Stammdaten

Register
Amtsgericht Neuss HRB 19328
Eingetragen
28.6.2017
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Übernahme und Halten von Beteiligungen an Unternehmen, insbesondere an Unternehmen für Finanzdienstleistungen, sowie Verwaltung und Veräußerung von solchen Unternehmen. Die Gesellschaft kann solche Unternehmen auch außerhalb einer Beteiligung beraten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sandra Ebert
seit 28.10.2024
Geschäftsführer
Nina-Stephanie Bartha
seit 15.12.2023
Geschäftsführer
Andreas König
seit 15.12.2023
Geschäftsführer
Alexander Boldyreff
seit 29.5.2019
Geschäftsführer
Jörn Everhard
seit 15.8.2017
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
36.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Bank11 Holding GmbH

Neuss

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Bank11 Holding GmbH ist eine Holding, deren einzige Geschäftstätigkeit im Halten der 100%igen Beteiligung an der Bank11 für Privatkunden und Handel GmbH, Neuss, (im Folgenden Bank11 oder Bank) besteht. Demzufolge ist der Konzern maßgeblich durch die Bank11 geprägt, so dass sich die folgenden Ausführungen im Wesentlichen auf die Bank beziehen.

Alleinige Gesellschafterin der Bank11 Holding GmbH, Neuss, ist die Wilh. Werhahn KG, Neuss. Die Bank11 Holding ist dem Konsolidierungskreis der Wilh. Werhahn KG zuzurechnen.

Bank11 ist ein auf die Autofinanzierung fokussiertes Institut. Es werden Kredite ausschließlich in Deutschland in der Währung Euro vergeben und Einlagen nur von in Deutschland ansässigen Kunden in Euro angenommen. Das Kfz-Kreditgeschäft wird in den Bereichen Absatzfinanzierung über den Kfz-Handel und Einkaufsfinanzierung für den Kfz-Handel betrieben. Als weiterer Vertriebsweg erfolgt der Vertrieb auch über Portale und Kooperationspartner. Darüber hinaus werden Versicherungsprodukte vermittelt. Ergänzend werden über Kooperationspartner auch unbesicherte Konsumentenkredite vergeben. Außerdem vertreibt Bank11 über das Direktgeschäft sowohl besicherte Kredite (autowunsch.de) als auch unbesicherte Privatkredite für Konsumenten.

Die Refinanzierung wird über Privatkundeneinlagen, Einlagen institutioneller Kunden, Offenmarktgeschäfte bei der Zentralbank und ergänzend über Reservelinien bei Kreditinstituten dargestellt. Die von Bank11 seit 2014 durchgeführten Verbriefungstransaktionen dienen ebenfalls in erheblichem Umfang der Gewinnung von Liquidität sowie Sicherheiten für Offenmarktgeschäfte.

Auch im dreizehnten Geschäftsjahr hielt das Wachstum von Bank11 trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes erfreulich stark an. Als auf den Kfz-Handel fokussierte, mittelständische und herstellerunabhängige Autobank ermöglicht Bank11 es ihren Partnern und Kunden, attraktive Finanzierungs- und Versicherungsprodukte anzubieten und eröffnet durch die Händlereinkaufsfinanzierung dem Kfz-Handel die Möglichkeit zur Investition in neue und gebrauchte Fahrzeuge.

Bank11 ist Mitglied des Bundesverbands deutscher Banken e.V. sowie des Bankenfachverbands e.V. Weiterhin ist sie der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH, dem Prüfungsverband deutscher Banken e.V. sowie dem Einlagensicherungsfonds des privaten Bankgewerbes angeschlossen. Die Sicherungsgrenze des Einlagensicherungsfonds von Bank11 betrug 2023 € 43,5 Mio. je Kunde.

Wesentliche Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen, die ebenfalls im Rahmen marktüblicher Konditionen gestaltet sind, bestehen mit der Yareto GmbH, einer Gesellschaft der Werhahn-Gruppe, einem Kooperationspartner zur Kreditvermittlung.

1 Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft erlebte ein von Krisen, hohen Preisen, steigenden Zinsen und Unsicherheiten geprägtes Jahr. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt sank 2023 um 0,3 %, kalenderbereinigt 0,1 %, gegenüber dem Vorjahr 1.

Das Kraftfahrt-Bundesamt registrierte in der Jahresbilanz 2023 ein Plus in der Anzahl der in Deutschland verkauften Neuwagen von 7,3 % und bei Besitzumschreibungen ein Plus von 6,9 % gegenüber dem Vorjahr 2. Der Bankenfachverband weist für die ersten drei Quartale 2023 für die in ihm zusammengeschlossenen Kreditbanken eine Steigerung der finanzierten Kfz nach Stücken um 3,3 % und eine Steigerung des finanzierten Volumens im Kreditneugeschäft in der Kfz-Finanzierung um ca. 9,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus.

1 Pressemitteilung Nr. 019 des Statistischen Bundesamts vom 15. Januar 2024
2 Pressemitteilung Nr. 1/2024 des Kraftfahrbundesamtes vom 4. Januar 2024

Bank11 konnte ihr Neugeschäft im Berichtsjahr um 5,3 % von 3,8 Mrd. € auf 4,0 Mrd. € steigern, blieb damit aber bewusst unter der Marktentwicklung. Der Kreditbestand stieg um 12,7 % an. Damit wurde die Vorjahresprognose für das Geschäftsjahr leicht übertroffen. Die Zahl der Handelspartner hat nunmehr die Größe von 19.400 (Vorjahr 17.900) überschritten.

Bank11 setzt mit persönlicher Betreuung und innovativen Prozessen weiterhin einen starken Fokus auf den (Kfz-)Handel, was sich auch im Jahr 2023 in zahlreichen Auszeichnungen widerspiegelt. Ende des Jahres wurde Bank11 mit einer Gesamtnote von 1,70 im Autobanken-Wettbewerb von 'markt intern' als Beste Autobank 2023 ausgezeichnet. Zudem erreichte sie erneut mit dem 3. Platz das Siegertreppchen beim Autohaus BankenMonitor. Im Rahmen der Best Brands Awards 2022, dessen Auszeichnungen auch für 2023 noch Gültigkeit haben, konnte Bank11 sowohl mit dem besten Auto-Abo-Angebot ("smive") als auch als beste freie Autobank überzeugen und jeweils den ersten Platz belegen. Für die allgemeine Innovationskraft erhielt Bank11 2023 erneut die "Top 100" Auszeichnung und überzeugte die Jury des deutschlandweiten Wettbewerbs bereits zum dritten Mal in Folge.

Für eine schnelle und flexible Bearbeitung der Kreditanfragen und die persönliche sowie kompetente Betreuung hat Bank11 ihr Personal am Standort Neuss und im Außendienst weiter ausgebaut und sämtliche Prozesse im Vertrieb ebenso wie im Backoffice kontinuierlich hinterfragt, verschlankt und mit Blick auf die Anforderungen der Handelspartner optimiert.

Wichtiger Erfolgsfaktor für die Kfz-Absatzfinanzierung ist der Kredit-Assistent Victor, der, mittlerweile in der Version 5.0, vorliegt. Dieser Assistent sowie andere wichtige Funktionen und Produkte sind eingebettet in das ausschließlich digitale Bank11-Portal, das zentraler Eingangspunkt für die Bank11-Welt ist und u.a. über ein digitales Vertragscenter verfügt, über das alle nötigen Dokumente digital hinterlegen, ausgetauscht und unterzeichnet werden können. Eine wichtige Neuerung im Bereich der Absatzfinanzierung war die Einführung des Digitalen Vertragsabschlusses am Point of Sale.

Auch der Antrags- und Abrechnungsprozess für die Einkaufsfinanzierung wurde weiter digitalisiert, die nun nahezu papierlosen Prozesse stellen eine signifikante Erleichterung, aber auch eine Ersparnis für den Handel, wie auch für Bank11 selbst dar.

Für Kooperationen mit Volksbanken wurde darüber hinaus mit dem Kredit-Assistenten "Vitus" eine eigene Antragsstrecke für die Beratungsbedürfnisse von Bankberatern zum Vertrieb von unbesicherten Konsumentendarlehen entwickelt.

Kooperationen spielten auch in 2023 eine bedeutende Rolle, sowohl in der Einkaufs- als auch in der Absatzfinanzierung. Dies zeigt auch die um 9,4 % gestiegene Anzahl der Linien in der Händlereinkaufsfinanzierung. Neben dem bekannten Fokus auf dem klassischen POS Händlergeschäft, war allen voran unsere Onlinestrecke ein wesentlicher Vertriebsweg. Weiterhin große Bedeutung hat hier unser Partner ADAC Finanzdienste GmbH.

Die Refinanzierung stützte sich auch im Geschäftsjahr 2023 wesentlich auf die Akquisition von Privatkundeneinlagen. Bank11 bietet ihren Endkunden attraktive Anlageprodukte und wurde in 2023 mit Auszeichnungen dafür prämiert. Der Finanzverlag zeichnete Bank11 für das "Beste Zinsangebot" und das "Beste Festgeldangebot" aus. Zusätzlich wurde Bank11 u.a. von ntv das Siegel "Beste Anlagebank" (mit erweiterter, deutscher Einlagensicherung) verliehen.

Ergänzend wurden Einlagen von institutionellen Anlegern eingeworben. Bank11 hat trotz des herausfordernden Kapitalmarktumfeldes im Jahr 2023 zwei Asset-Backed Securities-Transaktionen ,RevoCar 2023-1' und ,RevoCar 2023-2' mit einem Nominalvolumen von jeweils € 500 Mio. abgeschlossen. Hier konnten in beiden Transaktionen die Senior-Tranchen erstmals öffentlich und in der zweiten Transaktion auch die mezzaninen Tranchen privat platziert werden. Die Transaktionen dienen zu unmittelbaren Refinanzierungszwecken sowie zum Eigenkapitalmanagement.

Neben den Services und Produkten wurde Bank11 auch als Arbeitgeber ausgezeichnet, und zwar mit dem Titel "Top Company 2023" von der Bewertungsplattform kununu.de. Diese Auszeichnung erhalten nur ca. 5% aller Arbeitgeberprofile der Plattform und geht ausschließlich an Unternehmen, die auf kununu von den eigenen Mitarbeitenden sowie Bewerber:innen besonders gut bewertet wurden.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit ist vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Krisensituation, der geopolitischen Unsicherheiten und der historisch dynamischen Zinswende durch die Europäische Zentralbank und des daraus resultierenden Zinsmargendrucks als noch akzeptabel zu werten.

2 Lage des Konzerns

2.1 Ertragslage

Die Zinserträge aus dem Kreditgeschäft resultieren im Wesentlichen aus den Geschäftsbereichen Absatzfinanzierung und Einkaufsfinanzierung und stiegen durch das starke Neugeschäftswachstum sowie die gestiegenen Aktivzinsen (durchschnittlich 4,03 %, gegenüber 3,06% im Vorjahr) von € 174,5 Mio. auf € 359,0 Mio. Aufgrund des gestiegenen durchschnittlichen Refinanzierungssatzes (2,16 %, Vorjahr 0,37 %) haben sich die Zinsaufwendungen, die in 2022 noch von positiven Sondereffekten geprägt waren, gegenüber dem Vorjahr auf € 218,9 Mio. nahezu verzehnfacht.

Die Provisionserträge sind durch das höhere Neugeschäft sowie die Einführung neuer Versicherungsprodukte trotz der geänderten regulatorischen Rahmenbedingungen nur leicht gesunken (- 5,0 %). Die Provisionsaufwendungen - hierunter fallen im Wesentlichen die an Kfz-Händler und sonstigen Kooperationspartner gezahlten Vermittlungsprovisionen sowie die in Abhängigkeit von der Erreichung von Umsatzzielen gewährten Bonuszahlungen - sanken um 10,1 % (€ 69,9 Mio. ggü. € 77,7 Mio. Vorjahr), so dass sich das Provisionsergebnis um 21,2 % verbessern konnte.

Der Personalbestand erhöhte sich bis zum 31. Dezember 2023 auf 437 Mitarbeitende (Vorjahr 408) und führte zu einer entsprechenden Steigerung der Personalaufwendungen auf € 29,3 Mio. (Vorjahr € 26,6 Mio.). Die anderen Verwaltungsaufwendungen stiegen gegenüber dem Vorjahr um € 5,1 Mio. (15,0 %) im Wesentlichen aufgrund der Durchführung von zwei ABS-Transaktionen und höherer Aufsichtsgebühren.

Der Kreditrisikoaufwand ist angesichts des schwierigeren wirtschaftlichen Umfeldes und bei aufgrund des starken Neugeschäfts gestiegenen Kundenforderungsbeständen (+12,7 %) gegenüber dem Vorjahr erwartungsgemäß deutlich gestiegen; lag aber unter dem geplanten Aufwand.

Der nach Steuern verbleibende Konzernjahresüberschuss beträgt € 3,6 Mio.

