Stammdaten

Register
Amtsgericht Saarbrücken HRB 15596
Vorher
MediSERV Abrechnung und Service für Heilberufe GmbH
Eingetragen
2.7.2002
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit aktivem VersicherungsgeschäftManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
1. Das Betreiben von Bankgeschäften sowie die Erbringung von Finanz- und Beratungsdienstleistungen sowie die Vermittlung von Versicherungen. 2. Zu nach dem KWG erlaubnispflichtigen Geschäften und Tätigkeiten ist die Gesellschaft nur im Rahmen der ihr erteilten Erlaubnis berechtigt. Die Gesellschaft ist berechtigt, das Erlaubnisverfahren zur Erweiterung der Zulassung zum Geschäftsbetrieb nach § 32 KWG auf weitere erlaubnispflichtige Bereiche zu betreiben. 3. Die Gesellschaft ist berechtigt, Tochtergesellschaften zu gründen, sich an anderen Unternehmen zu beteiligen, auch die Geschäftsführung und die persönliche Haftung in Kommanditgesellschaften zu übernehmen; sie darf auch Zweigniederlassungen errichten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Florian Johannes Hell
seit 21.1.2025
Geschäftsführer
Prokura
Christopher Storck
seit 1.3.2021
Prokura
Alexander Greiner
seit 1.3.2021
Prokura
Hendrik Hamm
seit 11.1.2019
Geschäftsführer
Björn Clüsserath
seit 13.3.2015
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (3)

NameAnteil
32.50%
D*** C*********
20.00%

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
DC1 Beteiligungen GmbH
Germany
256.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

mediserv Bank GmbH

Saarbrücken

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der mediserv Bank GmbH, Saarbrücken - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der mediserv Bank GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt:

Existenz und Bewertung der Kundenforderungen

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die Angaben im Anhang in Kapitel "B.1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden".

Sachverhalt

Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Risikovorsorgen, belaufen sich auf TEUR 227.897. Dies entspricht 88,7 % der Bilanzsumme. Im Wesentlichen bestehen die Forderungen an Kunden aus Forderungen aus dem Factoring- sowie aus dem Kreditgeschäft. Zudem bestehen unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von TEUR 165.587 sowie Eventualverbindlichkeiten aus Mietavalen für Kunden sowie aus Vertragserfüllungsbürgschaften in Höhe von TEUR 1.556. Die Geschäftsstruktur der mediserv Bank GmbH ist maßgeblich durch den laufenden Forderungsankauf von Honorarforderungen von Ärzten, Zahnärzten und sonstigen Heilberufen gegenüber deren Patienten sowie das Kreditgeschäft mit diesen Kundengruppen geprägt.

Die Identifizierung von Wertminderungen und die Ermittlung von Einzelwertberichtigungen sowie die Bemessung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und unwiderrufliche Kreditzusagen unterliegen wesentlichen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass Wertberichtigungsbedarf nicht rechtzeitig identifiziert wird bzw. die Höhe der Wertberichtigung von der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der jeweiligen Kreditnehmer sowie von der Bewertung der Kreditsicherheiten beeinflusst wird.

Der Forderungsankauf erfolgt als echtes und unechtes Factoring. Die jeweiligen Forderungsverkäufer können auf Basis eines Rahmenvertrags (Abrechnungsvereinbarung) Rechnungen über ein Abrechnungsmodul bei der mediserv Bank GmbH einreichen. Nach erfolgter systemseitiger Bonitätsprüfung des Patienten werden die eingereichten Forderungen angekauft und aktiviert. Hierbei besteht für den Patienten die Möglichkeit, die Rechnung vollständig oder in Raten (Teilzahlungen) zu begleichen. Es besteht dabei das Risiko, dass Rechnungen über rechtlich nicht existente Forderungen eingereicht und bilanziert werden.

Aufgrund des hohen Forderungsvolumens ist die Existenz und die zutreffende Bewertung der Kundenforderungen für den Jahresabschluss und insbesondere die Ertragslage von entscheidender Bedeutung und stellt nach unserer Einschätzung einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.

Prüferische Reaktion und Erkenntnisse

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns mit dem Forderungsankauf sowie der Kreditvergabe einschließlich den unternehmensintern festgelegten Methoden und Verfahren befasst. Hierbei haben wir den Prozess vom Abschluss der Abrechnungsvereinbarung über den laufenden Ankauf von Forderungen sowie den Prozess der Kreditvergabe bis hin zur Bilanzierung nachvollzogen. Zudem haben wir die Ausgestaltung der rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollen und deren Wirksamkeit im Rahmen von Kontrolltests beurteilt.

Hinsichtlich der Forderungen an Kunden aus dem Kreditgeschäft haben wir im Rahmen einer Stichprobenauswahl die Kreditvertragsdaten mit den im Hauptbuch der Gesellschaft gebuchten Daten verglichen. Ergänzend haben wir die von der Gesellschaft vorgehaltenen Unterlagen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen der Kreditnehmer und zu etwaigen Kreditsicherheiten eingesehen, ausgewertet und beurteilt. Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Forderungen aus dem Factoringgeschäft haben wir stichprobenartig dahingehend untersucht, ob der bilanzierte Forderungsbetrag mit der vom Forderungsverkäufer übermittelten Abrechnung übereinstimmt. Bei bestehenden Teilzahlungen haben wir ausgehend vom ursprünglich angekauften Forderungsbetrag anhand der bestehenden Teilzahlungsvereinbarung den zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Forderungsbetrag nachgerechnet. Zusätzlich haben wir für die stichprobenhaft ausgewählten Forderungen anhand der Zahlungseingänge auf dem Bankkonto der mediserv Bank GmbH nachvollzogen, ob die Forderungen nach dem Bilanzstichtag beglichen wurden.

Aufgrund unserer Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der Existenz und Bewertung der Kundenforderungen der Gesellschaft am Bilanzstichtag ergeben.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Gesellschafterversammlung am 22. September 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 9. November 2023 von der Geschäftsführung beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2022 als Abschlussprüfer der mediserv Bank GmbH tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Prof. Dr. Marius Haßlinger.

 

Bad Kreuznach, den 31. Mai 2024

HT VIA AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Prof. Dr. Marius Haßlinger, Wirtschaftsprüfer

Hans-Joachim Haßlinger, Wirtschaftsprüfer

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

mediserv Bank GmbH

Aktivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
T€
1. Barreserve
a) Kassenbestand 10.810,61 9
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 13.589.968,25 11.344
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 13.589.968,25 (Vj. TEUR 11.343.851,83)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 13.600.778,86 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 6.492.194,03 14.996
b) andere Forderungen 0,00 6.492.194,03 0
4. Forderungen an Kunden 227.897.200,48 193.991
darunter: durch Grundpfandrechte gesichert Kommunalkredite
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: Beleihbar bei der Deutschen Bundesbank
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank
bb) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank
c) eigene Schuldverschreibungen Nennbetrag 0,00 0,00 0
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0,00 0
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 320.000,00 0
darunter:
an Kreditinstituten
an Finanzdienstleistungsinstituten
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0
darunter:
an Kreditinstituten
an Finanzdienstleistungsinstituten
9. Treuhandvermögen 406.250,00 469
darunter: Treuhandkredite
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 59.432,89 115
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 59.432,89 0
12. Sachanlagen 1.299.851,91 1.105
13. Eingefordertes, noch nicht eingezahltes Kapital 0,00 0
14. Sonstige Vermögensgegenstände 6.584.643,57 3.990
15. Rechnungsabgrenzungsposten 379.287,70 240
16. Aktive latente Steuern 0,00 0
17. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0,00 0
18. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0
Summe der Aktiva 257.039.639,44 226.259

Passivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
T€
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 678,00 8
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 82.488.057,99 82.488.735,99 82.359
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 0,00 0
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 0,00 0,00 0
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 43.129.734,55 58.389
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 55.648.265,53 98.778.000,08 98.778.000,08 11.785
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf (0) (0)
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 406.250,00 469
darunter: Treuhandkredite (0)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.648.319,02 1.311
6. Rechnungsabgrenzungsposten 1.320.211,54 1.659
6a. Passive latente Steuern 0,00 0
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 0,00 0
b) Steuerrückstellungen 413.040,00 1.006
c) andere Rückstellungen 588.712,58 1.001.752,58 652
8. [gestrichen] 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 0,00 0
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 256.000,00 256
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 0,00 0
cb) Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen 0,00 0
cc) satzungsmäßige Rücklagen 0,00 0
cd) andere Gewinnrücklagen 68.366.302,17 68.366.302,17 67.512
d) Bilanzgewinn 2.774.068,06 71.396.370,23 853
Summe der Passiva 257.039.639,44 226.259
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 1.555.664,00 0
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 1.555.664,00 1.806
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Plazierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 165.586.618,00 165.586.618,00 161.538

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

mediserv Bank GmbH

Geschäftsjahr Vorjahr
T€
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 6.732.492,71 3.960
darunter: Negative Zinsen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 0,00 22
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 0,00 6.732.492,71 0
2. Zinsaufwendungen 2.888.469,53 3.844.023,18 466
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 0,00 0
b) Beteiligungen 0,00 0
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 24.568.168,05 21.444
6. Provisionsaufwendungen 12.468,76 € 24.555.699,29 14
7. Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 455.344,96 374
9. [gestrichen]
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 8.207.382,08 7.022
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.458.145,79 9.665.527,87 1.272
darunter: für Altersversorgung 11.465,99 (Vj. TEUR 10)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 10.709.156,09 20.374.683,96 10.342
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 424.533,40 597
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 286.203,18 267
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 3.640.146,18 3.356
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 3.640.146,18 0
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 0,00 0
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere 0,00 0,00 0
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. [gestrichen]
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 4.129.500,71 2.442
20. Außerordentliches Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.347.933,14 475
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 7.499,51 1.355.432,65 1.114
25. Erträge aus Verlustübernahme 0,00 0
26. Auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 0,00 0
27. Jahresüberschuss 2.774.068,06 853
28. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
29. Entnahmen aus der Kapitalrücklage 0,00 0
30. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00
b) aus der Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlichen beteiligten Unternehmen 0,00
c) aus satzungsmäßigen Rücklagen 0,00
d) aus anderen Gewinnrücklagen 0,00 0,00 0
31. Entnahmen aus Genußrechtskapital 0,00 0
32. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 0,00
b) in die Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlichen beteiligten Unternehmen 0,00
c) in satzungsmäßige Rücklagen 0,00
d) in andere Gewinnrücklagen 0,00 0,00 0
33. Wiederauffüllung des Genußrechtskapitals 0,00 0
34. Bilanzgewinn 2.774.068,06 853

Anhang zum Jahresabschluss 2023

Gliederung

A. Allgemein

B. Jahresbilanz

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2. Entwicklung des Anlagevermögens 2023

3. Erläuterungen zur Bilanz

C. Gewinn- und Verlustrechnung

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

3. Periodenfremde Aufwendungen und Erträge in wesentlicher Höhe

4. Steuern vom Einkommen und Ertrag

D. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres

E. Sonstige Angaben

1. Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer

2. Mitglieder der Geschäftsführung

3. Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers

F. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

1. Haftungsverhältnisse

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

G. Offenlegung

H. Mitglieder des Prüfungsausschusses

A. Allgemein

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen des Handelsgesetzbuches, insbesondere gemäß den §§ 242 ff. und den speziell von Kreditinstituten anzuwendenden §§ 340e bis 340g HGB, sowie den ergänzenden Bestimmungen der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute erstellt. Er vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die nicht aufgeführten Jahresabschlussposten treffen für die Gesellschaft nicht zu.

Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt entsprechend dem Formblatt 3 der RechKredV.

Sitz der mediserv Bank GmbH ist Saarbrücken. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 15596 im Handelsregister des Amtsgerichts Saarbrücken eingetragen. Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB auf; sie gilt jedoch gem. § 340a Abs. 1 HGB als große Kapitalgesellschaft. Die mediserv Bank ist 100-prozentige Tochtergesellschaft der DC1 Beteiligungen GmbH.

B. Jahresbilanz

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanz wurde entsprechend dem Formblatt 1 zur RechKredV gegliedert.

Die Ausübung von Bilanzierungswahlrechten und die angewandten Bewertungsmethoden werden nachfolgend bei den einzelnen Bilanzpositionen dargestellt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr beibehalten worden.

Die Barreserve wird zu Nennbeträgen bilanziert.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nominalwerten angesetzt, wobei auf Forderungen an Kunden notwendige Wertberichtigungen vorgenommen wurden. Wertberichtigungen werden für das Factoringgeschäft unter anderem in Abhängigkeit der Fälligkeit und des Vertragsmodells gebildet. Im Bankgeschäft erfolgen Wertberichtigungen in Form von Einzelwertberichtigungen sowie pauschalierten Einzelwertberichtungen und Pauschalwertberichtigungen unter Berücksichtigung des IDW RS BFA 7. Insbesondere sind sämtliche Forderungen abgesehen von Darlehen aus eigenen Mitteln und Förderdarlehen Gegenstand einer automatisierten pauschalierten Wertberichtigung, welche auf Wertberichtigungsstaffeln basiert. Die Wertberichtigungsstaffeln enthalten pauschale Wertberichtigungsquoten, die jede Forderung individuell im Wert berichtigen und auf diese Weise dem latenten Risiko im Kreditgeschäft Rechnung tragen. Wesentliche Kriterien für die Ermittlung der Wertberichtigung sind das Alter der Forderung (Zeitraum des Rückstands), die jeweilige Kundengruppe, die Produktart sowie die Bonität in Verbindung mit der Ausfallwahrscheinlichkeit. Unverzinsliche Forderungen mit Laufzeiten über einem Jahr bestehen nicht.

Die erworbene Beteiligung an der AfP Abrechnungsservice für Privatpatienten GmbH wurde zu Anschaffungskosten angesetzt.

Die erworbenen immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen wurden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet.

Die Abschreibungen erfolgen nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Vermögensgegenstände Nutzungsdauer/ Jahre Abschreibungsmethode
Software 3 linear
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-23 linear
Geringwertige Vermögensgegenstände bis € 800,00 Sofortabschreibung

Geringwertige Vermögensgegenstände bis zu einem Betrag von € 800,00 werden im Jahr des Zugangs sofort ergebniswirksam abgeschrieben. Über diesen Betrag hinausgehende Vermögensgegenstände werden gemäß ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben.

Außerplanmäßige Abschreibungen waren im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht erforderlich.

Die bereits im Berichtsjahr gezahlten, aber das Folgejahr betreffenden Aufwendungen wurden in den Aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt.

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt zum Erfüllungsbetrag.

Zum Bilanzstichtag bestanden keine Fremdwährungspositionen.

Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten wurden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zum notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Aus der Bewertung des Zinsbuches drohen keine Verluste. Die Bewertung erfolgt grundsätzlich unter der Berücksichtigung der IDW Stellungnahme RS BFA 3. Für die Berechnungen wird ein barwertiges Konzept verwendet. Dabei wird den Besonderheiten des Factoringgeschäftes Rechnung getragen.

2. Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungswerte kumuliert
(U) Umbuchung (+/-)
Stand (Z) Zugang Stand
01.01.2023 (A) Abgang 31.12.2023
I. Immaterielle Anlagewerte
(U) 0.00
(Z) 8.407,94
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnlicheRechte und Werte sowie Lizenzen ansolchen Rechten und Werten 1.616.502,91 (A) 0,00 1.624.910,85
II. Sachanlagen
(U) 0,00
(Z) 554.693,35
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaustattung 3.649.215,49 (A) 28.866,40 4.175.042,44
III. Finanzanlagen
(U) 0,00
(Z) 320.000,00
Beteiligungen 0,00 (A) 0,00 320.000,00
(U) 0,00
(Z) 883.101,29
5.265.718,40 (A) 28.866,40 6.119.953,29
Abschreibungen kumuliert
Stand (Z) Zugang Stand
01.01.2023 (A) Abgang 31.12.2023
I. Immaterielle Anlagewerte
(Z) 64.236,03
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnlicheRechte und Werte sowie Lizenzen ansolchen Rechten und Werten 1.501.241,93 (A) 0,00 1.565.477,96
II. Sachanlagen
(Z) 360.297,36
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaustattung 2.543.758,56 (A) 28.865,40 2.875.190,52
III. Finanzanlagen
(Z) 0,00
Beteiligungen 0,00 (A) 0,00 0,00
(Z) 424.533,39
4.045.000,49 (A) 28.865,40 4.440.668,48
Buchwerte
Stand Stand
31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Anlagewerte
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnlicheRechte und Werte sowie Lizenzen ansolchen Rechten und Werten 59.432,89 115.260,98
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaustattung 1.299.851,92 1.105.456,93
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 320.000,00 0,00
1.679.284,81 1.220.717,91

3. Erläuterungen zur Bilanz

Die Barreserve setzte sich aus Guthaben bei der Deutschen Bundesbank in Höhe von T€ 13.590 (Vorjahr: T€ 11.344) und Kassenbestand in Höhe von T€ 11 (Vorjahr: T€ 9) zusammen. Die mit T€ 6.492 (Vorjahr: T€ 14.996) ausgewiesenen Forderungen an Kreditinstitute waren täglich fällig.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen an Kunden haben folgende Restlaufzeiten:

31.12.2023 31.12.2022
Forderungen
täglich fällig 23.078.438,35 21.196.537,65
bis 3 Monate 63.371.810,16 61.295.744,58
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 38.532.873,17 37.650.333,31
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 59.967.682,02 44.563.143,87
mehr als 5 Jahre 42.946.396,78 29.285.236,06
227.897.200,48 193.990.995,47

Zum 31.12.2023 bestanden Bruttoforderungen aus dem echten und unechten Factoring in Höhe von T€ 95.626 (Vorjahr: T€ 83.605), und aus dem Forderungseinzug in Höhe von T€ 68 (Vorjahr: T€ 215). Den hieraus entstehenden Veritätsrisiken begegnet die mediserv Bank durch Auswahl und Überwachung der Abrechnungskunden (Ärzte, Zahnärzte, sonstige Heilberufe) unter Beachtung bestimmter Bonitätskriterien, interner Kontrollen und Bonitätsauskünften Dritter.

Außerdem waren in dem Posten "Forderungen an Kunden" zum Bilanzstichtag Bruttoforderungen aus dem Kreditgeschäft in Höhe von T€

144.365 (Vorjahr: T€ 119.557) enthalten. Davon entfielen T€ 10.971 (Vorjahr: T€ 16.475) auf Forderungen gegenüber der Gesellschafterin.

Der Bestand an Wertberichtigungen belief sich auf T€ 12.274 (Vorjahr: T€ 9.471). Die Zunahme an Wertberichtigungen lag primär am Ausbau des Kreditgeschäftes sowie an Einzelwertberichtigungen für mehrere ausfallgefährdete Kreditengagements.

Die mediserv Bank ist im November 2023 eine Beteiligung an der AfP Abrechnungsservice für Privatpatienten GmbH in Höhe von T€ 320 eingegangen, die unter dem Aktivposten Beteiligungen ausgewiesen wird.

Immaterielle Anlagewerte bestanden in Höhe von T€ 59 (Vorjahr: T€ 115). Im Berichtsjahr bestanden, wie auch im Vorjahr, keine geleisteten Anzahlungen.

Im Aktivposten "Sachanlagen" waren ausschließlich Betriebs- und Geschäftsausstattungen (T€ 751, Vorjahr: T€ 852), Fuhrpark (T€ 448, Vorjahr: T€ 113) und Mietereinbauten (T€ 101, Vorjahr: T€ 140) enthalten.

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 6.585 (Vorjahr: T€ 3.990) beinhalteten im Wesentlichen Körperschaft- und Gewerbesteuerrückforderungen, sonstige Forderungen sowie noch nicht abzugsfähige Vorsteuern.

Der Aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltete bereits gezahlte, jedoch erst im Folgejahr fällige Rechnungen (T€ 379; Vorjahr: T€ 240).

Die Finanzierung über Kreditinstitute (einschließlich Förderinstitute) belief sich zum Stichtag auf T€ 82.489 (Vorjahr: T€ 82.367).

31.12.2023 31.12.2022
Verbindlichkeiten
täglich fällig 678,00 7.709,00
bis 3 Monate 7.682.460,79 40.724.038,46
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 14.550.904,17 2.359.980,78
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 27.866.157,94 18.043.495,44
mehr als 5 Jahre 32.388.535,09 21.231.503,23
82.488.735,99 82.366.726,91

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden vollständig unbesichert zur Verfügung gestellt.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden hatten folgende Laufzeiten:

31.12.2023 31.12.2022
Verbindlichkeiten
täglich fällig 43.129.734,55 58.389.586,12
bis 3 Monate 36.566.080,34 6.923.317,59
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 18.532.065,32 4.850.242,33
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 550.119,87 0,00
mehr als 5 Jahre 0,00 0,00
98.778.000,08 70.163.146,04

Die Treuhandverbindlichkeiten resultierten mit T€ 406 (Vorjahr: T€ 469) aus der Vergabe eines Corona-Schnellkredites der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit einer Haftungsfreistellung für das Institut von 100 Prozent.

