Smart Inkasso Service GmbH

Markttwiete 2, 23611 Bad Schwartau, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Lübeck HRB 17684 HL
Eingetragen
19.2.2013
Branche
InkassobürosBeteiligungsgesellschaftenInstitute für Factoring-Geschäfte
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Einziehung fremder oder zu Einziehungszwecken abgetretener Forderungen im Sinne des Teils 3 des Gesetzes über außergerichtliche Rechtsdienstleistungen (Rechtsdienstleistungsgesetz -RDG)

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Torsten Pagel
seit 29.3.2018
Geschäftsführer
Andreas Stock
seit 29.3.2018
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

coin4 Solutions GmbH

Bad Schwartau

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

Stand am 31.12.2022 Stand am 31.12.2021
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte 2.019.636,00 1.934.344,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 34.616.202,99 41.528.958,79
3. Geleistete Anzahlungen 2.475,00 0,00
36.638.313,99 43.463.302,79
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 147.127,56 192.475,56
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 390,25
36.785.441,55 43.656.168,60
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Hilfsstoffe 35.369,86 29.023,85
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.286.267,74 3.248.101,68
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0,00 8.173,38
3. Forderungen gegen Gesellschafter 7.694,76 6.694,76
4. Sonstige Vermögensgegenstände 1.253.279,43 971.181,80
4.547.241,93 4.234.151,62
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 6.541.529,98 6.777.412,29
11.124.141,77 11.040.587,76
C. Rechnungsabgrenzungsposten 135.468,24 82.408,05
D. Aktive latente Steuern 91.723,00 115.272,00
E. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 15.858.921,02 9.125.122,73
63.995.695,58 64.019.559,14

Passiva

Stand am 31.12.2022 Stand am 31.12.2021
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 6.975.000,00 6.975.000,00
III. Konzernbilanzverlust -22.858.921,02 -16.125.122,73
IV. Nicht durch Eigenkapital
gedeckter Fehlbetrag 15.858.921,02 9.125.122,73
0,00 0,00
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 0,00 19.576,67
2. Sonstige Rückstellungen 360.282,00 451.018,00
360.282,00 470.594,67
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30.362.904,47 31.362.904,47
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 237.005,97 504.327,09
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 31.177.430,09 29.552.066,43
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.858.073,05 2.129.666,48
63.635.413,58 63.548.964,47
63.995.695,58 64.019.559,14

Konzerngewinn- und Verlustrechnung der für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

2022 2021
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 12.809.506,69 16.420.863,96
2. Sonstige betriebliche Erträge 293.939,56 87.660,44
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Waren 0,00 66,31
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.358.434,26 3.930.900,46
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 3.166.419,07 3.305.740,83
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 578.161,60 591.508,66
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 7.628.580,81 7.457.609,42
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.142.137,41 2.637.279,70
7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 0,00 8.562,63
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.829.203,50 2.612.778,51
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 134.307,89 895.828,70
10. Ergebnis nach Steuern / Konzernjahresfehlbetrag -6.733.798,29 -4.914.625,56
11. Konzernverlustvortrag -16.125.122,73 -11.210.497,17
12. Konzernbilanzverlust -22.858.921,02 -16.125.122,73

Entwicklung des Konzernanlagevermögens der coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau im Geschäftsjahr 2022

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 01.01.2022 Zugänge Umgliederung Abgänge Stand am 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte 2.979.194,79 772.598,27 0,00 0,00 3.751.793,06
2. Geschäfts- oder Firmenwert 68.966.422,72 -24.609,75 0,00 0,00 68.941.812,97
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 2.475,00 0,00 0,00 2.475,00
71.945.617,51 750.463,52 0,00 0,00 72.696.081,03
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 434.543,70 7.780,49 0,00 0,00 442.324,19
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 390,25 0,00 0,00 390,25 0,00
72.380.551,46 758.244,01 0,00 390,25 73.138.405,22
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 01.01.2022 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte 1.044.850,79 687.306,27 0,00 1.732.157,06
2. Geschäfts- oder Firmenwert 27.437.463,93 6.888.146,05 0,00 34.325.609,98
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
28.482.314,72 7.575.452,32 0,00 36.057.767,04
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 242.068,14 53.128,49 0,00 295.196,63
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
28.724.382,86 7.628.580,81 0,00 36.352.963,67
Buchwerte
Stand am 31.12.2022 Stand am 31.12.2021
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte 2.019.636,00 1.934.344,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 34.616.202,99 41.528.958,79
3. Geleistete Anzahlungen 2.475,00 0,00
36.638.313,99 43.463.302,79
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 147.127,56 192.475,56
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 390,25
36.785.441,55 43.656.168,60

Konzernkapitalflussrechnung der coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau für das Geschäftsjahr 2022

2022 2021
EUR EUR
Periodenergebnis -6.733.798,29 -4.914.625,56
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 7.628.580,81 7.457.609,42
+/- Zunahme/ Abnahme der Rückstellungen -90.736,00 85.927,20
-/+ Zunahme/ Abnahme der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 7.788,66 -363.500,46
+ Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -222.566,55 226.369,46
+ Zinsaufwendungen 2.829.203,50 2.612.778,51
+ Ertragsteueraufwand 134.307,89 895.828,70
- Ertragsteuerzahlungen -510.230,48 -1.157.424,98
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 3.042.549,54 4.842.962,29
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -750.463,52 -904.636,80
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -7.780,49 -32.708,92
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0,00 -389,25
- Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis -316.348,00 0,00
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -1.074.592,01 -937.734,97
- Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten von Kreditinstituten -1.000.000,00 -1.812.884,00
- Gezahlte Zinsen -1.203.839,84 -1.076.150,08
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -2.203.839,84 -2.889.034,08
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -235.882,31 1.016.193,24
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 6.777.412,29 5.761.219,05
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 6.541.529,98 6.777.412,29

Konzerneigenkapitalspiegel der coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau für das Geschäftsjahr 2022