Das Geschäft der Gruppe wird nach folgenden betriebswirtschaftlichen Leistungsindikatoren gesteuert:

Erläuterung 2023
T€/%
2022
T€/%
Veränderung % bzw. Prozentpunkte
Neugeschäftsvolumen Auszahlungen 3.992.238 3.791.396 5,30%
Rohertrag Zinsergebnis, Provisionsergebnis und sonstige betriebliche Erträge 123.168 126.849 -2,90%
Cost-Income-Ratio setzt die Kosten (Verwaltungs- und Personalaufwendungen) und Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen prozentual ins Verhältnis zum Rohertrag 58,58 51,13 +7,45

Wesentlicher Faktor zur Beurteilung der Ertragslage ist die Entwicklung des Rohertrags, der sich aufgrund der rapide gestiegenen Refinanzierungskosten wie prognostiziert leicht vermindert hat. Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Gegebenheiten, insbesondere der schockartig gestiegenen Leitzinsen und damit Refinanzierungszinsen, ist dies ein erfreulich geringer Rückgang.

Der prognostizierte spürbare Anstieg der Cost-Income-Ratio ist ebenfalls eingetreten.

2.2 Vermögens- und Finanzlage

Die Aktivseite der Bilanz wird mit 85 % von den Forderungen an Kunden in Höhe von € 6.527 Mio. (Vorjahr € 5.789 Mio.) bestimmt. Diese enthalten sowohl Forderungen an Kunden aus der Ratenfinanzierung von Fahrzeugen als auch die Inanspruchnahme durch Kfz-Händler aus der Einkaufsfinanzierung sowie in geringerem Umfang Dispo-, Rahmen- und Konsumentenkredite. Die deutliche Steigerung der Kundenforderungen ist durch die oben beschriebene weiterhin sehr positive Entwicklung des Neugeschäfts bedingt.

Die aufgrund des Neugeschäftswachstums und der Rückführung der Verbindlichkeiten gegenüber der Bundesbank auf der Passivseite gestiegenen Verbindlichkeiten gegenüber privaten und institutionellen Kunden prägen mit€ 4.612 Mio. (Vorjahr € 3.562 Mio.) die Passivseite der Bilanz. 76,7 % der Kundenverbindlichkeiten entfallen auf Sparbriefe, 23,3 % auf Tagesgelder.

Das bilanzielle Eigenkapital beträgt 6 %; die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und sonstigen Verbindlichkeiten 61 % der Bilanzsumme.

Mit € 648 Mio. (Vorjahr € 1.099 Mio.) bestehen 8,5 % der Refinanzierung in der Teilnahme an Offenmarktgeschäften im Rahmen von gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (GLRG) der Europäischen Zentralbank und mit€ 0 Mio. (Vorjahr € 150 Mio.) aus sonstigen Offenmarktgeschäften mit der Bundesbank.

Die verbrieften Verbindlichkeiten betragen 22,5 % der Bilanzsumme; die Erhöhung ist insbesondere auf die ausplatzierten A-Tranchen der RevoCar 2023-1 und RevoCar 2023-2 zurückzuführen.

Das Konzerneigenkapital ohne Konzernjahresüberschuss zum 31. Dezember 2023 beträgt €461 Mio.

Der Nettogewinn (Konzernjahresüberschuss nach Steuern) beläuft sich im Verhältnis zum Konzerneigenkapital (ohne Konzernjahresüberschuss) auf 0,78.

Die Mindesteigenkapitalanforderungen aus der Eigenkapitalrichtlinie (Capital Requirements Regulation CRR) in Höhe von 8 % (entsprechen € 235 Mio., Vorjahr € 222 Mio.) zuzüglich Kapitalerhaltungspuffer von 2,5 % (entsprechen € 73 Mio., Vorjahr € 69 Mio. antizyklischem Kapitalpuffer von 0,75 % (entsprechen € 22 Mio, Vorjahr 0,00 %) sowie erhöhtem SREP-Aufschlag von 0,75 % (entsprechen € 22 Mio., Vorjahr 0,25 % und € 7 Mio.) wurden von Bank11 zum 31. Dezember 2023 mit einer Gesamtkapitalquote von 13,78 % deutlich übertroffen.

Der Refinanzierungsmix wird im Wesentlichen auch in Zukunft so beibehalten werden. Freie Refinanzierungslinien der Bank bei Kreditinstituten bestanden am Stichtag in Höhe von € 47,0 Mio.; der freie Beleihungswert für Wertpapiere im Dispositionsdepot bei der Bundesbank (die entsprechenden Wertpapiere aus eigenen ABS-Transaktionen wurden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung verrechnet) betrug am Bilanzstichtag € 838,5 Mio. In 2024 sind zwei weitere ABS-Transaktionen geplant.

Insgesamt ist die geschäftliche Entwicklung akzeptabel verlaufen. Die wirtschaftliche Lage sowie die Finanzlage sind geordnet.

3 Risikobericht

Wie oben bereits erwähnt, ist die Bank11 Holding - Gruppe maßgeblich von Bank11 geprägt, so dass sich die folgenden Aussagen ausschließlich auf die Bank beziehen.

3.1 Organisation des Risikomanagements

Die Geschäftsführung der Bank trägt die Verantwortung für das Risikomanagement. Die Grundlagen sind in der Geschäfts- und Risikostrategie niedergelegt. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt in Organisationsrichtlinien sowie Kompetenzordnungen.

Die Geschäftsführung hat für die spezifische Beratung und Entscheidung in einzelnen Risikofeldern u.a. ein Risk-Committee sowie ein Asset Liability Committee eingesetzt. Grundsätzliche Fragen des Risikomanagements werden darüber hinaus in der Geschäftsführung erörtert.

Die in den Mindestanforderungen für das Risikomanagement (MaRisk) vorgegebene Trennung zwischen Markt und Marktfolge ist in der Organisationsstruktur der Bank berücksichtigt. Folglich ist insbesondere gewährleistet, dass Kreditentscheidungen im risikorelevanten Geschäft auf Basis abgestufter Kompetenzen durch die Marktfolge getroffen werden.

Darüber hinaus ist ein unabhängiges Risikocontrolling etabliert, das unter anderem monatlich einen Risikobericht erstellt, der quartalsweise dem Aufsichtsrat der Bank zugeleitet und von diesem erörtert wird. Ergänzend erfolgt eine laufende Berichterstattung an die Geschäftsführung sowie an die erwähnten Gremien.

Das Kreditrisiko wird im Bereich Risikomanagement & Zentrale Stelle gesteuert. Schwerpunkte des Kreditrisikomanagements sind die Kreditrisikosteuerung und Kreditrisikobewertung sowie die Betrugsabwehr. Unter Kreditrisikosteuerung fallen schwerpunktmäßig Themen, die im weiteren Sinne mit Kreditentscheidungen assoziiert sind, wie die Formulierung schriftlich fixierter Regeln für Kreditentscheidungen in Ankauf oder Bestand, die Ankaufsteuerung über das System der Maschinellen Kreditentscheidung und die dort implementierten Entscheidungsmodelle sowie auch die Entscheidung von risikorelevantem Kreditgeschäft. Der Schwerpunkt der Kreditrisikobewertung liegt insbesondere auf dem Betrieb und der methodischen Weiterentwicklung des Kreditrisikovorsorgesystems in den Teilportfolios sowie der daran anschließenden Unterstützung von Stresstest-Simulationen und von Verbriefungen.

Die Prüfung der Ordnungsmäßigkeit des Risikomanagement-Systems ist in den Prüfungszyklus der Internen Revision einbezogen.

Kredit-, Marktpreis-, Liquiditäts- und operationelle Risiken werden im Risikocontrolling und weiteren Bereichen, insbesondere Bankorganisation und IT-Betrieb & Anwendungsentwicklung überwacht.

Zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken, konkret dem Gap-Risiko 3 , (als wesentliche Ausprägung der Marktpreisrisiken) verwendet die Bank sowohl Messgrößen für den wirtschaftlichen Wert (insbesondere Value-at-Risk-Steuerungsinstrumentarium) als auch Ertragsmessgrößen (vor allem Zinsüberschusssimulationen). Andere Marktpreisrisiken bestehen nur in unwesentlicher Höhe.

3 Das Gap-Risiko beschreibt hierbei zum einen das Risiko, welches aus der Fristentransformation im Anlagebuch hervorgeht. Zum anderen umfasst es auch das Risiko aus Veränderungen der Zinsstruktur. Der Fokus liegt hierbei auf den Implikationen auf Erträge und/oder den wirtschaftlichen Wert im Kontext der zuvor genannten Ursachen.

Bezüglich der Liquiditätsrisiken hat das Institut geeignete Instrumente, jeweils für die kurz-, mittel- und langfriste Sicht, zur zeitnahen Überwachung und Steuerung implementiert. Zielsetzung hierbei ist stets, den Zahlungsverpflichtungen jederzeit (auch im Tagesverlauf) nachkommen zu können. Für den Fall einer Liquiditätskrise hat die Bank ein Notfallkonzept erarbeitet. Die Beurteilung des Vorliegens einer Liquiditätskrise erfolgt täglich.

3.2 Gesamtbild der Risikolage

Die Bank führt regelmäßig eine Risikoinventur durch und unterscheidet die Risiken anhand ihres Bedrohungspotenzials für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, sowie die Liquiditätslage in wesentliche und unwesentliche Risiken. Die wesentlichen Risiken werden im Rahmen der unten beschriebenen Risikotragfähigkeitsrechnung quantifiziert und limitiert, sofern es ihre Eigenart zulässt. Als wesentliche Risiken sind wie im Vorjahr die folgenden Risikoarten identifiziert worden: Kreditrisiko (Adressenausfallrisiko und Kotrahenten-/Emittentenausfallrisiko), Marktpreisrisiken, Liquiditätsrisiken, Operationelle Risiken. Hierbei stuft die Bank nun das Modellrisiko als wesentlich ein. In der Steuerung ist dieses eingebettet in die operationellen Risiken. Notwendige Anpassungen an der Governance, sofern notwendig, sowie Konkretisierungen zum Umgang mit Modellrisiken in der Bank erfolgen in 2024.

Die Betrachtung und Darstellung von Nachhaltigkeitsrisiken ("ESG-Risiken") erfolgt auch im Rahmen der Risikoinventur. Die Ausgestaltung dieser orientiert sich insbesondere an den einschlägigen Ausführungen der Aufsichtsbehörden (Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken der BaFin, 7. MaRisk Novelle). Im Rahmen der physischen Risiken wiesen die Ergebnisse auf eine hohe Relevanz der Naturgefahren Flussflut/Überflutung und Windsturm hin. Im Sinne von Transitionsrisiken können die Aspekte höhere CO 2 -Bepreisung, Anpassung des Nachfrageverhaltens und Verbot von Technologien für die Bank spürbar sein. Darüber hinaus stehen in den Gebieten Umwelt, Soziales und Unternehmensführung die Themen Pandemiegefahr, Ressourcenknappheit, Entlohnung & Arbeitsplatzbedingungen sowie Gewährleistung des Datenschutzes im Fokus.

Die Risikotragfähigkeitsrechnung ist neben der Kapitalplanung/dem Kapitalmonitoring und den Stresstests, Bestandteil des bankseitigen ICAAP. Dieser ist wesentliches Instrument zur laufenden (Risiko)-Steuerung und (Risiko)-Überwachung im Rahmen der Gesamtbanksteuerung. Um die Steuerungswirkung des ICAAP bzw. seiner einzelnen Bestandteile zu gewährleisten, werden wesentliche Bestandteile und deren Ergebnisse monatlich im Zuge der Risikoberichterstattung transparent gemacht sowie im Risk-Committee diskutiert und analysiert. Durch die monatliche Berichterstattung und Diskussion der drei Komponenten (Risikotragfähigkeit normativ und ökonomisch, Kapitalplanung/Kapitalmonitoring und Stresstest) des ICAAPs im Gremium wird den Adressaten des Risikoberichts und den Teilnehmern des Risk-Committees ein aktuelles Bild der Kapitaladäquanz, der Liquiditätsausstattung sowie der Risikotragfähigkeit vermittelt.

Durch das Zusammenspiel von Risikotragfähigkeit, Kapitalplanung/Kapitalmonitoring und Stresstest wird die nachhaltige Absicherung der Geschäftsstrategie ermöglicht. Insbesondere können Entwicklungen, die die Zielerreichung gefährden, frühzeitig erkannt und entsprechend gegengesteuert werden. Der ICAAP insgesamt ermöglicht somit auch eine regelmäßige Einschätzung über die potenzielle Aufrechterhaltung des geplanten Geschäftsmodells über einen mehrjährigen Zeitraum, da jeder Bestandteil kontextspezifische Zeiträume abdeckt.

