Stammdaten

Register
Amtsgericht Rostock HRB 9829
Eingetragen
31.7.1990
Branche
Herstellung von Ölen und Fetten, ohne Margarine u. ä. NahrungsfetteErbringung von landwirtschaftlichen Dienstleistungen für den PflanzenbauHerstellung von Futtermitteln für Nutztiere
Gegenstand
die Herstellung von pflanzlichen Ölen, Futtermitteln sowie der Handel mit diesen und Ölfrüchten aller Art. Die Gesellschaft erbringt ferner Dienstleistungen im Agrarhandel.

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Sabine Hoyer
seit 13.11.2023
Prokura
Ute Schmidt
seit 24.10.2022
Prokura
Henry Kämpf
seit 6.1.2015
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Nordkorn AG
Germany
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

Power Oil Rostock GmbH

Rostock

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Lagebericht

1. Volkswirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

1. a) Branchenkonjunktur

Das Kerngeschäft der Power Oil Rostock GmbH ist die Verarbeitung von Rapssaat zu Rapsöl und Rapsschrot in der mit zwei Produktionslinien ausgerüsteten Ölmühle.

Hauptprodukte des Unternehmens sind Rapsöl für technische Verwendungszwecke (Biodieselherstellung, Futtermittel) und Rapsöl-Raffinat (Lebensmittelindustrie, Beimischung zur Biodieselherstellung neuer Generation, Blockheizkraftwerke). Das in der Produktion anfallende Koppelprodukt Rapsschrot geht ausschließlich in die tierische Ernährung als Eiweißfuttermittel.

Durch die Lage der Ölmühle im Rostocker Hafen ist die überregionale Versorgung mit Rapssaat und die Vermarktung der Produkte per Schiff gewährleistet. Die Ölmühle steht im direkten Wettbewerb mit anderen Ölmühlen, national und international.

Sowohl die Ölsaatenmärkte als auch die Märkte für Futtermittel und Pflanzenöle unterliegen Marktschwankungen, die von den lokalen Erntebedingungen einerseits und von der internationalen Versorgungs- und Nachfrageseite andererseits beeinflusst werden.

Durch den sehr trockenen Herbst 2018 reduzierten viele Landwirte in der EU ihre Rapssaatanbaufläche abermals. Das führte zur kleinsten EU-Rapssaatfläche seit 10 Jahren. Witterungsbedingt reduzierte sich mit knapp 17 Mio. Tonnen Gesamtertrag die Erntemenge in der EU erneut und erreichte einen 10-jährigen Tiefstand. In Bezug auf die großen Rapsernten der Jahre 2009 und 2014 mit einer Gesamtmenge von über 6 Mio. Tonnen, halbierte sich die Ernte 2019 in Deutschland auf unter 3 Mio. Tonnen Raps. In Mecklenburg-Vorpommern sind 619.000 t geerntet worden. Im Vergleich zum 5-jährigen Durchschnitt (2013-2018) bedeutet dieses einen Ernterückgang von 26 %. Um den Bedarf der europäischen Ölmühlen decken zu können, rechnet man bis Anschluss an die Ernte 2020 mit einer Importmenge von 5,5 Mio. Tonnen Raps.

Deutschland ist mit einer vorhandenen Verarbeitungskapazität von ca. 8,5 Mio. Tonnen einer der größten Netto-Importeure für Rapssaat weltweit. Damit zeigt sich der Standortvorteil der Ölmühlen, die für die Saatversorgung vorzüglich an eine Schiffslogistik angebunden sind. In Rostock hat sich diese Anbindung mit der Inbetriebnahme der Löschanlage für Seeschiffe noch deutlich effizienter als zuvor gestaltet. Tiefseeschiffe aller gängigen Klassen bis hin zum Post-Panamax können direkt in die Ölmühle entladen werden.

Vermarktungsseitig konnten mit gestiegener Nachfrage für Biodiesel im skandinavischen Raum ebenfalls deutliche Fortschritte gemacht werden, wo sich auch die sehr effiziente Schiffslogistik auswirkt. Ebenso sind in Skandinavien, wie auch im deutschen Heimatmarkt immer mehr nicht-genveränderte Proteinfuttermittel nachgefragt. Auch diese Märkte lassen sich gut aus Rostock bedienen, sodass die effiziente Logistik die Verarbeitungsmarge optimiert.

1. b) Wettbewerbssituation

Mit einer Verarbeitung von rd. 887.000 t Saat im Jahr 2019 gehört die Power Oil Rostock GmbH zu den fünf größten Ölmühlen in Deutschland.

Die Ölmühlen-Industrie befindet sich in einem konsolidierenden Markt, der durch Produktionsüberkapazitäten und starken Wettbewerbsdruck gekennzeichnet ist.

Diese Situation wird durch niedrigere Ernten der letzten Jahre in Deutschland und der gesamten EU verschärft. Zudem wird Biodiesel, der in den vergangenen Jahren wichtigste Absatzmarkt, nicht mehr allein aus Rapsöl produziert, sondern in zunehmendem Maße aus Altfetten und importierten Methylestern auf Palm- oder Sojabasis.

Verbunden mit einer hohen Preistransparenz für Rapssaat, technische Öle und Rapsschrot führen diese Rahmenbedingungen zu einer Reduzierung der Verarbeitungsmargen. Auch im Lebensmittel-Sektor herrscht ein intensiverer Wettbewerb, der die Prämien für Raffinat unter Druck setzt.

Für den effizienten Import der benötigen Rapsmengen bedarf es eines Tiefwasserplatzes, über den in Deutschland neben Rostock lediglich noch Hamburg verfügt.

