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Selbe AdresseFriedhöfe und Krematorien
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Mario Kovac seit 22.12.2010 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
prima Holding GmbH | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
primastrom GmbHBerlinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023Bilanz zum 30. Juni 2023AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022/23
Anhang 2022/23A. Allgemeine Angaben Der vorliegende Jahresabschluss zum 30. Juni 2023 der primastrom GmbH, Berlin, wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften. Die Gesellschaft ist in das Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg unter der Nummer HRB 131073 eingetragen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist entsprechend § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennbetrag angesetzt. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Zur Absicherung von zukünftigen Preisänderungsrisiken abgeschlossene Warenterminkontrakte über Stromlieferungen werden mit zukünftigen hochwahrscheinlichen Stromkäufen an der Börse in einer Sicherungseinheit gemäß § 254 zusammengefasst. Ergebnisse aus dem Tausch von bestehenden Warenterminkontrakten in nächstkleinere Periodeneinheiten (sogenannte Kaskadierungseffekte) werden, soweit sie wesentlich sind, abgegrenzt und über die Periode des tatsächlichen Stromkaufs verteilt. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. C. Erläuterungen zur Bilanz Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen mit einer Laufzeit von einem bis fünf Jahren betreffen ein Darlehen in Höhe von TEUR 3.000 (Vorjahr: TEUR 233). Die Forderungen enthalten TEUR 495 an kurzfristigen Leistungsforderungen gegenüber der Gesellschafterin, in denen Verbindlichkeiten aus der Umsatzsteuerorganschaft verrechnet wurden. In den sonstigen Vermögensgegenständen werden als Sicherheiten für Avalkredite und Lastschriftrisiken verpfändete Bankguthaben in Höhe von insgesamt TEUR 103 ausgewiesen. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen i.H.v. TEUR 1.472 betreffen Jahresabschluss und Steuererklärungskosten, die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen für das laufende Geschäftsjahr. Außerdem wurde die bestehende Rückstellung zur Absicherung gegen Risiken aus laufenden Rechtsstreitigkeiten auf TEUR 18.721 erhöht. Die Notwendigkeit dieser Rückstellung hat sich vor allem durch die geänderte Marktsituation mit höheren Volatilitäten und neuen, bisher nicht geklärten rechtlichen Rahmenbedingungen, ergeben. Verbindlichkeiten Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Laufzeit von bis zu einem Jahr mit Ausnahme von Darlehen von verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 4.000 mit einer Laufzeit zwischen ein und fünf Jahren. Davon betreffen TEUR 12 Zinsen auf mittlerweile zurückgezahlte Darlehen der Gesellschafterin. Bewertungseinheiten Zum Bilanzstichtag war die Gesellschaft Verpflichtungen aus Warentermingeschäften ("Strom-Futures") eingegangen, um damit zukünftige Stromeinkäufe zu besichern. Besichert waren insgesamt 13.201 MWh. Dies entsprach einem geringen Anteil an der geplanten Beschaffungsmenge für den Zeitraum bis September 2024. Nach § 254 HGB wurde eine Bewertungseinheit zwischen den geplanten Beschaffungsmengen und den Warenterminkontrakten gebildet. Unter den sonstigen Verbindlichkeiten ist die vereinnahmte unrealisierte Variation Margin aus dem Tausch von Terminkontrakten i.H.v. 276 TEUR ausgewiesen. Dies entspricht dem Zeitwert der vorhandenen Kontrakte zum Bilanzstichtag. Diese werden sich über die folgenden fünfzehn Monate schrittweise mit der Beschaffung realisieren. D. Sonstige Angaben Geschäftsführung Geschäftsführer der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr:
Konzernverhältnisse Die primastrom GmbH ist eine 100 %ige Tochter der primaholding GmbH. Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird gemäß §§ 290 ff. HGB in den Konzernabschluss der primaholding GmbH mit Sitz in Berlin (kleinster und größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Vorgänge nach dem Schluss des Geschäftsjahres Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, liegen nicht vor. Ergebnisverwendung Die Vorabausschüttungen in Höhe von TEUR 9.000 übersteigen den gesamten Jahresüberschuss, der damit als ausgeschüttet gilt. Darüber hinaus gilt der gesamte Gewinnvortrag als ausgeschüttet. Zum Ausgleich des entstehenden Fehlbetrages wird vorgeschlagen, einen Betrag von TEUR 1.143 aus der Kapitalrücklage zugunstens des Bilanzgewinns zu entnehmen.