Das Risikotragfähigkeitssystem der Bank bildet sowohl eine normative als auch eine ökonomische Perspektive mit entsprechend adjustierten Limiten ab. Die normative Risikotragfähigkeit beinhaltet ein monatliches Kapital-(adäquanz)-Monitoring. Die Auswirkungen der bankindividuell spezifizierten acht adversen Szenarien werden im Zuge der normativen Risikotragfähigkeit auch jeweils beurteilt. Die Beurteilung erfolgt hierbei schwerpunktmäßig auf Basis des Szenarios "konjunkturelle Eintrübung (schweres, adverses Szenario)".Hierdurch wird wiederum die Kapitaladäquanz über den gesamten Betrachtungszeitraum gewährleistet. Sofern adverse Entwicklungen auf eine andere Risikosituation hinweisen, werden diese entsprechend eingewertet.

In der normativen Perspektive wird den Eigenmitteln der Risikokapitalbedarf in Form der risikogewichteten Positionsbeiträge gegenübergestellt. Diese ergeben sich wiederum aus der Risikoquantifizierung auf Basis der regulatorischen Vorgaben. Die Bank hat im Kontext der normativen Perspektive separate Limit-Systematiken eingerichtet.

Die ökonomische Risikotragfähigkeitsbeurteilung dient u.a. der langfristigen Substanzsicherung des Instituts. Gegenüber der normativen Sichtweise fußt die Beurteilung der Risikotragfähigkeit in dieser Perspektive auf den bankinternen Methoden und Verfahren. Die Bank verwendet einen barwertnahen Ansatz.

Flankierend nutzt die Bank ein Stresstest-Framework, das ebenfalls in den ICAAP integriert ist. Der Begriff "Stresstest" subsumiert Methoden, mit denen die Bank interne sowie externe Gefahrenpotenziale insbesondere bezüglich außergewöhnlicher, jedoch möglicher Ereignisse für die Bank identifiziert und anschließend quantifiziert.

Im Kontext der normativen Perspektive des ICAAP führt die Bank ergänzend einen Klimastresstest durch. Dieser umfasst sowohl physische als auch Transitionsrisiken.

Um die Risikoüberwachung im Kontext der Gesamtbanksteuerung zu unterstützen hat die Bank auch allgemeine Risikotoleranzen für die wesentlichen Risikoarten - abgeleitet aus dem Gesamtrisikoprofil der Bank - definiert, die durch das Risikocontrolling im Rahmen der Risikoberichterstattung berichtet werden.

Auch hat die Bank einen Sanierungsplan erstellt und entsprechend eingereicht. Dem Sanierungsplan-Regime liegt das Ziel zugrunde, dass im Krisenfall der Betrieb der Bank weiterlaufen kann, respektive der Bestand nicht gefährdet wird. Immanent ist dieser Zielsetzung auch die Stärkung der Widerstandsfähigkeit eines Instituts. Hierfür notwendig ist wiederum die Definition von Indikatoren, um einen (sich abzeichnenden) Krisenfall festzustellen können. Bestenfalls kann vorab die potenzielle Möglichkeit des Eintritts eines solchen Krisenfalls identifiziert werden und rechtzeitig dem Eintritt entgegengewirkt werden.

Im Hinblick auf die Klassifikation einzelner Indikatoren, der Anzahl von Indikatoren, sowie den zugrundeliegenden Metriken unterliegen die Institute jedoch regulatorischen Vorgaben. Entsprechend gilt es auch hier für die Institute eine Situation zu schaffen, die die Zielsetzung bestmöglich erreicht unter Einhaltung der regulatorischen Vorgaben.

Hierzu hat die Bank die Sanierungsindikatoren des Sanierungsplans mit ihren entsprechenden Schwellenwerten in den Risikotolranzen-Kontext eingebettet. Konkret stellen diese eine Teilmenge aller Risikotoleranzen dar.

Regelungen, die das Sanierungsplan-Regime betreffen, wurden somit in den internen Risikomanagementprozess integriert um die Zielsetzung des Sanierungsplan-Regimes unter Einhaltung der regulatorischen Vorgaben bestmöglich zu erreichen.

Im Risikobericht wird regelmäßig das Gesamtbild der Risikolage dargestellt, indem Risikotragfähigkeit normativ und ökonomisch, Kapitalplanung/Kapitalmonitoring und Stresstest, sowie Risikotoleranzen berichtet werden.

Trotz der aktuellen Eigenmittelausstattung der Bank, der Risikostreuung im Portfolio sowie der konservativen Risikosteuerung insgesamt war das Jahr 2023 durch erhöhte Risiken geprägt. Dem widrigen Umfeld und den zunehmenden Risiken (Kreditrisiko und Zinsänderungsrisiko) konnte sich die Bank auch nicht entziehen. Gegenmaßnahmen, wie z.B. die Erweiterung des bankinternen Instrumentariums zur Steuerung etwaiger Risiken (Zinsänderungsrisiken durch den Abschluss von Zinsswaps) wurden auch in 2023 verstärkt eingesetzt.

Insgesamt, sowie aufgund der genannten Aspekte, wird auch für 2024 entsprechend die Risikotragfähigkeit der Bank weiterhin erwartet.

31. Dezember 2023
Mio. €
Hartes Kernkapital 400
Eigenmittel insgesamt 404
Zur Einhaltung der Anforderungen nach Art. 92 Abs. 1c CRR, i.V.m. § 10c KWG sowie gemäß § 10 Abs. 3 Satz 1 und 2 Nr.1 KWG i.V.m. § 6b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 KWG benötigt 351
Darunter Kreditrisiko 326
Darunter CVA-Risiko 1
Darunter Operationelles Risiko 24

3.3 Risikoarten

3.3.1 Kreditrisiko

Bank11 fasst unter dem Begriff "Kreditrisiko" sämtliche Risikoarten zusammen, durch deren Realisierung ihr im Kreditbuch ein wirtschaftlicher Schaden aus Wertberichtigungen oder Abschreibungen einredefreier Forderungen gegen Kreditnehmer entstehen kann, und zwar:

das Adressenausfallrisiko, nach dem ein Kunde seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen zur Rückführung der ihm gewährten Finanzierungsmittel nicht nachkommt

das Besicherungsrisiko, nach dem bei einer Kreditentscheidung angesetzte und hereingenommene Sicherheiten etwaige Adressenausfallrisiken nicht im erwarteten Maße abdecken

das Kreditbetrugsrisiko, nach dem betrügerische Handlungen von Mitarbeitenden, Kunden oder Dritten Adressenausfallrisiken oder Besicherungsrisiken auslösen.

Das Kreditrisiko und mithin das Adressenausfallrisiko ist für Bank11 ein wesentliches Risiko (MaRisk AT 2.2 Tz. 1).

Aufgrund des Geschäftsmodells bestehen keine Länderrisiken und sind Emittenten- und Kontrahentenrisiken von nicht wesentlicher Bedeutung. Derivatetransaktionen werden stets über einen anerkannten zentralen Kontrahenten abgewickelt.

Auf Basis von definierten Kriterien, die portfoliospezifisch zugeordnet sind, werden Kreditforderungen im Grau- und Schwarzbereich im Forderungsmanagement bearbeitet; bei Einkaufsfinanzierungen wird der Graubereich vom Bereich Händler-Einkaufsfinanzierung in enger Abstimmung mit dem Bereich Risikomanagement & Zentrale Stelle bearbeitet. Der Schwerpunkt der Tätigkeit im Grau-Bereich liegt auf einer zeitnahen Bearbeitung in standardisierten Prozessen mit dem Ziel der Rückführung von zahlungsgestörten Krediten in die Normalbetreuung und im Schwarz-Bereich in einer kurzfristigen Rückführung und Abwicklung des Kreditengagements.

Bank11 bewertet monatlich ihr Kreditrisiko und bildet darauf Wertberichtigungen.

Die bilanzielle Kreditrisikovorsorge besteht im Wesentlichen aus der Reservierung des zum Bewertungszeitpunkt erwarteten Verlusts (Expected Loss, EL). Der Expected Loss wird in Methodik und Höhe differenziert in definierten risikohomogenen Teilportfolios gebildet.

Im risikohomogenen Teilportfolio Autokredit, das einen Großteil der Kundenforderungen umfasst, sowie im risikohomogenen Teilportfolio Rahmenkredit bewertet Bank11 die Forderungsbestände im Weiß-, Grau- und Schwarzbereich mit einem Expected Loss Modell auf Basis rein statistisch bestimmter Teilschätzer (Ausfallwahrscheinlichkeit - PD, Risikoexposition bei Ausfall - EAD, Höhe des Verlustes nach Verwertung von Sicherheiten - LGD). Die Ausfallwahrscheinlichkeit und Risikoexposition basieren auf Ausfallhistorien der Bank. Für die Ermittlung der zu erwartenden Sicherheitenerlöse werden laufend aktuelle Entwicklungen herangezogen.

Bei der Ermittlung im Teilportfolio Händlerfinanzierung berücksichtigt die Bank Kreditrisiken im Weiß- und Grau-Bereich mit einem pauschalen Kreditrisikovorsorgesatz und im Schwarzbereich nach den Erfordernissen des Einzelfalls.

In den ökonomisch nachrangigen Teilportfolios erfolgt die systematische Kreditrisikovorsorge durch hybride Verfahren (datengestützte Expertenschätzungen) oder pauschale Wertberichtigung.

Die bei den Forderungen an Kunden bestehenden latenten und akuten Bonitätsrisiken sind durch die Bildung von pauschalierten Einzelwertberichtigungen abgedeckt. Die pauschalierten Einzelwertberichtigungen im Kreditgeschäft werden grundsätzlich je Portfolio auf Basis empirisch geschätzter Risikoparameter bewertet. Hierzu werden analog zu IDW RS BFA 7 Tz. 15 die Ausfallwahrscheinlichkeiten (PD), der tatsächlich entstehende Verlust bei Ausfall (LGD) sowie die Kredithöhe zum Zeitpunkt des Ausfalls (EAD) je Portfolio geschätzt. Es kommen für die Bemessung der Risikovorsorge PDs mit einem Zeithorizont von 48 Monaten zur Anwendung. Für einzelne Portfolien erfolgt die Ermittlung der pauschalierten Einzelwertberichtigung auf Basis von Expertenschätzungen. Mit Blick auf die Ermittlung der pauschalierten Einzelwertberichtigungen verzichtet die Bank gemäß IDW RS BFA 7 Tz. 10 auf die Bildung zusätzlicher Pauschalwertberichtigungen.

Die laufende Beobachtung der Parameter der Risikovorsorge und die geschäftspolitische Bewertung in den Gremien der Bank bilden eine Grundlage für die Steuerung der Adressenausfallrisiken und hier insbesondere eine evtl. Anpassung der Ankaufskriterien.

Der Bereich Risikocontrolling kalkuliert den unerwarteten Verlust (Unexpected Loss) im Kreditbuch zur anschließenden Verwendung in übergreifenden Modellen der Gesamtbanksteuerung.

Die Steuerung des Kreditrisikos liegt im Bereich Risikomanagement.

Der Bereich Risikomanagement

trifft Kreditentscheidungen selbst (durch die Maschinelle Kreditentscheidung im standardisierten Mengengeschäft) oder bereitet Kreditentscheidungen der Geschäftsleitung vor (im Rahmen des Zweitvotums bei risikorelevantem Kreditgeschäft oberhalb seiner Kreditkompetenz)

entscheidet über die generelle Zuweisung von Kreditentscheidungen an Fachbereiche und definiert die Rahmenbedingungen dafür, etwa durch organisatorische oder prozessuale Regelungen sowie die Vergabe und erforderlichenfalls den Entzug von Kreditkompetenzen

verantwortet die Definition, Implementierung, Überwachung und laufende Optimierung von Kreditentscheidungs- und Kreditbearbeitungsprozessen, unter anderem durch die Maschinelle Kreditentscheidung (MKE), den Einsatz von Score- und Ratingmodellen, das Limit Management von Rahmenprodukten, die Steuerung von Mahn- und Bearbeitungsprozessen und die operative Betrugsabwehr in Ankauf und Bestand.

Im Rahmen der Risikoberichterstattung überwacht der Bereich Risikocontrolling laufend die Entwicklung des Kreditrisikos und insbesondere die Einhaltung der risikostrategischen Vorgaben durch den Bereich Risikomanagement und kommuniziert die Ergebnisse gegenüber der Geschäftsleitung, dem Aufsichtsrat und der Aufsicht.

Es besteht eine strategisch bedingte und bewusst eingegangene Risikokonzentration auf Kfz-Finanzierungen.

Neben dieser bewussten Konzentration, strebt die Bank die Vermeidung von Konzentrationsrisiken an. Hierzu ermittelt die Bank auf Monatsbasis Kennzahlen zur Beurteilung der Forderungsvolumina und Konzentrationen im Portfolio. Konzentrationsrisiken können aus einer ungleichmäßigen Verteilung von Kreditforderungen gegenüber einzelnen Kreditnehmern, respektive der Konzentration von hohen Forderungsvolumina uuf einzelne Adressen resultieren.

Hierzu wird die häufig verwendete Kennzahl Herfindahl-Hirschman-Index genutzt. Flankierend wird der GINI-Koeffizient ermittelt. Wesentliche Konzentrationsrisiken wurden nicht identifiziert.

