Kreissparkasse Biberach

Stammdaten

Register
Amtsgericht Ulm HRA 640983
Eingetragen
22.2.2000
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Betreiben aller banküblichen Geschäfte im Sinne des § 6 Sparkassengesetz von Baden-Württemberg.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Michael Dr. Schieble
seit 18.7.2018
Vorstandsmitglied
Martin Bücher
seit 3.7.2017
Vorstandsmitglied
Kurt Hardt
seit 9.5.2017
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Kreissparkasse Biberach

Biberach an der Riß

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1 Grundlagen der Geschäftstätigkeit der Kreissparkasse Biberach


Die Kreissparkasse Biberach mit Sitz in Biberach an der Riß ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts. Ihr Träger ist der Landkreis Biberach. Sie ist beim Amtsgericht Ulm unter der Nummer HRA 640983 im Handelsregister eingetragen. Ihre Organe bestehen aus dem Verwaltungsrat, dem Kreditausschuss und dem Vorstand.


Sie betreibt alle banküblichen Geschäfte, soweit das Sparkassengesetz Baden-Württemberg, die Sparkassengeschäftsverordnung oder die Satzung keine Einschränkungen vorsehen. Als selbstständiges regionales Wirtschaftsunternehmen bietet sie zusammen mit ihren Partnern aus der Sparkassen-Finanzgruppe Privatkunden, Unternehmen und Kommunen Finanzdienstleistungen und -produkte an. Der im Sparkassengesetz verankerte öffentliche Auftrag verpflichtet sie, mit ihrer Geschäftstätigkeit in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft -insbesondere des Mittelstands - und der öffentlichen Hand mit Bankdienstleistungen sicherzustellen.


Ihre Geschäftstätigkeit konzentriert sich auf den Landkreis Biberach. Zum 31. Dezember 2023 unterhielt sie eine Hauptstelle und 37 Geschäftsstellen sowie sechs SB-Geschäftsstellen. Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich nur marginale Veränderungen beim Geschäftsstellennetz. Die Kreissparkasse Biberach beschäftigte insgesamt 890 Mitarbeiter; davon waren 496 vollzeitbeschäftigt, 326 teilzeitbeschäftigt und 68 in Ausbildung. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der Mitarbeiter um 2,1 Prozent erhöht.


Die Kreissparkasse Biberach ist Mitglied im Sparkassenverband Baden-Württemberg (SVBW) und über dessen Sparkassen-Teilfonds dem Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) anerkannt. Das Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher, dass der gesetzliche Anspruch der Kunden der Sparkassen auf Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung"). Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems, einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die Sparkassen selbst zu schützen, insbesondere deren Liquidität und Solvenz zu gewährleisten ("diskretionäre Institutssicherung").

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2023

2.1.1 Volkswirtschaftliches Umfeld


Die Weltwirtschaft hatte in den letzten Jahren mit der Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und schließlich der Inflation und den damit einhergehenden steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen. Hinzu kamen zunehmende geopolitische Spannungen, die Unsicherheit schürten. Zugleich dämpften die Zinserhöhungen zahlreicher Notenbanken die Wirtschaftsaktivität. Das alles belastete das globale Wachstum merklich.


Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die globale Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 um voraussichtlich 3,1 Prozent gewachsen. Im Euro-Raum dürfte sie lediglich um 0,5 Prozent gestiegen sein. Die deutsche Volkswirtschaft verzeichnete 2023 voraussichtlich ein um 0,3 Prozent schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt. Ursächlich hierfür waren die hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen, die ungünstigen Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen sowie eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland.


In Baden-Württemberg ist aufgrund der engen globalen Verflechtung der Wirtschaft das Bruttoinlandsprodukt sogar um voraussichtlich 0,6 Prozent zurückgegangen. Das außenwirtschaftliche Umfeld zeigte sich eingetrübt und die Inflation belastete weiter die Kaufkraft der privaten Haushalte sowie die Ertragserwartungen der Unternehmen. Die wirtschaftliche Entwicklung ist maßgeblich auf zurückgehende Aufträge und die rückläufige Produktion im verarbeitenden Gewerbe zurückzuführen. Dieser Trend zeichnet sich auch in der IHK-Region Ulm ab. Nur jeder zehnte Betrieb verbuchte steigende Inlandsaufträge, jeder zweite hingegen beklagte eine schrumpfende Nachfrage. Auch im Export ist die Erwartungshaltung deutlich eingetrübt, vor allem im bisher leistungsstarken Industriesektor.


Der deutsche Arbeitsmarkt war trotz schwacher Konjunktur robust. Die Arbeitslosenquote stieg nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit nur leicht an. Bundesweit stieg der Durchschnitt von 5,4 Prozent im Jahr 2022 auf 5,7 Prozent im Jahr 2023 und in Baden-Württemberg von 3,6 Prozent auf 4,0 Prozent. Gleichzeitig haben Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Jahresvergleich etwas zugenommen. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern hat spürbar nachgelassen, ist aber weiterhin vergleichsweise hoch. Auch in der IHK-Region Ulm war dieser Trend ersichtlich und ein Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte zum Vorjahr zu vernehmen. Auch planten rund ein Viertel der IHK-zugehörigen Betriebe im Bereich Biberach und Ulm einen Abbau an Stellen. Nur jeder zehnte Betrieb schuf zusätzliche Arbeitsplätze. Die konjunkturbedingte Kurzarbeit lag im Jahresverlauf auf einem im langjährigen Vergleich moderaten Niveau.


Die Verbraucherpreise in Deutschland sind 2023 gemessen am Verbraucherpreisindex im Durchschnitt um 5,9 Prozent gegenüber dem Jahr 2022 gestiegen. Zwar lagen sie damit unter dem historischen Höchststand seit Einführung des Euros von 6,9 Prozent im Jahr 2022, jedoch verharrten die Preissteigerungsraten über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Auch 2023 hat die EZB daher den Kampf gegen die anhaltend hohen Inflationsraten weitergeführt. Insgesamt hat die EZB im Berichtsjahr 2023 ihren Hauptrefinanzierungssatz um insgesamt 200 Basispunkte auf 4,5 Prozent erhöht. Den Einlagensatz hat sie ebenfalls um insgesamt 200 Basispunkte auf 4,0 Prozent erhöht.


Laut IHK Ulm sorgt die Inflation trotz gestiegener Löhne in der Region für eine verhaltene Einkaufsbereitschaft. Drei Viertel aller Einzelhändler vernehmen eine schwächelnde Kaufkraft.


Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen sind insbesondere im vierten Quartal 2023 per Saldo gesunken. Zum Schluss des Jahres 2022 lagen sie bei 2,5 Prozent. Ende 2023 wurde für diese Benchmark eine Rendite von 2,0 Prozent verzeichnet.


Auf den Immobilienmärkten wurde 2023 eine deutliche Preiskorrektur vollzogen. Die Zinswende übte einen Abwärtsdruck auf die Bewertung von Immobilien aus. Sowohl die Preise für Wohnimmobilien als auch die Preise für Bürogebäude waren 2023 bundesweit rückläufig. Die Bauinvestitionen sanken 2023 im dritten Jahr in Folge noch einmal preisbereinigt um 2,1 Prozent. Am stärksten war der Rückgang im Wohnungsbau und das trotz Wohnungsknappheit. 2023 wurden bundesweit 26,6 Prozent weniger Baugenehmigungen für Wohnungen als 2022 erteilt; in Baden-Württemberg war ein Rückgang von 32,1 Prozent zu verzeichnen. Bauunternehmen und Bauträger kämpfen mit massiv gestiegenen Baukosten und höheren Zinsen. Dies ist auch in der IHK-Region Ulm zu beobachten. Laut Berichterstattung vom Herbst 2023 ist durch die gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten der private Wohnungsbau eingebrochen.


Nach einem ungünstigen Börsenjahr 2022 legten die großen Aktienindizes 2023 deutlich zu. Der Deutsche Aktienindex (DAX) stieg nach Rückgängen im August und Oktober zum Jahresende deutlich. Neben der zunehmenden Ernüchterung über die realwirtschaftliche Situation und den ausbleibenden Aufschwung kam es insbesondere im vierten Quartal 2023 zu einem starken Aktienkursanstieg aufgrund von Zinssenkungsfantasien. Mit einem Jahresschlussstand von 13.923 Punkten Ende 2022 und 16.751 Punkten Ende 2023 errechnet sich im DAX eine positive Jahresperformance von 20,3 Prozent. Für den EURO STOXX 50, als wichtiger Indikator für die Entwicklung des europäischen Aktienmarktes, ging es von 3.793 Punkten zum Jahresende 2022 auf 4.521 Punkte Ende 2023 aufwärts. Der S&P 500, der als Kursbarometer für die USA gilt, legte im Jahresverlauf von 3.839 Punkte auf 4.769 Punkte zu.


Im Jahr 2023 lag der Goldpreis bei durchschnittlich etwa 1.943 US-Dollar je Feinunze und zum Jahresende 2023 bereits bei 2.065 US-Dollar je Feinunze. Seit 2019 ist der Preis deutlich gestiegen. Hauptgründe sind die Pandemie und der Krieg in der Ukraine sowie die damit einhergehende zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit bzw. die Inflation

2.1.2 Branchenumfeld und rechtliche Rahmenbedingungen 2023


Das makrofinanzielle Umfeld war von der Zinswende und einer erhöhten Unsicherheit geprägt. Dabei hat sich das seit 2022 gestiegene Zinsniveau, welches sich im Jahr 2023 invers entwickelte, sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite deutlich auf das Geschäft der Kreditinstitute ausgewirkt.


Im Aktivgeschäft verzeichneten die Kreditinstitute nach Angaben der Deutschen Bundesbank nach einem Anstieg um 6,5 Prozent im Jahr 2022 im Zeitraum von Dezember 2022 bis Dezember 2023 nur noch eine leichte Zunahme der Kredite an inländische Nichtbanken um 1,0 Prozent. Zum Jahresende 2023 lag der Bestand an Unternehmenskrediten um 1,1 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Bei den Krediten an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen verzeichneten die Kreditinstitute ein Plus von 0,7 Prozent. Die Kreditnachfrage privater Haushalte zum Erwerb von Wohneigentum entwickelte sich - nach dem Einbruch um gut 60,0 Prozent im Jahresverlauf 2022 - weiterhin schwach.


Die Sparkassen in Baden-Württemberg verzeichneten 2023 nur eine geringfügige Zunahme des Kreditvolumens (1,8 Prozent). Dieses Plus wurde von den Unternehmenskunden getragen (3,5 Prozent), während das Privatkundengeschäft konstant blieb. Im Neugeschäft ging im Vergleich zum Vorjahr insbesondere die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten zurück (- 46,6 Prozent).


Über mehrere Jahre hinweg hatten Niedrig- beziehungsweise Negativzinsen und der Mangel an sicheren Anlagealternativen zu einem starken Anstieg der Sichteinlagen geführt. Im Zuge des steigenden Zinsniveaus kam es zu erheblichen Umschichtungen von Sichteinlagen zu Termingeldern und verzinsten Anlageprodukten, die sich im laufenden Jahr fortsetzen dürften. In Summe nahmen laut der Deutschen Bundesbank die Einlagen von Nichtbanken bei Kreditinstituten im Inland im Jahr 2023 um 2,0 Prozent zu (2022: +4,1 Prozent). Während die täglich fälligen Bankguthaben um 6,6 Prozent zurückgingen, gab es deutliche Steigerungen bei Termineinlagen (+25,9 Prozent).


Die Entwicklung bei den baden-württembergischen Sparkassen bewegte sich im Trend der gesamten Kreditwirtschaft. Insgesamt nahmen die Kundeneinlagen leicht zu, nämlich um 1,5 Prozent, bei gleichzeitig deutlichen zinsbedingten Umschichtungen von Sicht- und Spareinlagen (- 16,2 Prozent) zu Gunsten einer Vervierfachung von Termingeldern und Eigenemissionen.


Das nicht bilanzwirksame Kunden-Wertpapiergeschäft der baden-württembergischen Sparkassen wurde durch das gestiegene Zinsniveau spürbar belebt und hat insbesondere zu einer höheren Nachfrage nach festverzinslichen Papieren geführt. Der gesamte Wertpapierumsatz erreichte 25,0 Milliarden Euro und lag damit um fast 25,0 Prozent über dem Vorjahreswert.


Nachdem die langandauernde Niedrigzinsphase die Ertragskraft der Kreditinstitute deutlich belastet hatte, führte die Zinswende der EZB zu einem spürbaren Anstieg der zentralen Ertragsquelle "Zinsüberschuss". Dies machte sich 2023 in der Ertragslage der Banken positiv bemerkbar. Wie die Deutsche Bundesbank in ihrer Analyse der Ertragslage der deutschen Kreditinstitute hervorhebt, wird der Abschreibungsbedarf auf festverzinsliche Wertpapiere im Jahr 2023 voraussichtlich zurückgehen. Demgegenüber werden die Kreditinstitute voraussichtlich eine höhere Kreditvorsorge zu bilden haben.


Die Analyse der Ertragsentwicklung in der Kreditwirtschaft im Allgemeinen gilt im Wesentlichen auch für die baden-württembergischen Sparkassen. Die Zinswende der EZB führte zu einem spürbaren Anstieg der zentralen Ertragsquelle "Zinsüberschuss". Dagegen erhöhte sich der Verwaltungsaufwand bedingt durch die hohe Inflation deutlich. Vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen ergibt sich ein steigendes Kreditrisiko, das sich in einer verstärkten Risikovorsorge für Kredite bei baden-württembergischen Sparkassen widerspiegelt.


In der Region Biberach ist die Kreissparkasse Biberach in den Bereichen Privatgirokonten und Geschäftsgirokonten Marktführer. So nimmt sie mit einem Anteil von 37,9 Prozent im Privatgirokunden-Bereich und 38,4 Prozent im Geschäftsgirokunden-Bereich laut der aktuell gültigen Kropf Marktanalyse aus dem Jahr 2022 im Landkreis die führende Position ein und verzeichnete im Vergleich zur letzten Auswertung 2020 einen moderaten bis positiven Trend. Der direkte Wettbewerb sieht im Vergleich einem gleichbleibenden bis negativen Trend entgegen.


Die Stabilität der Sparkassen-Finanzgruppe insgesamt ist durch das Verbundrating erneut bestätigt worden. Die Ratingagenturen Fitch (A+), DBRS (A high) und Moody's (Aa2) haben an ihren Einstufungen festgehalten.


Aufsichtsrechtliche Änderungen ergaben sich durch die Aktualisierung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (7. MaRisk-Novelle) durch die BaFin im Juni 2023. Mit dieser Novelle wurden die Anforderungen an die Kreditvergabe und Überwachung sowie Regelungen zur Handhabung des Immobiliengeschäfts und der Nachhaltigkeitsrisiken angepasst beziehungsweise ergänzt. Soweit die Änderungen der MaRisk klarstellenden Charakter hatten, trat die neue Fassung mit ihrer Veröffentlichung in Kraft. Für neue Anforderungen galt eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2024. Dies bezog sich insbesondere auf die Regelungen zu den Immobiliengeschäften.


Insgesamt müssen sich die Kreditinstitute auf eine Fortsetzung der Regulierungspolitik der letzten Jahre sowie mittelfristig auf weiter erhöhte Eigenmittelanforderungen einstellen. So wurde beispielsweise am 15. Februar 2024 bereits die 8. MaRisk-Novelle von der BaFin zur Konsultation gestellt.


Aufgrund ihrer zentralen gesamtwirtschaftlichen Verantwortung und Funktion spielen die Kreditinstitute bei den gesetzlichen Maßnahmen zum Thema "Nachhaltigkeit" eine bedeutsame Rolle. Ab dem Geschäftsjahr 2024 bestehen erweiterte Berichtspflichten auf Basis detaillierter gesetzlicher Vorgaben.

2.2 Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren


Als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren wurden in Übereinstimmung mit der sparkasseninternen Berichterstattung folgende Steuerungsgrößen definiert:

Zur weiteren Stärkung der Kapitalbasis sollen dem Kernkapital 1) mindestens 20,0 Millionen Euro pro Jahr aus dem verfügbaren Gewinn zugeführt werden.

Für die Kernkapitalquote 2) der Bank wird gemäß der geänderten Capital Requirements Regulation (CRR)-Vorgaben ein Zielwert von deutlich über 18,0 Prozent im Jahr 2027 angestrebt. Dies dient der Sicherstellung einer Kernkapitalquote von über 18,0 Prozent im Jahr 2030 gemäß CRR-III-Vorgaben.

