Simplie Hair GmbH
Selbe AdresseGroßhandel mit kosmetischen Erzeugnissen und Körperpflegemitteln
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Tim Steger seit 26.7.2022 | Geschäftsführer |
Jacobus Johannes, gen. Jacques van den Burg seit 28.8.2018 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
ERWO Holding Aktiengesellschaft | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
ERWO Holding AktiengesellschaftSchwaigKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20221. Grundlagen des Konzerns1.1. GeschäftsmodellDer ERWO Konzern ist eine Unternehmensgruppe der Textilindustrie, die seit vielen Jahren erfolgreich unterschiedliche Arten von Textilien produziert und diese international auf allen Märkten dieser Welt vertreibt. Die hohen Anforderungen, die sich im letzten Jahrzehnt im Zuge des grundlegenden Strukturwandels der globalen Textilindustrie ergeben haben, wurden erfolgreich gemeistert. Die ERWO Holding AG (ERWO) ist eine nicht börsennotierte Holdinggesellschaft mit Sitz in Schwaig bei Nürnberg (Deutschland). Die Aktien befinden sich vollständig in Familienbesitz. Gegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung von Beteiligungen, die Übernahme von Geschäftsführungstätigkeiten und die Erbringung von Dienstleistungen, einschließlich der Finanzierung und des Finanzmanagements sowie die Verwaltung von Grundstücken. Weiterer Gegenstand ist die Vermögensverwaltung. Die ERWO Holding AG fungiert als Mutterunternehmen der Südwolle Group GmbH. Zudem fungiert die ERWO Holding AG als Obergesellschaft der ISBE Holding AG, Interlaken (Schweiz). Unter diesen beiden Gesellschaften sind die Kammgarnaktivitäten des ERWO Konzerns gebündelt. Die aus Wolle und Wollmischungen hergestellten Garne finden überwiegend im Bekleidungsmarkt Anwendung. Darüber hinaus ist die ERWO Holding AG mit einer Beteiligungsquote von knapp 85 % an der HOFTEX GROUP AG beteiligt. Die Aktien der HOFTEX GROUP AG werden im Freiverkehr an der Börse München im Marktsegment m:access gehandelt. Der Fokus dieser Beteiligung liegt ebenfalls in der Textilindustrie und hier insbesondere im Bereich der technischen Textilien. Des Weiteren hält die ERWO Holding noch Beteiligungen an einigen kleineren Gesellschaften, die sich mit Immobilien-Management und mit Solar-Energie beschäftigen. 1.2. OrganisationsstrukturDie ERWO Group ist mittlerweile mit 43 Firmen in 13 Ländern vertreten. Insgesamt beschäftigt die Gruppe - die sich durch eine flache hierarchische Struktur kennzeichnet - im Geschäftsjahr 2022 im Durchschnitt 4.122 Mitarbeitende. Organisatorisch unterschieden wird das Kammgarn- und das Nicht-Kammgarn-Geschäft. Letzteres umfasst im Wesentlichen das Immobilien-Management sowie das Engagement im Bereich Solar-Energie. Darüber hinaus bildet die HOFTEX GROUP AG eine eigene Einheit. Die ERWO Holding AG ist in ihrer Funktion als Holdinggesellschaft für die strategische Gesamtausrichtung des Konzerns verantwortlich. Die operativen Bereiche verantworten und steuern die weltweit zugeordneten Produkte, Produktionen, Märkte und Kunden eigenverantwortlich. Der Vorstand setzt sich aus vier Mitgliedern zusammen, während die Geschäftsbereiche in den einzelnen Tochtergesellschaften von den Geschäftsführern geführt werden, welche den Vorstand regelmäßig über die Geschäftsentwicklung informieren. Der Aufsichtsrat bestehend aus sechs Mitgliedern, berät den Vorstand und überwacht dessen Geschäftsführung. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen wird der Aufsichtsrat eingebunden. Insbesondere prüft er den Jahresabschluss der ERWO Holding AG, den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht und berichtet über die Abschlussprüfung an die Hauptversammlung. Im Aufsichtsrat sind Mitglieder der Eigentümerfamilie der ERWO Holding AG sowie externe Experten vertreten. 1.3. Strategie und ZieleDer ERWO Konzern hat sich über seine Beteiligungen vom Standard-Textilproduzenten in mehreren Schritten zum diversifizierten Anbieter hochinnovativer Textilprodukte entwickelt. Als Hersteller von textilen Lösungen werden die Unternehmen des ERWO Konzerns als kompetenter und zuverlässiger Partner für Kunden in einer Vielzahl zukunfts- und wachstumsstarker Industrien geschätzt. Dabei fokussieren sich die Beteiligungen auf Produkte, welche innovativ und zuverlässig sind und höchste Produktqualitätsansprüche erfüllen müssen. Die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden stehen dabei immer im Mittelpunkt und bilden die Grundlage jeder Strategie und Entwicklung. Der ERWO Konzern bekennt sich zu fairen Handelspraktiken und den jeweils landesüblichen sozialen Standards. Es wird eine Wachstumsstrategie in expandierende Märkte verfolgt, wobei in diesem Zusammenhang dem Grundsatz der Nachhaltigkeit große Bedeutung beigemessen wird. Ebenso werden Produktinnovationen und Innovationen im technischen Bereich stets unter Beachtung der Gebote der Rationalität, der Effizienz und insbesondere der Umweltverträglichkeit vorangetrieben. Die ERWO Group hat den grundlegenden Strukturwandel in der Textilindustrie erfolgreich gemeistert und sich durch ständige Produktweiterentwicklungen und den weltweiten Aufbau von Produktionsstätten als zuverlässiger Partner für unsere global agierenden Kundengruppen etabliert. Bereits in den neunziger Jahren wurde mit dem Aufbau einer Produktionsstätte in Polen der Grundstein für die Internationalisierung der Firmengruppe gelegt. Einer der wichtigsten Meilensteine war die Gründung eines Produktionsstandortes in China, welcher heute der größte Standort im Bereich der Kammgarnaktivitäten ist. Die weitere Expansion nach Vietnam zeigt die wichtige Rolle des asiatischen Kontinents für die Firmengruppe. Bei unseren strategischen Entscheidungen spielen neben der Markt- und Produktstrategie auch politische Entwicklungen eine Rolle. Insofern dienen die jüngsten Investitionen in Vietnam ebenso der Risikodiversifizierung. Unsere Mitarbeitenden sichern den nachhaltigen Erfolg der ERWO Group. Durch Professionalität, Qualitätsbewusstsein, Loyalität, unternehmerisches Handeln und Motivation tragen sie entscheidend zur Erreichung der ausgegebenen strategischen Ziele bei. An den weltweiten Standorten sind Menschen unterschiedlichster Nationalitäten tätig. Die ERWO Group sieht sich als eine Familie mit gemeinsamen Werten. Fachliche und soziale Kompetenz der Mitarbeitenden werden gefördert und die strategische Personalpolitik ist auf kontinuierliche Förderungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie einen integrativen Führungsstil ausgerichtet. Die beständige Eigentümerstruktur der ERWO Holding AG und ihr balanciertes Produkt- und Leistungsportfolio gewährleisten eine langfristig ausgerichtete, stabile Unternehmensentwicklung und eine kontinuierliche Verfolgung der Unternehmensstrategie. Außerdem haben die Kunden des ERWO Konzerns so auch über mehrjährige Produktzyklen hinweg die Sicherheit, einen verlässlichen und liefertreuen Partner an ihrer Seite zu wissen. 1.4. NachhaltigkeitDie ERWO Group wird tagtäglich mit den Folgen der globalen Entwicklungen konfrontiert: Ressourcenknappheit und damit einhergehend steigende Rohstoff- und Energiepreise, Klimawandel, politische Unsicherheiten, der russische Angriffskrieg in der Ukraine und eine weltweite konjunkturelle Abschwächung bei gleichzeitiger Inflation auf einem jahrzehntelang nicht dagewesenen Niveau. Mit der langjährigen Expertise im Textilbereich, insbesondere im Bereich von Technologie, Produktionstechnik und Produktentwicklung, sind die Unternehmen gut gerüstet, sich den jeweiligen Marktbedingungen und Herausforderungen anzupassen und innovative, nachhaltige Textillösungen am Markt zu platzieren. Durch den Einsatz von nachwachsenden oder recycelten Rohstoffen, die Substitution umweltschädlicher Chemikalien und Farbstoffe und die Optimierung der Prozesse für eine ressourcenschonendere Herstellung unserer Textilprodukte, leisten die Unternehmen der ERWO Group einen wesentlichen Beitrag zu einer transparenten, fairen und nachhaltigen Textilbranche. Wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie ist das Energie- und Umweltmanagement. So werden kontinuierlich verschiedene Maßnahmen mit dem Ziel durchgeführt, den Energieverbrauch weiter zu reduzieren, was aufgrund der sich abzeichnenden Entwicklung der Energiepreise weiter an Bedeutung gewinnen wird. Des Weiteren arbeiten wir permanent an der Vermeidung überflüssiger Materialbewegungen, an der Optimierung der Lagerbestände und an der kontinuierlichen Verbesserung der Produktionsprozesse. Die Unternehmen der ERWO Group unterziehen sich regelmäßig Audits, um Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit permanent zu gewährleisten sowie systematisch zu verbessern und um dadurch letztlich auch effizienter und profitabler zu werden. Die verschiedenen Zertifizierungen sind für die Stakeholder der ERWO Group Beleg und Garant für das erbrachte Engagement und fördern die Anerkennung und Wertschätzung als zuverlässiger Geschäftspartner. 1.5. SteuerungssystemZu den für die Unternehmenssteuerung wichtigen finanziellen Leistungsindikatoren gehören neben Umsatz, EBITDA und EBIT. Der Vorstand steuert zusammen mit dem Konzerncontrolling die Gesellschaften auf Konzernebene. Neben den finanziellen Steuerungskennzahlen gibt es die nachfolgenden Indikatoren, welche in der Geschäftsleitung und dem Führungskreis kontinuierlich verfolgt und regelmäßig besprochen werden:
Die Konzernleitung erhält aus allen operativen Geschäftsbereichen Planungen und strategische Ausarbeitungen. Diese werden geprüft und bei Bedarf durch die Geschäftsbereiche angepasst. Aus diesen Plänen ergibt sich eine detaillierte Konzernplanung. Abgestimmt auf diese Planung werden Kennzahlen ermittelt. Abweichungen werden analysiert und deren Ursachen so weit wie möglich eliminiert. Wochenmeldungen, Monats- und Quartalsabschlüsse zeigen die ergebnismäßigen Auswirkungen von Planabweichungen. In regelmäßigen Besprechungen mit den Verantwortlichen werden Status, Abweichungen und Verbesserungsmaßnahmen intensiv besprochen und weiterverfolgt. 1.6. Forschung und EntwicklungDie ERWO Group legt viel Wert auf eigene Forschung und Entwicklung und betrachtet diese als einen kritischen Erfolgsfaktor für den Konzern. Die Produkte erfordern häufig eine intensive Entwicklungsarbeit, bis die zusammen mit den Kunden definierten Produkteigenschaften technisch und kostenmäßig dargestellt werden können. Dabei steht der Kundennutzen im Fokus. Es sollen stets Lösungen zu Fragestellungen und Problemen der Kunden gefunden und dabei neue Ideen und Ansätze entwickelt werden. Auf diese Weise eröffnen sich für die ERWO Group neue Anwendungen und Marktsegmente, die anschließend weiterentwickelt und ausgebaut werden. Aber auch bei bereits etablierten Produkten und Anwendungen wird permanent nach Verbesserungen gesucht, sowohl bei den Produkteigenschaften, aber auch im Hinblick auf Effizienzsteigerungen und Ressourcen-Schonung. Es bestehen verschiedene Kooperationen und Auftragsforschungsprojekte mit Hochschulen, Universitäten und Forschungsinstituten. Die wichtigsten sind: Fachhochschule Hof, Technische Universität Chemnitz, STFI Chemnitz, Fraunhofer Institut, Universität Bayreuth, Technische Universität Dresden und Westsächsische Hochschule Zwickau. Darüber hinaus gibt es mehrere Kooperationspartner aus der Industrie. Die Südwolle Group arbeitet u.a. mit der Qingdao University, Rise research institute, DWI - Leibniz-Institut für Interaktive Materialien e. V. an verschiedenen Projekten zusammen. Konkret können unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wie folgt zusammengefasst werden:
In Abhängigkeit vom Produktportfolio arbeiteten die Produktentwicklungsteams der einzelnen Geschäftsbereiche in den letzten Jahren beispielsweise an der Verwendung neuer Rohstoffe oder Mischungen, suchten und testeten Varianten im Produktionsprozess oder entwickelten neue Designs und Bindungstechniken. Innerhalb der Kammgarnsparte sind 292 neue Garne entwickelt und produziert worden. Die Abteilung Product Management & Innovation (SüdWebs) beschäftigt 13 Mitarbeitende, welche von Mitarbeitenden aus anderen Bereichen (z.B. Produktion, Labor und Vertrieb) unterstützt werden. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Hoftex Group konzentrierten sich auch im Geschäftsjahr 2022 auf die kontinuierliche Weiterentwicklung der Produkte und Fertigungstechnologien. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insgesamt 1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 1,4 Mio. EUR) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Insgesamt waren 25 Mitarbeitende (Vorjahr: 27) in diesem Bereich beschäftigt. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden ausschließlich bei den Tochtergesellschaften der Hoftex Group statt. 2. Wirtschaftsbericht2.1. Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenDie globale Wirtschaft hat sich im vergangenen Jahr wesentlich schlechter entwickelt als erwartet. Vor allem geopolitische Entwicklungen, und hier insbesondere der Russland-Ukraine-Krieg haben dazu geführt, dass das globale Wachstum mit 3,4 % weit hinter dem Vorjahreswert von 6,2 % zurücklag. Steigende Energie-, Rohstoff- und Lebensmittelpreise beschleunigten die Inflation, die in Deutschland im Jahresdurchschnitt bei 7,9 % lag. Die veranlassten Leitzinserhöhungen als fiskalpolitische Maßnahme zur Inflationseindämmung stellten eine weitere Belastung für wirtschaftliche Aktivitäten dar.
