EPI Entwickler.Planer.Ingenieure GmbH
Selbe AdresseIngenieurbüros für bautechnische Gesamtplanung von Ingenieurbauwerken und Verkehrsanlagen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Hans Georg Range seit 22.12.2021 | Geschäftsführer |
Daniel Dobmeier seit 22.12.2021 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Lindner Group KGArnstorfKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022der Lindner Group KG1. Grundlagen des KONZERNSDie Gesamtstruktur der Unternehmensgruppe mit der Dachgesellschaft Lindner Group KG gliedert sich in drei Geschäftsfelder. Das Geschäftsfeld Bau mit den Geschäftssegmenten Ausbau, Gebäudehülle, Isoliertechnik sowie Montage und Service erbringt den wesentlichen Anteil am Gesamtumsatz der Gruppe. Daneben sind im Geschäftsfeld Immobilien und Projektentwicklung alle Entwicklungs- und Immobilienprojekte im In- und Ausland zusammengefasst. Das dritte operativ tätige Geschäftsfeld Land- und Forstwirtschaft rundet das Leistungsspektrum der Lindner Gruppe nachhaltig ab. Geschäftsfeld BauGeschäftssegment AusbauDas Kerngeschäft der Lindner Group stellt der gesamte Geschäftsbereich des Innenausbaus dar. Dieses Portfolio umfasst die Entwicklung und Herstellung eigener Produkte (Decke, Boden, Leuchten, Wand, Türen), das Liefer- und Projektgeschäft der eigenen Produkte sowie die Abwicklung von Komplettausbauten und wird im Inland durch die Lindner SE repräsentiert. Darüber hinaus realisiert die Lindner SE objektspezifischen Systemlösungsbau. Dieser beinhaltet speziell entwickelte Ausbausysteme (Reinraumtechnik, Raumbildender- und Schiffsausbau, technische Gebäudeausstattung, Entwicklung & Planung) neben den klassischen Büroausbauten. Das internationale Innenausbauprojektgeschäft wird in rund 20 Auslandstochter- und Enkelgesellschaften abgewickelt. Geschäftssegment GebäudehülleDas Leistungsportfolio des Geschäftssegments Gebäudehülle erstreckt sich auf die drei Geschäftsbereiche Fassade, komplexe Gebäudehüllen unter anderem aus Stahl & Glas und Dach. Der Bereich Fassadenbau umfasst die Konstruktion, die Fertigung sowie das Projektmanagement und die Montage hochwertiger Fassaden. Im Jahr 2022 wurde die Lindner Building Envelope GmbH gegründet und weite Teile des inländischen Geschäftsbetriebs darin eingebracht, um den strategische ganzheitlichen Ansatz der Gebäudehülle auch strukturell zu untermauern. Die Lindner Prater Ltd. in London und die Lindner Contracting in Abu Dhabi bilden international die Pendants zur inländischen Lindner Building Envelope GmbH im englischen Markt und im arabischen Raum. Der Geschäftsbereich Steel & Glass ist auf die Konstruktion und Abwicklung von hochkomplexen selbstragenden Glas-Stahl- Konstruktionen spezialisiert. Der weltweite Vertrieb dieses Geschäftsbereichs agiert aus der Niederlassung in Dettelbach sowie über die Gesellschaften der Lindner Facades Inc. in den USA, der Lindner Prater Limited DMCC Branch im mittleren Osten sowie über die Lindner Facades Asia Ltd. im asiatischen Raum. Die Lindner Prater Ltd. in UK ist spezialisiert auf komplexe Dachkonstruktionen in Großbritannien. Geschäftssegment IsoliertechnikDie zentralen Geschäftsbereiche des Geschäftssegments Isoliertechnik der Lindner Group stellen Industrie- und Haustechnikisolierungen, baulicher Brandschutz, Schadstoffsanierungen und Glasfaser verstärkte Betonplatten (GFRC) dar und werden im Inland über die Gesellschaften Lindner Isoliertechnik und Industrieservice GmbH abgewickelt. Im Geschäftsbereich der Industrieisolierungen ist der Teilbereich nachhaltig auf Kraftwerks-, Instandhaltung- und Spezialisolierungen fokussiert. Die Geschäftsbereiche Gerüstbau und Brandschutz werden über die spezialisierten Tochtergesellschaften Lindner Gerüstbau GmbH und Beta Brandschutztechnik GmbH erbracht. Die Auslandsmärkte Österreich, Serbien und Belgien werden über lokale Gesellschaften oder Betriebsstätten der Lindner Isoliertechnik GmbH abgewickelt. Geschäftssegment Montage und ServiceDas Geschäftssegment Montage und Service mit ihren Tochtergesellschaften im In- und Ausland erbringt im Kerngeschäftsbereich Montageleistungen ausschließlich für die Gesellschaften der Lindner Gruppe im Bereich Ausbau, Isoliertechnik und in der Produktion. Des Weiteren erbringen die Gesellschaften im Geschäftsbereich Service Dienstleistungen im Bereich Facility Management, Baumanagement und technische Dienste ausschließlich für die Gesellschaften der Lindner Group. Geschäftsfeld Immobilien und ProjektentwicklungIm Geschäftsfeld Immobilien und Projektentwicklung werden zum einen aktiv Immobilienprojekte entwickelt, wie derzeit die Großprojekte Tirana Business Park (Albanien), Residential Park Sofia (Bulgarien) und Residential Park Lozen (Bulgarien), zum anderen diverse Objekte in Deutschland sowie weitere Immobilien im europäischen Ausland verwaltet und betrieben. darunter auch die Immobilien des in 2020 ausgegliederten Geschäftsbereichs Hotel und Gastronomie. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2022 wurden weite Teile des Immobilienvermögens in Deutschland an eine konzernfremde Gesellschaft veräußert. Geschäftsfeld Land- und ForstwirtschaftDas Geschäftsfeld Land- und Forstwirtschaft umfasst die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen in Deutschland in der Region Niederbayern sowie in Rumänien in der Region Siebenbürgen. Teile der Flächen werden bereits ökologisch bewirtschaftet oder sind in Umstellung hierauf. Der überwiegende Anteil der Flächen in Siebenbürgen wird im konventionellen Ackerbau bewirtschaftet. Auf den Bioflächen wird aktuell vorrangig Getreide, Leguminosen und Raufutter für die eigene Zucht und Mast von Schweinen in Deutschland und Rindern in Mutterkuhhaltung an beiden Betriebsstandorten angebaut. Neben der Versorgung der Lindner Gruppe und einigen Hotels mit hochwertigen Biolebensmitteln wird der Vertrieb an externe Endkunden und B2B-Kunden weiter ausgebaut. Darüber hinaus werden Waldflächen nachhaltig bewirtschaftet. 2. Wirtschaftsbericht2.1. Gesamtwirtschaftliche EntwicklungIn 2022 hat sich der Ausbruch des Russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und die daraufhin steigenden Energiepreise und Finanzierungskosten in der Bauindustrie in Deutschland deutlich bemerkbar gemacht. Die Auftragseingänge sind aufgrund reduzierter Nachfrage massiv rückläufig und Auftragsbestände somit deutlich reduziert. Das Statistische Bundesamt meldete für das deutsche Bauhauptgewerbe für den Monat Dezember 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat ein (saison-, kalender- und preisbereinigtes) Orderminus von 23,4 Prozent. Für den gesamten Zeitraum von Januar bis Dezember 2022 wird für die Branche ein realer Rückgang des Auftragseingangs von 9,6 Prozent ausgewiesen. Der größte Rückgang war im Wohnungsbau zu verzeichnen. Die sinkende Nachfrage wirkt sich dabei auch zunehmend auf die Bauproduktion aus. Die Auslastung der Maschinen lag im Bauhauptgewerbe laut ifo Institut Ende 2022 nur noch bei 76 Prozent und damit - zu Jahresende - wieder auf dem Niveau von 2015. Der reale Umsatz im Bauhauptgewerbe lag im gesamten Jahr 2022 - trotz der vergleichsweisen guten Witterung - um 5,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die nominalen Zuwächse wurden 2022 durch die starken Materialpreissteigerungen mehr als aufgezehrt. In den europäischen Nachbarländern entwickelte sich die Baukonjunktur in 2022 nahezu analog zur Entwicklung in der Bundesrepublik in Deutschland. Quellen: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. , https://www.bauindustrie.de/pm/wohnungsbau-bricht- ein-baunachfrage-geht-zurueck Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/ Baugewerbe/kae261.html#246152 2.2. Entwicklung der GruppeEntwicklung im Geschäftsfeld BauÜbergreifend über alle Geschäftsbereiche des Geschäftsfeld Bau hat die Lindner Group zusammen mit externen Kooperationspartnern in 2022 weiter ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten intensiviert. Unter anderem waren dies staatlich geförderte Forschungsprojekte zu gebäudeintegrierter Photovoltaik oder solarthermische Fassaden. Die neue Partnerschaft zur technischen Hochschule Degendorf im Bachelor Studiengang Building Products and Proceses stellt eine zukunftsweisende Basis für die nachhaltige Kooperation zwischen der Lindner Group und den Hochschulen dar. Darüber hinaus wurden im Bereich CAD diverse neue BIM Visualisierungsprojekte entwickelt. Im Forschungsbereich Schallschutz standen eine Vielzahl von Lärmpegelanalysen im Fokus, während im Bereich der Bauphysik vor dem Hintergrund der Energiekrise thermische Bauteilanalysen mehr und mehr Bedeutung gewinnen. Der bauliche Brandschutz und die Entwicklung von Brandschutzkonzepte gewinnt im Bereich der F&E ebenfalls zunehmend an Bedeutung. Im Bereich der Produktentwicklungen konnten 2022 neuartige Schiebetüren sowie modulare Sanitärausbauten auf der Basis von kundenspezifischen Anforderungen entwickelt werden. Geschäftssegment AusbauDie Geschäftsbereiche Produkte im Geschäftssegment Ausbau stellten sich in 2022 in Summe im Vergleich zum Vorjahr nochmals positiver dar. Der Geschäftsbereich Boden konnte im Berichtsjahr in Leistung und Ergebnis das sehr hohe Niveau des Vorjahres übertreffen. Der Geschäftsbereich Decke konnte mit Heiz- und Kühldecken das Leistungsvolumen des Vorjahres ebenfalls übertreffen. Der Geschäftsbereich Wand konnte in 2022 die Leistung und auch die Ergebnisse gegenüber den Vorjahren steigern. Die analog zum Vorjahr hohe Nachfrage in fast allen Teilbereichen der Produktion führte insbesondere im zweiten Halbjahr 2022 zu einem sehr hohen Auslastungsniveau. Die regionalen Geschäftsbereiche des Ausbaus setzten in 2022 den positiven Trend der Vorjahre fort und lagen in Leistung und Ergebnis über dem Niveau des Vorjahres. Hohe Auftragsbestände, stabile Auftragseingänge und erfahrene Projektabwicklungseinheiten prägen die Entwicklung dieser Geschäftsbereiche nachhaltig und lieferten auch in 2022 zufriedenstellende Ergebnisbeiträge. Durch aktives Chancen-Risikomanagement in der Auftragsanbahnungsphase werden Großprojekte weiter sehr ausgewählt angeboten, verhandelt und in die Auftragsbücher genommen. Die Geschäftsbereiche der objektspezifischen Systemlösungen setzten die positive Entwicklung der Vorjahre auch in 2022 fort. Die spezifischen Systemlösungen der Geschäftsbereiche Reinraumtechnik, des raumbildenden Ausbaus sowie der Entwicklung und Planung