Kreissparkasse Biberach
Biberach an der Riß
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Lagebericht
für das Geschäftsjahr 2023
1 Grundlagen der
Geschäftstätigkeit der Kreissparkasse
Biberach
Die Kreissparkasse Biberach mit Sitz in Biberach an
der Riß ist eine rechtsfähige Anstalt des
öffentlichen Rechts. Ihr Träger ist der Landkreis
Biberach. Sie ist beim Amtsgericht Ulm unter der Nummer HRA
640983 im Handelsregister eingetragen. Ihre Organe bestehen
aus dem Verwaltungsrat, dem Kreditausschuss und dem
Vorstand.
Sie betreibt alle banküblichen Geschäfte,
soweit das Sparkassengesetz Baden-Württemberg, die
Sparkassengeschäftsverordnung oder die Satzung keine
Einschränkungen vorsehen. Als selbstständiges
regionales Wirtschaftsunternehmen bietet sie zusammen mit
ihren Partnern aus der Sparkassen-Finanzgruppe
Privatkunden, Unternehmen und Kommunen
Finanzdienstleistungen und -produkte an. Der im
Sparkassengesetz verankerte öffentliche Auftrag
verpflichtet sie, mit ihrer Geschäftstätigkeit in
ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken
und die angemessene und ausreichende Versorgung aller
Bevölkerungskreise, der Wirtschaft -insbesondere des
Mittelstands - und der öffentlichen Hand mit
Bankdienstleistungen sicherzustellen.
Ihre Geschäftstätigkeit konzentriert sich
auf den Landkreis Biberach. Zum 31. Dezember 2023
unterhielt sie eine Hauptstelle und 37
Geschäftsstellen sowie sechs SB-Geschäftsstellen.
Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich nur marginale
Veränderungen beim Geschäftsstellennetz. Die
Kreissparkasse Biberach beschäftigte insgesamt 890
Mitarbeiter; davon waren 496 vollzeitbeschäftigt, 326
teilzeitbeschäftigt und 68 in Ausbildung.
Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der
Mitarbeiter um 2,1 Prozent erhöht.
Die Kreissparkasse Biberach ist Mitglied im
Sparkassenverband Baden-Württemberg (SVBW) und
über dessen Sparkassen-Teilfonds dem Sicherungssystem
der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Die
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
(BaFin) hat das institutsbezogene Sicherungssystem der
Sparkassen-Finanzgruppe als Einlagensicherungssystem nach
dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) anerkannt. Das
Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher,
dass der gesetzliche Anspruch der Kunden der Sparkassen auf
Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG
erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung").
Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems,
einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die
Sparkassen selbst zu schützen, insbesondere deren
Liquidität und Solvenz zu gewährleisten
("diskretionäre Institutssicherung").
2 Wirtschaftsbericht
2.1 Gesamtwirtschaftliche
Rahmenbedingungen im Jahr 2023
2.1.1 Volkswirtschaftliches Umfeld
Die Weltwirtschaft hatte in den letzten Jahren mit
der Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und
schließlich der Inflation und den damit
einhergehenden steigenden Lebenshaltungskosten zu
kämpfen. Hinzu kamen zunehmende geopolitische
Spannungen, die Unsicherheit schürten. Zugleich
dämpften die Zinserhöhungen zahlreicher
Notenbanken die Wirtschaftsaktivität. Das alles
belastete das globale Wachstum merklich.
Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ist
die globale Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 um
voraussichtlich 3,1 Prozent gewachsen. Im Euro-Raum
dürfte sie lediglich um 0,5 Prozent gestiegen sein.
Die deutsche Volkswirtschaft verzeichnete 2023
voraussichtlich ein um 0,3 Prozent schrumpfendes
Bruttoinlandsprodukt. Ursächlich hierfür waren
die hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen, die
ungünstigen Finanzierungsbedingungen durch steigende
Zinsen sowie eine geringere Nachfrage aus dem In- und
Ausland.
In Baden-Württemberg ist aufgrund der engen
globalen Verflechtung der Wirtschaft das
Bruttoinlandsprodukt sogar um voraussichtlich 0,6 Prozent
zurückgegangen. Das außenwirtschaftliche Umfeld
zeigte sich eingetrübt und die Inflation belastete
weiter die Kaufkraft der privaten Haushalte sowie die
Ertragserwartungen der Unternehmen. Die wirtschaftliche
Entwicklung ist maßgeblich auf zurückgehende
Aufträge und die rückläufige Produktion im
verarbeitenden Gewerbe zurückzuführen. Dieser
Trend zeichnet sich auch in der IHK-Region Ulm ab. Nur
jeder zehnte Betrieb verbuchte steigende
Inlandsaufträge, jeder zweite hingegen beklagte eine
schrumpfende Nachfrage. Auch im Export ist die
Erwartungshaltung deutlich eingetrübt, vor allem im
bisher leistungsstarken Industriesektor.
Der deutsche Arbeitsmarkt war trotz schwacher
Konjunktur robust. Die Arbeitslosenquote stieg nach Angaben
der Bundesagentur für Arbeit nur leicht an. Bundesweit
stieg der Durchschnitt von 5,4 Prozent im Jahr 2022 auf 5,7
Prozent im Jahr 2023 und in Baden-Württemberg von 3,6
Prozent auf 4,0 Prozent. Gleichzeitig haben
Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung im Jahresvergleich etwas zugenommen. Die
gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern hat
spürbar nachgelassen, ist aber weiterhin
vergleichsweise hoch. Auch in der IHK-Region Ulm war dieser
Trend ersichtlich und ein Anstieg der Arbeitslosenquote um
0,4 Prozentpunkte zum Vorjahr zu vernehmen. Auch planten
rund ein Viertel der IHK-zugehörigen Betriebe im
Bereich Biberach und Ulm einen Abbau an Stellen. Nur jeder
zehnte Betrieb schuf zusätzliche Arbeitsplätze.
Die konjunkturbedingte Kurzarbeit lag im Jahresverlauf auf
einem im langjährigen Vergleich moderaten Niveau.
Die Verbraucherpreise in Deutschland sind 2023
gemessen am Verbraucherpreisindex im Durchschnitt um 5,9
Prozent gegenüber dem Jahr 2022 gestiegen. Zwar lagen
sie damit unter dem historischen Höchststand seit
Einführung des Euros von 6,9 Prozent im Jahr 2022,
jedoch verharrten die Preissteigerungsraten über dem
Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB).
Auch 2023 hat die EZB daher den Kampf gegen die anhaltend
hohen Inflationsraten weitergeführt. Insgesamt hat die
EZB im Berichtsjahr 2023 ihren Hauptrefinanzierungssatz um
insgesamt 200 Basispunkte auf 4,5 Prozent erhöht. Den
Einlagensatz hat sie ebenfalls um insgesamt 200 Basispunkte
auf 4,0 Prozent erhöht.
Laut IHK Ulm sorgt die Inflation trotz gestiegener
Löhne in der Region für eine verhaltene
Einkaufsbereitschaft. Drei Viertel aller Einzelhändler
vernehmen eine schwächelnde Kaufkraft.
Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen
sind insbesondere im vierten Quartal 2023 per Saldo
gesunken. Zum Schluss des Jahres 2022 lagen sie bei 2,5
Prozent. Ende 2023 wurde für diese Benchmark eine
Rendite von 2,0 Prozent verzeichnet.
Auf den Immobilienmärkten wurde 2023 eine
deutliche Preiskorrektur vollzogen. Die Zinswende übte
einen Abwärtsdruck auf die Bewertung von Immobilien
aus. Sowohl die Preise für Wohnimmobilien als auch die
Preise für Bürogebäude waren 2023 bundesweit
rückläufig. Die Bauinvestitionen sanken 2023 im
dritten Jahr in Folge noch einmal preisbereinigt um 2,1
Prozent. Am stärksten war der Rückgang im
Wohnungsbau und das trotz Wohnungsknappheit. 2023 wurden
bundesweit 26,6 Prozent weniger Baugenehmigungen für
Wohnungen als 2022 erteilt; in Baden-Württemberg war
ein Rückgang von 32,1 Prozent zu verzeichnen.
Bauunternehmen und Bauträger kämpfen mit massiv
gestiegenen Baukosten und höheren Zinsen. Dies ist
auch in der IHK-Region Ulm zu beobachten. Laut
Berichterstattung vom Herbst 2023 ist durch die gestiegenen
Bau- und Finanzierungskosten der private Wohnungsbau
eingebrochen.
Nach einem ungünstigen Börsenjahr 2022
legten die großen Aktienindizes 2023 deutlich zu. Der
Deutsche Aktienindex (DAX) stieg nach Rückgängen
im August und Oktober zum Jahresende deutlich. Neben der
zunehmenden Ernüchterung über die
realwirtschaftliche Situation und den ausbleibenden
Aufschwung kam es insbesondere im vierten Quartal 2023 zu
einem starken Aktienkursanstieg aufgrund von
Zinssenkungsfantasien. Mit einem Jahresschlussstand von
13.923 Punkten Ende 2022 und 16.751 Punkten Ende 2023
errechnet sich im DAX eine positive Jahresperformance von
20,3 Prozent. Für den EURO STOXX 50, als wichtiger
Indikator für die Entwicklung des europäischen
Aktienmarktes, ging es von 3.793 Punkten zum Jahresende
2022 auf 4.521 Punkte Ende 2023 aufwärts. Der S&P
500, der als Kursbarometer für die USA gilt, legte im
Jahresverlauf von 3.839 Punkte auf 4.769 Punkte zu.
Im Jahr 2023 lag der Goldpreis bei durchschnittlich
etwa 1.943 US-Dollar je Feinunze und zum Jahresende 2023
bereits bei 2.065 US-Dollar je Feinunze. Seit 2019 ist der
Preis deutlich gestiegen. Hauptgründe sind die
Pandemie und der Krieg in der Ukraine sowie die damit
einhergehende zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit bzw.
die Inflation
2.1.2 Branchenumfeld und rechtliche
Rahmenbedingungen 2023
Das makrofinanzielle Umfeld war von der Zinswende und
einer erhöhten Unsicherheit geprägt. Dabei hat
sich das seit 2022 gestiegene Zinsniveau, welches sich im
Jahr 2023 invers entwickelte, sowohl auf der Aktiv- als
auch auf der Passivseite deutlich auf das Geschäft der
Kreditinstitute ausgewirkt.
Im Aktivgeschäft verzeichneten die
Kreditinstitute nach Angaben der Deutschen Bundesbank nach
einem Anstieg um 6,5 Prozent im Jahr 2022 im Zeitraum von
Dezember 2022 bis Dezember 2023 nur noch eine leichte
Zunahme der Kredite an inländische Nichtbanken um 1,0
Prozent. Zum Jahresende 2023 lag der Bestand an
Unternehmenskrediten um 1,1 Prozent über dem Wert des
Vorjahreszeitraums. Bei den Krediten an wirtschaftlich
unselbstständige und sonstige Privatpersonen
verzeichneten die Kreditinstitute ein Plus von 0,7 Prozent.
Die Kreditnachfrage privater Haushalte zum Erwerb von
Wohneigentum entwickelte sich - nach dem Einbruch um gut
60,0 Prozent im Jahresverlauf 2022 - weiterhin schwach.
Die Sparkassen in Baden-Württemberg
verzeichneten 2023 nur eine geringfügige Zunahme des
Kreditvolumens (1,8 Prozent). Dieses Plus wurde von den
Unternehmenskunden getragen (3,5 Prozent), während das
Privatkundengeschäft konstant blieb. Im
Neugeschäft ging im Vergleich zum Vorjahr insbesondere
die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten zurück
(- 46,6 Prozent).
Über mehrere Jahre hinweg hatten Niedrig-
beziehungsweise Negativzinsen und der Mangel an sicheren
Anlagealternativen zu einem starken Anstieg der
Sichteinlagen geführt. Im Zuge des steigenden
Zinsniveaus kam es zu erheblichen Umschichtungen von
Sichteinlagen zu Termingeldern und verzinsten
Anlageprodukten, die sich im laufenden Jahr fortsetzen
dürften. In Summe nahmen laut der Deutschen Bundesbank
die Einlagen von Nichtbanken bei Kreditinstituten im Inland
im Jahr 2023 um 2,0 Prozent zu (2022: +4,1 Prozent).
Während die täglich fälligen Bankguthaben um
6,6 Prozent zurückgingen, gab es deutliche
Steigerungen bei Termineinlagen (+25,9 Prozent).
Die Entwicklung bei den baden-württembergischen
Sparkassen bewegte sich im Trend der gesamten
Kreditwirtschaft. Insgesamt nahmen die Kundeneinlagen
leicht zu, nämlich um 1,5 Prozent, bei gleichzeitig
deutlichen zinsbedingten Umschichtungen von Sicht- und
Spareinlagen (- 16,2 Prozent) zu Gunsten einer
Vervierfachung von Termingeldern und Eigenemissionen.
Das nicht bilanzwirksame
Kunden-Wertpapiergeschäft der
baden-württembergischen Sparkassen wurde durch das
gestiegene Zinsniveau spürbar belebt und hat
insbesondere zu einer höheren Nachfrage nach
festverzinslichen Papieren geführt. Der gesamte
Wertpapierumsatz erreichte 25,0 Milliarden Euro und lag
damit um fast 25,0 Prozent über dem Vorjahreswert.
Nachdem die langandauernde Niedrigzinsphase die
Ertragskraft der Kreditinstitute deutlich belastet hatte,
führte die Zinswende der EZB zu einem spürbaren
Anstieg der zentralen Ertragsquelle "Zinsüberschuss".
Dies machte sich 2023 in der Ertragslage der Banken positiv
bemerkbar. Wie die Deutsche Bundesbank in ihrer Analyse der
Ertragslage der deutschen Kreditinstitute hervorhebt, wird
der Abschreibungsbedarf auf festverzinsliche Wertpapiere im
Jahr 2023 voraussichtlich zurückgehen.
Demgegenüber werden die Kreditinstitute
voraussichtlich eine höhere Kreditvorsorge zu bilden
haben.
Die Analyse der Ertragsentwicklung in der
Kreditwirtschaft im Allgemeinen gilt im Wesentlichen auch
für die baden-württembergischen Sparkassen. Die
Zinswende der EZB führte zu einem spürbaren
Anstieg der zentralen Ertragsquelle "Zinsüberschuss".
Dagegen erhöhte sich der Verwaltungsaufwand bedingt
durch die hohe Inflation deutlich. Vor dem Hintergrund der
aktuellen Krisen ergibt sich ein steigendes Kreditrisiko,
das sich in einer verstärkten Risikovorsorge für
Kredite bei baden-württembergischen Sparkassen
widerspiegelt.
In der Region Biberach ist die Kreissparkasse
Biberach in den Bereichen Privatgirokonten und
Geschäftsgirokonten Marktführer. So nimmt sie mit
einem Anteil von 37,9 Prozent im Privatgirokunden-Bereich
und 38,4 Prozent im Geschäftsgirokunden-Bereich laut
der aktuell gültigen Kropf Marktanalyse aus dem Jahr
2022 im Landkreis die führende Position ein und
verzeichnete im Vergleich zur letzten Auswertung 2020 einen
moderaten bis positiven Trend. Der direkte Wettbewerb sieht
im Vergleich einem gleichbleibenden bis negativen Trend
entgegen.
Die Stabilität der Sparkassen-Finanzgruppe
insgesamt ist durch das Verbundrating erneut bestätigt
worden. Die Ratingagenturen Fitch (A+), DBRS (A high) und
Moody's (Aa2) haben an ihren Einstufungen festgehalten.
Aufsichtsrechtliche Änderungen ergaben sich
durch die Aktualisierung der Mindestanforderungen an das
Risikomanagement (7. MaRisk-Novelle) durch die BaFin im
Juni 2023. Mit dieser Novelle wurden die Anforderungen an
die Kreditvergabe und Überwachung sowie Regelungen zur
Handhabung des Immobiliengeschäfts und der
Nachhaltigkeitsrisiken angepasst beziehungsweise
ergänzt. Soweit die Änderungen der MaRisk
klarstellenden Charakter hatten, trat die neue Fassung mit
ihrer Veröffentlichung in Kraft. Für neue
Anforderungen galt eine Übergangsfrist bis zum 1.
Januar 2024. Dies bezog sich insbesondere auf die
Regelungen zu den Immobiliengeschäften.
Insgesamt müssen sich die Kreditinstitute auf
eine Fortsetzung der Regulierungspolitik der letzten Jahre
sowie mittelfristig auf weiter erhöhte
Eigenmittelanforderungen einstellen. So wurde
beispielsweise am 15. Februar 2024 bereits die 8.
MaRisk-Novelle von der BaFin zur Konsultation gestellt.
Aufgrund ihrer zentralen gesamtwirtschaftlichen
Verantwortung und Funktion spielen die Kreditinstitute bei
den gesetzlichen Maßnahmen zum Thema "Nachhaltigkeit"
eine bedeutsame Rolle. Ab dem Geschäftsjahr 2024
bestehen erweiterte Berichtspflichten auf Basis
detaillierter gesetzlicher Vorgaben.
2.2 Bedeutsamste finanzielle
Leistungsindikatoren
Als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren
wurden in Übereinstimmung mit der sparkasseninternen
Berichterstattung folgende Steuerungsgrößen
definiert:
| ― |
Zur weiteren Stärkung der
Kapitalbasis sollen dem Kernkapital
1) mindestens 20,0 Millionen Euro pro Jahr
aus dem verfügbaren Gewinn zugeführt
werden.
|
| ― |
Für die Kernkapitalquote
2) der Bank wird gemäß der
geänderten Capital Requirements Regulation
(CRR)-Vorgaben ein Zielwert von deutlich über
18,0 Prozent im Jahr 2027 angestrebt. Dies dient der
Sicherstellung einer Kernkapitalquote von über
18,0 Prozent im Jahr 2030 gemäß
CRR-III-Vorgaben.
|
| ― |
Das Volumen des
Kundenkreditgeschäfts
3) soll bis 2027 auf 3 953,0 Millionen
Euro ansteigen. Bei den Kundeneinlagen
4) wird ein Bestand von mindestens 4 038,0
Millionen Euro angestrebt (konstant). Für 2023
bedeutet dies ein Kundenkreditvolumen von 3 688,0
Millionen Euro sowie ein Kundeneinlagenvolumen von 4
038,0 Millionen Euro. Die Erreichung der in der
Mittelfristplanung definierten Wachstumsannahmen, die
sich an den oben angegebenen Werten orientieren, wird
über die Zieldefinitionen der einzelnen
Geschäftsbereiche gesteuert.
|
Im Berichtsjahr wurde im Rahmen der jährlichen
Mittelfristplanung der folgende bedeutsamste finanzielle
Leistungsindikator modifiziert und die
Geschäftsstrategie der Sparkasse entsprechend
angepasst:
| ― |
Das Volumen des
Kundenkreditgeschäfts
3) soll bis 2028 auf 3 656,0 Millionen
Euro ansteigen. Bei den Kundeneinlagen
4) wird ein Bestand von mindestens 3 797,0
Millionen Euro angestrebt. Für 2024 bedeutet
dies ein Kundenkreditvolumen von 3 529,0 Millionen
Euro sowie ein Kundeneinlagenvolumen von 3 917,0
Millionen Euro. Die Erreichung der in der
Mittelfristplanung definierten Wachstumsannahmen, die
sich an den oben angegebenen Werten orientieren, wird
über die Zieldefinitionen der einzelnen
Geschäftsbereiche gesteuert.
|
1) Sicherheitsrücklage zuzüglich Fonds
für allgemeine Bankrisiken nach Paragraf 340g HGB.
2) Sicherheitsrücklage zuzüglich Fonds
für allgemeine Bankrisiken nach Paragraf 340g HGB
bezogen auf die risikogewichteten Aktiva.
3) Gemäß den Stichtagsbeständen
der Ergebnisvorschaurechnung, Forderungen an Kunden II
(Pos. 12-24).
4) Gemäß den Stichtagsbeständen
der Ergebnisvorschaurechnung, Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden (Pos. 31-49).