Quelle: Eigene Darstellung basierend auf den jeweils veröffentlichten Zahlen des IWF (WEO vom Jan. 2023) *) Schätzung Die Volksrepublik China, für gewöhnlich bekannt als Motor der Weltwirtschaft, behielt bis Ende 2022 umfangreiche Covid-Restriktionen bei - dadurch stellte sie einen massiven, ökonomischen Unsicherheitsfaktor dar, wodurch die Weltwirtschaft eingebremst wurde. Das chinesische BIP wuchs um lediglich 3,0 % (Vorjahr 8,4 %) - was abgesehen von 2020 das niedrigste Wachstum der letzten 40 Jahre bedeutet. Indiens Wirtschaft konnte hingegen ein Wachstum von 6,8 % verzeichnen und bestätigte damit den Trend aus dem Vorjahr (8,7 %). Der Verband der südostasiatischen Nationen ASEAN verbuchte einen Wirtschaftszuwachs von 5,2 % und konnte damit das unterdurchschnittliche Wachstum des Vorjahres kompensieren (3,8 %). Das schwache Wachstum in China spiegelt sich auch in der geringen Wachstumsrate in den Schwellen- und Entwicklungsländern wider. Diese wuchsen im Jahr 2022 nur um 3,9 % und blieben damit weit hinter dem Vorjahreswert von 8,7 % zurück. Die Wirtschaftsleistung der Industriestaaten stieg 2022 um 2,7 % an, nachdem im Vorjahr noch ein Wachstum von 5,4 % verzeichnet wurde. Der Euroraum verbuchte eine BIP-Zunahme von 3,5 % (Vorjahr: 5,3 %). Die großen europäischen Volkswirtschaften zeigten allesamt positive Wachstumsraten, wobei Deutschland mit einem BIP von +1,9 % (Vorjahr: 2,6 %) im europäischen Vergleich eine geringere Wachstumsrate als Großbritannien (4,1 %), Frankreich (2,6 %), Italien (3,9 %) oder Spanien (5,2 %) aufweist. Die Vereinigten Staaten lagen mit einem Wachstum von 2,0 % unterhalb des globalen Durchschnitts (Vorjahr: 5,9 %). Japan, drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, verzeichnete einen BIP-Zuwachs von lediglich 1,4 % (Vorjahr: 2,1 %). 2.2. Branchenbezogene RahmenbedingungenFür die Textil- und Modebranche gestalteten sich die Umsatzzahlen des Jahres 2022 im Vorjahresvergleich überwiegend positiv. Die Branche erlitt jedoch massive finanzielle Belastungen durch die enorm gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten aufgrund der Covidpandemie sowie des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. Der Preisdruck wurde zudem durch die überdurchschnittlich hohen Transportkosten, die hohe Inflation, steigende Leitzinsen sowie Verfügbarkeitsengpässe verstärkt. Somit standen den nominalen Umsatzsteigerungen extreme Kostensteigerungen gegenüber, was sich negativ auf die Margen auswirkte. Die Exportzahlen konnten 2022 gegenüber dem Vorjahr signifikant gesteigert werden und trugen dadurch maßgeblich zum positiven Jahresergebnis der deutschen Textil- und Modebranche bei. Allerdings bremste die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine die Erholungsphase nach der Corona-Krise deutlich ein und führte zu einer Eintrübung der Geschäftseinschätzungen im Jahresablauf. Zum Jahresende hellten sich die Erwartungen wieder leicht auf - jedoch ist das Konjunkturklima des Vorkrisenniveaus noch nicht erreicht, was sich unter anderem am zögerlichen Personalaufbau widerspiegelt. Der Gesamtumsatz der deutschen Textil- und Modeindustrie (bezogen auf Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten) lag 2022 bei 17,3 Milliarden Euro. Gemäß dem Konjunkturbericht des Gesamtverbands textil+mode verzeichnete die Industrie somit eine Umsatzsteigerung von 11,7 % (2021: 5,5 %).
Das Textil- sowie das Bekleidungssegment konnten beide im Vergleich zum Vorjahr nominale Umsatzsteigerungen einfahren: Der Umsatz im Textilsegment stieg um 7,7 % - der im Bekleidungssegment gar um 19,4 %. Bei der Betrachtung der realen Umsatzentwicklung sieht die Lage allerdings bedeutend anders aus: Hier liegt die bereinigte Umsatzsteigerung für Bekleidung immerhin noch bei 12,0 %, wohingegen im Textilsegment ein realer Umsatzrückgang von -6,0 % hingenommen werden musste. Hintergründe hierfür waren die hohe Inflation gepaart mit Energiekostensteigerungen und Rohstoffknappheiten.
Quelle: Gesamtverband textil+mode, Konjunkturbericht Feb. 2023
Quelle: Gesamtverband textil+mode, Konjunkturbericht Feb. 2023 Die Umsatzsteigerungen waren wesentlich durch die erhöhte Nachfrage aus dem Ausland bedingt. Während die Inlandsumsätze immerhin um 3,2 % zugenommen hatten, waren die Umsätze aus dem Ausland gar um 11,4 % angestiegen. Der Auslandsumsatz war dabei in der Eurozone (12,0 %) prozentual stärker angestiegen als im sonstigen Ausland (10,8 %). Hinsichtlich des Außenhandelsvolumens waren die Exporte um 7,4 % gestiegen, die größten Zuwächse verzeichneten dabei die USA und die Türkei - auch nach Großbritannien wurde nach dem Brexit-bedingten Auslieferungsrückgang des Vorjahres wieder mehr exportiert. China gehört zu den Ländern mit rückläufigem Exportvolumen aus Deutschland - dies ist überwiegend den wenig wettbewerbsfähigen europäischen Preisen im Vergleich mit Ostasien geschuldet. Wenig überraschend verbuchte Russland den größten Exportrückgang, dies ist auf die umfangreichen Sanktionspakete der Europäischen Union zurückzuführen. Die Beschäftigtenzahlen der deutschen Textil- und Modeindustrie waren bereits vor der Corona-Krise rückläufig und diese verstärkte den Trend bekanntermaßen (2020: -5,8 %, 2021: -4,3 %). Das derzeitige Beschäftigungsniveau konnte dahingehend 2022 zumindest stabilisiert werden (+0,2 %). Die Zahl der Beschäftigten stieg dabei im Bekleidungssegment (+0,5 %) etwas stärker an als im Textilsegment (+0,1 %). In Deutschland wurden auch im Jahr 2022 mit rund 3,4 Millionen produzierten Pkw weiterhin deutlich weniger Personenkraftwagen produziert als zum Vorkrisenniveau (2019: 4,7 Mio. Pkw), jedoch konnte die Vorjahresmenge (3,1 Mio. Pkw) leicht überschritten werden. Zu den anhaltenden angebotsseitigen Problemen durch nach wie vor bestehende Lieferengpässe, welche sich durch den Ukraine-Krieg noch verschärften, verschlechterte sich im Jahresverlauf das weltweite Konsumklima immer mehr, was sich auch auf die Nachfrage nach Personenkraftwagen negativ niederschlug. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch auf den internationalen Nutzfahrzeugmärkten. Sowohl in Europa und USA als auch in China sank die Anzahl der Neuzulassungen. Anzahl produzierter Kraftfahrzeuge weltweit von 2000 bis 2022 (in Millionen)
Quelle: Statista 2023, Fahrzeug Produktion weltweit bis 2022 2.3. Geschäftsverlauf und WirtschaftslageDie wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen hatten im Jahr 2022 erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung des ERWO Konzerns. Energie-, Material- und Logistikpreise lagen auf Rekordniveau. Während es der Südwolle Group gelungen ist, an das gute Geschäftsjahr 2021 anzuknüpfen, waren die Unternehmen der Hoftex Group mehr von den negativen externen Einflüssen betroffen, welche die Profitabilität belasteten. Die nach wie vor hohe Nachfrage nach Garnen der Südwolle Group führte das ganze Jahr zu einer sehr guten Auslastung aller Betriebe. Das Produktportfolio auf Basis des Rohstoffs Wolle liegt absolut im globalen Trend. "Fast Fashion" verliert zunehmend an Bedeutung, für ökologisch hergestellte und nachhaltige Textilien ist der Konsument zunehmend bereit, höhere Preise zu bezahlen. Insbesondere im Outdoorsegment Yarn in Motion (YIM) verzeichnet die Südwolle Group seit Jahren Zuwächse. YIM hat sich inzwischen zum stärksten Segment der Südwolle Group entwickelt, mit unseren Produkten bedienen wir die gesellschaftlichen Megatrends Ökologie und Gesundheit. Sowohl die starken Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite als auch die gestiegenen Produktionskosten konnten weitestgehend an die Kunden weitergegeben werden. Zusammen mit einer effizienten, stabil ausgelasteten Produktion konnte sowohl der Umsatz als auch das EBITDA weiter gesteigert werden. Im Gegensatz zur Entwicklung des Bereichs Südwolle Group führte bei der Hoftex Group auf der Nachfrageseite die zunehmende Eintrübung der Konjunktur genauso wie die anhaltenden Lieferengpässe dazu, dass die geplanten Absatzmengen nicht erreicht werden konnten. Mit gezielten Preisanpassungen ist es gelungen, die gestiegenen Kosten teilweise zu kompensieren. In allen Bereichen führten gestiegene Kosten zu einer rückläufigen Ergebnisentwicklung. Ertragslage Die ERWO Group erzielte im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 664,8 Mio. EUR, was einer Umsatzsteigerung gegenüber Vorjahr (586,8 Mio. EUR) von 13,3 % entspricht. Im Einzelnen gliedern sich die Umsatzerlöse wie folgt:
Die positive Umsatz-Entwicklung resultierte aus den beiden Geschäftsbereichen Südwolle Group und Tenowo, während in den anderen Bereichen der Umsatz rückläufig war. Der umsatzgrößte Bereich Südwolle Group konnte den absolut höchsten Umsatzanstieg von 63,6 Mio. EUR verzeichnen, was einer Wachstumsrate von 14,3 % entspricht. Der zweitgrößte Bereich Tenowo erhöhte seinen Umsatz von 114,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 132,6 Mio. EUR im Berichtsjahr, das ist ein Umsatzwachstum von 15,4 %. In beiden Bereichen waren im Wesentlichen die Erhöhung der Verkaufspreise infolge der Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite, der gestiegenen Personalkosten und sonstigen Kosten ein wesentlicher Umsatztreiber, während die Absatzmengen moderat zunahmen bzw. im Bereich TENOWO stagnierten. Im Geschäftsbereich NEUTEX wurden im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 11,2 Mio. EUR realisiert (Vorjahr: 13,0 Mio. EUR), im Geschäftsbereich HOFTEX waren es 7,1 Mio. EUR (Vorjahr: 7,5 Mio. EUR). Der Bereich Sonstiges umfasst vor allem die Mieteinnahmen der Immobiliengesellschaften, die Einnahmen aus einer Photovoltaikanlage sowie die Umsätze der Schaffarm in Australien. Der Großteil der Umsätze wurde im Ausland erwirtschaftet. Beliefen sich die Exportumsätze im Vorjahr noch auf 517,4 Mio. EUR, konnte dieser Wert im Geschäftsjahr 2022 um 75,8 Mio. EUR auf 593,2 Mio. EUR gesteigert werden. Die Exportquote des Konzerns beträgt somit 89,2 % (Vorjahr: 88,2 %). Auf Länder der Europäischen Union (ohne Deutschland) entfallen 220,5 Mio. EUR der Exportumsätze (Vorjahr: 186,7 Mio. EUR). Der Inlandsumsatz in Höhe von 71,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreswert von 69,4 Mio. EUR nur leicht. Die Bestandsveränderungen der fertigen und unfertigen Erzeugnisse betrugen 36,5 Mio. EUR (Vorjahr: -13,9 Mio. EUR), wobei sich die Bestände sowohl mengenmäßig als auch wertmäßig erhöhten.
