Everride GmbH
Selbe AdresseVermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger mittels Carsharing
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Janine Martin seit 27.10.2025 | Prokura |
Judith Freksa seit 31.1.2024 | Geschäftsführer |
Haiko Björn Christopher Fischedick seit 14.12.2023 | Geschäftsführer |
Martin Hörl seit 14.1.2016 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Transdev Group Société Anonyme | 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Transdev GmbHBerlinKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Transdev GmbHPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Transdev GmbH, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und dem Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Transdev GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der UnternehmenstätigkeitWir verweisen auf die Ausführungen in Abschnitt "Allgemeine Angaben" des Konzernanhangs sowie Abschnitt "C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht", Unterabschnitt "2. Chancen- und Risikobericht", des Konzernlageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass gemäß der aktuellen Liquiditätsplanung in der deutschen Transdev-Gruppe im Prognosezeitraum voraussichtlich zeitweise ein Liquiditätsbedarf besteht, der eine zusätzliche Finanzierung erforderlich macht. Die Deckung des Liquiditätsbedarfs erfolgt grundsätzlich über das zentrale Group Cash Management Agreement mit der Transdev Group S.A., Paris, Frankreich, welches jedoch kurzfristig kündbar ist. Ergänzend hat die Gesellschafterin, Transdev Group S.A., Paris, Frankreich, mit der Transdev GmbH, Berlin, daher am 12. Juli 2023 eine Kreditlinie (Revolving Credit Facility) mit einer Laufzeit bis 31. Oktober 2025 vereinbart. Darin verpflichtet sich die Transdev Group S.A. der Transdev GmbH liquide Mittel bis zu einer Höhe von TEUR 80.000 zur Verfügung zu stellen, damit diese jederzeit in der Lage ist, ihre Verbindlichkeiten fristgerecht zu erfüllen und die Mittel im Rahmen des Cashpools an ihre Tochtergesellschaften weiterreichen zu können. Die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit des Konzerns ist somit von der weiteren finanziellen Unterstützung durch die Gesellschafterin, Transdev Group S.A., Paris, Frankreich, abhängig. Damit wird auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hingewiesen, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs.2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, 15. August 2023 Ernst
& Young GmbH
Wehner, Wirtschaftsprüfer Schmidt, Wirtschaftsprüfer KONZERNBILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2022AKTIVA
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022Allgemeine AngabenDie Transdev GmbH - kurz "Gesellschaft" - kann als Mutterunternehmen unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss auf ihre Tochterunternehmen - zusammen mit der Muttergesellschaft kurz "Gesellschaften", "Transdev" oder "Konzern" - ausüben. Da der deutsche Konzern die Größenmerkmale des § 293 Abs. 1 HGB überschreitet, ist Transdev nach § 290 Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 290 Abs. 2 Nr. 1 HGB zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. Der Konzernabschluss der Transdev GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 wurde nach den Vorschriften der §§ 290 ff. des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Weiterhin liegen dem aufgestellten Konzernabschluss die Vorschriften des Handelsgesetzbuches über die Rechnungslegung für große Kapitalgesellschaften, die Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) und die ergänzenden Vorschriften des Gesetzes die Gesellschaften mit beschränkter Haftung betreffend (GmbHG) zugrunde. Die Gliederung des Anlagevermögens wurde entsprechend der Verordnung über die Gliederung des Jahresabschlusses von Verkehrsunternehmen vom 27. Februar 1968 (BGBl. 1968, Seite 193), in der am 7. August 2021 geänderten Fassung (BGBl. 2021, Seite 3311), vorgenommen. In den Konzernabschluss wurden die Muttergesellschaft sowie alle Tochtergesellschaften einbezogen. Der Konzernabschluss wurde unter der Prämisse der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Hinsichtlich bestandsgefährdender Risiken verweisen wir auf die Ausführungen im Abschnitt "C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht", dort Unterabschnitt "C.2. Chancen- und Risikobericht" des Konzernlageberichts. Beherrschungs- und ErgebnisabführungsverträgeZwischen der Transdev GmbH und den folgenden Unternehmen besteht eine geschlossene Kette von Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen:
*) Beherrschungs- und
Ergebnisabführungsvertrag zum 31.12.2022 beendet
Intercompany Cash-Pooling AgreementInnerhalb des deutschen Transdev-Konzerns führt die Transdev GmbH ein Cash-Pooling durch. Die Transdev GmbH selbst ist in den Cash-Pool der Transdev Group S.A., Paris, Frankreich, eingebunden. Es erfolgt ein täglicher Ausgleich der jeweiligen Salden zwischen der Transdev GmbH und der Transdev Group S.A. Das Cash-Pooling dient neben der konzernweiten Zentralisierung der Kassenhaltung auch zur Optimierung der liquiden Mittel aller teilnehmenden Konzernunternehmen durch Abschöpfung der überschüssigen Liquidität der einzelnen Teilnehmer und durch die bedarfsgerechte Verteilung dieser Liquidität innerhalb der Transdev-Gruppe in Deutschland. Die Teilnahme am Cash-Pooling ermöglicht außerdem die Weitergabe der konzernweiten Einsparungen von Finanzierungskosten an die einzelnen Teilnehmer. Die Teilnehmer führen alle liquiden Mittel aus ihrem freien Vermögen in den Cash-Pool der Transdev GmbH ab bzw. sie erhalten aus dem Cash-Pool der Transdev GmbH den benötigten Finanzbedarf taggleich. Teilnehmer am Cash-Pooling der Transdev GmbH sind alle Tochterunternehmen der Transdev GmbH mit Ausnahme der Transdev Verkehr GmbH, Duisburg, und ihrer Tochterunternehmen, der Everride GmbH, Leipzig, und der NETLOG-Neubrandenburger Teile- und Logistikgesellschaft mbH, Neubrandenburg. Darüber hinaus waren im Geschäftsjahr die assoziierten Unternehmen West-Bus GmbH, Krefeld, und Heidenheimer Verkehrsgesellschaft mbH, Heidenheim an der Brenz, in das Cash-Pooling eingebunden. Die Transdev Verkehr GmbH führt für sich und ihre Tochterunternehmen ein separates Cash-Pooling durch. Die Transdev Verkehr GmbH ist über einen Cash-Managementvertrag an das zentrale Cash-Management der Transdev GmbH angebunden. Zur Gewährleistung und zugleich Optimierung der Liquidität stellt die Transdev GmbH Liquidität zur Verfügung bzw. nimmt überschüssige Liquidität der Transdev Verkehr GmbH auf. Struktur der UnternehmensgruppeDie Transdev GmbH als Muttergesellschaft ist zu 100 % an der Transdev Stadt GmbH, Berlin, an der Transdev Regio GmbH, Berlin, und an der Transdev Verkehr GmbH, Duisburg, beteiligt. Die Transdev Stadt GmbH, die Transdev Regio GmbH und die Transdev Verkehr GmbH sind ihrerseits an weiteren Tochterunternehmen mittelbar und unmittelbar beteiligt. Die Transdev GmbH ist darüber hinaus an weiteren Tochterunternehmen mittelbar und unmittelbar beteiligt. KonsolidierungskreisNeben der Transdev GmbH sind zum 31. Dezember des Geschäftsjahres 72 inländische Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen worden. Darüber hinaus bestehen vier mittelbare Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und zwei mittelbare Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen.
