Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH

Rheinpromenade 10, 40789 Monheim am Rhein, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Coesfeld HRB 13223
Vorher
BEnedgeinRnöRtöutnugng Glasfasernetz Operating GmbH
Eingetragen
20.5.2011
Branche
Reparatur und Instandhaltung von TelekommunikationsgerätenHerstellung von Glasfasern und Waren darausBetrieb von Verkehrswegen für Schienenfahrzeuge
Gegenstand
Die Unterhaltung und Pflege von Glasfasernetzen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Prokura
Geschäftsführer
Pascal Koster
seit 15.9.2022
Geschäftsführer
Roman Schachtsiek
seit 4.2.2021
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH

Gronau

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Bilanz zum 31. Dezember 2021

A k t i v a

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
A. Umlaufvermögen
I. Forderungen
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 131.139.670,05 2.736.805,01
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 161.381,81 309.893,90
131.301.051,86 3.046.698,91
B. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 84.550.437,35
131.301.051,86 87.597.136,26

P a s s i v a

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 2.650.000,00 2.650.000,00
III. Jahresüberschuss 0,00 0,00
2.675.000,00 2.675.000,00
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 126.250,00 84.550.437,35
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.499,09 0,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter 312.543,22 371.698,91
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 128.178.759,55 0,00
128.499.801,86 371.698,91
131.301.051,86 87.597.136,26

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021 2020
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 181.714.468,10 141.339.332,54
2. Sonstige betriebliche Erträge 10.299,41 30.769,53
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen -181.492.159,79 -141.204.173,06
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen -145.547,14 -2.400,18
5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 225.482,64 208.825,15
- davon aus verbundenen Unternehmen:
EUR 225.482,64 (i. Vj. EUR 208.825,15) -
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,00 -655,07
davon an verbundene Unternehmen: EUR 0,00 (i. Vj. EUR 655,07) -
7. Ergebnis nach Steuern 312.543,22 371.698,91
8. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführter Gewinn -312.543,22 -371.698,91
9. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

1. Allgemeine Hinweise

Die Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH mit Sitz in Gronau ist im Handelsregister Coesfeld unter der Nummer HRB 13223 eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG und des Gesellschaftsvertrags aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Im Rahmen einer körperschaftsteuerlichen und gewerbesteuerlichen Organschaft unterliegen die von der Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH erzielten Einkommen und Gewerbeerträge der Besteuerung bei der Deutsche Glasfaser Holding GmbH, Gronau.

Das Jahresergebnis 2021 wurde im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrags an die Deutsche Glasfaser Holding GmbH abgeführt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die Forderungen sowie die Guthaben bei Kreditinstituten und das Eigenkapital sind zum Nennbetrag angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages und haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Es bestehen keine Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen und folglich weder daraus resultierende zukünftigen Steuerbelastungen noch Steuerentlastungen.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 131.139,670,05 (Vorjahr: EUR 2.736.805,01) resultieren in Höhe von EUR 2.958.605,73 (Vorjahr: EUR 2.736.805,01) aus einem in 2019 der Deutsche Glasfaser Asset I GmbH gewährten Darlehen und in Höhe von EUR 128.178.759,55 (Vorjahr: EUR 0,00) aus antizipativen Forderungen (sonstigen Vermögensgegenständen) aus Staffelmietverträgen gegen die Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH, die im Vorjahr im Posten Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen wurden. Forderungen in Höhe von € 27.581.465,98 (Vorjahr: EUR 3.681,92) haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die übrigen Forderungen haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 84.550.437,35) beinhaltete die Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Staffelmieten. Diese Forderungen werden ab sofort unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von EUR 126.250,00 (Vorjahr: EUR 84.550.437,35) beinhalten Rückstellungen in Höhe von EUR 126.250,00 (Vorjahr: EUR 0,00) für Abschlussund Prüfungskosten.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen in Höhe von EUR 8.499,09 (Vorjahr: EUR 0,00). Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen in Höhe von EUR 128.178.759,55 (Vorjahr: EUR 0,00) und beinhalten in voller Höhe Verbindlichkeiten aus Staffelmietverträgen (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) gegen die Deutsche Glasfaser Asset I GmbH und Deutsche Glasfaser Asset III GmbH & Co. KG bis Deutsche Glasfaser Asset 38 GmbH & Co. KG, welche im Vorjahr unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen wurden. Diese stellen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen dar, sodass der Ausweis entsprechend korrigiert wurde. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestehen in Höhe von EUR 312.543,22 (Vorjahr: EUR 371.698,91) aus der Gewinnabführung aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages mit der Deutsche Glasfaser Holding GmbH. Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten sind dem Verbindlichkeitenspiegel (Anlage 1 zum Anhang) zu entnehmen.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 181.714.468,10 (Vorjahr: EUR 141.339.332,54) entfallen, wie im Vorjahr, ausschließlich auf Umsätze mit verbundenen Unternehmen und resultieren im Wesentlichen aus Erlösen aus Pacht- und Dienstleistungsverträgen.

Der Materialaufwand in Höhe von EUR 181.492.159,79 (Vorjahr: EUR 141.204.173,06) enthält mit EUR 181.481.181,38 (Vorjahr: EUR 141.106.982,67) Aufwendungen für bezogene Leistungen aus Pacht- und Dienstleistungsverträgen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge in Höhe von EUR 225.482,64 (Vorjahr: EUR 208.825,15) betreffen, wie im Vorjahr, ausschließlich verbundene Unternehmen.

Periodenfremde Erträge und Aufwendungen ergaben sich im Geschäftsjahr nicht.

5. Sonstige Angaben

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Dienst- und Pachtverträgen mit verbundenen Unternehmen wie folgt:

< 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre
Dienstverträge 33.024.610,32 EUR 132.098.441,28 EUR 66.049.220,64 EUR
Pachtverträge 123.543.378,00 EUR 691.510.638,00 EUR 402.072.516,00 EUR

Die Gesellschaft, die den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von verbundenen Unternehmen aufstellt, in die die Gesellschaft einbezogen wird, ist die Fiber TopCo GmbH, Monheim am Rhein. Der Abschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Geschäftsführer üben hauptberuflich die Geschäftsführung dieser Gesellschaft sowie anderer Gesellschaften der Deutschen Glasfaser-Gruppe aus. Die Geschäftsführer sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Die Geschäftsführer der Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH sind Thorsten Dirks (ab 25.01.2021), Guido Eidmann (bis 28.06.2022), Angie Hagemann (bis 31.05.2022), Jens Müller, Uwe Nickl (bis 31.01.2021), Joan F. Nieuwenhuis (bis 31.01.2021), Ruben Queimano Alonso (ab 01.01.2021), Roman Schachtsiek, Christoph Staudt (bis 30.11.2021), Raimund Winkler (bis 30.04.2021), David Alexander Zimmer (bis 30.06.2021), Dr. Stephan Zimmermann (bis 30.04.2021). Sie erhielten für diese Tätigkeit kein Entgelt von der Gesellschaft.

Die Gesellschaft beschäftigt keine Mitarbeiter.

Das Abschlussprüferhonorar beläuft sich auf EUR 26.250,00.

6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 11. Januar 2022 erfolgte das Closing der Refinanzierung der Deutsche Glasfaser- Gruppe. Die Gruppe hat die Darlehenskomponente von Mrd. € 3,0 erhalten und hiermit die drei bestehenden Kreditfazilitäten bei der DG Business Asset GmbH, der DG Asset I GmbH und der Speedbreak BidCo GmbH abgelöst. Zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken hat die Deutsche Glasfaser-Gruppe mit Wirkung zum 31. März 2022 entsprechende Sicherungsgeschäfte mit einer Laufzeit von 3 Jahren für das Darlehen abgeschlossen. Für weitere Informationen zu der Refinanzierung verweisen wir auf Anlage 1.4 (Lagebericht) unter Abschnitt Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen.

