PTW Powertrain Tools Weingarten GmbHLiquidiert

Damaschkestraße 7, 08280 Aue-Bad Schlema, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Ulm HRB 738251
Eingetragen
12.4.2019
Branche
Herstellung von handgeführten Werkzeugen mit MotorantriebHerstellung sonstiger Werkzeuge a. n. g.Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Werkzeugen
Gegenstand
Die Entwicklung, die Herstellung sowie der Vertrieb von Werkzeugen aller Art, insbesondere von Stanz-, Schneid-, Umform- und Urformwerkzeugen, die Teilefertigung, die Entwicklung und Verwertung von Technologien und Baugruppen des Werkzeugbaus sowie alle Geschäfte, die mit dem Gegenstand des Unternehmens zusammenhängen oder dem Gesellschaftszweck zu dienen geeignet sind. Die Gesellschaft ist berechtigt den Gegenstand auf ähnliche und verwandte Betriebszwecke auszudehnen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jens Mogdans
seit 1.12.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.01% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (4)

NameAnteil
ANDRITZ AGAUT
71.15%
16.44%
ANDRITZ Power & Water GmbHAUT
10.62%
ANDRITZ AGAUT
1.80%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
AWEBA Werkzeugbau GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH

Weingarten

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020

A Geschäftsverlauf und Lage

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Rezession der Weltwirtschaft in 2020

Die Weltwirtschaft spürt 2020 deutlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie, aber auch Krisen wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China, geopolitische Spannungen und der endgültige Austritt Großbritanniens aus der EU führen zu einer weiteren Anspannung der wirtschaftlichen Lage. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2020 nach Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 3,5 % gesunken (2019: +2,8 %). Die Industrieländer müssen mit einem Minus von 4,9 % rechnen (2019: +1,6 %). Der IWF erwartet für die Schwellen- und Entwicklungsländer eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums um 2,4 % (2019: +3,6 %).

Das BIP der Eurozone nahm im weltweiten Vergleich mit 7,2 % deutlich stärker ab. In Deutschland sank das BIP um vergleichsweise geringe 5,4 %. Durch stärkeren privaten Konsum, geringer Abhängigkeit von der Tourismusbranche und stark gestiegene Exporte blieb die Wirtschaft hier vergleichsweise stabil. Das US-Wirtschaftswachstum sank, ähnlich dem weltweiten Schnitt, um 3,4 %.

In Japan sank das BIP um 5,1 %. China verzeichnet bereits 2020 positive Wachstumsdynamiken, Experten rechnen mit einem Anstieg des BIP um 2,3 %. Diese Dynamik wurde durch umfangreiche Konjunkturpakete und ein starkes Exportvolumen unterstützt. Die Corona-Krise hatte großen Einfluss auf die konjunkturelle Lage in Indien, das BIP sank um 8,0 %. In Brasilien verringerte sich das BIP um 4,5 % im Vergleich zum Vorjahr, und auch in Russland war der Wachstumstrend ähnlich, dort nahm das BIP um 3,6 % ab.

[Quelle: International Monetary Fund (IMF) World Economic Outlook Update, Januar 2021]

Weltautomobilmarkt 2020 deutlich unter niedrigem Vorjahresniveau

Die PKW-Neuzulassungen bewegen sich 2020 nach Einschätzungen des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) weltweit bei einem deutlichen Rückgang von 15,0 % auf 67,7 Millionen PKW. Prägend für die wirtschaftliche Entwicklung weltweit und in den einzelnen Ländern waren die großen Folgen der Corona-Krise.

Der europäische Trend bei den Neuzulassungen 2020 liegt im globalen Vergleich signifikant unter dem weltweiten Durchschnitt. In ganz Europa (EU27+EFTA+UK) war laut VDA ein negatives Wachstum von 24,3 % bei den Neuzulassungen zu beobachten. Verursacht wurden diese historischen Rückgänge im europäischen Raum im Besonderen durch den starken Einfluss der Corona-Pandemie, aber auch die Brexit-Verhandlungen beeinflussten die Zahl der Neuzulassungen nachhaltig.

Die Corona-Krise hat eine neue Mobilitätsdiskussion angestoßen. In Deutschland sieht ein Großteil der Bevölkerung das Auto in Bezug auf eine mögliche Corona-Infizierung als sicherstes Verkehrsmittel an und will unter keinen Umständen auf das Auto verzichten. Daraus resultierte eine starke Wachstumsphase von September-Dezember 2020, hier lag das Absatzvolumen sogar über dem des Vorjahres. Der Trend wurde durch die Subvention von ganz oder teilweise (hybrid) elektromotorisch angetriebenen Autos sowie der befristeten Umsatzsteuerabsenkung verstärkt. Im Gesamtjahr sank der Absatz in Deutschland nach Angaben des VDA um 19,0 %. In 2020 wurden im Vergleich zum Vorjahr 24 % weniger Autos in das Ausland exportiert. Entsprechend verzeichnete die PKW-Produktion in Deutschland einen ähnlich starken Einbruch mit 25,0 %.

Auch in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) waren in 2020 im Vergleich zum Vorjahr Rückgänge bei den PKW-Zulassungen zu verzeichnen (Brasilien -26,7 %, Indien -17,7 %, Russland -9,1 %). Bemerkenswert ist die Entwicklung auf dem chinesischen Automobilmarkt. Von Januar bis Dezember 2020 entwickelte sich das Absatzvolumen auf 19,8 Millionen Einheiten, was einen Rückgang zum Vorjahr von nur 6,1 % bedeutet. Der Rückgang in China liegt damit deutlich unter dem globalen Marktdurchschnitt.

In den USA blieb das Absatzvolumen mit einem Minus von 16,8 % unter dem Vorjahresniveau von 2019. Mit 3,8 Millionen PKW-Neuzulassungen litt der japanische Markt verhältnismäßig gering (11,4 % unter dem Vorjahresabsatz).

[Quellen: VDA Pressemeldung vom 19. Januar 2021 "Europäischer Pkw-Markt bricht 2020 um ein Viertel ein" und VDA Pressemeldung vom 8. Januar 2021 "Corona-Effekt: Austausch älterer Autos stockt"]

Sinkende Nachfrage nach Werkzeugmaschinen

Die globale Werkzeugmaschinenindustrie erlebte im Jahr 2020 einen empfindlichen Nachfragerückgang. Die Abkühlung der Weltkonjunktur, das zunehmend rauer werdende Handelsklima und der Strukturwandel in der Automobilindustrie führen zusammen mit der Corona-Pandemie zu einem drastischen Preis- und Mengendruck auf die Branche.

Nach den Berechnungen des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) ist die weltweite Werkzeugmaschinenproduktion 2020 gegenüber dem Vorjahr um 23,4 % auf EUR 55,0 Mrd gesunken.

Der deutsche Werkzeugmaschinenbau geriet 2020 in einen kräftigen Abschwung. Die Nachfragesituation verschlechterte sich, und der Auftragseingang ging in Summe um 31,0 % zurück. Die Bestellungen aus dem Inland brachen deutlich ein (-33,0 %), und auch die Auslandsnachfrage lag 31,0 % unter Vorjahresniveau. Das Produktionsvolumen sank um 31,0 % auf rund EUR 10,8 Mrd.

Die Exportquote der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie stieg hingegen gegenüber dem Vorjahr von 64,5 % auf 65,9 % an. Insgesamt waren die Kapazitäten mit 70,9 % wesentlich geringer ausgelastet und lagen dabei um 17,5 Prozentpunkte unter Vorjahresniveau.