2.3 Geschäftsentwicklung
Die Geschäftsentwicklung stellt sich wie folgt
dar:
|
Bestand |
in % des
Geschäftsvolumens |
| Bilanzpositionen |
31.12.23 |
31.12.22 |
31.12.23 |
31.12.22 |
|
Mio. EUR |
Mio. EUR |
% |
% |
| Bilanzsumme |
6.490,3 |
6.664,1 |
97,4% |
97,7% |
| Geschäftsvolumen
1) |
6.665,2 |
6.820,6 |
100,0% |
100,0% |
| DBS
2) |
6.836,7 |
6.818,8 |
. |
100,0% |
| Aktivgeschäft |
|
|
|
|
| Kundenkreditvolumen
3) |
3.592,7 |
3.568,4 |
53,9% |
52,3% |
| Forderungen an
Kreditinstitute |
883,6 |
1.209,4 |
13,3% |
17,7% |
| Guthaben bei der
Bundesbank |
42,5 |
42,4 |
0,6% |
0,6% |
| Wertpapiervermögen
4) |
1.950,3 |
1.816,6 |
29,3% |
26,6% |
| Sonstiges
Anlagevermögen |
144,9 |
134,8 |
2,2% |
2,0% |
| Passivgeschäft |
|
|
|
|
| Kundeneinlagen
5) |
4.118,0 |
4.063,2 |
61,8% |
59,6% |
| davon Spareinlagen |
906,1 |
1.441,4 |
13,6% |
21,1% |
| Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten |
1.295,9 |
1.574,8 |
19,4% |
23,1% |
| Eigenkapital |
339,0 |
332,9 |
5,1% |
4,9% |
| Bedeutsamste finanzielle
Leistungsindikatoren |
|
|
|
|
| Bilanzielles Volumen des
Kundenkreditgeschäft
6) |
3.573,2 |
3.552,0 |
|
|
| Bilanzielles Volumen der
Kundeneinlagen
7) |
4.111,5 |
4.062,0 |
|
|
|
Veränderungen |
| Bilanzpositionen |
2023 |
2023 |
2022 |
|
Mio. EUR |
% |
% |
| Bilanzsumme |
-173,8 |
-2,6% |
3,6% |
| Geschäftsvolumen
1) |
-155,4 |
-2,3% |
3,3% |
| DBS
2) |
17,9 |
0,3% |
6,9% |
| Aktivgeschäft |
|
|
|
| Kundenkreditvolumen
3) |
24,3 |
0,7% |
4,6% |
| Forderungen an
Kreditinstitute |
-325,8 |
-26,9% |
56,9% |
| Guthaben bei der
Bundesbank |
0,1 |
0,2% |
-89,9% |
| Wertpapiervermögen
4) |
133,7 |
7,4% |
1,1% |
| Sonstiges
Anlagevermögen |
10,1 |
7,5% |
-22,4% |
| Passivgeschäft |
|
|
|
| Kundeneinlagen
5) |
54,8 |
1,3% |
1,6% |
| davon Spareinlagen |
-535,3 |
-37,1% |
-8,1% |
| Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten |
-278,9 |
-17,7% |
9,6% |
| Eigenkapital |
6,1 |
1,8% |
1,9% |
| Bedeutsamste finanzielle
Leistungsindikatoren |
|
|
|
| Bilanzielles Volumen des
Kundenkreditgeschäft
6) |
|
|
|
| Bilanzielles Volumen der
Kundeneinlagen
7) |
|
|
|
1) Geschäftsvolumen = Bilanzsumme
zuzüglich Eventualverbindlichkeiten.
2) Durchschnittsbilanzsumme in der Abgrenzung
des Betriebsvergleichs.
3) Bilanzposition Aktiva 4, Treuhandkredite und
Avalkredite.
4) Bilanzpositionen Aktiva 5 und Aktiva 6.
5) Bilanzpositionen Passiva 2 und Passiva 3.
6) Gemäß den Stichtagsbeständen
der Ergebnisvorschaurechnung, Forderungen an Kunden II
(Pos. 12-24).
7) Gemäß den Stichtagsbeständen
der Ergebnisvorschaurechnung, Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden (Pos. 31-49).
2.3.1 Bilanzsumme und
Geschäftsvolumen
Die Bilanzsumme lag vor allem aufgrund des
Rückgangs der Forderungen an Kreditinstitute sowie der
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 173,8
Millionen Euro unter dem Vorjahr. Die durchschnittliche
Bilanzsumme stieg um 17,9 Millionen Euro auf 6 836,7
Millionen Euro. Damit lag die durchschnittliche Bilanzsumme
marginal unter den geplanten 6 842,0 Millionen Euro. Das
Geschäftsvolumen nahm um 2,3 Prozent beziehungsweise
um 155,4 Millionen Euro ab. Bei den anderen
baden-württembergischen Sparkassen
(Verbandsdurchschnitt) haben sowohl die Bilanzsumme als
auch das Geschäftsvolumen leicht zugenommen.
2.3.2 Aktivgeschäft
(einschließlich Avalkredite)
Kundenkreditvolumen
Das Kundenkreditvolumen nahm um 0,7 Prozent zu. Das
Wachstum resultierte vor allem aus den Inanspruchnahmen von
Konsortial- und Avalkrediten sowie gewerblichen
Wohnbaudarlehen. Rückläufig waren hingegen
Kredite an Privatpersonen, insbesondere private
Wohnungsbaukredite, sowie Schuldscheindarlehen von
Unternehmen.
Im Förderkreditgeschäft wurden 85,9
Millionen Euro an neuen Förderkrediten vermittelt.
Damit entwickelte sich das Förderkreditgeschäft
zwar erneut positiv, das Wachstum im Neugeschäft
verlangsamte sich nach den starken Vorjahren jedoch
deutlich.
Als einer der bedeutsamsten finanziellen
Leistungsindikatoren sollte das Volumen des
Kundenkreditgeschäfts entsprechend den strategischen
Planungen auf 3 688,0 Millionen Euro anwachsen. Das
Kundenkreditvolumen fiel insofern leicht niedriger aus als
prognostiziert.
Eigenanlagen
Zum Bereich der Eigenanlagen zählen das Guthaben
bei der Bundesbank, die Forderungen gegenüber
Kreditinstituten sowie das Wertpapiervermögen. Der
Bestand hat sich im Jahr 2023 signifikant vermindert. Ein
fälliges Offenmarktgeschäft wurde durch
fällige und nicht mehr weiter angelegte Termingelder
zurückgeführt. Die starke Erhöhung des
Wertpapiervermögens entfällt im Wesentlichen auf
festverzinsliche Wertpapiere, Wertpapierspezialfonds und
Immobilienspezialfonds.
2.3.3 Passivgeschäft
Kundeneinlagen
Die Kundeneinlagen nahmen im Geschäftsjahr 2023
insgesamt weiter zu, allerdings war das Wachstum etwas
schwächer als im Vorjahr. Aufgrund der Zinssituation
wurden in erheblichem Umfang Sichteinlagen und Spareinlagen
mit einer vereinbarten Kündigungsfrist von drei
Monaten in Sparkassenbriefe umgeschichtet. Beim Volumen der
Kundeneinlagen als bedeutsamster finanzieller
Leistungsindikator wurde ein konstanter Bestand von 4 038,0
Millionen Euro erwartet, tatsächlich sind die
Kundeneinlagen auf 4 112,0 Millionen Euro angestiegen.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
verringerten sich um 278,9 Millionen Euro auf 1 295,9
Millionen Euro. Für den Rückgang war im
Wesentlichen die Fälligkeit eines
Offenmarktgeschäfts verantwortlich.
2.3.4 Dienstleistungsgeschäft
Wertpapiergeschäft
Der Wertpapierumsatz erhöhte sich gegenüber
dem Vorjahr um 94,7 Millionen Euro auf 728,9 Millionen
Euro. Die Wertpapierkäufe betrugen 430,4 Millionen
Euro und die Verkäufe 298,5 Millionen Euro. Das
Gesamtdepotvolumen lag zum Bilanzstichtag bei 1 917,9
Millionen Euro (im Vorjahr 1 650,9 Millionen Euro). Das
verwaltete Geldvermögen (Kundeneinlagen und
Wertpapiere) wuchs um 321,8 Millionen Euro auf 6 035,9
Millionen Euro.
Strukturierte Finanzierungen (Corporate
Finance)
Strukturierte Finanzierungsprodukte beinhalten unter
anderem Akquisitions-, Wachstums- und Projektfinanzierungen
sowie Immobilienfinanzierungen, meist umgesetzt in
Konsortiallösungen mit Mitgliedern der
Sparkassen-Finanzgruppe. Der Finanzierungsschwerpunkt liegt
weiterhin in Baden-Württemberg, aber im vergangenen
Jahr konnten aus dem Kooperationsgeschäft wieder
Neukunden im Finanzierungsbereich aus anderen
Bundesländern gewonnen werden. Im Jahr 2023 ergab sich
ein Neugeschäft von 423,2 Millionen Euro; davon wurden
109,9 Millionen Euro in die eigenen Bücher genommen.
Der Gesamtbestand an strukturierten Finanzierungen
beläuft sich insofern zum Jahresende 2023 auf 542,3
Millionen Euro (Tilgungen und Rückzahlungen sind
berücksichtigt).
2.4 Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage
2.4.1 Vermögenslage
Volumen und Struktur der Vermögenslage der
Kreissparkasse Biberach sind nach wie vor gekennzeichnet
von der wachstumsorientierten Geschäftsstrategie mit
einem ausgeprägten Kapitalmarktgeschäft.
Deshalb ergeben sich gegenüber dem
Verbandsdurchschnitt auf der Aktivseite deutlich niedrigere
Bilanzstrukturanteile beim Kundenkreditvolumen und
wesentlich höhere Anteile bei den Eigenanlagen. Auf
der Passivseite liegen die Anteile beim Mittelaufkommen von
Kunden immer noch weit unter dem Durchschnitt und die
Anteile bei den Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten leicht darüber.
Der Strukturanteil beim Kundenkreditvolumen ist
gegenüber dem Vorjahr wiederum leicht angestiegen.
Ebenso stiegen sowohl der Strukturanteil des
Wertpapiervermögens als auch die Anteile der
Kundeneinlagen leicht. Merklich rückläufig waren
hingegen die Anteile der Forderungen an Kreditinstitute
sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.
Die Bewertung des Wertpapiervermögens erfolgte
unter Anwendung des strengen Niederstwertprinzips. Das
weitere Vermögen wurde vorsichtig bewertet. Mit den
gebildeten Wertberichtigungen und Rückstellungen wurde
den vorhandenen Risiken in ausreichendem Maße
Rechnung getragen.
In den bilanzierten Aktivwerten, insbesondere im
Wertpapiervermögen, waren stille Reserven in
erheblichem Umfang enthalten. Die vorhandenen
Vorsorgereserven gemäß Paragraf 340f HGB zur
Sicherung gegen die besonderen Risiken des
Geschäftszweigs der Kreditinstitute wurden 2023 nicht
verändert. Der dem Kernkapital zuzurechnende Fonds
für allgemeine Bankrisiken nach Paragraf 340g HGB
wurde um 58,4 Millionen Euro erhöht und ist nun mit
insgesamt 635,4 Millionen Euro dotiert.
Die Gesamtkapitalquote gemäß Artikel 92
CRR (Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen
auf die anrechnungspflichtigen Positionen) übertrifft
am 31. Dezember 2023 mit 24,3 Prozent (Vorjahr: 23,9
Prozent) die aufsichtlichen Mindestanforderungen von 8,0
Prozent gemäß CRR zuzüglich Supervisory
Review and Evaluation Process (SREP)-Zuschlag (kein
entsprechender Zuschlag festgesetzt) sowie den kombinierten
Kapitalpufferanforderungen deutlich. Zum 1. Februar 2022
erhöhte sich der inländische antizyklische
Kapitalpuffer von null auf 0,75 Prozent der
risikogewichteten Positionswerte. Zudem wurde ein
Systemrisikopuffer von 2,00 Prozent für den
Wohnimmobiliensektor eingeführt. Beide
Kapitalpufferanforderungen sind seit dem 1. Februar 2023 zu
erfüllen. Die anrechnungspflichtigen Positionen
betrugen zum 31. Dezember 2023 3 906,6 Millionen Euro und
die aufsichtlich anerkannten Eigenmittel 950,9 Millionen
Euro.
Auch die (harte) Kernkapitalquote überstieg die
aufsichtlich vorgeschriebenen Werte deutlich. Sie belief
sich zum 31. Dezember 2023 auf 23,2 Prozent der
anrechnungspflichtigen Positionen nach CRR.
Die Verschuldungsquote (Verhältnis des
Kernkapitals zur Summe der bilanziellen und
außerbilanziellen Positionen) lag zum 31. Dezember
2023 bei 15,5 Prozent und damit deutlich über der
aufsichtlichen Mindestanforderung von 3,0 Prozent.
Nach der durch den Verwaltungsrat noch zu
beschließenden Zuführung aus dem Bilanzgewinn
wird sich die Sicherheitsrücklage von 332,9 Millionen
Euro auf 339,0 Millionen Euro erhöhen. Damit liegt die
Zuführung in etwa auf Vorjahresniveau. Neben der
Sicherheitsrücklage verfügt die Kreissparkasse
Biberach mit dem Fonds für allgemeine Bankrisiken
über weiteres Kernkapital, sodass die
Eigenmittelanforderungen nach CRR erfüllt werden.
| Bedeutsamste finanzielle
Leistungsindikatoren |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| Verfügbarer Gewinn
in Mio. Euro |
64,5 |
36,5 |
| Kernkapitalquote in
% |
23,2 |
22,8 |
Da der verfügbare Gewinn vollständig zur
Stärkung des Kernkapitals verwendet wird, liegt die
Zuführung über dem Zielwert. Ebenso wurde die
Prognose aus dem Lagebericht 2022 massiv übertroffen.
Die Kernkapitalquote lag ebenso deutlich über der
Prognose und somit deutlich über dem strategischen
Zielwert. Auf Grundlage der Kapitalplanung (normative
Perspektive) bis zum Jahr 2028 ist auch weiterhin eine
Erfüllung der aufsichtlichen Anforderungen an die
Eigenmittelausstattung für die Umsetzung der
Geschäftsstrategie zu erwarten.
2.4.2 Finanzlage
Die Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage
Ratio - LCR) lag zum 31. Dezember 2023 bei 256,0 Prozent
und damit deutlich über der Mindestanforderung von
100,0 Prozent. Die Quote bewegte sich im Jahr 2023
innerhalb einer Bandbreite von 172,5 Prozent und 641,2
Prozent.
Die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable
Funding Ratio - NSFR) lag in einer Bandbreite von 121,0
Prozent bis 128,5 Prozent; damit wurde die aufsichtliche
Mindestquote von 100,0 Prozent durchgängig
eingehalten.
Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften
wurden Guthaben bei der Deutschen Bundesbank geführt.
Kredit- und Dispositionslinien bestehen im Wesentlichen bei
der Deutschen Bundesbank und der Landesbank
Baden-Württemberg.
Die Zahlungsfähigkeit der Kreissparkasse
Biberach war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund
einer angemessenen Liquiditätsvorsorge jederzeit
gegeben. Nach unserer Finanzplanung ist die
Zahlungsfähigkeit auch für die absehbare Zukunft
gewährleistet.
2.4.3 Ertragslage
Zur Analyse der Ertragslage wurde der
Betriebsvergleich der Sparkassen-Finanzgruppe eingesetzt.
In diesem erfolgt eine detaillierte Aufspaltung und Analyse
des Ergebnisses der Kreissparkasse Biberach in Relation zur
Durchschnittsbilanzsumme. Zur Ermittlung eines
Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die Erträge
und Aufwendungen um periodenfremde und
außergewöhnliche Posten bereinigt. Diese werden
in der internen Darstellung dem neutralen Ergebnis
zugerechnet. In das Betriebsergebnis vor Bewertung gehen
damit die ordentlichen Erträge aus Zins-,
Dienstleistungs- und Handelsgeschäften ein. Nach
Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses entsteht
das Betriebsergebnis nach Bewertung. Unter
Berücksichtigung des neutralen Ergebnisses und der
Steuern verbleibt der verfügbare Gewinn.
Die Entwicklung der Ertragslage auf Basis des
Betriebsvergleichs stellt sich wie folgt dar:
|
Ergebnis |
Veränderungen |
| Gewinn- und
Verlustrechnung |
1.1. - 31.12.23 |
1.1. - 31.12.22 |
2023 |
2023 |
2022 |
|
Mio. EUR |
Mio. EUR |
Mio. EUR |
% |
% |
| Zinsüberschuss |
123,9 |
95,9 |
28,0 |
29,2% |
9,2% |
|
Provisionsüberschuss |
32,8 |
32,6 |
0,2 |
0,6% |
22,6% |
| Sonstige
ordentliche |
4,4 |
4,2 |
0,2 |
4,8% |
-2,3% |
| Ordentliche
Aufwendungen |
85,6 |
80,0 |
5,6 |
7,0% |
6,8% |
| Betriebsergebnis vor
Bewertung |
75,5 |
52,7 |
22,8 |
43,3% |
20,3% |
| Bewertungsergebnis |
32,6 |
3,5 |
29,1 |
• |
-92,3% |
| Betriebsergebnis nach
Bewertung |
108,1 |
56,2 |
51,9 |
92,3% |
-37,1% |
| Neutrales Ergebnis |
-40,1 |
8,2 |
-48,3 |
• |
• |
| Ertragssteuern
(Aufwand) |
3,5 |
27,9 |
-24,4 |
-87,5% |
39,5% |
| Verfügbarer Gewinn
(bedeutsamster finanzieller |
64,5 |
36,5 |
28,0 |
76,7% |
-49,0% |
|
Jahresüberschuss |
6,1 |
6,1 |
0,0 |
0,0% |
1,7% |
Der Zinsüberschuss, die bedeutendste
Ertragsquelle der Kreissparkasse Biberach, erhöhte
sich im Jahr 2023 signifikant. Das bis September 2023
angestiegene Zinsniveau beeinflusste die
Neugeschäftszinsen auf der Aktivseite im Kunden- und
Eigengeschäft positiv. Ferner bestärkten
erhaltene Zahlungen aus Payer-Swaps aus der Zinsabsicherung
das Ergebnis.
Der Provisionsüberschuss konnte geringfügig
gesteigert werden.
Die sonstigen ordentlichen Erträge liegen
aufgrund von gestiegenen Grundstückserträgen
sowie höheren Kostenerstattungen der
Tochterunternehmen für Personalgestellung und
Arbeitsplatzpauschalen über dem Vorjahresergebnis.
Die ordentlichen Aufwendungen waren insbesondere
durch stark gestiegene Personal- und klar gestiegene
Sachaufwendungen geprägt. Die Personalaufwendungen
beinhalteten unter anderem eine Tariferhöhung. Der
erwartete Anstieg der Sachaufwendungen war im Wesentlichen
durch die Erhöhung von EDV-Kosten sowie
Dienstleistungen Dritter verursacht.
Das Bewertungsergebnis aus dem Kreditgeschäft
ist wie im Vorjahr per Saldo negativ. Das
Bewertungsergebnis Kredit ist insbesondere geprägt
durch gegenüber dem Vorjahr deutlich höhere
Zuführungen zu den Einzelwertberichtigungen. Die
Pauschalwertberichtigungen weisen saldiert betrachtet
ebenfalls einen merklichen Anstieg gegenüber dem
Vorjahr aus. Hinsichtlich der Rückstellungen aus dem
Kreditgeschäft ergab sich saldiert eine
Auflösung.
Im Bewertungsergebnis aus Wertpapieren waren
erhebliche Zuschreibungen auf festverzinsliche Wertpapiere
enthalten. Ferner beeinflussten realisierte Kursgewinne aus
der teilweisen Anteilsrückgabe eines Spezial-AIF sowie
ein Veräußerungsgewinn aus einem geschlossenen
Investmentvermögen das Ergebnis massiv positiv.
Nachdem alle notwendigen Bewertungsmaßnahmen
vorgenommen wurden, ergibt sich ein signifikant über
dem Vorjahresergebnis und über dem Durchschnitt der
baden-württembergischen Sparkassen vergleichbarer
Größenordnung liegendes und somit ein insgesamt
sehr zufriedenstellendes Betriebsergebnis nach Bewertung.
Das neutrale Ergebnis beinhaltet insbesondere
Aufwendungen für die vorzeitige Auflösung von
Schuldscheindarlehen. Der periodische Steueraufwand
verminderte sich massiv gegenüber dem Vorjahr.
Der verfügbare Gewinn lag nach 36,5 Millionen
Euro im Vorjahr aufgrund der vorgenannten Effekte bei 64,5
Millionen Euro und damit um 37,0 Millionen Euro über
dem prognostizierten Wert von 27,5 Millionen Euro. Vor dem
Hintergrund des intensiven Wettbewerbs ist die Entwicklung
der Ertragslage als sehr zufriedenstellend zu beurteilen.
Es wurden für 2023 ein über dem Niveau des
Vorjahres liegender Zinsüberschuss sowie eine weitere
Steigerung des Provisionsüberschusses erwartet. Diese
Prognose wurde erreicht.
Die gemäß Paragraf 26a Absatz 1 Satz 4 KWG
offenzulegende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus
Jahresüberschuss und Bilanzsumme, beträgt 0,09
Prozent.
2.5 Gesamtaussage und Beurteilung
Unter Berücksichtigung der bedeutsamsten
Leistungsindikatoren sind die geschäftliche
Entwicklung sowie die Ertrags-, Finanz- und
Vermögenslage unter Berücksichtigung der
herausfordernden gesamtwirtschaftlichen sowie
branchenspezifischen Entwicklungen als sehr
zufriedenstellend zu bezeichnen.
In der Gesamtschau des Jahres 2023 zeichnet sich die
Kreissparkasse Biberach durch eine stabile Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage aus. Dies basiert unter anderem auf
der vorausschauenden und vorsichtigen Finanz- und
Kapitalplanung (normative Perspektive) unter
Berücksichtigung der bankaufsichtsrechtlichen
Kennziffern.