Das Volumen des Kundenkreditgeschäfts 3) soll bis 2027 auf 3 953,0 Millionen Euro ansteigen. Bei den Kundeneinlagen 4) wird ein Bestand von mindestens 4 038,0 Millionen Euro angestrebt (konstant). Für 2023 bedeutet dies ein Kundenkreditvolumen von 3 688,0 Millionen Euro sowie ein Kundeneinlagenvolumen von 4 038,0 Millionen Euro. Die Erreichung der in der Mittelfristplanung definierten Wachstumsannahmen, die sich an den oben angegebenen Werten orientieren, wird über die Zieldefinitionen der einzelnen Geschäftsbereiche gesteuert.


Im Berichtsjahr wurde im Rahmen der jährlichen Mittelfristplanung der folgende bedeutsamste finanzielle Leistungsindikator modifiziert und die Geschäftsstrategie der Sparkasse entsprechend angepasst:

Das Volumen des Kundenkreditgeschäfts 3) soll bis 2028 auf 3 656,0 Millionen Euro ansteigen. Bei den Kundeneinlagen 4) wird ein Bestand von mindestens 3 797,0 Millionen Euro angestrebt. Für 2024 bedeutet dies ein Kundenkreditvolumen von 3 529,0 Millionen Euro sowie ein Kundeneinlagenvolumen von 3 917,0 Millionen Euro. Die Erreichung der in der Mittelfristplanung definierten Wachstumsannahmen, die sich an den oben angegebenen Werten orientieren, wird über die Zieldefinitionen der einzelnen Geschäftsbereiche gesteuert.

1) Sicherheitsrücklage zuzüglich Fonds für allgemeine Bankrisiken nach Paragraf 340g HGB.

2) Sicherheitsrücklage zuzüglich Fonds für allgemeine Bankrisiken nach Paragraf 340g HGB bezogen auf die risikogewichteten Aktiva.

3) Gemäß den Stichtagsbeständen der Ergebnisvorschaurechnung, Forderungen an Kunden II (Pos. 12-24).

4) Gemäß den Stichtagsbeständen der Ergebnisvorschaurechnung, Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Pos. 31-49).

2.3 Geschäftsentwicklung


Die Geschäftsentwicklung stellt sich wie folgt dar:

Bestand in % des Geschäftsvolumens
Bilanzpositionen 31.12.23 31.12.22 31.12.23 31.12.22
Mio. EUR Mio. EUR % %
Bilanzsumme 6.490,3 6.664,1 97,4% 97,7%
Geschäftsvolumen 1) 6.665,2 6.820,6 100,0% 100,0%
DBS 2) 6.836,7 6.818,8 . 100,0%
Aktivgeschäft
Kundenkreditvolumen 3) 3.592,7 3.568,4 53,9% 52,3%
Forderungen an Kreditinstitute 883,6 1.209,4 13,3% 17,7%
Guthaben bei der Bundesbank 42,5 42,4 0,6% 0,6%
Wertpapiervermögen 4) 1.950,3 1.816,6 29,3% 26,6%
Sonstiges Anlagevermögen 144,9 134,8 2,2% 2,0%
Passivgeschäft
Kundeneinlagen 5) 4.118,0 4.063,2 61,8% 59,6%
davon Spareinlagen 906,1 1.441,4 13,6% 21,1%
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.295,9 1.574,8 19,4% 23,1%
Eigenkapital 339,0 332,9 5,1% 4,9%
Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren
Bilanzielles Volumen des Kundenkreditgeschäft 6) 3.573,2 3.552,0
Bilanzielles Volumen der Kundeneinlagen 7) 4.111,5 4.062,0
Veränderungen
Bilanzpositionen 2023 2023 2022
Mio. EUR % %
Bilanzsumme -173,8 -2,6% 3,6%
Geschäftsvolumen 1) -155,4 -2,3% 3,3%
DBS 2) 17,9 0,3% 6,9%
Aktivgeschäft
Kundenkreditvolumen 3) 24,3 0,7% 4,6%
Forderungen an Kreditinstitute -325,8 -26,9% 56,9%
Guthaben bei der Bundesbank 0,1 0,2% -89,9%
Wertpapiervermögen 4) 133,7 7,4% 1,1%
Sonstiges Anlagevermögen 10,1 7,5% -22,4%
Passivgeschäft
Kundeneinlagen 5) 54,8 1,3% 1,6%
davon Spareinlagen -535,3 -37,1% -8,1%
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -278,9 -17,7% 9,6%
Eigenkapital 6,1 1,8% 1,9%
Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren
Bilanzielles Volumen des Kundenkreditgeschäft 6)
Bilanzielles Volumen der Kundeneinlagen 7)

1) Geschäftsvolumen = Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten.

2) Durchschnittsbilanzsumme in der Abgrenzung des Betriebsvergleichs.

3) Bilanzposition Aktiva 4, Treuhandkredite und Avalkredite.

4) Bilanzpositionen Aktiva 5 und Aktiva 6.

5) Bilanzpositionen Passiva 2 und Passiva 3.

6) Gemäß den Stichtagsbeständen der Ergebnisvorschaurechnung, Forderungen an Kunden II (Pos. 12-24).

7) Gemäß den Stichtagsbeständen der Ergebnisvorschaurechnung, Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Pos. 31-49).

2.3.1 Bilanzsumme und Geschäftsvolumen


Die Bilanzsumme lag vor allem aufgrund des Rückgangs der Forderungen an Kreditinstitute sowie der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 173,8 Millionen Euro unter dem Vorjahr. Die durchschnittliche Bilanzsumme stieg um 17,9 Millionen Euro auf 6 836,7 Millionen Euro. Damit lag die durchschnittliche Bilanzsumme marginal unter den geplanten 6 842,0 Millionen Euro. Das Geschäftsvolumen nahm um 2,3 Prozent beziehungsweise um 155,4 Millionen Euro ab. Bei den anderen baden-württembergischen Sparkassen (Verbandsdurchschnitt) haben sowohl die Bilanzsumme als auch das Geschäftsvolumen leicht zugenommen.

2.3.2 Aktivgeschäft (einschließlich Avalkredite)

Kundenkreditvolumen


Das Kundenkreditvolumen nahm um 0,7 Prozent zu. Das Wachstum resultierte vor allem aus den Inanspruchnahmen von Konsortial- und Avalkrediten sowie gewerblichen Wohnbaudarlehen. Rückläufig waren hingegen Kredite an Privatpersonen, insbesondere private Wohnungsbaukredite, sowie Schuldscheindarlehen von Unternehmen.


Im Förderkreditgeschäft wurden 85,9 Millionen Euro an neuen Förderkrediten vermittelt. Damit entwickelte sich das Förderkreditgeschäft zwar erneut positiv, das Wachstum im Neugeschäft verlangsamte sich nach den starken Vorjahren jedoch deutlich.


Als einer der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren sollte das Volumen des Kundenkreditgeschäfts entsprechend den strategischen Planungen auf 3 688,0 Millionen Euro anwachsen. Das Kundenkreditvolumen fiel insofern leicht niedriger aus als prognostiziert.

Eigenanlagen


Zum Bereich der Eigenanlagen zählen das Guthaben bei der Bundesbank, die Forderungen gegenüber Kreditinstituten sowie das Wertpapiervermögen. Der Bestand hat sich im Jahr 2023 signifikant vermindert. Ein fälliges Offenmarktgeschäft wurde durch fällige und nicht mehr weiter angelegte Termingelder zurückgeführt. Die starke Erhöhung des Wertpapiervermögens entfällt im Wesentlichen auf festverzinsliche Wertpapiere, Wertpapierspezialfonds und Immobilienspezialfonds.

2.3.3 Passivgeschäft

Kundeneinlagen


Die Kundeneinlagen nahmen im Geschäftsjahr 2023 insgesamt weiter zu, allerdings war das Wachstum etwas schwächer als im Vorjahr. Aufgrund der Zinssituation wurden in erheblichem Umfang Sichteinlagen und Spareinlagen mit einer vereinbarten Kündigungsfrist von drei Monaten in Sparkassenbriefe umgeschichtet. Beim Volumen der Kundeneinlagen als bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator wurde ein konstanter Bestand von 4 038,0 Millionen Euro erwartet, tatsächlich sind die Kundeneinlagen auf 4 112,0 Millionen Euro angestiegen.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten


Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich um 278,9 Millionen Euro auf 1 295,9 Millionen Euro. Für den Rückgang war im Wesentlichen die Fälligkeit eines Offenmarktgeschäfts verantwortlich.

2.3.4 Dienstleistungsgeschäft

Wertpapiergeschäft


Der Wertpapierumsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 94,7 Millionen Euro auf 728,9 Millionen Euro. Die Wertpapierkäufe betrugen 430,4 Millionen Euro und die Verkäufe 298,5 Millionen Euro. Das Gesamtdepotvolumen lag zum Bilanzstichtag bei 1 917,9 Millionen Euro (im Vorjahr 1 650,9 Millionen Euro). Das verwaltete Geldvermögen (Kundeneinlagen und Wertpapiere) wuchs um 321,8 Millionen Euro auf 6 035,9 Millionen Euro.

Strukturierte Finanzierungen (Corporate Finance)


Strukturierte Finanzierungsprodukte beinhalten unter anderem Akquisitions-, Wachstums- und Projektfinanzierungen sowie Immobilienfinanzierungen, meist umgesetzt in Konsortiallösungen mit Mitgliedern der Sparkassen-Finanzgruppe. Der Finanzierungsschwerpunkt liegt weiterhin in Baden-Württemberg, aber im vergangenen Jahr konnten aus dem Kooperationsgeschäft wieder Neukunden im Finanzierungsbereich aus anderen Bundesländern gewonnen werden. Im Jahr 2023 ergab sich ein Neugeschäft von 423,2 Millionen Euro; davon wurden 109,9 Millionen Euro in die eigenen Bücher genommen. Der Gesamtbestand an strukturierten Finanzierungen beläuft sich insofern zum Jahresende 2023 auf 542,3 Millionen Euro (Tilgungen und Rückzahlungen sind berücksichtigt).

2.4 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.4.1 Vermögenslage


Volumen und Struktur der Vermögenslage der Kreissparkasse Biberach sind nach wie vor gekennzeichnet von der wachstumsorientierten Geschäftsstrategie mit einem ausgeprägten Kapitalmarktgeschäft.


Deshalb ergeben sich gegenüber dem Verbandsdurchschnitt auf der Aktivseite deutlich niedrigere Bilanzstrukturanteile beim Kundenkreditvolumen und wesentlich höhere Anteile bei den Eigenanlagen. Auf der Passivseite liegen die Anteile beim Mittelaufkommen von Kunden immer noch weit unter dem Durchschnitt und die Anteile bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten leicht darüber.


Der Strukturanteil beim Kundenkreditvolumen ist gegenüber dem Vorjahr wiederum leicht angestiegen. Ebenso stiegen sowohl der Strukturanteil des Wertpapiervermögens als auch die Anteile der Kundeneinlagen leicht. Merklich rückläufig waren hingegen die Anteile der Forderungen an Kreditinstitute sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.


Die Bewertung des Wertpapiervermögens erfolgte unter Anwendung des strengen Niederstwertprinzips. Das weitere Vermögen wurde vorsichtig bewertet. Mit den gebildeten Wertberichtigungen und Rückstellungen wurde den vorhandenen Risiken in ausreichendem Maße Rechnung getragen.


In den bilanzierten Aktivwerten, insbesondere im Wertpapiervermögen, waren stille Reserven in erheblichem Umfang enthalten. Die vorhandenen Vorsorgereserven gemäß Paragraf 340f HGB zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute wurden 2023 nicht verändert. Der dem Kernkapital zuzurechnende Fonds für allgemeine Bankrisiken nach Paragraf 340g HGB wurde um 58,4 Millionen Euro erhöht und ist nun mit insgesamt 635,4 Millionen Euro dotiert.


Die Gesamtkapitalquote gemäß Artikel 92 CRR (Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die anrechnungspflichtigen Positionen) übertrifft am 31. Dezember 2023 mit 24,3 Prozent (Vorjahr: 23,9 Prozent) die aufsichtlichen Mindestanforderungen von 8,0 Prozent gemäß CRR zuzüglich Supervisory Review and Evaluation Process (SREP)-Zuschlag (kein entsprechender Zuschlag festgesetzt) sowie den kombinierten Kapitalpufferanforderungen deutlich. Zum 1. Februar 2022 erhöhte sich der inländische antizyklische Kapitalpuffer von null auf 0,75 Prozent der risikogewichteten Positionswerte. Zudem wurde ein Systemrisikopuffer von 2,00 Prozent für den Wohnimmobiliensektor eingeführt. Beide Kapitalpufferanforderungen sind seit dem 1. Februar 2023 zu erfüllen. Die anrechnungspflichtigen Positionen betrugen zum 31. Dezember 2023 3 906,6 Millionen Euro und die aufsichtlich anerkannten Eigenmittel 950,9 Millionen Euro.


Auch die (harte) Kernkapitalquote überstieg die aufsichtlich vorgeschriebenen Werte deutlich. Sie belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 23,2 Prozent der anrechnungspflichtigen Positionen nach CRR.


Die Verschuldungsquote (Verhältnis des Kernkapitals zur Summe der bilanziellen und außerbilanziellen Positionen) lag zum 31. Dezember 2023 bei 15,5 Prozent und damit deutlich über der aufsichtlichen Mindestanforderung von 3,0 Prozent.


Nach der durch den Verwaltungsrat noch zu beschließenden Zuführung aus dem Bilanzgewinn wird sich die Sicherheitsrücklage von 332,9 Millionen Euro auf 339,0 Millionen Euro erhöhen. Damit liegt die Zuführung in etwa auf Vorjahresniveau. Neben der Sicherheitsrücklage verfügt die Kreissparkasse Biberach mit dem Fonds für allgemeine Bankrisiken über weiteres Kernkapital, sodass die Eigenmittelanforderungen nach CRR erfüllt werden.

Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren 31.12.2023 31.12.2022
Verfügbarer Gewinn in Mio. Euro 64,5 36,5
Kernkapitalquote in % 23,2 22,8


Da der verfügbare Gewinn vollständig zur Stärkung des Kernkapitals verwendet wird, liegt die Zuführung über dem Zielwert. Ebenso wurde die Prognose aus dem Lagebericht 2022 massiv übertroffen. Die Kernkapitalquote lag ebenso deutlich über der Prognose und somit deutlich über dem strategischen Zielwert. Auf Grundlage der Kapitalplanung (normative Perspektive) bis zum Jahr 2028 ist auch weiterhin eine Erfüllung der aufsichtlichen Anforderungen an die Eigenmittelausstattung für die Umsetzung der Geschäftsstrategie zu erwarten.

2.4.2 Finanzlage


Die Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) lag zum 31. Dezember 2023 bei 256,0 Prozent und damit deutlich über der Mindestanforderung von 100,0 Prozent. Die Quote bewegte sich im Jahr 2023 innerhalb einer Bandbreite von 172,5 Prozent und 641,2 Prozent.


Die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio - NSFR) lag in einer Bandbreite von 121,0 Prozent bis 128,5 Prozent; damit wurde die aufsichtliche Mindestquote von 100,0 Prozent durchgängig eingehalten.


Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden Guthaben bei der Deutschen Bundesbank geführt. Kredit- und Dispositionslinien bestehen im Wesentlichen bei der Deutschen Bundesbank und der Landesbank Baden-Württemberg.


Die Zahlungsfähigkeit der Kreissparkasse Biberach war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund einer angemessenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Nach unserer Finanzplanung ist die Zahlungsfähigkeit auch für die absehbare Zukunft gewährleistet.

2.4.3 Ertragslage


Zur Analyse der Ertragslage wurde der Betriebsvergleich der Sparkassen-Finanzgruppe eingesetzt. In diesem erfolgt eine detaillierte Aufspaltung und Analyse des Ergebnisses der Kreissparkasse Biberach in Relation zur Durchschnittsbilanzsumme. Zur Ermittlung eines Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die Erträge und Aufwendungen um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt. Diese werden in der internen Darstellung dem neutralen Ergebnis zugerechnet. In das Betriebsergebnis vor Bewertung gehen damit die ordentlichen Erträge aus Zins-, Dienstleistungs- und Handelsgeschäften ein. Nach Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses entsteht das Betriebsergebnis nach Bewertung. Unter Berücksichtigung des neutralen Ergebnisses und der Steuern verbleibt der verfügbare Gewinn.