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Kapitalanteile Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 Konzernverlustvortrag
EUR EUR EUR
1. Januar 2021 25.000,00 6.975.000,00 -7.378.060,29
Vortrag des Vorjahreskonzernjahresfehlbetrages 0,00 0,00 -3.832.436,88
Konzernfehlbetrag 2021 0,00 0,00 0,00
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0,00 0,00
31. Dezember 2021
1. Januar 2022 25.000,00 6.975.000,00 -11.210.497,17
Vortrag des Vorjahreskonzernjahresfehlbetrages 0,00 0,00 -4.914.625,56
Konzernergebnis 2022 0,00 0,00 0,00
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0,00 0,00
31. Dezember 2022 25.000,00 6.975.000,00 -16.125.122,73
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Konzernfehlbetrag, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag Summe
EUR EUR EUR
1. Januar 2021 -3.832.436,88 4.210.497,17 0,00
Vortrag des Vorjahreskonzernjahresfehlbetrages 3.832.436,88 0,00 0,00
Konzernfehlbetrag 2021 -4.914.625,56 0,00 -4.914.625,56
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 4.914.625,56 4.914.625,56
31. Dezember 2021
1. Januar 2022 -4.914.625,56 9.125.122,73 0,00
Vortrag des Vorjahreskonzernjahresfehlbetrages 4.914.625,56 0,00 0,00
Konzernergebnis 2022 -6.733.798,29 0,00 -6.733.798,29
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 6.733.798,29 6.733.798,29
31. Dezember 2022 -6.733.798,29 15.858.921,02 0,00

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

A. Allgemeine Angaben

I. Allgemeines

Die coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau, wurde am 14. September 2017 unter der Firma SCUR-Alpha 129 GmbH, Hamburg, später umfirmiert in DIG Holding GmbH, gegründet. Der Konzern der coin4 Solutions GmbH wurde durch Erwerb der Geschäftsanteile an der Debitor-Inkasso GmbH und mittelbar deren Tochtergesellschaft für Zwecke der Konzernrechnungslegung zum 30. November 2017 begründet. Die Gesellschaft wird registerrechtlich beim Amtsgericht Lübeck unter der Nummer HRB 17616 HL geführt.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde unter Berücksichtigung der Vorschriften des HGB und des GmbHG aufgestellt und umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

II. Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst nachfolgend aufgeführte, inländische Gesellschaften:

Lfd. Nr. Gesellschaft Sitz Kapitalanteil gehalten von
1. coin4 Solutions GmbH Bad Schwartau
2. Debitor-Inkasso GmbH Bad Schwartau 100,0% 1.
3. Smart Inkasso Service GmbH Bad Schwartau 100,0 % 2.
4. Hanseatic Finance Solution Bad Schwartau 100,0 % 1.
5. abilita GmbH Regensburg 100,0 % 1.
6. Claims Complete GmbH Regensburg 100,0 % 4.

Die in 2020 gegründete Claims Complete GmbH war bislang mit Verweis auf § 296 Abs. 2 HGB wegen ihrer bis dahin untergeordneten Bedeutung für den Konzern nicht in den Konzernabschluss einbezogen. Aufgrund des angelaufenen Geschäftsbetriebes erfolgte die Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2022.

III. Konsolidierungsgrundsätze

1. Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen

Dem Konzernabschluss liegen die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen zu Grunde. Bei sämtlichen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen deckt sich der Stichtag des Einzelabschlusses mit dem Stichtag des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022.

Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden sind gemäß § 308 HGB nach den auf den Konzernabschluss der coin4 Solutions GmbH angewandten Bewertungsmethoden einheitlich bewertet worden.

2. Kapitalkonsolidierung

Am 28. November 2017 hat die coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau, die Anteile an der Tochtergesellschaft Debitor Inkasso GmbH, Bad Schwartau, erworben. Die Kapitalkonsolidierung erfolgte gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB für diesen Erwerb nach der Neubewertungsmethode zum 30. November 2017.

Hierbei wurde der Wertansatz, der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile, mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals der Tochtergesellschaften verrechnet. Das Eigenkapital wurde dabei entsprechend der Neubewertungsmethode mit dem Betrag angesetzt, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entsprach, der diesen zum Erstkonsolidierungszeitpunkt beizulegen war. Rückstellungen waren nach § 253 Abs. 1 Satz 2 und 3 und Abs. 2 HGB und latente Steuern nach § 274 Abs. 2 HGB zu bewerten. Die Verrechnung erfolgte gemäß § 301 Abs. 2 HGB zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist (vorliegend zum 30. November 2017).

Im Rahmen dieser Neubewertung wurden keine stillen Reserven oder noch nicht bilanzierte Vermögensgegenstände oder Schulden identifiziert, so dass der Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten der Beteiligung und dem anteiligem Eigenkapital in Höhe von TEUR 66.240 als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und entsprechend der geschätzten Nutzungsdauer über 10 Jahre, beginnend ab dem 1. Dezember 2017, abgeschrieben wurde. Im Geschäftsjahr 2018 führte eine nachträgliche Kaufpreiserhöhung aus dem Anteilserwerb um TEUR 170 zu einer entsprechenden Erhöhung des Geschäfts- oder Firmenwertes.

Die Kapitalkonsolidierung der Ende 2018 gegründeten Hanseatic Finance Solution GmbH, Bad Schwartau, erfolgte ohne Aufrechnungsdifferenzen.

Für den Erwerb der Anteile an der abilita GmbH erfolgte die Kapitalkonsolidierung gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB nach der Neubewertungsmethode zum 13. November 2020. Die Verrechnung erfolgte gemäß § 301 Abs. 2 HGB zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist (vorliegend zum 13. November 2020).

Im Rahmen dieser Neubewertung wurden keine stillen Reserven oder noch nicht bilanzierte Vermögensgegenstände oder Schulden identifiziert, so dass der Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten der Beteiligung und dem anteiligem Eigenkapital in Höhe von TEUR 2.224 als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und entsprechend der geschätzten Nutzungsdauer über 10 Jahre, beginnend ab dem 13. November 2020, abgeschrieben wird. Im Geschäftsjahr 2021 führte eine vertragsgemäß nachträgliche Kaufpreiserhöhung aus dem Anteilserwerb um TEUR 332 zu einer entsprechenden Erhöhung des Geschäfts- oder Firmenwertes.

