BAGR Non-Ferrous Group GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Ioannis Zaimis seit 9.12.2022 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Ferralum Metals Group S.à r.l. | 89.90% |
| 10.10% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
BAGR Berliner Aluminiumwerk GmbHBerlinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Bilanz zum 31. Dezember 2021A K T I V A
P A S S I V A
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021
Anhang für das Geschäftsjahr 2021I. Allgemeine Angaben und Angaben zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die BAGR Berliner Aluminiumwerk GmbH mit Sitz in Berlin ist im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter der Nummer HRB 62201 B eingetragen. Gegenstand der Gesellschaft ist die industrielle Herstellung und der Vertrieb von Aluminium-, Walz-, Press- und Gussprodukten. Die Gesellschaft erfüllt zum Bilanzstichtag, wie schon zum vorhergehenden Bilanzstichtag, die Kriterien für eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Der vorliegende Jahresabschluss der BAGR Berliner Aluminiumwerk GmbH, Berlin, zum 31. Dezember 2021 wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften der §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021 wurden unter Beachtung der Gliederungsvorschriften der §§ 265 bis 278 HGB und des § 42 GmbHG aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind und die bis zum Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt waren, wurden berücksichtigt. Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer angesetzt. Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Wirtschaftsgut EUR 800 nicht übersteigen, werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021 ist im Anlagenspiegel gesondert dargestellt. Das Vorratsvermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungs- und Herstellungskosten erfolgt nach § 255 Abs. 2 HGB. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten werden neben den Einzelkosten angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, sowie anteilige Verwaltungskosten mit einbezogen. Die Bewertung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zum Nennwert, bei unverzinslichen oder niedrig verzinslichen Darlehen grundsätzlich zum Barwert. Ausfallrisiken werden grundsätzlich durch Abschreibung berücksichtigt. Als Rechnungsabgrenzungsposten wurden Ausgaben ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem 31. Dezember 2021 darstellen. In den Sonderposten für Investitionszulagen werden die nach den geltenden gesetzlichen Regelungen gewährten und beanspruchbaren Investitionszulagen eingestellt. Der Sonderposten wird korrespondierend zu den Abschreibungen der subventionierten Vermögensgegenstände bzw. bei deren Ausscheiden aus dem Vermögen aufgelöst. Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Verpflichtungen. Sie wurden unter Berücksichtigung der kaufmännischen Vorsicht bzw. in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet. Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgte zu Erfüllungsbeträgen. Die Umrechnung von Fremdwährungspositionen bei den einzelnen Geschäftsvorfällen erfolgte im Transaktionszeitpunkt jeweils zum Tageskurs. Die Bewertung der Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr erfolgt zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag. Alle anderen Forderungen in fremder Währung werden mit dem Kurs im Anschaffungszeitpunkt oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag, alle anderen Verbindlichkeiten in fremder Währung mit dem Kurs im Anschaffungszeitpunkt oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Bei der Umrechnung der in der Darstellung des Anteilsbesitzes enthaltenen Angaben "Eigenkapital" und "Jahresergebnis" wurde der Devisenbriefkurs zum Abschlussstichtag verwendet. Es bestehen keine wesentlichen temporären Differenzen zwischen den Handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen. Der kombinierte Ertragsteuersatz der Gesellschaft beträgt 30,64% und umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Von der Aktivierung latenter Steuern wird gemäß § 274 Abs. 1 HGB abgesehen.
II. Erläuterungen und ergänzende Angaben zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung 1. Erläuterungen und ergänzende Angaben zur Bilanz zum 31. Dezember 2021 Sämtliche ausgewiesenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 21.521 (Vorjahr: TEUR 19.855) stellen gleichzeitig sonstige Vermögensgegenstände dar. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 20.466 (Vorjahr: TEUR 18.868) haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Zur Erhöhung der finanziellen Liquidität verkauft die Gesellschaft Liefer- und Leistungsforderungen im Wege des unechten Factorings. Zum Bilanzstichtag wird ein Factoringvolumen von TEUR 4.259 (Vorjahr: TEUR 2.858) in Anspruch genommen. Der Sonderposten für Investitionsrücklage wurde zum 01. Januar 2008 erstmalig gebildet, um die Aussagefähigkeit des Jahresabschlusses zu erhöhen. Im laufenden Geschäftsjahr hat sich dieser Posten um TEUR 15 auf TEUR 56 verringert. Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Personalverpflichtungen (TEUR 459) und Rechts-, Beratungs- und Abschlusskosten (TEUR 44). Die Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2021 lassen sich dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel entnehmen:
Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen TEUR 47 (Vorjahr: TEUR 53) auf Lohnsteuerverbindlichkeiten sowie TEUR 27 (Vorjahr: TEUR 39) auf Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit.
2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:
Personalaufwand 2021 wurden Beiträge an Unterstützungskassen in Höhe von TEUR 61 (Vorjahr: TEUR 66) aufgewendet. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich im Wesentlichen wie folgt:
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge aus verbundenen Unternehmen wurden in Höhe von TEUR 1.661 (Vorjahr: TEUR 1.536) erzielt. Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen sind in Höhe von TEUR 164 (Vorjahr: TEUR 239) angefallen.
