aufbereitung und Auswertung von relevanten Faktoren und Informationen erfasst. Die Strukturen eines erworbenen Unternehmens müssen integriert, rechtliche und vertragliche Fragen gelöst, das Marketing, der Service sowie logistische Abläufe vereinheitlicht werden. Dabei besteht das Risiko, wesentliche Führungskräfte zu verlieren. Auch der Geschäftsablauf sowie die Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Mitarbeitern könnten in Mitleidenschaft gezogen oder Change-of-Control-Klauseln in Anspruch genommen werden. Der Integrationsprozess erweist sich möglicherweise als schwieriger oder kostet mehr Zeit und Mittel als erwartet. Zur Bewertung und dem Festlegen von Steuerungsmaßnahmen werden die eigenen Fachabteilungen wie auch ausgewiesene Experten hinzugezogen. So soll gewährleistet werden, dass alle bedeutsamen Entscheidungen nach einer umfassenden rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Beratung getroffen werden.

Mitarbeiter- und qualifikationsbedingte Risiken

Risiken im Bereich Personal sind im Gesundheitsmarkt kontinuierlich vorhanden und können zu einer Verschlechterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen. Zu den wichtigsten Einzelrisiken gehören Fachkräftemangel und die Abwanderung von Schlüsselpersonal zur Konkurrenz, insbesondere bei Verkauf der Next Clinics Gruppe sowie die Entwicklung der Personalkosten. Die Next Clinics Gruppe setzt diesen Risiken einen eigenen Mix an aufeinander abgestimmten Maßnahmen zur Personalgewinnung, -entwicklung und -bindung entgegen. Um den Mitarbeitern ein attraktives und motivierendes Umfeld zu bieten, setzt sich die Next Clinics Gruppe für Vereinbarungen zur Synthese von Beruf und Familie ein. Dem zunehmend verschärften Wettbewerb um knappe, hochqualifizierte Kräfte für leitende Positionen im ärztlichen Bereich wird frühzeitig mit einem systematischen, an einem individuellen Anforderungsprofil ausgerichteten Such- und Auswahlprozess begegnet. Interne Karrierepfade werden intensiv durch Entwicklungs- und Förderprogramme unterlegt, um Risiken aus möglichen Abwanderungen von eigenen hochqualifizierten Fachkräften zu mindern und die Mitarbeiter an die Next Clinics Gruppe zu binden.

Infrastrukturrisiken

Beeinträchtigungen an der betriebsnotwendigen Infrastruktur können zu Einschränkungen und Unterbrechungen der Geschäftstätigkeit mit entsprechenden Erlösausfällen führen. Da es eine Vielzahl an Behandlungen und Analysen und eine Vielzahl an Praxis - und Laborinformationssystemen (LIS) gibt, ist der Nachweis der Erbringung der Leistung stark an das Vorhandensein einer funktionsfähigen IT Infrastruktur geknüpft. Um den erforderlichen Handlungs- und Investitionsbedarf aufzuzeigen, werden Gebäude und technische Anlagen deshalb regelmäßig auf Funktionsfähigkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit hin überprüft.

Möglichen Betriebsunterbrechungen infolge von einem IT-Ausfall wird konsequent durch vorbeugende physische und logische Sicherungsmaßnahmen begegnet. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die sensiblen analytischen Systeme und Daten gelegt, die einem hohen Sicherheitsniveau unterliegen.

Zur Reduzierung von Auswirkungen von Betriebsunterbrechungen wirken neben dem vorhandenen Versicherungsschutz festgelegte Sicherheitsstandards, die das Vorhalten von Notfallplänen einfordern.

Haftungsrisiken

Sämtliche Leistungen müssen durch akkreditierte Standorte erfolgen. Sollte dies nicht der Fall sein, besteht das Risiko, dass erbrachte und abgerechnete Leistungen nicht gezahlt werden.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Aus einem möglichen Mangel an Finanzmitteln und der Tatsache, dass die Next Clinics Gruppe derzeit über die zugesagten Eigenmitteleinlagen der Gesellschafter hinaus keine weiteren Fazilitäten bei Kreditinstituten ausnutzen kann, um fällige Verbindlichkeiten hinsichtlich Volumen und Fristigkeit bedienen zu können, ergeben sich grundsätzlich Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Speziell die Fristigkeit führt im Falle von potenziellen Liquiditätsengpässen theoretisch dazu, auch ungünstige Finanzierungskonditionen akzeptieren zu müssen und damit eine Verschlechterung der Ertragslage zu verursachen. Die Steuerung der kurzfristigen Liquiditäts- und längerfristigen Finanzierungsrisiken ist zentrale Aufgabe des Konzernbereichs Treasury. Die Finanzierungsstrategie der Next Clinics Gruppe ist grundsätzlich langfristig ausgerichtet und beinhaltet kaum kurzfristige Refinanzierungsrisiken. Des Weiteren ist der überwiegende Bestand der Finanzverbindlichkeiten durch Zinssicherungsgeschäfte abgesichert. Entsprechend schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken, die auch zu steigenden Zinskosten führen könnten, als niedrig ein.