[Quelle: Schätzung des VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V. für Schuler anhand Oxford Economics und VDW Daten, Januar 2021]

Die beschriebene Marktentwicklung war in 2020 auch bei PTW feststellbar. Insbesondere die verschobenen bzw. nicht durchgeführten Investitionsentscheidungen der Automobilindustrie, verstärkt durch die Absatzrückgänge bei OEM´s durch die Corona-Pandemie, führten zu deutlichen Auftragsrückgängen. Durch Überkapazitäten auf der Angebotsseite für Investitionsgüter war ein spürbarer Preisverfall bei der Vergabe von Aufträgen zu verzeichnen. Der Auftragsbestand zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres und der Auftragseingang konnten die verfügbaren Kapazitäten nur ungenügend füllen.

2. Strukturelle Veränderungen im Unternehmen und Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs

Auf Ebene der Schuler AG bestimmt seit 2018 die Konzernstrategie CORE weltweit das unternehmerische Handeln. Dies beinhaltet die Konzentration auf die Kernkompetenzen sowie die Neuordnung der Produktentwicklung und der lokalen Kompetenzen und eine weitere Digitalisierung von Produkten, Prozessen und Geschäftsmodellen. Das Teilziel "Konzentration auf die Kernkompetenzen" beinhaltete im Geschäftsjahr 2019 u. a. die Neuausrichtung der Division Inteligent Tooling Solutions (ITS). Mit Gesellschaftsvertrag vom 4. April 2019 wurde die PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH, Weingarten (PTW) gegründet. Die PTW ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue, Aue (AWEBA) und bleibt damit Teil des Schuler-Konzerns. Mit Kaufvertrag über den Betriebsteil "Powertrain Weingarten" vom 30. September 2019 wurde im Rahmen eines Asset Deals das Vermögen des ehemaligen Geschäftsbereichs "Werkzeugbau Weingarten-Teilbereich Powertrain" der Schuler Pressen GmbH in das neu gegründete Unternehmen PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH, Weingarten (PTW), überführt. Der Kaufgegenstand beinhaltete sowohl Anlagevermögen, Vorratsvermögen, Vertragsverhältnisse mit Kunden und Lieferanten als auch die Übernahme von Arbeitsverhältnissen mit den damit zusammenhängenden Verpflichtungen bei Anwendung des § 613a BGB.

Die Aufnahme des operativen Geschäftsbetriebs erfolgte zum 1. Oktober 2019.

Die PTW sollte als eigenständiges Unternehmen als Spezialist für anspruchsvolle Werkzeuglösungen am Markt positioniert werden. Hierzu sollten der Maschinenpark und die personellen Ressourcen optimal eingesetzt und mit einer engen Vernetzung mit der Muttergesellschaft AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue auf der Vertriebsseite der wirtschaftliche Betrieb gesichert werden. Die Palette umfasste Umform- und Schneidwerkzeuge speziell für die Herstellung von Lamellenträgern aus dem Bereich des Antriebsstrangs. Im Verbund mit der AWEBA, sollte die PTW den Kunden die durchgehende Kompetenz parallel zu deren gesamten Herstellungsprozessen durch die dazugehörenden Werkzeuge, Mess-, Bearbeitungs-, Schweiß- und Montagevorrichtungen bieten können. Geringere Aufwendungen für kundenseitige Betreuung und Projektleitung waren die beabsichtigten positiven Folgen dieser Paketlösung.

Als Nachfolger der ehemaligen Produktsparte Powertrain-Dies der Schuler Pressen GmbH verfügte die PTW über hervorragendes Knowhow um als spezialisierter Anbieter für namehafte OEMs und Tier 1-Zulieferer zu gelten.

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2020 war absehbar, dass die wirtschaftlichen Grundannahmen, welche Basis für die Gründung der PTW waren, nicht eintreten werden. Die in Punkt A.1. dargestellten marktseitigen Rahmenbedingungen erlaubten es nicht, die Prognosen für das Geschäftsjahr 2020 zu erreichen. Die sich stetig verschlechternde Auftragssituation zusammen mit hohen laufenden Kostenbelastungen drückten zusehends die Ertragslage. Notwendige Kostensenkungsmaßnahmen konnten aufgrund tarifvertraglicher Regelungen nicht in entsprechender Höhe zur Wirkung gebracht werden. Als Konsequenz wurde im Juni/Juli durch die Geschäftsführung der PTW in Absprache mit dem alleinigen Gesellschafter AWEBA die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs zum Ende des Geschäftsjahres 2020 beschlossen.

3. Auftrags- und Umsatzsituation

Auftragsbestand, Umsatz und das operative Ergebnis vor Gewinnabführung/Verlustausgleich sind unsere bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren und Steuerungsgrößen.

Im Rahmen des Asset Deals vom 30. September 2019 wurde ein Auftragsbestand von TEUR 3.901 übernommen. Hierbei handelte es sich ausschließlich um Aufträge des Kunden AWEBA. Weitere vorhandene Aufträge anderen Endkunden wurden nicht übertragen. Die nicht übertragenen Aufträge erfüllte die PTW nur im Innenverhältnis und rechnete die entstehenden Aufwendungen gegenüber der Schuler Pressen GmbH nach Aufwand ab. Die Schuler Pressen GmbH fakturierte die Aufträge gegenüber dem Endkunden. Bis Jahresende 2019 ging der Auftragsbestand stetig bis auf TEUR 2.551 zurück.

In der Vorjahresprognose für das Geschäftsjahr 2020 ist die Geschäftsführung davon ausgegangen, dass der Auftragsbestand des Vorjahres deutlich übertroffen wird. Es wurde geplant, dass der Umsatz deutlich unter dem Niveau des auf 12-Monate hochskalierten Rumpfgeschäftsjahres 2019 liegt. Der Auftragseingang sollte über dem Vorjahr liegen. Speziell im 2. Halbjahr 2020 wurde mit leicht anziehenden Auftragseingängen gerechnet. Insgesamt begründeten sich die Planungsprämissen auf einer anziehenden Nachfragetätigkeit im Geschäftsbereich Werkzeuge nach Beendigung des Shut-Downs und Nachholeffekten aus verschobenen Entwicklungsprojekten aus 2019. Zudem sollte bei der PTW in der zweiten Jahreshälfte 2020 mit Restrukturierungsmaßnahmen begonnen werden, um die Kapazitäten weiter an die Nachfrage anzupassen. Trotz der Kostensenkungsmaßnahmen sollte sich die Ertragslage gegenüber einem auf zwölf Monate hochskalierten Rumpfgeschäftsjahr 2019 nur geringfügig verbessern und deutlich negativ verbleiben. Tatsächlich wurde ein stichtagsbezogener Auftragsbestand zum 31. Dezember 2020 in Höhe von TEUR 0 (i. Vj. TEUR 2.551), Auftragseingänge von TEUR 1.421 (i. Vj. TEUR 282) und Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 3.962 (i. Vj. TEUR 1.637) erzielt.

Das Ergebnis vor Steuern beträgt für 2020 TEUR -9.019 (i. Vj. TEUR -788). Dieses Ergebnis ist durch wesentliche Sondereffekte in Höhe von insgesamt TEUR 5.149 aufgrund des Beschlusses zur Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs belastet. Zu den wesentlichen Sondereffekten zählen Personalaufwendungen (TEUR 4.601), Dauerschuldverhältnisse und Schließungskosten (TEUR 108) sowie außerplanmäßige Abschreibungen des Anlagevermögens (TEUR 440). Das um die wesentlichen Sondereffekte bereinigte operatives Ergebnis vor Steuern beträgt TEUR -3.870. Die Erwartung des Vorjahres nach einem geringfügig verbesserten Ergebnis vor Ergebnisabführung konnten damit nicht erfüllt werden. Ausschlaggebend hierfür sind die unter Punkt A.1. gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen, die zu einer deutlichen Verschlechterung der Auftrags- und Ertragssituation der PTW im Vergleich zum Vorjahr führten.