III. Angaben zu Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen
IV. Angaben zu den nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen Sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthalten sind, bestehen wie folgt:
Hinzuweisen ist ferner auf Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit den bestehenden Erdgasliefervereinbarungen bis einschließlich Lieferjahr 2024. Diese beinhalten eine Take-or-Pay-Verpflichtung über 60 % der vereinbarten Jahresmenge für das Belieferungsjahr 2022 bzw. 80% für die Belieferungsjahre 2023 und 2024. Dabei zahlt der Kunde für die nicht abgenommenen Mengen die Differenz zwischen dem vertraglichen Arbeitspreis Energie und dem 0,9-fachen des jeweiligen Durchschnittsspotpreises des Belieferungsjahres, in dem die Mindestmenge nicht erreicht wird, sofern diese Differenz nicht negativ ist. Zudem greift bei einem Überschreiten der vereinbarten Menge (100% im Lieferjahr 2022 bzw. 120% in den Lieferjahren 2023 und 2024) eine Gegenrechnung zwischen dem für die Basismenge vereinbarten Arbeitspreis Energie und dem 1,1-fachen des Durchschnittsspotpreises des jeweiligen Lieferjahres. Hierbei kann es sowohl zu einer Nachzahlung oder zur Erstattung kommen. Angesichts der aktuellen und absehbaren Verbrauchsmengen, der permanenten Verbrauchsüberwachung und rechtzeitigen Reaktion auf aktuelle Bedarfslagen in enger Abstimmung mit dem Erdgaslieferanten ist hieraus kein Risiko für das Unternehmen abzuleiten. Im Rahmen eines Factoring Vertrags sind zum Bilanzstichtag Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Nominalwert von TEUR 4.259 (Vj.: TEUR 2.858) verkauft. Aufgrund dieser außerbilanziellen Geschäfte ergeben sich zum Bilanzstichtag eine Verkürzung der Bilanz und eine Stärkung der Liquiditätslage. Wesentliche Risiken aus diesem Geschäft sind aktuell nicht zu erkennen, wobei der Umfang der Nutzung des Factoring Programms von den jeweils gewährten bzw. gezeichneten Kreditlinien der Debitoren abhängig ist.
V. Haftungsverhältnisse Es besteht eine gesamtschuldnerische Haftung in Höhe von TEUR 500 seitens der BAGR.
VI. Angaben zum Abschlussprüferhonorar Das Gesamthonorar für die Prüfung des Jahresabschlusses 2021 der BAGR durch die Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, beträgt TEUR 34,0. Weitere Leistungen wurden durch den Abschlussprüfer nicht erbracht.
VII. Nachtragsbericht Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die sich negativ auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens auswirken könnten, haben sich nach Kenntnis der Geschäftsführung nicht ergeben. Die am 24.02.2022 begonnenen Kriegshandlungen Russlands gegen die Ukraine wirken sich bislang nicht direkt auf die Geschäftstätigkeit der BAGR aus. BAGR kauft weder direkt oder indirekt Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe aus Russland noch verkauft BAGR ihre Waren und Dienstleistungen an Unternehmen in Russland oder mit russischem Gesellschafterhintergrund.
VIII. Sonstige Angaben Im Berichtsjahr waren durchschnittlich 69 (Vorjahr: 71) Arbeitnehmer beschäftigt. Zu den Geschäftsführern der Gesellschaft waren für das Geschäftsjahr 2021
bestellt. Ist ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertreten. Hinsichtlich der Angaben zu den Gesamtbezügen der Geschäftsführung wird auf § 286 (4) HGB verwiesen. Des Weiteren wurde BAGR in einen für das Geschäftsjahr von der Konzern-Muttergesellschaft Metalcorp Group S.A., Luxemburg, aufgestellten Konzernabschluss einbezogen (kleinster Konsolidierungskreis). Darüber hinaus wird BAGR in den für das Geschäftsjahr 2021 von der Muttergesellschaft Cycorp First Invest Ltd., Larnaca, Zypern, aufgestellten Konzernabschluss einbezogen (größter Konsolidierungskreis). Diese Konzernabschlüsse sind jeweils am Sitz der Konzern-Muttergesellschaften erhältlich. Nachstehend werden die Angaben zu den Unternehmen zusammengefasst, an denen die Gesellschaft unmittelbar Anteile von mehr als 20% hält:
* Stand 31.12.2016 (Project on hold)
Nachstehend werden die Angaben zu den Unternehmen zusammengefasst, an denen die Gesellschaft mittelbar Anteile von mehr als 20% hält:
Berlin, den 14.06.2022 BAGR Berliner Aluminiumwerk GmbH gez. Oleg Hoffmann, Geschäftsführer gez. Sebastien Maurin, Geschäftsführer
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021Die Gesellschaft Die BAGR Berliner Aluminiumwerk GmbH wurde am 28. Februar 1997 zum Zwecke des Erwerbs der Einrichtungen einer Fertigungsstätte für Aluminiumwalzbarren aus Sekundäraluminium gegründet. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in 13407 Berlin-Reinickendorf, Kopenhagener Straße 59. Das Stammkapital beträgt EUR 17.000.000,00. Gesellschafter der BAGR sind die BAGR Non-Ferrous Group GmbH, Berlin, mit einem Anteil von 94% und die EoDn Vermögensverwaltungs AG, Berlin, mit einem Anteil von 6%. BAGR stellt aus Schrotten, geringen Mengen Primäraluminium und Legierungszusätzen Walzbarren zum Einsatz in europäischen Walzwerken her. Außerdem werden Barren für die Weiterverarbeitung zu Präzisionsgussplatten erzeugt. Dabei wird sowohl von den Kunden beigestelltes Metall umgearbeitet als auch Vollgeschäft getätigt, d.h. BAGR kauft selbst die Schrotte ein und fakturiert ihren Kunden Metallpreis und Veredelungslohn. Im Jahr 2021 wurden 61.959 t Barren abgesetzt.