Berlin, den 3. September 2024 Mario Kovac Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersVermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der primastrom GmbH, Berlin - bestehend aus der Bilanz zum 30.06.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der primastrom GmbH für das Geschäftsjahr vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem, den Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie die bedeutsamen Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, 3. September 2024 HPTP
GmbH
Hinkel, Wirtschaftsprüfer Witt-Ladwig, Wirtschaftsprüferin Lagebericht Geschäftsjahr 2022/2023A. Grundlagen des Unternehmens Die primastrom GmbH mit Sitz in Berlin ist ein Energie- und Telekommunikationsdienstleister, der sich auf die Versorgung privater Endkunden spezialisiert hat. Das Unternehmen ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der primaholding GmbH ebenfalls mit Sitz in Berlin. Gas und Strom werden an den Börsen eingekauft, Telekommunikationsleistungen bei entsprechenden Anbietern. Eine eigene Infrastruktur hält die Gesellschaft nicht vor. Die Umsatzerlöse entstammen zu 76% aus dem Verkauf von Strom, zu 16% aus dem Verkauf von Gas und zu 8% aus dem Verkauf von Telekommunikationsdienstleistungen. B. Wirtschaftsbericht 1. Entwicklung der Gesamtwirtschaft Im Zeitraum von Juli 2022 bis Juni 2023 setzte sich die herausfordernde Entwicklung der deutschen Gesamtwirtschaft fort. Die Inflation verharrte auf einem sehr hohen Niveau. Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2023 um 0,3 % niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1 %. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland war darüber hinaus geprägt durch die weiterhin konjunkturdämpfenden hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona- Jahr 2020 nicht weiter fort. Die Verbraucherpreise in Deutschland haben sich im Jahresdurchschnitt 2023 um 5,9 % gegenüber 2022 erhöht. Die Inflationsrate für 2023 fiel damit geringer aus als der historische Höchststand im Jahr zuvor, als sie noch bei 6,9 % lag, ist aber weiterhin auf einem hohen Stand. Insbesondere verteuerten sich die Energieprodukte 2023 gegenüber dem Vorjahr um 5,3 %, nach einem enormen Anstieg um fast 30 % im Jahr 2022. Im Jahresverlauf zeigten sich in den monatlichen Inflationsraten auf der Verbraucherebene Sondereffekte, auch infolge der umgesetzten Entlastungsmaßnahmen - im Energiebereich die Effekte durch die Soforthilfe Gas 2022 sowie die Energiepreisbremse ab Januar 2023. Diese Maßnahmen milderten teilweise die Teuerung von Energie für private Haushalte im Jahresverlauf 2023. 2. Entwicklung der Branchen Energie (Strom & Gas) Die Strom- und Gasmärkte in Deutschland erleben derzeit eine beispiellose Dynamik, die durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird. Der Ukraine-Krieg hat zu erheblichen Gasengpässen geführt, während Durchleitungskrisen und Sprengungen von Pipelines wie der Nord Stream-Pipeline am 26. September 2022 zusätzlich zur Unsicherheit beigetragen haben. Zudem haben kurzfristige und teils rückwirkende staatliche Eingriffe sowie Enteignungen/Zwangsverstaatlichungen im Energiesektor die Märkte weiter destabilisiert. Insgesamt sorgt diese Kombination aus geopolitischen, infrastrukturellen, politischen und marktwirtschaftlichen Faktoren für erhebliche Preisschwankungen und Unsicherheiten auf den Strom- und Gasmärkten in Deutschland. Besonders hervorzuheben sind die Entwicklungen auf den Spotmärkten für Strom und Gas. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2022/23, insbesondere im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 (d.h. in den Monaten Juli, August und September), wurden an den Strom- und Gasbörsen die bis dahin höchsten Preise erzielt. Die Preissituation blieb bis Dezember 2022 angespannt und entspannte sich erst im Kalenderjahr 2023, jedoch auf einem deutlich höheren Niveau als vor der Krise. Die Preise waren nicht nur extrem hoch, sondern unterlagen auch einer stark zunehmenden Volatilität. Die hohen Beschaffungskosten haben sich sowohl im Strom- als auch im Gasbereich für Haushaltskunden deutlich durch neue Höchstpreise des mengengewichteten Strom- und Gasarbeitspreises bemerkbar gemacht. Am 1. April 2023 betrug der mengenmäßig gewichtete Durchschnittspreis in Deutschland für Strom 45,19 Cent pro Kilowattstunde, was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt (2022: 36,06 Cent pro Kilowattstunde). Ebenso lag der mengenmäßig gewichtete Durchschnittspreis für Gas am 1. April 2023 bei 14,80 Cent pro Kilowattstunde, was eine Steigerung von etwa 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet (2022: 9,88 Cent pro Kilowattstunde). Eine Besonderheit des deutschen Marktes liegt in der Abschaltung grundlastfähiger Energiequellen wie Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke. In Kombination mit dem europäischen Merit-Order-Prinzip führt dies bei unzureichender regenerativer Energieerzeugung zu einer schnellen Umstellung auf extrem teure Gasverstromung. Infolgedessen hat Deutschland mit die höchsten Strompreise in Europa und weltweit. Der deutsche Energiemarkt ist insgesamt ein umkämpfter Markt, auf dem sich trotz Energiepreiskrise eine stetig wachsende Zahl an Anbietern (Jahr 2023: 1.599 Stromversorgungsanbietern ggü. 1.516 Anbietern im Jahr 2022) um die Gunst der potenziellen Kunden bemühen. Im Jahr 2022 wurden 39 Prozent der entnommenen Menge von Haushaltskunden über Verträge mit Lieferanten bezogen, die nicht der örtliche Grundversorger waren. Insgesamt wurden somit rund 61 Prozent der entnommenen Menge weiterhin durch den Grundversorger geliefert, entweder im Rahmen der Grundversorgung oder über Verträge außerhalb der Grundversorgung. Der Kampf um die bereits zu einem alternativen Anbieter gewechselten Kunden wird im Markt zunehmend über Bonuszahlungen ausgetragen, wobei dieser Preiskampf über Portale wie Verivox und Check24 noch verstärkt wird. Nicht selten gehen die Kampfpreise mancher Anbieter zu Lasten der eigenen Rentabilität. Dieser Trend milderte sich in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres im Zusammenhang mit den Bestimmungen der Preisbremsengesetze (vgl. §11 StromPBG und §4 EWPBG) und den hiermit einhergehenden Verboten von Bonuszahlungen, die die Summe von 50 Euro überschreiten, etwas ab. Staatliche Unterstützungsleistungen Der deutsche Gesetzgeber reagiert auf die Energiekrise mit verschiedenen Maßnahmen zur Entlastung der Verbraucher. Dazu gehört die Übernahme der Dezemberabschläge 2022 für Haushalte (Erdgas- Wärme-Soforthilfegesetz) sowie die Einführung von Preisbremsen für Strom und Gas im Jahr 2023 (Gesetz zur Einführung einer Strompreisbremse und Gesetz zur Einführung von Preisbremsen für leitungsgebundenes Erdgas und Wärme). Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die finanziellen Belastungen der Verbraucher zu mildern und die Auswirkungen der Energiekrise abzufedern. Der sprunghafte und kurzfristige Gesetzgebungsprozess, der rückwirkende Entlastungen für Verbraucher vorsieht, schafft zusätzliche Herausforderungen. Die daraus resultierenden administrativen und logistischen Aufgaben stellen erhebliche Belastungen für die Energieversorger dar, die in einem Umfeld zunehmender regulatorischer Komplexität und Unsicherheit navigieren müssen. Klimatische Einflüsse Der milde Winter 