Die Einbeziehung der zum 1. Januar 2022 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogene Claims Complete GmbH erfolgte ebenfalls gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB nach der Neubewertungsmethode. Aufgrund des gemeinsamen Erwerbs mit der abilita GmbH erfolgte die Verrechnung gemäß § 301 Abs. 2 HGB zu dem Zeitpunkt, zu dem die Claims Complete gmbH Tochterunternehmen geworden ist (vorliegend zum 13. November 2020). Der aus der Verrechnung resultierende negative Unterschiedsbetrag von TEUR 25 wurde hinsichtlich seiner Ursache analysiert und als Korrekturbetrag mit dem Geschäfts- oder Firmenwert der abilita GmbH verrechnet.

3. Schuldenkonsolidierung

Die gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Konzerngesellschaften wurden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung untereinander aufgerechnet. Aus der Schuldenkonsolidierung ergaben sich keine Aufrechnungsdifferenzen.

4. Aufwands- und Ertragskonsolidierung

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurden alle Umsätze zwischen den Konzerngesellschaften und die übrigen konzerninternen Erträge mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet. Aus der Aufwands- und Ertragskonsolidierung ergaben sich keine Aufrechnungsdifferenzen.

5. Zwischengewinneliminierung

Eine Eliminierung von Zwischenergebnissen war mangels wesentlicher konzerninterner Verkäufe von Anlagevermögen oder Vorratsbeständen oder sonstiger konzerninterner Lieferungen und Leistungen nicht erforderlich.

Die Eliminierung einer im Einzelabschluss durchgeführten Abschreibung auf Anteile an verbundenen Unternehmen führte zu einem ertragswirksamen Konsolidierungseffekt von TEUR 16.016.

6. Latente Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen

Die Abgrenzung von latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen erfolgte gemäß § 306 HGB insoweit, als sich der abweichende Steueraufwand in den späteren Geschäftsjahren ausgleicht. Auf Konsolidierungsmaßnahmen waren keine latenten Steuern zu bilden.

B. Rechnungslegungsgrundsätze

Im Berichtsjahr wurden die Grundsätze der Bilanzierungs-, Ausweis- und Bewertungsstetigkeit beachtet.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände, die Geschäfts- oder Firmenwerte und die Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen, bewertet. Die beweglichen Sachanlagen werden nach der linearen Methode abgeschrieben.

Die Bewertung der Hilfsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutsche Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Insofern sind im vorliegenden Konzernabschluss nicht realisierte Gewinne und Verluste aus Währungsumrechnung enthalten. Bei einer Restlaufzeit über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Bilanzstichtages unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite.

C. Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

I. Konzernbilanz

1. Anlagevermögen

Die gesondert dargestellte Entwicklung des Anlagevermögens ist integraler Bestandteil des Anhangs.

2. Geschäfts- oder Firmenwerte

Die Geschäfts- oder Firmenwerte von TEUR 32.622 bzw. TEUR 1.995 resultieren aus den durchgeführten Kapitalkonsolidierungen und werden aufgrund der Stabilität und Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells sowie aufgrund der langfristigen Bestandsdauer der strategisch erworbenen Unternehmen jeweils linear über einen Zeitraum von 10 Jahren bis zum 30. November 2027 bzw. bis zum 13. November 2030 abgeschrieben. Im Geschäftsjahr wurden planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 6.888 (Vj. TEUR 6.891) vorgenommen.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten mit TEUR 690 (Vj. TEUR 1.498) Ratenzahlungsforderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr.

Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben TEUR 165 (Vj. TEUR 188) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Es handelt sich dabei um einen Bestand zahlungsgestörter, teils auch titulierter Forderungen, deren Beitreibung erst ggf. auch über eine einen 12-Monatszeitraum hinausgehende Periode zu einem Rückfluss führt.

Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Laufzeit bis zu einem Jahr.

4. Aktive latente Steuern

Aktive latente Steuern wurden für zeitliche Unterschiede zwischen dem handelsrechtlichen Wertansatz im Konzernabschluss und dem steuerrechtlichen Wertansatz des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens in Höhe von TEUR 221 (Vj. TEUR 364) ermittelt.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt im Konzern auf Basis eines kombinierten deutschen Ertragsteuersatzes von 31,25 % (Vj. 31,7 %). Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und den Solidaritätszuschlag.

Weitere wesentliche temporäre Differenzen zwischen dem handels- und dem steuerbilanziellen Ansatz bestehen nicht.

5. Verbindlichkeiten

Restlaufzeit davon
Insgesamt bis 1 Jahr über 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30.363 3.906 26.457 0
(Vj.) (31.363) (2.475) (28.888) (0)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 237 237 0 0
(Vj.) (504) (504) (0) (0)
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 31.177 7.437 23.740 0
(Vj.) (29.552) (5.812) (23.740) (0)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.858 1.858 0 0
(Vj.) (2.130) (2.130) (0) (0)
63.635 13.438 50.197 0
(Vj.) (63.549) (10.921) (52.628) (0)

Hinsichtlich der Veränderung der Restlaufzeiten bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verweisen wir auf den Nachtragsbericht unter Punkt D. 8.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind vollständig besichert durch Verpfändungen von Geschäftsanteilen, Globalabtretung von Forderungen und sonstigen Rechten, soweit rechtlich zulässig durch Verpfändungen inländischer Bankkonten.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten mit TEUR 499 (Vj. TEUR 571) Verbindlichkeiten aus Steuern.

II. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse entfallen im Geschäftsjahr 2022 mit 91,4 % (Vj. 91,7 %) auf die treuhänderische Inkassotätigkeit sowie mit 8,6 % (Vj. 8,3 %) auf die Verwertung übernommener zahlungsgestörter Forderungsbestände (sog. NPL bzw. Non-Performing-Loans).

Die Umsätze entfallen überwiegend auf das Inland.

2. Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge von TEUR 37 (Vj. EUR 0), denen periodenfremde Aufwendungen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von TEUR 36 (Vj. TEUR 32) gegenüberstehen.

3. Aufwendungen für Altersversorgung

Die sozialen Aufwendungen enthalten mit TEUR 15 (Vj. TEUR 13) Aufwendungen für Altersversorgung.

4. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag erfassen TEUR 45 (Vj. TEUR 24) Aufwendungen aus der Auflösung aktiver latenter Steuern.

D. Sonstige Angaben

1. Offenlegungserleichterungen

Für folgende Gesellschaften werden Offenlegungserleichterungen nach § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen:

Debitor-Inkasso GmbH, Bad Schwartau

Smart Inkasso Service GmbH, Bad Schwartau

Hanseatic Finance Solution GmbH, Bad Schwartau

abilita GmbH, Regensburg

Claims Complete GmbH, Regensburg

2. Personal

Der Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich 74 (Vj. 78) kaufmännisch angestellte Mitarbeiter.

3. Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das vom Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2022 berechnete Gesamthonorar i. S. d. § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB beträgt für Abschlussprüfungsleistungen TEUR 55.

4. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften haben diverse Miet- und Leasingverträge abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2022 ergaben sich hieraus bis zum Ende der Vertragslaufzeit folgende finanziellen Verpflichtungen:

Gesamt fällig 2023 fällig 2024 bis 2027 Fällig ab
TEUR TEUR TEUR 2027
Mietverpflichtungen 670 234 436 0
IT-Dienstleistungsverpflichtungen 504 168 336 0
Übrige 146 77 67 1
1.454 479 839 1

5. Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung wurde nach den Regelungen des DRS 21 aufgestellt.

Der Finanzmittelfonds erfasst Kassenbestände von TEUR 1 (Vj. TEUR 2) sowie Guthaben bei Kreditinstituten von TEUR 6.541 (Vj. TEUR 6.775).

6. Angaben zum Eigenkapitalspiegel

Der Eigenkapitalspiegel wurde nach den Regelungen des DRS 22 aufgestellt. Gesetzliche oder gesellschaftsvertragliche Ausschüttungssperren bestehen nicht. Das unter Einbezug frei verfügbarer Kapitalrücklagen für Ausschüttungen grundsätzlich verfügbare Eigenkapital beträgt TEUR 1.574 (Vj. TEUR 17.568).

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2022 der Einzelgesellschaft coin4 Solutions GmbH in Höhe von TEUR 15.993 (Vj. Jahresüberschuss TEUR 1.959) auf neue Rechnung vorzutragen.

7. Organe der Gesellschaft

Der Geschäftsführung des Mutterunternehmens gehörten im Geschäftsjahr an:

Herr Andreas Stock (CEO, Sprecher der Geschäftsführung), Bad Schwartau

Herr Torsten Pagel (CEO), Lübeck

Herr Peter Lindenmayer (CEO), Regensburg (ab dem 1. April 2022)

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird mit Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

8. Nachtragsbericht

Mit Änderungsvereinbarung vom 16. Juni 2023 erfolgte eine Anpassung des Kreditvertrages aus der Akquisitionsfinanzierung mit dem finanzierenden Kreditinstitut in den Regelungen zu den Rückzahlungskonditionen der Tranchen sowie den meldepflichtigen Finanzkennzahlen. Hierin wurde vereinbart, die Laufzeit der Tranche B um ein weiteres Jahr auf den 31. März 2026 zu verlängern. Demgegenüber wurde die Laufzeit der Tranche A um neun Monate auf den 30. Juni 2023 verkürzt. Die Rückzahlung der Tranche A in Höhe von EUR 4,7 Mio. erfolgte am 28. Juni 2023. Die Betriebsmittellinie ist hiernach nun am 31. Januar 2026 fällig (vorher: 28. November 2023).

Die bisher meldepflichtigen Finanzkennzahlen wurden gestrichen und durch eine einzige, neu definierte EBITDA-Kennzahl ("Core-EBITDA") ersetzt. Zukünftige Meldungen haben auf dieser Basis quartalsweise zu erfolgen. Dabei darf die Kennzahl stichtagsdefinierte Grenzen nicht unterschreiten. Die Vorgabe der erstmals zum 30. Juni 2023 zu berichtenden Finanzkennzahl wurde eingehalten.

 

Bad Schwartau, den 31. August 2023

coin4 Solutions GmbH

Andreas Stock

Torsten Pagel

Peter Lindenmayer

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

A. Grundlagen des Konzerns

1. Begründung des Konzerns und Konsolidierungskreis

Ab dem 27. Mai 2021 firmiert die DIG Holding GmbH unter dem Namen coin4 Solutions GmbH. Die Unternehmensgruppe um die coin4 Solutions GmbH (Mutterunternehmen) wurde durch Geschäftsanteilkauf- und übertragungsvertrag vom 27. Oktober 2017 rechtlich begründet. Die Erstkonsolidierung erfolgte zum 30. November 2017. Die coin4 Solutions GmbH ist am Gesellschaftskapital der Debitor-Inkasso GmbH (kurz: DIG), Bad Schwartau, zu 100 % beteiligt. Die DIG wiederum ist alleinige Gesellschafterin der Smart Inkasso Service GmbH (kurz: SIS), Bad Schwartau. Am 4. September 2018 hat die coin4 Solutions GmbH die Hanseatic Finance Solution GmbH (kurz: HFS), Bad Schwartau, gegründet und erstmals in den Konzernabschluss einbezogen. Mit Geschäftsanteilskauf- und Übertragungsvertrag vom 6. November 2020 hat die coin4 Solutions GmbH sämtliche Geschäftsanteile an der abilita GmbH, Regensburg, (kurz: abilita) und die HFS sämtliche Geschäftsanteile an der Claims Complete GmbH, Regensburg (kurz: Claims) erworben. Die abilita GmbH wurde zum Vollzugszeitpunkt des Vertrages (13. November 2020) in den Konzern einbezogen (Erstkonsolidierungszeitpunkt). Die in 2020 gegründete Claims Complete GmbH war bislang mit Verweis auf § 296 Abs. 2 HGB wegen ihrer bis dahin untergeordneten Bedeutung für den Konzern nicht in den Konzernabschluss einbezogen. Aufgrund des angelaufenen Geschäftsbetriebes erfolgte die Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2022.