1. c) Marktstellung

Im Beschaffungsmarkt Nordost-Deutschland hat die Power Oil Rostock GmbH eine starke Stellung. Durch gemeinsame Betreuung der Landwirte für die Muttergesellschaft GETREIDE AG können Synergien zwischen dem Raps- und dem Getreideeinkauf erzielt werden. Beim direkten Einkauf in der Landwirtschaft konnte die Gesellschaft aus der Ernte 2018 ca. 280.000 t Raps erfassen. Aus der Ernte 2019 wurden bis Ende Dezember bereits 267.000 t Raps gekauft. Damit streben wir einen Marktanteil von über 50 % in Mecklenburg-Vorpommern an. Zusammen mit dem Großhandel ist aus der Ernte 2019 eine Erfassung in Deutschland von mindestens 380.000 t geplant. Damit müssen knapp 60 % des Bedarfes importiert werden (Schwarzmeerregion, Baltikum und Australien).

Überregionale Beschaffungsmärkte sind stark fragmentiert, ohne dass eine Dominanz einzelner Anbieter festzustellen ist. Der zentrale Handel der GETREIDE AG analysiert die relevanten Märkte laufend und leitet daraus Beschaffungsstrategien ab. Durch die direkte Hafenanbindung weist die Ölmühle Wettbewerbsvorteile im Import von Rapssaat und Export von Futtermitteln gegenüber den übrigen inländischen Ölmühlen auf.

Aufgrund der ausschließlichen Verarbeitung von nicht genmodifizierter Rapssaat bieten wir unseren Kunden der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie die absolute Sicherheit, dass keine Vermischungen mit unerwünschter GMO-Ware erfolgen. Für Lebensmittel-Raffinat hat die Gesellschaft einen festen Kundenstamm. Durch Lieferantenaudits und das installierte Qualitätsmanagement wird die Freigabe der Power Oil Rostock GmbH als Lieferant dieser Kunden abgesichert. Mit einer flexiblen Abwicklung kommt die Gesellschaft den Anforderungen der Kunden entgegen. Durch die enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Speditionen wird eine sehr hohe Servicequalität bis ins Lager des Kunden gewährleistet.

2. Wirtschaftsbericht

1. Geschäftsverlauf

Die Power Oil Rostock GmbH hat 2019 ein gutes Jahresergebnis erzielt. Trotz der niedrig ausgefallenen Ernte im unmittelbaren Einzugsbereich der Ölmühle konnte die Versorgung durch Rapsimporte jederzeit sichergestellt werden. Die im Markt auf die Parität Rostock zu zahlenden Zusatzprämien führten im Vergleich zur MATIF-Notierung, die die Kalkulations- und Absicherungsgrundlage für die Produktverkäufe war, unverändert zu Mehrkosten.

In 2019 wurde der Löscher für die Schiffsentladung auf dem eigenen Liegeplatz inklusive der Fördertechnik fertiggestellt. Dadurch konnten Schiffsimporte effizient und mit geringeren variablen Kosten abgewickelt werden.

Da die Zuschläge auf die Beschaffungspreise in großen Teilen über die Produktpreise ausgeglichen werden konnten, war die Marge der Ölmühle insgesamt auskömmlich.

Die technische Optimierung der Anlagen wurde in 2019 fortgesetzt. Dadurch konnten ungeplante, technisch verursachte Stillstände weiter reduziert und damit die Stückkosten gesenkt werden. Insgesamt wurde so ein Ergebnis von 3.519 TEUR erzielt. Das Jahresergebnis wird durch den bestehenden Ergebnisabführungsvertrag an die NORDKORN AG abgeführt.

2.1.a) Beschaffung und Logistik

Die Direkterfassung von Rapssaat bei den Landwirten erfolgt durch den lokalen Einkauf in Rostock.

Durch die gestiegene Verarbeitungsmenge und die wiederholt sehr geringe Ernte 2019 konnte anteilig deutlich weniger Raps direkt aus der deutschen Landwirtschaft gedeckt werden. Der weitaus größere Teil musste durch Importe aus der Schwarzmeerregion, dem Baltikum und Australien und durch Einkäufe im deutschen Landhandel realisiert werden. Diese Zukäufe erfolgten bei einer Vielzahl von Lieferanten. Der Import per Schiff wurde vom zentralen Handel der GETREIDE AG koordiniert.

2019 erfolgte der Anschluss des Saatenlöschers an die Lagerstätten der Ölmühle. Durch diese umfangreiche Investition können die Schiffslöschungen in einem wesentlich höheren Tempo und ohne die Benutzung von LKW-Kapazitäten durchgeführt werden. Ein weiterer Vorteil dieser Maßnahme liegt in der Abwicklung der meisten Importe am eigenen Liegeplatz.

Die Mauterhöhungen führten zu einem Anstieg der Frachtkosten. Durch eine bessere Auslastung der Transportkapazitäten sind die Preisanstiege moderat ausgefallen.

2.1.b) Produktion und Fertigung

Im Jahr 2019 sind in der Ölmühle insgesamt rund 887.000 t Raps verarbeitet worden. Damit konnte die verarbeitete Menge trotz schwieriger handelspolitischer Umstände weiter ausgebaut werden.

Durch weitere Investitionen in Förder- und Messtechnik wurden die unplanmäßigen Stillstände weiter reduziert.

2.1.c) Absatz

Für die Beurteilung der Absatzentwicklung ist die absolute Umsatzhöhe aufgrund der stark schwankenden Marktpreise nur von sekundärer Bedeutung. Für die Auslastung der Ölmühle sind die Absatzmengen entscheidend.