Der Anstieg der Umsatzerlöse sowie die Erhöhung der Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnisse führten zu einer Verbesserung um 128,5 Mio. EUR auf 701,4 Mio. EUR im Berichtsjahr 2022 (Vorjahr: 572,9 Mio. EUR). Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 36,8 Mio. EUR waren wie im Vorjahr (29,3 Mio. EUR) durch Sondereffekte positiv beeinflusst. Hiervon entfielen 8,5 Mio. EUR auf erhaltene Versicherungsentschädigungen für den im Vorjahr eingetretenen Hochwasserschaden am TENOWO-Standort Hof und 19,1 Mio. EUR (Vorjahr: 9,7 Mio. EUR) auf Erträge aus Kursdifferenzen und Währungsumrechnung. Aufgrund erheblicher Materialverteuerungen, vor allem bei den Rohstoffen, hatten sich die Materialaufwendungen auf 468,7 Mio. EUR erhöht (Vorjahr: 356,3 Mio. EUR). Entsprechend war ein Anstieg der Materialaufwandsquote von 62,2 % im Vorjahr auf nunmehr 66,8 % zu verzeichnen. Wolle stellt eine wichtige Rohstoffposition für den Südwolle Group-Bereich dar. Zum Stichtag lag der Wollpreis des Eastern Market Indicator (EMI) bei 1.327 AUD Cent und damit leicht unter dem Vorjahr (31.12.2021: 1.358 AUD Cent). Der im Berichtsjahr angefallene Personalaufwand von 112,3 Mio. EUR lag 10,1 % über dem Vorjahresbetrag von 102,0 Mio. EUR. Der Anteil der Personalaufwendungen an der Gesamtleistung reduzierte sich von 17,8 % im Vorjahr auf nunmehr 16,0 % im Berichtsjahr, da der Anstieg der Gesamtleistung höher ausgefallen ist als der Anstieg im Personalaufwand. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 81,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 91,4 Mio. EUR im aktuellen Geschäftsjahr angestiegen. Ursächlich für den Anstieg waren im Wesentlichen die nach der Covid-Pandemie wieder möglichen stärkeren Vertriebsaktivitäten, aber auch stark gestiegene Frachtkosten, höhere Verpackungskosten, diverse Gebühren und Rechts- und Beratungskosten und im Vergleich zum Vorjahr höhere Kursdifferenzen aus der Währungsumrechnung. Zudem sind Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Hochwasserschaden am Standort in Hof enthalten. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich auf 65,7 Mio. EUR im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr von 63,0 Mio. EUR. Die EBITDA-Marge lag damit bei 10 % im Geschäftsjahr 2022. Das Finanzergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um -1,7 Mio. EUR auf -5,4 Mio. EUR an. Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von -6,8 Mio. EUR (Vorjahr -4,5 Mio. EUR) und den sonstigen Steuern in Höhe von -1,5 Mio. EUR (Vorjahr -1,5 Mio. EUR) beläuft sich der Konzernjahresüberschuss auf 22,5 Mio. EUR (Vorjahr: 22,4 Mio. EUR). Finanzlage Bei einem Konzernergebnis von 22,5 Mio. EUR belief sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Berichtszeitraum auf -9,0 Mio. EUR, was im Wesentlichen auf den Aufbau des Working Capital zurückzuführen ist. 2022 lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit des Konzerns bei -25,1 Mio. EUR (Vorjahr: -13,6 Mio. EUR). Er wurde im Berichtszeitraum insbesondere beeinflusst durch Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit des Konzerns belief sich im Berichtszeitraum auf 50,6 Mio. EUR (Vorjahr: -7,3 Mio. EUR) und resultierte aus der Inanspruchnahme eines Kredits in Höhe von 95 Mio. EUR im Wesentlichen aus einem im Berichtsjahr abgeschlossenen Konsortialkreditvertrags. Dem stehen Auszahlungen für die planmäßige Tilgung von Altdarlehen in Höhe von 34,1 Mio. EUR, Dividendenzahlungen von -3,6 Mio. EUR, Tilgung von Aktionärsdarlehen von 1,0 Mio. EUR und Zinsaufwendungen von -5,7 Mio. EUR gegenüber. Somit verfügte die ERWO Group zum 31.12.2022 über liquide Mittel von 57,2 Mio. EUR. Um die finanzielle Stabilität des Konzerns langfristig sicherzustellen, hat die Südwolle Group GmbH im Oktober 2022 für den europäischen Finanzierungskreis eine Konsortialfinanzierung mit einem Gesamtvolumen von 135,0 Mio. EUR abgeschlossen. Hiervon stehen bis zu 85,0 Mio. EUR als Betriebsmittelkreditlinien zur Verfügung. Mit dieser Anschlussfinanzierung ist neben der Ablösung von Altkrediten ebenfalls für die Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit und zukünftiger Investitionen gesorgt. Die Laufzeit des von sechs Banken bereitgestellten Kredits beträgt vier Jahre und kann bei Zustimmung der Kreditgeber um bis zu zwei Jahre verlängert werden. Vermögenslage Die Bilanzsumme der ERWO Group erhöhte sich zum 31.12.2022 auf 784,8 Mio. EUR und lag damit 54,9 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 729,9 Mio. EUR. Auf der Aktivseite haben sich per Saldo die Sachanlagen von 240,8 Mio. EUR auf 236,5 Mio. EUR vermindert. Die Finanzanlagen enthalten im Berichtsjahr Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 0,8 Mio. EUR (Vorjahr 0,7 Mio. EUR). Die immateriellen Vermögensgegenstände nahmen um 0,5 Mio. EUR auf 10,0 Mio. EUR zu. Im Berichtszeitraum wurden 25,9 Mio. EUR (Vorjahr: 19,8 Mio. EUR) in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände investiert. Den Investitionen standen Abschreibungen von 29,5 Mio. EUR (Vorjahr: 30,9 Mio. EUR) gegenüber. Im Umlaufvermögen erhöhten sich die Vorräte von 311,5 Mio. EUR auf 367,1 Mio. EUR. Der Anstieg ist sowohl auf die Erhöhung der Lagermengen als auch auf Kostensteigerungen auf den Beschaffungsmärkten zurückzuführen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren leicht rückläufig und lagen zum Stichtag bei 86,7 Mio. EUR (Vorjahr: 88,2 Mio. EUR). Die sonstigen Vermögensgegenstände stiegen um 4,5 Mio. EUR auf 21,0 Mio. EUR an. Zum Geschäftsjahresende am 31.12.2022 lagen die liquiden Mittel bei 57,2 Mio. EUR (31.12.2021: 58,0 Mio. EUR). Das Eigenkapital liegt mit 462,9 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 444,4 Mio. EUR). Dieser Anstieg resultiert insbesondere aus dem erwirtschafteten Konzernjahresüberschuss 2022. Die Quote des bilanziellen Eigenkapitals beträgt 59,0 % gegenüber 60,9 % im Vorjahr. Eine sehr solide Eigenkapitalausstattung ist wichtig für den ERWO Konzern, um sich als Gruppe weiterentwickeln zu können. Die Rückstellungen lagen mit 24,9 Mio. EUR leicht über dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: 22,9 Mio. EUR). Sie setzen sich zusammen aus Pensionsrückstellungen in Höhe von 9,9 Mio. EUR (Vorjahr: 11,9 Mio. EUR), Steuerrückstellungen in Höhe von 0,4 Mio. EUR (Vorjahr: 0,3 Mio. EUR) und sonstigen Rückstellungen in Höhe von 14,6 Mio. EUR (Vorjahr: 10,8 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten der ERWO Group erhöhten sich im Vergleich zum Jahresende 2021 um 33,6 Mio. EUR auf 293,1 Mio. EUR (Vorjahr 259,5 Mio. EUR). Ursächlich hierfür war insbesondere ein Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf 205,4 Mio. EUR (Vorjahr: 161,8 Mio. EUR) infolge der Geldaufnahme aus dem zur Verfügung stehenden Konsortialkreditvolumen. Die Nettobankverschuldung (d.h. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten abzüglich liquider Mittel) des ERWO Konzerns betrug damit 148,3 Mio. EUR zum 31.12.2022 (Vorjahr: 103,8 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen um 11,2 Mio. EUR zurück und betrugen zum Stichtag 31.12.2022 61,9 Mio. EUR (Vorjahr: 73,1 Mio. EUR). Die sonstigen Verbindlichkeiten beliefen sich auf 18,1 Mio. EUR (Vorjahr: 16,6 Mio. EUR). 2.4. GesamtaussageDas Management beurteilt die Entwicklung des ERWO Konzerns im Jahr 2022 positiv. Insgesamt konnten die geplanten Ziele im Hinblick auf wesentliche Steuerkennzahlen erfüllt werden. Dies ist auf die im Geschäftsjahr 2022 bewiesene operative Stärke der ERWO Group zurückzuführen. In diesem Zusammenhang zu nennen sind das an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet Produktportfolio der Unternehmen der ERWO Group aber auch die Mitarbeitenden der ERWO Group, die sich durch hohe Loyalität, Fachwissen und Engagement auszeichnen. Insbesondere im Südwolle Group-Bereich hat sich die bereits im Vorjahr wieder gestiegene Nachfrage im Berichtsjahr 2022 weiter fortgesetzt und stabilisiert. Darüber hinaus ist es gelungen, die Preissteigerungen auf der Beschaffungs- und Produktionsseite an den Markt weiterzugeben. Verbunden mit einer sehr guten und stabilen Auslastung während des gesamten Geschäftsjahres konnte Umsatzwachstum generiert werden und mit einem sehr guten Jahresergebnis 2022 an das erfolgreiche Geschäftsjahr 2021 angeknüpft werden. Die Marktbedingungen für die Geschäftsbereiche des Teilkonzerns Hoftex Group waren hingegen im Geschäftsjahr2022 sehr schwierig. Insbesondere die deutschen Standorte litten unter starken, zeitweise sprunghaft steigenden Kostensteigerungen auf der Beschaffungs- und Produktionsseite. Ausgelöst durch den Ukraine-Krieg, konnten diese jedoch nicht im notwendigen Maße zeitnah an die vorwiegend deutschen und europäischen Kunden weitergeben werden. Dies hatte zur Folge, dass der Hoftex Group Konzern seine ursprünglichen Ergebnisziele nicht erreichen konnte und auch hinter den Vorjahreszahlen zurückblieb. 2.5. MitarbeitendeIm Jahresdurchschnitt waren 4.122 Mitarbeitende (Vorjahr 3.961) beschäftigt. Davon waren 796 (Vorjahr 767) Angestellte und 3.326 (Vorjahr 3.194) gewerbliche Mitarbeitende. Darüber hinaus waren im Jahresdurchschnitt 35 (Vorjahr 45) Auszubildende in Deutschland beschäftigt. Ziel ist es, die Personalentwicklung in Einklang mit dem Geschäftsverlauf zu bringen. Darüber hinaus wird die Demographie der Mitarbeitenden analysiert, um rechtzeitig auf Personalbedarf reagieren zu können. 3. Risiko- und ChancenberichtMarkt und Strategie Die ERWO Group ist abhängig von der Dynamik verschiedener Branchen. Kundenseitig sind die wichtigsten Branchen die Bekleidungsindustrie sowie die Automobilindustrie. Auf der Lieferantenseite ist die ERWO Group unmittelbar abhängig von der Branche der Woll- und Faserproduzenten. Ein Abschwung in den genannten Branchen kann allgemein zu einem Risiko für die ERWO Group führen. Durch eine kontinuierlich an die aktuellen Gegebenheiten angepasste Vertriebs- und Marketingstrategie, wird versucht, neue Märkte und neue Kunden zu gewinnen, um dem genannten Risiko entgegenzuwirken und um die Absatzstrategie weiter zu diversifizieren. Die ERWO Group sieht sich weltweit mit starken Wettbewerbern aus der Textilindustrie konfrontiert. Vor allem ein Vordringen chinesischer und anderer asiatischer Konkurrenten auf den europäischen Markt kann potenziell gefährlich werden. Ein weiterer Anstieg des Wettbewerbsdrucks, gefüttert durch volatile Rohstoffpreise und einen steigenden Preisdruck seitens der Kunden, kann signifikante Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage der Gruppe haben. Als Gegenmaßnahme wird kontinuierlich an guten und engen Kundenbeziehungen gearbeitet und die relevanten Märkte werden fortlaufend analysiert. Als weiteres zusätzliches Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmensgruppe sehen wir das unterschiedliche Energiepreisniveau zwischen Europa und der restlichen Welt. Mit unserer Internationalisierungsstrategie steuern wir hier ausgleichend dagegen. Weiterhin ist die Digitalisierung ein nicht zu unterschätzender Treiber in der Weltwirtschaft und demnach auch in der Textilbranche und in großem Maße auch für die ERWO Group relevant. Durch Digitalisierungsinitiativen sowohl in der Produktion wie auch in der Verwaltung und im Vertrieb, wird versucht, der Branche einen Schritt voraus zu sein. Es wird als eine wichtige zukunftsweisende Chance angesehen in diesem Feld auf dem aktuellen Stand zu sein und eine Vorreiterposition in der Branche zu übernehmen. Auch das Thema Robotik gewinnt zunehmend an Bedeutung für die ERWO Group. So wird im Kammgarnbereich an vollautomatisierten Abläufen und die Möglichkeit der standortübergreifenden digitalen Vernetzung der Produktion gearbeitet. Anhand vermehrter digitaler Prozesse und Technologien ist eine verstärkte Nutzung von aktuellen Qualitätssicherungssystemen und -instrumenten entlang der Wertschöpfungskette möglich, welche dem Reklamationsrisiko vorbeugen kann. Des Weiteren ist man fortlaufend und aktiv auf der Suche nach potenziellen neuen Lieferanten und strebt zukünftig neue Entwicklungen mit den Lieferanten an, um auch hier eine engere Bindung zu schaffen und neuartige Rohstoffvarianten für Produkte und Kunden zu generieren. Die ERWO Group ist kontinuierlich Risiken sowohl auf der Beschaffungs- als auch der Absatzseite ausgesetzt. Durch das seit Jahren entwickelte globale Sourcing kann die ERWO Group auf alternative Bezugsquellen ausweichen. Produktionsstätten in verschiedenen Regionen und Ländern ermöglichen es, für lokale Märkte zu produzieren und somit internationale Transportrouten zu reduzieren. Das Geschäftsumfeld der ERWO