Die coin4 Solutions GmbH erbringt auf Basis von Konzerndienstleistungsverträgen Administrations- und Managementleistungen gegenüber der DIG, SIS und HFS.

2. Geschäftsmodell

Der Schwerpunkt unserer operativen Geschäftstätigkeit liegt im Treuhand- und Inkassozessionsgeschäft mit vorgerichtlichem Realisierungsschwerpunkt, dass wir im Rahmen eines ganzheitlichen Forderungsmanagements anbieten. Dieses definiert sich durch quantitativ große Forderungsvolumina vor allem gegenüber privaten Endverbrauchern. Wir verstehen uns in diesem Kontext als ein Fullservice-Dienstleister und bieten unseren Kunden innovative, durchdachte und effiziente Komplettlösungen aus einer Hand. Dabei agieren wir schwerpunktmäßig in der DACH-Region, sind jedoch auch in anderen europäischen Ländern tätig. Neben dem Treuhandgeschäft gehört ebenso der Ankauf zahlungsgestörter Forderungen zum Geschäftsumfang der Gruppe.

Das Forderungsmanagement per se ist durch drei Hauptverfahrensweisen geprägt. Das vorgerichtliche oder außergerichtliche, das gerichtliche und das nachgerichtliche Forderungsmanagement inkl. der Zwangsvollstreckung und Langzeitüberwachung durch Terminverwaltung und Wiedervorlagemanagement. Ferner finden komplementäre Dienstleistungen wie Risiko-, Bonitäts-, Fraud- und Adressmanagement sowie Consulting Anwendung. Ferner ist die Vertretung der Auftraggeber durch Vertragsanwälte der coin4-Gruppe vor Gericht bei bestrittenen Forderungen während des Titulierungsprozesses Bestandteil des Dienstleistungsportfolios.

Die Ausübung der vorgenannten Tätigkeit unterliegt nicht der Gewerbefreiheit und ist somit in der Bundesrepublik Deutschland erlaubnispflichtig. Es wird eine an vielfältige Bedingungen geknüpfte Zulassung im Rechtsdienstleistungsgesetz vorausgesetzt, über welche wir seit Jahren verfügen. Unsere Kundenstruktur ist äußerst diversifiziert, so dass wir in vielen Branchen fundierte Kenntnisse und Expertisen besitzen und folglich viele Geschäftsfelder ohne Probleme effizient bedienen können.

Unsere Vergütung aus dem Forderungsmanagement resultiert aus einem vom Gläubiger gegenüber dem Schuldner geltend gemachten ersatzfähigen Verzugsschaden und steht in Abhängigkeit von der Höhe der jeweiligen Forderung und der daraus resultierenden Gebühr gemäß Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (kurz: RVG). Daneben erzielen wir aus dem Einzug aufgekaufter Forderungen Renditeerlöse.

Der Konzernverbund wurde im Geschäftsjahr 2021 einem umfassenden Transformationsprozess unterzogen. Neben der Umfirmierung wurde im Zuge dieses Transformationsprozesses eine Vertikalisierungsstrategie zur Erweiterung der Wertschöpfungskette forciert, mit dem Ziel, eine weitere Diversifizierung der Erlösquellen zu erreichen. Die Erweiterung der Wertschöpfungskette erfolgt grundsätzlich in - an das Inkasso angrenzende - Geschäftsfelder rund um das Thema der Zahlungsabwicklung. Es handelt sich somit schwerpunktmäßig um vorgelagerte Handelsstufen. Die erweiterte Wertschöpfungskette der coin4-Gruppe umfasst nunmehr das Dienstleistungsspektrum von Payment-Services, Risk- sowie Fraud-Prevention, Dunning (Mahnwesen) bis hin zum Forderungsmanagement bzw. Inkasso. Darüber hinaus wurde das Produkt "Zahlungsgarantie" in das Produktportfolio aufgenommen. Mit der Diversifikation werden die Unternehmensaktivitäten sowohl um neue Produkte bzw. Dienstleistungen als auch um neue Märkte ausgeweitet.

Die wesentlichen von uns überwachten finanziellen Leistungsindikatoren sind die Umsatzerlöse, der Rohertrag (Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand) und das EBITDA (Betriebsergebnis vor Zinsergebnis, Ertragsteuern, Abschreibungen und neutralem Ergebnis).

3. Entwicklung

Ziel unserer Entwicklungstätigkeiten ist die permanente Optimierung unserer Geschäftsprozesse und die Neugestaltung von angrenzenden Geschäftsmodellen. So ist neben der stetigen Weiterentwicklung des Forderungsmanagements und der im Rahmen dessen genutzten digitalen Interaktionsmedien, insbesondere die Weiterentwicklung des neuen Dienstleistungsspektrums der Unternehmensgruppe von zentraler Relevanz. Auf diese Weise soll nachhaltig ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit der Unternehmensgruppe gesichert werden. Zudem werden die Zahlmethoden im Rahmen von Online-Paymentlösungen weiter ausgebaut und in die Prozessstrukturen implementiert. Nicht zuletzt werden u.a. Online-Anwendungen sowie Plugin-Technologien entwickelt, welche das Handling im Payment-Kontext signifikant erleichtern, Effizienzen heben und vertriebliche Impulse setzen.

B. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Am 1. Oktober 2021 ist das Gesetz zur Verbesserung des Verbraucherschutzes im Inkassorecht in Kraft getreten. Dieses Gesetz hat erhebliche Einschränkungen hinsichtlich der Geschäftsgebühren gemäß RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) zur Folge, welche im Geschäftsjahr 2022 bereits signifikante Wirkung entfalten. Darüber hinaus wurden im Zuge dieser Inkassoregulierung die Informationspflichten gegenüber dem Schuldner deutlich ausgeweitet.

