Stammdaten

Register
Amtsgericht Nürnberg HRB 35501
Vorher
Hof Oberstoff GmbH
Eingetragen
7.12.1981
Branche
BeteiligungsgesellschaftenGroßhandel mit TextilienHerstellung von Vliesstoff und nicht-konfektionierten Erzeugnissen daraus
Gegenstand
Herstellung und Vertrieb von Fasern, Garnen, Geweben und anderen textilen Erzeugnissen aller Art sowie der Abschluß aller damit in Zusammenhang stehender Geschäfte. Die Gesellschaft kann andere Unternehmen in Deutschland und im Ausland gründen, bestehende erwerben, sich an solchen beteiligen und Zweigniederlassungen oder Tochtergesellschaften in Deutschland oder im Ausland errichten sowie Zusammenarbeitsverträge abschließen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Tim Steger
seit 26.7.2022
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
ERWO Holding Aktiengesellschaft
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

ERWO Holding Aktiengesellschaft
Germany
10.200.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ERWO Holding Aktiengesellschaft

Schwaig

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

1. Grundlagen des Konzerns

1.1. Geschäftsmodell

Der ERWO Konzern ist eine Unternehmensgruppe der Textilindustrie, die seit vielen Jahren erfolgreich unterschiedliche Arten von Textilien produziert und diese international auf allen Märkten dieser Welt vertreibt. Die hohen Anforderungen, die sich im letzten Jahrzehnt im Zuge des grundlegenden Strukturwandels der globalen Textilindustrie ergeben haben, wurden erfolgreich gemeistert.

Die ERWO Holding AG (ERWO) ist eine nicht börsennotierte Holdinggesellschaft mit Sitz in Schwaig bei Nürnberg (Deutschland). Die Aktien befinden sich vollständig in Familienbesitz. Gegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung von Beteiligungen, die Übernahme von Geschäftsführungstätigkeiten und die Erbringung von Dienstleistungen, einschließlich der Finanzierung und des Finanzmanagements sowie die Verwaltung von Grundstücken. Weiterer Gegenstand ist die Vermögensverwaltung.

Die ERWO Holding AG fungiert als Mutterunternehmen der Südwolle Group GmbH. Zudem fungiert die ERWO Holding AG als Obergesellschaft der ISBE Holding AG, Interlaken (Schweiz). Unter diesen beiden Gesellschaften sind die Kammgarnaktivitäten des ERWO Konzerns gebündelt. Die aus Wolle und Wollmischungen hergestellten Garne finden überwiegend im Bekleidungsmarkt Anwendung.

Darüber hinaus ist die ERWO Holding AG mit einer Beteiligungsquote von knapp 85 % an der HOFTEX GROUP AG beteiligt. Die Aktien der HOFTEX GROUP AG werden im Freiverkehr an der Börse München im Marktsegment m:access gehandelt. Der Fokus dieser Beteiligung liegt ebenfalls in der Textilindustrie und hier insbesondere im Bereich der technischen Textilien.

Des Weiteren hält die ERWO Holding noch Beteiligungen an einigen kleineren Gesellschaften, die sich mit Immobilien-Management und mit Solar-Energie beschäftigen.

1.2. Organisationsstruktur

Die ERWO Group ist mittlerweile mit 43 Firmen in 13 Ländern vertreten. Insgesamt beschäftigt die Gruppe - die sich durch eine flache hierarchische Struktur kennzeichnet - im Geschäftsjahr 2022 im Durchschnitt 4.122 Mitarbeitende. Organisatorisch unterschieden wird das Kammgarn- und das Nicht-Kammgarn-Geschäft. Letzteres umfasst im Wesentlichen das Immobilien-Management sowie das Engagement im Bereich Solar-Energie. Darüber hinaus bildet die HOFTEX GROUP AG eine eigene Einheit.

Die ERWO Holding AG ist in ihrer Funktion als Holdinggesellschaft für die strategische Gesamtausrichtung des Konzerns verantwortlich. Die operativen Bereiche verantworten und steuern die weltweit zugeordneten Produkte, Produktionen, Märkte und Kunden eigenverantwortlich. Der Vorstand setzt sich aus vier Mitgliedern zusammen, während die Geschäftsbereiche in den einzelnen Tochtergesellschaften von den Geschäftsführern geführt werden, welche den Vorstand regelmäßig über die Geschäftsentwicklung informieren.

Der Aufsichtsrat bestehend aus sechs Mitgliedern, berät den Vorstand und überwacht dessen Geschäftsführung. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen wird der Aufsichtsrat eingebunden. Insbesondere prüft er den Jahresabschluss der ERWO Holding AG, den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht und berichtet über die Abschlussprüfung an die Hauptversammlung. Im Aufsichtsrat sind Mitglieder der Eigentümerfamilie der ERWO Holding AG sowie externe Experten vertreten.

1.3. Strategie und Ziele

Der ERWO Konzern hat sich über seine Beteiligungen vom Standard-Textilproduzenten in mehreren Schritten zum diversifizierten Anbieter hochinnovativer Textilprodukte entwickelt. Als Hersteller von textilen Lösungen werden die Unternehmen des ERWO Konzerns als kompetenter und zuverlässiger Partner für Kunden in einer Vielzahl zukunfts- und wachstumsstarker Industrien geschätzt. Dabei fokussieren sich die Beteiligungen auf Produkte, welche innovativ und zuverlässig sind und höchste Produktqualitätsansprüche erfüllen müssen. Die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden stehen dabei immer im Mittelpunkt und bilden die Grundlage jeder Strategie und Entwicklung.

Der ERWO Konzern bekennt sich zu fairen Handelspraktiken und den jeweils landesüblichen sozialen Standards. Es wird eine Wachstumsstrategie in expandierende Märkte verfolgt, wobei in diesem Zusammenhang dem Grundsatz der Nachhaltigkeit große Bedeutung beigemessen wird. Ebenso werden Produktinnovationen und Innovationen im technischen Bereich stets unter Beachtung der Gebote der Rationalität, der Effizienz und insbesondere der Umweltverträglichkeit vorangetrieben.

Die ERWO Group hat den grundlegenden Strukturwandel in der Textilindustrie erfolgreich gemeistert und sich durch ständige Produktweiterentwicklungen und den weltweiten Aufbau von Produktionsstätten als zuverlässiger Partner für unsere global agierenden Kundengruppen etabliert. Bereits in den neunziger Jahren wurde mit dem Aufbau einer Produktionsstätte in Polen der Grundstein für die Internationalisierung der Firmengruppe gelegt. Einer der wichtigsten Meilensteine war die Gründung eines Produktionsstandortes in China, welcher heute der größte Standort im Bereich der Kammgarnaktivitäten ist. Die weitere Expansion nach Vietnam zeigt die wichtige Rolle des asiatischen Kontinents für die Firmengruppe. Bei unseren strategischen Entscheidungen spielen neben der Markt- und Produktstrategie auch politische Entwicklungen eine Rolle. Insofern dienen die jüngsten Investitionen in Vietnam ebenso der Risikodiversifizierung.

Unsere Mitarbeitenden sichern den nachhaltigen Erfolg der ERWO Group. Durch Professionalität, Qualitätsbewusstsein, Loyalität, unternehmerisches Handeln und Motivation tragen sie entscheidend zur Erreichung der ausgegebenen strategischen Ziele bei. An den weltweiten Standorten sind Menschen unterschiedlichster Nationalitäten tätig. Die ERWO Group sieht sich als eine Familie mit gemeinsamen Werten. Fachliche und soziale Kompetenz der Mitarbeitenden werden gefördert und die strategische Personalpolitik ist auf kontinuierliche Förderungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie einen integrativen Führungsstil ausgerichtet.

Die beständige Eigentümerstruktur der ERWO Holding AG und ihr balanciertes Produkt- und Leistungsportfolio gewährleisten eine langfristig ausgerichtete, stabile Unternehmensentwicklung und eine kontinuierliche Verfolgung der Unternehmensstrategie. Außerdem haben die Kunden des ERWO Konzerns so auch über mehrjährige Produktzyklen hinweg die Sicherheit, einen verlässlichen und liefertreuen Partner an ihrer Seite zu wissen.

1.4. Nachhaltigkeit

Die ERWO Group wird tagtäglich mit den Folgen der globalen Entwicklungen konfrontiert: Ressourcenknappheit und damit einhergehend steigende Rohstoff- und Energiepreise, Klimawandel, politische Unsicherheiten, der russische Angriffskrieg in der Ukraine und eine weltweite konjunkturelle Abschwächung bei gleichzeitiger Inflation auf einem jahrzehntelang nicht dagewesenen Niveau. Mit der langjährigen Expertise im Textilbereich, insbesondere im Bereich von Technologie, Produktionstechnik und Produktentwicklung, sind die Unternehmen gut gerüstet, sich den jeweiligen Marktbedingungen und Herausforderungen anzupassen und innovative, nachhaltige Textillösungen am Markt zu platzieren.

Durch den Einsatz von nachwachsenden oder recycelten Rohstoffen, die Substitution umweltschädlicher Chemikalien und Farbstoffe und die Optimierung der Prozesse für eine ressourcenschonendere Herstellung unserer Textilprodukte, leisten die Unternehmen der ERWO Group einen wesentlichen Beitrag zu einer transparenten, fairen und nachhaltigen Textilbranche.

Wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie ist das Energie- und Umweltmanagement. So werden kontinuierlich verschiedene Maßnahmen mit dem Ziel durchgeführt, den Energieverbrauch weiter zu reduzieren, was aufgrund der sich abzeichnenden Entwicklung der Energiepreise weiter an Bedeutung gewinnen wird. Des Weiteren arbeiten wir permanent an der Vermeidung überflüssiger Materialbewegungen, an der Optimierung der Lagerbestände und an der kontinuierlichen Verbesserung der Produktionsprozesse.

Die Unternehmen der ERWO Group unterziehen sich regelmäßig Audits, um Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit permanent zu gewährleisten sowie systematisch zu verbessern und um dadurch letztlich auch effizienter und profitabler zu werden. Die verschiedenen Zertifizierungen sind für die Stakeholder der ERWO Group Beleg und Garant für das erbrachte Engagement und fördern die Anerkennung und Wertschätzung als zuverlässiger Geschäftspartner.

1.5. Steuerungssystem

Zu den für die Unternehmenssteuerung wichtigen finanziellen Leistungsindikatoren gehören neben Umsatz, EBITDA und EBIT. Der Vorstand steuert zusammen mit dem Konzerncontrolling die Gesellschaften auf Konzernebene.

Neben den finanziellen Steuerungskennzahlen gibt es die nachfolgenden Indikatoren, welche in der Geschäftsleitung und dem Führungskreis kontinuierlich verfolgt und regelmäßig besprochen werden:

Auftragseingang/Auftragsbestand

Liefermengen

Lieferzeiten

Reklamationen

Personalbestand

Lagermenge

Die Konzernleitung erhält aus allen operativen Geschäftsbereichen Planungen und strategische Ausarbeitungen. Diese werden geprüft und bei Bedarf durch die Geschäftsbereiche angepasst. Aus diesen Plänen ergibt sich eine detaillierte Konzernplanung. Abgestimmt auf diese Planung werden Kennzahlen ermittelt. Abweichungen werden analysiert und deren Ursachen so weit wie möglich eliminiert. Wochenmeldungen, Monats- und Quartalsabschlüsse zeigen die ergebnismäßigen Auswirkungen von Planabweichungen.

In regelmäßigen Besprechungen mit den Verantwortlichen werden Status, Abweichungen und Verbesserungsmaßnahmen intensiv besprochen und weiterverfolgt.

1.6. Forschung und Entwicklung

Die ERWO Group legt viel Wert auf eigene Forschung und Entwicklung und betrachtet diese als einen kritischen Erfolgsfaktor für den Konzern. Die Produkte erfordern häufig eine intensive Entwicklungsarbeit, bis die zusammen mit den Kunden definierten Produkteigenschaften technisch und kostenmäßig dargestellt werden können. Dabei steht der Kundennutzen im Fokus. Es sollen stets Lösungen zu Fragestellungen und Problemen der Kunden gefunden und dabei neue Ideen und Ansätze entwickelt werden. Auf diese Weise eröffnen sich für die ERWO Group neue Anwendungen und Marktsegmente, die anschließend weiterentwickelt und ausgebaut werden. Aber auch bei bereits etablierten Produkten und Anwendungen wird permanent nach Verbesserungen gesucht, sowohl bei den Produkteigenschaften, aber auch im Hinblick auf Effizienzsteigerungen und Ressourcen-Schonung.

Es bestehen verschiedene Kooperationen und Auftragsforschungsprojekte mit Hochschulen, Universitäten und Forschungsinstituten. Die wichtigsten sind: Fachhochschule Hof, Technische Universität Chemnitz, STFI Chemnitz, Fraunhofer Institut, Universität Bayreuth, Technische Universität Dresden und Westsächsische Hochschule Zwickau. Darüber hinaus gibt es mehrere Kooperationspartner aus der Industrie. Die Südwolle Group arbeitet u.a. mit der Qingdao University, Rise research institute, DWI - Leibniz-Institut für Interaktive Materialien e. V. an verschiedenen Projekten zusammen.

Konkret können unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wie folgt zusammengefasst werden:

Material: Einsatz von Garn, Fasern, Filamenten in unterschiedlichen Mischungen abhängig von deren Eigenschaften und von Kunden angeforderten Funktionalitäten und Designs.

Technik: technologische Änderungen in der Produktion bedingt durch Effizienzanforderungen, Nachhaltigkeit und/oder Kunden (Funktionalität und/oder Design).

Nachhaltigkeit: Einsatz von ökologischen Produkten und ressourcenschonende Produktion.

In Abhängigkeit vom Produktportfolio arbeiteten die Produktentwicklungsteams der einzelnen Geschäftsbereiche in den letzten Jahren beispielsweise an der Verwendung neuer Rohstoffe oder Mischungen, suchten und testeten Varianten im Produktionsprozess oder entwickelten neue Designs und Bindungstechniken.

Innerhalb der Kammgarnsparte sind 292 neue Garne entwickelt und produziert worden. Die Abteilung Product Management & Innovation (SüdWebs) beschäftigt 13 Mitarbeitende, welche von Mitarbeitenden aus anderen Bereichen (z.B. Produktion, Labor und Vertrieb) unterstützt werden.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Hoftex Group konzentrierten sich auch im Geschäftsjahr 2022 auf die kontinuierliche Weiterentwicklung der Produkte und Fertigungstechnologien. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insgesamt 1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 1,4 Mio. EUR) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Insgesamt waren 25 Mitarbeitende (Vorjahr: 27) in diesem Bereich beschäftigt. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden ausschließlich bei den Tochtergesellschaften der Hoftex Group statt.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die globale Wirtschaft hat sich im vergangenen Jahr wesentlich schlechter entwickelt als erwartet. Vor allem geopolitische Entwicklungen, und hier insbesondere der Russland-Ukraine-Krieg haben dazu geführt, dass das globale Wachstum mit 3,4 % weit hinter dem Vorjahreswert von 6,2 % zurücklag. Steigende Energie-, Rohstoff- und Lebensmittelpreise beschleunigten die Inflation, die in Deutschland im Jahresdurchschnitt bei 7,9 % lag. Die veranlassten Leitzinserhöhungen als fiskalpolitische Maßnahme zur Inflationseindämmung stellten eine weitere Belastung für wirtschaftliche Aktivitäten dar.