A Darstellung des Geschäftsverlaufs 2021 1. Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft Im Jahr 2021 zeigte die Verfügbarkeit von Impfstoffen Wirkung auf den Verlauf der Corona-Pandemie. Die ungleiche Verteilung der Vakzine zwischen den saturierten Industriestaaten und dem Rest der Welt sowie die unterschiedlich ausgeprägte Akzeptanz der teils neuartigen Präparate in Teilen der Bevölkerung ermöglichte allerdings die Ausbildung neuer Mutationen. So befindet sich die Welt nach wie vor in einem Zyklus aus Lockerungen und Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens. Insbesondere der Dienstleistungssektor, Kultur und Tourismus haben hierunter massiv zu leiden. Die Weltwirtschaft zog indessen an, insbesondere getrieben durch eine wieder erstarkte industrielle Nachfrage. Nun zeigten sich die erheblichen Probleme insbesondere im Logistiksektor und bei der Verfügbarkeit von Arbeitskräften in den Industriestaaten, aber auch die Folgen der Nachfrageeinbrüche in diversen Industriezweigen mit der folgerichtigen Umorientierung der Zulieferindustrie. Besonders betroffen hiervon war und ist die Automobilindustrie, die auf die Zulieferung von Elektronikbauteilen angewiesen ist, welche allerdings knapp verfügbar sind und bevorzugt in die Kommunikations-, Haushalts- und Unterhaltungselektronikindustrie geliefert wurden. Das erzwungene Herunterfahren der Automobilindustrie führte zu Produktionskürzungen und Störungen in deren gesamter Wertschöpfungskette. Auch die Aluminiumindustrie war hiervon in besonderem Maße betroffen; zum einen durch sinkende Nachfrage, zum anderen durch fehlende Prozessschrotte, die eine erhebliche Versorgungslücke auftaten. Die enorme Nachfrage in allen Industriezweigen traf auch bei Legierungsmetallen, Hilfs- und Betriebsstoffen und der Energieversorgung mit Strom und Gas auf ungekannte Angebotslücken. Das führte zu einem enormen Preisanstieg in der Beschaffung. Erschwerend kamen politische Spannungen zwischen den westlichen Industriestaaten auf der einen Seite sowie China und Russland auf der anderen Seite hinzu, die sich in gegenseitigen handelspolitischen Hemmnissen und Liefereinschränkungen niederschlugen. Die energieintensiven Industrien, zu denen auch die Aluminiumerzeugung gehört, sahen sich durch explodierende Strom- und Erdgaspreise vor große Herausforderungen gestellt. Die gestiegenen Einstandskosten wurden in einer starken Nachfragesituation überwiegend weitergegeben. Der Frage der Energiekosten wird allerdings künftig eine entscheidende Bedeutung bei der nachhaltigen Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft zukommen; hier braucht es eine kluge und vorausschauende staatliche Energiepolitik. Daraus ergeben sich in jedem Fall für die NE-Metallindustrie erhebliche Herausforderungen, aber eben auch große Entwicklungsperspektiven. Nach dem heftigen Einbruch 2020, im ersten Jahr der Corona-Pandemie, stieg das preis- und kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2021 um 2,7. Das Wachstum wurde durch fortgesetzte Einschränkungen des öffentlichen Lebens und erhebliche Störungen in den Lieferketten gedämpft. Die Wirtschaftsleistung lag noch immer 2,0% unter jener von 2019, dem letzten Jahr vor der Pandemie. Die Zahl der Erwerbstätigen blieb mit 44,9 Millionen etwa unverändert, allerdings wechselten viele Menschen pandemiebedingt die Branche oder die Stelle. Die Arbeitslosenquote in Deutschland sank um 0,2% auf 5,7%. Die staatlichen Haushalte beendeten das Jahr 2021 nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsdefizit von 153,9 Milliarden Euro, dem zweithöchsten seit der deutschen Vereinigung, ausgelöst durch die massiven Stützungsmaßnahmen aufgrund der Pandemie für Wirtschaft und Gesellschaft. Die staatlichen Konsumausgaben stiegen preisbereinigt um 3,4% gegenüber dem Vorjahr, wogegen die privaten Konsumausgaben preisbereinigt unverändert blieben. Die preisbereinigten Exporte von Waren und Dienstleistungen stiegen deutlich um 9,4% gegenüber dem Vorjahr, die Importe um 8,6%. Der Außenbeitrag zum preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt stieg um 0,9%. Der Wachstumsbeitrag der privaten Konsumausgabe zum preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt war 2021 neutral, die staatlichen Konsumausgaben trugen hingegen mit +3,4% erheblich zur Entwicklung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts bei. Auch der Beitrag der Bruttoanlageinvestitionen war mit 1,3% positiv, wobei die Bauinvestitionen (+0,5%) nur leicht stiegen, hingegen die Ausrüstungsinvestitionen mit +3,2% sehr deutlich. Die Bruttowertschöpfung der deutschen Wirtschaft stieg um 2,9%; insbesondere das verarbeitende Gewerbe wuchs um 4,4%. Unter allen Wirtschaftszweigen ging lediglich die Bruttowertschöpfung im Baugewerbe leicht um 0,4% zurück. Der Staat beendete das Jahr mit einer auf das nominale Bruttoinlandsprodukt bezogenen Defizitquote von 4,3%. (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.1.2022, Bundesagentur für Arbeit - Presseinfo Nr. 2 vom 04.01.2022 - Jahresrückblick 2021) Die wesentlichen europäischen Zielmärkte für Aluminiumprodukte sind laut einer Statistik der European Aluminium von 2020 bei den Walzprodukten (4,924 Mio t) Verkehr (22%) und Verpackung (23%), Folienanwendungen mit 18% sowie Bauwesen (11%) und Maschinenbau (8%). 