Ferrostaal Steel GmbHLiquidiert

22767 Hamburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 125643
Vorher
Quiprafer Trading GmbHIntermesa Ferrostaal GmbH
Eingetragen
17.12.2012
Branche
Großhandel mit Eisenerzen, Eisen, Stahl, Eisen- und StahlhalbzeugErzeugung von Roheisen, Stahl und FerrolegierungenHerstellung von Rohrform-, Rohrverschluss- und Rohrverbindungsstücken aus Stahl
Gegenstand
der internationale Handel und die Herstellung von Stahl, Stahlproduktion und anderen Waren sowie die Erbringung aller damit in Zusammenhang stehenden Dienstleistungen, wie z.B. Lagerhaltung, einschließlich erlaubnisfreier Transport und Betrieb von Stahlbearbeitungszentren, sowie damit zusammenhängenden Finanzierungen, soweit diese nicht genehmigungspflichtig sind; insbesondere sind Geschäfte nach dem Kreditwesengesetz ausgeschlossen

Historie

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Management

NameRolle
Marcus Schindler
seit 20.3.2017
Geschäftsführer
Ralf Schwarzhaupt
seit 29.4.2015
Geschäftsführer
Nicole Catrin Krug
seit 29.4.2015
Prokura

Konzern- und Jahresabschlüsse

Ferrostaal Steel GmbH

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Bilanz zum 31.12.2016

AKTIVA

TEUR 31.12.2016 31.12.2015
Anlagevermögen 24 20
Sachanlagen 5 1
Finanzanlagen 19 19
Umlaufvermögen 35.740 11.437
Vorräte 15.052 4.486
Waren 14.916 2.636
Geleistete Anzahlungen 136 1.850
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 20.688 6.951
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19.690 5.880
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 53 992
Forderungen gegenüber Gesellschaftern - 53
sonstige Vermögensgegenstände 945 25
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 4.199 5.929
  39.964 17.386

PASSIVA

   
TEUR 31.12.2016 31.12.2015
Eigenkapital 9.238 6.359
Gezeichnetes Kapital 3.000 3.000
Kapitalrücklage 5.000 5.000
Gewinn- (+) / Verlustvortrag (-) -1.641 -855
Jahresüberschuss (+) / Jahresfehlbetrag (-) 2.879 -786
Rückstellungen 4.306 1.510
Steuerrückstellungen 1.100 -
sonstige Rückstellungen 3.206 1.510
Verbindlichkeiten 26.419 9.517
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 24.261 8.268
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 810 39
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 108 125
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 958 950
sonstige Verbindlichkeiten 283 135
  39.964 17.386

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2016

TEUR GJ 2016 GJ 2015
Umsatzserlöse 134.662 17.125
sonstige betriebliche Erträge 84 0
Materialaufwand -125.371 -16.276
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -111.899 -14.830
Aufwendungen für bezogene Dienstleistungen -13.472 -1.446
Personalaufwand -1.448 -133
Löhne und Gehälter -1.411 -119
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -37 -15
Abschreibungen für immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.497 -1.312
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.227 -189
- davon aus verbundenen Unternehmen: TEUR 34 (Vorjahr: TEUR 33)    
Ergebnis vor Steuern 4.201 -786
Steuern vom Einkommen und Ertrag -1.322  
Ergebnis nach Steuern 2.879 -786
sonstige Steuern    
Jahresüberschuss (+) / Jahresfehlbetrag (-) 2.879 -786

Anhang zum 31. Dezember 2016

Grundlagen und Methoden

1. Grundlagen des Jahresabschlusses

Die Ferrostaal Steel GmbH ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg, Abteilung B, unter der Nummer 125643 eingetragen.

Der Sitz der Gesellschaft ist Hamburg, Deutschland.

Die Anschrift lautet: Ferrostaal Steel GmbH, Palmaille 67, 22767 Hamburg.

Der Jahresabschluss der Ferrostaal Steel GmbH für das Geschäftsjahr 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) und des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Es wird das Gesamtkostenverfahren angewendet.

Die Ferrostaal Steel GmbH hat den Jahresabschluss auf Basis der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die Gesellschaft hat Ende 2015 den Geschäftsbetrieb aufgenommen. Das Geschäftsjahr 2016 ist daher mit dem Vorjahr nur bedingt vergleichbar.