Der Verkauf von technischem, nicht raffinierten Rapsöl ist unverändert das wichtigste Umsatz- und Mengensegment der Ölmühle. Die Absatzmengen für rohes, entschleimtes Öl lagen im Geschäftsjahr leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Hauptkunden sind die Hersteller von Biodiesel.

Beim technischen Rapsöl für die deutsche Biodieselindustrie, das ausschließlich mit individuell kalkulierten CO 2-Emissionen (THG) gehandelt wird, ging die Absatzmenge um rund 5 % im Vergleich zum Vorjahr 2018 zurück. Gegenläufig hierzu stieg der Absatz von höherwertigem, stark entschleimten, aber nicht desodorisierten Ölen an Biodieselhersteller in Skandinavien stark an.

Parallel entwickelten sich die Verkäufe von Vollraffinat positiv und lagen rund 8 % über dem Vorjahr. In diesem Segment lagen die Prämien, d.h. der Preisabstand zu rohem, entschleimten Rapsöl, im Rahmen der Planung.

Insgesamt stieg der Absatz von Öl und Raffinat um 6 % an.

Der Absatz von Schrot stieg mengenmäßig um rund 7 %. Davon entfallen auf den wichtigen skandinavischen Markt rund 39 %. Die relative Bedeutung dieses Marktes ging trotz steigender Mengen aufgrund der insgesamt stärker gestiegenen Absatzmengen aller Märkte leicht zurück. Der Absatz im deutschen Markt ging insgesamt um rd. 4 % zurück, da die Verschiffung in nordwestdeutsche Häfen reduziert wurde. Der Fokus lag stattdessen auf der Direktauslieferung an überwiegend regionale Abnehmer per Lkw ab Werk. Hier konnten die absoluten Mengen um fast ein Viertel gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.

2.1.d) Investitionen

Planmäßig wurden bei der Power Oil Rostock GmbH auch 2019 umfangreiche Investitionsmaßnahmen durchgeführt.

Die Zugänge von rd. 3,8 Mio. EUR betrafen vor allem die Anschaffung des neuen Schiffslöschers, die Investition in eine neue Abfülllinie für Raffinat, den Umbau des Kartonagenlagers der Abfüllstation, die Abluftverbesserung und die Anschaffung von Förder- und Transporttechnik. Die Anschaffung des Schiffslöschers wurde im Verlauf des Jahres in einen Sale-and-Lease-Back Vertrag umgewandelt.

Zusätzlich wurde in Planungsleistungen für die Aufgabe von Fließhilfsmittel in der Schrotproduktion, das optimierte Handling von gebrauchter Bleicherde und die Verbesserung der Anlagenüberwachung investiert.

2. Ertragslage

2.2.a) Analyse der Umsatzsituation

Die handelsrechtlichen Umsätze der Ölmühle inkl. der Erlöse aus Absicherungsgeschäften und Nebenleistungen stiegen von rund 368.191 TEUR auf rund 401.471 TEUR. Dies entspricht einem Anstieg von rund 9 %. Ursächlich hierfür sind neben der gestiegenen Absatzmenge die Preisveränderungen in den Produktmärkten. Der fakturierte Preis des verkauften Rapsöls/ Raffinats lag um rd. 12 % über dem Vorjahr, während der fakturierte Preis für Rapsschrot auch aufgrund des weiter erhöhten Anteils von frachtfreien Lieferungen rund 1 % über dem Vorjahr lag.

Bei der Entwicklung der Warenverkäufe nach geographischen Märkten (ohne Finalen und Erlösschmälerungen) sind wertmäßig vor allem die Steigerungen innerhalb der EU (rund 16 %) maßgeblich, während der Umsatz in Deutschland nur geringfügig anstieg (rund 2 %).

2.2.b) Aussage zur Auftragslage

Zum Jahresende hatte die Gesellschaft einen offenen Auftragsbestand von rund 149.000 t für Verkäufe aus Öl und Raffinat sowie rund 184.000 t für Schrotverkäufe.

2.2.c) Rohertragsbetrachtung

Der Materialaufwand für Raps stieg aufgrund der im Absatz 2.1.a) dargestellten Beschaffungssituation für Raps mit einer relativ geringen Direktbeschaffungsquote aus der Landwirtschaft, dem gestiegenen Einsatz von Hilfsstoffen und hohen Importmengen überproportional zur Verarbeitungsmenge an. Insgesamt lag der Anstieg im Materialaufwand bei rund 10 %. Dieser Anstieg lag somit über dem Anstieg der Umsatzerlöse von rund 9 %, so dass sich der Rohertrag leicht verschlechterte.

2.2.d) Sonstige Kostenanalysen

Ergebnisbeeinflussend war auch die Erhöhung der Kosten für Ausgangsfrachten im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (rund 610 TEUR). Hier wirkten sich einerseits gestiegene Mautgebühren, die nicht vollständig über höhere Verkaufspreise gedeckt werden konnten, und andererseits der starke Mengenanstieg in der Direktvermarktung von Rapsschrot im regionalen Umfeld aus.

Bei den Personalkosten kam es durch Neueinstellungen, u.a. in Technik und Controlling, zu einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

3. Finanzlage

In 2019 entstand aufgrund der deutlichen Erhöhung der zur Sicherung der Produktion eingelagerten Raps-Bestände ein negativer operativer Cash-Flow.

Für Investitionen wurden im Geschäftsjahr 2019 Auszahlungen in Höhe von 3.731 TEUR vorgenommen. Demgegenüber stehen Anlagenabgänge in Höhe von 5.021 TEUR aus dem Verkauf des Schiffslöschers im Rahmen eines Sale-and-Lease-Back Vertrages

Die Liquidität und Finanzierung wird durch die GETREIDE AG sichergestellt. Bestehende langfristige Kredite wurden planmäßig getilgt. Die Restverbindlichkeit zum 31.12.2019 betrug rund 4.300 TEUR. Der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit ist durch Zinszahlungen und Tilgungen negativ.

