Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 107648
Vorher
EADS Deutschland GmbH
Eingetragen
25.10.1994
Branche
Luft- und Raumfahrzeugbau für zivile ZweckeLuft- und Raumfahrzeugbau für militärische ZweckeReparatur und Instandhaltung von zivilen Luft- und Raumfahrzeugen
Gegenstand
Jeweils im Bereich ziviler und militärischer Anwendungen - die Forschung, Entwicklung, Herstellung sowie der Betrieb und Vertrieb von Erzeugnissen der Luft- und Raumfahrt, der Transporttechnik, des Maschinen-, Fahrzeug- und Apparatebaus, von technischen Systemen, von Geoinformationsprodukten, von Erzeugnissen der Elektrotechnik, der Informationstechnologie und der Elektronik und von Erzeugnissen in verwandten und ähnlichen Gebieten sowie die Erbringung von Dienstleistungen (insbesondere Wartung, Instandhaltung, Reparatur) und sonstigen Tätigkeiten, die mit den vorgenannten Erzeugnissen in Zusammenhang stehen

Finanzübersicht

Historie

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Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
AIRBUS SENLD
61.47%
AIRBUS HELICOPTERS S.A.SFRA
38.53%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

AIRBUS SE
Netherlands
47.746.523 €
61.47%
AIRBUS HELICOPTERS S.A.S
France
29.932.865 €
38.53%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Airbus Defence and Space GmbH

Ottobrunn

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Grundlagen des Unternehmens:

Die Airbus Defence and Space GmbH, Taufkirchen, bündelt im Airbus Konzern unter dem Dach der Airbus SE, Amsterdam, im Wesentlichen die deutschen Aktivitäten im Bereich Raumfahrt, Verteidigung und Sicherheit. Daneben sind in der Gesellschaft im Rahmen des Airbus Konzerns für die drei Divisionen (Airbus Commercial, Airbus Helicopters, Airbus Defence and Space) verschiedene Querschnitts- und Managementfunktionen in den Bereichen Personal, Beschaffung, Digital Transformation Office (DTO) und Finanzen sowie Forschung und Entwicklung angesiedelt.

Programme Lines und ihre Aktivitäten

Die Managementstruktur der Division Airbus Defence and Space umfasst im Geschäftsjahr 2023 marktorientierte Programme Lines, in denen bestimmte Geschäftsaktivitäten zusammengefasst und die ihrerseits in Programme Units unterteilt sind. Neben den Zentralfunktionen beinhaltet dies die folgenden Programme Lines:

Military Air Systems (MAS)

Future Combat Air System (FCAS)

Space Systems (SPS)

Connected Intelligence (CI)

In der Programme Line Military Air Systems (MAS) liegt der Schwerpunkt bei den Programme Units Combat Air Systems, Services, A400M und EuroDrone. Combat Air Systems betreibt als Geschäftsfeld die Weiterentwicklung, Fertigung und Wartung/ Betreuung des Waffensystems Eurofighter. Der Leistungsumfang der Airbus Defence and Space GmbH erstreckt sich über den gesamten Lebenszyklus des Waffensystems. Dieser umfasst die Endmontage der Flugzeuge für den deutschen Kunden, sowie die Produktion der Rumpfmittelteile für alle Eurofighter Flugzeuge. Darüber hinaus beinhaltet das Leistungsspektrum die kontinuierliche Kampfwertsteigerung des Eurofighters und den In-Service- und Logistik-Support. Zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit erfolgt eine permanente Weiterentwicklung der technischen Fähigkeiten. Dafür arbeitet Military Air Systems mit bedeutenden nationalen und internationalen Lieferanten (z. B. Hensoldt, SAAB) zusammen. Der 2020 erhaltene Auftrag zum Bau von 38 zusätzlichen Eurofighter Kampfflugzeugen (Tranche 4) für die deutsche Luftwaffe wurde im Jahr 2022 um 20 Flugzeuge (Tranche 4) für den spanischen Kunden erweitert. Die Endmontage für den deutschen Kunden erfolgt am Standort Manching. Parallel wird weiterhin an der Kampfwertsteigerung für den Eurofighter gearbeitet (z. B. P3Ex, P4E). Außerdem konnte in 2023 vom deutschen Kunden eine initiale Beauftragung zur elektronischen Kampfführung akquiriert werden. Das A400M Programm ist an den Standorten Manching und Bremen vertreten, wobei Bremen der größte A400M-Standort in Deutschland ist. Mit einem detailgetreuen Modell werden hier verschiedene Frachtmissionen simuliert und getestet. Am Bremer Standort wird außerdem ein Großteil des Rumpfs montiert, mit allen flugwichtigen Systemen ausgerüstet und mit der Beluga ins spanische Sevilla zur Endmontage geflogen.

Als Leistungsbestandteil des In-Service- und Logistik-Support (ILS-Geschäft) sind C1 (Capability Sustainment Phase 3) und C3 (Availability Service Phase 2) jeweils als 5-jährige Beauftragungen nennenswerte Folgeaufträge mit dem deutschen Kunden. Mit den eben beschriebenen Verträgen für den Service im Eurofighter ist der Serviceanteil gesamthaft im Bereich Military Air Systems inzwischen zu einem der größten Umsatz- und Ergebnisbringer stabil ausgebaut worden. Neben den in Kooperation mit der Bundeswehr stattfindenden Systemunterstützungsaufgaben und Maintenanceaktivitäten für Eurofighter und Tornado, sind wesentliche nationale Weiterentwicklungsaufgaben auf den Waffensystemen an die Ingenieure und auch die Einrüstungsteams in Manching beauftragt worden. Parallel ist ein großer Serviceanteil mit dem Erstellen und Unterstützen von Simulations- und Trainingsanlagen in Manching, aber insbesondere auch in den Geschwadern der Luftwaffe beauftragt. Der Support durch sehr erfolgreiche "Performance Basierte Logistikverträge" stellt die hohe Verfügbarkeit der Flotten sicher. Weitere logistische Unterstützung im Servicebereich Maritime Patrol, die Durchführung von Maintenance der Tornado- und AWACS E3A-Flotten, der Betrieb der Heron1 in Auslandseinsätzen und für die FRONTEX Mission und der Betrieb der beauftragten Heron TP Flotte für die Landes- und Bündnisverteidigung der Luftwaffe runden das Servicespektrum ab.

Das A400M Programm ist an den Standorten Manching, Wunstorf und Bremen vertreten, wobei Bremen der größte A400M-Standort in Deutschland ist. Mit einem detailgetreuen Modell werden hier verschiedene Frachtmissionen simuliert und getestet. Am Bremer Standort wird außerdem ein Großteil des Rumpfs montiert, mit allen flugwichtigen Systemen ausgerüstet und ins spanische Sevilla zur Endmontage geflogen. Parallel werden für den deutschen Kunden der Support für A400M im neu geschlossenen DEISS (Deutscher In-Service Support C3) -Ergänzungsvertrag und umfangreiche Retroaktivitäten sowohl in Manching als auch in Wunstorf durchgeführt. Die Zufriedenheit des Kunden wurde durch die öffentlichkeitswirksamen Einsätze der A400M in u. a. Afghanistan sichtbar, diese fußten auf von Airbus zuverlässig gelieferte Supportarbeit.

Die Gesellschaft ist der Hauptauftragnehmer für die Europäische Drohne, European MALE RPAS (European Medium Altitude Long Endurance Remotely Piloted Aircraft System, im Folgenden auch EuroDrone). Das für den Einsatz im gemeinsamen Luftraum zu entwickelnde System verfügt über Eigenschaften wie Einsatzmodularität zur Sicherstellung der operativen Überlegenheit in der weiträumigen sowie in der einsatzgebietsspezifischen Nachrichtengewinnung, Überwachung und Aufklärung.

Die Programme Line Future Combat Air System (FCAS) beinhaltet das FCAS System und seine Systemfähigkeiten, die sich durch die Vernetzung verschiedener bereits bestehender sowie noch zu entwickelnder Plattformen, Komponenten als auch Anwendungen auszeichnet. Das FCAS-Programm wurde 2017 durch Deutschland und Frankreich initiiert; 2019 trat Spanien als drittes Partnerland dem Vorhaben bei. Ziel ist es, den Kunden bis 2040 ein umfassendes "Systems-of-Systems" zur Verfügung zu stellen, welches u. a. aus den folgenden Komponenten besteht: New Generation Fighter (NGF), Triebwerk, Remote Carriers (RC), Combat Cloud (CC), Sensorik sowie Low Observability (LO). Airbus Defence and Space GmbH verantwortet als deutscher nationaler Industrie Prime die Komponenten RC und CC. Darüber hinaus ist die Gesellschaft als Hauptpartner im NGF vertreten. Airbus Defence and Space SAU, Getafe, verantwortet den Bereich LO. Mit der sogenannten "Joint Concept Study" (JCS) sowie der Demonstrator-Phase 1A wurden seit 2019 zwei tri-nationale Verträge umgesetzt und darüber hinaus wurde in 2022 die Demonstrator-Phase 1B von den beteiligten Nationen beauftragt.

Ziel ist es, mit Abschluss der Demonstrator-Phase 1B/2 über flugfähige FCAS-Demonstratoren zu verfügen. FCAS operiert in enger Abstimmung mit den Programme Lines wie Connected Intelligence beim Thema Combat Cloud sowie Military Air Systems bei den Themen Remote Carriers und New Generation Fighter.

Die Programme Line Space Systems (SPS) ist ein führender Anbieter von zivilen und militärischen Raumfahrtsystemen in Europa mit den deutschen Airbus Defence and Space Hauptstandorten Bremen, Friedrichshafen und Taufkirchen. Sie zeichnet sich durch ein breites Kompetenzspektrum im Angebot für Weltraumtechnik aus. Die Schwerpunkte sind Raumfahrtsysteme für Erdbeobachtung, Wissenschaft, Space Exploration, robotergestützte Exploration, Navigation, Telekommunikation, Space Infrastructure und Spacecraft Equipment. Beauftragungen kommen von der Europäischen Union direkt oder über die Weltraumorganisation ESA, von nationalen Raumfahrtorganisationen, wie dem DLR, von nationalen Streitkräften, wie dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Deutschen Bundeswehr (BAAINBw), sowie von weiteren europäischen Organisationen, wie bspw. EUMETSAT. Aber auch kommerzielle Kunden werden immer wichtiger, u. a. für Kommunikationslösungen wie Breitbandanbindung und Downstream von Erdbeobachtungsdaten. Diese Projekte werden in enger Zusammenarbeit mit der Programme Line Connected Intelligence (CI) umgesetzt. Daneben bilden Aufträge mit kommerziellen Kunden für Spacecraft Equipment einen Teil des Geschäftsbereiches.

Das Produktportfolio der Programme Unit Earth Observation & Science (EOS) umfasst die Entwicklung und Herstellung sowie die Beschaffung von Instrumenten und Komponenten für die Erdbeobachtung, Klima- und Klimafolgenforschung, zur Erforschung des Sonnensystems und des Kosmos bis hin zur Systemführung von kompletten und technisch überaus anspruchsvollen Sonden- und Satellitenmissionen. Beispielhaft können hier die Projekte EarthCare (Earth Clouds, Aerosols and Radiation Explorer), MetOP SG (Wetter- und Klimasatelliten), sowie Aufträge zur Entwicklung und Herstellung von Instrumenten wie MetImage (Radiometer/EUMETSAT/DLR), Merlin (Methan-LIDAR-Instrument) und Biomass (Untersuchung der tropischen Biomasse / Living Planet Mission), herausgestellt werden. Neben den Prime-Verträgen aus dem Europäischen Umweltforschungsprogramm Copernicus (Sentinel-2, Sentinel-6 und Cristal) werden für die Satellitenaufträge Sentinel-1, Sentinel-4/UVN und Sentinel-5 sowie Rose-L auch wesentliche Instrumente entwickelt und gefertigt. Für die Satellitenmission JUICE (Jupiter Icy Moons Explorer) wurden im Unterauftrag zu Airbus DS SAS die überwiegende Integration und erste Tests am Standort Friedrichshafen durchgeführt.

Die Programme Unit Telekommunikation und Navigation ist durch die EU mit der Produktion des ersten Batches des Europäischen Navigationssystems Galileo 2nd Generation beauftragt. Im Bereich Telekommunikation existieren darüber hinaus zahlreiche Aufträge zur Erweiterung, Erprobung und zum Test von Telekom- und Navigationsanwendungen auch im Bereich der zugehörigen Bodenstationen und Positionsdatenverarbeitung, unter anderem für die Bundeswehr im Rahmen SATCOMBw.

Orbital- und wiederverwendbare Systeme wie das europäische Servicemodul ESM, der europäische Beitrag zum NASA Raumschiff ORION im Rahmen der künftigen bemannten NASA Mondmissionen Artemis, sind ebenso Teil des Produktportfolios der Programme Unit Space Exploration wie Lebenserhaltungssysteme und Experimental-Nutzlasten für die Internationale Raumstation ISS.

Optische und mikrowellenbasierte Instrumente (SAR Technologie in den Projekten SARah und KompSat), ergänzt durch entsprechende Bodenstationen sowie ein umfangreiches Spacecraft Equipment Sortiment wie Solargeneratoren, Antennen und Antennenmess- und -testeinrichtungen, Plattformdatenverarbeitung, Sensoren, Antriebe und Elektronik komplettieren das Produktangebot. Hochmoderne Technik und intelligente Infrastruktur in dem seit 2019 am Standort Friedrichshafen betriebenen "Integrated Technology Center" ermöglichen eine effiziente Abwicklung von komplexen Satellitenaufträgen, auch parallel mehrerer Satelliten-, Subsystem- und Nutzlastprojekte. Die außerordentliche Raumhöhe des Reinraumes gewährt beste Voraussetzungen für die Akquise und Realisierung künftiger Weltraumteleskope wie Athena (Advanced Telescope for High-Energy Astrophysics) zur Erforschung von schwarzen Löchern und der Entstehung von großräumigen Strukturen wie Galaxien aus einfacher Materie. Erste Studien hierzu sind im Rahmen des ESA Cosmic Vision Programms beauftragt.

Die Programme Line Connected Intelligence (CI) betreibt ein multidimensionales Portfolio von satellitengestützten und terrestrischen Kommunikationslösungen sowie Dienstleistungen in den Bereichen Erdbeobachtung, sichere Kommunikationssysteme und Cyber Security. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um cyber-resiliente Informations-, Kommunikations- und Führungssysteme, zusammengefasst unter dem Begriff C4ISR (Command, Control, Communications, Computers, Intelligence, Surveillance, Reconnaissance). Der Programme Unit Intelligence werden sowohl die Geo-Informationsprodukte, wie optische und radarbasierte Bilddaten der Erdoberfläche oder der Atmosphäre, als auch die IT-bezogene Verteidigungs- sowie medizinische und geschützte Schutzsysteme (C4ISR) und die Entwicklung und Implementierung von Cloud- und netzwerkzentrierten Systems of Systems (SoS) zugeordnet. Es besteht kundenseitiges Interesse an Systems-of-Systems Lösungen. Dabei ist Airbus aus Sicht des deutschen Kunden als Systemintegrator und wesentlicher Marktteilnehmer in der Multi Domain Combat Cloud etabliert. Die Kundenbudgets für Systems-of-Systems Lösungen werden sowohl national als auch international (EU und NATO) gefördert, sind aktuell aber trotz wahrgenommener Änderung der Sicherheitslage beschränkt. Innerhalb von CI übernimmt die Programme Unit Cyber Security die Verantwortung für die verschiedenen Aspekte des Themas, wobei die Überwachung von Netzwerken und Datenverkehr sowie die Abwehr von Cyber-Attacken Kernthemen sind. In diesem Rahmen unterstützten Cyber Programme interne und externe Kunden beim Aufbau und der Umsetzung von Netzwerksicherheit und Datenintegrität sowie Resilienz von Systemen mit eigenen Komponenten (z. B. Secure Exchange Gateway) und Fähigkeiten (Informationssicherheitskonzept). Die 2021 aus der Programme Unit Security Solutions gegründete Abteilung Special Security Projects bietet innerhalb der Programme Line CI effiziente, integrierte Systemlösungen im Bereich Grenzsicherung und damit verbundene Dienstleistungen an.

Zentralfunktionen

Der Zentralbereich Digital, der für alle Business Lines und Funktionen konzernweit Dienstleistungen erbringt, hat im Jahr 2023 die Digitalisierung von Airbus Defence and Space weiter vorangetrieben. Hierzu gehören alle laufenden, aber auch neuen Initiativen zu Digitalen Plattformen, Data Management, Digital Security sowie ganzheitliche Prozessoptimierung und Systemharmonisierung innerhalb der IT-Landschaft.

Operations erbringt Dienstleistungen für die jeweiligen Programme Lines von Airbus Defence and Space und umfasst die Bereiche Produktion, Einkauf, Qualität und Operations Industrial Strategy. Der Bereich Produktion verteilt sich in Deutschland über drei Werke und eine Endmontage an vier Standorten (Bremen, Manching, Friedrichshafen und Taufkirchen). Die Standorte werden hierbei durch zentrale Manufacturing Engineering Teams unterstützt, die für die Bereitstellung der Methoden, Prozesse und Tools verantwortlich sind. Der Bereich Qualität betreut nicht nur Operations, sondern ist für die Qualitätssicherung u. a. im gesamten Perimeter der Airbus Defence and Space GmbH zuständig. Dies beinhaltet auch die Zertifizierung von Produkten. Ein zentrales Business Management System (BMS) stellt sicher, dass die Prozesse auch über die Programme Lines hinweg standardisiert sind und Synergien genutzt werden. Der Einkaufsbereich ist verantwortlich für das Management von Lieferantenbeziehungen und agiert als primäre Anlaufstelle für Lieferanten. Hier werden End-to-End-Lieferkettenprozesse sowie alle strategischen Beschaffungs- und Logistikaktivitäten für Produkte und Dienstleistungen entwickelt. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Programme Lines, um die internen sowie externen Kunden weltweit zu bedienen. Operations Industrial Strategy umfasst die mittel- und langfristige Perspektive und unterstützt die Bereiche mit strategischen und innovativen Leitbildern unter Berücksichtigung des Lieferantennetzwerks, Logistik, Produktion sowie Qualität. Neben der Vorbereitung Make-or-Buy-Entscheidungen und Rahmenbedingungen zum Produktionsnetzwerk werden hier auch Digitalisierungsinitiativen im Bereich Operations koordiniert und unterstützt.

Der Airbus Konzern hat zur Optimierung administrativer Aufgaben konzernübergreifende Funktionen, insbesondere in den Bereichen Personal, Beschaffung, IT und Rechnungswesen teilweise organisatorisch in Shared Service Centern zusammengefasst. Die 2021 gegründete und in Portugal angesiedelte Airbus Global Business Services (GBS Airbus Portugal SA), eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Airbus SE mit Sitz in Lissabon, hat ihre Arbeit mit dem Ziel aufgenommen, den nächsten Schritt der Transformation für konzernweite Airbus-Support-Funktionen umzusetzen. Support-Tätigkeiten, die vor allem Finance, HR und Procurement betreffen, sowie einige spezielle Tätigkeiten in den Bereichen Compliance, IM, Engineering, Communication, Legal, Customer Services und Sales werden Teil des neuen GBS-Umfangs.

Innovationen

Im Bereich Innovation von Airbus Defence & Space werden neue relevante Geschäftsmöglichkeiten analysiert, identifiziert und validiert, die im Rahmen der R&T (Research & Technologies) und der F&E (Forschung & Entwicklung) Aktivitäten entwickelt werden und entweder intern zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit genutzt werden können oder externes Wachstum ermöglichen. Im Rahmen des Innovationsprozesses werden Ideen strukturiert selektiert, das jeweilige Wertversprechen definiert, anhand eines Demonstrators oder eines Minimum Viable Products mit Pilotbenutzern in einer repräsentativen Umgebung validiert und nach erfolgreicher Validierung in den entsprechenden Geschäftsbereich überführt. Aus einem umfangreichen dynamischen Portfolio von Innovationsideen liefern durch diesen strukturierten Prozess jährlich eine signifikante Anzahl von Initiativen einen Beitrag zum Geschäftserfolg der operativen Bereiche.