Durch das BilRUG ergibt sich eine Neudefinition des Begriffs Umsatzerlöse. Diese Neudefinition hatte jedoch keine Auswirkungen auf die Ferrostaal Steel GmbH, so dass die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2016 insoweit mit dem Vorjahr (TEUR 17.125) vergleichbar sind.

Nach § 267 Abs. 2 HGB handelt es sich um eine mittelgroße Kapitalgesellschaft.

Bei der Aufstellung wurden daher die größenabhängigen Erleichterungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften in Anspruch genommen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert sind. Die Nutzungsdauern orientieren sich grundsätzlich an betriebswirtschaftliche Nutzungsdauer.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten, vermindert um Einzel- und Pauschalwertberichtigungen, bilanziert.

Die Rückstellungen beinhalten alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden nicht abgezinst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr liegen nicht vor.

Die Schätzung der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen erfolgt auf Basis der offenen Aufträge zum Bilanzstichtag.

Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Vermögensgegenstände und Schulden werden zum Zeitpunkt der Zugangsbewertung mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Die Folgebewertung der Vermögensgegenstände und Schulden in fremder Währung mit einer Restlaufzeit ≤ einem Jahr erfolgt zum Abschlussstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag. Das Imparitätsprinzip wird in diesen Fällen nicht beachtet. Soweit für die Fremdwährungsaktiva und -passiva eine Sicherungsbeziehung besteht, wird zur Bewertung der Sicherungskurs angesetzt.

Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens ist der nachfolgenden Darstellung "Entwicklung des Anlagevermögens" zu entnehmen.

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungskosten
Stand 1.1.2016 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2016
EURO EURO EURO EURO
Anlagevermögen        
I. Sachanlagen        
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.003,00 5.390,26 325,11 6.068,15
II. Finanzanlagen        
Anteile an verb. Unternehmen 19.296,78 0,00 0,00 19.296,78
  20.299,78 5.390,26 325,11 25.364,93
Abschreibungen
Stand 1.1.2016 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2016
EURO EURO EURO EURO
Anlagevermögen        
I. Sachanlagen        
Betriebs- und Geschäftsausstattung 111,00 1.138,26 325,11 924,15
II. Finanzanlagen        
Anteile an verb. Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
  111,00 1.138,26 325,11 924,15
Buchwerte
Stand 31.12.2016 Stand 31.12.2015
EURO EURO
Anlagevermögen    
I. Sachanlagen    
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.144,00 892,00
II. Finanzanlagen    
Anteile an verb. Unternehmen 19.296,78 19.296,78
  24.440,78 20.188,78

Die Zusammensetzung der Anteile an verbundenen Unternehmen ist der "Aufstellung des Anteilsbesitzes" zu entnehmen.

2. Verbundene Unternehmen (Aufstellung des Anteilsbesitzes)

Die Gesellschaft ist an folgenden Unternehmen beteiligt:

Unternehmen Beteiligung Eigenkapital (2015) Jahresergebnis (2015)
Ferrostaal Steel Canada Inc. Ontario, Kanada 100% CAD 57.308 CAD 32.308
Ferrostaal Steel Asia Ltd. Hong Kong, Asien 100% HKD 547.023,43 HKD 239.530,65

Stichtagskurse:

CAD: 1,4148 CAD/EUR

HKD: 8,1613 HKD/EUR

3. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögengegenstände haben sämtlich eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Auftragsbezogene Forfaitierungen wurden bei Banken zum Jahresende in Höhe von TEUR 11.416 (Vorjahr TEUR 1.303) vorgenommen. Über das Jahr sind für Forfaitierungen Zinsen und Gebühren in Höhe von TEUR 283 (Vorjahr TEUR 18) angefallen.

Des Weiteren wurde im Geschäftsjahr mit einer Factoringgesellschaft eine Vereinbarung zum Verkauf von Forderungen abgeschlossen. Zum Ende des Geschäftsjahres sind Forderungen in Höhe von TEUR 8.906 verkauft worden. Über das Jahr sind für verkaufte Forderungen Zinsen und Gebühren in Höhe von TEUR 264 angefallen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen mit TEUR 53 (Vorjahr TEUR 992) auf sonstige Vermögensgegenstände.

4. Eigenkapital

Das Stammkapital beträgt TEUR 3.000 und ist voll eingezahlt.

5. Rückstellungen

Die Sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 3.206 (Vorjahr TEUR 1.510) betreffen insbesondere ausstehende Eingangsrechnungen.

6. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten haben sämtlich eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen in Höhe von TEUR 108 (Vorjahr TEUR 125) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern entfallen in Höhe von TEUR 958 (Vorjahr TEUR 950) auf sonstige Verbindlichkeiten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen mit TEUR 5 (Vorjahr TEUR 2) die Lohnsteuer.

7. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse

Aus Mietverträgen für Büroflächen sowie aus verschiedenen Leasingverträgen über Bürogeräte, sowie Umlageverträgen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 484 davon TEUR 426 gegenüber verbundenen Unternehmen.

Zur Steigerung der Liquidität hat die Gesellschaft im laufenden Jahr auftragsbezogene Forfaitierungen bei Banken vorgenommen. Die Banken haben für die forfaitierten Forderungen einen Diskont i.H.v. TEUR 283 (Vorjahr TEUR 18) einbehalten. In Zusammenhang mit den forfaitierten Geschäften haftet die Gesellschaft zwar nicht für die Zahlungsfähigkeit des Kunden (regressloser Ankauf), aber bei Forfaitierungen in Höhe von 11.416 TEUR zum 31.12.2016 (Vorjahr TEUR 1.303) trägt sie noch das wirtschaftliche und politische Ausfallrisiko des Importeurs in Höhe ihrer Selbstbeteiligung von i.d.R. 5 Prozent bzw. 10 Prozent. Zum Bilanzstichtag ergibt sich ein Haftungsverhältnis von 1.141 TEUR (Vorjahr TEUR 130).

Auf Basis einer kontinuierlichen Evaluierung der Risikosituation der eingegangenen Haftungsverhältnisse und unter Berücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse ist derzeit davon auszugehen, dass die dem Haftungsverhältnis zugrunde liegenden Verpflichtungen von den Hauptschuldnern erfüllt werden können. Die Gesellschaft schätzt daher das Risiko einer Inanspruchnahme aus den eingegangenen Haftungsverhältnissen als nicht wahrscheinlich ein.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse betreffen im Wesentlichen den Handel mit Betonstahl und Walzdraht und gliedern sich auf folgende Länder auf:

TEUR GJ 2016 GJ 2015
Nord Amerika 110.113 14.838
Asien 20.628 2.137
Übrige 3.921 150
  134.662 17.125

2. Sonstige betriebliche Erträge

In diesem Posten sind enthalten:

TEUR GJ 2016 GJ 2015
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen * 78 -
Erträge aus Kursdifferenzen 6 -
84 -

* Periodenfremde Erträge

3. Materialaufwand

Bei dem Materialaufwand handelt es sich im Wesentlichen um Aufwendungen für bezogene Waren einschließlich Nebenkosten.

4. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die Position setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR GJ 2016 GJ 2015
Aufwendungen für Service Verträge 2.094 1.125
Rechts- und Beratungskosten 150 107
Versicherungen und Beiträge 78 2
Kommunikationskosten 41 8
Reisekosten 24 29
Raumkosten 21 -
Kosten des Geldverkehrs 19 4
Betriebs- und Büromaterial 11 9
Kursverluste 3 3
Übrige 56 24
  2.497 1.312

5. Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betreffen ausschließlich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Sonstige Angaben

1. Devisentermingeschäfte und Währungsoptionsgeschäfte

Die Ferrostaal Steel GmbH sichert Währungsrisiken aus fest kontrahierten Kundenaufträgen und eigenen Bestellungen ab. Dazu wird für jede Risikoposition eine Einzelsicherung abgeschlossen, wobei es sich ausschließlich um Devisentermingeschäfte bzw. Währungsswaps handelt. Der Umfang der Sicherung beträgt 100%. Ziel des Einsatzes derivativer Finanzinstrumente ist, in Bezug auf Ergebnis und Zahlungsmittelflüsse die Fluktuationen zu reduzieren, die auf Veränderungen von Wechselkursen zurückgehen.

Ein Preisänderungsrisiko derivativer Finanzinstrumente besteht aufgrund der Schwankungsmöglichkeiten der zugrunde liegenden Währungen. Da die Derivative ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt sind, wird die Möglichkeit von Wertverlusten durch die gegenläufigen Effekte aus den gesicherten Grundgeschäften kompensiert. Für Derivate mit positivem Marktwert besteht ein Bonitäts- oder Ausfallrisiko für den Fall, dass die jeweiligen Vertragspartner ihren Erfüllungsverpflichtungen nicht nachkommen können.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) ermittelt. Die Devisenkontrakte werden einzeln mit ihrem Terminkurs am Abschlussstichtag bewertet. Die Terminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen.