4. Vermögenslage

Das Anlagevermögen liegt mit 37.772 TEUR um 6.343 TEUR unter dem Vorjahreswert. Die Zugänge durch die in 2.1.d) dargestellten Investitionen in Höhe von 3.731 TEUR führten durch die Anlagenabgänge in Höhe von 5.021 TEUR und die Abschreibungen des Geschäftsjahres in Höhe von 5.053 TEUR zu keinem absoluten wertmäßigen Zuwachs des Anlagevermögens.

Der Gesamtwert der Vorräte hat sich gegenüber dem Vorjahr vor allem aufgrund höherer Rapsbestände zur Sicherung der Produktionsversorgung um über 130 % erhöht. Daraus erklärt sich im Wesentlichen die Erhöhung der Bilanzsumme auf 102.906 TEUR von 80.763 TEUR im Vorjahr.

Auf der Passivseite liegen die Verbindlichkeiten insgesamt rd. 39 % über dem Vorjahr. Dabei sind die Verbindlichkeiten gegenüber der GETREIDE AG um rd. 51 % angestiegen. Ursache dafür war die Finanzierung des erhöhten Vorratsbestandes zum Jahresende.

5. Angaben zu den finanziellen Leistungsindikatoren

Finanzielle Leistungsindikatoren 12 2018 12 2019
ERTRAGSLAGE
Eigenkapitalrentabilität I in % 17,3 14
(Jahresergebnis v. Ergebnisabführung x 100) / Eigenkapital
Umsatzrentabilität in % 1,2 0,9
(Jahresergebnis v. Ergebnisabführung x 100) / Umsatzerlöse
Umsatz je EUR 1,00 Personalkosten in EUR 68,3 63,6
Umsatzerlöse / Personalaufwand
VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR
Anlagenintensität in % 54,6 36,7
(Anlagevermögen x 100) / Gesamtvermögen
Eigenkapitalanteil in % 31,2 24,5
(Eigenkapital x 100) / Gesamtkapital
OPERATIVE ERGEBNISKENNZAHLEN
EBITDA (in TEUR) 10.865 10.982
Ergebnis (ohne Ergebnisabführung) vor Steuern und Zinsen, Abschreibungen und Leasingkosten
EBITDA - Marge 3 2,7
EBITDA/(Umsatzerlöse x 100)

Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen (Anlagenintensität) hat sich infolge der deutlich gestiegenen Bestände um rund 18 %-Punkte verringert. Aufgrund der Erhöhung der Bilanzsumme ist auch die Eigenkapitalquote gesunken und liegt um rd. 7 %-Punkte niedriger als im Vorjahr. Das Eigenkapital selbst weist der Höhe nach infolge des Ergebnisabführungsvertrages keine Veränderungen auf.

6. Angaben zu den nicht finanziellen Leistungsindikatoren

Die Power Oil Rostock GmbH hat ein Managementsystem implementiert, das alle für den Betrieb der Ölmühle und für die Vermarktung der Produkte erforderlichen Prozesse abdeckt. Insbesondere wurde und wird sichergestellt, dass die Zertifizierungen nach IFS Food, GMP+, Koscher, Halal, Vlog, REDCert Nachhaltigkeit, Energiemanagement nach ISO 50001 und Umweltmanagement nach ISO 14001 mit den erforderlichen Audits fristgerecht und erfolgreich absolviert werden. Abweichungen von den Soll-Prozessen werden dokumentiert und erforderliche Korrektivmaßnahmen eingeleitet. Darüber hinaus werden durch das Qualitätsmanagement regelmäßig Lieferantenaudits betreut, Reklamationen im ERP System erfasst und ausgewertet.

Qualifikationsmaßnahmen durch Externe (z.B. Dekra) umfassen Schulungen des Anlagenpersonals in Verfahrenstechnik (z.B. Separatoren, DGF-Schulung für die optimale Anlagensteuerung-Schwerpunkt Raffination), Schulungen des Umschlags-/Anlagenpersonals für Hubarbeitsbühne und Gabelstapler sowie die Schulung der Angestellten im sicheren Gebrauch der englischen Sprache. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der laufenden Weiterbildung des gesamten QM-Teams in den Themen HACCP, Lebensmittel-/Futtermittelrecht und Energiemanagement. Die Power Oil Rostock GmbH unterstützt zudem Mitarbeiter bei der Weiterbildung zum Industriemeister.

Gesamtaussage Wirtschaftsbericht zum abgelaufenen Wirtschaftsjahr

Nach der in 2017 eingetretenen Margenerosion konnte die wirtschaftliche Situation des Unternehmens in 2019 weiter stabilisiert und über das Gesamtjahr ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden. Das wieder bessere Margenniveau konnte auch für 2019 in etwa gehalten werden.

3. Prognosebericht

Über detaillierte Engagements wird der risikoadäquate Ausgleich der Ein- und Verkaufspositionen regelmäßig abgestimmt. Frachtaufträge für Eingangsfrachten von den Landwirten und für Ausgangsfrachten zum Kunden werden mit der Kalkulation bei Kontraktabschluss abgeglichen. Damit können frühzeitig Abweichungen erkannt und in einer aktualisierten Kalkulation korrigiert werden.

