Apleona Property Services GmbH

Paul-Robeson-Straße 37, 10439 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 67442
Vorher
Green Center Gebäude-Management GmbHGegenbauer Property Services GmbH
Eingetragen
22.9.2004
Branche
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für DritteVermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Wohngrundstücken, Wohngebäuden und WohnungenVermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Gegenstand
Die Erbringung und Vermittlung von Leistungen zur infrastrukturellen, technischen und kaufmännischen Bewirtschaftung von Immobilien und Liegenschaften, insbesondere von Wohn- und Gewerbeimmobilien, mit Ausnahme der Erbringung derjenigen Leistungen, welche den Vorschriften der §§ 34a und 34c der GewO unterliegen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Tobias Dr. Prietzel
seit 4.8.2025
Prokura
Manfred Timmer
seit 7.4.2025
Prokura
Holger Zimmermann
seit 19.2.2025
Prokura
Jan Störr
seit 19.2.2025
Geschäftsführer
Daniela Lehmann-Stein
seit 10.6.2024
Prokura
Kathleen Wolf
seit 15.4.2024
Prokura
Marcel Stephan
seit 7.8.2019
Geschäftsführer
Mark Mende
seit 20.2.2019
Prokura
Reinhard Steffen
seit 13.11.2006
Prokura
Mike Birkmann
seit 24.10.2006
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
SCUR-Alpha 1804 GmbH
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
175.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Gegenbauer Holding SE & Co. KG

Berlin

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVA

31.12.2022 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2021
T€ T€ T€ T€
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 913 1.014
2. Auftragsbestände 14.378 20.741
3. Geschäfts- oder Firmenwert 8.853 11.375
4. Geleistete Anzahlungen 19 25
24.163 33.155
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.022 12.691
2. Technische Anlagen und Maschinen 71 265
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 24.818 23.330
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 104 239
26.015 36.525
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 5.548 1.432
2. Sonstige Beteiligungen 405 5
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 145 49
4. Sonstige Ausleihungen 17 26
6.115 1.512
56.293 71.192
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.671 1.541
2. Unfertige Leistungen 16.866 14.764
3. Geleistete Anzahlungen 380 1.215
4. Erhaltene Anzahlungen auf Vorräte -936 -1.766
17.981 15.754
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 150.144 122.693
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.799 1.332
3. Forderungen gegen Gesellschafter 2.064 859
4. Sonstige Vermögensgegenstände 14.397 5.899
168.404 130.783
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
1. Kassen 166 122
2. Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 4,735 11.413
4.901 11.535
191.286 158.072
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 2.178 1.768
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 232 0
249.989 231.032

PASSIVA

31.12.2022 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2021
T€ T€ T€ T€
A. EIGENKAPITAL
I. Kapitalanteile der Kommanditisten 1.000 1.000
II. Rücklagen der Kommanditisten 37.583 52.583
III. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -1.285 -1.146
IV. Konzernverlustvortrag -13.205 -10.133
V. Den Gesellschaftern der GHoldKG zustehender Konzernjahresüberschuss 33.105 24.731
VI. Andere Anteile 2.297 2.841
59.495 69.876
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 17.996 16.088
2. Steuerrückstellungen 6.524 3.926
3. Sonstige Rückstellungen 66.172 67.400
90.692 87.414
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 35.173 9.238
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19.251 15.349
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 166 76
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 252 206
5. Sonstige Verbindlichkeiten 39.005 40.348
- davon aus Steuern: T€ 17.585 (Vorjahr: T€ 18.313)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: T€ 675 (Vorjahr: T€512)
93.847 65.217
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 5.955 4.926
E. PASSIVE LATENTE STEUERN 0 3.599
249.989 231.032

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022

2022 2021
T€ T€
1. Umsatzerlöse 885.473 840.047
2. Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen 5.389 846
3. Sonstige betriebliche Erträge 31.166 13.548
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe -35.139 -32.263
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -220.234 -205.934
-255.373 -238.197
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -422.849 -394.828
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -92.360 -84.278
- davon für Altersversorgung: T€ 2.215 (Vorjahr: T€ 255)
-515.209 -479.106
6. Abschreibungen
a) auf Sachanlagen -7.849 -7.841
b) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens -7.641 -8.134
-15.490 -15.975
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -98.661 -85.724
8. Erträge aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 5.070 446
9. Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) 42.365 35.885
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 107 118
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.711 -2.200
- davon für Aufwendungen aus der Aufzinsung: T€ 713 (Vorjahr: T€ 1.316)
12. Finanzergebnis -1.604 -2.082
13. Ergebnis vor Steuern (EBT) 40.761 33.803
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -4.877 -6.398
15. Ergebnis nach Steuern 35.884 27.405
16. Sonstige Steuern -1.380 -1.360
17. Konzernjahresüberschuss 34.504 26.045
18. Ergebnisanteile anderer Gesellschafter -1.399 -1.314
19. Den Gesellschaftern der GHoldKG zustehender Konzernjahresüberschuss 33.105 24.731

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022

2022 2021
T€ T€
1. Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
Konzernjahresüberschuss 34.504 26.045
Berichtigungen um zahlungsunwirksame Vorgänge:
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 15.490 15.975
Zinsen und ähnliche Erträge -107 -118
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.711 2.200
Ertragsteueraufwand 4.877 6.398
Beteiligungserträge aus assoziierten Unternehmen -5.070 -446
Gewinn aus Anlageabgängen -2.198 -144
Ergebnis aus Konsolidierungskreisänderungen -9.974 0
4.729 23.865
Veränderung des Working Capital:
Zunahme Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, anderer Aktiva -36.293 -30.135
Zunahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, anderer Passiva 2.359 7.198
Zunahme Pensions-, Steuer- und sonstiger Rückstellungen, latenter Steuern 2.244 10.972
Gezahlte Ertragsteuern -5.578 -8.583
-37.268 -20.548
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 1.965 29.362
2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -455 -237
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 5.825 228
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -9.272 -8.441
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 24 103
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -499 -36
Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis abzüglich veräußerter Zahlungsmittel 13.611 0
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an Tochterunternehmen -156 0
Erhaltene Zinsen 79 58
Erhaltene Dividenden 3.502 949
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 12.659 -7.376
3. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Geleistete Auszahlungen an Kommanditisten -44.405 -7.578
Geleistete Gewinnausschüttungen an außenstehende Gesellschafter -1.794 -1.205
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten und Darlehen 23.000 0
Auszahlungen für die Tilgung von Krediten und Darlehen -4.500 -6.000
Gezahlte Zinsen -831 -689
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -28.530 -15.472
4. Finanzmittelfonds am Ende der Berichtsperiode
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Zwischensumme 1-3) -13.906 6.514
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -137 -288
Finanzmittelfonds zu Beginn der Berichtsperiode 11.298 5.072
Finanzmittelfonds am Ende der Berichtsperiode -2.745 11.298
5. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Liquide Mittel 4.901 11.535
Jederzeit fällige Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten -7.646 -237
Finanzmittelfonds am Ende der Berichtsperiode -2.745 11.298

Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2022

Konzerneigenkapital, das dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist
Angaben in T€ I. Kapitalanteile der Kommanditisten II.1. Variables Kapital II.2. Gewinnrücklagen II. Rücklagen der Kommanditisten
Stand 01.01.2021 1.000 13.641 30.582 44.223
Einstellung Jahresüberschuss Vorjahr 16.710 16.710
Gewinnverteilung an Anteilseigner -8.350 -8.350
Währungsumrechnung
Konzernjahresüberschuss
Stand 01.01.2022 1.000 13.641 38.942 52.583
Einstellung Jahresüberschuss Vorjahr 30.261 30.261
Gewinnverteilung an Anteilseigner -30.261 -30.261
Auflösung Gewinnrücklagen -15.000 -15.000
Erstmalige Anwendung der Equity-Methode
Abgang Anteile Minderheiten
Währungsumrechnung
Konzernjahresüberschuss
Stand 31.12.2022 1.000 13.641 23.942 37.583
Konzerneigenkapital, das dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist
Angaben in T€ III. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung IV. Konzernverlustvortrag V. Den Gesellschaftern der GHoldKG zustehender Konzernjahresüberschuss Summe Eigenkapital GHoldKG
Stand 01.01.2021 -866 -6.723 13.300 50.934
Einstellung Jahresüberschuss Vorjahr -3.410 -13.300 0
Gewinnverteilung an Anteilseigner -8.350
Währungsumrechnung -280 -280
Konzernjahresüberschuss 24.731 24.731
Stand 01.01.2022 -1.146 -10.133 24.731 67.035
Einstellung Jahresüberschuss Vorjahr -5.530 -24.731 0
Gewinnverteilung an Anteilseigner -30.261
Auflösung Gewinnrücklagen -15.000
Erstmalige Anwendung der Equity-Methode 2.458 2.458
Abgang Anteile Minderheiten 0
Währungsumrechnung -139 -139
Konzernjahresüberschuss 33.105 33.105
Stand 31.12.2022 -1.285 -13.205 33.105 57.198
Andere Anteile
Angaben in T€ I. Andere Anteile am Eigenkapital II. Auf Andere Anteile entfallende Gewinne/ Verluste Summe Andere Anteile Eigenkapital des Konzerns
Stand 01.01.2021 1.517 1.215 2.732 53.666
Einstellung Jahresüberschuss Vorjahr 1.250 -1.250 0 0
Gewinnverteilung an Anteilseigner -1.205 -1.205 -9.555
Währungsumrechnung 0 -280
Konzernjahresüberschuss 1.314 1.314 26.045
Stand 01.01.2022 1.562 1.279 2.841 69.876
Einstellung Jahresüberschuss Vorjahr 1.314 -1.314 0 0
Gewinnverteilung an Anteilseigner -1.794 -1.794 -32.055
Auflösung Gewinnrücklagen 0 -15.000
Erstmalige Anwendung der Equity-Methode 0 2.458
Abgang Anteile Minderheiten -149 -149 -149
Währungsumrechnung 0 -139
Konzernjahresüberschuss 1.399 1.399 34.504
Stand 31.12.2022 933 1.364 2.297 59.495

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

I. Allgemeine Angaben

Die Gegenbauer Holding SE & Co. KG hat ihren Sitz in Berlin und ist beim Amtsgericht Charlottenburg unter der Registernummer HRA 27637 B eingetragen.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung für den Konzern ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Das Bilanzgliederungsschema wurde zur besseren Übersicht um den Posten "Auftragsbestände" im immateriellen Anlagevermögen ergänzt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde um die Zwischensummen Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) sowie Ergebnis vor Steuern (EBT) erweitert.

Das Geschäftsjahr für den Konzern und die konsolidierten Unternehmen entspricht dem Kalenderjahr.

II. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss wurden gemäß § 294 Abs. 1 HGB einbezogen: die Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Berlin, als Mutterunternehmen sowie 24 Tochtergesellschaften. Von diesen sind 21 im Inland und 3 im Ausland ansässig. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sowie die übrigen Beteiligungen sind in Anlage 5.3 aufgeführt. Zwischen der Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Berlin, und einigen Tochtergesellschaften bestehen Ergebnisabführungsverträge. Des Weiteren bestehen zwischen einigen Tochterunternehmen Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge. Die genannten Verträge sind in der Anlage 5.3a dargestellt. Die im Folgenden verwendeten Abkürzungen des Konsolidierungskreises sind dort ebenfalls definiert.

Gemäß Aktienkaufvertrag vom 22. Dezember 2021 wurden die Anteile an der RGMFM-Schw. mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31. Dezember 2021 verkauft. Der Vollzug des Vertrages erfolgte in 2022, die Gesellschaft wurde zum 1. Januar 2022 entkonsolidiert.

Die RGM Technische Services GmbH, Düsseldorf, wurde mit Eintragung in das Handelsregister Düsseldorf (HRB 64210) vom 14. Januar 2022 in die RGM Maintenance & Service GmbH, Düsseldorf, umfirmiert.

Die RGM Technische Services GmbH wurde mit Eintragung in das Handelsregister Düsseldorf (B 64210) vom 14. Januar 2022 in die RGM Maintenance & Service GmbH umfirmiert.

Die ARGE SKR wurde mit Wirkung zum 31. Januar 2022 beendet.

Zum 7. Februar 2022 erfolgte der Erwerb von 8,01 % der Anteile an der ICM, die seitdem zu Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen wird.

Mit Urkunde vom 1. März 2022 hat die GPS eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet, welche unter der Firma Gegenbauer Wohnservice GmbH im Handelsregister eingetragen ist. Mit Spaltungs- und Übernahmeverträgen vom 20. April 2022 haben die GPS und die RGMFM rückwirkend zum 1. Januar 2022 Sacheinlagen in die Gesellschaft eingebracht.

Die Liquidation der RGMFM-Sp. wurde mit Auflösungs- und Abwicklungsurkunde vom 27. Dezember 2021 in die Wege geleitet, am 16. März 2022 abgeschlossen und die Gesellschaft entkonsolidiert.

Mit Verschmelzungsvertrag vom 3. August 2022 wurde die KLUGECIean rückwirkend zum 1. Januar 2022 auf die GSG verschmolzen.

Mit Vertrag vom 3. Juni 2022 wurden 2,5 % der Fremdanteile der HRW erworben. Im weiteren Jahresverlauf wurden gemäß Kauf- und Abtretungsvertrag vom 5. September 2022 sämtliche Anteile an der HRW mit wirtschaftlicher Wirkung auf den 1. Januar 2022 veräußert. Die Entkonsolidierung erfolgte zum 1. Oktober 2022.

Mit Vertrag vom 20. Oktober 2022 wurden mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31. Dezember 2021 die Anteile an der SectorOne verkauft. Der Entkonsolidierungszeitpunkt ist der 31. Dezember 2022.

Die Valorias ist für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gegenbauer Holding SE & Co.KG von untergeordneter Bedeutung und wurde daher nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen. Sie ist nicht operativ tätig und besitzt keine bedeutsamen Vermögensgegenstände und Schulden.

Außerdem wurden 12 Beteiligungsunternehmen im Geschäftsjahr 2022 als assoziierte Unternehmen gemäß § 311 Abs. 1 HGB at equity bewertet.

Da die TFS ab dem Geschäftsjahr 2022 für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht mehr von untergeordneter Bedeutung ist, wurde sie erstmalig at equity einbezogen.

Die Euroliance ist für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung. Sie wird aufgrund ihres geringen Einflusses auf die Chancen und Risiken des Konzerns nicht nach der Equity-Methode bilanziert.

Die Abschlüsse der assoziierten Unternehmen werden gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Konzerns.

III. Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 HGB seit dem 1. Januar 2005 nach der Neubewertungsmethode. Unternehmen, die im Verlauf des Geschäftsjahres erworben oder veräußert wurden, werden ab dem Erwerbszeitpunkt oder bis zum Veräußerungszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Für Unternehmen, die vor 2005 erworben wurden, wurde die Buchwertmethode angewandt. Diese Ansätze werden entsprechend fortgeführt.

Bei der Ermittlung des neubewerteten Eigenkapitals werden alle Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten der Tochtergesellschaften vollständig und einzeln erfasst. Es werden auch die immateriellen Vermögensgegenstände erfasst, die im Jahresabschluss des Tochterunternehmens in Ausübung des Ansatzwahlrechts gemäß § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB nicht aktiviert wurden oder für die dort ein Ansatzverbot gemäß § 248 Abs. 2 Satz 2 HGB bestand.

Sich ergebende aktive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden gemäß § 309 Abs. 1 HGB i. V. m. § 246 Abs. 1 HGB und § 253 Abs. 3 HGB aktiviert und planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Werden nach Erlangung des beherrschenden Einflusses weitere Anteile an einem Tochterunternehmen erworben, wird eine solche Transaktion als Erwerbsvorgang nach DRS 23.171 abgebildet.

Assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode gemäß § 312 HGB bewertet. Assoziierte Unternehmen, die im Verlauf des Geschäftsjahres erworben oder veräußert wurden, werden ab dem Erwerbszeitpunkt oder bis zum Veräußerungszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen.

Im Rahmen der Folgekonsolidierung werden die Buchwerte um den Betrag der Eigenkapitalveränderungen erhöht oder vermindert, der dem Anteil des Mutterunternehmens am Kapital des assoziierten Unternehmens entspricht. Das Ergebnis wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen.

Es bestehen in der Unternehmensgruppe keine angabepflichtigen Unterschiede zwischen Buchwert und anteiligem Eigenkapital bei den assoziierten Unternehmen. Eine Ausnahme bildet die Euroliance, deren Buchwert zu Anschaffungskosten bilanziert wird.

IV. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden entsprechend ihrer Nutzungsdauer bzw. der Restlaufzeit der erworbenen Auftragsbestände um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vermindert. Für die Geschäfts- oder Firmenwerte werden individuelle betriebliche Nutzungsdauern zum Zeitpunkt ihrer Aktivierung geschätzt und danach planmäßig abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird entsprechend seiner Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Das Gebäude Hegauer Weg wird über eine wirtschaftliche Nutzungsdauer von 46 Jahren abgeschrieben.

Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von € 800,00 sind grundsätzlich im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Eine Ausnahme bilden Anschaffungen im Zusammenhang mit der erstmaligen Ausstattung des neuen Standortes der Unternehmensgruppe. Hier wurde das Wahlrecht zur Sofortabschreibung nicht ausgeübt. Im Berichtsjahr resultiert hieraus ein Ergebniseffekt in Höhe von T€ 82. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte und Ausleihungen zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten gemäß § 253 Abs. 3 HGB angesetzt.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.