Group und deren Tochterunternehmen wurde im Geschäftsjahr 2022 stark durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als geopolitisches Ereignis, durch steigende Inflationsraten, Energie- und Rohstoffpreise sowie durch unterbrochene globale Lieferketten beeinflusst. Diese wesentlichen Einzelrisiken können einen großen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Im Berichtsjahr wurde die ERWO Group aufgrund des Kriegs gegen die Ukraine zusätzlichen Risiken ausgesetzt. Zwar befinden sich keine Produktions- oder Entwicklungsstandorte in Russland oder der Ukraine, dennoch wurden die Wirtschaft und die Finanzmärkte maßgeblich durch diese geopolitischen Spannungen beeinträchtigt. Nach wie vor sehen wir gewisse Unsicherheiten als Folge der Covid-19 Pandemie, weshalb es sich für die ERWO Group um ein wesentliches Einzelrisiko handelt. Sollten sich neue Virusvarianten entwickeln, könnte dies wiederum globale Auswirkungen auf die Lieferketten und damit auf die wirtschaftliche Entwicklung von Ländern und Industrien nach sich ziehen. Operativ Forschung und Entwicklung Die F&E-Aktivitäten der ERWO Group erstrecken sich über vielseitige Produkt- und Anwendungsbereiche innerhalb der Textilwelt. Durch wesentliche Investitionen kann hier ein erhöhtes Verlustrisiko entstehen, welches sich auf die Vermögens- und Ertragslage auswirken kann. Dennoch ist die innovative und kreative Arbeit des F&E-Teams ein signifikanter Chancentreiber für die gesamte ERWO Group und unabdingbar in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit. Des Weiteren lassen sich durch enge Entwicklungskooperationen mit Kunden und Lieferanten Synergien heben und Chancen realisieren, die sich auch auf die Teams Einkauf/Beschaffung und Vertrieb ausdehnen können. Darüber hinaus ist das F&E-Team beständig im engen Austausch mit seinen internen Kunden im Konzern. Durch den eng vernetzen Wissenstransfer innerhalb der ERWO Group ergeben sich Chancen, da gezielt auf relevante und geeignete Märkte, Produkte und Lösungen eingegangen werden kann, die zukunftsweisend und erfolgskritisch für sämtliche der ERWO Group zugehörigen Gesellschaften sind. Einkauf/Beschaffung Als ein sehr von der Rohstoffbeschaffung abhängender Unternehmensverbund, ist die ERWO Group beschaffungsmarktseitig einigen Risiken ausgesetzt. Konkret sind hier insbesondere Preis- und Qualitätsschwankungen anzuführen. Insbesondere die Südwolle Group - die Kammgarnsparte der ERWO Group - ist volatilen Rohstoffpreisen ausgesetzt. In den Geschäftsbereichen der HOFTEX GROUP AG unterliegen die Rohstoffpreise regelmäßigen Schwankungen und durch einen generellen Anstieg der Rohstoffnachfrage tendenziell ansteigenden Preisen. Die infolge des Kriegs enorm angestiegenen Energiekosten sowie das mögliche Szenario eines Energieversorgungsengpasses führten im Geschäftsjahr 2022 zu erhöhten Risiken für die ERWO Group. Als energieintensives Produktionsunternehmen sind wir abhängig von externer Energieversorgung. Damit sind wir auch den finanziellen Risiken ausgesetzt, die durch enorm steigende Energiepreise - vor allem im europäischen Markt - ausgelöst werden. Bei Einschränkungen der Gasversorgung könnten Produktionsunterbrechungen drohen. Produktionsunterbrechungen könnten eine Vielzahl von Störungen der im Unternehmen etablierten und optimierten Abläufe bewirken und damit negativen Einfluss auf unsere Lieferfähigkeit haben. Mit konzernweit gebildeten Energie-Teams arbeiten wir kontinuierlich an Maßnahmen einer gasreduzierten Produktionsoptimierung bzw. an der Diversifizierung unserer Energiequellen, um diese Herausforderungen zu meistern. In regelmäßigen Abständen besprechen wir die Umsetzung sämtlicher Maßnahmen, um die Energieverbräuche sinnvoll und effektiv zu reduzieren. Beispielsweise werden wir mit Projekten zur Installation einer Photovoltaikanlage in Zukunft einen Teil unseres Strombedarfs selbst abdecken. Die im Geschäftsjahr 2022 begonnene Investition in eine Photovoltaikanlage am Standort Reichenbach wird 2023 umgesetzt werden. Weiterhin können wir durch die Erstellung konzernweiter Notfallpläne im Falle einer unterbrochenen Gasversorgung schnell reagieren und den drohenden Schaden bestmöglich begrenzen. Die weitere Entwicklung des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine sowie dessen Auswirkungen sind aktuell unvorhersehbar. Insgesamt sehen wir aufgrund dieser kriegerischen Auseinandersetzung eine Intensivierung des Risikos. Das Risiko von Qualitätsschwankungen wird im ERWO Konzern durch ein fortlaufendes Monitoring der Lieferanten abgefangen. Die Beschaffungsteams arbeiten eng mit den jeweiligen Lieferanten zusammen und streben auch hier nach immer weiteren Entwicklungsmöglichkeiten zur Minimierung von Beschaffungsrisiken auf beiden Seiten. Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem jeweiligen Beschaffungsteam und den Lieferanten lässt sich der anhaltende Trend nach immer mehr Transparenz in Bezug auf Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette als Chance für die Zukunft nutzen, indem wir durch geeignete Maßnahmen nachhaltige Wertschöpfungsketten zu Marketingzwecken verwenden. Produktion Die Produktionsbereiche der insgesamt drei Tochterkonzerne (HOFTEX GROUP AG, ISBE Holding AG und Südwolle Group GmbH) sind von einer detaillierten und weit vorausschauenden Planung abhängig. Gibt es Abweichungen zum Plan durch interne oder externe Einflüsse wie Lieferverzögerungen durch den Lieferanten oder kurzfristige Änderungswünsche vom Kunden, besteht das Risiko der Produktionsverzögerung. Das kann wiederum zu einer punktuellen Über- oder Unterproduktion führen. Durch eine enge Kommunikation der Produktionsstätten untereinander und durch unsere internationale Ausrichtung, lassen sich Produktionskapazitäten innerhalb der Tochterkonzerne bei Bedarf verlagern und somit kann kurzfristig auf Probleme reagiert werden, um das genannte Risiko zu minimieren. Zudem gelingt es hierdurch immer besser, die Kundenbedürfnisse immer stärker in den Vordergrund zu stellen. Um hier sukzessive besser zu werden, wird aktuell an der Optimierung der Zusammenarbeit zwischen den technischen Verantwortlichen und Vertriebsverantwortlichen gearbeitet. Darüber hinaus ist im Bereich der Produktion mit kontinuierlichen Risiken im Rahmen der Qualität, Sicherheit und Umwelt zu rechnen. Diesen Risiken wird mit geeigneten Managementsystemen, Arbeits- und Umweltsicherungsschulungen sowie entsprechenden Versicherungen entgegengewirkt. Neue Produktionstechnologien, welche durch die Digitalisierung begünstigt werden, bieten für die ERWO Group eine große Chance. Durch eine vernetzte Produktion über alle Standorte hinweg, kann es sein, anhand geeigneter Datenanalysen zukünftig effizienter zu produzieren, die Qualität zu verbessern und Kosteneinsparungen zu realisieren. Vertrieb Für die ERWO Group können verschiedene Risiken und Chancen im Bereich der Nachfrage von Bedeutung sein. Eine mögliche Kaufzurückhaltung unserer Kunden kann durch eine negative Berichterstattung in Bezug auf die Textilindustrie im Allgemeinen und speziell in Bezug auf die wollproduzierende Industrie sowie die Automobilindustrie entstehen. Gleichzeitig kann jedoch eine positive Berichterstattung in den Medien eine Chance für Teilbereiche und den gesamten ERWO Konzern bedeuten. Personal Der Wettbewerb um hoch qualifizierte Mitarbeitende und Talente in speziellen Bereichen z.B. der Digitalisierung und Teilen der Produktion, ist in der Textilindustrie im Allgemeinen und im Speziellen in den Regionen, in denen die ERWO Group tätig ist, weiterhin sehr stark. Generell besteht das Risiko, dass Mitarbeitende die ERWO Group verlassen und es dadurch in der Produktion sowie in der Verwaltung zu Wissensverlust kommt. Hier bieten Digitalisierung und neue Technologien die Chance, Mitarbeitende durch eine interessante, moderne und flexible Arbeitsatmosphäre sowie Arbeitsmethoden zu binden, zu motivieren und neue potenzielle Bewerber zu finden und für uns zu begeistern. IT Im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Geschäftsmodelle und Prozesse, spielt die Systemlandschaft der ERWO Group eine signifikante Rolle. Als global agierende Unternehmensgruppe ist es unerlässlich, dass Informationen aktuell, vollständig und korrekt vorliegen und ausgetauscht werden können. Um dies zu gewährleisten, wird kontinuierlich in die IT-Infrastruktur investiert und die Systemlandschaft fortlaufend ausgebaut, um diese den aktuellen Bedingungen - intern wie extern - anzupassen. Darauf aufbauend wurde bereits das Projektmanagement ausgedehnt und entsprechend angepasst. Der Hauptfokus im Geschäftsjahr 2022 lag bei der Implementierung eines neuen ERP-Systems bei der Südwolle Group und dem weiteren globalen Rollout zusätzlicher Module des bestehenden ERP-Systems bei der Hoftex Group. Mit der Erarbeitung und Implementierung einer E-Commerce-Lösung im Bereich Südwolle Group eröffnen wir uns zusätzliche Vertriebskanäle und nutzen damit Chancen zur weiteren Marktdurchdringung durch Zusatznutzen für unsere Kunden. Durch die Bedrohung von Systemausfällen und besonders durch vermehrte Cyberangriffe auf Firmensysteme sind wir einem erhöhten IT-Sicherheitsrisiko ausgesetzt. So werden laufend organisatorische und technische Maßnahmen überprüft und im Bedarfsfall umgesetzt. Investitionen in IT-Sicherheit und regelmäßige Schulungen und Prüfung der Mitarbeitenden sind essenzielle Bestandteile unserer Risikovermeidungsstrategie. Zusätzliche Risikoverlagerung erzielten wir durch den Abschluss einer Cyber Security Versicherung im Geschäftsjahr 2022. Ein großes Risiko stellen Phishing-Mails dar. Neben der permanenten Prüfung und Umsetzung technischer Maßnahmen zum Schutz vor Cyberangriffen, setzten wir im Geschäftsjahr 2022 stark auf die Sensibilisierung unserer Mitarbeitenden durch Schulungen, Mailaktionen und Trainings. Finanziell Wechselkurse und Zinsen Die ERWO Group ist aufgrund ihrer global ausgerichteten Geschäftstätigkeit Risiken und Chancen in Bezug auf Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Diese resultieren in besonderem Umfang aus Schwankungen des US-Dollars (USD), des Chinesischen-Yen (CNY), des Schweizer Franken (CHF) und des Britischen-Pfund (GBP) sowie anderen Währungen, wie zum Beispiel dem Vietnamesischen-Dong (VDN), gegenüber dem Euro. Risiken und Chancen im operativen Geschäft entstehen vor allem, wenn Umsatzerlöse in einer anderen Währung generiert werden als die dazugehörigen Kosten (Transaktionsrisiko). Das daraus resultierende Risiko wird intensiv beobachtet und bei Bedarf werden Devisentermingeschäfte zur Absicherung abgeschlossen. Des Weiteren bestehen Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Umrechnung der Einzelabschlüsse von Konzerngesellschaften außerhalb der Eurozone in die Konzernwährung Euro (Translationsrisiko). Zinsrisiken und -chancen können für die ERWO Group durch steigende oder sinkende Finanzierungskosten infolge eines Zinsniveauanstiegs oder Zinsniveaurückgangs entstehen. Zur Absicherung gegen mögliche Risiken, werden Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen und die Zinsentwicklungen kontinuierlich beobachtet. Forderungen Ausstehende Forderungen von Kunden oder anderweitige Zahlungsverpflichtungen von Drittparteien, denen nicht nachgekommen wird, stellen für die ERWO Group ein nicht unerhebliches Risiko dar. Dem wird entgegengesteuert, indem ein striktes Monitoring der Ausfallrisiken durch das Konzerncontrolling durchgeführt wird. Weiter werden ausstehende Forderungen durch Warenkreditversicherungen gegen Ausfälle und Zahlungsunfähigkeiten der Kunden abgesichert. Die Bonitäten der Kunden werden regelmäßig über die Warenkreditversicherer geprüft sowie durch ein Credit-Insurance-Team überwacht und kontrolliert. Weiterhin wird zur Minimierung des Forderungsausfallrisikos Factoring praktiziert. Die pandemiebedingt eingeräumten teils deutlich längeren Zahlungsziele wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr sukzessive wieder zurückgefahren, so dass die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Geschäftsjahr 2022 wieder gesunken sind. Ein erhöhtes Maß an Forderungsausfällen war auch im Geschäftsjahr 2022 nicht zu verzeichnen Liquidität Für die ERWO Group können Liquiditätsrisiken darin bestehen, dass ausstehenden Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Eine fortlaufende Liquiditätsplanung sowie eine mehrjährige Finanzplanung ermöglichen es, langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorzuhalten. Dadurch werden auch die Zahlungsfähigkeit und finanzielle Flexibilität des Konzerns sichergestellt. Im