2022/23 hatte erhebliche Auswirkungen und betraf alle Versorger. Der meteorologische Winter (Dezember bis Februar) war durchgehend wärmer als die vieljährigen Monatsmittel des Referenzzeitraums 1961-1990. Jeder der drei Wintermonate verzeichnete höhere Temperaturen als üblich. Dies führte zu einer wesentlich günstigeren Gasversorgungslage. Insbesondere blieben die Gasspeicherfüllstände im Winter 2022/23 weitaus stabiler und höher als von der Bundesnetzagentur prognostiziert. Der geringere Heizbedarf infolge der milden Temperaturen führte zu einem deutlichen Rückgang der nachgefragten Gasmengen. Laut Schätzungen des Europäischen Rechnungshofs ist etwa ein Sechstel des Rückgangs der Nachfrage im Winter 2022/23 direkt auf den milden Winter zurückzuführen. Dies hatte auch einen dämpfenden Effekt auf die Einkaufspreise für Gas. Telekommunikation Der Telekommunikationsmarkt ist hart umkämpft, und die Anbieter unterscheiden sich zunehmend nicht nur im Preis, sondern auch in der Leistung, wie z. B. in der Bandbreite und im Datenvolumen. Im Jahr 2023 ging das über Festnetze abgewickelte Gesprächsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 64 Milliarden Gesprächsminuten zurück. Damit setzt sich der kontinuierliche Rückgang des Festnetzgesprächsvolumens fort. Insgesamt verzeichnete das Gesprächsvolumen über Mobilfunknetze im Inland im Jahr 2023 einen Rückgang um knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist unter anderem auf die zunehmende Nutzung von nummernunabhängigen interpersonellen Telekommunikationsdiensten, insbesondere von Messenger- und Videokonferenz-Diensten, zurückzuführen. C. Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage 1. Geschäftsergebnis und Ertragslage Die Ertragslage der primastrom GmbH hat sich, gemessen an der Bruttomarge (Verhältnis Bruttogewinn zu Umsatzerlösen) in einem sehr widrigen Marktumfeld sehr stark behauptet. Es ist uns sowohl im Energie- als auch im deutschen Telekommunikationsbereich gelungen, erfolgreich Preismaßnahmen im Kundenbestand durchzuführen, und so die starken Steigungen in den Einkaufspreisen aufzufangen. Daneben gelingt es uns, mit verschiedenen margenstarken Zusatzprodukten (Haushaltsschutzbrief, LawGuide) den Ertrag pro Kunde ergänzend positiv zu beeinflussen.
Der Rückgang der Umsatzerlöse um 25% ist zum größten Teil preisgetrieben, das heißt, die sinkenden Einkaufskosten wurden an die Kunden weitergegeben. Zusätzlich wirken sich hier laufende Rechtsstreitigkeiten umsatzmindernd aus. Ein kleinerer Effekt war der Wegfall der EEG-Umlage ab 1. Juli 2022, der sich zwar nicht auf die Bruttomarge, aber auf den Umsatz auswirkte. Zwei Mengeneffekte wirkten ebenfalls: die Anzahl der Kundenverträge sank während des Geschäftsjahres, während sich die Vertriebsbemühungen auf andere Konzerngesellschaften konzentrierten, und die vorhandenen Kunden verbrauchten - den Anreizen der Strompreisbremse folgend und wegen des milden Winters - weniger (z.B. sank der Gasverbrauch pro Kunde durchschnittlich um ca. 28%). Die Beschaffungskosten sanken in erster Linie aufgrund niedrigerer Preise an der Börse und günstiger Absicherungen; die Mengeneffekte des Umsatzes wirkten natürlich proportional ebenfalls in der Beschaffung. Die niedrigeren Vertriebsaufwendungen sind unmittelbar verknüpft mit der Konzentration der Vertriebsaufwendungen für die erfolgreiche Steigerung der Umsatzerlöse anderer Konzernschwestergesellschaften. Die sonstigen Aufwendungen (ohne Vertrieb) wurden von zwei Themen getrieben: zum einen deutlich höhere Kosten der Rechtsberatung in einem Umfeld höherer rechtlicher Unsicherheit, zum anderen wurden die Schätzungsannahmen bei der Einzelwertberichtigung der ausstehenden Forderungen an die tatsächliche Entwicklung angepasst, was zu einem Einmaleffekt von ca. 3-4 Mio EUR führte. 