Die unfertigen Leistungen sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei direkt zurechenbare Materialeinzelkosten, Fertigungslöhne und Sondereinzelkosten sowie angemessene Teile der Fertigungs- und Materialgemeinkosten berücksichtigt werden. Zinsen für Fremdkapital werden in die Herstellkosten nicht einbezogen. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Aufwendungen vorgenommen.

Die geleisteten Anzahlungen werden mit dem Nennwert angesetzt.

In Ausübung des Wahlrechts nach § 268 Abs. 5 Satz 2 HGB werden erhaltene Anzahlungen offen von den Vorräten abgesetzt.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Die in den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Rückdeckungsversicherungsansprüche werden auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten bzw. Mitteilungen der Versicherer mit dem jeweiligen Aktivwert (Deckungskapital) zum Bilanzstichtag bewertet.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern werden gemäß § 264c Abs. 1 HGB i. V. m. § 265 Abs. 5 HGB gesondert ausgewiesen.

Flüssige Mittel werden zum Nominalwert angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Für die Ermittlung latenter Steuern werden temporäre und quasipermanente Differenzen zwischen handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten nach Anpassung auf konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsregeln (HBII) und ihren steuerlichen Wertansätzen mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen zum Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet. Die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung werden nicht abgezinst. Latente Steuern auf temporäre Differenzen aus Konsolidierungsvorgängen werden gemäß § 306 HGB bilanziert.

Der Steuersatz zur Ermittlung der latenten Steuern für die Unternehmen, die zur ertragsteuerlichen Organschaft der GHoldKG gehören, beträgt 15,222 % (Vj. 15,179 %, gewerbesteuerlich). Für alle anderen Unternehmen wurde der individuelle Unternehmenssteuersatz verwendet. Latente Steuern werden als Steuerertrag oder Steueraufwand in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, lediglich die Bildung im Rahmen der Erstkonsolidierung erfolgt erfolgsneutral.

Latente Steuern werden gemäß § 306 S. 1 HGB verrechnet. Die sich insgesamt ergebende Steuerentlastung wird als aktive latente Steuer angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Projected Unit Credit-Verfahren unter Verwendung der "Richttafeln 2018G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Für die Abzinsung wird pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen 10 Geschäftsjahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,79% gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 (Stand 11. März 2016) verwendet. Erwartete Rentensteigerungen werden mit 1,0 % bzw. 2,0 % p.a. zzgl. einer einmaligen Anpassung um 8,0 % und Anwartschaftstrends mit 0,0 % bzw. 1,5 % p.a. berücksichtigt. In Abhängigkeit von der Versorgungsordnung werden entweder keine bzw. die Fluktuationswahrscheinlichkeit gemäß Heubeck "Richttafeln 2018G" angesetzt. Bei der Berechnung des versicherungsmathematischen Erfüllungsbetrages wurde erstmalig der IDW RH FAB 1.021 Rechnungslegungshinweis "Handelsrechtliche Bewertung von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus rückgedeckten Direktzusagen" unter Anwendung des Aktivprimats berücksichtigt.

Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Rückdeckungsversicherungsansprüche (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet. Der beizulegende Zeitwert wird nach dem gezillmerten Nettobeitragsverfahren ermittelt. Aufwendungen aus der Änderung des Abzinsungssatzes oder Zinseffekte der geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden im Zinsergebnis ausgewiesen.

Den Jubiläums- und Überbrückungsgeldrückstellungen liegen versicherungsmathematische Gutachten unter Berücksichtigung der "Richttafeln 2018G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde. Die Verpflichtungen werden mit einem Zinssatz von 1,45 % für eine pauschale Laufzeit von 15 Jahren (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB) abgezinst. Bei der Ermittlung der Rückstellungen wird ein Entgelttrend von jährlich 1,5 % bis 3,0 % sowie eine Fluktuationswahrscheinlichkeit von 3,0 % zugrunde gelegt.

Die Steuerrückstellungen basieren auf den Jahresergebnissen, korrigiert um die nicht steuerpflichtigen oder nicht abzugsfähigen Posten und sind mit dem Betrag bewertet, in dessen Höhe nach Abzug der Vorauszahlungen eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Die Berechnung erfolgt unter Anwendung der zum Bilanzstichtag geltenden bzw. angekündigten Steuersätze.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Bei Fremdwährungsgeschäften wird der Fremdwährungsbetrag mit dem zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalles gültigen Umrechnungskurs zwischen Berichts- und Fremdwährung umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus der Abwicklung monetärer Posten zu Kursen, die sich von den ursprünglich während der Periode erfassten unterscheiden bzw. die aus der Umrechnung am Bilanzstichtag zu den Stichtagskursen resultieren, sind in den Perioden, in denen sie entstanden sind, als Aufwand oder Ertrag erfasst. Die in die Konsolidierung einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen sind in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständige Einheiten. Ihre Berichtswährung entspricht der Landeswährung. Die Posten der Bilanz sind mit Ausnahme des Eigenkapitals, das zum historischen Kurs in Euro umzurechnen ist, zum Stichtagskurs, die Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen sind bis zur Entkonsolidierung des Tochterunternehmens erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

V. Erläuterungen zur Bilanz

1. Immaterielle Vermögenswerte

a. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten

Softwarelizenzen und Customizing mit einem Restbuchwert von T€ 913 (Vj. T€ 1.014) wurden unter den immateriellen Vermögenswerten aktiviert und planmäßig über eine Nutzungsdauer von bis zu zehn Jahren abgeschrieben.

b. Auftragsbestände

Mit den Anteilen an der RGM Holding GmbH (RGMHold), seit 1. Januar 2019 verschmolzen mit der RGMFM, sind zum 30. Dezember 2016 Auftragsbestände in Höhe von T€ 51.545 erworben worden. Die planmäßige lineare Abschreibung erfolgt über 9 Jahre. In 2022 erfolgte eine planmäßige Abschreibung in Höhe von T€ 5.087 (Vj. T€ 5.185). Zudem sind im Rahmen des Verkaufs der HRW Auftragsbestände in Höhe von T€ 1.275 abgegangen, so dass sich der gesamte Restbuchwert zum Bilanzstichtag auf T€ 14.378 (Vj. T€ 20.741) beläuft. Im Geschäftsjahr 2022 lagen wie in 2021 keine Anhaltspunkte für außerplanmäßige Abschreibungen vor.

c. Geschäfts- oder Firmenwert

Im Rahmen der Anteilserwerbe an der RGMHold in 2016, 2018 und 2019 wurden drei Firmenwerte in Höhe von insgesamt T€ 17.387 aktiviert. Diese werden in Übereinstimmung mit § 253 Abs. 3 HGB planmäßig linear über eine betriebliche Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben. Zum 31. Dezember 2022 betragen die Restbuchwerte der Firmenwerte aus diesen Anteilserwerben insgesamt T€ 7.629 (Vj. T€ 9.368).

Der Erwerb von weiteren 40 % der Anteile an Kamb in 2017 führte zu einem aktiven Unterschiedsbetrag in Höhe von T€ 2.720, der als Firmenwert aktiviert wurde und über eine voraussichtliche Nutzungsdauer von 10 Jahren planmäßig abgeschrieben wird. Der Restbuchwert zum 31. Dezember 2022 beträgt T€ 1.224 (Vj. T€ 1.496).

In den Jahren 2017, 2020 und 2022 wurden insgesamt 27,2 % der Anteile an der HRW erworben. Dies führte zu einem aktiven Unterschiedsbetrag in Höhe von T€ 823, der als Firmenwert aktiviert und über eine voraussichtliche Nutzungsdauer von 10 Jahren planmäßig abgeschrieben wurde (T€ 62; Vj. T€ 74). Mit Verkauf der HRW in 2022 ist der Restbuchwert in Höhe von T€ 534 abgegangen.

2. Sachanlagevermögen

Bezüglich der Entwicklung des gesamten Anlagevermögens wird auf die Darstellung im Anlagespiegel (Anlage 5.1) verwiesen.

3. Finanzanlagen

Die Anteile an assoziierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen zum 31. Dezember 2022 werden in der Anlage 5.3b ausgewiesen.

4. Vorräte

Die Vorräte enthalten im Wesentlichen unfertige Leistungen, die aus in Ausführung befindlichen Aufträgen resultieren.

5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von T€ 514 (Vj. T€ 450). Die sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr betragen T€ 3.952 (Vj. T€ 3.909). Alle übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Bei den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 949 (Vj. T€ 382) und Forderungen aus Ausschüttungen in Höhe von T€ 850 (Vj. T€ 950).

Die Sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Forderungen aus dem Verkauf der Immobilien der GSG (T€ 7.980; Vj.T€ 0), Forderungen aus nicht saldierungsfähigen Rückdeckungsversicherungen (T€ 3.714; Vj.T€ 3.702) sowie Steuerforderungen (T€ 627; Vj.T€ 244).

6. Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 2.178 (Vj. T€ 1.768) umfasst im Wesentlichen Versicherungsbeiträge, EDV-Leistungen sowie Wartungs- und Supportleistungen.

Weiterhin sind Transaktionskosten in Höhe von T€ 227 (Vj.T€ 327) enthalten, die im Zusammenhang mit dem Abschluss des Konsortialdarlehensvertrages 2020 gezahlt wurden.

7. Latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern wurden gemäß § 306 HGB mit den passiven latenten Steuern verrechnet. Die latenten Steuern beruhen auf unterschiedlichen Bewertungsansätzen zwischen Steuer- und Konzernbilanz.

Entwicklung der aktiven und passiven latenten Steuern:

T€ 1.1.2022 (vor Saldierung) GuV Saldierung 31.12.2022
Aktive latente Steuern 2.009 912 -2.689 232
Passive latente Steuern -5.608 2.919 2.689 0

Die aktiven latenten Steuern resultieren aus Bewertungsunterschieden in den Pensions- und sonstigen Rückstellungen sowie sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten. Die passiven latenten Steuern betreffen die Anpassung an konzerneinheitliche Bewertungsgrundsätze für Gebäude und im Rahmen von Neubewertungen aufgedeckte Auftragsbestände. Der Rückgang der passiven latenten Steuern ist im Wesentlichen auf den Verkauf der Immobilien (T€ 1.565) sowie die Minderung der Auftragsbestände durch die planmäßigen Abschreibungen (T€ 948) und den Abgang im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung der HRW (T€ 410) zurückzuführen.

8. Eigenkapital

Das Haftkapital der Kommanditisten beträgt T€ 1.000.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kommanditisten aus dem Konzernergebnis 2021 wurden in voller Höhe beglichen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden T€ 15.000 aus den satzungsmäßigen Gewinnrücklagen aufgelöst und an die Gesellschafter ausgezahlt.

9. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB:

T€
Erfüllungsbetrag der Schulden 21.067
Anschaffungskosten / beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände -3.071
17.996

Der sich aus der Anwendung des § 253 Abs. 6 HGB in Bezug auf die Abzinsung der Pensionsrückstellungen mit der Verlängerung des Durchschnittsbildungszeitraums von sieben auf zehn Jahren ergebende Unterschiedsbetrag beträgt zum 31. Dezember 2022 T€ 784 (Vj. T€ 1.566).

Erträge aus dem Deckungsvermögen in Höhe von T€ 85 wurden mit Zinszuführungen zu den Altersversorgungsrückstellungen in Höhe von T€ 794 gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB saldiert.

Im Zusammenhang mit der Erstanwendung des IDW RH FAB 1.021 Rechnungslegungshinweis "Handelsrechtliche Bewertung von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus rückgedeckten Direktzusagen" unter Anwendung des Aktivprimats ergab sich einmalig ein Personalaufwand in Höhe von T€ 524 und ein Zinsaufwand in Höhe von T€ 239.

10. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen in Höhe von T€ 6.524 umfassen im Wesentlichen Gewerbesteuern sowohl des laufenden Geschäftsjahres als auch für Vorjahre von insgesamt T€ 6.196. Außerdem bestehen Rückstellungen für Körperschaftsteuer in Höhe von T€ 239.

11. Sonstige Rückstellungen

Bezüglich der Entwicklung der sonstigen Rückstellungen verweisen wir auf die Anlage 5.2.

12. Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt.

Verbindlichkeitenspiegel in T€

31.12.2022
Restlaufzeit
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr > 1 Jahr < 5 Jahre gesamt
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 35.173 0 35.173
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19.133 118 19.251
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 166 0 166
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 252 0 252
5. Sonstige Verbindlichkeiten 38.908 97 39.005
- davon aus Steuern 17.585 0 17.585
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 675 0 675
Summen 93.632 215 93.847
31.12.2021
Restlaufzeit
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr > 1 Jahr < 5 Jahre gesamt
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.738 4.500 9.238
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.234 115 15.349
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 76 0 76
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 206 0 206
5. Sonstige Verbindlichkeiten 39.225 1.123 40.348
- davon aus Steuern 18.313 0 18.313
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 512 0 512
Summen 59.479 5.738 65.217

Sämtliche Verbindlichkeiten sind unbesichert.

13. Außerbilanzielle Geschäfte

Die Unternehmensgruppe Gegenbauer hat Mietverträge für Immobilien mit fremden Unternehmen sowie Operating-Leasingverträge für Personenkraftwagen, IT-Technik etc. abgeschlossen. Zudem bestehen Verpflichtungen aus Erbbaurechten sowie Pacht- und Betreiberverträgen.

Der Vorteil von Operating-Leasingverträgen liegt in der geringeren Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb. Ferner liegt das Verwertungsrisiko beim Leasinggeber. Ein Risiko für den Leasingnehmer kann sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, falls die Leasinggegenstände nicht mehr genutzt werden können. Dem Risiko eines zufälligen Untergangs wird mit dem Abschluss von Versicherungen entgegengewirkt. Insgesamt bestehen aus den Operating-Leasing-Geschäften keine wesentlichen Nachteile oder Risiken.

Die Unternehmensgruppe Gegenbauer führt eine SAP-ERP-Systemlösung ein. Im Zuge dessen schloss die GHoldKG Ende 2017 einen Generalunternehmer- und Kaufvertrag mit der Deutsche Leasing AG, Bad Homburg, ab. Demnach werden sämtliche an der Systemlösung entstandenen Rechte auf die Leasinggesellschaft übertragen, um sie anschließend im Rahmen eines Leasing-Vertrages zur Nutzung überlassen zu bekommen (sog. Sale-and-lease-back). Das daraus resultierende Verpflichtungsvolumen zum 31. Dezember 2022 in Höhe von T€ 12.817 ist in den sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten.

14. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von T€ 83.488. Im Einzelnen sind diese Verpflichtungen wie folgt fällig:

T€
Bis zu einem Jahr 18.660
Mehr als 1 Jahr und bis zu 5 Jahren 34.350
Mehr als 5 Jahre 30.478

Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Verpflichtungen aus Miet- und Operating- Leasing-Verhältnissen sowie dem Sale-and-lease-back für die SAP-ERP-Systemlösung.

15. Haftung aus Gesellschafterstellung

Gemäß § 313 Abs. 2 Nr. 6 HGB sind Unternehmen anzugeben, deren unbeschränkt haftender Gesellschafter das Mutterunternehmen oder ein einbezogenes Unternehmen ist. Hierbei handelt es sich um die Bietergemeinschaft PENTA Gebäudeservice GmbH & Alfred Borkowski GmbH, Berlin, in Form einer GbR.

VI. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Unternehmensgruppe Gegenbauer erzielt ihre Umsatzerlöse mit der Erbringung von Dienstleistungen für Immobilien und industrielle Liegenschaften sowie deren Nutzer in den Unternehmensbereichen Integriertes und Infrastrukturelles Facility Management. Während der Unternehmensbereich Integriertes Facility Management die Leistungen der Technischen Facility Services und Industrial Services vereint, bündelt der Unternehmensbereich Infrastrukturelles Facility Management die Dienstleistungen Gebäudeservice, Property Services, Location Management und Sicherheitsdienste inkl. Aviation Services.

2022 2021
T€ T€
Infrastrukturelles Facility Management 458.434 428.534
Integriertes Facility Management 425.106 409.650
Sonstige Dienstleistungen 1.933 1.863
885.473 840.047

Die Umsätze wurden in Deutschland (T€ 858.497), Polen (T€ 17.881), Luxemburg (T€ 5.112) und der Türkei (T€ 3.983) getätigt.

2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Finanz- und Sachanlagenverkäufen (T€ 14.371), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (T€ 10.005), Erträge aus der Weiterberechnung von Energiekosten (T€ 1.980), Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen (T€ 1.319), Erträge aus Eingliederungshilfen und Lohnkostenzuschüssen (T€ 997) sowie Erträge aus Schadensersatz (T€ 947).

Im Geschäftsjahr 2022 belaufen sich die Erträge aus Währungsumrechnung auf T€ 252.

3. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag werden die Gewerbesteuer und die Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag ausgewiesen. Im Ertragssteueraufwand sind T€ 3.831 Erträge aus latenten Steuern sowie T€ 273 Erträge für Vorjahre enthalten.

4. Angabe von Betrag und Art der einzelnen Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung

Aus dem Verkauf von 88 % der Anteile an der HRW resultiert ein Veräußerungsgewinn in Höhe von T€ 10.754, welcher in den sonstigen betrieblichen Erträgen (T€ 12.015) und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (T€ -1.671) ausgewiesen wird. In diesem Zusammenhang sind zudem passive latente Steuern in Höhe von T€ 410 ertragswirksam abgegangen.