Die sonstigen Verbindlichkeiten mit T€ 1.648 (Vorjahr: T€ 1.311) bestanden im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (T€ 523), sonstigen Verbindlichkeiten aus Rechtsanwaltshonoraren und Provisionen für den Vertrieb von Laufzeitdarlehen (T€ 976) sowie Lohnsteuerverbindlichkeiten (T€ 117) und waren täglich fällig.

Der Passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 1.320 (Vorjahr: T€ 1.659) beinhaltete bereits von Dritten erhaltene Zinszuschüsse für Folgejahre aus der Subvention zinsfreier Teilzahlungskredite durch Kunden.

In den Rückstellungen sind Steuerrückstellungen in Höhe von T€ 413 (Vorjahr: T€ 1.006) für die Umsatzsteuer enthalten. Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023 31.12.2022
T€ T€
Urlaub und Überstunden 111 84
Berufsgenossenschaft 1 25
Schwerbehindertenausgleichsabgabe 0 0
Jahresabschluss- und Prüfungskosten 30 35
Rechtsberatungs- und Prozesskosten 104 85
Ausstehende Rechnungen 94 132
Archivierungskosten 135 134
Personalkosten 81 71
Zinsschuld USt. 18 73
Einlagensicherungskosten 15 13
589 652

Der Bilanzgewinn aus dem Vorjahr in Höhe von T€ 854 wurde durch Beschluss der Gesellschafterversammlung in vollem Umfang den Gewinnrücklagen zugeführt. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2023 wurden keine Beträge aus den Gewinnrücklagen an die Gesellschafterin ausgeschüttet. Der Bilanzgewinn aus dem Jahr 2023 soll den Gewinnrücklagen zugeführt werden. Das Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2023 31.12.2022
I. Gezeichnetes Kapital 256.000,00 256.000,00
II. Gewinnrücklagen 68.366.302,17 67.512.291,34
III. Bilanzgewinn 2.774.068,06 854.010,83
71.396.370,23 68.622.302,17

Der Bilanzgewinn setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2023 31.12.2022
Bilanzgewinn Vorjahr 854.010,83 2.956.114,72
Einstellung in die Gewinnrücklagen 854.010,83 2.956.114,72
Jahresüberschuss 2.774.068,06 854.010,83
Bilanzgewinn 2.774.068,06 854.010,83

Zum Bilanzstichtag wurden offene unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von T€ 165.587 (Vorjahr: T€ 161.538) ausgewiesen. Diese bestanden vor allem gegenüber Teilnehmern in Höhe von T€ 140.856 (Vorjahr: T€ 128.683) und beinhalteten vorwiegend befristete Ankaufgarantien für einzelne Honorarrechnungen, die erfahrungsgemäß kurzfristig im Rahmen bestehender Abrechnungsverträge von der mediserv Bank angekauft werden. Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungen bestanden zum 31.12.2023 in Höhe von T€ 1.556 (Vorjahr: T€ 1.806).

C. Gewinn- und Verlustrechnung

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Gebühren für erbrachte Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Factoringgeschäft werden in den Provisionserträgen erfasst.

Aufwendungen und Erträge werden periodengerecht erfasst. Die Erträge werden vereinnahmt, wenn sie der Gesellschaft zustehen.

2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Zins- und Provisionserträge gliedern sich auf die folgenden Tätigkeitsbereiche auf:

Tätigkeitsbereich

2023 2022
T€ T€
Zinserträge
Zahnärzte/Kieferorthopäden 2.752 1.706
Ärzte (Ärzte, Chefärzte und sonstige Heilberufe) 1.376 627
mediserv Kredit 1.674 1.361
Inkasso/Mahnwesen 187 136
Sonstiges 743 130
Erlösschmälerungen 0 0
Provisionserträge 6.732 3.960
Zahnärzte/Kieferorthopäden 9.911 8.682
Ärzte (Ärzte, Chefärzte und sonstige Heilberufe) 12.667 10.985
mediserv Kredit 40 30
Inkasso/Mahnwesen 1.934 1.752
Sonstiges 22 1
Erlösschmälerungen -6 -6
24.568 21.444
31.300 25.404

Der Anstieg der Zinserträge resultierte im Wesentlichen aus dem Ausbau der Finanzierung von Heilberufen durch Laufzeitkredite aus Eigen- sowie Fördermitteln in Verbindung mit dem starken Anstieg des Zinsniveaus.

In den sonstigen Zinserträgen waren Zinsen aus der Haltung von Guthaben (inkl. Mindestreservesoll) bei der Deutschen Bundesbank sowie von Guthaben bei Geschäftsbanken in Höhe von T€ 377 (Vorjahr: T€ -22) enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich auf T€ 455 (Vorjahr: T€ 374). Der im Vergleich zum Vorjahr höhere Wert resultiert im Wesentlichen aus nicht steuerbaren Erträgen in Höhe von T€ 357 (Vorjahr: T€ 350). Mit T€ 26 (Vorjahr: T€ 8) sind zudem Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, mit T€ 22 (Vorjahr: T€ 15) sonstige betriebliche Erträge und mit 38 (Vorjahr: T€ 0) sonstige betriebliche Erträge MwSt.-frei enthalten.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen stiegen im Berichtsjahr auf T€ 20.375 (Vorjahr: T€ 18.636). Dies ist vor allem auf einen abermaligen Anstieg der Personalaufwendungen auf T€ 9.666 (Vorjahr: T€ 8.294) zurückzuführen. Die weiteren Verwaltungsaufwendungen haben sich bedingt durch höhere Raumkosten, gestiegene Gebühren und Beiträge, höhere Auswertungskosten, erhöhte Rechts- und Beratungskosten sowie gestiegene Portoaufwendungen auf T€ 10.709 (Vorjahr: T€ 10.342) erhöht.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen auf T€ 286 (Vorjahr: T€ 267). Enthalten sind insbesondere Aufwendungen aus nicht abzugsfähigen Vorsteuern in Höhe von T€ 251 (Vorjahr: T€ 177).

Aufwendungen für Forderungsausfälle wurden in Höhe von T€ 1.273 (Vorjahr: T€ 1.329) verbucht, während aus bereits abgeschriebenen Forderungen Zahlungseingänge in Höhe von T€ 435 (Vorjahr: T€ 377) zu verzeichnen waren.

3. Periodenfremde Aufwendungen und Erträge in wesentlicher Höhe

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen waren keine periodenfremden Positionen enthalten.

4. Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag entfielen in Höhe von T€ 1.348 (VJ T€ 475) vollumfänglich auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Daneben bestehen sonstige Steuern in Höhe von T€ 7 (Vorjahr: T€ 1.114), die größtenteils aus Rückstellungen für potenzielle Steuernachzahlungen resultieren.

D. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, lagen nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2023 nicht vor.

E. Sonstige Angaben

1. Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer

Arbeitnehmergruppen Zahl der Arbeitnehmer im Durchschnitt (inkl. Geschäftsleitung)
2023 2022
Angestellte 155 149
davon Vollzeit 124 118
davon Teilzeit (inkl. Aushilfen) 31 31

2. Mitglieder der Geschäftsführung

Geschäftsführer Markt

Herr Björn Clüsserath

Dipl. Wirtschaftsingenieur (FH), Master of Risk Management and Regulation (MSc), Master of Business Administration (MBA)

Geschäftsführer Marktfolge

Herr Hendrik Hamm

Master of Finance and Accounting (M.A.)

Auf die Angabe der Vergütung des Geschäftsführungsorgans wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

3. Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers

Für das Jahr 2023 wurden vom Abschlussprüfer folgende Honorare berechnet:

für Abschlussprüfungsleistungen: T€ 64,5

für andere Bestätigungsleistungen: T€ 0

für Steuerberatungsleistungen: T€ 0

für sonstige Leistungen: T€ 0

F. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

1. Haftungsverhältnisse

Es bestanden zum Bilanzstichtag Verpflichtungen aus Haftungsverhältnissen im Sinne des § 251 HGB in Höhe von T€ 1.556 (Vorjahr: T€ 1.806). Diese resultierten aus Mietavalen für Kunden (T€ 580; Vorjahr: T€ 526) sowie Vertragserfüllungsbürgschaften (z. B. Kaufpreisbürgschaft) (T€ 976; Vorjahr: T€ 1.280). Eine Inanspruchnahme der Haftungsverhältnisse wird derzeit als unwahrscheinlich eingeschätzt.

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die mediserv Bank ist aus Mietverträgen mit unbefristeter Laufzeit in Höhe von T€ 296 (Vorjahr: T€ 302) jährlich verpflichtet.

G. Offenlegung

Als nicht börsennotiertes kleines und nicht komplexes Institut unterliegt die mediserv Bank den Anforderungen nach Art. 433b Abs. 2 CRR, wonach sie nur die Schlüsselparameter nach Art. 447 CRR offenlegen muss. Diese Inhalte sind zum Teil im Lagebericht enthalten. Die weiteren Angaben werden in einem separaten Offenlegungsbericht vorgenommen und dieser auf der Homepage der mediserv Bank veröffentlicht.

H. Mitglieder des Prüfungsausschusses

Als Mitglieder des Prüfungsausschusses sind auf unbestimmte Zeit Herr Dr. Ernst Clüsserath (Geschäftsführer der Gesellschafterin), Frank Eloy (Vorstand SaarLB) und WP StB Helmut Heimfarth (Geschäftsführer ETL-Heimfarth & Kollegen GmbH) gewählt.