Quelle: Eigene Darstellung basierend auf den jeweils veröffentlichten Zahlen des IWF (WEO vom Jan. 2023)

*) Schätzung

Die Volksrepublik China, für gewöhnlich bekannt als Motor der Weltwirtschaft, behielt bis Ende 2022 umfangreiche Covid-Restriktionen bei - dadurch stellte sie einen massiven, ökonomischen Unsicherheitsfaktor dar, wodurch die Weltwirtschaft eingebremst wurde. Das chinesische BIP wuchs um lediglich 3,0 % (Vorjahr 8,4 %) - was abgesehen von 2020 das niedrigste Wachstum der letzten 40 Jahre bedeutet. Indiens Wirtschaft konnte hingegen ein Wachstum von 6,8 % verzeichnen und bestätigte damit den Trend aus dem Vorjahr (8,7 %). Der Verband der südostasiatischen Nationen ASEAN verbuchte einen Wirtschaftszuwachs von 5,2 % und konnte damit das unterdurchschnittliche Wachstum des Vorjahres kompensieren (3,8 %). Das schwache Wachstum in China spiegelt sich auch in der geringen Wachstumsrate in den Schwellen- und Entwicklungsländern wider. Diese wuchsen im Jahr 2022 nur um 3,9 % und blieben damit weit hinter dem Vorjahreswert von 8,7 % zurück.

Die Wirtschaftsleistung der Industriestaaten stieg 2022 um 2,7 % an, nachdem im Vorjahr noch ein Wachstum von 5,4 % verzeichnet wurde. Der Euroraum verbuchte eine BIP-Zunahme von 3,5 % (Vorjahr: 5,3 %). Die großen europäischen Volkswirtschaften zeigten allesamt positive Wachstumsraten, wobei Deutschland mit einem BIP von +1,9 % (Vorjahr: 2,6 %) im europäischen Vergleich eine geringere Wachstumsrate als Großbritannien (4,1 %), Frankreich (2,6 %), Italien (3,9 %) oder Spanien (5,2 %) aufweist. Die Vereinigten Staaten lagen mit einem Wachstum von 2,0 % unterhalb des globalen Durchschnitts (Vorjahr: 5,9 %). Japan, drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, verzeichnete einen BIP-Zuwachs von lediglich 1,4 % (Vorjahr: 2,1 %).

2.2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Für die Textil- und Modebranche gestalteten sich die Umsatzzahlen des Jahres 2022 im Vorjahresvergleich überwiegend positiv. Die Branche erlitt jedoch massive finanzielle Belastungen durch die enorm gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten aufgrund der Covidpandemie sowie des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. Der Preisdruck wurde zudem durch die überdurchschnittlich hohen Transportkosten, die hohe Inflation, steigende Leitzinsen sowie Verfügbarkeitsengpässe verstärkt. Somit standen den nominalen Umsatzsteigerungen extreme Kostensteigerungen gegenüber, was sich negativ auf die Margen auswirkte.

Die Exportzahlen konnten 2022 gegenüber dem Vorjahr signifikant gesteigert werden und trugen dadurch maßgeblich zum positiven Jahresergebnis der deutschen Textil- und Modebranche bei. Allerdings bremste die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine die Erholungsphase nach der Corona-Krise deutlich ein und führte zu einer Eintrübung der Geschäftseinschätzungen im Jahresablauf. Zum Jahresende hellten sich die Erwartungen wieder leicht auf - jedoch ist das Konjunkturklima des Vorkrisenniveaus noch nicht erreicht, was sich unter anderem am zögerlichen Personalaufbau widerspiegelt.

Der Gesamtumsatz der deutschen Textil- und Modeindustrie (bezogen auf Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten) lag 2022 bei 17,3 Milliarden Euro. Gemäß dem Konjunkturbericht des Gesamtverbands textil+mode verzeichnete die Industrie somit eine Umsatzsteigerung von 11,7 % (2021: 5,5 %).

Das Textil- sowie das Bekleidungssegment konnten beide im Vergleich zum Vorjahr nominale Umsatzsteigerungen einfahren: Der Umsatz im Textilsegment stieg um 7,7 % - der im Bekleidungssegment gar um 19,4 %. Bei der Betrachtung der realen Umsatzentwicklung sieht die Lage allerdings bedeutend anders aus: Hier liegt die bereinigte Umsatzsteigerung für Bekleidung immerhin noch bei 12,0 %, wohingegen im Textilsegment ein realer Umsatzrückgang von -6,0 % hingenommen werden musste. Hintergründe hierfür waren die hohe Inflation gepaart mit Energiekostensteigerungen und Rohstoffknappheiten.

Quelle: Gesamtverband textil+mode, Konjunkturbericht Feb. 2023

Quelle: Gesamtverband textil+mode, Konjunkturbericht Feb. 2023

Die Umsatzsteigerungen waren wesentlich durch die erhöhte Nachfrage aus dem Ausland bedingt. Während die Inlandsumsätze immerhin um 3,2 % zugenommen hatten, waren die Umsätze aus dem Ausland gar um 11,4 % angestiegen. Der Auslandsumsatz war dabei in der Eurozone (12,0 %) prozentual stärker angestiegen als im sonstigen Ausland (10,8 %).

Hinsichtlich des Außenhandelsvolumens waren die Exporte um 7,4 % gestiegen, die größten Zuwächse verzeichneten dabei die USA und die Türkei - auch nach Großbritannien wurde nach dem Brexit-bedingten Auslieferungsrückgang des Vorjahres wieder mehr exportiert. China gehört zu den Ländern mit rückläufigem Exportvolumen aus Deutschland - dies ist überwiegend den wenig wettbewerbsfähigen europäischen Preisen im Vergleich mit Ostasien geschuldet. Wenig überraschend verbuchte Russland den größten Exportrückgang, dies ist auf die umfangreichen Sanktionspakete der Europäischen Union zurückzuführen.

Die Beschäftigtenzahlen der deutschen Textil- und Modeindustrie waren bereits vor der Corona-Krise rückläufig und diese verstärkte den Trend bekanntermaßen (2020: -5,8 %, 2021: -4,3 %). Das derzeitige Beschäftigungsniveau konnte dahingehend 2022 zumindest stabilisiert werden (+0,2 %). Die Zahl der Beschäftigten stieg dabei im Bekleidungssegment (+0,5 %) etwas stärker an als im Textilsegment (+0,1 %).

In Deutschland wurden auch im Jahr 2022 mit rund 3,4 Millionen produzierten Pkw weiterhin deutlich weniger Personenkraftwagen produziert als zum Vorkrisenniveau (2019: 4,7 Mio. Pkw), jedoch konnte die Vorjahresmenge (3,1 Mio. Pkw) leicht überschritten werden. Zu den anhaltenden angebotsseitigen Problemen durch nach wie vor bestehende Lieferengpässe, welche sich durch den Ukraine-Krieg noch verschärften, verschlechterte sich im Jahresverlauf das weltweite Konsumklima immer mehr, was sich auch auf die Nachfrage nach Personenkraftwagen negativ niederschlug.

Ein ähnliches Bild zeigte sich auch auf den internationalen Nutzfahrzeugmärkten. Sowohl in Europa und USA als auch in China sank die Anzahl der Neuzulassungen.

Anzahl produzierter Kraftfahrzeuge weltweit von 2000 bis 2022 (in Millionen)

Quelle: Statista 2023, Fahrzeug Produktion weltweit bis 2022

2.3. Geschäftsverlauf und Wirtschaftslage

Die wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen hatten im Jahr 2022 erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung des ERWO Konzerns. Energie-, Material- und Logistikpreise lagen auf Rekordniveau.

Während es der Südwolle Group gelungen ist, an das gute Geschäftsjahr 2021 anzuknüpfen, waren die Unternehmen der Hoftex Group mehr von den negativen externen Einflüssen betroffen, welche die Profitabilität belasteten.

Die nach wie vor hohe Nachfrage nach Garnen der Südwolle Group führte das ganze Jahr zu einer sehr guten Auslastung aller Betriebe. Das Produktportfolio auf Basis des Rohstoffs Wolle liegt absolut im globalen Trend. "Fast Fashion" verliert zunehmend an Bedeutung, für ökologisch hergestellte und nachhaltige Textilien ist der Konsument zunehmend bereit, höhere Preise zu bezahlen. Insbesondere im Outdoorsegment Yarn in Motion (YIM) verzeichnet die Südwolle Group seit Jahren Zuwächse. YIM hat sich inzwischen zum stärksten Segment der Südwolle Group entwickelt, mit unseren Produkten bedienen wir die gesellschaftlichen Megatrends Ökologie und Gesundheit.

Sowohl die starken Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite als auch die gestiegenen Produktionskosten konnten weitestgehend an die Kunden weitergegeben werden. Zusammen mit einer effizienten, stabil ausgelasteten Produktion konnte sowohl der Umsatz als auch das EBITDA weiter gesteigert werden.

Im Gegensatz zur Entwicklung des Bereichs Südwolle Group führte bei der Hoftex Group auf der Nachfrageseite die zunehmende Eintrübung der Konjunktur genauso wie die anhaltenden Lieferengpässe dazu, dass die geplanten Absatzmengen nicht erreicht werden konnten. Mit gezielten Preisanpassungen ist es gelungen, die gestiegenen Kosten teilweise zu kompensieren. In allen Bereichen führten gestiegene Kosten zu einer rückläufigen Ergebnisentwicklung.

Ertragslage

Die ERWO Group erzielte im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 664,8 Mio. EUR, was einer Umsatzsteigerung gegenüber Vorjahr (586,8 Mio. EUR) von 13,3 % entspricht.

Im Einzelnen gliedern sich die Umsatzerlöse wie folgt:

Umsatz nach Bereichen
in TEUR
2022 2021 Veränderung ggü. VJ
in TEUR
Veränderung ggü. VJ
in %
Südwolle Group 508.396 444.758 63.638 14,3 %
Hoftex 7.137 7.495 -358 -4,8 %
Tenowo 132.552 114.818 17.734 15,4 %
Neutex 11.242 12.980 -1.738 -13,4 %
Sonstiges 5.516 6.737 -1.221 -18,1 %
664.843 586.788 78.055 13,3%

Die positive Umsatz-Entwicklung resultierte aus den beiden Geschäftsbereichen Südwolle Group und Tenowo, während in den anderen Bereichen der Umsatz rückläufig war.

Der umsatzgrößte Bereich Südwolle Group konnte den absolut höchsten Umsatzanstieg von 63,6 Mio. EUR verzeichnen, was einer Wachstumsrate von 14,3 % entspricht. Der zweitgrößte Bereich Tenowo erhöhte seinen Umsatz von 114,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 132,6 Mio. EUR im Berichtsjahr, das ist ein Umsatzwachstum von 15,4 %. In beiden Bereichen waren im Wesentlichen die Erhöhung der Verkaufspreise infolge der Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite, der gestiegenen Personalkosten und sonstigen Kosten ein wesentlicher Umsatztreiber, während die Absatzmengen moderat zunahmen bzw. im Bereich TENOWO stagnierten.

Im Geschäftsbereich NEUTEX wurden im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 11,2 Mio. EUR realisiert (Vorjahr: 13,0 Mio. EUR), im Geschäftsbereich HOFTEX waren es 7,1 Mio. EUR (Vorjahr: 7,5 Mio. EUR). Der Bereich Sonstiges umfasst vor allem die Mieteinnahmen der Immobiliengesellschaften, die Einnahmen aus einer Photovoltaikanlage sowie die Umsätze der Schaffarm in Australien.

Der Großteil der Umsätze wurde im Ausland erwirtschaftet. Beliefen sich die Exportumsätze im Vorjahr noch auf 517,4 Mio. EUR, konnte dieser Wert im Geschäftsjahr 2022 um 75,8 Mio. EUR auf 593,2 Mio. EUR gesteigert werden. Die Exportquote des Konzerns beträgt somit 89,2 % (Vorjahr: 88,2 %). Auf Länder der Europäischen Union (ohne Deutschland) entfallen 220,5 Mio. EUR der Exportumsätze (Vorjahr: 186,7 Mio. EUR).

Der Inlandsumsatz in Höhe von 71,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreswert von 69,4 Mio. EUR nur leicht.

Die Bestandsveränderungen der fertigen und unfertigen Erzeugnisse betrugen 36,5 Mio. EUR (Vorjahr: -13,9 Mio. EUR), wobei sich die Bestände sowohl mengenmäßig als auch wertmäßig erhöhten.

GJ 2022 In % der Gesamtleistung GJ 2021 in % der Gesamtleistung Veränderung ggü. VJ
TEUR
Veränderung ggü. VJ
in %
Umsatzerlöse 664.843 94,8 % 586.788 102,4 % 78.055 13,3 %
Gesamtleistung 701.393 100,0 % 572.884 100,0 % 128.509 22,4 %
Materialaufwand 468.737 66,8 % 356.324 62,2 % 112.413 31,5 %
Personalaufwand 112.304 16,0 % 101.974 17,8 % 10.330 10,1 %
Sonstige betr. Aufwendungen 91.432 13,0 % 80.955 14,1 % 10.477 12,9 %
Betriebsergebnis 36.255 5,2 % 32.076 5,6 % 4.179 -
Konzernergebnis 22.515 3,2 % 22.356 3,9 % 159 -

Der Anstieg der Umsatzerlöse sowie die Erhöhung der Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnisse führten zu einer Verbesserung um 128,5 Mio. EUR auf 701,4 Mio. EUR im Berichtsjahr 2022 (Vorjahr: 572,9 Mio. EUR).

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 36,8 Mio. EUR waren wie im Vorjahr (29,3 Mio. EUR) durch Sondereffekte positiv beeinflusst. Hiervon entfielen 8,5 Mio. EUR auf erhaltene Versicherungsentschädigungen für den im Vorjahr eingetretenen Hochwasserschaden am TENOWO-Standort Hof und 19,1 Mio. EUR (Vorjahr: 9,7 Mio. EUR) auf Erträge aus Kursdifferenzen und Währungsumrechnung.

Aufgrund erheblicher Materialverteuerungen, vor allem bei den Rohstoffen, hatten sich die Materialaufwendungen auf 468,7 Mio. EUR erhöht (Vorjahr: 356,3 Mio. EUR). Entsprechend war ein Anstieg der Materialaufwandsquote von 62,2 % im Vorjahr auf nunmehr 66,8 % zu verzeichnen.

Wolle stellt eine wichtige Rohstoffposition für den Südwolle Group-Bereich dar. Zum Stichtag lag der Wollpreis des Eastern Market Indicator (EMI) bei 1.327 AUD Cent und damit leicht unter dem Vorjahr (31.12.2021: 1.358 AUD Cent).

Der im Berichtsjahr angefallene Personalaufwand von 112,3 Mio. EUR lag 10,1 % über dem Vorjahresbetrag von 102,0 Mio. EUR. Der Anteil der Personalaufwendungen an der Gesamtleistung reduzierte sich von 17,8 % im Vorjahr auf nunmehr 16,0 % im Berichtsjahr, da der Anstieg der Gesamtleistung höher ausgefallen ist als der Anstieg im Personalaufwand.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 81,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 91,4 Mio. EUR im aktuellen Geschäftsjahr angestiegen. Ursächlich für den Anstieg waren im Wesentlichen die nach der Covid-Pandemie wieder möglichen stärkeren Vertriebsaktivitäten, aber auch stark gestiegene Frachtkosten, höhere Verpackungskosten, diverse Gebühren und Rechts- und Beratungskosten und im Vergleich zum Vorjahr höhere Kursdifferenzen aus der Währungsumrechnung. Zudem sind Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Hochwasserschaden am Standort in Hof enthalten.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich auf 65,7 Mio. EUR im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr von 63,0 Mio. EUR. Die EBITDA-Marge lag damit bei 10 % im Geschäftsjahr 2022.