Im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt ist die Deutsche Glasfaser-Gruppe nicht in den von Krieg und Sanktionen betroffenen Gebieten tätig und bezieht auch von dort keine Materialien, sodass sich keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Geschäft der Gruppe ergeben. Gleichwohl handelt es sich hierbei um ein zusätzliches Risiko für eine weitere Erhöhung der Rohstoffpreise und der Inflation, welches mittelbar Effekte auf die Gruppe hat.

Darüber hinaus sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag bekannt.

 

Gronau, 30. Juni 2022

Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH

Thorsten Dirks

Jens Müller

Ruben Queimano Alonso

Roman Schachtsiek

Verbindlichkeitenspiegel zum 31. Dezember 2021

davon mit einer Restlaufzeit von
Gesamtbetrag 31.12.2021 bis zu einem Jahr einem bis zu fünf Jahren mehr als fünf Jahren Gesichert
EUR EUR EUR EUR EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8.499,09 8.499,09 0,00 0,00 0,00
Vorjahr 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter 312.543,22 312.543,22 0,00 0,00 0,00
Vorjahr 371.698,91 371.698,91 0,00 0,00 0,00
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 128.178.759,55 27.579.152,21 71.856.862,43 28.742.744,92 0,00
Vorjahr 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
128.499.801,86 27.900.194,52 71.856.862,43 28.742.744,92 0,00
Vorjahr 371.698,91 371.698,91 0,00 0,00 0,00

Anlage zum Anhang

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

Geschäft und Rahmenbedingungen

Strategie und Unternehmensmodell

Die Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH, Gronau (im Folgenden DGNO oder die Gesellschaft), mietet bundesweit Glasfasernetze von der Deutsche Glasfaser Asset I GmbH und Glasfaser Asset III GmbH & Co. KG bis Deutsche Glasfaser Asset 38 GmbH & Co. KG an und vermietet diese wiederum an die Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH. Des Weiteren kauft die Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH Dienstleistungen der Deutsche Glasfaser Wholesale ein. Die Endkunden der Netze werden von der Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH bedient.

Für die Betrachtung der Gesellschaft ist die Entwicklung des Konzerns Deutsche Glasfaser Fiber TopCo GmbH (Deutsche Glasfaser) relevant. Der Konzern realisiert und betreibt bundesweit Glasfasernetze für Privathaushalte und Unternehmen. Deutsche Glasfaser hat sich zum Ziel gesetzt, eine nachhaltige Infrastruktur zu schaffen und in den relevanten Ausbaugebieten jeden Haushalt mit einem FTTH-Anschluss ("Fiber-To-The-Home") zu versorgen und Unternehmen eine zukunftsfähige Glasfaseranbindung zu ermöglichen. Als offenes Netz angelegt, ist es zugänglich für sämtliche Dienstanbieter und ermöglicht den Nutzern vielfältige Angebote. Grundsätzlich können alle aktiven Betreiber sowie Provider dieses Glasfasernetz nutzen. Der Vorteil eines offenen Netzwerks ist, dass die Unternehmen größere Freiheit bei der Auswahl eines Providers haben und das Potenzial der hohen Investitionen besser ausgeschöpft wird. 1

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Auch im Geschäftsjahr 2021 wurde die Wirtschaftsleistung durch die Coronavirus-Pandemie beeinflusst. Nach einer der schwersten Rezessionen der Nachkriegszeit in 2020 befindet sich die Weltwirtschaft mittlerweile auf dem Pfad der Erholung. Im Berichtsjahr konnte ein weltweiter Konjunkturanstieg von 5,9 % erzielt werden. Allerdings hat der Aufschwung der Weltwirtschaft nach der Jahresmitte 2021 an Fahrt verloren. In vielen Teilen der Welt bremste die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus die wirtschaftliche Aktivität und Lieferengpässe behinderten den Aufschwung der Industrieproduktion. Die Infektionswellen verlaufen jedoch immer weniger synchron. Auch sind die wirtschaftlichen Auswirkungen unterschiedlich; vor allem in den Ländern mit einer hohen Impfquote werden inzwischen auch höhere Inzidenzen toleriert, ohne dass Eindämmungsmaßnahmen ergriffen werden, die die Konjunktur stark dämpfen. Zusätzlich hat die Inflation im Verlauf des Jahres 2021 kräftig angezogen und war zum Jahresende so hoch wie seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr. Die Ursachen hierfür liegen in dem Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise sowie den angebotsseitigen Engpässen. 2

1 Pressemitteilung BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. vom 19.10.2011
2 Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft Winter 2021

Quelle: IMF World Economic Outlook Update Januar 2022

Innerhalb Deutschlands kam es, bedingt durch die Einschränkungen im Rahmen der dritten Pandemiewelle, im ersten Quartal 2021 zu einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 1,9 Prozent im Vergleich zum vorherigen Quartal. Aufgrund der Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen im Verlauf des zweiten Quartals konnte das Bruttoinlandsprodukt um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gesteigert werden, da das Vorjahr noch stark unter der ersten Corona-Welle und dem harten Lock-down gelitten hat. Auch das dritte Quartal verzeichnete einen Anstieg der Wirtschaftsleistung von 1,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Neue Beschränkungen wie 2G-Regelungen im Dezember hatten allerdings ein geschwächtes viertes Quartal zur Folge. Für das Gesamtjahr konnte ein Konjunkturanstieg von 2,7 % in Deutschland erzielt werden. 3

Auch in Deutschland führten kräftig gestiegene Energiepreise, Lieferengpässe sowie die Rücknahme der pandemiebedingten Umsatzsteuersenkung aus dem Vorjahr im Berichtsjahr zu einem Anstieg der Inflationsrate auf 3,1 % gegenüber dem Vorjahr. Bezogen auf das Gesamtjahr, handelt es sich hierbei um den höchsten Stand seit 1993. Im Dezember legten die Preise sogar um 5,3 % zu. Eine hohe Inflation schwächt am Ende die Kaufkraft von Verbrauchern. Der Arbeitsmarkt spiegelt hingegen eine leichte Erholung von der Pandemie wider, die Arbeitslosigkeit verringerte sich und auch die Kurzarbeit stieg nicht weiter an. 4

Die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage wird durch den Einmarsch russischer Streitkräfte in die souveräne Ukraine am 24. Februar 2022 verschärft. An den Güter- und Finanzmärkten waren die Reaktionen sofort spürbar, die demokratischen Staaten haben in großer Geschlossenheit scharfe Sanktionen gegen Russland verhängt. Deren Konsequenzen für Russland, aber auch für die verhängenden Staaten, zeigen sich bereits unmittelbar, werden aber voraussichtlich auch langfristig erhebliche Konsequenzen für die Weltwirtschaft haben. Der Konzern ist nicht in den von Krieg oder Sanktionen betroffenen Gebieten tätig, sodass sich keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Geschäft des Konzerns ergeben. Gleichwohl handelt es sich hierbei um ein zusätzliches Risiko für eine weitere Erhöhung der Rohstoffpreise und der Inflation, welches mittelbar Effekte auf die Gesellschaft haben könnte. Wir verweisen auf die entsprechenden Ausführungen im Chancen- und Risikobericht sowie Prognosebericht.