Die konjunkturelle Entwicklung und die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2022 von der geopolitischen Lage angesichts des Ukraine-Konflikts sowie den vornehmlich daraus resultierenden extremen Energiepreiserhöhungen geprägt. Ferner nimmt die COVID-19-Pandemie nach wie vor Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche Gemengelage. Die deutsche Wirtschaft ist, gemessen am preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP), gemäß dem statistischen Bundesamt (DESTATIS) im Jahr 2022 um 1,9 % gewachsen. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahr 2022 von rund 45,6 Mio. Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Damit lag die Zahl der Erwerbstätigen mit 1,3 % über dem Vorjahr. Der Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen (BDIU) hat in einer repräsentativen Branchenumfrage/ -studie in 2022 festgestellt, dass sich das Zahlungsverhalten bzw. die Zahlungsmoral in 2022 im Bereich von B2C-Forderungen gegenüber dem Vorjahr leicht verschlechtert hat. Bestätigt wird diese Aussage durch 48% der befragten Inkassounternehmen. Grund für die Verschlechterung ist vornehmlich die Inflation, welche insbesondere von den steigenden Energiepreisen getrieben wird.

Unabhängig von der leichten Verschlechterung des Zahlungsverhaltens und der Regulierung der Geschäftsgebühren, hat sich der von uns betreute Forderungsmanagementmarkt im Berichtsjahr lediglich unwesentlich bis gar nicht verändert. Es ist nach wie vor feststellbar, dass die Einbindung externer Dienstleister in das Forderungsmanagement in den letzten Jahren, insbesondere im Mengeninkasso, in Deutschland weiterhin stark vorangeschritten ist. Die vorhandene Nachfrage ist nahezu verteilt. Infolgedessen zeigt der Markt im Bereich des mengenmäßigen Forderungsmanagements fortgeschrittene Sättigungserscheinungen, einen Konsolidierungstrend und stetig wachsenden Wettbewerb.

Unter vertrieblichen Gesichtspunkten gibt es bei den Aktivitäten zur Kundengewinnung im Treuhandsegment nach wie vor signifikante Streuverluste. Die Erfolgsaussichten im Hinblick auf die Kundenakquisition in diesem Bereich sind als durch- bis unterdurchschnittlich zu bewerten. Aufgrund dieser vorherrschenden Angebots- und Nachfragesituation ist weiter ein Ausweichen auf alternative Erlösquellen und Akquisitionsmodelle über M&A-Transaktionen zur Forcierung des anorganischen Wachstums zu beobachten. Die andauernde Konsolidierung des Marktes zugunsten der größeren und solventen Inkassounternehmen ist eine Konsequenz daraus und schränkt die eigenen Anstrengungen in diesem Bereich spürbar ein.

Auch die Einflussnahme branchennaher Wettbewerber aus dem Factoring-Bereich und branchenfremder Mitbewerber aus dem Markt der Online-Zahlungsdienste ist weiterhin spürbar und nicht zuletzt auf die gewachsene Komplexität des Forderungsmanagements zurückzuführen.

Zudem wird durch die Übernahme und den Ausbau angrenzender Geschäftsmodelle im Bereich von Payment-Service-Anwendungen sowie von Risk- und Fraud- Prüfungen im E-Commerce-Segment eine schrittweise Unabhängigkeit vom reinen Inkassogeschäft mit der Möglichkeit der Eröffnung neuer Märkte erzielt.

Innerhalb des deutschen Inkasso-Wettbewerbsumfelds gehen wir von ca. 20 bis 30 Mitbewerbern aus.

2. Geschäftsverlauf und Ertragslage

Aufgrund der im Oktober 2021 in Kraft getretenen gesetzlichen Änderungen im Bereich der Inkassoregulierung sah unsere Planung einen Rückgang der Umsatzerlöse um ca. 10 bis 15 % mit einer Reduzierung des Rohertrags und des EBITDA um jeweils ca. 20 % vor. Die Gesetzesänderungen zeigten sich in 2022 erstmals in ihrer ganzjährigen Auswirkung. Mit einem Umsatz- und Rohertragsrückgang um rd. 22 % bzw. um 24 % entwickelte sich das Geschäftsjahr 2022 noch unter den Erwartungen, so dass das EBITDA insgesamt um rd. 38 % geringer ausfiel als im Vorjahr.

Die einzelnen Posten der Konzerngewinn- und Verlustrechnung 2022 haben sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:

2022 2021 Abweichung
TEUR TEUR TEUR Anteil
Umsatzerlöse 12.847 16.421 -3.574 -21,8%
Materialaufwand 3.358 3.930 -572 -14,6%
Rohertrag 9.489 12.491 -3.002 -24,0%
Personalaufwand 3.862 3.896 -34 -0,9%
Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.195 2.637 -442 -16,8%
EBITDA 3.778 6.084 -2.306 -37,9%

Der Rückgang der Konzernumsatzerlöse um EUR 3,6 Mio. auf EUR 12,8 Mio. ist nahezu ausschließlich auf die neue Inkassoregulierung zurückzuführen.

Der Materialaufwand ist im Vergleich zur Umsatzentwicklung unterproportional um EUR 0,6 Mio. auf EUR 3,4 Mio. gesunken. Dies resultiert aus dem Umstand, dass die wesentlichen operativen Inkassoaufwendungen unabhängig von den erzielbaren Inkassoerlösen sind, woraus bei sinkenden Erlösen automatisch Margenverluste resultieren. Die Rohertragsmarge nahm daher gegenüber dem Vorjahr um 2,2 %-Punkte auf 73,9 % ab.

Der Personalaufwand liegt mit EUR 3,9 Mio. nahezu auf Vorjahresniveau. Die Anzahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter beträgt zum Bilanzstichtag 74 (Vj. 78 Mitarbeiter).

Die Abschreibungen von EUR 7,6 Mio. (Vj. EUR 7,5 Mio.) umfassen wie im Vorjahr mit EUR 6,9 Mio. vor allem die transaktionsbedingten Abschreibungen auf die Geschäfts- und Firmenwerte. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit EUR 2,2 Mio. um EUR 0,4 Mio. unter dem Vorjahr.