Mit Kauf- und Abtretungsvertrag vom 20. Oktober 2022 wurden sämtliche Geschäftsanteile an der SectorOne für einen Kaufpreis von 1 € verkauft. Daraus resultiert ein Veräußerungsverlust in Höhe von T€ 792. Dieser wird in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (T€ -708) ausgewiesen. Zudem sind im Rahmen des Verkaufes aktive latente Steuern in Höhe von T€ 84 aufwandswirksam abgegangen.

Der Gewinn aus der Veräußerung der Immobilien Paul-Robeson-Straße 37 in Berlin und Triftweg 18 in Birkenwerder in Höhe von T€ 1.991 wird in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. In diesem Zusammenhang wurden passive latente Steuern in Höhe von T€ 1.565 ertragswirksam aufgelöst.

Aufgrund einer Veränderung des Abrechnungsmodus bei der Verwaltungsberufsgenossenschaft konnten die gebildeten Rückstellungen für das Jahr 2021 ertragswirksam aufgelöst werden (T€ 2.704). Die Darstellung erfolgte in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Die erstmalige Anwendung des IDW RH FAB 1.021 führte zu erhöhten Personalkosten in Höhe von T€ -524 und erhöhten Zinsaufwendungen in Höhe von T€ -239.

VII. Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung wurde nach § 297 Abs. 1 S. 1 HGB erstellt. Die Zahlungsströme der Kapitalflussrechnung sind getrennt nach den Teilbereichen "betriebliche Tätigkeit", "Investitionstätigkeit" und "Finanzierungstätigkeit" dargestellt, wobei die Summe der Zahlungsmittelbewegungen aus diesen drei Teilbereichen zuzüglich der wechselkursbedingten Änderungen des Finanzmittelfonds der Änderung des Finanzmittelfonds entspricht.

Der Finanzmittelfonds beinhaltet Kassenbestände, jederzeit fällige Guthaben bei Kreditinstituten (Restlaufzeit nicht mehr als drei Monate) und jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten (Kontokorrent). Ebenfalls darin enthalten sind zweckgebundene Mittel in Höhe von T€ 1.254, die vom Land Berlin für den baulichen Unterhalt der beiden Veranstaltungshallen gezahlt wurden. Darüber hinaus besteht für die ausgewiesenen liquiden Mittel keine Verfügungsbeschränkung durch Dritte.

VIII. Erläuterungen zum Eigenkapitalspiegel

Der Eigenkapitalspiegel wurde nach § 297 Abs. 1 S. 1 HGB unter Anwendung des DRS 22 erstellt.

IX. Sonstige Angaben

1. Geschäftsführung / Persönlich haftende Gesellschafterin

Die Geschäftsführung des Mutterunternehmens GHoldKG wird von der persönlich haftenden Gesellschafterin Gegenbauer Holding Verwaltung SE (GHVSE), Berlin, mit einem Grundkapital von T€ 120 wahrgenommen. Deren Vorstandsmitglieder sind:

Fabiola Fernandez, Berlin, Vorsitzende,

Christian Kloevekorn, Berlin, Vorsitzender,

Dr. Robert Arbter, Berlin,

Birgit Aspin, Delbrück,

Nils Lueken, Düsseldorf,

Anette Weller, Berlin.

Die Mitglieder des Vorstandes üben diese Tätigkeit teilweise auch im Zusammenhang mit geschäftsführender Tätigkeit für weitere Unternehmen der Unternehmensgruppe Gegenbauer hauptberuflich aus.

2. Bezüge der Geschäftsführung

Die durch die Konzerngesellschaften zu tragenden Bezüge des Vorstandes der GHVSE betrugen für das Geschäftsjahr T€ 4.303. Für Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder wird die Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB i.V.m. § 314 Abs. 3 HGB angewandt. Darüber hinaus sind in den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen T€ 2.171 für Pensionszusagen an ehemalige Vorstände enthalten.

Vorschüsse und Kredite an Mitglieder des Vorstandes sowie Haftungsverhältnisse zu Gunsten von Mitgliedern des Vorstandes wurden nicht gewährt.

3. Angaben zum Aufsichtsrat

Dem Vorstand der GHVSE steht ein Aufsichtsrat beratend und überwachend zur Seite. Deren Mitglieder waren im Berichtsjahr:

Werner Gegenbauer, Ehrenvorsitzender,

Christian Lewandowski, Vorsitzender,

Dr. Christian Göke, Stellvertretender Vorsitzender,

Fritz-Klaus Lange.

Der Aufsichtsrat erhielt im Geschäftsjahr 2022 von der GHVSE keine Vergütung.

4. Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres 2022 beschäftigten Mitarbeiter betrug 17.889. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

2022
Gewerbliche Arbeitnehmer 15.290
Angestellte 2.287
Auszubildende 312
Gesamt 17.889

5. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Sämtliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden zu marktüblichen Bedingungen abgewickelt.

6. Prüfungs- und Beratungsgebühren

Das für das Geschäftsjahr berechnete Honorar des Abschlussprüfers beträgt für:

T€
Abschlussprüfungsleistungen 429
Steuerberatungsleistungen 259
Sonstige Leistungen 175
Gesamthonorar 863

7. Nachtragsbericht

Vorgänge, die gemäß § 285 Nr. 33 HGB für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von besonderer Bedeutung wären, sich aber erst nach Schluss des Geschäftsjahres ereigneten, sind bis zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht eingetreten.

8. Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Vorstand der Gegenbauer Holding Verwaltung SE schlägt vor, das Jahresergebnis der GHoldKG in Höhe von mindestens T€ 15.000 zu thesaurieren und den Restbetrag an die Gesellschafter auszuschütten.

9. Konzernverhältnisse

Die Gegenbauer Holding SE & Co. KG sowie deren im Folgenden aufgeführten Tochtergesellschaften machen von den Vorschriften des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB und der damit verbundenen Befreiung von der Verpflichtung zur Offenlegung des Jahresabschlusses 2022 und hinsichtlich der Aufstellung eines Lageberichts Gebrauch:

AAS Aviation & Airport Services GmbH, Berlin,

Gegenbauer Aviation Services GmbH, Berlin,

Gegenbauer Location Management & Services GmbH, Berlin,

Gegenbauer Property Services GmbH, Berlin,

Gegenbauer Services GmbH, Berlin,

Gegenbauer Sicherheitsdienste GmbH, Berlin,

Gegenbauer Wohnservice GmbH, Berlin,

Kamb Elektrotechnik GmbH, Ludwigshafen,

KIS Industrieservice GmbH, Ludwigshafen,

Kluge Gebäudemanagement GmbH, Dresden,

PENTA Gebäudeservice GmbH, Berlin,

RGM ExperSite GmbH, Kassel,

RGM Facility Management GmbH, Berlin,

RGM Industrial Services GmbH, Dortmund,

RGM Retail GmbH, Düsseldorf, sowie

Velomax Berlin Hallenbetriebs GmbH, Berlin.

 

Berlin, 27. Februar 2023

Gegenbauer Holding Verwaltung SE

vertreten durch den Vorstand

gez. Fabiola Fernandez, Vorsitzende

gez. Christian Kloevekorn, Vorsitzender

gez. Dr. Robert Arbter, Mitglied des Vorstands

gez. Birgit Aspin, Mitglied des Vorstands

gez. Nils Lueken, Mitglied des Vorstands

gez. Anette Weller, Mitglied des Vorstands

Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2022 Währungseffekte Zugänge Abgänge
T€ T€ T€ T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.193 -6 436 380
2. Auftragsbestände 51.417 0 0 0
3. Geschäfts- oder Firmenwert 20.878 0 84 32
4. Geleistete Anzahlungen 25 0 19 0
82.513 -6 539 412
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 23.240 -1 93 21.212
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.073 -7 10 29
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 78.271 -32 9.084 4.029
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 239 0 90 0
103.823 -40 9.277 25.270
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 21 0 0 0
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 1.433 0 4.128 12
3. Sonstige Beteiligungen 5 0 400 0
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 49 0 96 0
5. Sonstige Ausleihungen 26 0 3 12
1.534 0 4.627 24
187.870 -46 14.443 25.706
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Umbuchungen Veränd. Konzernkreis 31.12.2022
T€ T€ T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 25 -3.557 6.711
2. Auftragsbestände 0 -6.281 45.136
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0 -823 20.107
4. Geleistete Anzahlungen -25 0 19
0 -10.661 71.973
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -37 0 2.083
2. Technische Anlagen und Maschinen -542 -20 1.485
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 804 -1.019 83.079
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -225 0 104
0 -1.039 86.751
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 21
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0 0 5.549
3. Sonstige Beteiligungen 0 0 405
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 145
5. Sonstige Ausleihungen 0 0 17
0 0 6.137
0 -11.700 164.861
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2022 Währungseffekte Zugänge Abgänge
T€ T€ T€ T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.179 -6 481 299
2. Auftragsbestände 30.676 0 5.088 0
3. Geschäfts- oder Firmenwert 9.503 0 2.072 32
4. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0
49.358 -6 7.641 331
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.549 0 439 9.908
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.808 -4 41 27
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 54.941 -27 7.369 3.728
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0
67.298 -31 7.849 13.663
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 21 0 0 0
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 1 0 0 0
3. Sonstige Beteiligungen 0 0 0 0
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 0
5. Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0
22 0 0 0
116.678 -37 15.490 13.994
Kumulierte Abschreibungen
Umbuchungen Veränd. Konzernkreis 31.12.2022
T€ T€ T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 -3.557 5.798
2. Auftragsbestände 0 -5.006 30.758
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0 -289 11.254
4. Geleistete Anzahlungen 0 0 0
0 -8.852 47.810
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -19 0 1.061
2. Technische Anlagen und Maschinen -384 -20 1.414
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 403 -697 58.261
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0
0 -717 60.736
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 21
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0 0 1
3. Sonstige Beteiligungen 0 0 0
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0
5. Sonstige Ausleihungen 0 0 0
0 0 22
0 -9.569 108.568
Buchwerte
31.12.2022 31.12.2021
T€ T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 913 1.014
2. Auftragsbestände 14.378 20.741
3. Geschäfts- oder Firmenwert 8.853 11.375
4. Geleistete Anzahlungen 19 25
24.163 33.155
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.022 12.691
2. Technische Anlagen und Maschinen 71 265
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 24.818 23.330
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 104 239
26.015 36.525
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 5.548 1.432
3. Sonstige Beteiligungen 405 5
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 145 49
5. Sonstige Ausleihungen 17 26
6.115 1.512
56.293 71.192

Entwicklung der Konzernrückstellungen 2022

01.01.2022 Inanspruchnahme Auflösung
T€ T€ T€
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 16.088 402 42
II. Steuerrückstellungen
1. Gewerbesteuerrückstellungen 3.161 329 69
2. Körperschaftsteuerrückstellungen 424 406 1
3. Übrige 341 38 214
3.926 773 284
III. Sonstige Rückstellungen
1. Ausstehende Rechnungen 27.526 18.174 2.879
2. Sonstige Rückstellungen 13.360 2.136 2.751
3. Tantieme 9.529 9.063 307
4. Urlaub 3.513 2.554 13
5. Sonstige Personalaufwendungen 4.767 2.154 845
6. Baulicher Unterhalt 1.665 1.274 0
7. Berufsgenossenschaft 3.595 551 2.826
8. Abfindungen 1.734 712 83
9. Abschluss- und Prüfungskosten 729 615 2
10. Rechts- und Beratungskosten 468 158 198
11. Gewährleistung 514 61 59
67.400 37.452 9.963
Summe Rückstellungen 87.414 38.627 10.289
Zuführung Veränderung Konzernkreis 31.12.2022
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I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.900 -548 17.996
II. Steuerrückstellungen
1. Gewerbesteuerrückstellungen 3.448 -15 6.196
2. Körperschaftsteuerrückstellungen 236 -14 239
3. Übrige 0 0 89
3.684 -29 6.524
III. Sonstige Rückstellungen
1. Ausstehende Rechnungen 23.275 -1.594 28.154
2. Sonstige Rückstellungen 6.547 -9 15.011
3. Tantieme 8.852 -182 8.829
4. Urlaub 3.514 -50 4.410
5. Sonstige Personalaufwendungen 2.385 -16 4.137
6. Baulicher Unterhalt 882 0 1.273
7. Berufsgenossenschaft 986 -48 1.156
8. Abfindungen 75 0 1.014
9. Abschluss- und Prüfungskosten 762 -16 858
10. Rechts- und Beratungskosten 718 0 830
11. Gewährleistung 137 -31 500
48.133 -1.946 66.172
Summe Rückstellungen 54.717 -2.523 90.692

Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2022

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital % EAV/ BGAV 1)
1. Mutterunternehmen
GHoldKG Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Berlin
2. Konsolidierte Tochterunternehmen
AAS AAS Aviation & Airport Services GmbH, Berlin 60 -
FMSC fmsc GmbH, Bochum 80 -
GAS Gegenbauer Aviation Services GmbH, Berlin 100 X
GLM Gegenbauer Location Management & Services GmbH, Berlin 100 X
GPolska Gegenbauer Polska Sp. z o. o., Krakow, Polen 100 -
GPS Gegenbauer Property Services GmbH, Berlin 100 X
GSD Gegenbauer Sicherheitsdienste GmbH, Berlin 100 X
GSG Gegenbauer Services GmbH, Berlin 100 X
GSZ GSZ Gebäudeservice und Sicherheitszentrale GmbH, Berlin 66,66 -
GWS 2) Gegenbauer Wohnservice GmbH, Berlin 100 -
HRW 3) hrw Gebäudetechnik GmbH, Hamburg - -
Kamb Kamb Elektrotechnik GmbH, Ludwigshafen 100 o
KIS KIS Industrieservice GmbH, Ludwigshafen 100 -
KLUGEClean 4) Kluge Clean Gartenlandschaftsbau GmbH, Dresden - -
KLUGEGM Kluge Gebäudemanagement GmbH, Dresden 100 0
KLUGEKlima Kluge Klima- und Filtertechnik GmbH, Dresden 100 -
M&B M&B Elektrotechnik GmbH, Dortmund 100 -
M&S 5) RGM Maintenance & Service GmbH, Düsseldorf 100 -
PGS PENTA Gebäudeservice GmbH, Berlin 100 X
ExperSite RGM ExperSite GmbH, Kassel 100 -
RGMFM RGM Facility Management GmbH, Berlin 100 X
RGMFM-Schw 6) RGM Facility Management Schweiz AG, Bern, Schweiz - -
RGMIS RGM Industrial Services GmbH, Dortmund 100 X
Retail RGM Retail GmbH, Düsseldorf 100 -
RGMFM-Sp. 7) RGM Spain Facilities Management S.L., Madrid, Spanien - -
RGMTurkey RGM TURKEY Gayrimenkul Yönetim ve Ișletme A.Ș., Istanbul, Türkei 100 -
SectorOne 8' SectorOne Sicherheitsdienste GmbH, Dortmund - -
Velomax Velomax Berlin Hallenbetriebs GmbH, Berlin 100 X
WagnerFM WAGNER Facility Management S.A., Luxemburg, Luxemburg 50,1 -
3. Nicht konsolidierte Tochterunternehmen aufgrund von untergeordneter Bedeutung (§ 296 Abs. 2 HGB)
Valorias Valorias GmbH, Dortmund 100 -

1) Zwischen den mit x gekennzeichneten Gesellschaften und der Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Berlin, bestand zum 31.12.2022 ein Ergebnisabführungsvertrag. Zwischen den mit o gekennzeichneten Gesellschaften und der RGM Facility Management GmbH, Berlin, bzw. der RGM Industrial Services GmbH, Dortmund, bestand zum 31.12.2022 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.
2) Gründung der Gesellschaft zum 01.03.2022; Übernahme von abgespaltenen Geschäftsfeldern der GPS und RGMFM
3) Verkauf mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01.01.2022; entkonsolidiert zum 01.10.2022
4) Verschmelzung rückwirkend zum 01.01.2022 auf die GSG
5) Umfirmierung zum 14.01.2022; vormals RGM Technische Services GmbH, Düsseldorf
6) Verkauf mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31.12.2021; entkonsolidiert zum 01.01.2022
7) Liquidation am 16.03.2022 abgeschlossen
8) Verkauf mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31.12.2021, entkonsolidiert zum 31.12.2022

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital %
4. Assoziierte Unternehmen 1)
ARGE Borko Bietergemeinschaft PENTA Gebäudeservice GmbH & Alfred Borkowski GmbH GbR (ARGE), Berlin 50
DRKServ DRK Kliniken Berlin Service GmbH, Berlin 49
GHSB GHS Beteiligungs GmbH & Co. KG, Berlin 33,3
GHSM GHS Management GmbH, Berlin 33,3
Gründlich Gründlich GmbH, Berlin 48
G2Plus G2Plus GmbH, Berlin 49
HKS Havelklinik Service GmbH, Berlin 48
HSW Hospital Service Weimar GmbH, Weimar 49
IGS Immanuel-Gegenbauer Service GmbH, Berlin 49
KEH KEH Servicegesellschaft mbH, Berlin 49
TFS 2) Teamflex Solutions GmbH, Berlin 51
TRG Thiem-Reinigung GmbH, Cottbus 49
5. Assoziierte Unternehmen und Sonstiger Anteilsbesitz von unwesentlicher Bedeutung (§ 311 Abs. 2 HGB)
ARGE SKR 3) ARGE SKR, Stuttgart -
Euroliance Euroliance Limited, Sanderstead, Großbritannien 33
ICM 4) Innovation City Management GmbH, Bottrop 8,01
PfB Partner für Berlin Holding Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH, Berlin 0,41

1) Einbezug erfolgt at equity.
2) In Vorjahren von untergeordneter Bedeutung, erstmaliger Einbezug der Gesellschaft at equity zum 01.01.2022.
3) Auflösung zum 31.01.2022
4) Erwerb der Anteile am 07.02.2022

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

1. Grundlagen der Unternehmensgruppe

1.1. Unternehmensprofil

Kerngeschäft der Unternehmensgruppe Gegenbauer ist die Erbringung von Dienstleistungen für Immobilien und industrielle Liegenschaften sowie für deren Nutzer. Hierzu gehören insbesondere der technische Betrieb von Immobilien und Liegenschaften inkl. der Instandhaltung der Anlagen sowie personalintensive Services; Dienstleistungen, die für die Auftraggeber als Sekundärprozesse nicht unmittelbar wertschöpfend wirken.