3 Nachtragsbericht
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem
Schluss des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023
haben sich nicht ergeben.
4 Risikobericht
4.1 Risikomanagementsystem
Zur Sicherstellung der langfristigen Fortführung
der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen
Substanz und Ertragskraft setzt die Sparkasse ein
Risikotragfähigkeitskonzept mit einer
regelmäßigen Berechnung der
Risikotragfähigkeit (ökonomische Perspektive) und
einer Kapitalplanung (normative Perspektive) ein. Die
Risikotragfähigkeit wird um Stresstests ergänzt
und es erfolgt eine prozessuale Verknüpfung mit den
Strategien der Risikoinventur und der
Risikoberichterstattung. Zum 31. Januar 2023
(ökonomische Perspektive) beziehungsweise zum 31.
März 2023 (normative Perspektive) wurden damit
erstmals die Anforderungen der am 24. Mai 2018
veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an
bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.
In der Geschäftsstrategie werden die Ziele der
Sparkasse für jede wesentliche
Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur
Erreichung dieser Ziele dargestellt. Die Risikostrategie
umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen
Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen
zur Erreichung dieser Ziele.
Ziel der Risikoinventur ist es, mindestens
jährlich systematisch Risiken zu identifizieren, um
deren Wesentlichkeit beurteilen zu können. Zudem
werden regelmäßig quantitative und qualitative
Analysen zur Bestimmung von Risiko- und
Ertragskonzentrationen vorgenommen. Auf der Grundlage der
zuletzt durchgeführten Risikoinventur wurden folgende
Risiken in der ökonomischen beziehungsweise der
normativen Perspektive als wesentlich eingestuft:
| Risikoart |
Risikokategorie |
Ökonomische
Perspektive |
Normative
Perspektive |
| Adressenrisiko |
Kundengeschäft |
Wesentlich |
Wesentlich |
|
Eigengeschäft |
Wesentlich |
Wesentlich |
| Marktpreisrisiko |
Zinsänderungsrisiko |
Wesentlich |
Wesentlich |
|
Spreadrisiko |
Wesentlich |
Wesentlich |
|
Aktienrisiko |
Wesentlich |
Wesentlich |
|
Immobilienrisiko |
Wesentlich |
Wesentlich |
|
Währungsrisiko |
Wesentlich |
Wesentlich |
|
Rohstoffrisiko |
Wesentlich |
Wesentlich |
| Beteiligungsrisiko |
|
Wesentlich |
Wesentlich |
|
Liquiditätsrisiko |
Zahlungsunfähigkeitsrisiko |
Grundsätzliche Berücksichtigung |
|
Refinanzierungskostenrisiko |
Wesentlich |
Wesentlich |
| Operationelles
Risiko |
|
Wesentlich |
Wesentlich |
| Sonstige wesentliche
Risiken |
Provisionsrisiko |
- |
Wesentlich |
Für die frühzeitige Identifizierung von
wesentlichen Risiken sowie von
risikoartenübergreifenden Effekten wurden Indikatoren
abgeleitet, die auf quantitativen oder qualitativen
Merkmalen basieren.
Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in
der ökonomischen Perspektive ist die
Gewährleistung des Gläubigerschutzes. Die
Kreissparkasse Biberach ermittelte zum 31. Dezember 2023
ein ökonomisches Risikodeckungspotenzial von 1 663,1
Millionen Euro. Das daraus abgeleitete Gesamtlimit von
853,0 Millionen Euro wurde auf die wesentlichen Risiken
verteilt und so bemessen, dass eine angemessene Steuerung
der Risiken ermöglicht wird. Die wesentlichen Risiken
des Marktpreisrisikos, Adressenausfallrisikos und
Liquiditätsrisikos werden monatlich, für
Beteiligungsrisiken vierteljährlich und für
operationelle Risiken mindestens jährlich ermittelt
und den Limiten gegenübergestellt. Im Berichtszeitraum
wurden die Marktpreislimite für Immobilien und
Wertpapier-Spezialfonds Nichtzinsbuch überschritten.
Als Reaktion hierauf wurde die Kapitalallokation angepasst.
Die bereitgestellten Limite reichen zum Bilanzstichtag aus,
um die wesentlichen Risiken abzudecken.
Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos
wurden für alle wesentlichen Risiken das
Konfidenzniveau auf 99,9 Prozent und der
Risikobetrachtungshorizont auf ein Jahr rollierend
festgelegt. Zwischen und innerhalb der wesentlichen
Risikoarten wurden keine risikomindernden
Diversifikationseffekte berücksichtigt.
Das auf der Grundlage des Gesamtlimits eingerichtete
Limitsystem in der ökonomischen Perspektive stellt
sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:
| Risikoart |
Mio. EUR Limit |
Mio. EUR
Auslastung |
Auslastung in % |
| Marktpreisrisiken |
608,0 |
376,0 |
61,8% |
| - Zinsbuch
Zinsrisiko |
185,0 |
107,4 |
58,0% |
| - Zinsbuch
Spreadrisiko |
65,0 |
44,6 |
68,6% |
| -
Wertpapier-Spezialfonds Nichtzinsbuch |
220,0 |
141,3 |
64,2% |
| - Aktien
Liquiditätsreserve |
3,0 |
2,0 |
66,7% |
| - Marktpreisrisiko
Goldbestand |
59,0 |
45,3 |
76,8% |
| - Immobilienrisiko |
20,0 |
16,6 |
83,1% |
| -
Währungsrisiko |
56,0 |
18,8 |
33,6% |
|
Adressenausfallrisiken |
160,0 |
110,8 |
69,2% |
| -
Kundenkreditgeschäft |
60,0 |
52,3 |
87,2% |
| -
Eigengeschäft |
100,0 |
58,5 |
58,4% |
| Beteiligungsrisiken |
23,0 |
18,0 |
78,3% |
| - Verbund- und sonstige
Beteiligungen |
13,0 |
10,8 |
83,5% |
| - S-Chancenkapital |
10,0 |
7,2 |
71,6% |
|
Liquiditätsrisiken |
35,0 |
15,4 |
44,1% |
| Operationelle
Risiken |
27,0 |
20,9 |
77,2% |
| Summe |
853,0 |
541,1 |
63,4% |
Die zuständigen Abteilungen steuern die Risiken
im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und
der Limitvorgaben des Vorstands.
Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in
der normativen Perspektive ist die Fortführung der
Kreissparkasse Biberach. Hierzu besteht ein
zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr
2028. Um einen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu
können, wurden Annahmen über die künftige
Ergebnisentwicklung für das Planszenario sowie
für ein adverses Szenario getroffen.
In der normativen Perspektive sind alle
regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie die
darauf basierenden internen Anforderungen zu
berücksichtigen. Relevante Steuerungsgrößen
sind die Kernkapitalanforderung, die
Gesamtkapitalanforderung (SREP-Gesamtkapitalanforderung,
die kombinierte Pufferanforderung) und die
Eigenmittelempfehlung sowie die Strukturanforderungen
hinsichtlich des Kapitals, die
Höchstverschuldungsgrenze und die
Großkreditgrenze. Weitere Steuerungsgrößen
bilden die Rendite auf die Gesamtrisikoposition, das
Jahresergebnis vor Reservenbildung sowie die
Cost-Income-Ratio.
Für den betrachteten Zeitraum von fünf
Jahren können die aufsichtlichen Anforderungen im
Planszenario vollständig erfüllt werden. Gleiches
gilt im Falle der Betrachtung adverser Entwicklungen, in
dem jedoch nur die harten Mindestkapitalanforderungen
zwingend einzuhalten sind.
Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden
Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und
Verfahren werden jährlich überprüft und bei
Bedarf angepasst (Validierung).
Die Sparkasse setzt zur Steuerung der
Zinsänderungsrisiken derivative Finanzinstrumente
(Swap-Geschäfte) ein. Sie wurden in die verlustfreie
Bewertung des Bankbuchs einbezogen.
Stresstests werden ergänzend zur
Risikotragfähigkeit durchgeführt. Ziel ist die
Abbildung außergewöhnlicher, aber plausibel
möglicher Ereignisse über Szenario- und
Sensitivitätsanalysen. Als Ergebnis dieser
Simulationen ist festzuhalten, dass auch bei Eintritt der
simulierten Stressszenarien die Risikotragfähigkeit
gegeben ist.
Die turnusmäßige Risikoberichterstattung
an den Vorstand umfasst den Bericht zur Geschäftslage
und Risikosituation sowie ergänzende Berichte zu den
wesentlichen Risikoarten. Die Berichte enthalten neben
quantitativen Informationen auch eine qualitative
Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf
besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung
und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert
eingegangen. Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich
über die Geschäftslage und die Risikosituation
informiert. Neben der turnusmäßigen
Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen
eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.
Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und
Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen
(interne Kontrollverfahren) dienen neben eingerichteten
Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und
Arbeitsprozessen auch die Tätigkeiten der
Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der
Internen Revision.
Das zentrale Risikomanagement besteht aus den
Abteilungen "Risikocontrolling und Gesamtbanksteuerung" und
"Kreditsekretariat", die organisatorisch dem
Überwachungsvorstand zugeordnet sind. Aufbau- und
ablauforganisatorisch von Bereichen getrennt, die
Geschäfte initiieren oder abschließen, hat die
Risikocontrolling-Funktion die Aufgabe, die wesentlichen
Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu
überwachen und darüber zu berichten. Der
Risikocontrolling-Funktion obliegen die Methodenauswahl,
die Überprüfung der Angemessenheit der
eingesetzten Methoden und Verfahren sowie die Errichtung
und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und
Risikocontrollingprozesse. Zusätzlich verantwortet die
Risikocontrolling-Funktion die Umsetzung der
aufsichtsrechtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die
Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnung sowie
die laufende Überwachung der Einhaltung von Limiten.
Sie unterstützt den Vorstand in allen
risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und
Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt.
Die für die Überwachung und Steuerung von Risiken
zuständige Risikocontrolling-Funktion wird im
Wesentlichen durch die Mitarbeiter der Abteilung
"Risikocontrolling und Gesamtbanksteuerung" wahrgenommen.
Die Leitung der Risikocontrolling-Funktion obliegt dem
Abteilungsdirektor der Abteilung "Risikocontrolling und
Gesamtbanksteuerung".
Die Compliance-Funktion wirkt auf die Implementierung
wirksamer Verfahren zur Einhaltung der für die
Kreissparkasse Biberach wesentlichen rechtlichen Regelungen
und Vorgaben und entsprechender Kontrollen hin. Ferner hat
sie den Vorstand hinsichtlich der Einhaltung dieser
rechtlichen Regelungen und Vorgaben zu unterstützen
und zu beraten.
Die Interne Revision prüft und beurteilt
risikoorientiert und prozessunabhängig die Wirksamkeit
und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und
des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die
Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller
Aktivitäten und Prozesse. Sie ist dem Vorstand
unmittelbar unterstellt und ihm gegenüber
berichtspflichtig.
Verfahren zur Aufnahme von
Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf
neuen Märkten (Neuproduktprozess) sind festgelegt. Zur
Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter
Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation
sowie den IT-Systemen bestehen Definitionen und Regelungen.
4.2 Strukturelle Darstellung der
wesentlichen Risiken
4.2.1 Adressenrisiko
Unter dem Adressenrisiko wird ein Verlust in einer
bilanziellen oder außerbilanziellen Position
verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung
einschließlich des Ausfalls eines Schuldners bedingt
ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie
das Migrationsrisiko eines Schuldners unterteilt.
Das Ausfallrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes,
welcher aus einem drohenden beziehungsweise vorliegenden
Zahlungsausfall eines Schuldners entsteht.
Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines
Verlustes, der sich dadurch ergibt, dass sich die
Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners
verändert hat.
Das Länderrisiko umfasst neben dem
bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das
politische Risiko, zum Beispiel aus einem Transferstopp.
Das Länderrisiko im Sinne eines Ausfalls oder einer
Bonitätsveränderung eines Schuldners ist Teil des
Adressenrisikos im Kunden- und Eigengeschäft. Der
Schuldner kann ein ausländischer öffentlicher
Haushalt oder ein sonstiger Schuldner sein, der seinen Sitz
im Ausland und somit in einem anderen Rechtsraum hat.
Die Messung des Adressenrisikos erfolgt in der
ökonomischen Perspektive über eine
Monte-Carlo-Simulation mithilfe der Anwendung "Credit
Portfolio View" (CPV). Dabei wird die Wertentwicklung der
einzelnen Geschäfte in einem jeweils spezifischen
ökonomischen Umfeld simuliert. Zur Bewertung werden
neben den Portfoliodaten der Kreissparkasse Biberach
Risikoparameter (zum Beispiel Ausfallzeitreihen,
Korrelationen, Migrations- und Shiftmatrizen, Verwertungs-,
Neubewertungs- und Einbringungsquoten) verwendet, die aus
historischen Daten aller Sparkassen ermittelt wurden. Die
Ergebnisse der simulierten Wertentwicklungen werden zu
einer Wertänderungsverteilung zusammengeführt,
woraus die Risikokennzahlen wie zum Beispiel der
Value-at-Risk abgeleitet werden. Die Risikomessung von
Kunden- und Eigengeschäft erfolgt jeweils isoliert.
4.2.1.1 Adressenrisiko im
Kundengeschäft
Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst die
Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden
beziehungsweise vorliegenden Zahlungsausfall eines
originären Kredites sowie von
Eventualverbindlichkeiten wie beispielsweise Avale
(Ausfallrisiko). Darüber hinaus umfasst es auch die
Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz an Wert
verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite nicht
ausreichen oder überhaupt nicht beitragen können
(Sicherheitenverwertungs- und -einbringungsrisiko).
Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist
auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die
Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers
ändert und damit ein möglicherweise höherer
Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve
berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).
Die Steuerung des Adressenrisikos im
Kundengeschäft erfolgt entsprechend der festgelegten
Strategie unter besonderer Berücksichtigung der
Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der
Branchen, der gestellten Sicherheiten sowie des Risikos der
Engagements.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Trennung zwischen Markt (1.
Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die
Geschäftsverteilung des Vorstands.
|
| ― |
Regelmäßige
Bonitätsbeurteilung und Beurteilung des
Kapitaldienstes auf Basis aktueller Unterlagen.
|
| ― |
Einsatz standardisierter
Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und
Scoringverfahren) in Kombination mit
bonitätsabhängiger Preisgestaltung und
bonitätsabhängigen Kompetenzen.
|
| ― |
Interne,
bonitätsabhängige Richtwerte für
Kreditobergrenzen, die unterhalb der
Großkreditgrenzen des KWG liegen, dienen der
Vermeidung von Risikokonzentrationen im
Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die diese
Obergrenze überschreiten, unterliegen einer
verstärkten Beobachtung.
|
| ― |
Regelmäßige
Überprüfung von Sicherheiten.
|
| ― |
Einsatz eines
Risikofrüherkennungsverfahrens, das
gewährleistet, dass bei Auftreten von
signifikanten Bonitätsverschlechterungen
frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen
eingeleitet werden können.
|
| ― |
Festgelegte Verfahren zur
Überleitung von Kreditengagements in die
Intensivbetreuung oder Sanierungsbetreuung.
|
| ― |
Berechnung des Adressenrisikos
für die Risikotragfähigkeit in der
ökonomischen Perspektive mit dem
Kreditrisikomodell "CPV".
|
| ― |
Kreditportfolioüberwachung
auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem
Reporting.
|
Die Branchenstruktur des Kundenkreditvolumens stellt
sich wie folgt dar (die Anteile der drei größten
Branchen beziehen sich auf das Volumen der Unternehmen und
Selbstständigen):
| Kundenkreditvolumen per
31.12.2023 |
|
| Branchenstruktur |
|
| Unternehmen und
Selbstständige |
54,0% |
| darunter die drei
größten Branchen |
|
| - Grundstücks- und
Wohnungswesen |
22,6% |
| - Verarbeitendes
Gewerbe |
22,6% |
| - Beratung, Planung,
Sicherheit |
10,4% |
| Private Haushalte |
43,3% |
| Öffentliche
Haushalte |
2,7% |
Die nachstehende Übersicht zeigt die prozentuale
Verteilung des mit Rating- und Scoringverfahren beurteilten
Kundenkreditportfolios (klassisches Kundenkreditportfolio
ohne Wertpapiere, Derivate und Beteiligungen, aber
einschließlich Schuldscheindarlehen) nach
Ratingklassen zum 31. Dezember 2023 im Vergleich zum
Vorjahr:
| Externes Rating
(Moody's) |
Aaa bis Baa2 |
Baa3 bis Ba1 |
Ba2 bis Ba3 |
B1 bis C |
D |
ungeratet |
| Ratingklassen |
1-3 |
4-6 |
7-9 |
10-15 |
16-18 |
|
| 31.12.2023 |
52,2% |
22,8% |
14,9% |
6,4% |
3,7% |
0,0% |
| 31.12.2022 |
54,3% |
22,7% |
14,5% |
5,3% |
3,2% |
0,0% |
Die Größenklassenstruktur zeigt insgesamt
eine breite Streuung des Kundenkreditgeschäfts.
Konzentrationen bestehen im Kreditportfolio zum
Bilanzstichtag nicht.
Insgesamt ist das Kreditportfolio sowohl nach
Branchen und Größenklassen als auch nach
Ratinggruppen gut diversifiziert.
Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle
Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender
Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der
Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es
voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle
fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß
den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu
vereinnahmen. Bei der Bemessung der
Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen
Realisationswerte der gestellten Sicherheiten
berücksichtigt. Für latente Risiken im
Forderungsbestand wurden Pauschalwertberichtigungen
gebildet. Der Vorstand wird vierteljährlich über
die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios,
die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der
notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken
informiert. Eine Ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei
Bedarf das standardisierte Verfahren.
Das Verfahren für die Bildung der
Pauschalwertberichtigungen ist im Anhang zum
Jahresabschluss erläutert.
Entwicklung der Risikovorsorge in 2023:
|
Risikovorsorge |
|
EWB
1) |
Rückstellungen
2 |
PWB
3 |
Gesamt |
|
TEUR |
| Stand Jahresanfang |
72.493 |
17.304 |
10.416 |
100.213 |
| Verbrauch |
1.245 |
0 |
0 |
1.245 |
| Auflösungen |
12.311 |
7.669 |
69 |
20.048 |
| Zuführungen |
26.705 |
4.311 |
1.030 |
32.047 |
| Stand 31. Dezember
2023 |
85.642 |
13.947 |
11.377 |
110.966 |
1) Im Vergleich zum Vorjahr wurden die
Positionen "Einzelwertberichtigungen" "Mengen-EWB" und
"Sonstige Forderungen" zusammengefasst.
2) Im Vergleich zum Vorjahr wurden die
Positionen "Rückstellung offene Zusagen" und
"Rückstellung Avale" zusammengefasst.
3) Abweichend zum Vorjahr sind in der Spalte PWB
pauschale Rückstellungen (PWB) für Kreditzusagen
und Eventualverbindlichkeiten, die auf Kreditinstitute
entfallen, nicht mehr enthalten.
Die Entwicklung der Risikovorsorge im Jahr 2023 zeigt
im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 10,7 Prozent.
4.2.1.2 Adressenrisiko im
Eigengeschäft
Das Adressenrisiko im Eigengeschäft umfasst die
Gefahr eines Verlustes, der aus einem drohenden
beziehungsweise vorliegenden Zahlungsausfall eines
Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko)
resultieren kann.
Ebenso besteht die Gefahr, dass sich im Zeitablauf
die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners
ändert und damit ein möglicherweise höherer
Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve
berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko). Dabei
unterteilt sich das Kontrahentenrisiko in ein
Wiedereindeckungs-, ein Vorleistungs- und ein
Erfüllungsrisiko.
Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass
die tatsächlichen Restwerte der Emissionen bei Ausfall
von den prognostizierten Werten abweichen.
Ferner beinhalten Aktien eine
Adressenrisikokomponente. Diese besteht in der Gefahr einer
negativen Wertveränderung aufgrund von
Bonitätsverschlechterung oder Ausfall des
Aktienemittenten.
Die Steuerung der Adressenrisiken des
Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten
Strategie unter besonderer Berücksichtigung der
Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der
Branchen sowie des Risikos der Engagements.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Festlegung von Limiten je
Partner (Emittenten- und Kontrahentenlimite).
|
| ― |
Regelmäßige
Bonitätsbeurteilung der Vertragspartner anhand
von externen Ratingeinstufungen oder intern
erstellten Ratings.
|
| ― |
Berechnung des Adressenrisikos
für die Risikotragfähigkeit in der
ökonomischen Perspektive mit dem
Kreditrisikomodell "CPV".
|
Die Eigengeschäfte umfassten zum Bilanzstichtag
ein Volumen von 2 732,5 Millionen Euro und setzten sich aus
Termingeldanlagen bei Landesbanken sowie weiteren
Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe und
öffentlichen Emittenten (625,0 Millionen Euro),
Schuldverschreibungen und Anleihen (862,1 Millionen Euro),
Spezial-AIF (1 240,5 Millionen Euro) und Aktien (4,9
Millionen Euro) zusammen.