Die Quantifizierung des Adressenausfallrisikos im Kontext der ökonomischen Risikotragfähigkeitsrechnung fußt auf einem CreditRisk+ Modell.

Es ist ein portfolioorientiertes Kreditrisikomodell, welches das Kreditrisiko auf die Gefahr des Ausfalls eines Kreditnehmers und des damit einhergehenden Verlustes reduziert. Da das Gros der Aktiva der Bank kleinteiliges Kreditgeschäft ist, wird aus Gründen der Praktikabilität auf eine Berücksichtigung von Credit-Spread-Risiken verzichtet. Darüber hinausgehend liegen für solche Kreditnehmer auch keine aussagekräftigen Marktinformationen im Hinblick auf das Credit Spread Risiko vor. Da Migrationsrisiken nicht modellimmanent sind, werden diese über einen Differenzansatz ermittelt, indem eine weitere Kalkulation, ergänzt um einen PD-Shift (aktuell 30 Prozent), durchgeführt wird. Adressenausfallrisiken aus außerbilanziellen Positionen finden ebenfalls Eingang in die Betrachtung. Die Risikoermittlung für Forderungen gegenüber Kreditinstituten, sowie Kontrahenausfallrisiken fußt auf einem Säule-I Ansatz. Die Bank bildet zu jedem Monatsultimo eine Kreditrisikovorsorge die der Höhe nach dem erwarteten Verlust der jeweiligen Adressen entspricht. Erwartete Risikokosten werden bereits bei der Ermittlung des Risikodeckungspotenzials ermittelt. Ermittelt werden die erwarteten Risikokosten als Produkt von Expected Loss über 12 Monate zum Stichtag multipliziert mit der durchschnittlichen Kapitalbindungsdauer in Jahren. Da die Risikoquantifizierung die erwartete und die unerwartete Komponente abdecken muss, besteht die Notwendigkeit zur Konsistenz beider Quantifizierungsmethoden. Daher sind die erwarteten Risikokosten entsprechend der Methodik zur Quantifizierung der unerwarteten Komponente nicht barwertig. Aufgrund dessen wurden auch die oben erwähnten Faktoren Expected Loss zum Stichtag und durchschnittliche Kapitalbindungsdauer zur Quantifizierung ausgewählt.

Die Höhe der unerwarteten Kreditrisiken beläuft sich bei einem Betrachtungshorizont von einem Jahr und einem Konfidenzniveau von 99,9 % auf € 57,5 Mio.

3.3.2 Marktpreisrisiken

Marktpreisrisiken sind Risiken, die aus einer Veränderung von Renditen, Kursen sowie Preisen an Finanzmärkten resultieren, auf offene Zins- und Währungspositionen wirken und damit einen Vermögensverlust und/oder eine Ergebnisverschlechterung herbeiführen können.

Die Bank ist ein Nichthandelsbuchinstitut und hat das Eingehen offener Positionen - insbesondere auf Devisen und Wertpapierkurse - in der Risikostrategie eng begrenzt. Derivative Finanzinstrumente in Form von standardisierten Zinsswaps zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken werden seitens der Bank genutzt und konnten zur Mitigation von Zinsänderungsrisiken im Geschäftsjahr genutzt werden. Hierbei konnte die Bank ihre Zielsetzung hinsichtlich der Fristenkongruenz in 2023 frühzeitig erreichen. Handlungsbedarf für die Bank in 2023 ergab sich hierbei durch die rückwirkende Anpassung der Geschäftsbedingungen für die GLRG (gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte der Zentralbanken) Ende 2022, wodurch sich das Risikoprofil der Bank ad-hoc zum November 2022 änderte. Maßnahmen zur Mitigation von Zinsänderungsrisiken wurden bereits 2022 umgesetzt und in 2023 weiter forciert. Hierbei wurde das Ziel verfolgt, dass für definierte Risikotoleranzgrößen die "Grün"-Schwellenwerte wieder erreicht werden (Zielsetzung zum Stichtag 30.09.2023). Dies gelang bereits zum 31.08.2023 und liegt seither stets vor.

Aus dem Geschäftsmodell ergeben sich im Wesentlichen Zinsänderungsrisiken in Form des Gap-Risikos als Marktpreisrisiken. Fremdwährungs- und Aktienrisiken werden nicht eingegangen. Gap-Risiken können grundsätzlich aus der unterschiedlichen Zinsbindungsdauer der Aktiv- und Passivseite sowie aus unterschiedlichem Zinsanpassungsverhalten variabel verzinslicher Positionen entstehen (Fristeninkongruenz). Basis- und Optionsrisiko 4 als Unterart des Zinsänderungsrisikos werden aktuell als unwesentlich bewertet. Ungeachtet dessen findet eine regelmäßige Überwachung statt.

4 Das Basis-Risiko bettet insbesondere das Risiko ein, dass Preise von zinssensitiven Instrumenten auf unterschiedliche Zinsindizes referenzieren. Eine nicht perfekte Korrelation bei der Anpassung der Zinserträge/Zinsaufwendungen auf unterschiedliche zinssensitive Instrumente mit ansonsten ähnlichen Zinsänderungsmerkmalen ist hierbei eine mögliche Konsequenz. Das Optionsrisiko subsumiert das Risiko in Form der potenziellen Abweichung des tatsächlichen von dem erwarteten Cashflow (Zinsbindung) im Hinblick auf Höhe und zeitlichen Verlauf, hervorgehend aus eingebetteten oder expliziten Optionen, sowie aus impliziten Optionen und vertraglich bedingter Flexibilität, die auf das Kundenverhalten Implikationen entfalten können.

Im Kontext der ökonomischen Risikotragfähigkeitsrechnung verwendet die Bank eine Berechnung auf Basis der Risikokennzahl "Value-at-Risk". Ausgangsgröße hierfür ist der Portfoliowert/Zinsbuchbarwert. Die (Zins-)Cashflows, die sich aus den Zinsbuchpositionen ergeben, werden diskontiert.

Unter dem Value-at-Risk wird der mit einer angenommenen Wahrscheinlichkeit (Konfidenzniveau) maximale Wertverlust des Portfolios verstanden, unter Zugrungelegung eines bestimmten Dispositionshorizonts, einer bestimmten Haltedauer und eines definierten Betrachtungszeitraums.

Zur Ermittlung des barwertigen Marktpreisrisikos legt die Bank folgende Parameterausprägungen zugrunde (inklusive Spiegelung):

Haltedauer = Dispositionshorizont = 250 Tage

Betrachtungszeitraum:

Szenario 1: 1.250 Tage (5 Jahre)

Szenario 2: 3.750 Tage (15 Jahre)

Konfidenzniveau = 99,9%

Das Referenzieren auf zwei Betrachtungszeiträume soll der Problematik begegnen, dass durch das Berücksichtigen zu langer Zeiträume Ausreißer durch die Wahl eines gegebenen Konfidenzniveaus nicht in die Betrachtung Eingang finden, wohingegen durch das Berücksichtigen zu kurzer Zeiträume Stressphasen keinen Eingang in die Betrachtung finden.

Die aktuelle Risikohöhe beläuft sich auf € 52,6 Mio.

3.3.3 Liquiditätsrisiken

Unter Liquiditätsrisiko im weiteren Sinne (Refinanzierungskostenrisiko) subsumiert die Bank solche Ertragsrisiken, die sich aus dem Zusammenspiel von Liquiditätsgaps (wenn zu einem bestimmten Intervall-Zeitpunkt die kumulierten Zahlungsmittelabflüsse größer sind als die kumulierten Zahlungsmittelzuflüsse) und den entsprechenden Refinanzierungskosten zu diesen Zeitpunkten ergeben. Denkbar ist entsprechend die Materialisierung zum einen über das Gap-, zum anderen aber auch über das Optionsrisiko denkbar. In seiner Gesamtheit lässt sich das Liquiditätsrisiko im weiteren Sinne als Refinanzierungskostenrisiko für die notwendige Liquidität interpretieren. Dieses tritt somit unter der Annahme auf, dass das Zahlungsunfähigkeitsrisiko (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne) sich nicht materialisiert, beziehungsweise verhindert wird.

In der Bewertung und Priorisierung von Finanzierungsquellen hat die Bank festgelegt, dass die Unabhängigkeit der Refinanzierung, die Verfügbarkeit auch bei angespannter Marktsituation und der Aufbau von langfristigen Refinanzierungsquellen Vorrang vor möglichen Margenvorteilen hat.

Dementsprechend sieht das Konzept eine überwiegende Deckung des Finanzierungsbedarfs über Einlagen vor. Primäre Zielkunden sind dabei inländische Privatkunden sowie inländische institutionelle Einleger, wobei eine breite Streuung der Einlagen angestrebt wird.

Durch die durchgeführten ABS-Transaktionen hat die Bank ihre Finanzierungsbasis erweitert. Emittierte Wertpapiere (Class A Notes) können auch zur Partizipation an den Offenmarktgeschäften der Zentralbank genutzt oder alternativ am Kapitalmarkt platziert werden.

Über Kreditlinien von Geschäftsbanken wurde eine flexible Refinanzierungsmöglichkeit geschaffen, mit der auch ein Beitrag zur Aufrechterhaltung der Liquidität generiert wird.

Die strukturelle Liquiditätskennziffer NSFR (Net-Stable-Funding-Ratio) beträgt zum Stichtag 31. Dezember 2023 für die Bank11 109,55%.

Die einzuhaltende Kennziffer Liquidity Coverage Ratio wird täglich ermittelt und deren Einhaltung bei der Liquiditätsplanung berücksichtigt. Diese beträgt zum Stichtag 31. Dezember 2023 für die Bank11 321,06 %.

Zur Steuerung und vor allem der Früherkennung von möglichen Szenarien, die sich zu einer Liquiditätskrise ausweiten könnten, dienen regelmäßige Berichte auf Tages- und Wochenbasis sowie die Darstellung im monatlichen Risikobericht. Die Steuerung der Liquiditäts- und Marktpreisrisiken ist dem Bereich Treasury & Refinanzierung zugeordnet.

Das Liquiditätsrisiko wird im Rahmen der ökonomischen Risikotragfähigkeitsberechnung auf Basis einer Liquiditätsablaufbilanz ermittelt. Eine eventuell auftretende Unterdeckung wird im Modell mit Monatsgeldern ausgeglichen.

Ergänzend simuliert die Bank den Überlebenshorizont - Liquidität - (sog. Survival Period) in zwei Perspektiven.

Überlebenshorizont Basiskalkulation: Simuliert wird der Ablauf der Bankenliquidität unter der Annahme, dass kein Neugeschäft im Hinblick auf die Refinanzierung angenommen wird. Termineinlagen laufen vertragsmäßig ab, wohingegen Sichteinlagen mit einem Abfluss von 5% pro Monat angenommen werden. Kritische Größe ist die Anzahl der Monate bis die aktuelle Bankenliquidität nicht mehr ausreicht. Angestrebt werden Werte größer oder zumindest gleich einem Monat.

Überlebenshorizont Stressbetrachtung: Für Kundeneinlagen wird angenommen, dass kein Neugeschäft abgeschlossen wird. Konkret laufen dementsprechend Termingelder vertragsmäßig aus und es werden keine neuen Termingelder eingeworben. Sichteinlagen und Kündigungsgelder fließen - ausgehend vom Bestand zum relevanten Stichtag und unter Berücksichtigung von Kündigungsfristen und Überweisungslimits - zum juristisch nächstmöglichen Termin aus. Annahmegemäß verhalten sich alle weiteren Positionen Zahlungsfluss-Neutral. Das bedeutet, dass alle weiteren Positionen per Saldo zu einem Zahlungszufluss/Zahlungsabfluss in Höhe von Null führen.

Das Liquiditätsrisiko beläuft sich zum Stichtag 31. Dezember 2023 auf € 2,9 Mio.

3.3.4 Operationelle Risiken

Das Operationelle Risiko umfasst "das Risiko von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen von internen Verfahren, Menschen, Systemen oder durch externe Ereignisse verursacht werden, einschließlich Rechtsrisiken." Der primäre Fokus richtet sich auf das Prozessrisiko. Sofern sich ein Risiko nicht aus diesem ergibt, manifestiert sich das Risiko potenziell aus den Kategorien der nächsten Kaskade; Ressourcenrisiko, System- und Informationssicherheitsrisiko sowie Eventualrisiko.

Das Operationelle Risiko ist kein unternehmerisches oder banktypisches Risiko, wie etwa das Kreditrisiko, sondern betrifft die infrastrukturelle und organisatorische Basis des Unternehmens. Eventuelle Vorfälle werden in einer Schadensfalldatenbank erfasst und systematisch verfolgt und ausgewertet; ebenso werden Ereignisse die zu Beinaheverlusten führen, über ein Ticketsystem systematisch erfasst und bewertet.