Das Finanzergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um -1,7 Mio. EUR auf -5,4 Mio. EUR an. Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von -6,8 Mio. EUR (Vorjahr -4,5 Mio. EUR) und den sonstigen Steuern in Höhe von -1,5 Mio. EUR (Vorjahr -1,5 Mio. EUR) beläuft sich der Konzernjahresüberschuss auf 22,5 Mio. EUR (Vorjahr: 22,4 Mio. EUR).

Finanzlage

Bei einem Konzernergebnis von 22,5 Mio. EUR belief sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Berichtszeitraum auf -9,0 Mio. EUR, was im Wesentlichen auf den Aufbau des Working Capital zurückzuführen ist.

2022 lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit des Konzerns bei -25,1 Mio. EUR (Vorjahr: -13,6 Mio. EUR). Er wurde im Berichtszeitraum insbesondere beeinflusst durch Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit des Konzerns belief sich im Berichtszeitraum auf 50,6 Mio. EUR (Vorjahr: -7,3 Mio. EUR) und resultierte aus der Inanspruchnahme eines Kredits in Höhe von 95 Mio. EUR im Wesentlichen aus einem im Berichtsjahr abgeschlossenen Konsortialkreditvertrags. Dem stehen Auszahlungen für die planmäßige Tilgung von Altdarlehen in Höhe von 34,1 Mio. EUR, Dividendenzahlungen von -3,6 Mio. EUR, Tilgung von Aktionärsdarlehen von 1,0 Mio. EUR und Zinsaufwendungen von -5,7 Mio. EUR gegenüber.

Somit verfügte die ERWO Group zum 31.12.2022 über liquide Mittel von 57,2 Mio. EUR.

Um die finanzielle Stabilität des Konzerns langfristig sicherzustellen, hat die Südwolle Group GmbH im Oktober 2022 für den europäischen Finanzierungskreis eine Konsortialfinanzierung mit einem Gesamtvolumen von 135,0 Mio. EUR abgeschlossen. Hiervon stehen bis zu 85,0 Mio. EUR als Betriebsmittelkreditlinien zur Verfügung. Mit dieser Anschlussfinanzierung ist neben der Ablösung von Altkrediten ebenfalls für die Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit und zukünftiger Investitionen gesorgt. Die Laufzeit des von sechs Banken bereitgestellten Kredits beträgt vier Jahre und kann bei Zustimmung der Kreditgeber um bis zu zwei Jahre verlängert werden.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der ERWO Group erhöhte sich zum 31.12.2022 auf 784,8 Mio. EUR und lag damit 54,9 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 729,9 Mio. EUR.

Auf der Aktivseite haben sich per Saldo die Sachanlagen von 240,8 Mio. EUR auf 236,5 Mio. EUR vermindert. Die Finanzanlagen enthalten im Berichtsjahr Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 0,8 Mio. EUR (Vorjahr 0,7 Mio. EUR).

Die immateriellen Vermögensgegenstände nahmen um 0,5 Mio. EUR auf 10,0 Mio. EUR zu. Im Berichtszeitraum wurden 25,9 Mio. EUR (Vorjahr: 19,8 Mio. EUR) in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände investiert. Den Investitionen standen Abschreibungen von 29,5 Mio. EUR (Vorjahr: 30,9 Mio. EUR) gegenüber.

Im Umlaufvermögen erhöhten sich die Vorräte von 311,5 Mio. EUR auf 367,1 Mio. EUR. Der Anstieg ist sowohl auf die Erhöhung der Lagermengen als auch auf Kostensteigerungen auf den Beschaffungsmärkten zurückzuführen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren leicht rückläufig und lagen zum Stichtag bei 86,7 Mio. EUR (Vorjahr: 88,2 Mio. EUR). Die sonstigen Vermögensgegenstände stiegen um 4,5 Mio. EUR auf 21,0 Mio. EUR an. Zum Geschäftsjahresende am 31.12.2022 lagen die liquiden Mittel bei 57,2 Mio. EUR (31.12.2021: 58,0 Mio. EUR).

Das Eigenkapital liegt mit 462,9 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 444,4 Mio. EUR). Dieser Anstieg resultiert insbesondere aus dem erwirtschafteten Konzernjahresüberschuss 2022. Die Quote des bilanziellen Eigenkapitals beträgt 59,0 % gegenüber 60,9 % im Vorjahr. Eine sehr solide Eigenkapitalausstattung ist wichtig für den ERWO Konzern, um sich als Gruppe weiterentwickeln zu können.

Die Rückstellungen lagen mit 24,9 Mio. EUR leicht über dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: 22,9 Mio. EUR). Sie setzen sich zusammen aus Pensionsrückstellungen in Höhe von 9,9 Mio. EUR (Vorjahr: 11,9 Mio. EUR), Steuerrückstellungen in Höhe von 0,4 Mio. EUR (Vorjahr: 0,3 Mio. EUR) und sonstigen Rückstellungen in Höhe von 14,6 Mio. EUR (Vorjahr: 10,8 Mio. EUR).

Die Verbindlichkeiten der ERWO Group erhöhten sich im Vergleich zum Jahresende 2021 um 33,6 Mio. EUR auf 293,1 Mio. EUR (Vorjahr 259,5 Mio. EUR). Ursächlich hierfür war insbesondere ein Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf 205,4 Mio. EUR (Vorjahr: 161,8 Mio. EUR) infolge der Geldaufnahme aus dem zur Verfügung stehenden Konsortialkreditvolumen. Die Nettobankverschuldung (d.h. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten abzüglich liquider Mittel) des ERWO Konzerns betrug damit 148,3 Mio. EUR zum 31.12.2022 (Vorjahr: 103,8 Mio. EUR).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen um 11,2 Mio. EUR zurück und betrugen zum Stichtag 31.12.2022 61,9 Mio. EUR (Vorjahr: 73,1 Mio. EUR). Die sonstigen Verbindlichkeiten beliefen sich auf 18,1 Mio. EUR (Vorjahr: 16,6 Mio. EUR).

2.4. Gesamtaussage

Das Management beurteilt die Entwicklung des ERWO Konzerns im Jahr 2022 positiv. Insgesamt konnten die geplanten Ziele im Hinblick auf wesentliche Steuerkennzahlen erfüllt werden. Dies ist auf die im Geschäftsjahr 2022 bewiesene operative Stärke der ERWO Group zurückzuführen. In diesem Zusammenhang zu nennen sind das an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet Produktportfolio der Unternehmen der ERWO Group aber auch die Mitarbeitenden der ERWO Group, die sich durch hohe Loyalität, Fachwissen und Engagement auszeichnen.

Insbesondere im Südwolle Group-Bereich hat sich die bereits im Vorjahr wieder gestiegene Nachfrage im Berichtsjahr 2022 weiter fortgesetzt und stabilisiert. Darüber hinaus ist es gelungen, die Preissteigerungen auf der Beschaffungs- und Produktionsseite an den Markt weiterzugeben. Verbunden mit einer sehr guten und stabilen Auslastung während des gesamten Geschäftsjahres konnte Umsatzwachstum generiert werden und mit einem sehr guten Jahresergebnis 2022 an das erfolgreiche Geschäftsjahr 2021 angeknüpft werden.

Die Marktbedingungen für die Geschäftsbereiche des Teilkonzerns Hoftex Group waren hingegen im Geschäftsjahr2022 sehr schwierig. Insbesondere die deutschen Standorte litten unter starken, zeitweise sprunghaft steigenden Kostensteigerungen auf der Beschaffungs- und Produktionsseite. Ausgelöst durch den Ukraine-Krieg, konnten diese jedoch nicht im notwendigen Maße zeitnah an die vorwiegend deutschen und europäischen Kunden weitergeben werden. Dies hatte zur Folge, dass der Hoftex Group Konzern seine ursprünglichen Ergebnisziele nicht erreichen konnte und auch hinter den Vorjahreszahlen zurückblieb.

2.5. Mitarbeitende

Im Jahresdurchschnitt waren 4.122 Mitarbeitende (Vorjahr 3.961) beschäftigt. Davon waren 796 (Vorjahr 767) Angestellte und 3.326 (Vorjahr 3.194) gewerbliche Mitarbeitende. Darüber hinaus waren im Jahresdurchschnitt 35 (Vorjahr 45) Auszubildende in Deutschland beschäftigt. Ziel ist es, die Personalentwicklung in Einklang mit dem Geschäftsverlauf zu bringen. Darüber hinaus wird die Demographie der Mitarbeitenden analysiert, um rechtzeitig auf Personalbedarf reagieren zu können.

3. Risiko- und Chancenbericht

Markt und Strategie

Die ERWO Group ist abhängig von der Dynamik verschiedener Branchen. Kundenseitig sind die wichtigsten Branchen die Bekleidungsindustrie sowie die Automobilindustrie. Auf der Lieferantenseite ist die ERWO Group unmittelbar abhängig von der Branche der Woll- und Faserproduzenten. Ein Abschwung in den genannten Branchen kann allgemein zu einem Risiko für die ERWO Group führen. Durch eine kontinuierlich an die aktuellen Gegebenheiten angepasste Vertriebs- und Marketingstrategie, wird versucht, neue Märkte und neue Kunden zu gewinnen, um dem genannten Risiko entgegenzuwirken und um die Absatzstrategie weiter zu diversifizieren.

Die ERWO Group sieht sich weltweit mit starken Wettbewerbern aus der Textilindustrie konfrontiert. Vor allem ein Vordringen chinesischer und anderer asiatischer Konkurrenten auf den europäischen Markt kann potenziell gefährlich werden. Ein weiterer Anstieg des Wettbewerbsdrucks, gefüttert durch volatile Rohstoffpreise und einen steigenden Preisdruck seitens der Kunden, kann signifikante Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage der Gruppe haben. Als Gegenmaßnahme wird kontinuierlich an guten und engen Kundenbeziehungen gearbeitet und die relevanten Märkte werden fortlaufend analysiert. Als weiteres zusätzliches Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmensgruppe sehen wir das unterschiedliche Energiepreisniveau zwischen Europa und der restlichen Welt. Mit unserer Internationalisierungsstrategie steuern wir hier ausgleichend dagegen.

Weiterhin ist die Digitalisierung ein nicht zu unterschätzender Treiber in der Weltwirtschaft und demnach auch in der Textilbranche und in großem Maße auch für die ERWO Group relevant. Durch Digitalisierungsinitiativen sowohl in der Produktion wie auch in der Verwaltung und im Vertrieb, wird versucht, der Branche einen Schritt voraus zu sein. Es wird als eine wichtige zukunftsweisende Chance angesehen in diesem Feld auf dem aktuellen Stand zu sein und eine Vorreiterposition in der Branche zu übernehmen.

Auch das Thema Robotik gewinnt zunehmend an Bedeutung für die ERWO Group. So wird im Kammgarnbereich an vollautomatisierten Abläufen und die Möglichkeit der standortübergreifenden digitalen Vernetzung der Produktion gearbeitet.

Anhand vermehrter digitaler Prozesse und Technologien ist eine verstärkte Nutzung von aktuellen Qualitätssicherungssystemen und -instrumenten entlang der Wertschöpfungskette möglich, welche dem Reklamationsrisiko vorbeugen kann. Des Weiteren ist man fortlaufend und aktiv auf der Suche nach potenziellen neuen Lieferanten und strebt zukünftig neue Entwicklungen mit den Lieferanten an, um auch hier eine engere Bindung zu schaffen und neuartige Rohstoffvarianten für Produkte und Kunden zu generieren.

Die ERWO Group ist kontinuierlich Risiken sowohl auf der Beschaffungs- als auch der Absatzseite ausgesetzt. Durch das seit Jahren entwickelte globale Sourcing kann die ERWO Group auf alternative Bezugsquellen ausweichen. Produktionsstätten in verschiedenen Regionen und Ländern ermöglichen es, für lokale Märkte zu produzieren und somit internationale Transportrouten zu reduzieren.

Das Geschäftsumfeld der ERWO Group und deren Tochterunternehmen wurde im Geschäftsjahr 2022 stark durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als geopolitisches Ereignis, durch steigende Inflationsraten, Energie- und Rohstoffpreise sowie durch unterbrochene globale Lieferketten beeinflusst.

Diese wesentlichen Einzelrisiken können einen großen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Im Berichtsjahr wurde die ERWO Group aufgrund des Kriegs gegen die Ukraine zusätzlichen Risiken ausgesetzt. Zwar befinden sich keine Produktions- oder Entwicklungsstandorte in Russland oder der Ukraine, dennoch wurden die Wirtschaft und die Finanzmärkte maßgeblich durch diese geopolitischen Spannungen beeinträchtigt.

Nach wie vor sehen wir gewisse Unsicherheiten als Folge der Covid-19 Pandemie, weshalb es sich für die ERWO Group um ein wesentliches Einzelrisiko handelt. Sollten sich neue Virusvarianten entwickeln, könnte dies wiederum globale Auswirkungen auf die Lieferketten und damit auf die wirtschaftliche Entwicklung von Ländern und Industrien nach sich ziehen.

Operativ

Forschung und Entwicklung

Die F&E-Aktivitäten der ERWO Group erstrecken sich über vielseitige Produkt- und Anwendungsbereiche innerhalb der Textilwelt. Durch wesentliche Investitionen kann hier ein erhöhtes Verlustrisiko entstehen, welches sich auf die Vermögens- und Ertragslage auswirken kann. Dennoch ist die innovative und kreative Arbeit des F&E-Teams ein signifikanter Chancentreiber für die gesamte ERWO Group und unabdingbar in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit.

Des Weiteren lassen sich durch enge Entwicklungskooperationen mit Kunden und Lieferanten Synergien heben und Chancen realisieren, die sich auch auf die Teams Einkauf/Beschaffung und Vertrieb ausdehnen können.

Darüber hinaus ist das F&E-Team beständig im engen Austausch mit seinen internen Kunden im Konzern. Durch den eng vernetzen Wissenstransfer innerhalb der ERWO Group ergeben sich Chancen, da gezielt auf relevante und geeignete Märkte, Produkte und Lösungen eingegangen werden kann, die zukunftsweisend und erfolgskritisch für sämtliche der ERWO Group zugehörigen Gesellschaften sind.

Einkauf/Beschaffung

Als ein sehr von der Rohstoffbeschaffung abhängender Unternehmensverbund, ist die ERWO Group beschaffungsmarktseitig einigen Risiken ausgesetzt. Konkret sind hier insbesondere Preis- und Qualitätsschwankungen anzuführen. Insbesondere die Südwolle Group - die Kammgarnsparte der ERWO Group - ist volatilen Rohstoffpreisen ausgesetzt. In den Geschäftsbereichen der HOFTEX GROUP AG unterliegen die Rohstoffpreise regelmäßigen Schwankungen und durch einen generellen Anstieg der Rohstoffnachfrage tendenziell ansteigenden Preisen.