Das 1925 in Berlin gegründete Unternehmen zählt weiterhin zu einem der führenden Anbieter von Facility Management in Deutschland und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2022 einen konsolidierten Umsatz von € 885 Mio. mit 17.889 jahresdurchschnittlich Beschäftigten. Unsere Wurzeln und Werte - Solidität, Kunden- und Lösungsorientierung, nachhaltiges Handeln und langfristige Zukunftssicherung - bestimmen die Kultur von Gegenbauer und führten damit auch in 2022 erfolgreich durch ein durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine geprägtes Jahr. Mit diesem Wertegerüst und einer klaren strategischen Ausrichtung schreitet das Unternehmen auf dem Weg in Richtung des 100. Gründungsjubiläums im Jahr 2025 weiter voran.

Durch den Einsatz engagierter und qualifizierter Mitarbeitender und einem reichen Erfahrungsschatz realisiert die Unternehmensgruppe auch in Krisenzeiten Service- und Managementkonzepte für Immobilien und Liegenschaften. Für zahlreiche und namhafte Kunden aus Industrie und Handel, dem öffentlichen Sektor, der Finanz- und Versicherungsbranche, dem Gesundheitswesen sowie der Wohnungswirtschaft werden professionelle sowie effiziente Wertschöpfungsprozesse aufgesetzt, die zur Entlastung und Unterstützung der Auftraggeber beitragen. Partnerschaftlich übernimmt die Unternehmensgruppe Gegenbauer Verantwortung für umfassende Dienstleistungen und gewährleistet hohe Qualität, optimale Abläufe sowie nachhaltige und innovative Lösungen. Rückgrat dessen sind fundierte Serviceerfahrungen, umfangreiches Experten-Know-how in verschiedenen Marktsegmenten und eine Standortstruktur über sämtliche wirtschaftliche Ballungsräume Deutschlands hinweg sowie Standorte in Polen, Luxemburg und der Türkei.

1.2. Geschäftsmodell und Organisationsstruktur

Die Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Berlin (GHoldKG) ist mit Steuerungs- und Servicefunktionen betraut und übernimmt als Dachgesellschaft die Koordination und Entwicklung der Geschäftstätigkeiten ihrer Tochtergesellschaften. Aufgabenschwerpunkte bilden unter anderem kaufmännische und datentechnische Dienstleistungen, die Aufrechterhaltung des Integrierten Managementsystems sowie übergreifende Funktionen wie Unternehmensentwicklung, Marketing, Digitale Medien, Personalstrategie, Nachhaltigkeitsstrategie, Arbeitsschutz, Recht, Compliance und Datenschutz.

Die operativen Leistungen der Gruppe werden in zwei Unternehmensbereichen organisatorisch zusammengefasst. Im Unternehmensbereich Integriertes Facility Management werden die Leistungen der Technischen Facility Services und der Industrial Services gebündelt. Der Bereich Infrastrukturelles Facility Management bildet die Aktivitäten der Sparten Gebäudeservice, Property Services, Sicherheitsdienste inkl. Aviation Services und Location Management ab.

Gegenbauer Holding SE & Co.KG

Integriertes Facility Management Infrastrukturelles Facility Management
Technischer und logistischer Gebäudebetrieb, Wartung, Instandhaltung, Instandsetzung, Modernisierung, Kaufmännisches FM Unterhalts-, Glas-/Fassaden-, Reinraum- und Sonderreinigung, Health Care Hausmeisterservice
FM-Beratung, Energiemanagement und -beratung, Nachhaltigkeitsberatung Kleinreparaturmanagement und Leerwohnungssanierung, technische Dienstleistungen für die Wohnungswirtschaft Gartenbau, Grünpflege, Winterdienste Betrieblicher Objekt-, Werk- und Brandschutz, Veranstaltungsdienste, Notruf-Serviceleitstelle, Beratung, Center- und Arealstreife Terminalservices, Verkehrskontrolldienste und PRM-Dienste (People with Reduced Mobility) an Flughäfen Location Management

Die Standortpolitik des Unternehmens fokussiert sich vorrangig auf die wirtschaftsstarken Ballungsräume und Metropolregionen Deutschlands.

Konsequenterweise konzentriert sich die Unternehmenspräsenz auf die Landeshauptstädte sowie deren unmittelbare Umgebung, so z. B. die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg, die Ballungsräume Rhein/Ruhr, Rhein/Main, Mitteldeutschland, Hamburg/Hannover sowie München/Nürnberg und Stuttgart. So ist die Unternehmensgruppe deutschlandweit und darüber hinaus mit Landesgesellschaften in Polen, Luxemburg und der Türkei tätig.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland war im Jahr 2022 stark von den Folgen des Kriegs in der Ukraine wie den extremen Energiepreiserhöhungen geprägt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt des Jahres um 1,9% höher als im Vorjahr. Trotz der anhaltenden, wenn auch abgeschwächten pandemischen Lage und sich verschärfender Liefer- und Materialengpässe konnte sich die deutsche Wirtschaft in 2022 weiter erholen. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 ist das Bruttoinlandsprodukt um 0,7 % höher ausgefallen. Die Entwicklung verlief in den einzelnen Wirtschaftsbereichen sehr unterschiedlich. Während es durch die Abschwächung der pandemischen Lage in einzelnen Branchen zu Nachholeffekten kam, führten Material- und Fachkräftemangel, hohe Baukosten und eingetrübte Finanzierungsbedingungen zu einem Rückgang von 2,3 % im Baugewerbe. Hohe Energiepreise infolge des Ukraine-Kriegs und eingeschränkte Verfügbarkeit von Vorprodukten belasteten ebenso das verarbeitende Gewerbe. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung lag insgesamt jedoch bei einem Plus von 1,8 % gegenüber 2021. Die privaten Konsumausgaben stiegen preisbereinigt um 4,6 % und stützten damit die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.

Trotz starker Preiserhöhungen stieg der Außenhandel um 3,2 % in 2022. Für das Wirtschaftsjahr 2023 wird ein Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes erwartet. Die "ifo Konjunkturprognose Winter 2022" geht bis 2024 bedingt durch anhaltende Engpässe bei Energie, Vorprodukten und Arbeitskräften von einer geringen Rezession um 0,1 % aus und erwartet ab dem Frühjahr 2023 wieder steigende Raten.

Deutschland 2021 2022
Wachstumsrate Bruttoinlandsprodukt 2,7 % 1,9 %
Erwerbstätige 44,8 Mio. 45,6 Mio.
Registrierte Arbeitslose 2,6 Mio. 2,4 Mio.
Registrierte Arbeitslosenquote 5,7 % 5,3 %
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 33,8 Mio. 34,4 Mio.
Geringfügig Beschäftigte 4,2 Mio. 4,2 Mio.

Die Erwerbstätigkeit erreichte im Berichtsjahr einen Höchststand von 45,6 Mio. seit 1990. Zuvor war diese nach einem kontinuierlichen jährlichen Anstieg seit der Wiedervereinigung in 2020 erstmals zurückgegangen. Das Statistische Bundesamt führt diese Entwicklung in 2022 sowohl auf die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte als auch eine höhere Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung zurück. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 %-Punkte auf 5,3 %. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg gegenüber 2021 von 33,8 Mio. auf 34,4 Mio. (jeweils per 30. Juni), demgegenüber blieb die Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten bei 4,2 Mio. Personen (jeweils Stichtag 30. Juni).

Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Facility-Management-Marktes werden zwar von der gesamtwirtschaftlichen Konjunktur vorgegeben, jedoch verhält sich dieser allenfalls postzyklisch, da die Bewirtschaftung von Gebäuden nur mittel- und langfristig an die Konjunktur gekoppelt ist. Dementsprechend werden mehrjährige Verträge im Markt geschlossen. Beobachtungen des deutschen Facility-Management-Marktes durch Lünendonk & Hossenfelder zeigen, dass jeweils im Nachgang zu konjunkturellen Schwächephasen das Wachstum der Facility-Service-Unternehmen sich leicht abschwächte, jedoch nie den Wachstumswert von 3,5 % unterschritten hat. Eine Ausnahme bildet das Pandemie-Jahr 2020. Erstmals seit Beginn der Lünendonk- Marktbeobachtung verzeichneten die an der Studie beteiligten Unternehmen einen Umsatzrückgang von 2,4 %. Im Jahr 2021 folgte eine Rückkehr auf die übliche Marktentwicklung mit einem Wachstum von 3,6 %. Auch das Marktvolumen im Facility Management stieg um 1,9 % auf 62,3 Milliarden Euro. Ein Vorkrisenniveau ist It. Studie u.a. aufgrund gesteigerter Homeoffice-Angebote und einem geringeren Bedarf an Catering-Leistungen noch nicht wieder erreicht.

Die Lünendonk-Studie sieht auf fachlicher Ebene die Anbieter mit einem erhöhten Schwerpunkt auf ESG-Reporting-Anforderungen von Immobilienwirtschaft und großer Corporates sowie der Identifikation und Umsetzung von Handlungsmaßnahmen zur Reduzierung des eigenen CO 2 -Fußabdrucks konfrontiert. Dies würde auch das Voranschreiten der Digitalisierung beschleunigen. Angesichts der Lohnentwicklung verstärken sich Preisdruck und Personalmangel gegenseitig. Letzterer erfordert veränderte Serviceprozesse und die Automatisierung von Tätigkeiten. Zudem dämpfen der Krieg Russlands gegen die Ukraine, die Inflation sowie die Verunsicherung bei den Auftraggebern die positive Stimmung, die noch zu Beginn 2022 herrschte.

2.2. Steuerungssystem

Die Unternehmensgruppe Gegenbauer steuert Aufträge aller Gesellschaften einheitlich über eine mehrdimensionale Deckungsbeitragsrechnung. So besteht jederzeit kurzfristig die Möglichkeit, Risikofelder zu eruieren und zu analysieren sowie hieraus erforderliche Maßnahmen abzuleiten. Weitere betriebliche Analysen liefern darüber hinaus wertvolle Hinweise über die Entwicklung der Rentabilität einzelner Aufträge sowie Kundenbeziehungen.

Neben der Steuerung im Rahmen der Deckungsbeitragsrechnung erfolgt die Auswertung und Steuerung auch über Rentabilitätskennzahlen wie zum Beispiel EBITA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände) und EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Zudem ist die aktive Überwachung des Working Capitals, insbesondere des Forderungsbestandes ein wichtiges Steuerungsinstrument der Unternehmensgruppe.

Die Beurteilung der Lage erfolgt in diesem Bericht auf Ebene der Unternehmensbereiche Integriertes und Infrastrukturelles Facility Management der Unternehmensgruppe Gegenbauer.

2.3. Geschäftsverlauf und wesentliche Ereignisse im Berichtszeitraum

Im Berichtsjahr setzte die Unternehmensgruppe Gegenbauer ihren Wachstumskurs erfolgreich fort. Neben dem weiteren Ausbau des Neukundengeschäfts sowie der Festigung bestehender Kundenbeziehungen führten erneut insbesondere Zusatzbeauftragungen zu einem deutlichen Umsatzanstieg. Maßgeblich zu diesem Erfolg trug die stetige Weiterentwicklung des Dienstleistungsportfolios durch hohe Qualität, Digitalisierung, optimierte Prozesse sowie individuellen und flexiblen Kundenservice bei.

Bedingt durch die Zusatzbeauftragungen, aber auch aufgrund von diversen Sondereffekten im Berichtsjahr wurde das prognostizierte Ergebnis (EBITDA-Rendite von ca. 5 %) übertroffen.

Das Geschäftsjahr 2022 war geprägt von Portfoliobereinigungen im Bereich des Integrierten Facility Managements sowie der Fortführung der im Vorjahr begonnenen Standortpolitik.

Im Berichtsjahr wurden sämtliche Anteile an der hrw Gebäudetechnik GmbH, Hamburg, und an der SectorOne Sicherheitsdienste GmbH, Dortmund, verkauft. Zudem wurde die Gegenbauer Wohnservice GmbH, Berlin, gegründet mit dem Ziel insbesondere die Leistungserbringung im Rahmen der technischen Bewirtschaftung von Wohnimmobilien zu bündeln.

Des Weiteren wurden die Eigentumsimmobilien in Berlin und Birkenwerder im Geschäftsjahr veräußert und zeitgleich mit langfristigen Mietverträgen zurückgemietet. Diese Straffung des Immobilienportfolios ist eine konsequente Weiterentwicklung der Standortpolitik der Unternehmensgruppe Gegenbauer.

Ertragslage

Im Berichtsjahr konnte die Unternehmensgruppe Gegenbauer den Konzernumsatz um 5,4 % auf € 885,5 Mio. erneut deutlich steigern. Der Konzernjahresüberschuss stieg ebenfalls signifikant um € 8,5 Mio. auf € 34,5 Mio.

Vor allem die anhaltend hohe Anzahl an renditestarken Zusatzbeauftragungen, die Gewinnung von Neuaufträgen, die erfolgreiche Wiedergewinnung von Bestandsaufträgen, aber auch die Preiserhöhungen aufgrund der Vielzahl an Tarifsteigerungen in Verbindung mit der Anhebung des Mindestlohnes trugen zu dem Wachstum bei. Der Unternehmensbereich Integriertes Facility Management steuerte € 425,1 Mio. zum Konzernumsatz bei (Vj.€ 409,7 Mio.) - ein Anstieg von 3,8 %. Der Unternehmensbereich Infrastrukturelles Facility Management verzeichnete ebenfalls im Berichtsjahr ein Umsatzwachstum. Der Beitrag zum Konzernumsatz stieg erneut deutlich um 7,0 % auf €458.4 Mio. (Vj.€ 428,5 Mio.). Der im Vorjahr enthaltene Effekt in Höhe von € 1,2 Mio. aus der Abrechnung des ERP-Projektes gegenüber einer Leasinggesellschaft in der Gegenbauer Holding SE & Co. KG wiederholte sich in nahezu gleichem Umfang.

2021 2022 Veränderung
Mio. € Mio. € Mio. € %
Umsatzerlöse 840,0 885,5 45,5 5,4
EBITDA 51,9 57,9 6,0 11,6
EBITA 44,0 50,0 6,0 13,6
EBIT 35,9 42,4 6,5 18,1
Finanzergebnis -2,1 -1,6 0,5 23,8
Ergebnis vor Steuern (EBT) 33,8 40,8 7,0 20,7
Jahresergebnis 26,0 34,5 8,5 32,7

Die Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen um € 4,5 Mio. ist im Wesentlichen auf die gegen Jahresende begonnenen aber noch nicht fertiggestellten Projekte zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um € 17,6 Mio. auf € 31,2 Mio. deutlich gestiegen. Der erhebliche Anstieg im Berichtsjahr resultierte im Wesentlichen aus einmaligen Erträgen aus dem Verkauf der HRW (€ 12,0 Mio.), dem Verkauf der Immobilien (€ 2,0 Mio.) sowie aus der Auflösung von Rückstellungen für die Verwaltungsberufsgenossenschaft 2021 (€ 2,7 Mio.). Letzteres ergab sich aus einer Veränderung des Abrechnungsmodus seitens der Berufsgenossenschaft. Zudem ist das Beteiligungsergebnis ebenfalls deutlich im Vergleich zum Vorjahr von € 0,4 Mio. auf € 5,1 Mio. gestiegen. Dieser Anstieg ergab sich hauptsächlich aus der TFS. Diese konnte ihr Jahresergebnis 2022 deutlich steigern und wird zudem erstmalig at equity in den Konzernabschluss der Unternehmensgruppe einbezogen.

Im Geschäftsjahr stiegen die Materialaufwendungen um € 17.2 Mio. auf € 255.4 Mio. und der Personalaufwand um € 36.1 Mio. auf € 515.2 Mio. Dies resultierte zum einen aus dem gestiegenen Umsatz, welcher teilweise mit erhöhter Fremdleistung erbracht wurde und zum anderen aus hohen Tariflohnsteigerungen insbesondere im Rahmen der Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns. Bei einer additiven Betrachtung des Material- und Personalaufwandes liegen diese mit 87.0 % vom Umsatz um 1,6 %-Punkte über dem Niveau des Vorjahres. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um €12.9 Mio. auf € 98.7 Mio. gestiegen. Der deutliche Anstieg der Rechts- und Beratungskosten resultierte u.a. aus durchgeführten Projekten im Rahmen der Portfoliobereinigungen. Weitere Kostenerhöhungen fanden im Bereich der Betriebskosten für Fahrzeuge infolge der gestiegenen Rohstoffpreise und im Bereich der sonstigen Personalkosten aufgrund der Investitionen in die Personalgewinnung und -bindung statt. Des Weiteren ergab sich ein negativer Einmaleffekt aus dem Verkauf der SectorOne (€ 0,7 Mio.).