Besondere Bedeutung kommt der Integrität und Funktionsfähigkeit der IT-Systeme der Bank zu. Unter anderem mit detaillierten Regelungen zur Datensicherung und Notfallplänen hat die Bank die notwendigen Vorkehrungen in Bezug auf das Informationssicherheitsmanagement getroffen.

Der Bereich Risikocontrolling überprüft im Zuge der Risikoinventur den Umfang und die Angemessenheit der Abgrenzung des Operationellen Risikos und identifiziert bisher nicht berücksichtigte regulatorisch oder strategisch relevante Operationelle Teilrisiken. Gegebenenfalls erforderliche Anpassungen gibt der Bereich Risikocontrolling im Zuge der Risikoinventur und im Strategieprozess an die Geschäftsleitung weiter. Die mit der Steuerung Operationeller Teilrisiken betrauten Fachbereiche verantworten die anlassbezogene Identifikation strategisch oder geschäftspolitisch relevanter Ausprägungen der Operationellen Teilrisiken in ihrer Zuständigkeit, etwa im Zuge von Anpassungsprozessen (NPP) oder ihrer Risikoanalysen. Gegebenenfalls erforderliche Anpassungen geben sie im Zuge der Risikoinventur an den Bereich Risikocontrolling weiter. Ein Instrument der Identifikation von übergreifenden Operationellen Teilrisiken ist die Arbeitsgruppe Operationelles Risiko.

Im Zuge der Risikoinventur werden die Operationellen Teilrisiken einzeln - erforderlichenfalls unter Mitwirkung der verantwortlichen Fachbereiche - bewertet. Die Einzelbewertungen werden in einer übergreifenden Bewertung des Operationellen Risikos zur weiteren Verwendung in Modellen der Gesamtbanksteuerung oder Stresstests zusammengeführt.

Die grundsätzlichen Elemente zur Steuerung operationeller Risiken sind: Risikovermeidung, Risikominderung, Risikoteilung, Risikotransfer und Risikoakzeptanz. Operationelles Risiko wird operativ mit der Umsetzung von Sofortmaßnahmen bei Schadensereignissen federführend durch die betroffenen Fachbereiche (aber auch übergreifend) gesteuert. Hierbei unterstützen die verantwortlichen Beauftragten (der "2nd-Line") in Ihrem jeweiligen Fachkontext reaktiv, d.h. auf konkreter Anfrage der Fachbereiche. Bei strukturellen Defiziten der Beschreibung von Aktivitäten oder Prozessen, setzt das operationelle Risikomanagement einen Impuls an die Verantwortlichen des Prozessmanagement zur kontinuierlichen Weiterentwicklung desgleichen.

Operationelles Risiko wird strategisch über das RiskCom im Rahmen der monatlichen Berichterstattung an die Geschäftsführung gesteuert. Alle relevanten (kritischen) operativen Steuerungssachverhalte werde hier entsprechend gewürdigt. Sie geben Anlass eventuell strategische Steuerungsmaßnahmen für die Gesamtbank zu etablieren, zum Beispiel dort wo eine wiederkehrende Anomalie oder Fehlerkonstellationen offenkundig wurden (reaktiv). Die Erfahrungen aus der Vergangenheit verhelfen überdies zur Steuerung von Bedrohungen die in der Zukunft zu erwarten sind (proaktiv). Ebenso ermöglicht die fortlaufende Dokumentation der Steuerung (sowohl in der Arbeitsgruppe auch im Risk-Committee) ein implizites Akzeptanzniveau zu erkennen und dieses entsprechend der geschäfts- und risikostrategischen Ausrichtung zu justieren.

Die Säule-I Eigenmittelanforderungen für die operationellen Risiken werden auf Basis des Basisindikator-Ansatzes ermittelt.

Im Kontext der ökonomischen Risikotragfähigkeitsberechnung werden die operationellen Risiken analog der Eigenmittelanforderungen nach dem Basisindikatoransatz bewertet. Die Risikohöhe beläuft sich zum Stichtag 31. Dezember 2023 somit auf € 16,3 Mio.

Mittels eines bereichsübergreifenden Ansatzes soll das Thema auch zukünftig mit agilen Methoden weiter zur Effizenzsteigerung im Prozessmanagement und zur Entkoppelung von Wachstum und Ressourceneinsatz (Personal) beitragen.

4 Prognose- und Chancenbericht

Die konjunkturelle Lage wird im Jahr 2024 noch durch schwache Auslandsnachfrage in der Industrie, zögerlichen privaten Konsum und höhere Finanzierungskosten für Investitionen geprägt sein. Die Bundesbank erwartet für 2024 dennoch, dass die deutsche Wirtschaft wieder auf einen Expansionspfad einschwenkt. Für das Gesamtjahr rechnet die Bundesbank mit einem Wachstum der deutschen Wirtschaft um 0,4 % 5.

Die von der EZB im Juni 2022 begonnene restriktivere Geldpolitik führt weiterhin zu strafferen Finanzierungskonditionen. Es bleibt abzuwarten, ob die sich aktuell verlangsamende Inflation der EZB die Möglichkeit gibt, ihre Leitzinsen zu senken; aktuell hält die Bundesbank die Gefahr eines persistenteren Inflationsprozesses noch nicht für gebannt 6.

5 Deutsche Bundesbank Monatsbericht Dezember 2023
6 Deutsche Bundesbank Monatsbericht Dezember 2023

Für den Kfz-Markt rechnet Bank11 mit einer stabilen Entwicklung bei der Zahl der Neuzulassungen und Besitzumschreibungen.

Wesentlicher Pfeiler des Geschäftsmodells von Bank11 ist die Absatzfinanzierung, die von den Kfz-Händlern an die Bank vermittelt wird. Produktangebot und Vertriebsweg haben sich auch im dreizehnten Jahr der Bank bewährt. Für die mittel- und langfristige Entwicklung sieht die Bank aufbauend auf dem bestehenden Geschäftsmodell bei weiterhin konservativer Risikopolitik ausreichend Potential zu Wachstums- und Ertragssteigerungen. Die Mittelfristplanung sieht dennoch eine Konsolidierungsphase für 2024 mit einem spürbaren Rückgang des Neugeschäftsvolumens und einem wieder moderaten Wachstum in 2025 und 2026 vor.

Anhaltende Vertriebsanstrengungen und die händlerorientierte Weiterentwicklung der internen sowie externen Prozesse und Systeme werden die Attraktivität beim Kfz-Handel weiter sicherstellen. Insbesondere die Optimierung der Antragssysteme im Online-Bereich sowie die stetige Modernisierung des Kredit-Assistenzen "Victor" dienen weiterhin dazu, bestehende Kooperationen und Partnerschaften auszuweiten und neue zu gewinnen.

Das Umfeld der Bank wird auch in 2024 durch das wirtschaftlich schwierige Umfeld, die hohe Wettbewerbsintensität im Retail-Banking sowie wachsende Anforderungen aus der Regulierung geprägt sein.

Die mutmaßlichen Auswirkungen des schwierigen und unsicheren wirtschaftlichen Umfeldes, auf die Geschäftstätigkeit und das Risikoergebnis, hier insbesondere die Auswirkungen der Inflation und der Energiepreise auf die Haushaltseinkommen, hat die Bank bei der Erarbeitung der Planzahlen berücksichtigt. Dabei ist die Situation im Kfz-Handel von besonderer Bedeutung: So könnte das Neugeschäft stärker als erwartet zurückgehen, sofern sich erneut Lieferprobleme bei Neuwagen aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten einstellen sollten oder die Nachfrage zurückgeht, wenn sich die wirtschaftliche Situation doch deutlicher auf den Arbeitsmarkt auswirken sollte, als erwartet.

Für 2024 werden geringere Risikoaufwendungen erwartet, da die wirtschaftlich schwierige Lage in der Risikovorsorge zum 31. Dezember 2023 berücksichtigt ist und das Neugeschäft geringer geplant ist. Aktuell ist schwer absehbar, inwieweit sich Risiken in der Einkaufsfinanzierung durch hohe Finanzierungskosten verschärfen werden.

Bank11 verfügt über organisatorische und technische Systeme, um die Risikoentwicklung der Kunden sowie das Monitoring und die Bearbeitung von Risikoereignissen zu gewährleisten.

Ausgehend von der im Oktober 2023 erfolgten Planung ist die Zinsmarge aufgrund des intensiven Wettbewerbes um Einlagen weiterhin unter Druck, so dass Bank11 von einem leicht sinkenden Rohertrag ausgeht. Daher wird trotz verstärkter Kostendisziplin eine leicht steigende Cost-Income-Ratio erwartet. Vor diesem Hintergrund erwartet die Bank bei geringeren Belastungen aus der Kreditrisikovorsorge eine erhebliche Verbesserung des Ergebnisses der normalen Geschäftstätigkeit.

Insgesamt ist die Prognose weiterhin vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfeldes von deutlichen Unsicherheiten geprägt.

Im Zuge ihres Ergebnis- und Kapitalplanungsprozesses hat die Bank eine mittelfristige Planungsrechnung des Eigenkapitalbedarfs erstellt, um abzusichern, dass das Eigenkapital der Bank die ökonomischen und regulatorischen Erfordernisse abdeckt.

Chancen für eine Entwicklung der Bank, die über die Planung hinausgeht, können insbesondere aus einer günstigeren Entwicklung der Konjunktur resultieren. Eine bessere wirtschaftliche Entwicklung mit höherem Wachstum kann sich u.a. positiv auf die Ausfallquote von Kreditnehmern und damit auf das Risikoergebnis der Bank auswirken. Auch ein Erfolg in neuen Geschäftsfeldern kann zu einer überplanmäßigen Entwicklung beitragen. Ein entscheidender Faktor dürfte aber die Entwicklung des Wettbewerbs um Einlagen und damit die Entwicklung der Refinanzierungskosten sein. Ein Nachlassen des Wettbewerbsdrucks könnte hier höhere Margen und damit eine günstigere Entwicklung ermöglichen.

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023

Bank11 Holding GmbH, Neuss

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
T€
1. Barreserve 54.630.000,00 543.696
Guthaben bei Zentralnotenbanken
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 54.630.000,00 Euro (Vorjahr T€ 543.696)
2. Forderungen an Kreditinstitute
täglich fällig 1.014.424.869,93 177.216
3. Forderungen an Kunden 6.526.798.875,61 5.788.565
4. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 8.209.305,57 6.524
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 14.467,00 75
8.223.772,57 6.599
5. Sachanlagen 5.986.420,53 3.311
6. Sonstige Vermögensgegenstände 44.297.899,36 16.794
7. Rechnungsabgrenzungsposten 7.070.988,08 9.686
Summe der Aktiva 7.661.432.826,08 6.545.867

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
T€
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 31.081.345,56 55.029
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 773.224.632,79 1.426.355
804.305.978,35 1.481.384
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
andere Verbindlichkeiten
a) täglich fällig 1.076.444.448,27 942.728
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 3.535.923.289,59 2.619.757
4.612.367.737,86 3.562.485
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 1.721.141.859,36 1.048.093
4. Sonstige Verbindlichkeiten 27.304.322,91 17.726
5. Rechnungsabgrenzungsposten 3.868.502,05 3.373
5. a. Passive latente Steuern 4.228.329,32 2.488
6. Rückstellungen
a) Steuerrückstellungen 6.785.629,27 15.286
b) andere Rückstellungen 18.735.687,10 19.955
25.521.316,37 35.241
7. Nachrangige Verbindlichkeiten 2.006.840,66 2.007
8. Eigenkapital
Eingefordertes Kapital
a) Gezeichnetes Kapital 36.000,00 36
b) Kapitalrücklage 361.969.443,48 298.735
c) Bilanzgewinn 98.641.493,10 94.269
Summe Eigenkapital ohne nicht beherrschende 460.646.936,58 393.040
nicht beherrschende Anteile 41.002,63 30
Konzerneigenkapital 460.687.939,21 393.070
Summe der Passiva 7.661.432.826,08 6.545.867
Unwiderrufliche Kreditzusagen 394.021.114,82 409.565

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Bank11 Holding GmbH, Neuss

2023 2022
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarkgeschäften 358.968.804,86 174.942
darunter abgesetzte negative Zinsen € 0,00 (Vorjahr T€ 1.537)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 0,00 0
358.968.804,86 174.942
2. Zinsaufwendungen
darunter abgesetzte negative Zinsen -218.859.641,75 -26.857
140.109.163,11 148.085
3. Provisionserträge 50.746.966,69 53.408
4. Provisionsaufwendungen -69.891.342,30 -77.726
-19.144.375,61 -24.318
5. Sonstige betriebliche Erträge 2.202.839,85 3.081
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter -24.506.533,83 -22.555
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -4.784.745,62 -4.087
darunter: für Altersversorgung € 314.019,86 (Vorjahr T€ 157)
-29.291.279,45 -26.642
b) Andere Verwaltungsaufwendungen -40.187.175,62 -34.769
-69.478.455,07 -61.411
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und und Sachanlagen -2.677.157,38 -3.443
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -226.915,45 -280
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft -48.073.081,37 -28.580
10. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 3.987.537,70 3.470
-44.085.543,67 -25.110
11. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 6.699.555,78 36.604
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.294.512,46 -13.058
darunter Aufwand/Ertrag aus der Veränderung
13. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 8 129.803,86 -20
14. Erträge aus Verlustübernahme 0,00 48
15. Auf Grund eines Gewinnabführungsvertrags -965.849,47 0
16. Konzernjahresüberschuss 3.568.997,71 23.574
17. nicht beherrschende Anteile -5.221,63 -4
18. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 95.077.717,02 70.700
19. Bilanzgewinn 98.641.493,10 94.270

Anhang zum Konzernjahresabschluss 31. Dezember 2023

Bank11 Holding GmbH

A. Konsolidierungskreis

Die Wilh. Werhahn KG, Neuss, ist alleinige Anteilseignerin der Bank11 Holding GmbH, Neuss, die im Handelsregister des Amtsgerichtes Neuss unter HRB 19328 eingetragen ist.