Im Fokus der Innovationen der Airbus DS GmbH sind die Bereiche Künstliche Intelligenz - z. B. in Form von digitalen Assistenten, Situational Awareness-Software, Flight Teaming-Software -, kleinere UAV-Flug- und Missionsfähigkeiten - z. B. Starts von Mutterschiffen wie der A400M - sowie Innovationen in industriellen Prozessen, z. B. Computer Vision für Teileinspektion - sowie Nachhaltigkeit, z. B. im Hinblick auf Ökodesign-Prozesse und die Nutzung der CO 2 - und Wasserstofftechnologie, die im Lebenserhaltungsbereich Raumfahrtsysteme entwickelt wurde. Gemeinsam mit R&T entwickeln die Innovationsteams Kooperationsmöglichkeiten mit externen Unternehmen und Start-ups sowie Universitäten. Beispielsweise befindet sich am Standort in Ottobrunn der hierfür konzipierte Ludwig-Bölkow-Campus, an dem Airbus Defence and Space GmbH mehrheitlich beteiligt ist und diesen seit 2012 als Innovationszentrum für Luft- und Raumfahrt fördert.

Gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung

In 2023 wurden einige konzerninterne rechtliche Umstrukturierungsprojekte umgesetzt. Zum einen wurde im Mai der Verkauf der Airbus Protect GmbH an die Airbus Protect SAS sowie im September der Verkauf des 4%igen Anteils an der französischen Airbus Defence and Space Holding SAS, beide gegen Barzahlung, umgesetzt.

Zum anderen wurde in 2023 das sogenannte ORCHID Projekt gestartet, das zum Ziel hat, das Eigenkapital der Airbus Defence and Space GmbH (ADSG) zu stärken und einen zügigen Verbrauch der aufgelaufenen steuerlichen Verlustvorträge zu ermöglichen. Dabei ist die Airbus Helicopters Deutschland GmbH (AHD) von deren Gesellschafter, der Airbus Helicopters SAS, in die Airbus Defence and Space GmbH gegen Ausgabe neuer Anteile als Sacheinlage eingebracht worden. Vor der rechtlichen Umsetzung dieser Einbringung hat die Gesellschafterin Airbus SE den von Airbus Operations GmbH gehaltenen Geschäftsanteil in Höhe von 11,3 % an der Airbus Defence and Space GmbH gekauft. Somit sind zum Jahresende 2023 nach Umsetzung dieser Transaktion und der Einbringung der AHD als Gesellschafter der Airbus Defence and Space GmbH nunmehr die Airbus SE mit 61,47 % sowie die Airbus Helicopters SAS mit 38,53 % registriert. Das ORCHID Projekt soll in 2024 mit der Umsetzung einer ertragsteuerlichen Organschaft mit zugehörigem Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Airbus Defence and Space GmbH und der AHD abgeschlossen werden.

Reorganisation

Zum 01.01.2024 wird in der Division Airbus Defence and Space eine neue Organisationsstruktur im Rahmen einer Reorganisation, genannt "ATOM" (Airbus Defence and Space Target Operating Model), eingeführt. Dabei gehen aus den bis 31.12. 2023 bestehenden vier Programme Lines drei Business Lines hervor, in die hauptsächlich die operativen Teile der vormaligen Zentralfunktionen von Engineering und Operations integriert werden. Dies soll die Business Lines stärken und eine klare End-to-End-Lieferverantwortung gegenüber dem Kunden sicherstellen. Zudem wird die Programme Line FCAS mit Military Air Systems zusammengeführt, wodurch folgende Business Lines entstehen:

Air Power

Space Systems

Connected Intelligence

Auf Divisionsebene wird zudem eine neue Chief Operating Officer (COO) Organisation geschaffen, die transversale Exzellenz durch Einführung gemeinsamer Standards für Qualität, Projektmanagement, Engineering, Design und industrielle Prozesse, Verfahren und Tools sicherstellen soll.

Diese neue Organisationsstruktur soll der Airbus Defence and Space Division ermöglichen, auf den wachsenden Druck unserer Märkte wertschöpfend reagieren zu können sowie die interne Zusammenarbeit zu stärken.

Wirtschaftsbericht:

Schlüsselkennzahlen

Werte in Mio EUR 2023 2022 2023/22 Veränderung abs. 2023/22 Veränderung in %
Umsatz 5.528 4.317 1.211 28%
Europa 5.124 3.850 1.274 33%
davon Deutschland 3.854 3.070 784 26%
Mittlerer Osten 2 8 -6 -75%
Nordamerika 41 38 3 7%
übrige Regionen 361 421 -60 -14%
Military Air Systems 2.626 2.804 -178 -6%
Space Systems 1.179 320 859 >100%
Connected Intelligence 634 399 235 59%
Future Combat Air System 157 39 118 >100%
Sonstiges 1) 932 755 177 23%
Auftragseingang 4.035 6.447 -2.412 -37%
Auftragsbestand 17.293 17.859 -566 -3%
Beschäftigte im Jahresdurchschnitt 2) 12.586 11.828 2) 758 6%
Sachinvestitionen 98 70 28 40%
Forschungs- und Entwicklungsaufwand 92 208 -116 -56%
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 402 137 265 >100%
Bruttoergebnis vom Umsatz 44 -359 403 >100%
EBIT 3) 618 -417 1.035 >100%
Jahresfehlbetrag 902 -1.176 2.078 >100%

1) nicht einer Programme Line zuordenbar (z.B. sonst. betriebl. Erträge aus konzerninternen Weiterverrechnungen, Miet-/Leasingzahlungen)

2) inkl. Zeitarbeitskräfte, Auszubildende und Praktikanten, Vorjahreszahl wurde korrigiert

3) Es handelt sich um das Ergebnis vor Steuern, Zinsauswendungen und übrigem Finanzergebnis

Steuerungsgrößen: Die Airbus Defence and Space GmbH verwendet die Umsatzerlöse und das EBIT als Schlüsselindikatoren für die wirtschaftliche Leistung. Als weitere Steuerungs- und Kontrollgröße steht für die Gesellschaft auch die Entwicklung des Auftragseingangs im Fokus.

Rahmenbedingungen:

Wie im Jahr 2022 schwächte sich das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts auch im Jahr 2023 ab. Im "World Economic Outlook" vom Oktober 2023 ging der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2023 von einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,0 % aus. Die Weltbank geht in ihrem Bericht "Global Economic Prospects" vom Januar 2024 nur von einem Wachstum von 2,6 % aus. Für die Eurozone berichtet der IWF für das Jahr 2023 von einem Wachstum der Wirtschaftsleistung von 0,7 % verglichen mit 2022. Für die Gesamtwirtschaft in Deutschland im Jahr 2023 zeigt das statistische Bundesamt ein Absinken des BIP in Höhe von -0,3 %, eine deutliche Abschwächung im Vergleich zur Steigerung von 1,8 % in 2022 (Stand: Februar 2023).

Das generelle Marktumfeld in 2023 wurde weiterhin besonders von geopolitischen und soziotechnischen Herausforderungen geprägt; diese hatten direkte und indirekte Auswirkungen auf die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen der Luft- und Raumfahrtindustrie.

Der Verteidigungssektor hat sich in und nach der Pandemie als widerstandsfähig gezeigt. Militärische Fähigkeiten bleiben für die Landesverteidigung auch weiterhin von entscheidender Bedeutung. Als Reaktion hierauf wird u. a. mit einer weiteren Steigerung der Investitionen in militärische und sicherheitsrelevante Fähigkeiten der westlichen Staaten gerechnet.

Global wuchsen 2023 die Ausgaben für Verteidigung mit 10,1 % (Janes Worldwide Defence Budgets, Stand Dezember 2023) deutlich schneller als die Weltwirtschaft und bleiben weiter auf dem höchsten Stand seit Ende des Kalten Krieges. Neben China und Russland investieren insbesondere die Ukraine, Japan, USA und Polen in Ausbau und Modernisierung von militärischen Fähigkeiten. Diese Staaten gaben 2023 zudem 14,3 % mehr für Neubeschaffungen und Forschung & Entwicklung aus. Die Ausgaben für Verteidigung in Europa wuchsen um 8,0 % in 2023 und damit stärker als die europäische Gesamtwirtschaft. Die Entwicklung nationaler Budgets ist hier gekennzeichnet durch die Zusage der NATO-Staaten jährlich 2 % des BIP für Rüstung auszugeben sowie Unterstützungsleistungen im Rahmen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu erbringen. Europäische Staaten streben außerdem zunehmend strategische Autonomie an und einige europäische Staaten kooperieren in wichtigen neuen Rüstungsprojekten wie FCAS und EuroDrone. Auch die gemeinsame Abstimmung der beteiligten europäischen Mitgliedsstaaten und Weiterentwicklung von militärischen Fähigkeiten im Rahmen der 68 PESCO-Projekte (Permanent Structured Cooperation, Stand Februar 2024) wird weiter intensiviert und eine gezielte, gemeinsame Entwicklung von Technologien durch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln durch den European Defence Fund (EDF) vorangetrieben.

Darüber hinaus drängen zunehmend neue Wettbewerber aus Deutschland, den USA, Russland, China, Indien und Brasilien auf den zugänglichen Markt für Verteidigungs- und Raumfahrttechnik.

Geschäftsentwicklung:

Das operative Geschäft der Gesellschaft hat sich - im Vergleich der Vorjahresprognose - für den Umsatz als auch für das EBIT stark positiv entwickelt. Das Bruttoergebnis vom Umsatz beläuft sich auf +0,8 % vom Umsatz (2022: -8,3 %). Der EBIT in Höhe von +618 Mio EUR (2022: -417 Mio EUR) ist im Wesentlichen auf die positive Entwicklung des Bruttoergebnisses vom Umsatz von +44 Mio EUR (2022: -359 Mio EUR), v.a. bedingt durch den im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunkenen Dienstzeitaufwand aus Pensionsverpflichtungen von -36 Mio EUR (2022: -558 Mio EUR) zurückzuführen, des Weiteren auch auf stark gestiegene sonstige betriebliche Erträge +302 Mio EUR, welche Auflösungen von Pensionsrückstellungen in Höhe von +305 Mio EUR beinhalten sowie im Beteiligungsergebnis enthaltene +247 Mio EUR aus dem Verkauf der Airbus Holding SAS.

Das Jahresergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2.078 Mio EUR verbessert. Die Gesellschaft verzeichnet damit in 2023 einen Jahresüberschuss von +902 Mio EUR (2022: -1.176 Mio EUR).

Der Auftragseingang der Airbus Defence and Space GmbH sinkt auf 4,0 Mrd EUR (2022: 6,5 Mrd EUR). Die Programme Line Military Air Systems konnte insgesamt einen Auftragseingang von 2,6 Mrd EUR (2022: 4,2 Mrd EUR) generieren, die wesentlichen Programme sind Eurofighter (1,2 Mrd EUR), Tornado (0,2 Mrd EUR) und A400 M (1,0 Mrd EUR). In der Programme Line Connected Intelligence wurde ein Auftragseingang von 0,4 Mrd EUR (2022: 0,5 Mrd EUR) verzeichnet. Die Programme Line Space Systems konnte einen Auftragseingang von 0,9 Mrd EUR generieren (2022: 0,8 Mrd EUR), hier ist v.a. das Programm ORION-ESM mit 0,4 Mrd EUR zu nennen. Der Auftragseingang für FCAS beträgt 0,1 Mrd EUR (2022: 1,0 Mrd EUR) und betrifft die Projektphase FCAS 1B. Von den gesamten Auftragseingängen entfielen somit 65 % (2022: 65 %) auf MAS, 23 % auf SpS, 10 % auf CI und 2 % auf FCAS.

Der Auftragsbestand in 2023 beträgt 17,2 Mrd EUR (2022: 17,9 Mrd EUR). Dieser verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Programme Lines: Military Air Systems 11,5 Mrd EUR, Space Systems 2,8 Mrd EUR, Connected Intelligence 1,9 Mrd EUR und FCAS 1,0 Mrd EUR.

Forschung und Entwicklung (F&E) werden in der Airbus Defence and Space GmbH sowohl innerhalb der Division und den Programme Lines, als auch in einem zentralen Forschungszentrum betrieben. Die zentrale Konzernforschung unterstützt die inkrementelle Produktinnovation in den Airbus Divisionen, sichert die Nutzung der Synergiepotentiale innerhalb des Airbus Konzerns durch ein globales Research & Technologies (R&T) Netzwerk und betreibt Zukunftsforschung. Das Expertennetzwerk koordiniert den Austausch von Know-how und Forschungsergebnissen sowie die gemeinsame Nutzung von Ressourcen divisions- und gesellschaftsübergreifend. Im Geschäftsjahr 2023 sank der gesamte F&E-Aufwand in der Gesellschaft um -116 Mio EUR auf 92 Mio EUR (2022: 208 Mio EUR) und beträgt damit 1,7 % (2022: 4,8 %) des Umsatzes. Der Rückgang bezieht sich insbesondere auf eine geänderte Zuordnung bei den eigenfinanzierten Forschungs- und Entwicklungskosten.

Investitionen. Die Zugänge des Sachanlagevermögens betreffen zum einen Ersatzbeschaffungen und Investitionen zur Rationalisierung von Arbeitsabläufen. Zum anderen umfassen die Investitionen im Anlagevermögen folgende Themen der immateriellen Vermögensgegenstände: neues ERP System und Software-Lizenzen, Common working Environment (CwE) EuroDrone , sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen, Personal. Die Zahl der im Jahresdurchschnitt Beschäftigten ist um 6,4 % auf 12.586 Mitarbeiter (2022: 11.828 Mitarbeiter) gestiegen. Zum Jahresende 2023 waren 12.710 (2022: 12.119) Mitarbeiter beschäftigt. Der Personalaufwand hat sich insgesamt um 24,4 % auf 1.476 Mio EUR (2022: 1.953 Mio EUR) verringert. Dabei stiegen die Löhne und Gehälter auf 1.251 Mio EUR (2022: 1.168 Mio EUR), während die Aufwendungen für Sozialabgaben und Altersversorgung auf 225 Mio EUR (2022: 785 Mio EUR) sanken, was insbesondere auf den Rückgang des Pensionsaufwandes im Vergleich zum Vorjahr von -569 Mio EUR zurückzuführen ist.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage:

Ertragslage:

Die Umsatzerlöse stiegen gegenüber dem Vorjahr um 1.211 Mio EUR auf 5.528 Mio EUR (2022: 4.317 Mio EUR). Die Umsatzerlöse der Programme Line Military Air Systems sind im Vorjahresvergleich um -178 Mio EUR gesunken. Die Programme Line Space System verzeichnete einen Zuwachs der Umsatzerlöse um 859 Mio EUR aufgrund von Projektendabrechnungen im Wesentlichen für Orion-ESM und Sarah im Vergleich zum Vorjahr. Die Programme Line Connected Intelligence weist gegenüber dem Vorjahr um 235 Mio EUR höhere Umsatzerlöse aus, resultierend aus den Programmen Saudi KSA und FCAS Combat Cloud. Ebenso höhere Umsatzerlöse zeigt die Programme Line FCAS mit +118 Mio EUR. Die sonstigen Umsätze aus der konzerninternen Weiterverrechnung von Dienstleistungen, aus Vermietung und Verpachtung sowie aus Forschung und Entwicklung erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 177 Mio EUR. Dies ist im Wesentlichen auf höhere Weiterverrechnungen von Dienstleistungen zurückzuführen, insbesondere aus dem Bereich Digital (Nachverrechnung für 2021-2023) in Höhe von 150 Mio EUR.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz stieg um 403 Mio EUR auf +44 Mio EUR (2022: -359 Mio EUR). Der Anstieg verteilte sich im Wesentlichen auf die Programme Lines Space Systems (+123 Mio EUR), Connected Intelligence (+82 Mio EUR), FCAS (+3 Mio EUR) und Military Air Systems (-111 Mio EUR), letztere ist durch einer Bestandsabwertung im Bereich A400M mit zusätzlichen 265 Mio EUR belastet. Des Weiteren hat sich das sonstige Bruttoergebnis um 306 Mio EUR verbessert, darin enthalten ist die Nachverrechnung aus dem Bereich Digital mit +83 Mio EUR und aufgrund einer Verschiebung vom Bereich Forschung und Entwicklung mit +115 Mio EUR zu der Programm Line Military Air Systems. Das Bruttoergebnis vom Umsatz aller Programme Line ist im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des gesunkenen Dienstzeitaufwandes aus Pensionsverpflichtungen mit insgesamt 36 Mio EUR (Vorjahr 558 Mio EUR) weniger stark belastet.

Der EBIT stieg um +1.035 Mio EUR auf +618 Mio EUR (2022: -417 Mio EUR). Ursächlich hierfür ist vor allem das verbesserte Bruttoergebnis vom Umsatz (403 Mio EUR). Gegenläufig verringerten sich die Vertriebs- und Verwaltungskosten insgesamt um 9 Mio EUR. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken gegenüber dem Vorjahr um 12 Mio EUR, die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 302 Mio EUR. Das Beteiligungsergebnis ist im Vergleich zum Vorjahr um +309 Mio EUR auf 315 Mio EUR (2022: 6 Mio EUR) gestiegen, darin enthalten ist der Gewinn aus dem Verkauf der Airbus DS Holding mit 247 Mio EUR sowie Abschreibungen auf verbundene Unternehmen von 15 Mio EUR (2022: 60 Mio EUR).

Das im Finanzergebnis enthaltene Zinsergebnis verbesserte sich um 1.109 Mio EUR auf +343 Mio EUR (2022: -766 Mio EUR). Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge beinhalten Erträge für die Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von +268 Mio EUR (2022: -758 Mio EUR). Darin enthalten sind Erträge aus der Diskontsatzänderungen der Pensionsverpflichtungen in Höhe von +30 Mio EUR (2022: -71 Mio EUR), Erträge aus der positiven Entwicklung des Zeitwertes von Deckungsvermögen in Höhe von +359 Mio EUR (2022: -620 Mio EUR), sowie der Zinsaufwand für die Aufzinsung von Pensionsverpflichtungen des laufenden Jahres in Höhe von -121 Mio EUR (2022: -66 Mio EUR). Die Summe der sonstigen Zinsen belaufen sich auf +75 Mio EUR (i. Vj. -9 Mio EUR), darin enthalten sind +86 Mio EUR Zinserträge als auch -12 Mio EUR Zinsaufwendungen, welche im Rahmen des Cash Poolings bei der Airbus SE entstanden sind.

Das übrige Finanzergebnis verschlechterte sich auf -3 Mio EUR (2022: +6 Mio EUR), was vor allem auf Wechselkursentwicklungen zurückzuführen ist.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betragen -56 Mio EUR (i. Vj. 1 Mio EUR). Der Aufwand ergibt sich als Saldo aus Nachzahlungen, Rückerstattungen und Auflösungen von Steuerrückstellungen für die Jahre 2004 bis 2020 (2 Mio EUR), als Saldo von Nachforderungen und Rückstellungsbildung aufgrund Betriebsprüfungen für die Jahre 2008 bis 2016 (53 Mio EUR) und aus der Bildung einer Steuerrückstellung für das laufende Geschäftsjahr (1 Mio EUR).

Das Jahresergebnis ist damit um 2.078 Mio EUR auf einen Jahresüberschuss von +902 Mio EUR (2022: -1.176 Mio EUR) gestiegen.

Finanzlage:

Die Geschäftsführung der Gesellschaft ist bestrebt, die Finanzkraft des Unternehmens nachhaltig zu stärken und Geschäftsrisiken, insbesondere bei länger laufenden Großprojekten, zu begrenzen. Ein wichtiges Ziel ist hier weiterhin, auch langfristig zumindest eine weitgehende Kongruenz zwischen wertmäßigem Projektfortschritt und den hierfür geleisteten Zahlungen des Kunden sicherzustellen. Im Rahmen der Divisions-Planung wurde die Liquidität als eine Priorität für 2023 festgelegt.

Der Finanzmittelbestand ist im Vergleich zum Vorjahr um 544 Mio EUR auf 1.933 Mio EUR (2022: 2.477 Mio EUR) gesunken. Der Rückgang ist auf die Auszahlungen aus Finanzierungstätigkeit von -1.212 Mio EUR zurückzuführen. Dem stehen die Zuflüsse aus der Investitionstätigkeit in Höhe von +263 Mio EUR, sowie die Einzahlungen aus der laufenden Geschäftstätigkeit von +402 Mio EUR gegenüber. Im Rahmen des Cash Pooling der Airbus Gruppe legt die Airbus Defence and Space GmbH ihre liquiden Mittel bei der Airbus SE an und weist diese entsprechend unter den Forderungen aus.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beläuft sich auf +402 Mio EUR (2022: +137 Mio EUR). Das ist im Wesentlichen auf einen Jahresüberschuss - bereinigt um die Beteiligungserträge - von +587 Mio EUR, sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge einschließlich einem Steueraufwand von zusammen +486 Mio EUR zurückzuführen. Weitere positive Cashflow Effekte ergeben sich aus den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen von +77 Mio EUR und dem Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens von +1 Mio EUR. Gegenläufig hierzu ist die Veränderung der Rückstellung von -384 Mio EUR, die Zinserträge/-aufwendungen von -343 Mio EUR sowie die Veränderung des Working Capitals von -22 Mio EUR.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2023 beläuft sich auf +263 Mio EUR (2022: -76 Mio EUR). Ursächlich hierfür sind die Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen in Höhe von -112 Mio EUR (2022: -97 Mio EUR), die Einzahlungen aus dem Abgang von Gegenständen des Sach- und Finanzanlagevermögens in Höhe von +316 Mio EUR, die erhaltenen Zinsen von +86 Mio EUR aus dem Cash-Pooling der Airbus SE, die erhaltenen Dividenden von verbundenen Unternehmen und Beteiligungen in Höhe von +27 Mio EUR sowie Einzahlungen in Fonds zur Absicherung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von -54 Mio EUR (2022: -55 Mio EUR).