Die infolge des Kriegs enorm angestiegenen Energiekosten sowie das mögliche Szenario eines Energieversorgungsengpasses führten im Geschäftsjahr 2022 zu erhöhten Risiken für die ERWO Group. Als energieintensives Produktionsunternehmen sind wir abhängig von externer Energieversorgung. Damit sind wir auch den finanziellen Risiken ausgesetzt, die durch enorm steigende Energiepreise - vor allem im europäischen Markt - ausgelöst werden. Bei Einschränkungen der Gasversorgung könnten Produktionsunterbrechungen drohen. Produktionsunterbrechungen könnten eine Vielzahl von Störungen der im Unternehmen etablierten und optimierten Abläufe bewirken und damit negativen Einfluss auf unsere Lieferfähigkeit haben. Mit konzernweit gebildeten Energie-Teams arbeiten wir kontinuierlich an Maßnahmen einer gasreduzierten Produktionsoptimierung bzw. an der Diversifizierung unserer Energiequellen, um diese Herausforderungen zu meistern. In regelmäßigen Abständen besprechen wir die Umsetzung sämtlicher Maßnahmen, um die Energieverbräuche sinnvoll und effektiv zu reduzieren. Beispielsweise werden wir mit Projekten zur Installation einer Photovoltaikanlage in Zukunft einen Teil unseres Strombedarfs selbst abdecken. Die im Geschäftsjahr 2022 begonnene Investition in eine Photovoltaikanlage am Standort Reichenbach wird 2023 umgesetzt werden. Weiterhin können wir durch die Erstellung konzernweiter Notfallpläne im Falle einer unterbrochenen Gasversorgung schnell reagieren und den drohenden Schaden bestmöglich begrenzen. Die weitere Entwicklung des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine sowie dessen Auswirkungen sind aktuell unvorhersehbar. Insgesamt sehen wir aufgrund dieser kriegerischen Auseinandersetzung eine Intensivierung des Risikos.

Das Risiko von Qualitätsschwankungen wird im ERWO Konzern durch ein fortlaufendes Monitoring der Lieferanten abgefangen. Die Beschaffungsteams arbeiten eng mit den jeweiligen Lieferanten zusammen und streben auch hier nach immer weiteren Entwicklungsmöglichkeiten zur Minimierung von Beschaffungsrisiken auf beiden Seiten.

Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem jeweiligen Beschaffungsteam und den Lieferanten lässt sich der anhaltende Trend nach immer mehr Transparenz in Bezug auf Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette als Chance für die Zukunft nutzen, indem wir durch geeignete Maßnahmen nachhaltige Wertschöpfungsketten zu Marketingzwecken verwenden.

Produktion

Die Produktionsbereiche der insgesamt drei Tochterkonzerne (HOFTEX GROUP AG, ISBE Holding AG und Südwolle Group GmbH) sind von einer detaillierten und weit vorausschauenden Planung abhängig. Gibt es Abweichungen zum Plan durch interne oder externe Einflüsse wie Lieferverzögerungen durch den Lieferanten oder kurzfristige Änderungswünsche vom Kunden, besteht das Risiko der Produktionsverzögerung. Das kann wiederum zu einer punktuellen Über- oder Unterproduktion führen. Durch eine enge Kommunikation der Produktionsstätten untereinander und durch unsere internationale Ausrichtung, lassen sich Produktionskapazitäten innerhalb der Tochterkonzerne bei Bedarf verlagern und somit kann kurzfristig auf Probleme reagiert werden, um das genannte Risiko zu minimieren. Zudem gelingt es hierdurch immer besser, die Kundenbedürfnisse immer stärker in den Vordergrund zu stellen. Um hier sukzessive besser zu werden, wird aktuell an der Optimierung der Zusammenarbeit zwischen den technischen Verantwortlichen und Vertriebsverantwortlichen gearbeitet.

Darüber hinaus ist im Bereich der Produktion mit kontinuierlichen Risiken im Rahmen der Qualität, Sicherheit und Umwelt zu rechnen. Diesen Risiken wird mit geeigneten Managementsystemen, Arbeits- und Umweltsicherungsschulungen sowie entsprechenden Versicherungen entgegengewirkt.

Neue Produktionstechnologien, welche durch die Digitalisierung begünstigt werden, bieten für die ERWO Group eine große Chance. Durch eine vernetzte Produktion über alle Standorte hinweg, kann es sein, anhand geeigneter Datenanalysen zukünftig effizienter zu produzieren, die Qualität zu verbessern und Kosteneinsparungen zu realisieren.

Vertrieb

Für die ERWO Group können verschiedene Risiken und Chancen im Bereich der Nachfrage von Bedeutung sein. Eine mögliche Kaufzurückhaltung unserer Kunden kann durch eine negative Berichterstattung in Bezug auf die Textilindustrie im Allgemeinen und speziell in Bezug auf die wollproduzierende Industrie sowie die Automobilindustrie entstehen. Gleichzeitig kann jedoch eine positive Berichterstattung in den Medien eine Chance für Teilbereiche und den gesamten ERWO Konzern bedeuten.

Personal

Der Wettbewerb um hoch qualifizierte Mitarbeitende und Talente in speziellen Bereichen z.B. der Digitalisierung und Teilen der Produktion, ist in der Textilindustrie im Allgemeinen und im Speziellen in den Regionen, in denen die ERWO Group tätig ist, weiterhin sehr stark. Generell besteht das Risiko, dass Mitarbeitende die ERWO Group verlassen und es dadurch in der Produktion sowie in der Verwaltung zu Wissensverlust kommt. Hier bieten Digitalisierung und neue Technologien die Chance, Mitarbeitende durch eine interessante, moderne und flexible Arbeitsatmosphäre sowie Arbeitsmethoden zu binden, zu motivieren und neue potenzielle Bewerber zu finden und für uns zu begeistern.

IT

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Geschäftsmodelle und Prozesse, spielt die Systemlandschaft der ERWO Group eine signifikante Rolle. Als global agierende Unternehmensgruppe ist es unerlässlich, dass Informationen aktuell, vollständig und korrekt vorliegen und ausgetauscht werden können. Um dies zu gewährleisten, wird kontinuierlich in die IT-Infrastruktur investiert und die Systemlandschaft fortlaufend ausgebaut, um diese den aktuellen Bedingungen - intern wie extern - anzupassen. Darauf aufbauend wurde bereits das Projektmanagement ausgedehnt und entsprechend angepasst.

Der Hauptfokus im Geschäftsjahr 2022 lag bei der Implementierung eines neuen ERP-Systems bei der Südwolle Group und dem weiteren globalen Rollout zusätzlicher Module des bestehenden ERP-Systems bei der Hoftex Group. Mit der Erarbeitung und Implementierung einer E-Commerce-Lösung im Bereich Südwolle Group eröffnen wir uns zusätzliche Vertriebskanäle und nutzen damit Chancen zur weiteren Marktdurchdringung durch Zusatznutzen für unsere Kunden.

Durch die Bedrohung von Systemausfällen und besonders durch vermehrte Cyberangriffe auf Firmensysteme sind wir einem erhöhten IT-Sicherheitsrisiko ausgesetzt. So werden laufend organisatorische und technische Maßnahmen überprüft und im Bedarfsfall umgesetzt. Investitionen in IT-Sicherheit und regelmäßige Schulungen und Prüfung der Mitarbeitenden sind essenzielle Bestandteile unserer Risikovermeidungsstrategie. Zusätzliche Risikoverlagerung erzielten wir durch den Abschluss einer Cyber Security Versicherung im Geschäftsjahr 2022.

Ein großes Risiko stellen Phishing-Mails dar. Neben der permanenten Prüfung und Umsetzung technischer Maßnahmen zum Schutz vor Cyberangriffen, setzten wir im Geschäftsjahr 2022 stark auf die Sensibilisierung unserer Mitarbeitenden durch Schulungen, Mailaktionen und Trainings.

Finanziell

Wechselkurse und Zinsen

Die ERWO Group ist aufgrund ihrer global ausgerichteten Geschäftstätigkeit Risiken und Chancen in Bezug auf Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Diese resultieren in besonderem Umfang aus Schwankungen des US-Dollars (USD), des Chinesischen-Yen (CNY), des Schweizer Franken (CHF) und des Britischen-Pfund (GBP) sowie anderen Währungen, wie zum Beispiel dem Vietnamesischen-Dong (VDN), gegenüber dem Euro. Risiken und Chancen im operativen Geschäft entstehen vor allem, wenn Umsatzerlöse in einer anderen Währung generiert werden als die dazugehörigen Kosten (Transaktionsrisiko). Das daraus resultierende Risiko wird intensiv beobachtet und bei Bedarf werden Devisentermingeschäfte zur Absicherung abgeschlossen. Des Weiteren bestehen Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Umrechnung der Einzelabschlüsse von Konzerngesellschaften außerhalb der Eurozone in die Konzernwährung Euro (Translationsrisiko).

Zinsrisiken und -chancen können für die ERWO Group durch steigende oder sinkende Finanzierungskosten infolge eines Zinsniveauanstiegs oder Zinsniveaurückgangs entstehen. Zur Absicherung gegen mögliche Risiken, werden Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen und die Zinsentwicklungen kontinuierlich beobachtet.

Forderungen

Ausstehende Forderungen von Kunden oder anderweitige Zahlungsverpflichtungen von Drittparteien, denen nicht nachgekommen wird, stellen für die ERWO Group ein nicht unerhebliches Risiko dar. Dem wird entgegengesteuert, indem ein striktes Monitoring der Ausfallrisiken durch das Konzerncontrolling durchgeführt wird. Weiter werden ausstehende Forderungen durch Warenkreditversicherungen gegen Ausfälle und Zahlungsunfähigkeiten der Kunden abgesichert. Die Bonitäten der Kunden werden regelmäßig über die Warenkreditversicherer geprüft sowie durch ein Credit-Insurance-Team überwacht und kontrolliert. Weiterhin wird zur Minimierung des Forderungsausfallrisikos Factoring praktiziert.

Die pandemiebedingt eingeräumten teils deutlich längeren Zahlungsziele wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr sukzessive wieder zurückgefahren, so dass die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Geschäftsjahr 2022 wieder gesunken sind. Ein erhöhtes Maß an Forderungsausfällen war auch im Geschäftsjahr 2022 nicht zu verzeichnen

Liquidität

Für die ERWO Group können Liquiditätsrisiken darin bestehen, dass ausstehenden Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Eine fortlaufende Liquiditätsplanung sowie eine mehrjährige Finanzplanung ermöglichen es, langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorzuhalten. Dadurch werden auch die Zahlungsfähigkeit und finanzielle Flexibilität des Konzerns sichergestellt. Im Oktober 2022 wurde analog zu unserer Finanzstrategie ein Konsortialvertrag mit vierjähriger Laufzeit und einer Verlängerungsoption abgeschlossen. Damit sind eine mittelfristige Finanzierung und ausreichende Liquidität gesichert. Im Rahmen der Konsortialfinanzierung sind bestimmte Covenants einzuhalten, namentlich der Verschuldungsgrad und die Eigenkapitalquote. Eine Nichteinhaltung von Covenants im Zusammenhang mit der Konsortialfinanzierung kann grundsätzlich zu einer Kündigung der gewährten Darlehen führen. Die daraus resultierende Rückzahlungsverpflichtung birgt somit ein potenzielles Risiko für die Finanzlage der Gesellschaft und des Konzerns.

Kapitalmarkt

Die ERWO Holding AG ist durch die Notierung ihres Tochterkonzerns HOFTEX GROUP AG im Freiverkehr an der Börse München indirekt bestimmten Kapitalmarktrisiken, Regulierungsrichtlinien und Gesetzen ausgesetzt. Zu den für den ERWO Konzern relevanten Kapitalmarktrisiken zählt vor allem die Marktpreisschwankung der an der HOFTEX GROUP AG gehaltenen Anteile.

Versicherungen

Durch Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder andere Ereignisse wie Feuer kann es zu Produktionsstopps kommen, die sich negativ auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage auswirken können. Diesen nicht beeinflussbaren externen Risiken, wird durch Abschluss von entsprechenden Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen Rechnung getragen. Zudem werden interne Vorkehrungen und organisatorische Maßnahmen für den Schadeneintrittsfall getroffen. Eine eigene Betriebsfeuerwehr an einigen Standorten der ERWO Group kann bei Eintreten eines Katastrophenfalls schnelle Erstmaßnahmen ergreifen. Neben den bestehenden Hochwasserschutzvorkehrungen und -maßnahmen wurden an dem von einem Überschwemmungsschaden im Jahr 2021 betroffenen Tenowo Standort Hof im Berichtsjahr zusätzliche Maßnahmen, wie z.B. Abschottungsvorrichtungen, geplant und umgesetzt. Prinzipiell können jedoch nicht alle möglichen Schadensszenarien vollständig durch den Abschluss von Versicherungen abgedeckt werden.

Compliance

Wie andere international agierende Unternehmensgruppen auch, ist die ERWO Group verschiedenen Rechts- und Compliance-Risiken ausgesetzt. Dabei geht es um Risiken aus möglichen Rechtsstreitigkeiten und Compliance-Verstößen sowie aus der Nichteinhaltung von regulatorischen Vorgaben. Darüber hinaus unterliegt die ERWO Group weltweit vielfältiger staatlicher Regulierungen im Bereich des Umweltschutzes, Datenschutzes und weiterer gesetzlicher Vorgaben. Die Nichteinhaltung kann zu erheblichen Strafen, Schadensersatzzahlungen und Reputationsverlusten führen. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird eng mit einigen auf die jeweiligen Themen spezialisierten beratenden Anwaltskanzleien zusammengearbeitet. Zur Umsetzung, Koordination und Unterstützung sämtlicher Aktivitäten zur Vermeidung rechtlicher und regulatorischer Risiken haben wir verschiedene Teams und Beauftragte eingesetzt, wie z.B. Datenschutzbeauftragte und Datenschutzkoordinatoren, oder ein Informationssicherheits-Team.

Ein Compliance Beauftragter unterstützt den Vorstand bei der Durchführung von Maßnahmen zur Sicherstellung eines regelkonformen und ethisch korrekten Verhaltens aller Mitarbeitenden im Unternehmen. Es erfolgt eine regelmäßige Sensibilisierung zu verschiedenen Themen der Compliance im Rahmen von E-Learnings sowie Präsenzschulungen für alle Mitarbeitenden. Ergänzt wird dies durch den Erlass von internen Leitlinien und Richtlinien, um Fehlverhalten in der Organisation vorzubeugen.

Darüber hinaus wird ein Übersichtsbericht über unsere Umweltschutzmaßnahmen (Ecobalance) geführt, welcher einmal im Jahr unter anderem auf der Website veröffentlicht wird.

4. Prognosebericht

4.1. Ausblick gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Für das Jahr 2023 wird von einem geringeren Wirtschaftswachstum als im Berichtsjahr 2022 ausgegangen. Die Inflationsrate wird nach dem massiven Anstieg leicht rückläufig eingeschätzt. In Anbetracht der aktuellen geopolitischen Krisen gestaltet sich eine präzise Einschätzung für die konjunkturelle Entwicklung 2023 jedoch schwierig. Für Europa bedeutet die russische Ukraine-Invasion und die damit einher gegangenen geopolitischen Veränderungen eine Zäsur. Es ist davon auszugehen, dass die dadurch entstandenen Energieengpässe, welche wiederum die Inflation befeuern, die europäische und insbesondere die deutsche Wirtschaft weiter stark beeinflussen werden, obwohl die Energiekosten seit dem Peak Mitte 2022 wieder leicht rückläufig sind.

Die überraschenden Aufhebungen der Covid-Restriktionen in China Ende vergangenen Jahres dürften der globalen Konjunktur Auftrieb verleihen und könnten der Volksrepublik letztendlich wieder das Attribut als Zugpferd der Weltwirtschaft zurückbringen.

Der Internationale Währungsfonds prognostizierte für 2023 ein globales Wirtschaftswachstum von 2,9 % sowie eine globale Inflation von 6,6 %. Im Vorjahr lagen die Wachstumsprognosen für 2023 noch über der 3 %-Marke - diese Einschätzungen wurden kürzlich angepasst, da die steigenden Leitzinsen als fiskalpolitische Maßnahme zur Inflationsbekämpfung ein gedämpftes Investitions- und Konsumverhalten befürchten lassen.