Insbesondere durch die anhaltenden renditestarken Zusatzbeauftragungen sowie durch die beschriebenen Sondereffekte im Rahmen der Portfoliobereinigungen ist das EBITDA um € 6,0 Mio. auf € 57,9 Mio. nochmals deutlich gestiegen. Auch das EBITA stieg gegenüber dem Vorjahr um € 6,0 Mio. auf € 50,0 Mio. Die Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen betrugen € 7,8 Mio. und lagen mit 0,9 % vom Umsatz auf dem Vorjahresniveau. Die hohe Vorjahres-EBITA-Marge (vom Umsatz) von 5,2 % konnte im Berichtsjahr mit 5,6 % nochmals verbessert werden.

In 2022 blieben die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände mit € 7,6 Mio. leicht unter dem Vorjahresniveau (Vj. € 8,1 Mio.). Diese Verringerung ergab sich zum einen aus dem Wegfall von Auftragsbeständen durch die Entkonsolidierung der HRW und zum anderen aus geringeren immateriellen Vermögensgegenständen.

Das Finanzergebnis belief sich auf € -1,6 Mio. Die Reduzierung um € 0,5 Mio. resultierte aus niedrigeren Zinsaufwendungen für langfristige Rückstellungen insbesondere für Pensionsrückstellungen.

Der Ertragsteueraufwand verringerte sich ebenfalls von € 6,4 Mio. auf € 4,9 Mio. Zwar stieg der Gewerbesteueraufwand aufgrund des deutlich besseren Ergebnisses, gleichzeitig führte der gegenläufige Effekt aus den latenten Gewerbesteuern insgesamt zu einem geringeren Ertragsteueraufwand.

Das Jahresergebnis in Höhe von € 34,5 Mio. lag um € 8,5 Mio. deutlich über dem Jahresergebnis 2021.

Integriertes Facility Management

Der Unternehmensbereich Integriertes FM verzeichnete unter dem Einfluss der Portfoliobereinigungen ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2022. Mit notariellem Vertrag vom 3. Juni 2022 wurden weitere 2,5 % der Anteile an der hrw Gebäudetechnik GmbH, Hamburg, erworben. Mit Kauf- und Abtretungsvertrag vom 5. September 2022 wurden sämtliche Anteile (88 %) an dieser Gesellschaft veräußert. Der daraus resultierende Veräußerungsgewinn in der Sparte beläuft sich auf € 10,3 Mio. exklusive latenter Steuern. Zusätzlich wurden mit Kauf- und Abtretungsvertrag vom 20. Oktober 2022 sämtliche Anteile an der SectorOne Sicherheitsdienste GmbH, Dortmund, veräußert. Der entstandene Veräußerungsverlust beläuft sich auf € 0,7 Mio. exklusive latenter Steuern. Bereits zum 1. März 2022 wurde die Gegenbauer Wohnservice GmbH, Berlin, gegründet und wird in diesem Unternehmensbereich abgebildet. Diese neue Gesellschaft soll insbesondere die Leistungserbringung im Rahmen der technischen Bewirtschaftung von Wohnimmobilien bündeln und ausbauen.

Die konsequente Weiterführung der Neustrukturierung soll eine Vereinfachung und Verschlankung der Gesellschaftsstruktur sowie die Fokussierung auf die Kerntätigkeit mit sich bringen und dadurch positiven Einfluss auf die Weiterentwicklung des Geschäftsbereiches haben. Der Außenumsatz belief sich auf € 425,1 Mio. (Vj. € 409,7 Mio.). Das erwartete Umsatzwachstum konnte nicht in Gänze erreicht werden, da einige Projekte noch nicht im Berichtsjahr schlussgerechnet werden konnten. Zudem wirkte sich der Verkauf der HRW zum 1. Oktober 2022 auf die Umsatzentwicklung aus. Insbesondere die Neukundengewinnung und der Ausbau von Key Accounts in nahezu allen Regionen trugen zur Umsatzstabilisierung bei. Im Berichtsjahr konnte der Unternehmensbereich das prognostizierte sowie das gute Ergebnis des Vorjahres übertreffen. Das EBITA stieg um € 5,8 Mio. auf € 22,0 Mio. (Vj. € 16,2 Mio.), dies entspricht einer EBITA-Rendite zum Umsatz von 5,2 % (Vj. 4,0 %). Das deutliche Ergebniswachstum ist stark durch Sondereffekte im Berichtsjahr beeinflusst. Neben den bereits oben erläuterten Sachverhalten aus dem Verkauf der beiden Gesellschaften, wurde das Ergebnis durch die höheren Aufwendungen im Zuge der Bewertung der Pensionsverpflichtungen und erstmaligen Anwendung des IDW RH FAB 1.021 Rechnungslegungshinweis "Handelsrechtliche Bewertung von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach rückgedeckten Direktzusagen" belastet.

Infrastrukturelles Facility Management

Der Unternehmensbereich Infrastrukturelles FM verzeichnete ein erfreuliches Geschäftsjahr 2022. Der Außenumsatz stieg um € 29,9 Mio. auf € 458,4 Mio. (Vj. € 428,5 Mio.). Gleichzeitig stieg das EBITA um € 1,5 Mio. auf € 35,6 Mio. (Vj. € 34,1 Mio.). Zum Umsatzwachstum trugen insbesondere die noch im ersten Halbjahr 2022 fortgeführten aber zum Jahresende auslaufenden renditestarken Zusatzbeauftragungen in den Sparten Gebäudeservice und Sicherheitsdienste bei. Zudem führte die erfolgreich fortgesetzte und verstärkte Arbeit mit Großkunden insbesondere in der Sparte Property Services zur weiteren Stabilisierung des Umsatzes. In den Teilbereichen Aviation Services und Veranstaltungsdienste war eine deutliche Erholung aufgrund der Abschwächung der Corona-Pandemie spürbar. Die Sparte Location Management konnte aufgrund der Lockerungen der Corona-Vorschriften das Veranstaltungsgeschäft in den Berliner Hallen wieder beleben und im Bereich Aviation zog der Flugbetrieb am Berliner Flughafen ebenfalls wieder an. Insbesondere aufgrund der ungeplanten Weiterführung von ertragreichen Sonderleistungen lag der Umsatz und das EBITA des Unternehmensbereiches deutlich über den Erwartungen. Zudem konnten die Tariflohnerhöhungen im Rahmen der Mindestlohnerhöhung zum 1. Oktober 2022 durch intensive Gespräche mit den Kunden zum Großteil ergebnisneutral umgesetzt werden. Zusätzlich verzeichnete der Unternehmensbereich im Berichtsjahr einige positive Sondereffekte. So konnten im Zuge der Bereinigung des Immobilienportfolios ein Ergebniseffekt von € 2,0 Mio. und aus der Umstellung des Abrechnungsmodus der Verwaltungsberufsgenossenschaft ein Effekt von € 1,7 Mio. erzielt werden. Durch die erhebliche Ergebnissteigerung der TFS, die im Berichtsjahr erstmalig at equity einbezogen wurde, konnte der Beteiligungsertrag deutlich gesteigert werden. Insgesamt erzielte der Unternehmensbereich Infrastrukturelles Facility Management eine EBITA-Rendite zum Umsatz von 7,8 % und übertraf damit die coronabedingt mit Unsicherheiten behaftete prognostizierte EBITA-Rendite von 4,9 % deutlich.

Sonstige Dienstleistungen

Unter die Sonstigen Dienstleistungen fallen insbesondere die Leistungen der Gegenbauer Holding SE & Co. KG für die gesamte Unternehmensgruppe. Im Berichtsjahr erzielte diese einen Außenumsatz von € 1,9 Mio. (Vj. € 1,9 Mio.). Im Berichtsjahr konnten erneut im Rahmen des neuen ERP-System die aktivierten Einführungskosten an die Leasinggesellschaft abgerechnet werden. Im Zuge dieser weiteren Abrechnung des ERP-Systems an den Leasinggeber erhöhte sich der Leasingaufwand. Zudem stiegen die Beratungsaufwendungen aufgrund von diversen Projekten u.a. für die Portfoliobereinigungen in der Unternehmensgruppe.

Finanzlage

2021 2022 Veränderung
Mio. € Mio. € Mio. €
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit 29,4 2,0 -27,4
Cashflow aus Investitionstätigkeit -7,4 12,7 20,1
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -15,5 -28,5 -13,0
Finanzmittelfonds 11,3 -2,7 -14,0

Das Geschäftsjahr 2022 war geprägt von Sondereffekten u.a. die Unternehmens- und Immobilienverkäufe, welche im Wesentlichen dem Cashflow aus Investitionstätigkeit zuzuordnen waren. Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit sank um € 27,4 Mio. im Vergleich zum Vorjahr auf € 2,0 Mio. Wesentlichen Einfluss hatte die Erhöhung der Forderungen und anderen Aktiva (€ -36,3 Mio.) zum Teil bedingt durch die spartenübergreifenden Preiserhöhungen zum 1. Oktober 2022, die ausstehende Teilzahlung aus den Immobilienverkäufen sowie die anhaltend hohen Forderungsabgrenzungen im Rahmen der ERP-Systemumstellung. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten und Rückstellungen fiel hingegen niedriger aus (€ +4,6 Mio.).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit in Höhe von € 12,7 Mio. lag mit € 20,1 Mio. über dem Niveau des Vorjahres (€ -7,4 Mio.). Dies resultierte im Wesentlichen aus Einzahlungen aus den Abgängen aus dem Konsolidierungskreis (€ 13,6 Mio.) und aus den Abgängen der Sachanlagen (€ 5,8 Mio.). Letzteres spiegelte insbesondere die Teilkaufpreiszahlung für die Immobilien wider. Zudem wurden Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen (€ -10,2 Mio.) insbesondere in die Betriebs- und Geschäftsausstattung und Fahrzeuge getätigt, gegenläufig wirkten sich die erhaltenen Ausschüttungen in Höhe von € 3,5 Mio. aus.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von € -28,5 Mio. betraf mit € -44,4 Mio. Auszahlungen von Guthaben der Kommanditisten inkl. der Verrechnung mit anrechenbaren Steuerforderungen sowie geleistete Gewinnausschüttungen an Minderheitsgesellschafter von €-1,8 Mio. Des Weiteren führten Auszahlungen für die Tilgung von Darlehen und Krediten sowie Zinszahlungen im Berichtsjahr zu einem Mittelabfluss per Saldo von € -5,3 Mio., gleichzeitig erfolgte eine Aufnahme von kurzfristigen Krediten in Höhe von € 23,0 Mio.

Die liquiden Mittel abzüglich sofort fälliger Kreditverbindlichkeiten (Finanzmittelfonds gemäß DRS 21 Ziff. 34) sanken im Berichtsjahr um € 14,0 Mio. auf € -2,7 Mio.

Die gruppenweite Leitung des zentralisierten Finanzmanagements obliegt der Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Berlin. So ist die laufende Bereitstellung der erforderlichen liquiden Mittel jederzeit unter Wahrung des Grundsatzes der Optimierung des Zinsergebnisses sowie stabiler Bilanzkennzahlen im Sinne des Ratings der Unternehmensgruppe sichergestellt. Darüber hinaus wird das Risiko vorzeitiger Rückzahlungsverpflichtungen durch konsequente Überwachung der Einhaltung vertraglicher Bestimmungen des Konsortialdarlehensvertrages ausgeschlossen. Investitionen in Ausstattung für operative Tätigkeiten wurden aus selbst erwirtschafteten Mitteln sowie aus einem Konsortialdarlehen finanziert.

Die Unternehmensgruppe Gegenbauer hat eine SAP-ERP-Systemlösung eingeführt. Im Zuge dessen schloss die Gegenbauer Holding SE & Co. KG Ende 2017 einen Generalunternehmer- und Kaufvertrag mit der Deutsche Leasing AG, Bad Homburg, ab. Demnach werden sämtliche an der Systemlösung entstandenen Rechte auf die Leasinggesellschaft übertragen, um sie anschließend im Rahmen eines Leasing-Vertrages zur Nutzung überlassen zu bekommen (sog. Sale-and-lease-back). Das vereinbarte Rahmenvolumen für den Leasingvertrag wurde in 2020 auf € 24,0 Mio.

erhöht. Mit Abnahmeerklärungen vom 30. Dezember 2019, 19. August 2020, 16. Juni 2021 und 10. Mai 2022 erfolgte die Übergabe an die Leasinggesellschaft. Der entsprechende Leasingvertrag mit einer Mindestlaufzeit von sechs Jahren startete zum 1. Januar 2020. Das daraus resultierende Verpflichtungsvolumen zum Bilanzstichtag von € 12,8 Mio. und die zukünftige Entwicklung des Projektes sind durch den Konsortialdarlehensvertrag abgesichert.

Das kurzfristig gebundene Vermögen wird durch intensives Working Capital Management - insbesondere im Bereich der Forderungen und unfertigen Leistungen - sowie durch den Darlehensrahmen der fünf Konsortialbanken gewährleistet. Der am 31. März 2020 durch die Gegenbauer Holding SE & Co. KG und mehrere Konzerntöchter neu geschlossene Konsortialdarlehensvertrag umfasst ein Tilgungsdarlehen und ein Betriebsmitteldarlehen und hat eine Vertragslaufzeit bis zum 31. März 2027. Die Zinssätze des Konsortialdarlehensvertrages sind an Referenzkurse gekoppelte variable Zinssätze, die quartalsweise auf Basis des EURIBOR zzgl. einer Marge angepasst werden.

Die Zahlungsfähigkeit der Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Berlin, sowie der gesamten Unternehmensgruppe war im Berichtsjahr jederzeit gegeben.

Die Überwachung der Kapitalstruktur erfolgt über die Kennzahlen Eigenkapitalquote, Eigenmittelquote sowie Nettoverschuldungsgrad.

Vermögenslage

31.12.2021
Mio. € %
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 33,2 14,4
Sachanlagen 36,5 15,8
Finanzanlagen 1,5 0,6
71,2 30,8
Umlaufvermögen
Vorräte 15,7 6,8
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 129,9 56,2
Forderungen gegen Gesellschafter 0,9 0,4
Übrige Aktiva 1,8 0,8
Flüssige Mittel 11,5 5,0
159,8 69,2
231,0 100,0
Passiva
Eigenkapital 69,9 30,2
Rückstellungen 87,4 37,9
Verbindlichkeiten 65,2 28,2
Übrige Passiva 8,5 3,7
231,0 100,0
31.12.2022 Veränderung
Mio. € % Mio.€ %
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 24,2 9,7 -9,0 -27,1
Sachanlagen 26,0 10,4 -10,5 -28,8
Finanzanlagen 6,1 2,4 4,6 306,7
56,3 22,5 -14,9 -20,9
Umlaufvermögen
Vorräte 18,0 7,2 2,3 14,6
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 166,3 66,5 36,4 28,0
Forderungen gegen Gesellschafter 2,1 0,8 1,2 133,3
Übrige Aktiva 2,4 1,0 0,6 33,3
Flüssige Mittel 4,9 2,0 -6,6 -57,4
193,7 77,5 33,9 21,2
250,0 100,0 19,0 8,2
Passiva
Eigenkapital 59,5 23,8 -10,4 -14,9
Rückstellungen 90,7 36,3 3,3 3,8
Verbindlichkeiten 93,8 37,5 28,6 43,9
Übrige Passiva 6,0 2,4 -2,5 -29,4
250,0 100,0 19,0 8,2

Das Anlagevermögen sank im Vergleich zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres um € 14,9 Mio. auf € 56,3 Mio. Der Anteil an der Bilanzsumme betrug 22,5 % (Vj. 30,8 %). Die Verringerung der immateriellen Vermögensgegenstände ist im Wesentlichen auf die Abschreibungen auf Auftragsbestände in Höhe von € 5,1 Mio. und auf die Abschreibungen auf Firmenwerte in Höhe von € 2,1 Mio. zurückzuführen. Zudem reduzierten die Abgänge aus dem Verkauf der HRW diese Position in Höhe von € 1,8 Mio. Das Sachanlagevermögen sank insbesondere durch den Verkauf der Grundstücke und Gebäude Triftweg 18 in Birkenwerder und Paul-Robeson-Straße 37 in Berlin (€ 11,3 Mio.). Gleichzeitig wurden weitere Investitionen in die anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen im Zuge des neuen Standortes in Berlin getätigt.

Das Umlaufvermögen belief sich am Ende des Berichtsjahres auf € 193,7 Mio. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahresstichtag einer Erhöhung von € 33,9 Mio. Diese Zunahme resultierte insbesondere aus um € 36,4 Mio. gestiegenen Forderungen und sonstigen Vermögengegenständen und der Erhöhung der Vorräte um € 2,3 Mio. Der Bestand an flüssigen Mitteln betrug € 4,9 Mio. und lag damit unter dem Vorjahresstand (€ 11,5 Mio.). Gemessen an der Bilanzsumme steigt der Anteil des Umlaufvermögens mit 77,5 % deutlich gegenüber dem Vorjahr (69,2 %). Der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen korrespondiert mit dem Umsatzwachstum und ist unter anderem durch die zum 1. Oktober 2022 unternehmensweit erfolgten Preiserhöhungen im Zuge der Tariferhöhungen begründet. Zudem waren weiterhin im Zusammenhang mit der fortgeführten ERP-Systemumstellung hohe Forderungsabgrenzungen erforderlich. Des Weiteren wurde in den sonstigen Vermögensgegenständen die ausstehende Teilkaufpreiszahlung der Immobilien in Höhe von € 8,0 Mio. ausgewiesen. Die übrigen Aktiva stiegen um € 0,6 Mio. auf € 2,4 Mio. und betrafen den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sowie die erstmalig ausgewiesenen aktiven latenten Steuern.

Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr um € 10,4 Mio. gesunken, es belief sich auf € 59,5 Mio. (Vj. € 69,9 Mio.). Die Eigenkapitalquote sank ebenfalls deutlich und lag bei 23,8 % (Vj. 30,2 %). Die Gesellschafter der Gegenbauer Holding SE & Co. KG haben neben der Entnahme des Vorjahresergebnisses € 30,3 Mio. zusätzlich andere Gewinnrücklagen in Höhe von € 15,0 Mio. entnommen. Demgegenüber stand die Einstellung des den Gesellschaftern der GHoldKG zustehenden Konzernjahresüberschuss 2022 von € 33,1 Mio.

Die Rückstellungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um € 3,3 Mio. auf € 90,7 Mio. Insbesondere erhöhten sich die Steuerrückstellungen (€ 6,5 Mio., Vj. € 3,9 Mio.) sowie die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (€ 18,0 Mio., Vj. € 16,1 Mio.). Letzteres resultierte teilweise aus der erstmaligen Anwendung des IDW RH FAB 1.021 Rechnungslegungshinweis "Handelsrechtliche Bewertung von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach rückgedeckten Direktzusagen" unter Anwendung des Aktivprimats. Hieraus ergab sich ein Effekt von € 0,8 Mio. Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Rechnungen und Personalaufwendungen gebildet und bewegten sich auf Vorjahresniveau (€ 66,2 Mio., Vj. € 67,4 Mio.).

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich auf € 93,8 Mio. (Vj. € 65,2 Mio.), hiervon weisen € 0,2 Mio. eine Restlaufzeit von über einem Jahr auf. Der deutliche Anstieg ergab sich hauptsächlich aus der Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (€ 35,2 Mio., Vj. € 9,2 Mio.). Im Berichtsjahr erfolgte die planmäßige Tilgung des Konsortialdarlehensvertrages (€ 4,5 Mio.), gleichzeitig erhöhte sich die Inanspruchnahme kurzfristiger Kreditverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag um € 30,4 Mio. Die übrigen Passiva sanken auf € 6,0 Mio. (Vj. € 8,5 Mio.). Der Abbau resultierte aus dem Rückgang der passiven latenten Steuern vor allem aufgrund der planmäßigen Auflösung in Verbindung mit den Auftragsbeständen sowie aus der außerplanmäßigen Auflösung im Zusammenhang mit den Immobilienverkäufen und dem Abgang der HRW. Erstmalig bestand zum Bilanzstichtag ein Überhang an aktiven latenten Steuern. Gleichzeitig stieg der passive Rechnungsabgrenzungsposten um € 1,0 Mio.

3. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Neben den finanziellen Kennzahlen des Geschäftsjahres 2022 haben auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren eine wesentliche Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Die ausgeprägte Wertschätzung des Unternehmens durch Kunden und Beschäftigte, aber auch die dauerhafte Etablierung unter den führenden Anbietern des deutschen Facility-Management-Marktes, erneut belegt durch den erreichten 5. Platz in der Marktstudie von Lünendonk & Hossenfelder, zeichnet Gegenbauer als eines der führenden Facility-Service-Unternehmen in Deutschland aus. Darüber hinaus stützen regelmäßige Zertifizierungen das hohe Niveau von Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit der gesamten Unternehmensgruppe. Fast alle Unternehmensbereiche sind nach DIN EN ISO 9001, DIN EN ISO 14001, DIN EN ISO 45001 und DIN EN ISO 50001 zertifiziert, einige auch nach DIN EN 9100, DIN 77200 oder SCC.

3.1. Verantwortung und Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit rückt im Facility Management zunehmend in den Fokus. Die EU hatte mit den ESG-Kriterien umfassende Anforderungen in den Bereichen Environmental, Social und Governance (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) definiert und bereits im Frühjahr 2021 ihre Taxonomie-Regeln weiter konkretisiert. Damit wurden die Nachhaltigkeitsanforderungen an die Finanzmarktteilnehmer und somit indirekt für die Immobilienwirtschaft auf europäischer Basis einheitlich klassifiziert. Gebäude sind für ein Drittel des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen verantwortlich, die Potenziale für Einsparungen und nachhaltige Veränderungen im Gebäudesektor sind also bedeutend. Im Hinblick auf ESG geht es für viele Marktteilnehmer nun darum, sich neu auszurichten und Ziele zu definieren, um den Anforderungen der Gesetzgebung künftig gerecht zu werden. Dem Facility Management kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu, denn es steuert die Immobilien von der klassischen Gebäudebewirtschaftung und dem Energiemanagement über Arbeitsplatzgestaltung bis hin zu E-Mobilität, Abfall und Recycling. Die Facility Manager haben somit den ganzheitlichen Blick auf Optimierungspotenziale, die im Zuge der Nachhaltigkeitsbestrebungen zu erbringen sind. Gleichzeitig spielen sie bei der Nachweisführung und der Bereitstellung präziser Dokumentationen eine zentrale Rolle.

Ein neu geschaffenes Vorstandsressort bündelt bei Gegenbauer seit dem Sommer 2022 alle Nachhaltigkeits- und Energiethemen und unterstreicht damit die wesentliche Bedeutung für die Unternehmensgruppe. Die Leitung hat das langjährige Vorstandsmitglied Anette Weller in der Rolle des Chief Sustainability Officers (CSO) übernommen. In dieser Funktion übt sie weiterhin die operative Verantwortung für die Sparte Location Management sowie das Management und eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Verzahnung der Fachbereiche Energie, Fuhrpark, Nachhaltigkeit, Qualität und Umwelt aus. Dieser Zuschnitt ermöglicht zudem die vertriebliche Fokussierung auf die Unterstützung von Auftraggebern, wenn es um deren ESG-Aktivitäten und ESG- Berichtspflichten geht.

Im August 2022 hat die Unternehmensgruppe Gegenbauer den Nachhaltigkeitsbericht erstmals in Anlehnung an den weltweit führenden Reporting-Standard GRI erstellt (https://www.nachhaltigkeit-gegenbauer.de/). Die inhaltlichen Schwerpunkte orientieren sich an den ESG-Kriterien und greifen insgesamt sechs Handlungsfelder auf, die das Unternehmen im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Sie umfassen die Themen Kundenfokus, attraktiver Arbeitgeber, nachhaltige Dienstleistungen, gesunde Mitarbeitende, Transparenz und Integrität. Diese für Gegenbauer und seine Stakeholder relevanten Handlungsfelder wurden zuvor im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse ermittelt. Mit dem Nachhaltigkeitsbericht, der ausschließlich als Website publiziert wird, unterstreicht Gegenbauer seine Fokussierung auf nachhaltige Geschäftsprozesse.

Weiterhin nutzte die Gruppe das Berichtsjahr für die Vorbereitungen zur fristgerechten Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG), das Gegenbauer ab 2023 in der Sparte Gebäudeservices sowie auf Holdingebene unmittelbar betrifft. So wurde das geforderte Risikomanagementsystem aufgesetzt, eine Grundsatzerklärung zu den Menschenrechten veröffentlicht, ein Beschwerdeverfahren eingerichtet sowie ein Menschenrechtsbeauftragter berufen.

Durch eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Machbarkeitsstudie schuf Gegenbauer die notwendigen Voraussetzungen zur Elektrifizierung der Nutzfahrzeugflotte sowie zur Schaffung der benötigten Ladeinfrastrukturen. Dies wird dazu beitragen, den Corporate Carbon Footprint der Unternehmensgruppe nachhaltig zu senken, da sich insbesondere im Bereich der Mobilität ein erhebliches Potenzial zur Reduzierung der CO 2 -Emissionen abzeichnet.

3.2. Compliance und Datenschutz

Die Unternehmensgruppe Gegenbauer verfolgt, über die jeweils gültigen gesetzlichen Anforderungen hinaus, freiwillig auferlegte ethische Grundsätze, welche in einer gruppenweit zur Anwendung kommenden Verhaltensrichtlinie definiert sind. Das Compliance-Komitee der Unternehmensgruppe, bestehend aus langjährig erfahrenen Führungskräften verschiedener Unternehmensbereiche, unterstützt das Management bei der laufenden Anpassung und Überarbeitung dieser Richtlinie sowie das Qualitätsmanagement bei deren Implementierung. Darüber hinaus analysieren die Verantwortlichen im Rahmen regelmäßiger Arbeitstreffen mögliche Risiken aus der Nichtbeachtung dieser Regeln und beraten unternehmensintern umfassend zu Compliance-Themen.

Den gesetzlichen Anforderungen aus der europäischen Datenschutzgrundverordnung kommt die Unternehmensgruppe Gegenbauer z.B. durch das implementierte Datenschutzmanagementsystem (DSMS), mit dem Ziel die personenbezogenen Daten in der Unternehmensgruppe zu schützen, nach. Grundsätzliche Regelungen zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sowie der Umgang mit personenbezogenen Daten und deren Dokumentation und Kontrolle wurden in einem Handbuch festgelegt und die Beschäftigten dahingehend geschult. Die Unternehmensgruppe hat eine Konzerndatenschutzbeauftragte bestellt, welche insbesondere die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorschriften überwacht und durch die in den Gesellschaften ansässigen Datenschutzkoordinatoren unterstützt wird. Gegenbauer als Dienstleister und Arbeitgeber mit nahezu 18.000 Arbeitnehmern ist sich seiner Verantwortung zum Schutz von personenbezogenen Daten bewusst und wird den Schutz der Daten auch im Jahr 2023 weiter fortführen.

3.3. Mitarbeitende

Als personalintensives Dienstleistungsunternehmen ist sich die Unternehmensgruppe Gegenbauer der Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten äußerst bewusst. Die Aufgabe aller Führungskräfte ist es daher, eine konstruktive Zusammenarbeit über alle Ebenen des Unternehmens hinweg zu gewährleisten und die Leistungsbereitschaft und Initiative aller Mitarbeitenden konsequent zu fördern. Dabei sind die Anforderungen der Kunden zu berücksichtigen sowie die Persönlichkeit jedes einzelnen Mitarbeitenden zu respektieren. Darüber hinaus sind alle Mitarbeitenden der Unternehmensgruppe aufgefordert, eine Atmosphäre zu schaffen, die von Toleranz und Achtung geprägt ist.

Im Jahr 2022 waren im Jahresdurchschnitt 17.889 Menschen aus 113 Nationen in der Unternehmensgruppe Gegenbauer beschäftigt.

2021 2022 Veränderung
Anzahl der Mitarbeiter 17.838 17.889 51
- davon Auszubildende 330 312 -18
Fluktuationsquote * 11,2 % 11,8 %

* Umstellung der Fluktuationsberechnung erfolgte in 2022 nach Schlüterformel (Eigenkündigungen)

Von den im Berichtsjahr durchschnittlich 312 beschäftigten Auszubildenden und Dual-Studierenden begannen über 170 junge Menschen in 2022 ihre berufliche Laufbahn bei der Unternehmensgruppe Gegenbauer in den angebotenen Berufsrichtungen und dualen Studiengängen. Damit wurden im Berichtsjahr so viele Auszubildende wie noch nie in der Firmengeschichte in Ausbildung gebracht - und dies entgegen dem derzeitigen allgemeinen Trend. Insgesamt wurden 89 % der angebotenen Ausbildungs- und Studienplätze besetzt, wobei im kaufmännischen und technischen Bereich eine Besetzung von 100 % durch überplanmäßige Einstellung erreicht wurde. Der positive Trend zeigte sich ebenfalls im gewerblichen Bereich mit einer Besetzungsquote von 84 % der Ausbildungsplätze. Durch verstärkte Investitionen in die Ausbildung konnten weitere Ausbildungsberufe an weiteren Standorten wie z.B. zum Fachinformatiker für Systemintegration in Birkenwerder oder zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik in Bayreuth und Nürnberg implementiert werden.

Die Sicherstellung der Nachwuchskräftegewinnung und -förderung als Motor für eine lückenlose Nachfolgeplanung und einen dauerhaft stabilen Geschäftsprozess ist die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre. Die dafür notwendige Bündelung und konsequente Nutzung von Expertenwissen im Ausbildungsbereich wurde Ende 2022 organisatorisch umgesetzt. Mit der Gründung eines "Expertenteams Ausbildung", bestehend aus bundesweit und spartenübergreifend agierenden acht Ausbilder/-innen, stellt sich die Unternehmensgruppe der strategischen Herausforderung einer nachhaltigen Nachwuchskräftegewinnung und Qualitätssicherung im Ausbildungsbereich.

Ein aktives Recruiting, der Ausbau einer starken Arbeitgebermarke und die gezielte Förderung von Frauen in Führungspositionen haben neben der Nachwuchssicherung und -förderung sowie der langfristigen Bindung der Beschäftigten, eine hohe Signifikanz für die Unternehmensgruppe. Die Verlässlichkeit und Qualifikation berufs- und lebenserfahrener Mitarbeitender wird außerordentlich geschätzt. Deren Know-how-Transfer innerhalb des Unternehmens, vor allem gegenüber der jüngeren Generation, sorgt für ein anhaltend hohes Qualifikationsniveau. Dies ist jedoch keine Einbahnstraße, gleichzeitig werden Social-Media-Erfahrungen, digitale Kenntnisse und aktuelles Ausbildungswissen durch die jungen Mitarbeitenden transferiert. Langjährige Unternehmenszugehörigkeiten kennzeichnen die Unternehmensgruppe Gegenbauer als attraktiven Arbeitgeber, wodurch der Konzern auch künftig in der Lage ist, die angestrebten Wachstumsziele personell zu bewältigen.

Im Rahmen der Personalentwicklung wurde das seit 2007 bestehende interne Talent Management Programm neu konzeptioniert. Attraktive Entwicklungs- und Karrierepfade haben sich einer erweiterten Zielgruppe geöffnet. Alle Beschäftigten bei Gegenbauer, welche die Voraussetzungen mitbringen, können sich bewerben. Im Zuge des Talentmanagements werden aktuelle und potentielle Leistungsträger spartenübergreifend auf ihren weiteren beruflichen Weg vorbereitet. Weitere Ziele sind die Förderung des spartenübergreifenden Netzwerkes, einen Beitrag zur Mitarbeiterbindung zu leisten sowie den Unternehmenserfolg nachhaltig zu festigen. Im Mai des Berichtsjahres starteten 13 Teilnehmer in den 8. Durchgang des Talentmanagementprogramms.

Die Bindung und Gewinnung von Fachkräften war in 2022 und wird auch in Zukunft für die Unternehmensgruppe ein wesentlicher Faktor zur Sicherstellung der Wachstumsstrategie sein. Auch in diesem Jahr lag die Konzentration auf der Förderung von internen Markenbotschaftern unter den Beschäftigten. Bei Gegenbauer sind diese verantwortlich für den gewissen WOW-Moment und repräsentieren die unterschiedlichen Facetten des Unternehmens auf eine direkte, charmante und witzige Weise. Die Botschafter entwickeln u.a. Reels, die auf dem unternehmenseigenen Instagram Account zu finden sind.

Zudem wurde im November 2022 das neue Online-Job-Portal der Unternehmensgruppe veröffentlicht, bei dem sich zielgerichtet die einzelnen Teams mit den offenen Stellen vorstellen. Die Informationen zum jeweiligen Berufsfeld lassen sich schnell und intuitiv finden und Interessenten erhalten zusätzlich eine kartografische Übersicht über die angebotenen Stellen. Ein Novum ist die Umkehrung des klassischen Bewerbungsweges. Nun bewirbt sich die Unternehmensgruppe durch ein Kontaktformular innerhalb von 24 Stunden bei den Interessenten. Zudem ist eine einfachere und entspannte Kontaktaufnahme zu allen Fragen und zu einem persönlichen Ansprechpartner implementiert worden.

Der Förderung von Frauen in Führungspositionen wird Gegenbauer durch selbst auferlegte Ziele in Anlehnung an das zum 1. Mai 2015 in Kraft getretene Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen gerecht.

Weiterhin erfreulich ist der Anteil weiblicher Mitglieder auf Ebene des Vorstands. Dieser liegt erneut zum Ende des Berichtsjahres bei 50 %. Drei weibliche Vorstandsmitglieder in einem sechsköpfigen Vorstand prägen die moderne Führungskultur bei Gegenbauer. Sie stellen wichtige Weichen für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen. Die Zielerreichung auf oberster Führungsebene - diese berücksichtigt alle Mitglieder des Vorstands und der Geschäftsführungen in den Tochtergesellschaften - lag zum 30. November 2022 mit 19,1 % (30. September 2021: 17,5 %) über dem Niveau des Vorjahres; das gesteckte Ziel von 20 % wurde damit noch nicht vollständig erreicht. Der Anteil weiblicher Führungskräfte auf der zweiten Ebene liegt bei 21,1 %. Das in 2015 formulierte Ziel von 30,0 % konnte demnach noch nicht erreicht werden. Auf der dritten Führungsebene konnte eine Steigerung zum Vorjahr auf nunmehr 36,1 % erzielt werden, das Ziel von 40 % wurde aber ebenfalls noch nicht erreicht. Insgesamt ist die Bilanz sehr erfreulich, da das Verhältnis weiblicher Führungskräfte in der obersten und dritten Führungsebene erneut gesteigert werden konnte. Die Unternehmensgruppe arbeitete in der Vergangenheit fortschrittlich und erfolgreich an den selbstgesteckten Zielen und wird den eingeschlagenen Weg auch weiterhin nachhaltig verfolgen.