stellten auch in 2022 die Basis für eine in Summe nachhaltig stabil wachsende Leistungs- und solide Ertragsentwicklung dar. Der Geschäftsbereich der Gebäudetechnik setzte in 2022 sowohl leistungs- als auch ertragsseitig die positive Entwicklung ebenso fort. Die weiterhin hohe Nachfrage, insbesondere in Kombination mit Komplettausbauaufträgen ist hierfür ausschlaggebend. Das aus dem Inland heraus im Ausland, sowie das in den ausländischen Tochtergesellschaften betriebene internationale Projekt- und Liefergeschäft stagnierte in 2022 und blieb in Summe leistungsseitig und ergebnisseitig hinter Plan zurück, wobei ein sehr hoher Bestand an ertragsreichen Aufträgen die Planzahlen für die Jahre 2023 und 2024 absichert. Zusammenfassend konnten nahezu alle Geschäftsbereiche des Geschäftssegment Ausbau die hohen Erwartungen in 2022 erfüllen. Die operativen Schwierigkeiten, die die Endzüge der Corona Pandemie sowie der Russland - Ukraine Krieg in 2022 mit sich brachten, konnten durchwegs gut bewältigt und die daraus resultierenden Bauverzögerungen durch den überragenden Einsatz der Teams gut gesteuert werden. Geschäftssegment GebäudehülleDer Geschäftsbereich Projektgeschäft Deutschland, konnte seinen geplanten Umsatz nicht erreichen, jedoch stellt sich das Betriebsergebnis primär bedingt durch die erfolgreiche Lösung eines Altfalles im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert dar. Im Jahr 2022 wurde die Vertriebsstrategie im Inland angepasst und konsequent auf Synergieeffekte in Zusammenarbeit mit dem Geschäftssegment Ausbau fokussiert. Zum 01. Juli 2022 wurde die Produktion des Geschäftssegments Gebäudehülle in den Wertstrom des Geschäftssegment Ausbau bzw. der Lindner SE integriert und hierdurch weitere Synergien in der Fertigung realisiert. Die englische Tochtergesellschaft Lindner Prater Ltd. konnte weder die geplanten Leistungs-noch die Ergebnisziele, aufgrund problematischer Entwicklungen einzelner Projekte und Gewährleistungsfälle erreichen. Die Fertigstellung alter Fassadenprojekte belastete zusätzlich das Ergebnis. Mitte des Geschäftsjahres wurde die Geschäftsführung neu strukturiert. Der Geschäftsbereich Steel & Glass blieb im Geschäftsjahr 2022 hinter den Umsatzerwartungen zurück, da sich unerwartet mehrere Projekte verzögerten. Trotz der Unterauslastung konnte im Berichtsjahr in allen Märkten, mit Ausnahme des Marktes in Singapur, aufgrund der positiven Entwicklung der laufenden Projekte, ein positives Ergebnis erzielt werden. Geschäftssegment IsoliertechnikDie Geschäftsentwicklung im Geschäftsbereich Isoliertechnik- und Industrieservice konnte in 2022 die stabile Entwicklung der Vorjahre fortsetzen und einen deutlich positiven Ertragsbeitrag liefern. Der Geschäftsbereich des baulichen Brandschutzes entwickelte sich im Berichtsjahr entsprechend dem angestrebten Wachstumskurs und stellt nachhaltig das zentrale Wachstums- und Ertragsfeld dar. Die enormen Kostenerhöhungen am Energiemarkt bewirken eine deutliche Zunahme der kundenseitigen Qualitätsanforderungen bei Dämmungen im Haustechnik- aber auch im Kraftwerkssektor. Der Geschäftsbereich Schadstoffsanierung erzielte auf stagnierend niedrigem Niveau positive Ergebnisse. Der Geschäftsbereich des Gerüstbaus konnte ebenfalls weiter positive Ergebnisbeiträge auf stabilem Niveau erzielen. Der Geschäftsbereich GFRC entwickelt sich im Fassaden- und Tunnelbau sehr positiv. Die Energie- und Rohstoffsituation sowie die angespannte Materialbeschaffungssituation sorgten für Ausführungsverschiebungen sowie Teuerungen auf den Projekten, die jedoch durch langjährige, partnerschaftliche Beziehungen zu den Vertragspartnern größtenteils einvernehmlich gelöst und weitgehend kompensiert werden konnten. Geschäftssegment Montage und ServiceDer Geschäftsbereich Montageleistungen hat sich trotz auch im Berichtsjahr anhaltender Schwierigkeiten durch die Corona Pandemie sowohl hinsichtlich Leistung als auch hinsichtlich Ergebnis positiv entwickelt. Durch die steigende Anzahl an Projekten, die nach dem gruppeninternen gewinnteilenden ARGE Prinzip abgewickelt werden und die dadurch effektivere und effizientere Zusammenarbeit mit den Auftraggebern bzw. Partnern innerhalb der Unternehmensgruppe, konnte der positive Trend der Vorjahre weiter ausgebaut werden. Das Geschäftsvolumen des Geschäftsbereiches der technischen Dienstleistungen hat sich durch die Ausgliederung des Energiemanagements in das Geschäftssegment Service deutlich verringert. Entwicklung im Geschäftsfeld Immobilien und ProjektentwicklungIm Geschäftssegment Immobilien stellte sich die Vermietungssituation über das gesamte Portfolio in 2022 weiterhin positiv dar. Lediglich die Geschäftseinheit in der Slowakei weist bei derzeit schwierigem Marktumfeld trotz einiger Vermietungserfolge in den letzten Monaten noch größere Leerstände auf, ebenso das neu fertiggestellte Gebäude 5 im Tirana Business Park. Im Geschäftssegment Projektentwicklung nähert sich das langjährige Wohnbauprojekt, der Residential Park Sofia in Bulgarien, mit den Bauarbeiten an der letzten Bauphase dem Projektende. Im Residential Park Lozen, dem zweiten Großprojekt in Bulgarien in reizvoller Stadtrandlage von Sofia wurde die Realisierung der ersten Bauphase mit insgesamt 136 Wohneinheiten abgeschlossen. Die Bauarbeiten an der Erweiterung der ersten sowie der zweiten Bauphase wurden weiter vorangetrieben. Entwicklung im Geschäftsfeld Land- und ForstwirtschaftDas Berichtsjahr 2022 war ein Jahr mit extremen Witterungsbedingungen, dennoch konnten durch die Verbesserung der Anbautechnologien und neuen Maschinen gute Ernteerträge auf den rund 3.300 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche erzielt jedoch in der Folge der Ukraine Krise zu stark schwankenden Marktpreisen vermarktet werden. Der Tierbestand erreichte mit rund 420 Rindern und 700 Schweinen den bisherigen Höchststand. Die Absätze im Hofladen und im Onlineversand hingegen sind gewachsen und beständiger im Vergleich zum Vorjahr geworden. Die Aktivitäten im Gemüse- und Obstanbau und deren Verarbeitung in der eigenen Produktion entwickeln langsam aber beständig positiv weiter. Die rund 530 Hektar Waldfläche wurden auch in 2022 schrittweise zukunftsträchtig aus- und umgebaut. 2.3. Entwicklung der internen SteuerungskennzahlenAuftragseingänge und Auftragsbestand auf hohem NiveauDie Steuerung der Gruppe erfolgt primär über die Leistungsindikatoren Aufträge, Auftragsbestand und operative Leistung und internes Betriebsergebnis. Die Überleitung der internen operativen Leistung zu VKP hin zur bilanziellen Gesamtleistung, sowie des internen Betriebsergebnisses zu VKP hin zum bilanziellen Ergebnis vor Steuern, ergibt sich ausschließlich aus der Vorwegnahme bzw. der Realisierung von Teilumsätzen und Teilgewinnen bei nicht abgeschlossenen Projekten, ähnlich dem international üblichen Verfahren der Percentage of Completion Methode (POC). Im Berichtszeitraum wurden im Kerngeschäftsfeld Bau insgesamt Aufträge im Umfang von 1.253,2 Mio. EUR in die Bücher genommen. Es wurde somit der Vorjahreswert von 1.124,5 Mio. EUR um 128,7 Mio. EUR (+11,4 %) überschritten. Der Auftragsbestand im Kerngeschäftsfeld Bau zum 31. Dezember 2022 lag mit 1.162,6 Mio. EUR um rund 50,2 Mio. EUR bzw. 4,5 % über dem Vorjahreswert von 1.112,4 Mio. EUR. Dies entspricht einer Auftragsreichweite von rund 13 Monaten und liegt somit deutlich über dem rollierenden Plankorridor von sechs bis neun Monaten der gesamten Gruppe. Die konsolidierte operative Leistung zu VKP der Lindner Group gemäß dem internen Berichtswesen lag in 2022 mit rund 1.327,0 Mio. EUR um rund 243,7 Mio. EUR bzw. 22,4 % über dem Geschäftsvolumen 2021 von 1.083,3 Mio. EUR. Das konsolidierte interne Betriebsergebnis zu VKP der Lindner Group lag in 2022 mit 111,5 Mio. EUR über dem für 2022 fixierten Planwert von 78,9 Mio. EUR. 2.4. MitarbeiterMitarbeiteranzahl gesunkenDie Anzahl der in der Lindner Group beschäftigten Mitarbeiter ist im Berichtszeitraum sowohl im In- als auch im Ausland angestiegen. Zum Bilanzstichtag waren 7.037 Mitarbeiter in der Lindner Group beschäftigt. Der Vorjahreswert von 6.621 Beschäftigten wurde somit um 416 Mitarbeiter bzw. 6,2 % überschritten. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem Aufbau im Bereich des Geschäftssegment Montage. Die Lindner Group versucht montageseitig einen zunehmend größer werdenden Anteil seiner Projekte mit eigenen Mitarbeitern zu besetzten und deckt aktuell ca. die Hälfte der Montageleistung der Lindner Group durch eigene Monteure ab. Im Inland waren insgesamt 5.071 (Vj. 4.773) Mitarbeiter beschäftigt. Im Ausland waren zum Bilanzstichtag 1.966 (Vj. 1.848) Mitarbeiter für die Lindner Group tätig. Der Anteil der im Inland beschäftigten Mitarbeiter an der Gesamtbeschäftigtenzahl lag folglich bei 72,1 %, während die im Ausland beschäftigten Mitarbeiter 27,9 % der Gesamtbeschäftigtenzahl stellten. Im Berichtszeitraum konnte 217 jungen Menschen ein Ausbildungsplatz in der Lindner Group in 35 Berufen zur Verfügung gestellt werden (Vorjahr: 206 Auszubildende). Die Ausbildungsquote liegt damit weiterhin deutlich über dem Branchendurchschnitt auf sehr hohem Niveau und unterstreicht den Unternehmensgrundsatz, Nachwuchs aus eigenen Reihen zu gewinnen. 2.5. ErtragslageDie konsolidierten Umsatzerlöse der Lindner Group haben sich von 1.251,3 Mio. EUR im Vorjahr um 132,6 Mio. EUR bzw. 10,6 % auf 1.118,7 Mio. EUR vermindert. Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen hat sich im Berichtszeitraum um 186,6 Mio. EUR erhöht. (Vorjahr: Bestandsminderung 113,1 Mio. EUR). Die konsolidierte Gesamtleistung der Lindner Group war mit 1.306,2 Mio. EUR (Vj. 1.144,0 Mio. EUR) deutlich höher als im Vorjahr. Davon entfielen auf die Geschäftssegmente Ausbau und das Geschäftsfeld Projektentwicklung und Immobilien 906,6 Mio. EUR (Vj. 764,2 Mio. EUR), auf das Geschäftssegment Gebäudehülle 155,1 Mio. EUR (Vj. 165,1 Mio. EUR), auf das Geschäftssegment Isoliertechnik 119,7 Mio. EUR (Vj. 99,1 Mio. EUR) und auf den Geschäftsbereich Handel und Dienstleistungen 124,8 Mio. EUR (Vj. 115,7 Mio. EUR). Im Ausland hat sich die konsolidierte Betriebsleistung von 488,2 Mio. EUR im Vorjahr auf 513,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 erhöht. Damit betrug der Inlandsanteil an der Gesamtleistung 792,6 Mio. EUR bzw. 60,7 % (Vj. 655,9 Mio. EUR bzw. 57,3%). Demzufolge lag der Auslandsanteil an der Gesamtleistung bei 39,3 % (Vj. 42,7 %). Die sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich im Berichtsjahr um 33,8 Mio. EUR auf 116,8 Mio. EUR (Vj. 150,6 Mio. EUR). Die Veränderung zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus um 18,6 Mio. EUR auf 4,52 Mio. EUR reduzierten Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen. Die Rückstellungsauflösungen im Vorjahr waren durch einen Sondereffekt im Zusammenhang mit nicht mehr erforderlichen Einzelgewährleistungsrückstellen beeinflusst. Außerdem hat sich im Geschäftsjahr 2022 der Steuerumlagevertrag geändert, was zu einer Verminderung des Ertragszuschusses in Höhe von 36,6 Mio. EUR auf 55 Mio. EUR geführt hat. Zum anderen gab es aber auch wesentliche Erhöhungen. Die Erträge aus dem Abgang und aus Zuschreibungen auf Gegenstände des AV sind durch den Verkauf von Grundstücken an eine Vermögensverwaltungsgesellschaft um 13,4 Mio. EUR gestiegen. Des Weiteren sind die Erträge aus Schadenersatzleistungen um 2,2 Mio. EUR auf 6,9 Mio. EUR angestiegen. Der Materialaufwand stieg bedingt durch deutlich gestiegene Materialpreise um 133,1 Mio. EUR bzw. 22,6 % von 587,7 Mio. EUR im Vorjahr auf 720,7 Mio. EUR. Der Personalaufwand erhöhte sich analog zur gestiegenen Anzahl der Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahr (328,6 Mio. EUR) um 12,3 Mio. EUR auf 340,9 Mio. EUR. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen von 162,1 Mio. EUR auf 176,9 Mio. EUR. Während der Verwaltungsaufwand, Vertriebsaufwand und besonderer betrieblicher Aufwand im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, sank der Betriebsaufwand. Im Geschäftsjahr 2022 hat die Lindner SE aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages ihr gesamtes Jahresergebnis in Höhe von 54,6 Mio. EUR an die Lindner Beteiligungs GmbH und J. Lindner GmbH abgeführt, welches durch die Lindner Beteilungs GmbH in Form eines Ertragszuschusses wiederum in die Lindner Gruppe eingelegt wurde. Daraus ergibt sich ein konsolidierter Jahresüberschuss der Lindner Group nach Steuern von 63,1 Mio. EUR (Vj. 77,8 Mio. EUR). 2.6. FinanzlageInvestitionen weiterhin auf hohem NiveauIm Berichtszeitraum wurden insgesamt Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände im Umfang von 52,1 Mio. EUR (Vj. 55,8 Mio. EUR) getätigt. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag im Kauf von Grundstücken und Immobilien sowie im Bereich des Fuhrparks, der Maschinen und maschinellen Anlagen. Die Mittel zur Finanzierung der Investitionstätigkeit konnten aus dem laufenden Geschäftsbetrieb bzw. den vorhandenen liquiden Mitteln entnommen werden. Die liquiden Mittel der Lindner Group sind um 17,8 Mio. EUR von 82,2 Mio. EUR auf 64,4 Mio. EUR gesunken. Weiterhin waren zum Stichtag 31. Dezember 2022 insgesamt 444,8 Mio. EUR (Vj. 442,5 Mio. EUR) in liquiditätsnahen Wertpapieren angelegt. Wertpapiere und Guthaben bei Kreditinstituten haben sich gegenüber dem Vorjahr somit um insgesamt 15,5 Mio. EUR vermindert. Die Lindner Group verfügte über Kreditlinien in ausreichender Höhe, die zum Bilanzstichtag zu ca. 63 % für Avale ausgenutzt waren. Die Lindner Group ist somit weiterhin finanziell hervorragend ausgestattet. Im Wesentlichen sind lediglich Eventualverbindlichkeiten eingegangen, denen wiederum hohe liquide und liquiditätsnahe Mittel entgegenstehen, so dass die Lindner Group ihren finanziellen Verpflichtungen nachhaltig problemlos nachkommen kann. 2.7. VermögenslageBilanzrelationen weiterhin stabilDie Konzernbilanzsumme ist im Geschäftsjahr 2022 um 29,7 Mio. EUR auf 1.231,2 Mio. EUR angestiegen und liegt somit um 2,4 % über dem Vorjahresniveau. Im Anlagevermögen sind Geschäfts- und Firmenwerte mit Anschaffungskosten in Höhe von 33,2 Mio. EUR (Vj. 33,2 Mio. EUR) enthalten, die planmäßig über fünf Jahre abgeschrieben werden. Die langfristigen Vermögenswerte sind von 456,9 Mio. EUR im Vorjahr um 66,1 Mio. EUR bzw. 14,47 % auf 390,80 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 gesunken. Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich mit 744,6 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert von 840,40 Mio. EUR um 95,8 Mio. EUR erhöht. Die Schulden des Konzerns (Rückstellungen, Verbindlichkeiten, Rechnungsabgrenzungsposten und Passive latente Steuern) haben sich mit 779,8 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (592,8 Mio. EUR) um 187,0 Mio. EUR erhöht. Nach 50,6 % im Vorjahr weist die Lindner Group zum Bilanzstichtag eine Eigenkapitalquote von 36,7 % aus. Das Konzerneigenkapital ist im Berichtszeitraum um 157,2 Mio. EUR auf 450,5 Mio. EUR gesunken (Vj. 607,7 Mio. EUR). Der Rückgang des Eigenkapital ist auf die Entnahme der aufgelaufenen Gewinne zurückzuführen. Zusammenfassend stellt sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lindner Group in der Gesamtheit weiterhin überdurchschnittlich positiv dar. Basierend auf einer nachhaltig äußerst stabilen Finanzierungsstruktur sowie einem hohen Maß an verfügbarer Liquidität ist die Gruppe für weiteres Wachstum, basierend auf einem ertragsstabilen Kerngeschäft, bestens gerüstet. 3. Risikobericht3.1. Risikomanagement der Lindner GroupDie Unternehmensgrundsätze der Lindner Group basieren auf dem Fokus gesunden Wachstums bei einer aktiven Steuerung bzw. der Vermeidung von unangemessenen Risiken. Hierbei wird verstärkt auf eine hohe Transparenz und auf eine strukturierte Risikobetrachtung pro Geschäftsbereich durch die Verantwortlichen abgezielt. Eine systematische Analyse und Bewertung der Chancen und Risiken in jedem Geschäftsbereich erfolgte bisher über standardisierte Businesspläne der jeweiligen Bereiche. Ab dem Geschäftsjahr 2022 erfolgt die Businessplanung in einem neu strukturierten, ganzheitlich digitalen Geschäftsentwicklungsplan mit einer optimierten Grundstruktur. Die Digitalisierung ermöglicht eine zentrale Filterung und Darstellung aller Strategien sowie eine direkte Verknüpfung zu den übergreifenden Visionen. Der neu implementierte Geschäftsentwicklungsplan (GEP) wird die Führungsverantwortlichen in der Gestaltung ihrer strategischen Planung sowie deren Steuerung noch effektiver unterstützen. Darüber stellt der GEP die Basis für die Definition von Zielen und notwendigen Maßnahmen zur Verwirklichung der eigenen Strategien dar und dient auch als Informations- und Kommunikationsmedium zu den Mitarbeitern. Der Geschäftsentwicklungsplan fungiert als Instrument der Entwicklung von Strategien aus den Erkenntnissen einer strukturierten Chancen - Risikoanalyse sowie übergreifenden Geschäftsfeldvisionen und korrespondierenden Megatrends des Marktes. Die Analyse und Bewertung findet in den vier Kategorien Kunden/ Märkte, Organisation/ Prozesse, Mitarbeiter und Finanzen statt und liefert die Basis für die Bewertung und Weiterentwicklung vorhandener bzw. Entwicklung neuer Strategien im jeweiligen Geschäfts- und Servicebereich. 3.2. ProjektrisikenProjekt- und Vertragsrisiken erwachsen im Wesentlichen aus dem klassischen Baugeschäft und stellen das zentrale Geschäftsrisiko dar. Die Projektrisiken strukturiert, stabil zu steuern und zu überwachen stellt eine der Kernkompetenzen der Lindner SE dar. Allen Projekten sind Kalkulationsrisiken immanent. Insbesondere bei der Planung und Durchführung von Großprojekten bestehen Risiken, die erheblichen negativen Einfluss auf das Ergebnis haben können. Um diese Risiken zu beherrschen, wurden diverse risikominimierende Mechanismen und Regelkommunikationskreise installiert. Diese unterstützen die jeweils ausführende Einheit beim Handling der Risiken. Vorgelagert zur Projektabwicklung werden alle wesentlichen in- und ausländischen Verträge einer sorgfältigen technischen, kaufmännischen und juristischen Prüfung unterzogen. Im Bereich des operativen Risikomanagements bei Projekten wird im Vorfeld der Entscheidung zur Kalkulation ab einem vorgegebenen Schwellenwert eine Chancen- und Risikoanalyse durchgeführt. Während der Kalkulationsphase werden Risiken dokumentiert, Maßnahmen festgelegt und verfolgt, und, falls erforderlich, kalkulatorisch berücksichtigt. Über ein Bewertungssystem werden die Projekte in Risikoklassen eingestuft. Jede Risikoklasse erfordert die Freigabe von Kalkulationen durch unterschiedliche Unternehmenshierarchien. Nach Erlangung der Zusage für das Projekt wird ab einem festgelegten Auftragswert ein monatliches Projektgespräch durchgeführt. Hier werden die im Vorfeld definierten Chancen und Risiken rollierend während des Projekts strukturiert betrachtet und aktiv gesteuert. Darüber hinaus unterstützt der Zentralbereich Controlling die für das jeweilige Projekt verantwortlichen Einheiten. Im Rahmen des sogenannten Monatsgesprächs wird eine kontinuierliche Auswertung der Datenbasis von auffälligen oder wesentlichen Projekten durchgeführt. Angesprochen werden auch aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen und organisatorische Themen, welche die Projektergebnisse negativ beeinflussen können. 3.3. Risiken der international ausgerichteten GeschäftstätigkeitDie internationale Ausrichtung der Lindner Group birgt weitere Risiken im organisatorischen Bereich. Die Betreuung von Tochtergesellschaften und deren Integration in bestehende Systeme erfolgt im Wesentlichen durch das Ressort Organisationsentwicklung. In diesem Bereich sind auch die kaufmännischen Regionalleiter eingebunden. Sie bilden eine zentrale Schnittstellenfunktion in der kaufmännischen und prozessbezogenen Anbindung der Tochtergesellschaften an das Stammhaus. Ihnen kommt eine zentrale Rolle in der laufenden risikoorientierten Überwachung und Optimierung der Prozesse in den Auslandsgesellschaften zu. Auf Grundlage übergreifend für die Zentrale und alle Tochterunternehmen einheitlich definierter Unternehmensprozesse, werden mithilfe sogenannter Richtlinien spezifische Prozessvorgaben definiert und an die Tochter- und Enkelunternehmen kommuniziert. Dadurch soll, soweit größenbedingt sinnvoll, eine einheitliche Organisation unterstützt und Schnittstellen zur Zentrale klar festgelegt sowie Risiken minimiert und Synergieeffekte erzielt werden. Diese Systematik wurde durch Ausdehnung der Prozessstruktur auf weitere Tochter- und Enkelunternehmen sowie der Definition internationaler Prozessvorgaben in weiteren Prozessen ausgebaut. Die Prüfung der Einhaltung der übergreifenden Vorgaben erfolgt bei zertifizierten Tochter- und Enkelgesellschaften durch den Zentralbereich Integrierter Managementservice, der ebenfalls im Ressort Organisationsentwicklung angesiedelt ist. Turnusmäßige interne Audits sowie externe ISO 9001 Audits zeigen den Umsetzungsstand und liefern die Basis für notwendige Verbesserungen. 