3 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/11/PD21_532_811.html
4 https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2021/20211215-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-dezember-2021.html

Telekommunikationsmarkt und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Digitalisierung ermöglicht Unternehmen in Deutschland stetig neue Chancen und stellt einen wichtigen Faktor im globalen Wettbewerb dar. Die flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen und der Aufbau von Hochleistungsnetzen werden gemäß der aktuellen Breitbandförderung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr mit Pressemitteilung vom 16. Dezember 2021 als essenzielle Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum, mehr Beschäftigung und steigenden Wohlstand gesehen. Die Infrastruktur muss weiter auch den steigenden Anforderungen wie z.B. im Homeoffice, beim Homeschooling, usw. gerecht werden. 5

Die Corona-Krise hat unterschiedliche Auswirkungen auf die verschiedenen Branchen. Im Telekommunikationssektor hat sich das Geschäftsklima zuletzt verbessert: Der Bitkom-ifo-Digitalindex, welcher auf der monatlichen ifo Konjunkturumfrage basiert und sich aus dem geometrischen Mittel der Beurteilung der Geschäftslage sowie -erwartungen berechnet, erreichte im Juni 2021 sein Allzeithoch. Die ITK (Informationstechnik und Telekommunikation) -Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage insgesamt als sehr gut. Dies zeigt sich auch in den Umsatzzahlen: Die ITK-Unternehmen verzeichneten in 2021 einen Umsatzanstieg von 3,9 %. 6

Quelle: Bitkom IDC, Bundesagentur für Arbeit, BNetzA

Die Anzahl der vertraglich gebuchten Breitbandanschlüsse stieg bis zum Ende des ersten Halbjahres 2021 auf insgesamt rund 36,5 Mio. Anschlüsse. Somit verfügten zu diesem Zeitpunkt rund 90 Prozent der Haushalte in Deutschland über einen Breitbandanschluss. 7

Der Telekommunikationsmarkt in Deutschland unterliegt einem starken Wettbewerb. Die Verbraucher profitieren von einer breiten Angebotsauswahl. Die hauptsächlich auf ländliche Regionen fokussierte DGNO steht insbesondere in direktem Wettbewerb mit Breitbandanbietern von Technologien wie Kabel/DOCSIS und VDSL Vectoring. Dabei bietet keine der konkurrierenden Technologien eine vergleichbare Übertragungsgeschwindigkeit der Glasfasertechnologie. Mit bis zu 10.000 Mbit/s, sowohl im Down- als auch im Upload, wird die technische Überlegenheit der Glasfasertechnologie gegenüber Kabel/DOCSIS (Down-/Upload bis zu 1.000/50 Mbit/s) und VDSL Vectoring (Down-/Upload bis zu 250/100 Mbit/s) deutlich. Diese Art der Infrastruktur ist die zukunftssicherste Technologie, da nur mittels Glasfasertechnologie langfristig Bandbreiten im Terabit-Bereich möglich werden. Einmal verbaut haben die Nutzer - ob Privathaushalte oder Unternehmen - über Jahrzehnte ohne Nachrüstung ihres Anschlusses ausgesorgt. Zudem bietet die FTTH-Glasfaser neben dem technologischen Vorsprung auch Vorteile im Hinblick auf die Nachhaltigkeit. Kupferbasierte Netze verbrauchen nach einer Studie der Technischen Hochschule Mittelhessen drei bis siebzehnfach mehr Strom als reine Glasfasernetze.

5 https://www.bmvi.de/DE/Themen/Digitales/Breitbandausbau/Breitbandfoerderung/breitbandfoerderung.html
6 Pressemitteilung des Bitkom vom 11. Januar 2022
7 Bundesnetzagentur: Tätigkeitsbericht Telekommunikation 2020/2021

Der Markt für Glasfaser (FTTH) entwickelt sich weiter und neue Anbieter entstehen, auch weil private Investoren den deutschen Markt weiter für attraktiv halten. Die Wettbewerber der DGNO im Ausbau von Glasfaser und dem Sichern von Ausbaugebieten unterscheiden sich regional sehr, da der Glasfasermarkt, anders als der DSL und HFC-Markt, infrastruktur-technisch sehr fragmentiert ist.

Historisch waren die Hauptwettbewerber der Deutsche Glasfaser in der Glasfaser-Technologie regionale Carrier und Stadtwerke oder aber regionale Anbieter wie DNS.Net oder die Glasfaser NordWest. Neben der Deutschen Giganetz als überregional tätigem Wettbewerber wurde durch das Joint Venture der Allianz mit der Telefonica- Gruppe in 2020 die Unsere Grüne Glasfaser (UGG) gegründet, mit dem Ziel, im ländlichen Raum zu investieren. Auch die Deutsche Telekom, die bislang primär auf urbane und sub-urbane Regionen hinsichtlich des Glasfaserausbaus fokussiert war, hat im November 2021 ein Joint Venture mit IFM gegründet (Glasfaser Plus), um im ländlichen Raum Glasfaser zu bauen. Die von den Anbietern veröffentlichen Ausbauziele sind wie folgt: Deutsche Telekom möchte bis 2025 10 Mio. Haushalte mit Glasfaser versorgen und auf eine jährliche Ausbau-run-Rate von 2,5 Mio. kommen (von ca. 1,2 Mio. in 2021). Das JV Glasfaser Plus hat sich zum Ziel gesetzt, 4 Mio. Haushalte bis 2028 im ländlichen Raum zu erschließen, während die Ausbau-Ziele der UGG 2 Mio. Haushalte im ländlichen Raum sind und das Ausbauziel der Deutschen GigaNetz 1 Mio. Haushalte. Darüber hinaus gibt es mehrere kleine Anbieter, die teilweise deutlich unter 1 Mio. Haushalte als Ausbauziel haben. Die Deutsche Glasfaser erreicht heute 1,25 Mio. Haushalte mit ihrem FTTH-Netz und ist damit der zweitgrößte FTTH-Player im deutschen Markt nach der Deutschen Telekom und der größte Anbieter im ländlichen Raum. Die Deutsche Glasfaser-Gruppe hat das erklärte Ausbauziel, etwa 4 Mio. Haushalte bis Ende 2025 zu erschließen und langfristig 6 Mio. Haushalte zu erreichen. Letzteres entspricht etwa 14 % aller deutschen Privathaushalte.

Quelle: https://www.breitband-monitor.de/marktbeobachtung/grafiken

Mit dem Telekommunikationsmodernisierungsgesetz (TKMoG) ist der am 20. Dezember 2018 in Kraft getretene Europäische Kodex für die elektronische Kommunikation (EU-Richtlinie 2018/1972) zum 1. Dezember 2021 umgesetzt worden. Durch das TKMoG werden die Weichen für einen modernisierten Telekommunikationsrechtsrahmen in zahlreichen zentralen Themenbereichen für die nächsten Jahre gestellt, wie z.B. in der Marktregulierung, der Frequenzpolitik, beim Schutz der Endnutzerinnen und Endnutzer, bei dem institutionellen Gefüge und dem Recht auf Versorgung mit Telekommunikationsdiensten. Mit der umfassenden Novelle des Telekommunikationsgesetzes ist ein Ordnungsrahmen geschaffen worden, der die technische Entwicklung im Telekommunikationssektor etwa mit Blick auf sog. OTT-Dienste, wie Messengerdienste, abbildet und wichtige Impulse für einen schnelleren und flächendeckenden Ausbau von Gigabitnetzen setzt. Dabei geht es darum, gezielte Anreize für Investitionen und Innovationen zu setzen sowie den marktgetriebenen Ausbau der digitalen Infrastruktur durch Flexibilisierung der Regulierungsvorgaben und neue Regulierungsinstrumente voranzubringen. Die tatsächliche Realisierung von Baumaßnahmen für den Ausbau von Gigabitnetzen wird insbesondere durch neue Informations- und Planungsinstrumente, Vereinfachungen bei den Genehmigungsverfahren, aber auch Regelungen zur Verlegung von Netzinfrastrukturen und Mitnutzung im öffentlichen Raum beschleunigt. Gleichzeitig werden durch das TKMoG die Kunden- und Verbraucherrechte, etwa mit Blick auf versäumte Technikertermine, im Fall von Minderleistungen oder durch Streichung des sog. Nebenkostenprivilegs, gestärkt. Außerdem können Verbraucherinnen und Verbraucher zukünftig ihre Verträge mit Anbietern von öffentlich zugänglichen Telekommunikationsdiensten nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit jederzeit mit Frist von einem Monat kündigen. Zur Absicherung der wirtschaftlichen und sozialen Teilhabe wird außerdem für alle Bürgerinnen und Bürger ein rechtlich abgesicherter Anspruch auf Versorgung mit Telekommunikationsdiensten geschaffen. Eine weitere Säule aus dem TKMoG bezieht sich auf die Qualität der Leistung. Zum einen steigen für die Unternehmen die Informationsund Dokumentationspflichten bei Störungen und zum anderen erhalten die Kunden eine Entschädigung bei Totalausfall ab dem dritten Tag oder bei einem versäumten Kundentermin.

Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Die wesentlichen, für die Steuerung der DGNO maßgeblichen Leistungsindikatoren sind die Umsatzerlöse sowie das Jahresergebnis vor Gewinnabführung.

Ertragslage

Die Umsatzerlöse der Gesellschaft sind im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr um EUR 40.375.135,56 auf insgesamt EUR 181.714.468,10 gestiegen. Ursächlich hierfür sind gestiegene Intercompany-Umsätze bedingt durch die Weitervermietung zusätzlicher Glasfasernetze sowie die Abrechnung gestiegener Mietzinsen aufgrund der Anwendung der nächsten Mietpreisstaffel.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen haben sich um EUR 40.287.986,73 auf EUR 181.492.159,79 gegenüber dem Vorjahr erhöht. Dies resultiert aus der Anmietung zusätzlicher Glasfasernetze sowie gestiegener Mietzinsen aufgrund der Anwendung der nächsten Mietpreisstaffel auch bei der Anmietung der Netze.

Sonstige betriebliche Erträge reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 20.470,12 auf EUR 10.299,41. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge konnten um EUR 16.657,49 auf EUR 225.482,64 gesteigert werden. Hierbei handelt es sich jeweils um Intercompany-Erträge.

Das Jahresergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 59.155,69 auf einen Jahresüberschuss in Höhe von EUR 312.543,22 verringert. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen gestiegene Aufwendungen für Abschlussund Prüfungskosten. Das Jahresergebnis wird aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages an die Muttergesellschaft Deutsche Glasfaser Holding GmbH abgeführt.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH betrug am 31. Dezember 2021 EUR 131.301.051,86 (Vorjahr: EUR 87.597.136,26). Ursächlich für die Zunahme der Bilanzsumme sind im Wesentlichen um EUR 43.628.322,20 auf EUR 128.178.759,55 gesteigerte Werte bei den Intercompany-Staffelmieten, welche auch über die Laufzeit der zugrunde liegenden Verträge abgegrenzt werden. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen bilanziert, im Vorjahr erfolgte der Ausweis unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten. Auf der Passivseite haben sich korresponierend in gleicher Höhe die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Staffelmieten erhöht.

Der Bestand an Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen ist um EUR 128.402.865,04 auf EUR 131.139.670,05 im Wesentlichen durch den erfolgten Ausweis der Intercompany-Staffelmieten in den Forderungen verbundenen Unternehmen gestiegen.

Bedingt durch das gegenüber dem Vorjahr um EUR 59.155,69 auf EUR 312.543,22 reduzierte Jahresergebnis, hat sich der der Bestand an Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern entsprechend verringert.

Finanzlage

Die Bankguthaben unterliegen stichtagsbezogenen Schwankungen. Zum Stichtag sind diese gegenüber dem Vorjahr um EUR 148.512,09 auf EUR 161.381,81 gesunken. Zahlungsmittelzuflüsse erfolgten im Geschäftsjahr im Wesentlichen aus der Reduzierung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Demgegenüber standen Zahlungsmittelabflüsse in annähernd identischer Höhe, welche zum überwiegenden Teil im Zusammenhang mit der Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stehen.

Mit Vertragsdatum 18. November 2019 hat die DGNO der Deutsche Glasfaser Asset I GmbH ein Intercompany- Darlehen in Höhe von EUR 2.500.000,00 gewährt. Vertragsgemäß sind die jährlichen Zinsen nicht unmittelbar zur Zahlung fällig, sondern erhöhen die Darlehenssumme entsprechend. Die Forderung aus diesem Darlehensvertrag hat sich hieraus gegenüber dem Vorjahr um EUR 225.482,64 auf EUR 2.958.605,73 erhöht. Gemäß Vertrag kann die DGNO innerhalb von 15 Werktagen eine Teilrückzahlung oder die gesamte Rückzahlung des aufgelaufenen Darlehens verlangen.

Auf diese Weise war die Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH zu jeder Zeit in der Lage, die fälligen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Gesamtbeurteilung der wirtschaftlichen Lage

Die wirtschaftliche Lage der Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH ist geprägt durch die Entwicklung des Fiber TopCo GmbH-Konzerns. Soweit angegeben, beziehen sich die folgenden Ausführungen daher auch auf den Konzern Fiber TopCo GmbH (im Folgenden der "Konzern", "die Unternehmensgruppe" oder "die Deutsche Glasfaser Gruppe").

Im Geschäftsjahr 2021 sind die Umsatzerlöse der Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH gegenüber dem Vorjahr um EUR 40.375.135,56 auf EUR 181.714.468,10 gestiegen. Sonstige betriebliche Erträge haben sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 20.470,12 auf EUR 10.299,41 verringert. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge konnten gegenüber dem Vorjahr um EUR 16.657,49 auf EUR 225.482,64 gesteigert werden. Zeitgleich sind die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr um EUR 655,07 auf EUR 0,00 gesunken. Insgesamt hat sich das Ergebnis um EUR 59.155,69 auf einen Jahresüberschuss in Höhe von EUR 312.543,22 zurückentwickelt.

Die Erwartungen für 2021 eines positiven Jahresergebnisses vor Ergebnisabführung an die Muttergesellschaft Deutsche Glasfaser Holding GmbH sind eingetroffen. Auch die Erwartungen im Hinblick auf die Entwicklung der Umsatzerlöse haben sich erfüllt. Folglich stellt sich die Entwicklung in 2021 insgesamt als positiv dar.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Forschung und Entwicklung

Der Konzern hat im Berichtsjahr Optimierungen der internen Prozesse und Weiterentwicklungen seiner Produkte vorgenommen. Zur Prozessoptimierung wurde insbesondere die IT-Systemlandschaft weiterentwickelt.

Die Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH selbst hat im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr keine Forschung und Entwicklung vorgenommen.

Chancen- und Risikobericht

Die nachfolgenden Darstellungen veranschaulichen die zum Bilanzstichtag relevanten und für die Entwicklung des Konzerns bedeutsamen Risiken und Chancen. Die Beurteilung von Risiken und Chancen erfolgt dabei nach dem folgenden Schema:

Risikoanalyse: Matrix zu der Einstufung der Chancen und Risiken

Chancen und Risiken aus dem Markt und Umfeld

Kunden

Zu den wesentlichen Marktrisiken zählen sinkende Preisniveaus bei Sprach- und Datendiensten, denen der Konzern künftig ausgesetzt sein könnte. Als Ursachen können hierfür in erster Linie der harte Wettbewerb in der Telekommunikationsbranche, etwaige Kannibalisierungseffekte durch neue Produkte und Dienstleistungen, der technologische Fortschritt sowie Auswirkungen aus der Regulierung des Telekommunikationsmarktes gesehen werden. Dies kann unter anderem dazu führen, dass die Glasfasernetze nicht die derzeit erwarteten Erträge generieren. Das Risiko ist vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen mittel- bis langfristig als moderat einzustufen, denn Glasfaserprodukte werden zurzeit am Markt mit einem Premium gegenüber DSL- oder Kabelprodukten am Markt angeboten und höhere Breitbandgeschwindigkeiten im Down- und Upload über dem VDSLBereich (also >250Mbps) sind heute im Endkunden-Markt teurer als Massenmarktprodukte.