Zu Jahresbeginn erwarteten die Konjunkturexperten des IWF weitestgehend positive, aber meist geringe Wachstumsraten. Die Prognosen für die Industriestaaten zeigen eine Steigerung der Wirtschaftsleistung von 1,2 %. Die errechneten Zuwächse des deutschen BIPs belaufen sich auf lediglich 0,1 %. Ebenso bewegen sich die Wachstumserwartungen des gesamten Euroraums mit 0,7 % auf einem niedrigen Niveau (Frankreich: 0,7 %, Italien: 0,6 %, Spanien 1,1 %). Für die USA (1,4 %), Japan (1,8 %) und Kanada (1,5 %) werden im Vergleich der Industriestaaten leicht überdurchschnittliche Wachstumsraten erwartet. Einzig dem Vereinigten Königreich wird bei -0,6 % ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung prognostiziert - selbst für Russland wird trotz umfangreicher westlicher Sanktionen ein Wachstum von 0,3 % angenommen.

Für die Schwellen- und Entwicklungsländer wird ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 4,0 % prognostiziert. Die Wachstumserwartungen für die chinesische Wirtschaft fallen mit einem Zuwachs von 5,2 % besser aus als die der ASEAN-Staaten mit 4,3 %. Für die indische Konjunktur zeichnet sich bei einer Wachstumsprognose von 6,1 % nach hohen Vorjahresraten (2021: 8,7 %, 2022: 6,8 %) ein weiteres Boomjahr ab. Die beiden übrigen BRICS-Staaten Brasilien und Südafrika können bei erwarteten Wachstumsraten von jeweils 1,2 % in dieser Hinsicht nicht mit den asiatischen Ländern mithalten.

4.2. Ausblick branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Ifo-Geschäftsklimaindex hatte sich für Textil und Bekleidung in Folge der russischen Invasion in der Ukraine bis in den Spätsommer hinein sukzessive verschlechtert, hellt sich seither aber wieder auf. Die pessimistische Einschätzung des Konjunkturklimas hatten beide Sparten tendenziell überwiegend parallel - allerdings auf unterschiedlichem Niveau - gesehen: Insgesamt waren die Unternehmen der Bekleidungsbranche stets zuversichtlicher als die Unternehmen der Textilbranche. Hintergrund dafür ist, dass das Textilsegment stärker mit anderen Industriebranchen verflochten ist und die Geschäftsprognosen daher einen ähnlichen Verlauf zeigen wie die der Industrieunternehmen insgesamt.

Umfragen des Gesamtverbandes textil+mode bestätigen der Branche eine Verschlechterung der Lageeinschätzung zum Anfang des Jahres 2023 im Vergleich zum Jahresbeginn 2022. Analog zum Ifo-Index sehen die Umfragen von textil+mode die Krise - insbesondere bei Textil - noch lange nicht als überwunden an. Die Unternehmen schätzen die Gesamtsituation im Vergleich zum Vorkrisenniveau eher schlechter ein. Die Belastungen der Covid-Pandemie waren für die gesamte Textil- und Bekleidungsbranche enorm - der Schwung der konjunkturellen Erholung scheint aktuell unterbrochen oder zumindest abgemildert.

Quelle: ifo-Konjunkturklimaindex für die Segmente Textil und Bekleidung von Feb 2022 bis Feb 2023

Betrachtet man die Kombination aus Auftragsbeständen und der Branchen-Trendentwicklung, so lassen sich meist zumindest kurzfristige Prognosen bezüglich der darauffolgenden Umsätze abschätzen. Gemäß den Angaben des Gesamtverbandes textil+mode sind die Auftragsbestände 2022 im Vergleich zum Vorjahr (2021) wesentlich höher (Textil: 20,1 %, Bekleidung: 21,3 %). Die Auftragseingänge haben sich hingegen im Jahresmittel im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 4,6 % im Textilbereich bzw. um 10,2 % im Bekleidungsbereich erhöht. Die enormen Vorjahressteigerungen lassen allerdings auf Nachholeffekte in Anschluss an die Corona-Krise schließen und es ist davon auszugehen, dass einige Unternehmen noch einen Produktions- und Auslieferungsrückstau haben.

Aktuell ist von einem moderaten Wachstum bei weiter hoher Inflation und steigenden Zinsen auszugehen. Präzise Prognosen sind allerdings schwierig - es bleibt abzuwarten, wie sich die aktuellen geopolitischen Krisen entwickeln.

4.3. Ausblick Geschäftsverlauf

Die Prognose des Vorstands für das Geschäftsjahr 2023 ist nicht nur aufgrund der hohen Unsicherheit in Bezug auf die künftige konjunkturelle Entwicklung weiterhin in stärkerem Maße als sonst mit Unwägbarkeiten behaftet, sondern setzt auch ausdrücklich voraus, dass sich Risiken aus dem militärischen Angriff Russlands auf die Ukraine nicht in einem für die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage signifikanten Maß realisieren.

Geprägt von geopolitischen Spannungen, einer hohen Inflation und den daraus folgenden Auswirkungen auf das Konsum- und Investitionsverhalten, gehen wir von einer Stagnation des Wirtschaftswachstums, insbesondere in Europa aus.

Nach einem herausfordernden Jahr 2022 bleibt auch im Jahr 2023 die Marktsituation schwierig. Das Ziel des Vorstands ist die Stärkung und der Ausbau der guten weltweiten Marktposition, auch in dem derzeitigen herausfordernden Umfeld. Mit dem Bau einer Färberei in Vietnam baut die Südwolle Group weitere Färbekapazitäten in Asien auf und stärkt ihre Position als wichtiger Partner für unsere Bekleidungskunden. Die Tenowo kann mit der Installation von weiteren Vlies-Anlagen in China und USA das Wachstum in den regionalen Märkten zukünftig direkt bedienen. Darüber hinaus setzen die Unternehmen der ERWO Group ihre Programme und Maßnahmen fort, um die Wettbewerbsfähigkeit in ihren Kerngeschäftsfeldern zu steigern. Dafür verstärken wir gruppenweit u. a. die Anstrengungen zur Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung.

Unter der Voraussetzung, dass keine neuen gesamtwirtschaftlichen Verwerfungen auftreten, nehmen wir für das Geschäftsjahr 2023 von einer Stabilisierung der Lage sowohl an den Rohstoffmärkten als auch an den für uns relevanten Absatzmärkten an. Gestiegene Energiekosten sowie die dadurch verursachten Steigerungen bei den Rohstoffkosten werden das Unternehmen weiter belasten, wobei es unser Bestreben ist, diese im höchstmöglichen Umfang an den Markt weiterzugeben. Die im Geschäftsjahr 2022 vorgenommenen Preiserhöhungen werden sich im Jahr 2023 vollständig auswirken und die für 2023 erwarteten Kostensteigerungen werden sich ebenso in höheren Verkaufspreisen niederschlagen. Bei einem stagnierenden Absatzvolumen erwarten wir ein robustes Umsatzwachstum, welches zum einen durch höhere Verkaufspreise und zum anderen durch Veränderungen im Artikelmix erreicht wird.

Sofern sich die aktuellen Annahmen über das Geschäftsjahr 2023 als zutreffend erweisen, erwartet der Vorstand der ERWO Holding AG im Rahmen seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2023 einen Gesamtumsatz in einer Bandbreite zwischen 700 Mio. EUR und 730 Mio. EUR. Ausgehend von den für 2023 angenommenen Rahmenbedingungen erwarten wir ein EBITDA zwischen 60 Mio. EUR bis 70 Mio. EUR und ein EBIT zwischen 32 Mio. EUR bis 38 Mio. EUR, was in etwa dem Niveau von 2022 entspricht.

Als Risiken in der Planung sind insbesondere steigende Preise auf der Beschaffungsseite (Rohstoff, Energie) und steigende Personalkosten bei stagnierender Nachfrage auf der Kundenseite zu nennen. Unter diesen Umständen wird es eine Herausforderung sein, das Budget 2023 zu erreichen.

Die Prognose enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf gegenwärtigen Annahmen, Planungen und Prognosen der Unternehmensleitung basieren. Risiken und Ungewissheiten können dazu führen, dass die tatsächliche Geschäftsentwicklung von den hier abgegebenen Einschätzungen sowohl positiv als auch negativ von der Prognose abweicht.

 

Schwaig bei Nürnberg, den 5. Mai 2023

ERWO Holding AG

Klaus Steger, Vorstand

Manuela Spörl, Vorstand

Manfred Heinrich, Vorstand

Hans-Georg von Schuh, Vorstand

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

EUR 31.12.2022
EUR
Vorjahr
TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.660.689 8.432
2. Geschäfts- oder Firmenwert 136.909 267
3. Geleistete Anzahlungen 3.241.719 814
10.039.317 9.513
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 99.883.086 103.155
2. Technische Anlagen und Maschinen 95.403.423 113.852
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.124.512 15.406
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 27.111.201 8.351
236.522.223 240.764
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2 0
2. Sonstige Beteiligungen 17.757 18
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 753.683 678
4. Sonstige Ausleihungen 1.227 1
772.669 697
247.334.209 250.974
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 142.719.417 124.882
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 24.954.652 22.502
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 193.668.210 158.941
4. Geleistete Anzahlungen 5.760.591 5.127
367.102.870 311.452
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 86.695.858 88.233
2. Sonstige Vermögensgegenstände 20.985.201 16.454
107.681.059 104.687
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 57.181.099 57.999
531.956.028 474.138
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.869.283 1.872
D. Aktive latente Steuern 3.638.287 2.886
784.806.807 729.870

Passiva

EUR 31.12.2022
EUR
Vorjahr
TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 23.500.000 23.500
II. Kapitalrücklage 30.469.564 30.469
III. Gewinnrücklagen 267.289.031 267.250
IV. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung 11.049.165 11.519
V. Konzernbilanzgewinn 106.996.580 87.944
VI. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 23.569.581 23.748
462.873.921 444.430
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 9.923.715 11.860
2. Steuerrückstellungen 448.797 252
3. Sonstige Rückstellungen 14.574.681 10.831
24.947.193 22.943
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 205.434.129 161.750
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 6.325.218 7.381
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 61.936.714 73.145
4. Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel 1.309.378 536
5. Sonstige Verbindlichkeiten 18.140.689 16.639
293.146.128 259.451
D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.897.589 1.024
E. Passive latente Steuern 1.941.976 2.022
784.806.807 729.870

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

EUR 2022
EUR
Vorjahr
TEUR
1. Umsatzerlöse 664.843.420 586.788
2. Erhöhung (Vorjahr: Verminderung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 36.549.693 -13.904
3. Sonstige betriebliche Erträge 36.824.967 29.323
738.218.080 602.207
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -441.134.439 -339.126
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -27.602.699 -17.198
-468.737.138 -356.324
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -93.100.527 -84.305
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -19.203.794 -17.669
-112.304.321 -101.974
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -29.489.495 -30.878
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -91.432.058 -80.955
36.255.068 32.076
8. Erträge aus Beteiligungen 1.103 1
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 152.364 203
10. Zuschreibungen auf Finanzanlagen 231.874 50
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen -7.173 0
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -5.759.701 -3.952
-5.381.533 -3.698
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -6.822.043 -4.479
14. Ergebnis nach Steuern 24.051.492 23.899
15. Sonstige Steuern -1.536.226 -1.543
16. Konzernjahresergebnis 22.515.266 22.356
17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 84.888.461 67.348
18. Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Konzernjahresergebnis -407.147 -1.760
19. Konzernbilanzgewinn 106.996.580 87.944

Amtsgericht Nürnberg HRB 9560

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

A. Konsolidierungskreis

Soweit nicht anders vermerkt, erfolgt die Vollkonsolidierung der Tochterunternehmen gemäß § 290 Abs. 2 Nr. 1 HGB.

Der Kreis der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen setzt sich wie folgt zusammen:

Muttergesellschaft: ERWO Holding AG, Schwaig bei Nürnberg, mit ihren Tochtergesellschaften Anteil am Kapital
%
- Südwolle Group GmbH, Schwaig bei Nürnberg 1 100,00
- van Delden GmbH, Schwaig bei Nürnberg 1 100,00
- HOFTEX GROUP AG, Hof 84,69
- Südsonne GmbH & Co. KG, Schwaig bei Nürnberg 1 100,00
- Südsonne Verwaltungs GmbH, Schwaig bei Nürnberg 2 100,00
- ERWO Immobilien und Beteiligungen GmbH & Co. KG, Schwaig bei Nürnberg 1 100,00
- ERWO Immobilien und Beteiligungen Verwaltungs GmbH, Schwaig bei Nürnberg 3 100,00
- ISBE Holding AG, Interlaken, Schweiz 100,00

Der Südwolle Teilkonzern per 31. Dezember 2022 besteht aus folgenden Gesellschaften:

Muttergesellschaft: Südwolle Group GmbH, Schwaig bei Nürnberg, mit ihren Tochtergesellschaften Anteil am Kapital
%
- Suedwolle Group Italia S.p.A., Gaglianico (Biella), Italien 100,00
- Ecogroup E.o.o.d., Plovdiv, Bulgarien 100,00
- Suedwolle Group South Africa Pty Ltd., Port Elizabeth, Südafrika 4 100,00
- Gruppo Tessile Industriale S.p.A., Verrone (Biella), Italien 80,00
- Richter Färberei- und Ausrüstungs GmbH, Stadtallendorf 1 100,00
- Suedwolle Group North America Ltd., Scarborough, Kanada 100,00
- Suedwolle Group USA Inc., Mount Airy, USA 100,00
- Suedwolle Group UK Ltd., Huddersfield, Großbritannien 100,00

Der HTG Teilkonzern per 31. Dezember 2022 besteht aus folgenden Gesellschaften:

Muttergesellschaft: HOFTEX GROUP AG, Hof, mit ihren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften Anteil am Kapital
%
- Hoftex Färberei GmbH, Hof 5 100,00
- Hoftex Färberei Betriebs GmbH, Hof 5 100,00
- Tenowo GmbH, Hof 5 100,00
- Tenowo Hof GmbH, Hof 5 100,00
- Tenowo Reichenbach GmbH, Hof 5 100,00
- Tenowo Mittweida GmbH, Hof 5 100,00
- Tenowo Inc., Lincolnton, USA 100,00
- Tenowo Huzhou New Materials Co. Ltd., Huzhou, China 100,00
- Tenowo de Mexico S. de R.L. de C.V., San Luis Potosi, Mexiko 100,00
- Resintex Industriale S.r.l., Mailand, Italien 100,00
- Neutex Home Deco GmbH, Münchberg 5 100,00
- Neutex Betriebs GmbH, Münchberg 5 100,00
- SC Textor S.A., Targu Mures, Rumänien 100,00
- Feinspinnerei Hof GmbH, Hof 100,00
- Hoftex Immobilien I GmbH, Hof 5 100,00
- Wohlfahrtseinrichtung der Vogtländischen Baumwollspinnerei AG e.V.
(vollkonsolidiert i.S.d. § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB i.V.m. DRS 19) -

1 Die gekennzeichneten Unternehmen machen von den Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB (für Personenhandelsgesellschaften) teilweise bzw. in vollem Umfang Gebrauch.

2 Das gekennzeichnete Unternehmen ist unbeschränkt haftende Gesellschafterin der Südsonne GmbH & Co. KG.

3 Das gekennzeichnete Unternehmen ist unbeschränkt haftende Gesellschafterin der ERWO Immobilien und Beteiligungen GmbH & Co. KG.