Im Geschäftsjahr 2022 ist die Sax-Bus Eilenburger Busverkehr GmbH, Eilenburg, durch den Verkauf sämtlicher Anteile mit Wirkung zum 31. Oktober 2022 aus dem Kreis der konsolidierten Tochterunternehmen ausgeschieden. Die REV Regionale Europäische Verkehrsgesellschaft mbH i. L., Augsburg, wurde nach Abschluss der Liquidation mit Wirkung zum 10. Februar 2022 aus dem Handelsregister gelöscht. Zudem wurde die Transdev Verwaltungs SE, Moers, auf die Transdev Verkehr GmbH, Duisburg, verschmolzen. KonsolidierungsgrundsätzeEinheitliche BilanzierungsgrundsätzeDie Jahresabschlüsse der einbezogenen Tochterunternehmen sind einheitlich auf den Stichtag der Muttergesellschaft aufgestellt. Die Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie Erträge und Aufwendungen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind mit den in den entsprechenden Einzelabschlüssen ausgewiesenen Werten und - soweit notwendig - nach Anpassungen in den Konzernabschluss übernommen worden. Gliederung, Ansatz und Bewertung erfolgen im Konsolidierungskreis grundsätzlich nach konzerneinheitlichen Vorschriften. KapitalkonsolidierungDie Transdev GmbH stellte zum 31. Dezember 2016 erstmalig einen Konzernabschluss auf, somit erfolgte die Erstkonsolidierung für alle am 1. Januar 2016 bereits existierenden Tochterunternehmen zum 1. Januar 2016. Bei der Kapitalkonsolidierung wird gemäß § 301 Abs. 1 HGB die Neubewertungsmethode angewandt. Dabei wurde im Rahmen der erstmaligen Erstellung eines Konzernabschlusses gemäß §§ 290 ff. HGB für das Geschäftsjahr 2016 von der Ausnahmeregelung gemäß § 301 Abs. 2 Satz 5 HGB Gebrauch gemacht, die Wertansätze des Mutterunternehmens mit dem anteiligen Eigenkapital des Tochterunternehmens zum Zeitpunkt der Begründung des Mutter-Tochterverhältnisses zu verrechnen. Wesentliche stille Reserven bestanden zum jeweiligen Zeitpunkt nicht, da die Tochterunternehmen hauptsächlich gegründet und nicht erworben wurden. Soweit in der Vergangenheit Erwerbe erfolgten, liegen diese Jahre zurück, sodass daraus resultierende Unterschiedsbeträge bei der erstmaligen Erstellung des Konzernabschlusses bereits amortisiert waren. Der gemäß § 301 Abs. 1 HGB aus der Kapitalkonsolidierung aufgrund des Erwerbs der Anteile am Transdev Verkehr GmbH (ehemals: Transdev SE & Co. KG) - Teilkonzern resultierende Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 23.279 wurde in den Geschäftsjahren 2019 bis 2022 um TEUR 9.312 abgeschrieben. Die Nutzungsdauer des Geschäfts- oder Firmenwertes beträgt 10 Jahre. Die Abschreibung erfolgt linear über die Nutzungsdauer. Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital werden gern. § 307 HGB innerhalb des Eigenkapitals unter der Bezeichnung "Nicht beherrschende Anteile" ausgewiesen. Die anderen Gesellschaftern zustehenden Anteile am Konzernjahresergebnis werden in einem gesonderten Posten unterhalb des Konzernjahresergebnisses ausgewiesen. Aufstockungen werden als Kapitalvorgang abgebildet. Equity-BewertungDie Beteiligungen an den assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden in der Konzernbilanz gemäß § 312 Abs. 1 Satz 1 HGB mit dem Buchwert angesetzt. Die der Bewertung zugrunde liegenden Bilanzen der assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen wurden von diesen mit denselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie der Konzernabschluss aufgestellt. Der Wertansatz der Beteiligungen wurde regelmäßig gemäß § 312 Abs. 4 HGB fortgeschrieben. Das Gemeinschaftsunternehmen ARGE Prignitzbus GbR wurden in Anwendung des § 311 Abs. 2 HGB nicht bei der Equity-Bewertung einbezogen. Die Gesellschaft ist hinsichtlich ihres Einflusses auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung. SchuldenkonsolidierungDie Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303 Abs. 1 HGB durch Eliminierung der Forderungen und aktiven Rechnungsabgrenzungsposten mit den entsprechenden Rückstellungen, Verbindlichkeiten und passiven Rechnungsabgrenzungsposten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Wesentliche Aufrechnungsdifferenzen haben sich nicht ergeben. Aufwands- und ErtragskonsolidierungDie Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt gemäß § 305 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der konzerninternen Erträge mit den auf sie entfallenden Aufwendungen. ZwischenergebniseliminierungZwischenergebnisse im Anlagevermögen aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden gemäß § 304 Abs. 1 HGB eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Latente SteuernPassive latente Steuern wurden auf temporäre Differenzen aus der Anpassung der Einzelabschlüsse an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sowie aus der Aufdeckung und Fortschreibung stiller Reserven und Lasten im Rahmen der Erst- und Folgekonsolidierung des Transdev Verkehr GmbH (ehemals Transdev SE & Co. KG) - Teilkonzerns gebildet. Auf temporäre Differenzen zwischen der Steuerbilanz und der Handelsbilanz I wurden gemäß dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 1 HGB keine aktiven latenten Steuern gebildet. Bilanzierunqs- und BewertungsmethodenKonzernabschlussFür die Aufstellung des Konzernabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wird nach den Vorschriften des Dritten Buches des HGB aufgestellt. Der Konzernabschluss wird gemäß § 298 Abs. 1 HGB unter Beachtung der generell für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften der §§ 242 bis 256a, § 265 bis § 278 HGB sowie der ergänzenden Vorschriften für Konzernabschlüsse der §§ 297 ff. HGB aufgestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Nach § 298 Abs. 1 HGB i. V. m. § 244 HGB ist der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 in Euro aufgestellt. Die Einzelabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften werden ebenfalls in Euro aufgestellt, eine Währungsumrechnung ist nicht erforderlich. Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Die Zugänge werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfasst. Die Abschreibungen auf unterjährige Zugänge des Anlagevermögens erfolgen grundsätzlich pro rata temporis. Immaterielle Vermögensgegenstände werden über einen Zeitraum von 3 bis 15 Jahren linear abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden linear über eine Nutzungsdauer von 2 bis 75 Jahre verteilt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, sofern diese erforderlich sind. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung des Teilkonzerns Transdev Verkehr GmbH (ehemals: Transdev SE & Co. KG) amortisiert sich über einen Zeitraum von 10 Jahren. Im Rahmen einer Plausibilisierung des Geschäfts- oder Firmenwertes wurden verschiedene begründende Effekte identifiziert und deren Amortisationszeiträume geschätzt. Hierbei handelt es sich vor allem um Synergieeffekte. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, sofern keine außerplanmäßigen Abschreibungen erforderlich sind. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen werden im Konzernabschluss gemäß § 312 HGB mit der Equity-Methode bewertet, sofern solche Unternehmen im Einzelfall nicht von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind. Die Ausleihungen sind mit ihrem Nennwert angesetzt. Die Vorräte werden zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bewertet bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Risiken im Zusammenhang mit den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden bei Konkretisierung der Risiken durch Vornahme von Einzelwertberichtigungen und ansonsten durch Vornahme von Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt. Fremdwährungsforderungen bestehen nicht. Die liquiden Mittel werden zum Nominalwert bewertet. Ergänzende Angaben zur Kapitalflussrechnung: Der Finanzmittelfonds setzt sich aus den Bankguthaben, den Kassenbeständen sowie den Cash Pool-Forderungen und -Verbindlichkeiten gegenüber der Transdev Group S.A. und gegenüber assoziierten Unternehmen zusammen. Ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten wird für Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Das gezeichnete Kapital wird mit dem Nennbetrag angesetzt. Zur periodengerechten Abgrenzung von erhaltenen Investitionszuschüssen werden passivische Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen gebildet, die über die Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögensgegenstände ergebniswirksam aufgelöst werden. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Prof. Dr. Klaus Heubeck 2018 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Bei der Bestimmung der Höhe der Rückstellungen werden zukünftige Erwartungen, Entgelt- und Rentensteigerungen bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Dabei wird für die Pensionsrückstellungen derzeit von jährlichen Anpassungen von 2,00 % (Vorjahr 1,75 %) bei den Entgelten und Renten ausgegangen. Der pauschal zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung dieser Pensionsverpflichtungen beläuft sich auf 1,79 % (Vorjahr 1,87 %); es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten zehn Jahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Die Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften werden auf Vollkostenbasis ermittelt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gem. § 253 Abs. 2 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Bei der Bewertung der sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr erfolgt die erstmalige Erfassung der Rückstellung und der zukünftigen Zuführungen nach der Bruttomethode. Der Zinsertrag aus der Abzinsung wird gesondert vom Zuführungsbetrag erfasst und im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Einnahmen vor dem Abschlussstichtag werden, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten erfasst. Eine sich aus temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden insgesamt ergebende Steuerbelastung wird nach § 306 HGB als passive latente Steuer angesetzt. Es erfolgt kein Ansatz aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge, da von dem Ansatzwahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht wird. Im Rahmen der zeitnahen Erstellung der Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen werden auf dem Stand der Buchhaltung im Dezember 2022 Aufwands- und Ertragsschätzungen für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2022 vorgenommen. Für Teile dieser Aufwands- und Ertragskomponenten liegen Abrechnungen zum Teil erst nach dem Aufstellungszeitpunkt der Jahresabschlüsse bestimmter Tochterunternehmen vor. Bei der Aufstellung der Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen wurden insbesondere die Ansprüche auf Erstattungen der Fahrgeldausfälle aus der Beförderung Schwerbehinderter sowie die Ansprüche gegen Verkehrsverbünde und sonstige Leistungsempfänger zum 31. Dezember 2022 auf Basis der gesetzlichen und vertraglichen Grundlagen geschätzt, da die Endabrechnungen durch die Leistungsempfänger regelmäßig nach Erstellung der Jahresabschlüsse bestimmter Tochterunternehmen erfolgen. Erläuterungen zur KonzernbilanzAnlagevermögenDie Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und der Abschreibungen wird im Anlagespiegel (Anlage A zum Konzernanhang) dargestellt. Die Summe der passiven Unterschiedsbeträge, die auf assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen entfallen, beträgt TEUR -62 (Vorjahr TEUR -62). Der Geschäfts- und Firmenwert, der auf Tochterunternehmen entfällt, beträgt TEUR 13.967 (Vorjahr TEUR 16.295). VorräteDas Vorratsvermögen beinhaltet im Wesentlichen Ersatzteile für Schienenfahrzeuge und Busse (TEUR 46.444, Vorjahr TEUR 42.061). Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDie Forderungen haben zum Bilanzstichtag folgende Restlaufzeiten:
Die Forderungen gegen Gesellschafter enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 132 (Vorjahr TEUR 136), die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.818 (Vorjahr TEUR 65) und die Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 4.536 (Vorjahr TEUR 5.739). Die Forderungen gegenüber Gesellschaftern enthalten im Wesentlichen Forderungen aus dem oben beschriebenen Cash-Pooling mit der Transdev Group S.A. in Höhe von TEUR 29.159 (Vorjahr, Verbindlichkeit in Höhe von TEUR 18.969). Die Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten Cash-Pool-Forderungen in Höhe von TEUR 1.554 (Vorjahr TEUR 873). Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen, die rechtlich erst nach dem Abschlussstichtag entstehen, in Höhe von TEUR 19 (Vorjahr TEUR 90) und resultieren aus Vorsteuer, die erst in Folgeperioden abziehbar ist. Aktiver RechnungsabgrenzungspostenDer aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 22.739 (Vorjahr TEUR 23.758) enthält im Wesentlichen Ausgaben für Leasinggeschäfte in Höhe von TEUR 11.263 (Vorjahr TEUR 12.662), Ausgaben für Mieten und Wartung in Höhe von TEUR 4.722 (Vorjahr TEUR 4.860) sowie Ausgaben für Versicherungen in Höhe von TEUR 1.165 (Vorjahr TEUR 854). EigenkapitalDie Entwicklung des Eigenkapitals ist dem Konzerneigenkapitalspiegel zu entnehmen. Der Konzernbilanzverlustvortrag beträgt TEUR 268.796 (Vorjahr TEUR 227.380). Sonderposten für Investitionszuschüsse zum AnlagevermögenDer Sonderposten enthält im Rahmen von getätigten Investitionen erhaltene Investitionszuschüsse. Die Investitionszuschüsse wurden entsprechend dem Abschreibungsverlauf der begünstigten Wirtschaftsgüter ratierlich aufgelöst. Im Geschäftsjahr ergab sich eine erfolgswirksame Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse in Höhe von TEUR 5.409 (Vorjahr TEUR 5.288). PensionsrückstellungDie Pensionsrückstellungen decken die Versorgungsverpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern ab. Im Geschäftsjahr bestehen keine Rückdeckungsversicherungen zur Deckung bestimmter Pensionsrückstellungen mehr (Vorjahr TEUR 24 beizulegender Zeitwert). Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 114 (Vorjahr TEUR 175). SteuerrückstellungenDie Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 1.273 (Vorjahr TEUR 4.818) setzen sich vollständig aus Rückstellungen für Ertragssteuern zusammen. Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 269.267 (Vorjahr TEUR 227.197) wurden im Wesentlichen für Instandhaltungen von Fahrzeugen in Höhe von TEUR 85.988 (Vorjahr TEUR 66.919), Rückstellung für drohende Verluste aus Nettoverträgen TEUR 67.764 (Vorjahr TEUR 66.472), für ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 77.038 (Vorjahr TEUR 55.756) und für Personal in Höhe von TEUR 29.511 (Vorjahr TEUR 28.519) gebildet. VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten haben zum Bilanzstichtag folgende Restlaufzeiten:
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen in Höhe von TEUR 54.427 (Vorjahr TEUR 63.735). Von diesen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind TEUR 14.339 (Vorjahr TEUR 17.821) durch Sicherungsübereignungen und TEUR 3.741 (Vorjahr: TEUR 4.825) durch Grundschulden gesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern enthalten in Höhe von TEUR 1.142 (Vorjahr TEUR 354) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 3.609 (Vorjahr TEUR 547). Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern enthalten im Wesentlichen Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 65.000 (Vorjahr TEUR 65.000) sowie im Vorjahr Verbindlichkeiten aus dem oben beschriebenen Cash-Pooling mit der Transdev Group S.A. in Höhe von TEUR 18.969 (Berichtsjahr TEUR 29.159 Forderungen) und Zinsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 7.981 (Berichtsjahr TEUR 0). Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten Cash-Pool-Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 783 (Vorjahr TEUR 381). Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Überzahlungen von Auftraggebern in Höhe von TEUR 125.444 (Vorjahr TEUR 112.579), denen Forderungen aus Verkehrsverträgen zum Stichtag von TEUR 178.271 (Vorjahr TEUR 159.951) gegenüberstehen, die als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen sind. Die enthaltenen Steuerverbindlichkeiten (TEUR 3.474; Vorjahr TEUR 1.176) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit (TEUR 34; Vorjahr TEUR 45) haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 5.334 (Vorjahr TEUR 5.961) resultieren aus der Anpassung der Einzelabschlüsse an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sowie aus der Aufdeckung und Fortschreibung stiller Reserven und Lasten im Rahmen der Erst- und Folgekonsolidierung des Teilkonzerns der Transdev Verkehr GmbH (ehemals Transdev SE & Co. KG). Die Berechnung erfolgte mit dem konzernweiten Durchschnittssteuersatz von 30 %. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungDie Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 1.412.540 (Vorjahr TEUR 1.207.097) beinhalten Umsätze aus dem Bahnbetrieb in Höhe von TEUR 912.783 (Vorjahr TEUR 783.193) sowie aus dem Busbetrieb in Höhe von TEUR 499.757 (Vorjahr TEUR 423.904). Die Umsatzerlöse beinhalten auf Grundlage der "Richtlinie zum Ausgleich von Schäden im öffentlichen Personennahverkehr" sowie der hierauf aufbauenden Nachverhandlungen der Verkehrsverträge im Zusammenhang mit dem Ausbruch von COVID-19 unmittelbare und mittelbare Bestellerentgelte in Höhe von TEUR 51.034 (Vorjahr: TEUR 66.576). Die Umsatzerlöse enthalten periodenfremde Erlöskorrekturen in Höhe von TEUR 3.654 aus der Differenz der in den Jahren 2020 und 2021 vorgenommenen Risikoabschläge und den tatsächlichen Rückzahlungsverpflichtungen aus der Abrechnung der Corona Hilfen für diese Jahre. Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
Die Auflösungen von Rückstellungen sowie von Wertberichtigungen zu Forderungen und die Buchgewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen stellen periodenfremde Erträge dar. Darüber hinaus bestehen periodenfremde Erträge von TEUR 1.075. In den Auflösungen von Rückstellungen sind neben Verbräuchen auch Anpassungseffekte aus der Neueinschätzung der zugrunde liegenden Annahmen für bereits in Vorjahren gebildete Drohverlustrückstellungen in Höhe von TEUR 11.168 enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Buchverluste aus dem Abgang von Anlagevermögen stellen periodenfremde Aufwendungen dar. Darüber hinaus enthalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 34 (Vorjahr TEUR 145). Für die im Zuge der Pandemie zukünftig erwartete geringere Nachfrage im öffentlichen Personennahverkehr wurden auch im Geschäftsjahr 2022 Drohverlustrückstellungen für einzelne Verkehrsverträge gebildet, um die langfristig reduzierte Wirtschaftlichkeit abzubilden. In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 1.740 enthalten und betreffen im Wesentlichen Fahrzeuge für Personen- und Güterverkehr. Das Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen enthält im Wesentlichen Abwertungen von assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von TEUR 526 (Vorjahr TEUR 3.665), Aufwertungen solcher Unternehmen in Höhe TEUR 0 (Vorjahr TEUR 6) sowie Gewinnausschüttungen solcher Unternehmen in Höhe von TEUR 486 (Vorjahr TEUR 405). Das Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen enthält außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 436 (Vorjahr TEUR 3.509). In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen in Höhe von TEUR 2.359 (Vorjahr TEUR 1.076) sind im Wesentlichen Garantiegebühren in Höhe von TEUR 254 (Vorjahr TEUR 420) und Erträge aus Abzinsungen in Höhe von TEUR 1.971 (Vorjahr TEUR 598) enthalten. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 5.484 (Vorjahr TEUR 6.125) setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Zinsaufwendungen gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von TEUR 3.256 (Vorjahr TEUR 3.403), Zinsaufwendungen aus Aufzinsungen in Höhe von TEUR 650 (Vorjahr TEUR 880), aus Darlehenszinsen in Höhe von TEUR 749 (Vorjahr TEUR 864) sowie Aufwendungen für Avalprovision in Höhe von TEUR 596 (Vorjahr TEUR 588). Sonstige AngabenHaftungsverhältnisseDie Summe der Haftungsverhältnisse beträgt TEUR 153.363 und betrifft selbstschuldnerische Bürgschaften in Höhe von 151.563 und Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen in Höhe von TEUR 1.800. Der Geschäftsführung sind keine Inanspruchnahmen durch obige Haftungsverhältnisse bekannt. Aufgrund der regelmäßigen Würdigung der Haftungsverhältnisse schätzt die Geschäftsführung das Risiko der Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen als niedrig ein. Sonstige finanzielle VerpflichtungenDer Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 934.659 (Vorjahr TEUR 931.205). Diese setzen sich wie folgt zusammen:
* Assoziierte Unternehmen (AU) /
Gemeinschaftsunternehmen (GU)
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und PersonenEs besteht über die dargestellten sonstigen finanziellen Verpflichtungen hinaus ein Dienstleistungsvertrag mit der Gesellschafterin Transdev Group S.A., Paris, Frankreich, über die Führung wesentlicher Teile der laufenden administrativen Tätigkeiten. Die Vergütung ist im Materialaufwand erfasst und betrug im Geschäftsjahr 2022 TEUR 6.691 (Vorjahr TEUR 7.295). AbschlussprüferhonorarDas im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar des Konzernabschlussprüfers für Abschlussprüfungsleistungen beträgt TEUR 655 (Vorjahr TEUR 533). Des Weiteren wurden andere Bestätigungsleistungen in Höhe von TEUR 12 (Vorjahr TEUR 68) sowie sonstige Leistungen in Höhe von TEUR 7 (Vorjahr TEUR 5) erbracht. Anzahl der BeschäftigtenDie durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter beträgt:
NachtragsberichtDer Ende Februar 2022 begonnene russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat auch weiterhin einen signifikanten, aber abnehmenden Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Transdev-Gruppe. Wir verweisen diesbezüglich auch auf unsere Ausführungen im Konzernlagebericht. Die Transdev Group S.A., Paris, Frankreich, hat mit der Transdev GmbH, Berlin, am 12. Juli 2023 eine Kreditlinie (Revolving Credit Facility) mit einer Laufzeit bis 31. Oktober 2025 vereinbart. Darin verpflichtet sich die Transdev Group S.A. der Transdev GmbH liquide Mittel bis zu einer Höhe von TEUR 80.000 zur Verfügung zu stellen, damit diese jederzeit in der Lage ist, ihre Verbindlichkeiten fristgerecht zu erfüllen und die Mittel im Rahmen des Cash-Poolings an ihre Tochtergesellschaften weiterzureichen. Weitere Ereignisse mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben sich nach dem Ende des Geschäftsjahres nicht ergeben. Geschäftsführungsorgane der MuttergesellschaftWährend des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden bzw. aktuell werden die Geschäfte der Transdev GmbH durch folgende Personen geführt:
Im Rahmen einer Neustrukturierung wurde die Geschäftsführung mit Wirkung zum 1. Januar 2023 neu organisiert:
Die Geschäftsführer erhielten im Geschäftsjahr 2022 für ihre Tätigkeit Bezüge in Höhe von TEUR 1.392 (Vorjahr TEUR 979). AufsichtsratMitglieder des Aufsichtsrates waren im Geschäftsjahr 2022:
Im Geschäftsjahr 2022 erhielten Mitglieder des Aufsichtsrates Aufwandsentschädigungen von insgesamt TEUR 15,5 (Vorjahr TEUR 16,3). Diese wurden Anfang des Jahres 2023 ausgezahlt. ErgebnisverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung wird der Gesellschafterversammlung vorschlagen, den zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Jahresfehlbetrag des Mutterunternehmens von TEUR 6.797 auf neue Rechnung vorzutragen. Befreiung nach §§ 264 Abs. 3 und 264b HGBDer vorliegende Konzernabschluss ist ein befreiender Konzernabschluss gemäß §§ 264 Abs. 3 und 264b HGB. Auf eine Offenlegung der Einzelabschlüsse der im Abschnitt Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge genannten, vollkonsolidierten Tochterunternehmen, für die eine geschlossene Kette von Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen besteht, wird daher gemäß § 264 Abs. 3 HGB i. V. m. § 325 Abs. 1 HGB verzichtet. Darüber hinaus wird auf die Offenlegung des Einzelabschlusses der Martin Becker GmbH & Co. KG als Personengesellschaft gemäß § 264b HGB i. V. m. § 325 Abs. 1 HGB verzichtet. Die diesbezüglich erforderlichen Beschlussfassungen der Gesellschafter für das abgelaufene Geschäftsjahr und die Veröffentlichungen der Gesellschafterbeschlüsse im elektronischen Bundesanzeiger erfolgen bis zum 31. Dezember 2023. KonzernverhältnisseDie Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Transdev Group S.A., Paris, Frankreich, (kleinster und größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Dieser ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich.