Ziel dieser Maßnahmen ist es, die in Bezug auf die verarbeitete Rapssaat erreichte spezifische Marge, mit der die Vollkosten der Ölmühle sicher gedeckt werden und zusätzlich ein positives Ergebnis erzielt wird, zu halten. Da die Frachtkosten aufgrund der höheren allgemeinen Kostenentwicklung bei den Speditionen weiter ansteigen werden und auch die Kosten der Ölmühle, insbesondere durch die steigenden Energiekosten, nicht auf dem Niveau des Jahres 2019 zu deckeln sind, wird davon ausgegangen, dass das Jahresergebnis bei stabiler Marge auch 2020 bei rd. 3.500 TEUR liegen wird.

Dabei wird dem Umstand Rechnung getragen, dass durch die unverändert hohen Überkapazitäten im deutschen Ölmühlenmarkt weiterhin ein hoher Wettbewerbsdruck besteht. Diesem stellt sich die Gesellschaft auch in 2020 durch eine Vielzahl von Investitionen zur Erhöhung der Effizienz sowie durch eine intensivere Bearbeitung der Absatzmärkte.

Da die Versorgungslage für Rapssaat absehbar auch langfristig hohe Importmengen erforderlich macht, wird der neue Schiffslöscher am eigenen Liegeplatz die Umfuhrkosten von den Liegeplätzen anderer Hafenunternehmen reduzieren. Zusätzlich werden die Liegezeiten der Schiffe verkürzt und somit die in den Einkaufspreisen enthaltenen Frachtraten gesenkt.

Es wird erwartet, dass in 2020 mit einer konstanten Ernte und dadurch steigenden Lkw-Anlieferungen von Raps sowie einem erhöhten Anteil von Schrotverkäufen per Lkw an Landwirte und Großhandel das Potential des in 2018 in Betrieb gegangenen neuen Logistikkonzeptes noch besser genutzt werden kann. Ziel ist es, die Verweildauer der Lkw weiter zu reduzieren und so mittelfristig dem sich abzeichnenden Anstieg der Frachtkosten entgegenzuwirken.

Produktionstechnisch werden die in den letzten Geschäftsjahren vorgenommenen und in 2020 fortgesetzten Investitionen und Umbaumaßnahmen zur Optimierung und Stabilisierung der Produktion weiterhin eine deutlich positive Auswirkung in Form geringerer ungeplanter Stillstandzeiten haben.

Die erzielte Verringerung der technischen Ausfallzeiten wird auch in 2020 einen stabilen spezifischen Verbrauch an Energie- und Betriebsmitteln gewährleisten und vor allem die Planbarkeit der verfügbaren Fertigwarenbestände zur Sicherstellung der Lieferbereitschaft an die Kunden weiter verbessern. Dadurch werden teurere Zukäufe und WashOut´s von Lieferverpflichtungen vermieden.

Auf der Absatzseite soll durch eine intensivierte Bearbeitung der potentiellen Kunden für Lebensmittel-Raffinat der Kundenstamm erweitert werden. Zusätzliche Vorteile ergeben sich durch eine Fokussierung auf die Ostsee-Region bei der Öl- und Schrotvermarktung.

Neben den dargestellten Effizienzmaßnahmen werden auch künftig die Ziele im Umweltschutz und der Arbeitssicherheit sicherstellen, dass die Power Oil Rostock GmbH gesetzliche Vorgaben einhält und darüber hinaus möglichst nachhaltig produziert.

4. Risiko-/Chancenbericht

4. a) Marktrisiken/-chancen

Auf der Beschaffungsseite besteht unverändert eine gute Ausgangsposition bei der Erfassung aus der regionalen Landwirtschaft. Darüber hinaus sehen wir die Chance, durch eine intensivere Marktbeobachtung und ambitionierte Prämienvorgaben sowie mit besseren Vertragsgestaltungen für Importware die Preisaufschläge zur MATIF zu reduzieren und die Marge zu verbessern. Mengenmäßig sehen wir aufgrund der Hafenanbindung keine Limitierung in der Versorgung der Ölmühle mit Rapssaat. Durch die Fertigstellung des neuen Löschers und die damit verbundene Infrastruktur besteht die Chance auf deutlich günstigere Gesamtkosten der Importe. Dadurch stellen die durch das Agrar-Paket der Bundesregierung nochmals niedriger erwarteten Hektar-Erträge in Deutschland für die Power Oil keine zusätzliche Bedrohung dar. Im Gegenteil sollte die zunehmende deutsche Importabhängigkeit bei Ölen, Fetten, Proteinen und Ölsaaten für den Standort Rostock zu einem Wettbewerbsvorteil im Vergleich zu den Inlands-Ölmühlen führen. Eine daraus resultierende Marktkonsolidierung sollte die Verarbeitungsmargen an den Wasserplätzen langfristig auf einem auskömmlichen Niveau stabilisieren.

Besondere Herausforderungen bleiben beim Export in bestimmte Regionen bestehen. Forderungsausfälle werden durch die Abwicklung per Vorkasse ausgeschlossen. Das Risiko der Nichtabnahme vertraglich gebundener Mengen soll durch ein enges Monitoring dieses Kundensegments minimiert werden.

Für Raffinat streben wir einen weiteren Ausbau des Kundenstamms sowie den Erhalt der bisherigen Kunden, Absatzmengen und realisierten Prämien an. Durch die erfolgreiche Absolvierung von Wiederholungsaudits der Kunden sowie neue Lieferantenfreigaben haben wir hier eine gute Ausgangsbasis.

Der Absatz von Rapsschrot konnte und wird im Direktvertrieb weiter ausgebaut werden.

Der Export von Rapsschrot zeigte 2019 eine sehr hohe Stabilität und wird weiter intensiviert.

4. b) Warenterminkontrakte

Die wesentlichen externen Risiken der Ölmühle resultieren aus den Schwankungen des Agrarmarktes. Unsicherheiten im Finanzmarkt werden direkt über die GETREIDE AG abgesichert.