4 100 % der Anteile werden von der Suedwolle Group Italia S.p.A., Gaglianico (Biella), Italien, gehalten.

5 Die gekennzeichneten Unternehmen machen von den Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB teilweise bzw. in vollem Umfang Gebrauch.

Der ISBE Holding AG, Interlaken, Schweiz, Teilkonzern per 31.12.2022 besteht aus folgenden Gesellschaften:

Muttergesellschaft: ISBE Holding AG, Interlaken, mit ihren Tochtergesellschaften: Anteil am Kapital
%
- ISBE Jiangsu Investment Co. Ltd., Jiangsu, China 100,00
- Zhangjiagang Yangtse Spinning Co. Ltd., Zhangjiagang, China 97,00
- Jiangyin Shenglong Textile Treatment Co. Ltd., Jiangyin, China 66,28
- Zhangjiagang Yangtse Dyeing Co. Ltd., Zhangjiagang, China 100,00
- Suedwolle Group Shanghai Trading Co. Ltd., Shanghai, China 100,00
- East West Spinning Sp. z o.o., Lodz, Polen 100,00
- Silvania Worsted Spinning s.r.l., Simleu, Rumänien 100,00
- Dalat Worsted Spinning Ltd., Da Lat City, Vietnam 90,00
- ERWO Australia Pty. Ltd., Winchelsea, Australien 57,50
- Mount Hesse Pty. Ltd., Winchelsea, Australien 57,50
- Jadeboard 2015 Ltd., Kowloon, Hong Kong 100,00

Daneben bestehen Beteiligungen, die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind.

Anmerkungen zum Jahresergebnis und zum Eigenkapital unterbleiben gemäß § 313 Abs. 3 Satz 4 HGB.

Im Geschäftsjahr 2022 haben sich folgende gesellschaftsrechtliche Änderungen ergeben, die aber keine Auswirkungen auf den Konsolidierungskreis haben:

Die Anteile an der HOFTEX GROUP AG, Hof, wurden um 0,09 % auf 84,78 % aufgestockt.

Die Südwolle GmbH & Co. KG, Schwaig, wurde auf die Südwolle Group GmbH, Schwaig, mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2022 angewachsen.

Die know your stuff GmbH, Schwaig, wurde konzernintern auf die ERWO Holding AG, Schwaig, verschmolzen. Die Verschmelzung erfolgte mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2022.

Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2022 wurde die Hoftex GmbH, Hof, auf die HOFTEX GROUP AG, Hof, verschmolzen.

Die Gesellschaften Suedwolle Group North America Ltd., Scarborough, Suedwolle Group USA Inc., Mount Airy, und Suedwolle Group UK Ltd., Huddersfield, wurden von der ERWO Holding AG, Schwaig, an die Südwolle Group GmbH, Schwaig, veräußert. Die Gesellschaft Jadeboard 2015 Ltd., Kowloon, wurde von der ERWO Holding AG, Schwaig, an die ISBE Jiangsu Investment Co. Ltd., Jiangsu, übertragen. Die wirtschaftliche Wirkung war bei allen Vorgängen ebenfalls zum 1. Januar 2022.

B. Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 der ERWO Holding AG wurde auf der Grundlage des Handelsgesetzbuchs und der einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes erstellt. Darstellung, Gliederung und Bewertung des Konzernabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen.

Für Erstkonsolidierungen aus der Zeit vor dem 1. Januar 2010 erfolgt die Kapitalkonsolidierung gemäß Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB nach der Buchwertmethode. Für Erstkonsolidierungen ab diesem Zeitpunkt erfolgt diese nach der Neubewertungsmethode, bei der das Eigenkapital des Tochterunternehmens zum Erstkonsolidierungszeitpunkt vollständig zum beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten bewertet wird. Die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode erfolgt durch Verrechnung des Kaufpreises mit dem neubewerteten Konzernanteil am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung unter Fortführung der Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung.

Aktivische Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden grundsätzlich den Vermögensgegenständen der Tochtergesellschaften zugerechnet bzw. als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer begründet sich hauptsächlich in der kurzfristigen Vertragsdisposition mit den Abnehmerkreisen.

Nicht dem Konzern zuzurechnende Anteile am Eigenkapital sind unter der Position "Anteile nicht beherrschender Gesellschafter" innerhalb des Eigenkapitals gesondert ausgewiesen.

Werden nach Erlangung des beherrschenden Einflusses weitere Anteile an einem Tochterunternehmen erworben oder verkauft, ohne dass sich der Status als Tochterunternehmen ändert, wird die Transaktion gemäß dem Wahlrecht in DRS 23.171 ff. als Kapitalvorgang behandelt.

Zwischenergebnisse, konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen gegen einbezogene und Verbindlichkeiten gegenüber einbezogenen Unternehmen werden eliminiert.

Soweit das Jahresergebnis aufgrund ergebniswirksamer Konsolidierungsmaßnahmen von der Summe der Ergebnisse der Einzelabschlüsse abweicht, wurde ein Abgrenzungsbetrag für latente Steuern nach § 306 HGB gebildet.

Im Konzernabschluss erfolgt die Umrechnung der Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen ausländischen Tochtergesellschaften mit dem Mittelkurs am Bilanzstichtag. Auf die Eigenkapitalpositionen wurden die historischen Kurse angewendet. Die Aufwendungen und Erträge der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Die Umrechnungsunterschiede aus Stichtagskurs und Durchschnittskurs sind innerhalb des Konzerneigenkapitals unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen.

C. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeines

Die Jahresabschlüsse bzw. Reporting Packages der einbezogenen Konzernunternehmen werden grundsätzlich nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

Das Geschäftsjahr läuft vom 1. Januar bis zum 31. Dezember eines jeden Kalenderjahres.

Sämtliche Davon-Angaben zu Posten der Konzernbilanz sowie der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden einheitlich im Konzernanhang gemacht.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bewertet, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen. Entfällt der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung in Folgejahren, so wird eine Zuschreibung maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. Die planmäßigen Abschreibungen wurden unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, die zwischen fünf und zehn Jahren beträgt, grundsätzlich nach der linearen Methode errechnet. Für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände besteht nach § 248 Abs. 2 HGB ein Aktivierungswahlrecht in Höhe der Herstellungskosten, soweit es sich hierbei nicht um selbst geschaffene Marken, Drucktitel, Verlagsrechte, Kundenlisten oder vergleichbare immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens handelt. Das Wahlrecht wurde unverändert nicht in Anspruch genommen.

Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen die direkt zurechenbaren Einzelkosten und angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Bewertung einbezogen. Die planmäßigen Abschreibungen wurden unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer grundsätzlich nach der linearen Methode und ggf. unter Berücksichtigung mehrschichtiger Nutzung errechnet. Die Nutzungsdauern für Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie sonstige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens orientieren sich an den steuerlichen Abschreibungstabellen (Mindestsätze) und Erfahrungswerten. Entfällt der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung in Folgejahren, so wird eine Zuschreibung maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen.

Finanzanlagen

Vermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Zwischenzeitliche Wertaufholungen werden mittels entsprechender Zuschreibung bis höchstens zu den historischen Anschaffungskosten nachgezogen.

Vorräte

In den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit den Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Tagespreis des Beschaffungsmarktes am Bilanzstichtag angesetzt. Fertige und unfertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet; niedrigere Wiederbeschaffungs-, Wiederherstellungskosten oder realisierbare Preise am Bilanzstichtag werden durch Abschreibungen auf den niedrigsten Wert berücksichtigt. Bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip der verlustfreien Bewertung beachtet. Für Verwertungsrisiken sind angemessene Abschreibungen vorgenommen worden. Die Herstellungskosten enthalten Materialeinzel- und Materialgemeinkosten, Fertigungseinzel- und Fertigungsgemeinkosten, den fertigungsbedingten Werteverzehr des Anlagevermögens sowie betriebliche Verwaltungskosten. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Erkennbare Risiken werden durch entsprechende Wertberichtigungen berücksichtigt.

Latente Steuern

Latente Steuern werden auf Basis des Temporary-Konzepts gebildet. Dementsprechend wird in den Einzelabschlüssen der einbezogenen Gesellschaften ein Passivposten für latente Steuern gebildet, wenn sich zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen ergeben, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, und sich daraus eine Steuerbelastung ergibt. Ergeben sich aus den unterschiedlichen Wertansätzen künftig Steuerentlastungen, so erfolgt eine Berücksichtigung maximal bis zur Höhe passiver latenter Steuern aus anderen Bewertungsdifferenzen. Ein Überhang der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern wird nicht aktiviert. Bei inländischen Gesellschaften wurden die latenten Steuern unter Zugrundelegung eines unternehmensspezifischen Ertragsteuersatzes ermittelt, der zwischen 11 % und 27 % liegt. Bei den ausländischen Tochtergesellschaften wurde der im jeweiligen Land gültige Steuersatz, der zwischen 15 % und 30 % liegt, verwendet.

Soweit sich aus den Vorschriften zur Vollkonsolidierung (§§ 300 bis 307 HGB) zusätzliche Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und deren steuerlichen Wertansätzen ergeben, die sich in späteren Zeiträumen voraussichtlich ausgleichen, wurden aktive und passive latente Steuern angesetzt, die mit der pauschalen Steuerquote von 27 % ermittelt wurden. Gemäß dem Wahlrecht nach § 306 HGB werden diese nicht saldiert.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Bei der Bewertung des Erfüllungsbetrags wurde eine angemessene Kostensteigerung berücksichtigt. Längerfristige Rückstellungen wurden mit den Zinssätzen nach RückAbzinsV abgezinst.

Die Pensionsrückstellungen der ERWO Gruppe werden nach den versicherungsmathematischen Grundsätzen mithilfe der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck berechnet. Dabei sind - soweit Erhöhungen erfolgen - die Lohn- und Gehaltssteigerungen mit 2,0 % p.a. und jährliche Rentenanpassungen zwischen 1,5 % und 2,5 % entsprechend berücksichtigt. Da es sich um einen geschlossenen Bestand handelt, wurde keine Fluktuation berücksichtigt. Für die Abzinsung wurde pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt. Als Abzinsungsfaktor wurde der von der Deutschen Bundesbank auf den Bilanzstichtag ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 1,78 % angesetzt. Der sich aus der sieben- und zehnjährigen Durchschnittsbetrachtung ergebende Unterschiedsbetrag beträgt TEUR 499 (Vorjahr: TEUR 1.129). Aufwendungen infolge von Änderungen des Marktzinssatzes werden im Zinsaufwand ausgewiesen.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Währungsumrechnung

Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs zum Transaktionszeitpunkt oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Forderungen in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden - soweit keine Bewertungseinheiten vorliegen - mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen werden mit ihrem Umrechnungskurs zum Transaktionszeitpunkt oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Bewertungseinheiten

Soweit Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet werden, werden diese nach der sog. "Einfrierungsmethode" bilanziert.

Derivative Finanzinstrumente

Devisentermingeschäfte

Die Zeitwerte der Devisentermingeschäfte werden von Kontrahentenbanken anhand anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt und der Gesellschaft mitgeteilt.

Zinsswapgeschäfte

Die Zeitwerte von Zinsswapgeschäften werden von Kontrahentenbanken anhand von anerkannten Bewertungsmethoden unter Zugrundelegung der jeweiligen Zinsstrukturkurven ermittelt und der Gesellschaft mitgeteilt.

Erträge und Aufwendungen

Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt, sobald die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind bzw. der Gefahrenübergang auf den Kunden erfolgt ist. Umsatzerlöse werden nach Abzug von Rabatten und Skonti ausgewiesen. Sonstige betriebliche Erträge bzw. betriebliche Aufwendungen werden mit Erbringung bzw. Inanspruchnahme der Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Realisierung bzw. Verursachung als Ertrag bzw. Aufwand erfasst. Erforderlichenfalls werden Zahlungen abgegrenzt, um sie periodengerecht als Ertrag bzw. Aufwand zu erfassen. Zuschreibungen auf Immaterielle Anlagen und Sachanlagen werden grundsätzlich in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Zinsen werden zeitanteilig mit dem Betrag, der auf das Geschäftsjahr entfällt, als Aufwand bzw. Ertrag erfasst.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

D. Erläuterungen zur Konzernbilanz

Entwicklung des Anlagevermögens

Die Entwicklung des Anlagevermögens des Konzerns ist im Anlagengitter als Anlage zu diesem Konzernanhang dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert zum Vorjahr nominal TEUR 23.500 und ist eingeteilt in 23.500.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1,00. Alle Aktien lauteten auf den Inhaber und sind vinkuliert.

Die Kapitalrücklage beträgt unverändert zum Vorjahr TEUR 30.469 und umfasst mit TEUR 26.448 ein Agio aus der Verschmelzung der ERWO Holding AG und der ESS Holding AG, Schwaig (HRB 27619), das in die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB eingestellt wurde.

Teile des grundsätzlich frei verfügbaren Eigenkapitals der Muttergesellschaft unterliegen der Ausschüttungssperre. Der Gesamtbetrag nach den §§ 253 Abs. 6 und 268 Abs. 8 HGB beträgt TEUR 391 (Vorjahr: TEUR 1.139) und resultiert aus dem Unterschiedsbetrag, der sich bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen zwischen der sieben- und zehnjährigen Durchschnittsbetrachtung ergibt (TEUR 283, Vorjahr: TEUR 761) und den Vermögensgegenständen, die nach § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden (TEUR 108, Vorjahr: TEUR 378).

Rückstellungen
in TEUR
31.12.2022 31.12.2021
Rückstellungen für Pensionen 9.924 11.860
Steuerrückstellungen 449 252
Sonstige Rückstellungen 14.574 10.831
24.947 22.943

Abweichend zum Vorjahr werden die Abfertigungsrückstellungen (TEUR 2.405; Vorjahr: TEUR 2.338) nicht mehr in den Rückstellungen für Pensionen, sondern unter den Sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus dem Personalbereich, Gewährleistungen, Rechts- und Prozesskosten sowie ausstehende Rechnungen.

Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB sind Rückdeckungsversicherungsguthaben, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, mit diesen Verpflichtungen verrechnet worden. Die Anschaffungskosten der verrechneten Vermögenswerte betragen TEUR 9.510 (Vorjahr: TEUR 9.580), die von den Versicherungsunternehmen mitgeteilten Zeitwerte der Vermögenswerte belaufen sich auf insgesamt TEUR 9.618 (Vorjahr: TEUR 9.958), der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt TEUR 13.185 (Vorjahr: TEUR 13.085). Es ergibt sich ein passiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von TEUR 3.567 (Vorjahr: TEUR 3.127).

Nach § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB und dessen Auslegung in DRS 19 (Bekanntmachung 20. Dezember 2019) sind Unterstützungskassen in den Konzernabschluss einzubeziehen. Diese Rechtsauffassung hat zur Folge, dass auch die Unterstützungskasse der Hoftex Group in den Konzernabschluss einzubeziehen ist. Die Unterstützungskasse hat einen Großteil ihrer Verpflichtungen über Lebensversicherungen ausfinanziert. Die Ansprüche an die Versicherung haben zum Bilanzstichtag einen Zeitwert von TEUR 1.363 (Vorjahr: TEUR 1.409). Die Pensionsverpflichtungen, bewertet nach § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB belaufen sich auf TEUR 2.488 (Vorjahr: TEUR 2.572). Der verbleibende Verpflichtungsüberhang in Höhe von TEUR 1.125 (Vorjahr: TEUR 1.163) wird in der Konzernbilanz gemäß Art. 28 Abs. 1 EGHGB nicht angesetzt.