Berlin, den 15. August 2023 Transdev GmbH Die Geschäftsführung Dr. Tobias Heinemann Geschäftsführer, CPM Rainer Wolfgang Standfuß Geschäftsführer, CFO Ulf Braker Geschäftsführer, COO Erik Ryll Geschäftsführer, CHRO ENTWICKLUNG DES KONZERNANLAGEVERMÖGENS
KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2022
Die Kapitalflussrechnung wird aus der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung gemäß DRS 21 abgeleitet. Die hier gezeigten Auszahlungen aus Zugängen des Sachanlagevermögens weichen von den Zugängen im Anlagenspiegel ab, da Investitionen eines Jahres nicht in jedem Fall im selben Jahr zahlungswirksam sind. Bei den Einzahlungen aus Abgängen im Konsolidierungskreis handelt es sich im Geschäftsjahr 2022 um den Verkaufspreis für Anteile an der Sax-Bus Eilenburger Busverkehr GmbH abzüglich des entsprechenden veräußerten Finanzmittelbestandes. KONZERNEIGENKAPITALSPIEGEL
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022A. Grundlagen des KonzernsDie deutsche Transdev-Gruppe, Tochter des in Paris ansässigen weltweiten Mobilitätsdienstleisters Transdev Group S.A., ist Deutschlands führender privater Anbieter im regionalen Bahn- und Busverkehr. Anteilseigner der Transdev Group S.A., Paris, Frankreich - im Folgenden auch kurz "Transdev Group SA" oder Transdev-Konzern - sind die Caisse des Depots Group, Paris, Frankreich, zu 66 % sowie die RETHMANN-Gruppe, Selm, Deutschland, mit 34 %. Die Transdev-Gruppe ist in Deutschland regional breit aufgestellt und erbringt mit ihren Tochterunternehmen Schienen- und Buspersonenverkehre. Neben der Transdev GmbH sind 72 inländische Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung in den deutschen Transdev-Konzern (Transdev-Gruppe) integriert. Die Entwicklung der Transdev-Gruppe ist nur bedingt von der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands abhängig, da langfristige Verkehrsverträge mit öffentlichen Aufgabenträgern wesentliche Grundlage des Geschäftes sind. Dabei unterscheidet man Brutto- und Nettoverträge. Bei Bruttoverträgen liegt das Risiko der Fahrgeldeinnahmen im Wesentlichen beim Aufgabenträger. Bei den Nettoverträgen trägt das Verkehrsunternehmen das gesamte Fahrgeldrisiko. Außerdem gibt es Bruttoverträge mit Anreizwirkung, bei denen das Verkehrsunternehmen nur einen Teil des Fahrgeldrisikos trägt. Die Transdev-Gruppe hat sowohl Brutto- als auch Nettoverträge abgeschlossen. Die den langlaufenden Verkehrsverträgen zugrunde liegende Fortschreibung der Zuschüsse (Entgelt für die Erbringung der Leistung) hat in 2022 eine Lücke zwischen Kostenentwicklung und Zuschussfortschreibung ergeben. Die starken Preisanstiege im Bereich Energie und Material haben zu einem Auseinanderlaufen von Kosten und Zuschuss geführt. Für die Anbieter öffentlichen Verkehrs zeichnet sich ab, dass die Einnahmen nicht mehr ausreichen, um die Aufwandssteigerungen zu decken. Mit den durch Bund und Länder zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln im Rahmen des Corona-Rettungsschirms sind Einnahmeausfälle bis Ende des Jahres aufgefangen worden. Auch die Fahrgeldausfälle aus dem 9-Euro-Ticket hat der Bund vollständig ausgeglichen. Andere Effekte wie erhöhter Verschleiß, höhere Reinigungskosten und verringerte Pünktlichkeit infolge längerer Haltezeiten an den Haltestellen wurden aber überwiegend nicht ausgeglichen. Zudem gewährten einige Länder über den bundeseinheitlichen Schadenausgleich hinaus auch einen pauschalen Ausgleich an die Verkehrsunternehmen für die gestiegenen Energiekosten. 1 B. Wirtschaftsbericht1. Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenDer Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine im Frühjahr 2022 und dessen Auswirkungen stellen Europa, und in besonderem Maße auch Deutschland, vor große wirtschaftliche Herausforderungen. Die Energiepreise sind seit Beginn des Krieges weiter kräftig gestiegen. Die deutliche Einschränkung russischer Erdgaslieferungen im Sommer 2022 hat die Energiekrise verschärft und die bereits im Jahr 2021 erhöhte Inflation weiter verstärkt. Erschwerend kommt hinzu, dass die negativen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie noch nicht vollständig überwunden sind und Lieferkettenstörungen andauern. Zusammen mit spürbaren Fachkräfteengpässen verlangsamt dies die konjunkturelle Erholung. 2 Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnte sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 insgesamt gut behaupten. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2022 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 1,9 % höher als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug das Wirtschaftswachstum 2,0 %. 3 2. Branchenbezogene RahmenbedingungenIm Jahr 2022 waren deutlich mehr Fahrgäste im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen im Nah- und Fernverkehr unterwegs als im stark von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2021. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, stieg die Fahrgastzahl 2022 gegenüber dem Vorjahr um 29 % auf fast 10,2 Milliarden. Der Wert lag jedoch immer noch 14 % unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019. Besonders starke Zuwächse gegenüber den Vorjahreszeiträumen waren im 2. und 3. Quartal 2022 zu verzeichnen. In diese beiden Quartale fiel der dreimonatige Gültigkeitszeitraum des 9-Euro-Tickets, dessen Nachfolgeangebot Deutschlandticket beziehungsweise 49-Euro-Ticket ab dem 1. Mai 2023 die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) dauerhaft steigern soll. 4
1 vgl. auch NVR: Kommunen, Verbünde und
Verkehrsunternehmen fordern mehr finanzielle Mittel
für ÖPNV; 11. August 2022 sowie Eurailpress:
SPNV-Aufgabenträger: 1 Mrd. Euro für ÖPNV
für Corona und 9-Euro-Ticket; 8. August 2022
Im ÖPNV, der 99 % des Linienverkehrs abdeckt, stieg das Fahrgastaufkommen im Jahr 2022 gegenüber 2021 ebenfalls um 29 % und blieb damit 14 % unter dem Wert von 2019. Dabei waren im Eisenbahn-Nahverkehr einschließlich S-Bahnen mit 2,4 Milliarden Fahrgästen 45 % mehr Menschen unterwegs als im Jahr 2021 und 16 % weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019. Die derzeit gemeldeten Daten für den Nahverkehr mit Bussen, der mit 4,8 Milliarden Fahrgästen einen Zuwachs um 20 % gegenüber dem Vorjahr und einen Rückgang um 12 % gegenüber 2019 aufweist, bilden möglicherweise die tatsächlichen Schwankungen aufgrund der Corona-Beschränkungen und des von 1. Juni bis 31. August 2022 geltenden 9-Euro-Ticket nicht vollständig ab. In Bussen kommen automatische Fahrgastzählsysteme vergleichsweise selten zum Einsatz und Fahrgastzahlen werden häufig nur in unregelmäßigen Abständen durch Verkehrszählungen und Fahrgastbefragungen ermittelt. 5 Mit 2,72 Milliarden Reisenden und damit 29 % mehr als im Vorjahreszeitraum gab es im 3. Quartal 2022 die meisten Fahrgäste. Dazu dürfte insbesondere das 9-Euro-Ticket beigetragen haben, das viele Menschen im Juli und August nutzten. Die Zuwachsrate bei den Fahrgästen war dagegen im 2. Quartal 2022 mit +42 % gegenüber dem Vorjahresquartal auf 2,59 Milliarden am höchsten. Auch hier dürfte der Start des 9-Euro-Tickets im Juni eine Rolle gespielt haben. Allerdings waren die Vorjahresquartalswerte aufgrund des vom 24. April bis zum 30. Juni 2021 bundesweit geltenden Corona-Lockdown ("Bundesnotbremse") auch vergleichsweise niedrig. 6 Die durch die Corona-Pandemie entstandenen Verluste in den Fahrgelderlösen wurden auch in 2022 von der öffentlichen Hand erstattet, wobei die Finanzierungslasten hälftig zwischen Bund und Ländern geteilt werden. Die Regionalisierungsmittel für das Jahr 2022 wurden um insgesamt 3,7 Mrd. Euro erhöht (2,5 Mrd. Euro für das 9-Euro-Ticket und 1,2 Mrd. Euro für den sog. Rettungsschirm 2022 der ÖPNV-Branche). 7
5 vgl. Destatis: Fahrgastzahl im Linienverkehr
mit Bussen und Bahnen 2022 um 29 % gestiegen,
Pressemitteilung Nr. 140 vom 6. April 2023