15% der Erzeugnisse gehen in den lagerhaltenden Handel. Für Strangpresserzeugnisse (2020:2,902 Mio t t) sind das Bauwesen mit 41% und das Transportwesen mit 23% die mit Abstand wesentlichsten Abnehmer, gefolgt vom allgemeinen Maschinenbau mit 10% und dem lagerhaltenden Handel mit 14% Anteil. Die Automobilindustrie litt erheblich unter den pandemiebedingten Versorgungseinschränkungen, hier insbesondere bei den Elektronikbauteilen, befindet sich aber generell in einem längeren Entwicklungsprozesshin zu neuen Antriebstechnologien, aktuell insbesondere hin zu batteriebetriebenen Fahrzeugen. Daraus ergeben sich erhebliche Chancen für den Werkstoff Aluminium, da durch den Einsatz des Leichtmetalls u.a. erhebliche Gewichtsreduzierungen und damit Einsparungen beim Energieverbrauch und CO2-Ausstoß erzielbar sind. Die deutsche Aluminium-Halbzeugproduktion überstieg 2021 mit 2,67 Mio t (+11,7%) erheblich das Niveau von 2020. Die Walzwerke produzierten 2,06 Mio t Walzprodukte (+9,6%) und die Presswerke 0,61 Mio t, ein Plus von 19,7% gegenüber dem Vorjahr. Die weltweite Primäraluminiumproduktion stieg von 65,3 Mio t 2020 auf 67,3 Mio t. Während die westeuropäische Produktion mit 3,33 Mio t etwa gleichbleibend war und die nordamerikanische leicht von 3,98 Mio t auf 3,88 Mio t nachgab, stieg die Produktion in China nochmals von 37,1 Mio t auf ca. 38,9 Mio t. In den arabischen Golfstaaten stieg der Ausstoß leicht von 5,83 Mio t auf 5,91 Mio t. Die Aluminium-Nachfrage stieg ersten Erhebungen zufolge um 8,0% auf 67,965 Mio t, während die Produktion lediglich um 3,5% auf 67,005 Mio t zulegte. Allein in China wurden im Zuge einer restriktiveren staatlichen Umwelt- und Energiepolitik 2021 schätzungsweise 3,3-3,8 Mio t Elektrolysekapazität stillgelegt. Damit war der Markt unterversorgt. Die Aluminium-Notierung an der LME reflektierte im Berichtsjahr die bereits beschriebene konjunkturelle Dynamik und das nachfragebedingt verknappte Angebot. Die Drei-Monats-Notierung beendete das Jahr bei 2.810 USD/t. Ende 2020 lag sie noch bei 1.980,50 USD. Die registrierten Lagerbestände an der LME sanken von 1,324,5 Mio t zu Jahresbeginn auf 934,4 Mio t zum 31.12.2021. Die Durchschnittsprämie für hochgrädiges Aluminium im Lager Rotterdam spot verzollt stieg von 150 USD/t zum Jahresultimo 2020 zum Jahresende auf 405,00 USD/t. (Quellen: International Aluminium Institute auf world-aluminium.org: Primary Aluminium Production, Ausdruck 25.01.2022, StoneX: The Base Metals Suite - Metal Fundamentals 2021, 10.01.2022, Annual Commodities Outlook 20.01.2021, StoneX: Webinar "Global Metals Outlook 2022: The Path to a New Normal", 20.01.2022, Market Overview in European Aluminium - Activity Report 2020-2021 (auf https://www.european-aluminium.eu/activity-report-2020-2021/market-overview/), FastMarkets DDE Data Feed Ausdruck 25.01.2022, Aluminium Deutschland-Produktion von Aluminiumhalbzeug / Entwicklung bis Dezember 2021, 09.02.2022
2. Produktion, Umsatz-, Auftrags- und Ergebnisentwicklung BAGR beliefert die europäischen Walzwerke internationaler Konzerne sowie die mittelständischen Hersteller präzisionsgesägter und -gefräster Platten und Zuschnitte im Voll- und Umarbeitungsgeschäft. Aus Produktions- und Handelsschrotten werden ausgewählte Legierungen hergestellt. Aufgrund des großen Know-how und der Flexibilität im Schrotteinsatz entlastet BAGR zudem die Kunden von Schrotten, die diese nicht in einen eigenen Kreislauf überführen können. Im größten Teil des Jahres wurden Zusatzschichten am Wochenende gefahren, um die hohe Nachfrage zu befriedigen. Eine Ausnahme bildeten die Monate Mai bis Juli, da aufgrund von Versorgungsengpässen und Reparaturen Lieferungen verschoben oder in begrenztem Umfang und in enger Absprache mit den Kunden angepasst werden mussten. Folgerichtig spielte Umarbeitungsgeschäft in der zweiten Jahreshälfte eine größere Rolle. Trotz dieser Einschränkungen auf der Beschaffungsseite wurde der Absatz gegenüber dem von Produktionsausfällen geprägten Pandemiejahr 2020 um 14.871 t gesteigert. Von der abgesetzten Tonnage entfielen 32.794 t auf das Umarbeitungsgeschäft und 29.164 t auf Vollgeschäft. Die Walzwerke hatten einen Anteil am Absatz von 51%, die Plattenhersteller von 49%. Die Schrottversorgung war im Berichtsjahr in Menge und Preis zunehmend angespannt. Die Kosten für Legierungsmetalle erreichten in der zweiten Jahreshälfte bislang unbekannte Höhen. Die Versorgung konnte allerdings mit einer verbreiterten Beschaffungsbasis durchgängig aufrechterhalten werden. Einzelne Aggregate im Schmelz- und Gießbetrieb mussten im Jahresverlauf aufgrund von Folgeschäden aus den Corona-bedingten Werksstillständen 2020 feuerfest repariert werden. Hier kam es im zweiten und dritten Quartal zu ungeplanten Ausfallzeiten. Der Betrieb erwirtschaftete im Geschäftsjahr einen Umsatz aus Walzbarren- und Krätzeverkäufen in Höhe von TEUR 83.412 (2020: TEUR 54.561). Ist der Geschäftsumfang insgesamt deutlich gestiegen, so hat sich die Umarbeitung beigestellter Schrotte in einem engen Beschaffungsmarkt zu einem besonderen Wachstumstreiber gegenüber dem Vorjahr entwickelt. BAGR bleibt bestrebt, das Marktsegment der mittelständischen Servicecenter schwerpunktmäßig weiter auszubauen und darüber hinaus ihre aktuelle Position gegenüber den Walzwerken zu festigen. In beiden Bereichen ist es das Ziel, das Angebot innerhalb des bestehenden Portfolios um weitere Legierungen und eine neue Legierungsreihe zu erweitern. Durch die Installation einer Homogenisierungsanlage wird der Betrieb zudem die interne Wertschöpfung maßgeblich erweitern und ist so für Kunden in beiden Absatzsegmenten zusätzlich von Interesse. Zum Jahresende waren 69 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.
3. Investitionen und Finanzierung Im Berichtsjahr wurde überwiegend in die Optimierung und Erweiterung der operativen Betriebsmittel und in die Erneuerung der betrieblichen Infrastruktur investiert. Die maßgeblichen Investitionen betrafen die Gießanlagentechnik sowie die Modernisierung der Krananlagen. Die weiteren in Umsetzung befindlichen Investitionen insbesondere in eine Vertiefung der Wertschöpfung sollen nun Ende 2022 finalisiert werden. Hierzu verweisen wir auf Abschnitt B 3. Das Umlaufvermögen wurde durch bestehende Linien bei den Hausbanken sowie Factoring-Linien für ausgewählte Kunden finanziert. Alle Kundenforderungen werden grundsätzlich durch adäquate Warenkreditversicherungen abgesichert.
B Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 1. Ertragslage Die operative Entwicklung der Gesellschaft im Vergleich zum Vorjahr illustrieren die nachfolgenden Zahlen zum Jahresumsatz:
Die abgesetzte Menge Walzbarren stieg um 2,9%. Evident ist der deutliche Ausbau des Umarbeitungsgeschäfts in beiden Kundensegmenten. Das Unternehmen erzielte ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von TEUR 6.568 sowie ein EBIT von TEUR 5.776.