Zum Bilanzstichtag hatte die Gesellschaft insgesamt Devisenverkäufe in Höhe von TUSD 19.648 (Vorjahr: TUSD 4.695) und TCAD 24.061 (Vorjahr: TCAD 44.504), deren Marktwert am Bilanzstichtag insgesamt TEUR -280 (Vorjahr: TEUR -7) beträgt, für die Rückstellungen für drohende Verluste gebildet. Der Umrechnungskurs zum Stichtag beträgt 1,4148 CAD/EUR bzw. 1,0525 USD/EUR.

2. Anzahl der Arbeitnehmer

Im Durchschnitt des Geschäftsjahres waren 3 Angestellte (Vorjahr 1) beschäftigt.

3. Geschäftsführung

Herr Frank Wagner, Kaufmann, Hamburg (bis zum 31. Dezember 2016)

Herr Ralf Schwarzhaupt, Kaufmann, Hamburg

Herr Marcus Schindler, Kaufmann, Hamburg (ab dem 1. Januar 2017)

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird entsprechend § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

4. Konzernzugehörigkeit

Die Gesellschaft wird als mittelbares Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der Ferrostaal Trading GmbH, Hamburg (Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen) einbezogen. Die Ferrostaal Trading GmbH, Hamburg, wird in den befreienden Konzernabschluss der MPC Münchmeyer Petersen & Co. GmbH, Lübeck (Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen) einbezogen. Der Konzernabschluss der Ferrostaal Trading GmbH und der Konzernabschluss der MPC Münchmeyer Petersen & Co. GmbH werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.

5. Nachtragsbericht

Es haben sich keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag ergeben, die Einfluss auf den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016 haben.

6. Ergebnisverwendung

Den Gesellschaftern wird der Vorschlag unterbreitet den Jahresüberschuss zum 31. Dezember 2016 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Hamburg, 7. April 2017

Ralf Schwarzhaupt, Geschäftsführer

Marcus Schindler, Geschäftsführer

Lagebericht

der Ferrostaal Steel GmbH

1. Einführung

Ferrostaal Steel GmbH (FSS) handelt mit fungiblen Stahlprodukten, Halbzeug und Rohstoffen, die in der Stahlproduktion verwendet werden. Die gehandelten Stahlprodukte sind unterteilt in Langprodukte (Betonstahl und Profile für die Bauindustrie und Walzdraht für die Verwendung in verschiedenen Branchen) und Flacherzeugnisse (warmgewalzte, kaltgewalzte und feuerverzinkte Stahlbänder) und werden vorwiegend in Nordamerika verkauft. Rohstoffe (Schrott und Eisenerz) und Halbzeug werden vor allem an Stahlproduzenten und verarbeitende Unternehmen in Schwellenländern veräußert. Als herstellerunabhängige Handelsgesellschaft kann die FSS schnell auf die sich ständig verändernden Marktbedingungen und Handelsströme reagieren und bietet ihren Kunden wettbewerbsfähige Produkte verschiedener Qualitäten aus unterschiedlichen Ländern.

Die FSS ist Teil der Ferrostaal Trading Gruppe (Gruppe), einer am 1. Januar 2016 gegründeten Unternehmensgruppe. Unter der Dachgesellschaft Ferrostaal Trading GmbH, der Holdinggesellschaft, haben die Gesellschafter die nationalen und internationalen Aktivitäten der Ferrostaal und MPC in Handel, Vertrieb und Supply-Chain-Management konsolidiert. Die Gruppe besteht aus den zwei Sparten Maschinenhandel und Metallhandel. Die FSS, als Tochtergesellschaft der Ferrostaal Piping Supply GmbH, Essen, gehört zur Geschäftssparte Metallhandel.

Die neue Struktur wird die Rahmenbedingungen der Gesellschaft verbessern, da die Stand-Alone-Organisation der Handelsaktivitäten es erlaubt, effizienter und flexibler auf Kundenbedürfnisse einzugehen, finanzielle Lösungen zur Verfügung zu stellen, Synergien zwischen den nationalen und internationalen Gesellschaften herzustellen und die neue Gruppe schlussendlich profitabler zu machen.