Oktober 2022 wurde analog zu unserer Finanzstrategie ein Konsortialvertrag mit vierjähriger Laufzeit und einer Verlängerungsoption abgeschlossen. Damit sind eine mittelfristige Finanzierung und ausreichende Liquidität gesichert. Im Rahmen der Konsortialfinanzierung sind bestimmte Covenants einzuhalten, namentlich der Verschuldungsgrad und die Eigenkapitalquote. Eine Nichteinhaltung von Covenants im Zusammenhang mit der Konsortialfinanzierung kann grundsätzlich zu einer Kündigung der gewährten Darlehen führen. Die daraus resultierende Rückzahlungsverpflichtung birgt somit ein potenzielles Risiko für die Finanzlage der Gesellschaft und des Konzerns. Kapitalmarkt Die ERWO Holding AG ist durch die Notierung ihres Tochterkonzerns HOFTEX GROUP AG im Freiverkehr an der Börse München indirekt bestimmten Kapitalmarktrisiken, Regulierungsrichtlinien und Gesetzen ausgesetzt. Zu den für den ERWO Konzern relevanten Kapitalmarktrisiken zählt vor allem die Marktpreisschwankung der an der HOFTEX GROUP AG gehaltenen Anteile. Versicherungen Durch Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder andere Ereignisse wie Feuer kann es zu Produktionsstopps kommen, die sich negativ auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage auswirken können. Diesen nicht beeinflussbaren externen Risiken, wird durch Abschluss von entsprechenden Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen Rechnung getragen. Zudem werden interne Vorkehrungen und organisatorische Maßnahmen für den Schadeneintrittsfall getroffen. Eine eigene Betriebsfeuerwehr an einigen Standorten der ERWO Group kann bei Eintreten eines Katastrophenfalls schnelle Erstmaßnahmen ergreifen. Neben den bestehenden Hochwasserschutzvorkehrungen und -maßnahmen wurden an dem von einem Überschwemmungsschaden im Jahr 2021 betroffenen Tenowo Standort Hof im Berichtsjahr zusätzliche Maßnahmen, wie z.B. Abschottungsvorrichtungen, geplant und umgesetzt. Prinzipiell können jedoch nicht alle möglichen Schadensszenarien vollständig durch den Abschluss von Versicherungen abgedeckt werden. Compliance Wie andere international agierende Unternehmensgruppen auch, ist die ERWO Group verschiedenen Rechts- und Compliance-Risiken ausgesetzt. Dabei geht es um Risiken aus möglichen Rechtsstreitigkeiten und Compliance-Verstößen sowie aus der Nichteinhaltung von regulatorischen Vorgaben. Darüber hinaus unterliegt die ERWO Group weltweit vielfältiger staatlicher Regulierungen im Bereich des Umweltschutzes, Datenschutzes und weiterer gesetzlicher Vorgaben. Die Nichteinhaltung kann zu erheblichen Strafen, Schadensersatzzahlungen und Reputationsverlusten führen. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wird eng mit einigen auf die jeweiligen Themen spezialisierten beratenden Anwaltskanzleien zusammengearbeitet. Zur Umsetzung, Koordination und Unterstützung sämtlicher Aktivitäten zur Vermeidung rechtlicher und regulatorischer Risiken haben wir verschiedene Teams und Beauftragte eingesetzt, wie z.B. Datenschutzbeauftragte und Datenschutzkoordinatoren, oder ein Informationssicherheits-Team. Ein Compliance Beauftragter unterstützt den Vorstand bei der Durchführung von Maßnahmen zur Sicherstellung eines regelkonformen und ethisch korrekten Verhaltens aller Mitarbeitenden im Unternehmen. Es erfolgt eine regelmäßige Sensibilisierung zu verschiedenen Themen der Compliance im Rahmen von E-Learnings sowie Präsenzschulungen für alle Mitarbeitenden. Ergänzt wird dies durch den Erlass von internen Leitlinien und Richtlinien, um Fehlverhalten in der Organisation vorzubeugen. Darüber hinaus wird ein Übersichtsbericht über unsere Umweltschutzmaßnahmen (Ecobalance) geführt, welcher einmal im Jahr unter anderem auf der Website veröffentlicht wird. 4. Prognosebericht4.1. Ausblick gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenFür das Jahr 2023 wird von einem geringeren Wirtschaftswachstum als im Berichtsjahr 2022 ausgegangen. Die Inflationsrate wird nach dem massiven Anstieg leicht rückläufig eingeschätzt. In Anbetracht der aktuellen geopolitischen Krisen gestaltet sich eine präzise Einschätzung für die konjunkturelle Entwicklung 2023 jedoch schwierig. Für Europa bedeutet die russische Ukraine-Invasion und die damit einher gegangenen geopolitischen Veränderungen eine Zäsur. Es ist davon auszugehen, dass die dadurch entstandenen Energieengpässe, welche wiederum die Inflation befeuern, die europäische und insbesondere die deutsche Wirtschaft weiter stark beeinflussen werden, obwohl die Energiekosten seit dem Peak Mitte 2022 wieder leicht rückläufig sind. Die überraschenden Aufhebungen der Covid-Restriktionen in China Ende vergangenen Jahres dürften der globalen Konjunktur Auftrieb verleihen und könnten der Volksrepublik letztendlich wieder das Attribut als Zugpferd der Weltwirtschaft zurückbringen. Der Internationale Währungsfonds prognostizierte für 2023 ein globales Wirtschaftswachstum von 2,9 % sowie eine globale Inflation von 6,6 %. Im Vorjahr lagen die Wachstumsprognosen für 2023 noch über der 3 %-Marke - diese Einschätzungen wurden kürzlich angepasst, da die steigenden Leitzinsen als fiskalpolitische Maßnahme zur Inflationsbekämpfung ein gedämpftes Investitions- und Konsumverhalten befürchten lassen. Zu Jahresbeginn erwarteten die Konjunkturexperten des IWF weitestgehend positive, aber meist geringe Wachstumsraten. Die Prognosen für die Industriestaaten zeigen eine Steigerung der Wirtschaftsleistung von 1,2 %. Die errechneten Zuwächse des deutschen BIPs belaufen sich auf lediglich 0,1 %. Ebenso bewegen sich die Wachstumserwartungen des gesamten Euroraums mit 0,7 % auf einem niedrigen Niveau (Frankreich: 0,7 %, Italien: 0,6 %, Spanien 1,1 %). Für die USA (1,4 %), Japan (1,8 %) und Kanada (1,5 %) werden im Vergleich der Industriestaaten leicht überdurchschnittliche Wachstumsraten erwartet. Einzig dem Vereinigten Königreich wird bei -0,6 % ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung prognostiziert - selbst für Russland wird trotz umfangreicher westlicher Sanktionen ein Wachstum von 0,3 % angenommen. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer wird ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 4,0 % prognostiziert. Die Wachstumserwartungen für die chinesische Wirtschaft fallen mit einem Zuwachs von 5,2 % besser aus als die der ASEAN-Staaten mit 4,3 %. Für die indische Konjunktur zeichnet sich bei einer Wachstumsprognose von 6,1 % nach hohen Vorjahresraten (2021: 8,7 %, 2022: 6,8 %) ein weiteres Boomjahr ab. Die beiden übrigen BRICS-Staaten Brasilien und Südafrika können bei erwarteten Wachstumsraten von jeweils 1,2 % in dieser Hinsicht nicht mit den asiatischen Ländern mithalten. 4.2. Ausblick branchenbezogene RahmenbedingungenDer Ifo-Geschäftsklimaindex hatte sich für Textil und Bekleidung in Folge der russischen Invasion in der Ukraine bis in den Spätsommer hinein sukzessive verschlechtert, hellt sich seither aber wieder auf. Die pessimistische Einschätzung des Konjunkturklimas hatten beide Sparten tendenziell überwiegend parallel - allerdings auf unterschiedlichem Niveau - gesehen: Insgesamt waren die Unternehmen der Bekleidungsbranche stets zuversichtlicher als die Unternehmen der Textilbranche. Hintergrund dafür ist, dass das Textilsegment stärker mit anderen Industriebranchen verflochten ist und die Geschäftsprognosen daher einen ähnlichen Verlauf zeigen wie die der Industrieunternehmen insgesamt. Umfragen des Gesamtverbandes textil+mode bestätigen der Branche eine Verschlechterung der Lageeinschätzung zum Anfang des Jahres 2023 im Vergleich zum Jahresbeginn 2022. Analog zum Ifo-Index sehen die Umfragen von textil+mode die Krise - insbesondere bei Textil - noch lange nicht als überwunden an. Die Unternehmen schätzen die Gesamtsituation im Vergleich zum Vorkrisenniveau eher schlechter ein. Die Belastungen der Covid-Pandemie waren für die gesamte Textil- und Bekleidungsbranche enorm - der Schwung der konjunkturellen Erholung scheint aktuell unterbrochen oder zumindest abgemildert.
Quelle: ifo-Konjunkturklimaindex für die Segmente Textil und Bekleidung von Feb 2022 bis Feb 2023 Betrachtet man die Kombination aus Auftragsbeständen und der Branchen-Trendentwicklung, so lassen sich meist zumindest kurzfristige Prognosen bezüglich der darauffolgenden Umsätze abschätzen. Gemäß den Angaben des Gesamtverbandes textil+mode sind die Auftragsbestände 2022 im Vergleich zum Vorjahr (2021) wesentlich höher (Textil: 20,1 %, Bekleidung: 21,3 %). Die Auftragseingänge haben sich hingegen im Jahresmittel im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 4,6 % im Textilbereich bzw. um 10,2 % im Bekleidungsbereich erhöht. Die enormen Vorjahressteigerungen lassen allerdings auf Nachholeffekte in Anschluss an die Corona-Krise schließen und es ist davon auszugehen, dass einige Unternehmen noch einen Produktions- und Auslieferungsrückstau haben. Aktuell ist von einem moderaten Wachstum bei weiter hoher Inflation und steigenden Zinsen auszugehen. Präzise Prognosen sind allerdings schwierig - es bleibt abzuwarten, wie sich die aktuellen geopolitischen Krisen entwickeln. 4.3. Ausblick GeschäftsverlaufDie Prognose des Vorstands für das Geschäftsjahr 2023 ist nicht nur aufgrund der hohen Unsicherheit in Bezug auf die künftige konjunkturelle Entwicklung weiterhin in stärkerem Maße als sonst mit Unwägbarkeiten behaftet, sondern setzt auch ausdrücklich voraus, dass sich Risiken aus dem militärischen Angriff Russlands auf die Ukraine nicht in einem für die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage signifikanten Maß realisieren. Geprägt von geopolitischen Spannungen, einer hohen Inflation und den daraus folgenden Auswirkungen auf das Konsum- und Investitionsverhalten, gehen wir von einer Stagnation des Wirtschaftswachstums, insbesondere in Europa aus. Nach einem herausfordernden Jahr 2022 bleibt auch im Jahr 2023 die Marktsituation schwierig. Das Ziel des Vorstands ist die Stärkung und der Ausbau der guten weltweiten Marktposition, auch in dem derzeitigen herausfordernden Umfeld. Mit dem Bau einer Färberei in Vietnam baut die Südwolle Group weitere Färbekapazitäten in Asien auf und stärkt ihre Position als wichtiger Partner für unsere Bekleidungskunden. Die Tenowo kann mit der Installation von weiteren Vlies-Anlagen in China und USA das Wachstum in den regionalen Märkten zukünftig direkt bedienen. Darüber hinaus setzen die Unternehmen der ERWO Group ihre Programme und Maßnahmen fort, um die Wettbewerbsfähigkeit in ihren Kerngeschäftsfeldern zu steigern. Dafür verstärken wir gruppenweit u. a. die Anstrengungen zur Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung. Unter der Voraussetzung, dass keine neuen gesamtwirtschaftlichen Verwerfungen auftreten, nehmen wir für das Geschäftsjahr 2023 von einer Stabilisierung der Lage sowohl an den Rohstoffmärkten als auch an den für uns relevanten Absatzmärkten an. Gestiegene Energiekosten sowie die dadurch verursachten Steigerungen bei den Rohstoffkosten werden das Unternehmen weiter belasten, wobei es unser Bestreben ist, diese im höchstmöglichen Umfang an den Markt weiterzugeben. Die im Geschäftsjahr 2022 vorgenommenen Preiserhöhungen werden sich im Jahr 2023 vollständig auswirken und die für 2023 erwarteten Kostensteigerungen werden sich ebenso in höheren Verkaufspreisen niederschlagen. Bei einem stagnierenden Absatzvolumen erwarten wir ein robustes Umsatzwachstum, welches zum einen durch höhere Verkaufspreise und zum anderen durch Veränderungen im Artikelmix erreicht wird. Sofern sich die aktuellen Annahmen über das Geschäftsjahr 2023 als zutreffend erweisen, erwartet der Vorstand der ERWO Holding AG im Rahmen seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2023 einen Gesamtumsatz in einer Bandbreite zwischen 700 Mio. EUR und 730 Mio. EUR. Ausgehend von den für 2023 angenommenen Rahmenbedingungen erwarten wir ein EBITDA zwischen 60 Mio. EUR bis 70 Mio. EUR und ein EBIT zwischen 32 Mio. EUR bis 38 Mio. EUR, was in etwa dem Niveau von 2022 entspricht. Als Risiken in der Planung sind insbesondere steigende Preise auf der Beschaffungsseite (Rohstoff, Energie) und steigende Personalkosten bei stagnierender Nachfrage auf der Kundenseite zu nennen. Unter diesen Umständen wird es eine Herausforderung sein, das Budget 2023 zu erreichen. Die Prognose enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf gegenwärtigen Annahmen, Planungen und Prognosen der Unternehmensleitung basieren. Risiken und Ungewissheiten können dazu führen, dass die tatsächliche Geschäftsentwicklung von den hier abgegebenen Einschätzungen sowohl positiv als auch negativ von der Prognose abweicht.