Die Entwicklung der Ertragslage auf Basis des Betriebsvergleichs stellt sich wie folgt dar:

Ergebnis Veränderungen
Gewinn- und Verlustrechnung 1.1. - 31.12.23 1.1. - 31.12.22 2023 2023 2022
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % %
Zinsüberschuss 123,9 95,9 28,0 29,2% 9,2%
Provisionsüberschuss 32,8 32,6 0,2 0,6% 22,6%
Sonstige ordentliche 4,4 4,2 0,2 4,8% -2,3%
Ordentliche Aufwendungen 85,6 80,0 5,6 7,0% 6,8%
Betriebsergebnis vor Bewertung 75,5 52,7 22,8 43,3% 20,3%
Bewertungsergebnis 32,6 3,5 29,1 -92,3%
Betriebsergebnis nach Bewertung 108,1 56,2 51,9 92,3% -37,1%
Neutrales Ergebnis -40,1 8,2 -48,3
Ertragssteuern (Aufwand) 3,5 27,9 -24,4 -87,5% 39,5%
Verfügbarer Gewinn (bedeutsamster finanzieller 64,5 36,5 28,0 76,7% -49,0%
Jahresüberschuss 6,1 6,1 0,0 0,0% 1,7%


Der Zinsüberschuss, die bedeutendste Ertragsquelle der Kreissparkasse Biberach, erhöhte sich im Jahr 2023 signifikant. Das bis September 2023 angestiegene Zinsniveau beeinflusste die Neugeschäftszinsen auf der Aktivseite im Kunden- und Eigengeschäft positiv. Ferner bestärkten erhaltene Zahlungen aus Payer-Swaps aus der Zinsabsicherung das Ergebnis.


Der Provisionsüberschuss konnte geringfügig gesteigert werden.


Die sonstigen ordentlichen Erträge liegen aufgrund von gestiegenen Grundstückserträgen sowie höheren Kostenerstattungen der Tochterunternehmen für Personalgestellung und Arbeitsplatzpauschalen über dem Vorjahresergebnis.


Die ordentlichen Aufwendungen waren insbesondere durch stark gestiegene Personal- und klar gestiegene Sachaufwendungen geprägt. Die Personalaufwendungen beinhalteten unter anderem eine Tariferhöhung. Der erwartete Anstieg der Sachaufwendungen war im Wesentlichen durch die Erhöhung von EDV-Kosten sowie Dienstleistungen Dritter verursacht.


Das Bewertungsergebnis aus dem Kreditgeschäft ist wie im Vorjahr per Saldo negativ. Das Bewertungsergebnis Kredit ist insbesondere geprägt durch gegenüber dem Vorjahr deutlich höhere Zuführungen zu den Einzelwertberichtigungen. Die Pauschalwertberichtigungen weisen saldiert betrachtet ebenfalls einen merklichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr aus. Hinsichtlich der Rückstellungen aus dem Kreditgeschäft ergab sich saldiert eine Auflösung.


Im Bewertungsergebnis aus Wertpapieren waren erhebliche Zuschreibungen auf festverzinsliche Wertpapiere enthalten. Ferner beeinflussten realisierte Kursgewinne aus der teilweisen Anteilsrückgabe eines Spezial-AIF sowie ein Veräußerungsgewinn aus einem geschlossenen Investmentvermögen das Ergebnis massiv positiv.


Nachdem alle notwendigen Bewertungsmaßnahmen vorgenommen wurden, ergibt sich ein signifikant über dem Vorjahresergebnis und über dem Durchschnitt der baden-württembergischen Sparkassen vergleichbarer Größenordnung liegendes und somit ein insgesamt sehr zufriedenstellendes Betriebsergebnis nach Bewertung.


Das neutrale Ergebnis beinhaltet insbesondere Aufwendungen für die vorzeitige Auflösung von Schuldscheindarlehen. Der periodische Steueraufwand verminderte sich massiv gegenüber dem Vorjahr.


Der verfügbare Gewinn lag nach 36,5 Millionen Euro im Vorjahr aufgrund der vorgenannten Effekte bei 64,5 Millionen Euro und damit um 37,0 Millionen Euro über dem prognostizierten Wert von 27,5 Millionen Euro. Vor dem Hintergrund des intensiven Wettbewerbs ist die Entwicklung der Ertragslage als sehr zufriedenstellend zu beurteilen.


Es wurden für 2023 ein über dem Niveau des Vorjahres liegender Zinsüberschuss sowie eine weitere Steigerung des Provisionsüberschusses erwartet. Diese Prognose wurde erreicht.


Die gemäß Paragraf 26a Absatz 1 Satz 4 KWG offenzulegende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Jahresüberschuss und Bilanzsumme, beträgt 0,09 Prozent.

2.5 Gesamtaussage und Beurteilung


Unter Berücksichtigung der bedeutsamsten Leistungsindikatoren sind die geschäftliche Entwicklung sowie die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage unter Berücksichtigung der herausfordernden gesamtwirtschaftlichen sowie branchenspezifischen Entwicklungen als sehr zufriedenstellend zu bezeichnen.


In der Gesamtschau des Jahres 2023 zeichnet sich die Kreissparkasse Biberach durch eine stabile Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus. Dies basiert unter anderem auf der vorausschauenden und vorsichtigen Finanz- und Kapitalplanung (normative Perspektive) unter Berücksichtigung der bankaufsichtsrechtlichen Kennziffern.

3 Nachtragsbericht


Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023 haben sich nicht ergeben.

4 Risikobericht

4.1 Risikomanagementsystem


Zur Sicherstellung der langfristigen Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft setzt die Sparkasse ein Risikotragfähigkeitskonzept mit einer regelmäßigen Berechnung der Risikotragfähigkeit (ökonomische Perspektive) und einer Kapitalplanung (normative Perspektive) ein. Die Risikotragfähigkeit wird um Stresstests ergänzt und es erfolgt eine prozessuale Verknüpfung mit den Strategien der Risikoinventur und der Risikoberichterstattung. Zum 31. Januar 2023 (ökonomische Perspektive) beziehungsweise zum 31. März 2023 (normative Perspektive) wurden damit erstmals die Anforderungen der am 24. Mai 2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.


In der Geschäftsstrategie werden die Ziele der Sparkasse für jede wesentliche Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt. Die Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.


Ziel der Risikoinventur ist es, mindestens jährlich systematisch Risiken zu identifizieren, um deren Wesentlichkeit beurteilen zu können. Zudem werden regelmäßig quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen. Auf der Grundlage der zuletzt durchgeführten Risikoinventur wurden folgende Risiken in der ökonomischen beziehungsweise der normativen Perspektive als wesentlich eingestuft:

Risikoart Risikokategorie Ökonomische Perspektive Normative Perspektive
Adressenrisiko Kundengeschäft Wesentlich Wesentlich
Eigengeschäft Wesentlich Wesentlich
Marktpreisrisiko Zinsänderungsrisiko Wesentlich Wesentlich
Spreadrisiko Wesentlich Wesentlich
Aktienrisiko Wesentlich Wesentlich
Immobilienrisiko Wesentlich Wesentlich
Währungsrisiko Wesentlich Wesentlich
Rohstoffrisiko Wesentlich Wesentlich
Beteiligungsrisiko Wesentlich Wesentlich
Liquiditätsrisiko Zahlungsunfähigkeitsrisiko Grundsätzliche Berücksichtigung
Refinanzierungskostenrisiko Wesentlich Wesentlich
Operationelles Risiko Wesentlich Wesentlich
Sonstige wesentliche Risiken Provisionsrisiko - Wesentlich


Für die frühzeitige Identifizierung von wesentlichen Risiken sowie von risikoartenübergreifenden Effekten wurden Indikatoren abgeleitet, die auf quantitativen oder qualitativen Merkmalen basieren.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive ist die Gewährleistung des Gläubigerschutzes. Die Kreissparkasse Biberach ermittelte zum 31. Dezember 2023 ein ökonomisches Risikodeckungspotenzial von 1 663,1 Millionen Euro. Das daraus abgeleitete Gesamtlimit von 853,0 Millionen Euro wurde auf die wesentlichen Risiken verteilt und so bemessen, dass eine angemessene Steuerung der Risiken ermöglicht wird. Die wesentlichen Risiken des Marktpreisrisikos, Adressenausfallrisikos und Liquiditätsrisikos werden monatlich, für Beteiligungsrisiken vierteljährlich und für operationelle Risiken mindestens jährlich ermittelt und den Limiten gegenübergestellt. Im Berichtszeitraum wurden die Marktpreislimite für Immobilien und Wertpapier-Spezialfonds Nichtzinsbuch überschritten. Als Reaktion hierauf wurde die Kapitalallokation angepasst. Die bereitgestellten Limite reichen zum Bilanzstichtag aus, um die wesentlichen Risiken abzudecken.


Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos wurden für alle wesentlichen Risiken das Konfidenzniveau auf 99,9 Prozent und der Risikobetrachtungshorizont auf ein Jahr rollierend festgelegt. Zwischen und innerhalb der wesentlichen Risikoarten wurden keine risikomindernden Diversifikationseffekte berücksichtigt.


Das auf der Grundlage des Gesamtlimits eingerichtete Limitsystem in der ökonomischen Perspektive stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Risikoart Mio. EUR Limit Mio. EUR Auslastung Auslastung in %
Marktpreisrisiken 608,0 376,0 61,8%
- Zinsbuch Zinsrisiko 185,0 107,4 58,0%
- Zinsbuch Spreadrisiko 65,0 44,6 68,6%
- Wertpapier-Spezialfonds Nichtzinsbuch 220,0 141,3 64,2%
- Aktien Liquiditätsreserve 3,0 2,0 66,7%
- Marktpreisrisiko Goldbestand 59,0 45,3 76,8%
- Immobilienrisiko 20,0 16,6 83,1%
- Währungsrisiko 56,0 18,8 33,6%
Adressenausfallrisiken 160,0 110,8 69,2%
- Kundenkreditgeschäft 60,0 52,3 87,2%
- Eigengeschäft 100,0 58,5 58,4%
Beteiligungsrisiken 23,0 18,0 78,3%
- Verbund- und sonstige Beteiligungen 13,0 10,8 83,5%
- S-Chancenkapital 10,0 7,2 71,6%
Liquiditätsrisiken 35,0 15,4 44,1%
Operationelle Risiken 27,0 20,9 77,2%
Summe 853,0 541,1 63,4%


Die zuständigen Abteilungen steuern die Risiken im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und der Limitvorgaben des Vorstands.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive ist die Fortführung der Kreissparkasse Biberach. Hierzu besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2028. Um einen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können, wurden Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung für das Planszenario sowie für ein adverses Szenario getroffen.


In der normativen Perspektive sind alle regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie die darauf basierenden internen Anforderungen zu berücksichtigen. Relevante Steuerungsgrößen sind die Kernkapitalanforderung, die Gesamtkapitalanforderung (SREP-Gesamtkapitalanforderung, die kombinierte Pufferanforderung) und die Eigenmittelempfehlung sowie die Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals, die Höchstverschuldungsgrenze und die Großkreditgrenze. Weitere Steuerungsgrößen bilden die Rendite auf die Gesamtrisikoposition, das Jahresergebnis vor Reservenbildung sowie die Cost-Income-Ratio.


Für den betrachteten Zeitraum von fünf Jahren können die aufsichtlichen Anforderungen im Planszenario vollständig erfüllt werden. Gleiches gilt im Falle der Betrachtung adverser Entwicklungen, in dem jedoch nur die harten Mindestkapitalanforderungen zwingend einzuhalten sind.


Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst (Validierung).


Die Sparkasse setzt zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken derivative Finanzinstrumente (Swap-Geschäfte) ein. Sie wurden in die verlustfreie Bewertung des Bankbuchs einbezogen.


Stresstests werden ergänzend zur Risikotragfähigkeit durchgeführt. Ziel ist die Abbildung außergewöhnlicher, aber plausibel möglicher Ereignisse über Szenario- und Sensitivitätsanalysen. Als Ergebnis dieser Simulationen ist festzuhalten, dass auch bei Eintritt der simulierten Stressszenarien die Risikotragfähigkeit gegeben ist.


Die turnusmäßige Risikoberichterstattung an den Vorstand umfasst den Bericht zur Geschäftslage und Risikosituation sowie ergänzende Berichte zu den wesentlichen Risikoarten. Die Berichte enthalten neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen. Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich über die Geschäftslage und die Risikosituation informiert. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.


Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen (interne Kontrollverfahren) dienen neben eingerichteten Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen auch die Tätigkeiten der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Internen Revision.


Das zentrale Risikomanagement besteht aus den Abteilungen "Risikocontrolling und Gesamtbanksteuerung" und "Kreditsekretariat", die organisatorisch dem Überwachungsvorstand zugeordnet sind. Aufbau- und ablauforganisatorisch von Bereichen getrennt, die Geschäfte initiieren oder abschließen, hat die Risikocontrolling-Funktion die Aufgabe, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu überwachen und darüber zu berichten. Der Risikocontrolling-Funktion obliegen die Methodenauswahl, die Überprüfung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren sowie die Errichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und Risikocontrollingprozesse. Zusätzlich verantwortet die Risikocontrolling-Funktion die Umsetzung der aufsichtsrechtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnung sowie die laufende Überwachung der Einhaltung von Limiten. Sie unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt. Die für die Überwachung und Steuerung von Risiken zuständige Risikocontrolling-Funktion wird im Wesentlichen durch die Mitarbeiter der Abteilung "Risikocontrolling und Gesamtbanksteuerung" wahrgenommen. Die Leitung der Risikocontrolling-Funktion obliegt dem Abteilungsdirektor der Abteilung "Risikocontrolling und Gesamtbanksteuerung".


Die Compliance-Funktion wirkt auf die Implementierung wirksamer Verfahren zur Einhaltung der für die Kreissparkasse Biberach wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben und entsprechender Kontrollen hin. Ferner hat sie den Vorstand hinsichtlich der Einhaltung dieser rechtlichen Regelungen und Vorgaben zu unterstützen und zu beraten.


Die Interne Revision prüft und beurteilt risikoorientiert und prozessunabhängig die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse. Sie ist dem Vorstand unmittelbar unterstellt und ihm gegenüber berichtspflichtig.


Verfahren zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (Neuproduktprozess) sind festgelegt. Zur Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen Definitionen und Regelungen.

4.2 Strukturelle Darstellung der wesentlichen Risiken

4.2.1 Adressenrisiko


Unter dem Adressenrisiko wird ein Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich des Ausfalls eines Schuldners bedingt ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie das Migrationsrisiko eines Schuldners unterteilt.


Das Ausfallrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes, welcher aus einem drohenden beziehungsweise vorliegenden Zahlungsausfall eines Schuldners entsteht.


Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes, der sich dadurch ergibt, dass sich die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners verändert hat.


Das Länderrisiko umfasst neben dem bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das politische Risiko, zum Beispiel aus einem Transferstopp. Das Länderrisiko im Sinne eines Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Schuldners ist Teil des Adressenrisikos im Kunden- und Eigengeschäft. Der Schuldner kann ein ausländischer öffentlicher Haushalt oder ein sonstiger Schuldner sein, der seinen Sitz im Ausland und somit in einem anderen Rechtsraum hat.


Die Messung des Adressenrisikos erfolgt in der ökonomischen Perspektive über eine Monte-Carlo-Simulation mithilfe der Anwendung "Credit Portfolio View" (CPV). Dabei wird die Wertentwicklung der einzelnen Geschäfte in einem jeweils spezifischen ökonomischen Umfeld simuliert. Zur Bewertung werden neben den Portfoliodaten der Kreissparkasse Biberach Risikoparameter (zum Beispiel Ausfallzeitreihen, Korrelationen, Migrations- und Shiftmatrizen, Verwertungs-, Neubewertungs- und Einbringungsquoten) verwendet, die aus historischen Daten aller Sparkassen ermittelt wurden. Die Ergebnisse der simulierten Wertentwicklungen werden zu einer Wertänderungsverteilung zusammengeführt, woraus die Risikokennzahlen wie zum Beispiel der Value-at-Risk abgeleitet werden. Die Risikomessung von Kunden- und Eigengeschäft erfolgt jeweils isoliert.

4.2.1.1 Adressenrisiko im Kundengeschäft


Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst die Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden beziehungsweise vorliegenden Zahlungsausfall eines originären Kredites sowie von Eventualverbindlichkeiten wie beispielsweise Avale (Ausfallrisiko). Darüber hinaus umfasst es auch die Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz an Wert verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite nicht ausreichen oder überhaupt nicht beitragen können (Sicherheitenverwertungs- und -einbringungsrisiko).


Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).


Die Steuerung des Adressenrisikos im Kundengeschäft erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen, der gestellten Sicherheiten sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Trennung zwischen Markt (1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstands.

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung des Kapitaldienstes auf Basis aktueller Unterlagen.

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren) in Kombination mit bonitätsabhängiger Preisgestaltung und bonitätsabhängigen Kompetenzen.

Interne, bonitätsabhängige Richtwerte für Kreditobergrenzen, die unterhalb der Großkreditgrenzen des KWG liegen, dienen der Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die diese Obergrenze überschreiten, unterliegen einer verstärkten Beobachtung.

Regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten.

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, das gewährleistet, dass bei Auftreten von signifikanten Bonitätsverschlechterungen frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden können.

Festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensivbetreuung oder Sanierungsbetreuung.

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "CPV".

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting.


Die Branchenstruktur des Kundenkreditvolumens stellt sich wie folgt dar (die Anteile der drei größten Branchen beziehen sich auf das Volumen der Unternehmen und Selbstständigen):

Kundenkreditvolumen per 31.12.2023
Branchenstruktur
Unternehmen und Selbstständige 54,0%
darunter die drei größten Branchen
- Grundstücks- und Wohnungswesen 22,6%
- Verarbeitendes Gewerbe 22,6%
- Beratung, Planung, Sicherheit 10,4%
Private Haushalte 43,3%
Öffentliche Haushalte 2,7%


Die nachstehende Übersicht zeigt die prozentuale Verteilung des mit Rating- und Scoringverfahren beurteilten Kundenkreditportfolios (klassisches Kundenkreditportfolio ohne Wertpapiere, Derivate und Beteiligungen, aber einschließlich Schuldscheindarlehen) nach Ratingklassen zum 31. Dezember 2023 im Vergleich zum Vorjahr:

Externes Rating (Moody's) Aaa bis Baa2 Baa3 bis Ba1 Ba2 bis Ba3 B1 bis C D ungeratet
Ratingklassen 1-3 4-6 7-9 10-15 16-18
31.12.2023 52,2% 22,8% 14,9% 6,4% 3,7% 0,0%
31.12.2022 54,3% 22,7% 14,5% 5,3% 3,2% 0,0%


Die Größenklassenstruktur zeigt insgesamt eine breite Streuung des Kundenkreditgeschäfts.


Konzentrationen bestehen im Kreditportfolio zum Bilanzstichtag nicht.


Insgesamt ist das Kreditportfolio sowohl nach Branchen und Größenklassen als auch nach Ratinggruppen gut diversifiziert.


Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Für latente Risiken im Forderungsbestand wurden Pauschalwertberichtigungen gebildet. Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken informiert. Eine Ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.


Das Verfahren für die Bildung der Pauschalwertberichtigungen ist im Anhang zum Jahresabschluss erläutert.


Entwicklung der Risikovorsorge in 2023:

Risikovorsorge
EWB 1) Rückstellungen 2 PWB 3 Gesamt
TEUR
Stand Jahresanfang 72.493 17.304 10.416 100.213
Verbrauch 1.245 0 0 1.245
Auflösungen 12.311 7.669 69 20.048
Zuführungen 26.705 4.311 1.030 32.047
Stand 31. Dezember 2023 85.642 13.947 11.377 110.966

1) Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Positionen "Einzelwertberichtigungen" "Mengen-EWB" und "Sonstige Forderungen" zusammengefasst.

2) Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Positionen "Rückstellung offene Zusagen" und "Rückstellung Avale" zusammengefasst.

3) Abweichend zum Vorjahr sind in der Spalte PWB pauschale Rückstellungen (PWB) für Kreditzusagen und Eventualverbindlichkeiten, die auf Kreditinstitute entfallen, nicht mehr enthalten.


Die Entwicklung der Risikovorsorge im Jahr 2023 zeigt im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 10,7 Prozent.

4.2.1.2 Adressenrisiko im Eigengeschäft


Das Adressenrisiko im Eigengeschäft umfasst die Gefahr eines Verlustes, der aus einem drohenden beziehungsweise vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultieren kann.


Ebenso besteht die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko). Dabei unterteilt sich das Kontrahentenrisiko in ein Wiedereindeckungs-, ein Vorleistungs- und ein Erfüllungsrisiko.


Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass die tatsächlichen Restwerte der Emissionen bei Ausfall von den prognostizierten Werten abweichen.


Ferner beinhalten Aktien eine Adressenrisikokomponente. Diese besteht in der Gefahr einer negativen Wertveränderung aufgrund von Bonitätsverschlechterung oder Ausfall des Aktienemittenten.


Die Steuerung der Adressenrisiken des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Limiten je Partner (Emittenten- und Kontrahentenlimite).

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung der Vertragspartner anhand von externen Ratingeinstufungen oder intern erstellten Ratings.

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "CPV".


Die Eigengeschäfte umfassten zum Bilanzstichtag ein Volumen von 2 732,5 Millionen Euro und setzten sich aus Termingeldanlagen bei Landesbanken sowie weiteren Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe und öffentlichen Emittenten (625,0 Millionen Euro), Schuldverschreibungen und Anleihen (862,1 Millionen Euro), Spezial-AIF (1 240,5 Millionen Euro) und Aktien (4,9 Millionen Euro) zusammen.


Die Ratings sämtlicher Zinsanlagen, die im Eigenbestand und in Spezial-AIF gehalten werden, befinden sich im Investment-Grade-Bereich. Dies gilt ebenso für die in den Spezial-AIF gehaltenen Publikumsfonds. Die Ratingstruktur der Aktienanlagen mit einem Marktwert von 619,4 Millionen Euro, welche überwiegend in Spezial-AIF gehalten werden, stellt sich wie folgt dar:

Externes Rating Standard & Poor's AAA bis BBB- BB+ bis B ab B-
Externes Rating Moody's Aaa bis Baa3 Ba1 bis B2 ab B3
Fitch AAA bis BBB- BB+ bis B ab B-
Interne Risikostufe 1 2 3
31.12.2023 96,0% 4,0% 0,0%
31.12.2022 95,4% 4,3% 0,3%


Eine Konzentration besteht hinsichtlich des Einzelengagements an der SIMONA Aktiengesellschaft (SIMONA AG), Kirn.

4.2.2 Marktpreisrisiko


Das Marktpreisrisiko wird definiert als Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Risikofaktoren ergibt.


Die Steuerung des Marktpreisrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der festgelegten Limite und der vereinbarten Anlagerichtlinien für Spezialfonds.

4.2.2.1 Zinsänderungsrisiko


Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt. In einer periodischen Sicht beziehungsweise in der normativen Perspektive können sich Veränderungen im Zinsüberschuss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere sowie aus einer Bildung beziehungsweise Veränderung einer Drohverlustrückstellung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. ergeben. Schwankungen im Zinskonditionsbeitrag sind in die Betrachtung des Zinsänderungsrisikos in der normativen Perspektive integriert.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Zinsszenarien mittels der IT-Anwendung "zeb.control.risk-ALM", Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres und der fünf Folgejahre bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das handelsrechtliche Ergebnis. Darüber hinaus Berechnungen auf Basis verschiedener Zinsszenarien mittels der IT-Anwendung "SimCorp Dimension", Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres sowie des Folgejahres bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das handelsrechtliche Ergebnis.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Modells der historischen Simulation der Marktzinsänderungen in der IT-Anwendung "zeb.control.risk-ALM". Bei der historischen Simulation kommen das Konfidenzniveau von 99,9 Prozent und die Haltedauer von 250 Tagen zum Tragen. Der Beobachtungszeitraum umfasst die Zinsentwicklungen jeweils vom 1. Januar 1988 bis zum Berechnungsstichtag.

Steuerung des wertorientierten Zinsänderungsrisikos auf Basis des Modells der historischen Simulation der Marktzinsänderungen. Neben den Berechnungen für die ökonomische Perspektive kommt dabei auch ein Konfidenzniveau von 99,0 Prozent zum Tragen.

Ermittlung des Zinsrisikokoeffizienten und des Frühwarnindikators gemäß Paragraf 25a Absatz 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreibens 6/2019 vom 6. August 2019.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip.


Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken werden neben bilanzwirksamen Instrumenten in Form langfristiger Refinanzierungen auch derivative Finanzinstrumente in Form von Zins-Swaps eingesetzt (vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss).


Die Auswirkungen eines Zinsschocks um + beziehungsweise -200 Basispunkte auf den Barwert der zinstragenden Geschäfte des Anlagebuchs stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Zinsänderungsrisiken
Barwertveränderung
+200 Basispunkte -200 Basispunkte
TEUR -72.029,6 64.179,3
in % der Eigenmittel -7,6 6,8


Die Zinsentwicklung im Jahr 2023 führte zu deutlich gesunkenen Bar- und Marktwerten zinstragender Geschäfte, die in die Bewertung des Zinsbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. eingehen. Weitere Zinsanstiege erhöhen das Risiko eines Verpflichtungsüberschusses und damit das Risiko zur Bildung einer Drohverlustrückstellung in künftigen Jahresabschlüssen.

4.2.2.2 Spreadrisiko


Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Differenz zu einer risikolosen Zinskurve verstanden. Der Spread ist unabhängig von der zu Grunde liegenden Zinskurve zu sehen, das heißt ein Spread in einer anderen Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Spreadszenarien mittels der IT-Anwendungen "SimCorp Dimension" und "zeb.control.risk-ALM".

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Modells der historischen Simulation der Spreadveränderungen in der IT-Anwendung "zeb.control.risk-ALM". Bei der historischen Simulation kommen das Konfidenzniveau von 99,9 Prozent und die Haltedauer von 250 Tagen zum Tragen. Der Beobachtungszeitraum umfasst die Spreadentwicklungen jeweils vom 1. Januar 1988 bis zum Berechnungsstichtag.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip.

4.2.2.3 Aktienrisiko


Das Aktienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine Adressenrisikokomponente.


In der normativen Perspektive umfasst das Aktienrisiko darüber hinaus das Risiko, dass Dividendenerträge nicht in der erwarteten Höhe erzielt werden können.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendungen "SimCorp Dimension" und "zeb.control.risk-ALM".

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk für die in der IT-Anwendung "SimCorp Dimension" erfassten Aktienbestände. Die Parameter dazu werden aus historischen Zeitreihen mit einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent und einer Haltedauer von 250 Handelstagen abgeleitet.

Berücksichtigung von bestehenden Short-Put-Optionen (inkl. Optionskomponenten aus Aktienanleihen).

Berücksichtigung der Sicherungswirkung von rollierend auf den DAX abgeschlossenen Indexoptionen.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip.


Aktien werden zurzeit fast ausschließlich in den Spezial-AIF gehalten. Der Aktienbestand wird über Limite sowohl auf Ebene der gesamten Assetklasse als auch auf Einzeltitelebene limitiert. Das Risikokapital wird vor dem Hintergrund der Risikotragfähigkeit festgelegt und überwacht.


Bei den Aktien bestehen aufgrund von positiven Marktwertveränderungen Risikokonzentrationen hinsichtlich der SIMONA AG, Kirn und des VM BC Shareconcept Regional, Biberach.

4.2.2.4 Immobilienrisiko


Das Immobilienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Marktwerten aus Immobilieninvestitionen ergibt. Immobilieninvestitionen umfassen sowohl Direktinvestitionen (Renditeobjekte mit vollständig fremder Nutzung, Rettungserwerb, Immobilienpositionen mit überwiegend fremder Nutzung im Eigenbestand sowie im durchgeschauten Bestand der Tochter Sparkasse-Immobilien BC GmbH) als auch indirekte Investitionen über den Master-Immobilienspezial-AIF (offene und geschlossene Immobilienfonds sowie Renditeobjekte).


In der normativen Perspektive umfasst das Immobilienrisiko darüber hinaus das Mietertragsrisiko aus eigenen, fremdgenutzten Immobilien.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Ermittlung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendungen "Property Return Modell" und "zeb.control.risk-ALM".

Ökonomische Perspektive: Zur Risikoquantifizierung der im Master-Immobilienspezialfonds enthaltenen Investments kommt die IT-Anwendung "Property-Return-Modell" (Benchmarkportfolio-Ansatz) zum Einsatz. Hierbei wird als Risikoparameter der Value- at-Risk bei einem Konfidenzniveau in Höhe von 99,9 Prozent und 250 Tagen Haltedauer herangezogen. Für die Risikowerte der Renditeobjekte mit vollständig fremder Nutzung, der Immobilienpositionen mit überwiegend fremder Nutzung und der Rettungserwerbe kommt ein aus der regionalen Entwicklung der Immobilienpreise abgeleiteter Parameter zum Einsatz. Die Ergebnisse der Teilberechnungen werden summiert als Risikowert für die ökonomische Risikotragfähigkeit ausgewiesen.


Auf Basis von Einzelfallentscheidungen wird gezielt in Immobilien im Eigenbestand sowie in den Spezial-AIF investiert. Besondere Risiken sind aus den Anlagen derzeit nicht erkennbar.

4.2.2.5 Währungsrisiko


Das Währungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Währungskursen ergibt.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendungen "SimCorp Dimension" und "zeb.control.risk-ALM".

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis der von der Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH zur Verfügung gestellten Standardparameter mit einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip.


Währungsrisiken, die durch Devisengeschäfte mit Kunden entstehen, werden über Micro-Hedges glattgestellt, sofern die Glattstellung nicht bereits durch andere Gegengeschäfte erfolgt ist. Durch diese Vorgehensweise entstehen für die Kreissparkasse Biberach nur geringe "Spitzenbeträge" als offene Devisenposition.


Darüber hinaus befinden sich in den Spezial-AIF Wertpapiere, die in Fremdwährungen notieren. Diese sind im Verhältnis zum gesamten Volumen der Spezialfonds von untergeordneter Bedeutung. Zudem ist das mögliche Anlagevolumen in Fremdwährungen durch Limite begrenzt.


Bei den Währungsrisiken besteht eine Konzentration auf Bestände in Schweizer Franken.


Das mit den Währungspositionen einhergehende Zinsänderungsrisiko ist aufgrund des überschaubaren Volumens unwesentlich.

4.2.2.6 Rohstoffrisiko


Das Rohstoffrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Rohstoffpreisen ergibt.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendungen "SimCorp Dimension" und "zeb.control.risk-ALM".

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk für die in der IT-Anwendung "SimCorp Dimension" erfassten Bestände. Die Parameter dazu werden aus historischen Zeitreihen mit einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent und einer Haltedauer von 250 Handelstagen abgeleitet.


Bezüglich des Bestands an physischem Gold besteht eine Risikokonzentration, die strategisch als Stabilisator in adversen Marktentwicklungen gehalten wird.

4.2.3 Beteiligungsrisiko


Das Beteiligungsrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes durch eine negative Wertänderung einer Beteiligung.


Je nach Beteiligungsart unterscheidet man zwischen den Risiken aus strategischen Beteiligungen, Funktionsbeteiligungen und Kapitalbeteiligungen.


Die Steuerung der Beteiligungsrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Rückgriff auf das Beteiligungscontrolling des SVBW für die Verbundbeteiligungen.

In der normativen Perspektive wird die Auswirkung auf aufsichtliche Quoten durch Beteiligungen berücksichtigt.

Ökonomische Perspektive für Verbund- und sonstige Beteiligungen: Ermittlung des Value-at-Risk für die Beteiligungsbestände. Die Parameter dazu werden aus historischen Zeitreihen mit einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent und einer Haltedauer von 250 Handelstagen abgeleitet.

Ökonomische Perspektive für die Beteiligungen der Tochtergesellschaften Chancenkapitalfonds der Kreissparkasse Biberach GmbH und Chancenkapital Beteiligungs-GmbH: Ermittlung der Risikowerte auf Basis des PD-LGD-Ansatzes gemäß Artikel 155 Absatz 3 CRR in Verbindung mit Artikel 153 Absatz 1 CRR ("Gordy-Formel").

Regelmäßige Auswertung und Beurteilung der Jahresabschlüsse der Beteiligungsunternehmen.

Regelmäßige qualitative Beurteilung der Unternehmensentwicklung, der strategischen Ausrichtung sowie der Marktstellung des jeweiligen Beteiligungsunternehmens.