2. Finanzlage Die Finanzlage soll im Folgenden anhand von Kennzahlen zur Finanz- und Liquiditätsstruktur dargestellt werden:
Die Anlagendeckung eines Unternehmens gibt Auskunft darüber, inwieweit langfristiges Vermögen des Unternehmens durch langfristiges Kapital finanziert ist. BAGR hat eine Deckungsquote von 96,6% erzielt. In 2019 wurde auf der Ebene einer niederländischen Beteiligungsgesellschaft eine Kapitalerhöhung vorgenommen, die zum überwiegenden Teil durch ein nachrangiges Darlehen der Konzernmuttergesellschaft der BAGR finanziert wurde. Dieses nachrangige Darlehen wird dem Eigenkapital zugeordnet. Negativ auf die unterjährige Finanzsituation wirkte sich die weiterhin zögerliche Haltung der Warenkreditversicherer in Zeiten der Corona-Krise aus. Deckungssummen wurden weiterhin überwiegend zeitlich bzw. betragsmäßig begrenzt ausgeweitet oder neu gewährt. Bei allerorts steigenden Preisen ist dies in einem expansiven wirtschaftlichen Umfeld ein Hemmnis für die Industrie. Erst in letzter Zeit sehen wir hier wieder mehr Zuversicht. Analog zum Vorjahr wurden vor dem Hintergrund einer längeren Instandhaltungsphase zum Jahreswechsel 2021/2022 zur Sicherstellung der Auslieferungsfähigkeit im Januar 2022 die physischen Lagerbestände zum Jahresende erhöht. Weitere Ursache für die im Vergleich zum Vorjahr höheren Lagerbestände sind die massiven Preisanstiege auf den Beschaffungsmärkten, welche Eingang in die monetäre Bewertung finden (Bestand von TEUR 8.657 gegenüber TEUR 4.668 im Vorjahr). Der Bestand an liquiden Mitteln betrug zum Jahresultimo TEUR 1.269 (Vorjahr: TEUR 428). Gegenüber Kreditinstituten bestanden Verbindlichkeiten i. H. v. TEUR 13.213 (Vorjahr: TEUR 17.306). Damit beläuft sich der Finanzmittelfonds auf TEUR -11.944 (Vorjahr: TEUR -16.878). Das Working Capital der BAGR wird durch Kreditlinien bei Banken, Factoring ausgewählter Kundenforderungen sowie - bei einem Lieferanten - durch Reverse-Factoring der Verbindlichkeiten aus Metalleinkäufen finanziert. Der Pool der Financiers wurde unter Ausnutzung der aktuellen Kapitalmarktsituation konditionenbezogen optimiert. Einen Überblick über die Eigenfinanzierungskraft geben die nachstehenden Kennzahlen zum Cashflow.
BAGR verfügte zum Bilanzstichtag über Kreditlinien in Höhe von TEUR 9.000, davon waren TEUR 3.712 ungenutzt. Unverändert zu den Vorperioden wird der Ausbau der Belieferung von Herstellern präzisionsgesägter und -gefräster Platten und Zuschnitte ebenso intensiv weiter verfolgt wie die Verbreiterung des Angebots an die Walzwerkkunden. Die erweiterten technischen Möglichkeiten mit der um Großformate erweiterten Produktpalette und die erhöhte Wertschöpfungstiefe ab dem kommenden Jahr aufgrund der geplanten Homogenisierungsanlage sind für Kunden beider Absatzsegmente von erheblichem Interesse und sichern den Standort vor dem Hintergrund stetig steigenden Bedarfs an Aluminium. BAGR ist ein großer, verlässlicher Partner ihrer Kunden und Lieferanten insbesondere für die Vermarktung bzw. Umarbeitung von magnesiumlegierten Aluminiumschrotten. Darüber hinaus partizipiert BAGR mit ihren Beteiligungen entlang der Wertschöpfungskette in der NE-Metallerzeugung an langfristig wachsenden Märkten.
3. Vermögenslage Die Summe der Anlagenzugänge beläuft sich 2021 auf TEUR 1.476 einschließlich Finanzanlagen. BAGR hält unverändert Unternehmensanteile im Bereich der Metallgewinnung und -verarbeitung sowie der Entwicklung von Minenlizenzen. Hier hat BAGR jahrelange Erfahrung und Expertise. Die Projektaktivitäten konzentrieren sich unverändert auf den Standort Garafiri (Guinea) und beinhalten einen integrierten Bauxitabbau- und Tonerdeproduktionskomplex inklusive einer an die operativen Bedürfnisse angepassten Transportinfrastruktur. In Guinea befinden sich 26% der Weltproduktion und 40% der Weltreserven an Bauxiterz. Der Bedarf übersteigt in den kommenden Jahren das Angebot. Vor diesem Hintergrund werden die Gespräche mit industriellen und Finanzinvestoren geführt. Die 2016 erteilte Bergbaulizenz gilt für 25 Jahre und umfasst ein Areal von 502 km². Die Abbaulizenz wurde in 2018 durch den Abschluss einer parlamentarischen Konvention mit der Regierung der Republik Guinea zusätzlich abgesichert. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen partizipieren die Einwohner vor Ort durch Investitionen in eine Schule und ein medizinisches Behandlungszentrum. Die dort bereits nach JORC-Standard ermittelten Bauxitvorkommen belaufen sich auf 300 Millionen Tonnen hochwertiges Bauxit, welches im Tagebauverfahren abgebaut werden kann. Geplant ist die Realisierung einer jährlichen Abbaukapazität von bis zu acht Millionen Tonnen. Dieses Bauxiterz soll der Versorgung der vor Ort zu errichtenden Tonerdefabrik dienen. Die geplante Tonerdefabrik soll nach dem Bayer-Verfahren 1,6 Millionen Tonnen p.a. Tonerde erzeugen und exportieren. Darüber hinaus sind drei Millionen Tonnen Erz pro Jahr für den Export bestimmt. Das Bergbauprojekt in Guinea wurde in Zusammenarbeit mit einem renommierten internationalen EPC1-Beratungs- und Entwicklungsunternehmen entwickelt. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie mussten zeitliche Verzögerungen in der Projektumsetzung hingenommen werden. In 2021 konnten die zur Aufnahme des Mineralabbaus erforderlichen infrastrukturellen Maßnahmen abgeschlossen werden. Die Investitionen in die intermodale Logistik und in das Hafenterminal wurden in 2021 weitgehend umgesetzt. Das Hafenterminal wird 2022 für den regulären Betrieb zur Verfügung stehen. Die Kapazität des Terminals beläuft sich auf ca. 5 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Finanzierung der logistischen Infrastruktur für den Abtransport und die Verschiffung erfolgt auf der Ebene der Konzernmuttergesellschaft der BAGR maßgeblich durch Fremdfinanzierung. Bei der 100%igen Unternehmensbeteiligung Stockach Aluminium GmbH werden ebenfalls Walzbarren aus Sekundäraluminium produziert. Beide Standorte ergänzen sowohl in ihrer geografischen Lage als auch im Hinblick auf ihr jeweiliges Produktportfolio. Ferner werden Synergieeffekte in verschiedenen Funktionsbereichen generiert. Dabei bleiben die rechtliche Eigenständigkeit und der eigenständige Marktauftritt der Unternehmen erhalten. Die Stockach Aluminium GmbH, die aufgrund ihrer günstigen geografischen Lage insbesondere physisches Umarbeitungsgeschäft für ausgewählte Großkunden in einem näheren Einzugsbereich tätigt, hat so wie BAGR auch 2021 ein deutlich positives Ergebnis erwirtschaftet. Diverse auf den spezifischen Bedarf der Kunden und das daraus resultierende Einsatzportfolio ausgerichtete Investitionen befinden sich in der Planungs- und Genehmigungsphase.