Die Ratings sämtlicher Zinsanlagen, die im
Eigenbestand und in Spezial-AIF gehalten werden, befinden
sich im Investment-Grade-Bereich. Dies gilt ebenso für
die in den Spezial-AIF gehaltenen Publikumsfonds. Die
Ratingstruktur der Aktienanlagen mit einem Marktwert von
619,4 Millionen Euro, welche überwiegend in
Spezial-AIF gehalten werden, stellt sich wie folgt dar:
| Externes Rating Standard
& Poor's |
AAA bis BBB- |
BB+ bis B |
ab B- |
| Externes Rating
Moody's |
Aaa bis Baa3 |
Ba1 bis B2 |
ab B3 |
| Fitch |
AAA bis BBB- |
BB+ bis B |
ab B- |
| Interne Risikostufe |
1 |
2 |
3 |
| 31.12.2023 |
96,0% |
4,0% |
0,0% |
| 31.12.2022 |
95,4% |
4,3% |
0,3% |
Eine Konzentration besteht hinsichtlich des
Einzelengagements an der SIMONA Aktiengesellschaft (SIMONA
AG), Kirn.
4.2.2 Marktpreisrisiko
Das Marktpreisrisiko wird definiert als Verlust in
einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position,
welcher sich aus der Veränderung von Risikofaktoren
ergibt.
Die Steuerung des Marktpreisrisikos erfolgt
entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer
Berücksichtigung der festgelegten Limite und der
vereinbarten Anlagerichtlinien für Spezialfonds.
4.2.2.1 Zinsänderungsrisiko
Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die
Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder
außerbilanziellen Position, welcher sich aus der
Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt. In einer
periodischen Sicht beziehungsweise in der normativen
Perspektive können sich Veränderungen im
Zinsüberschuss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere
sowie aus einer Bildung beziehungsweise Veränderung
einer Drohverlustrückstellung im Rahmen der
verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW
RS BFA 3 n. F. ergeben. Schwankungen im
Zinskonditionsbeitrag sind in die Betrachtung des
Zinsänderungsrisikos in der normativen Perspektive
integriert.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Periodische Steuerung und
normative Perspektive: Berechnungen auf Basis
verschiedener Zinsszenarien mittels der IT-Anwendung
"zeb.control.risk-ALM", Betrachtung des laufenden
Geschäftsjahres und der fünf Folgejahre bei
der Bestimmung der Auswirkungen auf das
handelsrechtliche Ergebnis. Darüber hinaus
Berechnungen auf Basis verschiedener Zinsszenarien
mittels der IT-Anwendung "SimCorp Dimension",
Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres sowie
des Folgejahres bei der Bestimmung der Auswirkungen
auf das handelsrechtliche Ergebnis.
|
| ― |
Ökonomische Perspektive:
Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Modells
der historischen Simulation der
Marktzinsänderungen in der IT-Anwendung
"zeb.control.risk-ALM". Bei der historischen
Simulation kommen das Konfidenzniveau von 99,9
Prozent und die Haltedauer von 250 Tagen zum Tragen.
Der Beobachtungszeitraum umfasst die
Zinsentwicklungen jeweils vom 1. Januar 1988 bis zum
Berechnungsstichtag.
|
| ― |
Steuerung des wertorientierten
Zinsänderungsrisikos auf Basis des Modells der
historischen Simulation der Marktzinsänderungen.
Neben den Berechnungen für die ökonomische
Perspektive kommt dabei auch ein Konfidenzniveau von
99,0 Prozent zum Tragen.
|
| ― |
Ermittlung des
Zinsrisikokoeffizienten und des
Frühwarnindikators gemäß Paragraf 25a
Absatz 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreibens
6/2019 vom 6. August 2019.
|
| ― |
Berücksichtigung von
Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip.
|
Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken werden
neben bilanzwirksamen Instrumenten in Form langfristiger
Refinanzierungen auch derivative Finanzinstrumente in Form
von Zins-Swaps eingesetzt (vgl. Angaben im Anhang zum
Jahresabschluss).
Die Auswirkungen eines Zinsschocks um +
beziehungsweise -200 Basispunkte auf den Barwert der
zinstragenden Geschäfte des Anlagebuchs stellen sich
zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:
|
Zinsänderungsrisiken |
|
Barwertveränderung |
|
+200 Basispunkte |
-200 Basispunkte |
| TEUR |
-72.029,6 |
64.179,3 |
| in % der
Eigenmittel |
-7,6 |
6,8 |
Die Zinsentwicklung im Jahr 2023 führte zu
deutlich gesunkenen Bar- und Marktwerten zinstragender
Geschäfte, die in die Bewertung des Zinsbuchs
gemäß IDW RS BFA 3 n. F. eingehen. Weitere
Zinsanstiege erhöhen das Risiko eines
Verpflichtungsüberschusses und damit das Risiko zur
Bildung einer Drohverlustrückstellung in
künftigen Jahresabschlüssen.
4.2.2.2 Spreadrisiko
Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines
Verlustes in einer bilanziellen oder
außerbilanziellen Position, welcher sich aus der
Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating
ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Differenz zu
einer risikolosen Zinskurve verstanden. Der Spread ist
unabhängig von der zu Grunde liegenden Zinskurve zu
sehen, das heißt ein Spread in einer anderen
Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Periodische Steuerung und
normative Perspektive: Berechnungen auf Basis
verschiedener Spreadszenarien mittels der
IT-Anwendungen "SimCorp Dimension" und
"zeb.control.risk-ALM".
|
| ― |
Ökonomische Perspektive:
Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Modells
der historischen Simulation der
Spreadveränderungen in der IT-Anwendung
"zeb.control.risk-ALM". Bei der historischen
Simulation kommen das Konfidenzniveau von 99,9
Prozent und die Haltedauer von 250 Tagen zum Tragen.
Der Beobachtungszeitraum umfasst die
Spreadentwicklungen jeweils vom 1. Januar 1988 bis
zum Berechnungsstichtag.
|
| ― |
Berücksichtigung von
Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip.
|
4.2.2.3 Aktienrisiko
Das Aktienrisiko wird definiert als die Gefahr eines
Verlustes in einer bilanziellen oder
außerbilanziellen Position, welcher sich aus der
Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem
Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine
Adressenrisikokomponente.
In der normativen Perspektive umfasst das
Aktienrisiko darüber hinaus das Risiko, dass
Dividendenerträge nicht in der erwarteten Höhe
erzielt werden können.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Periodische Steuerung und
normative Perspektive: Berechnungen auf Basis
verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendungen
"SimCorp Dimension" und "zeb.control.risk-ALM".
|
| ― |
Ökonomische Perspektive:
Ermittlung des Value-at-Risk für die in der
IT-Anwendung "SimCorp Dimension" erfassten
Aktienbestände. Die Parameter dazu werden aus
historischen Zeitreihen mit einem Konfidenzniveau von
99,9 Prozent und einer Haltedauer von 250
Handelstagen abgeleitet.
|
| ― |
Berücksichtigung von
bestehenden Short-Put-Optionen (inkl.
Optionskomponenten aus Aktienanleihen).
|
| ― |
Berücksichtigung der
Sicherungswirkung von rollierend auf den DAX
abgeschlossenen Indexoptionen.
|
| ― |
Berücksichtigung von
Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip.
|
Aktien werden zurzeit fast ausschließlich in
den Spezial-AIF gehalten. Der Aktienbestand wird über
Limite sowohl auf Ebene der gesamten Assetklasse als auch
auf Einzeltitelebene limitiert. Das Risikokapital wird vor
dem Hintergrund der Risikotragfähigkeit festgelegt und
überwacht.
Bei den Aktien bestehen aufgrund von positiven
Marktwertveränderungen Risikokonzentrationen
hinsichtlich der SIMONA AG, Kirn und des VM BC Shareconcept
Regional, Biberach.
4.2.2.4 Immobilienrisiko
Das Immobilienrisiko wird definiert als die Gefahr
eines Verlustes in einer bilanziellen oder
außerbilanziellen Position, welcher sich aus der
Veränderung von Marktwerten aus
Immobilieninvestitionen ergibt. Immobilieninvestitionen
umfassen sowohl Direktinvestitionen (Renditeobjekte mit
vollständig fremder Nutzung, Rettungserwerb,
Immobilienpositionen mit überwiegend fremder Nutzung
im Eigenbestand sowie im durchgeschauten Bestand der
Tochter Sparkasse-Immobilien BC GmbH) als auch indirekte
Investitionen über den Master-Immobilienspezial-AIF
(offene und geschlossene Immobilienfonds sowie
Renditeobjekte).
In der normativen Perspektive umfasst das
Immobilienrisiko darüber hinaus das Mietertragsrisiko
aus eigenen, fremdgenutzten Immobilien.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Periodische Ermittlung und
normative Perspektive: Berechnungen auf Basis
verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendungen
"Property Return Modell" und
"zeb.control.risk-ALM".
|
| ― |
Ökonomische Perspektive:
Zur Risikoquantifizierung der im
Master-Immobilienspezialfonds enthaltenen Investments
kommt die IT-Anwendung "Property-Return-Modell"
(Benchmarkportfolio-Ansatz) zum Einsatz. Hierbei wird
als Risikoparameter der Value- at-Risk bei einem
Konfidenzniveau in Höhe von 99,9 Prozent und 250
Tagen Haltedauer herangezogen. Für die
Risikowerte der Renditeobjekte mit vollständig
fremder Nutzung, der Immobilienpositionen mit
überwiegend fremder Nutzung und der
Rettungserwerbe kommt ein aus der regionalen
Entwicklung der Immobilienpreise abgeleiteter
Parameter zum Einsatz. Die Ergebnisse der
Teilberechnungen werden summiert als Risikowert
für die ökonomische
Risikotragfähigkeit ausgewiesen.
|
Auf Basis von Einzelfallentscheidungen wird gezielt
in Immobilien im Eigenbestand sowie in den Spezial-AIF
investiert. Besondere Risiken sind aus den Anlagen derzeit
nicht erkennbar.
4.2.2.5 Währungsrisiko
Das Währungsrisiko wird definiert als die Gefahr
eines Verlustes in einer bilanziellen oder
außerbilanziellen Position, welcher sich aus der
Veränderung von Währungskursen ergibt.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Periodische Steuerung und
normative Perspektive: Berechnungen auf Basis
verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendungen
"SimCorp Dimension" und "zeb.control.risk-ALM".
|
| ― |
Ökonomische Perspektive:
Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis der von der
Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH zur
Verfügung gestellten Standardparameter mit einem
Konfidenzniveau von 99,9 Prozent.
|
| ― |
Berücksichtigung von
Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip.
|
Währungsrisiken, die durch Devisengeschäfte
mit Kunden entstehen, werden über Micro-Hedges
glattgestellt, sofern die Glattstellung nicht bereits durch
andere Gegengeschäfte erfolgt ist. Durch diese
Vorgehensweise entstehen für die Kreissparkasse
Biberach nur geringe "Spitzenbeträge" als offene
Devisenposition.
Darüber hinaus befinden sich in den Spezial-AIF
Wertpapiere, die in Fremdwährungen notieren. Diese
sind im Verhältnis zum gesamten Volumen der
Spezialfonds von untergeordneter Bedeutung. Zudem ist das
mögliche Anlagevolumen in Fremdwährungen durch
Limite begrenzt.
Bei den Währungsrisiken besteht eine
Konzentration auf Bestände in Schweizer Franken.
Das mit den Währungspositionen einhergehende
Zinsänderungsrisiko ist aufgrund des
überschaubaren Volumens unwesentlich.
4.2.2.6 Rohstoffrisiko
Das Rohstoffrisiko wird definiert als die Gefahr
eines Verlustes in einer bilanziellen oder
außerbilanziellen Position, welcher sich aus der
Veränderung von Rohstoffpreisen ergibt.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Periodische Steuerung und
normative Perspektive: Berechnungen auf Basis
verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendungen
"SimCorp Dimension" und "zeb.control.risk-ALM".
|
| ― |
Ökonomische Perspektive:
Ermittlung des Value-at-Risk für die in der
IT-Anwendung "SimCorp Dimension" erfassten
Bestände. Die Parameter dazu werden aus
historischen Zeitreihen mit einem Konfidenzniveau von
99,9 Prozent und einer Haltedauer von 250
Handelstagen abgeleitet.
|
Bezüglich des Bestands an physischem Gold
besteht eine Risikokonzentration, die strategisch als
Stabilisator in adversen Marktentwicklungen gehalten wird.
4.2.3 Beteiligungsrisiko
Das Beteiligungsrisiko umfasst die Gefahr eines
Verlustes durch eine negative Wertänderung einer
Beteiligung.
Je nach Beteiligungsart unterscheidet man zwischen
den Risiken aus strategischen Beteiligungen,
Funktionsbeteiligungen und Kapitalbeteiligungen.
Die Steuerung der Beteiligungsrisiken erfolgt
entsprechend der festgelegten Strategie.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Rückgriff auf das
Beteiligungscontrolling des SVBW für die
Verbundbeteiligungen.
|
| ― |
In der normativen Perspektive
wird die Auswirkung auf aufsichtliche Quoten durch
Beteiligungen berücksichtigt.
|
| ― |
Ökonomische Perspektive
für Verbund- und sonstige Beteiligungen:
Ermittlung des Value-at-Risk für die
Beteiligungsbestände. Die Parameter dazu werden
aus historischen Zeitreihen mit einem Konfidenzniveau
von 99,9 Prozent und einer Haltedauer von 250
Handelstagen abgeleitet.
|
| ― |
Ökonomische Perspektive
für die Beteiligungen der Tochtergesellschaften
Chancenkapitalfonds der Kreissparkasse Biberach GmbH
und Chancenkapital Beteiligungs-GmbH: Ermittlung der
Risikowerte auf Basis des PD-LGD-Ansatzes
gemäß Artikel 155 Absatz 3 CRR in
Verbindung mit Artikel 153 Absatz 1 CRR
("Gordy-Formel").
|
| ― |
Regelmäßige
Auswertung und Beurteilung der Jahresabschlüsse
der Beteiligungsunternehmen.
|
| ― |
Regelmäßige
qualitative Beurteilung der Unternehmensentwicklung,
der strategischen Ausrichtung sowie der Marktstellung
des jeweiligen Beteiligungsunternehmens.
|
Das Beteiligungsportfolio besteht aus strategischen
Beteiligungen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe und
weiteren Beteiligungen, die unter Renditegesichtspunkten
und zur Diversifizierung gehalten werden.
Eine Konzentration besteht hinsichtlich der
Beteiligung an der Landesbank Baden-Württemberg. Diese
Konzentration resultiert aus der Mitgliedschaft in der
Sparkassen-Finanzgruppe.
4.2.4 Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus dem
Zahlungsunfähigkeits- und dem
Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das
Liquiditätsrisiko umfasst in beiden Bestandteilen auch
das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko,
dass aufgrund von Marktstörungen oder
unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den
Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt
und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden
können.
Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr
dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder
nicht fristgerecht nachzukommen.
Das Refinanzierungskostenrisiko bildet die Gefahr ab,
dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung
angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung
des institutseigenen Spreads sowie aus der unerwarteten
Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen.
Der barwertige Refinanzierungsschaden gibt an, wie
hoch der barwertige Verlust ausfällt, wenn
erforderliche Refinanzierungsmaßnahmen nach einem
Anstieg der Refinanzierungskonditionen durchgeführt
werden. Dazu wird ein Liquiditätscashflow aufgestellt
und der Barwert für fiktive
Refinanzierungsgeschäfte zwischen den aktuellen
Spreads und den definierten gestressten Spreads verglichen.
In der normativen Perspektive wird die GuV-Auswirkung
des Refinanzierungskostenrisikos in Form höherer
Zinsaufwendungen abgebildet. Aufgrund des Einflusses von
Bilanzbeständen und der Zinsentwicklung wird das
Refinanzierungskostenrisiko zusammen mit dem
Zinsänderungsrisiko betrachtet.
Die Steuerung der Liquiditätsrisiken erfolgt
entsprechend der festgelegten Strategie.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Regelmäßige
Ermittlung und Überwachung der
Liquiditätsdeckungsquote (LCR).
|
| ― |
Regelmäßige
Ermittlung und Überwachung der strukturellen
Liquiditätsquote (NSFR).
|
| ― |
Regelmäßige
Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer
Risikotoleranz.
|
| ― |
Diversifikation der
Vermögens- und Kapitalstruktur.
|
| ― |
Regelmäßige
Erstellung von Liquiditätsübersichten auf
Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in
der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten
Mittelabflüssen gegenübergestellt
werden.
|
| ― |
Tägliche Disposition der
laufenden Konten.
|
| ― |
Liquiditätsverbund mit
Verbundpartnern der Sparkassen-Finanzgruppe.
|
| ― |
Definition eines sich
abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines
Notfallplans.
|
| ― |
Erstellung einer
Refinanzierungsplanung.
|
| ― |
Ökonomische Perspektive:
Ermittlung von Risikowerten nach der Methode des
barwertigen Refinanzierungsschadens. Zur Berechnung
werden die liquiditätswirksamen Cashflows von
Aktiv- und Passivgeschäften
gegenübergestellt. Durch die unterschiedliche
Fristigkeit der Geschäfte entstehen
Refinanzierungslücken, die es im
ökonomischen Modell zu schließen gilt. Die
Schließungskosten zum aktuellen Spread gehen
als Abzugsposten in die Ermittlung des
ökonomischen Risikodeckungspotenzials ein. Die
Schließungskosten zu einem erhöhten Spread
münden in die Risikoquantifizierung. Der
Spreadparameter zur Risikomessung wird aus einer
historischen Zeitreihe mit einem Konfidenzniveau von
99,9 Prozent und einer Haltedauer von 250 Tagen
abgeleitet.
|
| ― |
Die Kreissparkasse Biberach
nutzt für die Quantifizierung des
Refinanzierungskostenrisikos sowie für die
Darstellung der Liquiditätsübersichten das
Modul "zeb.liquidity.manager" innerhalb der Anwendung
"zeb.control.risk-ALM".
|
| ― |
Regelmäßige
Überwachung der Funding-Konzentration zur
Ermittlung und Begrenzung des Anteils einzelner
Kontrahenten an der Gesamtrefinanzierung.
|
Die Liquiditätsstrategie wird mit einem
Refinanzierungsplan operativ umgesetzt und spiegelt die
Risikoneigung des Vorstandes angemessen wider. Der
Planungshorizont umfasst das laufende Jahr sowie fünf
Folgejahre. Grundlage des Refinanzierungsplans sind die
geplanten Entwicklungen im Rahmen der mittelfristigen
Unternehmensplanung, bezogen auf die Veränderung der
eigenen Geschäftstätigkeit, der strategischen
Ziele und des wirtschaftlichen Umfelds. Darüber hinaus
wird auch ein Szenario unter Berücksichtigung adverser
Entwicklungen durchgeführt.
Unplanmäßige Entwicklungen wie zum
Beispiel vorzeitige Kündigungen oder die
Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern werden
dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen der Risiko- und
Stressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als
auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien
simuliert wird.
An liquiditätsmäßig engen
Märkten ist die Kreissparkasse Biberach in
ausgewählten Einzelinvestitionen investiert.
Die Survival Period der Kreissparkasse Biberach
beträgt zum Bilanzstichtag im strengsten Szenario 25
Monate.
Eine Konzentration besteht beim
Liquiditätsrisiko hinsichtlich der Landesbank
Baden-Württemberg.
Die Zahlungsfähigkeit der Kreissparkasse
Biberach war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.
4.2.5 Operationelles Risiko
Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines
Verlustes durch Schäden, die infolge der
Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren,
Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder infolge
externer Einflüsse eintreten.
Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt
entsprechend der festgelegten Strategie. Der
Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche
Elemente:
| ― |
Regelmäßige
Schätzung des operationellen Risikos auf Basis
der szenariobezogenen Schätzung von
risikorelevanten Verlustpotenzialen aus der
IT-Anwendung "OpRisk-Szenarien".
|
| ― |
Systematische Sammlung und
Analyse eingetretener Schadensfälle in einer
Schadensfalldatenbank.
|
| ― |
Periodische Steuerung und
normative Perspektive: Abbildung im Plan- und
adversen Szenario.
|
| ― |
Ökonomische Perspektive:
Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis der
IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren" der SR.