Das um unwesentliche Einmal- und Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) liegt im Berichtsjahr mit EUR 3,8 Mio. um EUR 2,3 Mio. unter dem Vorjahreswert. Nach Abzug von Abschreibungen (EUR 7,6 Mio.), Zinsergebnis (EUR -2,8 Mio.) und Ertragsteuern (EUR 0,2 Mio.) verbleibt ein Konzernjahresfehlbetrag von EUR -6,9 Mio. (Vj. EUR -4,9 Mio.).

3. Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögenslage ist nach wie vor wesentlich durch die aus dem Unternehmenskäufen in 2017 und 2020 resultierenden Geschäfts- oder Firmenwerte von EUR 34,6 Mio.

(Vj. EUR 41,5 Mio.) sowie die hierzu korrespondierende Akquisitionsfinanzierung geprägt. Bei einer Nutzungsdauer von 10 Jahren ist das Ergebnis 2022 wie im Vorjahr mit Firmenwertabschreibungen von EUR 6,9 Mio. belastet.

Die Fremdfinanzierung des Konzerns erfolgt in Höhe von EUR 30,4 Mio. (Vj. EUR 31,4 Mio.) durch Kreditinstitute. Hierbei weisen EUR 26,5 Mio. eine Restlaufzeit von einem bis zu 5 Jahren auf.

Die nachrangige Gesellschafterfinanzierung besteht zum Bilanzstichtag in Höhe von EUR 31,2 Mio. unverändert durch mittelfristige Darlehen inklusive kumulierter Zinsen. Hiervon haben EUR 23,7 Mio. eine Restlaufzeit von einem bis zu fünf Jahren.

Das negative Konzerneigenkapital von EUR 16,0 Mio. resultiert in Höhe von EUR 34,3 Mio. durch die Amortisation der akquisitionsbedingt bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte. Ohne die entsprechenden Abschreibungen würde das positive Konzerneigenkapital EUR 18,3 Mio. umfassen.

Das Anlagevermögen ist durch mittelfristiges Fremdkapital gedeckt. Die liquiden Mittel betragen EUR 6,5 Mio. gegenüber EUR 6,8 Mio. im Vorjahr.

4. Gesamtbeurteilung der Lage des Konzerns

Insgesamt beurteilen wir vor dem Hintergrund der einschneidend veränderten Rahmenbedingungen die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns als gut.

C. Prognose, Chancen- und Risikobericht

1. Risikobericht

Am 1. Oktober 2021 trat das Gesetz zur Verbesserung des Verbraucherschutzes im Inkassorecht in Kraft. Unter ökonomischen Gesichtspunkten sieht das Gesetz u. a. eine signifikante Einschränkung des Gebührenrahmens gemäß RVG bezogen auf die Geschäftsgebühren, die im Rahmen der Inkassotätigkeit anfallen vor. Diese Einschränkungen haben naturgemäß erhebliche wirtschaftliche Folgen für die gesamte Inkassobranche in Deutschland und somit auch für die Ertragslage der coin4-Gruppe in 2022. Der Rückgang der Umsatzerlöse in 2022 ist vollständig auf die Regulierung zurückzuführen. Zu erwarten ist, dass sich der Markt infolge der Regulierung durch den Gesetzgeber in den nächsten Jahren verändern wird. Dieses birgt in einem Markt mit fortgeschrittenen Sättigungserscheinungen Risiken, aber auch Chancen. Wir gehen derzeit nach wie vor nicht davon aus, dass sich die Nachfrage hin zu seriösen Inkassodienstleistungen verändern wird. Die Anzahl der Inkassodienstleister kann sich jedoch durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Regulierung reduzieren. Ein bestätigendes Indiz für eine derartige Entwicklung liegt in dem erfolgreichen Neukundengeschäft im Jahr 2022. So konnte das quantitative Auftragsvolumen der Unternehmensgruppe im Bereich des Inkassogeschäfts um 14 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.

Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, sind nicht erkennbar. Gleichwohl stellen die gesamtwirtschaftlichen Triebkräfte, vornehmlich verursacht durch die geopolitische Lage im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt und dessen negativer Einfluss auf die globale Marktwirtschaft sowie die Inkassoregulierung eine Gefährdung des ökonomischen Status-quo und damit eine mögliche Entwicklungsbeeinträchtigung der coin4-Gruppe dar.

Die Wettbewerbsrisiken haben in den letzten Jahren, aufgrund der deutlichen Überkapazitäten angesichts der Angebotssituation in der Branche, zugenommen. Dieser Entwicklung stellen wir uns mit unserer Innovationskraft und der Diversifizierung unseres Dienstleistungsspektrums entgegen.

Zu unserem IT-Dienstleister, der sich direkt in lokaler Nähe zur coin4 befindet, bestehen langjährige und vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen, die -wie bei jeder IT-Lösung- neben den Geschäftschancen auch als gegenseitiges Abhängigkeitsrisiko zu beurteilen sind. Die Inkassosoftware wird permanent vom IT-Dienstleister nach unseren Vorgaben weiterentwickelt und ist "state of the art". Die Nutzung und Weiterentwicklung der Software erfolgt exklusiv für die coin4. Sowohl unser IT-Dienstleister als auch wir profitieren von diesem Gegenseitigkeitsverhältnis. Im Insolvenzfall ist die Unternehmensgruppe durch notariell hinterlegte Regelungen vor einem Ausfall der IT-Dienstleistungen geschützt.

Wesentlichen Währungsrisiken ist der coin4 Konzern nicht ausgesetzt.

Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten.

Das zentrale Ziel des Finanz- und Risikomanagements des coin4-Konzerns und deren Geschäftspartner ist, den Unternehmenserfolg u.a. durch transparente und naturgemäß zweckdienliche Berichterstattung nachhaltig zu sichern und finanzielle Risiken jeglicher Art auszuschließen. Beim Management der Finanzpositionen verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik.