 

Saarbrücken, den 31. März 2024

Björn Clüsserath

Hendrik Hamm

Lagebericht zum Jahresabschluss 2023

I.) Darstellung des Geschäftsverlaufs

1.) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 1

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld veränderte sich in den vergangenen Jahren grundlegend. Mit der Corona-Pandemie der Jahre 2020 bis 2022 und dem russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 wurde die Weltwirtschaft von zwei unerwarteten und schwerwiegenden Ereignissen getroffen, die Auswirkungen sowohl auf die kurze als auch auf die lange Frist der weltwirtschaftlichen Entwicklung hatten bzw. haben werden. Auch der Nahostkonflikt zwischen Israelis und Palästinensern führte zu Turbulenzen sowohl auf den Finanzmärkten als auch auf dem Ölmarkt. Als Reaktion auf den starken Anstieg der Inflation durch die veränderten makroökonomischen Rahmenbedingungen reagierte die Europäische Zentralbank mit einer schnellen und starken Erhöhung der Leitzinsen. Die Notwendigkeit und der zunehmende Druck zur Herbeiführung einer strukturellen Transformation der Realwirtschaft und des Finanzsystems verstärkte die Unsicherheit über künftige makroökonomische Entwicklungen zusätzlich.

Das Jahr 2023 war im Euro-Raum von hohen Preissteigerungsraten geprägt. In Deutschland ist die Inflation, gemessen am nationalen Verbraucherpreisindex, im Verlauf des Jahres 2023 zwar deutlich zurückgegangen, was vor allem auf geringere Preissteigerungen bei den schwankungsanfälligen Gütergruppen Energie und Nahrungsmittel zurückzuführen ist; die Kerninflation blieb mit zuletzt 4,5 % jedoch weiterhin deutlich erhöht. Die verminderte Kaufkraft schwächte vor allem die privaten Konsumausgaben. Die Nominaleinkommensentwicklung stieg zwar an, jedoch erst zeitlich verzögert zum Anstieg der Verbraucherpreise.

Die Preissteigerung lag in Deutschland im Jahr 2023 deutlich über der Preissteigerung anderer wichtiger Volkswirtschaften, insbesondere der USA und China. Die energieintensiven Industriezweige Deutschlands sehen sich nach der durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eingetretenen Energiepreiskrise immer noch mit außerordentlich hohen Produktionskosten konfrontiert. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde im Jahr 2023 vor allem durch die noch immer hohen Preise auf allen Wertschöpfungsstufen gedämpft. Die geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland wirkte sich ebenfalls ungünstig auf die Konjunktur aus. Zusätzlich zur geminderten globalen Nachfrage sind in Deutschland im Jahr 2023 die inländischen Produktionskosten angestiegen; die preisliche Wettbewerbsfähigkeit hat sich verschlechtert. Im nach wie vor krisengeprägten Umfeld kam die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland im Jahr 2023 daher ins Stocken. Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2023 um 0,3 % niedriger als im Jahr 2022.

Angesichts der weiterhin erhöhten Inflation hat die Europäische Zentralbank im September 2023 die Leitzinsen bereits zum zehnten Mal in Folge auf insgesamt 4,5 % angehoben. Diese Anhebung führte zu einem starken Anstieg der Marktzinsen. Die Kreditvergabe an Unternehmen und private Haushalte hat sich seither deutlich verringert. Die Zinsentwicklung am Kapitalmarkt folgte dieser Zinserhöhung weitgehend; zum Ende des Jahres 2023 waren die Renditen für lange Zinsbindungsfristen aufgrund gesunkener Preissteigerungsraten und der Erwartung einer Zinssenkung durch die EZB allerdings wieder rückläufig.

Durch die abrupten und starken Zinserhöhungen durch die EZB verschlechterten sich die Finanzierungsbedingungen der Unternehmen. Die gestiegenen Zinsen bremsten auch die Bautätigkeit in Deutschland stark ein. Nach Abarbeitung noch bestehender Auftragsbestände konnten im Bausektor nur sehr wenige Neuaufträge verzeichnet werden. Neben den stark gestiegenen Kreditkosten sind ein weiterer Treiber für den Einbruch bei den Bauinvestitionen, hier insbesondere beim Wohnungsbau, die stark gestiegenen Baukosten.

Im Jahresdurchschnitt 2023 gab es rund 45,9 Millionen Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland. Die jahresdurchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen stieg nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes gegenüber dem Jahr 2022 um 333.000 Personen (+0,7 %). Als Ursachen für die Beschäftigungszunahme im Jahr 2023 werden die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte sowie eine gesteigerte Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung angeführt. Die Mehrheit der zusätzlichen Beschäftigten (90 %) fand einen Arbeitsplatz in den Dienstleistungsbereichen, die im Jahr 2023 einen Beschäftigtenzuwachs um insgesamt 295.000 Personen verzeichneten.

Im Jahr 2023 beliefen sich die Ausgaben des Bundes gemäß vorläufigem Abschluss auf rund 457,1 Mrd. Euro, während die Einnahmen nur rund 392,2 Mrd. Euro betrugen. Dadurch ergab sich eine Nettokreditaufnahme von 27,2 Mrd. Euro. Nach Aussage des Bundesministeriums für Finanzen ging das Defizit primär auf die Finanzierung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine durch den Bund einschließlich seiner Extrahaushalte zurück.

1 Vgl. zu den nachfolgenden Ausführungen Deutsche Bundesbank, Finanzstabilitätsbericht 2023; Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Wachstumsschwäche überwinden - in die Zukunft investieren, Jahresgutachten 2023-2024, Paderborn 2023; Destatis: Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 um 0,3 % gesunken, Pressemitteilung Nr. 019 vom 15. Januar 2024; BMF: Monatsbericht des BMF Januar 2024, Vorläufiger Abschluss des Bundeshaushalts 2023.

2.) Entwicklung der Factoring-Branche 2

Nach Angaben des Deutschen Factoring Verbandes e.V. beliefen sich die Umsätze seiner Mitglieder im Jahr 2023 auf 384,4 Mrd. Euro (+3,1 % zum Vorjahr). Die Kundenzahl belief sich zum Ende des Jahres 2023 auf 106.400. Die Marktdurchdringung/Factoring-Quote, ausgedrückt als Verhältnis von angekauften Forderungsvolumen zum BIP liegt im Jahr 2023 bei 9,3 % des gesamten deutschen BIP. Die deutsche Factoring-Quote ist im internationalen Vergleich trotzdem noch relativ gering. So beläuft sie sich in Belgien bspw. auf 22,5 %, in Spanien auf 19,4 % und in Frankreich auf 15,9 %.

Hinsichtlich der Umsatzentwicklung konnte beim B2C-Factoring der Aufwärtstrend der letzten Jahre auch im Jahr 2023 fortgesetzt werden. Das generierte Umsatzvolumen stieg gegenüber dem Vorjahreswert um 25 % auf 12 Mrd. Euro. Die zwei größten Factoring-Branchen in Deutschland stellten im Jahr 2023 nach wie vor der Handel/die Handelsvermittlung und das Gesundheitswesen, gefolgt vom Ernährungsgewerbe als drittgrößte Factoringbranche dar. In allen drei Bereichen konnte sowohl absolut als auch in den Marktanteilen ein Wachstum erzielt werden.

2 Vgl. zu den nachfolgenden Ausführungen Deutscher Factoring Verband: Der Factoring-Markt auf einen Blick: https://www.factoring.de/aktuelles/der-factoring-markt-2023-auf-einen-blick.

3.) Entwicklung des Gesundheitssektors 3

Die Gesundheitswirtschaft ist laut dem Bundesministerium für Gesundheit von erheblicher ökonomischer Bedeutung für Deutschland und stellt eine Wachstumsbranche dar. Die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft lag im Jahr 2022 bei knapp 439,6 Milliarden Euro und damit bei rund 12,7 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Die Gesundheitswirtschaft entwickelte sich im Durchschnitt der letzten zehn Jahre mit einem jährlichen realen Wachstum von 3,9 % deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft, gemessen am BIP-Wachstum, und sorgte bis dahin mit ihrer konjunkturellen Unabhängigkeit für eine wirtschaftlich stabilisierende Nachfrage.

Zum Kernbereich des Gesundheitssektors zählt die stationäre und nichtstationäre Gesundheitsversorgung. Dienstleistungen stationärer Einrichtungen sind Dienstleistungen von Krankenhäusern, von Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, sowie von (teil)stationären Pflegeeinrichtungen. Dienstleistungen von nichtstationären Einrichtungen sind Dienstleistungen von Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Praxen sonstiger medizinischer Berufe und Dienstleistungen der ambulanten Pflege. Dienstleistungen stationärer und nichtstationärer Einrichtungen sind zusammen für fast 53 % der Bruttowertschöpfung des Gesundheitssektors verantwortlich.

Neben einer stark ausgeprägten ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung zeichnet sich der deutsche Gesundheitssektor auch durch die industrielle Gesundheitswirtschaft aus. Die industrielle Gesundheitswirtschaft umfasst die Herstellung von Arzneimitteln, Medizinprodukten und medizinischen Großgeräten, Verfahren der Biotechnologie sowie die digitalen Anwendungen der Gesundheitswirtschaft, den Großhandel und die unternehmerischen F&E-Aktivitäten. Sie trug im Jahr 2022 einen gesundheitswirtschaftlichen Wertschöpfungsanteil von 23,4 Prozent.

Grundlegend verantwortlich für die hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Gesundheitssektors war insbesondere das umfassende Leistungsangebot für im Jahr 2023 über 74,3 Millionen gesetzlich und zuletzt knapp 8,7 Millionen privat Krankenversicherte. Mit 8,1 Millionen Erwerbstätigen ist etwa jeder sechste Arbeitsplatz in Deutschland in der Gesundheitswirtschaft angesiedelt.

3 Vgl. zu den nachfolgenden Ausführungen Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Gesundheitswirtschaft - Fakten und Zahlen - Ergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung - Daten 2022, München 2023; Bundesministerium für Gesundheit: Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung, Stand: 15. Februar 2024; Statista: Anzahl der Mitglieder und Versicherten der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung in den Jahren 2017 bis 2023, Stand 13.03.2024.

4.) Entwicklung der Bankenbranche 4

Laut dem Finanzstabilitätsbericht 2023 der Deutschen Bundesbank ist das makrofinanzielle Umfeld weiterhin von der im Jahr 2022 begonnenen Zinswende sowie einer erhöhten Unsicherheit geprägt. Zwar hat das deutsche Finanzsystem den Zinsanstieg bislang verhältnismäßig gut verkraftet, könnte bei adversen Entwicklungen aber unter Druck geraten. Der Strukturwandel in der Wirtschaft dürfte zudem die Kreditrisiken weiter erhöhen.