Die Kreissparkasse Biberach schätzt
zunächst den Median ihrer eigenen
Schadensfallhistorie. Dieser Median wird mit dem
Median des OpRisk-Pools adjustiert und
anschließend zur Ermittlung des Risikos mittels
sogenannter q-Faktoren auf das gewünschte
Konfidenzniveau skaliert. Die q-Faktoren werden aus
Schadensfällen aller Sparkassen abgeleitet.
|
| ― |
Erstellung von
Notfallplänen, insbesondere im Bereich der
IT.
|
| ― |
Abschluss von
Versicherungen.
|
Aufgrund des Geschäftsmodells bestehen
Risikokonzentrationen gegenüber folgenden Unternehmen:
| ― |
Finanzinformatik, inklusive
FI-TS als Tochterunternehmen (IT)
|
| ― |
DWP-Bank (Auslagerung diverser
Aktivitäten und Prozesse im Depot
B-Geschäft)
|
| ― |
Sparkassen Rating und
Risikosysteme GmbH (Auslagerung diverser
Aktivitäten und Prozesse)
|
4.2.6 Absatz- und Vertriebsrisiken
Aufgrund der strategischen Wachstumsziele und der
Bedeutung für die Erreichung des Plangewinns sind die
Absatz- und Vertriebsrisiken in der normativen Perspektive
als wesentlich eingestuft. Unter Absatz- und
Vertriebsrisiken wird die Gefahr verstanden, Produkte und
Dienstleistungen nicht oder nicht zu den erwarteten Preisen
absetzen zu können.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Berechnungen auf Basis
verschiedener Volumen- und Zinsszenarien in der
IT-Anwendung "zeb.control.risk-ALM".
|
| ― |
Aufstellung und Analyse der
Ergebnisspaltung des Zinsüberschusses im Rahmen
der Zinsbuchsteuerung unter unterschiedlichen
Szenarioannahmen in der IT-Anwendung
"zeb.control.risk-ALM".
|
| ― |
In der normativen Perspektive
wird die GuV-Auswirkung des Absatz- und
Vertriebsrisikos zum einen in Form von abweichenden
Wachstumsannahmen in der Bilanzstrukturplanung
abgebildet. Aufgrund des Einflusses von
Bilanzbeständen und der Zinsentwicklung wird das
Absatz- und Vertriebsrisiko zusammen mit dem
Zinsänderungsrisiko betrachtet. Zum anderen
erfolgt die Abbildung über abweichende Annahmen
in Bezug auf die geplante Entwicklung der
Provisionsergebnisse.
|
4.2.7 Gesamtbeurteilung der
Risikolage
Die Kreissparkasse Biberach verfügt über
ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit
entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und
Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß Paragraf
25a KWG. Mit den eingerichteten Risikosteuerungs- und
-controllingprozessen können die wesentlichen Risiken
frühzeitig identifiziert und gesteuert sowie relevante
Informationen an die zuständigen
Entscheidungsträger weitergeleitet werden.
Im Berichtszeitraum 2023 wurde das Limit der
Marktpreisrisiken Immobilien und das Limit der
Marktpreisrisiken Wertpapiere-Spezialfonds Nichtzinsbuch
überschritten. Alle anderen Risiken bewegten sich
innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Limite.
Limitanpassungen ergaben sich zum 24. März 2023 sowie
zum 22. Mai 2023 aufgrund von Markt- und
Bestandsveränderungen sowie der neu definierten
Wesentlichkeit des Währungsrisikos. Das
Risikotragfähigkeitslimit (ökonomische
Perspektive) war am Bilanzstichtag mit 63,4 Prozent
ausgelastet.
Die Mindestanforderungen an die Einhaltung
aufsichtlicher Kenngrößen der normativen
Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im
Planszenario als auch unter der Berücksichtigung
adverser Entwicklungen vollständig erfüllt. Die
Risikotragfähigkeit war und ist derzeit gegeben.
Die durchgeführten Stresstests zeigen, dass auch
außergewöhnliche Ereignisse durch das vorhandene
Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können.
Bestandsgefährdende oder
entwicklungsbeeinträchtigende Risiken sind, auch mit
Blick auf die künftige Entwicklung des Kriegs in der
Ukraine, durch die Regulatorik und den starken Zinsanstieg
(unter anderem Drohverlustrückstellung
gemäß IDW RS BFA 3 n. F.) nicht erkennbar. Die
Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, des Zinsanstieges sowie
der regulatorischen Anforderungen werden im internen
Reporting berücksichtigt. Im Hinblick auf weiter
steigende Eigenkapitalanforderungen und die
durchgeführte Kapitalplanung (normative Perspektive)
ist mittelfristig mit einer leichten Einengung der
Risikotragfähigkeit zu rechnen, die die strategische
Ausrichtung jedoch problemlos ermöglicht.
Die Kreissparkasse Biberach nimmt am Risikomonitoring
des SVBW teil. Die Erhebung erfolgt dreimal jährlich.
Dabei werden die wichtigsten Risikomesszahlen auf
Verbandsebene ausgewertet und die Entwicklungen beobachtet.
Jede Sparkasse wird insgesamt bewertet und einer von vier
Monitoringstufen zugeordnet. Die Kreissparkasse Biberach
ist der besten Monitoringstufe "Grün" zugeordnet.
Die Risikolage ist insgesamt als günstig
einzustufen.
5 Chancen- und Prognosebericht
5.1 Chancenbericht
Die nachfolgenden Darstellungen entsprechen den
Einschätzungen der Kreissparkasse Biberach.
Analog dem Risikomanagement gilt es, die sich
ergebenden Chancen zu analysieren und strategisch zu
bewerten.
Angesichts der weit über den
aufsichtsrechtlichen Anforderungen liegenden Kapitalquoten
ist die Kreissparkasse Biberach bestens aufgestellt. Auf
Grundlage der Kapitalplanung bis ins Jahr 2028 ist auch
eine ausreichende Kapitalbasis für die geplante
zukünftige Geschäftsausweitung vorhanden.
Mit den drei Geschäftsfeldern
Privatkundengeschäft, gewerbliches Kundengeschäft
sowie Kapitalmarkt werden dabei die Bedürfnisse der
Kunden breit abgedeckt. Über das
Kapitalmarktgeschäft wird angestrebt, die
Bilanzstruktur zu optimieren und die Ertragssituation auf
hohem Niveau zu stabilisieren.
5.1.1 Privatkundengeschäft
Für die optimale Betreuung von Privatkunden
erfolgt die Beratung in allen Kundengruppen über
Spezialisten. Chancen bestehen im Ausbau der intensiven
Betreuung der potenzialstärksten Kunden, welche in der
zentral organisierten Einheit "Private Banking"
ganzheitlich beraten werden.
Als regional verankertes Kreditinstitut bleibt die
Kreissparkasse Biberach mit ihren Geschäftsstellen
weiterhin in der Fläche präsent. Chancen bietet
daneben der weitere Ausbau des digitalen BeratungsCenter,
dessen mediale Vertriebs- und Beratungsprozesse einen
wichtigen Baustein in der Digitalisierungsstrategie der
Kreissparkasse Biberach darstellen. Ein weiterer Baustein
ist die Einführung eines strategischen
Sprachdialogsystems, mit dem auf KI (Künstliche
Intelligenz) basiert telefonische Kundenanfragen
beantwortet werden können.
Durch die Zinsentwicklung gewinnen Spareinlagen
für Kunden an Attraktivität. Die Kreissparkasse
Biberach sieht gemäß ihrem öffentlichen
Auftrag Chancen in der flächendeckenden Förderung
des Spargedankens. Die Kundeneinlagen sollen gehalten
werden, um die Handlungsfähigkeit im
Kreditvergabebereich dauerhaft zu erhalten.
Die vorhandene Marktstellung im Bereich der privaten
Wohnbaufinanzierung soll in der zentralen Abteilung "Bauen
und Wohnen" mit einem dezentralen Betreuungsansatz
sukzessive ausgebaut werden. Eine besondere Bedeutung wird
daneben im Vermittler-Plattformgeschäft gesehen.
Durch eine Kooperation der Sparkassenfinanzgruppe mit
PAYBACK wird die Möglichkeit gesehen, ein attraktives
Kundenbindungsprogramm aufzubauen. Dabei können bei
Vertragspartnern gesammelte Punkte auch für
Sparkassen-Produkte eingelöst werden und Cross- sowie
Upselling-Potenziale genutzt werden.
Im Jahr 2023 wurde eine eigene
Social-Media-Präsenz aufgebaut. Durch den Ausbau
gezielter Content-Produktion besteht die Chance, die
Wahrnehmung als modernes Unternehmen zu steigern und die
Kreissparkasse Biberach als Marke in den Alltag der Kunden
zu integrieren.
Mit Gründung des "studio rot" im Jahr 2023 zielt
die Kreissparkasse Biberach darauf ab, regionale Projekte
sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeiten gemeinsam mit
Gründern und Unternehmern zu entwickeln und
umzusetzen. Zusätzlich bietet das "studio rot" einen
Co-Working-Space, einen Pop-up Store sowie gemeinsame
Events. Das "studio rot" bietet die Chance, als innovativer
Knotenpunkt in der Region wahrgenommen zu werden und
zukunftsorientierte Impulse von und für Gründer
und Unternehmer vor Ort weiterzuentwickeln. Durch den
Wissenstransfer agiler Methoden, die den Kunden in den
Fokus stellen und schnelle Reaktionen und
Veränderungen ermöglichen, bieten sich Chancen,
diese Arbeitstechniken für die weitere
Prozessoptimierungen zu übernehmen.
5.1.2 Gewerbliches
Kundengeschäft
Im gewerblichen Kundengeschäft wird eine
Weiterführung der bewährten Strategie mit Fokus
auf ein rentables Wachstum über alle gewerblichen
Kundensegmente hinweg verfolgt. Als wesentlicher
Erfolgsfaktor wird neben der hohen Marktpräsenz eine
ausgedehnte Produktkompetenz in den Bereichen
"Internationales Geschäft" und "Corporate Finance"
gesehen, die auch durch die Klassifizierung vom Deutschen
Sparkassen- und Giroverband zum zertifizierten
Kompetenz-Center "Corporate Finance" bestätigt wurde.
Wesentliche Chancen werden weiterhin im Auf- und
Ausbau der Kompetenzen in den Bereichen
"Vermögens-Management" als fest verankerter
Vermögensverwalter in der Region und "Corporate
Finance/Strukturierte Finanzierung" gesehen.
Nachhaltigkeitsaspekte sollen verstärkt in der
Produktpalette berücksichtigt werden.
Weitere Chancen ergeben sich in der
zukunftsfähigen Neupositionierung des
Auslandsgeschäfts. Die Kreissparkasse Biberach ist
eine der Gründungssparkassen der S-International BWS.
Durch die Bündelung von Kompetenzen mit
Partnersparkassen werden seit dem 01. Februar 2024
Synergien im internationalen Geschäft geschaffen und
der Vertrieb weiter gestärkt.
Potenzial bietet zudem die Orientierung der internen
Prozesse an den Bedürfnissen der Kunden bei
gleichzeitiger Beachtung der regulatorischen Anforderungen.
Die Erhöhung der Nettomarktzeit der Kundenberater
ermöglicht die Fokussierung auf den Vertrieb. So
bleibt mehr Zeit, um auf die individuellen Bedürfnisse
der Kunden einzugehen. Dies wird unterstützt durch die
Weiterqualifizierung leistungsstarker Vertriebsassistenten,
die in ihrer Funktion als Schnittstelle zwischen Beratern
und der Marktfolge stärker in das operative
Geschäft eingebunden werden und so zu einer weiteren
Entlastung beitragen.
Die konsequente Nutzung neuer technischer
Möglichkeiten zur Digitalisierung des Kreditprozesses
und eine risikoorientierte Bearbeitung bieten die Chance,
Kreditvorgänge zu beschleunigen und so die
Erwartungshaltung der Kunden an die Zusagegeschwindigkeit
zu erfüllen. Zudem soll das Online-Angebot ausgebaut
werden, mit dem Zielbild eines Firmenkundenportals, das
Zugang zu allen relevanten Leistungen der Kreissparkasse
Biberach und der Verbundpartner sowie Mehrwertleistungen
bietet, welche über das Bankgeschäft hinausgehen.
Abgerundet wird der Wachstumspfad durch weiteres
Cross-Selling im Rahmen der Kundenbetreuung mit klarer
Fokussierung auf die Bereiche mit hohem und risikolosem
Ertragspotenzial.
5.1.3 Kapitalmarkt
Im Kapitalmarktgeschäft werden weiterhin
attraktive Chancen gesehen, die Einkommensströme der
Gesamtbank nachhaltig zu ergänzen und in
ausgewählten Assetklassen selektiv zu steigern.
Neben einem konsequenten Aktiv-/Passivmanagement mit
klarem Fokus auf die Assets des Kundengeschäfts ist
das Kapitalmarktumfeld geeignet, auch über eine
selektive Fristentransformation ergänzende
Erträge zu erwirtschaften.
Zum risikoarmen Geschäft, das überwiegend
mit Wertpapieren inländischer öffentlicher
Aussteller, inländischer Pfandbriefemittenten und
supranationaler Emittenten betrieben wird, werden Corporate
Bonds europäischer multinationaler Unternehmen sowie
Wertpapiere staatsnaher europäischer Emittenten
beigemischt. Der gezielte und ergänzende Einsatz von
Zins-Swaps dient zur Gesamtbanksteuerung.
Große Chancen werden in der Assetklasse
"Aktien" gesehen. Neben einer positiven Wertentwicklung
können hier auch die Bruttobeiträge der
Gesamtbank aus Dividendeneinnahmen, Prämieneinnahmen
aus Stillhaltergeschäften sowie Zinseinnahmen aus dem
Einsatz von Aktienanleihen konsequent gestärkt werden.
Vor dem Hintergrund der über viele Jahre gewachsenen
Kapitalmarktkompetenz werden Chancen gesehen, die
Ertragslage auch weiterhin zu stabilisieren.
Ebenso werden auf dieser Basis selektive
Möglichkeiten aus neuen und alternativen Assetklassen
gesehen.
Mit Blick auf ordentliche Ertragspotenziale soll die
Assetklasse "Immobilien" selektiv ausgebaut werden.
Über das Eigengeschäft besteht die
Möglichkeit, in Aktien, Immobilienfonds, Club Deals,
nicht börsennotierte Beteiligungen und
Direktengagements zu investieren. Zudem sind auch
Direktengagements über die Tochtergesellschaft
Sparkasse-Immobilien BC GmbH in Liegenschaften
möglich.
5.2 Prognosebericht
Die nachfolgenden Einschätzungen haben
Prognosecharakter. Sie stellen die wahrscheinlichste
künftige Entwicklung auf Basis der zum Zeitpunkt der
Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden
Informationen dar. Da Prognosen mit Unsicherheit behaftet
sind beziehungsweise sich durch die Veränderungen der
zu Grunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen
können, ist es möglich, dass die
tatsächlichen künftigen Ergebnisse gegebenenfalls
deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des
Lageberichts getroffenen Erwartungen über die
voraussichtlichen Entwicklungen abweichen. Zu diesen
gehören insbesondere die Konjunktur-, Inflations- und
Zinsentwicklung sowie die Entwicklung der
Immobilienmärkte, aber auch geopolitische Krisen.
Der Prognosezeitraum umfasst das auf den
Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr.
Als Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden
künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu
einer negativen Prognose beziehungsweise zu einer negativen
Zielabweichung führen können.
Als Chancen im Sinne des Prognoseberichts werden
künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu
einer positiven Prognose beziehungsweise zu einer positiven
Zielabweichung führen können.
5.2.1 Rahmenbedingungen
Laut dem IWF dürfte die Weltwirtschaft im
laufenden Jahr um 3,1 Prozent wachsen. Im Euro-Raum soll
das Wirtschaftswachstum 2024 leicht anziehen, auf 0,9
Prozent nach 0,5 Prozent im Jahr zuvor. Nach der
Konjunkturprognose des ifo Instituts vom März 2024
soll das Bruttoinlandsprodukt bundesweit im laufenden Jahr
nur um 0,2 Prozent wachsen, in Baden-Württemberg laut
der Landesbank Baden-Württemberg nur um 0,1 Prozent.
Getrieben sind diese Werte von einem negativen
statistischen Überhang aus 2023 und dem schwachen
Jahresauftakt 2024. Getragen wird das Wachstum vor allem
von einer unterstellten Erholung des privaten Konsums, der
2024 preisbereinigt um 1,0 Prozent zulegen könnte.
Für die Lage bei den Bauinvestitionen und im
Außenhandel bleibt eine Prognose für 2024
dagegen noch schwierig. Die konjunkturelle Schwäche
wird den Beschäftigungsaufbau verlangsamen und die
Arbeitslosigkeit zunächst weiter steigen lassen.
Für die Arbeitslosenquote wird nach der
Konjunkturprognose des ifo Instituts erwartet, dass diese
in diesem Jahr mit durchschnittlich 5,9 Prozent um 0,2
Prozentpunkte höher liegt als noch im Jahr 2023. Der
weitgehend geräumte Arbeitsmarkt dürfte die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Gütermärkte
mit einer Seitwärtsbewegung bei der
Erwerbstätigkeit begleiten. Für die Regionen Ulm
und Biberach wird weiterhin eine deutlich unter dem
Bundesdurchschnitt liegende Arbeitslosenquote erwartet, die
durch den Fachkräftemangel auch nur geringfügig
zunehmen dürfte. Diese Prognosen stehen natürlich
unter dem Vorbehalt, dass es nicht zu weiteren
Verschärfungen bei den zahlreichen geostrategischen
und politischen Konflikten kommt.
Die Inflationsrate dürfte auch aufgrund
gesunkener Energiepreise im laufenden Jahr weiter
zurückgehen. In Deutschland ist mit einer
Inflationsrate von 2,5 Prozent zu rechnen. Nachdem die
Notenbanken im Jahr 2023 weltweit zunächst ihren
restriktiven Kurs fortgeführt hatten und in den
vergangenen Monaten das Leitzinsniveau stabil gehalten
haben, deuten sich nunmehr erste Tendenzen für
Zinssenkungen der Zentralbanken im Jahr 2024 an.
Nach einem Ausblick der Deutschen Bundesbank wird
erwartet, dass der zunehmende Wettbewerb im
Einlagengeschäft, das schwache Kreditneugeschäft
sowie steigende Verwaltungsaufwendungen durch notwendige
Investitionen (unter anderem zur Verhinderung von
Cyberkriminalität und zur verstärkten
Digitalisierung) die Ertragslage der nächsten Jahre
belasten werden. Eine schwache gesamtwirtschaftliche
Entwicklung könnte zusätzlich zu einem Anstieg
von Kreditausfällen führen. Vor dem Hintergrund
der angespannten wirtschaftlichen Gesamtsituation
unterliegt die Einschätzung zur Entwicklung der
Risikovorsorge im Kreditgeschäft den gleichen
Unsicherheiten wie die Prognose zur Wirtschaftsentwicklung.
Der DAX dürfte sich nach Meinung der Landesbank
Baden-Württemberg bis zum Jahresende 2024 auf 18 000
Punkte verbessern. Für den Euro Stoxx 50 wird
ebenfalls mit einer positiven Entwicklung gerechnet.
5.2.2 Geschäftsentwicklung,
Ertrags- und Vermögenslage
Im Rahmen ihrer Planung erwartet die Kreissparkasse
Biberach für das Jahr 2024 weiterhin ein inverses
Zinsumfeld. An den Aktienmärkten wird weiterhin eine
hohe Volatilität erwartet.
Die Kreissparkasse Biberach erwartet einen auf dem
Niveau des Vorjahres liegenden Zinsüberschuss sowie
eine weitere Steigerung des Provisionsüberschusses. In
Abhängigkeit von der Zinsentwicklung im Jahr 2024 kann
Abschreibungsbedarf auf festverzinsliche Wertpapiere
entstehen. Zudem werden steigende Verwaltungskosten
geplant. Der Planansatz für das Bewertungsergebnis
Kredit entspricht dem Vorjahr und liegt über dem
finalen Bewertungsergebnis 2023. Für das
Geschäftsjahr 2024 wird ein unter dem Vorjahr
liegender verfügbarer Gewinn erwartet.
Die durchschnittliche Bilanzsumme wird sich aufgrund
des geplanten Rückgangs im Kundengeschäft im Jahr
2024 auf 6 697,7 Millionen Euro reduzieren.
Nachfolgend werden die Erwartungen für die
bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren für
das Geschäftsjahr 2024 dargestellt:
| ― |
Auf Basis der prognostizierten
Entwicklung der Ertragslage sollen zur weiteren
Stärkung der Kapitalbasis dem Kernkapital
1) mindestens 20,0 Millionen Euro pro Jahr
aus dem verfügbaren Gewinn zugeführt
werden. Gemäß der aktuellen Prognose liegt
der verfügbare Gewinn für 2024 bei 34,6
Millionen Euro.
|
| ― |
Für die Kernkapitalquote
2) wird im Jahr 2028 ein Zielwert von
deutlich über 18,0 Prozent angestrebt,
gemäß den geänderten CRR-Vorgaben.
Gemäß der Kapitalplanung liegt der Wert
unter Berücksichtigung der geänderten
CRR-Vorgaben für die Kreissparkasse Biberach
Ende 2024 bei 23,5 Prozent.
|
| ― |
Das Volumen des
Kundenkreditgeschäfts
3) soll im Jahr 2024 den Bestand von 3
529,0 Millionen Euro nicht unterschreiten. Bei den
Kundeneinlagen
4) wird ein Bestand von 3 917,0 Millionen
Euro angestrebt. Mit Fokus auf eine
ertragsorientierte Geschäftsentwicklung sollten
diese Ziele auf Basis der aktuellen Ausgangslage
erreichbar sein.
|
1) Sicherheitsrücklage zuzüglich Fonds
für allgemeine Bankrisiken nach Paragraf 340g HGB.