Da die Marktpreisrisiken nicht beeinflussbar sind, werden wesentliche Positionen des Ein- und Verkaufs nach dem "back to back" Prinzip abgesichert. Raps-, Rapsöl- und Rapsschrotkontrakte werden als Gesamtengagements erfasst, summiert und bewertet. Absicherungsgeschäfte an der MATIF sind integraler Bestandteil dieser Engagementplanung. Sich ergebende Long-/Short-Positionen sind innerhalb definierter Werte zu limitieren. Offene Öl-Positionen werden gemäß den Vorgaben der GETREIDE AG im Gegenwert zu USD gehedgt.

4. c) Versicherbare Risiken

Wesentliche versicherungsfähige Risiken sind im Rahmen branchenüblicher Policen abgedeckt. Im Bereich der Kreditlimit-Überwachung wurden in 2019 die Vorgaben des Konzerns zur Vermeidung von nicht versicherten Forderungsausfällen weitgehend eingehalten. Hinsichtlich festgestellter Abweichungen bei der Überschreitung von Kreditlimits in Einzelfällen wurden zusätzliche Kontrollen implementiert.

4. d) Technische Risiken

Die internen Risiken betreffen überwiegend produktionstechnische Risiken. Durch den vollkontinuierlichen Betrieb über 24 Stunden/Tag und 7 Tage/Woche ist die Ölmühle technischen Risiken ausgesetzt, die durch eine präventive Wartung minimiert werden.

Durch eine vollständige Redundanz der thermischen Energieversorgung sind Ausfallrisiken bei Fernwärme und den Gaskesseln weitgehend reduziert.

IT-Risiken werden durch den Betrieb der Server in einem externen Rechenzentrum in Zusammenarbeit mit der GETREIDE AG kontrolliert. Die zentrale ERP-Anwendung wird durch ein Team der GETREIDE AG im Rahmen eines definierten Control Frameworks überwacht.

Gesamtaussage Risiko-/Chancenbericht

Die Power Oil Rostock erwartet trotz der hohen Herausforderungen der Ölmühlen-Industrie, dass die bereits durchgeführten und noch geplanten Optimierungsmaßnahmen weiterhin zu einem positiven Ergebnis führen.

 

Rostock, 4. März 2020

gez. Henry Kämpf, Geschäftsführer

gez. Andreas Hammler, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. Anlagevermögen 37.771.482,98 44.115.137,23
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 147.932,91 167.936,47
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 147.932,91 167.936,47
II. Sachanlagen 37.623.550,07 43.947.200,76
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.853.117,57 6.855.616,28
2. technische Anlagen und Maschinen 28.393.298,90 31.799.071,31
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.497.358,50 1.264.588,63
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 879.775,10 4.027.924,54
B. Umlaufvermögen 65.126.367,28 36.645.011,25
I. Vorräte 51.167.910,33 22.124.509,08
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 37.743.428,60 9.522.028,58
2. fertige Erzeugnisse und Waren 13.324.581,73 12.299.780,50
3. geleistete Anzahlungen 99.900,00 302.700,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 13.912.524,72 14.494.456,38
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.249.991,93 13.012.028,16
2. sonstige Vermögensgegenstände 1.662.532,79 1.482.428,22
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 45.932,23 26.045,79
C. Rechnungsabgrenzungsposten 8.396,13 2.743,93
Bilanzsumme, Summe Aktiva 102.906.246,39 80.762.892,41

Passiva

31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. Eigenkapital 25.226.219,85 25.226.219,85
I. gezeichnetes Kapital 2.198.555,09 2.198.555,09
II. Kapitalrücklage 19.000.000,00 19.000.000,00
III. Gewinnvortrag 4.027.664,76 4.027.664,76
B. Rückstellungen 3.239.168,25 1.794.107,94
1. sonstige Rückstellungen 3.239.168,25 1.794.107,94
C. Verbindlichkeiten 74.440.858,29 53.742.564,62
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 13.873.251,15 14.102.225,91
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 399.300,00 204.930,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.923.197,25 5.924.214,75
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 50.166.681,18 33.152.321,49
5. sonstige Verbindlichkeiten 78.428,71 358.872,47
Bilanzsumme, Summe Passiva 102.906.246,39 80.762.892,41

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2019 - 31.12.2019
EUR
1.1.2018 - 31.12.2018
EUR
1. Umsatzerlöse 401.470.976,51 368.191.335,02
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1.024.801,23 -1.322.678,09
3. sonstige betriebliche Erträge 973.436,56 1.071.134,41
4. Materialaufwand 367.808.543,45 333.681.596,64
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 359.254.555,13 325.487.562,24
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 8.553.988,32 8.194.034,40
5. Personalaufwand 6.309.260,87 5.394.341,45
a) Löhne und Gehälter 5.271.176,30 4.499.904,70
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.038.084,57 894.436,75
davon für Altersversorgung 212,72 0,00
6. Abschreibungen 5.206.131,11 4.862.133,46
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 5.206.131,11 4.862.133,46
7. sonstige betriebliche Aufwendungen 18.615.879,55 18.037.385,67
8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 83.286,24 46.843,80
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.837.223,27 1.457.303,33
davon an verbundene Unternehmen 1.489.095,27 1.006.382,17
10. sonstige Steuern 256.609,26 195.855,99
11. auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 3.518.853,03 4.358.018,60
12. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 0,00

Anhang zum 31. Dezember 2019

Power Oil Rostock GmbH, Rostock

A. ALLGEMEINE ANGABEN

(1) Anwendung der gesetzlichen Vorschriften

Die Power Oil Rostock GmbH hat ihren Sitz in Rostock und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Rostock (Reg.Nr. 9829 HRB).