Das Beteiligungsportfolio besteht aus strategischen Beteiligungen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe und weiteren Beteiligungen, die unter Renditegesichtspunkten und zur Diversifizierung gehalten werden.


Eine Konzentration besteht hinsichtlich der Beteiligung an der Landesbank Baden-Württemberg. Diese Konzentration resultiert aus der Mitgliedschaft in der Sparkassen-Finanzgruppe.

4.2.4 Liquiditätsrisiko


Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden Bestandteilen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko, dass aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können.


Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht nachzukommen.


Das Refinanzierungskostenrisiko bildet die Gefahr ab, dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung des institutseigenen Spreads sowie aus der unerwarteten Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen.


Der barwertige Refinanzierungsschaden gibt an, wie hoch der barwertige Verlust ausfällt, wenn erforderliche Refinanzierungsmaßnahmen nach einem Anstieg der Refinanzierungskonditionen durchgeführt werden. Dazu wird ein Liquiditätscashflow aufgestellt und der Barwert für fiktive Refinanzierungsgeschäfte zwischen den aktuellen Spreads und den definierten gestressten Spreads verglichen.


In der normativen Perspektive wird die GuV-Auswirkung des Refinanzierungskostenrisikos in Form höherer Zinsaufwendungen abgebildet. Aufgrund des Einflusses von Bilanzbeständen und der Zinsentwicklung wird das Refinanzierungskostenrisiko zusammen mit dem Zinsänderungsrisiko betrachtet.


Die Steuerung der Liquiditätsrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der Liquiditätsdeckungsquote (LCR).

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der strukturellen Liquiditätsquote (NSFR).

Regelmäßige Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer Risikotoleranz.

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur.

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden.

Tägliche Disposition der laufenden Konten.

Liquiditätsverbund mit Verbundpartnern der Sparkassen-Finanzgruppe.

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans.

Erstellung einer Refinanzierungsplanung.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung von Risikowerten nach der Methode des barwertigen Refinanzierungsschadens. Zur Berechnung werden die liquiditätswirksamen Cashflows von Aktiv- und Passivgeschäften gegenübergestellt. Durch die unterschiedliche Fristigkeit der Geschäfte entstehen Refinanzierungslücken, die es im ökonomischen Modell zu schließen gilt. Die Schließungskosten zum aktuellen Spread gehen als Abzugsposten in die Ermittlung des ökonomischen Risikodeckungspotenzials ein. Die Schließungskosten zu einem erhöhten Spread münden in die Risikoquantifizierung. Der Spreadparameter zur Risikomessung wird aus einer historischen Zeitreihe mit einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent und einer Haltedauer von 250 Tagen abgeleitet.

Die Kreissparkasse Biberach nutzt für die Quantifizierung des Refinanzierungskostenrisikos sowie für die Darstellung der Liquiditätsübersichten das Modul "zeb.liquidity.manager" innerhalb der Anwendung "zeb.control.risk-ALM".

Regelmäßige Überwachung der Funding-Konzentration zur Ermittlung und Begrenzung des Anteils einzelner Kontrahenten an der Gesamtrefinanzierung.


Die Liquiditätsstrategie wird mit einem Refinanzierungsplan operativ umgesetzt und spiegelt die Risikoneigung des Vorstandes angemessen wider. Der Planungshorizont umfasst das laufende Jahr sowie fünf Folgejahre. Grundlage des Refinanzierungsplans sind die geplanten Entwicklungen im Rahmen der mittelfristigen Unternehmensplanung, bezogen auf die Veränderung der eigenen Geschäftstätigkeit, der strategischen Ziele und des wirtschaftlichen Umfelds. Darüber hinaus wird auch ein Szenario unter Berücksichtigung adverser Entwicklungen durchgeführt.


Unplanmäßige Entwicklungen wie zum Beispiel vorzeitige Kündigungen oder die Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern werden dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen der Risiko- und Stressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien simuliert wird.


An liquiditätsmäßig engen Märkten ist die Kreissparkasse Biberach in ausgewählten Einzelinvestitionen investiert.


Die Survival Period der Kreissparkasse Biberach beträgt zum Bilanzstichtag im strengsten Szenario 25 Monate.


Eine Konzentration besteht beim Liquiditätsrisiko hinsichtlich der Landesbank Baden-Württemberg.


Die Zahlungsfähigkeit der Kreissparkasse Biberach war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

4.2.5 Operationelles Risiko


Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines Verlustes durch Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder infolge externer Einflüsse eintreten.


Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie. Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Schätzung des operationellen Risikos auf Basis der szenariobezogenen Schätzung von risikorelevanten Verlustpotenzialen aus der IT-Anwendung "OpRisk-Szenarien".

Systematische Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle in einer Schadensfalldatenbank.

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Abbildung im Plan- und adversen Szenario.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis der IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren" der SR. Die Kreissparkasse Biberach schätzt zunächst den Median ihrer eigenen Schadensfallhistorie. Dieser Median wird mit dem Median des OpRisk-Pools adjustiert und anschließend zur Ermittlung des Risikos mittels sogenannter q-Faktoren auf das gewünschte Konfidenzniveau skaliert. Die q-Faktoren werden aus Schadensfällen aller Sparkassen abgeleitet.

Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT.

Abschluss von Versicherungen.


Aufgrund des Geschäftsmodells bestehen Risikokonzentrationen gegenüber folgenden Unternehmen:

Finanzinformatik, inklusive FI-TS als Tochterunternehmen (IT)

DWP-Bank (Auslagerung diverser Aktivitäten und Prozesse im Depot B-Geschäft)

Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH (Auslagerung diverser Aktivitäten und Prozesse)

4.2.6 Absatz- und Vertriebsrisiken


Aufgrund der strategischen Wachstumsziele und der Bedeutung für die Erreichung des Plangewinns sind die Absatz- und Vertriebsrisiken in der normativen Perspektive als wesentlich eingestuft. Unter Absatz- und Vertriebsrisiken wird die Gefahr verstanden, Produkte und Dienstleistungen nicht oder nicht zu den erwarteten Preisen absetzen zu können.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Berechnungen auf Basis verschiedener Volumen- und Zinsszenarien in der IT-Anwendung "zeb.control.risk-ALM".

Aufstellung und Analyse der Ergebnisspaltung des Zinsüberschusses im Rahmen der Zinsbuchsteuerung unter unterschiedlichen Szenarioannahmen in der IT-Anwendung "zeb.control.risk-ALM".

In der normativen Perspektive wird die GuV-Auswirkung des Absatz- und Vertriebsrisikos zum einen in Form von abweichenden Wachstumsannahmen in der Bilanzstrukturplanung abgebildet. Aufgrund des Einflusses von Bilanzbeständen und der Zinsentwicklung wird das Absatz- und Vertriebsrisiko zusammen mit dem Zinsänderungsrisiko betrachtet. Zum anderen erfolgt die Abbildung über abweichende Annahmen in Bezug auf die geplante Entwicklung der Provisionsergebnisse.

4.2.7 Gesamtbeurteilung der Risikolage


Die Kreissparkasse Biberach verfügt über ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß Paragraf 25a KWG. Mit den eingerichteten Risikosteuerungs- und -controllingprozessen können die wesentlichen Risiken frühzeitig identifiziert und gesteuert sowie relevante Informationen an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden.


Im Berichtszeitraum 2023 wurde das Limit der Marktpreisrisiken Immobilien und das Limit der Marktpreisrisiken Wertpapiere-Spezialfonds Nichtzinsbuch überschritten. Alle anderen Risiken bewegten sich innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Limite. Limitanpassungen ergaben sich zum 24. März 2023 sowie zum 22. Mai 2023 aufgrund von Markt- und Bestandsveränderungen sowie der neu definierten Wesentlichkeit des Währungsrisikos. Das Risikotragfähigkeitslimit (ökonomische Perspektive) war am Bilanzstichtag mit 63,4 Prozent ausgelastet.


Die Mindestanforderungen an die Einhaltung aufsichtlicher Kenngrößen der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im Planszenario als auch unter der Berücksichtigung adverser Entwicklungen vollständig erfüllt. Die Risikotragfähigkeit war und ist derzeit gegeben.


Die durchgeführten Stresstests zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können.


Bestandsgefährdende oder entwicklungsbeeinträchtigende Risiken sind, auch mit Blick auf die künftige Entwicklung des Kriegs in der Ukraine, durch die Regulatorik und den starken Zinsanstieg (unter anderem Drohverlustrückstellung gemäß IDW RS BFA 3 n. F.) nicht erkennbar. Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, des Zinsanstieges sowie der regulatorischen Anforderungen werden im internen Reporting berücksichtigt. Im Hinblick auf weiter steigende Eigenkapitalanforderungen und die durchgeführte Kapitalplanung (normative Perspektive) ist mittelfristig mit einer leichten Einengung der Risikotragfähigkeit zu rechnen, die die strategische Ausrichtung jedoch problemlos ermöglicht.


Die Kreissparkasse Biberach nimmt am Risikomonitoring des SVBW teil. Die Erhebung erfolgt dreimal jährlich. Dabei werden die wichtigsten Risikomesszahlen auf Verbandsebene ausgewertet und die Entwicklungen beobachtet. Jede Sparkasse wird insgesamt bewertet und einer von vier Monitoringstufen zugeordnet. Die Kreissparkasse Biberach ist der besten Monitoringstufe "Grün" zugeordnet.


Die Risikolage ist insgesamt als günstig einzustufen.

5 Chancen- und Prognosebericht

5.1 Chancenbericht


Die nachfolgenden Darstellungen entsprechen den Einschätzungen der Kreissparkasse Biberach.


Analog dem Risikomanagement gilt es, die sich ergebenden Chancen zu analysieren und strategisch zu bewerten.


Angesichts der weit über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen liegenden Kapitalquoten ist die Kreissparkasse Biberach bestens aufgestellt. Auf Grundlage der Kapitalplanung bis ins Jahr 2028 ist auch eine ausreichende Kapitalbasis für die geplante zukünftige Geschäftsausweitung vorhanden.


Mit den drei Geschäftsfeldern Privatkundengeschäft, gewerbliches Kundengeschäft sowie Kapitalmarkt werden dabei die Bedürfnisse der Kunden breit abgedeckt. Über das Kapitalmarktgeschäft wird angestrebt, die Bilanzstruktur zu optimieren und die Ertragssituation auf hohem Niveau zu stabilisieren.

5.1.1 Privatkundengeschäft


Für die optimale Betreuung von Privatkunden erfolgt die Beratung in allen Kundengruppen über Spezialisten. Chancen bestehen im Ausbau der intensiven Betreuung der potenzialstärksten Kunden, welche in der zentral organisierten Einheit "Private Banking" ganzheitlich beraten werden.


Als regional verankertes Kreditinstitut bleibt die Kreissparkasse Biberach mit ihren Geschäftsstellen weiterhin in der Fläche präsent. Chancen bietet daneben der weitere Ausbau des digitalen BeratungsCenter, dessen mediale Vertriebs- und Beratungsprozesse einen wichtigen Baustein in der Digitalisierungsstrategie der Kreissparkasse Biberach darstellen. Ein weiterer Baustein ist die Einführung eines strategischen Sprachdialogsystems, mit dem auf KI (Künstliche Intelligenz) basiert telefonische Kundenanfragen beantwortet werden können.


Durch die Zinsentwicklung gewinnen Spareinlagen für Kunden an Attraktivität. Die Kreissparkasse Biberach sieht gemäß ihrem öffentlichen Auftrag Chancen in der flächendeckenden Förderung des Spargedankens. Die Kundeneinlagen sollen gehalten werden, um die Handlungsfähigkeit im Kreditvergabebereich dauerhaft zu erhalten.


Die vorhandene Marktstellung im Bereich der privaten Wohnbaufinanzierung soll in der zentralen Abteilung "Bauen und Wohnen" mit einem dezentralen Betreuungsansatz sukzessive ausgebaut werden. Eine besondere Bedeutung wird daneben im Vermittler-Plattformgeschäft gesehen.


Durch eine Kooperation der Sparkassenfinanzgruppe mit PAYBACK wird die Möglichkeit gesehen, ein attraktives Kundenbindungsprogramm aufzubauen. Dabei können bei Vertragspartnern gesammelte Punkte auch für Sparkassen-Produkte eingelöst werden und Cross- sowie Upselling-Potenziale genutzt werden.


Im Jahr 2023 wurde eine eigene Social-Media-Präsenz aufgebaut. Durch den Ausbau gezielter Content-Produktion besteht die Chance, die Wahrnehmung als modernes Unternehmen zu steigern und die Kreissparkasse Biberach als Marke in den Alltag der Kunden zu integrieren.


Mit Gründung des "studio rot" im Jahr 2023 zielt die Kreissparkasse Biberach darauf ab, regionale Projekte sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeiten gemeinsam mit Gründern und Unternehmern zu entwickeln und umzusetzen. Zusätzlich bietet das "studio rot" einen Co-Working-Space, einen Pop-up Store sowie gemeinsame Events. Das "studio rot" bietet die Chance, als innovativer Knotenpunkt in der Region wahrgenommen zu werden und zukunftsorientierte Impulse von und für Gründer und Unternehmer vor Ort weiterzuentwickeln. Durch den Wissenstransfer agiler Methoden, die den Kunden in den Fokus stellen und schnelle Reaktionen und Veränderungen ermöglichen, bieten sich Chancen, diese Arbeitstechniken für die weitere Prozessoptimierungen zu übernehmen.

5.1.2 Gewerbliches Kundengeschäft


Im gewerblichen Kundengeschäft wird eine Weiterführung der bewährten Strategie mit Fokus auf ein rentables Wachstum über alle gewerblichen Kundensegmente hinweg verfolgt. Als wesentlicher Erfolgsfaktor wird neben der hohen Marktpräsenz eine ausgedehnte Produktkompetenz in den Bereichen "Internationales Geschäft" und "Corporate Finance" gesehen, die auch durch die Klassifizierung vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband zum zertifizierten Kompetenz-Center "Corporate Finance" bestätigt wurde.


Wesentliche Chancen werden weiterhin im Auf- und Ausbau der Kompetenzen in den Bereichen "Vermögens-Management" als fest verankerter Vermögensverwalter in der Region und "Corporate Finance/Strukturierte Finanzierung" gesehen. Nachhaltigkeitsaspekte sollen verstärkt in der Produktpalette berücksichtigt werden.


Weitere Chancen ergeben sich in der zukunftsfähigen Neupositionierung des Auslandsgeschäfts. Die Kreissparkasse Biberach ist eine der Gründungssparkassen der S-International BWS. Durch die Bündelung von Kompetenzen mit Partnersparkassen werden seit dem 01. Februar 2024 Synergien im internationalen Geschäft geschaffen und der Vertrieb weiter gestärkt.


Potenzial bietet zudem die Orientierung der internen Prozesse an den Bedürfnissen der Kunden bei gleichzeitiger Beachtung der regulatorischen Anforderungen. Die Erhöhung der Nettomarktzeit der Kundenberater ermöglicht die Fokussierung auf den Vertrieb. So bleibt mehr Zeit, um auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Dies wird unterstützt durch die Weiterqualifizierung leistungsstarker Vertriebsassistenten, die in ihrer Funktion als Schnittstelle zwischen Beratern und der Marktfolge stärker in das operative Geschäft eingebunden werden und so zu einer weiteren Entlastung beitragen.


Die konsequente Nutzung neuer technischer Möglichkeiten zur Digitalisierung des Kreditprozesses und eine risikoorientierte Bearbeitung bieten die Chance, Kreditvorgänge zu beschleunigen und so die Erwartungshaltung der Kunden an die Zusagegeschwindigkeit zu erfüllen. Zudem soll das Online-Angebot ausgebaut werden, mit dem Zielbild eines Firmenkundenportals, das Zugang zu allen relevanten Leistungen der Kreissparkasse Biberach und der Verbundpartner sowie Mehrwertleistungen bietet, welche über das Bankgeschäft hinausgehen.


Abgerundet wird der Wachstumspfad durch weiteres Cross-Selling im Rahmen der Kundenbetreuung mit klarer Fokussierung auf die Bereiche mit hohem und risikolosem Ertragspotenzial.

5.1.3 Kapitalmarkt


Im Kapitalmarktgeschäft werden weiterhin attraktive Chancen gesehen, die Einkommensströme der Gesamtbank nachhaltig zu ergänzen und in ausgewählten Assetklassen selektiv zu steigern.