1 EPC = Engineering, Procurement, Construction
C Sonstige Angaben 1. Personal Zum Bilanzstichtag waren im Unternehmen einschließlich der Mitglieder der Geschäftsführung 69 Mitarbeiter beschäftigt. Der langjährige Geschäftsführer der BAGR, Herr Dipl. Ing. Mustafa Güngör, ist zum 30.10.2021 aus dem Unternehmen ausgeschieden. Zum 01.10.2021 wurde Herr Dipl. Ing. Oleg Hoffmann zum Geschäftsführer der BAGR bestellt. In Zusammenarbeit mit einer Pensionskasse bietet BAGR den Beschäftigten in Einklang mit den einschlägigen Vorschriften eine betriebliche Altersversorgung auf Basis der Entgeltumwandlung an. Die gesamte Belegschaft wird jährlich durch den externen Beauftragten für Arbeitssicherheit im Gesundheits- und Arbeitsschutz unterwiesen. Die Situation im Bereich Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutz wird in den turnusmäßigen Sitzungen des Ausschusses für Arbeitssicherheit sowie Begehungen durch die externe Fachkraft für Arbeitssicherheit regelmäßig überprüft und ausgewertet. Erst- und Brandschutzhelfer werden turnusgemäß geschult. Die Mitarbeiter erhalten entsprechend ihrem Tätigkeitsbereich Unterweisungen im Gebrauch von Flurförderfahrzeugen, Hebezeugen und im Umgang mit technischen Gasen. Seit Beginn der Einführung des Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 im Jahr 2013 unterweist der Energiemanagement-Beauftragte regelmäßig die Belegschaft. Bei Neueinstellungen zum Ersatz altersbedingt ausscheidender Mitarbeiter in der Produktion und Instandhaltung werden in der Personalauswahl die Kompetenzen für den Betrieb und die Unterhaltung der neuen, hochtechnisierten Anlage berücksichtigt.
2. Umwelt- und Verbraucherschutz Als sog. "downstream user", also Verarbeiter von Substanzen und Stoffgemischen im Sinne der Europäischen Chemikalienrichtlinie (REACH), und Schrottverarbeiter hat BAGR auf eine Registrierung ihrer Produkte verzichtet. Um ihren Auskunftspflichten Genüge zu tun, hat BAGR entsprechende Produktinformationen erarbeitet und von ihren Rein- und Legierungsmetalllieferanten Stoffdatenblätter eingeholt. In Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister wurde eine CO2-Bilanz des Unternehmens (Scope I+II) erstellt. Ab 2022 bezieht BAGR aufgrund einer Vereinbarung mit dem Energieversorgungsunternehmen ausschließlich zertifizierten Strom aus regenerativen Energiequellen. Die Errichtung der Homogenisierungsanlage dient der deutlichen Reduzierung der Transporte, da die im Haus geglühten Gussblöcke künftig nicht mehr erst zu externen Wärmebehandlungsbetrieben transportiert werden müssen, sondern direkt aus Berlin zu den Kunden gelangen.
3. Technologie, Forschung und Entwicklung BAGR befindet sich seit Herbst 2021 in der Testphase für die von einem Walzwerkkunden entwickelte recyclingfreundliche Automobil-Legierung. Die Qualifikation für eine Flaschenkapsel-Legierung wurde erfolgreich durch eine Testreihe aufrechterhalten.
Gemeinsam mit unserem Ausrüstungslieferanten wurde die geplante Homogenisierungsanlage an den konkreten Kundenbedarf angepasst und nebst Infrastruktur zur Genehmigungsreife gebracht. Im November 2021 bestand das Unternehmen erfolgreich das Wiederholungsaudit zum Energiemanagementsystem nach der neuen Normfassung EN ISO 50001:2018.
4. Investitions- und Personalplanung Aufgrund der pandemiebedingten Verzögerungen plant BAGR nun für das Jahr 2022 die Investition in eine eigene Wärmebehandlungsanlage am Unternehmensstandort. Zudem wird fortgesetzt in die Verbesserung der betrieblichen Infrastruktur (Arbeits- und Sozialräume, Wegenetz) investiert. Der Personalbestand wird aufgrund der erwarteten graduellen Steigerung des Ausstoßes der Anlage und der Ergänzung um die Wärmebehandlung voraussichtlich leicht steigen.
D Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken Der Markt bleibt weiter in einem Spannungsfeld zwischen einer anziehenden Weltwirtschaft mit hoher Nachfrage nach Industriegütern und einem knappen Angebot sowie mangelnder Verfügbarkeit von Frachtraum weltweit. Auch die aktuell global zirkulierende Variante des Coronavirus ist zum Zeitpunkt der Berichterstattung zwar weniger letal, aber in der Verbreitung aggressiv und weitere Mutationen könnten zu fortgesetzt hohen Krankenständen führen und das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben erneut lokal oder großflächig einschränken. Das Bundeswirtschaftsministerium hat daher seine zunächst optimistischere Prognose zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für 2022 auf +3,6% nach unten korrigiert. Voraussichtlich erst im Laufe des zweiten Halbjahrs 2022 wird die Konjunktur in Deutschland und Europa stärker anziehen, wenn sich Versorgungsengpässe zumindest teilweise auflösen. Die Notwendigkeit, die Pandemie durch weltweite Immunisierung der Menschen zu besiegen, wird hohe Ansprüche an den Zusammenhalt in der Gesellschaft sowie zwischen den Nationen stellen. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung ist die BAGR voll operativ tätig. Zur Erfüllung der hohen Kundennachfrage werden Zusatzschichten an den Wochenenden gefahren. Der Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiter hat hohe Priorität. Dementsprechend werden die behördlich vorgeschriebenen und amtlich empfohlenen organisatorischen und hygienetechnischen Maßnahmen umgesetzt. Die am 24.02.2022 begonnenen Kriegshandlungen Russlands gegen die Ukraine wirken sich bislang nicht direkt auf die Geschäftstätigkeit der BAGR aus. BAGR kauft weder direkt oder indirekt Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe aus Russland noch verkauft BAGR ihre Waren und Dienstleistungen an Unternehmen in Russland oder mit russischem Gesellschafterhintergrund.
Die Analysten der führenden Brokerhäuser erwarten laut der jährlichen Reuters-Umfrage vom 28.01.2022 für Aluminium im laufenden Jahr 2022 einen durchschnittlichen Aluminium-Barpreis von 2.780 USD/t. (Quellen: Reuters Commodity Poll 28.01.2022). Die Aluminiumnachfrage hat weltweit seit Herbst 2020 deutlich angezogen und wird auch mittel- und langfristig steigen. Die mittlerweile bei den globalen politischen Entscheidungsträgern weltweit als notwendig verstandene Energie- und Nachhaltigkeitswende ist ohne die Nichteisenmetalle nicht umsetzbar. Daraus ergeben sich Chancen für den Technologie- und Exportstandort Deutschland. Der Einsatz von Leichtmetallen im Transportwesen ist z. B. Voraussetzung für erfolgreiche und von den Nutzern akzeptierte Antriebsmodelle mit größerer Reichweite. Steigende Energiekosten und höhere Nachfrage nach Recyclingmaterial ebenso wie nach - insbesondere nachhaltig erzeugtem - Primäraluminium werden die Preise stützen. Zugleich ergeben sich Herausforderungen in Beschaffung und Prozesstechnologie. BAGR plant, den Absatz gegenüber dem Vorjahr basierend auf dem aktuellen Kundenstamm nochmals erheblich zu steigern. Kalkuliert wird mit einem Umarbeitungsanteil von 68%. Dabei können sich unterjährig allerdings je nach Beistellmöglichkeiten unserer Umarbeitungskunden und eigenem Beschaffungspotenzial gewisse Verschiebungen zugunsten von Vollgeschäft ergeben. Die Installation der Wärmebehandlung soll das Produkt- und Serviceportfolio für Bestands- wie Neukunden erweitern. Die Anlage wird allerdings erst gegen Jahresende am Standort Berlin installiert und eingefahren. Das Unternehmen geht von einem erneut deutlich positiven Ergebnis vor Steuern aus. Die Anlage ging nach der Revisionsphase ab der zweiten Kalenderwoche in Betrieb. Bei einem Schmelzofen ergab sich zusätzlicher Reparaturaufwand, weswegen dieser erst mit einer Woche Verspätung in Betrieb gehen konnte. Erhöhte Mengen Feststoffeinsatz in den Gießöfen kompensierten den Ausfall an Schmelzkapazität zumindest teilweise. Infolgedessen lag die Produktion über dem Niveau des Januar 2021. Aufgrund hoher Vorproduktion im Dezember konnte der geplante Absatz - mit gegenüber dem Vorjahr deutlich höherem Anteil von Umarbeitung - weitestgehend realisiert werden. Walzbarren für die Walzwerke waren gegenüber den Gussblöcken für die Plattenhersteller etwas höhergewichtet als im Vorjahr. Die Materialversorgung ist auskömmlich. Aus der wachsenden Nachfrage nach ressourcenschonend erzeugtem Aluminium spielt Sekundäraluminium mittlerweile weltweit eine zunehmend wichtige Rolle. BAGR verfolgt in der aktuellen Marktsituation eine gute Kombination aus ihrem Kerngeschäft Umarbeitung und der ergänzenden Hereinnahme von lukrativem Vollgeschäft mit Schwerpunkt Plattenhersteller an. Der demnächst den Kunden anzubietende Mehrwert einer Wärmebehandlung vor Ort bietet dabei den Kunden einen wichtigen zusätzlichen Kaufanreiz. Als Sekundäraluminiumhütte mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Verarbeitung von Produktions- und Marktschrotten wird BAGR damit auch künftig ein wichtiger Partner der Plattenhersteller und Walzwerke bleiben. Das Recycling von Aluminium vermindert den ökologischen Fußabdruck ganz entscheidend und verschafft ihm Vorteile im Wettbewerb der Werkstoffe. Bei der Umarbeitung beigestellter Kunden- und Marktschrotte unterliegt BAGR keinen bzw. nur geringen direkten Preis- und Verfügbarkeitsrisiken. Das Vollgeschäft richtet sich nach den Möglichkeiten und Konditionen auf den Beschaffungsmärkten. Hier sind die langjährigen Beziehungen zu zuverlässigen Lieferanten essentiell. Wo möglich, werden die mit dem Vollgeschäft verbundenen Preisrisiken durch zeitlich abgestimmtes Einkaufs- und Verkaufsverhalten reduziert. Der überwiegende Teil der Ein- und Verkäufe von Aluminium in Bezug auf das Vollgeschäft aber wird durch Gegengeschäfte an der Londoner Metallbörse preislich abgesichert. Die Börsenaktivitäten beschränken sich dabei rein auf die Metallpreissicherung des physischen Geschäfts und tragen keinen spekulativen Charakter. Nicht absichern lassen sich die Marktkonditionen im