2. Vermögenslage Die Bilanz reflektiert den für unser Geschäft typischen starken Einfluss kurzfristig fälliger Posten des Nettoumlaufvermögens. Die Bilanzsumme der primastrom GmbH hat sich um 5,8 Mio. Euro erhöht, wobei die entsprechenden Posten zeitpunktabhängig schwanken können. Zwei Drittel der Bilanzsumme sind Barmittel auf der Aktivseite, Rückstellungen auf der Passivseite. Das Eigenkapital halbierte sich aufgrund von Ausschüttungen, die das Jahresergebnis überschritten. 3. Entwicklung der Finanzlage Unsere interne Kapitalflussrechnung macht deutlich, dass die primastrom GmbH ausreichend Liquidität aus betrieblicher Geschäftstätigkeit generiert, um keine Fremdfinanzierung zu benötigen. Im laufenden Geschäftsjahr wurden Darlehen i.H.v. 3 Mio. EUR an verbundene Unternehmen gewährt und 9 Mio. EUR an den Gesellschafter ausgeschüttet. Trotzdem stieg der Bestand an Barmitteln um 22. Mio. EUR. 4. Zusammenfassung der Lage Die primastrom GmbH kann insgesamt auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken: In einem stark widrigen Marktumfeld bedingt durch geopolitische, infrastrukturelle, politische und marktwirtschaftliche Faktoren und den damit verbunden starken Schwankungen und Steigungen der Energiebeschaffungskosten hat die Gesellschaft bei sinkenden Umsatzerlösen eine konstante Bruttomarge erwirtschaften können. Das EBT lag mit 8,1 Mio. Euro minimal unter dem Niveau des Vorjahres und stellt erneut ein sehr solides Ergebnis dar. D. Chancen- und Risikobericht Der deutsche Energiemarkt war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/24 maßgeblich geprägt von den Preisschwankungen an den Beschaffungsmärkten infolge geopolitischer Auseinandersetzungen, der wirtschaftlichen Lage privater Endkunden insb. mit Blick auf die Inflation und Reallohnentwicklung und gesamtwirtschaftlich von den verstärkten Anstrengungen zum Klimaschutz. Als Risiken für die Geschäftsentwicklung sehen wir vor allem folgende Entwicklungen: 1) Geopolitische Entwicklungen Die größten Risiken bestehen vor allem in der Unsicherheit hinsichtlich der weiteren geopolitischen Entwicklung, v.a. infolge des Ukraine-Kriegs sowie ein nach Ende des Berichtszeitraums eingetretenes Wiederaufflammen des Nahostkonflikts, welche die Beschaffungssituation von Gas aber auch für Strom stark beeinflussen, da die Märkte durch ihre gemeinsame Rolle bei der Energieerzeugung, -verteilung und -nutzung sowie durch Energiepolitik und Preise eng miteinander verknüpft sind. Insbesondere das erneute Aufflammen des Nahost-Konflikts birgt das Potential, erhebliche Auswirkungen auf die Gasversorgung und -preise zu haben. Ein wesentlicher Faktor ist, dass etwa 25 % des weltweiten LNG (Flüssigerdgas) über die Straße von Hormus transportiert werden. Sollte diese Menge aufgrund einer Blockade der Transportroute unpassierbar werden, erwarten Analysten, dass die Gaspreise auf durchschnittlich 100 €/MWh steigen könnten. 2) Energiewende und regulatorische Entwicklungen Die Energiewende blieb ein zentrales Thema in Deutschland, das auch den Energiemarkt beeinflusste. Die Regierung setzte weiterhin auf den Ausbau erneuerbarer Energien und die Förderung grüner Technologien. Die Emission von Kohlendioxid (CO 2 ) beim Verbrennen von Gas wurde seit Anfang 2021 mit einer CO 2 -Steuer von 25 Euro pro Tonne belegt. Diese CO 2 - Abgabe soll bis 2025 schrittweise auf 55 Euro pro Tonne ansteigen. Die CO 2 -Preise betrafen sämtliche fossilen Brenn- und Kraftstoffe, einschließlich Erdgas, Benzin und Diesel. Diese Gesetzesänderung hatte Auswirkungen auf alle Energieanbieter, die Letztverbraucher in Deutschland beliefern, und diente als wichtiger Baustein für den Klimaschutz. 