Der abrupte Zinsanstieg markierte einen Umbruch für das Finanzsystem. Die von der EZB ergriffenen geldpolitischen Maßnahmen haben auch zu einer Erhöhung der Finanzierungskosten der Banken geführt. Bei den Einlagen sind vor allem die Zinssätze auf Termineinlagen deutlich gestiegen. Aufgrund der gestiegenen Finanzierungs- bzw. Opportunitätskosten hoben Banken außerdem die Zinsen auf Unternehmens-, Konsumenten- sowie Wohnungsbaukredite für private Haushalte an. Das Verlustrisiko in den Kreditportfolios der Banken dürfte weiter steigen; so hat die Risikovorsorge nach einer langen Phase rückläufiger Wertberichtigungen zuletzt zugenommen.

Anfang 2022 wurde von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht der antizyklische Kapitalpuffer auf 0,75 % festgesetzt und wurde über das gesamte Jahr 2023 unverändert beibehalten. Mit diesem für alle Institute einheitlich geltenden Puffer soll die Widerstandsfähigkeit und Verlustabsorptionsfähigkeit des Bankensektors gegenüber systemischen Risiken aus dem Kreditzyklus gestärkt werden. So sollen die Banken in Zeiten eines übermäßigen Kreditwachstums einen zusätzlichen Kapitalpuffer aufbauen, der im Krisenfall verbraucht werden darf und zur Abfederung von Verlusten dienen soll.

4 Vgl. zu den nachfolgenden Ausführungen Deutsche Bundesbank, Finanzstabilitätsbericht 2023.

5.) Umsatz und Auftragsentwicklung im Abrechnungs- und Kreditgeschäft der mediserv Bank

Die mediserv Bank ist im Bereich Forderungsankauf von Honorarforderungen gegen Patienten (mit und ohne Übernahme des Ausfallrisikos) in den Bereichen niedergelassene Ärzte und Zahnärzte, Chefärzte in Kliniken und Kliniken sowie sonstige dem Heilberuf nahe Dienstleistungen in Deutschland tätig. Der Tätigkeitsschwerpunkt lag im Jahr 2023 wie in den vergangenen Jahren bei den niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten.

Das Abrechnungsvolumen der mediserv Bank belief sich im Jahr 2023 auf T€ 751.674 und lag damit um 9,5 % über dem Abrechnungsvolumen des Vorjahres (T€ 686.547). Der Plan für das Abrechnungsvolumen 2023 lag bei T€ 724.096 und wurde um 3,8 % überschritten. In den einzelnen Kundensegmenten stellte sich die Entwicklung des Abrechnungsvolumens wie folgt dar: Zahnärzte +8,3 %, Ärzte +11,2 %, Chefärzte +20,7 % und sonstige Heilberufe +3,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl angekaufter Rechnungen stieg von 2,5 Mio. um 8 % auf 2,7 Mio. Stück an. Das Wachstum des Abrechnungsvolumens kann für das Gesamtjahr 2023 als nachhaltig bezeichnet werden, denn in Folge der durch das Institut durchgesetzten allgemeinen Preiserhöhung zum Ende des Jahres 2022 sowie weiterer Erhöhungen der Factoringkonditionen im Jahr 2023 konnte bislang keine ungewöhnlich hohe Kundenabschmelze beobachtet werden. Die Provisionserträge aus dem operativen Geschäft lagen mit T€ 24.568 um 14,57 % über dem Vorjahreswert (T€ 21.444).

Das Kredit- und Einlagengeschäft wurde im Berichtsjahr weiter strategisch ausgebaut. Die Zinserträge der mediserv Bank beliefen sich im Jahr 2023 auf T€ 6.732 (Vorjahr: 3.960), was einem Anstieg von 70 % entspricht. Vor allem der Ausbau der Vergabe von langfristigen Investitionskrediten an Kreditnehmer aus der Gesundheitsbranche schlug sich in Verbindung mit dem allgemeinen Zinsanstieg in einer Erhöhung der Zinserträge nieder. Die Zinserträge aus Laufzeitkrediten an Heilberufler stiegen im Vergleich zum Vorjahr um T€ 1.478 auf T€ 2.198 an. Neben den Zinserträgen stiegen jedoch auch die Zinsaufwendungen von T€ 466 auf T€ 2.888 an; hinzu kommen Refinanzierungskosten in Form von Provisionsaufwendungen für die Dienstleistungen der Raisin-Gruppe. Aus Teilzahlungsvereinbarungen aus dem Abrechnungsgeschäft, mediserv Kredit sowie Zinszuschüssen von Partnern im Rahmen des Verbraucherkreditgeschäfts resultierte ein Wachstum der Zinserträge in Höhe von T€ 476.

6.) Investitionen der mediserv Bank

Das Geschäftsjahr 2023 war geprägt von Vorbereitungen und Investitionen zum Projektstart der Einführung einer externen Kernbanksoftware. Die mediserv Bank strebt die Anschaffung einer Standardkernbankensoftwarelösung als Ablösung für die Eigenentwicklung an. An Projektberatungskosten fielen im Jahr 2023 Aufwendungen von rund T€ 368 an. Aufgrund von Investitionen in Personalkapazitäten durch Freelancer und Personaldienstleister fielen im Jahr 2023 zudem Aufwendungen in Höhe von rund T€ 224 an. Investitionen in Mitarbeiter durch Schulung, Seminare und Tagungen beliefen sich im Jahr 2023 auf rund T€ 181. In die Geschäftsausstattung, wie Büroinfrastruktur, Soft- und Hardware wurden im Geschäftsjahr 2023 insgesamt T€ 457 investiert.

7.) Finanzierungsmaßnahmen bzw. -vorhaben der mediserv Bank

Die jederzeitige Zahlungsfähigkeit durch die Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität ist zentrales Ziel der mediserv Bank. Die geplante Geschäftsausweitung setzt eine entsprechende solide Erweiterung ihrer Refinanzierung voraus. Um Konzentrationsrisiken zu vermeiden, strebt sie eine angemessene Diversifizierung ihrer Refinanzierungsquellen an.

Finanzierungsbedarf, bspw. zur Vergabe von Krediten, kann grundsätzlich über Eigenmittel, eigene Kundeneinlagen sowie Einlagen über die Plattform Weltsparen oder über die Aufnahme von Fremdmitteln bei Geschäftsbanken abgedeckt werden. Um die Eigenmittel zu erhöhen, wurden bspw. die Gewinne der vergangenen Geschäftsjahre thesauriert. Im Bereich der Fremdfinanzierung wurde eine Saisonlinie in eine ständige Linie bei einer Geschäftsbank gewandelt, wodurch sich der Refinanzierungsumfang der mediserv Bank weiter erhöht hat. Die Refinanzierung des mediserv Bankgeschäfts war insofern durch entsprechende Vereinbarungen mit lokalen Geschäftsbanken jederzeit sichergestellt. Die korrespondierenden Kreditlinien in Höhe von T€ 45.000 wurden im Berichtsjahr zum Jahreswechsel mit T€ 16.000 (Vorjahr: T€ 40.000) beansprucht, davon T€ 6.000 mit Ursprungslaufzeiten von 11 Monaten und T€ 10.000 mit Laufzeiten von 12 Monaten. Die Refinanzierung des Neukreditvolumens bei den Förderdarlehen erfolgt bei der mediserv Bank über eine fristenkongruente Refinanzierung durch Förderbanken. Es standen fristenkongruente Refinanzierungen aus Förderprodukten der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der Saarländischen Investitionskreditbank und der LfA Förderbank Bayern in Höhe von T€ 66.415 (Vorjahr: T€ 42.233) zur Verfügung, davon Treuhandverbindlichkeiten in Höhe von T€ 406 (Vorjahr: T€ 469). Der EZB-Leitzins wurde im September 2023 auf 4,50 % erhöht, was sich auch auf die Einlage- und Kreditzinsen sowie die Refinanzierungskosten der mediserv Bank auswirkte. Infolge der Leitzinserhöhungen der EZB haben Banken bekanntermaßen begonnen, Guthabenzinsen wieder zu erhöhen, so dass sich zwischenzeitlich ein Wettbewerb der Banken um Kundeneinlagen eingestellt hat. Um Einlagenabzügen entgegenzuwirken sowie neue Termineinlagen hereinzunehmen, hat die mediserv Bank ebenfalls die Zinsen für Termineinlagen erhöht sowie eine Direktansprache ihrer Bestandskunden vorgenommen. Zur Erweiterung ihrer Refinanzierungsquellen hat die mediserv Bank dar- über hinaus die Zusammenarbeit mit der Raisin GmbH und der Raisin Bank AG aufgenommen. Die mediserv Bank ist mit Aufnahme dieses Geschäftsfeldes in der Lage, zusätzlich zu den Termineinlagen ihres bisherigen Zielkundenkreises aus dem Sektor der Heilberufe über die Plattform WeltSparen.de auch Termineinlagen von Privatpersonen hereinzunehmen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stiegen im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf T€ 98.778 (Vorjahr: T€ 70.175). Der Saldo der Verbindlichkeiten ggü. Kunden aus WeltSparen belief sich zum 31.12.2023 auf T€ 35.721. Bis dahin waren zudem Zinsen in Höhe von T€ 203 aufgelaufen.

8.) Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren der mediserv Bank

Der Erfolg der mediserv Bank wird neben finanziellen auch von nichtfinanziellen Faktoren beeinflusst. So können die formulierten Ziele auch weiterhin nur erreicht werden, wenn kompetente und engagierte Mitarbeiter dauerhaft an das Unternehmen gebunden werden können. Im Jahr 2023 stieg die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl im Vergleich zum Vorjahr um 4 % an und lag zum Stichtag bei 155 Mitarbeitern (inkl. Geschäftsführung) (Vorjahr: 149). Der Männeranteil überwog mit 61 % den Frauenanteil mit 39 % per 31.12.2023 gemessen an allen Mitarbeitern im Unternehmen (Vorjahr: 43 % Frauenquote). Während im Bereich Service der Frauenanteil höher ist, ist dieser im Bereich IT geringer. Der Anteil an Frauen in Führungspositionen betrug 36 % (Vorjahr: 39 %). Für die mediserv Bank hat die Chancengleichheit der Geschlechter generell eine hohe Priorität, d.h., grundsätzlich steht allen qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - unabhängig von ihrem Geschlecht - der gleiche Karriereweg offen. Bei vakanten und/oder neu zu schaffenden Stellen werden Bewerberinnen und Bewerber, die über gleichwertige Qualifikationen verfügen, gleichberechtigt in das Auswahlverfahren aufgenommen.