Der politisch gewollte Strukturwandel in der Automobilindustrie führte zu Investitionszurückhaltung und Unsicherheit bei der Entwicklungsrichtung künftiger Fahrzeuge. Entsprechend wurden angekündigte Projekte gestoppt und sehr wenig neue Anfragen in den Werkzeugmarkt gestreut. Die Auslastung in den Konstruktions-, Fertigungs- und Montagebereichen war stets angespannt. Unterauslastungen der Kapazitäten in allen Unternehmensbereichen waren die Regel. Neben der allgemein angespannten Marktsituation waren die Vertriebsaktivitäten durch Zurückhaltung der Kunden bei Neubestellungen aufgrund des neuen Markteintritts der PTW als Nachfolger der Produktsparte Powertrain-Dies der Schuler Pressen GmbH gekennzeichnet. Mit Beginn der Corona-Pandemie im Februar 2020 erwuchs ein weiterer Risikofaktor für den Fortbestand des Unternehmens. Zum Prognosezeitpunkt waren die quantitativen Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht abschließend möglich. Die Pandemie hat auch den hochspezialisierten Zielmarkt der PTW für Lamellenträger im Antriebsstrang stark negativ beeinflusst und damit die Erreichung der Planvorgaben für Auftragseingang, Umsatz und operatives Ergebnis unmöglich gemacht.

Der Anteil des Exportumsatzes lag im Berichtsjahr bei TEUR 47 (i. Vj. TEUR 0). Dies entspricht einer Exportquote von 1 % (i. Vj. 0 %). Alle Exporte gingen nach China.

4. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Ertragslage

Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2020 belaufen sich auf TEUR 3.962. Das rückläufige Auftragsvolumen hat im Berichtsjahr zu einer Unterauslastung in allen Unternehmensbereichen geführt. In der Vorjahresprognose wurde für das Geschäftsjahr 2020 bereits von einem deutlich Rückgang gegenüber einem auf zwölf Monate hochskalierten Rumpfgeschäftsjahres 2019 ausgegangen. Zu diesem Zeitpunkt war die quantitative Auswirkung der Corona-Pandemie nicht abschließend möglich. Die gegenüber 2019 schon deutlich reduzierten Umsatzerwartungen wurden durch die Pandemie nochmals deutlich verfehlt, was auch zur Entscheidung über die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs zum Ende des Geschäftsjahres 2020 beitrug.

Unter Berücksichtigung einer Bestandsminderung von TEUR 1.800 wurde im Geschäftsjahr 2020 eine Gesamtleistung in Höhe von TEUR 2.162 erreicht. Ein niedriger Auftragsbestand von TEUR 2.551 zum Ende des Vorjahres und ganzjährig schwache Auftragseingänge in 2020 verhinderten eine höhere Gesamtleistung.

Der Materialaufwand belief sich auf TEUR 1.323. Auf kapazitative Fremdvergaben an fremde Dritte wurde fast vollständig verzichtet. Hauptsächlich technologisch bedingte Fremdleistungen wurden eingekauft. Hier wurde auf freie Kapazitäten der AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue (TEUR 501) und der Schuler Pressen GmbH (TEUR 320) zurückgegriffen.

Im Geschäftsjahr 2020 entstanden Personalaufwendungen von TEUR 8.345. Basis für die bezahlten Entgelte bildet der Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg. Kostenmindernd sind Kurzarbeitsgelder berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2020 beschäftigte die Gesellschaft inklusive zwei Geschäftsführern durchschnittlich 53 (i. Vj. 58) Mitarbeiter und vier (i. Vj. sechs) Auszubildende. Im Personalaufwand sind Aufwendungen für die Bildung von Rückstellungen von TEUR 4.615 als Folge der Entscheidung über die Einstellung des Geschäftsbetriebes enthalten. Mit der Rückstellung werden die im Sozialplan geregelten Abfindungen, die laufenden Entgelte inklusive tarifvertraglicher Sonderleistungen und Sozialversicherungsbeiträge bis zum Ablauf der individuellen Kündigungsfristen und Beiträge zur Berufsgenossenschaft abgebildet.

Immaterielle Vermögensgegenstände wurden planmäßig um TEUR 39 und außerplanmäßig um TEUR 173 abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen für abnutzbaren Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens belaufen sich auf TEUR 178 und die außerplanmäßigen Abschreibungen auf TEUR 267.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (ohne periodenfremde Effekte) belaufen sich auf TEUR 997. Sie beinhalten Mieten und Mietnebenkosten für den Unternehmensstandort von TEUR 244 von der Schuler Pressen GmbH. Weiter sind TEUR 204 für eine Managementfee der Muttergesellschaft AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue für Vertriebsunterstützungen und Wahrnehmung allgemeiner Verwaltungstätigkeiten enthalten. Aufwendungen im Zusammenhang mit der Bildung von Rückstellungen wegen der Entscheidung über die Einstellung des Geschäftsbetriebs belaufen sich auf TEUR 108.

Die periodenfremden Erträge und Aufwendungen ergaben im Saldo einen Ertrag von TEUR 230. Dabei stehen periodenfremden Erträgen von TEUR 232 (i. Vj. TEUR 12) periodenfremden Aufwendungen von TEUR 2 (i. Vj. TEUR 0) gegenüber. Die periodenfremden Erträge resultieren insbesondere aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 231). Darin enthalten sind Erträge aus der Minderung der Rückstellung für Jubiläen (TEUR 129) aufgrund der Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs.

Das Finanzergebnis bildet sich vollständig aus Zinsen für Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen und beträgt TEUR -95 (i. Vj. TEUR -10).

Das Ergebnis vor Verlustübernahme beträgt im Geschäftsjahr 2020 TEUR -9.019 (i. Vj. TEUR -788).

Die Ertragslage der PTW hat sich gegenüber dem Rumpfgeschäftsjahr 2019 signifikant verschlechtert.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme liegt bei TEUR 9.684 (i. Vj. TEUR 5.260).

Das Anlagevermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.008 verringert. Dem Werteverzehr über planmäßige Abschreibungen (TEUR 217) und außerplanmäßigen Abschreibungen (TEUR 440) stehen Investitionen (TEUR 4) gegenüber. In den außerplanmäßigen Abschreibungen ist die vollständige Abschreibung des Geschäfts- und Firmenwerts enthalten. Es gab keine wesentlichen Investitionen in Sachanlagen. In 2020 wurden Sachanlagegüter zu Restbuchwerten an die AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue (TEUR 329), Schuler Pressen GmbH (TEUR 20) und WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH (TEUR 7) veräußert.

Das Umlaufvermögen (inkl. Rechnungsabgrenzungsposten) hat sich gegenüber dem Vorjahr erhöht, um TEUR 5.432 bzw. 131,7 % auf TEUR 9.558. Das Vorratsvermögen sank gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.804. Zum 31. Dezember 2020 ist kein Vorratsvermögen mehr vorhanden. Grundlage hierfür ist die Abrechnung aller Kundenaufträge vor dem Bilanzstichtag. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (TEUR 9.374; i. Vj. TEUR 2.067) sind hauptsächlich geprägt durch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 46; i. Vj. TEUR 1), Forderungen aus Verlustübernahme gegen die AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue (TEUR 9.019; i. Vj. TEUR 788), Forderungen gegenüber der Schuler Pressen GmbH (TEUR 220; i. Vj. TEUR 90) sowie Forderungen aus Umsatzsteurer aufgrund einer umsatzsteuerlichen Organschaft mit der AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue (TEUR 14; i. Vj. TEUR 3). Die Liquiditätsreserven belaufen sich auf TEUR 179 (i. Vj. TEUR 255).

Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 2.525 (i. Vj. TEUR 2.525). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 26,1 % (i. Vj. 48,0 %). Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages stellt sich das Eigenkapital im Vergleich zum Vorjahr betragsmäßig unverändert dar.

Hinsichtlich des Fremdkapitals (TEUR 7.159; i. Vj. TEUR 2.735) ist insbesondere ein Anstieg der Rückstellungen festzustellen. Der Anstieg begründet sich im Wesentlichen aus der Bildung einer Restrukturierungsrückstellung in Höhe von TEUR 4.601. Die Rückstellung umfasst die im Sozialplan geregelten Abfindungen, die laufenden Entgelte inklusive tarifvertraglicher Sonderleistungen und Sozialversicherungsbeiträge bis zum Ablauf der individuellen Kündigungsfristen. Es bestehen Rückstellungen für Pensionen von TEUR 877 (i. Vj. TEUR 801). Das Deckungsvermögen aus bestehenden Rückdeckungsversicherungen (TEUR 400; i. Vj. TEUR 431) wurde saldiert. Sonstige Rückstellungen bestehen für Altersteilzeit (TEUR 108), vertragliche Verpflichtungen aus Dauerschuldverhältnissen bis zum frühestmöglichen Kündigungstermin (TEUR 58), Verwertungsaufwendungen für die Standortauflösung (TEUR 50), Beiträgen zur Berufsgenossenschaft (TEUR 38), Jahresabschluss-, Prüfungs- und Beratungskosten (TEUR 11), Jubiläumszahlungen (TEUR 5) sowie Gewährleistungen (TEUR 1). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen belaufen sich auf TEUR 1.329 (i. Vj. TEUR 1.201). Hauptbestandteil ist die Inanspruchnahme von Kontokorrentkrediten der Schuler AG (Saldo aus Aufnahme und Tilgung) in Höhe von TEUR 1.200 (i. Vj. TEUR 1.200) zur Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit und Ausgleich von Liquiditätsengpässen begründet aus den operativen Verlusten. Weiter bestehen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Schuler Pressen GmbH von TEUR 129 (i. Vj. TEUR 1).

Die Vermögenslage der PTW wird als ausreichend eingeschätzt.

Finanzlage

Der negative Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt TEUR -334 und wird hauptsächlich vom negativen Periodenergebnis beeinflusst. Positiv wirken vor allem die Bildung von Rückstellungen, die Abnahme des Vorratsvermögens und der Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist mit TEUR 352 positiv und resultiert insbesondere aus Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit stellt sich negativ in Höhe von TEUR 95 dar und bildet sich vollständig aus gezahlten Zinsen.

Seitens der Schuler AG wurden zum Bilanzstichtag Kontokorrentkredite ohne Laufzeitvereinbarung in Höhe von TEUR 1.200 (i. Vj. TEUR 1.200) gewährt. Es wird von einem voraussichtlichen Rückzahlungszeitpunkt von ein bis fünf Jahr ausgegangen. Grundlage der in Anspruch genommenen Kontokorrentkredite ist eine Cash Pool Vereinbarung vom 20. Dezember 2019 zwischen der Schuler AG und der PTW. Diese Vereinbarung kann von jeder Vertragspartei mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden.

Zum Bilanzstichtag bestehen keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Unter Berücksichtigung der bestehenden Kreditlinie verfügte die PTW im Berichtsjahr über eine ausreichende Liquiditätsreserve. Die Liquidität der Gesellschaft war im Berichtsjahr stets gesichert.

5. Gesamtaussage

Abschließend kann festgestellt werden, dass die getroffenen Prognosen hinsichtlich der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage aus dem Vorjahr grundlegend nicht bestätigt werden konnten. Die quantitativen Auswirkungen der Corona-Pandemie waren zum Prognosezeitpunkt nicht abschätzbar. Die negativen Auswirkungen sind als hoch einzuschätzen. Die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebes zum Ende des Geschäftsjahres 2020 und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage waren zum vorjährigen Prognosezeitpunkt nicht absehbar.

6. Investitionen

Im Geschäftsjahr 2020 wurden TEUR 4 in das Anlagevermögen bei einem planmäßigen Abschreibungsvolumen von TEUR 217 und einem außerplanmäßigen Abschreibungsvolumen von TEUR 440 investiert. Es gab keine wesentlichen Investitionen in Sachanlagen.

7. Werkzeugherstellung

PTW erfüllte mit ihrem Spektrum an Werkzeugen sehr spezielle Kundenwünsche. Die Produktpalette umfasste Umform- und Schneidwerkzeuge für Bauteile des Antriebsstrangs, und im Speziellen Lamellenträger. Im Verbund mit AWEBA waren eine hohe Fertigungstiefe und die Einhaltung entsprechender Qualitätsstandards garantiert.

Im Berichtsjahr 2020 waren durchschnittlich elf Entwickler und Konstrukteure, neun Mitarbeiter an Werkzeugmaschinen und 16 Werkzeugmacher mit der Produktion von Werkzeugen für die Automobil- und Elektroindustrie betraut.

8. Entwicklung und Konstruktion

Mithilfe des Einsatzes der kinematischen Simulation in der Konstruktion von Umformwerkzeugen war die Visualisierung von zeitabhängigen Bewegungsabläufen zur Funktionsdarstellung möglich. Durch die Variation von Parametern ließen sich vielseitige Bewegungszusammenhänge zwischen Werkzeugkinematiken und Transfer der Bauteile mit dem Mechanisierungszubehör optimieren. Abhol- und Ablagepositionen konnten leicht überprüft, erreichbare Hubzahlen vorab analysiert werden.

Die kinematische Simulation umfassten Werkzeugbewegungen, wie Hubbewegungen von Nieder- und Blechhaltern, Ausstoßern, Abdrückern, gesteuerte Abläufe von beispielsweise Pneumatiken bis zu komplexen Schiebern. Der zweite Bereich war der 2- oder 3-Achs-Transfer. Hierbei waren auch Drehbewegungen von Greifern zum Wenden der Bauteile möglich. Alle Lösungen halfen Konstruktionsprozesse zu verbessern, Kollisionen auszuschließen und so Kosten zu senken sowie die Produktionssicherheit der Anlagen zu erhöhen.

Personell wurden junge Nachwuchskräfte weiterentwickelt. Das Knowhow für Werkzeuge entsprach höchsten Anforderungen.

9. Personal- und Sozialbereich, Organisation

Zum Stichtag beschäftigte die Gesellschaft inklusive zwei Geschäftsführern 47 (i. Vj. 58) Mitarbeiter. Als Anpassung auf die gesamtwirtschaftliche Lage wurde von Neueinstellungen abgesehen. Auf den Ausgleich altersbedingter Abgänge wurde verzichtet.

Am 30. Juli 2020 wurden die Mitarbeiter über die Einstellung des Geschäftsbetriebs zum Ende des Berichtsjahres informiert. Anschließend erfolgten Verhandlungen über einen Interessensausgleich und Sozialplan, welche am 14. Oktober 2020 abgeschlossen werden konnten. Geregelt wurden unter Anderem betriebsbedingte Kündigungen, Freistellungen, Umgang mit Urlaubs- und Zeitkonten, Altersteilzeit, Ausbildungsverhältnisse, betriebliche Altersversorgung und Abfindungen.

Das Durchschnittsalter bei PTW liegt bei 45,9 Jahren. Die Altersstruktur zeigt ein gleichmäßiges Bild von jüngeren qualifizierten Mitarbeitern sowie berufserfahrenen Fachkräften.