Der Zinsaufwand aus den Pensionsverpflichtungen beträgt TEUR 321 (Vorjahr: TEUR 427) und ist in der Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsaufwand ausgewiesen. Der Aufwand aus dem Pensionsvermögen beläuft sich auf TEUR 212 (Vorjahr: Ertrag von TEUR 5) und wird im Zinsaufwand saldiert ausgewiesen.

Verbindlichkeiten
in TEUR
31.12.2022 Restlaufzeit
gesamt bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 205.434 149.370 45.171 10.893
Erhaltene Anzahlungen 6.325 6.325 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 61.937 61.937 0 0
Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel 1.309 1.309 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 18.141 18.141 0 0
293.146 237.082 45.171 10.893
Verbindlichkeiten
in TEUR
31.12.2021 Restlaufzeit
gesamt bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 161.750 111.223 46.134 4.393
Erhaltene Anzahlungen 7.381 7.381 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 73.145 73.145 0 0
Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel 536 536 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 16.639 16.639 0 0
259.451 208.924 46.134 4.393

Die durch Grundschulden besicherten Darlehen betragen TEUR 3.254.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zum 31.12.2022 mit einem Betrag von TEUR 4.800 durch Sicherungsübereignungen besichert. Das besicherte Darlehen valutiert zum 31. Dezember 2022 mit TEUR 2.571.

Des Weiteren sind Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zum 31.12.2022 mit einem Betrag von TEUR 60.631 durch Sicherungsübereignungen betreffend das inländische bewegliche Umlaufvermögen (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Halbfertigfabrikate und Fertigwaren, somit das gesamte Warenlager mit seinem jeweils wechselnden Bestand an den Standorten Hof Moschendorf und Stadtallendorf) besichert. Das besicherte Darlehen valutiert zum 31. Dezember 2022 mit TEUR 78.750.

Die HOFTEX GROUP AG und ihre Tochtergesellschaften bilden gegenüber den kreditgebenden Banken einen gesamtschuldnerischen Haftungsverbund. D.h. grundsätzlich haftet jede einzelne Gesellschaft bis zur vollen Höhe des Gesamtbetrags (§ 421 BGB). Der besicherte Kreditrahmen beläuft sich auf insgesamt TEUR 51.000. Er ist zum Abschlussstichtag mit TEUR 23.125 (Vorjahr: TEUR 10.000) in Anspruch genommen.

Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen auf Steuern TEUR 5.122 (Vorjahr: TEUR 3.226). Die Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit betragen TEUR 1.473 (Vorjahr: TEUR 1.351).

Latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern ergeben sich im Wesentlichen aus Differenzen bei den Sachanlagen, Vorräten, Pensionsrückstellungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten. Darüber hinaus bestehen steuerliche Verlustvorträge. Passive latente Steuern ergeben sich aus Differenzen bei den Sachanlagen, Vorräten sowie Forderungen.

In den Jahresabschlüssen wurden latente Steuern angesetzt, wenn sich insgesamt ein Überhang der passiven latenten Steuern über die aktiven latenten Steuern ergab. Die sich aus Konsolidierungsmaßnahmen ergebenden aktiven und passiven latenten Steuern wurden ausnahmslos in der Konzernbilanz berücksichtigt.

Die latenten Steuersalden haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

In TEUR 2022 2021 Veränderung
Aktive latente Steuern 3.638 2.886 752
Passive latente Steuern 1.942 2.022 -80

E. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatz nach Bereichen
in TEUR
2022 2021
Südwolle Group 508.396 444.758
Hoftex 7.137 7.495
Tenowo 132.552 114.818
Neutex 11.242 12.980
Sonstiges 5.516 6.737
664.843 586.788
Umsatz nach Regionen
in TEUR
2022 2021
Bundesrepublik Deutschland 71.641 69.387
EU-Länder 220.496 186.662
Drittländer 372.706 330.739
664.843 586.788

Sonstige betriebliche Erträge

Diese Position enthält unter anderem Erträge aus Kursdifferenzen und Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 19.086 (Vorjahr: TEUR 9.738), aus Versicherungsentschädigungen für Sachschäden und für Erlöseinbußen infolge einer Betriebsunterbrechung aus einem in 2021 entstandenen Hochwasserschaden am Vliesstandort Hof in Höhe von TEUR 8.473 (Vorjahr: TEUR 7.700), aus Förderungen wegen Energiekrise in Höhe von TEUR 2.976 (Vorjahr: TEUR 520), aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.774 (Vorjahr: TEUR 1.260), aus dem Abgang von Anlagevermögen in Höhe von TEUR 1.070 (Vorjahr: TEUR 3.835), aus dem Eingang abgeschriebener Forderungen und der Herabsetzung nicht mehr benötigter Wertberichtigungen zu Forderungen von TEUR 72 (Vorjahr: TEUR 714).

Personalaufwand
in TEUR
2022 2021
Löhne und Gehälter 93.100 84.305
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 19.204 17.669
(davon für Altersversorgung) (1.129) (1.492)
112.304 101.974
Im Jahresdurchschnitt waren beschäftigt 2022 2021
Angestellte 796 767
Arbeiter 3.326 3.194
4.122 3.961

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten folgende Positionen:

Sonstige betriebliche Aufwendungen
in TEUR
2022 2021
Betriebsaufwand 17.338 16.183
Instandhaltung 18.345 19.715
Verwaltung 26.078 21.260
Vertrieb 11.932 9.725
Übrige 17.739 14.072
91.432 80.955

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Kursdifferenzen aus der Währungsumrechnung von insgesamt TEUR 17.022 (Vorjahr: TEUR 12.247) sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 182 (Vorjahr: TEUR 410) enthalten.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellung in Höhe von TEUR 394 (Vorjahr: TEUR 427) enthalten.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten latente Steuererträge in Höhe von TEUR 645 (Vorjahr: latenter Steueraufwand von TEUR 708).

F. Sonstige Angaben zum Konzernabschluss

Außerbilanzielle Geschäfte

Es besteht eine Vereinbarung über den revolvierenden Verkauf von ausgewählten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen eines sog. "echten" Factorings mit einem Volumen von bis zu TEUR 20.500. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen in Höhe von TEUR 8.512 (Vorjahr: TEUR 6.744) verkauft. Das Factoring dient der kurzfristigen Verbesserung der Kapitalstruktur und Liquidität. Sämtliche Forderungsausfallrisiken gehen auf den Forderungskäufer über.

Haftungsverhältnisse

In TEUR 2022 2021
Bürgschaftsverpflichtungen 70 82

Aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit und der aktuellen Unternehmensplanungen gehen wir nicht von einer Inanspruchnahme aus.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Mietverträgen sowie aus Bestellobligen in Höhe von TEUR 4.195 (Vorjahr: TEUR 4.687).

Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Die ERWO Immobilien und Beteiligungen GmbH & Co. KG, Schwaig bei Nürnberg hat zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos eines variabel verzinslichen Darlehens in Höhe von nominal TEUR 3.254 ein Zinsswapgeschäft mit gleichem Nominalvolumen abgeschlossen. Das Zinsswapgeschäft weist zum 31. Dezember 2022 einen beizulegenden Zeitwert von TEUR 289 auf. Das Zinsswapgeschäft hat eine Laufzeit bis längstens 31. Juli 2029. Sein Nominalwert vermindert sich analog zum Tilgungsplan des Darlehens. Ein Bilanzansatz des Swapgeschäfts mit dem beizulegenden Zeitwert ist nicht erfolgt, da das Derivat in eine Bewertungseinheit mit dem Darlehen (Mikrohedge) einbezogen wird. Das Darlehen wird zum 3-Monats-EURIBOR zzgl. einer Marge verzinst und nach einem Tilgungsplan getilgt.

Aus dem Zinsswap erhält die Gesellschaft einen variablen Zins und zahlt jeweils einen festen Zinssatz. Die Zinstermine von Darlehen und jeweiligem Zinsswap sind identisch. Die Risiken ebenso wie die Zahlungsstromschwankungen aus dem Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich vollständig aus, da sie jeweils identisch hinsichtlich Nominalbetrag, Währung, Basiszinssatz und Feststellungstagen sind. Aufgrund dieses vollständigen Ausgleichs erübrigt sich eine weitere Ermittlung der Wirksamkeit.

In der Südwolle Group GmbH bestehen zum Stichtag folgende derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten:

Variabel verzinsliche Darlehen in Höhe von TEUR 2.464 (Vorjahr: TEUR 0) wurden zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos jeweils mit einem Zinsswap zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst (Microhedge). Die Darlehen werden mit einer Ausnahme zum 3-Monats-EURIBOR zzgl. einer Marge verzinst und nach einem Tilgungsplan getilgt. Lediglich ein Darlehen wird zum 6-Monats-EURIBOR zzgl. einer Marge verzinst. Der Nominalbetrag des jeweiligen Zinsswaps entspricht dem Nominalbetrag des jeweiligen Darlehens und reduziert sich entsprechend dem Tilgungsplan des jeweiligen Darlehens über dieselbe Laufzeit.

Aus den Zinsswaps erhält die Südwolle Group GmbH einen variablen Zins in Höhe des 3-Monats-EURIBORs bzw. des 6-Monats-EURIBORs und zahlt jeweils einen festen Zinssatz. Die Zinstermine von Darlehen und jeweiligen Zinsswaps sind identisch. Die Risiken ebenso wie die Zahlungsstromschwankungen aus dem Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich vollständig aus, da sie jeweils identisch hinsichtlich Nominalbetrag, Währung und Feststellungstagen sind.

Zum Bilanzstichtag waren daher keine Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden. Die beizulegenden positiven Zeitwerte betrugen insgesamt TEUR 26 (Vorjahr: TEUR 0).

Am 17.10.2022 hat die Südwolle Group GmbH einen Konsortialkreditvertrag mit einem Gesamtvolumen von 135.000 TEUR geschlossen. Die Laufzeit der Finanzierung beträgt vier Jahre, d.h. bis zum 17.10.2026, und kann bei Zustimmung der Kreditgeber um bis zu zwei Jahre verlängert werden. Die Inanspruchnahme zum 31. Dezember 2022 beträgt 78.750 TEUR. Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos wurden 48.750 TEUR jeweils mit einem Zinsswap zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst (Microhedge). Die Darlehen werden zum 3-Monats-EURIBOR zzgl. einer Marge verzinst und nach einem Tilgungsplan getilgt. Der Nominalbetrag des jeweiligen Zinsswaps entspricht dem Nominalbetrag des jeweiligen Darlehens und reduziert sich entsprechend dem Tilgungsplan des jeweiligen Darlehens über dieselbe Laufzeit.

Aus den Zinsswaps erhält die Südwolle Group GmbH einen variablen Zins in Höhe des 3-Monats-EURIBORs und zahlt jeweils einen festen Zinssatz. Die Zinstermine von Darlehen und jeweiligen Zinsswaps sind identisch. Die Risiken ebenso wie die Zahlungsstromschwankungen aus dem Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich vollständig aus, da sie jeweils identisch hinsichtlich Nominalbetrag, Währung und Feststellungstagen sind.

Zum Bilanzstichtag waren daher keine Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden. Die beizulegenden negativen Zeitwerte betrugen insgesamt TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 0).

Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken von variabel verzinslichen langfristigen Bankverbindlichkeiten wurden von der HOFTEX GROUP AG zwei Zinsswaps mit Floor abgeschlossen, um das Risiko aus künftigen Zinssteigerungen zu begrenzen. Sie stehen in Sicherungsbeziehungen (Mikro-Hedges) zu den bilanzierten Darlehen. Die Sicherungsgeschäfte bilden deckungsgleich die Merkmale der originären Finanzgeschäfte ab. Die korrespondierenden Aufwendungen und Erträge werden saldiert im Zinsaufwand erfasst.

Für die von der Gesellschaft aktuell abgeschlossenen drei Zinssicherungsgeschäfte ergeben sich zum 31. Dezember 2022 folgende, ausschließlich positive, beizulegenden Zeitwerte:

Nominalbetrag Fälligkeit Beizulegender Zeitwert Strike
Mio. EUR 8,1 16.12.2025 TEUR 343 0,68 %
Mio. EUR 15,0 31.12.2026 TEUR 789 1,75 %

Darüber hinaus bestehen derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken. Die Südwolle Group GmbH fakturiert Warenverkäufe an Kunden in GBP. Zum Bilanzstichtag bestehen daraus in GBP lautende abzusichernde Grundgeschäfte aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Guthaben bei Kreditinstituten. Den Zahlungseingängen in GBP stehen keine ausreichenden Mittelabflüsse in GBP entgegen, um das Risiko aus nachteiligen Änderungen von Fremdwährungskursen ausgleichen zu können. Der regelmäßige Unterhang an Zahlungsausgängen in GBP wird daher mit Termingeschäften (Verkauf) bei Kreditinstituten ausgeglichen.

Alle Fremdwährungssicherungsgeschäfte werden in Makro-Hedge-Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die gegenläufigen Zahlungsströme haben sich aufgrund weitgehender Laufzeit- und Volumenkongruenz bis Februar 2023 ausgeglichen.

Der Umfang der in die Bewertungseinheiten einbezogenen Vermögensgegenstände, bewertet mit den Stichtagskursen zum 31.12.2022 ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

TGBP TEUR
Forderungen 799 900
Bankguthaben 195 220
Grundgeschäfte gesamt 994 1.120
Absicherung -994 -1.120

Zudem tätigt die Südwolle Group GmbH Rohstoffeinkäufe in CNY. Zum Bilanzstichtag bestehen daraus auf CNY lautende abzusichernde Grundgeschäfte aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Guthaben bei Kreditinstituten. Den Zahlungsabflüsse in CNY stehen keine ausreichenden Mittelzuflüsse in CNY entgegen, um das Risiko aus nachteiligen Änderungen von Fremdwährungskursen ausgleichen zu können. Die regelmäßige Unterdeckung an Zahlungszuflüssen in CNY wird daher mit Termingeschäften (Kauf) bei Kreditinstituten ausgeglichen.

Alle Fremdwährungssicherungsgeschäfte werden in Makro-Hedge-Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die gegenläufigen Zahlungsströme haben sich aufgrund weitgehender Laufzeit- und Volumenkongruenz bis Februar 2023 ausgeglichen.

Der Umfang der in die Bewertungseinheiten einbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden, bewertet mit den Stichtagskursen zum 31.12.2022 ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

TCNY TEUR
Verbindlichkeiten 45.653 6.204
Bankguthaben 266 36
Grundgeschäfte gesamt 45.387 6.168
Absicherung -45.387 -6.168

Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers

Durch den Konzernabschlussprüfer wurden für das Geschäftsjahr 2022 Honorare von insgesamt TEUR 803 (Vorjahr: TEUR 706) berechnet.

2022
TEUR
2021
TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 369 328
Andere Bestätigungsleistungen 83 49
Steuerberatungsleistungen 349 318
Sonstige Leistungen 2 11
803 706

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag sind nicht eingetreten.

Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Aufstellung der Kapitalflussrechnung erfolgte nach DRS 21. Dabei wurde für die Ermittlung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit die indirekte Methode verwendet. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen bzw. Erträge betreffen vor allem Währungskursverluste bzw. -gewinne. Der Finanzmittelfonds beinhaltet kurzfristig verfügbare liquide Mittel sowie Kontokorrentverbindlichkeiten.