Zudem besteht eine von allen Mitarbeitern gewählte Mitarbeitervertretung, die sich für sämtliche Belange der Mitarbeiter einsetzt und sich in regelmäßigen Abständen mit der Geschäftsführung austauscht.

Die mediserv Bank leistet ihren Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Das Arbeitskonzept der mediserv Bank sieht vor, dass 12 Tage pro Monat mobil gearbeitet werden kann, was auch im Jahr 2023 zahlreiche Wegstrecken ersparte und auch weiterhin Entlastung für die Arbeitnehmenden schafft sowie deren Work-Life-Balance fördert. Die in den Vorjahren eingeführte Online-Kundenberatung sowie Online-Webinare für Neu- und Bestandskunden via Video-Chat etablierten sich weiter, wodurch etliche Fahrtkilometer für Beratungstermine entfielen. Bei Beratungsterminen vor Ort ist die mediserv Bank durch die Vertriebssteuerung bestrebt, die Wege zwischen den Kundenterminen so gering und damit so umweltschonend wie möglich zu gestalten. Zurückgelegt werden die Wegstrecken zu externen Terminen primär mit den angeschafften Dienstwägen mit Hybridmotorisierung. Beratungstermine außerhalb des Hauses finden, wenn möglich, in den Räumlichkeiten von Vertriebs- und Netzwerkpartnern statt. Dieses Vorgehen spart Nutzungskosten und Emissionen ein, da keine eigene Infrastruktur, neben dem eigenen Standort, permanent vorgehalten werden muss, sondern externe Räumlichkeiten bedarfsgerecht genutzt werden.

Die mediserv Bank kommt weiterhin ihrer sozialen Verantwortung nach, indem sie nationale und internationale Sozialprojekte unterstützt. Hierzu zählten u.a. die Unterstützung des Weihnachtspäckchenkonvois 2023 für bedürftige Kinder in Osteuropa, die regelmäßigen Spenden an den German Doctors e. V., welcher ehrenamtlich Ärzte in Entwicklungsländer entsendet, sowie an Cafe con Leche e. V. und den Förderverein Ehrensache e. V., welcher für Kinder eine Therapie mit Pferden anbietet. Die Unterstützungsleistungen in Form von Spenden beliefen sich im Jahr 2023 auf T€ 341.

Zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung existiert bei der mediserv Bank ein Beauftragtenwesen, das die Einhaltung der relevanten gesetzlichen Vorschriften laufend überwacht und in regelmäßigen Abständen der Geschäftsführung Bericht erstattet. Im Geschäftsjahr kam es zu keinen Complianceverstößen seitens der Mitarbeitenden.

II.) Darstellung der Lage

1.) Vermögenslage

Das Anlagevermögen verringerte sich aufgrund planmäßiger Abschreibungen um T€ 425 (Vorjahr: T€ 597).

Die Forderungen an Kunden, bestehend aus Forderungen gegenüber Patienten aus ärztlicher/zahnärztlicher Behandlung und Forderungen gegenüber Teilnehmern, betrugen 227.897 T€ (Vorjahr: T€ 193.991). Der darin enthaltene Anteil aus Kreditgeschäften entwickelte sich überplanmäßig und belief sich auf T€ 137.226 (Vorjahr: T€ 114.885), was u. a. auf gestiegene Volumina im Bereich der langfristigen Investitionsfinanzierungen inklusive der Förderdarlehen zurückzuführen ist. Erkennbaren Risiken wurde durch Bildung von Einzelwertberichtigungen in ausreichendem Umfang Rechnung getragen. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen wurden im Jahr 2023 in Höhe von T€ 3.640 vorgenommen.

Das bilanzielle Eigenkapital erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr. Die Zunahme des Eigenkapitals resultierte aus dem positiven Ergebnis des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von T€ 2.774 (Vorjahr: T€ 853). Bei einer durch das Geschäftswachstum gestiegenen Bilanzsumme verringerte sich die bilanzielle Eigenkapitalquote von 30,33 % auf 27,78%. Die Gesamtkapitalrendite, berechnet als Jahresüberschuss zu Bilanzsumme, betrug 1,08 % (Vorjahr: 0,38 %), die Eigenkapitalrentabilität lag mit 4,04 % über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 1,26 %).

Das regulatorische Eigenkapital der mediserv Bank bestand ausschließlich aus hartem Kernkapital. Mit einer Gesamtkapitalquote von 26,01 % (Vorjahr: 28,73 %) zum Stichtag 31.12.2023 erfüllte die mediserv Bank vollumfänglich die aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Eine angemessene Eigenmittelausstattung des Instituts war zu jeder Zeit gewährleistet.

2.) Finanzlage und Liquidität

Die mediserv Bank war im Jahr 2023 jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen. Die entsprechenden regulatorischen Kennzahlen wurden über das gesamte Geschäftsjahr hinweg erfüllt. So belief sich zum Stichtag die Liquidity Coverage Ratio (LCR) auf 224,83 % und die Net Stable Funding Ratio (NSFR) auf 175,98 % (regulatorische Anforderung: jeweils mind. 100 %).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben sich mit T€ 98.778 (Vorjahr: T€ 70.175) deutlich erhöht. Der Anstieg resultiert zum größten Teil aus einer Zunahme der Termineinlagen auf T€ 19.724 (Vorjahr: T€ 11.785) sowie durch die Hereinnahme von Termineinlagen über WeltSparen in Höhe von T€ 35.925. Die Finanzierung der mediserv Bank erfolgte im Geschäftsjahr darüber hinaus vor allem über thesaurierte Gewinne, den betrieblichen Cashflow, über Kreditlinien bei Kreditinstituten, welche im Berichtsjahr zum Jahreswechsel mit T€ 16.000 (Vorjahr: T€ 40.000) beansprucht wurden sowie über fristenkongruente Refinanzierungen bei Förderbanken (inkl. Treuhandverbindlichkeiten) in Höhe von T€ 66.415 (Vorjahr: T€ 42.233).

3.) Ertragslage

Das Betriebsergebnis nach Bewertung bzw. das Jahresergebnis vor Steuern erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 69 % auf T€ 4.130 (Vorjahr: T€ 2.443). Sowohl Provisions- als auch Zinserträge konnten im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Diesem Anstieg standen im Vergleich zum Vorjahr gewachsene Personalaufwendungen (T€ 9.666), gestiegene Portoaufwendungen (T€ 1.948) und Rechts- und Beratungsaufwendungen (T€ 3.795) gegenüber. Die Erhöhung des Personalaufwandes wurde durch den Erhalt fachlicher Expertise sowie Kapazitätsaufbau, aber auch durch gestiegene Gehälter getrieben. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen stiegen im Berichtsjahr insofern auf T€ 20.375 (Vorjahr: T€ 18.636). Auch die Zinsaufwendungen stiegen vor dem Hintergrund der Marktzinsentwicklung sowie der Ausweitung der Refinanzierungsbasis deutlich an (T€ 2.888). Die Aufwendungen aus Abschreibungen und Wertberichtigungen überstiegen den Vorjahreswert um T€ 112. Die Wertberichtigungen beliefen sich auf T€ 12.274 (Vorjahr: T€ 9.471). Die Zunahme an Wertberichtigungen lag primär am Ausbau des Kreditgeschäftes sowie an mehreren Einzelwertberichtigung für ausfallgefährdete Kreditengagements. Forderungsausfälle wurden in Höhe von T€ 1.273 (Vorjahr: T€ 1.329) verbucht, während aus bereits abgeschriebenen Forderungen Zahlungseingänge in Höhe von T€ 435 (Vorjahr: T€ 377) zu verzeichnen waren.

Die positive Entwicklung der Provisionserträge wurde durch das im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 % gestiegene Abrechnungsvolumen getragen. Außerdem wurde die Erhöhung der Factoringkonditionen bei einigen Kunden im Jahr 2023 nachgeholt. Hinsichtlich der Neukundenakquise konnte im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl an Neuverträgen leicht gesteigert werden. Neben der Sofortauszahlung von Abrechnungsumsätzen erstreckte sich das Produktangebot der mediserv Bank auch im Jahr 2023 auf die kurzfristige Liquiditätssicherung durch Dispositionskreditlinien und die Vergabe von Förderdarlehen sowie von Darlehen aus eigenen Mitteln. Ebenso konnte den Anschlusskunden im Rahmen des Zinsanstiegs auch die Anlage von Termin- und Tagesgeld zu attraktiven Konditionen angeboten werden. Auch im Bereich der Finanzierung von gesundheitlichen Heil- und Hilfsmitteln konnten die wesentlichen Vertriebspartner an Bord gehalten werden. Der starke Anstieg der Zinserträge ging insbesondere mit der Ausweitung der Ausgabe von Investitions- sowie Förderdarlehen an Teilnehmer sowie mit dem allgemeinen Anstieg des Zinsniveaus einher. Aufgrund einer strategischen Fokussierung auf die Weiterentwicklung des Bankgeschäfts und des merklichen Volumenzuwachses gewann das Kreditgeschäft weiterhin an Relevanz, war aber in Hinblick auf die Ertragslage im Vergleich zum Factoringgeschäft immer noch, von relativ untergeordneter Bedeutung.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von € 1.348 entfielen vollumfänglich auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Daneben bestanden sonstige Steuern in Höhe von T€ 7 (Vorjahr: T€ 1.114). Der Jahresüberschuss erhöhte sich um 225 % auf T€ 2.774.

Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bewerten wir den Geschäftsverlauf im Berichtsjahr insgesamt als gut. Das über dem Vorjahresergebnis liegende Jahresergebnis hat unsere Erwartungen grundsätzlich erfüllt. Insbesondere das Abrechnungsvolumen sowie die Factoring-Erträge lagen über den Erwartungen. Den gestiegenen Zinserträgen stehen in gleichem Maße gestiegene Zinsaufwendungen gegenüber. Darüber hinaus wurde das Jahresergebnis durch die Vornahme von Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Laufzeitkrediten aufgrund wertaufhellender Tatsachen merklich reduziert.

4.) Risikobericht

Aus dem Factoring- und Bankgeschäft ergaben sich verschiedene Risiken, denen die mediserv Bank durch Prüfung und Begrenzung der Einzelrisiken, durch Beobachtung von Branchenrisiken und fortlaufende Überwachung Rechnung trug.

Das Risikomanagement war insofern verschiedenen organisatorischen Einheiten übertragen, wobei die Risikopolitik in der Verantwortung der Geschäftsleitung lag.