Nichtsdestotrotz kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Premiumprodukt gegenüber DSL-Produkten sich im Laufe der Zeit reduziert. Positiv ist zu beurteilen, dass der Glasfaser-Markt heute nicht preisreguliert ist bzw. die Bundesnetzagentur hier eine ex-post- statt eine ex-ante-Preisregulierung eingeführt hat. Dies bedeutet, dass der Anbieter, bei dem es sich per Definition um die Deutsche Telekom handelt, frei in seiner Preisgestaltung ist. Das gilt auch im Hinblick auf FTTH-Wholesale-Preise, was wiederum einen Effekt auf die Retailpreise zur Folge hat. Auch wenn die Deutsche Glasfaser Netz Operating nicht reguliert ist, so hängt das Preisniveau im Wholesale und Retail-Bereich doch im Zusammenhang mit dem Preisgefüge, das der Anbieter in Deutschland aufruft.

Zusätzlich könnte sich aus dem Ukraine-Konflikt und der erhöhten Inflation ein Preisrisiko ergeben. Grundsätzlich sieht der Konzern darin kein Preisrisiko. Analysen der Untergruppe haben gezeigt, dass die Kunden weiterhin kein unterschiedliches Buchungsverhalten auf Basis der neu abgeschlossenen Verträge mit hohen Abschlussquoten auf den Premium-Produkten zeigen. Bei höherer Preissensitivität wäre ein Wechsel auf einen günstigeren Tarif möglich, wofür es aktuell keinerlei Anzeichen gibt. Insgesamt lässt sich in anderen Märkten beobachten, dass Verbraucher Preissteigerungen tragen müssen. Als Beispiel können Preiserhöhungen im Einzelhandel (z.B. bei Aldi) auf Basis höherer Energie- und Transportkosten herangezogen werden.

Die als hoch einzuschätzende Chance, zukünftig potenziell Neukunden zu gewinnen und vorhandene Kunden an den Konzern zu binden, lässt sich vor allem mit der Leistungsfähigkeit des Glasfasernetzes begründen. Die Versorgung mit schnellem Glasfaser-Internet in Deutschland hat sich deutlich verbessert. Inzwischen beträgt der Anteil der Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude und Wohnungen im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Haushalte und Unternehmen ("Glasfaserquote") 17,7 %, wie der Branchenverband Breko berichtet. Der Markt verzeichnet eine hohe Dynamik und weiterhin ein hohes Marktpotenzial; zu den Chancen der Glasfaser-Technik verweisen wir ferner auf unsere Ausführungen im Abschnitt "Technologie".

Ein weiteres Risiko liegt in der Kundenabwanderung (Churn) bzw. in der Kundenunzufriedenheit (intern gemessen am sog. net promoter score "NPS"). Sollten Kunden in größerem Ausmaß kündigen und es dem Konzern nicht gelingen, den damit verbundenen Kundenrückgang zu limitieren, könnte sich dies auch negativ auf die Geschäftstätigkeit und die Finanzergebnisse der DGNO auswirken. Daneben könnten sich negative Auswirkungen auf zukünftige Umsätze, Margen und Cashflows ergeben, wenn der Konzern nicht in der Lage ist, bereits etablierte Produkte weiterzubetreiben oder neue, verbesserte Produkte und Dienstleistungen erfolgreich im Markt einzuführen. Der NPS stellt eine Kennzahl dar, die misst, inwiefern Konsumenten ein Produkt oder eine Dienstleistung weiterempfehlen würden. Die Kundenabwanderungsquote liegt zurzeit unter dem Marktdurchschnitt, kann sich aber im Laufe der Zeit erhöhen, auch im Hinblick auf mögliche Netzstörungen oder anderweitige Unzufriedenheiten im Kundenerlebnis. Ein als gut oder sehr gut empfundenes Kundenerlebnis wiederum würde die Kundenabwanderungsrate weiter reduzieren, was die Werthaltigkeit der durchschnittlichen Kundenbeziehung und damit den Wert pro Kunde erhöhen würde. Das abgelaufene Geschäftsjahr hat gezeigt, dass der Konzern auch weiterhin attraktive Angebote am Markt anbietet und es im Jahresverlauf geschafft hat, die Kundenzufriedenheit für eine Customer Journey zu steigern und den NPS im Vergleich zum Vorjahr zu verbessern. Bei dem Produkt- Mix bei Neukunden hat sich der Absatz hin zu hochmargigen Produkten gesteigert und etwa 2/3 der Neukunden buchten sogar das Premium-Produkt. Das Risiko aus der Kundenabwanderung beziffert die Gesellschaft perspektivisch als moderat. Im Business Plan wird ein leicht erhöhter Churn gegenüber aktuellen Ist-Werten unterstellt. Dies erfolgt unter anderem vor dem Hintergrund eines offenen Netzes (Wholesale) und möglicher Abwanderung von Retail-Kunden an andere Anbieter, die in Zukunft auf dem Netz der Deutsche Glasfaser ihre Dienste anbieten werden und damit indirekt als Wholesale-Kunden teilweise wieder an das Netz kommen werden. Für den kurzfristigen Prognosehorizont wird das Risiko daher als niedrig eingestuft.

Aus dem TKMoG leitet sich ab, dass Verbraucherinnen und Verbraucher zukünftig ihre Verträge mit Anbietern von öffentlich zugänglichen Telekommunikationsdiensten nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit jederzeit mit Frist von einem Monat kündigen können. Hieraus leitet sich für die Deutsche Glasfaser die Chance ab, dass potenzielle Kunden schneller bereit sind, einen Vertrag mit uns abzuschließen, da die Wechselbarriere aufgrund der langlaufenden Altverträge deutlich reduziert wird. Des Weiteren sinken für die Gesellschaft die Kosten aus dem Portierungsrabatt bis zur Rufübernahme im Zuge der Neukundengewinnung, da die Kunden schneller ihren Altvertrag kündigen können. Die Chance kann als hoch eingestuft werden. Gegenläufig besteht für die Deutsche Glasfaser das Risiko, dass Bestandskunden die Deutsche Glasfaser früher verlassen. Dieses Risiko wird jedoch als gering eingestuft. Des Weiteren müssen gemäß TKMoG Unternehmen den Neukunden vorvertragliche Informationen sowie eine Vertragszusammenfassung zur Verfügung stellen. Diese Vertragszusammenfassung hat der Kunde zu bestätigen, ansonsten ist der Vertrag schwebend unwirksam. Zusätzlich hat der Konzern zukünftig jährlich für die Kunden eine Tarifberatung "Bester Tarif" vorzunehmen. Die sich hieraus ableitenden Risiken schätzt der Konzern als gering ein.