Neben einem konsequenten Aktiv-/Passivmanagement mit klarem Fokus auf die Assets des Kundengeschäfts ist das Kapitalmarktumfeld geeignet, auch über eine selektive Fristentransformation ergänzende Erträge zu erwirtschaften.


Zum risikoarmen Geschäft, das überwiegend mit Wertpapieren inländischer öffentlicher Aussteller, inländischer Pfandbriefemittenten und supranationaler Emittenten betrieben wird, werden Corporate Bonds europäischer multinationaler Unternehmen sowie Wertpapiere staatsnaher europäischer Emittenten beigemischt. Der gezielte und ergänzende Einsatz von Zins-Swaps dient zur Gesamtbanksteuerung.


Große Chancen werden in der Assetklasse "Aktien" gesehen. Neben einer positiven Wertentwicklung können hier auch die Bruttobeiträge der Gesamtbank aus Dividendeneinnahmen, Prämieneinnahmen aus Stillhaltergeschäften sowie Zinseinnahmen aus dem Einsatz von Aktienanleihen konsequent gestärkt werden. Vor dem Hintergrund der über viele Jahre gewachsenen Kapitalmarktkompetenz werden Chancen gesehen, die Ertragslage auch weiterhin zu stabilisieren.


Ebenso werden auf dieser Basis selektive Möglichkeiten aus neuen und alternativen Assetklassen gesehen.


Mit Blick auf ordentliche Ertragspotenziale soll die Assetklasse "Immobilien" selektiv ausgebaut werden. Über das Eigengeschäft besteht die Möglichkeit, in Aktien, Immobilienfonds, Club Deals, nicht börsennotierte Beteiligungen und Direktengagements zu investieren. Zudem sind auch Direktengagements über die Tochtergesellschaft Sparkasse-Immobilien BC GmbH in Liegenschaften möglich.

5.2 Prognosebericht


Die nachfolgenden Einschätzungen haben Prognosecharakter. Sie stellen die wahrscheinlichste künftige Entwicklung auf Basis der zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen dar. Da Prognosen mit Unsicherheit behaftet sind beziehungsweise sich durch die Veränderungen der zu Grunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können, ist es möglich, dass die tatsächlichen künftigen Ergebnisse gegebenenfalls deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts getroffenen Erwartungen über die voraussichtlichen Entwicklungen abweichen. Zu diesen gehören insbesondere die Konjunktur-, Inflations- und Zinsentwicklung sowie die Entwicklung der Immobilienmärkte, aber auch geopolitische Krisen.


Der Prognosezeitraum umfasst das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr.


Als Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer negativen Prognose beziehungsweise zu einer negativen Zielabweichung führen können.


Als Chancen im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer positiven Prognose beziehungsweise zu einer positiven Zielabweichung führen können.

5.2.1 Rahmenbedingungen


Laut dem IWF dürfte die Weltwirtschaft im laufenden Jahr um 3,1 Prozent wachsen. Im Euro-Raum soll das Wirtschaftswachstum 2024 leicht anziehen, auf 0,9 Prozent nach 0,5 Prozent im Jahr zuvor. Nach der Konjunkturprognose des ifo Instituts vom März 2024 soll das Bruttoinlandsprodukt bundesweit im laufenden Jahr nur um 0,2 Prozent wachsen, in Baden-Württemberg laut der Landesbank Baden-Württemberg nur um 0,1 Prozent. Getrieben sind diese Werte von einem negativen statistischen Überhang aus 2023 und dem schwachen Jahresauftakt 2024. Getragen wird das Wachstum vor allem von einer unterstellten Erholung des privaten Konsums, der 2024 preisbereinigt um 1,0 Prozent zulegen könnte. Für die Lage bei den Bauinvestitionen und im Außenhandel bleibt eine Prognose für 2024 dagegen noch schwierig. Die konjunkturelle Schwäche wird den Beschäftigungsaufbau verlangsamen und die Arbeitslosigkeit zunächst weiter steigen lassen. Für die Arbeitslosenquote wird nach der Konjunkturprognose des ifo Instituts erwartet, dass diese in diesem Jahr mit durchschnittlich 5,9 Prozent um 0,2 Prozentpunkte höher liegt als noch im Jahr 2023. Der weitgehend geräumte Arbeitsmarkt dürfte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Gütermärkte mit einer Seitwärtsbewegung bei der Erwerbstätigkeit begleiten. Für die Regionen Ulm und Biberach wird weiterhin eine deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegende Arbeitslosenquote erwartet, die durch den Fachkräftemangel auch nur geringfügig zunehmen dürfte. Diese Prognosen stehen natürlich unter dem Vorbehalt, dass es nicht zu weiteren Verschärfungen bei den zahlreichen geostrategischen und politischen Konflikten kommt.


Die Inflationsrate dürfte auch aufgrund gesunkener Energiepreise im laufenden Jahr weiter zurückgehen. In Deutschland ist mit einer Inflationsrate von 2,5 Prozent zu rechnen. Nachdem die Notenbanken im Jahr 2023 weltweit zunächst ihren restriktiven Kurs fortgeführt hatten und in den vergangenen Monaten das Leitzinsniveau stabil gehalten haben, deuten sich nunmehr erste Tendenzen für Zinssenkungen der Zentralbanken im Jahr 2024 an.


Nach einem Ausblick der Deutschen Bundesbank wird erwartet, dass der zunehmende Wettbewerb im Einlagengeschäft, das schwache Kreditneugeschäft sowie steigende Verwaltungsaufwendungen durch notwendige Investitionen (unter anderem zur Verhinderung von Cyberkriminalität und zur verstärkten Digitalisierung) die Ertragslage der nächsten Jahre belasten werden. Eine schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung könnte zusätzlich zu einem Anstieg von Kreditausfällen führen. Vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Gesamtsituation unterliegt die Einschätzung zur Entwicklung der Risikovorsorge im Kreditgeschäft den gleichen Unsicherheiten wie die Prognose zur Wirtschaftsentwicklung.


Der DAX dürfte sich nach Meinung der Landesbank Baden-Württemberg bis zum Jahresende 2024 auf 18 000 Punkte verbessern. Für den Euro Stoxx 50 wird ebenfalls mit einer positiven Entwicklung gerechnet.

5.2.2 Geschäftsentwicklung, Ertrags- und Vermögenslage


Im Rahmen ihrer Planung erwartet die Kreissparkasse Biberach für das Jahr 2024 weiterhin ein inverses Zinsumfeld. An den Aktienmärkten wird weiterhin eine hohe Volatilität erwartet.


Die Kreissparkasse Biberach erwartet einen auf dem Niveau des Vorjahres liegenden Zinsüberschuss sowie eine weitere Steigerung des Provisionsüberschusses. In Abhängigkeit von der Zinsentwicklung im Jahr 2024 kann Abschreibungsbedarf auf festverzinsliche Wertpapiere entstehen. Zudem werden steigende Verwaltungskosten geplant. Der Planansatz für das Bewertungsergebnis Kredit entspricht dem Vorjahr und liegt über dem finalen Bewertungsergebnis 2023. Für das Geschäftsjahr 2024 wird ein unter dem Vorjahr liegender verfügbarer Gewinn erwartet.


Die durchschnittliche Bilanzsumme wird sich aufgrund des geplanten Rückgangs im Kundengeschäft im Jahr 2024 auf 6 697,7 Millionen Euro reduzieren.


Nachfolgend werden die Erwartungen für die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2024 dargestellt:

Auf Basis der prognostizierten Entwicklung der Ertragslage sollen zur weiteren Stärkung der Kapitalbasis dem Kernkapital 1) mindestens 20,0 Millionen Euro pro Jahr aus dem verfügbaren Gewinn zugeführt werden. Gemäß der aktuellen Prognose liegt der verfügbare Gewinn für 2024 bei 34,6 Millionen Euro.

Für die Kernkapitalquote 2) wird im Jahr 2028 ein Zielwert von deutlich über 18,0 Prozent angestrebt, gemäß den geänderten CRR-Vorgaben. Gemäß der Kapitalplanung liegt der Wert unter Berücksichtigung der geänderten CRR-Vorgaben für die Kreissparkasse Biberach Ende 2024 bei 23,5 Prozent.

Das Volumen des Kundenkreditgeschäfts 3) soll im Jahr 2024 den Bestand von 3 529,0 Millionen Euro nicht unterschreiten. Bei den Kundeneinlagen 4) wird ein Bestand von 3 917,0 Millionen Euro angestrebt. Mit Fokus auf eine ertragsorientierte Geschäftsentwicklung sollten diese Ziele auf Basis der aktuellen Ausgangslage erreichbar sein.

1) Sicherheitsrücklage zuzüglich Fonds für allgemeine Bankrisiken nach Paragraf 340g HGB.

2) Sicherheitsrücklage zuzüglich Fonds für allgemeine Bankrisiken nach Paragraf 340g HGB, bezogen auf die risikogewichteten Aktiva.

3) Gemäß den Stichtagsbeständen der Ergebnisvorschaurechnung, Forderungen an Kunden II (Pos. 12-24).

4) Gemäß den Stichtagsbeständen der Ergebnisvorschaurechnung, Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Pos. 31-49).

5.2.3 Finanzlage


Aufgrund einer vorausschauenden Finanzplanung wird davon ausgegangen, dass auch im Prognosezeitraum die Zahlungsfähigkeit der Kreissparkasse Biberach gewährleistet ist und die bankaufsichtlichen Anforderungen eingehalten werden können.

5.3 Gesamtaussage


Die Perspektiven für das Geschäftsjahr 2024 werden unter Berücksichtigung der erwarteten Entwicklung der ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren insgesamt als herausfordernd beurteilt. Aufgrund des Kriegs in der Ukraine sowie des weiteren Verlaufs der Zinsentwicklung wird ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der Adressenausfall-, Marktpreis- und Refinanzierungskostenrisiken gelegt.


Aus dem prognostizierten verfügbaren Gewinn kann die Kreissparkasse Biberach das für ihre Geschäfts- und Risikostrategie notwendige Kernkapital auch gemäß der zukünftig geltenden CRR-III-Regulierung erwirtschaften.


Die aktuell bestehende Unsicherheit sowie die noch nicht absehbaren weiteren Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sowie der Zinsentwicklung können die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung hinsichtlich des Eintreffens der für die bedeutsamsten Leistungsindikatoren getroffenen Prognosen grundsätzlich negativ beeinflussen.


Es wird davon ausgegangen, dass im Prognosezeitraum die Zahlungsbereitschaft, die Risikotragfähigkeit sowie die Einhaltung aller bankaufsichtsrechtlichen Kennziffern durchgängig gewährleistet sein werden.

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

der Kreissparkasse Biberach
Sitz Biberach an der Riß
eingetragen beim
Amtsgericht Ulm
Handelsregister-Nr. HRA 640983

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 14.165.089,00 15.919
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 42.545.651,49 42.427
56.710.740,49 58.346
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 234.546.906,14 216.036
b) andere Forderungen 649.056.964,11 993.348
883.603.870,25 1.209.385
4. Forderungen an Kunden 3.401.764.984,14 3.393.034
darunter:
durch Grundpfandrechte
gesichert
1.350.085.199,05 EUR (1.379.019)
Kommunalkredite 111.276.580,60 EUR (116.343)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
0,00 EUR (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 EUR (0)
0,00 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 211.675.945,67 173.952
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
211.675.945,67 EUR (173.952)
bb) von anderen Emittenten 540.044.907,11 499.557
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
540.044.907,11 EUR (499.557)
751.720.852,78 673.509
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
Nennbetrag 0,00 EUR (0)
751.720.852,78 673.509
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 1.198.534.175,55 1.143.084
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 30.994.208,61 31.183
darunter:
an Kreditinstituten 5.325.582,24 EUR (5.326)
an Finanzdienst-
leistungsinstituten
0,00 EUR (0)
an Wertpapierinstituten 265.825,00 EUR (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 16.050.000,00 16.050
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienst-
leistungsinstituten
0,00 EUR (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
9. Treuhandvermögen 16.072.515,19 18.889
darunter:
Treuhandkredite 16.072.515,19 EUR (18.889)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 106.496,00 202
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0
106.496,00 202
12. Sachanlagen 43.365.498,18 32.970
13. Sonstige Vermögensgegenstände 66.830.341,06 74.390
14. Rechnungsabgrenzungsposten 24.592.172,20 13.059
Summe der Aktiva 6.490.345.854,45 6.664.100

Passivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 35.750.370,81 43.929
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 1.260.153.179,48 1.530.886
1.295.903.550,29 1.574.815
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 838.010.047,94 1.374.868
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 68.068.437,06 66.487
906.078.485,00 1.441.355
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 1.977.743.833,73 2.325.275
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 1.234.174.243,24 294.358
3.211.918.076,97 2.619.633
4.117.996.561,97 4.060.989
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 2.213
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 EUR (0)
0,00 2.213
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 16.072.515,19 18.889
darunter:
Treuhandkredite 16.072.515,19 EUR (18.889)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 9.253.265,76 14.140
6. Rechnungsabgrenzungsposten 8.928.745,45 10.918
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 17.793.655,00 18.237
b) Steuerrückstellungen 19.138.754,84 19.753
c) andere Rückstellungen 30.834.579,79 34.210
67.766.989,63 72.200
8. (weggefallen)
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter:
vor Ablauf von
zwei Jahren fällig
0,00 EUR (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 635.400.000,00 577.000
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 0,00 0
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 332.937.533,97 326.857
332.937.533,97 326.857
d) Bilanzgewinn 6.086.692,19 6.081
339.024.226,16 332.938
Summe der Passiva 6.490.345.854,45 6.664.100
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 174.903.455,97 156.484
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 0
174.903.455,97 156.484
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 340.296.143,25 407.943
340.296.143,25 407.943

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.1.-31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 124.747.450,75 85.127
darunter:
abgesetzte negative Zinsen 0,00 EUR (85)
aus der Abzinsung
von Rückstellungen
51.564,51 EUR (7)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 12.106.719,68 3.901
136.854.170,43 89.028
2. Zinsaufwendungen 83.693.887,18 13.639
darunter:
abgesetzte positive Zinsen 33.807,36 EUR (2.652)
aus der Aufzinsung von Rückstellungen 249.125,87 EUR (536)
53.160.283,25 75.389
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 31.418.013,64 36.996
b) Beteiligungen 3.759.624,83 2.946
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0
35.177.638,47 39.942
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 228.940,65 1.343
5. Provisionserträge 33.880.261,44 33.942
6. Provisionsaufwendungen 2.492.636,37 2.551
31.387.625,07 31.391
7. Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 8.065.259,59 62.402
darunter:
aus der Fremdwährungs-
umrechnung
449.614,40 EUR (565)
9. (weggefallen)
128.019.747,03 210.467
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 44.009.332,64 40.210
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 12.081.730,18 12.324
darunter:
für Altersversorgung 4.064.083,97 EUR (4.826)
56.091.062,82 52.534
b) andere Verwaltungsaufwendungen 27.781.266,72 26.778
83.872.329,54 79.312
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 3.788.183,97 2.992
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.567.328,63 3.113
darunter:
aus der Fremdwährungs-
umrechnung
6.958,07 EUR (11)
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 90.553
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 18.723.643,42 0
18.723.643,42 90.553
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 0,00 0
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 13.325.559,05 47
13.325.559,05 47
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 765.059,34 461
18. Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 58.400.000,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 9.676.048,02 34.084
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.473.627,57 27.910
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 115.728,26 94
3.589.355,83 28.004
25. Jahresüberschuss 6.086.692,19 6.081
26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
27. Bilanzgewinn 6.086.692,19 6.081

ANHANG

ALLGEMEINE ANGABEN


Die Kreissparkasse Biberach hat ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.


Eine Konsolidierung der Tochterunternehmen der Sparkasse wäre für die Verpflichtung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, von untergeordneter Bedeutung, da die Vermögenswerte aller Tochterunternehmen in Relation zur Bilanzsumme der Sparkasse und die Jahresergebnisse im Verhältnis zu den GV-Posten der Sparkasse unwesentlich sind. Die Sparkasse hat daher in Anwendung von § 296 Abs. 2 HGB auf die Aufstellung eines Konzernabschlusses verzichtet.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN


Forderungen an Kunden und Kreditinstitute (einschließlich Schuldscheine) sind zum Nennwert bilanziert. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene Disagien werden auf deren Laufzeit bzw. Festzinsbindungsdauer verteilt.