Das eingesetzte Risikomanagementsystem entsprach den gesetzlichen Anforderungen und erfüllte somit die Anforderungen der MaRisk. Die Risiken wurden mit Hilfe von Kennzahlen und Limitsystemen geplant und überwacht.

Die mediserv Bank hat entsprechend AT 4.1. Tz. 2 MaRisk einen internen Prozess zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit eingerichtet. Die hierzu eingesetzten Verfahren berücksichtigen sowohl das Ziel der Fortführung des Instituts als auch den Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht angemessen. Zur Erfüllung dieser Ziele hat die mediserv Bank Verfahren zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit zum einen aus der normativen Perspektive und zum anderen aus der ökonomischen Perspektive eingerichtet. Das adverse Stressszenario in der normativen RTF-Perspektive führte zu keiner Gefährdung der Risikotragfähigkeit.

Das Risikodeckungspotenzial der mediserv Bank aus der ökonomischen Perspektive besteht grundsätzlich aus den Eigenkapitalbestandteilen der mediserv Bank. Hierzu zählen das Stammkapitel der GmbH, die Gewinnrücklagen und der aufgelaufene GuV- Saldo sowie ein möglicher Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr. Stillen Lasten wird Rechnung getragen, indem die mediserv Bank mögliche Drohverlustrückstellungen für das Bankbuch gemäß IDW BFA 3 berechnet. In der normativen Perspektive wird berechnet, ob die Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung gemäß CRR in einem Planszenario und einem institutsspezifischen adversen Szenario (teilweise) erfüllt werden können.

Die Ermittlung der Risikotragfähigkeit ergab im Jahr 2023 zu jeder Zeit eine ausreichende Risikodeckungsmasse. Es wurden über das gesamte Geschäftsjahr keine Limitüberschreitungen in den im Risikotragfähigkeitskonzept berücksichtigten wesentlichen Risikokategorien registriert.

Das Adressenausfallrisiko besteht in der Gefahr eines teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich zugesicherter Leistungen seitens der Vertragspartner. Für das Eingehen solcher Risiken gelten bei mediserv Bank detailliert festgelegte Regelungen. Dabei werden im Bereich des Adressausfallrisikos insbesondere Veritätsrisiken und Bonitätsrisiken betrachtet.

Das Bonitätsrisiko wird im Rahmen des Factorings durch Mahnverfahren abgesichert, die sich über das gesamte Portfolio erstrecken. Im Bankbereich kommen darüber hinaus eigene Ratingverfahren zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit zum Einsatz.

Den Veritätsrisiken begegnete die mediserv Bank durch Auswahl und Überwachung der Abrechnungskunden (Ärzte, Zahnärzte, sonstige Heilberufe) unter Beachtung bestimmter Bonitätskriterien, interner Kontrollen und Bonitätsauskünften Dritter.

Mit allen Abrechnungskunden (Ärzte, Zahnärzte, sonstige Heilberufe) sind Vereinbarungen geschlossen, die dem Institut im Einzelfall bei überdurchschnittlich hohem Ausfallrisiko eine Preisanpassung oder bei Verschlechterung der Bonität letztlich die Aufhebung der Geschäftsbeziehung ermöglichen.

Liquiditätsrisiken bestehen in der Refinanzierung des laufenden Geschäftes. Diesem Risiko begegnete das Institut durch ausreichend bemessene Refinanzierungslinien bei mehreren Kreditinstituten, die u. a. die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft sicherstellen. Darüber hinaus wurden Liquiditätspläne und Liquiditätsübersichten zur Überwachung und Steuerung herangezogen sowie eine tägliche Kontendisposition und Überwachung der Liquidity Coverage Ratio (LCR) vorgenommen. Ein Überlebenshorizont konnte nur unter starkem Stress von Liquiditätszu- und -abflüssen sowie umfassender Kappung verfügbarer Liquiditätsquellen ermittelt werden. Unter Zugrundelegung der regulären Kapitalflüsse und Liquiditätsreserven ergab sich kein Zeitpunkt in der Zukunft, zu dem eine Illiquidität eintreten würde.

Marktpreisrisken bestanden im Zinsänderungsrisiko und damit verbundenen höheren Refinanzierungskosten. Diese wurden mit Hilfe eines Limitsystems gesteuert. Im Rahmen dieser Steuerung wurden die Risikopositionen möglichst geringgehalten. Mit allen Factoring- und nahezu allen Bankkunden sind Vereinbarungen geschlossen, die im Einzelfall bei überdurchschnittlicher Veränderung des Zinsniveaus eine Anpassung der Zinsen im Bankgeschäft sowie eine Anpassung der Gebühren im Factoringgeschäft ermöglichen. Im Jahr 2023 waren aufgrund makroökonomischer Krisenherde hohe Preissteigerungen insbesondere bei Energie, Rohstoffen und Lebensmitteln zu beobachten, die zu einer Inflation weit oberhalb des Zielkorridors für Preisstabilität der EZB führten. Auf diese Entwicklung reagierte die EZB im Geschäftsjahr bekanntermaßen mit mehreren Zinsschritten. Langfristige Kreditvergaben zu niedrigen Konditionen können damit zu einer Belastung des Instituts in der Zukunft erwachsen. Ein Risiko kann zudem daraus resultieren, wenn sich die mediserv Bank bei langlaufenden Termingeldeinlagen dazu verpflichtet, verhältnismäßig hohe Guthabenzinsen zu zahlen, und gleichzeitig die EZB eine Zinssenkung vornimmt. Die mediserv Bank beobachtet die Zinsentwicklung aus diesem Grund sehr genau und passt ihre Vergabekonditionen sowie die angebotenen Zinssätze entsprechend an. Ein Großteil des Kreditgeschäfts wird fristenkongruent über Förderinstitute refinanziert, so dass hieraus keine Zinsänderungsrisiken entstehen.

Durch die Nutzung der Plattform WeltSparen im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Raisin-Gruppe nimmt die mediserv Bank seit Mitte des Jahres 2023 Termineinlagen herein. Die Hereinnahme der Termineinlagen wird hinsichtlich des Zinsänderungsrisikos aktiv gesteuert.

Operationellen Risiken, die durch menschliche oder systembedingte Fehler sowie unangemessene Abläufe und Kontrollen entstehen können, begegnete die mediserv Bank u. a. mit einem ausgeprägten Vier-Augen-Prinzip für alle geschäftskritischen Prozesse. Auftretende Risiken wurden systematisch erfasst, Gegenmaßnahmen ein- und Präventionsmaßnahmen abgeleitet.

Den IT-Risiken und sonstigen Betriebsrisiken begegnete die mediserv Bank mit einer Überprüfung und ggf. Verbesserung der Programme sowie dem Einsatz geeigneter Technik. Ein Fokus lag hierbei auf der Härtung des Informationsverbunds gegen Cyberangriffe sowie der Sensibilisierung der Beschäftigten hinsichtlich bekannter Fraud- Methoden. Gegen die Folgen eines IT-Ausfalls ist die mediserv Bank durch eine Backup-Vereinbarung mit einem IT-Dienstleistungsunternehmen geschützt.

Rechtliche Risiken wurden mithilfe modularer, mit diversen internen und externen Rechtsanwälten entwickelter Standardverträge minimiert.

Beauftragte zur Betrugsprävention und Beachtung relevanter Rechtsbereiche sind bestellt (Beauftragter zur Verhinderung sonstiger strafbarer Handlungen, interner Compliance-Beauftragter).

Es bestehen Interdependenzen zwischen den wesentlichen Risiken. Sowohl das Adressausfallrisiko als auch das operationelle und das Marktpreisrisiko haben direkte Auswirkungen auf das Liquiditätsrisiko.

Aus dem Einbezug des Instituts in die gesetzliche Einlagensicherung erwuchsen der mediserv Bank zum Stichtag keine finanziellen Risiken.

Nachhaltigkeitsrisiken stellen für die mediserv Bank keine wesentlichen Risiken bankbetrieblicher Geschäftstätigkeit dar. Zudem wirken sie sich nicht signifikant auf die bekannten Risikoarten aus bzw. tragen nicht zur Wesentlichkeit dieser Risikoarten bei.

Unter Berücksichtigung von Größe, Art und Umfang des Geschäftsvolumens, der Marktbedingungen sowie der schwerpunktmäßigen Geschäftsbereiche und Geschäftsarten kam die mediserv Bank zu der Erkenntnis, dass hinsichtlich der Risikosituation des Unternehmens keine besondere Gefährdung besteht, die die Ergreifung außerordentlicher Maßnahmen erfordert.

Die Risikosituation war transparent und lag im Rahmen der Erwartung. Die mediserv Bank verfügte über eine sehr gute Kapitalausstattung. Die latenten Risiken waren überschaubar. Es bestanden zum Stichtag keine bestandsgefährdenden Risiken. Akute Risiken waren im abgelaufenen Geschäftsjahr als marginal anzusehen. Darüber hinaus ergaben sich keine Abweichungen von der Risikostrategie. Insbesondere wurden keinerlei Geschäfte getätigt, die außerhalb der risikostrategischen Vorgaben lagen.

5.) Chancenbericht

Die mediserv Bank befindet sich derzeit - wie die gesamte Bankenbranche - in einem herausfordernden makroökonomischen Umfeld. Dennoch erwachsen dem Institut hieraus auch Chancen. So ist der klare Fokus im Aktivgeschäft auf den Heilberufesektor in vielerlei Hinsicht vorteilhaft für die mediserv Bank. Dieser erweist sich als grundsätzlich konjunkturunabhängig und krisenresistent, was sich in den vergangenen Geschäftsjahren trotz unterschiedlicher gesamtwirtschaftlicher Krisensituationen erneut sehr deutlich gezeigt hat.

Die Bonitäten, welche die Kreditkunden des Instituts aufweisen, sind im Vergleich zu anderen Branchen überdurchschnittlich gut, so dass die Ausfallrisiken für das Institut geringer sind als bei Instituten ohne derartigen Branchenfokus.

Die sehr gute Eigenkapitalausstattung der mediserv Bank stellt noch keinen wachstumsbegrenzenden Faktor für das Kreditgeschäft dar. Dies erlaubt dem Institut den Abschluss von Geschäften, die andere Banken trotz guter Kreditnehmerbonität aufgrund von Kapitalrestriktionen ablehnen müssen.

Auch hinsichtlich der Reaktionsschnelligkeit weist das Institut aufgrund flacher Hierarchien und damit einhergehend kurzen Entscheidungswegen Vorteile im Vergleich zu weit größeren Wettbewerbern auf.