Die betriebliche Mitbestimmung und sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Mitbestimmungsgremien und Tarifparteien ist für die Unternehmensgruppe von herausragender Bedeutung. Seit mehreren Jahren sind Betriebsratsstrukturen über Strukturtarifverträge geregelt. Bei den turnusmäßigen Betriebsratswahlen im ersten Halbjahr 2022 wurden die Einzelgremien in den Bereichen Integriertes und Infrastrukturelles Facility Management gewählt. Ebenfalls haben sich die drei Gesamtbetriebsräte und der Konzernbetriebsrat neu konstituiert. Damit ist die betriebliche Mitbestimmung in der Unternehmensgruppe nachhaltig gesichert.

Maßgebliche Vereinbarungen wie zum Beispiel die Konzernbetriebsvereinbarung "Mobile Arbeit" vom 8. März 2022 konnten mit dem Konzernbetriebsrat geschlossen werden. Diese Vereinbarung ermöglicht auch nach der Corona-Pandemie die mobile Arbeit als Arbeitsform in der Unternehmensgruppe und setzt dafür die Rahmenbedingungen. Bereits Anfang des Jahres 2022 wurde die Konzernbetriebsvereinbarung zur Einführung von Microsoft 365 geschlossen.

4. Gesamtbeurteilung der Geschäftslage

Der Vorstand beurteilt die Lage und Geschäftsentwicklung der Unternehmensgruppe Gegenbauer auch vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise und den Nachwirkungen der Pandemie als sehr stabil. Der Vorjahresumsatz sowie die Erwartungen für 2022 wurden deutlich übertroffen. Das EBITDA entwickelte sich im Geschäftsjahr angesichts der erheblichen Herausforderungen und zahlreicher, nicht planbarer Entwicklungen auch beeinflusst durch Portfoliobereinigungen sehr erfreulich. So wurde die Ergebnisprognose insbesondere durch die anhaltenden renditestarken Einmal- und Zusatzbeauftragungen des 1. Halbjahres sowie durch die Gewinne aus den Unternehmens- und Immobilienverkäufen übertroffen. Die wesentlichen Kennzahlen konnten im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert werden. Die EBITDA-Rendite lag über dem angestrebten Zielkorridor für das Jahr 2022.

Der weitere Verlauf des Ukraine-Krieges und die möglichen Nachwehen der Corona- Pandemie sind mit hohen Unsicherheiten verbunden und werden wesentlichen Einfluss auf das kommende Geschäftsjahr 2023 haben. Des Weiteren wird auch in den nächsten Jahren die EBIT-Rendite weiterhin maßgeblich von den Abschreibungen der Auftragsbestände und des Firmenwertes, die aus der Einbeziehung der RGM Gruppe resultieren, beeinflusst.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich die Unternehmensgruppe mit Mitarbeitenden aus 113 Nationen den gesellschaftlichen Aufgaben zur Gesunderhaltung der Beschäftigten, Nachwuchssicherung und -förderung sowie langfristigen Bindung der Fachkräfte erfolgreich gestellt und wird sich diesen auch in Zukunft stellen.

Um sich noch stärker als besonders kundenorientierter, innovativer und kompetenter Multidienstleister zu positionieren, wird die Unternehmensgruppe Gegenbauer ihre Präsenz in Deutschland weiter ausbauen und ihre Kompetenzen im technischen und infrastrukturellen Facility Management nutzen.

Mit den in diesem Geschäftsjahr und den Vorjahren geschaffenen Voraussetzungen und Grundlagen sowie dem weiter verstärkten Digitalisierungsprozess und den damit erlangten digitalen Kompetenzen und technischen Voraussetzungen geht die Unternehmensgruppe Gegenbauer gestärkt und zuversichtlich in die Zukunft.

5. Risiko- und Chancenbericht

5.1. Risiken

Um Chancen und Risiken frühzeitig erkennen und entsprechend adressieren zu können, hat die Unternehmensgruppe Gegenbauer ein umfassendes Risikomanagementsystem implementiert. Es ist integraler Bestandteil der Unternehmensführung und dient der Identifizierung, Kontrolle und Steuerung von Risiken.

Zum 31. Dezember 2022 sieht der Konzern mittelfristig folgende wesentliche Risiken, die zu einer Beeinträchtigung des Geschäftsverlaufs führen können:

Risiken aus der Corona-Pandemie

Im Verlauf des dritten Pandemiejahres hat sich die Corona-Lage deutlich entspannt. Nach dem Abklingen der Winterwelle 2021/22 zeichnete sich ab, dass zwar hohe Inzidenzen erwartet werden, die Krankheitsverläufe aber überwiegend weniger schwer als in den Vorjahren ausfallen. Dessen ungeachtet wurden im gesamten Unternehmen weiterhin an die jeweilige Lage angepasste Maßnahmen zur Sicherung des uneingeschränkten Geschäftsbetriebs sowie zum Schutz unserer Mitarbeitenden, Kunden und Geschäftspartner aufrechterhalten. Bei allen Herausforderungen und Belastungen hat das Unternehmen die Pandemie auch 2022 gut bewältigt. So war Gegenbauer stets in der Lage, seinen Auftraggebern zuverlässige Services auf hohem Niveau zu bieten. Dafür gilt allen Beschäftigten und Führungskräften großer Dank und Anerkennung.

Im Zuge der Pandemie hat sich das mobile Arbeiten bzw. ein Mix aus Anwesenheit im Büro und Remote-Arbeit in vielen Unternehmen gefestigt. Der bereits vor Corona begonnene Trend zu "shared desks" wird sich fortsetzen. Hierdurch werden theoretisch weniger Büroflächen benötigt, wodurch die Unterhaltsreinigung reduziert und Änderungen im Betrieb der Immobilien erfolgen könnten. Eine klare Tendenz zu diesem Trend und damit zu den wirtschaftlichen Auswirkungen ist weiterhin noch nicht abzuschätzen.

Den Risiken, welche mit Hygieneanforderungen, Kurzarbeit, Herausforderungen des mobilen Arbeitens sowie Reduzierung der Infektionsketten verbunden sind, stehen bereits etablierte Maßnahmen gegenüber und sie werden aufgrund dessen als sehr beherrschbar eingeschätzt.

Marktrisiken

Marktrisiken können entstehen, wenn der wirtschaftliche Druck auf Seiten der Auftraggeber zu steigenden Qualitäts- und/oder Produktivitätserwartungen führt. Auch die anstehenden technologischen Herausforderungen im Zuge der Digitalisierung erhöhen diesen Druck. Zudem erschweren die umfangreichen Vergabekriterien und zunehmend langfristige Preisbindungen die Angebotskalkulation in Ausschreibungen insbesondere bei Großkunden. Kleinere Anbieter von Facility-Management-Leistungen können diese Erwartungen kaum noch erfüllen, weil qualifiziertes Personal und die permanenten Optimierungen des Leistungsangebots zu steigenden Angebotspreisen führen. Die Konsolidierungsdynamik der Branche wird sich daher zukünftig fortsetzen. Ebenso führen die im Verhältnis zur Mietpreisentwicklung weiterhin hohen Immobilienpreise sowie das gestiegene Zinsniveau im Rahmen der Inflationsentwicklung zu niedrigeren Renditen für Auftraggeber, was zu einem Margendruck auf die Facility-Management-Dienstleister auf hohem Niveau führt.

Die Unternehmensgruppe Gegenbauer begegnet diesen Risiken durch die Positionierung als branchenorientierter Multidienstleister für integriertes Facility Management. Organisches Wachstum soll durch den Ausbau der Produktpalette, die langfristige Bindung wichtiger Key Accounts sowie die Gewinnung neuer, qualitätsorientierter Auftraggeber erreicht werden.

IT Risiken

Die Geschäftsprozesse der Unternehmensgruppe werden durch hochwertige integrierte IT-Lösungen unter Einbindung moderner Rechenzentren unterstützt. Höchste Priorität haben hierbei der Schutz der Informationstechnologie sowie deren Anwendungen. Permanente Aktualisierungen und Optimierungen der IT-Sicherheitskonzepte und -Strategie gewährleisten den Schutz vor unbefugten Zugriffen, verhindern einen eventuellen Datenverlust oder die Beeinträchtigung von Geschäftsprozessen und sichern damit die Verfügbarkeit der IT-Systeme. Die im Berichtsjahr fortgeführte sukzessive Ablösung der Altsoftwaresysteme durch die neue integrierte ERP-Lösung trägt außerdem zur Stabilität der Systeme bei und soll eine zeitgemäße IT-Landschaft sicherstellen.

Einkaufsrisiken

Möglichen Risiken im Einkaufsprozess, wie z.B. Preisschwankungen, mangelhafte Qualität von Lieferanten oder sogar der Ausfall von Lieferanten, wird durch den zentral ausgerichteten strategischen Einkauf der Unternehmensgruppe entgegengewirkt. So erfolgt eine zentrale Listung aller Lieferanten und deren Verträge, wodurch einheitliche Preis- und Lieferbedingungen generiert werden können. Des Weiteren erfolgt neben der Eignungsprüfung vor Beauftragung der Lieferanten eine laufende Kontrolle dieser u.a. durch Befragungen der Auftraggeber. Im Rahmen der Umsetzung des LkSG werden die Risikoanalysen aktualisiert.

Die anhaltend angespannte Lage bei der Materialbeschaffung und den damit verbundenen Lieferengpässen bremst nicht nur die deutsche Industrie aus, sondern stellt auch die Unternehmensgruppe Gegenbauer vor Herausforderungen. Hinzu kamen als Folge des Ukraine-Kriegs weitere Einschränkungen bspw. in der Verfügbarkeit von technischen Bauteilen, Werkstoffen und sonstigen Materialen aber auch die enormen Kostensteigerungen für Energie. Dies führte im Geschäftsjahr zu außerordentlich hohen Preiserhöhungsforderungen von über 10 % und wird voraussichtlich auch zukünftig weitere Preiserhöhungsbegehren mit sich bringen. Die Möglichkeiten zur Abwehr von Preiserhöhungsbegehren waren im Jahr 2022 sehr eingeschränkt, sodass auch Gegenbauer mit Preiserhöhungen auf seine Kunden zuging. Die weitere Entwicklung der Preise und Verfügbarkeit von Materialien hängt wesentlich vom Kriegsverlauf in der Ukraine und der geopolitischen Lage ab und kann derzeit nicht verlässlich eingeschätzt werden. Die Unternehmensgruppe wird durch die konsequente Einhaltung der Einkaufsprozesse und fortwährende Prüfung und Nutzung von Optimierungspotentialen in Zukunft versuchen, Preiserhöhungen abzuwehren. Soweit möglich werden sämtliche Bestellungen frühzeitig bei den Lieferanten platziert. Zudem erfolgt ein permanenter Austausch zu Lieferterminen zwischen der Unternehmensgruppe und ihren Lieferanten. Aufgrund der aktuellen leichten Erholung der Energiekosten sowie der mittlerweile verbesserten Verfügbarkeit von Produkten schätzt die Unternehmensgruppe Gegenbauer die Einkaufsrisiken als regulierbar ein.

Risiken aus dem operativen Geschäft

Grundsätzlich besteht das Risiko, den Umsatz auf wenige Kunden zu konzentrieren. Dem begegnet die Unternehmensgruppe mit einer hohen Kundendiversifikation. Deshalb sollen je nach Sparte maximal 10 - 20 % des Umsatzes mit einem Kunden realisiert werden. Durch diese Beschränkung und Streuung des Kundenportfolios stellt die Gefahr des Wegfalls einzelner Aufträge kein hohes Risiko für Gegenbauer dar. Im Berichtsjahr konnte die Unternehmensgruppe ihr selbstgestecktes Ziel erneut einhalten.

Der Gefahr des Forderungsausfalls begegnet die Unternehmensgruppe durch ein laufendes dezentrales Forderungsmanagement, das konzernweit einem einheitlichen Regelwerk unterliegt. Potentielle Schäden aus Forderungsausfällen sind wie auch andere operative Risiken und Schäden unverändert entsprechend versichert.

Risiken im operativen Geschäft können auch durch Fehlkalkulation, mangelhafte Projektsteuerung oder fehlerhafte Vertragsgestaltung entstehen. Als neutraler interner Gutachter prüft der IPA (Investitions- und Projektausschuss) alle wesentlichen Aufträge und Projekte, berät die Projektverantwortlichen und gibt Empfehlungen zur Risikosteuerung. Die Verantwortung für Projekte kleineren Ausmaßes sowie geringeren Risikopotentials liegt in den einzelnen Gesellschaften, die wiederum ihrerseits die Aufgaben des IPA in Form eines sogenannten IPA-Light übernehmen.

Personalrisiken

Der Wettbewerb um qualifiziertes Fachpersonal hat sich auch in 2022 weiterhin intensiviert und stellt die Unternehmensgruppe vor Herausforderungen. So kann sich eine eventuelle Personalknappheit als limitierender Faktor bei der Gewinnung von Neuaufträgen erweisen. Mit einer starken Arbeitgebermarke, attraktiven Vergütungsmodellen, umfangreichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten, modernen Rahmenbedingungen, vielfältigen Recruitingaktivitäten und durch solide Nachwuchsförderung positioniert sich Gegenbauer als attraktiver Arbeitgeber und schätzt dieses Risiko als beherrschbar ein.

Für personalintensive Dienstleister haben gesetzliche Änderungen mit Auswirkungen auf die Lohn- und Gehaltszahlungen einen erheblichen Einfluss auf das Geschäft. Steigerungen der Lohn- und Gehaltskosten sowie der Sozialversicherungsbeiträge für Personal können nur bedingt an Kunden weitergegeben werden. Die Unternehmensgruppe Gegenbauer wendet in ihren Verträgen verstärkt Preisgleitklauseln an und versucht durch Sensibilisierung und intensive Kommunikation, Kunden von den sich durch höhere Personalkosten ergebenden Preisanpassungen zu überzeugen.

Die Gesundheitskosten im gesetzlichen System der Krankenkassen sind in den letzten Jahren stark angestiegen, teilweise bedingt durch die zunehmende Überalterung der Gesellschaft aber vor allem aufgrund der Corona-Pandemie. Folglich steigt der Gesamtsozialversicherungsbeitrag von 39,95 % ab 1. Januar 2023 auf 40,45 %. In der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt der allgemeine Beitragssatz von 14,6 % bestehen. Hinzu kommt ein Zusatzbeitrag, den die Krankenkassen für ihre Versicherten selbst bestimmen. Diesen Beitragssatz, welcher im Durchschnitt in 2023 von 1,3 % auf 1,6 % steigen wird, teilen sich Arbeitgeber und Beschäftigte je zur Hälfte. Des Weiteren steigt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von 2,4 % auf 2,6 %.

Die Insolvenzgeldumlage, welche allein arbeitgeberseitig getragen wird, reduziert sich in 2023 erneut und liegt bei 0,06 %.

Die Tarifvertragsparteien im Gebäudereiniger-Handwerk einigten sich bereits im November 2020 auf eine stufenweise Erhöhung des Branchenmindestlohns bis 2023. Während der Laufzeit dieses Tarifvertrages wurde der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Oktober 2022 auf 12,00 €/Stunde erhöht, so dass die Tarifvertragsparteien Anfang Juni 2022 eine Einigung über einen neuen Lohn-/Mindestlohntarifvertrag erzielt haben. Das neue Tarifgitter trat am 1. Oktober 2022 in Kraft und hat eine Laufzeit bis 31. Dezember 2024. Der allgemeinverbindliche Branchenmindestlohn (Lohngruppe 1) steigt in zwei Stufen: zum 1. Oktober 2022 auf 13,00 € und zum 1. Januar 2024 auf 13,50 €. Damit hebt sich der Einstiegslohn im Gebäudereiniger-Handwerk auch künftig deutlich vom gesetzlichen Mindestlohn ab.

Angesichts der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns entschlossen sich die Mitglieder des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft, die Gewerkschaften zu vorgezogenen Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Branche aufzufordern. Die meisten Tarifverträge mit dem Verband wären regulär erst zum Jahresende 2022 ausgelaufen. In 13 der 15 Landesgruppen konnten bereits zum 1. Oktober 2022 neue Tarifverträge abgeschlossen werden mit einem unteren Lohn von 13,00 €. In den anderen Landesgruppen erfolgten ähnliche Steigerungen. Die Tarifverträge haben in der Regel eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2023.

In der Gegenbauer Property Services GmbH, Berlin, ist zum 1.Januar 2016 ein Haustarifvertrag vereinbart worden. Die IG BAU hat ihr Kündigungsrecht nicht wahrgenommen, so dass der Tarifvertrag im Jahr 2023 unverändert gilt. Für die PENTA Gebäudeservice GmbH konnte ebenfalls aufgrund der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns ein vorzeitiger Tarifabschluss ab 1. Oktober 2022 mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2024 erzielt werden.