Für die im Rahmen unserer Kreditprozesse insbesondere zur Forderungsbewertung identifizierten akuten Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Die Höhe der Einzelwertberichtigung entspricht i. d. R. dem Blankokreditanteil des ausfallgefährdeten Kreditengagements. Sicherheiten werden dabei mit ihrem erwarteten Realisationswert berücksichtigt. Das latente Kreditrisiko ist durch Pauschalwertberichtigungen abgeschirmt. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Grundsätze des IDW RS BFA 7. Hierbei wurde das Bewertungsvereinfachungsverfahren angewandt und der erwartete Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von Bonitätsprämien angesetzt. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt mit der Anwendung, die in der internen Steuerung eingesetzt wird. Basis dieser Berechnung waren insbesondere die mit unseren Ratingverfahren auf Grundlage der Vergangenheit ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kreditnehmer für einen 12-Monatszeitraum und die im Rahmen der Kreditprozesse bewerteten Sicherheiten. Kreditnehmer, die im Rahmen der internen Risikosteuerung im Hinblick auf einen Ausfall als risikolos betrachtet werden, wurden auch für die handelsbilanzielle Betrachtung ausgeschlossen. Die Voraussetzungen für die Anwendung des vereinfachten Bewertungsverfahrens sind nach dem Ergebnis unserer Analysen gegeben. Die im Rahmen der Berechnung der Pauschalwertberichtigung verwendeten Modelle und Parameter spiegeln nach unserer Einschätzung die Risikosituation zum Abschlussstichtag ausreichend wider.


Die Wertpapiere werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Kurswerten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert (strenges Niederstwertprinzip).


Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive - Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden. In den Fällen, in denen wir insoweit nicht von einem aktiven Markt ausgehen konnten, haben wir die Bewertung anhand von gerechneten Kursen des kursversorgenden Systems vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted Cashflow-Modell zugrunde liegt. In Einzelfällen haben wir eine eigene Berechnung im Wege der Diskontierung der künftig erwarteten Garantiedividende vorgenommen.


Die Beteiligungen einschließlich der unter Bilanzposten Aktiva 6 ausgewiesenen Anteile an geschlossenen Investmentvermögen und Anteile an verbundenen Unternehmen werden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.


Die immateriellen Anlagewerte und das Sachanlagevermögen werden mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer in Anlehnung an die steuerlichen Abschreibungstabellen, bilanziert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Aus Vereinfachungsgründen werden bei den Sachanlagen in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen Vermögensgegenstände von geringem Wert (bis 250 EUR) sofort als Sachaufwand erfasst. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 800 EUR haben wir als geringwertiges Wirtschaftsgut verbucht und im Anschaffungsjahr voll abgeschrieben.


Die in den Sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Forderungen und Vermögenswerte wurden mit dem Niederstwert bewertet.


Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Unterschied zwischen Erfüllungs- und Ausgabebetrag wird unter den Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen.


Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist; sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.


Die Pensionsrückstellungen wurden unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze mit dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2018 G ermittelt. Für die Abzinsung wurde der sich aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren ergebende durchschnittliche Marktzinssatz von 1,83 % bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren verwendet. Die Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes seit dem letzten Abschlussstichtag werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Bei der Berechnung wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,00 % und ein Rententrend von jährlich 2,50 % berücksichtigt. Einen Fluktuationsabschlag haben wir weiterhin nicht angesetzt. Aus der Berechnung der Rückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre und der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von 157 TEUR. Eine Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 HGB besteht nicht, da in Vorjahren bereits in entsprechender Höhe die Sicherheitsrücklage dotiert wurde.


Sparkassen haben ihren Arbeitnehmern Leistungen der betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des "Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes - Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu verschaffen, ist die Sparkasse Mitglied in der Zusatzversorgungskasse des Kommunalen Versorgungsverbands Baden-Württemberg (ZVK). Die ZVK finanziert die Versorgungsverpflichtungen im Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren (Hybridfinanzierung). Hierbei werden im Rahmen eines Abschnittdeckungsverfahrens ein Umlagesatz und ein Zusatzbeitrag bezogen auf die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten Beschäftigten ermittelt. Aus den Zusatzbeiträgen wird gemäß § 64 ZVK-Satzung innerhalb des Vermögens der ZVK ein separater Kapitalstock aufgebaut. Die ZVK erhebt zusätzlich zur Deckung der im ehemaligen Gesamtversorgungssystem entstandenen Versorgungsansprüche ein Sanierungsgeld. Der Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten Mitarbeiter zur Erfüllung des Leistungsanspruchs gemäß ATV-K richtet sich gegen die ZVK, während die Verpflichtung der Sparkasse ausschließlich darin besteht, der ZVK im Rahmen des mit ihr begründeten Mitgliedschaftsverhältnisses die erforderlichen, satzungsmäßig geforderten Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Nach der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) in seinem Rechnungslegungsstandard IDW RS HFA 30 n. F. vertretenen Rechtsauffassung begründet die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung bei einem externen Versorgungsträger wie der ZVK handelsrechtlich eine mittelbare Versorgungsverpflichtung. Die ZVK hat im Auftrag der Sparkasse den nach Rechtsauffassung des IDW (vgl. IDW RS HFA 30 n. F.) zu ermittelnden Barwert der auf die Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 2023 ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F. für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2 EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebene Betrag auf 62.994 TEUR. Der Barwert der auf die Sparkasse entfallenden Leistungsverpflichtung wurde in Anlehnung an die versicherungsmathematischen Grundsätze und Methoden (Anwartschaftsbarwertverfahren), die auch für unmittelbare Pensionsverpflichtungen angewendet wurden, unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung der ZVK unterstellten jährlichen Rentensteigung von 1,00 % und unter Anwendung der Heubeck-Richttafeln RT 2005 G (in einer an den Bestand der ZVK angepassten Modifikation) ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 1,82 % verwendet, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Da es sich nicht um ein endgehaltbezogenes Versorgungssystem handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der Versorgungseinrichtung per 31. Dezember 2023 liegen derzeit noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31. Dezember 2022 abgestellt wurde. Der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag bezieht sich auf die Einstandspflicht der Sparkasse gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der die Sparkasse für die Erfüllung der zugesagten Leistung einzustehen hat (Subsidiärhaftung), sofern die ZVK die vereinbarten Leistungen nicht erbringt. Hierfür liegen gemäß der Einschätzung des Verantwortlichen Aktuars im Aktuar-Gutachten 2023 für die Sparkasse keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigt der Verantwortliche Aktuar der ZVK in diesem Gutachten die Angemessenheit der rechnungsmäßigen Annahmen zur Ermittlung des Finanzierungssatzes und bestätigt auf Basis des versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzips die dauernde Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen der ZVK.


Bezüglich der als wesentlich einzuordnenden, bei den sonstigen Rückstellungen (Passivposten 7c) ausgewiesenen Rückstellungen ergeben sich folgende ergänzende Hinweise:


Bei der Ermittlung der im Zusammenhang mit der Rückstellungsbewertung entstehenden Aufwendungen und Erträge wird davon ausgegangen, dass die Änderung des Abzinsungssatzes zum Beginn der Periode eingetreten ist. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes oder der Restlaufzeit werden einheitlich im Finanzergebnis ausgewiesen.


Die Rückstellungen für offene Kreditlinien werden nicht abgezinst, da wir von einer Inanspruchnahme während des nächsten Jahres ausgehen. Das akute Ausfallrisiko haben wir vorsichtig geschätzt.


Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden sowie derivative Finanzinstrumente (insbesondere Zins-Swaps) des Bankbuchs einem Saldierungsbereich zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag ergibt sich kein Verpflichtungsüberschuss.


Die strukturierten Produkte Festzinsdarlehen mit Verlängerungsoption sowie Festzinsdarlehen mit späterem Zinslaufbeginn wurden unter Berücksichtigung des IDW RS HFA 22 einheitlich (ohne Abspaltung der Nebenrechte) bilanziert.


Die zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken abgeschlossenen Zinsswapgeschäfte wurden in die verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) einbezogen und waren somit nicht gesondert zu bewerten.


Das Währungsrisiko wird über eine Währungsgesamtposition je Währung als Einheit gesteuert. In diese werden je Währung die einzelnen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Kassageschäfte eingestellt. Eine besondere Deckung gemäß § 340h HGB wird in Höhe der sich hierbei betragsmäßig ausgleichenden Positionen je Währung angenommen.


Die Umrechnung der auf fremde Währung lautenden Bilanzposten und der am Bilanzstichtag nicht abgewickelten Kassageschäfte erfolgte mit dem Kassamittelkurs.


Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Die Erträge aus der Umrechnung besonders gedeckter Geschäfte wurden ebenfalls erfolgswirksam vereinnahmt. Der Ausweis der Aufwendungen und Erträge aus besonders gedeckten Positionen erfolgte saldiert im sonstigen betrieblichen Ergebnis.

ERLÄUTERUNGEN ZUR JAHRESBILANZ

AKTIVSEITE

TEUR TEUR
31.12.2023 31.12.2022
3. FORDERUNGEN AN KREDITINSTITUTE
In dieser Position sind enthalten:
- Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 151.911 333.822
darunter: Forderungen an die eigene Girozentrale 151.873 333.774
- Fremdwährungsbestände 22.510
Die Unterposition b) - andere Forderungen - (ohne anteilige Zinsen und ohne Bausparguthaben) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:
- bis drei Monate 17.744
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 168.929
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 205.246
- mehr als fünf Jahre 254.986

4. FORDERUNGEN AN KUNDEN


In dieser Position sind enthalten:

TEUR TEUR
31.12.2023 31.12.2022
- Forderungen an verbundene Unternehmen 28.567 29.959
- Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 32.209 33.625
- nachrangige Forderungen 41.469 43.239
darunter: an verbundene Unternehmen 28.567 29.959
Die Position (ohne anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:
- bis drei Monate 135.909
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 304.464
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 1.024.269
- mehr als fünf Jahre 1.798.722
- mit unbestimmter Laufzeit 134.494
Im Rahmen des sogenannten Pfandbriefpoolings wurden grundpfandrechtlich besicherte Kundenforderungen an die Landesbank Baden-Württemberg übertragen. Die Landesbank kann diese Forderungen zur Begebung von Hypotheken-Pfandbriefen nutzen. Aufgrund der vertraglichen Rückübertragungsmöglichkeiten verbleibt das wirtschaftliche Eigentum an den Forderungen bei der Sparkasse, die dem entsprechend die Forderungen weiterhin unter Aktiva-Posten 4 und mit nebenstehendem Betrag in dem dazugehörigen Unterausweis "durch Grundpfandrechte besichert" ausweist. 328.629

5. SCHULDVERSCHREIBUNGEN UND ANDERE FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE


In dieser Position sind enthalten:

TEUR TEUR
31.12.2023 31.12.2022
- Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 84.734 55.431
- Beträge, die in dem auf den Bilanzstichtag folgenden Jahr fällig werden (ohne anteilige Zinsen) 188.320 131.597
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren sind börsennotiert: 701.841

6. AKTIEN UND ANDERE NICHT FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE

Anteile an Investmentvermögen


An den folgenden Investmentvermögen halten wir mehr als 10 % der Anteile:

Anlageziele / Bezeichnung des Investmentvermögens Marktwert
TEUR
Buchwert
TEUR
Ausschüttungen
in 2023 in TEUR
Rentenfonds (international)
LBBW-AM-RSS-Fonds 225.548 210.024 1.689
Gemischte Fonds
LBBW AM-WWH-Fonds 204.758 175.025 5.333
LBBW AM-WSG-Fonds 200.865 170.025 5.845
LBBW AM-IAW-Fonds 204.527 170.025 7.404
LBBW AM-WJT-Fonds 170.976 134.989 2.193
Bayern Invest-HIG-Fonds 422.392 329.790 8.300
Immobilienfonds
Immobilienstrategie BC 53.367 50.654 -
Summe 1.482.433 1.240.534 30.764


Für die dargestellten Investmentvermögen lagen keine Beschränkungen in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe vor.

9. TREUHANDVERMÖGEN


Das ausgewiesene Treuhandvermögen stellt in voller Höhe Forderungen an Kunden (Aktivposten 4) dar.

12. SACHANLAGEN


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
31.12.2023
- im Rahmen der eigenen Tätigkeit genutzte Grundstücke und Gebäude 17.144
- Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.040

13. SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE


In dieser Position sind enthalten:

TEUR TEUR
31.12.2023 31.12.2022
- nachrangige Vermögensgegenstände 7 7
Einzelbeträge, die für die Beurteilung des Jahresabschlusses nicht unwesentlich sind:
- Goldbestand 54.384

14. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN


In dieser Position sind enthalten:

TEUR TEUR
31.12.2023 31.12.2022
- Unterschiedsbetrag zwischen Erfüllungs- und niedrigerem Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten oder Anleihen 24.259 12.745

Verrechnung gemäß § 246 Abs. 2 HGB


Die Sparkasse hat Vermögensgegenstände, die ohne Verrechnung in Aktivposten 13 auszuweisen gewesen wären, mit Anschaffungskosten in Höhe von 58 TEUR gemäß § 246 Abs. 2 HGB mit - ohne Verrechnung bei Passivposten 7 auszuweisenden - Altersversorgungsverpflichtungen (Erfüllungsbetrag 58 TEUR) verrechnet. Die in diesem Zusammenhang zu kompensierenden Aufwendungen (GV-Posten 10ab) und Erträge (GV-Posten 8) des Geschäftsjahres beliefen sich auf 5 TEUR.

ANLAGENSPIEGEL

Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Immaterielle Anlagewerte Sachanlagen
Entwicklung der Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 1.1. des Geschäftsjahres 1.787 128.785
Zugänge 98 13.894
Abgänge 53 1.191
Umbuchungen 0 0
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 1.832 141.488
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Stand am 1.1. des Geschäftsjahres 1.586 95.816
Abschreibungen im Geschäftsjahr 194 3.547
Zuschreibungen im Geschäftsjahr 0 112
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit Zugängen 0 48
Abgängen 53 1.176
Umbuchungen 0 0
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 1.726 98.122
Buchwerte Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 106 43.365
Stand am 31.12. des Vorjahres 202 32.970
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Beteiligungen Anteile an verbundenen Unternehmen Sonstige Vermögensgegenstände
Entwicklung der Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 1.1. des Geschäftsjahres Veränderungssaldo (§ 34 Abs. 3 RechKredV) -189 0 0
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Stand am 1.1. des Geschäftsjahres
Abschreibungen im Geschäftsjahr
Zuschreibungen im Geschäftsjahr
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit Zugängen
Abgängen
Umbuchungen
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres
Buchwerte Stand am 31.12. des Geschäftsjahres (ohne anteilige Zinsen) 30.994 16.050 54.391
Stand am 31.12. des Vorjahres 31.183 16.050 54.391


In 2023 wurde das Objekt Ulm-Böfingen, Ernst-Bauer-Weg 16 u. 18 mit einem Buchwert von 10.056 TEUR fertiggestellt. Die bisher in Aktivposten 13 ausgewiesenen Anzahlungen wurden im Anlagespiegel als Zugang ins Anlagevermögen (Aktivposten 12) erfasst.

PASSIVSEITE

1. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN

TEUR TEUR
31.12.2023 31.12.2022
In dieser Position sind enthalten:
- Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.053.950 1.054.181
darunter: gegenüber der eigenen Girozentrale 1.013.254 993.416
Der Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände für in dieser Position enthaltene Verbindlichkeiten beläuft sich auf insgesamt 961.818
Die Unterposition b) - mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist -setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:
- bis drei Monate 37.637
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 80.198
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 409.135
- mehr als fünf Jahre 730.856

2. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KUNDEN


In dieser Position sind enthalten:

TEUR TEUR
31.12.2023 31.12.2022
- Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.535 4.539
- Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.507 847
Die Unterposition ab) - Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:
- bis drei Monate 31
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 66.011
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 680
- mehr als fünf Jahre 1.346
Die Unterposition bb) - andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:
- bis drei Monate 520.665
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 395.441
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 266.048
- mehr als fünf Jahre 42.225

4. TREUHANDVERBINDLICHKEITEN


Bei den Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Passivposten 1).

6. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

TEUR TEUR
31.12.2023 31.12.2022
In dieser Position sind enthalten:
- Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und niedrigerem Auszahlungsbetrag von Forderungen 198 60

MEHRERE POSITIONEN BETREFFENDE ANGABEN

TEUR TEUR
31.12.2023 31.12.2022
Von den Schulden lauten auf Fremdwährung 21.390

PASSIVSEITE UNTER DEM STRICH

1. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN


Im Posten "Eventualverbindlichkeiten" sind im Unterposten b) "Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen" zwei Einzelposten von wesentlicher Bedeutung in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse enthalten, die Einzelbeträge liegen zwischen 21.381 TEUR und 25.635 TEUR.