Unverändert werden die 100 %ige Tochtergesellschaft Bank11 für Privatkunden und Handel GmbH, Neuss, die unter HRB 15804 im Handelsregister des Amtsgerichtes Neuss eingetragen ist, sowie nach § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB die RevoCar 2019 UG (haftungsbeschränkt), die RevoCar 2019-2 UG (haftungsbeschränkt), die RevoCar 2020 UG (haftungsbeschränkt), die RevoCar 2021-1 UG (haftungsbeschränkt), die RevoCar 2021-2 UG (haftungsbeschränkt), und die RevoCar 2022 UG (haftungsbeschränkt) jeweils Frankfurt am Main, in den Konzernabschluss einbezogen.

Zugänge

Im Zuge von zwei weiteren Verbriefungstransaktionen wurden die Zweckgesellschaften RevoCar 2023-1 UG (haftungsbeschränkt) und RevoCar 2023-2 UG (haftungsbeschränkt), jeweils Frankfurt am Main, gegründet und erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen. Die Bank11 Holding besitzt keinerlei Anteile an dieser Gesellschaft; die Einbeziehung erfolgt gemäß § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

Abgänge

Abgänge ergaben sich im Berichtsjahr nicht.

B. Konsolidierungsgrundsatze

a. Allgemeine Angaben

Grundlage für die Konsolidierung der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen bilden die zum 31. Dezember 2023 nach einheitlichen Grundsätzen aufgestellten Jahresabschlüsse dieser Unternehmen. Diese Abschlüsse sind sämtlich nach §§ 316ff. HGB geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden zum gleichen Stichtag (31. Dezember 2023) aufgestellt.

b. Kapitalkonsolidierung

Eine Kapitalkonsolidierung erfolgte in Abweichung zu § 301 HGB, der nur noch die Neubewertungsmethode vorsieht, im Wege der Buchwertfortführung. Diese Methode wird in der Literatur als Ausnahme bei gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen von Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung als zulässig erachtet, insbesondere um Ungleichbehandlungen zu wirtschaftlich gleich gelagerten Fällen im Umwandlungsrecht zu vermeiden.

Der hierbei sich ergebende technisch bedingte passivische Unterschiedsbetrag aus der Erstkonsolidierung in Höhe von T€ 159.717 wurde, da er Eigenkapitalcharakter aufweist, als Teil der Kapitalrücklage ausgewiesen.

Für die Gesellschaften RevoCar erfolgt mangels Anteilen an den Tochtergesellschaften keine Kapitalkonsolidierung.

Alle einbezogenen Unternehmen wurden vollkonsolidiert.

c. Schuldenkonsolidierung

Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gemäß § 303 HGB weggelassen.

d. Behandlung der Zwischenergebnisse

Zwischenergebnisse lagen nicht vor.

e. Konsolidierung der Aufwendungen und Ertrage

Aufwendungen und Erträge zwischen den im Konzernabschluss voll konsolidierten Gesellschaften sind gemäß § 305 HGB eliminiert worden.

f. Latente Steuern

Bei der Ermittlung der latenten Steuern hat der Konzern für die Bank einen Steuersatz von 31,76 % (Vorjahr 31,76 %) zugrunde gelegt. Der Steuersatz setzt sich aus 15,93 % (Vorjahr 15,93 %) Gewerbesteuer, 15,00 % (Vorjahr 15,00 %) Körperschaftssteuer und 0,83 % (Vorjahr 0,83 %) Solidaritätszuschlag zusammen. Für die Verbriefungszweckgesellschaften wurde ein Steuersatz von 31,93 % zugrunde gelegt. Auf dieser Grundlage ergeben sich aktive latente Steuern von T€ 5.917 (Vorjahr T€ 7.277) sowie passive latente Steuern von T€ 2.608 (Vorjahr T€ 2.074) auf abweichende Steuerbilanzpositionen. Die aktiven latenten Steuern der Bank11 resultieren im Wesentlichen aus der Bildung der Reserve nach § 340f HGB sowie Abweichungen in der steuerlichen Berechnung der Risikovorsorge und der Beiträge zum Restrukturierungsfonds; die passiven latenten Steuern aus der Aktivierung von selbsterstellten immateriellen Wirtschaftsgütern. Hinsichtlich der ermittelten saldierten aktiven latenten Steuern (T€ 3.310, Vorjahr T€ 5.202) wird von dem Wahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht. Passive latente Steuern aus der Konsolidierung gem. § 306 HGB sind in Höhe von T€ 4.228 (Vorjahr T€ 2.488) im Konzernabschluss enthalten.

g. Anteile anderer Gesellschafter

Bank11 Holding hält 100 % der Anteile an der Bank11; diese hält an den Gesellschaften RevoCar 2019 UG (haftungsbeschränkt), RevoCar 2019-2 UG (haftungsbeschränkt), RevoCar 2020 UG (haftungsbeschränkt), RevoCar 2021-1 UG (haftungsbeschränkt), RevoCar 2021-2 UG (haftungsbeschränkt), RevoCar 2022 UG (haftungsbeschränkt), RevoCar 2023-1 UG (haftungsbeschränkt) sowie RevoCar 2023-2 UG (haftungsbeschränkt), jeweils Frankfurt am Main, keine eigenen Anteile. Der Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile nach § 307 HGB beträgt T€ 41 (Vorjahr T€ 29).

C. Allgemeines und Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Konzernabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt, wobei für die von der Bank11 für Privatkunden und Handel GmbH, Neuss, übernommenen Vermögenswerte und Schulden vom Beibehaltungswahlrecht nach § 300 Abs. 2 Satz 3 bzw. § 308 Abs. 2 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht wurde. Ergänzend sind die Vorschriften des GmbHG zu beachten. Für die Darstellung wurden die Vorschriften der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) zugrunde gelegt, da die Bank11 Holding GmbH als einzige Geschäftstätigkeit das Halten der Beteiligung an der Bank11 ausübt und die Verbriefungszweckgesellschaften nur einen begrenzten Einfluss auf den Konzernabschluss haben und dieser daher von der Bank11 als Kreditinstitut dominiert wird.

Alle bilanzierungspflichtigen Vermögenswerte, Verpflichtungen, Risiken und Abgrenzungen sowie sämtliche Aufwendungen und Erträge sind berücksichtigt. Die Vermögens- und Schuldposten sind unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Bilanzierung und Bewertung sowie der gesetzlichen Vorschriften bilanziert und bewertet.

Die Erträge werden ausschließlich im Inland erzielt, daher unterbleibt eine Aufteilung nach geographischen Märkten.

Der Ansatz der Barreserve, der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu den jeweiligen Nennbeträgen.

Die bei den Forderungen an Kunden bestehenden latenten und akuten Bonitätsrisiken sind durch die Bildung von pauschalierten Einzelwertberichtigungen abgedeckt. Die pauschalierten Einzelwertberichtigungen im Kreditgeschäft werden grundsätzlich je Portfolio auf Basis empirisch geschätzter Risikoparameter bewertet. Hierzu werden analog zu IDW RS BFA 7 Tz. 15 die Ausfallwahrscheinlichkeiten (PD), der tatsächlich entstehende Verlust bei Ausfall (LGD) sowie die Kredithöhe zum Zeitpunkt des Ausfalls (EAD) je Portfolio geschätzt. Es kommen für die Bemessung der Risikovorsorge PDs mit einem Zeithorizont von 48 Monaten zur Anwendung. Für einzelne Portfolien erfolgt die Ermittlung der pauschalierten Einzelwertberichtigung auf Basis von Expertenschätzungen. Mit Blick auf die Ermittlung der pauschalierten Einzelwertberichtigungen verzichtet die Bank gemäß IDW RS BFA 7 Tz. 10 auf die Bildung zusätzlicher Pauschalwertberichtigungen.

Die Bewertung der Sachanlagen und der entgeltlich erworbenen immateriellen Anlagewerte erfolgte zu den Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, vermindert um die planmäßigen Abschreibungen. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die der geschätzten Nutzungsdauer entsprechenden linearen Abschreibungssätze zugrunde. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit dem niedrigeren Wert erforderlich oder nach steuerlichen Sondervorschriften zulässig ist. Im Geschäftsjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen.

Selbsterstellte immaterielle Anlagegüter werden zu Vollkosten aktiviert. Nach Fertigstellung werden diese Wirtschaftsgüter planmäßig über 2 bis 5 Jahre abgeschrieben.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als € 250,00 und bis zu € 800,00 wurden im Anschaffungsjahr voll abgeschrieben.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen.

Die Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen einschließlich der bis zum Bilanzstichtag aufgelaufenen Zinsen passiviert.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft von Dritten bereits gezahlte Zinsen für einen Zeitraum nach dem Bilanzstichtag. Die Auflösung erfolgt linear über die Laufzeit der jeweiligen Kredite.

Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrages angesetzt. Sämtliche Rückstellungen haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr, so dass keine Abzinsung erfolgt.

Das Konzerneigenkapital setzt sich aus dem vollständig eingezahlten Stammkapital, der Kapitalrücklage und dem Bilanzgewinn zusammen. Durch drei Verschmelzungen von Schwestergesellschaften auf die Bank11 Holding GmbH und eine Bareinzahlung des Gesellschafters hat sich die Kapitalrücklage der Holding um 64 Mio. € erhöht.

Der Konzern hat als Methode zur verlustfreien Bewertung der zinstragenden Geschäfte des Bankbuchs eine GuV-orientierte Betrachtungsweise gewählt. Zum Stichtag lagen keine unrealisierten Verluste vor, die eine Drohverlustrückstellung nach § 340a i. V. m. § 249 Abs. 1 Satz 1 Alt. 2 HGB erfordert hätten. Zinsswapgeschäfte werden zur Absicherung im Rahmen der Bankbuchsteuerung abgeschlossen und in die verlustfreie Bewertung einbezogen, indem die diskontierten Periodenergebnisbeiträge aus den Bewertungsobjekten in der Kalkulation berücksichtigt werden.

Negative Zinsen aus dem Bankgeschäft wurden im Vorjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung offen abgesetzt.

D. Entwicklung des Anlagevermögens

Zur Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens verweisen wir auf den Anlagenspiegel, siehe Anlage.

E. Angaben zu den einzelnen Posten der Bilanz

Die Barreserve ist täglich fällig und besteht gegenüber der Deutschen Bundesbank in Höhe von T€ 54.630 (Vorjahr T€ 543.696).

Die Forderungen an Kreditinstitute von T€ 1.014.425 (Vorjahr T€ 177.216), davon T€ 258 (Vorjahr T€ 12) an verbundene Unternehmen, bestehen gegenüber der Deutschen Bundesbank aus dem Overnight Deposit (T€ 828.001, Vorjahr T€ 0) sowie täglich fälligen Guthaben bei deutschen Geschäfts- und Landesbanken.

Die Forderungen an Kunden betreffen hauptsächlich Forderungen aus Absatzfinanzierungen sowie Einkaufsfinanzierungen für Lagerwagenbestände von Kfz-Händlern und entfallen auf folgende Restlaufzeiten:

Forderungen an Kunden - Forderungsbestand 31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Unbestimmte Laufzeit 264.116 184.739
Täglich fällig 89.811 97.060
bis 3 Monate 636.940 458.066
> 3 Monate - 1 Jahre 927.608 906.698
> 1 Jahr - 5 Jahre 4.111.381 3.780.485
> 5 Jahre 496.943 361.517
6.526.799 5.788.565

Insgesamt sind zum Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von T€ 3.620.277 im Rahmen von ABS-Transaktionen an die in den Konzernabschluss einbezogenen RevoCar-Gesellschaften verkauft.

Die immateriellen Anlagewerte i. H. v. T€ 8.224 (Vorjahr T€ 6.598) betreffen mit T€ 14 erworbene Software und mit T€ 8.209 selbst erstellte Software. In Höhe von T€ 8.209 besteht daher eine Ausschüttungssperre gem. § 268 Abs. 8 HGB.

Die Sachanlagen beinhalten Betriebs- und Geschäftsausstattung, die ausschließlich zur eigenen Geschäftstätigkeit benutzt wird.