3.4. Finanzrisiken und Risiken aus der Verwendung von FinanzinstrumentenDer Fokus bei der Betrachtung von Finanzrisiken lag im Berichtszeitraum auf Währungs-, Liquiditäts- und Kreditrisiken (bei Auftraggebern). Das Zinsänderungsrisiko ist aufgrund der geringen zinstragenden Positionen der Lindner Group vernachlässigbar. Die Absicherung von Währungsrisiken erfolgt in der Regel projektbezogen. Bereits in der Kalkulation wird ein angemessener Währungskurs unter Berücksichtigung von Sicherungskosten und Änderungsrisiken angewandt oder das Angebot mit einer Preisgleitklausel versehen. Erst nach Vertragsabschluss erfolgt eine Absicherung durch Finanzderivate. Nachdem die Sicherungsgeschäfte weitestgehend korrespondierend zu den jeweils abgesicherten Grundgeschäften abgeschlossen werden (sog. Mikro-Hedge), ist eine vollständige Effektivität der Sicherungsbeziehung gegeben. Offene Risikopositionen aus der Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten existieren daher nicht oder nur in geringem Umfang. Die Derivate werden innerhalb der Lindner Group von allen Tochtergesellschaften mit der Lindner Finanz GmbH, die als Inhouse Bank der Lindner Gruppe fungiert, abgeschlossen, welche ein entsprechendes Gegengeschäft am externen Markt tätigt. Das Liquiditätsrisiko wird durch einen monatlichen Gruppen Cashflow-Forecast transparent berichtet und frühzeitig erkannt. Kurz- bis mittelfristige Engpässe können durch Überziehungen im Cash-Pool und schnell liquidierbare Finanzanlagen mit bzw. bei der Lindner Finanz GmbH ausgeglichen werden. Der gesamte Wertpapierbestand ist ergänzend hierzu kurzfristig liquidierbar. Das Kredit- bzw. das Ausfallrisiko von Kundenforderungen wird über ein internes Credit Management- Controlling aktiv gesteuert. Je nach Risikoklasse erfolgt entweder eine interne Bonitätsbewertung über externe Dienstleister bei kleinen bis mittleren Volumen ohne Risikotransfer oder eine Rückdeckung bei einer Kreditversicherung im Falle von Großrisiken. 3.5. PersonalrisikenDie zentralen Risiken im Personalbereich ergeben sich, wie auch in den Vorjahren, aus dem bestehenden Arbeitskräftemangel, der sich im Besonderen in den Bereichen Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro, Metallbau, Informationstechnologie sowie bei verschiedenen Ausbildungsberufen wie Trockenbaumonteur und Metallbauer zeigt. Durch gezieltes Schul- und Hochschulmarketing gilt es dieser Entwicklung frühzeitig entgegen zu wirken und die Attraktivität der Arbeitgebermarke proaktiv positiv zu kommunizieren. Ein effektives Employer Branding und medial technologisch effektives Recruiting gewinnt dabei weiter national und grenzübergreifend an Bedeutung, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Der frühzeitigen und nachhaltig systemischen Personal- und Nachwuchsplanung kommt sowohl zentral als auch dezentral eine zunehmend tragende Rolle und Herausforderung der Zukunft zu. Das Programm "Kollegen werben Kollegen" soll Kollegen weiterhin motivieren, aktiv in privaten und geschäftlichen Netzwerken Mitarbeiter für Lindner zu begeistern. Die Dauer einer Stellenbesetzung (Time to Hire) ist im Berichtsjahr deutlich gestiegen und verdeutlicht das sich zunehmend verschärfend Wettbewerbsumfeld um Fachkräfte. Eine weitere Herausforderung stellt die zunehmend mangelnde Mobilitätsbereitschaft vieler Bewerber dar. Es wird zunehmend schwieriger, für die Besetzung von Projekten in den Ballungszentren Monteure, Bauleiter und Projektleiter zu rekrutieren, da die Reisebereitschaft der Arbeitnehmer mehr und mehr abnimmt. Dies erfordert neue dezentrale Recruiting Ansätze. Die steigende Nachfrage des Arbeitens aus dem Home Office birgt in kritischem Umfang eine hohe Gefahr des Verlustes von Unternehmenskultur und Mitarbeiterbindung sowie hinsichtlich Effektivität und Effizienz in den Unternehmensprozessen, die es aktiv zu gestalten gilt. Auch der Wunsch nach einer hohen Work Life Balance von jüngeren Mitarbeitern stellt die Führungskräfte vor große Herausforderungen. Die Bedürfnisse der sogenannten Generation Z erfordern darüber hinaus bei vielen Führungskräfte einschneidende Veränderungen in der Mitarbeiterführung. Ebenso gilt es, Arbeitsplätze auch für Kollegen, die sich bereits in einem fortgeschrittenen Alter befinden, gesund zu gestalten und einen möglichst langen Arbeitseinsatz zu ermöglichen, um auch diese Kollegen vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels möglichst lange aktiv und effektiv im Unternehmen halten zu können. Eine weitere zentrale Herausforderung bleibt die voranschreitende Digitalisierung im Unternehmen. Effektive Mitarbeiterführung und gezielte Weiterbildung sind der Schlüssel für einen erfolgreichen Wandlungsprozess. 3.6. DatenschutzrisikenDie Unternehmen der Lindner Group beziehen wesentliche Dienstleistungen und Beratung im Hinblick auf Datenverarbeitungsprozesse- und -systeme von der Lindner Group KG als zentralen Dienstleister und Kompetenzzentrum für Unterstützungsprozesse und Managementprozesse in der Lindner Unternehmensgruppe. Daher wird auch der Datenschutzbeauftragte und die zentrale Datenschutzkoordination von der Lindner Group KG gestellt. Durch die Unterstützung von dezentralen Datenschutzkoordinatoren in den Fach- und Geschäftsbereichen, sowie bei Tochterunternehmen wird gewährleistet, dass Informationen schnell bei den richtigen Stellen ankommen. Das zentrale Kompetenzzentrum in der Lindner Group KG überprüft regelmäßig die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten in den einzelnen Unternehmensprozessen, um Datenschutzrisiken zu erkennen und diesen proaktiv entgegenzuwirken. Werden neue Prozesse oder Systeme geplant, ist der Datenschutz von Beginn an als beratende Stelle eingebunden. Die technischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen werden in Zusammenarbeit mit der IT und dem Informationssicherheitsbeauftragten regelmäßig evaluiert und weiterentwickelt. Des Weiteren steht die Sensibilisierung der Mitarbeiter hinsichtlich des Datenschutzes im Vordergrund. Den wachsenden Risiken im Bereich der Cyberkriminalität und der damit verbundenen Datenschutzrisiken begegnet das Unternehmen mit angemessenen IT-Sicherheitsmaßnahmen und Notfallkonzepten. Im Berichtszeitraum und aktuell werden keine datenverarbeitenden Prozesse identifiziert, aus denen sich ein wesentliches Risiko ergibt. 3.7. Risiken aus der Informationssicherheit / CyberkriminalitätDie fortschreitende Digitalisierung der Geschäftsprozesse und Produkte sowie das weltweite Wachstum von Bedrohungen durch Cyberkriminalität erhöhen laufend die Anforderungen und Risiken an die Sicherheit der Systeme und Netzwerke sowie an die Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit aller schützenswerten Daten. Die Wichtigkeit der Informationssicherheit und der daraus resultierenden Chancen und Risiken sind für die Lindner Group stets immanent. Der Informationssicherheitsbeauftragte etabliert in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung, dem Bereich IT & Digitalisierung und den Fachbereichen kontinuierlich Prozesse zur nachhaltigen Steigerung des Schutzniveaus. Dies umfasst neben organisatorischen Maßnahmen auch gezielte Sensibilisierungsmaßnahmen der Mitarbeiter. Die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen sowie der firmeninternen Vorgaben, welche regelmäßig im erforderlichen Maße an aktuelle Standards angepasst werden, tragen kontinuierlich zur Minimierung der Risiken bei. Für wiederkehrende Penetrationstests und externe Sicherheitsaudits kooperiert die Lindner Group mit externen Partnern. Unerlaubte Zugriffe werden durch den Einsatz moderner Hard- und Softwaretechnologien, Zugangs- und Zutrittskontrollen sowie Verschlüsselungstechniken verhindert. Die Risiken durch Cyberkriminalität werden aktiv verfolgt und unsere Sicherheitskonzepte und Maßnahmen laufend der geänderten Bedrohungslage angepasst. Elementare Punkte für die Reduzierung des Gesamtrisikos und die Minimierung der finanziellen Schäden bei Sicherheitsvorfällen, sind die Einführung einer standardisierten IT-Risikoanalyse, ein voll umfassendes Schwachstellenmanagement und der laufende Ausbau und Aktualisierung der Sicherheitskonzepte. Cyberangriffe werden immer komplexer und professioneller. Dies erfordert eine kontinuierliche Steigerung der Resilienz, welche mit Investitionen, Steigerung der IT-Security-Skills und erweiterten Sicherheitsmaßnahmen, wie etwa Mikrosegmentierung oder Netzwerk Detection and Response Systemen, bereits erfolgreich und effektiv implementiert wurde. 3.8. Relevante EinzelrisikenEine zentrale Herausforderung in 2023 liegt aktiven Management der Bau-Preissteigerung aus dem Jahr 2022, die bei über 18 % lag. Der aktuelle Auftragsbestand kann angesichts dieser enormen Preisentwicklung nicht immer zu den kalkulierten Werten abgewickelt werden und die Mehrkosten können nicht immer an den Auftraggeber weitergegeben werden. Bei aktuell laufenden Projekten wird das Risiko für künftige Preissteigerung über eine Indexvereinbarung oder Separierung der Materialpreisanteile in Verbindung mit Preisgleitklauseln oder Risikoaufschlägen abgedeckt Auch die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Baumaterialien stellt trotz weiterer Entspannung in 2022 ein Risiko für 2023 dar. Einzelne Materialien sind weiterhin nur mit ausgedehnten Lieferzeiten verfügbar und können die Liefer- bzw. Fertigungsketten unterbrechen. Die Lindner Group hat durch den deutlichen Aufbau an Rohstoffbeständen als auch die Verbreiterung des Lieferantenportfolios entsprechende präventive Maßnahmen ergriffen. Die Russland-Ukraine Krise stellt ein weiteres Risiko dar, welches in mehreren Bereichen einen negativen Einfluss auf die zukünftige Geschäftsentwicklung haben könnte. Unmittelbaren Einfluss haben die verhängten Handels- und Zahlungsverkehrssanktionen gegen Russland weiterhin auf das Liefergeschäft nach Russland sowie die operative Geschäftstätigkeit der russischen Tochtergesellschaft. Das bis 2021 rund 2% der Betriebsleistung der Lindner Group umfassende Geschäftsvolumen am russischen Markt wird vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in 2023 nur noch sehr eingeschränkt möglich sein. Ein deutlich größeres Risiko birgt die durch die Russland-Ukraine Krise resultierende Entwicklung am Strom- und Gasmarkt. Gas stellt für die Trocknung bzw. Härtung von beschichteten Metalloberflächen sowie von Doppelbodenplatten aus Gips einen essentiellen Energieträger dar. Die aktuellen Gaspreissteigerungen führen zu massiven Mehrkosten in 2023, die durch die von der Regierung implementierte Strom- und Gaspreisbremse nur in Teilen kompensiert werden können. Sollte in Folge eines Stopps von Gasimporten aus Russland die Verfügbarkeit von Gas für die Industrie eingeschränkt werden, würde dies unweigerlich zu Produktionsstillständen auch in den Produktionseinheiten bei der Lindner Group führen. Entsprechende Konzepte hin zu mehr Energieautarkie bzw. -einsparungen wurde in 2022 entwickelt und bereits in Teilen implementiert. Perspektivisch könnten die Mehrkosten aus der Energiewende oder eine Home Office bezogene Verminderung an Investitionstätigkeit für Wirtschaftsgebäude im gewerblichen Bürobau, nach der Krise zu deutlichen Umsatzeinbußen führen. Die daraus entstehenden finanziellen Auswirkungen werden kurz- und mittelfristig als signifikant aber nicht existenzbedrohend bewertet. Abschließend ist festzuhalten, dass keine Einzelrisiken bestehen, die allein oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand der Lindner Group gefährden. 