Die übernommenen Verpflichtungen aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen waren nicht zu passivieren, da wir aufgrund der Bonität der Kreditnehmer davon ausgehen, dass die zugrundeliegenden Verpflichtungen erfüllt werden, und wir daher nicht in Anspruch genommen werden.

2. ANDERE VERPFLICHTUNGEN


Im Posten "Andere Verpflichtungen" ist im Unterposten c) "Unwiderrufliche Kreditzusagen" ein Einzelposten in Höhe von 30.500 TEUR von wesentlicher Bedeutung in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse enthalten. Bei der unwiderruflichen Kreditzusage handelt es sich um ein Darlehen.


Wir gehen derzeit grundsätzlich davon aus, dass die unwiderruflichen Kreditzusagen künftig von den Kreditnehmern in Anspruch genommen werden.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

TEUR
31.12.2023
1. ZINSERTRÄGE
In dieser Position sind enthalten:
Periodenfremde Erträge:
- Rückverkäufe Pfandbriefpooling 1.110
2. ZINSAUFWENDUNGEN
In dieser Position sind enthalten:
Periodenfremde Aufwendungen:
- Vorfälligkeitsentschädigungen Schuldscheindarlehen 35.680
- Close-out-Zahlungen Zinsswaps 2.917
8. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
In dieser Position sind enthalten:
Periodenfremde Erträge:
- Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.373
Einzelbeträge, die für die Beurteilung des Jahresabschlusses nicht unwesentlich sind:
- Kostenerstattung der Tochterunternehmen für Personalgestellung und Arbeitsplatzpauschale 2.358
10. ALLGEMEINE VERWALTUNGSAUFWENDUNGEN
In dieser Position sind enthalten:
Periodenfremde Aufwendungen:
- Aperiodische Zuführungen zu Pensionsrückstellungen 466
12. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Einzelbeträge, die für die Beurteilung des Jahresabschlusses nicht unwesentlich sind:
- Spenden 1.833
23. STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG
In dieser Position sind enthalten:
Periodenfremde Erträge:
- Steuererstattungen aus Vorjahren 1.044
- Erträge aus der Auflösung von Steuerrückstellungen 673
Periodenfremde Aufwendungen:
- Steueraufwendungen Vorjahre 1.694

27. BILANZGEWINN


Der Verwaltungsrat wird den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 in seiner für den 5. Juli 2024 vorgesehenen Sitzung feststellen. Der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses sieht vor, den Bilanzgewinn vollständig der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

SONSTIGE ANGABEN

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Name, Sitz Höhe des Kapitalanteils Eigenkapital Jahresergebnis
Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Mainz 0,12 % 15.442 Mio EUR + 1.510 Mio EUR
(31.12.2022 1) (2022)
Sparkassenverband Baden-Württemberg, Stuttgart 1,89 % - 2) - 2)
SVB-Sparkassen-Versicherung Beteiligungs-GmbH Nr. 4, Stuttgart 13,02 % 100.485 TEUR + 2.966 TEUR
(30.09.2023) (2022/2023)
Chancenkapitalfonds der Kreissparkasse Biberach GmbH, Biberach 100,00 % 12.710 TEUR - 3)
(31.12.2023)

1) Konzernabschluss gemäß IFRS

2) keine Angabe gemäß § 286 Abs. 3 Satz 2 HGB

3) Ergebnisabführungsvertrag mit der Kreissparkasse Biberach


Wir sind unbeschränkt haftende Gesellschafterin der RWSO-Grundstücksgesellschaft TBS der Württembergischen Sparkassenorganisation (GbR), Fellbach sowie der DKE-GbR, Berlin.


An nachstehenden großen Kapitalgesellschaften halten wir mittelbar Anteile, die 5 % der Stimmrechte überschreiten:

Name, Sitz Höhe des Kapitalanteils Eigenkapital Jahresergebnis
SIMONA AG, Kirn 15,00 % 212.547 TEUR + 10.266 TEUR
(31.12.2022) (2022)
MS Industrie AG, München 5,54 % 46.397 TEUR - 3.166 TEUR
(31.12.2022) (2022)


Am Wertpapierinstitut S-International BWS GmbH & Co.KG, Ulm halten wir unmittelbar Anteile, die 5 % der Stimmrechte überschreiten.


Der übrige Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 HGB ist für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung.


Der Sparkassenverband Baden-Württemberg hat sich zusammen mit den weiteren Trägern quotal entsprechend seinem Stammkapitalanteil an der Bereitstellung von zusätzlichem Eigenkapital für die Landesbank Baden-Württemberg beteiligt. Als Mitglied des Sparkassenverbands Baden-Württemberg sind wir verpflichtet, über Umlagen den nicht anderweitig gedeckten Verbandsaufwand entsprechend dem maßgeblichen Umlageschlüssel abzudecken. Darüber hinaus sind wir Mitglied des Sicherungssystems der Deutschen Sparkassenorganisation, wobei das System der freiwilligen Institutssicherung beibehalten wurde. Zusätzlich erfüllt das Sicherungssystem auch die Anforderungen des Einlagensicherungsgesetzes. Aus diesen Verpflichtungen ist über die laufenden jährlichen Beitragsverpflichtungen hinaus derzeit ein akutes Risiko einer wesentlichen Inanspruchnahme nicht erkennbar.


Zum Erwerb der Landesbank Berlin Holding AG (LBBH) durch die S-Finanzgruppe haben wir uns über den Deutschen Sparkassen- und Giroverband ö.K. (DSGV) an der Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe mbH & Co. KG (Erwerbsgesellschaft) als Kommanditistin unterbeteiligt. In diesem Zusammenhang besteht ein Aufwendungsersatzanspruch des DSGV gegenüber den Unterbeteiligten für den Fall, dass die über die Erwerbsgesellschaft auszuschüttenden Dividenden der LBBH die laufenden Aufwendungen (im Wesentlichen aus der Fremdfinanzierung) nicht abdecken. Aktuell ist aus dieser Verpflichtung kein akutes Risiko einer Inanspruchnahme erkennbar.

Derivative Finanzinstrumente


Die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten Termingeschäfte gliedern sich wie folgt:

Nominalbeträge nach Restlaufzeit Zeitwerte 1)
(Angaben in Mio EUR) bis 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre insgesamt + ./.
Zinsbezogene Geschäfte
EUR-Zinsswaps Anlagebuch 2) 200,0 550,0 750,0 72,3 1,3
Insgesamt 0,0 200,0 550,0 750,0 72,3 1,3
Buchwerte
(Angaben in Mio EUR) Optionsprämie Rückstellung (P7)
Zinsbezogene Geschäfte
EUR-Zinsswaps Anlagebuch 2) 0,0 0,0
Insgesamt 0,0 0,0

1) Ohne anteilige Zinsen
2) Diese in die Zinsbuchsteuerung einbezogenen EUR-Zinsswaps des Anlagebuchs wurden bei der verlustfreien Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) berücksichtigt (vgl. Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden") und waren insoweit nicht gesondert zu bewerten.


Bei den EUR-Zinsswaps im Anlagebuch handelt es sich um Deckungsgeschäfte.


Beim Kontrahenten im Derivategeschäft per 31. Dezember 2023 handelt es sich um ein Kreditinstitut im Haftungsverbund.


Bei Zinsswaps (OTC-gehandelte derivative Finanzinstrumente) werden theoretisch ermittelte Werte als Zeitwerte angesetzt (Mark to Model Bewertung). Dabei werden diese in die Basisbestandteile Kuponanleihe und Floater zerlegt und unter Zugrundelegung entsprechender Zinsstrukturkurven getrennt bewertet. Der Barwert des Swaps ergibt sich dabei aus der Differenz der Barwerte der beiden Basisprodukte.

Latente Steuern


Aufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsvorschriften zwischen Handels- und Steuerbilanz bestehen zum Bilanzstichtag Steuerlatenzen. Wesentliche künftige Steuerbelastungen bestehen nicht. Die absehbaren künftigen Steuerentlastungen resultieren insbesondere aus den Forderungen an Kunden und den Wertpapieren. Ein Ausweis passiver latenter Steuern war insoweit nicht erforderlich, auf den Ansatz aktiver latenter Steuern hat die Sparkasse entsprechend § 274 Abs. 1 HGB verzichtet. Der Ermittlung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz von 27,013 % (Körperschaft- und Gewerbesteuer zzgl. Solidaritätszuschlag) zugrunde gelegt. Aus Beteiligungen an Personengesellschaften resultierende, lediglich der Körperschaftsteuer und dem Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen wurden bei den Berechnungen mit einem Steuersatz von 15,825 % berücksichtigt.

Abschlussprüferhonorare


Für das Geschäftsjahr wurden von unserem Abschlussprüfer für folgende Leistungen Honorare berechnet:

TEUR
für die Abschlussprüfung 336
für andere Bestätigungen 5
für die Steuerberatung 25

Mitarbeiter / -innen


Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

Gesamthaus
Vollzeitkräfte 472
Teilzeit- und Ultimokräfte (zahlenmäßig voll) 304
Auszubildende 46
Insgesamt 822

Organe der Sparkasse

Verwaltungsrat

Vorsitzender Mario Glaser, Landrat
Stellvertreter Jochen Ackermann, Bürgermeister
Werner Binder, Bürgermeister
Mitglieder Elmar Braun, Bürgermeister a. D.
Markus Grimm, Sparkassenangestellter
Monika Koros-Steigmiller, Hauswirtschaftsmeisterin
Manfred Lämmle, Technischer Fernmeldebetriebsinspektor i.R.
Deutsche Telekom Technik GmbH
Frank Lock, geschäftsführender Gesellschafter Lock Antriebstechnik GmbH
Dr. Frieder Mauch, selbstständiger Unternehmensberater
Dr. Dominik Reiter, Sparkassenangestellter
Johannes Remmele, Inhaber/Gesellschafter SÜDPACK Gruppe
Frank Schneider, Sparkassenangestellter
Susanne Tress, Sparkassenangestellte
Armin Walter, Sparkassenangestellter
Norbert Zeidler, Oberbürgermeister

Vorstand

Vorsitzender Martin Bücher
Mitglieder Kurt Hardt
Dr. Michael Schieble


Für die früheren Mitglieder des Vorstandes bzw. deren Hinterbliebene wurden Gesamtbezüge in Höhe von 907 TEUR bezahlt. Für diese Personengruppe bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 16.517 TEUR. Die Mitglieder des Verwaltungsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Berichtsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 145 TEUR.


Kredite und sonstige Haftungsverhältnisse beliefen sich zum 31. Dezember 2023 gegenüber den Vorstandsmitgliedern auf 426 TEUR, an die Mitglieder des Verwaltungsrates wurden 3.880 TEUR ausgereicht.


Eines unserer Vorstandsmitglieder ist Mitglied im Aufsichtsrat der SIMONA AG, Kirn.

 

Biberach an der Riß, 13. Juni 2024


Kreissparkasse Biberach


Der Vorstand

Bücher Hardt Dr. Schieble

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")


Die Kreissparkasse Biberach hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Kreissparkasse Biberach besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.


Die Kreissparkasse Biberach definiert den Umsatz als Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 128.020 TEUR.


Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt im Jahresdurchschnitt 628.


Der Gewinn vor Steuern beträgt 9.676 TEUR.


Die Steuern auf den Gewinn betragen 3.474 TEUR. Die Steuern betreffen laufende Steuern.


Die Kreissparkasse Biberach hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Kreissparkasse Biberach, Biberach an der Riß

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der Kreissparkasse Biberach (im Folgenden: Sparkasse) bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 Handelsgesetzbuch (im Folgenden: HGB) erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden: EU-APrVO) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchstabe f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses


Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.


Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung von Forderungen an Kunden

a) Sachverhalt und Problemstellung


Das Kundenkreditgeschäft ist ein maßgebliches Geschäftsfeld der Sparkasse. Bei der Bewertung einzelner Kundenforderungen ist das Adressenausfallrisiko des Kreditnehmers, d. h. insbesondere die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, sowie die Bewertung der ggf. vorliegenden Sicherheiten, maßgeblich. Die Bewertung dieser Forderungen beruht somit in einem hohen Maße auf den Einschätzungen und Annahmen des Vorstands der Sparkasse zu den genannten Sachverhalten. Die Unsicherheiten bei diesen Ermessensentscheidungen sind aktuell insbesondere durch die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Einschätzung, inwieweit die hieraus resultierenden Belastungen die Kapitaldienstfähigkeit der betroffenen Kreditnehmer dauerhaft negativ beeinflussen. Diese Thematik hat daher wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die Ertragslage der Sparkasse. Für die Zwecke der Rechnungslegung sind insofern die Kreditprozesse zur Bewertung der Forderungen von besonderer Bedeutung. Die Bewertung von Forderungen an Kunden bedarf insoweit einer besonderen Befassung durch den Abschlussprüfer.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse


Bereits im Rahmen unserer vorgezogenen Prüfung der organisatorischen Pflichten haben wir die Ordnungsmäßigkeit der Kreditprozesse, u. a. die Früherkennungsverfahren für Kreditrisiken und den Forderungsbewertungsprozess, betrachtet. Die relevanten Kreditprozesse sowie die Ausgestaltung und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems bei der Bewertung der Kundenforderungen beurteilen wir regelmäßig auf Grundlage von Aufbau- und Funktionsprüfungen.


Bei einer risikoorientierten - unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - vorgenommenen bewussten Auswahl von Kreditengagements haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen in Form von Einzelfallprüfungen vorgenommen und auf der Grundlage von Kreditunterlagen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen die von der Sparkasse vorgenommene Beurteilung des kreditnehmerbezogenen Adressenausfallrisikos sowie die Bewertung der Kreditsicherheiten bei ausfallgefährdeten Forderungen nachvollzogen.

c) Verweis auf weitergehende Informationen


Weitere Informationen und Erläuterungen sind in den Anhangangaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie zu den Beständen zum Bilanzposten Aktiva 4 enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellungen und Erläuterungen im Lagebericht (Abschnitte 2.3.2 "Geschäftsentwicklung Aktivgeschäft", 2.4.1 "Vermögenslage" und 4.2.1.1 "Adressenrisiko im Kundengeschäft").

Sonstige Informationen


Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich.


Die uns vor dem Datum des Bestätigungsvermerks vorgelegte sonstige Information umfasst den gemäß § 340a Abs. 1a HGB i. V. m. § 289b Abs. 3 Satz 1 Nr. 2a HGB zusammen mit dem Lagebericht nach §325 HGB zu veröffentlichenden nichtfinanziellen Bericht für das Geschäftsjahr 2023.


Die sonstige Information, die uns vereinbarungsgemäß nach diesem Datum zur Verfügung gestellt wird, umfasst den "Financial Report 2023".


Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.


Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.


Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter (Vorstand) und des Aufsichtsorgans (Verwaltungsrat) für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.


Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und, sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.


Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO


Wir sind nach §30 Abs. 2 Satz 2 Sparkassengesetz für Baden-Württemberg i.V. m. § 340k Abs. 3 Satz 1 HGB gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse.


Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht nach Art. 11 EU-APrVO in Einklang stehen.


Von uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Sparkasse oder ein gemäß §271 Abs. 2 HGB verbundenes Unternehmen der Sparkasse erbracht:

Prüfung im Zusammenhang mit der Kostenumlage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht für den Aufsichtsbereich Wertpapierhandel gemäß § 16j Abs. 2 Satz 2 des Gesetzes über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz - FinDAG)

Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts 2023 bei der Tochtergesellschaft Chancenkapitalfonds der Kreissparkasse Biberach GmbH, Biberach an der Riß und Prüfung des Jahresabschlusses 2023 bei der Tochtergesellschaft Chancenkapital Beteiligungs-GmbH, Biberach an der Riß durch die FR Finanzrevision GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Netzwerk)

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER


Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Peter Wöhrle.

 

Stuttgart, den 13. Juni 2024


Sparkassenverband Baden-Württemberg Prüfungsstelle

Wöhrle
Wirtschaftsprüfer

FESTSTELLUNG DES JAHRESABSCHLUSSES


Der Jahresabschluss 2023 wurde am 5. Juli 2024 durch den Verwaltungsrat der Kreissparkasse Biberach festgestellt. In dieser Sitzung hat der Verwaltungsrat außerdem beschlossen, den Bilanzgewinn in Höhe von 6.086.692,19 Euro der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

Nachrichten & Medien

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