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr aus folgenden Mitgliedern:

Tom Steger, selbstständiger Rechtsanwalt, Nürnberg (Vorsitzender)

Martin Steger, selbstständiger Kaufmann, Nürnberg (stellvertretender Vorsitzender)

Joseph Kronfli, Geschäftsführer in der Baubranche, Nürnberg

Renate Dempfle, Leitende Angestellte im Verlagswesen, Augsburg

Werner Berlet, IT-Manager, Bad Homburg

Melanie Liebert, selbstständige Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin, Augsburg

Vorstand

Die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft waren im Berichtsjahr:

Klaus Steger, Wirtschaftsingenieur, Chief Executive Officer, Vorsitzender, Nürnberg

Robert Seibold, Diplom-Betriebswirt, Chief Financial Officer, Abenberg (bis 31.07.2022)

Manuela Spörl, Diplom-Betriebswirtin, Chief Financial Officer, Hof (seit 01.08.2022)

Manfred Heinrich, Wirtschaftsingenieur, Chief Technical Officer, Püchersreuth

Hans-Georg von Schuh, Diplom-Kaufmann, Sales Director, Fürth

Im Geschäftsjahr 2020 wurde einem Mitglied des Vorstandes ein zweckgebundenes (Steuernachforderungen), endfälliges Darlehen in Höhe von EUR 3,6 Mio. gewährt, wovon zum Stichtag EUR 1,6 Mio. abgerufen wurden. Das Darlehen ist mit 5 % verzinst und hat eine Laufzeit von 3 Jahren.

Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats beliefen sich im Berichtsjahr auf TEUR 125.

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Berichtsjahr TEUR 1.398.

Die Angabe der Bezüge für frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen gemäß § 314 Nr. 6b HGB unterbleibt unter Anwendung der Befreiungsvorschrift der §§ 314 Abs. 3 i.V.m. 286 Abs. 4 HGB.

Gewinnverwendungsvorschlag für das Mutterunternehmen

Der Vorstand der ERWO Holding AG schlägt folgende Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von 106.996.580,22 vor:

Dividende 0,15 Euro je Stückaktie auf das gezeichnete Kapital 3.525.000,00 EUR

Vortrag auf neue Rechnung 103.471.580,22 EUR

 

Schwaig bei Nürnberg, den 5. Mai 2023

ERWO Holding AG

Klaus Steger, Vorstand

Manuela Spörl, Vorstand

Manfred Heinrich, Vorstand

Hans-Georg von Schuh, Vorstand

Anlage zum Konzernanhang

Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand am 1.1.2022
TEUR
Fremdwährungsveränderungen auf den Vortrag
TEUR
Zugänge
TEUR
Umbuchungen
TEUR
Abgänge
TEUR
Stand am 31.12.2022
TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 29.251 -104 621 9 8 29.769
2. Geschäfts- oder Firmenwert 6.308 40 0 0 0 6.348
3. Geleistete Anzahlungen 814 0 2.428 0 0 3.242
36.373 -64 3.049 9 8 39.359
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 231.074 -57 663 22 481 231.221
2. Technische Anlagen und Maschinen 489.580 -1.756 4.050 -3.070 4.289 484.515
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 56.708 -431 2.265 125 1.555 57.112
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.351 4 15.845 2.914 2 27.112
785.713 -2.240 22.823 -9 6.327 799.960
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 553 27 0 0 0 580
2. Sonstige Beteiligungen 18 0 0 0 0 18
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 918 0 0 0 149 769
4. Sonstige Ausleihungen 2 0 0 0 0 2
1.491 27 0 0 149 1.369
823.577 -2.277 25.872 0 6.484 840.688
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2022
TEUR
Fremdwährungsveränderungen auf den Vortrag
TEUR
Zugänge
TEUR
Fremdwährungs- veränderungen laufende Periode
TEUR
Umbuchungen
TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 20.819 -106 2.404 0 0
2. Geschäfts- oder Firmenwert 6.041 41 129 0 0
3. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0
26.860 -65 2.533 0 0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 127.919 -299 3.861 -51 11
2. Technische Anlagen und Maschinen 375.728 -1.778 19.684 -267 -11
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 41.302 -312 3.412 -41 0
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
544.949 -2.389 26.957 -359 0
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 553 27 0 0 0
2. Sonstige Beteiligungen 0 0 0 0 0
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 240 0 7 0 0
4. Sonstige Ausleihungen 1 0 0 0 0
794 27 7 0 0
572.603 -2.427 29.497 -359 0
Kumulierte Abschreibungen Nettobuchwerte
Zuschreibungen
TEUR
Abgänge
TEUR
Stand am 31.12.2022
TEUR
Stand am 31.12.2022
TEUR
Vorjahr
TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 8 23.109 6.660 8.432
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 6.211 137 267
3. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 3.242 814
0 8 29.320 10.039 9.513
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 103 131.338 99.883 103.155
2. Technische Anlagen und Maschinen 0 4.245 389.111 95.404 113.852
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 1.373 42.988 14.124 15.406
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 27.111 8.351
0 5.721 563.437 236.522 240.764
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 580 0 0
2. Sonstige Beteiligungen 0 0 0 18 18
3. Wertpapiere des Anlagevermögens -232 0 15 754 678
4. Sonstige Ausleihungen 0 0 1 1 1
-232 0 596 773 697
-232 5.729 593.353 247.334 250.974

Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

2022
TEUR
2021
TEUR
Konzernjahresergebnis 22.515 22.356
Abschreibungen/Zuschreibungen (-) auf Gegenstände des Anlagevermögens 29.265 30.829
Zunahme/ Abnahme (-) der Rückstellungen 1.706 -1.480
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge (-) -535 6.571
Zunahme (-)/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -58.643 -57.655
Zunahme/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -8.024 22.795
Gewinn (-)/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -381 -3.650
Zinsaufwendungen/Zinserträge (-) 5.698 3.952
Sonstige Beteiligungserträge (-) -1 -1
Ertragsteueraufwand/-ertrag (-) 6.822 4.479
Ertragsteuerzahlungen (-) -7.458 -4.241
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -9.036 23.955
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens 0 22
Auszahlungen (-) für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -3.049 -1.933
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 606 5.995
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Sachanlagevermögen -22.824 -17.881
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 149 169
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 0
Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis 0 0
Erhaltene Zinsen (+) 61 0
Erhaltene Dividenden und sonstige Beteiligungserträge (+) 1 1
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -25.056 -13.627
Einzahlungen (+) aus Eigenkapitalzuführungen von anderen Gesellschaftern 0 0
Einzahlungen (+) aus der Aufnahme von (Finanz-)Krediten 111.996 30.041
Auszahlungen (-) aus der Tilgung von Finanzkrediten -51.135 -33.678
Auszahlungen (-) aus der Tilgung von Aktionärsdarlehen -1.029 0
Einzahlungen (+) aus erhaltenen Zuschüssen 0 110
Gezahlte Zinsen (-) -5.658 -3.530
Gezahlte Dividenden (-) -3.594 -202
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 50.580 -7.259
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 16.488 3.069
Wechselkurs- und konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -130 2.482
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 32.233 26.682
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 48.591 32.233
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds 31.12.2022 Vorjahr
TEUR TEUR
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 57.181 57.999
Jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (-) -8.590 -25.766
48.591 32.233

Konzern-Eigenkapitalspiegel

Geschäftsjahr 2021 Gezeichnetes Kapital
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Gewinnrücklagen
TEUR
Eigenkapitaldifferenzen aus Währungsumrechnung
TEUR
1.1.2021 23.500 30.469 267.250 -7.036
Währungsumrechnung 18.641
Veränderung Konsolidierungskreis -86
Auszahlung Dividende
Konzernjahresüberschuss
31.12.2021 23.500 30.469 267.250 11.519
Geschäftsjahr 2021 Konzernbilanzgewinn
TEUR
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
TEUR
Gesamt
TEUR
1.1.2021 67.262 21.384 402.829
Währungsumrechnung 806 19.447
Veränderung Konsolidierungskreis 86 0
Auszahlung Dividende -202 -202
Konzernjahresüberschuss 20.596 1.760 22.356
31.12.2021 87.944 23.748 444.430
Geschäftsjahr 2022 Gezeichnetes Kapital
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Gewinnrücklagen
TEUR
Eigenkapitaldifferenzen aus Währungsumrechnung
TEUR
1.1.2022 23.500 30.469 267.250 11.519
Währungsumrechnung -470
Veränderung Konsolidierungskreis 39
Auszahlung Dividende
Konzernjahresüberschuss
31.12.2022 23.500 30.469 267.289 11.049
Geschäftsjahr 2022 Konzernbilanzgewinn
TEUR
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
TEUR
Gesamt
TEUR
1.1.2022 87.944 23.748 444.430
Währungsumrechnung 60 -410
Veränderung Konsolidierungskreis -106 -67
Auszahlung Dividende -3.055 -539 -3.594
Konzernjahresüberschuss 22.108 407 22.515
31.12.2022 106.997 23.570 462.874

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die ERWO Holding AG, Schwaig bei Nürnberg

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der ERWO Holding AG, Schwaig bei Nürnberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der ERWO Holding AG, Schwaig bei Nürnberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 5. Mai 2023

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Klaus Löffler, Wirtschaftsprüfer

Tanja Markert, Wirtschaftsprüferin

Der Konzernabschluss wurde am 15. Mai 2023 gebilligt.

Bericht des Aufsichtsrates zum Geschäftsjahr 2022

Im Geschäftsjahr 2022 hat der Aufsichtsrat der ERWO HOLDING AG den Vorstand gemäß Aktiengesetz, Satzung und Geschäftsordnung bei allen wesentlichen Geschäftsvorfällen und strategischen Entscheidungen, die das Unternehmen und den Konzern betrafen, überwacht und beratend begleitet. Vom Vorstand wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend, sowohl durch schriftliche als auch mündliche Berichte über die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft sowie deren Geschäftsbereiche und wesentliche Tochtergesellschaften unterrichtet und über Projekte mit erheblicher Bedeutung informiert. Anhand des periodischen Berichtswesens war der Aufsichtsrat ebenso in die Investitions-, Finanz- und Personalplanung eingebunden. Hierzu gehörten weiter Berichte über Auftragseingang, Mitarbeiterentwicklung, Umsatz, Cashflow, Ertragslage, Plan- / Ist-Abweichungen und die Liquiditätslage mit denen sich der Aufsichtsrat intensiv befasst hat.

Alle Maßnahmen und Geschäfte, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, wurden in den Aufsichtsratssitzungen intensiv mit dem Vorstand diskutiert und vom Aufsichtsrat eingehend und pflichtgemäß geprüft.

Zusätzlich zur Berichterstattung durch den Vorstand in den Aufsichtsratssitzungen hat sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats auch außerhalb der Sitzungen in regelmäßigen Gesprächen mit dem Vorstand über die aktuelle Situation und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informieren lassen.

Im Berichtsjahr fanden vier turnusmäßige Aufsichtsratssitzungen statt. Davon wurden zwei als Videokonferenzen durchgeführt und zwei als Präsenzsitzungen. Bei allen Sitzungen nahm der Aufsichtsrat geschlossen an den Beratungen teil. Im Berichtszeitraum bestand kein Anlass, den Personalausschuss einzuberufen. Im Berichtsjahr wurden keine weiteren Ausschüsse durch den Aufsichtsrat gebildet.

In der Sitzung am 28. März 2022 wurden die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Wirtschaftsjahr besprochen. Zudem wurde auf den militärischen Angriff Russlands auf die Ukraine und deren aktuelle und zukünftige Auswirkungen auf das Unternehmen eingegangen. Der Vorstand sieht große Herausforderungen, insbesondere auf der Beschaffungs- und Logistikseite. Weitere Themen waren der aktuelle Beteiligungsansatz der Südwolle Group Italy und ein Update über verschiedene laufende Investitionsprojekte. Zudem genehmigte der Aufsichtsrat die Einbringung der ERWO Australia PTY LTD / Mount Hesse PTY LTD von der ISBE Holding AG Schweiz in die ERWO Holding AG, eine Kapitalerhöhung in der DaLat Worsted Spinning und die Gründung einer vietnamesischen Firma für den Betrieb einer Färberei.

Am 16. Mai 2022 befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit den Jahresabschlüssen und Prüfungsberichten für die ERWO HOLDING AG und den Konzern zum 31. Dezember 2021.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Berichterstattung des Vorstands über die aktuelle Geschäftsentwicklung nach Abschluss des 1. Quartals, sowie die Festlegung der Tagesordnung für die Hauptversammlung und des Beschlusses über die Art der Durchführung. Der Vorstand informierte über eine notwendige Brückenfinanzierung bis zur Realisierung der geplanten langfristigen Anschlussfinanzierung.

In der Sitzung am 26. September 2022 wurde der Aufsichtsrat über die aktuelle Markt- und Wettbewerbssituation informiert. Der Vorstand informierte des Weiteren über den Sachstand des Projekts Färberei in Vietnam. Es wurde die Tagesordnung für die einzuberufende außerordentliche Hauptversammlung am 2.11.22 gebilligt. Darüber hinaus genehmigte der Aufsichtsrat den Abschluss eines Konsortialvertrages.

In der letzten Sitzung des Berichtsjahres am 16. Dezember 2022 stellte der Vorstand die aktuelle Geschäftssituation per September 2022, den Forecast 2022, die Unternehmensplanung 2023 und die Investitionsplanung 2023 vor. Zudem wurde über das neue Konzept des Baus einer neuen Färberei in Vietnam berichtet. Die Planung fand die Zustimmung des Aufsichtsrats, nachdem sie eingehend geprüft und darin enthaltene Chancen und Risiken mit dem Vorstand intensiv diskutiert wurden. Darüber hinaus wurde der vorgelegte Investitionsplan für das Geschäftsjahr 2023 durch den Aufsichtsrat bewilligt. Für die Investition in die vietnamesische Färberei wurde eine Teilgenehmigung erteilt.

Als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 hatte die Hauptversammlung die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, gewählt. Diese hat den Jahresabschluss der ERWO HOLDING AG und den Konzernabschluss zum 31.12.2022 sowie den Konzernlagebericht unter Einschluss der Buchführung und des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Prüfungsberichte wurden den Aufsichtsratsmitgliedern unverzüglich nach Fertigstellung übersandt.

Der Aufsichtsrat hat die Bilanzsitzung am 15. Mai 2023 gemeinsam mit dem Abschlussprüfer der Gesellschaft durchgeführt. Dabei wurden der Jahresabschluss der ERWO HOLDING AG und der Konzernabschluss zum 31.12.2022, der Lagebericht des Konzerns, der Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte mit dem Abschlussprüfer ausführlich erörtert. Der Aufsichtsrat nahm die Prüfungsergebnisse zustimmend zur Kenntnis. Er hat seinerseits den Jahres- und Konzernabschluss, den Konzernlageberichtsowie den Gewinnverwendungsvorschlag geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung sind auch von ihm keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der ERWO HOLDING AG per 31.12.2022 gebilligt und damit festgestellt. Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht wurden ebenfalls gebilligt. Das Gremium schließt sich dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns an.

Über Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat der ERWO Holding AG ist folgendes zu berichten:

Der seit 1. August 2018 amtierende Vorstand Robert Seibold ist zum 31. Juli 2022 aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Seibold für sein Engagement und die geleistete Arbeit. Gleichzeitig hat der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. August 2022 Frau Manuela Spörl zum Vorstandsmitglied und zur Nachfolgerin von Herrn Seibold als Finanzvorständin gewählt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens für ihre engagierte und erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2022.

 

Schwaig, im Mai 2023

Der Aufsichtsrat der ERWO Holding AG

Tom Steger, Vorsitzender des Aufsichtsrats

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