Wettbewerb:

Der Markt für FTTH hat sich weiterentwickelt und neue Anbieter entstehen, auch weil private Investoren den deutschen Markt zunehmend für attraktiv halten. Wie im Abschnitt Telekommunikationsmarkt umschrieben, ist der Wettbewerb in den Jahren 2020 und 2021 stetig gewachsen und neue Anbieter sind in den Markt eingetreten, sei es als neue Player mit Mitteln aus dem Private Equity-Umfeld, oder sei es durch Joint Ventures wie das der Deutschen Telekom für den ländlichen Raum (Glasfaser Plus). Folglich leitet sich hieraus ein potenzielles Risiko ab, dass die Gesellschaft die Wachstumsziele nicht vollständig erreichen kann, da sie um die gleichen Ausbauprojekte konkurriert. Dieses gilt zum einen für die Sicherung von Gemeinden für den privatwirtschaftlichen Ausbau durch die Deutsche Glasfaser-Unternehmensgruppe, als auch die Sicherung der entsprechenden Baukapazitäten. In 2021 wurden mit der neuen Refinanzierung sowie der strategischen Partnerschaft mit Geodesia - aber auch der Sicherung von Bau-Rahmenverträgen für die nächsten Jahre mit bestehenden Baupartnern - wichtige Weichenstellungen getroffen, um diesem Risiko gewachsen zu sein. Daher kann das Risiko als moderat eingestuft werden. Vor allem aufgrund der Tatsache, dass heute nur ein kleiner Teil der ländlichen Kommunen mit reiner Glasfaser versorgt ist. Daher ist das Potenzial für alle alten und neuen Glasfaseranbieter, die den Fokus auf den ländlichen bis semi-urbanen Raum haben, groß in den nächsten Jahren und das Risiko für die Deutsche Glasfaser damit implizit als moderat zu beurteilen.

Operative Chancen und Risiken

Kunden

Ein operatives Risiko liegt in den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Die Wirtschaftsleistung war in Deutschland in 2020 stark eingebrochen, konnte sich aber in 2021 wieder erholen. Im derzeitigen Ausblick ist jedoch davon auszugehen, dass der Ukraine-Konflikt zu einem weiteren Anstieg der Energiepreise und der Inflation führen wird. Es besteht ein Risiko, dass eine erhöhte Anzahl an Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen könnte. In Anbetracht der geringen Zahlungsausfälle der Kunden im Berichtsjahr lässt sich dieses Risiko aber als eher gering einstufen. Auf der anderen Seite kann allerdings in der COVID-19-Pandemie auch eine Chance für die Deutsche Glasfaser gesehen werden, denn unter Berücksichtigung von Faktoren wie Homeschooling und Home-Office hat die Pandemie gezeigt, wie wichtig eine schnelle und funktionierende Telekommunikationsinfrastruktur ist. Die Chancen im Absatz von Hochleistungs-Breitband-Produkten und zusätzlicher Breitband- Penetration in den Ausbaugebieten können daher als moderat bis hoch eingestuft werden.

Lieferanten

Die Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH arbeitet im Wesentlichen mit einem Lieferanten, der Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH, zusammen. Insoweit besteht ein Klumpenrisiko. Die Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH ist mit langfristigen Verträgen an die Gesellschaft gebunden und ist eine Schwestergesellschaft der DGNO. Das Risiko wird als moderat beurteilt.

Technologie

Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft unterliegt einem technologischen Wandel, auf den rechtzeitig reagiert werden muss, um negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit zu verhindern. Daneben muss die Gesellschaft in der Lage sein, das vorhandene Glasfasernetz zu erhalten beziehungsweise weiterzuentwickeln, da dies ansonsten negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnte.

Die Leistungsfähigkeit des Glasfasernetzes lässt sich durch Erneuerung der aktiven Komponenten, wann immer erforderlich, verbessern und anpassen und ist schon heute Bestandteil der Unternehmensplanung. Das Glasfasernetz ist in der Regel kein geteiltes Medium, wie zum Beispiel die DSL-Technik oder eine Funklösung (4G/5G). Das bedeutet, dass grundsätzlich jedem angeschlossenen Kunden immer und zu jeder Zeit die volle Leistungsfähigkeit des Glasfasernetzes zur Verfügung steht. Ferner werden schon aktuell symmetrische Übertragungsraten von 1.000 Mbit/s und mehr in Glasfasernetzen realisiert und angeboten, was vor dem Hintergrund der durchgehend bis in jede Wohn- und Gewerbeeinheit gebauten Glasfaseranschlüsse als Garantie für die umfassende Nutzung des gesamten, zukünftigen Telekommunikationsangebots angesehen werden kann. Das Risiko wird daher zurzeit als sehr gering eingestuft.

Eine Säule aus dem TKMoG bezieht sich auf die Qualität der Leistung. Zum einen steigen für die Unternehmen die Informations- und Dokumentationspflichten bei Störungen und zum anderen erhalten die Kunden eine Entschädigung bei Totalausfall ab dem dritten Tag oder bei einem versäumten Kundentermin. Letztgenannte treten bei der Deutsche Glasfaser äußerst selten auf, demnach können potenzielle Risiken hieraus ebenfalls als sehr gering eingestuft werden. Zusätzlich haben Kunden zukünftig die Möglichkeit, Minderungen bei Störungen und Leitungsabweichungen geltend zu machen. Allerdings ist hierfür ein Mess-Tool der Bundesnetzagentur erforderlich. Hieraus leitet sich das Risiko ab, dass der Konzern zukünftig vermehrt Preisnachlässe an die Kunden wird zahlen müssen. Dieses Risiko kann jedoch als gering eingestuft werden, da unser Netz über eine hohe Stabilität verfügt.

Informationstechnologie

Eine komplexe und leistungsfähige Informationstechnologie hat einen entscheidenden Einfluss auf die Steuerung operativer und strategischer Geschäftsprozesse. Daneben stellt der Umgang mit sensiblen Kundendaten einen wichtigen Teil des Tagesgeschäfts des Konzerns dar. Das unberechtigte Weitergeben solcher Daten könnte gegen Gesetze und Vorschriften verstoßen, wodurch Strafen, Reputations- und Kundenverluste eintreten könnten, was wiederum negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit hätte. Letzteres ist mit der neuen TKG-Novelle noch einmal verschärft worden.

Der Konzern hat technische und organisatorische Vorkehrungen getroffen, um Risiken im Zusammenhang mit der Verlässlichkeit, Verfügbarkeit und Vertraulichkeit der in den Informationssystemen gespeicherten Daten zu minimieren. Gleichzeitig wird durch diese Informationssysteme eine effiziente Informationsverarbeitung gewährleistet.

Daneben sind sämtliche Steuerungssysteme und Datenspeicherungen nach branchentypischen Standards gesichert und durch ISO 27.001 und 9.001 zertifiziert. Der Konzern sieht sich insbesondere als KRITIS-Unternehmen8 der Bedrohung durch Cyber-Angriffe im Wesentlichen durch Phishing Mails ausgesetzt. Das Bewusstsein hat sich durch den Ukraine-Konflikt noch weiter erhöht. Allerdings hat die Unternehmensgruppe ein Security Operations Center eingerichtet, welches im Fall von Bedrohungen entsprechend Gegenmaßnahmen einleitet, sodass keine unbefugten Zugriffe und Datenverlust auftreten. Zusätzlich wurde ein Risikomanagementsystem eingerichtet, dieses wird auch dokumentiert. Als KRITIS-Unternehmen verfügt der Konzern auch über ein SIEM-System (Security Information and Event Management). Diese stellt ein Sicherheitssystem dar, das zentral alle Logs mit allen relevanten Informationen und Meldungen überwacht, auswertet, in Echtzeit über Angriffe informiert und so den Sicherheitsstandard des Konzerns erhöht. Zum Schutz des ausschließlich autorisierten Systemzugriffs werden alle Dienste über eine "Active Directory" gesteuert. Abschließend kümmert sich der Bereich Datenschutz um die Pflege sowie das Bewusstsein für personenbezogene Datenschutz und wird in sämtliche Prozesse integriert, die personenbezogene Daten betreffen. Das Risiko wird daher als gering beurteilt.

Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen

Der Konzern überwacht und steuert zentral für alle operativen Einheiten, darunter die Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH seine finanziellen Risiken und die Konzernfinanzierung. Dabei ist das vorrangige Ziel die Bestandssicherung des Unternehmens durch die Gewährleistung der jederzeitigen Zahlungs- und Finanzierungsfähigkeit.