2) Sicherheitsrücklage zuzüglich Fonds
für allgemeine Bankrisiken nach Paragraf 340g HGB,
bezogen auf die risikogewichteten Aktiva.
3) Gemäß den Stichtagsbeständen
der Ergebnisvorschaurechnung, Forderungen an Kunden II
(Pos. 12-24).
4) Gemäß den Stichtagsbeständen
der Ergebnisvorschaurechnung, Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden (Pos. 31-49).
5.2.3 Finanzlage
Aufgrund einer vorausschauenden Finanzplanung wird
davon ausgegangen, dass auch im Prognosezeitraum die
Zahlungsfähigkeit der Kreissparkasse Biberach
gewährleistet ist und die bankaufsichtlichen
Anforderungen eingehalten werden können.
5.3 Gesamtaussage
Die Perspektiven für das Geschäftsjahr 2024
werden unter Berücksichtigung der erwarteten
Entwicklung der ökonomischen, politischen und
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der
bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren insgesamt
als herausfordernd beurteilt. Aufgrund des Kriegs in der
Ukraine sowie des weiteren Verlaufs der Zinsentwicklung
wird ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der
Adressenausfall-, Marktpreis- und
Refinanzierungskostenrisiken gelegt.
Aus dem prognostizierten verfügbaren Gewinn kann
die Kreissparkasse Biberach das für ihre
Geschäfts- und Risikostrategie notwendige Kernkapital
auch gemäß der zukünftig geltenden
CRR-III-Regulierung erwirtschaften.
Die aktuell bestehende Unsicherheit sowie die noch
nicht absehbaren weiteren Auswirkungen des Kriegs in der
Ukraine sowie der Zinsentwicklung können die Chancen
und Risiken der künftigen Entwicklung hinsichtlich des
Eintreffens der für die bedeutsamsten
Leistungsindikatoren getroffenen Prognosen
grundsätzlich negativ beeinflussen.
Es wird davon ausgegangen, dass im Prognosezeitraum
die Zahlungsbereitschaft, die Risikotragfähigkeit
sowie die Einhaltung aller bankaufsichtsrechtlichen
Kennziffern durchgängig gewährleistet sein
werden.
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023
| der |
Kreissparkasse
Biberach |
| Sitz |
Biberach an der
Riß |
| eingetragen beim |
|
| Amtsgericht |
Ulm |
| Handelsregister-Nr. |
HRA 640983 |
Jahresbilanz zum
31. Dezember 2023
Aktivseite
|
|
|
|
|
31.12.2022 |
|
|
EUR |
EUR |
EUR |
TEUR |
| 1. |
Barreserve |
|
|
|
|
|
a)
Kassenbestand |
|
14.165.089,00 |
|
15.919 |
|
b) Guthaben
bei der Deutschen Bundesbank |
|
42.545.651,49 |
|
42.427 |
|
|
|
|
56.710.740,49 |
58.346 |
| 2. |
Schuldtitel
öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur
Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank
zugelassen sind |
|
|
|
|
|
a)
Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen
sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher
Stellen |
|
0,00 |
|
0 |
|
b)
Wechsel |
|
0,00 |
|
0 |
|
|
|
|
0,00 |
0 |
| 3. |
Forderungen
an Kreditinstitute |
|
|
|
|
|
a)
täglich fällig |
|
234.546.906,14 |
|
216.036 |
|
b) andere
Forderungen |
|
649.056.964,11 |
|
993.348 |
|
|
|
|
883.603.870,25 |
1.209.385 |
| 4. |
Forderungen
an Kunden |
|
|
3.401.764.984,14 |
3.393.034 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
durch Grundpfandrechte
gesichert |
1.350.085.199,05
EUR |
|
|
|
(1.379.019) |
|
Kommunalkredite |
111.276.580,60 EUR |
|
|
|
(116.343) |
| 5. |
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere |
|
|
|
|
|
a)
Geldmarktpapiere |
|
|
|
|
|
aa) von
öffentlichen Emittenten |
0,00 |
|
|
0 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
ab) von
anderen Emittenten |
0,00 |
|
|
0 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
|
|
0,00 |
|
0 |
|
b) Anleihen
und Schuldverschreibungen |
|
|
|
|
|
ba) von
öffentlichen Emittenten |
211.675.945,67 |
|
|
173.952 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank |
211.675.945,67 EUR |
|
|
|
(173.952) |
|
bb) von
anderen Emittenten |
540.044.907,11 |
|
|
499.557 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank |
540.044.907,11 EUR |
|
|
|
(499.557) |
|
|
|
751.720.852,78 |
|
673.509 |
|
c) eigene
Schuldverschreibungen |
|
0,00 |
|
0 |
|
Nennbetrag |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
|
|
|
751.720.852,78 |
673.509 |
| 6. |
Aktien und
andere nicht festverzinsliche Wertpapiere |
|
|
1.198.534.175,55 |
1.143.084 |
| 6a. |
Handelsbestand |
|
|
0,00 |
0 |
| 7. |
Beteiligungen |
|
|
30.994.208,61 |
31.183 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
an Kreditinstituten |
5.325.582,24 EUR |
|
|
|
(5.326) |
|
an Finanzdienst-
leistungsinstituten |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
an
Wertpapierinstituten |
265.825,00 EUR |
|
|
|
(0) |
| 8. |
Anteile an
verbundenen Unternehmen |
|
|
16.050.000,00 |
16.050 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
an Kreditinstituten |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
an Finanzdienst-
leistungsinstituten |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
an
Wertpapierinstituten |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
| 9. |
Treuhandvermögen |
|
|
16.072.515,19 |
18.889 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
Treuhandkredite |
16.072.515,19 EUR |
|
|
|
(18.889) |
| 10. |
Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand
einschließlich Schuldverschreibungen aus deren
Umtausch |
|
|
0,00 |
0 |
| 11. |
Immaterielle
Anlagewerte |
|
|
|
|
|
a) Selbst
geschaffene gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte |
|
0,00 |
|
0 |
|
b)
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie
Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
|
106.496,00 |
|
202 |
|
c)
Geschäfts- oder Firmenwert |
|
0,00 |
|
0 |
|
d)
geleistete Anzahlungen |
|
0,00 |
|
0 |
|
|
|
|
106.496,00 |
202 |
| 12. |
Sachanlagen |
|
|
43.365.498,18 |
32.970 |
| 13. |
Sonstige
Vermögensgegenstände |
|
|
66.830.341,06 |
74.390 |
| 14. |
Rechnungsabgrenzungsposten |
|
|
24.592.172,20 |
13.059 |
| Summe der
Aktiva |
|
|
6.490.345.854,45 |
6.664.100 |
Passivseite
|
|
|
|
|
31.12.2022 |
|
|
EUR |
EUR |
EUR |
TEUR |
| 1. |
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten |
|
|
|
|
|
a)
täglich fällig |
|
35.750.370,81 |
|
43.929 |
|
b) mit
vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist |
|
1.260.153.179,48 |
|
1.530.886 |
|
|
|
|
1.295.903.550,29 |
1.574.815 |
| 2. |
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden |
|
|
|
|
|
a)
Spareinlagen |
|
|
|
|
|
aa) mit
vereinbarter Kündigungsfrist von drei
Monaten |
838.010.047,94 |
|
|
1.374.868 |
|
ab) mit
vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei
Monaten |
68.068.437,06 |
|
|
66.487 |
|
|
|
906.078.485,00 |
|
1.441.355 |
|
b) andere
Verbindlichkeiten |
|
|
|
|
|
ba)
täglich fällig |
1.977.743.833,73 |
|
|
2.325.275 |
|
bb) mit
vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist |
1.234.174.243,24 |
|
|
294.358 |
|
|
|
3.211.918.076,97 |
|
2.619.633 |
|
|
|
|
4.117.996.561,97 |
4.060.989 |
| 3. |
Verbriefte
Verbindlichkeiten |
|
|
|
|
|
a) begebene
Schuldverschreibungen |
|
0,00 |
|
2.213 |
|
b) andere
verbriefte Verbindlichkeiten |
|
0,00 |
|
0 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
Geldmarktpapiere |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
|
|
|
0,00 |
2.213 |
| 3a. |
Handelsbestand |
|
|
0,00 |
0 |
| 4. |
Treuhandverbindlichkeiten |
|
|
16.072.515,19 |
18.889 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
Treuhandkredite |
16.072.515,19 EUR |
|
|
|
(18.889) |
| 5. |
Sonstige
Verbindlichkeiten |
|
|
9.253.265,76 |
14.140 |
| 6. |
Rechnungsabgrenzungsposten |
|
|
8.928.745,45 |
10.918 |
| 7. |
Rückstellungen |
|
|
|
|
|
a)
Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen |
|
17.793.655,00 |
|
18.237 |
|
b)
Steuerrückstellungen |
|
19.138.754,84 |
|
19.753 |
|
c) andere
Rückstellungen |
|
30.834.579,79 |
|
34.210 |
|
|
|
|
67.766.989,63 |
72.200 |
| 8. |
(weggefallen) |
|
|
|
|
| 9. |
Nachrangige
Verbindlichkeiten |
|
|
0,00 |
0 |
| 10. |
Genussrechtskapital |
|
|
0,00 |
0 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
vor Ablauf von
zwei Jahren fällig |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
| 11. |
Fonds
für allgemeine Bankrisiken |
|
|
635.400.000,00 |
577.000 |
| 12. |
Eigenkapital |
|
|
|
|
|
a)
gezeichnetes Kapital |
|
0,00 |
|
0 |
|
b)
Kapitalrücklage |
|
0,00 |
|
0 |
|
c)
Gewinnrücklagen |
|
|
|
|
|
ca)
Sicherheitsrücklage |
332.937.533,97 |
|
|
326.857 |
|
|
|
332.937.533,97 |
|
326.857 |
|
d)
Bilanzgewinn |
|
6.086.692,19 |
|
6.081 |
|
|
|
|
339.024.226,16 |
332.938 |
| Summe der
Passiva |
|
|
6.490.345.854,45 |
6.664.100 |
| 1. |
Eventualverbindlichkeiten |
|
|
|
|
|
a)
Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen
abgerechneten Wechseln |
|
0,00 |
|
0 |
|
b)
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und
Gewährleistungsverträgen |
|
174.903.455,97 |
|
156.484 |
|
c) Haftung
aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde
Verbindlichkeiten |
|
0,00 |
|
0 |
|
|
|
|
174.903.455,97 |
156.484 |
| 2. |
Andere
Verpflichtungen |
|
|
|
|
|
a)
Rücknahmeverpflichtungen aus unechten
Pensionsgeschäften |
|
0,00 |
|
0 |
|
b)
Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen |
|
0,00 |
|
0 |
|
c)
Unwiderrufliche Kreditzusagen |
|
340.296.143,25 |
|
407.943 |
|
|
|
|
340.296.143,25 |
407.943 |
Gewinn-
und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31.
Dezember 2023
|
|
|
|
|
1.1.-31.12.2022 |
|
|
EUR |
EUR |
EUR |
TEUR |
| 1. |
Zinserträge aus |
|
|
|
|
|
a) Kredit-
und Geldmarktgeschäften |
124.747.450,75 |
|
|
85.127 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
abgesetzte negative
Zinsen |
0,00 EUR |
|
|
|
(85) |
|
aus der Abzinsung
von Rückstellungen |
51.564,51 EUR |
|
|
|
(7) |
|
b)
festverzinslichen Wertpapieren und
Schuldbuchforderungen |
12.106.719,68 |
|
|
3.901 |
|
|
|
136.854.170,43 |
|
89.028 |
| 2. |
Zinsaufwendungen |
|
83.693.887,18 |
|
13.639 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
abgesetzte positive
Zinsen |
33.807,36 EUR |
|
|
|
(2.652) |
|
aus der Aufzinsung von
Rückstellungen |
249.125,87 EUR |
|
|
|
(536) |
|
|
|
|
53.160.283,25 |
75.389 |
| 3. |
Laufende
Erträge aus |
|
|
|
|
|
a) Aktien
und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren |
|
31.418.013,64 |
|
36.996 |
|
b)
Beteiligungen |
|
3.759.624,83 |
|
2.946 |
|
c) Anteilen
an verbundenen Unternehmen |
|
0,00 |
|
0 |
|
|
|
|
35.177.638,47 |
39.942 |
| 4. |
Erträge
aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder
Teilgewinnabführungsverträgen |
|
|
228.940,65 |
1.343 |
| 5. |
Provisionserträge |
|
33.880.261,44 |
|
33.942 |
| 6. |
Provisionsaufwendungen |
|
2.492.636,37 |
|
2.551 |
|
|
|
|
31.387.625,07 |
31.391 |
| 7. |
Nettoertrag
oder Nettoaufwand des Handelsbestands |
|
|
0,00 |
0 |
| 8. |
Sonstige
betriebliche Erträge |
|
|
8.065.259,59 |
62.402 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
aus der
Fremdwährungs-
umrechnung |
449.614,40 EUR |
|
|
|
(565) |
| 9. |
(weggefallen) |
|
|
|
|
|
|
|
|
128.019.747,03 |
210.467 |
| 10. |
Allgemeine
Verwaltungsaufwendungen |
|
|
|
|
|
a)
Personalaufwand |
|
|
|
|
|
aa)
Löhne und Gehälter |
44.009.332,64 |
|
|
40.210 |
|
ab) Soziale
Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
und für Unterstützung |
12.081.730,18 |
|
|
12.324 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
für
Altersversorgung |
4.064.083,97 EUR |
|
|
|
(4.826) |
|
|
|
56.091.062,82 |
|
52.534 |
|
b) andere
Verwaltungsaufwendungen |
|
27.781.266,72 |
|
26.778 |
|
|
|
|
83.872.329,54 |
79.312 |
| 11. |
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen |
|
|
3.788.183,97 |
2.992 |
| 12. |
Sonstige
betriebliche Aufwendungen |
|
|
3.567.328,63 |
3.113 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
aus der
Fremdwährungs-
umrechnung |
6.958,07 EUR |
|
|
|
(11) |
| 13. |
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen
und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu
Rückstellungen im Kreditgeschäft |
|
0,00 |
|
90.553 |
| 14. |
Erträge
aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten
Wertpapieren sowie aus der Auflösung von
Rückstellungen im Kreditgeschäft |
|
18.723.643,42 |
|
0 |
|
|
|
|
18.723.643,42 |
90.553 |
| 15. |
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und
wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere |
|
0,00 |
|
0 |
| 16. |
Erträge
aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an
verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen
behandelten Wertpapieren |
|
13.325.559,05 |
|
47 |
|
|
|
|
13.325.559,05 |
47 |
| 17. |
Aufwendungen
aus Verlustübernahme |
|
|
765.059,34 |
461 |
| 18. |
Zuführungen zum Fonds für allgemeine
Bankrisiken |
|
|
58.400.000,00 |
0 |
| 19. |
Ergebnis der
normalen Geschäftstätigkeit |
|
|
9.676.048,02 |
34.084 |
| 20. |
Außerordentliche Erträge |
|
0,00 |
|
0 |
| 21. |
Außerordentliche Aufwendungen |
|
0,00 |
|
0 |
| 22. |
Außerordentliches Ergebnis |
|
|
0,00 |
0 |
| 23. |
Steuern vom
Einkommen und vom Ertrag |
|
3.473.627,57 |
|
27.910 |
| 24. |
Sonstige
Steuern, soweit nicht unter Posten 12
ausgewiesen |
|
115.728,26 |
|
94 |
|
|
|
|
3.589.355,83 |
28.004 |
| 25. |
Jahresüberschuss |
|
|
6.086.692,19 |
6.081 |
| 26. |
Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr |
|
|
0,00 |
0 |
| 27. |
Bilanzgewinn |
|
|
6.086.692,19 |
6.081 |
ANHANG
ALLGEMEINE ANGABEN
Die Kreissparkasse Biberach hat ihren Jahresabschluss
nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der
Verordnung über die Rechnungslegung der
Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute
(RechKredV) aufgestellt.
Eine Konsolidierung der Tochterunternehmen der
Sparkasse wäre für die Verpflichtung, ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
zu vermitteln, von untergeordneter Bedeutung, da die
Vermögenswerte aller Tochterunternehmen in Relation
zur Bilanzsumme der Sparkasse und die Jahresergebnisse im
Verhältnis zu den GV-Posten der Sparkasse unwesentlich
sind. Die Sparkasse hat daher in Anwendung von § 296
Abs. 2 HGB auf die Aufstellung eines Konzernabschlusses
verzichtet.
BILANZIERUNGS- UND
BEWERTUNGSMETHODEN
Forderungen an Kunden und Kreditinstitute
(einschließlich Schuldscheine) sind zum Nennwert
bilanziert. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene
Disagien werden auf deren Laufzeit bzw.
Festzinsbindungsdauer verteilt.
Für die im Rahmen unserer Kreditprozesse
insbesondere zur Forderungsbewertung identifizierten akuten
Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet.
Die Höhe der Einzelwertberichtigung entspricht i. d.
R. dem Blankokreditanteil des ausfallgefährdeten
Kreditengagements. Sicherheiten werden dabei mit ihrem
erwarteten Realisationswert berücksichtigt. Das
latente Kreditrisiko ist durch Pauschalwertberichtigungen
abgeschirmt. Die Berechnung erfolgt auf Basis der
Grundsätze des IDW RS BFA 7. Hierbei wurde das
Bewertungsvereinfachungsverfahren angewandt und der
erwartete Verlust über einen Betrachtungszeitraum von
zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von
Bonitätsprämien angesetzt. Die Berechnung des
erwarteten Verlusts erfolgt mit der Anwendung, die in der
internen Steuerung eingesetzt wird. Basis dieser Berechnung
waren insbesondere die mit unseren Ratingverfahren auf
Grundlage der Vergangenheit ermittelten
Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kreditnehmer für einen
12-Monatszeitraum und die im Rahmen der Kreditprozesse
bewerteten Sicherheiten. Kreditnehmer, die im Rahmen der
internen Risikosteuerung im Hinblick auf einen Ausfall als
risikolos betrachtet werden, wurden auch für die
handelsbilanzielle Betrachtung ausgeschlossen. Die
Voraussetzungen für die Anwendung des vereinfachten
Bewertungsverfahrens sind nach dem Ergebnis unserer
Analysen gegeben. Die im Rahmen der Berechnung der
Pauschalwertberichtigung verwendeten Modelle und Parameter
spiegeln nach unserer Einschätzung die Risikosituation
zum Abschlussstichtag ausreichend wider.
Die Wertpapiere werden zu den Anschaffungskosten bzw.
niedrigeren Kurswerten oder den niedrigeren beizulegenden
Werten bilanziert (strenges Niederstwertprinzip).
Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben
wir die Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum
Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die
Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die
Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFID II (Markets in
Financial Instruments Directive - Richtlinie 2014/65/EU des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai
2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem
illiquiden Markt festgelegt wurden. In den Fällen, in
denen wir insoweit nicht von einem aktiven Markt ausgehen
konnten, haben wir die Bewertung anhand von gerechneten
Kursen des kursversorgenden Systems vorgenommen, denen
unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater
Zinssätze ein Discounted Cashflow-Modell zugrunde
liegt. In Einzelfällen haben wir eine eigene
Berechnung im Wege der Diskontierung der künftig
erwarteten Garantiedividende vorgenommen.
Die Beteiligungen einschließlich der unter
Bilanzposten Aktiva 6 ausgewiesenen Anteile an
geschlossenen Investmentvermögen und Anteile an
verbundenen Unternehmen werden nach dem strengen
Niederstwertprinzip bewertet.
Die immateriellen Anlagewerte und das
Sachanlagevermögen werden mit Anschaffungs- oder
Herstellungskosten, vermindert um planmäßige
Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen
Nutzungsdauer in Anlehnung an die steuerlichen
Abschreibungstabellen, bilanziert.
Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei
voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Aus
Vereinfachungsgründen werden bei den Sachanlagen in
Anlehnung an die steuerlichen Regelungen
Vermögensgegenstände von geringem Wert (bis 250
EUR) sofort als Sachaufwand erfasst.
Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis
800 EUR haben wir als geringwertiges Wirtschaftsgut
verbucht und im Anschaffungsjahr voll abgeschrieben.
Die in den Sonstigen Vermögensgegenständen
enthaltenen Forderungen und Vermögenswerte wurden mit
dem Niederstwert bewertet.
Die Verbindlichkeiten werden mit dem
Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Unterschied zwischen
Erfüllungs- und Ausgabebetrag wird unter den
Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen.
Die Rückstellungen wurden in Höhe des
Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig
ist; sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und
ungewissen Verpflichtungen.