Aus der Finanzierungstätigkeit ergibt sich ein wesentlicher Mittelabfluss in Höhe von -1.212 Mio EUR. Dieser resultiert aus der Kapitalrückzahlung an die Gesellschafterin Airbus SE in Höhe von -1.200 Mio EUR als auch durch gezahlte Zinsen von -12 Mio EUR im Rahmen des Cash-Poolings mit der Airbus SE.

Vermögenslage:

Die Gesellschaft weist im Berichtsjahr eine Bilanzsumme von 7.291 Mio EUR aus, die damit 42,5 % bzw. um +2.176 Mio EUR über dem Wert des Vorjahres liegt. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass in 2023 die Airbus Helicopters SAS 100 % Ihrer Anteile an der Airbus Helicopters Deutschland GmbH (2.500 Mio EUR) in die Airbus Defence and Space GmbH gegen die Ausgabe neuer Anteile an der Gesellschaft als Sacheinlage eingebracht hat.

Die Immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind insgesamt um 19 Mio EUR auf 531 Mio EUR (2022: 550 Mio EUR) zurückgegangen. Die Investitionen belaufen sich auf 98 Mio EUR (2022: 70 Mio EUR) und betreffen unter anderem mit 21 Mio EUR das neue ERP System und Software-Lizenzen, mit 15 Mio EUR EDRS, sowie Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen und andere Anlagen. Die Abschreibungen betrugen 91 Mio EUR (2022: 81 Mio EUR) im Geschäftsjahr 2023.

Die Finanzanlagen stiegen um 2.454 Mio EUR auf 3.393 Mio EUR (2022: 939 Mio EUR). Dies resultiert hauptsächlich aus dem Zugang der Anteile an der Airbus Helicopters GmbH (2.500 Mio EUR) und der Erhöhung der Anteile an der UP42 GmbH (14 Mio EUR), abzüglich der Abgänge der Anteile an der Airbus Protect GmbH (-18 Mio EUR) und Airbus DS Holding SAS (-27 Mio EUR). Gegenläufig zu den Nettozugängen von 2.469 Mio EUR wirkten Abschreibungen von Anteilen an verbundenen Unternehmen (-14 Mio EUR) und Beteiligungen (-1 Mio EUR).

Die Vorräte vor Verrechnung mit erhaltenen Anzahlungen betrugen 6.034 Mio EUR, was einer Verringerung von 357 Mio EUR entspricht, insbesondere zurückzuführen auf eine zusätzliche Wertberichtigung i. H. v. 265 Mio EUR für A400M. In den Vorräten sind unfertige Erzeugnisse in Höhe von 4.339 Mio EUR (2022: 4.766 Mio EUR) und geleistete Anzahlungen von 1.542 Mio EUR (2022: 1.476 Mio EUR) enthalten. Der weiterhin hohe Bestand an unfertigen Erzeugnissen ist v.a. dadurch bedingt, dass ein Großteil der Projekte - insbesondere im Bereich Space Systems - erst bei Lieferung oder Projektabschluss abgerechnet wird (z. B. Orion ESM, Metop, Earth Care Mission, SARah oder Galileo 2nd Generation Serie).

Es wurden Erhaltene Anzahlungen in Höhe von 6.034 Mio EUR im Geschäftsjahr mit den Vorräten verrechnet. Passivisch werden 895 Mio EUR erhaltene Anzahlungen ausgewiesen. Gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 verringerten sich die gesamten erhaltenen Anzahlungen vor Verrechnung um -36 Mio EUR, dies ist insbesondere auf die Programme FCAS Phase 1B (+55 Mio EUR), A400M (+6 Mio EUR), Combat System (+133 Mio EUR), Projekt Wunstorf (+8 Mio EUR), METOP (+55 Mio EUR), Galileo 2nd Generation (+98 Mio EUR), Cristal (+38 Mio EUR), Grace und Earthcare (mit jeweils 17 Mio EUR), sowie Orion ESM, Payloads and ISS (gesamt +32 Mio EUR) zurückzuführen. Dagegen steht eine Reduzierung z. B. aus den Programmen EDRS + Pleinades NEO (-14 Mio EUR), SAHra (-294 Mio EUR), JUICE (-39 Mio EUR), Solar Array (-36 Mio EUR), ROSE-L (-24 Mio EUR), Sentinel (-44 Mio EUR) und Europaclipper Phase 2 (-41 Mio EUR). Der Bestand an Vorräten und erhaltenen Anzahlungen betrifft hauptsächlich Aufträge der Bereiche Military Air Systems und Space Systems.

Die mit 3.089 Mio EUR (2022: 3.384 Mio EUR) ausgewiesenen Forderungen betreffen überwiegend kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 284 Mio EUR (2022: 240 Mio EUR), Forderungen gegen verbundene Unternehmen von 2.515 Mio EUR (2022: 3.061 Mio EUR), sowie Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, von 290 Mio EUR (2022: 83 Mio EUR). In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind auch die bei der Airbus SE angelegten flüssigen Mittel in Höhe von 1.933 Mio EUR (2022: 2.477 Mio EUR) enthalten, was im Wesentlichen den Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen darstellt. Der Anstieg der Forderungen gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis ergibt sich hauptsächlich aus dem Projekt Combat Air Systems.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind im Jahr 2023 um 30 Mio EUR auf 232 Mio EUR gestiegen (2022: 202 Mio EUR). Der Anstieg betrifft im Wesentlichen höhere Umsatzsteuererstattungsansprüche.

Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung stieg gegenüber dem Vorjahr um 2 Mio EUR auf 9 Mio EUR (2022: 7 Mio EUR).

Das Eigenkapital zum 31.12.2023 beträgt 2.996 Mio EUR. Aufgrund des Jahresüberschusses 2023 in Höhe von 902 Mio EUR verringert sich der aufgelaufene Bilanzverlust auf insgesamt 1.705 Mio EUR. Das Gezeichnete Kapital von 78 Mio EUR erhöht sich um 30 Mio EUR durch die Einbringung der Airbus Helicopters Deutschland GmbH und die damit verbundene Ausgabe neuer Anteile an die Airbus Helicopters SAS. Die Kapitalrücklage verringert sich zum einen um 1.200 Mio EUR durch eine Rückzahlung an die Gesellschafterin Airbus SE und erhöht sich zum anderen um 2.470 Mio EUR durch die Einbringung der Airbus Helicopters GmbH auf 4.623 Mio EUR.

Die Rückstellungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 698 Mio EUR auf 1.987 Mio EUR (2022: 2.685 Mio EUR).

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen nach Verrechnung mit Deckungsvermögen nahmen um 738 Mio EUR auf 1.041 Mio EUR (2022: 1.779 Mio EUR) ab. Das liegt im Wesentlichen am Rückgang der Verpflichtungen sowie an der positiven Wertentwicklung des Deckungsvermögens im Vergleich zum Vorjahr und der damit höheren Verrechnung mit den Rückstellungen.

Steuerrückstellungen in Höhe von 56 Mio EUR (2022: 2 Mio EUR) erhöhten sich um 54 Mio EUR und wurden vor allem für Steuernachzahlungen aus Betriebsprüfungen für die Jahre 2008-2016 (53 Mio EUR) gebildet.

Die sonstigen Rückstellungen sanken im Geschäftsjahr 2023 um 15 Mio EUR auf 890 Mio EUR (2022: 905 Mio EUR). Die Veränderung ist v.a. bedingt durch den Rückgang der Rückstellungen für Drohverluste (-38 Mio EUR).

Die Verbindlichkeiten stiegen um 673 Mio EUR auf 2.299 Mio EUR (2022: 1.626 Mio EUR). Von diesem Zugang entfallen +321 Mio EUR auf nicht mit Vorräten verrechnete erhaltene Anzahlungen, auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stichtagsbedingt +121 Mio EUR, auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stichtagsbedingt +258 Mio EUR (u. a. um 160 Mio EUR höhere organgesellschaftsinterne Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer) sowie auf Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, +1 Mio EUR. Demgegenüber verringern sich die sonstigen Verbindlichkeiten um -28 Mio EUR.

Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz (AGU)

Die Verbesserung des Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzes war auch im Jahr 2023 eins der Top Ziele des Unternehmens. Insbesondere die mentale sowie physische Gesundheit der Mitarbeiter und damit verbundene Präventivmaßnahmen standen im Jahr 2023 im Vordergrund. Dafür wurden bereits etablierte Hilfestellungen weiter ausgebaut und zusätzliche eingeführt. Unser zentraler Bereich für Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz hebt übergeordnet Synergien, etabliert Standards und harmonisiert relevante Prozesse. Die Fortführung des integrierten Managementsystems basierend auf den Normen ISO 14001 (Umweltmanagement) und ISO 45001 (Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement) wurde erfolgreich etabliert. Das integrierte Managementsystem stellt die Grundlage zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Leistung im Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz sicher. Das Überwachungsaudit zum Erhalt der Zertifikate wurde im Jahr 2023 erfolgreich an allen relevanten Standorten der GmbH durchgeführt.

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB

Förderung weiblicher Führungskräfte. Das technisch geprägte Geschäftsfeld der Luft- und Raumfahrt zieht traditionell mehr Männer als Frauen an, weshalb der Frauenanteil bei Airbus insgesamt mit 21 % relativ niedrig ist. Airbus strebt an, jährlich 33 % weibliche Bewerber einzustellen, dieser lag in 2023 bei 25 %.

Zielgrößen für den Frauenanteil. Auf Grund gesetzlicher Bestimmungen hat der Aufsichtsrat der Airbus Defence and Space GmbH im Jahr 2022 die Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat auf 25 % und unter den Geschäftsführern auf 25 % festgelegt. Als Frist für die Erreichung beider Zielgrößen wurde der 31. Dezember 2024 bestimmt. Per 31. Dezember 2023 belief sich der Frauenanteil im Aufsichtsrat auf 25 % und in der Geschäftsführung auf 50 %. Beide Zielgrößen wurden damit bereits erfüllt.

Im Jahr 2022 hat die Geschäftsführung der Airbus Defence and Space GmbH die Zielgrößen für den Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung auf 25 % und für die zweite Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung ebenfalls auf 25 % festgelegt. Als Frist für die Erreichung beider Zielgrößen wurde der 31. Dezember 2027 bestimmt.

Prognose, Chancen- und Risikobericht:

Entwicklung der Rahmenbedingungen:

Die wirtschaftlichen Aussichten für das Jahr 2024 stehen nach wie vor stark unter dem Einfluss des Russland-Ukraine-Konflikts. Das Wirtschaftswachstum aus dem Jahr 2023 wird sich in 2024 voraussichtlich weiter abschwächen. Der IWF rechnet für 2024 mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 2,9 % im Vergleich zum Vorjahr, die Weltbank mit 2,4 %. Die Wachstumsrate für die Eurozone wird vom IWF auf 0,7 % prognostiziert. Für Deutschland erwartet die Bundesregierung im Jahreswirtschaftsbericht 2023 ein reales Wirtschaftswachstum von nur 0,2 %. Für Verteidigungsausgaben wird für 2024 global ein Wachstum von 2,8 % (real) angenommen (Janes Defence Budget Annual Report 2023).

Das generelle Marktumfeld wird weiterhin von geopolitischen Entwicklungen bestimmt sein. Insbesondere die Entwicklung in Bezug auf Russland bleibt für Europa und die NATO sicherheitspolitisch ein Kernthema. Die USA und ihre Verbündeten im asiatischen Raum stehen ebenfalls vor wichtigen strategischen Entscheidungen im Umgang mit China. Darüber hinaus haben sich politische Herausforderungen im Nahen Osten verschärft, und die Sicherheitslage in Teilen Afrikas bleibt ebenfalls kritisch.

Nach dem im Februar 2024 beschlossenen Bundeshaushalt für 2024 sollen die Ausgaben für den deutschen Verteidigungshaushalt weiter steigen - in 2024 um 1,85 Mrd EUR auf 51,95 Mrd EUR. Damit hat sich der Anteil der Verteidigungsausgaben an den Gesamtausgaben des Staates auf 10,90 % in 2024 von 10,52 % in 2023 erhöht. Die Ausgaben für militärische Beschaffungen werden 2024 gegenüber dem Vorjahr um 5,01 Mrd EUR sinken, auf 2,71 Mrd EUR. Hintergrund sind Verschiebungen aus dem Haushalt des Verteidigungsministeriums in das "Sondervermögen Bundeswehr". Aus dem ebenfalls beschlossenen "Sondervermögen Bundeswehr" sollen 2024 für militärische Beschaffungen weitere 19,80 Mrd. EUR - ggü. 8,40 Mrd EUR in 2023 - verausgabt werden. Laut den Eckwerten der mittelfristigen Finanzplanung sind für den Verteidigungshaushalt 2025 bis 2026 52 Mrd EUR vorgesehen, für 2027 51,9 Mrd EUR.

Aus dem 100 Mrd EUR Sondervermögen für die Ausrüstung der Bundeswehr wurde in 2023 das Projekt Eurofighter Elektronischer Kampf gestartet.

Bei der materiellen Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland ist weiterhin der ADS-Anteil an der von Diehl als Generalunternehmen geführten Zusammenarbeit für IRIS- T SLM relevant. Hier wurden in 2023 weitere Systeme geliefert. In den kommenden Monaten und Jahren ist eine weitere Aufstockung der Systeme geplant.

Für die Steigerung der Verfügbarkeit des A400M (u. a. durch den DEISS (deutscher In-Service Support) -Vertrag) sind die zusätzlichen Wartungskapazitäten in Wunstorf entscheidend. Der Baubeginn der neuen Infrastruktur ist in 2023 mit dem Spatenstich erfolgt.

Wesentliche Vorhaben im Rahmen der deutsch-französischen Rüstungskooperationen sind in 2023 einen deutlichen Schritt weitergekommen, insbesondere FCAS. Nachdem im Dezember 2022 der Vertrag für die Phase 1B an die FCAS Partner vergeben wurde, sind die Arbeiten dazu in 2023 gestartet und verlaufen planmäßig.

Das nationale Budget für Raumfahrt in der Verantwortung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) beträgt jährlich im Durchschnitt 300 Mio EUR. Für das Haushaltsjahr 2024 ist es auf 333,5 Mio EUR - ggü. 371 Mio EUR in 2023 - gesunken. Für die Realisierung der GRACE-Mission (Gravity Recovery and Climate Experiment-Mission) wurden im Jahr 2023 im Haushalt des BMWK sowie im Haushalt des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) jeweils 7,5 Mio EUR eingestellt. Für die Jahre 2024-2028 sind weitere 120 Mio EUR als Verpflichtungsermächtigungen hinterlegt. Die deutschen Beiträge für den ESA-Haushalt steigen gemäß Beschlüssen der ESA-Ministerratskonferenz 2022 auf 3,5 Mrd EUR für die Jahre 2023-2025, also rund 1,17 Mrd EUR jährlich. Über die Geo-Return-Regelung werden maßgebliche Anteile dieser Investitionen an deutsche Raumfahrtstandorte einschließlich der Airbus Defence and Space GmbH zurückfließen.

Die europäischen Partner schreiten in ihrem Bemühen voran ihre Verteidigungsbudgets weiter zu erhöhen und liegen damit im international beobachtbaren Trend wachsender Ausgaben für Verteidigung und Raumfahrt. 2023 war das zehnte Jahr in Folge, in dem die Verteidigungsausgaben der europäischen NATO-Verbündeten gestiegen sind (ca. +11 %, auf 347 Mrd US$). Der europäische Markt für militärische Flugzeugprogramme profitiert von den wachsenden Budgets und der politischen Ausrichtung der europäischen Staaten und erlebt Wachstumsimpulse, z. B. durch die deutsch-französische Kooperation für die Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs.

Die Arbeiten an einem Rüstungsexportkontrollgesetz in Deutschland sind weiterhin nicht zu einem abstimmungsfähigen Gesetz konvergiert, der regierungsinterne Willensbildungsprozess konnte nicht abgeschlossen werden. Die nationale Sicherheitsstrategie wurde im Sommer 2023 vorgelegt. Positiv ist hierbei die Erwähnung der Rüstungsindustrie als Teil der Sicherheitsvorsorge und die zivile und militärische Anerkennung der Dimension Weltraum. EU-Programme wie der Europäische Verteidigungsfonds sind auch für die Airbus Defence and Space GmbH wichtige Enabler für zukünftige Technologien, so wurde in 2023 das Programm EDOCC (European Defence Operational Collaborative Cloud) gestartet, zusätzlich koordiniert die Airbus Defence and Space GmbH weitere EDF-Projekte. Der Trend, US off-the-shelf-Lösungsregeln per Foreign Military Sales (FMS) den Vorzug vor technisch anspruchsvollen Entwicklungsprogrammen zu geben, die eine Kernkompetenz von Airbus Defence and Space GmbH darstellen, hielt auch in 2023 an. So wurden 3 zusätzliche Poseidon Boeing P-8 Maschinen gekauft und damit die Gesamtgröße der Flotte auf 8 Flugzeuge erweitert.

Militärische Transportkapazitäten haben international eine hohe Bedeutung. Airbus Defence and Space hat den Gewinn weiterer Exportkunden als strategisches Ziel festgelegt und ihre Vertriebsaktivitäten entsprechend aufgestellt. Bei einem erfolgreichen Abschluss von Kampagnen wäre die Gesellschaft als wesentlicher Lieferant der Integrated Fuselage Assembly (IFA) und des Frachtladesystems Cargo Hold System (CHS) sowie anderer bedeutender Teilsysteme wie dem Selbstschutzsystem (DASS, Defensive Aids Sub-System) oder taktischer Sonderausstattungen (Configuration Items) im A400M-Programm daran beteiligt. Eine Vertragsergänzung für die taktische Rollenanpassung von acht bereits bestellten deutschen A400M im Rahmen der Serienproduktion wurde im Jahr 2019 unterzeichnet und befindet sich momentan in der Umsetzung in der A400M FAL. Ein zusätzliches "Contract Amendment" für den Retrofit von weiteren 25 deutschen Flugzeugen wurde in 2021 unterschrieben, welches mit der Umrüstung der ersten Maschine in Sevilla gestartet wurde.

Der im Jahr 2019 unterschriebene nationale Vertrag mit Deutschland (BAAINBw) über die Integration und Mustereinrüstung eines DIRCM Selbstschutzsystems (Direct Infrared Countermeasure) hat aufgrund von Zulassungsproblemen auf Lieferantenseite zu einem Verzug geführt, was zu einem Wechsel auf eine direkte Beauftragung des Systemunterlieferanten (ELBIT) geführt hat. Die Angebotsaufforderung zur Folgebeauftragung für die Einrüstung des DIRCM Systems in einen größeren Teil der deutschen A400M Flotte wurde im November 2023 erhalten und befindet sich momentan in der Angebotserstellung bei Airbus.

In 2023 konnte das Unternehmen, während des andauernden Ukrainekrieges und trotz Herausforderungen für die Lieferketten im Nachgang der Coronapandemie, die Resilienz und Belastbarkeit des Raumfahrt- und Verteidigungsgeschäfts erneut unter Beweis stellen. Der Wert einer dualen Ausrichtung (Verteidigung und ziviles Geschäft) hat sich für Airbus und Airbus Defence and Space GmbH eindeutig bestätigt, da das Unternehmen von Synergien zwischen beiden Bereichen auch in diesem Jahr profitieren konnte. Die Qualität der Produkte und deren Nutzen für die Kunden wurden durch die politischen und militärischen Krisen besonders deutlich. Im Jahr 2024 wird das Unternehmen an der Realisierung der Programme und zusätzlicher Vorhaben im gesamten Spektrum des Portfolios sowohl an der Auftragserfüllung, als auch an der Akquisition neuer Themen arbeiten.