Dabei setzt der Konzern derivative Finanzinstrumente ausschließlich zur Absicherung konkreter Risiken aus bestehenden und absehbaren Grund- und Finanzierungsgeschäften ein. Dazu werden ausschließlich marktgängige Finanzinstrumente eingesetzt.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken können entstehen, wenn der Konzern die notwendigen Finanzmittel nicht beschaffen könnte, um seine fälligen Verpflichtungen fristgerecht und uneingeschränkt zu begleichen. Ein konzerninterner Finanzausgleich zum einen durch Intercompany-Darlehen und zum anderen durch den Ausgleich konzerninterner Verrechnungen ermöglicht die Steuerung des Finanzierungsbedarfs.

Zum 31. Dezember 2021 verfügte die Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH über Zahlungsmittel in Höhe von EUR 161.381,81 (Vorjahr: EUR 309.893,90).

Der Konzern hat am 13. Dezember 2021 eine neue Refinanzierung in Höhe von bis zu Mio. € 5.750,0 abgeschlossen, wovon die erste Teil-Tranche von Mio. € 3.000,0 mit Closing am 11. Januar 2022 eingegangen ist. Hiervon hat der Konzern in 2022 Mio. € 2.549,0 zur Tilgung der bestehenden drei Kreditfaziliäten und Bezahlung der Transaktionskosten der Refinanzierung verwendet. Die Konditionen der Refinanzierung sind aus Sicht des Konzerns attraktiv und haben ESG-bezogene Elemente bezüglich der Bemessung der Verzinsung im Zeitablauf. Vor dem Hintergrund der attraktiven Ausgestaltung des neuen Kreditvertrages geht die Konzernleitung davon aus, dass die jederzeitige Zahlungsfähigkeit bis zum Geschäftsjahr 2025 gesichert ist.

Der Konzern hat mit der Refinanzierung ein starkes Fundament für weiteres Wachstum geschaffen. Der Konzern hat seine Fremdkapital-Ziehungsvolumina von Mio. € 3.025,0 auf bis zu Mio. € 5.750,0. ausgebaut. Die Hauptkomponente stellt ein Darlehen (Term Facility) von bis zu Mio€. € 3.000,0 dar, wie zuvor beschrieben. Zudem beinhaltet die Transaktion eine Investitionsfazilität (Capex Facility) über bis zu Mio. 2.500,0 sowie eine revolvierende Kreditlinie von Mio. € 250,0. Außerdem stellen die Darlehensgeber der Deutsche Glasfaser eine zusätzliche Kreditlinie (uncomitted Accordion Facility) in Höhe von Mio. € 1.500,0 in Aussicht.

Darüber hinaus nutzt die Deutsche Glasfaser-Unternehmensgruppe Bürgschaften und Kautionsversicherungen, um Sicherheitsleistungen für Vertragserfüllung und Gewährleistungen an Gemeinden und Kommunen zu garantieren. Aufgrund der zu erwartenden zunehmenden Baukapazität und der neuen TKG-Novelle ist davon auszugehen, dass die Sicherheitsleistungen, die von Kommunen eingefordert werden können, künftig steigen werden. Der Konzern hat sich entsprechende Linien mit Banken und Versicherungen gesichert und verfügt über hinreichende Obligos.

Vor diesem Hintergrund beurteilen wir das Risiko als moderat.

8 Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind Organisationen oder Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden.

Risiken aus Zahlungsstromschwankungen

Der Konzern hat zum Teil variabel verzinsliches Fremdkapital aufgenommen und ist somit Zinsrisiken (3-Monats-EURIBOR) ausgesetzt. Der Konzern sichert sich gegen die Änderung zukünftiger Zinsniveaus, die bei variabel verzinslichen Schuldpositionen zu Schwankungen der Zahlungsströme führen könnten, durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps bzw. Zinscaps/Cap-Spreads mittels natürlicher Hedges ab, soweit dies sinnvoll, angemessen und/oder aufgrund vertraglicher Vereinbarungen erforderlich ist. Des Weiteren überwacht das Treasury die Zinserwartungskurve regelmäßig, um ggf. auf Veränderungen reagieren zu können. Es ist geplant, große Teile des EUR 3 Mrd. Term Loans gegen Zinsänderungsrisiken mittels derivativer Finanzinstrumente zu sichern. Die anderen Fazilitäten sind zum Stand dieses Berichts noch nicht abgerufen. Das Zinsänderungsrisiko wird daher als moderat beurteilt.

Steuerliche Risiken

Steuerliche Risiken können sich aus Änderungen der lokalen Steuergesetze bzw. der Rechtsprechung und unterschiedlicher Auslegung von existierenden Vorschriften ergeben. Sie können sich sowohl auf unsere Steueraufwendungen und -erträge als auch auf unsere Steuerforderungen und -verbindlichkeiten auswirken. Des Weiteren besteht das Risiko des Untergangs von steuerlichen Verlustvorträgen. Zurzeit schätzen wir die steuerlichen Risiken als gering ein.

Risiken aus Rechtsstreitigkeiten

Die Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH ist rechtlichen Risiken in Form von Schadensersatzforderungen und Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt und Partei einiger weniger gerichtlicher und außergerichtlicher Verfahren mit Kunden, Generalunternehmern sowie anderen Beteiligten. Erkennbare Risiken werden durch Versicherer gedeckt beziehungsweis - sofern entsprechende Voraussetzungen vorliegen - in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zurzeit beurteilen wir das Risiko daher als gering.

Zusammenfassende Darstellung der Risiko- und Chancenlage

Die Gesellschaft kontrolliert und steuert fortlaufend die Einflüsse der beschriebenen Risiken und Chancen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage. Aus derzeitiger Sicht ergibt sich aus den bekannten Risiken keine Bestandsgefährdung der Deutsche Glasfaser Netz Operating.

Prognosebericht

Nach dem weltweiten Konjunkturanstieg von 5,9 % im Jahr 2021 prognostizierte der Internationale Währungsfonds im IMF World Economic Outlook mit Stand vom 25. Januar 2022 eine Abkühlung auf 4,4 % Wachstum in 2022. In der am 19. April 2022 herausgegebenen Prognose des Internationalen Währungsfonds wird sich das globale Wachstum voraussichtlich auf 3,6 Prozent in den Jahren 2022 und 2023 abschwächen. Das sind 0,8 bzw. 0,2 Prozentpunkte weniger für 2022 und 2023 als im Januar prognostiziert. Im Zuge der Verbreitung der Omikron COVID-19-Variante haben die Länder erneut Mobilitätsbeschränkungen verhängt. Steigende Energiepreise und Versorgungsunterbrechungen in den internationalen Lieferketten haben eine höhere und breiter angelegte Inflation zur Folge als erwartet.

Der Ukraine-Konflikt stellt ein zusätzliches Risiko für eine weitere Erhöhung der Inflation dar. Russland ist weltweit einer der führenden Öl- und Erdgasproduzenten. Deutschland bezieht mehr als die Hälfte seines Erdgases aus Russland. Neben der Lieferung von Energie könnte auch die Lieferung von Grundnahrungsmitteln an Westeuropa durch die Krise gefährdet werden. Die Belegung Russlands mit Sanktionen sowie die Genehmigung des Betriebes der Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 unter Vorbehalt zu stellen, dürfte einen weiteren Anstieg der Energiepreise verursachen. Die Unternehmensplanung einschließlich der Pläne zum Glasfaserausbau beruhen nicht auf Materialien und/oder Prozessen, die aus Russland oder der Ukraine bezogen werden. Außerdem stammt die große Mehrheit der Arbeitskräfte unserer Baupartner für den Netzausbau aus EU-Ländern, da die Hürden für die Erteilung von Arbeitsgenehmigungen für Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Ländern wesentlich höher sind. Der Konzern geht insofern davon aus, dass der Konflikt keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hat.