3) Energiepreisvolatilität und Risikomanagement: Die Preisschwankungen auf dem Strom- und Gasmarkt stellten Energieanbieter und Verbraucher vor Herausforderungen bei der Kalkulation und Budgetplanung. Die primastrom sicherte einen Teil der Stromeinkäufe über Terminkontrakte ab. 4) Energiebewusstsein der Verbraucher Die gestiegenen Energiepreise und das wachsende Bewusstsein für den Klimaschutz führten zu einem veränderten Verhalten der Verbraucher. Viele Haushalte und Unternehmen bemühten sich um einen bewussteren Energieverbrauch und setzten vermehrt auf energieeffiziente Technologien und smarte Lösungen. Ein ganz konkretes Risiko besteht in Risiken aus laufenden Rechtstreitigkeiten. Das Gesamtrisiko wurde von der Gesellschaft beziffert und zulasten des entsprechenden Umsatzes zurückgestellt. Die Notwendigkeit dieser Rückstellung hat sich vor allem durch die geänderte Marktsituation mit höheren Volatilitäten und neuen, bisher nicht geklärten rechtlichen Rahmenbedingungen, ergeben. Wie sich das Risiko genau auswirken wird, wird sich erst in den Gerichtsverhandlungen herausstellen. In der Zwischenzeit erfolgen mit vielen Kunden Einigungen zu beiderseitigem Vorteil. E. Prognosebericht Ausblick und Zukunftsaussichten Wir erwarten weiterhin, dass sich die Lage auf den Energiemärkten allmählich beruhigt, insbesondere durch die Installation neuer see- und landgestützter LNG-Terminals sowie durch die im Berichtszeitraum abgeschlossenen Gas-Lieferverträge mit Katar, welche eine Lieferung von 2 Millionen Tonnen Flüssiggas pro Jahr für einen Zeitraum von 15 Jahren ab 2026 vorsehen. Diese Entwicklungen zeigen bereits deutliche Auswirkungen auf die Timespreads der entsprechenden Futures, welche auf zukünftige sinkende Preise hindeuten. Gleichwohl rechnen wir aufgrund einer Vielzahl wachsender geopolitischer Krisen und Unwägbarkeiten damit, dass die Energiepreise für Endverbraucher aufgrund hoher Volatilität durch anhaltende geopolitische Krisen (Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt) und damit einhergehender Risikoaufschläge weiterhin auf einem robusten Niveau verharren werden. Die primastrom GmbH hat sich als äußerst widerstandsfähig gegenüber Preisschwankungen erwiesen und konnte erfolgreich die herausfordernde Entwicklung in der Beschaffungssituation in den mit Endkunden vereinbarten Arbeitspreisen abbilden. Die primastrom GmbH wird auch in Zukunft gezielt Maßnahmen zur Kontrolle von Preisschwankungsrisiken ergreifen, um Preisstabilität zu gewährleisten. Größere Einzelinvestitionen sind nicht geplant. Es wird vielmehr darauf geachtet, bestehende und neue Prozesse weiter zu automatisieren und die dafür benötigte technische Infrastruktur weiterhin ausfallsicher und auf einem modernen Niveau bereitzustellen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023/24 wird zu Erstellungsdatum dieses Berichtes mit einem Ergebnis i.H.v. ebenfalls EUR 13 Mio. gerechnet. Im darauf folgenden Zeitraum planen wir - bei aller Unsicherheit - konservativ mit einem Ergebnis i.H.v. EUR 9 Mio. Dabei bleibt das Unternehmen bewusst abseits von Kampfpreisen über Vergleichsportale: Der Wettbewerb wird hauptsächlich durch Kundenbindungsstrategien wie beispielsweise Vertragsverlängerungen, differenzierte Preisgestaltung von Bündelungsprodukten, Prozesseffizienz und gezielte Wachstumsinitiativen geführt.
Berlin, den 3. September 2024 Mario Kovac Die Feststellung bzw. Billigung des Jahresabschlusses erfolgte am 03.09.2024. |
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