Ein konkretisierter Schwerpunkt ist der wachsende europäische Bedarf für souveräne Weltraumfähigkeiten, z. B. im Rahmen des Projekts IRIS2, einer Konstellation der Europäischen Union der gesicherten Satellitenkommunikation. Außerdem wird das Unternehmen gemeinsam mit seinen Kunden die erfolgreichen Maßnahmen zur Steigerung der Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit ihrer militärischen Systeme weiter verstärken und an deren Ertüchtigung arbeiten, um so zur Stärkung des Airbus-Konzerns und der Gesellschaft beizutragen - mit nachhaltigen, digital vernetzten und cyber-resilienten Luft-/Raumfahrt- und Verteidigungssystemen der Zukunft.

Prognose:

Die Geschäftsführung der Airbus Defence and Space GmbH erwartet auf Basis der vorliegenden Unternehmensplanung für das kommende Geschäftsjahr ein hohes Wachstum bei den Erdbeobachtungs-Satelliten Programmen (i.W. Sentinel) und ein moderates Wachstum bei FCAS. Das Servicegeschäft in den zukünftigen Business Lines Air Power, Space Systems und Connected Intelligence bleibt auf stabilem Niveau. Insgesamt wird damit der produktbezogene Umsatz in etwa mit der Inflationsrate ansteigen. Die divisionsinternen Verrechnungen von Management Fees und Dienstleistungen werden sich auf einem höheren Niveau als in der Vergangenheit stabilisieren (ohne Berücksichtigung des Einmaleffektes der DTO Verrechnung in 2023). Insgesamt wird von einem moderaten Anstieg der Umsatzerlöse im Jahr 2024 ausgegangen.

Aufgrund der in Summe positiven außerordentlichen Einmaleffekte in 2023, im Wesentlichen Aufwendungen aus der Wertberichtigung beim A400M und aus Nachbewertungen bei den Entwicklungsprojekten innerhalb von Space Systems überkompensiert durch Erträge aus der Auflösung von Pensionsrückstellungen und aus der Veräußerung von Geschäftsanteilen an Beteiligungen wird erwartet, in 2024 einen EBIT geringfügig niedriger als den in 2023 zu erzielen, trotz verbesserter operativer Performance. In den Folgejahren wird die Profitabilität moderat wachsen. Die Auftragslage ist aufgrund langfristiger Programme wie FCAS, EuroDrone, Eurofighter Contract Renewals, A400M Services und Exportaufträge, SatCom BW, Orion ESM gut. Wesentliche Ziele und Herausforderungen für 2024 sind neben der Sicherung von Auftragseingängen, die weitere Stabilisierung des Programms A400M und die Verbesserung der Kostenstruktur in allen Bereichen im Rahmen des divisionalen Transformationsprogramms ATOM. Insgesamt wird mit einer stabilen Ertragslage der Programme gerechnet. Die Auftragslage ist aufgrund langfristiger Programme wie FCAS, EuroDrone, Eurofighter Contract Renewals, A400M Services und Exportaufträge, SatCom BW, Orion ESM gut und unterstützt den geplanten Wachstumskurs.

In der Unternehmensplanung wird ein prognostizierter US-Dollar-Kurs von 1,13 USD (2024) pro 1,00 EUR unterstellt. Ferner wurde eine Inflationsrate von 4,5 % (2024) und ein Anstieg der Personalkosten von durchschnittlich 4,5 % (2024) angenommen.

Bedingt durch aktuelle Risikofaktoren hinsichtlich des noch anhaltenden Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine, der weiterhin hohen Inflation und volatilen Energiekosten ist die Prognose mit Unsicherheiten behaftet, die sich gegenwärtig nicht zuverlässig abschätzen lassen.

Chancen und Risiken:

Im Folgenden sind nur wesentliche Risiken dargestellt, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist. Das gleiche gilt für die nachfolgend dargestellten operativen Chancen.

Grundlegendes

Die Gesellschaft unterliegt vielfältigen Risiken und Unsicherheiten, die Auswirkung auf die finanziellen Ergebnisse haben könnten. Diese betreffen insbesondere die konjunkturelle Entwicklung oder Änderungen im Regulierungsumfeld in den für das Unternehmen wichtigen Volkswirtschaften, Entwicklungen auf wettbewerbsintensiven Märkten, Verfügbarkeit von Exportlizenzen für genehmigungspflichtige Hardware und Software aufgrund von Änderungen im politischen Umfeld, Verfügbarkeit ausreichender operativer Ressourcen in der Zulieferkette, Verfügbarkeit ausreichender Liquidität in Finanzmärkten oder finanzieller Unterstützung durch Staaten, Steuergesetzänderungen, Produkthaftung, Produktgarantien, gewerbliche Schutz- und Urheberrechte.

Mit der Entwicklung neuer Produkte, Systeme und kundenspezifischer Lösungen wird die Grundlage zukünftiger Geschäftserfolge gelegt. In der Anfangsphase langjähriger Großprojekte, die für die Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigungsindustrie typisch sind, zeigen sich Unsicherheiten bei der Erfüllung der technischen Leistung zu den vereinbarten Lieferterminen und im Rahmen der dafür vorgesehenen finanziellen Mittel. Die Gesellschaft analysiert diese Risiken fortlaufend in enger Zusammenarbeit mit den Kunden, um frühzeitig entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.

In 2023 sah sich das Unternehmen mit einigen makroökonomischen Herausforderungen wie der hohen Inflationsrate, gestiegenen Energiekosten, steigenden Zinsen und einem stärkeren US-Dollar konfrontiert.

Ukraine Krise

Der Angriffskrieg von Russland mit Invasion in die Ukraine hatte Exportbeschränkungen und internationale Sanktionen gegen Russland, Weißrussland und bestimmte russische Unternehmen sowie Einzelpersonen zur Folge. Durch die internationalen wirtschaftlichen Verflechtungen erhöhte dies die Risikolage in den Lieferantenketten direkt und indirekt. Im Rahmen der Exportkontrolle wurden alle Vertragsverhältnisse mit russischen Vertragspartnern analysiert und fallweise entschieden, ob diese gekündigt, eingefroren, auf andere Vertragspartner umgesteuert werden müssen oder fortgeführt werden können.

Liquidität

Zur Gewährleistung einer ausreichenden Liquidität besteht bei der Gesellschaft ein fortwährendes Cash-Controlling, über das ein mittelfristiger Cash-Ausblick über den OP-Zeitraum sowie eine monatliche Liquiditätsvorschau über die kommenden 2 Jahre generiert wird. Zudem wir im Rahmen eines gruppenweiten Prozesses die kurzfristige, rollierende Ist-Erwartung zum Liquiditätsbedarf verfolgt. Insgesamt und basierend auf unserer Liquiditätsplanung gehen wir davon aus, dass die Gesellschaft für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 über ausreichend Liquidität verfügt und ihre Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen kann.

Ethics & Compliance

Die Prinzipien für ethisch einwandfreies Verhalten und Integrität im Geschäftsgebaren werden durch den Airbus Verhaltenskodex (Code of Conduct) definiert. Dieser gilt unternehmensweit für alle Mitarbeiter und Führungskräfte von Airbus, unabhängig von Position, Aufgabenbereich, Rang oder Standort, einschließlich aller Tochtergesellschaften wie die Airbus Defence and Space GmbH und Joint Ventures, die durch Airbus kontrolliert werden. Darüber hinaus setzt sich Airbus systematisch für die Anwendung hoher Integritätsstandards durch Airbus-Geschäftspartner i.w.S. wie Kunden, Lieferanten, Partner und Auftragnehmer ein. Der Verhaltenskodex ist gleichzeitig auch Grundlage für das Ethics & Compliance (E&C) Programm von Airbus, welches im Wesentlichen auf den allgemein anerkannten Säulen Prevent - Detect - Respond beruht.

Alle Airbus-Mitarbeiter sowie externe Stakeholder haben diverse Kanäle zur Verfügung, um Hinweise auf mögliche Verstöße gegen den Verhaltenskodex, gegen Richtlinien oder geltende Rechtsvorschriften melden zu können. Neben den Vorgesetzten, HR-Verantwortlichen und E&C-Mitarbeitern wird auch ein tool-basiertes Hinweisgebersystem (Airbus OpenLine) für vertrauliche oder anonyme Hinweise angeboten. Genau wie bei Airbus ist auch bei AD im Jahr 2023 die Zahl dieser Hinweise weiter gestiegen, was vor allem auf die umfangreichen Trainings- und Kommunikationsmaßnahmen zurückgeführt wird, d. h. die sog. "Speak-Up Kultur" wird zunehmend stärker implementiert.

Die DPA-Vereinbarungen (Deferred Prosecution Agreements) wurden im vergangenen Jahr mit allen beteiligten Behörden (Frankreich PNF, UK Serious Fraud Office, US Department of Justice) formal abgeschlossen. Das Compliance Monitoring durch die französische AFA (Agence Française Anticorruption), in welches die AD Division und die AD Gesellschaften sowie auch die Airbus Defence and Space GmbH voll eingebunden waren, ist damit beendet. Zu den vereinbarten Aktionsplänen wird Airbus die nächsten zwei Jahre noch auf freiwilliger Basis an die AFA und an das US DoJ berichten.

Im Juli 2018 und im Sommer 2020 sind der Legal & Compliance Abteilung Verdachtsmomente zur Kenntnis gelangt, wonach Mitarbeiter der Airbus Defence and Space GmbH unzulässig in den Besitz von Unterlagen des öffentlichen Auftraggebers gelangt sein sollen. Wie ausführlich in der bisherigen Berichterstattung zu den Verfahren SKY/ORBIT und SKY+ dargestellt, wurden seitens der Geschäftsführung unverzüglich umfangreiche Aufklärungs- und Selbstreinigungsmaßnahmen eingeleitet. Diese Maßnahmen wurden bereits im Jahr 2022 durch die European Space Agency (ESA) sowie die Europäische Kommission auf Kundenseite abschließend positiv bewertet. Seitens des BMVg (Bundesministerium der Verteidigung) wurde die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen ebenfalls positiv bewertet, allerdings unter dem Vorbehalt der finalen Bewertung nach Abschluss aller staatsanwaltschaftlichen Verfahren gegen die beteiligten Personen. Airbus Defence and Space GmbH konnte daher bereits an allen Verfahren zur Bewerbung um öffentliche Aufträge teilnehmen (auch an der betroffenen Ausschreibung für SatComBw3), und hat solche Aufträge auch erhalten. Wir gehen davon aus, dass der Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Verfahren und damit die finale, positive Bewertung durch das BMVg in 2024 erfolgen kann und damit die zukünftige Geschäftstätigkeit der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften insgesamt nicht wesentlich beeinträchtigt ist.

Operative Chancen und Risiken

Military Air Systems

Hinsichtlich des Eurofighter-Programms verfolgen Airbus sowie die Eurofighter Partnerfirmen (BAE Systems PLC, London, United Kingdom und Leonardo S.p.A., Rom, Italia) aktuell verschiedene international angelegte Verkaufsstrategien. So laufen derzeit für die Exportaufträge Kuwait und Qatar die Fertigungslinien bei den Eurofighter Partnerfirmen. In der Auslieferungs- und Betriebsphase von langfristigen Programmen werden die geplanten Lernkurveneffekte erzielt, was die Chance auf Effizienzsteigerungen in der Montage bietet. Zusätzliche Chancen bestehen im Ausbau des Servicegeschäftes - sowohl für die Core- als auch für die Export-Kunden des Waffensystems. Nach der Beauftragung der elektronischen Kampfführung (Electronic Warfare) als Tornado-Ersatz, bestehen zusätzliche Chancen auf neue Aufträge für weitere Tornado-Rollen, die bislang durch das Waffensystem Eurofighter noch nicht abgedeckt werden können. Die angesprochenen Chancen erstrecken sich auf etwaige Produktionsverträge (z. B. Tranche 5) sowie auf weitere Entwicklungsaufträge (P4E, P5E (Phase Enhancement Programme), LTE (Long Term Evolution)).

Risiken bestehen durch mögliche Verzögerungen von Folgeaufträgen für weitere Kampfwertsteigerungen sowie Verzögerungen im Rahmen der Auftragsvergabe für den Ersatz noch nicht vergebener Tornado-Rollen. Weitere Risiken können sich aus dem gestiegenen Kapazitätsbedarf v.a. im Engineering, der Produktion und den Support-Funktionen ergeben, mit der Folge, die Auftragslage nicht zeitgerecht abarbeiten zu können. Darüber hinaus können sich zunehmende Performance-Risiken bei den Technologiepartnern im Hinblick auf deren Arbeitsanteile durch steigende Komplexitätsanforderungen im Entwicklungsbereich ergeben. Eventuell können Verzögerungen im Export-Geschäft auftreten, sollte sich die Erteilung von Ausfuhrgenehmigungen (insbesondere für die Region im mittleren Osten) hinauszögern.

Chancen und Risiken im A400M Programm für die rechtzeitige Verfügbarkeit der Flugzeuge hinsichtlich der Anzahl und der Fähigkeiten können sich aus der Entwicklung der (zugesagten) technischen Fähigkeitspakete und damit verbundenen Kosten, aus der Produktion/Einrüstung und der damit einhergehenden operativen Zuverlässigkeit des Flugzeuges ergeben. Sollte sich aus Exportvorgaben/-beschränkungen der deutschen Bundesregierung keine Möglichkeit zum Verkauf und damit zur mittelfristigen Stabilisierung einer Mindestproduktionsrate ergeben bzw. diese sogar durch avisierte Reduzierung von Flugzeugabnahmen der Partnerländer ausgehöhlt werden, muss die Produktion im Zweifel anfangend von Lieferanten ausgephast werden. Ein späterer Export wäre dann nicht mehr möglich. Insofern wird weiter um die Stabilisierung mit allen Mitteln im Rahmen der OCCAR Länder gerungen.

Nach erfolgreichem Spatenstich in Wunstorf für eine Airbusinfrastruktur zur A400M sind weiterhin alle vereinbarten Maßnahmen zu realisieren, um die deutsche Flottenverfügbarkeit auf dem zuletzt Ende 2023 erreichten höheren Niveau zu stabilisieren und auszubauen. Dies beinhaltet Aktionen zu Ressourcen, Prozessen und Verantwortungen. Hierzu finden ständige Austausche mit dem Kunden statt. Das Risiko besteht darin, dass mit dem neuen viel stärkeren Einsatz der Luftfahrzeuge (Kriegstauglichkeit) Maßnahmen auch außerhalb von Deutschland durchgeführt werden müssten.

Hinsichtlich des Serviceanteils sind die Chancen für die in Betrieb befindlichen Flotten durch die derzeit sehr gute Verfügbarkeit (Eurofighter und Tornado) durchaus groß. Ein weiterer Ausbau von Kooperativen Modellen (z. B. die Eurofighter Kooperation Zelle (EKZ), Systemunterstützungszentrum (SUZ) in ihrer Leistungsfähigkeit (Leadtimes, Fähigkeitsspektrum) als auch die Sicherstellung von schnell verfügbaren nationalen Lösungen in den Programmen bilden ebenso die Grundlage für zukünftige Aufträge wie die inzwischen beispielhafte Umsetzung von Performancebasierten Verträgen, die den Kunden hohe Verfügbarkeiten garantieren, die im internationalen Vergleich an der Spitze stehen.

Risiken bestehen wie schon weiter oben erwähnt bei der Ressourcendarstellung, sei es von außen als auch innerhalb Airbus Defence and Space. Es muss sehr professionell mit auf der einen Seite aufsteigenden Programmen (anwachsender Personalbedarf) wie FCAS, EF und A400M umgegangen werden, auf der anderen Seite mit Programmen kurz vor Lebenszeitende (zurückgehender Personalbedarf in TOR und AWACS). Die Kunden dürfen in keinem der Programme einen Leistungsabfall spüren, muss er doch die Fähigkeiten im Rahmen von NATO und LV/BV verlässlich darstellen können.

Für das European MALE RPAS Programm (EuroDrone) hat die Airbus Defence and Space GmbH mit den industriellen Partnern einen Kooperationsvertrag endverhandelt und unterschrieben, dieser regelt die Geschäftsentwicklung, national wie international, über den Grundvertrag hinausgehend. Nach erfolgreicher Budgetfreigabe aller teilnehmenden Nationen (Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien) wurde am 24. Februar 2022 sowohl der Hauptvertrag zwischen Airbus Defence und Space GmbH und OCCAR, als auch die Unterverträge zwischen Airbus und den Partnern Leonardo, Dassault Aviation und Airbus Defence and Space S.A.U. unterschrieben. Dies ermöglichte einen erfolgreichen EuroDrone Programmstart am 1. März 2022. Mit Programmstart sind alle zu Beginn notwendigen Aktivitäten der ersten EuroDrone Programmphase "Entwicklung" angelaufen. Dies gilt ebenso für die langfristig vorbereitenden Arbeiten der zweiten Programmphase im Bereich Produktion und In Service Support. Nach zwei Jahren im Programm, wurden die bisherigen vertraglichen Liefergegenstände und Leistungen größtenteils zeitgerecht geliefert. Der Fokus der Programmaktivitäten liegt aktuell auf dem Abschluss des PDRs (Preliminary Design Review) und der Vorbereitung des CDRs (Critcal Design Review). Verschiedene Aktivitäten liegen hier auf dem kritischen Pfad, wie z. B. das Safe Flight & Landing System (SFLS) und andere Designaktivitäten, welche mehr Iteration benötigen als ursprünglich geplant. Dadurch musste zuletzt ein mehr monatiger Programmverzug an den Kunden OCCAR kommuniziert werden. Das Programm arbeitet mit Hochdruck daran, weitere Verzögerungen zu vermeiden. Die Airbus Defence and Space GmbH erhofft sich von einer erfolgreichen Umsetzung der europäischen Drohnenstrategie zukünftig signifikante Auftragseingänge.

FCAS

Die Demonstrator-Phase 1A konnte in 2022 erfolgreich abgeschlossen werden. Am 16. Dezember 2022 wurde die anschließende Demonstrator-Phase 1B zwischen den Staaten und Industrien nach rund anderthalb-jähriger Verhandlung unterzeichnet. Kick-off für diese "Phase 1B" war im März 2023, mit einer Laufzeit bis 2026. Ergänzend dazu werden die tri-nationalen Aktivitäten in Deutschland mit "nationalen F&T Aktivitäten" flankiert. Die ersten Beauftragungen daraus wurden im Oktober und Dezember 2023 unterzeichnet. Diese Mittel stehen der gesamten deutschen, an FCAS beteiligten Industrie zur Verfügung und sollen in den nächsten Jahren in weiteren Beauftragungen münden. Ähnliche nationale Forschungs- & Technologieverträge könnten auch in Frankreich und Spanien in den kommenden Jahren beauftragt werden.

Die Unterzeichnung der "Phase 1B" war ein wichtiger Meilenstein für FCAS, da mit ihm der Einstieg in die Technologieentwicklung weiter forciert wurde. Ziel ist es bis 2027/28 über flugfähige Demonstratoren zu verfügen. Risiken bestehen weiterhin in den industriellen Kooperationsbeziehungen zwischen Deutschland und Frankreich und insbesondere zwischen der deutschen und französischen Industrie. So wurde zwischen den Regierungen ein sogenannter "Quality Gate Prozess" vereinbart, bei dem der Status der bisherigen Kooperation sowie der daraus resultierenden Ergebnisse kontinuierlich evaluiert werden sollen. Die entsprechenden Kriterien werden derzeit zwischen den Staaten definiert und verfeinert. Eine positive Evaluierung ist Voraussetzung für den Eintritt in die größere "Demonstrator-Phase 2" in 2026 sowie eine geplante Beauftragung der Phase 3 im Zeitraum 2029/2030.

FCAS befindet sich derzeit in einer Phase des Ramp-ups, was insbesondere die Standorte Taufkirchen, Manching und Friedrichshafen betrifft sowie weiterhin Airbus DS S.A.U. in Getafe sowie die Airbus DS S.A.S. in Toulouse und Elancourt. FCAS gilt als das ambitionierteste europäische Verteidigungsvorhaben der kommenden Jahrzehnte. Aufgrund der komplexen Vernetzung sowie den großen Anforderungen der Kunden erfordert FCAS ein hohes Maß an neuen Technologien wie z. B. künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Langfristiges Ziel ist es, mit FCAS eine Domänen-übergreifende Plattform zu schaffen, welche Luft-, Boden- und auch Marinestreitkräfte unter Einbeziehung von Satellitensystemen miteinander verbindet.

Space Systems

Im Bereich Space Systems ist die Airbus Defence and Space GmbH weiterhin erfolgreich in der fortgesetzten Akquisition von Projekten mit strategischer Bedeutung und sichert damit die Zukunft der deutschen und europäischen Standorte.