Schwaig bei Nürnberg, den 5. Mai 2023 ERWO Holding AG Klaus Steger, Vorstand Manuela Spörl, Vorstand Manfred Heinrich, Vorstand Hans-Georg von Schuh, Vorstand Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Amtsgericht Nürnberg HRB 9560Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022A. KonsolidierungskreisSoweit nicht anders vermerkt, erfolgt die Vollkonsolidierung der Tochterunternehmen gemäß § 290 Abs. 2 Nr. 1 HGB. Der Kreis der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen setzt sich wie folgt zusammen:
Der Südwolle Teilkonzern per 31. Dezember 2022 besteht aus folgenden Gesellschaften:
Der HTG Teilkonzern per 31. Dezember 2022 besteht aus folgenden Gesellschaften:
1 Die gekennzeichneten Unternehmen machen von den Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB (für Personenhandelsgesellschaften) teilweise bzw. in vollem Umfang Gebrauch. 2 Das gekennzeichnete Unternehmen ist unbeschränkt haftende Gesellschafterin der Südsonne GmbH & Co. KG. 3 Das gekennzeichnete Unternehmen ist unbeschränkt haftende Gesellschafterin der ERWO Immobilien und Beteiligungen GmbH & Co. KG. 4 100 % der Anteile werden von der Suedwolle Group Italia S.p.A., Gaglianico (Biella), Italien, gehalten. 5 Die gekennzeichneten Unternehmen machen von den Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB teilweise bzw. in vollem Umfang Gebrauch. Der ISBE Holding AG, Interlaken, Schweiz, Teilkonzern per 31.12.2022 besteht aus folgenden Gesellschaften:
Daneben bestehen Beteiligungen, die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind. Anmerkungen zum Jahresergebnis und zum Eigenkapital unterbleiben gemäß § 313 Abs. 3 Satz 4 HGB. Im Geschäftsjahr 2022 haben sich folgende gesellschaftsrechtliche Änderungen ergeben, die aber keine Auswirkungen auf den Konsolidierungskreis haben: Die Anteile an der HOFTEX GROUP AG, Hof, wurden um 0,09 % auf 84,78 % aufgestockt. Die Südwolle GmbH & Co. KG, Schwaig, wurde auf die Südwolle Group GmbH, Schwaig, mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2022 angewachsen. Die know your stuff GmbH, Schwaig, wurde konzernintern auf die ERWO Holding AG, Schwaig, verschmolzen. Die Verschmelzung erfolgte mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2022. Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2022 wurde die Hoftex GmbH, Hof, auf die HOFTEX GROUP AG, Hof, verschmolzen. Die Gesellschaften Suedwolle Group North America Ltd., Scarborough, Suedwolle Group USA Inc., Mount Airy, und Suedwolle Group UK Ltd., Huddersfield, wurden von der ERWO Holding AG, Schwaig, an die Südwolle Group GmbH, Schwaig, veräußert. Die Gesellschaft Jadeboard 2015 Ltd., Kowloon, wurde von der ERWO Holding AG, Schwaig, an die ISBE Jiangsu Investment Co. Ltd., Jiangsu, übertragen. Die wirtschaftliche Wirkung war bei allen Vorgängen ebenfalls zum 1. Januar 2022. B. KonsolidierungsgrundsätzeDer Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 der ERWO Holding AG wurde auf der Grundlage des Handelsgesetzbuchs und der einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes erstellt. Darstellung, Gliederung und Bewertung des Konzernabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen. Für Erstkonsolidierungen aus der Zeit vor dem 1. Januar 2010 erfolgt die Kapitalkonsolidierung gemäß Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB nach der Buchwertmethode. Für Erstkonsolidierungen ab diesem Zeitpunkt erfolgt diese nach der Neubewertungsmethode, bei der das Eigenkapital des Tochterunternehmens zum Erstkonsolidierungszeitpunkt vollständig zum beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten bewertet wird. Die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode erfolgt durch Verrechnung des Kaufpreises mit dem neubewerteten Konzernanteil am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung unter Fortführung der Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung. Aktivische Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden grundsätzlich den Vermögensgegenständen der Tochtergesellschaften zugerechnet bzw. als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer begründet sich hauptsächlich in der kurzfristigen Vertragsdisposition mit den Abnehmerkreisen. Nicht dem Konzern zuzurechnende Anteile am Eigenkapital sind unter der Position "Anteile nicht beherrschender Gesellschafter" innerhalb des Eigenkapitals gesondert ausgewiesen. Werden nach Erlangung des beherrschenden Einflusses weitere Anteile an einem Tochterunternehmen erworben oder verkauft, ohne dass sich der Status als Tochterunternehmen ändert, wird die Transaktion gemäß dem Wahlrecht in DRS 23.171 ff. als Kapitalvorgang behandelt. Zwischenergebnisse, konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen gegen einbezogene und Verbindlichkeiten gegenüber einbezogenen Unternehmen werden eliminiert. Soweit das Jahresergebnis aufgrund ergebniswirksamer Konsolidierungsmaßnahmen von der Summe der Ergebnisse der Einzelabschlüsse abweicht, wurde ein Abgrenzungsbetrag für latente Steuern nach § 306 HGB gebildet. Im Konzernabschluss erfolgt die Umrechnung der Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen ausländischen Tochtergesellschaften mit dem Mittelkurs am Bilanzstichtag. Auf die Eigenkapitalpositionen wurden die historischen Kurse angewendet. Die Aufwendungen und Erträge der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Die Umrechnungsunterschiede aus Stichtagskurs und Durchschnittskurs sind innerhalb des Konzerneigenkapitals unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. C. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenAllgemeines Die Jahresabschlüsse bzw. Reporting Packages der einbezogenen Konzernunternehmen werden grundsätzlich nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Das Geschäftsjahr läuft vom 1. Januar bis zum 31. Dezember eines jeden Kalenderjahres. Sämtliche Davon-Angaben zu Posten der Konzernbilanz sowie der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden einheitlich im Konzernanhang gemacht. Immaterielle Vermögensgegenstände Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bewertet, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen. Entfällt der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung in Folgejahren, so wird eine Zuschreibung maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. Die planmäßigen Abschreibungen wurden unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, die zwischen fünf und zehn Jahren beträgt, grundsätzlich nach der linearen Methode errechnet. Für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände besteht nach § 248 Abs. 2 HGB ein Aktivierungswahlrecht in Höhe der Herstellungskosten, soweit es sich hierbei nicht um selbst geschaffene Marken, Drucktitel, Verlagsrechte, Kundenlisten oder vergleichbare immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens handelt. Das Wahlrecht wurde unverändert nicht in Anspruch genommen. Sachanlagevermögen Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen die direkt zurechenbaren Einzelkosten und angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Bewertung einbezogen. Die planmäßigen Abschreibungen wurden unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer grundsätzlich nach der linearen Methode und ggf. unter Berücksichtigung mehrschichtiger Nutzung errechnet. Die Nutzungsdauern für Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie sonstige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens orientieren sich an den steuerlichen Abschreibungstabellen (Mindestsätze) und Erfahrungswerten. Entfällt der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung in Folgejahren, so wird eine Zuschreibung maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen. Finanzanlagen Vermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Zwischenzeitliche Wertaufholungen werden mittels entsprechender Zuschreibung bis höchstens zu den historischen Anschaffungskosten nachgezogen. Vorräte In den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit den Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Tagespreis des Beschaffungsmarktes am Bilanzstichtag angesetzt. Fertige und unfertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet; niedrigere Wiederbeschaffungs-, Wiederherstellungskosten oder realisierbare Preise am Bilanzstichtag werden durch Abschreibungen auf den niedrigsten Wert berücksichtigt. Bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip der verlustfreien Bewertung beachtet. Für Verwertungsrisiken sind angemessene Abschreibungen vorgenommen worden. Die Herstellungskosten enthalten Materialeinzel- und Materialgemeinkosten, Fertigungseinzel- und Fertigungsgemeinkosten, den fertigungsbedingten Werteverzehr des Anlagevermögens sowie betriebliche Verwaltungskosten. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Erkennbare Risiken werden durch entsprechende Wertberichtigungen berücksichtigt. Latente Steuern Latente Steuern werden auf Basis des Temporary-Konzepts gebildet. Dementsprechend wird in den Einzelabschlüssen der einbezogenen Gesellschaften ein Passivposten für latente Steuern gebildet, wenn sich zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen ergeben, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, und sich daraus eine Steuerbelastung ergibt. Ergeben sich aus den unterschiedlichen Wertansätzen künftig Steuerentlastungen, so erfolgt eine Berücksichtigung maximal bis zur Höhe passiver latenter Steuern aus anderen Bewertungsdifferenzen. Ein Überhang der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern wird nicht aktiviert. Bei inländischen Gesellschaften wurden die latenten Steuern unter Zugrundelegung eines unternehmensspezifischen Ertragsteuersatzes ermittelt, der zwischen 11 % und 27 % liegt. Bei den ausländischen Tochtergesellschaften wurde der im jeweiligen Land gültige Steuersatz, der zwischen 15 % und 30 % liegt, verwendet. Soweit sich aus den Vorschriften zur Vollkonsolidierung (§§ 300 bis 307 HGB) zusätzliche Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und deren steuerlichen Wertansätzen ergeben, die sich in späteren Zeiträumen voraussichtlich ausgleichen, wurden aktive und passive latente Steuern angesetzt, die mit der pauschalen Steuerquote von 27 % ermittelt wurden. Gemäß dem Wahlrecht nach § 306 HGB werden diese nicht saldiert. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Bei der Bewertung des Erfüllungsbetrags wurde eine angemessene Kostensteigerung berücksichtigt. Längerfristige Rückstellungen wurden mit den Zinssätzen nach RückAbzinsV abgezinst. Die Pensionsrückstellungen der ERWO Gruppe werden nach den versicherungsmathematischen Grundsätzen mithilfe der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck berechnet. Dabei sind - soweit Erhöhungen erfolgen - die Lohn- und Gehaltssteigerungen mit 2,0 % p.a. und jährliche Rentenanpassungen zwischen 1,5 % und 2,5 % entsprechend berücksichtigt. Da es sich um einen geschlossenen Bestand handelt, wurde keine Fluktuation berücksichtigt. Für die Abzinsung wurde pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt. Als Abzinsungsfaktor wurde der von der Deutschen Bundesbank auf den Bilanzstichtag ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 1,78 % angesetzt. Der sich aus der sieben- und zehnjährigen Durchschnittsbetrachtung ergebende Unterschiedsbetrag beträgt TEUR 499 (Vorjahr: TEUR 1.129). Aufwendungen infolge von Änderungen des Marktzinssatzes werden im Zinsaufwand ausgewiesen. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Währungsumrechnung Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs zum Transaktionszeitpunkt oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Forderungen in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden - soweit keine Bewertungseinheiten vorliegen - mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen werden mit ihrem Umrechnungskurs zum Transaktionszeitpunkt oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Bewertungseinheiten Soweit Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet werden, werden diese nach der sog. "Einfrierungsmethode" bilanziert. Derivative Finanzinstrumente Devisentermingeschäfte Die Zeitwerte der Devisentermingeschäfte werden von Kontrahentenbanken anhand anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt und der Gesellschaft mitgeteilt. Zinsswapgeschäfte Die Zeitwerte von Zinsswapgeschäften werden von Kontrahentenbanken anhand von anerkannten Bewertungsmethoden unter Zugrundelegung der jeweiligen Zinsstrukturkurven ermittelt und der Gesellschaft mitgeteilt. Erträge und Aufwendungen Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt, sobald die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind bzw. der Gefahrenübergang auf den Kunden erfolgt ist. Umsatzerlöse werden nach Abzug von Rabatten und Skonti ausgewiesen. Sonstige betriebliche Erträge bzw. betriebliche Aufwendungen werden mit Erbringung bzw. Inanspruchnahme der Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Realisierung bzw. Verursachung als Ertrag bzw. Aufwand erfasst. Erforderlichenfalls werden Zahlungen abgegrenzt, um sie periodengerecht als Ertrag bzw. Aufwand zu erfassen. Zuschreibungen auf Immaterielle Anlagen und Sachanlagen werden grundsätzlich in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Zinsen werden zeitanteilig mit dem Betrag, der auf das Geschäftsjahr entfällt, als Aufwand bzw. Ertrag erfasst. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. D. Erläuterungen zur KonzernbilanzEntwicklung des AnlagevermögensDie Entwicklung des Anlagevermögens des Konzerns ist im Anlagengitter als Anlage zu diesem Konzernanhang dargestellt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert zum Vorjahr nominal TEUR 23.500 und ist eingeteilt in 23.500.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1,00. Alle Aktien lauteten auf den Inhaber und sind vinkuliert. Die Kapitalrücklage beträgt unverändert zum Vorjahr TEUR 30.469 und umfasst mit TEUR 26.448 ein Agio aus der Verschmelzung der ERWO Holding AG und der ESS Holding AG, Schwaig (HRB 27619), das in die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB eingestellt wurde. Teile des grundsätzlich frei verfügbaren Eigenkapitals der Muttergesellschaft unterliegen der Ausschüttungssperre. Der Gesamtbetrag nach den §§ 253 Abs. 6 und 268 Abs. 8 HGB beträgt TEUR 391 (Vorjahr: TEUR 1.139) und resultiert aus dem Unterschiedsbetrag, der sich bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen zwischen der sieben- und zehnjährigen Durchschnittsbetrachtung ergibt (TEUR 283, Vorjahr: TEUR 761) und den Vermögensgegenständen, die nach § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden (TEUR 108, Vorjahr: TEUR 378).