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 der Power Oil Rostock GmbH wird nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für große Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) sowie des GmbHG aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

(2) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Das Anlagevermögen wird zu Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten oder Herstellungskosten (gemäß § 255 Abs. 2 bis 3 HGB) bilanziert.

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen, bewertet.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen, unter Berücksichtigung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, angesetzt.

Steuerlich sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Zugangszeitpunkt sofort vollständig abgeschrieben.

Die Vorräte werden zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden die Anschaffungskosten nach der gewogenen Durchschnittskostenmethode ermittelt. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet (Einzelkosten, angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung veranlasst, und Kosten der allgemeinen Verwaltung, die auf den Zeitraum der Herstellung entfallen). Bei den Fertigerzeugnissen erfolgt die Bewertung jedoch höchstens mit dem Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten.

Für bestimmte, weitgehend gleichbleibende Materialbestände werden Festwerte angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird zusätzlich durch eine ausreichend bemessene Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen.

Kassenbestände und Bankguthaben werden jeweils zum Nennwert angesetzt.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen; die Auflösung der Posten erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf.

Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen werden i.H. des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags passiviert.

Der Ansatz der Verbindlichkeiten erfolgt mit dem Erfüllungsbetrag.

Die Umrechnung von in Fremdwährung fakturierten Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt im Zeitpunkt der Zugangsbewertung mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs. Forderungen und Verbindlichkeiten, deren Restlaufzeit am Bilanzstichtag nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Die in Fremdwährung bestehenden Guthaben bei Kreditinstituten wurden mit dem am 31. Dezember 2019 gültigen Devisenkassamittelkurs in Euro umgerechnet.

B. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Entwicklung des Anlagevermögens

Die Gliederung und Entwicklung des Anlagevermögens der GmbH ergibt sich aus dem beigefügten Anlagenspiegel.

Zinsen für Fremdkapital wurden bei keinem Posten des Anlagevermögens aktiviert.

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von nicht mehr als einem Jahr. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Strom- und Energiesteuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 1.645,1 (Vorjahr TEUR 766,4) enthalten, die rechtlich erst nach dem Bilanzstichtag entstehen.

(3) Eigenkapital

Das im Handelsregister eingetragene Stammkapital beträgt EUR 2.198.555,09.

(4) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden insbesondere für Personalkosten, Prüfungs- und Beratungskosten, Berufsgenossenschaftsbeiträge, unterlassene Instandhaltungen, ausstehende Rechnungen, drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie die Schwerbehindertenausgleichsabgabe gebildet.

(5) Verbindlichkeiten

Die Gliederung der Verbindlichkeiten nach ihrer Fristigkeit ergibt sich aus dem Verbindlichkeitenspiegel:

31.12.2019
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag
TEUR
bis 1 Jahr
TEUR
über 1 Jahr
TEUR
über 5 Jahre
TEUR
davon gesichert
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 13.873 12.310 1.563 0 13.873
2. Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen 399 399 0 0 0
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.923 9.923 0 0 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 50.167 50.167 0 0 0
5. Sonstige Verbindlichkeiten 78 73 6 0 0
davon aus Steuern TEUR 63
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 0,3
74.441 72.872 1.569 0 13.873
31.12.2018
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag
TEUR
bis 1 Jahr
TEUR
über 1 Jahr
TEUR
über 5 Jahre
TEUR
davon gesichert
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.102 9.802 4.300 0 14.102
2. Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen 205 205 0 0 0
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.924 5.924 0 0 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 33.152 33.152 0 0 0
5. Sonstige Verbindlichkeiten 359 359 15 0 0
davon aus Steuern TEUR 53
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 2
53.742 49.442 4.315 0 14.102

Die gesicherten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundschulden, Sicherungsübereignungen von Gegenständen des Anlagevermögens sowie die Abtretung von Kundenforderungen gesichert. Darüber hinaus bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte aus der Lieferung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie von Waren.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(1) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen gliedern sich wie folgt auf:

2019
TEUR
2018
TEUR
Erlöse aus Warenverkäufen 399.299 365.717
Nebenerlöse 2.172 2.474
401.471 368.191

Die Nebenerlöse umfassen Dienstleistungen, sonstige Erlöse sowie Erlösschmälerungen.

Die Erlöse aus Warenverkäufen nach Produktgruppen setzen sich wie nachstehend zusammen:

2019
TEUR
2018
TEUR
Raps- und sonstige Ölfrüchte 2.489 2.121
Futterprodukte 107.853 106.687
Ölprodukte 288.957 256.909
399.299 365.717

Die Aufgliederung der Erlöse aus Warenverkäufen nach geographisch bestimmten Märkten zeigt folgendes Bild:

2019
TEUR
2018
TEUR
Inland 270.352 270.029
andere EU-Länder 111.025 95.091
übriges Europa 16.664 0
Asien 1.258 597
399.299 365.717

(2) Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung

Es sind keine Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung angefallen.

(3) Periodenfremde Erträge und periodenfremde Aufwendungen

Periodenfremde Erträge und periodenfremde Aufwendungen werden jeweils unter dem sachlich zutreffenden Posten ausgewiesen (darunter TEUR 0,6 Buchverluste sowie TEUR 119,7 Buchgewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen sowie TEUR 30,9 Erträge aus der Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen).

(4) Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen sind Erträge bzw. Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 477,9 (Vorjahr TEUR 466,8) bzw. TEUR 739,4 (Vorjahr TEUR 363,5) enthalten.

D. SONSTIGE ANGABEN

(1) Haftungsverhältnisse

Zum Abschlussstichtag bestanden Haftungsverhältnisse aus der Sicherungsübereignung von Vorräten gegenüber verbundener Unternehmen in Höhe von TEUR 20.361.