4. Prognose- und Chancenbericht4.1. Voraussichtliche Entwicklung im laufenden GeschäftsjahrDas deutsche Bauhauptgewerbe ist in den vergangenen neun Jahren erfolgreich gewachsen und sollte auch in 2022 ein nominelles Wachstum erreichen. Preisbereinigt war dies jedoch ein Umsatzrückgang. Die zurückhaltenden Investitionen sowie die Vielzahl an Stornierungen beim Wohnungsbau haben zu einer Verminderung des ursprünglich prognostizierten Wachstumswertes geführt. Für das Jahr 2023 werden die gut gefüllten Auftragsbücher der Branche die gedämpfte Nachfrage zumindest im ersten Quartal noch abfedern. Insgesamt erwartet die Branche aber erstmals seit langem eine Stagnation des Bauvolumens. Aufgrund voller Auftragsbücher im Wohnungsbau konnte in 2022 noch ca. 280.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Die Genehmigungszahlen in 2022 im Neubau weisen allerdings auf einen deutlichen Abwärtstrend hin. Vor diesem Hintergrund rechnet die Branche für 2023 mit der Fertigstellung von ca. 245.000 Wohnungen, was einem Minus von 12,5% gleichkommt. Stützend wirken hier zunächst noch die hohen Auftragsbestände. 2024 wird sich die derzeitige Zurückhaltung bei den Investitionsentscheidungen noch deutlicher bei den Baufertigstellungen bemerkbar machen. Die Investitionen im Wirtschaftsbau sind vor allem durch die Konjunkturaussichten der deutschen Volkswirtschaft und damit durch die vorherrschende hohe Unsicherheit geprägt. Auch die Baukostenentwicklung wirkt bremsend auf die Nachfrage nach Gewerbebauten. Die rückläufige Orderentwicklung führte bereits in 2022 zu einem Umsatzrückgang. Für 2023 erwartet die Branche einen weiteren realen Rückgang beim Umsatz im Wirtschaftsbau um rund 6 %. Im internationalen Ausblick deuten die Prognosen für die Bauindustrie für 2023 ebenfalls auf Stagnation. In 2023 wird ein Wachstum von 0,2% prognostiziert, wobei der weiter wachsende Tiefbau den rückläufigen Wohnungsbau stützt. Die Gründe für das ausbleibende Wachstum liegen analog zur Bundesrepublik in den gestiegenen Finanzierungs- und Baukosten. Quellen: BauSites GmbH: Baulinks https://www.baulinks.de/webplugin/2022/1738.php4 https://www.baulinks.de/webplugin/2023/0051.php4 4.2. Chancenbericht der GeschäftsfelderGeschäftsfeld BauGeschäftssegment AusbauDie Marktposition der Geschäftsbereiche Produkte gilt es auch in 2023 weiter nachhaltig zur Marktführerschaft in der Gesamtheit auszubauen und dabei speziell die Chancen auf den europäischen Märkten gezielt zu nutzen. Der Ausweitung des internationalen Liefergeschäfts kommt weiterhin eine zentrale Rolle zu. Durch eine vermehrt marktorientierte Produkt- und Preisstrategie gilt es den Produktumsatz weiter zu steigern. Die Implementierung eines integrierten und nutzerfreundlichen Webshops für diverse Lindner Produkte soll diese Entwicklung ebenfalls stützen und neue Marktsegmente erschließen. Diese vertrieblichen Ziele werden seit dem Vorjahr nachhaltig um neue Grundsätze aus der Kreislaufwirtschaft und der Lieferkettensicherung ergänzt sowie durch Systemzertifizierungen nach Cradle to Cradle belegt. Beide Säulen bieten große Potentiale, die Produktionseffizienz als auch die Nachhaltigkeit zu steigern. Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft ist für die Lindner Group kein "Modetrend" sondern seit vielen Jahren eine Grundhaltung, mit begrenzten Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen. Für die Produktionsstandorte werden seit Jahren Sach- und Ökobilanzen erstellt. Bei den Rohstoffen setzt die Lindner Group auf stabile, möglichst kurze Lieferketten und steigert laufend die eigene Wertschöpfungstiefe. Um den CO 2 Abdruck der Lindner Produkte weiter zu reduzieren, werden vermehrt Rohstoffe aus Recyclingprozessen verwendet. Im Berichtsjahr 2022 konnte die Lindner Group das Angebot für Gebrauchtprodukte in Volumen und Varianten weiter ausbauen. Die Kunden, insbesondere institutionelle Investoren, sehen gute Chancen mit Gebrauchtprodukten die hohen Anforderungen aus ESG und EU-Taxonomie erfüllen zu können. Darüber hinaus erarbeitet die Lindner Group für seine Kunden, ein Konzept für den kompletten Ausbau inklusive der technischen Gewerke samt Planung mit Rückbau und Rückkaufvereinbarung auf Mietbasis. Die in der Produktion seit mehreren Jahren gelebten Lean Programme gilt es auch in 2023 weiter zu forcieren, um die Fertigungsprozesse weiter kontinuierlich zu optimieren. Die ganzheitliche Ausrichtung und Neugestaltung der Produktion zu einer produktunabhängigen und strikt wertstromoptimierten Fertigung stellt die zentrale Säule der Lindner Werksvision dar. Die zweite Säule der Lindner Werksvision stellt das Ziel der abfallfreien und CO 2 neutralen Produktion dar. Lean Construction Management und Digitalisierung stehen im Zentrum der zukünftigen Weiterentwicklung der Geschäftsbereiche des Ausbaus. Es gilt in der Projektabwicklung über eine Vielzahl von Partnerfirmen hinweg, sowohl digital als auch prozessual maximal effizient integriert zu gestalten. Die Entwicklung und die mittelfristige Implementierung von BIM Modellen (Building Information Modeling) als auch von visuell integrierten Tools auf der Baustelle bilden die zentralen Herausforderungen des Marktes in der Zukunft und stellen weiterhin die zentralen Entwicklungsthemen dar. Dem sich zunehmend etablierenden Bauvertragsmodell des Mehrparteienvertrags, sogenannte IPA- Verträge (Integrierte Projektabwicklung) kommt dabei ebenfalls eine nachhaltig strategische Bedeutung zu. Durch die frühzeitige Positionierung und Fokussierung auf BIM, Lean Construction sowie den Mehrparteienvertrag sieht die Lindner Group hier nachhaltig deutliche Wettbewerbsvorteile. Die Geschäftsbereiche der objektspezifischen Systemlösungen werden den eingeschlagenen Wachstumskurs der Vorjahre kontrolliert fortsetzen. Die zunehmende Internationalisierung sowie die risikominimierte Erschließung neuer Märkte, stellen dabei die zentralen Herausforderungen und auch die Wachstumschancen dieser Geschäftsbereiche dar. Die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung kann zu einer Verschiebung der Volumina innerhalb der Geschäftsbereiche bzw. - teilbereiche führen. Während der Ausbau von Kreuzfahrtschiffen, Hotelobjekten oder Bürogebäuden in den kommenden Jahren tendenziell eher rückläufig zu werden droht, sollten die angekündigten Konjunkturprogramme der Staaten bei Objekten wie Krankenhäusern, Laborgebäuden, Schulen oder sonstigen öffentlichen Einrichtungen zu einem deutlichen Zuwachs und damit zur einer nachhaltigen Leistungsstabilisierung führen. Geschäftssegment GebäudehülleDer Geschäftsbereich Spezialfassade in Deutschland wird den bereits laufenden Restrukturierungsprozess in 2023 weiter fortführen. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen des Geschäftssegment Ausbau konnten neue hinsichtlich Größe und Struktur besser passende Projekte akquiriert werden. Zudem ergeben sich durch neue Vertragsformen in Zusammenarbeit mit dem Geschäftssegment Ausbau Chancen für Projekte mit verminderten Risiken (Stichwort Mehrparteienverträge). Darüber hinaus konnte ein erstes Projekte gewonnen werden, in dem das neu entwickelte ECO_N System verbaut wird. Mit diesem Holz-Alu-Fassaden-Hybrid System ergeben sich weitere Chancen hinsichtlich nachhaltigem Bauen. Der Geschäftsbereich Steel & Glass erwartet für alle Standorte ein positives Geschäftsjahr 2023. In den USA werden vorrangig die Projekte aus 2021 abgewickelt und neue Aufträge akquiriert. Der Fokus liegt in 2023 somit in der Abwicklung des sehr hohen Auftragsbestandes im mittleren Osten, USA und Singapur. Des Weiteren werden die vertrieblichen Aktivitäten auch die Märkte Deutschland, UK und zentral Asien erweitert. Der Ausblick im Geschäftsbereich Lindner Prater Ltd. in UK prognostiziert einen deutlich reduzierten Planumsatz gegenüber dem Vorjahr. Der Fokus liegt in 2023 auf einer Stabilisierung der Einheit, der Lösung der bestehende Gewährleistungsfälle und einer klaren Fokussierung auf die Stabilisierung der Projektabwicklungsprozesse. Geschäftssegment IsoliertechnikDas Geschäftssegment der Isoliertechnik- und Industrieservice wird sich in den folgenden Jahren weiterhin wandeln. Insbesondere der Bereich Energieeinsparung hat wirtschaftlich aber auch gesellschaftlich einen hohen Stellenwert erreicht. Die eingeführte Spartenbildung in die Bereiche Industrie / Schadstoffsanierung, GFRC / Tunnel / International sowie Haustechnik /Brandschutz hat die gewünschten Effekte hinsichtlich Flexibilität, Schnelligkeit sowie Ertragssituation bestätigt und wird so weiter verfolgt. Neue Produkte, wie GFRC sowie Produkte im baulichen Brandschutz gewinnen mehr und mehr an Bedeutung. Der internationale vertriebliche Fokus hierzu wird in den nächsten Jahren zunehmend in England liegen. Die Geschäftsbereiche der Schadstoffsanierung sowie des Gerüstbau entwickeln sich weiter stagnierend auf niedrigem Niveau bei dennoch stabilen Ergebnisbeiträgen. Geschäftssegment Montage und ServiceIm Geschäftsbereich der Montageleistungen wird der Prozess des Verstärkung der Kooperation mit den projektleitenden Geschäftsbereichen der Lindner Group in der Abwicklung weiter fortgesetzt, vertieft und verbreitert. Durch