Mit der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA und deren Vertragsnehmer JPL (Jet Propulsion Laboratory) konnte ein weiterer Vertrag für ein Nachfolgesystem der außergewöhnlich erfolgreichen Gravitationsmission GRACE abgeschlossen werden. Die Mass Change Mission oder GRACE-C dient der Erforschung der Erdmagnetfelder.

Laufende Aufträge im Rahmen des europäischen Copernicus Programms - Missionen CRISTAL (Erforschung des Polareises) und ROSE-L (SAR-Satellit für Europa) - werden im vorgesehenen Zeitplan entwickelt und ab 2025 auch integriert. Im Sentinel 5 Programm ist mit dem Kunden besprochen, dass Kostensteigerungen im Rahmen eines zu schließenden Vertrags zum Long Term Storage des Instruments kompensiert werden.

Für die deutsch-französische Klimamission Merlin zur Untersuchung des Methangehaltes in der Atmosphäre konnten im Dezember 2023 zusätzliche Beauftragungen vereinbart werden. Deutschland ist für die Entwicklung und Fertigung des LIDAR (Licht - Radar) Instrumentes verantwortlich. Für die DLR Instrumentenmission MetImage (Payload auf MetOP-SG) konnten 2023 ebenfalls relevante Vertragserweiterungen abgeschlossen werden. Erste Tests der Instrumente konnten wie geplant abgeschlossen werden.

Der erste, noch unbemannte, Einsatz des Europäischen Servicemoduls (ESM 1) des ORION Raumschiffes für die NASA Mondmission Artemis konnte im Sommer 2023 erfolgreich abgeschlossen werden. Damit ist der Nachweis für die Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit der maßgeblichen Energie- und Antriebseinheit zur NASA Mondmission erbracht. Dies ist der europäische Beitrag, um Menschen sicher zum Mond und wieder zurück zu bringen. Die zweite Flugeinheit wurde bereits Mitte 2023 an die NASA übergeben. Die Module aus Batch 2 (ESM 4 - 6) werden sukzessive integriert und in den Jahren 2025 - 2027 an den Kunden geliefert. Für weitere 3 Module wurde 2023 ein Angebot abgegeben. Eine erste Freigabe zur Beschaffung von Komponenten wurde Ende 2023 durch die ESA erteilt. Allerdings dauern die eigentlichen Vertragsverhandlungen für die Beauftragung aufgrund der angespannten Budgetsituation der ESA noch an, sodass aktuell mit einer Vertragsunterschrift bis Ende 2024 gerechnet wird. Mit den 3 Batches (9 Module) soll die Auslastung des Programms bis in das Jahr 2030 gewährleistet sein.

Auf der Grundlage der Beschlüsse der Ministerratskonferenz 2022 konnten 2023 die Columbus Engineering Service Aktivitäten fortgeführt werden. Ebenso wurde die Bartolomeo Plattform in Betrieb genommen und die erste Mission auf Bartolomeo erfolgreich durchgeführt. Die Akquisitionen für weitere kommerzielle Missionen laufen. Sie gestalten sich aber aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Situationen weiterhin als schwierig. Für die Entwicklung eines European Large Lunar Lander (EL3 / Argonaut) wurde im August 2023 ein Angebot an die ESA abgegeben. ADS ist hier neben dem zweiten Anbieter Thales Alenia Space Italia von der ESA aufgefordert, das Angebot Anfang 2024 nachzuarbeiten.

Von großer Bedeutung für Airbus Defence and Space GmbH ist die beauftragte Entwicklung und Fertigung von 6 Satelliten für das erste Batch der zweiten Generation der europäischen Navigationskonstellation Galileo. 2023 wurde nach erfolgreichem Abschluss der Designphase mit der Fertigung (Integration) des ersten Satelliten begonnen. 2024 folgt die Fertigung weiterer Satelliten. Für den Standort in Immenstaad am Bodensee ist das ein neuer Ansatz. Erstmals werden Satelliten in Serie und nicht als Einzelstücke integriert. Nach aktuellen Planungen sollen die 6 Satelliten bis Ende 2025 fertiggestellt sein. Es wird die Beauftragung weiterer Batches ab 2027 erwartet, um die Konstellation bestehend aus ca. 30 Satelliten zu vervollständigen. Durch die als hoch wahrscheinlich angesehene Beauftragung weiterer Satelliten im Galileo Programm wird die Werthaltigkeit der Investitionen in die Entwicklung und Erstellung der Galileo Satelliten sichergestellt. Aktuell sind Risiken resultierend aus Verzögerungen in der Entwicklung der Technologie und folgender Produktion der Satelliten in den Projektrisiken bewertet sowie die Übernahme der inflationsbedingten Verteuerung des Projektes durch den Kunden angenommen und in der Programmkalkulation berücksichtigt. Mit diesem Projekt sind die Standorte Friedrichshafen, Ottobrunn und Backnang (Standort des Tochterunternehmens Tesat Spacecom GmbH) weiter gestärkt.

Das Projekt SARah-1 konnte - nach dem erfolgreichen Launch 2022 - Mitte 2023 in den operationellen Teilbetrieb mit der Bundeswehr übergeben werden. Der Übergang in den Vollbetrieb des Gesamtsystems ist für Ende 2024 geplant. Erste Feedbacks des Kunden zur Leistung des Satelliten von Airbus Defence and Space sind sehr positiv. Die anspruchsvollen Missionsziele wurden erreicht. 2024 will die Bundeswehr über die Auslegung der nächsten SARah Generation entscheiden, so dass eine Vergabe von SARah NG 2025/2026 ermöglicht wird.

Basierend auf der umfangreichen operativen Erfahrung im Bereich der Radarsatelliten-Technologie (SAR Synthetic Aperture Radar) mit den Projekten TerraSAR-X, TanDEM-X und SARah, soll die SAR-Technologie am Standort fortgeführt werden. Die kommerzielle Nutzung der Radar-Satellitenbilddaten und der Vertrieb der Geo-Informationsdaten über die Programm-Linie CI sollen durch die Einbindung des Satelliten PAZ der spanischen HISDESAT gestärkt werden. Durch die Ergänzung der TerraSAR / TanDEM-X Konstellation mit dem teilweise baugleichen Satelliten PAZ, könnten dann noch genauere und hochpräzise Daten für die Analyse der Erdoberfläche angeboten werden (Kartierung, Vermessung, Flächennutzung, Landwirtschaft, Katastrophenschutz).

Ende 2023 wurde das vierte SAR Instrument (Synthetic Aperture Radar) für Sentinel-1D im Rahmen des ESA Copernicus Programmes an den Hauptauftragnehmer Thales Alenia Space Italia geliefert. Mit diesem Meilenstein wurde der 2007 geschlossene Vertrag zur Lieferung von 4 SAR Instrumenten für die Sentinel-1 Satelliten komplettiert. Der Start der Sentinel-1D Mission ist für die erste Jahreshälfte 2024 geplant. Weitere Projekte im europäischen Copernicus "Radar-Vision" Programm (z. B. Sentinel-1 Next Generation) sind in Vorbereitung, um die langfristige und kontinuierliche Bereitstellung von Informationsdaten der Erdoberfläche für die Bereiche Umwelt und Sicherheit zu gewährleisten. Grundsätzlich ermöglichen Radarinstrumente Tag und Nacht die Datengewinnung unabhängig von Wettereinflüssen in der Atmosphäre.

Ebenfalls im Rahmen des ESA Copernicus Programmes sind die bereits fertiggestellten Satelliten Sentinel-2 C (Optical, Multispectral; Start geplant 2024) und D sowie Sentinel-6B (Altimetermission mit TAS-Instrument, beide Start 2025) im Reinraum des ITC am Standort Immenstaad in einer speziellen Schutzumgebung eingelagert und warten auf den Transport zum Startplatz. Für die Copernicus Mission Sentinel-4 (UVN - Ultra Violet Visible Near Infrared Instrument) auf METEOSAT 3rd Generation wird das Acceptance Review zum ersten Flugmodell (PFM) für April 2024 erwartet. Die Integration des FM-2 wird 2025 abgeschlossen werden.

Bei der Copernicus Mission Sentinel-5 (UVN - Spektrometer auf MetOP 2nd Generation) macht die finale Thermal-Vakuum Testkampagne große Fortschritte. Die Auslieferung des PFM ist für Mitte 2024 geplant. Die Flugmodelle 2 und 3 werden in 2025 und 2026 folgen. 2024 soll auch das sogenannte Copernicus-Funding Gap zwischen EU und UK geschlossen und damit die Finanzierung der neuen Copernicus Missionen gesichert werden.

Für die Wettersatelliten Mission MetOP-SG A (optische und atmosphärische Instrumente - Infrared Atmospheric Sounding Interferometer, Prime Airbus Defence and Space SAS, Toulouse) und MetOP-SG B (Mikrowellen-Instrumente, Scatterometer, Prime Airbus Defence and Space GmbH) konnte 2023 das erste Paar der Satelliten für die finalen Tests an die ESTEC übergeben werden. Die Mission umfasst 6 Satelliten, jeweils 3 Paare Sat-A und Sat-B. Die B-Satelliten sowie das Scatterometer wurden in Friedrichshafen entwickelt und integriert. Die MetOP-SG Satelliten sollen mit Hilfe der hochmodernen Instrumente Daten der klima- und wetterbeeinflussenden Faktoren sammeln. Die Geodaten sind die Basis für die täglichen Wetterprognosen und für die langfristige Wetter- und Klimaforschung.

Im April 2023 wurde die Raumsonde JUICE (JUpiter ICy moons Explorer) nach 6-jähriger Fertigungsphase erfolgreich im Orbit ausgesetzt. Für sie beginnt nun die bis 2031 dauernde, über 5 Milliarden Kilometer lange interplanetare Reise zum Jupiter. Ziel der Mission ist, herauszufinden, ob die Jupiter Eismonde und ihre unterirdischen Ozeane mikrobielles Leben beherbergen könnten.

Die Sonde ist mit 10 hochmodernen wissenschaftlichen Instrumenten und dem größten je gebauten Sonnenpanel ausgestattet.

Die von der japanischen Raumfahrtagentur (JAXA) und der europäischen Raumfahrtagentur (ESA) beauftragte Satellitenmission EarthCare (Erforschung der Wirkungszusammenhänge von Wolken, Schwebstoffen und Aerosol-Partikeln in der Atmosphäre auf den UV-Strahlungshaushalt), konnte mit der im April 2023 erfolgten Lieferung des Satelliten an die ESTEC abgeschlossen werden. Der Satellit wird von der ESTEC nun in Vorbereitung auf den Start im Mai 2024 den finalen Tests unterzogen.

Eine sehr aussichtsreiche operative Chance für den Bereich Telekommunikation ist SATCOMBw3. Das Angebot über drei geostationäre Kommunikationssatelliten für die Bundeswehr wurde Anfang 2024 abgegeben (darin enthalten ist ein zur Frequenzsicherung bestimmter Satellit im Unterauftrag an OHB, Bremen). Das Angebot wurde vom Auftraggeber als zuschlagsfähig beurteilt. Eine Auftragserteilung könnte noch vor der Sommerpause 2024 erfolgen. In der zweiten Jahreshälfte 2024 könnte sich eine weitere Auftragserteilung im Rahmen des SATCOMBw2 Programmes für den Ausbau und die Weiterentwicklung des Bodensegments anschließen. Parallel unterstützt die Airbus Defence and Space GmbH die Angebotsphase für IRIS 2 , das Programm für sichere Kommunikation der Europäischen Union. Die aufzubauende Konstellation bietet Chancen für Arbeitsanteile der Airbus Defence and Space GmbH. Allerdings werden hierzu schwierige Verhandlungen innerhalb des anbietenden Konsortiums (u. a. mit TAS und OHB) erwartet.

In Summe ist in der Raumfahrt eine neue globale Dynamik in den Investitionen und damit Chancen für neue Programme, vor allem in den Schwerpunktbereichen Klima und Sicherheit, festzustellen. Aus der aktuellen Sicherheitslage und den resultierenden Veränderungen der Verteidigungshaushalte ergeben sich potentiell auch neue Impulse für das Raumfahrtgeschäft. Nach Einschätzung des Managements ist allerdings auch der Wettbewerb um neue Projekte, auch innerhalb Deutschlands, deutlich gestiegen.

Connected Intelligence

Im Bereich Grenzsicherung in Saudi-Arabien könnten sich aus dem Übergang auf eine alternative technische Lösung für die Landgrenzen sowohl Chancen als auch Risiken ergeben. Wir erwarten jedoch, dass die vertragliche Anpassung zu einer Stabilisierung der Programmabwicklung und der wirtschaftlichen Lage des Projektes führt.

Weiterhin bestehen im Projekt EDRS ("Europäisches Datenrelais Satellitensystem") Risiken aus der weiteren Beauftragung der Services durch die Europäische Kommission. Hier hält Airbus in erheblichem Maße Anlagegüter, die durch eine jährliche Beauftragung von Service-Verträgen amortisiert werden. Die Aufträge für das Jahr 2024 wurden in 2023 erteilt, die weitere Beauftragung für die Folgejahre ist Gegenstand weiterer Verhandlungen mit der Europäischen Kommission und der ESA.

Aufgrund des wachsenden Kundenbedarfs an cyberresilienten und hochperformanten multidimensionalen Systemlösungen, sieht sich die Programme Line Connected Intelligence (CI) mit der Herausforderung der Ressourcenknappheit konfrontiert. Die Rekrutierung entsprechend qualifizierter Ressourcen ist angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels herausfordernd.

Insbesondere im militärischen Geschäft des Bereichs CI besteht die Herausforderung des Erhalts der Wettbewerbsfähigkeit aufgrund externer Marktgeschehnisse, wie limitierende Export-Regulierungen für deutsche Unternehmen oder die Tendenz der europäischen Kunden der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Drittstaaten einzukaufen. Gleichzeitig ergibt sich hier die Möglichkeit, sich als bewährter nationaler Partner für die Systemintegration in unseren "Home Countries" zu positionieren.

Die Neuausrichtung auf die Rüstung in der EU führt zu einem steigenden Marktpotenzial und somit eine eindeutige Chance für sicher vernetzte Führungsinformations- und Aufklärungssysteme (ISR). Aus diesem Potenzial muss CI in vollen Zügen schöpfen. Die ab 2024 geltende Organisation schafft es, das vorhandene Know-How und Ressourcen so zu bündeln, dass eine Fokussierung auf die Hauptmärkte gelingt (Integrated Space Solutions, Public Safety and Security, Cyber, Defence Digital).

Zusammenfassung und Bedeutung der Risiken und Chancen

Die wesentlichen Risiken bestehen in der Durchführung der technisch herausfordernden Projekte. Gleichzeitig stellen neue strategisch wichtige Verteidigungsprojekte aber auch die größten Chancen für die Entwicklung der Gesellschaft dar. Insgesamt geht die Gesellschaft davon aus, dass die Chancen die Risiken übersteigen. Bestandsgefährdende Risiken liegen aus Sicht der Geschäftsführung nicht vor, sodass uneingeschränkt von einer Fortführung des Unternehmens in den nächsten Jahren auszugehen ist. Die von der Airbus Defence and Space GmbH getroffenen Maßnahmen zum Umgang mit den identifizierten Risiken sind ausreichend. Trotzdem sollte Erwähnung finden, dass sich die zukünftige Entwicklung der Finanzmärkte in Bezug auf das Deckungsvermögen zur Absicherung der Pensionsverpflichtungen nicht prognostizieren lässt. Gleiches gilt für die Maßnahmen zur Nutzung der berichteten Chancen.

Risikomanagement:

Die Airbus Defence and Space GmbH ist im Rahmen ihrer globalen Aktivitäten naturgemäß einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind.

Eines der fundamentalen Ziele des Unternehmensmanagements ist demgemäß die Sicherstellung eines effektiven Risikomanagements. Der Airbus-Konzern und in diesem Rahmen auch die Bereiche und Funktionen innerhalb der Airbus Defence and Space GmbH verfügen über ein einheitlich angewandtes Enterprise Risk Management ("ERM") System, das die Bereiche des operativen, des funktionalen als auch des prozessorientierten Risikomanagements inkludiert.

Risikomanagement wird im Airbus Konzern, und somit auch in der Airbus Defence and Space GmbH und ihren wesentlichen Zulieferern, mit weitgehend einheitlichem Verständnis, standardisierter Methodik und vergleichbarer Praxis angewandt. Risiken bzw. Chancen werden dabei auf die Wahrscheinlichkeit ihres Eintreffens sowie die Höhe des möglichen Schadens hin beurteilt und die Auswirkung auf das Geschäftsergebnis bewertet. Die Anforderungen an das ERM System sind in der Airbus Konzernrichtlinie "Airbus ERM Policy - Enterprise Risk Management" sowie im Prozess "Manage Risks", der Teil des divisionalen Business Management Systems (BMS) ist, festgelegt und werden gegebenenfalls in den nachgeordneten operativen bzw. funktionalen Bereichen noch weiter spezifiziert. Zudem stehen neben den oben genannten Richtlinien auch standardisierte Berichte, Trainings und gemeinschaftlich genutzte IT-Systeme (ARM - Active Risk Manager; ICSA - Internal Control Self Assessment) zur Verfügung.

Ein formaler Mechanismus zur jährlichen Selbsteinschätzung des ERM Systems (ERM Confirmation) ist im Geschäftsablauf integriert und wird von den identifizierten Verantwortlichen in deren Zuständigkeitsbereich vorgenommen. Unterstützend dazu wurde eine Abfrage zu den dedizierten ERM Prozessschritten eingeführt. Bei identifizierten Abweichungen müssen die Verantwortlichen entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Eine regelmäßige Überwachung ermöglicht gegebenenfalls Neubewertungen der erkannten Risiken bzw. Chancen sowie die Nachverfolgung der risikoreduzierenden bzw. Chancen ermöglichenden Aktivitäten und Kontrollmaßnahmen. Die Ergebnisse der laufenden Überwachung werden regelmäßig in ERM Quartalsberichten dargelegt. Darüber hinaus unterliegen die ERM Prozesse regelmäßig einer unabhängigen Prüfung seitens der Internen Revision.

Währungsmanagement. Die Airbus Defence and Space GmbH wickelt in gewissem Umfang Geschäfte in Fremdwährungen ab. Die aus der Währungsentwicklung resultierenden Erlös- und Kostenrisiken durch Einkäufe und Verkäufe in entsprechenden Fremdwährungen werden durch Devisentermingeschäfte begrenzt. Zur Absicherung von erwarteten Zahlungsein- und -ausgängen in USD, CAD und CHF werden Devisenterminkontrakte gehalten, die zum Jahresende 2023 per Saldo ein Nominalvolumen von 184 Mio USD, 0,5 Mio CAD und 11 Mio CHF, mit einem in Summe positiven Marktwert von 0,1 Mio EUR (2022: 4 Mio EUR) und in Summe negativen Zeitwerten von 11 Mio EUR (2022: 7 Mio EUR), umfassten. Die Devisentermingeschäfte in USD dienen vor allem zur Sicherung des Fremdwährungsrisikos von USD-Einkäufen für den A400M im Zeitraum bis 2030. Entsprechende Bewertungseinheiten werden gebildet.

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

Anhang 31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
in Mio EUR in Mio EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände (1) 83 59
Sachanlagen (1) 448 491
Finanzanlagen (2) 3.393 940
3.924 1.490
Umlaufvermögen
Vorräte (3) 6.034 6.391
Erhaltene Anzahlungen (3) (6.034) (6.391)
Vorräte netto 0 0
Forderungen (4) 3.089 3.384
Sonstige Vermögensgegenstände (4) 232 202
Zahlungsmittel (5) 0 0
3.321 3.586
Rechnungsabgrenzungsposten 37 32
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung (6) 9 7
7.291 5.115

PASSIVA

Anhang 31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
in Mio EUR in Mio EUR
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital (7) 78 48
Kapitalrücklage (7) 4.623 3.353
Bilanzverlust (7) (1.705) (2.606)
2.996 795
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (8) 1.041 1.779
Steuerrückstellungen 56 1
Sonstige Rückstellungen (9) 890 905
1.987 2.685
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (10) 711 590
Übrige Verbindlichkeiten (10) 1.588 1.036
2.299 1.626
Rechnungsabgrenzungsposten 9 9
7.291 5.115

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anhang 01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
in Mio EUR in Mio EUR
Umsatzerlöse (14) 5.528 4.317
Umsatzkosten (15) (5.484) (4.676)
Bruttoergebnis vom Umsatz (44) (359)
Vertriebskosten (16) (82) (75)
Allgemeine Verwaltungskosten (16) (107) (123)
Sonstige betriebliche Erträge (17) 483 181
Sonstige betriebliche Aufwendungen (18) (35) (47)
Finanzergebnis (19) 655 (754)
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (20) (56) 1
Jahresüberschuss/ -fehlbetrag 902 (1.176)
Verlustvortrag (2.606) (1.430)
Entnahme aus Gewinnrücklagen 0 0
Bilanzverlust (1.705) (2.606)

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Angaben, Grundlagen und Methoden

Die Airbus Defence and Space GmbH hat ihren Sitz laut Handelsregister in Ottobrunn, Landkreis München. Der Geschäftssitz befindet sich in Taufkirchen, Landkreis München. Die Gesellschaft ist eingetragen in das Handelsregister des Amtsgerichts München (HR B 107648).