Anfang März 2022 konnte mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) ein Einigungsergebnis zur Tarifentwicklung verhandelt werden. Hiervon betroffen sind die Beschäftigten der RGM Facility Management GmbH, die Mitglied in dieser Gewerkschaft sind. Mit einer Laufzeit bis 31. Dezember 2023 und einer 2-stufigen Erhöhung ab dem 1. März 2022 von 1,3 % und ab dem 1. Oktober 2022 von 1,7 % konnte ein moderater Abschluss erzielt werden. Ebenfalls wurde eine Änderung der Eingruppierung in tarifliche Stufen nach einer definierten Verweildauer sowie eine steuer- und sozialversicherungsfreie Sonderzahlung geregelt.

Die Unternehmensgruppe Gegenbauer schätzt die Möglichkeit der Kompensation dieser außergewöhnlichen Tarifsteigerungen durch entsprechende Preiserhöhungen als grundsätzlich wahrscheinlich ein. Dennoch werden sehr große Anstrengungen notwendig sein, um mit den Festpreiskunden auskömmliche Lösungen zu erzielen.

5.2. Chancen

Zur positiven künftigen Geschäftsentwicklung können zum 31. Dezember 2022 mittelfristig folgende wesentliche Chancen beitragen:

Marktchancen

Experten, wie zum Beispiel vom ifo Institut, gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Aktivität in Deutschland ab dem Frühjahr 2023 erholen und wieder anziehen wird. Die Baubranche im Speziellen werde zwar weiter von hohen Baupreisen und hohen Zinsen geprägt sein. Andere Branchen sollten von einer Normalisierung bisheriger Belastungen jedoch profitieren. Unternehmen mit einem diversifizierten Kundenportfolio und einer inhaltlichen Positionierung als Multidienstleister, welches die Unternehmensgruppe aufweist, sollten von der positiven Entwicklung profitieren und weisen gute Wachstumschancen auf.

Chancen aus dem operativen Geschäft

Die Unternehmensgruppe sieht in dem Ausbau der regionalen Präsenz in den Ballungsgebieten Deutschlands große Wachstumspotentiale. So soll der Auftritt als kompetenter und vielfältiger Systemdienstleister verstärkt werden, um neue Kunden zu akquirieren und bestehende Produkte weiter zu etablieren. Das Angebot von innovativen, ganzheitlichen Betreuungskonzepten und integrierten Dienstleistungen soll die intensive Marktdurchdringung gewährleisten. Neben der regionalen Stärkung soll auch die Festigung der Marktstellung im Unternehmensbereich Integriertes Facility Management bundesweit zum Gesamterfolg der Unternehmensgruppe beitragen.

Digitalisierung

Die zunehmende Standardisierung, Automatisierung und Optimierung von Prozessen, wie Sensortechnik, elektronisches Aufmaß, "real-time"-Erfassung der Raum- und Aggregatzustände und digitale Leistungsrückmeldung sowie Digitalisierung und Automatisierung von Back-Office-Prozessen, wie zum Beispiel im Bereich des Qualitätsmanagements und der Personalgewinnung, die Ausweitung des mobilen Arbeitens und nicht zuletzt die innerbetriebliche sowie die vertriebliche und operative digitale Interaktion mit Auftraggebern wird zu einer höheren Effektivität verbunden mit Kostensenkungspotentialen führen. Dadurch werden mittelfristig Standardprozesse nicht nur effizienter, sondern auch nachhaltiger.

Chancen in der Branche Sicherheitsdienste

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde die Einführung eines eigenständigen Sicherheitsdienstleistungsgesetzes vereinbart. Darin sollen für private Sicherheitsdienste verbindliche Standards festgelegt werden. Dieses Gesetz könnte zukünftig positive Auswirkungen auf die Vergabekriterien hinsichtlich steigender Qualitätsanforderungen haben, was eine steigende Wettbewerbsfähigkeit von Qualitätsanbietern wie der Sparte Sicherheitsdienste in der Unternehmensgruppe Gegenbauer vermuten lässt.

5.3. Beurteilung der Chancen- und Risikosituation

Die Gesamtlage aus Chancen und Risiken hat sich im Geschäftsjahr 2022 angesichts der Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg und der Nachwirkungen aus der Corona-Pandemie nur geringfügig gegenüber dem Vorjahr geändert. Neben den Pandemie- und Einkaufsrisiken stellen für die Unternehmensgruppe als personalintensives Unternehmen die Personalrisiken insbesondere die zum Jahresende durchgeführten Tariflohnerhöhungen im Rahmen der gesetzlichen Mindestlohnanhebung die größte Herausforderung dar. Gleichzeitig werden große Chancen aus dem Ausbau der geschäftlichen Aktivitäten der Kunden nach Überwindung der wirtschaftlichen Herausforderungen gesehen. Zudem wird die Digitalisierung von Prozessen in den operativen Bereichen sowie in der Automatisierung von Back-Office-Prozessen langfristig zum Erfolg führen. Insgesamt stuft der Vorstand die Risiken - insbesondere durch ein hohes Maß an Risikostreuung - als moderat und beherrschbar ein. Nach Einschätzung des Vorstands bestehen derzeit keine konkreten, wesentlichen Risiken, welche den Fortbestand des Unternehmens mittelfristig gefährden könnten.

6. Prognosebericht

6.1. Wirtschaftlicher Ausblick

Die wirtschaftliche Entwicklung wird maßgeblich durch die Energiekrise und die Inflation belastet. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erwartete in seinem Jahresgutachten 2022/23 für Deutschland einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung für 2023 mit einer Rate von 0,2 % und erhebliche Abwärtsrisiken für den konjunkturellen Ausblick. Zum Jahresende 2022 gab das ifo Institut für das kommende Berichtsjahr einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 0,1 % an. Die Bundesregierung hingegen erwartet ein leichtes Wachstum von 0,2 %. Alle Experten gehen davon aus, dass eine wirtschaftliche Erholung und eine Rückkehr auf höhere Wachstumsraten ab 2024 zu erwarten ist. Die Inflation wird sich laut der Bundesregierung bzw. dem ifo Institut weiterhin auf einem hohen Niveau zwischen +6,0 % und +6,4 % gegenüber dem Vorjahr bewegen. Auf längere Sicht wird mit einer dauerhaft höheren Inflation als in den Jahren zuvor gerechnet. Diese Entwicklung wird insbesondere die Investitionsbereitschaft von Unternehmen anhaltend verringern. Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) rechnet mit einem Anstieg von 0,2 Mio. Erwerbstätigen gegenüber 2022. Gleichzeitig soll auch die Arbeitslosenzahl um 0,1 Mio. Menschen ansteigen.

Deutschland 2022 Prognose 2023
Wachstumsrate Bruttoinlandsprodukt 1,9 % -0,2 - 0,2 %
Erwerbstätige 45,6 Mio. 45,8 Mio.
Arbeitslosenquote 5,3 % 5,4 %

Da Konjunkturentwicklungen laut der Branchenexperten, wie zum Beispiel Lünendonk & Hossenfelder, erfahrungsgemäß erst mit Verzögerung auf die Facility-Management-Branche durchschlagen, geht die Unternehmensgruppe Gegenbauer davon aus, den Wachstumskurs auch in den kommenden Jahren fortsetzen zu können und damit ihre Rolle in der Spitze des deutschen Facility-Management-Marktes auszubauen. Die Unternehmensgruppe Gegenbauer erwartet in 2023 ein durch Tariferhöhungen geprägtes Umsatzwachstum von ca. 7,6 % und mittelfristig von 4,5 % bis 4,8 %. Nach Angaben der Lünendonk-Studie sind die Top-10-Unternehmen im Hinblick auf das Umsatzwachstum der kommenden Jahre skeptischer als die übrigen Unternehmen der Branche. Den Arbeitsmarkt Prognosen zufolge wird die Zahl der Erwerbstätigen in 2023 deutlich langsamer wachsen als in 2022.

6.2. Unternehmensausblick

Die Unternehmensgruppe hält trotz der anhaltenden geopolitischen Herausforderungen weiterhin an der Wachstumsstrategie mit dem Ziel die Umsatzgrenze von € 1 Mrd. bis zum 100. Gründungsjubiläum zu erreichen fest. Neben der erfolgreich umgesetzten und bewährten Strategie eines moderaten, profitablen organischen Wachstums werden auch weiterhin die Chancen, die sich aus anorganischem Wachstum ergeben könnten, validiert. Aus Marktsicht wird eine stabile Top-Platzierung unter den Facility-Management-Anbietern in Deutschland angestrebt. Derzeit belegt die Unternehmensgruppe, wie bereits erwähnt, Platz 5 der Top-10-Anbieter für integriertes Facility Management. Im Fokus ist dabei der Ausbau des integrierten Facility Managements aufgrund der vorhandenen Expertise im Unternehmen und dem weiteren Potential an Synergien. Von übergeordneter Bedeutung ist allerdings die weitere Entwicklung im Ukraine-Krieg und anhaltend erfolgreiche Bekämpfung der Corona-Pandemie und die damit verbundene schnelle Erholung der deutschen und europäischen Wirtschaft.

Gegenbauer zeichnet sich durch die kontinuierliche, marktgerechte Weiterentwicklung des Leistungsspektrums bei gleichbleibend hoher Servicequalität und Eigenleistungsquote aus. Zudem ist es permanenter Anspruch und Aufgabe, Prozesse kundenfreundlich, serviceorientiert und ressourcensparend zu gestalten sowie Arbeitsabläufe weiter zu standardisieren und zu digitalisieren. Die Unternehmensgruppe versteht sich als kompetenter, innovativer und unter herausfordernden Bedingungen verlässlicher Dienstleistungspartner.

Gegenbauer geht für 2023 von einem Anstieg des Konzernumsatzes auf über € 950 Mio. aus. Dies erfordert nicht nur hohe akquisitorische Anstrengungen, sowohl bei der Gewinnung von Neukunden als auch der Festigung und dem Ausbau bestehender Kundenbeziehungen, sondern insbesondere auch eine stabile wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Zudem wird die Kompensation der Umsatzreduzierung aus den Portfoliobereinigungen eine Herausforderung darstellen. Ebenso wird das Erreichen der Wachstumsziele weiterhin von der Gewinnung und Bindung qualifizierter und engagierter Mitarbeitender abhängig sein. Dieser Herausforderung steht die Unternehmensgruppe optimistisch gegenüber. Für das Geschäftsjahr 2023 wird dementsprechend mit einem moderaten Personalwachstum gerechnet. Zudem werden zukunftsorientierte Investitionen in den kommenden Jahren das Ergebnis beeinflussen. Die aufgrund der Pandemie zurückgestellte und langsam wieder angelaufene Kampagne "Blau ist WOW!" zur Stärkung der Arbeitgebermarke soll in Zukunft wieder verstärkt ausgebaut werden. Neben dem weiteren intensiven Engagement im Bereich der Nachhaltigkeit, werden auch die digitale Transformation und der Ausbau der IT-Infrastruktur weiter im Fokus stehen. Zudem wird die in bereits vier implementierten Gesellschaften erfolgreich eingesetzte neue ERP-Systemlandschaft planmäßig in den kommenden Jahren sukzessive bei weiteren Gesellschaften eingeführt und ausgebaut. Hieraus werden sich für das Geschäftsjahr 2023 noch einmal entsprechende Kostenbelastungen ergeben. Zudem hat die in den vergangenen zwei Geschäftsjahren veränderte Standortpolitik Auswirkungen auf die kommenden Jahre.

Die Unternehmensbereiche haben sich folgende Ziele für 2023 gesetzt:

Integriertes Facility Management

Der Unternehmensbereich Integriertes Facility Management agiert weiterhin in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt, welcher von hohen Kundenerwartungen hinsichtlich Qualität, Anlagenverfügbarkeit und Innovationsbereitschaft geprägt ist. Für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmensbereichs steht insbesondere die Verteidigung von Bestandsaufträgen im Fokus, aber auch die Gewinnung neuer Aufträge und Kunden wird wesentlichen Einfluss auf das Geschäftsjahr 2023 haben. Ein Schwerpunkt wird hier der Ausbau des Produktportfolios sein. Hierzu wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr wesentliche Schritte unternommen. Durch weitere Investitionen in den Nachwuchs und die Digitalisierung, verbunden mit Prozessoptimierungen insbesondere durch den flächendeckenden Einsatz moderner CAFM-Systeme, sowie die in 2023 geplante weitere gesellschaftsrechtliche Anpassung wird die EBITA-Rendite unter dem Vorjahr liegen. Dies ist auch durch den Wegfall von positiven Einmaleffekten aus 2022 begründet. Eine weitere große Herausforderung für die kommenden zwei Jahre wird die Integration aller Teilbereiche in eine einheitliche IT-Landschaft. Der Vorstand rechnet mit einem Anstieg im Umsatz von ca. 3,2 % und einer EBITA-Rendite von ca. 3,3 % zum Umsatz.

Infrastrukturelles Facility Management

Der Unternehmensbereich Infrastrukturelles Facility Management befindet sich in einem anhaltend wettbewerbsintensiven Marktumfeld. Nicht nur die Restauswirkungen der Pandemie auf die einzelnen Sparten stellen eine Herausforderung dar, gleichzeitig liegt der Fokus in der Weiterentwicklung von Digitalisierungsprojekten und Innovationen sowie die Bestätigung als Qualitätsdienstleister unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten. Der Unternehmensbereich wird in 2023 weiter seine Aktivitäten in den Ballungsgebieten Deutschlands ausbauen. Aufgrund dessen sowie einer steigenden Komplexität an die Angebotslegung soll das Wachstum durch den Ausbau der Vertriebsstrukturen und durch eine noch stärkere Kooperation mit dem Unternehmensbereich Integriertes Facility Management gewährleistet werden. Einen Unsicherheitsfaktor stellt weiterhin der Fortgang des Pandemiegeschehens dar. Der Unternehmensbereich geht derzeit davon aus, dass die renditestarken Sonder- und Zusatzbeauftragungen wie schon im 2. Halbjahr 2022 angedeutet, in 2023 auslaufen werden. Gleichzeitig fallen die tariflohnbedingten Preisanpassungen höher aus als in den Vorjahren. Letzteres führt dazu, dass das Umsatzwachstum in nahezu allen Sparten unerwartet hoch ausfällt. Die Sparten Gebäudeservice und Sicherheitsdienste erwarten ein Wachstum von 6 % bis 8 %, die Sparte Property Services rechnet mit einer Umsatzsteigerung von 4 %. Die Sparte Location Management geht optimistischer in das kommende Geschäftsjahr, da mit einer Rückkehr zum "normalen" Veranstaltungsgeschäft nach Überwindung der Pandemie gerechnet wird. Unter diesen Umständen wird eine Umsatzsteigerung von ca. 23 % erwartet. Der Bereich Aviation & Airport Services ist weiterhin besonders stark durch das veränderte Flugverhalten aufgrund der Pandemie aber auch aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung beeinflusst. Dennoch wird mit einer Normalisierung auf Vorkrisenniveau ab 2023 gerechnet. Insgesamt erwartet der Unternehmensbereich Infrastrukturelles Facility Management aufgrund aller Herausforderungen und Unsicherheiten dennoch ein Umsatzwachstum für 2023 von etwa 6,7 % bei einer hohen EBITA-Rendite von ca. 5,6 %. Wesentliche Herausforderungen des Jahres 2023 stellen der nicht planbare COVID-19-Einfluss mit seinen Nachwirkungen auf das Marktumfeld, die vollständige Kompensation der Tariflohnerhöhungen sowie die Personalbindung und -gewinnung dar. Letzterem soll insbesondere durch Ausweitung der Qualifizierung der Beschäftigten begegnet werden. Des Weiteren wird die Stabilisierung des im Herbst 2021 erfolgreich eingeführten ERP-Systems SAP S4/HANA auch noch in 2023 Ressourcen binden und dadurch Einfluss auf die Zielerreichung haben. Essentiell für das Erreichen der geplanten Rendite wird die weitere Standardisierung und Optimierung der Prozesse insbesondere bei der Implementierung von Neuaufträgen sein.

Der Vorstand erwartet insgesamt eine Ergebnisnormalisierung für 2023 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 und damit ein Absinken der EBITA-Rendite (zum Umsatz) auf 4 % bis 5 %. Optimierungen in den operativen Prozessen und Anpassungen in der Organisation sollen das Ergebnis stabilisieren.

Der Konzern wird sich auch zukünftig aus dem laufenden Geschäft und aus der Aufnahme kurzfristig abrufbarer Kreditmittel im Rahmen des bestehenden Konsortialdarlehensvertrages finanzieren können. Wichtige Instrumente zur Liquiditätssicherung werden weiterhin das aktive Forderungsmanagement sowie das Working-Capital-Management sein. Eine kontrollierte Investitionspolitik und eine solide Fremdfinanzierung sollen die Vermögens- und Finanzlage der Unternehmensgruppe weiterhin stärken.

 

Berlin, den 27. Februar 2023

Gegenbauer Holding Verwaltung SE

vertreten durch den Vorstand

gez. Fabiola Fernandez, Vorsitzende des Vorstands

gez. Christian Kloevekorn, Vorsitzender des Vorstands

gez. Dr. Robert Arbter, Mitglied des Vorstands

gez. Birgit Aspin, Mitglied des Vorstands

gez. Nils Lueken, Mitglied des Vorstands

gez. Anette Weller, Mitglied des Vorstands

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und dem Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Gegenbauer Holding SE & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da do- lose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, 28. Februar 2023

Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Hendrik Jung, Wirtschaftsprüfer

gez. Markus Morfeld, Wirtschaftsprüfer

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