PTW bildet in den Berufen Werkzeug- und Zerspanungsmechaniker aus. Zum Stichtag waren vier (i. Vj. sechs) Auszubildende beschäftigt. Die Ausbildungsverhältnisse sind von der Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs nicht betroffen und werden planmäßig bis zum Ende der Ausbildung fortgeführt.

Mitarbeiter in Altersteilzeit (passive Phase) sind ebenfalls nicht von der Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs betroffen. Die Arbeitsverhältnisse werden bis zum vertraglich vereinbarten Endtermin fortgeführt. Mitarbeiter in Altersteilzeit (aktive Phase) wurden rückabgewickelt.

Im November 2020 wurden die betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen. Im Dezember 2020 wurden alle Mitarbeiter von der Erbringung ihrer vertraglich geschuldeten Arbeitsleistung unwiderruflich freigestellt.

B Prognosebericht

Aufgrund der Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs zum 31. Dezember 2020 wird auf die Darstellung der internationale Wirtschaftsentwicklung, des Automobilmarktes und der Werkzeugmaschinenindustrie für den Prognosezeitraum 2021 verzichtet.

Aussichten PTW 2021

Mit der Entscheidung über die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs entfällt die Geschäftsgrundlage für das Geschäftsjahr 2021.

Zum 31. Dezember 2020 sind alle bestehenden Kundenaufträge abgerechnet. Es ergibt sich ein Auftragsbestand von TEUR 0. Für 2021 sind keine Umsätze mehr zu erwarten.

Aufwendungen, die im Geschäftsjahr 2021 entstehen und durch die Entscheidung über die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs verursacht sind, wurden in 2020 rückgestellt. Die Rückstellungen umfassen die im Sozialplan geregelten Abfindungen, die laufenden Entgelte inklusive tarifvertraglicher Sonderleistungen und Sozialversicherungsbeiträge bis zum Ablauf der individuellen Kündigungsfristen, vertragliche Verpflichtungen aus Dauerschuldverhältnissen bis zum frühestmöglichen Kündigungstermin und Verwertungsaufwendungen für die Standortauflösung.

Nach durchgeführten außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von TEUR 440 im November 2020 erfolgt seit Dezember 2020 keine planmäßige Abschreibung des Sachanlagevermögens. Die Restbuchwerte entsprechen individuell ermittelten und zu erwartenden Verkaufserlösen oder Schrottwerten. Es ist geplant, die Produktionsstätte der PTW bis Ende des 3. Quartals 2021 zu beräumen. Dazu müssen die zum 31. Dezember 2020 noch vorhandenen Sachanlagegüter verkauft oder teilweise verschrottet werden.

Die Finanzierung der erwarteten Aufwendungen in 2021 ist über die von der Schuler AG bereitgestellte Kreditlinie abgesichert.

Ungeklärt ist zum Berichtszeitpunkt die Abwicklung der Pensionsverpflichtungen.

Eine Liquidierung der Gesellschaft ist aufgrund laufender Altersteilzeitverträge frühestens im Geschäftsjahr 2022 möglich.

Für das Geschäftsjahr 2021 geht die Geschäftsführung von einem gegenüber 2020 erheblich verbesserten Ergebnis vor Ergebnisabführung aus.

C Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Allgemein

Aufgrund der Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs zum 31. Dezember 2020 wird auf die Darstellung von branchen- und geschäftsspezifischen Chancen- und Risiken verzichtet.

Risiken im Zusammenhang der Betriebsschließung

Risiken können im Zuge der Beendigung der Arbeitsverhältnisse im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten, etwa durch Kündigungsschutzklagen, entstehen. Insgesamt wird das Rechtsrisiko als gering eingeschätzt.

Weiter bestehen Risiken aus der Verwertung der zum 31. Dezember 2020 noch vorhandenen Sachanlagegüter. Zu erwartende Verkaufserlöse hängen stark von der allgemeinen Marktlage für gebrauchte Investitionsgüter zum Verwertungszeitpunkt ab. Das Risiko aus der Verwertung ist als mittel einzuschätzen.

Liquiditätssicherung

Zu den zentralen Aufgaben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gehört die Gewährleistung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit durch die Bereitstellung ausreichender Mittel und die Sicherung der Ertragskraft durch Steuerung der finanziellen Risiken.

Die Gesellschaft weist in erheblichem Umfang innerhalb des Prognosezeitraums fällige Verbindlichkeiten, insbesondere gegenüber verbundenen Unternehmen, auf. Durch die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs im Dezember 2020 sind für 2021 keine wesentlichen Erträge mehr zu erwarten. Dem gegenüber stehen die Auszahlungen aus den für 2021 rückgestellten Sachverhalten und weitere laufende Aufwendungen für das Geschäftsjahr 2021. Die sich daraus für den Prognosezeitraum ergebende Liquiditätslücke kann die Gesellschaft nicht aus dem operativen Geschäft schließen. Sie ist vielmehr darauf angewiesen, dass die Schuler AG die bestehende Finanzierung auch künftig aufrechterhält. Zur Finanzierung besteht zum einen ein Ergebnisabführungsvertrag und die Gesellschaft ist zum anderen in ein Cash Pooling eingebunden, wobei die Cash Pool Vereinbarung mit der Schuler AG, datierend vom 20. Dezember 2019, von jeder Vertragspartei mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden kann. Diese Ereignisse und Gegebenheiten deuten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Einstellung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko darstellt. Die Höhe des Kreditrahmens ist mit der Schuler AG als Konzernobergesellschaft im Rahmen der Liquiditätsplanung/Disposition abzustimmen. Die Verzinsung erfolgt unter Drittvergleichsbetrachtung nach marktgerechten Zinssätzen. Die Cash Pool Vereinbarung findet auch auf die seitens der Schuler AG bereits vor Inkrafttreten der Vereinbarung zur Verfügung gestellten Kontokorrentkredite (zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 TEUR 1.200; i. Vj. TEUR 1.200) entsprechend Anwendung. Die Vereinbarung ist auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Auf der Grundlage dieser Cash Pool Vereinbarung und anhand einer durchgeführten Finanzplanung wurde mit der Schuler AG bis auf weiteres, aber mindestens bis 31. Mai 2022, ein Kreditrahmen (Cash-Pool Limit) in Höhe von TEUR 7.500 vereinbart. Das Cash-Pool Limit wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Eine absehbare Überschreitung ist seitens der AWEBA der Schuler AG anzuzeigen und ist genehmigungspflichtig.

Coronavirus-Pandemie

Risiken aus der Coronavirus-Pandemie sind nicht zu erwarten.

Die Geschäftsführung sieht derzeit keine weiteren Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft im Jahr 2021 gefährden könnten.

Aus der Gesamtbeurteilung der Chancen und Risiken leitet die Geschäftsführung die Erwartung ab, ein durch die Schließung geprägtes Jahr 2021 mit stark verbesserten Ergebnis vor Ergebnisübernahme zu haben.