Zahlungsausfallrisiken existieren für unser Kerngeschäft, dem Forderungsmanagement durch Treuhandgeschäft oder Inkassozession, aufgrund des zahlungsorientierten Vergütungsmodels grundsätzlich nicht. Ausfallrisiken bei zahlungsgestörten Forderungen im Eigenbestand begegnen wir durch entsprechende Wertberichtigungen.

Die Finanzierung des Konzerns ist durch bestehende Finanzmittel und vertraglich gesicherte Kreditrahmen gewährleistet, so dass alle Konzerngesellschaften jederzeit auf ausreichend liquide Mittel zurückgreifen können und Finanzierungsrisiken nicht erkennbar sind.

Der bestehende Finanzierungsvertrag zwischen der coin4 mit einem Kreditinstitut wurde im Juni 2023 neu verhandelt und die Vertragsmodalitäten teilweise angepasst. Neben der vorgezogenen Rückzahlung der Tranche A von EUR 4,7 Mio. im Juni 2023 und der Laufzeitverlängerung der Tranche B bis März 2026 wurden die Covenant-Finanzkennzahlen (Verschuldungs- & Zinsdeckungsgrad) durch eine rollierende LTM 1 -Betrachtung des adjustierten EBITDA aus dem Inkassokerngeschäft ersetzt. Durch die Einführung dieser neuen substituierenden Finanzkennzahl wird den branchenweit veränderten inkasso-regulatorischen Rahmenbedingungen adäquat Rechnung getragen. Die bestehenden Zinskonditionen wurden bis zum Ende der Vertragslaufzeit festgeschrieben.

1 Last-twelve-months

Als Folge der Anhebung des Leitzinses durch die EZB, sieht auch die coin4-Unternehmensgruppe sich einer generell gestiegenen Zinslast gegenübergestellt. Diese kann jedoch durch die finanziellen Mittel, die aus dem operativen Geschäftsprozess generiert werden, erfüllt werden.

Gesamteinschätzung zu Risiken des Konzerns

Insgesamt schätzt die Unternehmensführung der coin4 die Risiken als gering ein. Im Konzern werden die Marktgegebenheiten und Rahmenbedingungen, laufend überwacht und die Eintrittswahrscheinlichkeiten erkannter Risiken frühzeitig durch eine aktive Steuerung reduziert, um auch nicht vermeidbare Schäden so gering wie möglich zu halten.

2. Prognosebericht

Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der durch die Regulierung der Geschäftsgebühren nachhaltig beeinflussten Ertragslage der Inkassodienstleistungsunternehmen in Deutschland gehen wir auf Basis der gegenwärtigen Situation für das Geschäftsjahr 2023 von einer herausfordernden Geschäftsentwicklung gegenüber dem Vorjahr aus. Die Basis für diese Entwicklungsprognose bildet das permanent weiterentwickelte Inkassokerngeschäft, das gesteigerte Auftragsvolumen sowie die zukunftsfähige Ausrichtung der Unternehmensgruppe durch die Vertikalisierung des Dienstleistungsspektrums.

Für das Geschäftsjahr 2023 planen wir auf der Basis unseres Auftragsbestandes und der aktuellen Auswertungen im Vergleich zu den Ist-Zahlen 2022 mit einem leichten Anstieg der Umsatzerlöse um ca. 2 % sowie einer leichten Abnahme des Rohertrages um ca. 3 %. Aufgrund der bestehenden Fixkostenstruktur erwarten wir eine Abnahme des EBITDA um ca. 10 %.

3. Chancenbericht

Um die positive Entfaltung unserer Unternehmensgruppe und das Wachstum dieser nachhaltig zu unterstützen, wurde in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 ein umfangreicher Transformationsprozess der Unternehmensgruppe eingeleitet und bereits nahezu vollendet. Die darin begründete strategische Neuausrichtung des Konzernverbunds hat aus wirtschaftlicher Perspektive erhebliches Entwicklungspotenzial. Darüber hinaus wird über die Vertikalisierung des Konzerns und die daraus resultierende Erweiterung der Wertschöpfungskette eine Diversifizierung der Erlösquellen hergestellt, die eine Unabhängigkeit von den RVG-Geschäftsgebühren und die Teilnahme an der Preisautonomie der freien Wirtschaft ermöglicht. Durch die Professionalisierung des Marketings und des Vertriebes werden wir in Zukunft die Wettbewerbsvorteile unseres vollumfänglichen Dienstleistungsspektrums noch effizienter transportieren. Dabei werden sowohl umfangreiche Inbound- als auch Outbound-Maßnahmen genutzt, um eine weitere Steigerung des Auftragsvolumens zu erzielen.

Das klassische Inkassogewerbe unterliegt nach wie vor einem Wandel, der insbesondere auch durch die neue Gesetzgebung ab dem 1. Oktober 2021 forciert bzw. beschleunigt wurde. Dieser Wandel zeichnet sich vornehmlich durch eine Digitalisierung der Prozesse und eine Erweiterung von Produktportfolien aus. Wir begegnen den aktuellen Entwicklungen mit innovativen Lösungen innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette, mit der Umsetzung einer hohen Dienstleistungsqualität und mit dem Einsatz verstärkter Serviceaktivitäten.

4. Nachtragsbericht

Der bestehende Finanzierungsvertrag mit einem Kreditinstitut wurde mit Änderungsvereinbarung vom 16. Juni 2023 in Bezug auf die Rückzahlungskonditionen und die meldepflichtige Finanzkennzahlen angepasst. Wir verweisen auf unsere Erläuterungen im Risikobericht unter C.1. und im Anhang unter D. 8.

 

Bad Schwartau, den 31. August 2023

coin4 Solutions GmbH

Andreas Stock

Torsten Pagel

Peter Lindenmayer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der coin4 Solutions GmbH, Bad Schwartau, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, 31. August 2023

Ebner Stolz GmbH & Co. KG
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Julian Breidthardt, Wirtschaftsprüfer

Jürgen Richter, Wirtschaftsprüfer

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