Die Branche rechnet damit, dass die Corona-Auswirkungen auch im kommenden Jahr noch nachwirken und sie auch die trotz Strompreisbremse höheren Energiekosten und die Inflation schultern muss. Die Nahverkehrsakteure gehen für das kommende Jahr von einem kurzfristigen Finanzierungsbedarf von mehreren 100 Millionen Euro aus. Dies zeigt sehr deutlich, wie groß die Probleme der Branche auch für die nächsten Jahre sind. Auch nach Einführung des Deutschlandtickets zum 1. Mai 2023 fehlen nachhaltige Lösungsvorschläge für eine gesicherte und auskömmliche Finanzierung, die es den Verkehrsunternehmen ermöglicht, ihre Nahverkehrsleistungen dauerhaft zu sichern und im erforderlichen Maße in Innovationen, Infrastruktur, Fahrzeuge und Betrieb zu investieren. 8 Zudem ist es im Busbereich zunehmend schwieriger geworden den benötigten Bedarf an Fahrpersonalen für die Leistungserbringung qualitativ und quantitativ abzudecken. Aus Sicht der Wettbewerbssituation war das Jahr 2022 von einem unterdurchschnittlichen Vergabevolumen geprägt. 3. Geschäftsverlauf3.1 HoldinggesellschaftenDie RETHMANN-Gruppe ist seit 9. Januar 2019 neben der Caisse des Depots Group zweiter Anteilseigner des Transdev-Konzerns. RETHMANN hält 34 % der Anteile an der Transdev Group SA. Die in diesem Zusammenhang von der Transdev GmbH aufgenommene 100-prozentige Tochtergesellschaft Transdev Verkehr GmbH (nach Formwechsel aus Transdev SE & Co. KG, vormals Rhenus Veniro SE & Co. KG) und ihre Tochterunternehmen sind seither mit mehr als 1.500 Mitarbeitern Teil des Teams in Deutschland. Mit Wirkung zum 15. Februar 2021 wurde Herr Martin Becker-Rethmann in den Vorstand des internationalen Transdev-Konzerns berufen und hat dort als CEO Germany die Verantwortung für das Deutschlandgeschäft übernommen. In der Gesellschafterversammlung vom 15. Februar 2021 wurde Martin Becker-Rethmann als Aufsichtsratsmitglied der Transdev GmbH bestellt und übernahm am 25. Februar 2021 den Vorsitz im Aufsichtsrat. Mit Wirkung zum 1. Januar 2023 wurde die Geschäftsführung der Transdev GmbH, Berlin, neu organisiert. Dr. Tobias Heinemann ist weiterhin Sprecher der Geschäftsführung und verantwortet die Funktion des Geschäftsführers Politik und Märkte (CPM). Henrik Behrens bekleidet seit dem 1. Januar 2023 nicht mehr die Funktion des Geschäftsführers Bus. Das operative Geschäft Bus und Bahn übernahm Ulf Braker am 1. Januar 2023 als Geschäftsführer Operations (COO). Erik Ryll ist weiterhin Geschäftsführer Personal (CHRO), nachdem er vom Aufsichtsrat der Transdev GmbH mit Wirkung zum 1. Juni 2022 zum Geschäftsführer bestellt und zum Arbeitsdirektor ernannt wurde. Younès Rouissi war bis zu seiner Abberufung am 31. Oktober 2022 Geschäftsführer Finanzen. Mit Wirkung zum 1. November 2022 wurde interimsweise Rainer W. Standfuß in die Funktion des Geschäftsführer Finanzen (CFO) berufen. 3.2 Aktivitäten der Geschäftsbereiche3.2.1 Zusammenfassung SchienenpersonennahverkehrDie Anbieter im eigenwirtschaftlichen Schienenpersonenfernverkehr bekamen auch im Jahr 2022 unmittelbar die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zu spüren. Während die Deutsche Bahn AG ihre Verkehrsleistung größtenteils aufrechterhalten hat, konnten private Konkurrenten ihre Angebote nicht aufrechterhalten oder gar neu in den Markt eintreten. Die Bundesregierung erließ den Fernverkehrs- aber auch den Schienengüterverkehrsunternehmen 98 % der Trassenkosten für den Zeitraum März 2021 bis Mai 2022. Für Leistungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) galt der Nachlass jedoch nicht. Etwa 50 % des Umsatzes im Bahnbereich kommt aus sog. Nettoverträgen - hier ist die Wirtschaftlichkeit der Transdev sehr stark von täglichen Fahrgeldeinnahmen, respektive der Kompensation aus externen Faktoren begründeter entgangener Fahrgeldeinnahmen abhängig. Inzwischen haben alle SPNV-Unternehmen mit Nettoverträgen Zusatzverträge für die Kompensation in 2022 geschlossen. Operativ war das Jahr 2022 durch verschiedene Herausforderungen geprägt. Zum einen spürte die Branche deutschlandweit die Auswirkungen des 9-Euro-Tickets. In vielen Verkehrsangeboten wurden starke Nachfragezuwächse erzielt. Dies führte dazu, dass in besonderen Knotenbahnhöfen die Fahrgastwechselzeiten deutlich länger dauerten. Dies hatte massive Auswirkungen auf die Pünktlichkeit des Verkehrsangebotes, wofür die Verkehrsunternehmen regelmäßig pönalisiert werden. Darüber hinaus spürte die SPNV-Branche in 2022 die Auswirkungen einer deutlich schlechteren Schieneninfrastrukturqualität. Infolge eines Eisenbahnunfalls in Bayern im Juni 2022 und der damit einhergehenden Untersuchungen sah sich die DB Netz AG als Betreiber der Schieneninfrastruktur veranlasst, ein sog. Schwellenaustauschprogramm zu starten, um möglicherweise fehlerhafte Eisenbahnschwellen durch neue zu ersetzen. Dieses Schwellenaustauschprogramm beeinflusste die Verfügbarkeit der Schieneninfrastruktur massiv, weshalb es deutschlandweit zu Verspätungen, Zugausfällen und Schienenersatzverkehren kam. Die DB Netz AG hat die Transdev dafür entschädigt. Mit dieser Entschädigung hat die Transdev auf etwaige zukünftige Ansprüche aus den Schäden für die bereits erneuerten Streckenabschnitte verzichtet. Bezogen auf die im Jahr 2022 vergebenen Verkehrsleistungen setzte sich der Trend des vorangegangenen Jahres 2021 hinsichtlich Verzögerung und Verschiebung von Ausschreibungen weiter fort. Die Marktanteile zwischen der DB Regio einerseits und den Wettbewerbern im SPNV andererseits haben sich in 2022 nicht nennenswert verschoben. Die Transdev Deutschland gab in 2022 zwei Angebote bei Vergabeverfahren ab, wovon bei einem Verfahren ein Gewinn erzielt werden konnte (Ausschreibung S7 in NRW). Bei dem zweiten Vergabeverfahren (Ausschreibung MoselLux) wurde die Leistung an den Bestandsbetreiber (DB Regio) vergeben. In Summe konnte die DB über 80 % der vergebenen Zugkilometer für sich entscheiden und behauptete damit ihre Position als Marktführer im SPNV. Die ausgeschriebenen Verkehre sind im Wesentlichen nach dem niedrigsten Angebotspreis vergeben worden, was bedeutet, dass die DB entweder niedrigere Kosten angesetzt oder auf eine angemessene Rendite verzichtet haben dürfte, die ein privatwirtschaftlicher Anbieter einkalkulieren muss. 3.2.2 Zusammenfassung BusverkehrDas Jahr 2022 war aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine geprägt von stark steigenden Energiepreisen. Der für den Busbereich maßgebliche Dieselpreis war im Jahresverlauf volatil und im Durchschnitt deutlich höher als im Vorjahr (ca. +45 %). Bei einer Vielzahl der Verkehrsverträge erfolgt die Fortschreibung des Dieselkostenanteils in den Erlösen um ein Jahr versetzt. Ein zu Jahresbeginn gestarteter Verkehrsvertrag sieht sogar im ersten Vertragsjahr generell keine Fortschreibung der Erlöse vor. Aufgrund der massiven finanziellen Auswirkung durch den zeitlichen Versatz bei der Indexierung der Erlöse wurden die Auftraggeber der einzelnen Verkehrsverträge kontaktiert und bilaterale Verhandlungen aufgenommen. Bei mehr als der Hälfte aller Verhandlungen gelang es Transdev-Gruppe eine Kompensation zu erzielen. In den meisten Fällen konnte der Zeitversatz für das Jahr 2022 heraus verhandelt werden, so dass ein kompletter Ausgleich erfolgte. Trotz dieses Verhandlungserfolges stellt bei den nicht kompensierten Verkehrsverträgen der Anstieg des Dieselpreises eine signifikante finanzielle Belastung dar. Unabhängig von unserem eigenen Verhandlungserfolg war es notwendig, die Vergütung der Subunternehmer an den gestiegenen Dieselpreis anzupassen, nicht zuletzt um die Insolvenz von in die Leistungserbringung einbezogenen Auftragnehmern zu vermeiden. Im dritten Jahr der Corona-Pandemie hatte ein Teil der Busbetriebe aufgrund von krankheitsbedingten Ausfällen des Fahrpersonals Probleme die vertraglich vereinbarte Fahrleistung zu erbringen. In diesem Fall musste häufig auf Subunternehmen zurückgegriffen werden, was die Kosten weiter erhöhte. Aufgrund des Corona-Rettungsschirms, welcher das komplette Geschäftsjahr 2022 abdeckt, waren die finanziellen Auswirkungen jedoch gering. Positiv hervorzuheben ist, dass sich ein Teil der hinzubestellten Corona-Verstärkerfahrten inzwischen verstetigt hat. Nach der lediglich leichten Erholung der Verkehrsleistung im Vorjahr, vor allem bei Schülerverkehren, Bedarfs- und Sondertransporten (z. B. Messeverkehre) und B2B-Dienstleistungen (z. B. Bundeswehr-, Airbus- und Schienenersatzverkehre), zeichnete sich in 2022 eine spürbare Erholung ab, so dass annähernd das Niveau vor der Corona-Pandemie wieder erreicht worden ist. Besonders hervorzuheben ist hier das Geschäft mit Schienenersatzverkehren, welches erweitert werden konnte. Analog zum Bahngeschäft liegen die Fahrgeldeinnahmen der Busbetriebe auch im Jahr 2022 noch unterhalb denen des Vergleichsjahres 2019. Die stärksten negativen Auswirkungen auf die Einnahmen sind bei den Nettoverträgen und eigenwirtschaftlichen Verkehren zu verzeichnen. Der Transdev-Gruppe ist es gelungen, den Anteil dieser Verkehre weiter zu reduzieren. Die Inbetriebnahme der drei neuen Linienbündel Maifeld, Vordereifel und Pellenz zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 wurde insbesondere durch die fehlende Verfügbarkeit von Busfahrern aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle durch Corona und zu hohe Fluktuation negativ beeinflusst. Zudem wurden die bestellten Busse nicht termingerecht geliefert. Es gelang aber bereits im ersten Quartal 2022 die operative Leistungserbringung zu stabilisieren. Die dadurch entstandenen hohen Verluste konnten im Jahresverlauf reduziert werden. Der finanzielle Turnaround wird für das Jahr 2023 angestrebt. Auch 2022 hat sich die Transdev-Gruppe aktiv an Busausschreibungen beteiligt. Die offensiven Projekte Ostholstein Nord, Frankfurt Ost sowie die Subleistungen für die KRN Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH und die Stuttgarter Straßenbahnen AG konnten gewonnen werden. Auch der Bestandsverkehr Neustadt/Weinstraße konnte inkl. Mehrleistung verteidigt werden. Im Gegenzug musste die komplette Verkehrsleistung in Bad Kreuznach im Rahmen der Rekommunalisierung an die KRN abgeben werden. Die Verkehrsverträge im Landkreis Görlitz sowie die Verträge mit der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft mbH (RTV) konnten nicht verteidigt werden. Insgesamt hat die Transdev-Gruppe ihren Marktanteil im Bus-Bereich leicht reduziert. 