 

Weingarten, den 2. Juli 2021

Udo Binder, Geschäftsführer

Rüdiger Drewes, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2020

Aktiva

31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 11.800,00
2. Geschäfts oder Firmenwert 0,00 0,00 209.404,00 221.204,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 96.443,50 736.264,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 29.205,25 125.648,75 176.584,00 912.848,00
125.648,75 1.134.052,00
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 0,00 3.581,44
2. Unfertige Erzeugnisse 0,00 0,00 1.800.334,00 1.803.915,44
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 45.971,31 1.299,44
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 9.252.990,14 1.991.145,00
3. Sonstige Vermögensgegenstände 75.089,50 9.374.050,95 74.647,16 2.067.091,60
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 178.527,18 254.685,13
9.552.578,13 4.125.692,17
C. Rechnungsabgrenzungsposten 5.847,31 0,00
9.684.074,19 5.259.744,17

Passiva

31.12.2020
EUR
31.12.2019
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 2.500.000,00 2.500.000,00
III. Jahresüberschuss 0,00 0,00
2.525.000,00 2.525.000,00
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 876.978,00 801.439,00
2. Sonstige Rückstellungen 4.872.122,38 602.770,77
5.749.100,38 1.404.209,77
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.424,31 94.153,08
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.328.663,20 1.201.225,64
3. Sonstige Verbindlichkeiten 76.886,30 35.155,68
- davon aus Steuern EUR 75.111,79 (i. Vj. EUR 35.155,68) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 0,00 (i. Vj. EUR 0,00) -
1.409.973,81 1.330.534,40
9.684.074,19 5.259.744,17

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

1.1. - 31.12.2020 4.4. - 31.12.2019
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 3.962.561,31 1.636.626,42
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -1.800.334,00 -877.716,00
3. Sonstige betriebliche Erträge 237.737,87 2.399.965,18 11.969,00 770.879,42
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 356.888,88 19.286,63
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 965.832,18 1.322.721,06 135.965,07 155.251,70
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 7.354.544,80 845.654,26
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 990.622,70 8.345.167,50 258.508,87 1.104.163,13
- davon für Altersversorgung EUR 0,00 (i. Vj. EUR 20.797,62) -
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 656.498,74 73.921,97
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 998.977,02 215.939,53
11.323.364,32 1.549.276,33
-8.923.399,14 -778.396,91
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 95.378,00 9.818,33
- davon an verbundene Unternehmen EUR 0,00 (i. Vj. EUR 2.133,33) -
- davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen EUR 65.135,00 (i. Vj. EUR 7.685,00) -
-95.378,00 -9.818,33
9. Ergebnis nach Steuern -9.018.777,14 -788.215,24
10. Erträge aus Verlustübernahme 9.018.777,14 788.215,24
11. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2020

I. Allgemeine Angaben

Die PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH (im Folgenden auch "Gesellschaft" oder "PTW" genannt) hat ihren Sitz in Weingarten und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Ulm (HRB 738251).

Dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 liegen die Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbHG zugrunde.

Die Gesellschaft erfüllt die Größenmerkmale einer kleinen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 1 HGB. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den Vorschriften der §§ 266 sowie 275 Abs. 2 HGB. Von größenabhängigen Erleichterungen wurde teilweise Gebrauch gemacht. Ergänzende Vorschriften des GmbHG werden berücksichtigt.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Soweit Angaben wahlweise in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang gemacht werden können, erfolgen diese Angaben weitestgehend im Anhang.

Den Vorjahresvergleichswerten liegen Werte des Rumpfgeschäftsjahres 2019 zugrunde. Diese umfassen einen Zeitraum vom 4. April bis 31. Dezember 2019. Die Aufnahme des operativen Geschäftsbetriebs erfolgte zum 1. Oktober 2019.

Zwischen der AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue und ihrer Tochtergesellschaft PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH, Weingarten (PTW), wurde am 23. September 2019 ein Gewinnabführungsvertrag mit unbestimmter Laufzeit (Mindestlaufzeit fünf Jahre) abgeschlossen. Dieser wurde am 1. Oktober 2019 in das Handelsregister der PTW eingetragen.

Aufgrund des negativen Geschäftsverlaufs im Berichtsjahr wurde im Juni/Juli durch die Geschäftsführung in Abstimmung mit dem alleinigen Gesellschafter AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebes zum 31. Dezember 2020 beschlossen. Die Begründung der Entscheidung erfolgt im Lagebericht. Auf die Auswirkungen der Entscheidung auf den Geschäftsbericht 2020 wird in den entsprechenden Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung eingegangen.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Geschäftsjahres 2020 wurden mit Ausnahme der besonderen Tatbestände im Zusammenhang mit der Einstellung des Geschäftsbetriebs zum Ende des Geschäftsjahres beibehalten. Die damit verbundenen Auswirkungen betreffen bilanziell die Bewertung des Anlagevermögens und die Bildung von Rückstellungen. Im Bereich der Gewinn- und Verlustrechnung sind die Auswirkungen der Bewertungsänderungen bei den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen sowie den Personalkosten zu sehen. Die Ausnahmen zur Stetigkeit der Bewertung werden an der jeweiligen Stelle gesondert dargestellt.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfasst und wurden bis zum 30. November 2020 planmäßig linear abgeschrieben. Ab 1. Dezember 2020 erfolgte keine planmäßige Abschreibung, da eine Nutzung der Anlagegüter durch die PTW nicht mehr gegeben war. Im Dezember 2020 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf individuell ermittelte und erwartbare Verwertungserlöse vorgenommen. Ist keine Verwertung zu erwarten, wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf den Schrottwert vorgenommen. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von unter EUR 250,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und in der Anlagenentwicklung als Abgang gezeigt. Für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- und Herstellungskosten mehr als EUR 250,00 und nicht mehr als EUR 1.000,00 betragen, findet im Zugangsjahr eine Gruppenbewertung statt. Diese Wirtschaftsgüter werden mit einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von fünf Jahren linear abgeschrieben. Die planmäßige Abschreibung erfolgte bis 30. November 2020. Ab 1. Dezember 2020 erfolgte keine planmäßige Abschreibung, da eine Nutzung der Anlagegüter durch die PTW nicht mehr gegeben war. Außerplanmäßige Abschreibungen wurden nicht durchgeführt, da die Restwerte zum 30. November 2020 den individuell ermittelten und erwartbaren Verwertungserlösen entsprachen.

Als Nutzungsdauer der Immateriellen Vermögensgegenstände und abnutzbaren Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens waren bis Einstellung der planmäßigen Abschreibungen zum 30. November 2020 Abschreibungsdauern zugrunde gelegt:

Posten Abschreibungsdauer Jahre
Immaterielle Vermögensgegenstände 5
Technische Anlagen und Maschinen 5
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 6

Unter den Immateriellen Vermögensgegenständen wurde ein Geschäfts- und Firmenwert ausgewiesen, der über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben werden sollte. Mit der Entscheidung über die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebes ist die Grundlage für den Geschäfts- und Firmenwert entfallen. Zum 30. Oktober 2020 erfolgte eine vollständige außerplanmäßige Abschreibung.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Soweit erforderlich, sind Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgt.

Dem Wert der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen und der fertigen Erzeugnisse liegen die Herstellungskosten zugrunde. Diese umfassen neben dem Fertigungsmaterial, den Fertigungslöhnen und angemessenen Teilen der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie dem Werteverzehr des Anlagevermögens auch Kosten der allgemeinen Verwaltung, soweit sie auf die Herstellung entfallen. Erforderliche Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert wurden vorgenommen. Vom Bilanzwert der Vorräte werden die je Auftrag erhaltenen Anzahlungen offen abgesetzt.

Forderungen sind zu Nominalbeträgen, vermindert um eine angemessene Pauschalwertberichtigung auf die nicht einzelwertberichtigten Nettoforderungen und gegebenenfalls erforderliche Einzelwertberichtigungen, angesetzt. Der für die Pauschalwertberichtigung anzuwendende Prozentsatz ist an entsprechende Fälligkeiten gebunden und beträgt zwischen 0,04 % und 2,09 %. Bei einer objektiven Betrachtung von Kundenstruktur, Ausfallwahrscheinlichkeit und Kreditrisiko ergibt sich ein durchschnittlicher Prozentsatz von 2,08 % bei der Berechnung der Pauschalwertberichtigung. Im Vorjahr wurde keine Pauschalwertberichtigung vorgenommen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände und flüssigen Mittel sind zu Nennwerten angesetzt.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Die Rückstellungsbewertung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgte auf der Grundlage eines durch einen Pensionsgutachter zum Zeitpunkt der Erstellung des Pensionsgutachtens geschätzten Rechnungszinses zum 31. Dezember 2020 von 2,31 % (i. Vj. 2,71 %; 31. Dezember 2019) für eine Restlaufzeit von 15 Jahren (durchschnittlicher Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre). Der von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2020 veröffentlichte Rechnungszins betrug 2,30 %. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden jährliche Entgelttrends von 0,00 % (i. Vj. 0,00 %) unterstellt.