Die Pensionsrückstellungen wurden unter
Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze mit
dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Zugrundelegung der
Richttafeln Heubeck 2018 G ermittelt. Für die
Abzinsung wurde der sich aus den vergangenen zehn
Geschäftsjahren ergebende durchschnittliche
Marktzinssatz von 1,83 % bei einer pauschal angenommenen
Restlaufzeit von 15 Jahren verwendet. Die Erfolge aus der
Änderung des Abzinsungssatzes seit dem letzten
Abschlussstichtag werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Bei
der Berechnung wurden jährliche Lohn- und
Gehaltssteigerungen von 3,00 % und ein Rententrend von
jährlich 2,50 % berücksichtigt. Einen
Fluktuationsabschlag haben wir weiterhin nicht angesetzt.
Aus der Berechnung der Rückstellungen mit dem
durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn
Geschäftsjahre und der vergangenen sieben
Geschäftsjahre ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von
157 TEUR. Eine Ausschüttungssperre gemäß
§ 253 Abs. 6 HGB besteht nicht, da in Vorjahren
bereits in entsprechender Höhe die
Sicherheitsrücklage dotiert wurde.
Sparkassen haben ihren Arbeitnehmern Leistungen der
betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des
"Tarifvertrags über die zusätzliche
Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen
Dienstes - Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um
den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der
betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu
verschaffen, ist die Sparkasse Mitglied in der
Zusatzversorgungskasse des Kommunalen Versorgungsverbands
Baden-Württemberg (ZVK). Die ZVK finanziert die
Versorgungsverpflichtungen im Umlage- und
Kapitaldeckungsverfahren (Hybridfinanzierung). Hierbei
werden im Rahmen eines Abschnittdeckungsverfahrens ein
Umlagesatz und ein Zusatzbeitrag bezogen auf die
zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten
Beschäftigten ermittelt. Aus den Zusatzbeiträgen
wird gemäß § 64 ZVK-Satzung innerhalb des
Vermögens der ZVK ein separater Kapitalstock
aufgebaut. Die ZVK erhebt zusätzlich zur Deckung der
im ehemaligen Gesamtversorgungssystem entstandenen
Versorgungsansprüche ein Sanierungsgeld. Der
Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten Mitarbeiter zur
Erfüllung des Leistungsanspruchs gemäß
ATV-K richtet sich gegen die ZVK, während die
Verpflichtung der Sparkasse ausschließlich darin
besteht, der ZVK im Rahmen des mit ihr begründeten
Mitgliedschaftsverhältnisses die erforderlichen,
satzungsmäßig geforderten Finanzierungsmittel
zur Verfügung zu stellen. Nach der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) in seinem
Rechnungslegungsstandard IDW RS HFA 30 n. F. vertretenen
Rechtsauffassung begründet die Durchführung der
betrieblichen Altersversorgung bei einem externen
Versorgungsträger wie der ZVK handelsrechtlich eine
mittelbare Versorgungsverpflichtung. Die ZVK hat im Auftrag
der Sparkasse den nach Rechtsauffassung des IDW (vgl. IDW
RS HFA 30 n. F.) zu ermittelnden Barwert der auf die
Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband
entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 2023
ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem
Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller
Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes
handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F.
für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2
EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis
beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB
anzugebene Betrag auf 62.994 TEUR. Der Barwert der auf die
Sparkasse entfallenden Leistungsverpflichtung wurde in
Anlehnung an die versicherungsmathematischen
Grundsätze und Methoden
(Anwartschaftsbarwertverfahren), die auch für
unmittelbare Pensionsverpflichtungen angewendet wurden,
unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung
der ZVK unterstellten jährlichen Rentensteigung von
1,00 % und unter Anwendung der Heubeck-Richttafeln RT 2005
G (in einer an den Bestand der ZVK angepassten
Modifikation) ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wurde
gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der
Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der
vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche
Marktzinssatz von 1,82 % verwendet, der sich bei einer
pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Da
es sich nicht um ein endgehaltbezogenes Versorgungssystem
handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu
berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der
Versorgungseinrichtung per 31. Dezember 2023 liegen derzeit
noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31.
Dezember 2022 abgestellt wurde. Der gemäß Art.
28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag bezieht sich auf die
Einstandspflicht der Sparkasse gemäß § 1
Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der die Sparkasse für die
Erfüllung der zugesagten Leistung einzustehen hat
(Subsidiärhaftung), sofern die ZVK die vereinbarten
Leistungen nicht erbringt. Hierfür liegen
gemäß der Einschätzung des Verantwortlichen
Aktuars im Aktuar-Gutachten 2023 für die Sparkasse
keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigt der
Verantwortliche Aktuar der ZVK in diesem Gutachten die
Angemessenheit der rechnungsmäßigen Annahmen zur
Ermittlung des Finanzierungssatzes und bestätigt auf
Basis des versicherungsmathematischen
Äquivalenzprinzips die dauernde Erfüllbarkeit der
Leistungsverpflichtungen der ZVK.
Bezüglich der als wesentlich einzuordnenden, bei
den sonstigen Rückstellungen (Passivposten 7c)
ausgewiesenen Rückstellungen ergeben sich folgende
ergänzende Hinweise:
Bei der Ermittlung der im Zusammenhang mit der
Rückstellungsbewertung entstehenden Aufwendungen und
Erträge wird davon ausgegangen, dass die Änderung
des Abzinsungssatzes zum Beginn der Periode eingetreten
ist. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes
oder der Restlaufzeit werden einheitlich im Finanzergebnis
ausgewiesen.
Die Rückstellungen für offene Kreditlinien
werden nicht abgezinst, da wir von einer Inanspruchnahme
während des nächsten Jahres ausgehen. Das akute
Ausfallrisiko haben wir vorsichtig geschätzt.
Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen
Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien
Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die
zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden
sowie derivative Finanzinstrumente (insbesondere
Zins-Swaps) des Bankbuchs einem Saldierungsbereich
zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung
von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs
erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und
Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu
erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen
Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse
wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert
ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten
Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und
Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte
zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der
angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der
Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen
für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs
benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen
Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz
wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten
berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag ergibt sich kein
Verpflichtungsüberschuss.
Die strukturierten Produkte Festzinsdarlehen mit
Verlängerungsoption sowie Festzinsdarlehen mit
späterem Zinslaufbeginn wurden unter
Berücksichtigung des IDW RS HFA 22 einheitlich (ohne
Abspaltung der Nebenrechte) bilanziert.
Die zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken
abgeschlossenen Zinsswapgeschäfte wurden in die
verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des
Bankbuchs (Zinsbuchs) einbezogen und waren somit nicht
gesondert zu bewerten.
Das Währungsrisiko wird über eine
Währungsgesamtposition je Währung als Einheit
gesteuert. In diese werden je Währung die einzelnen
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie
Kassageschäfte eingestellt. Eine besondere Deckung
gemäß § 340h HGB wird in Höhe der sich
hierbei betragsmäßig ausgleichenden Positionen
je Währung angenommen.
Die Umrechnung der auf fremde Währung lautenden
Bilanzposten und der am Bilanzstichtag nicht abgewickelten
Kassageschäfte erfolgte mit dem Kassamittelkurs.
Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung
wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung
berücksichtigt. Die Erträge aus der Umrechnung
besonders gedeckter Geschäfte wurden ebenfalls
erfolgswirksam vereinnahmt. Der Ausweis der Aufwendungen
und Erträge aus besonders gedeckten Positionen
erfolgte saldiert im sonstigen betrieblichen Ergebnis.
ERLÄUTERUNGEN ZUR
JAHRESBILANZ
AKTIVSEITE
|
TEUR |
TEUR |
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| 3. FORDERUNGEN AN
KREDITINSTITUTE |
|
|
| In dieser Position sind
enthalten: |
|
|
| - Forderungen an
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht |
151.911 |
333.822 |
| darunter: Forderungen an
die eigene Girozentrale |
151.873 |
333.774 |
| -
Fremdwährungsbestände |
22.510 |
|
| Die Unterposition b) -
andere Forderungen - (ohne anteilige Zinsen und ohne
Bausparguthaben) setzt sich nach Restlaufzeiten wie
folgt zusammen: |
|
|
| - bis drei Monate |
17.744 |
|
| - mehr als drei Monate
bis ein Jahr |
168.929 |
|
| - mehr als ein Jahr bis
fünf Jahre |
205.246 |
|
| - mehr als fünf
Jahre |
254.986 |
|
4. FORDERUNGEN AN KUNDEN
In dieser Position sind enthalten:
|
TEUR |
TEUR |
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| - Forderungen an
verbundene Unternehmen |
28.567 |
29.959 |
| - Forderungen an
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht |
32.209 |
33.625 |
| - nachrangige
Forderungen |
41.469 |
43.239 |
| darunter: an verbundene
Unternehmen |
28.567 |
29.959 |
| Die Position (ohne
anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie
folgt zusammen: |
|
|
| - bis drei Monate |
135.909 |
|
| - mehr als drei Monate
bis ein Jahr |
304.464 |
|
| - mehr als ein Jahr bis
fünf Jahre |
1.024.269 |
|
| - mehr als fünf
Jahre |
1.798.722 |
|
| - mit unbestimmter
Laufzeit |
134.494 |
|
| Im Rahmen des
sogenannten Pfandbriefpoolings wurden
grundpfandrechtlich besicherte Kundenforderungen an
die Landesbank Baden-Württemberg
übertragen. Die Landesbank kann diese
Forderungen zur Begebung von Hypotheken-Pfandbriefen
nutzen. Aufgrund der vertraglichen
Rückübertragungsmöglichkeiten
verbleibt das wirtschaftliche Eigentum an den
Forderungen bei der Sparkasse, die dem entsprechend
die Forderungen weiterhin unter Aktiva-Posten 4 und
mit nebenstehendem Betrag in dem dazugehörigen
Unterausweis "durch Grundpfandrechte besichert"
ausweist. |
328.629 |
|
5. SCHULDVERSCHREIBUNGEN UND ANDERE
FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE
In dieser Position sind enthalten:
|
TEUR |
TEUR |
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| - Forderungen an
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht |
84.734 |
55.431 |
| - Beträge, die in
dem auf den Bilanzstichtag folgenden Jahr fällig
werden (ohne anteilige Zinsen) |
188.320 |
131.597 |
| Von den in dieser
Position enthaltenen Wertpapieren sind
börsennotiert: |
701.841 |
|
6. AKTIEN UND ANDERE NICHT
FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE
Anteile an Investmentvermögen
An den folgenden Investmentvermögen halten wir
mehr als 10 % der Anteile:
| Anlageziele /
Bezeichnung des Investmentvermögens |
Marktwert
TEUR |
Buchwert
TEUR |
Ausschüttungen
in 2023 in TEUR |
| Rentenfonds
(international) |
|
|
|
| LBBW-AM-RSS-Fonds |
225.548 |
210.024 |
1.689 |
| Gemischte Fonds |
|
|
|
| LBBW AM-WWH-Fonds |
204.758 |
175.025 |
5.333 |
| LBBW AM-WSG-Fonds |
200.865 |
170.025 |
5.845 |
| LBBW AM-IAW-Fonds |
204.527 |
170.025 |
7.404 |
| LBBW AM-WJT-Fonds |
170.976 |
134.989 |
2.193 |
| Bayern
Invest-HIG-Fonds |
422.392 |
329.790 |
8.300 |
| Immobilienfonds |
|
|
|
| Immobilienstrategie
BC |
53.367 |
50.654 |
- |
| Summe |
1.482.433 |
1.240.534 |
30.764 |
Für die dargestellten Investmentvermögen
lagen keine Beschränkungen in der Möglichkeit der
täglichen Rückgabe vor.
9. TREUHANDVERMÖGEN
Das ausgewiesene Treuhandvermögen stellt in
voller Höhe Forderungen an Kunden (Aktivposten 4) dar.
12. SACHANLAGEN
In dieser Position sind enthalten:
|
TEUR |
|
31.12.2023 |
| - im Rahmen der eigenen
Tätigkeit genutzte Grundstücke und
Gebäude |
17.144 |
| - Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
6.040 |
13. SONSTIGE
VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
In dieser Position sind enthalten:
|
TEUR |
TEUR |
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| - nachrangige
Vermögensgegenstände |
7 |
7 |
| Einzelbeträge, die
für die Beurteilung des Jahresabschlusses nicht
unwesentlich sind: |
|
|
| - Goldbestand |
54.384 |
|
14. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
In dieser Position sind enthalten:
|
TEUR |
TEUR |
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| - Unterschiedsbetrag
zwischen Erfüllungs- und niedrigerem
Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten oder
Anleihen |
24.259 |
12.745 |
Verrechnung gemäß § 246
Abs. 2 HGB
Die Sparkasse hat Vermögensgegenstände, die
ohne Verrechnung in Aktivposten 13 auszuweisen gewesen
wären, mit Anschaffungskosten in Höhe von 58 TEUR
gemäß § 246 Abs. 2 HGB mit - ohne
Verrechnung bei Passivposten 7 auszuweisenden -
Altersversorgungsverpflichtungen (Erfüllungsbetrag 58
TEUR) verrechnet. Die in diesem Zusammenhang zu
kompensierenden Aufwendungen (GV-Posten 10ab) und
Erträge (GV-Posten 8) des Geschäftsjahres
beliefen sich auf 5 TEUR.
ANLAGENSPIEGEL
|
|
|
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in
TEUR) |
|
|
|
Immaterielle
Anlagewerte |
Sachanlagen |
| Entwicklung der
Anschaffungs-/ Herstellungskosten |
Stand am
1.1. des Geschäftsjahres |
1.787 |
128.785 |
|
Zugänge |
98 |
13.894 |
|
Abgänge |
53 |
1.191 |
|
Umbuchungen |
0 |
0 |
|
Stand am
31.12. des Geschäftsjahres |
1.832 |
141.488 |
| Entwicklung der
kumulierten Abschreibungen |
Stand am
1.1. des Geschäftsjahres |
1.586 |
95.816 |
|
Abschreibungen im Geschäftsjahr |
194 |
3.547 |
|
Zuschreibungen im Geschäftsjahr |
0 |
112 |
|
Änderungen der
gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit |
Zugängen |
0 |
48 |
|
|
Abgängen |
53 |
1.176 |
|
|
Umbuchungen |
0 |
0 |
|
Stand am
31.12. des Geschäftsjahres |
1.726 |
98.122 |
| Buchwerte |
Stand am
31.12. des Geschäftsjahres |
106 |
43.365 |
|
Stand am
31.12. des Vorjahres |
202 |
32.970 |
|
|
|
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in
TEUR) |
|
|
|
|
Beteiligungen |
Anteile an verbundenen
Unternehmen |
Sonstige
Vermögensgegenstände |
| Entwicklung der
Anschaffungs-/ Herstellungskosten |
Stand am
1.1. des Geschäftsjahres |
Veränderungssaldo
(§ 34 Abs. 3 RechKredV) |
-189 |
0 |
0 |
|
Zugänge |
|
|
|
|
|
Abgänge |
|
|
|
|
|
Umbuchungen |
|
|
|
|
|
Stand am
31.12. des Geschäftsjahres |
|
|
|
|
| Entwicklung der
kumulierten Abschreibungen |
Stand am
1.1. des Geschäftsjahres |
|
|
|
|
|
Abschreibungen im Geschäftsjahr |
|
|
|
|
|
Zuschreibungen im Geschäftsjahr |
|
|
|
|
|
Änderungen der
gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit |
Zugängen |
|
|
|
|
|
|
Abgängen |
|
|
|
|
|
|
Umbuchungen |
|
|
|
|
|
Stand am
31.12. des Geschäftsjahres |
|
|
|
|
| Buchwerte |
Stand am
31.12. des Geschäftsjahres |
(ohne anteilige
Zinsen) |
30.994 |
16.050 |
54.391 |
|
Stand am
31.12. des Vorjahres |
|
31.183 |
16.050 |
54.391 |
In 2023 wurde das Objekt Ulm-Böfingen,
Ernst-Bauer-Weg 16 u. 18 mit einem Buchwert von 10.056 TEUR
fertiggestellt. Die bisher in Aktivposten 13 ausgewiesenen
Anzahlungen wurden im Anlagespiegel als Zugang ins
Anlagevermögen (Aktivposten 12) erfasst.
PASSIVSEITE
1. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER
KREDITINSTITUTEN
|
TEUR |
TEUR |
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| In dieser Position sind
enthalten: |
|
|
| - Verbindlichkeiten
gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht |
1.053.950 |
1.054.181 |
| darunter: gegenüber
der eigenen Girozentrale |
1.013.254 |
993.416 |
| Der Gesamtbetrag der als
Sicherheit übertragenen
Vermögensgegenstände für in dieser
Position enthaltene Verbindlichkeiten beläuft
sich auf insgesamt |
961.818 |
|
| Die Unterposition b) -
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
-setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach
Restlaufzeiten wie folgt zusammen: |
|
|
| - bis drei Monate |
37.637 |
|
| - mehr als drei Monate
bis ein Jahr |
80.198 |
|
| - mehr als ein Jahr bis
fünf Jahre |
409.135 |
|
| - mehr als fünf
Jahre |
730.856 |
|
2. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER
KUNDEN
In dieser Position sind enthalten:
|
TEUR |
TEUR |
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| - Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen |
2.535 |
4.539 |
| - Verbindlichkeiten
gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht |
1.507 |
847 |
| Die Unterposition ab) -
Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist
von mehr als drei Monaten - setzt sich (ohne
anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt
zusammen: |
|
|
| - bis drei Monate |
31 |
|
| - mehr als drei Monate
bis ein Jahr |
66.011 |
|
| - mehr als ein Jahr bis
fünf Jahre |
680 |
|
| - mehr als fünf
Jahre |
1.346 |
|
| Die Unterposition bb) -
andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit
oder Kündigungsfrist - setzt sich (ohne
anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt
zusammen: |
|
|
| - bis drei Monate |
520.665 |
|
| - mehr als drei Monate
bis ein Jahr |
395.441 |
|
| - mehr als ein Jahr bis
fünf Jahre |
266.048 |
|
| - mehr als fünf
Jahre |
42.225 |
|
4. TREUHANDVERBINDLICHKEITEN
Bei den Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
(Passivposten 1).
6. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
|
TEUR |
TEUR |
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| In dieser Position sind
enthalten: |
|
|
| - Unterschiedsbetrag
zwischen Nennbetrag und niedrigerem Auszahlungsbetrag
von Forderungen |
198 |
60 |
MEHRERE POSITIONEN BETREFFENDE
ANGABEN
|
TEUR |
TEUR |
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| Von den Schulden lauten
auf Fremdwährung |
21.390 |
|
PASSIVSEITE UNTER DEM STRICH
1. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN
Im Posten "Eventualverbindlichkeiten" sind im
Unterposten b) "Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und
Gewährleistungsverträgen" zwei Einzelposten von
wesentlicher Bedeutung in Bezug auf die
Gesamttätigkeit der Sparkasse enthalten, die
Einzelbeträge liegen zwischen 21.381 TEUR und 25.635
TEUR.
Die übernommenen Verpflichtungen aus
Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen
waren nicht zu passivieren, da wir aufgrund der
Bonität der Kreditnehmer davon ausgehen, dass die
zugrundeliegenden Verpflichtungen erfüllt werden, und
wir daher nicht in Anspruch genommen werden.
2. ANDERE VERPFLICHTUNGEN
Im Posten "Andere Verpflichtungen" ist im Unterposten
c) "Unwiderrufliche Kreditzusagen" ein Einzelposten in
Höhe von 30.500 TEUR von wesentlicher Bedeutung in
Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse enthalten.
Bei der unwiderruflichen Kreditzusage handelt es sich um
ein Darlehen.
Wir gehen derzeit grundsätzlich davon aus, dass
die unwiderruflichen Kreditzusagen künftig von den
Kreditnehmern in Anspruch genommen werden.
ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND
VERLUSTRECHNUNG
|
TEUR |
|
31.12.2023 |
| 1. ZINSERTRÄGE |
|
| In dieser Position sind
enthalten: |
|
| Periodenfremde
Erträge: |
|
| - Rückverkäufe
Pfandbriefpooling |
1.110 |
| 2. ZINSAUFWENDUNGEN |
|
| In dieser Position sind
enthalten: |
|
| Periodenfremde
Aufwendungen: |
|
| -
Vorfälligkeitsentschädigungen
Schuldscheindarlehen |
35.680 |
| - Close-out-Zahlungen
Zinsswaps |
2.917 |
| 8. SONSTIGE BETRIEBLICHE
ERTRÄGE |
|
| In dieser Position sind
enthalten: |
|
| Periodenfremde
Erträge: |
|
| - Erträge aus der
Auflösung von Rückstellungen |
1.373 |
| Einzelbeträge, die
für die Beurteilung des Jahresabschlusses nicht
unwesentlich sind: |
|
| - Kostenerstattung der
Tochterunternehmen für Personalgestellung und
Arbeitsplatzpauschale |
2.358 |
| 10. ALLGEMEINE
VERWALTUNGSAUFWENDUNGEN |
|
| In dieser Position sind
enthalten: |
|
| Periodenfremde
Aufwendungen: |
|
| - Aperiodische
Zuführungen zu Pensionsrückstellungen |
466 |
| 12. SONSTIGE
BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN |
|
| Einzelbeträge, die
für die Beurteilung des Jahresabschlusses nicht
unwesentlich sind: |
|
| - Spenden |
1.833 |
| 23. STEUERN VOM
EINKOMMEN UND ERTRAG |
|
| In dieser Position sind
enthalten: |
|
| Periodenfremde
Erträge: |
|
| - Steuererstattungen aus
Vorjahren |
1.044 |
| - Erträge aus der
Auflösung von Steuerrückstellungen |
673 |
| Periodenfremde
Aufwendungen: |
|
| - Steueraufwendungen
Vorjahre |
1.694 |
27. BILANZGEWINN
Der Verwaltungsrat wird den Jahresabschluss zum 31.