3.3 Gesamtwürdigung des GeschäftsverlaufesDie prognostizierte Verbesserung des Betriebsergebnisses auf ein leicht positives Ergebnis wurde im Wesentlichen durch die gestiegenen Energiekosten (Bahnstrom und Diesel) nicht erreicht, da diese Steigerung von den Aufgabeträgern nicht erstattet und die sog. Strompreisbremse erst für 2023 eingeführt wurde. Darüber hinaus gab es weiterhin negative betriebswirtschaftliche Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, die jedoch fast ausschließlich den Bereich Schienenverkehr betrafen. Ursächlich hierfür waren Ausfälle bei den Ticketeinnahmen aus Nettoverträgen, die trotz Rettungsschirm von einigen Aufgabenträgern nicht vollständig erstattet wurden. Zudem wurden im Geschäftsjahr 2022 für einzelne SPNV-Verträge Drohverlustrückstellungen gebildet, um die erwarteten Verluste aus der Erfüllung nicht profitabler Verträge abzubilden. Das Betriebsergebnis beträgt -19,3 Mio. EUR. Transdev betreibt europaweit die größte E-Busflotte mit über 1.000 Fahrzeugen in unterschiedlichen Ländern. Auch in Deutschland geht Transdev in enger Kooperation mit den Aufgabenträgern das Thema CO 2 -Reduktion intensiv an und stellt die Flotten sukzessive auf klimaschonende Antriebe um. In zahlreichen Netzen sorgen E-Busse oder Hybridfahrzeuge bereits für geringere Emissionen in den Städten. Fahrerassistenzsysteme tragen im Bahn- und Busbereich dazu bei, durch effiziente Fahrweise den Energieverbrauch auf das Unvermeidbare zu reduzieren. 4. Lage4.1 Vermögenslage
Die Immateriellen Vermögensgegenstände bestehen im Wesentlichen aus Software zur Sicherstellung der betrieblichen, verwaltungstechnischen Abläufe (13,0 Mio. EUR, Vorjahr 12,3 Mio. EUR) und dem Geschäfts- oder Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung des Transdev Verkehr GmbH (ehemals: Transdev SE &Co. KG) - Teilkonzerns (14,0 Mio. EUR, Vorjahr 16,3 Mio. EUR). Die Sachanlagen beinhalten Grundstücke und Gebäude (38,1 Mio. EUR, Vorjahr 39,3 Mio. EUR), technische Anlagen und Maschinen (36,0 Mio. EUR, Vorjahr 31,2 Mio. EUR), andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung (21,6 Mio. EUR, Vorjahr 18,6 Mio. EUR), geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau (9,3 Mio. EUR, Vorjahr 15,0 Mio. EUR), Gleisanlagen, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen (4,4 Mio. EUR, Vorjahr 4,6 Mio. EUR) und Fahrzeuge für Personenverkehr (182,0 Mio. EUR, Vorjahr 192,3 Mio. EUR). Die Finanzanlagen bestehen insbesondere aus Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die mittels der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden (0,9 Mio. EUR, Vorjahr 1,4 Mio. EUR) sowie aus sonstigen Ausleihungen (44,9 Mio. EUR, Vorjahr 45,1 Mio. EUR), bei denen es sich im Wesentlichen um geleistete Sicherheiten für Leasingverträge handelt, die langfristig gebunden sind und zum Vertragsende zurückgezahlt werden. Das Vorratsvermögen beinhaltete im Wesentlichen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten hauptsächlich Forderungen gegen Verbünde und Aufgabenträger. Die Forderungen gegenüber Gesellschaftern enthalten im Wesentlichen Forderungen aus Cash-Pooling mit der Transdev Group S.A. in Höhe von 29,2 Mio. EUR (Vorjahrverbindlichkeit 19,0 Mio. EUR). Die Veränderung der Posten resultiert im Wesentlichen aus einer Einzahlung der Gesellschafterin in die freie Kapitalrücklage. Wir verweisen auf unsere Ausführungen zur Finanzlage. Die sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich primär aus Umsatzsteuerforderungen in Höhe von 29,4 Mio. EUR (Vorjahr 22,7 Mio. EUR) sowie Forderungen aus Schadensersatz in Höhe von 10,0 Mio. EUR (Vorjahr 11,0 Mio. EUR) zusammen. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält überwiegend Ausgaben für Leasing in Höhe von 11,3 Mio. EUR (Vorjahr 12,7 Mio. EUR), Ausgaben für Mieten und Wartung in Höhe von 4,7 Mio. EUR (Vorjahr 4,9 Mio. EUR) sowie Ausgaben für Versicherungen über 1,2 Mio. EUR (Vorjahr 0,9 Mio. EUR).
Unter anderem durch die Bildung von Drohverlustrückstellungen wies der Konzernabschluss der Transdev GmbH zum 31. Dezember 2021 einen nicht durch Konzerneigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 17,4 Mio. EUR aus. Die Gesellschafterin der Transdev GmbH hat am 28. Juli 2022 einen Betrag in Höhe von 80,0 Mio. EUR in die freie Kapitalrücklage der Transdev GmbH eingezahlt, um den nicht durch Konzerneigenkapital gedeckten Fehlbetrag des Vorjahres auszugleichen. Der Sonderposten enthält im Rahmen von getätigten Investitionen erhaltene Investitionszuschüsse. Die Investitionszuschüsse wurden entsprechend dem Abschreibungsverlauf der begünstigten Wirtschaftsgüter ratierlich aufgelöst. Im Geschäftsjahr ergab sich eine erfolgswirksame Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse in Höhe von 5,4 Mio. EUR (Vorjahr 5,3 Mio. EUR). Die sonstigen Rückstellungen bestehen im Wesentlichen für Drohverlustrückstellungen zu Nettoverträgen in Höhe von 67,8 Mio. EUR (Vorjahr 66,5 Mio. EUR), für ausstehende Rechnungen in Höhe von 77,0 Mio. EUR (Vorjahr 55,8 Mio. EUR), für die Instandhaltung von Fahrzeugen mit 86,0 Mio. EUR (Vorjahr 66,9 Mio. EUR) sowie für Personal in Höhe von 29,5 Mio. EUR (Vorjahr 28,5 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern enthalten im Wesentlichen Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von 65,0 Mio. EUR (Vorjahr 65,0 Mio. EUR). Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Überzahlungen in Höhe von 125,4 Mio. EUR (Vorjahr 112,6 Mio. EUR. Die passiven latenten Steuern resultieren aus der Anpassung der Einzelabschlüsse an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sowie aus der Aufdeckung und Fortschreibung stiller Reserven und Lasten. 4.2 FinanzlageDie Transdev-Gruppe war im Geschäftsjahr 2022 jederzeit in der Lage, ihre fälligen Verbindlichkeiten zu bedienen. Die Finanzierung des Konzerns erfolgt über das zentrale Group Cash Management Agreement mit der Transdev Group S.A., Paris, Frankreich. Durch die Einbindung in das Cash-Management-System der Transdev Group SA verfügen die Konzerngesellschaften über einen finanziellen Rahmen für das operative Geschäft und die Finanzierung zukunftssichernder Investitionen. Die Analyse der Liquidität erfolgt anhand der Kapitalflussrechnung, die im Folgenden aggregiert dargestellt ist:
Der negative Cashflow aus Investitionstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. In Kombination mit einem gestiegenen positiven Cashflow aus der operativen Tätigkeit ermöglichte der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit eine Erhöhung des Finanzmittelbestandes von 46,5 Mio. EUR. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit war im Berichtsjahr geprägt durch wesentliche Investitionen in Fahrzeuge für die Aufnahme neuer Verkehre. Die Höhe der Investitionen ins Sachanlagevermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Zur Verbesserung der kurzfristigen Liquidität hat die Gesellschafterin der Transdev GmbH, die Transdev Group SA, am 28. Juli 2022 einen Betrag von 80,0 Mio. EUR in die freie Kapitalrücklage der Transdev GmbH eingezahlt. Dieser Betrag wurde zum großen Teil dazu verwendet, die bestehende Cash-Pool-Verbindlichkeit gegenüber der Transdev Group SA zurückzuführen. Als materielle Beteiligung der Transdev Group SA soll mit Einbindung in die Gruppen-Finanzierungsverträge sowie über die im Jahr 2023 abgeschlossene Kreditvereinbarung über 80 Mio. EUR gewährleistet werden, dass auch künftig ausreichende liquide Mittel von der Muttergesellschaft zur Verfügung gestellt werden. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf unsere Ausführung im Abschnitt "C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht", Unterabschnitt"2. Chancen- und Risikobericht" dieses Konzernlageberichts. 4.3 Ertragslage