Abweichend zum Vorjahr werden die Abfertigungsrückstellungen (TEUR 2.405; Vorjahr: TEUR 2.338) nicht mehr in den Rückstellungen für Pensionen, sondern unter den Sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus dem Personalbereich, Gewährleistungen, Rechts- und Prozesskosten sowie ausstehende Rechnungen. Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB sind Rückdeckungsversicherungsguthaben, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, mit diesen Verpflichtungen verrechnet worden. Die Anschaffungskosten der verrechneten Vermögenswerte betragen TEUR 9.510 (Vorjahr: TEUR 9.580), die von den Versicherungsunternehmen mitgeteilten Zeitwerte der Vermögenswerte belaufen sich auf insgesamt TEUR 9.618 (Vorjahr: TEUR 9.958), der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt TEUR 13.185 (Vorjahr: TEUR 13.085). Es ergibt sich ein passiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von TEUR 3.567 (Vorjahr: TEUR 3.127). Nach § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB und dessen Auslegung in DRS 19 (Bekanntmachung 20. Dezember 2019) sind Unterstützungskassen in den Konzernabschluss einzubeziehen. Diese Rechtsauffassung hat zur Folge, dass auch die Unterstützungskasse der Hoftex Group in den Konzernabschluss einzubeziehen ist. Die Unterstützungskasse hat einen Großteil ihrer Verpflichtungen über Lebensversicherungen ausfinanziert. Die Ansprüche an die Versicherung haben zum Bilanzstichtag einen Zeitwert von TEUR 1.363 (Vorjahr: TEUR 1.409). Die Pensionsverpflichtungen, bewertet nach § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB belaufen sich auf TEUR 2.488 (Vorjahr: TEUR 2.572). Der verbleibende Verpflichtungsüberhang in Höhe von TEUR 1.125 (Vorjahr: TEUR 1.163) wird in der Konzernbilanz gemäß Art. 28 Abs. 1 EGHGB nicht angesetzt. Der Zinsaufwand aus den Pensionsverpflichtungen beträgt TEUR 321 (Vorjahr: TEUR 427) und ist in der Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsaufwand ausgewiesen. Der Aufwand aus dem Pensionsvermögen beläuft sich auf TEUR 212 (Vorjahr: Ertrag von TEUR 5) und wird im Zinsaufwand saldiert ausgewiesen.
Die durch Grundschulden besicherten Darlehen betragen TEUR 3.254. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zum 31.12.2022 mit einem Betrag von TEUR 4.800 durch Sicherungsübereignungen besichert. Das besicherte Darlehen valutiert zum 31. Dezember 2022 mit TEUR 2.571. Des Weiteren sind Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zum 31.12.2022 mit einem Betrag von TEUR 60.631 durch Sicherungsübereignungen betreffend das inländische bewegliche Umlaufvermögen (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Halbfertigfabrikate und Fertigwaren, somit das gesamte Warenlager mit seinem jeweils wechselnden Bestand an den Standorten Hof Moschendorf und Stadtallendorf) besichert. Das besicherte Darlehen valutiert zum 31. Dezember 2022 mit TEUR 78.750. Die HOFTEX GROUP AG und ihre Tochtergesellschaften bilden gegenüber den kreditgebenden Banken einen gesamtschuldnerischen Haftungsverbund. D.h. grundsätzlich haftet jede einzelne Gesellschaft bis zur vollen Höhe des Gesamtbetrags (§ 421 BGB). Der besicherte Kreditrahmen beläuft sich auf insgesamt TEUR 51.000. Er ist zum Abschlussstichtag mit TEUR 23.125 (Vorjahr: TEUR 10.000) in Anspruch genommen. Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen auf Steuern TEUR 5.122 (Vorjahr: TEUR 3.226). Die Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit betragen TEUR 1.473 (Vorjahr: TEUR 1.351). Latente Steuern Die aktiven latenten Steuern ergeben sich im Wesentlichen aus Differenzen bei den Sachanlagen, Vorräten, Pensionsrückstellungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten. Darüber hinaus bestehen steuerliche Verlustvorträge. Passive latente Steuern ergeben sich aus Differenzen bei den Sachanlagen, Vorräten sowie Forderungen. In den Jahresabschlüssen wurden latente Steuern angesetzt, wenn sich insgesamt ein Überhang der passiven latenten Steuern über die aktiven latenten Steuern ergab. Die sich aus Konsolidierungsmaßnahmen ergebenden aktiven und passiven latenten Steuern wurden ausnahmslos in der Konzernbilanz berücksichtigt. Die latenten Steuersalden haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
E. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Sonstige betriebliche Erträge Diese Position enthält unter anderem Erträge aus Kursdifferenzen und Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 19.086 (Vorjahr: TEUR 9.738), aus Versicherungsentschädigungen für Sachschäden und für Erlöseinbußen infolge einer Betriebsunterbrechung aus einem in 2021 entstandenen Hochwasserschaden am Vliesstandort Hof in Höhe von TEUR 8.473 (Vorjahr: TEUR 7.700), aus Förderungen wegen Energiekrise in Höhe von TEUR 2.976 (Vorjahr: TEUR 520), aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.774 (Vorjahr: TEUR 1.260), aus dem Abgang von Anlagevermögen in Höhe von TEUR 1.070 (Vorjahr: TEUR 3.835), aus dem Eingang abgeschriebener Forderungen und der Herabsetzung nicht mehr benötigter Wertberichtigungen zu Forderungen von TEUR 72 (Vorjahr: TEUR 714).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten folgende Positionen:
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Kursdifferenzen aus der Währungsumrechnung von insgesamt TEUR 17.022 (Vorjahr: TEUR 12.247) sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 182 (Vorjahr: TEUR 410) enthalten. Zinsen und ähnliche Aufwendungen In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellung in Höhe von TEUR 394 (Vorjahr: TEUR 427) enthalten. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten latente Steuererträge in Höhe von TEUR 645 (Vorjahr: latenter Steueraufwand von TEUR 708). F. Sonstige Angaben zum KonzernabschlussAußerbilanzielle Geschäfte Es besteht eine Vereinbarung über den revolvierenden Verkauf von ausgewählten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen eines sog. "echten" Factorings mit einem Volumen von bis zu TEUR 20.500. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen in Höhe von TEUR 8.512 (Vorjahr: TEUR 6.744) verkauft. Das Factoring dient der kurzfristigen Verbesserung der Kapitalstruktur und Liquidität. Sämtliche Forderungsausfallrisiken gehen auf den Forderungskäufer über. Haftungsverhältnisse
Aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit und der aktuellen Unternehmensplanungen gehen wir nicht von einer Inanspruchnahme aus. Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Mietverträgen sowie aus Bestellobligen in Höhe von TEUR 4.195 (Vorjahr: TEUR 4.687). Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten Die ERWO Immobilien und Beteiligungen GmbH & Co. KG, Schwaig bei Nürnberg hat zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos eines variabel verzinslichen Darlehens in Höhe von nominal TEUR 3.254 ein Zinsswapgeschäft mit gleichem Nominalvolumen abgeschlossen. Das Zinsswapgeschäft weist zum 31. Dezember 2022 einen beizulegenden Zeitwert von TEUR 289 auf. Das Zinsswapgeschäft hat eine Laufzeit bis längstens 31. Juli 2029. Sein Nominalwert vermindert sich analog zum Tilgungsplan des Darlehens. Ein Bilanzansatz des Swapgeschäfts mit dem beizulegenden Zeitwert ist nicht erfolgt, da das Derivat in eine Bewertungseinheit mit dem Darlehen (Mikrohedge) einbezogen wird. Das Darlehen wird zum 3-Monats-EURIBOR zzgl. einer Marge verzinst und nach einem Tilgungsplan getilgt. Aus dem Zinsswap erhält die Gesellschaft einen variablen Zins und zahlt jeweils einen festen Zinssatz. Die Zinstermine von Darlehen und jeweiligem Zinsswap sind identisch. Die Risiken ebenso wie die Zahlungsstromschwankungen aus dem Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich vollständig aus, da sie jeweils identisch hinsichtlich Nominalbetrag, Währung, Basiszinssatz und Feststellungstagen sind. Aufgrund dieses vollständigen Ausgleichs erübrigt sich eine weitere Ermittlung der Wirksamkeit. In der Südwolle Group GmbH bestehen zum Stichtag folgende derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten: Variabel verzinsliche Darlehen in Höhe von TEUR 2.464 (Vorjahr: TEUR 0) wurden zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos jeweils mit einem Zinsswap zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst (Microhedge). Die Darlehen werden mit einer Ausnahme zum 3-Monats-EURIBOR zzgl. einer Marge verzinst und nach einem Tilgungsplan getilgt. Lediglich ein Darlehen wird zum 6-Monats-EURIBOR zzgl. einer Marge verzinst. Der Nominalbetrag des jeweiligen Zinsswaps entspricht dem Nominalbetrag des jeweiligen Darlehens und reduziert sich entsprechend dem Tilgungsplan des jeweiligen Darlehens über dieselbe Laufzeit. Aus den Zinsswaps erhält die Südwolle Group GmbH einen variablen Zins in Höhe des 3-Monats-EURIBORs bzw. des 6-Monats-EURIBORs und zahlt jeweils einen festen Zinssatz. Die Zinstermine von Darlehen und jeweiligen Zinsswaps sind identisch. Die Risiken ebenso wie die Zahlungsstromschwankungen aus dem Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich vollständig aus, da sie jeweils identisch hinsichtlich Nominalbetrag, Währung und Feststellungstagen sind. Zum Bilanzstichtag waren daher keine Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden. Die beizulegenden positiven Zeitwerte betrugen insgesamt TEUR 26 (Vorjahr: TEUR 0). Am 17.10.2022 hat die Südwolle Group GmbH einen Konsortialkreditvertrag mit einem Gesamtvolumen von 135.000 TEUR geschlossen. Die Laufzeit der Finanzierung beträgt vier Jahre, d.h. bis zum 17.10.2026, und kann bei Zustimmung der Kreditgeber um bis zu zwei Jahre verlängert werden. Die Inanspruchnahme zum 31. Dezember 2022 beträgt 78.750 TEUR. Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos wurden 48.750 TEUR jeweils mit einem Zinsswap zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst (Microhedge). Die Darlehen werden zum 3-Monats-EURIBOR zzgl. einer Marge verzinst und nach einem Tilgungsplan getilgt. Der Nominalbetrag des jeweiligen Zinsswaps entspricht dem Nominalbetrag des jeweiligen Darlehens und reduziert sich entsprechend dem Tilgungsplan des jeweiligen Darlehens über dieselbe Laufzeit. Aus den Zinsswaps erhält die Südwolle Group GmbH einen variablen Zins in Höhe des 3-Monats-EURIBORs und zahlt jeweils einen festen Zinssatz. Die Zinstermine von Darlehen und jeweiligen Zinsswaps sind identisch. Die Risiken ebenso wie die Zahlungsstromschwankungen aus dem Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich vollständig aus, da sie jeweils identisch hinsichtlich Nominalbetrag, Währung und Feststellungstagen sind. Zum Bilanzstichtag waren daher keine Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden. Die beizulegenden negativen Zeitwerte betrugen insgesamt TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 0). Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken von variabel verzinslichen langfristigen Bankverbindlichkeiten wurden von der HOFTEX GROUP AG zwei Zinsswaps mit Floor abgeschlossen, um das Risiko aus künftigen Zinssteigerungen zu begrenzen. Sie stehen in Sicherungsbeziehungen (Mikro-Hedges) zu den bilanzierten Darlehen. Die Sicherungsgeschäfte bilden deckungsgleich die Merkmale der originären Finanzgeschäfte ab. Die korrespondierenden Aufwendungen und Erträge werden saldiert im Zinsaufwand erfasst. Für die von der Gesellschaft aktuell abgeschlossenen drei Zinssicherungsgeschäfte ergeben sich zum 31. Dezember 2022 folgende, ausschließlich positive, beizulegenden Zeitwerte:
Darüber hinaus bestehen derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken. Die Südwolle Group GmbH fakturiert Warenverkäufe an Kunden in GBP. Zum Bilanzstichtag bestehen daraus in GBP lautende abzusichernde Grundgeschäfte aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Guthaben bei Kreditinstituten. Den Zahlungseingängen in GBP stehen keine ausreichenden Mittelabflüsse in GBP entgegen, um das Risiko aus nachteiligen Änderungen von Fremdwährungskursen ausgleichen zu können. Der regelmäßige Unterhang an Zahlungsausgängen in GBP wird daher mit Termingeschäften (Verkauf) bei Kreditinstituten ausgeglichen. Alle Fremdwährungssicherungsgeschäfte werden in Makro-Hedge-Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die gegenläufigen Zahlungsströme haben sich aufgrund weitgehender Laufzeit- und Volumenkongruenz bis Februar 2023 ausgeglichen. Der Umfang der in die Bewertungseinheiten einbezogenen Vermögensgegenstände, bewertet mit den Stichtagskursen zum 31.12.2022 ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
Zudem tätigt die Südwolle Group GmbH Rohstoffeinkäufe in CNY. Zum Bilanzstichtag bestehen daraus auf CNY lautende abzusichernde Grundgeschäfte aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Guthaben bei Kreditinstituten. Den Zahlungsabflüsse in CNY stehen keine ausreichenden Mittelzuflüsse in CNY entgegen, um das Risiko aus nachteiligen Änderungen von Fremdwährungskursen ausgleichen zu können. Die regelmäßige Unterdeckung an Zahlungszuflüssen in CNY wird daher mit Termingeschäften (Kauf) bei Kreditinstituten ausgeglichen. Alle Fremdwährungssicherungsgeschäfte werden in Makro-Hedge-Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die gegenläufigen Zahlungsströme haben sich aufgrund weitgehender Laufzeit- und Volumenkongruenz bis Februar 2023 ausgeglichen. Der Umfang der in die Bewertungseinheiten einbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden, bewertet mit den Stichtagskursen zum 31.12.2022 ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers Durch den Konzernabschlussprüfer wurden für das Geschäftsjahr 2022 Honorare von insgesamt TEUR 803 (Vorjahr: TEUR 706) berechnet.
Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag sind nicht eingetreten. Konzern-Kapitalflussrechnung Die Aufstellung der Kapitalflussrechnung erfolgte nach DRS 21. Dabei wurde für die Ermittlung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit die indirekte Methode verwendet. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen bzw. Erträge betreffen vor allem Währungskursverluste bzw. -gewinne. Der Finanzmittelfonds beinhaltet kurzfristig verfügbare liquide Mittel sowie Kontokorrentverbindlichkeiten. Organe der Gesellschaft Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr aus folgenden Mitgliedern: Tom Steger, selbstständiger Rechtsanwalt, Nürnberg (Vorsitzender) Martin Steger, selbstständiger Kaufmann, Nürnberg (stellvertretender Vorsitzender) Joseph Kronfli, Geschäftsführer in der Baubranche, Nürnberg Renate Dempfle, Leitende Angestellte im Verlagswesen, Augsburg Werner Berlet, IT-Manager, Bad Homburg Melanie Liebert, selbstständige Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin, Augsburg Vorstand Die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft waren im Berichtsjahr: Klaus Steger, Wirtschaftsingenieur, Chief Executive Officer, Vorsitzender, Nürnberg Robert Seibold, Diplom-Betriebswirt, Chief Financial Officer, Abenberg (bis 31.07.2022) Manuela Spörl, Diplom-Betriebswirtin, Chief Financial Officer, Hof (seit 01.08.2022) Manfred Heinrich, Wirtschaftsingenieur, Chief Technical Officer, Püchersreuth Hans-Georg von Schuh, Diplom-Kaufmann, Sales Director, Fürth Im Geschäftsjahr 2020 wurde einem Mitglied des Vorstandes ein zweckgebundenes (Steuernachforderungen), endfälliges Darlehen in Höhe von EUR 3,6 Mio. gewährt, wovon zum Stichtag EUR 1,6 Mio. abgerufen wurden. Das Darlehen ist mit 5 % verzinst und hat eine Laufzeit von 3 Jahren. Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats beliefen sich im Berichtsjahr auf TEUR 125. Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Berichtsjahr TEUR 1.398. Die Angabe der Bezüge für frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen gemäß § 314 Nr. 6b HGB unterbleibt unter Anwendung der Befreiungsvorschrift der §§ 314 Abs. 3 i.V.m. 286 Abs. 4 HGB. Gewinnverwendungsvorschlag für das MutterunternehmenDer Vorstand der ERWO Holding AG schlägt folgende Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von 106.996.580,22 vor:
Schwaig bei Nürnberg, den 5. Mai 2023 ERWO Holding AG Klaus Steger, Vorstand Manuela Spörl, Vorstand Manfred Heinrich, Vorstand Hans-Georg von Schuh, Vorstand Anlage zum KonzernanhangEntwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Konzern-Eigenkapitalspiegel
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die ERWO Holding AG, Schwaig bei Nürnberg PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der ERWO Holding AG, Schwaig bei Nürnberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der ERWO Holding AG, Schwaig bei Nürnberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDer Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 5. Mai 2023 Deloitte
GmbH
Klaus Löffler, Wirtschaftsprüfer Tanja Markert, Wirtschaftsprüferin Der Konzernabschluss wurde am 15. Mai 2023 gebilligt. Bericht des Aufsichtsrates zum Geschäftsjahr 2022Im Geschäftsjahr 2022 hat der Aufsichtsrat der ERWO HOLDING AG den Vorstand gemäß Aktiengesetz, Satzung und Geschäftsordnung bei allen wesentlichen Geschäftsvorfällen und strategischen Entscheidungen, die das Unternehmen und den Konzern betrafen, überwacht und beratend begleitet. Vom Vorstand wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend, sowohl durch schriftliche als auch mündliche Berichte über die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft sowie deren Geschäftsbereiche und wesentliche Tochtergesellschaften unterrichtet und über Projekte mit erheblicher Bedeutung informiert. Anhand des periodischen Berichtswesens war der Aufsichtsrat ebenso in die Investitions-, Finanz- und Personalplanung eingebunden. Hierzu gehörten weiter Berichte über Auftragseingang, Mitarbeiterentwicklung, Umsatz, Cashflow, Ertragslage, Plan- / Ist-Abweichungen und die Liquiditätslage mit denen sich der Aufsichtsrat intensiv befasst hat. Alle Maßnahmen und Geschäfte, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, wurden in den Aufsichtsratssitzungen intensiv mit dem Vorstand diskutiert und vom Aufsichtsrat eingehend und pflichtgemäß geprüft. Zusätzlich zur Berichterstattung durch den Vorstand in den Aufsichtsratssitzungen hat sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats auch außerhalb der Sitzungen in regelmäßigen Gesprächen mit dem Vorstand über die aktuelle Situation und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informieren lassen. Im Berichtsjahr fanden vier turnusmäßige Aufsichtsratssitzungen statt. Davon wurden zwei als Videokonferenzen durchgeführt und zwei als Präsenzsitzungen. Bei allen Sitzungen nahm der Aufsichtsrat geschlossen an den Beratungen teil. Im Berichtszeitraum bestand kein Anlass, den Personalausschuss einzuberufen. Im Berichtsjahr wurden keine weiteren Ausschüsse durch den Aufsichtsrat gebildet. In der Sitzung am 28. März 2022 wurden die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Wirtschaftsjahr besprochen. Zudem wurde auf den militärischen Angriff Russlands auf die Ukraine und deren aktuelle und zukünftige Auswirkungen auf das Unternehmen eingegangen. Der Vorstand sieht große Herausforderungen, insbesondere auf der Beschaffungs- und Logistikseite. Weitere Themen waren der aktuelle Beteiligungsansatz der Südwolle Group Italy und ein Update über verschiedene laufende Investitionsprojekte. Zudem genehmigte der Aufsichtsrat die Einbringung der ERWO Australia PTY LTD / Mount Hesse PTY LTD von der ISBE Holding AG Schweiz in die ERWO Holding AG, eine Kapitalerhöhung in der DaLat Worsted Spinning und die Gründung einer vietnamesischen Firma für den Betrieb einer Färberei. Am 16. Mai 2022 befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit den Jahresabschlüssen und Prüfungsberichten für die ERWO HOLDING AG und den Konzern zum 31. Dezember 2021. Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Berichterstattung des Vorstands über die aktuelle Geschäftsentwicklung nach Abschluss des 1. Quartals, sowie die Festlegung der Tagesordnung für die Hauptversammlung und des Beschlusses über die Art der Durchführung. Der Vorstand informierte über eine notwendige Brückenfinanzierung bis zur Realisierung der geplanten langfristigen Anschlussfinanzierung. In der Sitzung am 26. September 2022 wurde der Aufsichtsrat über die aktuelle Markt- und Wettbewerbssituation informiert. Der Vorstand informierte des Weiteren über den Sachstand des Projekts Färberei in Vietnam. Es wurde die Tagesordnung für die einzuberufende außerordentliche Hauptversammlung am 2.11.22 gebilligt. Darüber hinaus genehmigte der Aufsichtsrat den Abschluss eines Konsortialvertrages. In der letzten Sitzung des Berichtsjahres am 16. Dezember 2022 stellte der Vorstand die aktuelle Geschäftssituation per September 2022, den Forecast 2022, die Unternehmensplanung 2023 und die Investitionsplanung 2023 vor. Zudem wurde über das neue Konzept des Baus einer neuen Färberei in Vietnam berichtet. Die Planung fand die Zustimmung des Aufsichtsrats, nachdem sie eingehend geprüft und darin enthaltene Chancen und Risiken mit dem Vorstand intensiv diskutiert wurden. Darüber hinaus wurde der vorgelegte Investitionsplan für das Geschäftsjahr 2023 durch den Aufsichtsrat bewilligt. Für die Investition in die vietnamesische Färberei wurde eine Teilgenehmigung erteilt. Als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 hatte die Hauptversammlung die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, gewählt. Diese hat den Jahresabschluss der ERWO HOLDING AG und den Konzernabschluss zum 31.12.2022 sowie den Konzernlagebericht unter Einschluss der Buchführung und des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Prüfungsberichte wurden den Aufsichtsratsmitgliedern unverzüglich nach Fertigstellung übersandt. Der Aufsichtsrat hat die Bilanzsitzung am 15. Mai 2023 gemeinsam mit dem Abschlussprüfer der Gesellschaft durchgeführt. Dabei wurden der Jahresabschluss der ERWO HOLDING AG und der Konzernabschluss zum 31.12.2022, der Lagebericht des Konzerns, der Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte mit dem Abschlussprüfer ausführlich erörtert. Der Aufsichtsrat nahm die Prüfungsergebnisse zustimmend zur Kenntnis. Er hat seinerseits den Jahres- und Konzernabschluss, den Konzernlageberichtsowie den Gewinnverwendungsvorschlag geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung sind auch von ihm keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der ERWO HOLDING AG per 31.12.2022 gebilligt und damit festgestellt. Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht wurden ebenfalls gebilligt. Das Gremium schließt sich dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns an. Über Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat der ERWO Holding AG ist folgendes zu berichten: Der seit 1. August 2018 amtierende Vorstand Robert Seibold ist zum 31. Juli 2022 aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Seibold für sein Engagement und die geleistete Arbeit. Gleichzeitig hat der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. August 2022 Frau Manuela Spörl zum Vorstandsmitglied und zur Nachfolgerin von Herrn Seibold als Finanzvorständin gewählt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens für ihre engagierte und erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2022.
Schwaig, im Mai 2023 Der Aufsichtsrat der ERWO Holding AG Tom Steger, Vorsitzender des Aufsichtsrats |
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