Der Zugang zu Impfstoffen spaltet nach Einschätzung des Internationale Währungsfonds (IWF) die globale Erholung in zwei Blöcke. Auf der einen Seite stehen viele Industrieländer, die sich dank Impffortschritten auf eine Normalisierung freuen können. Auf der anderen Seite stehen viele Entwicklungs- und Schwellenländer, die immer noch gegen hohe Infektions- und Todeszahlen ankämpfen. Entsprechend senkte der Fonds seine Konjunkturprognose für etliche Entwicklungs- und Schwellenländer, während für viele Industrieländer die Aussichten aufgrund der Impffortschritte und staatlichen Mehrausgaben heraufgesetzt wurde.

Für Deutschland war erwartet worden, dass ab dem Frühjahr 2022 die Pandemie wieder soweit zurückgehen wird, dass es, auf Basis von sich weiter verbessernden Arbeitsmarktbedingen und sinkender Unsicherheit, zu einer Stärkung der privaten Konsumnachfrage kommen würde. 9 Die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts bleiben jedoch abzuwarten und deutlichen Inflationstendenzen schlagen sich jedoch in den aktuellen Prognosen der OECD für Deutschland in wiederum niedrigeren Wachstumserwatungen von 1,9 bzw. 1,7 % für die Jahre 2022 und 2023 nieder..

9 Vgl. Sachverständigenrat: Jahresgutachten 2021/ 22

Die digitale Wirtschaft in Deutschland wächst als Folge der Corona-Pandemie. Wie Berechnungen und Erhebungen des Branchenverbandes Bitkom und des Ifo-Instituts zeigten, wurde bereits im ersten Halbjahr 2021 ein Bitkom- Ifo-Digitalindex von 40,5 Punkten erreicht. Dieser Wert stellt ein Allzeithoch dar. Für das Geschäftsjahr 2022 prognostiziert der Branchenverband Bitkom, dass sich das Marktvolumen des ITK-Gesamtmarktes auf Mrd. € 184,9 steigern wird, was einer Wachstumsrate von 3,6 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Damit wird für die Branche ein stabiles Wachstum in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erwartet. Insbesondere wird der Bereich der Informationstechnik dazu beitragen (+5,9 %), doch auch im Bereich der Telekommunikation wird mit einem Wachstum des Marktvolumens auf Mrd. € 67,3 (+0,9 %) gerechnet. Das Wachstum resultiert dabei aus den Teilmärkten der TK-Infrastruktur und der Telekommunikationsdienste, für TK-Endgeräte wird ein leichter Rückgang erwartet. 10

Des Weiteren wurde das 2015 gestartete und 2018 aktualisierte Breitbandförderprogramm des Bundes erneut überarbeitet. Während das bisherige Förderprogramm auf unversorgte Gebiete (Übertragungsrate unter 30 Mbit/s) beschränkt war, sind nun auch Gebiete mit einer Versorgung unter 100 Mbit/s förderfähig. Die Aufgriffsschwelle soll Ende des Jahres 2022 dann gänzlich entfallen (sogenannte Graue Flecken), zumindest dort, wo keine Gigabit-fähige Infrastruktur vorliegt. Die geplanten Anpassungen der Breitbandförderung lassen erwarten, dass sich die Anzahl der förderungsfähigen Gebiete vervielfachen wird.

Allerdings wird der Breitbandausbau in Deutschland weiterhin von den privatwirtschaftlichen Ausbauplänen der Breitbandbetreiber getragen. Der FTTH-Ausbau wird zusätzlich durch den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung beflügelt. In Kapitel 2, das mit "Moderner Staat, digitaler Aufbruch und Innovation" überschrieben ist, haben die Parteien formuliert: "Für die vor uns liegenden Aufgaben braucht es Tempo beim Infrastrukturausbau. Die Verfahren, Entscheidungen und Umsetzungen müssen deutlich schneller werden." Weiterhin wird konkretisiert: "Unser Ziel ist es, die Verfahrensdauer mindestens zu halbieren." Diese Aussage macht deutlich, dass sich die neue Regierung ambitionierte Ziele gesetzt hat. Auch bezogen auf das Geschäftsmodell der Deutsche Glasfaser- Gruppe gibt es vielversprechende Aussagen und ein klares Bekenntnis dazu, dass der eigenwirtschaftliche Ausbau Vorrang hat, es eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser (FTTH) geben soll, für Tempo beim Infrastrukturausbau durch schlanke digitale Antrags- und Genehmigungsverfahren gesorgt werden soll sowie alternative Verlegetechniken normiert werden sollen. Vielversprechend ist auch der FDP-geführte, neue Zuschnitt des Verkehrsministeriums, der mit dem Bereich Digitale Infrastruktur verbunden sein wird und einen privatwirtschaftlich- liberalen Kurs verspricht. Mit dem Koalitionsvertrag wird deutlich, welch wichtigen Beitrag Infrastrukturdienstleister künftig haben; er bietet eine gute Indikation dafür, dass Wirtschaft und Politik in der kommenden Legislaturperiode den Glasfaserausbau in Deutschland tatsächlich maßgeblich voranbringen können. Die Ressourcen der Netzbetreiber sind durch den privatwirtschaftlichen Netzausbau weitestgehend ausgelastet. Das gilt sowohl für die zur Verfügung stehenden Investitionsmittel als auch für die personellen Ressourcen zur Ausbauplanung und die Baukapazitäten. Die Netzbetreiber stehen daher im Hinblick auf die zur Verfügung stehenden Kapazitäten vor großen Herausforderungen. Das Breitbandförderungsprogramm des Bundes sieht mit dem Graue-Flecken-Förderprogramm vor, Gebiete zu unterstützen, in denen der Ausbau nicht lohnenswert ist. Dazu sollen rund Mrd. EUR 12 Mrd zur Verfügung gestellt werden. Ob die zusätzlichen öffentlichen Fördermittel der Bundesregierung dazu beitragen, die Versorgungslücken schließen zu können, oder ob der privatwirtschaftliche Ausbau dadurch eher an Dynamik verliert, bleibt abzuwarten. 11

10 Vgl, https://www.bitkom.org/Marktdaten/ITK-Konjunktur/ITK-Markt-Deutschland.html
11 Vgl., https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/faq-tkg-novelle-1827846

Alle Prognosen sind angesichts der Pandemie, der Zunahme der Infektionen Anfang 2022 in vielen Industriestaaten sowie des Ukraine-Konfliktes weiter mit Unsicherheit verbunden. Im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt geht das Management davon aus, dass sich keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Geschäft der Gesellschaft ergeben. Die Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH geht für das Jahr 2022 von einem moderaten Wachstum des Umsatzes und einem ebenfalls moderaten Anstieg des Jahresergebnisses vor Gewinnabführung aus.

 

Gronau, 30. Juni 2022

Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH
Geschäftsführung

Thorsten Dirks

Jens Müller

Ruben Queimano Alonso

Roman Schachtsiek

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH, Gronau

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH, Gronau, -- bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt ""Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts"" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -- beabsichtigten oder unbeabsichtigten -- falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 30. Juni 2022

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Carsten Nölgen
Wirtschaftsprüfer

Katharina Böhm
Wirtschaftsprüferin

Angaben zur Feststellung des Jahresabschlusses gem. § 328 Abs. 1a HGB

Der Jahresabschluss der Deutsche Glasfaser Netz Operating GmbH, Gronau, zum 31.12.2021 ist durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 30.06.2022 festgestellt worden.

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