Die Umsatzerlöse in Höhe von 1.412,5 Mio. EUR (Vorjahr 1.207,1 Mio. EUR) beinhalten Umsätze aus dem Bahnbetrieb in Höhe von 912,8 Mio. EUR (Vorjahr 783,2 Mio. EUR) sowie aus dem Busbetrieb in Höhe von 499,7 Mio. EUR (Vorjahr 423,9 Mio. EUR). In den Umsatzerlösen sind auf Grundlage der "Richtlinie zum Ausgleich von Schäden im öffentlichen Personennahverkehr" sowie der hierauf aufbauenden Nachverhandlungen der Verkehrsverträge im Zusammenhang mit dem Ausbruch von Covid-19 unmittelbare und mittelbare Bestellerentgelte in Höhe von 51,0 Mio. EUR (Vorjahr 66,6 Mio. EUR) enthalten. Der Materialaufwand besteht aus Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren (222,8 Mio. EUR, Vorjahr 135,4 Mio. EUR) und Aufwendungen für bezogene Leistungen (739,3 Mio. EUR, Vorjahr 645,5 Mio. EUR). Der Materialaufwand enthält im Wesentlichen Aufwendungen für Trassen- und Stationskosten, Leasingaufwendungen für Fahrzeuge, Energieverbrauch und Instandhaltungskosten. Der Personalaufwand beträgt 365,3 Mio. EUR (Vorjahr 340,3 Mio. EUR) und beinhaltet 63,7 Mio. EUR (Vorjahr 59,2 Mio. EUR) Aufwand für soziale Abgaben. Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 7.307 Mitarbeitende (Vorjahr 7.163) beschäftigt, davon 6.550 (Vorjahr 6.479) im operativen Bereich und 757 (Vorjahr 684) in der Verwaltung. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Auflösungen und den Verbrauch von Rückstellungen in Höhe von 35,2 Mio. EUR (Vorjahr 11,7 Mio. EUR), Erträge aus der Auflösung von Sonderposten in Höhe von 5,4 Mio. EUR (Vorjahr 5,3 Mio. EUR), Buchgewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen in Höhe von 2,5 Mio. EUR (Vorjahr 1,4 Mio. EUR) sowie Erträge aus erhaltenem Schadensersatz in Höhe von 11,3 Mio. EUR (Vorjahr 12,9 Mio. EUR). Für die im Zuge der Corona-Pandemie zukünftig erwartete geringere Nachfrage im öffentlichen Personennahverkehr wurden im Geschäftsjahr 2022 Drohverlustrückstellen für einzelne Verkehrsverträge in Höhe von 24,9 Mio. EUR (Vorjahr 25,1 Mio. EUR) gebildet, um die langfristig reduzierte Wirtschaftlichkeit abzubilden. Innerhalb des Konzerns bestehen zwischen der Transdev GmbH und der Mehrzahl der Tochterunternehmen Ergebnisabführungs- und Beherrschungsverträge in geschlossener Kette. Diesbezüglich besteht eine ertragsteuerliche Organschaft. Es ergibt sich ein Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von 23,2 Mio. EUR (Vorjahr Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von 40,7 Mio. EUR), davon entfallen 0,1 Mio. EUR auf Jahresüberschüsse von nicht beherrschenden Anteilen (Vorjahr Jahresüberschüsse von 0,7 Mio. EUR). 4.4 Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und ErtragslageDie prognostizierte Entwicklung des Betriebsergebnisses ist nicht eingetreten, was maßgeblich auf gestiegene Energiekosten sowie einzelne unwirtschaftliche Verkehrsverträge im SPNV zurückzuführen ist. Die im Zuge der Pandemie erwartete geringere Nachfrage im öffentlichen Personennahverkehr wurde im Geschäftsjahr 2022 für einzelne Verkehrsverträge mit nachhaltig reduzierter Wirtschaftlichkeit über Drohverlustrückstellungen abgebildet. Durch eine Neueinschätzung der zugrunde liegenden Annahmen ergaben sich zudem Anpassungen für bereits gebildete Rückstellungen, die einen positiven Ergebniseffekt bewirkten. Aufgrund der insbesondere Corona-bedingt angefallenen Verluste war das Konzern-Eigenkapital zum 31. Dezember 2021 aufgebraucht und die Liquiditätslage belastet. Zur Verbesserung der kurzfristigen Liquidität sowie zur Stärkung des Eigenkapitals hat die Gesellschafterin der Transdev GmbH, die Transdev Group SA, am 28. Juli 2022 einen Betrag von 80 Mio. EUR in die freie Kapitalrücklage der Transdev GmbH eingezahlt. Dieser Betrag wurde zum großen Teil dazu verwendet, die bestehende Cash-Pool-Verbindlichkeit gegenüber der Transdev Group SA zurückzuführen. C. Prognose-, Chancen- und RisikoberichtDem Prognose-, Chancen- und Risikobericht liegt ein Prognosezeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 zugrunde. 1. PrognoseberichtGesamtaussage zur Prognose des GeschäftsverlaufesAuf der Grundlage der internen Planungen für den Konsolidierungskreis per 31. Dezember 2022 zu den finanziellen Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2023 erwartet die Geschäftsführung für den deutschen Transdev-Konzern steigende Umsatzerlöse in einem Korridor von 0 % bis 5 %. Im Ergebnis der Prognosen wird für 2023 dennoch mit einem weiterhin negativen Betriebsergebnis geplant. Die Finanzierung erfolgt auf Basis der mit der Gesellschafterin getroffenen Kreditvereinbarung. Diesbezüglich wird auf die Ausführungen im Abschnitt Chancen- und Risikobericht verwiesen. Im Bereich der Investitionen wird im Jahr 2023 mit einem Anstieg gerechnet, der im Wesentlichen aus Buskäufen resultiert. Die genaue Höhe wird von den Vergabeentscheidungen abhängig sein. Ausblick für den Schienenpersonenverkehr in 2023Der Fahrplanwechsel im Dezember 2022 hatte diverse vertragliche Auswirkungen bei den SPNV-Verträgen der Transdev-Gruppe: Bei der NordWestBahn GmbH (NWB) trat Ende 2022 der neue Verkehrsvertrag für die Leistungen im Netz der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen in Kraft. Die NordWestBahn betreibt das Netz bereits seit 2010. Im Dezember 2022 erfolgte eine umfangreiche Netzerweiterung. Die Erweiterung umfasst die Integration der Strecke Verden (Aller) - Rotenburg (Wümme), die Strecke Oldenburg - Wilhelmshaven nach der Elektrifizierung, die Einführung einer Expresslinie Bremen - Bad Zwischenahn im Stundentakt sowie Taktverdichtungen in den Stoßzeiten auf einzelnen Linien. Zur Steigerung des Fahrgastkomforts wird die Bestandsflotte von Alstom um 16 Stadler FLIRT3-Neufahrzeuge ergänzt. Die Bayerische Oberlandbahn GmbH (BOB) erweiterte ihr Leistungsvolumen zum Jahresende 2022 mit der zweiten Inbetriebnahmestufe des Verkehrsvertrages im Netz Chiemgau-Berchtesgaden auf dem Abschnitt Traunstein - Ruhpolding. Zum Einsatz kommen hier Fahrzeuge des Typs Stadler FLIRT3. Mit der ersten Inbetriebnahmestufe im Dezember 2021 wurde die zuvor von der Berchtesgadener Land Bahn betriebene Strecke zwischen Freilassing und Berchtesgaden mit den dort bereits verkehrenden Fahrzeugen des Typs Stadler FLIRT1 übernommen. Die Transdev Vertrieb GmbH (TDV) übernahm ab Dezember 2022 für bis zu 14 Jahre den Vertrieb in den beiden bayrischen Netzen Regensburg/Donautal (Dezember 2022 bis 2036) und Regionalverkehr Oberfranken (Dezember 2023 bis 2035) für den Bahnbetreiber agilis, nachdem dieser entsprechende Ausschreibungen gewonnen hatte. Die Transdev Vertrieb hatte bereits im Oktober 2020 eine Kooperation für den Vertrieb des Betreibers Go-Ahead Bayern geschlossen, der im Dezember 2021 die Strecke "München - Memmingen - Lindau" übernahm. Einen weiteren neuen Kunden konnte die TDV mit der FlixMobility GmbH gewinnen. Transdev hat zum 1. Juni 2022 in großen deutschen Bahnhöfen Fahrkartenautomaten installiert, über die Tickets für die Züge von FlixTrain verkauft werden. Die Transdev Vertrieb kümmert sich bei dem Auftrag um die Installation, die Wartung und den Betrieb der Automaten. Zudem konnte die Transdev Vertrieb Anfang 2022 ein weiteres Bahnunternehmen als neuen Kunden gewinnen. Ab Dezember 2023 wird Transdev für die Nordbahn Eisenbahngesellschaft in Schleswig-Holstein Vertriebsdienstleistungen übernehmen, nachdem das Unternehmen zwei Lose im künftigen Akku-Netz von Schleswig-Holstein gewonnen hatte. Die TDV wird unter anderem Ticketautomaten aufstellen, sowie Fahrausweisentwerter und Verkaufsstellen betreiben. Zudem werden mobile Terminals für die Mitarbeitenden der Nordbahn bereitgestellt. Ausblick für den Busverkehr in 2023Die Regionalbus Oberlausitz GmbH (RBO) wird auch weiterhin den ÖPNV im Landkreis Bautzen betreiben. Der Verkehrsvertrag startete am 1. Januar 2022, läuft über zehn Jahre bis zum 31. Dezember 2031. Nachdem im Geschäftsjahr im 2022 gemäß Vertragsbedingungen keine Fortschreibung der Erlöse vorgesehen war, erfolgt im Jahr 2023 nun eine Indexierung für den Zeitraum von zwei Jahren. Die Verkehrsbetrieb Rhein Eifel Mosel GmbH (VREM) hatte 2021 Ausschreibungen für den Betrieb von drei großen Linienbündeln (Maifeld, Vordereifel, Pellenz) mit über 80 Buslinien im Landkreis Mayen-Koblenz gewonnen. Seit Fahrplanwechsel im Dezember 2021 sind für zehn Jahre rund 180 neue Busse links-rheinisch im gesamten Gebiet Mayen-Koblenz unter der Marke Verkehrsbetriebe Mittelrhein unterwegs. Die Württembergische Bus-Gesellschaft mbH (WBG) hat zum Jahresende 2021 den Zuschlag für einen Auftrag als Subunternehmer im Liniennetz der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) erhalten. Ab 11. Dezember 2022 fährt die WBG mit Gelenkbussen auf der Buslinie 90 Korntal-Weilimdorf-Giebel im Verkehrsverbund Stuttgart (WS). Die INGmobil GmbH (ING) konnte einen neuen Auftrag für ein Los mit Verkehrsleistungen als Subunternehmer im Verkehrsgebiet der Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH (KRN) gewinnen. Die Palatina Bus GmbH (PAL) in Edenkoben betreibt seit Dezember 2022 für zehn Jahre weiterhin den Busverkehr auf 12 Linien in den Losen 1 und 3 des Linienbündels Neustadt/Weinstraße. Die Omnibus-Verkehr Ruoff GmbH (OVR) beabsichtigt im Geschäftsjahr 2023 in Zusammenarbeit mit den Aufgabenträgern eine tragfähige und zukunftssichere Lösung für die beiden defizitären eigenwirtschaftlichen Verkehre Backnang und Hemmingen zu finden. Der Bundeswehr-Vertrag mit der Transdev GmbH ist Ende März 2023 ausgelaufen. Im Rahmen der Neuverhandlungen konnte Transdev nur den Teilbestand für Süd- und Westdeutschland erfolgreich verteidigen. Die Zahl der Ausschreibungen im ÖPNV Bus Markt war im Geschäftsjahr 2022 rückläufig, aber wir erwarten eine Rückkehr zu einem aktiven Ausschreibungsgeschehen. Damit ergeben sich wieder Wachstumschancen im Kerngeschäft. Überlegungen, neue Geschäftsfelder zu erschließen, die das Kerngeschäft ergänzen, werden weiter auf ihre Umsetzungsmöglichkeit untersucht. Zudem bereiten sich die Kommunen weiterhin auf die Umsetzung der Verkehrswende vor. Hier kann die Transdev ihre Kompetenzen als weltweit tätiger Konzern gut einbringen, weil die Bürgerinnen und Bürger von den Kommunen Mobilitätsdienstleistungen erwarten. Dies bietet weitere Möglichkeiten, insbesondere im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften. Aufgrund der Clean Vehicles Directive (CVD) werden zukünftig verstärkt Zero Emission-Lösungen umgesetzt werden. Hierfür hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr der Transdev-Gruppe Fördermittel zugesagt. 2. Chancen- und RisikoberichtDurch die monatliche Analyse der Plan/Ist-Abweichungen, die durch das regionale Controlling in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung erstellt wird, erfolgt die Einbeziehung in das Risikomanagement der Transdev-Gruppe und des internationalen Transdev Konzerns. In diesem Rahmen werden besonders die Auswirkungen folgender Indikatoren berücksichtigt:
Im Rahmen des Finanzmanagements werden mögliche Risiken u. a. durch folgende Maßnahmen fortlaufend überwacht, quantifiziert und nach den Unternehmenszielen entsprechend aktiv gesteuert:
Die derzeitigen Umsatzerlöse/Forderungen der Tochtergesellschaften basieren teilweise auf Schätzungen, die auf konkreten Annahmen basieren. Das Risiko (und die Chance) besteht darin, dass eine finale Abrechnung zu einer Anpassung der Forderungen führt. Hier bestehen also noch entsprechende branchenübliche Beurteilungs- und Schätzungsspielräume. Konkret unterliegt der Konzern den Risiken im Wettbewerb um Verkehrsverträge, was jedoch gleichzeitig eine Chance darstellt. Zur Abmilderung der Risiken werden die Unterlagen der jeweiligen Töchter vor Teilnahme an einer Ausschreibung durch die Transdev GmbH auf Plausibilität überprüft und freigegeben. Die Planungen des Konzerns gehen davon aus, dass sich der positive Trend in der Verkehrsentwicklung in der Transdev-Gruppe fortsetzt und ausgebaut werden kann. Gleichfalls liegen in der Optimierung des operativen Geschäftes nennenswerte Ergebnispotentiale. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass mit den steigenden Chancen aus der Ausweitung und Intensivierung der Verkehrsverträge die hieraus resultierenden grundsätzlichen Risiken ebenfalls zunehmen. Solche Risiken können aus der Fehleinschätzung der Verkehrsentwicklung, aus dem Vertragsmanagement sowie aus operativen Risiken resultieren, wie beispielsweise Zugausfällen und Kosten für Schienenersatzverkehr oder kurzfristiger Ausfall von Fahrpersonal in signifikanten Größenordnungen. Der Ende Februar 2022 begonnene russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat auch weiterhin einen signifikanten, aber abnehmenden Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Transdev-Gruppe. Die Bundesregierung hat Ende 2022 mit dem StromPBG und dem EWPBG zwei auch für die Verkehrsbranche entscheidende Energiepreisbremsengesetze verabschiedet, die das Ausmaß der Energiepreissteigerungen dämpfen, auch wenn die konkrete Umsetzung noch aussteht und die Folgen der Energiekrise für die Konjunktur noch offen sind. Die Energiekrise brachte Transdev Deutschland im Jahr 2022 in eine schwierige Lage. Das gesamte Jahr 2022 hatte aufgrund der Preissteigerungen zu erheblichen - nicht geplanten - Belastungen in zweistelliger Millionenhöhe geführt. Die Energiepreise zeigen seit den Höchstpreisen im August 2022 einen sinkenden Trend. Die Indexwerte haben sich zu Beginn des Jahres 2023 auf ein neues Niveau eingependelt. Die Strompreisbremse wird verhindern, dass sich eine Entwicklung wie im Jahr 2022 wiederholt. Die Börsenpreise für Strom bewegen sich seit Jahresbeginn 2023 auf einem Niveau knapp oberhalb der gesetzlich festgelegten Preisbremse für den Schienenpersonennahverkehr. Etwa 90 % des Strombedarfes der Transdev sind durch die Strompreisbremse mindestens bis Ende 2023 abgesichert. Langfristige Future-Preise für die Jahre 2025 und 2026 zeigen eine leicht fallende Tendenz und liegen leicht unterhalb des Niveaus der aktuellen gesetzlichen Preisbremse. Die Inflation betrug in Deutschland in 2022 6,9 % (nach Revisionsberechnung auf das neue Basisjahr 2020). 9 Daraus ergibt sich für 2023 eine Unsicherheit zur Entwicklung der Lohnkosten. Für die Neuverhandlungen von Tarifverträgen sind auf Grund der anhaltend hohen Inflation höhere Abschlüsse zu erwarten als in den vergangenen Jahren. In der Planung für das Jahr 2023 wurde das berücksichtigt, es besteht jedoch das Risiko, dass die Verhandlungsergebnisse höher ausfallen als die geplanten Steigerungen. Da die entstehenden höheren Lohnkosten über die in den Verkehrsverträgen vereinbarten Indizes nur teilweise ausgeglichen werden, stellt dies ein Risiko für das Ergebnis der Transdev Deutschland dar. Die Einführung des Deutschlandtickets stellt einen beispiellosen politischen Eingriff in die Tariflandschaft dar. Dabei wird von einer deutlichen Steigerung der Fahrgastzahlen bei gleichzeitigem massivem Rückgang von Fahrgelderlösen ausgegangen. Für ein solches Ticket und die damit verbundenen Kundenwanderungen bestehen bisher keine tragfähigen empirischen Grundlagen oder Kundenbefragungen. Ein Ausgleich der Mindereinnahmen aus der Einführung des Tickets wird von Bund und Ländern für den gesamten Zeitraum bis mindestens Ende 2024 in voller Höhe geleistet werden. Durch die verzögerte Einführung zum 1. Mai 2023 entstanden aber bereits Erlöseinbußen in den Monaten Januar bis April. Zudem sind Details der dabei zugrunde liegenden Methodik derzeit noch nicht geklärt. Das Deutschlandticket wird während der Einführungsphase einer Evaluation unterzogen. Entsprechend besteht Unklarheit, ob oder welche Folgetarife entwickelt werden sowie über den Ausgleich von Mindereinnahmen. Es besteht, wie nachfolgend weiter ausgeführt, grundsätzlich ein Finanzierungsbedarf. Der Transdev-Konzern hat bereits durch die Einzahlung in die freie Kapitalrücklage der Transdev GmbH in 2022 ein klares Bekenntnis zum Deutschland-Geschäft abgegeben und verfügt über die Mittel, das auch weiterhin zu tun. Gemäß der aktuellen Liquiditätsplanung besteht in der deutschen Transdev-Gruppe im Prognosezeitraum voraussichtlich zeitweise ein Liquiditätsbedarf, der eine zusätzliche Finanzierung erforderlich macht. Die Deckung des Liquiditätsbedarfs erfolgt grundsätzlich über das zentrale Group Cash Management Agreement mit der Transdev Group S.A., Paris, Frankreich, welches jedoch kurzfristig kündbar ist. Ergänzend hat die Gesellschafterin Transdev Group S.A., Paris, Frankreich, mit der Transdev GmbH, Berlin, daher am 12. Juli 2023 eine Kreditlinie (Revolving Credit Facility) mit einer Laufzeit bis 31. Oktober 2025 vereinbart. Darin verpflichtet sich die Transdev Group SA der Transdev GmbH liquide Mittel bis zu einer Höhe von 80 Mio. EUR zur Verfügung zu stellen, damit diese jederzeit in der Lage ist, ihre Verbindlichkeiten fristgerecht zu erfüllen und die Mittel im Rahmen des Cash Poolings an ihre Tochtergesellschaften weiterreichen zu können. Die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit des Konzerns ist somit von der weiteren finanziellen Unterstützung durch die Gesellschafterin, Transdev Group S.A., Paris, Frankreich, abhängig. 3. Gesamtaussage zur zukünftigen EntwicklungDer Transdev Deutschland-Konzern wird versuchen, die Performance des bestehenden Geschäfts - insbesondere auch durch Nachverhandlungen der Verkehrsverträge - zu verbessern, interne Prozesse zu optimieren und seine Geschäftsaktivitäten auszubauen. Der Konzern wird sich an weiteren Ausschreibungen im Bus- und Bahnbereich beteiligen und plant zudem, das Geschäftsfeld der Vertriebsdienstleistungen weiter auszubauen.
Berlin, den 15. August 2023 Transdev GmbH Die Geschäftsführung Dr. Tobias Heinemann, Geschäftsführer, CPM Rainer Wolfgang Standfuß, Geschäftsführer, CFO Ulf Braker, Geschäftsführer, COO Erik Ryll, Geschäftsführer, CHRO GESELLSCHAFTERBESCHLUSSDie unterzeichnete Transdev Group, Société Anonyme, mit einem eingetragenen Kapital von EUR 1.206.035.927,20, eingetragen unter 521 477 851 RCS im Handelsregister in Nanterre, als alleinige Gesellschafterin der Transdev GmbH AG Charlottenburg / HRB 100 617B fasst hiermit unter Verzicht auf sämtliche gesetzlichen und/oder gesellschaftsvertraglichen Fristen und Formen im Wege schriftlicher Beschlussfassung die folgenden Beschlüsse: Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 (Konzernjahresfehlbetrag i. H. v. EUR 23.246.134,18) wird festgestellt. Weitere Beschlüsse werden nicht gefasst. Datum: 31.08.2023 Ort: Paris
Transdev Group S.A. Thierry Mallet |
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