Mit einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen ist nicht zu rechnen, da die zugrundeliegenden Verbindlichkeiten voraussichtlich durch die verbundenen Unternehmen erfüllt werden können.

(2) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Gesellschaft hat bis zum Ende der einzelvertraglichen Grundlaufzeiten Verpflichtungen aus mehrjährigen Miet-, Pacht-, Dienstleistungs- und Leasingverträgen sowie aus erteilten Aufträgen für Investitionen in Höhe von insgesamt TEUR 26.541,6, deren Fälligkeit sich wie folgt darstellt: TEUR 4.368,7 Fälligkeit innerhalb eines Jahres (davon TEUR 2.569,1 gegenüber verbundenen Unternehmen); TEUR 7.391,6 Fälligkeit zwischen 1 Jahr und 5 Jahren (davon TEUR 3.807,3 gegenüber verbundenen Unternehmen) und TEUR 14.781,3 Fälligkeit nach 5 Jahren (davon TEUR 9.120,8 gegenüber verbundenen Unternehmen).

(3) Bewertungseinheiten

Zum Bilanzstichtag sind bestehende Ein- und Verkaufskontrakte mit Waren- und Devisentermingeschäften zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst worden. Mit den Devisentermingeschäften wird der in USD bewertete Ölanteil offener Rapspositionen abgesichert. Das Volumen der zu Bewertungseinheiten zusammengefassten Warentermingeschäfte betrug am Bilanzstichtag TEUR 139.491. Für die zu Bewertungseinheiten zusammengefassten Devisentermingeschäfte belief sich das Volumen auf TEUR 32.707. Hierdurch werden Risiken in Höhe von TEUR 2.998 abgesichert. Für einen nicht durch die Bewertungseinheiten gedeckten Drohverlust wurde eine Rückstellung in Höhe von TEUR 427 gebildet.

Die gegenläufigen Wertveränderungen werden sich voraussichtlich über einen Zeitraum von 12 Monaten ausgleichen. Als Form der Bewertungseinheit wurde das Portfolio-Hedging unter Anwendung der Einfrierungsmethode gewählt.

(4) Geschäftsführung

Als Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr 2019 bestellt:

Herr Henry Kämpf, Grapzow

Herr Andreas Hammler, Saal

(5) Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung, wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Bezüge anderer Organe fielen nicht an.

(6) Mitarbeiterzahl

Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 44 Angestellte und 93 gewerbliche Mitarbeiter beschäftigt.

(7)Konzerngesellschaft

Die Geschäftsanteile wurden im Berichtsjahr zu 100 % von der Nordkorn AG, Hamburg, gehalten, die ihrerseits wiederum eine Tochtergesellschaft der GETREIDE AG vorm. P. Kruse - Chr. Sieck, Hamburg, ist. Diese erstellt als Obergesellschaft einen Konzernabschluss, der in das Unternehmensregister eingestellt wird.

 

Rostock, 4. März 2020

gez. Henry Kämpf, Geschäftsführer

gez. Andreas Hammler, Geschäftsführer

Anlagespiegel

Entwicklung des Anlagevermögens:

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2019
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2019
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 644.682,07 19.971,14 0,00 0,00 664.653,21
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 644.682,07 19.971,14 0,00 0,00 664.653,21
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.864.589,52 76.270,47 12.409,00 372.209,12 10.300.660,11
Technische Anlagen und Maschinen 63.446.981,70 813.441,01 1.716,80 0,00 64.258.705,91
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.512.736,96 980.308,10 2.302.696,45 1.912.178,42 3.102.527,03
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.027.924,54 1.840.914,10 2.704.676,00 -2.284.387,54 879.775,10
Summe Sachanlagen 79.852.232,72 3.710.933,68 5.021.498,25 0,00 78.541.668,15
Summe Anlagevermögen 80.496.914,79 3.730.904,82 5.021.498,25 0,00 79.206.321,36
kumulierte Abschreibungen 01.01.2019
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr
EUR
Abgänge
EUR
kumulierte Abschreibungen 31.12.2019
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 476.745,60 39.974,70 0,00 516.720,30
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 476.745,60 39.974,70 0,00 516.720,30
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.008.973,24 438.845,06 275,76 3.447.542,54
Technische Anlagen und Maschinen 31.647.910,39 4.217.517,06 20,44 35.865.407,01
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.248.148,33 509.794,29 152.774,09 1.605.168,53
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 35.905.031,96 5.166.156,41 153.070,29 40.918.118,08
Summe Anlagevermögen 36.381.777,56 5.206.131,11 153.070,29 41.434.838,38
Buchwert 31.12.2019
EUR
Buchwert 31.12.2018
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 147.932,91 167.936,47
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 147.932,91 167.936,47
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.853.117,57 6.855.616,28
Technische Anlagen und Maschinen 28.393.298,90 31.799.071,31
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.497.358,50 1.264.588,63
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 879.775,10 4.027.924,54
Summe Sachanlagen 37.623.550,07 43.947.200,76
Summe Anlagevermögen 37.771.482,98 44.115.137,23

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 20.04.2020 unverändert festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Power Oil Rostock GmbH:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Power Oil Rostock GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Power Oil Rostock GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden, handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichtes geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichtes, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichtes in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichtes getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

11 Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystems und den für die Prüfung des Lageberichtes relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerkes erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichtes mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung feststellen.

 

Kiel, 17. März 2020

wetreu NTRG Norddeutsche Treuhand- und
Revisions-Gesellschaft mbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Dörte Reese, Wirtschaftsprüferin

gez. Hartmut Kaack, Wirtschaftsprüfer

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