Die Next Clinics Gruppe ist an den meisten Standorten in das Abrechnungssystem und die Gebührenordnungen der nationalen Gesundheitssysteme eingebunden. Durch gesetzgeberische Maßnahmen können diese eingeschränkt werden, wovon die Next Clinics Gruppe ebenfalls betroffen wäre.

Aufgrund der mittlerweile weit fortgeschrittenen Diversifizierung im In- und Ausland ist jedoch die Abhängigkeit von einer einzelnen Gebührenordnung im Vergleich zu den Mitbewerbern weit unterproportional. Darüber hinaus werden in erheblichem Umfang von Patienten nachgefragte Leistungen über Vorauszahlungen abgerechnet.

Angesichts der derzeitigen Umsatz- und Vergütungsstruktur bestehen aktuell keine überproportionalen Risiken im Bereich des Forderungs- und Liquiditätsmanagements. Darüber hinaus reduziert die Streuung der Forderungen das Beitreibungsrisiko.

Für zukünftige Finanzierungen am Kapitalmarkt wird sich auch die Next Clinics Gruppe den verschärften Finanzierungsbedingungen stellen müssen, die aufgrund vom Markt geforderter höherer Risiko-Spreads tendenziell zu ansteigenden Finanzierungskosten führen werden. Diese können jedoch zum Teil durch das geringe Marktzinsniveau kompensiert werden. Aufgrund unserer Position in den Märkten, auf denen wir tätig sind, sehen wir uns darauf gut vorbereitet. Wir können damit auch möglichen Engpässen in der Zurverfügungstellung von weiterem Kapital in einzelnen Märkten entgegenwirken.

Steuerrisiken

Die Next Clinics Gruppe unterliegt auf Grund ihrer Beteiligungen im In- und Ausland zahlreichen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Steuerrisiken können sich aus den Betriebsprüfungen ergeben. Dies wäre der Fall, wenn die Finanzverwaltungen steuerliche Sachverhalte möglicherweise anders beurteilen würden, als durch die Gesellschaften der Next Clinics Gruppe erklärt.

Zusammenfassende Risikobeurteilung

Wie dargestellt ist die Next Clinics Gruppe verschiedensten Risiken ausgesetzt, wobei die Marktrisiken und Risiken aus Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen als am Wesentlichsten eingeschätzt werden. Hier eintretende Änderungen betreffen einerseits unmittelbar das operative Geschäft und somit die Umsatzerzielung und können andererseits nur bedingt durch flankierende Maßnahmen in ihrer Risikoauswirkung begrenzt werden. Anders die finanzwirtschaftlichen Risiken, die einer regelmäßigen Überwachung und Steuerung unterliegen. Ähnliches gilt für die mitarbeiter- und qualifikationsbedingten Risiken sowie Haftungsrisiken, denen die Next Clinics Gruppe durch Einleitung und Anpassung entsprechender Maßnahmen aktiv begegnet. Am Beispiel der COVID-19 Gesetzgebung wird deutlich, dass die Risiken aus Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen - wie angeordnete Klinikschließungen und Grenzschließungen in der Lockdown 1 Phase - hohe Auswirkungen auf das operative Geschäft haben.

5.3 Chancenbericht

Allen Segmenten bieten sich die gleichen Chancen.

Markt- und Strategiechancen, rechtliche Rahmenbedingungen

Die Next Clinics Gruppe konzentriert sich auf die mit den Veränderungen in den Gesundheitssystemen verbundenen Chancen. Aufgrund der günstigen Kostenstrukturen, die wir täglich weiter zu verbessern versuchen, und der überdurchschnittlichen Kompetenz sieht sich die Next Clinics Gruppe in der Lage, Änderungsprozesse in zusätzliche Wettbewerbsvorteile umzuwandeln. Dem entspricht, dass eine moderne Medizin, insbesondere in den Kernbereichen Reproduktionsmedizin, Genetik und Diagnostik, eine sich ständig verbessernde Verfahren und Analytik erfordert. Gemeinsam mit den z.B. steigenden Anforderungen und zunehmender öffentlicher Aufmerksamkeit im Bereich der Genetik sowie der Tendenz zur Ablösung invasiver Untersuchungsmethoden durch alternative Diagnostik und Behandlungsmethoden sowie anderen Methoden komplementärer Facharztbereiche ergeben sich hier überproportionale Marktchancen.