Die sonstigen Vermögensgegenstände betragen T€ 44.298 (Vorjahr T€ 16.794) und bestehen im Wesentlichen gegenüber der EUREX aus gestellten Sicherheiten für Swapgeschäfte (T€ 34.573), aus der Versicherungsvermittlung (T€ 4.859), aus Steuern (T€ 314), sowie aus Forderungen an sonstige verbundene Unternehmen T€ 4 (Vorjahr T€ 2).

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 7.071 (Vorjahr T€ 9.686) umfasst im Voraus gezahlte Swapzinsen der RevoCar 2022 in Höhe von T€ 6.609 sowie Lizenzgebühren, u.a. für Software. Ein Unterschiedsbetrag nach § 250 Abs. 3 HGB liegt nicht vor.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T€ 804.306 (Vorjahr T€ 1.481.384) bestehen im Wesentlichen aus Offenmarktkrediten mit der Deutschen Bundesbank im Rahmen gezielt langfristiger Refinanzierungsgeschäfte (T€ 647.887, Vorjahr T€ 1.099.460) sowie weiteren Offenmarktgeschäften von T€ 0 (Vorjahr T€ 150.000). Darüber hinaus bestehen Verbindlichkeiten von T€ 123.451 (Vorjahr T€ 185.650) gegenüber zwei Landesbanken sowie weiteren Geschäftsbanken.

Als Sicherheit übertragene Vermögensgegenstände sind Wertpapiere, welche bei der Deutschen Bundesbank beliehen sind und ausschließlich aus ABS Transaktionen resultieren. Der Buchwert aller hinterlegten Wertpapiere beträgt € 1.486 Mio. (Vorjahr € 1.835 Mio.). Die entsprechenden Wertpapiere aus eigenen ABS-Transaktionen wurden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung verrechnet.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist weisen folgende Restlaufzeiten aus:

Restlaufzeiten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
bis 3 Monate 64.081 238.371
> 3 Monate - 1 Jahre 712.887 362.922
> 1 Jahr - 5 Jahre 25.000 879.376
> 5 Jahre 0 0
Zinsabgrenzung 2.338 715
804.306 1.481.384

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden entfallen auf Tagesgeldkonten und Sparbriefkonten und weisen folgende Restlaufzeitgliederung auf:

Restlaufzeiten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Täglich fällig 1.075.479 942.599
bis 3 Monate 943.531 700.237
> 3 Monate - 1 Jahr 1.439.548 1.067.267
> 1 Jahr - 5 Jahre 1.127.515 821.465
> 5 Jahre 25.329 30.917
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 3.535.923 2.619.886
4.611.402 3.562.485

Die verbrieften Verbindlichkeiten (T€ 1.721.142, Vorjahr T€ 1.048.093) betreffen an sonstige verbundene Unternehmen verkaufte Schuldverschreibungen aus den ABS-Transaktionen (T€ 127.300, Vorjahr T€ 110.500) sowie die ausplatzierten A-Tranchen der ABS-Transaktionen RevoCar 2019, RevoCar 2021-2, RevoCar 2022, RevoCar 2023-1 und RevoCar 2023-2 und mezzaninen Tranchen der RevoCar 2023-2.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 27.304 (Vorjahr T€ 17.726) bestehen im Wesentlichen aus noch weiterzuleitenden Beiträgen aus dem Versicherungsgeschäft (T€ 8.517). T€ 147 entfallen auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten von T€ 3.869 (Vorjahr T€ 3.373) betrifft ausschließlich Zinssubventionen, die auf zukünftige Zeiträume entfallen.

Die Rückstellungen betragen insgesamt T€ 25.521 (Vorjahr T€ 35.240) und betreffen insbesondere Verpflichtungen aus dem Personalbereich (T€ 1.449, Vorjahr T€ 2.270) und ausstehende Bonuszahlungen und Kreditprovisionen an Händler (T€ 13.387, Vorjahr T€ 14.272) sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (T€ 2.469, Vorjahr T€ 1.126).

Die nachrangigen Verbindlichkeiten i. H. v. T€ 2.007 (Vorjahr T€ 2.048) bestehen aus einem Nachrangdarlehen i. H. v. T€ 1.000 netto, welches mit 4,70 % p. a. verzinst und zum 17. Februar 2025 fällig wird, sowie einem weiteren Nachrangdarlehen i.H.v. T€ 1.000 netto, welches mit 5,55 % p.a. verzinst und zum 16. November 2028 fällig wird.

Die Zinsaufwendungen betrugen in 2023 T€ 108 (Vorjahr T€ 108). Eine vorzeitige Rückzahlung ist nicht vorgesehen. Es wurden folgende Bedingungen der Nachrangigkeit gestellt:

1. Die Verbindlichkeiten aus dem gewährten Darlehen sind mit anderen nachrangigen Verbindlichkeiten untereinander gleichrangig zu bewerten.

2. Im Fall der Auflösung, der Liquidation oder der Insolvenz des Darlehensnehmers gehen die Verbindlichkeiten aus dem Darlehen den Ansprüchen dritter Gläubiger des Darlehensnehmers aus nicht nachrangigen Verbindlichkeiten, sowie den in § 39 Absatz 1 Nr. 1 bis 5 Insolvenzordnung ("InsO") bezeichneten Forderungen im Range vollständig nach; und den Ansprüchen dritter Gläubiger des Darlehensnehmers aus den Instrumenten des Kernkapitals im Sinne des Artikels 25 CRR im Rang vor.

Der Bilanzgewinn erhöhte sich um den Konzernjahresüberschuss von T€ 3.569.

F. Angaben zu den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Zinserträge in Höhe von T€ 358.969 (Vorjahr T€ 174.942) beinhalten ausschließlich Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften. Negative Zinsen wurden in Höhe von T€ 0 (Vorjahr T€ 1.537) abgesetzt. Mit T€ 347 betreffen die Zinserträge ein sonstiges verbundenes Unternehmen.

Die Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 218.860 (Vorjahr T€ 26.857) beinhalten im Wesentlichen Zinsen des Passivgeschäfts für Tagesgelder und Sparbriefe. Negative Zinsen wurden in Höhe von T€ 0 (Vorjahr T€ 3.939) abgesetzt.

Die Provisionserträge in Höhe von T€ 50.747 (Vorjahr T€ 53.408) wurden nahezu ausschließlich aus der Vermittlung von Versicherungen erzielt.

Die Provisionsaufwendungen in Höhe von T€ 69.891 (Vorjahr T€ 77.726) resultieren im Wesentlichen aus den an die Händler gezahlten Vermittlungsprovisionen sowie den gewährten Bonuszahlungen in Abhängigkeit von der Erreichung von Umsatzzielen. Mit T€ 2.018 sind an sonstige verbundene Unternehmen gezahlte Provisionen enthalten.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen in Höhe von T€ 69.478 (Vorjahr T€ 61.412) betreffen Löhne und Gehälter (T€ 24.507, Vorjahr T€ 22.555) und soziale Abgaben (T€ 4.785, Vorjahr T€ 4.087) sowie andere Verwaltungsaufwendungen (T€ 40.187, Vorjahr T€ 34.769), die im Wesentlichen aus Lizenzgebühren und Instandhaltungskosten der Systemsoftware, Beiträgen an verschiedene Verbände sowie Beratungsleistungen resultieren. Hiervon entfallen T€ 2.084 (Vorjahr T€ 2.257) auf verbundene Unternehmen.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere von T€ 48.073 (Vorjahr T€ 28.580) sind geprägt durch die Wertberichtigungen auf Forderungen.

Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Konzernjahresüberschuss von T€ 3.569 (Vorjahr T€ 23.575) ab, welcher vollständig thesauriert werden soll.

G. Sonstige Angaben

Gegenüber Dritten erbrachte Dienstleistungen betreffen insbesondere die Vermittlung von Versicherungen.

Personal

2023 waren durchschnittlich 408 Mitarbeitende (Vorjahr 370) bei der Bank11 für Privatkunden und Handel GmbH beschäftigt, davon 16 leitende Angestellte (Vorjahr 16).

Angaben zum Konzernverbund

Die Bank11 Holding GmbH, Neuss, ist ein unmittelbares Tochterunternehmen der Wilh. Werhahn KG, Neuss. Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Bank11 Holding GmbH, Neuss, (kleinster Konsolidierungskreis) befreit die Bank11 für Privatkunden und Handel GmbH, Neuss, nach § 291 Abs. 1 und 2 HGB von der Erstellung eines Konzernabschlusses und Konzernlageberichts. Der Konzernabschluss der Bank11 Holding GmbH ist in den von der Wilh. Werhahn KG, Neuss, aufgestellten Konzernabschluss einbezogen (größter Konsolidierungskreis). Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister veröffentlicht.

In Deutschland sowie in weiteren Ländern, in denen die Werhahn-Gruppe tätig ist, wurde ein Gesetz zur Einführung einer globalen Mindestbesteuerung eingeführt, das einen effektiven Steuersatz von mindestens 15 % vorsieht und dem die Werhahn-Gruppe unterliegt. Da dieses Gesetz erst zum 1. Januar 2024 in Kraft getreten ist, ergeben sich im Teilkonzernabschluss der Bank11 Holding GmbH 2023 als Teil der Werhahn-Gruppe keine Auswirkungen. Die Regelung des § 274 Abs. 3 HGB über die Nichtberücksichtigung latenter Steuern aus der Anwendung in- oder ausländischer Mindestbesteuerungsgesetze ist gem. Artikel 91 Abs. 2 EHGB bereits auf den Jahresabschluss / Konzernabschluss zum 31.12.2023 anzuwenden. Sich ggf. aus dem Mindestbesteuerungsgesetz ergebende Steuern sind im Entstehungszeitpunkt als tatsächlicher Steueraufwand zu erfassen. Die Werhahn-Gruppe hat die Auswirkungen der Gesetze zur Einführung einer globalen Mindestbesteuerung für die einzubeziehenden Länder und Gesellschaften analysiert. Die Auswirkungen auf den Teilkonzernabschluss Bank11 Holding GmbH als Teil der Werhahn-Gruppe sind von untergeordneter Bedeutung. Auch in künftigen Perioden werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet.

Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Andere Verpflichtungen bestehen ausschließlich in Form unwiderruflicher Kreditzusagen. Die unwiderruflichen Kreditzusagen betreffen bestehende, nicht ausgenutzte Kreditzusagen, die den Kunden gegeben wurden. Rückstellungen für absehbare Bonitätsrisiken aus diesen Kreditzusagen wurden in Höhe von T€ 203 gebildet. Die Kreditzusagen führen in der Regel kurzfristig zu einem Liquiditätsabfluss. Die Vorteile dieser Kreditzusagen beinhalten die Generierung von zukünftigen Zinserträgen.

Der Konzern hatte im Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen sonstige Vertrags- und Beitragsverpflichtungen in Höhe von insgesamt T€ 22.366 (davon gegenüber verbundenen Unternehmen T€ 3.989). In den Folgejahren werden Belastungen in ähnlicher Höhe erwartet. Die Restlaufzeiten der Verträge betragen bis zu 5 Jahren.

Zweck der Mitgliedschaft in der gesetzlichen und der freiwilligen Einlagensicherung ist es, im Entschädigungsfall die Gläubiger der Bank für nicht zurückgezahlte Einlagen zu entschädigen. Risiken können sich zukünftig durch Sonderumlagen aufgrund einer steigenden Anzahl von Entschädigungsfällen bei anderen angeschlossenen Banken ergeben. Das Risiko wird gemindert durch die verpflichtende Ansammlung der Jahresbeiträge bis zum Jahr 2024. Die Beiträge werden von Bank11 jährlich vollständig geleistet. Neben den genannten außerbilanziellen Geschäften könnten sich aus dem einheitlichen Abwicklungsfonds neben den laufenden Beiträgen weitere Verpflichtungen ergeben.

Des Weiteren bedient sich der Konzern externer Dienstleister, z.B. für die Bereitstellung von IT-Dienstleistungen. Für die Bank bietet dies u.a. den Vorteil, an Weiterentwicklungen teilzuhaben, die von dem jeweiligen Leistungsanbieter betrieben werden. Sie muss dafür keine eigenen Ressourcen vorhalten, die keinen unmittelbaren Bezug zum originären Bankgeschäft haben. Andererseits ergeben sich Risiken aus dem Ausfall der Leistungsanbieter und deren Ersatz. Die (Rest-) Laufzeit der Verträge bewegt sich in der Bandbreite von einem Jahr bis unbefristet. Die längste Kündigungsfrist beträgt 24 Monate zum Laufzeitende.