Dezember 2023 in seiner für den 5. Juli 2024
vorgesehenen Sitzung feststellen. Der Vorschlag für
die Verwendung des Ergebnisses sieht vor, den Bilanzgewinn
vollständig der Sicherheitsrücklage
zuzuführen.
SONSTIGE ANGABEN
Anteile an verbundenen Unternehmen und
Beteiligungen
| Name, Sitz |
Höhe des
Kapitalanteils |
Eigenkapital |
Jahresergebnis |
| Landesbank
Baden-Württemberg, Stuttgart, Karlsruhe,
Mannheim, Mainz |
0,12 % |
15.442 Mio EUR |
+ 1.510 Mio EUR |
|
|
(31.12.2022
1) |
(2022) |
| Sparkassenverband
Baden-Württemberg, Stuttgart |
1,89 % |
-
2) |
-
2) |
|
SVB-Sparkassen-Versicherung Beteiligungs-GmbH Nr. 4,
Stuttgart |
13,02 % |
100.485 TEUR |
+ 2.966 TEUR |
|
|
(30.09.2023) |
(2022/2023) |
| Chancenkapitalfonds der
Kreissparkasse Biberach GmbH, Biberach |
100,00 % |
12.710 TEUR |
-
3) |
|
|
(31.12.2023) |
|
1) Konzernabschluss gemäß IFRS
2) keine Angabe gemäß § 286 Abs.
3 Satz 2 HGB
3) Ergebnisabführungsvertrag mit der
Kreissparkasse Biberach
Wir sind unbeschränkt haftende Gesellschafterin
der RWSO-Grundstücksgesellschaft TBS der
Württembergischen Sparkassenorganisation (GbR),
Fellbach sowie der DKE-GbR, Berlin.
An nachstehenden großen Kapitalgesellschaften
halten wir mittelbar Anteile, die 5 % der Stimmrechte
überschreiten:
| Name, Sitz |
Höhe des
Kapitalanteils |
Eigenkapital |
Jahresergebnis |
| SIMONA AG, Kirn |
15,00 % |
212.547 TEUR |
+ 10.266 TEUR |
|
|
(31.12.2022) |
(2022) |
| MS Industrie AG,
München |
5,54 % |
46.397 TEUR |
- 3.166 TEUR |
|
|
(31.12.2022) |
(2022) |
Am Wertpapierinstitut S-International BWS GmbH &
Co.KG, Ulm halten wir unmittelbar Anteile, die 5 % der
Stimmrechte überschreiten.
Der übrige Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11
HGB ist für die Beurteilung der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung.
Der Sparkassenverband Baden-Württemberg hat sich
zusammen mit den weiteren Trägern quotal entsprechend
seinem Stammkapitalanteil an der Bereitstellung von
zusätzlichem Eigenkapital für die Landesbank
Baden-Württemberg beteiligt. Als Mitglied des
Sparkassenverbands Baden-Württemberg sind wir
verpflichtet, über Umlagen den nicht anderweitig
gedeckten Verbandsaufwand entsprechend dem
maßgeblichen Umlageschlüssel abzudecken.
Darüber hinaus sind wir Mitglied des Sicherungssystems
der Deutschen Sparkassenorganisation, wobei das System der
freiwilligen Institutssicherung beibehalten wurde.
Zusätzlich erfüllt das Sicherungssystem auch die
Anforderungen des Einlagensicherungsgesetzes. Aus diesen
Verpflichtungen ist über die laufenden jährlichen
Beitragsverpflichtungen hinaus derzeit ein akutes Risiko
einer wesentlichen Inanspruchnahme nicht erkennbar.
Zum Erwerb der Landesbank Berlin Holding AG (LBBH)
durch die S-Finanzgruppe haben wir uns über den
Deutschen Sparkassen- und Giroverband ö.K. (DSGV) an
der Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe mbH & Co. KG
(Erwerbsgesellschaft) als Kommanditistin unterbeteiligt. In
diesem Zusammenhang besteht ein Aufwendungsersatzanspruch
des DSGV gegenüber den Unterbeteiligten für den
Fall, dass die über die Erwerbsgesellschaft
auszuschüttenden Dividenden der LBBH die laufenden
Aufwendungen (im Wesentlichen aus der Fremdfinanzierung)
nicht abdecken. Aktuell ist aus dieser Verpflichtung kein
akutes Risiko einer Inanspruchnahme erkennbar.
Derivative Finanzinstrumente
Die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten
Termingeschäfte gliedern sich wie folgt:
|
Nominalbeträge nach Restlaufzeit |
Zeitwerte
1) |
| (Angaben in Mio
EUR) |
bis 1 Jahr |
1-5 Jahre |
> 5 Jahre |
insgesamt |
+ |
./. |
| Zinsbezogene
Geschäfte |
|
|
|
|
|
|
| EUR-Zinsswaps Anlagebuch
2) |
|
200,0 |
550,0 |
750,0 |
72,3 |
1,3 |
| Insgesamt |
0,0 |
200,0 |
550,0 |
750,0 |
72,3 |
1,3 |
|
Buchwerte |
| (Angaben in Mio
EUR) |
Optionsprämie |
Rückstellung
(P7) |
| Zinsbezogene
Geschäfte |
|
|
| EUR-Zinsswaps Anlagebuch
2) |
0,0 |
0,0 |
| Insgesamt |
0,0 |
0,0 |
1) Ohne anteilige Zinsen
2) Diese in die Zinsbuchsteuerung einbezogenen
EUR-Zinsswaps des Anlagebuchs wurden bei der verlustfreien
Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs
(Zinsbuchs) berücksichtigt (vgl. Abschnitt
"Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden") und waren insoweit
nicht gesondert zu bewerten.
Bei den EUR-Zinsswaps im Anlagebuch handelt es sich
um Deckungsgeschäfte.
Beim Kontrahenten im Derivategeschäft per 31.
Dezember 2023 handelt es sich um ein Kreditinstitut im
Haftungsverbund.
Bei Zinsswaps (OTC-gehandelte derivative
Finanzinstrumente) werden theoretisch ermittelte Werte als
Zeitwerte angesetzt (Mark to Model Bewertung). Dabei werden
diese in die Basisbestandteile Kuponanleihe und Floater
zerlegt und unter Zugrundelegung entsprechender
Zinsstrukturkurven getrennt bewertet. Der Barwert des Swaps
ergibt sich dabei aus der Differenz der Barwerte der beiden
Basisprodukte.
Latente Steuern
Aufgrund abweichender Ansatz- und
Bewertungsvorschriften zwischen Handels- und Steuerbilanz
bestehen zum Bilanzstichtag Steuerlatenzen. Wesentliche
künftige Steuerbelastungen bestehen nicht. Die
absehbaren künftigen Steuerentlastungen resultieren
insbesondere aus den Forderungen an Kunden und den
Wertpapieren. Ein Ausweis passiver latenter Steuern war
insoweit nicht erforderlich, auf den Ansatz aktiver
latenter Steuern hat die Sparkasse entsprechend § 274
Abs. 1 HGB verzichtet. Der Ermittlung der latenten Steuern
wurde ein Steuersatz von 27,013 % (Körperschaft- und
Gewerbesteuer zzgl. Solidaritätszuschlag) zugrunde
gelegt. Aus Beteiligungen an Personengesellschaften
resultierende, lediglich der Körperschaftsteuer und
dem Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen
wurden bei den Berechnungen mit einem Steuersatz von 15,825
% berücksichtigt.
Abschlussprüferhonorare
Für das Geschäftsjahr wurden von unserem
Abschlussprüfer für folgende Leistungen Honorare
berechnet:
|
TEUR |
| für die
Abschlussprüfung |
336 |
| für andere
Bestätigungen |
5 |
| für die
Steuerberatung |
25 |
Mitarbeiter / -innen
Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:
|
Gesamthaus |
| Vollzeitkräfte |
472 |
| Teilzeit- und
Ultimokräfte (zahlenmäßig voll) |
304 |
| Auszubildende |
46 |
| Insgesamt |
822 |
Organe der Sparkasse
Verwaltungsrat
| Vorsitzender |
Mario Glaser,
Landrat |
| Stellvertreter |
Jochen Ackermann,
Bürgermeister |
|
Werner Binder,
Bürgermeister |
| Mitglieder |
Elmar Braun,
Bürgermeister a. D. |
|
Markus Grimm,
Sparkassenangestellter |
|
Monika
Koros-Steigmiller, Hauswirtschaftsmeisterin |
|
Manfred Lämmle,
Technischer Fernmeldebetriebsinspektor i.R. |
|
Deutsche Telekom Technik
GmbH |
|
Frank Lock,
geschäftsführender Gesellschafter Lock
Antriebstechnik GmbH |
|
Dr. Frieder Mauch,
selbstständiger Unternehmensberater |
|
Dr. Dominik Reiter,
Sparkassenangestellter |
|
Johannes Remmele,
Inhaber/Gesellschafter SÜDPACK Gruppe |
|
Frank Schneider,
Sparkassenangestellter |
|
Susanne Tress,
Sparkassenangestellte |
|
Armin Walter,
Sparkassenangestellter |
|
Norbert Zeidler,
Oberbürgermeister |
Vorstand
| Vorsitzender |
Martin Bücher |
| Mitglieder |
Kurt Hardt |
|
Dr. Michael
Schieble |
Für die früheren Mitglieder des Vorstandes
bzw. deren Hinterbliebene wurden Gesamtbezüge in
Höhe von 907 TEUR bezahlt. Für diese
Personengruppe bestehen Pensionsrückstellungen in
Höhe von 16.517 TEUR. Die Mitglieder des
Verwaltungsrats erhielten für ihre Tätigkeit im
Berichtsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 145
TEUR.
Kredite und sonstige Haftungsverhältnisse
beliefen sich zum 31. Dezember 2023 gegenüber den
Vorstandsmitgliedern auf 426 TEUR, an die Mitglieder des
Verwaltungsrates wurden 3.880 TEUR ausgereicht.
Eines unserer Vorstandsmitglieder ist Mitglied im
Aufsichtsrat der SIMONA AG, Kirn.
Biberach an der Riß,
13. Juni 2024
Kreissparkasse Biberach
Der Vorstand
| Bücher |
Hardt |
Dr. Schieble |
Anlage zum Jahresabschluss
gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31.
Dezember 2023 ("Länderspezifische
Berichterstattung")
Die Kreissparkasse Biberach hat keine Niederlassungen
im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen
dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich
ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit
als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik
Deutschland. Die Tätigkeit der Kreissparkasse Biberach
besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere
rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden
entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu
gewähren.
Die Kreissparkasse Biberach definiert den Umsatz als
Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und
Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge,
Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc.,
Erträge aus Gewinngemeinschaften etc.,
Provisionserträge, Provisionsaufwendungen und sonstige
betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für
den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 128.020
TEUR.
Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in
Vollzeitäquivalenten beträgt im
Jahresdurchschnitt 628.
Der Gewinn vor Steuern beträgt 9.676 TEUR.
Die Steuern auf den Gewinn betragen 3.474 TEUR. Die
Steuern betreffen laufende Steuern.
Die Kreissparkasse Biberach hat im Geschäftsjahr
keine öffentlichen Beihilfen erhalten.
BESTÄTIGUNGSVERMERK
DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Kreissparkasse Biberach,
Biberach an der Riß
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES
JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Kreissparkasse
Biberach (im Folgenden: Sparkasse) bestehend aus der Bilanz
zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum
31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich
der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden,
geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht
der Sparkasse für das Geschäftsjahr vom 1. Januar
2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den
deutschen, für Kreditinstitute geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse
zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023
bis zum 31. Dezember 2023 und
|
| ― |
vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der
Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen
steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem
Jahresabschluss, entspricht den deutschen
gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
dar.
|
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1
Handelsgesetzbuch (im Folgenden: HGB) erklären wir,
dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die
Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des
Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die
Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §317
HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr.
537/2014; im Folgenden: EU-APrVO) unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse
unabhängig in Übereinstimmung mit den
europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen
und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere
sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus
erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchstabe
f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 HGB, dass alle von
uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der
Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen
Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO
erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile
zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige
Prüfungssachverhalte in der Prüfung des
Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind
solche Sachverhalte, die nach unserem
pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in
unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember
2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit
unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und
bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu
berücksichtigt; wir geben kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht
besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
Bewertung von Forderungen an
Kunden
a) Sachverhalt und Problemstellung
Das Kundenkreditgeschäft ist ein
maßgebliches Geschäftsfeld der Sparkasse. Bei
der Bewertung einzelner Kundenforderungen ist das
Adressenausfallrisiko des Kreditnehmers, d. h. insbesondere
die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer seinen
vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht mehr
nachkommen kann, sowie die Bewertung der ggf. vorliegenden
Sicherheiten, maßgeblich. Die Bewertung dieser
Forderungen beruht somit in einem hohen Maße auf den
Einschätzungen und Annahmen des Vorstands der
Sparkasse zu den genannten Sachverhalten. Die
Unsicherheiten bei diesen Ermessensentscheidungen sind
aktuell insbesondere durch die aktuellen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen geprägt. Von besonderer Bedeutung
ist hierbei die Einschätzung, inwieweit die hieraus
resultierenden Belastungen die Kapitaldienstfähigkeit
der betroffenen Kreditnehmer dauerhaft negativ
beeinflussen. Diese Thematik hat daher wesentliche
Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die
Ertragslage der Sparkasse. Für die Zwecke der
Rechnungslegung sind insofern die Kreditprozesse zur
Bewertung der Forderungen von besonderer Bedeutung. Die
Bewertung von Forderungen an Kunden bedarf insoweit einer
besonderen Befassung durch den Abschlussprüfer.
b) Prüferisches Vorgehen und
Erkenntnisse
Bereits im Rahmen unserer vorgezogenen Prüfung
der organisatorischen Pflichten haben wir die
Ordnungsmäßigkeit der Kreditprozesse, u. a. die
Früherkennungsverfahren für Kreditrisiken und den
Forderungsbewertungsprozess, betrachtet. Die relevanten
Kreditprozesse sowie die Ausgestaltung und Wirksamkeit des
internen Kontrollsystems bei der Bewertung der
Kundenforderungen beurteilen wir regelmäßig auf
Grundlage von Aufbau- und Funktionsprüfungen.
Bei einer risikoorientierten - unter besonderer
Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen - vorgenommenen bewussten Auswahl von
Kreditengagements haben wir aussagebezogene
Prüfungshandlungen in Form von
Einzelfallprüfungen vorgenommen und auf der Grundlage
von Kreditunterlagen zu den wirtschaftlichen
Verhältnissen die von der Sparkasse vorgenommene
Beurteilung des kreditnehmerbezogenen
Adressenausfallrisikos sowie die Bewertung der
Kreditsicherheiten bei ausfallgefährdeten Forderungen
nachvollzogen.
c) Verweis auf weitergehende
Informationen
Weitere Informationen und Erläuterungen sind in
den Anhangangaben zu den Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden sowie zu den Beständen zum
Bilanzposten Aktiva 4 enthalten. Darüber hinaus
verweisen wir auf die Darstellungen und Erläuterungen
im Lagebericht (Abschnitte 2.3.2 "Geschäftsentwicklung
Aktivgeschäft", 2.4.1 "Vermögenslage" und 4.2.1.1
"Adressenrisiko im Kundengeschäft").
Sonstige Informationen
Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen
verantwortlich.
Die uns vor dem Datum des Bestätigungsvermerks
vorgelegte sonstige Information umfasst den
gemäß § 340a Abs. 1a HGB i. V. m. §
289b Abs. 3 Satz 1 Nr. 2a HGB zusammen mit dem Lagebericht
nach §325 HGB zu veröffentlichenden
nichtfinanziellen Bericht für das Geschäftsjahr
2023.
Die sonstige Information, die uns
vereinbarungsgemäß nach diesem Datum zur
Verfügung gestellt wird, umfasst den "Financial Report
2023".
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und
zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen
Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein
Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von
Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir
die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und
dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― |
wesentliche Unstimmigkeiten zum
Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der
Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
|
| ― |
anderweitig wesentlich falsch
dargestellt erscheinen.
|
Falls wir auf Grundlage der von uns
durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine
wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen
Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über
diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem
Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung der gesetzlichen
Vertreter (Vorstand) und des Aufsichtsorgans
(Verwaltungsrat) für den Jahresabschluss und den
Lagebericht
Der Vorstand ist verantwortlich für die
Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen,
für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und
dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner
ist der Vorstand verantwortlich für die internen
Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der
Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der
Sparkasse zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat
er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern
einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er
dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem ist der Vorstand verantwortlich
für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt
ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt
sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen
gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für
die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als
notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines
Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden
deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen,
und um ausreichende geeignete Nachweise für die
Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO
unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen
wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen
im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und
führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf
diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher
als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt
werden, da dolose Handlungen kollusives
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen
interner Kontrollen beinhalten können.
|
| ― |
gewinnen wir ein
Verständnis von dem für die Prüfung
des Jahresabschlusses relevanten internen
Kontrollsystem und den für die Prüfung des
Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme
abzugeben.
|
| ― |
beurteilen wir die
Angemessenheit der vom Vorstand angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der
vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und
damit zusammenhängenden Angaben.
|
| ― |
ziehen wir Schlussfolgerungen
über die Angemessenheit des vom Vorstand
angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit
sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.
Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir
verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im
Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen
unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis
zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse
oder Gegebenheiten können jedoch dazu
führen, dass die Sparkasse ihre
Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen
kann.
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| ― |
beurteilen wir Darstellung,
Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt
einschließlich der Angaben sowie ob der
Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung
der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Sparkasse vermittelt.
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| ― |
beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild
von der Lage der Sparkasse.
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| ― |
führen wir
Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand
dargestellten zukunftsorientierten Angaben im
Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter
Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei
insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom
Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach
und beurteilen die sachgerechte Ableitung der
zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den
zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde
liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein
erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige
Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten
Angaben abweichen.
|
Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter
anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der
Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger Mängel im internen
Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung
feststellen.
Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine
Erklärung ab, dass wir die relevanten
Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und
erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen
Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen
werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit
auswirken, und, sofern einschlägig, die zur
Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen
vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen
Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem
Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen
Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses
für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten
waren und daher die besonders wichtigen
Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese
Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn,
Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die
öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE
RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Übrige Angaben gemäß
Art. 10 EU-APrVO
Wir sind nach §30 Abs. 2 Satz 2 Sparkassengesetz
für Baden-Württemberg i.V. m. § 340k Abs. 3
Satz 1 HGB gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse.
Wir erklären, dass die in diesem
Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile
mit dem Prüfungsbericht nach Art. 11 EU-APrVO in
Einklang stehen.
Von uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis
der Prüfung beeinflussen können, haben folgende
Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im
Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur
Abschlussprüfung für die Sparkasse oder ein
gemäß §271 Abs. 2 HGB verbundenes
Unternehmen der Sparkasse erbracht:
| ― |
Prüfung im Zusammenhang mit
der Kostenumlage der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht für den
Aufsichtsbereich Wertpapierhandel gemäß
§ 16j Abs. 2 Satz 2 des Gesetzes über die
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
(Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz - FinDAG)
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| ― |
Prüfung des
Jahresabschlusses und des Lageberichts 2023 bei der
Tochtergesellschaft Chancenkapitalfonds der
Kreissparkasse Biberach GmbH, Biberach an der
Riß und Prüfung des Jahresabschlusses 2023
bei der Tochtergesellschaft Chancenkapital
Beteiligungs-GmbH, Biberach an der Riß durch
die FR Finanzrevision GmbH,
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Netzwerk)
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VERANTWORTLICHER
WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung verantwortliche
Wirtschaftsprüfer ist Herr Peter Wöhrle.
Stuttgart, den 13. Juni
2024
Sparkassenverband Baden-Württemberg
Prüfungsstelle
FESTSTELLUNG DES JAHRESABSCHLUSSES
Der Jahresabschluss 2023 wurde am 5. Juli 2024 durch
den Verwaltungsrat der Kreissparkasse Biberach
festgestellt. In dieser Sitzung hat der Verwaltungsrat
außerdem beschlossen, den Bilanzgewinn in Höhe
von 6.086.692,19 Euro der Sicherheitsrücklage
zuzuführen.
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