Mitarbeiter- und qualifikationsbedingte Chancen

Aufgrund unserer regionalen und überregionalen Strukturen im In- und Ausland bieten wir unseren Mitarbeitern eine interessante Plattform sich weiter zu entwickeln. Damit erhöhen wir unsere Attraktivität am Arbeitsmarkt, insbesondere für Fachkräfte im akademischen Bereich. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund ständig sich erhöhender Markteintrittsbarrieren für Fachkräfte sich selbständig in den Märkten, in denen wir tätig sind, niederzulassen oder andere Betriebe zu übernehmen. Wir gehen davon aus, dass sich diese Attraktivität in einem konstanten Interesse von hochqualifizierten und -motivierten Mitarbeitern niederschlägt, die es uns ermöglicht, den Anforderungen und den Veränderungen der Märkte gerecht zu werden und einen Vorsprung auszubauen.

Infrastrukturchancen

Die im Rahmen der Investitionen in zentrale Einheiten gegliederte Infrastruktur ermöglicht es uns, flexibel auf Strukturanpassungen zu reagieren. Hierdurch ist es uns möglich, rasch und flächendeckend auf alle Veränderungen im Umfeld zu reagieren. Gleichzeitig können künftige Investitionen in weitere Märkte wie auch Beteiligungen durch die vorhandene Infrastruktur kurzfristig integriert werden, was Integrationsrisiken minimiert und Markt- und Ertragschancen erhöht.

Finanzwirtschaftliche Chancen

Die Integration sämtlicher Beteiligungsunternehmen der NEXTCLINICS INTERNATIONAL sowie die stabile wie auch flexible Finanzierungsstruktur ergeben für uns zusätzliche Möglichkeiten in bestehende als auch neue Märkte zu investieren. Dies gilt entsprechend für die weitere Optimierung der Abläufe und Prozesse sowie einer ständigen Ausweitung des Spektrums von Untersuchungen, die unseren Patienten, Kunden und Einsendern angeboten werden können. Hierdurch können wir in den Märkten, in denen wir bereits aktiv sind, weitere Wachstumspotentiale ausnutzen.

Zusammenfassende Chancen- und Risikobeurteilung

Insgesamt sieht sich die Next Clinics Gruppe für die weitere Entwicklung gut aufgestellt. Durch den konsequenten Einsatz des oben ausgeführten Instrumentariums an Steuerungsgrößen und Einflussmöglichkeiten sehen wir uns in der Lage, die sich uns in Zukunft bietenden Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und zu nutzen bzw. den Risiken entsprechend zu begegnen. Dies gilt sowohl im Hinblick auf die von der Gruppe angebotenen Dienstleistungen wie auch für die regionalen und nationalen Märkte, auf denen die Gruppe vertreten ist.

6 Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den im Konzern bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Ausleihungen, Forderungen und Guthaben bei Kreditinstituten. Für die Behandlung der daraus resultierenden, finanziellen Risiken bestehen Richtlinien, die von der Geschäftsführung der Gesellschaft erlassen und laufend überwacht und überprüft werden.

Ausfallsrisiken in Bezug auf die oben genannten originären Finanzinstrumente werden, soweit solche erkennbar sind, durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Das maximale Ausfallsrisiko stellt grundsätzlich die in Bezug auf diese Finanzinstrumente in der Bilanz ausgewiesenen Buchwerte dar.

Die aus Finanzinstrumenten resultierenden Zahlungsströme können Schwankungen unterliegen. Diese Cashflow-Risiken sind im Wesentlichen auf variabel verzinste Verbindlichkeiten begrenzt. In Bezug auf ihre langfristigen Verbindlichkeiten ist die Next Clinics Gruppe Marktwertänderungsrisiken ausgesetzt. Diese werden jedoch in Bezug auf originäre wie derivative Finanzinstrumente als relativ gering eingestuft, da bei kurzfristigen Finanzinstrumenten bis zur Fälligkeit mit keinen großen Schwankungen zu rechnen ist.

Operative Währungsrisiken - hauptsächlich aus Umsätzen in CHF und CZK - sind nicht durch Devisentermingeschäfte abgesichert und werden als gering erachtet. Ebenso werden Translationsrisiken grundsätzlich nicht abgesichert, werden jedoch laufend beobachtet.

Ein Liquiditätsrisiko, dass die zur Erfüllung der aus den derivativen und den originären Finanzinstrumenten resultierenden Verpflichtungen erforderlichen Finanzmittel nicht zur Verfügung stehen, besteht nicht. Die Verpflichtungen aus originären Finanzinstrumenten können mit den vorhandenen liquiden Mitteln und allenfalls zusätzlichen Mitteln aus der Innen- wie der Außenfinanzierung gedeckt werden.

 

Aystetten, 31.3.2022

Gez. Miroslaw Herden, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH, Aystetten

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der NEXTCLINICS INTERNATIONAL GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Hauptausschusses für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Hauptausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

 

München, 31. März 2022

Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Gez. Christian Schönhofer, Wirtschaftsprüfer

gez. Michael Pliefke, Wirtschaftsprüfer

Billigung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde am 19. Juni 2023 von der Gesellschafterversammlung gebilligt.

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