Das Deckungsvermögen aus bestehenden Rückdeckungsversicherungen wird mit den Rückstellungen für Pensionen saldiert. Die Bewertung des Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Der Zeitwert entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten.

Die innerhalb der sonstigen Rückstellungen ausgewiesenen Verpflichtungen für Dienstjubiläen werden nach den Vorschriften des § 253 Abs. 2 HGB unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Die Rückstellungsbewertung für Dienstjubiläen erfolgte auf der Grundlage eines durch einen Gutachter zum Zeitpunkt der Erstellung des Jubiläumsgutachtens geschätzten Rechnungszinses zum 31. Dezember 2020 von 1,61 % (i. Vj. 1,97 %, 31. Dezember 2019) für eine Restlaufzeit von 15 Jahren (durchschnittlicher Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre). Der von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2020 veröffentlichte Rechnungszins betrug 1,60 %. Bei der Ermittlung der Rückstellungen wurden jeweils ein Entgelttrend sowie ein Trend der Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherungen von 2,00 % (i. Vj. 2,25 %) unterstellt.

Die innerhalb der sonstigen Rückstellungen ausgewiesenen Verpflichtungen für Altersteilzeit werden nach den Vorschriften des § 253 Abs. 2 HGB unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck und des von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von einem Jahr abgezinst. Der Zinssatz beträgt 0,44 % (31. Dezember 2020) (i. Vj. 0,58 %; 31. Dezember 2019). Bei der Ermittlung der Rückstellungen wurden jeweils ein Entgelttrend sowie ein Trend der Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherungen von 2,00 % (31. Dezember 2020) (i. Vj. 2,25 %; 31. Dezember 2019) unterstellt.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Dabei werden zukünftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Im Bereich der sonstigen Rückstellungen wurde für Aufwendungen, die nach der Einstellung des operativen Geschäfts entstehen, eine Rückstellung für Restrukturierungen gebildet. Grundlage bildet die Entscheidung über die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs zum Ende des Geschäftsjahres 2020. Für Abfindungen richtet sich die Rückstellungshöhe nach individuell zu erwartenden Abfindungsregelungen. Die Abfindungshöhen wurden anhand von personenspezifischen Entgelthöhen multipliziert mit einem Faktor von 0,5 und den entsprechenden Betriebszugehörigkeiten bestimmt. Für freigestellte Mitarbeiter wurden die vertraglich vereinbarten Entgelte inklusive anteiliger tarifvertraglicher Sonderleistungen und Sozialversicherungsbeiträge bis zum Ablauf der individuellen Kündigungsfristen in 2021 rückgestellt.

Weitere Aufwendungen aus Dauerschuldverhältnisse wurden in Höhe der vertraglichen Verpflichtungen bis zum frühestmöglich erwarteten Kündigungstermin angesetzt. Für Verwertungsaufwendungen im Zusammenhang mit der Standortauflösung wurde ein Schätzbetrag eingestellt. Die Rückstellungen haben eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Auf eine Abzinsung der Verpflichtungen wurde verzichtet.

Der Ansatz der Verbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag.

Mit Wirkung vom 1. Oktober 2019 besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue. Auf Grundlage des Ergebnisabführungsvertrages mit der AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue, vom 23. September 2019 wird der Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 9.019 ausgeglichen.

Zwischen der AWEBA, als Organgesellschaft, und der Schuler AG, Göppingen, als Organträgerin, bestehen körperschaft- und gewerbesteuerliche Organschaften. Die Ermittlung und ein ggf. erforderlicher Ansatz latenter Steuern erfolgt deshalb auf Ebene der Organträgerin.

III. Erläuterungen zur Bilanz

III. 1 Aktiva

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Jahr 2020 ist im Anlagenspiegel gemäß § 284 Abs. 3 HGB (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Abgänge des Sachanlagevermögens betreffen Anlageverkäufe nach Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs an die Muttergesellschaft AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue, an die Schwestergesellschaft WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH und an die Schuler Pressen GmbH in Höhe von insgesamt TEUR 465. Der Verkauf erfolgte zu Restbuchwerten zum 30. November 2020.

Die Abgänge bei den immateriellen Vermögensgegenständen betreffen im Wesentlichen den entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 220.

In 2020 wurden planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 217 und außerplanmäßige Abschreibungen von TEUR 440 vorgenommen.

Umlaufvermögen

Zum 31. Dezember 2020 sind keine Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen vorhanden.

Zum 31. Dezember 2020 sind keine unfertigen- und fertigen Erzeugnisse und Leistungen vorhanden.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen von TEUR 9.253 (i. Vj. TEUR 1.991) betreffen im Wesentlichen Forderungen aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages mit der AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue (TEUR 9.019) (i. Vj. TEUR 788) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen die Schuler Pressen GmbH von TEUR 214 (i. Vj. TEUR 90). Zum Bilanzstichtag bestehen Forderungen gegen die AWEBA als Gesellschafterin von TEUR 9.033 (i. Vj. TEUR 1.901).

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen Krankenkassen (TEUR 36) und gegen die Agentur für Arbeit aus Kurzarbeitsgeld (TEUR 32).

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Laufzeit von unter einem Jahr.

III. 2 Passiva

Eigenkapital

Das Stammkapital beträgt TEUR 25.

Die Kapitalrücklage ist mit TEUR 2.500 gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten die Verpflichtungen aus Pensionszusagen (TEUR 1.277; i. Vj. TEUR 1.232); diese wurden mit dem Deckungsvermögen (TEUR 400; i. Vj. TEUR 431) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet. Der Aufwand aus dem Deckungsvermögen (TEUR 30) wurde mit dem Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen (TEUR 62) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB summiert. Der sich ergebende Betrag von TEUR 92 ist im Finanzergebnis unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" enthalten.

Der Unterschiedsbetrag wurde durch einen Pensionsgutachter auf Basis eines zum Zeitpunkt der Erstellung des Pensionsgutachtens geschätzten Rechnungszinses zum 31. Dezember 2020 von 1,61 % ermittelt. Der von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2020 veröffentlichte Rechnungszins betrug 1,60 % (durchschnittlicher Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre) für eine Restlaufzeit von 15 Jahren. Der Unterschiedsbetrag zu der Ermittlung der Pensionsrückstellung mittels des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Jahre gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt TEUR 56 (i. Vj. TEUR 57).

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich aus Rückstellungen für Personalkosten (TEUR 4.601), Rückstellung für Altersteilzeit (TEUR 108), Rückstellung für Dauerschuldverhältnisse (TEUR 58), Rückstellung für Schließungskosten (TEUR 50), Rückstellung für Beiträge zur Berufsgenossenschaft (TEUR 38), Rückstellung für Jahresabschlusskosten (TEUR 11), Rückstellung für Jubiläumszahlungen (TEUR 5) sowie Rückstellung für Gewährleistung (TEUR 1) zusammen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind in der nachstehenden Übersicht, die auch die Restlaufzeiten enthält, dargestellt:

31.12.2020
Restlaufzeiten Gesamt
bis ein Jahr
TEUR
zwischen ein und fünf
Jahren TEUR
mehr als fünf Jahre
TEUR
TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4 0 0 4
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 129 1.200 0 1.329
Sonstige Verbindlichkeiten 77 0 0 77
210 1.200 0 1.410
31.12.2019
Restlaufzeiten Gesamt
bis ein Jahr
TEUR
zwischen ein und fünf
Jahren TEUR
mehr als fünf Jahre
TEUR
TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 94 0 0 94
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1 0 1.200 1.201
Sonstige Verbindlichkeiten 35 0 0 35
130 0 1.200 1.330

Die Verbindlichkeiten sind nicht besichert.

Bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 1.329; i. Vj. TEUR 1.201) handelt es sich im Wesentlichen um die Bereitstellung von Kontokorrentkrediten der Schuler AG (TEUR 1.200; i. Vj. TEUR 1.200) ohne Laufzeitvereinbarungen. Es wird von einem voraussichtlichen Rückzahlungszeitpunkt zwischen ein und fünf Jahren ausgegangen. Grundlage der in Anspruch genommenen Kontokorrentkredite ist eine Cash Pool Vereinbarung vom 20. Dezember 2019 mit der Schuler AG. Diese Vereinbarung kann von jeder Vertragspartei mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden.

Darüber hinaus werden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Schuler Pressen GmbH (TEUR 129; i. Vj. TEUR 1) ausgewiesen.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR
Werkzeugbau 3.957
Sonstige 6
Gesamt 3.963

Von den Umsatzerlösen wurden TEUR 47 (i. Vj. TEUR 0) im Ausland erzielt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge (TEUR 238) enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 232. Diese bilden sich im Wesentlichen aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 231). Darin enthalten sind Erträge aus der Minderung der Rückstellung für Jubiläen (TEUR 129) aufgrund der Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs.

Die Personalkosten (TEUR 8.345) enthalten Aufwendungen für die Bildung von Rückstellung auf Basis der Entscheidung über die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs (TEUR 4.615).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 999) enthalten u. a. Mieten und Mietnebenkosten für Gebäude (TEUR 244) an die Schuler Pressen GmbH, Aufwendungen aus einer Management-Fee (TEUR 204) von der AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 2. Weiter sind Aufwendungen für die Bildung von Rückstellungen (TEUR 108) auf Basis der Entscheidung über die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs inkludiert.

Die im Jahresabschluss ausgewiesenen Zinsaufwendungen über TEUR 95 sind vollständig auf Aufwendungen aus der Aufzinsung von Personalrückstellungen zurückzuführen.

V. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse

Bestellungen

Zum 31. Dezember 2019 besteht ein Bestellobligo von TEUR 26.

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestehen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 nicht.

Konzernabschluss

Die PTW ist Enkelgesellschaft der ANDRITZ AG, Graz, Österreich, und wird in deren Konzernabschluss einbezogen. Mutterunternehmen i. S. v. § 285 Nr. 14 HGB ist die AWEBA Werkzeugbau GmbH, Aue. Die AWEBA Werkzeugbau GmbH, Aue, nebst ihren Tochtergesellschaften ist von der Verpflichtung, einen Konzernabschluss zu erstellen, nach § 291 HGB befreit. Die ANDRITZ AG, Graz, Österreich, als oberstes Mutterunternehmen veröffentlicht den nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellten Konzernabschluss beim Firmenbuchgericht, Graz, und beim Bundesanzeiger, Berlin. Der Konzernabschluss ist zudem über die Homepage der ANDRITZ AG verfügbar (www. andritz. com).

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung bestand im Geschäftsjahr 2020 aus den Herren:

Udo Binder, Dipl.-Ing (TH), Endingen

Rüdiger Drewes, Dipl.-Betriebswirt, Aue

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführer wird unter Hinweis auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2020 einschließlich zwei Geschäftsführer durchschnittlich 53 Mitarbeiter. Darüber hinaus begleitet die Gesellschaft die Ausbildung für durchschnittlich vier Auszubildende. Mit Ausnahme der Auszubildenden und zwei Mitarbeitern in Altersteilzeit sind alle Mitarbeiter unwiderruflich von der Erbringung ihrer vertraglich geschuldeten Arbeitsleistung freigestellt.

Abschlussprüferhonorar

Das zulasten des Geschäftsjahres verbuchte Honorar für den Abschlussprüfer beträgt insgesamt TEUR 28.

Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2020 sind keine weiteren Ereignisse, die für die Beurteilung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der PTW von wesentlicher Bedeutung wären eingetreten.

Bestandsgefährdende Risiken

Hinsichtlich der Ereignisse und Gegebenheiten, die auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hindeuten, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Einstellung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann, wird auch auf die entsprechenden Darstellungen im Lagebericht unter Abschnitt C. "Chancen- und Risiken der künftigen Entwicklung" verwiesen.

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2020
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 12.000,00 0,00 12.000,00 0,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 220.425,64 0,00 220.425,64 0,00
232.425,64 0,00 232.425,64 0,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 775.020,00 0,00 386.070,00 388.950,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 189.098,33 3.884,49 67.215,12 125.767,70
964.118,33 3.884,49 453.285,12 514.717,70
1.196.543,97 3.884,49 685.710,76 514.717,70
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2020
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 200,00 2.200,00 2.400,00 0,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 11.021,64 209.404,00 220.425,64 0,00
11.221,64 211.604,00 222.825,64 0,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 38.756,00 343.836,50 90.086,00 292.506,50
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.514,33 101.058,24 17.010,12 96.562,45
51.270,33 444.894,74 107.096,12 389.068,95
62.491,97 656.498,74 329.921,76 389.068,95
Buchwerte
31.12.2020
EUR
31.12.2019
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 11.800,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 209.404,00
0,00 221.204,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 96.443,50 736.264,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 29.205,25 176.584,00
125.648,75 912.848,00
125.648,75 1.134.052,00

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH, Weingarten

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH, Weingarten, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der PTW Powertrain Tools Weingarten GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der geordneten Einstellung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben unter Abschnitt V. "Sonstige Angaben" im Anhang und auf die Angaben im Abschnitt C. "Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung" im Lagebericht. Dort beschreiben die gesetzlichen Vertreter, dass die Gesellschaft in erheblichem Umfang innerhalb des Prognosezeitraums fällige Verbindlichkeiten, insbesondere gegenüber verbundenen Unternehmen, aufweist. Durch die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs im Dezember 2020 sind für 2021 keine wesentlichen Erträge mehr zu erwarten. Dem gegenüber stehen die Auszahlungen aus den für 2021 rückgestellten Sachverhalten und weitere laufende Aufwendungen für das Geschäftsjahr 2021. Die sich daraus für den Prognosezeitraum ergebende Liquiditätslücke kann die Gesellschaft nicht aus dem operativen Geschäft schließen. Sie ist vielmehr darauf angewiesen, dass die Schuler AG die bestehende Finanzierung auch künftig aufrechterhält. Zur Finanzierung besteht zum einen ein Ergebnisabführungsvertrag und die Gesellschaft ist zum anderen in ein Cash Pooling eingebunden, wobei die Cash Pool Vereinbarung mit der Schuler AG, datierend vom 20. Dezember 2019, von jeder Vertragspartei mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden kann. Wie in Abschnitt V. "Sonstige Angaben" im Anhang und auf die Angaben im Abschnitt C. "Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung" des Lageberichts dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Einstellung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Einstellung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der geordneten Einstellung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern der Fortführung der Unternehmenstätigkeit tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen darüber, ob die Aufstellung durch die gesetzlichen Vertreter unter Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit angemessen ist, sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Einstellung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft die geordnete Einstellung der Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Dresden, den 16. Juli 2021

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Möller, Wirtschaftsprüfer

Kolditz, Wirtschaftsprüfer

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