Derivative Finanzinstrumente

Zum Bilanzstichtag bestanden bei der Bank sieben Zinsswaps mit einem Ursprungsvolumen von insgesamt 1.625 Mio. € und einem Nominalvolumen von insgesamt 1.608 Mio. €. Diese Kontrakte dienen der Steuerung von Zinsrisiken und in Höhe von 500 Mio. € als Backswap für eine Verbriefungstransaktion (amortisierender Zinsswap). Die Summe der positiven beizulegenden Zeitwerte (exklusive Stückzinsen) beträgt 7.172 T€; die Summe der negativen beizulegenden Zeitwerte (exklusive Stückzinsen) beträgt 20.693 T€. Die beizulegenden Zeitwerte werden auf Basis der zukünftig erwarteten Cashflows, die sich auf den Forwardsätzen ergeben bewertet. Hierbei werden die Cashflows mit entsprechenden Marktzinsen abgezinst.

Die RevoCar-Gesellschaften 2019, 2021-2, 2022, 2023-1 und 2023-2 haben jeweils Zinsswaps in Höhe der ausplatzierten A-Tranche abgeschlossen.

Gesamtbezüge der Organe

Für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben in der Bank11 Holding GmbH erhalten vier Geschäftsführer keine Bezüge. Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführer der Bank11 für Privatkunden und Handel GmbH wird vor dem Hintergrund des § 314 Abs. 3 Satz 2 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats der Bank betrugen im Jahr 2023 T€ 17 (Vorjahr T€ 15).

Abschlussprüferhonorar

Das Honorar des Abschlussprüfers, der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, beträgt T€ 512. Der Betrag entfällt in Höhe von T€ 450 auf Abschlussprüfungsleistungen und in Höhe von T€ 62 auf sonstige Leistungen (agreed-upon-procedures für ABS-Transaktionen und Prüferische Durchsicht einer Profit Center Rechnung).

Offenlegung

Hinsichtlich der nach Teil 8 der CRR offenzulegenden Angaben, die nicht im Jahresabschluss enthalten sind, verweisen wir auf unseren Offenlegungsbericht, der auf unserer Internetseite veröffentlicht wird. https://www.bank11 .de/presse/

Nachtragsbericht

Im März 2024 wird die Bank eine Einzahlung von € 14,8 Mio. von der Muttergesellschaft in die Kapitalrücklage erhalten.

Organe der Gesellschaft

Geschäftsführung

Alexander Boldyreff, Stelle, Vorstand der Wilh. Werhahn KG

Paolo Dell'Antonio, Braunschweig, Vorstand der Wilh. Werhahn KG, bis 13. Oktober 2023

Stephan Kühne, Hannover, Vorstand der Wilh. Werhahn KG

Andreas König, Bad Honnef, Vorstand Wilh. Werhahn KG, seit dem 1. Dezember 2023

Peter-Alexander Wankum, Pulheim, Leiter Corporate Treasury der Wilh. Werhahn KG

Jörn Everhard, Recklinghausen, Geschäftsführer der Bank11 für Privatkunden und Handel GmbH

Jan Metzing, Düsseldorf, Geschäftsführer der Bank11 für Privatkunden und Handel GmbH, bis 31.3.2023

Nina-Stephanie Bartha, Lohmar, Geschäftsführerin der Bank11 für Privatkunden und Handel GmbH, seit dem 19. Oktober 2023

 

Neuss, den 22. Februar 2024

Alexander Boldyreff

Stephan Kühne

Andreas König

Peter-Alexander Wankum

Jörn Everhard

Nina-Stephanie Bartha

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Zuschreibungen
31.12.2023
Standardisierte Anwendersoftware 13.687.456,88 0,00 0,00 -4.932.274,71 0,00 8.755.182,17
Software Vitus 0,00 776.187,00 0,00 2.626.499,19 0,00 3.402.686,19
Software Vincent 0,00 443.634,89 0,00 2.305.775,52 0,00 2.749.410,41
Software Victor 5.0 0,00 184.490,50 0,00 3.473.327,76 0,00 3.657.818,26
geleistete Anzahlung AVALE 381.222,49 527.919,95 0,00 0,00 0,00 909.142,44
geleistete Anzahlungen Victor 5.0 2.874.666,23 598.661,53 0,00 -3.473.327,76 0,00 0,00
Anzahlung Software Viola 0,00 185.236,84 0,00 0,00 0,00 185.236,84
Anzahlung Software Backoffice 0,00 837.809,29 0,00 0,00 0,00 837.809,29
Immaterielle Anlagewerte 16.943.345,60 3.553.940,00 0,00 0,00 0,00 20.497.285,60
geleistete Anzahlungen im Bau 204.770,46 3.041.720,07 0,00 0,00 0,00 3.246.490,53
Büroausstattung 600.020,15 26.795,83 8.149,38 0,00 0,00 618.666,60
Telekommunikation 369.183,88 0,00 0,00 0,00 0,00 369.183,88
EDV-Ausstattung 3.164.692,39 297.854,24 0,00 7.836,80 0,00 3.470.383,43
sonstige Einrichtungsgegenstände 577.775,10 7.770,52 0,00 0,00 0,00 585.545,62
Fuhrpark 192.678,32 0,00 165.149,02 0,00 0,00 27.529,30
Ein- und Umbauten 1.330.860,72 0,00 0,00 0,00 0,00 1.330.860,72
GWG 0,00 51.301,79 43.464,99 -7.836,80 0,00 0,00
Sachanlagen 6.439.981,02 3.425.442,45 216.763,39 0,00 0,00 9.648.660,08
Anlagevermögen 23.383.326,62 6.979.382,45 216.763,39 0,00 0,00 30.145.945,68
Abschreibungen Abschreibungen Abschreibungen auf Abgänge Bilanzwert
kumuliert zum 01.01.2023
kumuliert zum 31.12.2023
kumuliert zum 31.12.2023
31.12.2023
Standardisierte Anwendersoftware 8.680.607,17 8.740.715,17 0,00 14.467,00
Software Vitus 871.896,19 1.739.595,19 0,00 1.663.091,00
Software Vincent 792.864,52 1.427.420,41 0,00 1.321.990,00
Software Victor 5.0 0,00 365.782,26 0,00 3.292.036,00
geleistete Anzahlung AVALE 0,00 0,00 0,00 909.142,44
geleistete Anzahlungen Victor 5.0 0,00 0,00 0,00 0,00
Anzahlung Software Viola 0,00 0,00 0,00 185.236,84
Anzahlung Software Backoffice 0,00 0,00 0,00 837.809,29
Immaterielle Anlagewerte 10.345.367,88 12.273.513,03 0,00 8.223.772,57
geleistete Anzahlungen im Bau 0,00 0,00 0,00 3.246.490,53
Büroausstattung 278.233,15 328.573,60 8.149,38 290.093,00
Telekommunikation 240.658,88 282.081,88 0,00 87.102,00
EDV-Ausstattung 1.759.073,39 2.197.436,43 0,00 1.272.947,00
sonstige Einrichtungsgegenstände 210.968,10 254.017,62 0,00 331.528,00
Fuhrpark 184.257,32 27.529,30 164.376,86 0,00
Ein- und Umbauten 456.077,72 572.600,72 0,00 758.260,00
GWG 0,00 43.464,99 0,00
Sachanlagen 3.129.268,56 3.662.239,55 215.991,23 5.986.420,53
Anlagevermögen 13.474.636,44 15.935.752,58 215.991,23 14.210.193,10
Bilanzwert Abschreibungen
31.12.2022
Geschäftsjahr
Standardisierte Anwendersoftware 74.575,00 60.108,00
Software Vitus 1.754.603,00 867.699,00
Software Vincent 1.512.911,00 634.555,89
Software Victor 5.0 0,00 365.782,26
geleistete Anzahlung AVALE 381.222,49 0,00
geleistete Anzahlungen Victor 5.0 2.874.666,23 0,00
Anzahlung Software Viola 0,00 0,00
Anzahlung Software Backoffice 0,00 0,00
Immaterielle Anlagewerte 6.597.977,72 1.928.145,15
geleistete Anzahlungen im Bau 204.770,46 0,00
Büroausstattung 321.787,00 58.507,83
Telekommunikation 128.525,00 41.423,00
EDV-Ausstattung 1.405.619,00 438.407,04
sonstige Einrichtungsgegenstände 366.807,00 43.047,52
Fuhrpark 8.421,00 7.648,84
Ein- und Umbauten 874.783,00 116.513,00
GWG 0,00 43.464,99
Sachanlagen 3.310.712,46 749.012,22
Anlagevermögen 9.908.690,18 2.677.157,37

Konzern-Kapitalflussrechnung zum 31. Dezember 2023

Bank11 Holding GmbH, Neuss

Periodenergebnis (Konzernjahresüberschuss einschließlich Ergebnisanteile anderer Gesellschafter) 3.569 23.575
+/- Abschreibungen, Wertberichtigungen und Zuschreibungen auf Forderungen und Gegenstände des Anlagevermögens 2.677 3.443
+/- Zunahme/Abnahme Rückstellungen -1.219 510
+/- Andere zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 0 0
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -68 -41
-/+ Sonstige Anpassungen (Saldo) 0 0
Zunahme/Abnahme der Forderungen
-/+ an Kreditinstitute -9.207 97.100
-/+ an Kunden -738.234 -1.040.777
-/+ Zunahme/Abnahme der Wertpapiere (soweit nicht Finanzanlagen) 0 0
-/+ Zunahme/Abnahme anderer Aktiva aus laufender Geschäftstätigkeit -30.193 -13.685
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten
+/- gegenüber Kreditinstituten -677.078 -75.953
+/- gegenüber Kunden 1.049.883 604.802
+/- Zunahme/Abnahme verbriefter Verbindlichkeiten 673.049 325.773
+/- Zunahme/Abnahme anderer Passiva aus laufender Geschäftstätigkeit 12.614 3.172
+/- Zinsaufwendungen/Zinserträge -140.109 -147.833
+/- Ertragsteueraufwand/-ertrag 2.295 13.058
+ Erhaltene Zinszahlungen 350.966 171.775
- Gezahlte Zinsen -206.480 -25.059
-/+ Ertragssteuerzahlungen -10.667 -8.678
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 281.798 -68.818
Einzahlungen aus Abgängen des
+ Finanzanlagevermögens 0 0
+ Sachanlagevermögens 68 132
Auszahlungen für Investitionen in das
- Finanzanlagevermögen 0
- Sachanlagevermögen -3.425 -1.127
- immaterielle Anlagevermögen -3.554 -3.211
Cashflow aus Investitionstätigkeit -6.911 -4.206
- Gezahlte Dividenden an Gesellschafter des Mutterunternehmens 0 0
+/- Mittelveränderungen aus sonstigem Kapital 64.049 30.904
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 64.049 30.904
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 338.936 -42.120
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode * 543.696 585.816
Finanzmittelfonds am Ende der Periode * 882.632 543.696
31.12.2023 31.12.2022
T€ T€

* Der Finanzmittelfonds entspricht den täglich fälligen Bundesbankguthaben

Konzern-Eigenkapitalspiegel der Bank11 Holding GmbH zum 31. Dezember 2023

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital
T€
Kapitalrücklage
T€
Gewinnvortrag
T€
Stand 1.1.2022 36 267.831 38.951
Kapitalerhöhung 30.904
Thesaurierung 31.749
Änderung Konsolidierungskreis
Konzernjahresüberschuss
Stand 31.12.2022 36 298.735 70.700
Kapitalerhöhung 64.043
Thesaurierung 23.570
Umgliederung -808 808
Änderung Konsolidierungskreis
Konzernjahresüberschuss
Stand 31.12.2023 36 361.970 95.078
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Konzernjahresüberschuss, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist
T€
Summe
T€
Stand 1.1.2022 31.749 338.567
Kapitalerhöhung 30.904
Thesaurierung -31.749 0
Änderung Konsolidierungskreis 0
Konzernjahresüberschuss 23.570 23.570
Stand 31.12.2022 23.570 393.041
Kapitalerhöhung 64.043
Thesaurierung -23.570 0
Umgliederung 0
Änderung Konsolidierungskreis 0
Konzernjahresüberschuss 3.563 3.563
Stand 31.12.2023 3.563 460.647
Nicht beherrschende Anteile
Nicht beherrschende Anteile vor Konzernüberschuss
T€
Anteil nicht beherrschende am Konzernergebnis
T€
Summe
T€
Konzerneigenkapital
T€
Stand 1.1.2022 27 3 30 338.597
Kapitalerhöhung 0 0 30.904
Thesaurierung 6 -6 0 0
Änderung Konsolidierungskreis -2 -4 -6 -6
Konzernjahresüberschuss 0 5 5 23.575
Stand 31.12.2022 31 -2 29 393.070
Kapitalerhöhung 0 64.043
Thesaurierung 6 -6 0 0
Umgliederung
Änderung Konsolidierungskreis 0 6 6 6
Konzernjahresüberschuss 0 6 6 3.569
Stand 31.12.2023 37 4 41 460.688

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Bank11 Holding GmbH, Neuss

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Bank11 Holding GmbH, Neuss, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Bank11 Holding GmbH, Neuss, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 8. März 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wilhelm Wolfgarten, Wirtschaftsprüfer

Stefan Brauner, Wirtschaftsprüfer

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