Das hauseigene IT-System wird in Zukunft durch ein Standardkernbanksystem ersetzt. Dies wird zu einem bedeutend höheren Automatisierungs- und Digitalisierungsgrad in den operativen Prozessen führen. Die hierdurch freiwerdenden Kapazitäten sollen in eine stärkere Fokussierung auf den Kundennutzen der angebotenen Produkte und Dienstleistungen investiert werden.

Nach wie vor stellt das Produktportfolio der mediserv Bank, bestehend aus Privatabrechnung sowie Kredit- und Einlagengeschäft, ein Alleinstellungsmerkmal im Gesundheitsmarkt dar. Die hieraus resultierenden Wachstums- und Ertragspotenziale sind derzeit bei Weitem noch nicht ausgeschöpft, sollen aber in Zukunft sukzessive erschlossen werden. Die Ertragsquellen werden durch die Vermittlung von Versicherungen weiter ausgebaut. Durch die Öffnung der mediserv Bank für Privateinleger im Bereich der Termineinlagen über die Plattform WeltSparen des Anbieters Raisin erweitert und diversifiziert die mediserv Bank zudem ihre Refinanzierungsquellen. Die mediserv Bank ist mit Aufnahme dieses Geschäftsfeldes in der Lage, zusätzlich zu den Termineinlagen ihrer bisherigen Kundengruppen aus dem Sektor der Heilberufe über die Plattform WeltSparen.de auch Termineinlagen von Personen hereinzunehmen, die nicht im Heilberufesektor zu verorten, d. h. weder Angehörige eines Heilberufs/Anbieter von medizinisch-technischen Heil- und Hilfsmitteln noch Patienten sind.

Die mediserv Bank ist im November 2023 eine Beteiligung an der AfP Abrechnungsservice für Privatpatienten GmbH eingegangen. Durch die Nutzung des Portals "einfach einreichen" durch Rechnungsempfänger besteht für die Zukunft die Chance für die mediserv Bank, Aufwendungen zum Druck und Versand von Patientenrechnungen zugunsten einer papierlosen Lösung zu reduzieren und hierdurch den ökologischen Fußabdruck des Geschäftsmodells zu verbessern.

6.) Prognosebericht

Die Prognosen, die sich auf die voraussichtliche Entwicklung der mediserv Bank für das nächste Geschäftsjahr 2024 beziehen, stellen Einschätzungen dar, die auf der Basis der zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen und Planungsrechnungen getroffen wurden. Es wird aus diesem Grund darauf hingewiesen, dass sich die Prognosen durch die Veränderungen der zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können.

1. Auswirkungen der geopolitischen Entwicklungen auf das operative Geschäft

Der Ausblick auf das Jahr 2024 ist angesichts des andauernden Russland-Ukraine- Kriegs, des neu aufgeflammten Israel-Gaza-Konflikts in Nahost, der weiteren hohen geopolitischen Risikopotenzialen in anderen Regionen sowie der Inflationsentwicklung nach wie vor mit einem erhöhten Maß an Unsicherheit behaftet.

Der seit dem 24. Februar 2022 geführte Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist immer noch nicht beendet. Die Ukraine benötigt fortwährend humanitäre, finanzielle sowie militärische Hilfe, um sich weiterhin zur Wehr setzten zu können. Unmittelbare Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der mediserv Bank konnten über das Geschäftsjahr 2023 hinweg nicht beobachtet werden und werden auch im weiteren Verlauf des Krieges nicht erwartet. Auch im Zusammenhang mit dem Israel-Gaza-Konflikt konnten keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf der mediserv Bank festgestellt werden.

Die zur Reduzierung der hohen Preissteigerungsraten durch die EZB weiterhin hoch gehaltenen Zinsen können als mittelbare Auswirkung geopolitischer Entwicklungen in Zukunft sowohl positive als auch negative Effekte auf die Geschäftsentwicklung der mediserv Bank haben. So einerseits höhere Zinserträge bei der Vergabe neuer Laufzeitdarlehen realisiert werden; andererseits steigen in diesem Zuge die Zinsaufwendungen für die Refinanzierung an. Um dem potenziellen Einsetzen einer Lohn-Preis- Spirale zu begegnen, zahlt die mediserv Bank noch bis Ende 2024 monatlich allen Mitarbeitern eine steuerfreie Inflationsausgleichsprämie aus.

2. Digitalisierung der Bank

Als Ankerprojekt im Bereich der Digitalisierung ist die Ablösung des selbst entwickelten Kernsystems durch ein Standardkernbanksystem anzuführen. Damit werden die Ziele verfolgt, die Bankgeschäftsprozesse durch die Standardlösung derart effizient abbilden zu können, dass sich ein positiver Kosteneffekt in der Aufbauorganisation ergibt und sich eine Skalierbarkeit der Erträge aus dem Kredit- und Einlagengeschäft durch eine standardisierte und automatisierte Ablauforganisation einstellt. Weiterhin wird hierdurch darauf abgezielt, freiwerdende Ressourcen zur direkten Steigerung des Kundennutzens reallokieren zu können, die regulatorischen Anforderungen auch bei dem geplanten Wachstum in Zukunft adäquat abzudecken und ein Ausbau des Produkt- und Dienstleistungsangebotes in der Zukunft zu ermöglichen. Darüber hinaus werden durch die dahingehenden Vorhaben weitreichende Vereinfachungen und stark erweiterte Funktionsumfänge in Bereichen wie Meldewesen, Risikocontrolling, Finanzbuchhaltung und Zahlungsverkehr ermöglicht, die derzeit noch durch einen hohen Anteil manueller Tätigkeiten geprägt sind. Aktuell befindet sich das Institut in Vertragsverhandlungen mit dem ausgewählten Anbieter.

3. Versicherungsgeschäft

Für das Jahr 2024 plant die mediserv Bank als selbständiger Versicherungsmakler Versicherungen "rund um den Heilberufler" zu vermitteln. Dazu wird die Vermittlungsplattform der Fonds Finanz Maklerservice GmbH genutzt. Das angebotene Produktportfolio wird alle Versicherungen rund um den Angehörigen eines Heilberufs als Privatperson und die dazugehörige Praxis umfassen (Leben-/Sachversicherungen). Hiervon verspricht sich die mediserv Bank, die Ertragspotenziale ihrer Kunden zu steigern, um kurzfristige Erträge erzielen zu können. Zusätzlich wird beabsichtigt, durch die Bereitstellung von Versicherungsprodukten die Kundenbindung zu stärken und die Position des Instituts als Allfinanzdienstleister auszubauen.

4. Kosten und Erträge

Die mediserv Bank erwartet für das Geschäftsjahr 2024 insgesamt einen Anstieg des Jahresergebnisses. In allen drei Hauptgeschäftsbereichen verfolgt die mediserv Bank eine nachhaltige Wachstumsstrategie, welcher ein angemessenes Verhältnis zwischen Erträgen und Aufwendungen zugrunde liegt. Das Factoringvolumen soll um ca. 7 % anwachsen. Die korrespondierenden Provisionsaufwendungen sollten planmäßig um 3,4 % anwachsen. Es wird erwartet, dass sich die zum Ende des Jahres 2022 und im Jahr 2023 vereinbarten Preisanpassungen in einem überproportionalen Anstieg der Provisionserträge widerspiegeln, so dass beim Provisionsergebnis insgesamt ein überproportionales Planwachstum von 7 % erwartet wird.

Die weitere Forcierung des Kreditgeschäfts soll gemäß Planung in einer Erhöhung der Zinserträge um rund 35,3 % resultieren. Das Kreditgeschäft soll in großen Teilen fristenkongruent über Fördermittel refinanziert werden. Die übrigen Darlehen sollen primär durch eine Refinanzierung über Eigenmittel, Einlagen von Kunden sowie in geringem Umfang über Darlehen bei Geschäftsbanken erfolgen. Es wird daher mit einem Anstieg der Zinsaufwendungen um 99,5 % gerechnet, so dass davon ausgegangen wird, dass das Zinsergebnis um rund 4 % zurückgehen wird. Es wird angenommen, dass trotz wachsendem Kreditportfolio die Risikovorsorge im Vergleich zum Jahr 2023 um rund 5,8 % sinken wird.

Die Bemühungen zur weiteren Automatisierung und Digitalisierung des Instituts werden absehbar einen Kapazitätsaufbau in allen Bereich der Marktfolge zur Folge haben. Daneben wird damit gerechnet, dass inflationsbedingt die Gehälter der Mitarbeiter steigen werden. Insgesamt wird mit einem um 9,4 % höheren Personalaufwand gerechnet.

In dessen Planungen geht das Institut von einer Thesaurierung des erzielten Jahres- überschusses und damit von einer weiteren Stärkung der Kapitalbasis aus.

5. Zusammenfassende Würdigung

Das Jahr 2023 zeigte, dass die mediserv Bank ihre Wachstumsziele sowohl in der Privatabrechnung als auch im Kredit- und Einlagengeschäft grundsätzlich erreichen kann.

Mit Blick auf das neue Geschäftsjahr 2024 und die mittelfristige Zukunft wird vor allem die weitere Digitalisierung und Automatisierung der Bankprozesse, insbesondere durch die Einführung eines Standardkernbanksystem von zentraler Bedeutung für das Institut sein und entsprechend zu priorisieren sein. Die hierdurch zu erwartenden Skaleneffekte werden sich mittelfristig sowohl auf der Ertrags- als auch auf der Aufwandsseite positiv auswirken und eine effektivere Ressourcenallokation erlauben.

Durch die fortwährende Weiterentwicklung des institutseigenen Produktangebots, wie bspw. durch die Anbindung an die Plattform "WeltSparen.de" im Jahr 2023 erfolgt, kann die mediserv Bank ihre Refinanzierungsmöglichkeiten erweitern und diversifizieren sowie weitere Ertragspotenziale sichern. Hieran knüpft die mediserv Bank im Jahr 2024 an, indem die Vermittlung von Versicherungsgeschäften aufgenommen wird.

Das Institut wird die weitere Zinsentwicklung sowie sonstige potenzielle Auswirkungen globaler Krisenherde auf sein Geschäftsmodell permanent beobachten und adversen Tendenzen frühzeitig aktiv entgegenwirken.

Die zusammenfassende Würdigung setzt unveränderte gesetzliche Rahmenbedingungen im Kredit- und Gesundheitswesen voraus.

 

Saarbrücken, den 31. März 2024

Björn Clüsserath

Hendrik Hamm

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