Aluminiumein- und -verkauf. Diese richten sich teilweise indikativ nach den Lagerprämien für Primärmetall an der LME, vor allem aber nach Angebot und Nachfrage bezüglich der gesuchten Schrotte. Dem wird durch ein abgestimmtes Ein- und Verkaufsverhalten und Vertragslaufzeiten je nach Marktsituation begegnet. Wechselkurse bilden im Metallgeschäft ein Risiko, sofern in Fremdwährungen gehandelt wird. BAGR hingegen tätigt das laufende Einkaufs- und Verkaufsgeschäft grundsätzlich auf Euro-Basis. Die Energieversorgung wird neben Metalleinsatz, Personal und Transport immer der wichtigste Kostenfaktor eines Umschmelzbetriebes sein. Die Energiepreise sind aufgrund langfristiger Entwicklungen an den Energiemärkten sowie wirtschaftspolitischer Entscheidungen und Vorgaben auf nationaler und europäischer Ebene, aber auch angesichts handelspolitischer Spannungen innerhalb Europas und der Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine deutlich gestiegen. BAGR hat ihren Bedarf an Strom bis 2023 komplett und für 2024 und 2025 bereits anteilig gedeckt. Auch die Erdgasversorgung für 2022 ist nahezu vollständig am Terminmarkt auskömmlich gesichert. Für 2023 und 2024 ist die Beschaffung bereits vorangeschritten. Im Falle des längeren Ausbleibens russischer Erdgaslieferungen ist allerdings im weiteren Jahresverlauf eine zeitweise eingeschränkte Verfügbarkeit von Erdgas auf behördliche Anordnung hin nicht auszuschließen. Der Betrieb kann grundsätzlich die Produktion mit gewisser Flexibilität anpassen. Der sparsame Umgang mit Energie ist angesichts steigender Abgabenlasten die einzige Möglichkeit, die Energiekosten dauerhaft zu mindern. Das 2015 eingeführte Energiemanagementsystem nach EN ISO 50001:2018 bildet den permanenten organisatorischen Rahmen für die konsequente Senkung des spezifischen Energieverbrauchs. Es bildet auch die Voraussetzung für die anteilige Erstattung vom Steuern und Abgaben auf Energie, darunter der seit 2021 erhobenen CO2-Umlage auf Erdgas auf Basis des Brennstoffemissionshandelsgesetzes. Dementsprechend wichtig war die erfolgreiche Rezertifizierung im November 2021. Die Transportkosten bewegen sich auf fortgesetzt hohem Niveau. Problematisch bleibt die Personalsituation bei den Spediteuren. BAGR hat mit mehreren Kunden Lieferverträge auf EXW/FCA-Basis und hat ihr Frachtführerportfolio auf die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Destinationen hin optimiert. Ein wichtiger Effekt der Neuinvestition in die eigene Wärmebehandlungsanlage wird die perspektivische Einsparung vieler Transporte sein, da die homogenisierten Blöcke ohne den Umweg über einen externen Glühbetrieb direkt aus Berlin zum Kunden gehen. Durch vorbeugende Instandhaltung und die vorausschauende Planung von Investitions- und Instandhaltungsmaßnahmen werden mögliche Auswirkungen auf die Produktion reduziert bzw. vermieden. Für die neuralgischen betrieblichen Maschinen und Anlagen bestehen Wartungsverträge mit den Herstellern bzw. externen Fachfirmen. In den letzten Jahren wurden die Produktions- und innerbetrieblichen Transportkapazitäten erneuert und damit ausfallsicherer gemacht. Auch das Wegenetz und die Hallenböden werden schrittweise erneuert und so Schäden und Ausfallzeiten an den Flurförderfahrzeugen reduziert. Versicherbare Risiken sind umfassend in Zusammenarbeit mit einem renommierten Makler abgedeckt. Auch das Risiko eines Forderungsausfalls gegenüber Kunden ist durch eine Warenkreditversicherung abgesichert. Die Risiken aus einer Reduzierung des Engagements oder dem Ausfall von Finanz- und Warenkreditversicherungspartnern lassen sich durch entsprechende Zahlungskonditionen steuern. Im Bergbaubereich konzentriert die BAGR ihre Aktivitäten und Kapazitäten weiterhin vollständig auf die Entwicklung des anspruchsvollen Bauxit- und Tonerdeprojekts in Guinea. BAGR wird sich weiterhin auf die Fertigung von Walzbarren aus Sekundäraluminium in Legierungsreihen mit einem breiten Anwendungsspektrum konzentrieren. Die Neuinvestitionen dienen der Steigerung der Fertigungstiefe im Sinne unserer Kunden im Plattenerzeuger- und Walzgeschäft. BAGR sieht sich sowohl im Vollgeschäft als auch in der Umarbeitung als ein möglichst langfristiger, technologisch auf der Höhe der Zeit befindlicher Partner ihrer Kunden und Lieferanten. Zugleich hat BAGR eine Flaggschifffunktion für die Nichteisenmetallgewinnung und -verarbeitung im Unternehmensverbund inne. Die hier aktiven Gesellschaften werden in den Konzernabschluss der Metalcorp Group S.A. einbezogen, der für das Geschäftsjahr 2021 gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt wird. Berlin, den 14.06.2022 BAGR Berliner Aluminiumwerk GmbH gez. Oleg Hoffmann , Geschäftsführer gez. Sebastien Maurin, Geschäftsführer
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die BAGR Berliner Aluminiumwerk GmbH, Berlin Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der BAGR Berliner Aluminiumwerk GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der BAGR Berliner Aluminiumwerk GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse · entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und · vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus · identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. · gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. · beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. · ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. · beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. · beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens. · führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Berlin, den 14. Juni 2022 Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Düsseldorf) gez. Stephan Martens, Wirtschaftsprüfer gez. Detlef Schröder, Wirtschaftsprüfer
Angabe gemäß § 328 Abs. 1a HGB über die Feststellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2021Auf der Gesellschafterversammlung am 15. August 2022 wurde der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 festgestellt.
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