Der Jahresabschluss der Airbus Defence and Space GmbH ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt und in Millionen EUR aufgestellt. Alle Werte sind auf die nächste Million gerundet, wodurch durch Rundung eine Addition der Zahlen nicht genau die angegebene Summe ergibt und Angaben in Prozent entsprechen möglicherweise nicht den absoluten Zahlen.

In Saudi-Arabien besteht eine Betriebsstätte. Die Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungspos-ten sowie die Erträge und Aufwendungen der Betriebsstätte werden in den nach deutschem Recht erstellten Jahresabschluss einbezogen, hierbei werden Forderungen und Verbindlichkeiten, erhaltene und geleistete Anzahlungen sowie Erträge und Aufwendungen aus Airbus Defence and Space GmbH internen Lieferungen und Leistungen verrechnet.

Die in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefassten Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und, soweit erforderlich, erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden mit Spaltungs- und Übernahmevertrag Teile des Vermögens (Unternehmensbereich "Programme") der Airbus Protect GmbH zu Buchwerten auf die Airbus Defence and Space GmbH übertragen. Im Mai 2023 erfolgte dann der Verkauf der Airbus Protect GmbH an die Airbus Protect SAS.

Im November und Dezember 2023 hat die Gesellschaft in Summe 1.200 Mio EUR aus der Kapitalrücklage an die Gesellschafterin Airbus SE zurückbezahlt. Die Gesellschaft hat keine Kreditlinie für den Cashpool bei der Airbus SE.

Mit Wirkung zum 17. November 2023 ist die Airbus Helicopters Deutschland GmbH von deren Gesellschafterin Airbus Helicopters SAS in die Gesellschaft gegen die Ausgabe neuer Anteile an der Gesellschaft als Sacheinlage eingebracht worden. Vor dieser rechtlichen Umsetzung der Einbringung hat die Gesellschafterin Airbus SE mit Wirkung zum 09.10.2023 den von der Airbus Operations GmbH gehaltenen Geschäftsanteil gekauft. Somit sind zum Jahresende 2023 nach Umsetzung dieses Kaufs, und der Einbringung der Airbus Helicopters Deutschland GmbH, Gesellschafter der Airbus Defence and Space GmbH nunmehr die Airbus SE sowie die Airbus Helicopters SAS.

Bilanzierung und Bewertung

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten.

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet. Selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden aktiviert ohne die Inanspruchnahme des Wahlrechts zur Aktivierung von Fremdkapitalzinsen.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen Einzel-kosten sowie die zurechenbaren Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen.

Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten für Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert.

Bei den planmäßigen Abschreibungen gehen wir überwiegend von folgenden Nutzungsdauern aus: 3 Jahre für Immaterielle Vermögensgegenstände, 10 bis 33 Jahre für Gebäude, 8 bis 20 Jahre für Grundstückseinrichtungen, 4 bis 15 Jahre für Technische Anlagen und Maschinen, 2 bis 10 Jahre für Andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Bei den Geschäfts- und Firmenwerten gehen wir von einer Nutzungsdauer von 5 bis 15 Jahren aus. Hierbei werden die langen Produktlebenszyklen im Verteidigungsbereich berücksichtigt. Für Gebäude erfolgt die Abschreibung mit linearen Abschreibungssätzen. Bei beweglichen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens wird zur näherungsweisen Abbildung des tatsächlichen Werteverzehrs sowohl die lineare als auch die degressive Abschreibungsmethode angewendet.

Zugänge zu geringwertigen Wirtschaftsgütern mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu 800 EUR werden im Jahr der Anschaffung oder Herstellung sofort als Betriebsaufwand geltend gemacht.

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen sowie der übrigen Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich (dauernder) Wertminderung zu niedrigeren beizulegenden Werten; die Anschaffungskosten bei Sacheinlagen mit Kapitalerhöhung werden durch den Ausgabebetrag der dafür gewährten Anteile bestimmt. Unverzinsliche bzw. niedrig verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Barwert angesetzt.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren werden zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Zeitwerten angesetzt, unfertige und fertige Erzeugnisse zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen. Soweit Bestandsrisiken vorliegen, z. B. wegen geminderter Verwertbarkeit nach längerer Lagerdauer, werden angemessene Abschläge vorgenommen. Bei Erzeugnissen im Rahmen der Auftragsfertigung wird der verlustfreien Bewertung Rechnung getragen. Um das Projektgeschäft der Airbus Defence and Space GmbH besser darzustellen, werden auch erhaltene Anzahlungen von verbundenen Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften unter der Bilanzposition "erhaltene Anzahlungen" ausgewiesen. Erhaltene Anzahlungen werden mit dem nominalen Betrag angesetzt und soweit sachgerecht und möglich von den Vorräten aktivisch abgesetzt.

Forderungen, geleistete Anzahlungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Soweit sie unverzinslich und langfristig sind, werden sie auf den Bilanzstichtag abgezinst. Erkennbare Einzelrisiken und allgemeine Kreditrisiken sind durch entsprechende Wertkorrekturen berücksichtigt.

Für einige langfristige Fertigungsaufträge wird abweichend vom Grundsatz des Realisationsprinzips nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB eine Teilgewinnrealisierung unter Nutzung der Ausnahmeregelung nach § 252 Abs. 2 HGB durchgeführt.

Zahlungsmittel werden zum Nennbetrag angesetzt.

Zweckgebundenes Deckungsvermögen für Altersversorgungsverpflichtungen und vergleichbare langfristige Verpflichtungen werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den entsprechenden Schulden verrechnet. Übersteigt der Zeitwert die Schulden, wird der übersteigende Betrag als Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung akti-viert.

In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Erträge aus der Bewertung des Deckungsvermögens und Zinsaufwendungen aus der Ermittlung von Altersversorgungsverpflichtungen und vergleichbaren langfristigen Verpflichtungen saldiert im Finanzergebnis ausgewiesen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt und versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Es werden die Richttafeln 2018 G der Heubeck Richttafeln GmbH zugrunde gelegt. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten für Invaliditätsfälle wurden aufgrund von Erfahrungswerten der vergangenen Jahre auf 30 % der Richttafelwerte festgelegt. Die Pensionsrückstellungen werden seit 2016 pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Gemäß § 253 Abs. 6 HGB werden die Pensionsrückstellungen in einer Nebenrechnung weiterhin mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der im Vergleich ermittelte Unterschiedsbetrag wird in den Erläuterungen zu Pensionsrückstellungen angegeben. Der Unterschiedsbetrag aus der Umstellung des Marktzinssatzes unterliegt einer Ausschüttungssperre. Für mittelbare Pensionszusagen werden in Höhe der nicht durch das Vermögen der Versorgungskasse gedeckten Verpflichtungen Rückstellungen gebildet.

Steuerrückstellungen und Sonstige Rückstellungen sind mit dem nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag, gegebenenfalls unter Berücksichtigung von künftigen Preis- und Kostensteigerungen, passiviert. Langfristige Rückstellungen werden auf den Zeitpunkt der voraussichtlichen Inanspruchnahme mit den von der Bundesbank veröffentlichten laufzeitadäquaten Durchschnittszinssätzen der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt. Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken werden, soweit sie nicht in Bewertungseinheiten zusammengefasst sind, offen bilanziert. Unrealisierte Verluste hieraus werden unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

Ein Aktivüberhang von latenten Steuern wird nicht in der Bilanz angesetzt.

Währungsumrechnung

Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag bewertet. Fremdwährungsforderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem Devisenkurs am Buchungstag oder dem ungünstigeren Kurs am Bilanzstichtag, Fremdwährungsverpflichtungen mit dem Devisenkurs am Buchungstag oder dem ungünstigeren Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Geleistete bzw. erhaltene Anzahlungen werden mit dem Brief- bzw. Geldkurs am Buchungstag umgerechnet.

Die Bilanzposten der ausländischen Betriebsstätte werden nach der Stichtagsmethode zum Währungskurs am Bilanzstichtag in EUR umgerechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird mit dem Jahresdurchschnittskurs in EUR umgerechnet. Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung werden erfolgswirksam ausgewiesen.

Das Wahlrecht gemäß § 254 HGB, bezüglich der Bilanzierung von Bewertungseinheiten wird dahingehend ausgeübt, dass Fremdwährungs-Terminkontrakte mit den gegen Fremdwährungsrisiken abgesicherten Grundgeschäften aus Be-schaffungen in Fremdwährung zu entsprechenden Bewertungseinheiten zusammengefasst und außerbilanziell verrech-net werden. Etwaige ineffektive Teile der Sicherungsbeziehungen werden als Drohverlustrückstellung passiviert.

Erläuterungen zur Bilanz

Die gesellschafterbezogenen Angaben in Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung betreffen sowohl die vormalige als auch die neue Gesellschafterin. Die Vorjahresangaben bleiben unverändert.

(1) Immaterielle Vermögensgegenstände / Sachanlagen

Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Posten sowie ihre Veränderungen sind in der "Entwicklung des Anlagevermögens" dargestellt.

(2) Finanzanlagen

Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen betreffen die im Wege der Sacheinlage eingebrachte Airbus Helicopters Deutschland GmbH (+2.500 Mio EUR) sowie eine Kapitaleinlage bei der UP42 GmbH (+14 Mio EUR).

Die Abgänge bei den Beteiligungen ergeben sich aus dem Verkauf der Airbus Protect GmbH (-18 Mio EUR) und der Airbus Defence and Space Holding SAS (-27 Mio EUR).

Der Zugang bei den Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen beläuft sich auf in Summe 15 Mio EUR.

Die wesentlichen unmittelbaren und mittelbaren Beteiligungen der Airbus Defence and Space GmbH sind unter der Anhangsangabe (29) aufgeführt.

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungskosten
in Mio EUR 31.12.2022 Verschmelzung Zugänge
Selbstgeschaffene Immaterielle Vermögensgegenstände 25 - -
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 129 - 7
Geschäfts- oder Firmenwert 56 - -
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 23 - 29
Immaterielle Vermögensgegenstände 233 - 36
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 242 - 1
Technische Anlagen und Maschinen 417 - 20
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 551 - 15
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 121 - 26
Sachanlagen 1.331 - 62
Anteile an verbundenen Unternehmen 921 - 2.514
Beteiligungen 83 - -
Ausleihungen an Beteiligungen 2 - -
Wertpapiere des Anlagevermögens 6 - -
Finanzanlagen 1.012 - 2.514
Anlagevermögen 2.576 - 2.612
Anschaffungs- und Herstellungskosten
in Mio EUR Umbuch./Umglied. Abgänge 31.12.2023
Selbstgeschaffene Immaterielle Vermögensgegenstände - - 25
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1 -33 104
Geschäfts- oder Firmenwert - - 56
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7 - 59
Immaterielle Vermögensgegenstände 8 -33 244
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken - - 243
Technische Anlagen und Maschinen 41 -2 476
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 -16 555
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau -59 -25 63
Sachanlagen -13 -43 1.337
Anteile an verbundenen Unternehmen - -45 3.390
Beteiligungen - - 83
Ausleihungen an Beteiligungen - - 2
Wertpapiere des Anlagevermögens - - 6
Finanzanlagen - -45 3.481
Anlagevermögen -5 -121 5.062
Abschreibungen
in Mio EUR 31.12.2022 Verschmelzung Abschreib. des GJ Umbuch./Umglied. Abgänge 31.12.2023
Selbstgeschaffene Immaterielle Vermögensgegenstände -10 - -7 - - -17
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -108 - -13 - 33 -88
Geschäfts- oder Firmenwert -56 - - - - -56
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - - -
Immaterielle Vermögensgegenstände -174 - -20 - 33 -161
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -135 - -6 - - -141
Technische Anlagen und Maschinen -248 - -43 5 1 -285
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -457 - -22 - 16 -463
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau - - - - - -
Sachanlagen -840 - -71 5 17 -889
Anteile an verbundenen Unternehmen -71 - -14 - - -85
Beteiligungen - - -1 - - -1
Ausleihungen an Beteiligungen -2 - - - - -2
Wertpapiere des Anlagevermögens - - - - - -
Finanzanlagen -73 - -15 - - -88
Anlagevermögen -1.087 - -106 5 50 -1.138
Buchwerte
in Mio EUR 31.12.2023 31.12.2022
Selbstgeschaffene Immaterielle Vermögensgegenstände 8 15
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 16 21
Geschäfts- oder Firmenwert - -
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 59 23
Immaterielle Vermögensgegenstände 83 59
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 102 107
Technische Anlagen und Maschinen 191 169
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 92 94
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 63 121
Sachanlagen 448 491
Anteile an verbundenen Unternehmen 3.305 851
Beteiligungen 82 83
Ausleihungen an Beteiligungen - -
Wertpapiere des Anlagevermögens 6 6
Finanzanlagen 3.393 939
Anlagevermögen 3.924 1.489

(3) Vorräte / Erhaltene Anzahlungen

in Mio EUR 31.12.2023 31.12.2022
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 122 110
Unfertige Erzeugnisse, Unfertige Leistungen 4.339 4.766
Fertige Erzeugnisse und Waren 31 39
Geleistete Anzahlungen 1.542 1.476
Vorräte brutto 6.034 6.391
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (6.034) (6.391)
Vorräte netto 0 0

Von den geleisteten Anzahlungen in Höhe von 1.542 Mio EUR (i. Vj. 1.476 Mio EUR) entfallen 287 Mio EUR (i. Vj. 210 Mio EUR) auf verbundene Unternehmen und 1 Mio EUR (i. Vj. 2 Mio EUR) auf Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht.

Erhaltene Anzahlungen, die fast ausschließlich Projekte und langfristige Aufträge betreffen, werden aktivisch von den Vorräten abgesetzt und, soweit sie den Wert der Vorräte übersteigen, bei den Verbindlichkeiten in Höhe von 895 Mio EUR (i. Vj. 574 Mio EUR) ausgewiesen.

Von den erhaltenen Anzahlungen entfallen 318 Mio EUR (i. Vj. 391 Mio EUR) auf verbundene Unternehmen und 1.769 Mio EUR (i. Vj. 1.645 Mio EUR) auf Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht.

(4) Forderungen / Sonstige Vermögensgegenstände

in Mio EUR 31.12.2023 31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 284 240
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.515 3.061
- davon gegen Gesellschafter: Airbus SE 1.933,2 2.477,3
- davon gegen Gesellschafter: Airbus Helicopters SAS (seit 15.11.2023) 0,3 -
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 290 83
Forderungen gesamt 3.089 3.384
Sonstige Vermögensgegenstände 232 202
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.321 3.586

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von 1.933 Mio EUR Forderungen aus der Liquiditätsübertragung an die Airbus SE im Rahmen der Cash-Pooling-Vereinbarungen. Die verbleibenden Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen i. H. v. 522 Mio EUR (i. Vj. 564 Mio EUR) und aus Ergebnisabführungsverträgen i. H. v. 60 Mio EUR (i. Vj. 20 Mio EUR). Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren insgesamt aus Lieferungen und Leistungen. Alle Forderungen haben eine Restlaufzeit bis zu 1 Jahr.

(5) Zahlungsmittel

Die Zahlungsmittel betreffen Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 0,1 Mio EUR (i. Vj. 0,3 Mio EUR).

(6) Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung setzt sich wie folgt zusammen:

in Mio EUR 31.12.2023 31.12.2022
Beizulegender Zeitwert Deckungsvermögen für Altersteilzeitverpflichtungen 32 31
- Anschaffungskosten 30 30
Verpflichtung aus Erfüllungsrückstand aus Altersteilzeitverhältnissen (23) (24)
Aktiver Unterschiedsbetrag für Altersteilzeitverpflichtungen 9 7
Beizulegender Zeitwert Deckungsvermögen für Pensionsverpflichtungen aus Entgeltumwandlung 796 710
- Anschaffungskosten 708 689
Zu sichernde Pensionsverpflichtungen aus Entgeltumwandlung (796) (710)
Aktiver Unterschiedsbetrag für Pensionsverpflichtungen aus Entgeltumwandlung 0 0
Beizulegender Zeitwert Deckungsvermögen für Pensionsverpflichtungen aus Direktzusagen 3.261 2.949
- Anschaffungskosten 2.819 2.784
Zu sichernde Pensionsverpflichtungen aus Direktzusagen (3.261) (2.949)
Aktiver Unterschiedsbetrag für Pensionsverpflichtungen aus Direktzusagen 0 0
Beizulegender Zeitwert Deckungsvermögen für Verpflichtungen aus Lebensarbeitszeitkonten 66 58
- Anschaffungskosten 63 59
Verpflichtungen aus Lebensarbeitszeitkonten (66) (58)
Aktiver Unterschiedsbetrag für Verpflichtungen aus Lebensarbeitszeitkonten - -
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung gesamt 9 7

(7) Eigenkapital

Das Eigenkapital beträgt zum Ende des Geschäftsjahres 2.996 Mio EUR. Der bereits aufgelaufene Bilanzverlust zum 31.12.2022 i. H. v. 2.606 Mio EUR ergibt zusammen mit dem Jahresüberschuss 2023 in Höhe von 902 Mio EUR den Bilanzverlust zum 31.12.2023 von insgesamt 1.705 Mio EUR.

Das gezeichnete Kapital (78 Mio EUR) erhöht sich im Vergleich zum Vorjahr um 30 Mio EUR durch die Einbringung der Airbus Helicopters GmbH und die damit verbundene Ausgabe neuer Anteile an die Airbus Helicopters SAS.

Die Kapitalrücklage verringert sich zum einen um 1.200 Mio EUR durch eine Rückzahlung an die Gesellschafterin Airbus SE und erhöht sich zum anderen um 2.470 Mio EUR durch die Einbringung der Airbus Helicopters GmbH auf 4.623 Mio EUR (i. Vj. 3.353 Mio EUR).

Das gezeichnete Kapital i. H. v. 78 Mio EUR ist i. H. v. 48 Mio EUR einbezahlt sowie i. H. v. 30 Mio EUR (Airbus Helicopters SAS) eingebracht worden.

Es bestehen zur Ausschüttung gesperrte Beträge i. H. v. 809 Mio EUR.

Diese ergeben sich nach § 268 Abs. 8 HGB i. H. v. 729 Mio EUR aus der Bewertung von zweckgebundenem Deckungsvermögen zum beizulegenden Zeitwert, nach § 253 Abs. 6 S. 3 HGB aus dem Unterschied zwischen dem siebenjährigen und zehnjährigen Abzinsungssatz für Pensionsrückstellungen i. H. v. 59 Mio EUR, sowie nach § 248 Abs. 2 HGB aus selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens i. H. v. 21 Mio EUR.

(8) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Pensionsverpflichtungen aus unmittelbaren Zusagen der Gesellschaft werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt und sind in voller Höhe passiviert. Folgende Prämissen wurden für die Berechnung verwendet:

31.12.2023 31.12.2022
Rechnungszins 1,82 % 1,78 %
Rententrend 2,40 % 2,40 %
Gehaltstrend 3,40 % -4,40 % 3,40 % -4,40 %

Für das rechnungsmäßige Endalter werden im Wesentlichen die im Rentenversicherungs-Altersgrenzen-Anpassungsgesetz von 2007 festgelegten Altersgrenzen sowie die aktuellen biometrischen Richttafeln 2018 G der Heubeck Richttafeln GmbH zugrunde gelegt. Das Finanzierungsendalter wurde mit 63 Jahren angesetzt. Daneben wurden unveränderte Annahmen bezüglich der Inanspruchnahme der Auszahlungsoptionen getroffen. Kohortenabhängig sehen die Annahmen zwischen 55 % und 75 % für Rentenzahlungen, 15 % bis 25 % für Ratenzahlungen und 10 % bis 20 % für Einmalkapital vor. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten für Invaliditätsfälle wurden aufgrund von Erfahrungswerten der vergangenen Jahre unverändert auf 30 % der Richttafelwerte festgelegt. Gemäß § 253 Abs. 6 HGB werden Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen mit einem Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Jahren abdiskontiert. Zur Ermittlung des Unterschiedsbetrages werden in einer Nebenrechnung die Rückstellungsbeträge mit dem Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Jahren abgezinst.