den weiterhin steigenden Kostendruck bei den Personalkosten ist bei steigender Leistung, steigender Mitarbeiterzahl mit leicht rückläufigen Gewinnen zu rechnen. Die gruppeninterne Nachfrage nach gruppeninternen Montageleistungen ist weiterhin steigend, so dass eine weitere Aufstockung der Montagebelegschaft in 2023 geplant ist. Durch den neu geschaffenen Spezialbereich Personalorganisation wird das Werben für neue Mitarbeiter sowie deren Fort- und Weiterbildung noch aktiver gesteuert und das Ziel des Personalaufbaus auf 1.750 Montagemitarbeiter gestützt. International wird der wachsende Markt in Luxemburg voraussichtlich im zweiten Quartal 2023 mit einer eigenen operativen Einheit bearbeitet. Ähnliche positive Geschäftsentwicklungen des Geschäftssegments Ausbau in den nordischen Ländern (Schweden, Dänemark, Finnland) werden in 2023 dazu führen, dass auch dort die Geschäftsaktivitäten ausgeweitet werden. Geschäftsfeld Immobilien und ProjektentwicklungIm Geschäftssegment Immobilien gilt es in 2023, primär in der Slowakei trotz aktuell schwierigen Umfelds an die Vermietungserfolge des letzten Jahres anzuknüpfen und die Vermietungssituation weiter zu verbessern. Im Geschäftssegment Projektentwicklung liegt in 2023 der Fokus im Residential Park Sofia auf dem Abschluss der Bauarbeiten der letzten Projektphase 3C sowie dem Vertrieb der letzten Einheiten. Im Projekt Residential Park Lozen werden nach Abschluss der ersten großen Bauphase die letzten Einheiten an die Kunden übergeben und die Bauarbeiten an der Erweiterung der Phase 1 und der Bauphase 2 fortgesetzt. Der positive Verkaufstrend aus der ersten Bauphase soll bei der Projekterweiterung um Phase 2 fortgesetzt werden. Außerdem sollen die Bauarbeiten an einer Schule mit angeschlossenem Kindergarten für 600 Kinder sowie die Arbeiten an einem Bürogebäude aufgenommen werden. Im Projekt Tirana Business Park liegt der Fokus in 2023 auf der Vermietung des zweiten Bürogebäudes sowie auf dem Baubeginn an einem Lagergebäude und an einer Residential- Entwicklung nach dem Vorbild der bulgarischen Projekte. Dies soll nach der Eröffnung des Hotels eine weitere Belebung des Business Parks mit sich bringen, wodurch wiederum die Attraktivität des Parks für potentielle Mieter der Bürogebäude steigen sollte. Die Strategie des Geschäftssegments Immobilien, passende Objekte im In- und Ausland zu entwickeln bzw. Immobilien an attraktiven Standorten zu erwerben und entsprechend den Bedürfnissen der Lindner Group umzubauen, wird auch in 2023 weiter forciert. Geschäftsfeld Land- und ForstwirtschaftDas Geschäftsfeld der Land- und Forstwirtschaft fokussiert sich in 2023 nach dem Aufbau der verschiedenen Betätigungsfelder auf den kontinuierlichen Verbesserungsprozess und der Erhöhung der Bekanntheit des Angebots in Deutschland. Die Vertiefung der Wertschöpfungsketten an beiden Standorten in der Metzgerei und Verarbeitung sowie die Steigerung der Aktivitäten und Effektivität der Prozesse im Vertrieb stehen dabei im zentralen Fokus. Die Planzahlen und Produktionspotentiale für 2023 gehen von einem Wachstum aller bestehenden Vertriebswege aus. Die zentrale Herausforderung ist es, die richtigen Kunden zu erreichen, die bereit sind für gute Qualität auch ihren Preis zu zahlen. Die vorherrschende Inflation macht diese Aufgabe nochmals anspruchsvoller. 4.3. Operativer AusblickDie operative konsolidierte Planleistung zu VKP der Lindner Group gemäß dem internen Berichtswesen wurde für 2023 mit rund 1.166,4 Mio. EUR um rund 12,1 % unter dem Ist-Leistungsvolumen in Höhe von 1.327,0 Mio. EUR des Jahres 2022 geplant. Das geplante konsolidierte Betriebsergebnis zu VKP der Lindner Group für 2023 liegt mit rund 82,4 Mio. EUR unter dem Ist- Niveau (111,5 Mio. EUR) des Berichtsjahres. Die geplante operative Planleistung sowie das geplante Betriebsergebnis könnten trotz guten Starts in das Geschäftsjahr 2023 bedingt durch die Ukraine und die damit verbundene Rohstoff Krise nicht erreichbar sein. Eine Abschätzung des Ausmaßes der Leistungs- und Ergebnisunterschreitung ist aus heutiger Sicht nicht realistisch möglich und hängt maßgeblich von der Dauer sowie dem Umfang der Krise in 2023 ab.
Arnstorf, den 13. April 2023 gez. Hans Lindner, Geschäftsführender persönlich haftender Gesellschafter gez. Veronika Lindner, Geschäftsführende persönlich haftende Gesellschafterin
Lindner
Group SE
vertreten durch gez. Veronika Lindner, Vorsitzende des Verwaltungsrates gez. Stephanie Lindner, Mitglied des Verwaltungsrates Konzernbilanz zum 31.12.2022AKTIVSEITE
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022Die Lindner Holding KGaA wurde mit Wirkung zum 11. November 2010 im Wege des Formwechsels gem. §§ 190ff., 228ff. UmwG in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Die Lindner Group KG hat ihren Sitz in Arnstorf und ist im Handelsregister A des Amtsgerichtes Landshut mit der Nummer 10182 eingetragen. Die Konzernrechnungslegungspflicht ergibt sich aus § 11 PublG. Der vorliegende Konzernabschluss der Lindner Group KG ist unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungs- und Bewertungsgrundsätze nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt (§ 13 II PublG i.V.m. §§ 294 bis 314 HGB). Die Gliederungsgrundsätze im Eigenkapital entsprechen den Erfordernissen einer Kommanditgesellschaft. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. 1. Einbezogene UnternehmenKonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss sind das Mutterunternehmen und folgende in- und ausländische Tochterunternehmen einbezogen. Die Beteiligungsquoten geben die von dem Mutterunternehmen unmittelbar gehaltenen Kapitalanteile wieder. Das gezeichnete Kapital ist zum historischen Kurs angegeben.
*) im Rahmen der Erstkonsolidierung einbezogen
Übrige einbezogene UnternehmenAußerhalb des Konsolidierungskreises wurden folgende Gemeinschaftsunternehmen im Rahmen der Quotenkonsolidierung einbezogen:
Aufgrund vertraglicher Vereinbarung werden die Lindner Depa Interiors L.L.C. und die SUAS -Lindner s.r.o. mit einem anderen Unternehmen gemeinschaftlich geführt. Die Lindner RIDO Fassadentechnologie GmbH wird gemeinschaftlich mit natürlichen Personen als Anteilseigner geführt. Nicht einbezogene assoziierte Unternehmen und TochterunternehmenBei der Hans Lindner Regionalförderung AG & Co. KG, Arnstorf (Beteiligung 39,91 %), wurde gemäß § 311 Abs. 2 HGB auf die Einbeziehung als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode verzichtet. Bilanzsumme sowie Erträge und Aufwendungen der Hans Lindner Regionalförderung AG & Co. KG sind für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung. Sonstige Änderungen des KonsolidierungskreisesDie Tirana Business Park RSA Sh.p.k Tirana/Albanien wurde im Geschäftsjahr auf die Tirana Business Park Sh.p.k Tirana/Albanien verschmolzen. Im Geschäftsjahr wurden die bisher im Fremdbesitz stehenden Anteile (50% am Eigenkapital) an der Schwabenhof L & L s.r.l., Rumänien durch die von der Lindner s.r.l., Rumänien, erworben. 2. Stichtag des KonzernabschlussesDer Konzernabschluss ist auf den Stichtag des Jahresabschlusses der Lindner Group KG zum 31. Dezember 2022 aufgestellt. Das Geschäftsjahr der Lindner Group KG umfasst den Zeitraum 01. Januar bis 31. Dezember 2022. Sämtliche Tochterunternehmen sowie alle wesentlichen nachgelagerten Konzernunternehmen bilanzieren zum Stichtag 31. Dezember 2022 und sind mit dem vollen Geschäftsjahr im Konzernabschluss enthalten. 3. KonsolidierungsmethodenEs wurden die deutschen handelsrechtlichen Vorschriften über die Vollkonsolidierung, Quotenkonsolidierung sowie Einbeziehung assoziierter Unternehmen angewandt. Die Kapitalkonsolidierungen bis zum 31. Dezember 2009, die vor Geltung des BilMoG durchgeführt wurden, wurden unter der Anwendung der Buchwertmethode (§ 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a.F.) vorgenommen. Aus der Verrechnung entstehende Geschäfts- oder Firmenwerte bzw. passivische Unterschiedsbeträge wurden mit den Rücklagen verrechnet. Die Kapitalkonsolidierungen erfolgen ab dem 01. Januar 2010 gem. BilMoG nach der Neubewertungsmethode. Bei Sacheinlagen von Anteilen an Tochterunternehmen, die im Jahresabschluss des Mutterunternehmens unterbewertet waren, wird der dadurch entstehende passive Unterschiedsbetrag, welcher überwiegenden Eigenkapitalcharakter aufweist, mit den Konzernrücklagen direkt im Eigenkapital verrechnet. Die Erhöhung von Beteiligungen an bereits vollkonsolidierten Unternehmen wird erfolgsneutral innerhalb des Eigenkapitals abgebildet. Gem. § 307 Abs. 1 HGB wurde für nicht dem Mutterunternehmen gehörende Anteile an in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen ein Ausgleichsposten für die Anteile der anderen Gesellschafter in Höhe ihres Anteils am Eigenkapital gesondert ausgewiesen. Bei Anwendung der Quotenkonsolidierung wurden soweit einschlägig die Regelungen der Vollkonsolidierung beachtet (§ 310 Abs. 2 HGB). Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden zum Zeitpunkt ihrer Gründung bzw. ihres Erwerbs mit ihren Anschaffungskosten bilanziert. Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Zwischenergebnisse werden grundsätzlich heraus gerechnet, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Entstandene Zwischenverluste werden grundsätzlich nur eliminiert, soweit dadurch kein Abschreibungsbedarf auf den niedrigeren beizulegenden Wert der unfertigen Bauten und Leistungen zum Bilanzstichtag entsteht. 4. Allgemeine Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Grundlagen der WährungsumrechnungDie Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften. Abschlüsse einbezogener Tochterunternehmen, die nach abweichenden Grundsätzen erstellt sind, wurden angepasst, wobei der Grundsatz der Wesentlichkeit beachtet wurde. Die Umrechnung von auf fremde Währung lautenden Abschlüssen erfolgt gem. den Vorschriften des § 308a HGB nach der modifizierten Stichtagsmethode. Hierbei wurde das Eigenkapital zu historischen Kursen umgerechnet. Die Umrechnung der Bilanzpositionen erfolgte zu den jeweiligen Devisenkassamittelkursen. Die Umrechnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte zu den jeweiligen Jahresdurchschnittskursen. Für die Ermittlung der Jahresdurchschnittskurse werden die Veröffentlichungen der Bundesbank verwendet. Sich ergebende Differenzen sind innerhalb des Konzerneigenkapitals unter den Posten "Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung" ausgewiesen. Die Währungsumrechnungsdifferenzen im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden ergebniswirksam verbucht. Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Gegenstände des Sachanlagevermögens wurden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Bei den Anschaffungskosten werden Anschaffungsnebenkosten und Anschaffungskostenminderung berücksichtigt. Abschreibungen auf abnutzbare Anlagegegenstände wurden in Anlehnung an die von der Finanzverwaltung herausgegebenen AfA-Tabellen planmäßig linear bzw. soweit zulässig degressiv vorgenommen. Zugänge ab dem Geschäftsjahr 2010 werden ausschließlich linear abgeschrieben. Die Berechnung der Abschreibungen erfolgt im Berichtsjahr pro rata temporis ab dem Zeitpunkt des Zugangs. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibung angesetzt. Die immateriellen Vermögensgegenstände werden bis zu einem Zeitraum von 3 Jahren abgeschrieben. Die Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe TEUR 1.813 werden über einen Zeitraum von 15 Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer bemisst sich dabei nach der angenommenen Nutzungsdauer des mit den übernommenen Einheiten ebenfalls erworbenen Know Hows. Geschäfts- und Firmenwerte aus Kapitalkonsolidierungsvorgängen in Höhe von TEUR 3.524 werden über einen Zeitraum von 10 Jahren abgeschrieben. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellkosten bis EUR 800,00 wurden aus Vereinfachungsgründen im Erwerbsjahr voll abgeschrieben. Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung wurden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Die Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind mit dem gleitenden Durchschnitt ihrer Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Im Geschäftsjahr 2022 wurde bei einigen Gesellschaften mit dem gleitenden Durchschnitt ihrer Anschaffungskosten nach absatzorientierter Vorgehensweise bewertet. Die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen erfolgte mit den Material- und Fertigungseinzelkosten unter Einbeziehung von angemessenen Material- und Fertigungsgemeinkosten. Allgemeine Verwaltungs- und Vertriebskosten wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Bestehende Verwertbarkeitsrisiken wurden durch Abschreibung berücksichtigt. Aufträge werden einheitlich nach der Bauabschlussmethode (Completed Contract Methode) bilanziert. Erhaltene Anzahlungen auf Vorräte wurden von der Position Vorräte offen abgesetzt. Bei dem aktivisch von den Vorräten abgesetzten Betrag in Höhe von TEUR 1.120 (Vj. TEUR 934) handelt es sich um Abschlagszahlungen der Auftraggeber für teilfertige Leistungen, die keine echten Vorauszahlungen darstellen und damit keinen Verbindlichkeitscharakter haben. Die verbleibenden erhaltenen Anzahlungen wurden auf der Passivseite ausgewiesen. Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind erkennbare Risiken durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch Bildung einer Pauschalwertberichtigung angemessen Rechnung getragen. Die im Umlaufvermögen ausgewiesenen sonstigen Wertpapiere sind zu Anschaffungskosten bzw. mit ihrem niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag bewertet. Die flüssigen Mittel werden zum Nennbetrag angesetzt. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, die Erträge für einen bestimmten Zeitraum nach dem Stichtag betreffen. Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten, die auf fremde Währung lauten, werden zum Transaktionskurs in Euro umgerechnet und werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag gem. § 256a HGB bewertet. Rückstellungen für Pensionen werden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist und unter Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 10 Jahren. Sie werden pauschal mit einem einer Restlaufzeit von 15 Jahren entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen erfassen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Latente Steuern werden auf zeitliche Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlustvorträgen, insofern eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraums von fünf Jahren gewährleistet ist, ermittelt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis der unternehmensindividuellen Steuersätze, die im Zeitpunkt des Abbaus der Differenz bestehen werden. Dabei haben Steuersätze von 9 % bis 40 % Anwendung gefunden. Für Konsolidierungsvorgänge wie Zwischengewinneliminierung und Schuldenkonsolidierungsdifferenzen wurden latente Steuern mit einem durchschnittlichen Steuersatz von 30 % berechnet. Aktive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus steuerlich nicht anerkannten Wertberichtigungen auf Forderungen und steuerlich nicht anerkanntem Ansatz bzw. deren geringerer Ausweis von Rückstellungen in der Steuerbilanz. Passive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlich anerkannten Abschreibungen und Bewertungsansätzen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sowie Bewertungsunterschiede bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und bei den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. Durch Konsolidierungsmaßnahmen ergeben sich passive latente Steuern aufgrund Unterschieden zwischen den steuerlichen und handelsrechtlichen Werten bei der Bilanzposition Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Sich ergebende aktive und passive latente Steuern, ohne Berücksichtigung der sich ergebenden latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen, werden gem. § 274 Abs. 1 HGB saldiert. Eine sich insgesamt, ohne Berücksichtigung der sich ergebenden latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen, ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Im Falle einer sich insgesamt, ohne Berücksichtigung der sich ergebenden latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen, ergebenden Steuerentlastung wird von dem entsprechenden Aktivierungswahlrecht kein Gebrauch gemacht. Wurde von dem Wahlrecht der Bildung von Bewertungseinheiten Gebrauch gemacht, wurde entsprechend § 254 HGB berücksichtigt. 5. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnunga) Konzernanlagevermögen der Lindner Group KGAnlagenspiegel:
Das Anlagevermögen beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 390.795 (Vj. TEUR 456.893). Im Anlagevermögen sind Geschäfts- und Firmenwerte mit Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 32.915 (Vj. TEUR 33.165) enthalten. b) Forderungen und sonstige VermögensgegenständeBei den ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen bestehen Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr in Höhe von:
c) EigenkapitalIm Konzern entsprechen die Kapitalanteile, die Rücklagen und der Bilanzgewinn den Positionen der Lindner Group KG. I. KapitalanteileDie Kapitalanteile der Komplementäre betragen EUR 0 (Vj. TEUR 0), die der Kommanditisten EUR 17.960.078,00 (Vj. TEUR 17.960). II. RücklagenDie Rücklagen der Komplementäre betragen EUR 0 (Vj. TEUR 0), die der Kommanditisten EUR 78.616.281,38 (Vj. TEUR 213.902). Die Konzernrücklagen betragen EUR 184.633.604,88 (Vj. TEUR 179.982) und setzen sich aus Gewinnvorträgen, Jahresergebnissen 2022 und Gewinnrücklagen der Tochterunternehmen sowie aus Unterschiedsbeträgen aus Kapitalkonsolidierungsvorgängen zusammen. Unterschiedsbeträge (Geschäfts- oder Firmenwerte bzw. negative Unterschiedsbeträge) aus der erstmaligen Kapitalkonsolidierung im ersten Konzerngeschäftsjahr 1990/1991 wurden ebenso wie die sich aus der Einbeziehung in Folgejahren ergebenden Unterschiedsbeträge mit den Konzernrücklagen verrechnet. Passive Unterschiedsbeträge, welche überwiegend Eigenkapitalcharakter aufweisen, wurden ebenso direkt im Eigenkapital verrechnet. III. BilanzgewinnDie anteiligen Bilanzergebnisse der Tochterunternehmen wurden mit den Konzernrücklagen verrechnet, so dass der Konzernbilanzgewinn dem Bilanzgewinn des Mutterunternehmens entspricht. Der Bilanzgewinn entwickelte sich wie folgt:
IV. GenussscheinkapitalIm Geschäftsjahr 2022 erhöhen die 12 Genussscheine inklusive Verzinsung das Eigenkapital im Gesamtwert von EUR 7.068.414,21. Die Verzinsung erfolgt entweder als Garantieverzinsung in Höhe von 0,5 % p.a. oder als variable Verzinsung in Höhe von 0,1 % des Ertrags vor Zinsen und Steuern der Lindner SE des jeweiligen Nennbetrages. Die Inhaber der Genussscheine erhalten die variable Verzinsung, wenn diese höher ist als die Garantieverzinsung, diese ist mit der variablen Verzinsung abgegolten. V. Ausgleichsposten für Anteile anderer GesellschafterDer Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter umfasst die Anteile konzernfremder Dritter am Eigenkapital und am Jahresergebnis der einbezogenen Tochterunternehmen. Auf konzernfremde Gesellschafter entfallen Gewinnanteile in Höhe von TEUR 1.701 und Verlustanteile in Höhe von TEUR 3.361. a) Unterschiedsbeträge aus KapitalkonsolidierungBei Sacheinlagen von Anteilen an Tochterunternehmen wurde der entstandene passive Unterschiedsbetrag unter dem Posten Unterschiedsbeträge aus Kapitalkonsolidierung in Höhe von TEUR 862 (Vj. TEUR 972) ausgewiesen, da dieser Unterschiedsbetrag keinen Eigenkapitalcharakter aufweist. Der Unterschiedsbetrag aus Kapitalkonsolidierung wird mit einer Dauer von 20 Jahren ergebniswirksam aufgelöst. b) RückstellungenDie Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurde nach der versicherungsmathematischen Teilwertmethode gebildet. Es wurden folgende Annahmen für die Berechnung berücksichtigt:
Beim Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ergibt sich ein Wertansatz zum 31.12.2022 i. H. v. EUR 37.891.819,00. Der Unterschiedsbetrag zum Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren beträgt zum 31.12.2022 somit EUR 1.264.594,00. Dieser Unterschiedsbetrag unterliegt einer Ausschüttungssperre, d. h. Gewinne dürfen nur ausgeschüttet werden, wenn die nach der Ausschüttung verbleibenden frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags mindestens diesem Unterschiedsbetrag entsprechen. Die Steuerrückstellungen betreffen noch nicht bezahlte Abschlusszahlungen für Vorjahre sowie den Veranlagungszeitraum 2022. c) Verbindlichkeiten
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 211.796 enthalten. d) Passive Latente SteuernIm Konzernabschluss wurden Rückstellungen für passive latente Steuern in Höhe von TEUR 4.893 (Vj. TEUR 4.130) gebildet. 6. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnunga) UmsatzerlöseDie betriebliche Gesamtleistung verteilt sich im Konzern nach folgenden Produktbereichen:
Im Konzern verteilen sich die Umsatzerlöse nach folgenden Produktbereichen:
Die Umsatzerlöse der Lindner Gruppe im Ausland wurden im Wesentlichen in Europa erzielt. b) Sonstige betriebliche ErträgeDiese Position enthält im Konzern im Wesentlichen Mieterträge, Pkw-Nutzungsentgelte, Personalkostenerstattungen Dritter, weiterberechnete Werkzeuge und Baustellenmaterialien sowie Buchgewinne aus Anlagenabgängen. Ebenfalls sind periodenfremde Erträge wie z.B. Auflösungen aus Rückstellungen TEUR 4.519 (Vj. TEUR 23.125) enthalten. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind TEUR 13.632 (Vj. TEUR 11.072) Erträge aus der Währungsumrechnung enthalten. c) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und SachanlagenEs wurden planmäßige Abschreibungen entsprechend den gesetzlichen Vorschriften vorgenommen. d) Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Gebäude- und Grundstücksaufwendungen, Mieten, Werkzeugkosten, Gewährleistungen, Büromaterial, Reise-, Post- und Werbekosten sowie Bildung von Wertberichtigungen und Zuführungen zu Rückstellungen für Risikovorsorge. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind TEUR 15.632 (Vj. TEUR 10.540) Aufwendungen aus der Währungsumrechnung enthalten. e) Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge/Zinsen und ähnliche AufwendungenIn den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind TEUR 280 (Vj. TEUR 133) Erträge aus Abzinsung enthalten. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind TEUR 1.587 (Vj. TEUR 2.154) Aufwendungen aus der Abzinsung enthalten. f) Erträge außergewöhnlicher GrößenordnungEs wurde ein Ertragszuschuss in Höhe von EUR 54.984.720,68 (Vj. TEUR 91.579) verbucht, der durch die Lindner Beteiligungs GmbH, Arnstorf, an die Lindner Group KG gegeben wurde. Die Lindner Beteiligungs GmbH, Arnstorf, hält als Kommanditistin an der Lindner Group KG 78,18 %. g) Steuern vom Einkommen und vom ErtragDurch den Ergebnisabführungsvertrag der Lindner SE, Arnstorf, mit der Lindner Beteiligungs GmbH, Arnstorf, verlagert sich der Steueraufwand in die Lindner Beteiligungs GmbH, Arnstorf. 7. Sonstige Angabena) Anteile und Anlageaktien an inländischen InvestmentvermögenDer Konzern hält zum Stichtag 31. Dezember 2022 mehr als 10 % der Anteile am Publikumsfonds LINVEST (ISIN DE000A0NA4F9) im Umlaufvermögen. Es handelt sich um einen thesaurierenden Aktienfonds. Im Geschäftsjahr wurden Anteile im Wert TEUR 15.154 erworben und keine Anteile veräußert. Der Kurswert des Depots zum Bilanzstichtag betrug EUR 1.743,55 je Anteil. Das ergab bei insgesamt 196.279,4 Anteile im Bestand einen Zeitwert zum 31. Dezember 2022 von TEUR 342.223. Die Differenz zwischen Marktwert (Zeitwert) zu Buchwert betrug TEUR 47.080. Die Fondsanteile sind mit Ausnahme der gemäß den Vorschriften zur Insolvenzsicherung getrennt angelegten Guthaben für Altersteilzeit und Arbeitszeit mit zweitägiger Valuta jederzeit veräußerbar. Weiterhin hält der Konzern mehr als 10 % des Spezialfonds LIND I (ISIN DE007786048) im Umlaufvermögen. Es handelt sich um einen Rentenfonds. Der Inhaber der Anteile entscheidet jährlich über die Ausschüttung oder Thesaurierung der ordentlichen Erträge aus dem Fonds. Der Spezialfonds wurde 1998 eingerichtet und die Finanzmittel wurden in unregelmäßigen Abständen aufgestockt. Im Geschäftsjahr wurden Anteile im Wert von TEUR 15.000 erworben. Der Buchwert des Depots zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 betrug TEUR 130.350. Der Kurswert des Depots zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 betrug EUR 70,21 je Anteil. Im Depot waren 2.066.890 Anteile (Zeitwert zum 31. Dezember 2022: TEUR 145.116). Die Differenz zwischen Marktwert zu Buchwert beträgt TEUR 14.766. Die Fondsanteile sind mit zweitägiger Valuta jederzeit veräußerbar. Weiterhin hält der Konzern mehr als 10% am Spezialfonds Lind2 (ISIN DE000A2AQZR1) im Umlaufvermögen. Es handelt sich dabei um einen geldmarktähnlichen Fond zur mittelfristigen Geldanlage der vorwiegend in Rentenpapiere investiert, der Aktienanteil liegt bei maximal 10%. In 2022 wurden 28.211 Anteile für TEUR 3.000 gekauft und insgesamt 298.717 Anteile verkauft für insgesamt TEUR 31.000. Es ergab sich insgesamt ein Buchgewinn aus Anteilsverkauf von TEUR 343. Der Buchwert zum 31. Dezember 2022 beläuft sich auf TEUR 20.704. Der Kurs je Anteilsschein zum Bilanzstichtag beträgt EUR 101 ,46 für 201.736 Anteile und der Zeitwert des Depots sind somit TEUR 20.468. Die Differenz zwischen Marktwert zu Buchwert beträgt TEUR 236. Der Buchwert wurde somit auf den Marktwert per 31.12.2022 abgeschrieben. b) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
c) HaftungsverhältnisseDie Avalkreditlinien der Lindner Group bei Banken und Kautionsversicherer liegen bei TEUR 654.364 und sind mit insgesamt TEUR 408.787 (62 %) ausgenutzt. Die Haftungsübernahmen der Lindner Group aus Konzernbürgschaften belaufen sich zum 31.12.2022 auf insgesamt TEUR 107.975. Die Bauvorhaben der Lindner Gruppe werden gemäß Vertrag abgearbeitet und Mängel nach Fertigstellung zeitnah beseitigt. Insofern wird das Risiko aus der Inanspruchnahme von Bürgschaften und Garantien als gering eingeschätzt. Es bestehen konzerninterne Sicherheiten in Höhe von TEUR 124.541 für Abzweiglinien, FX-Linien und Barlinien. Des Weiteren wurden unlimitierte und limitierte Patronatserklärungen in Namen von Konzerngesellschaften gestellt. Derzeit sind diese mit TEUR 86.724 wertmäßig erfasst. Es bestehen Mitgliedschaften in Arbeitsgemeinschaften, bei denen eine gesamtschuldnerische Haftung besteht. Derzeit liegen keine Anhaltspunkte vor, dass eine Inanspruchnahme erfolgen könnte, da bislang keine Mängelanzeige eingegangen ist. d) BewertungseinheitenZur Absicherung von aus Zahlungsströmen resultierenden Fremdwährungsrisiken bei bestehenden oder geplanten Bauvorhaben von Konzerngesellschaften setzt die Gesellschaft derivative Finanzinstrumente ein. Die Geschäfte werden einerseits mit der betreffenden Gesellschaft abgeschlossen und andererseits mit einem externen Kreditinstitut ein Gegengeschäft abgeschlossen. Die Sicherung der Grundgeschäfte erfolgt ausschließlich über Micro-Hedges, so dass für jedes Sicherungsgeschäft ein basierendes Grundgeschäft existiert, das sowohl hinsichtlich der Währung, der erwarteten Zahlungsströme und des Volumens als auch der Laufzeit kongruent mit dem Sicherungsgeschäft ist.
Der beizulegende Zeitwert der zur Fremdwährungskurssicherung abgeschlossenen Devisentermingeschäfte ergibt sich als Differenz der Barwerte der Zahlungsströme auf Basis des vertraglich vereinbarten Terminkurses sowie des Terminkurses zum Bilanzstichtag. Für Devisentermingeschäfte mit negativem beizulegendem Zeitwert wurden - wie im Vorjahr -keine Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet, da ein Sicherungsgrad von annähernd 100% erreicht wurde. Der Ausgleich der gegenläufigen Wertänderungen beziehungsweise Zahlungsströme erfolgt je nach Restlaufzeit des Grund- und des zugehörigen Sicherungsgeschäfts in den darauf folgenden 7 Jahren 3 Monaten. Die Wirksamkeit der Bewertungseinheit wird mit der Critical Term Match-Methode ermittelt. Die Feststellung der Wirksamkeit wird zum Stichtag zum größten Teil prospektiv gemessen. Nur in geringen Fällen, wenn das Grundgeschäft bereits realisiert wurde, kann die Messung retrospektiv erfolgen. Die Bilanzierung erfolgt nach der Einfrierungsmethode. e) Angaben nach § 313 Abs. 2 Nr. 6 HGBAus der folgenden Tabelle gehen die Unternehmen hervor, bei denen das Mutterunternehmen oder ein anderes in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen unbeschränkt haftender Gesellschafter ohne Kapitalanteil ist.
f) Ergebnisverwendung der Lindner Group KGDer im Geschäftsjahr 2022 angefallene Jahresüberschuss der Lindner Group KG in Höhe von EUR 54.297.509,54 wird laut Beschluss der Gesellschafterversammlung verteilt. g) Befreiungsvorschriften nach § 264 Abs. 3 und 4 HGB und § 264b HGBFolgende Tochtergesellschaften nehmen die Befreiungsvorschriften nach § 264 Abs. 3 und 4 HGB und § 264b HGB in Anspruch. 1. Lindner SE, Arnstorf 2. Lindner Finanz GmbH, Arnstorf 3. Lex Beschläge und Baubedarf Handels GmbH, Arnstorf 4. Lindner Real Estate Verwaltungs GmbH, Arnstorf 5. Lindner Isoliertechnik & Industrieservice GmbH, Arnstorf 6. Lindner Montage + Service GmbH, Berlin 7. Lindner Klimaservice GmbH, Leipzig 8. Lindner Vermögensverwaltungs GmbH, Arnstorf 9. Lindner Vermögensanlage- und -verwaltungsgesellschaft mbH, Arnstorf 10. Lindner Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG, Arnstorf 11. Lindner Land- und Forstwirtschaft GmbH & Co. KG, Arnstorf 12. Schlossbräu Mariakirchen GmbH & Co. KG, Arnstorf 13. Einsteinstraße 34 GmbH & Co. KG, München 14. Lindner Gerüstbau GmbH, Kolkwitz 15. Lindner Group Immobilien GmbH & Co. KG, Arnstorf 16. Lindner Norit GmbH & Co. KG, Dettelbach 17. Lindner L+F Verwaltungs GmbH, Arnstorf 18. Beta Brandschutztechnik GmbH, Abensberg 19. Lindner Group Real Estate Holding SE & Co. KG, Arnstorf 20. Lindner Building Envelope GmbH, Arnstorf h) Mitarbeiter (im Jahresdurchschnitt)
i) Bezüge der OrganmitgliederDie Angabe der Gesamtbezüge unterbleibt nach § 286 Abs. 4 HGB. j) Honorar des AbschlussprüfersDas vom Abschlussprüfer des Konzernabschlusses im Geschäftsjahr 2022 berechnete Gesamthonorar entfällt auf die folgenden Leistungen:
8. NachtragsberichtVorgänge von besonderer Bedeutung gem. § 285 Nr. 33 HGB nach Abschluss des Geschäftsjahres waren nicht zu verzeichnen.
Arnstorf, den 13. April 2023 Lindner Group KG, Arnstorf Johann Lindner, Geschäftsführender persönlich haftender Gesellschafter Veronika Lindner, Geschäftsführende persönlich haftende Gesellschafterin
Lindner
Group SE
vertreten durch Veronika Lindner Vorsitzende des Verwaltungsrates Stephanie Lindner Mitglied des Verwaltungsrates Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Lindner Group KG, Arnstorf PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Lindner Group KG, Arnstorf, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Lindner Group KG, Arnstorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Verwaltungsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PublG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 14. April 2023 Grant
Thornton AG
Stephan Mauermeier, Wirtschaftsprüfer Andreas Schuster, Wirtschaftsprüfer |
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