Unmittelbare Pensionszusagen mit einem Erfüllungsbetrag i. H. v. 3.426 Mio EUR wurden mit zum Zeitwert bewertetem, zweckgebundenem Deckungsvermögen zur ausschließlichen Erfüllung dieser Verpflichtungen i. H. v. 3.261 Mio EUR verrechnet (vgl. Anhangsangabe (6) Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermö-gensverrechnung). Der Unterschiedsbetrag aus der Anwendung des Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Jahren beträgt 40 Mio EUR.

Daneben wurden Pensionsverpflichtungen aus Entgeltumwandlungen mit zweckgebundenem Deckungsvermögen verrechnet, welches der Sicherung dieser Verpflichtungen dient. In dem Erfüllungsbetrag von 1.023 Mio EUR sind 796 Mio EUR Verpflichtungen enthalten, die durch Deckungsvermögen gesichert sind (vgl. Anhangsangabe (6) Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung). Der Unterschiedsbetrag aus der Anwendung des Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Jahren beträgt 12 Mio EUR.

Bei Unterstützungseinrichtungen besteht aus mittelbaren Pensionszusagen eine Unterdeckung des Kassenvermögens i. H. v. 648 Mio EUR (i. Vj. 766 Mio EUR). Der Erfüllungsbetrag dieser Verpflichtungen betrug zum Bilanzstichtag 864 Mio EUR (i. Vj. 1.031 Mio EUR), das Kassenvermögen wurde mit einem Zeitwert i. H. v.

215 Mio EUR (i. Vj. 265 Mio EUR) bewertet. Die Unterdeckung ist in voller Höhe zurückgestellt. Der Unterschiedsbetrag aus der Anwendung des Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Jahren beträgt 7 Mio EUR.

Der gesamte Unterschiedsbetrag aus der Anwendung des Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Jahren beträgt 59 Mio EUR und ist gemäß § 253 Abs. 6 S. 3 HGB zur Ausschüttung gesperrt.

Das Deckungsvermögen besteht im Wesentlichen aus Fondsanlagen in marktgängigen Wertpapieren, die zu Marktwerten am Bilanzstichtag bewertet sind. Wertpapiere werden mit Hilfe von allgemein anerkannten Bewertungsmethoden auf der Grundlage von aktuellen verfügbaren Marktinformationen bewertet. Notierte Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte beruhen typischerweise auf beobachtbaren Marktdaten wie Börsenkursen, Zinssätzen und Wechselkursen. Daneben werden auch Fondsanlagen in nicht marktgängigen Anlagen gehalten, zum Beispiel Private Equity. Für diese Anlagen liegen in der Regel keine notierten Preise an aktiven Märkten vor. Die Bewertung erfolgt mittels anerkannter Bewertungsmethoden auf den Grundlagen auch von nicht beobachtbaren Informationen.

(9) Sonstige Rückstellungen

In den sonstigen Rückstellungen i. H. v. 890 Mio EUR (i. Vj. 905 Mio EUR) sind im Wesentlichen auftragsbezogene Rückstellungen wie z. B. Nachlaufkosten i. H. v.

547 Mio EUR (i. Vj. 531 Mio EUR), drohende Verluste aus schwebenden Geschäften i. H. v. 18 Mio EUR (i. Vj. 51 Mio EUR), Garantieleistungen i. H. v. 12 Mio EUR (i. Vj. 15 Mio EUR) und Verzugs- und Vertragsstrafen i. H. v. 5 Mio EUR (i. Vj. 6 Mio EUR) enthalten.

Außerdem beinhalten sie Verpflichtungen, welche die Belegschaft betreffen i. H. v. 163 Mio EUR (i. Vj. 165 Mio EUR) u. a. für Sondervergütungen, Restrukturierungsrückstellungen, Erfolgsbeteiligungen, Jubiläen, sowie übrige sonstige Rückstellungen i. H. v. 145 Mio EUR (i. Vj. 137 Mio EUR), für z. B. aus-stehende Rechnungen oder Rechtsstreitigkeiten.

(10) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen / Übrige Verbindlichkeiten

in Mio EUR 31.12.2023 31.12.2022
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 895 574
- davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 895 574
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 711 590
- davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 711 590
Verbindlichkeiten gegenüber verbunden Unternehmen 445 187
- davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 445 187
- davon gegenüber Gesellschafter: Airbus Operations GmbH 0 75
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1 0
- davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 1 0
Sonstige Verbindlichkeiten 247 275
- davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 187 214
- davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr 50 50
- davon Restlaufzeit mehr als 5 Jahre 10 11
- davon aus Steuern 35 34
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 6 7
Verbindlichkeiten gesamt 2.299 1.626

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen i. H. v. 445 Mio EUR (i. Vj. 187 Mio EUR) resultieren aus Lieferungen und Leistungen i. H. v. 370 Mio EUR (i. Vj. 181 Mio EUR), aus Verlustübernahmen aus Ergebnisabführungsverträgen i. H. v. 0 Mio EUR (i. Vj. 5 Mio EUR) sowie aus Finanzverbindlichkeiten i. H. v.

75 Mio EUR (i. Vj. 1 Mio EUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, i. H. v. 1 Mio EUR (i. Vj. 0 Mio EUR) resultieren aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten i. H. v. 247 Mio EUR (i. Vj. 275 Mio EUR) setzen sich u. a. wie folgt zusammen: Verbindlichkeiten aus Pensionsleistungen i. H. v.

80 Mio EUR (i. Vj. 79 Mio EUR), Verbindlichkeiten aus Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit i. H. v. 41 Mio EUR (i. Vj. 41 Mio EUR) als auch aus externen sonstigen Verbindlichkeiten i. H. v. 126 Mio EUR (i. Vj. 154 Mio EUR) (wie z. B. Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt (111 Mio EUR, i. Vj. 111 Mio EUR) und Verbindlichkeiten aus Restrukturierungsmaßnahmen (1 Mio EUR, i. Vj. 4 Mio EUR)).

(11) Haftungsverhältnisse

in Mio EUR 31.12.2023 31.12.2022
Externe Garantien 135 113
Anzahlungsgarantien 61 25
Patronatserklärungen 14 10
210 148

Verpflichtungen aus Gewährleistungen und Haftungsverhältnissen gegenüber Dritten waren nicht zu passivieren. Da die zu Grunde liegenden Verbindlichkeiten voraussichtlich erfüllt werden können, wird mit einer Inanspruchnahme nicht gerechnet. Erst wenn das Risiko einer Inanspruchnahme einer Garantie besteht, wird die Bildung einer Rückstellung erwogen, um die Tatsache abzudecken, dass eine spezifische Verbindlichkeit wahrscheinlich eintreten wird. Bei der Airbus Defence and Space GmbH ist im Jahr 2023 kein solches Risiko bekannt.

Die Gesellschaft haftet gesamtschuldnerisch aus ihren Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts. Außerdem bestehen Vertragsdurchführungs- und sonstige Garantien (z. B. für EF, Tornado, Grenzsicherung Saudi-Arabien) im Zusammenhang mit dem laufenden Geschäft. Auch hierfür können die zu Grunde liegenden Verbindlichkeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit erfüllt werden, daher ist mit einer Inanspruchnahme ebenfalls nicht zu rechnen.

Die Airbus Defence and Space GmbH hat sich im Rahmen des Projekts Grenzsicherung Saudi-Arabien verpflichtet, u. a. die Rentabilität eines von einer Tochtergesellschaft gegründeten Gemeinschaftsunternehmens in Saudi-Arabien gegenüber dem Joint Venture Partner zu garantieren. Mit einer Inanspruchnahme wird auf Basis der geplanten Ertragslage der Gesellschaft derzeit nicht gerechnet.

(12) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus langfristigen Miet-, Pacht- und Leasingverträgen bestehen für unbewegliche und bewegliche Anlagegegenstände Zahlungsverpflichtungen im Gesamtbetrag von 380 Mio EUR (i. Vj. 180 Mio EUR), davon gegen verbundene Unternehmen 251 Mio EUR (i. Vj. 95 Mio EUR). Haftungen gemäß § 24 GmbH-Gesetz bestehen in Höhe von 1 Mio EUR (i. Vj. 1 Mio EUR). Die übrigen finanziellen Verpflichtungen (u. a. Bestellobligo, Investitionen, Rückzahlung von Entwicklungszuschüssen) liegen im geschäftsüblichen Rahmen.

(13) Finanzinstrumente

Im Zusammenhang mit dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit ausländischen Kunden und Lieferanten in USD, CAD und CHF werden zur Steuerung des Währungsrisikos Devisentermingeschäfte getätigt.

Das Nominalvolumen der Devisentermingeschäfte (ohne Bewertungseinheit) beträgt 15 Mio USD (13 Mio EUR) (i. Vj. 36 Mio USD mit 31 Mio EUR), 11 Mio CHF (11 Mio EUR) (i. Vj. 3 Mio CHF mit 3 Mio EUR) und 1 Mio CAD (1 Mio EUR) (i. Vj. 0 Mio CAD / EUR) mit in Summe positiven Zeitwerten i. H. v. 0,1 Mio EUR (i. Vj. 2 Mio EUR), die aufgrund des Realisationsprinzips nicht bilanziert sind, und in Summe negativen Zeitwerten i.H. v. 0,4 Mio EUR (i.Vj 1 Mio EUR), für die eine Rückstellung für drohende Verluste gebildet wurde.

Des Weiteren hält die Gesellschaft Devisenterminkontrakte (Portfolio Hedge) zur Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Zahlungsausgängen im Zusammenhang mit dem Projekt A400M mit einem Nominalvolumen von 184 Mio USD (170 Mio EUR) (i. Vj. 235 Mio USD mit 217 Mio EUR) und Laufzeiten von 2024 bis 2030. Für die Derivate ergeben sich zum Stichtag positive Marktwerte von insgesamt 0 Mio EUR (i. Vj. 2 Mio EUR), sowie negative Marktwerte in Höhe von 11 Mio EUR (i. Vj. 6 Mio EUR), die aufgrund von gebildeten Bewertungseinheiten nicht bilanziell erfasst werden.

Die Marktwerte wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen ermittelt (mark to market) und sind die Werte, zu denen ein Dritter die Rechte und Pflichten aus den Finanzinstrumenten übernehmen würde.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(14) Umsatzerlöse

Nach Bereichen in Mio EUR 31.12.2023 31.12.2022
Military Air Systems * 2.626 2.804
Space Systems 1.179 320
Connected Intelligence 634 399
Future Combat Air Systems (FCAS) 157 39
Sonstiges 932 755
5.528 4.317

Die sonstigen Umsatzerlöse i.H.v 932 Mio EUR (i. Vj. 755 Mio EUR) betreffen vor allem Weiterverrechnungen von Management und Shared Service Leistungen an Konzerngesellschaften i. H. v. 892 Mio EUR (i. Vj. 705 Mio EUR), Forschung und Entwicklung i. H. v. 6 Mio EUR (i. Vj. 7 Mio EUR), Vermietung/Verpachtung und Leasing i. H. v. 33 Mio EUR (i. Vj. 39 Mio EUR) und 1 Mio EUR (i. Vj. 4 Mio EUR) aus dem sonstigen operativen Geschäft

Nach Regionen in Mio EUR 31.12.2023 31.12.2022
Deutschland 3.854 3.070
Europa ohne Deutschland 1.270 780
Mittlerer Osten 2 8
Nordamerika 41 38
Übrige Regionen 361 421
5.528 4.317

(15) Umsatzkosten

Bestandteil der Umsatzkosten i. H. v. 5.484 Mio EUR (i. Vj. 4.676 Mio EUR) sind auch eigenfinanzierte Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen i. H. v. 92 Mio EUR (i. Vj. 208 Mio EUR).

(16) Vertriebskosten und Allgemeine Verwaltungskosten

Im Geschäftsjahr 2023 werden Vertriebskosten i. H. v. 82 Mio EUR (i. Vj. 75 Mio EUR) und allgemeine Verwaltungskosten i. H. v. 107 Mio EUR (i. Vj. 123 Mio EUR) ausgewiesen.

(17) Sonstige betriebliche Erträge

Die im Geschäftsjahr 2023 ausgewiesenen sonstigen betrieblichen Erträge i. H. v. 483 Mio EUR (i. Vj. 181 Mio EUR) umfassen im Wesentlichen Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen i. H. v. 424 Mio EUR (i. Vj. 152 Mio EUR) darunter 305 Mio EUR aus den Pensionsrückstellungen, als auch übrige betriebliche Erträge i. H. v. 59 Mio EUR (i. Vj. 29 Mio EUR).

Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen Erträge aus Währungsumrechnungen betragen 11 Mio EUR (i. Vj. 9 Mio EUR) realisierte und 1 Mio EUR (i. Vj. 1 Mio EUR) nicht realisierte Währungsgewinne.

Von den sonstigen betrieblichen Erträgen sind 424 Mio EUR (i. Vj. 152 Mio EUR) anderen Geschäftsjahren zuzuordnen.

(18) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen wurden in 2023 i. H. v. 36 Mio EUR (i. Vj. 47 Mio EUR) ausgewiesen.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Währungsumrechnungen i. H. v. 8 Mio EUR (i. Vj. 6 Mio EUR) realisierte und 3 Mio EUR (i. Vj. 1 Mio EUR) nicht realisierte Währungsverluste enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind wie im Vorjahr keine wesentlichen Beträge enthalten, die anderen Geschäftsjahren zuzurechnen sind.

(19) Finanzergebnis

Beteiligungsergebnis

in Mio EUR 31.12.2023 31.12.2022
Erträge aus Beteiligungen 86 84
- davon aus verbundenen Unternehmen 78 68
Gewinne aus der Veräußerung von Beteiligungen 247 0
Aufwand aus Beteiligungen (18) (78)
- davon an verbundene Unternehmen (18) (78)
315 6

Die Erträge aus Beteiligungen i. H. v. 86 Mio EUR (i. Vj. 84 Mio EUR) resultieren aus Ergebnisabführungsverträgen i. H. v. 62 Mio EUR (i. Vj. 21 Mio EUR), vor allem GFD GmbH 23 Mio EUR, Airbus DS Airborne Solutions GmbH 10 Mio EUR, OBRA Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH 10 Mio EUR, Airbus Group Management Services GmbH 8 Mio EUR und Jena-Optronik GmbH 9 Mio EUR sowie aus Ausschüttungen i. H. v. 24 Mio EUR (i. Vj. 56 Mio EUR), v.a. Tesat-Spacecom GmbH & Co. KG 8 Mio EUR, OBRA Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH 7 Mio EUR, EUROFIGHTER Jagdflugzeug GmbH 3 Mio EUR, Panavia Aircraft GmbH 2 Mio EUR und ACMA GmbH 4 Mio EUR.

Die Gewinne aus dem Abgang von Beteiligungen betreffen den Verkauf der Airbus Holding SAS i. H. v. 247 Mio EUR.

Die Aufwendungen aus Beteiligungen betreffen Verlustübernahmen von verbundenen Unternehmen i. H. v. 2 Mio EUR (i. Vj. 17 Mio EUR) sowie Abschreibungen auf verbundene Unternehmen von 15 Mio EUR.

Zinsergebnis / Übriges Finanzergebnis

in Mio EUR 31.12.2023 31.12.2022
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 356 1
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (13) (768)
Übriges Finanzergebnis (3) 6
340 (760)
Finanzergebnis gesamt 655 (754)

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge enthalten Erträge aus Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen i. H. v. +268 Mio EUR (i. Vj. Zinsaufwendungen i. H. v.-758 Mio EUR). Darin enthalten sind Erträge aus der Diskontsatzänderung i. H. v. +30 Mio EUR (i. Vj. Aufwendungen i. H. v. -71 Mio EUR), sowie Erträge aus der positiven Entwicklung des Zeitwertes von Deckungsvermögen i. H. v. +359 Mio EUR (i. Vj. Aufwendungen aus der negative Entwicklung von -620 Mio EUR). Der restliche darin enthaltene Betrag leitet sich aus dem Zinsaufwand für die Aufzinsung von Pensionsverpflichtungen in Höhe von -121 Mio EUR (i. Vj. -66 Mio EUR) ab. Des Weiteren beinhalten die Zinsen und ähnlichen Erträgen +86 Mio EUR Zinserträge aus dem Cash Pooling bei der Airbus SE.

Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten -12 Mio EUR Zinsaufwendungen aus dem Cash Pooling bei der Airbus SE.

Das übrige Finanzergebnis enthält hauptsächlich die saldierten Kursdifferenzen aus der Umrechnung von Fremdwährungskonten, die bei der Airbus SE im Rahmen des Cash Poolings geführt werden, i. H. v. -3 Mio EUR (i. Vj. 0 Mio EUR), als auch das saldierte Finanzergebnis aus Devisentermingeschäften in Höhe von 0 Mio EUR (i. Vj. 7 Mio EUR).

(20) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Aktive latente Steuern aus den handels- und steuerrechtlich voneinander abweichenden Wertansätzen bei Pensionsverpflichtungen, aus steuerlich nicht passivierungsfähigen Drohverlustrückstellungen sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen überkompensieren passive latente Steuern aus unterschiedlichen Wertansätzen in Steuer- und Handelsbilanz aus der Zeitwertbewertung von zweckgebundenem Deckungsvermögen sowie bei Beteiligungen.

Der Aktivüberhang latenter Steuern wurde in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht in der Bilanz ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt mit einem Steuersatz von 30 %.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betragen 56 Mio EUR (Steueraufwand), davon entfallen auf sal-dierte Nachzahlungen, Rückerstattungen und Auflösungen von Steuerrückstellungen für die Jahre 2004-2020 ein Aufwand von 2 Mio EUR, ein saldierter Aufwand für Steuernachzahlungen bzw. Bildung von einer Steuerrückstellung aus Betriebsprüfungen der Jahre 2008 bis 2016 von 53 Mio EUR sowie ein Aufwand aus der Bildung einer Steuerrückstellung für das laufende Geschäftsjahr in Höhe von 1 Mio EUR.

(21) Materialaufwand

in Mio EUR 31.12.2023 31.12.2022
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 489 591
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.990 1.145
2.479 1.736

(22) Personalaufwand / Beschäftigte

in Mio EUR 31.12.2023 31.12.2022
Löhne und Gehälter 1.251 1.168
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 225 785
- davon für Altersversorgung 39 610
1.476 1.953
Beschäftigte (Jahresdurchschnitt) in Anzahl 31.12.2023 31.12.2022
Arbeiter 1.407 1.277 *
- davon aktive Belegschaft 1.348 1.227 *
- davon Zeitarbeitskräfte 59 50 *
Angestellte 10.452 9.915 *
- davon aktive Belegschaft 10.036 9.479 *
- davon Zeitarbeitskräfte 416 436 *
Auszubildende und Praktikanten 727 636 *
12.586 11.828 *

* Vorjahreszahlen wurden aufgrund einer Korrekturmeldung angepasst

(23) Nicht in der Bilanz enthaltene Sachverhalte

Risiken und Vorteile von nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften im Sinne von § 285 Ziff. 3 HGB sind einzeln und insgesamt betrachtet sowie in ihrer finanziellen Auswirkung unwesentlich.

(24) Geschäfte mit nahestehenden Personen

Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen resultieren vor allem aus Lieferungs- und Leistungsbeziehungen mit verbundenen Unternehmen, aus dem Cash Pooling mit der Airbus SE, aus der Abrechnung von Managementleistungen, sowie aus Shared Service Leistungen, die für Konzerngesellschaften der Airbus-Gruppe zu marktüblichen Bedingungen erbracht werden.

(25) Honorar des Abschlussprüfers

Zum Abschlussprüfer des Geschäftsjahres 2023 wurde die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestellt. Für Prüfungsleistungen im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss (IFRS und HGB) der Airbus Defence and Space GmbH zum 31.12.2023 ist ein Gesamthonorar von 1.661 TEUR (i. Vj. 1.486 TEUR) angefallen.

Für andere Bestätigungsleistungen wurden 34 TEUR (i. Vj. 137 TEUR), für Steuerberatungsleistungen 0 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) und für sonstige Leistungen 7 TEUR (i. Vj. 10 TEUR) abgerechnet.

(26) Sonstige Angaben / Organe

Die Gesellschaft hat Bezüge an drei Mitglieder des Geschäftsführungsorgans in Höhe von 1,1 Mio EUR ausbezahlt.

Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung wurden Pensionsrückstellungen i. H. v. 19 Mio EUR (i. Vj. 20 Mio EUR) gebildet. An ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung wurden Ruhegehälter in Höhe von 1 Mio EUR (i. Vj. 1 Mio EUR) gezahlt.

Die Bezüge des Aufsichtsrats betragen im Berichtsjahr 135 TEUR (i. Vj. 135 TEUR).

(27) Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, liegen nicht vor.

(28) Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss i. H. v. 902 Mio EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

(29) Angaben zum Anteilsbesitz

Höhe des Anteils am Kapital Eigenkapital Ergebnis
in % in T EUR in T EUR
Unmittelbarer Anteilsbesitz:
(EF) Flight Control System Management GmbH, Taufkirchen 2) 33,3 400 -22
ACMA Gesellschaft für flugzeuggestützte Trage- und Startanlagen mbH, Taufkirchen 2) 50,0 7.958 3.498
Aerospace Data Security GmbH, Taufkirchen 2) 100,0 2.220 555
Airbus Defence and Space Canada, Inc., Ottawa / Kanada 2) 100,0 162 162
Airbus Defence and Space Real Estate Manching GmbH & Co. KG, Pullach im Isartal 1) 2) 100,0 87.788 0
Airbus Defence and Space Romania Srl, Bukarest / Rumänien 2) 100,0 5.207 1.737
Airbus DS Airborne Solutions GmbH, Bremen 1) 2) 100,0 13.211 0
Airbus DS Real Estate GmbH & Co. KG, Taufkirchen 1) 2) 100,0 71.754 0
Airbus DS Schweiz GmbH, Bern / Schweiz 2) 100,0 1.642 243
Airbus Egypt Limited, Kairo / Ägypten 3) 100,0 20 7
Airbus Group India Private Limited, Bangalore / Indien 4) 16,44 42.478 3.775
Airbus Group Management Services GmbH, Taufkirchen 1) 3) 100,0 620 0
Airbus Helicopters GmbH, Donauwörth 2) 100,0 316.611 -90.272
Airbus Real Estate Dornier Grundstücke GmbH & Co. KG, Pullach im Isartal 1) 2) 100,0 32.504 0
Airbus Real Estate GmbH, Taufkirchen 2) 80,0 1.178 364
Airbus Real Estate Premium AEROTEC Augsburg GmbH & Co. KG, Pullach i. Isartal 1) 2) 100,0 80.914 0
Airbus Real Estate Taufkirchen GmbH & Co. KG, Pullach im Isartal 1) 2) 100,0 67.379 0
Airbus Saudi Limited, Riad / Saudi Arabien 2) 60,0 13.867 -6.209
Airbus Secure Land Communications GmbH, Ulm 2) 100,0 25.289 -8.717
Airbus UpNext GmbH, Taufkirchen 2) 100,0 557 -72
APWORKS GmbH, Ottobrunn 2) 100,0 -4.082 -639
DALA Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH, Taufkirchen 2) 100,0 -5.366 24
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Kaiserslautern 2) 3,33 30.439 1.029
Dornier-Hilfe GmbH, Immenstaad 2) 100,0 609 -35
EADS 3SIGMA AE i.L.; Chania / Griechenland 2) 100,0 -4.287 -2
Elbe Flugzeugwerke GmbH, Dresden 2) 45,0 27.407 -27.602
EurasSpace Gesellschaft für Raumfahrttechnik mbH, München 2) 50,0 3.627 -14
Eurofighter Jagdflugzeuge GmbH, Hallbergmoos 2) 33,0 31.242 7.743
EuroHawk GmbH, Immenstaad am Bodensee 2) 50,0 278 -19
European Satellite Navigation Industries GmbH i.L., Taufkirchen 5) 18,94 -2.573 -3
GFD GmbH, Hohn 1) 2) 100,0 3.107 0
GSB - Sonderabfall-Entsorgung Bayern GmbH, Baar-Ebenhausen 2) 0,07 96.887 8.618
Haidgraben Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG, Grünwald 2) 94,9 125 24
IAMCO International Aerospace Management Company, Venedig / Italien 2) 25,0 1.825 724
Jena-Optronik GmbH, Jena 1) 2) 100,0 5.292 0
Ludwig Bölkow Campus GmbH, Taufkirchen 2) 51,0 130 9
Matrium GmbH, Karlsruhe 2) 49,0 7.827 845
NEORIZON GmbH, Taufkirchen 2) 50,0 58 -170
OBRA Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH, Taufkirchen 1) 2) 100,0 24.833 6.261
Panavia Aircraft GmbH, Hallbergmoos 2) 42,5 40.721 -412
Security Technology Services GmbH, Dettenheim 2) 10,0 1.603 387
Tesat-Spacecom Geschäftsführungs GmbH, Backnang 2) 100,0 98 -1
Tesat-Spacecom GmbH & Co. KG, Backnang 2) 100,0 36.696 -21.986
United Monolithic Semiconductors Holding SAS, Villebon sur Yvette / Frankreich 2) 50,0 50.006 3.228
UP42 GmbH, Berlin 2) 100,0 -203 -11.110
Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH, Friedrichshafen 2) 4,58 252 21
Mittelbarer Anteilsbesitz:
Houssam for Contracting Ltd., Riyadh / Saudi-Arabien 6) 50,0 0 -307
SAMI Airbus for Aircraft and Maintenance Services, Riyadh / Saudi-Arabien 6) 49,0 31.121 2.743
Motorflug Baden-Baden GmbH, Baden-Baden 6) 9) 100,0 1.687 0
Airbus Helicopters (Quingdao) Co., Ltd., Qingdao / China 7) 51,0 405 -745
Airbus Helicopters Technik GmbH, Calden 2) 100,0 5.361 -5.474
HFTS Helicopters Flight Training Services GmbH, Halbergmoos 6) 25,0 68.482 3.934
Airbus Helicopters Tiger GmbH, München 2) 33,32 1.725 431
NH Industries S.A.R.L., Aix en Provence / Frankreich 2) 31,25 11.284 1.701
AHD Real Estate GmbH & Co. KG, Pullach im Isartal 6) 100,0 101.780 10.036
Erlebniswelt München Besitzgesellschaft mbH, Taufkirchen 8) 44,55
Synertech Ltd., Moskau / Russland 8) 24,50

1) Der Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag 2022 wurde durch einen Ergebnisabführungsvertrag von der Muttergesellschaft übernommen.

2) Eigenkapital und Jahresergebnis zum 31.12.2022

3) Eigenkapital und Jahresergebnis zum 31.12.2021

4) Eigenkapital und Jahresergebnis zum 31.03.2021

5) Eigenkapital und Jahresergebnis zum 12.11.2022

6) letzter vorliegender Abschluss für das Geschäftsjahr 2023

7) letzter vorliegender Abschluss für das Geschäftsjahr 2022

8) keine Daten vorhanden

9) Der Jahresfehlbetrag 2023 wurde durch einen Ergebnisabführungsvertrag von der Muttergesellschaft übernommen.

(30) Mitglieder der Geschäftsführung

Dr. Michael Schöllhorn

Vorsitzender der Geschäftsführung der Airbus Defence and Space GmbH

Marcella Hoffmann

Head of Human Resources Airbus Defence and Space GmbH

Andrea Willmeroth

Head of Finance and Controlling Space Systems

Harald Mannheim

Head of Intelligence und Head of Connected Intelligence Germany

(31) Mitglieder des Aufsichtsrates

Vorsitzender

Dominik Asam (bis 28.02.2023)

Dipl. Ingenieur

Chief Financial Officer (CFO)

Airbus SE

Dr. Sabine Klauke (ab 01.03.2023 bis 23.11.2023)

Chief Technical Officer

Dr. Thomas Töpfer (ab 24.11.2023)

Dipl. Kaufmann

Stellvertretender Vorsitzender

Thomas Pretzl

Freigestelltes Betriebsratsmitglied

Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Airbus Defence and Space GmbH

Dr. Johannes von Thadden

Dipl. Volkswirt

Head of International and Space Institutions Airbus Defence and Space GmbH

Daniel von Wild (bis 30.07.2023)

Rechtsanwalt, Head of Commercial and Operational Compliance bei Airbus

Dr. Dominik Eisenhut (ab 31.07.2023)

Rechtsanwalt

Stephan Gemkow

Kaufmann und ehem. Vorsitzender des Vorstandes Franz Haniel & Cie. GmbH

Imke Langhorst

Dipl. Wirtschaftsingenieurin und Head of Site and Plant Bremen bei Airbus Operations GmbH

Claudia Nemat

Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG (Technologie und Innovation)

Hans-Peter Ring

Dipl. Kaufmann und Unternehmensberater München

Michael Schädle (bis 06.06.2023)

Dipl. Wirtschaftsingenieur und Vertreter der Leitenden Angestellten der Airbus Defence and Space GmbH

Frank Bräuchle (ab 07.06.2023)

Dipl. Ingenieur, Head of Mission Systems

Andreas Domke

Industriemeister Elektrotechnik und Betriebsrat Airbus Defence and Space am Standort Manching

Jürgen Bühl

Gewerkschaftssekretär beim IG Metall Vorstand, Frankfurt am Main

Prof. Dr. Merith Niehuss

Präsidentin der Universität der Bundeswehr München

Frank Axonoff (bis 06.06.2023)

Freigestelltes Betriebsratsmitglied

Vorsitzender des Betriebsrats des Standortes Bremen der Airbus Defence and Space GmbH

Michael Junker (ab 07.06.2023)

Fluggerätebauer

Freigestelltes Betriebsratsmitglied

Christian Birkhofer

Freigestelltes Betriebsratsmitglied

Stellv. Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der Airbus Defence and Space GmbH und Vorsitzender des Betriebsrats der Airbus Defence and Space GmbH am Standort Friedrichshafen

René Huber

Freigestelltes Betriebsratsmitglied

Vorsitzender des Betriebsrats des Gemeinschaftsbetriebs Airbus Defence and Space GmbH und Airbus Real Estate GmbH in Ottobrunn

Bernhard Stiedl (bis 06.06.2023)

Erster Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall in Ingolstadt und Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bayern

Dr. Andrea Fehrmann (ab 07.06.2023)

Gewerkschaftssekretärin bei der IG Metall

Ausschüsse des Aufsichtsrats:

Personalausschuss:

Arbeitgeberseite:

Dominik Asam (bis 28.02.2023)

Dr. Sabine Klauke (ab 01.03. bis 23.11.2023)

Dr. Thomas Töpfer (ab 24.11.2023)

Hans-Peter Ring

Arbeitnehmerseite:

Thomas Pretzl

Bernhard Stiedl (bis 06.06.2023)

Jürgen Bühl (ab 07.06.2023)

Vermittlungsausschuss:

Arbeitgeberseite:

Dominik Asam (bis 28.02.2023)

Dr. Sabine Klauke (ab 01.03. bis 23.11.2023)

Dr. Thomas Töpfer (ab 24.11.2023)

Hans-Peter Ring

Arbeitnehmerseite:

Thomas Pretzl

Bernhard Stiedl (bis 06.06.2023)

Jürgen Bühl (ab 07.06.2023)

(32) Mutterunternehmen

Der Mehrheitsgesellschafter der Airbus Defence and Space GmbH ist die Airbus SE, Amsterdam, Nieder-lande. In den Konzernabschluss der Airbus SE, Amsterdam, der in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), herausgegeben vom International Accounting Standards Board (IASB) und gebilligt von der Europäischen Union, erstellt wird, ist die Airbus Defence and Space GmbH einschließlich ihrer wesentlichen Tochtergesellschaften einbezogen.

Der Konzernabschluss wird einschließlich des dem Konzernlagebericht entsprechenden "Report of the Board of Directors" im Unternehmensregister veröffentlicht und beim Handelsregister München HRB 107 648 hinterlegt. Die Airbus Defence and Space GmbH macht daher nach § 291 HGB Gebrauch von der Möglichkeit zur Befreiung von der Verpflichtung, einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufzustellen. Der Konzernabschluss der Airbus SE kann über die Internetseite: www.bundesanzeiger.de abgerufen werden.

 

Taufkirchen, den 28. März 2024

Airbus Defence and Space GmbH

Die Geschäftsleitung

Dr. Michael Schöllhorn

Marcella Hoffman

Andrea Willmeroth

Harald Mannheim

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Airbus Defence and Space GmbH, Taufkirchen, Landkreis München

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Airbus Defence and Space GmbH, Taufkirchen, Landkreis München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Airbus Defence and Space GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die im Abschnitt Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB des Lageberichts enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die im Abschnitt Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB des Lageberichts enthalten ist.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dar-gestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen An-nahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Um-fang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 26. April 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfergesellschaft

Huber, Wirtschaftsprüfer

Peterek, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2023

1) Allgemeines

Im Geschäftsjahr 2023 befassten sich Aufsichtsrat und Geschäftsführung in drei Sitzungen am 28. April, 7. Juli und 24. November 2023 gemeinsam mit der Lage der Gesellschaft und der strategischen Entwicklung des Geschäftes. Die Aufsichtsratssitzungen wurden auch im Jahr 2023 als Hybridveranstaltungen durchgeführt. Dabei war die Präsenz durchgehend sehr gut. Die Geschäftsführung war in fast allen Sitzungen vollständig vertreten. Herr Dr. Michael Schöllhorn konnte aufgrund des Treffens der Verteidigungsminister und Vertreter der Industrie anlässlich der Unterzeichnung des FCAS Vertrags nicht an der Sitzung vom 28. April 2023 teilnehmen.

Mit Wirkung zum Ablauf des 28. Februar 2023 legte Herr Dominik Asam sein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Airbus Defence and Space GmbH aufgrund seines Ausscheidens aus dem Konzern nieder. Frau Dr. Sabine Klauke übernahm vorübergehend die Rolle des Aufsichtsratsvorsitzes mit Wirkung ab dem 1. März 2023 bis einschließlich 23. November 2023. Herr Dr. Thomas Toepfer wurde durch Gesellschafterbeschluss mit Wirkung zum 24. November in den Aufsichtsrat berufen und in der Aufsichtsratssitzung am 24. November 2023 mit sofortiger Wirkung zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

Die Mandate von Herrn Hans-Peter Ring und Herrn Johannes von Thadden wurden bis zur Beendigung der Gesellschafterversammlung der Airbus Defence and Space GmbH verlängert, die über die Feststellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2023 beschließt.

Dr. Daniel von Wild legte sein Mandat mit Wirkung zum Ablauf des 31. Juli 2023 nieder. Als sein Nachfolger wurde Dr. Dominik Eisenhut bestellt mit Wirkung ab dem 1. August 2023 bis zur Beendigung der Gesellschafterversammlung der Airbus Defence and Space GmbH, die über die Feststellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2025 beschließt.

Das Mandat von Frau Imke Langhorst wurde bis zur Beendigung der Gesellschafterversammlung der Airbus Defence and Space GmbH verlängert, die über die Feststellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2025 beschließt.

Schließlich wurde das Mandat von Herrn Stephan Gemkow gleichlaufend mit seinem Mandat als Non-Executive Mitglied des Board of Directors der Airbus SE verlängert.

Aufgrund der am 15. Mai 2023 stattgefundenen Aufsichtsratswahl wurden die Aufsichtsratsmitglieder Frau Dr. Andrea Fehrmann, Herr Frank Bräuchle und Herr Michael Junker mit Wirkung ab den 7. Juni 2023 als Vertreter der Arbeitnehmer und Nachfolger von Herrn Frank Axonoff, Herrn Michael Schädle und Herrn Bernhard Stiedl erstmalig in den Aufsichtsrat gewählt. Alle anderen Arbeitnehmervertreter wurden wiedergewählt.

Die Geschäftsführung informierte den Aufsichtsrat in den Sitzungen über die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Situation des Unternehmens sowie der einzelnen Geschäftsbereiche umfassend. Dabei wurde insbesondere die Transformation der Airbus Defence and Space GmbH in allen Sitzungen erörtert. Des Weiteren beantwortete die Geschäftsführung in den Sitzungen die von den Aufsichtsratsmitgliedern gestellten Fragen.

Schwerpunkte der Diskussionen in den Sitzungen waren unter anderem auch Statusberichte zu laufenden und zukünftigen Programmen, ATOM, die Entwicklungen der Pensionsverbindlichkeiten sowie das Projekt Orchid als auch die weitere Geschäftsentwicklung. Außerdem wurde der Aufsichtsrat über aktuelle Compliance-Themen informiert, insbesondere Eurofighter I und II sowie Sky und Sky+.

2) Aufsichtsratssitzungen

In der Aufsichtsratssitzung am 28. April 2023 wurde der Jahresabschluss 2022 eingehend erörtert. Die Gesellschaft hatte das Geschäftsjahr erneut mit einem Jahresfehlbetrag, jedoch aufgrund einer im Jahr 2022 erfolgten Kapitalerhöhung in Höhe von 1,8 Mrd. EUR, mit einem positiven Eigenkapital abgeschlossen. Der Einzelabschluss der Airbus Defence and Space GmbH ließ keine auffälligen Feststellungen erkennen. Der Wirtschaftsprüfer hatte auf dieser Grundlage das uneingeschränkte Testat erteilt. Der Aufsichtsrat beschloss, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin mit der Prüfung des Jahresabschlusses 2023 zu beauftragen und den Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu ermächtigen, den entsprechenden Vertrag mit der KPMG als Abschlussprüfer abzuschließen. Die Geschäftsführung berichtete dem Aufsichtsrat über die Lage der Gesellschaft, wobei die "Transformation" und Eurodrone den Schwerpunkt bildeten. Der General Counsel der Division Airbus Defence & Space Dr. Andreas Riecker und der Head of Compliance Frank Schmidt gaben einen Überblick über die aktuellen Compliance-Fälle, insbesondere Eurofighter I und II sowie Sky und Sky+.

In der Aufsichtsratssitzung am 7. Juli 2023 wurde aufgrund der stattgefundenen Aufsichtsratswahl aus den Reihen der Arbeitnehmervertreter Herr Thomas Pretzl einstimmig, als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats wiedergewählt. Die Geschäftsführung berichtete dem Aufsichtsrat über die Lage Gesellschaft, wobei das Airbus Target Operating Model (ATOM) den Schwerpunkt bildete. Es wurde das Projekt Orchid (Organschaft zwischen der Airbus Defence and Space GmbH und Airbus Helicopters Deutschland GmbH) vorgestellt und umfassend über die Entwicklungen der Pensionsverbindlichkeiten informiert. Herr Dr. Riecker und Herr Schmidt gaben einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen im Bereich Compliance, insbesondere bei Eurofighter I und II sowie Sky und Sky+.

In der Aufsichtsratssitzung am 24. November 2023 wurde Herr Dr. Thomas Toepfer als Nachfolger von Dominik Asam zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Airbus Defence and Space GmbH mit sofortiger Wirkung bis zur Beendigung der Gesellschafterversammlung, die über das Geschäftsjahr 2025 beschließt, gewählt. Der Aufsichtsrat befasste sich mit dem Forecast 2023 und der OP 2024. Die Geschäftsführung verschaffte dem Aufsichtsrat einen Überblick über die Lage der Gesellschaft mit dem Schwerpunkt Transformation und Orchid. Es stellte sich Herr Moritz Petri als Nachfolger von Herrn Frank Schmidt als Head of Compliance der Division vor. Zudem wurde der Aufsichtsrat über den Status der aktuellen Compliance Fälle informiert.

3) Vorschlag des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat prüfte den Jahresabschluss der Airbus Defence and Space GmbH für das Geschäftsjahr 2023 und nahm dabei den positiven Jahresüberschuss für 2023 sowie den weiterhin bestehenden Bilanzverlust der Gesellschaft zur Kenntnis.

Der Jahresabschluss der Airbus Defence and Space GmbH zum 31. Dezember 2023 wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin geprüft und mit den Büchern und den gesetzlichen Vorschriften als übereinstimmend befunden. Darüber hinaus analysierte der Abschlussprüfer das Risikomanagement- und das interne Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess.

Der Prüfungsbericht der KPMG ist in der gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Geschäftsführung am 3. Mai 2024 im Beisein der Prüfer erörtert worden. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen und als Ergebnis seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass Einwendungen nicht zu erheben sind. Den Jahresabschluss 2023 der Airbus Defence and Space GmbH hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 3. Mai 2023 gebilligt.

 

München, 3. Mai 2024

Der Aufsichtsrat

Dr. Thomas Toepfer, Vorsitzender

Andere Zusatzangaben

Ergebnisverwendungsvorschlag und Ergebnisverwendungsbeschluss

Laut Vorschlag der Geschäftsführung und dessen Prüfung durch den Aufsichtsrat haben die Gesellschafter in der Gesellschaftsversammlung am 03. Mai 2024 beschlossen, den gesamten Jahresfehlbetrag in Höhe von 1.704.532.475,22 EUR vorzutragen.

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