Am Ende des Jahres 2016 hatte die FSS eine 100%ige Tochtergesellschaft in Kanada, die als Vertretungsbüro zur Vertriebsunterstützung, Bereitstellung von Marketing- und Kundendienstleistungen und zur Vereinbarung von Logistikdienstleistungen in Kanada und den USA dient. In anderen strategisch wichtigen Märkten wird die FSS durch Schwestergesellschaften der Gruppe vertreten und hat Dienstleistungsverträge im Zusammenhang mit der von den Vertretungsbüros geleisteten Vertriebsunterstützung unterzeichnet. Das operative Geschäft wird ausschließlich von der FSS in Hamburg betrieben.

Der Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen auf der Basis unserer momentanen Pläne, Schätzungen, Ausblicke und Erwartungen. Diese Aussagen beinhalten Risiken und Unsicherheiten. Tatsächliche Ergebnisse und Entwicklungen können daher von diesem Bericht abweichen.

2. Allgemeines wirtschaftliches und branchenspezifisches Umfeld

Das globale Wachstum blieb im Jahr 2016 auf einem niedrigen Niveau und stieg im Jahresvergleich nur um etwa 3% an. In den Industrieländern setzte sich eine bescheidene und ungleichmäßige Erholung fort während sich Wirtschaftswachstum und -stabilität in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern politischen Unsicherheiten gegenüber sahen. Die prominentesten Beispiele sind Brasilien und die Türkei, beides sehr wichtige Märkte für internationale Stahlproduktion und internationalen Stahlhandel. Die wichtigste und einflussreichste Volkswirtschaft für die globale Stahlindustrie ist jedoch weiterhin China, das politische Maßnahmen ergriff, um die Wirtschaft von Investitionen hin zu stärker konsum- und dienstleistungsorientiertem Wachstum zu verlagern. Durch diese Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaft ist die Nachfrage nach Stahl in China im Jahr 2016 um -1,0% zurückgegangen. Für 2017 wird ein weiterer Rückgang um -2,0% vorhergesagt. Von der chinesischen Regierung eingeführte branchenspezifische Vorschriften zur Verringerung der Kapazitäten für die Stahlproduktion hatten einen insgesamt stabilisierenden Effekt auf die weltweiten Preise für Stahlprodukte. Chinesischer Stahl ist daher nicht mehr unbedingt immer der preiswerteste und Exporte aus der Türkei nach Südostasien in der jüngsten Zeit könnten die ersten Indikatoren für einen Verschiebung der Handelsströme darstellen.

Die größte Herausforderung, der sich die globale Stahlindustrie in den vergangenen Jahren gegenübersah, waren Überkapazitäten und viele Länder haben auf diese Herausforderung mit der Einführung von Handelsbeschränkungen reagiert. Dies ist jedoch kein neues Phänomen in der Stahlbranche; protektionistische Maßnahmen wurden in den USA bereits weit vor der Amtsübernahme durch die neue Regierung umgesetzt. In jüngerer Zeit hat auch die EU vermehrt Antidumping-Untersuchungen eingeleitet, wobei noch abzuwarten bleibt, ob die Kommission dem breiter angelegten Schutz der europäischen Stahlindustrie zuneigt. Aktiv in die Untersuchungen eingebundene Endverbraucher scheinen bei der Verteidigung ihrer Interessen recht erfolgreich zu sein.

Protektionistische Handelsvorschriften stellen auch weiterhin ein Risiko für den globalen Handel dar und können natürlich auch die Geschäfte der FSS beeinflussen. Da sich FSS die aber von Beginn an als eine Gesellschaft etabliert hat, die auf Märkte mit langfristigem und nachhaltigem Bedarf an Importen fungibler Stahlprodukte konzentriert ist, bleibt das grundlegende Geschäftskonzept selbst dann durchführbar, wenn der freie Welthandel durch protektionistische Maßnahmen eingeschränkt wird. Aus der zuvor angesprochenen Verschiebung der Handelsströme könnten sich für die FSS Chancen ergeben, etablierte Kunden-Lieferanten-Beziehungen mit alternativen Lieferquellen herauszufordern.

3. Marktposition und Ausrichtung der Ferrostaal Steel

Nach der Start-up-Phase im Jahr 2015 hat die FSS mit dem Jahr 2016 ihr erstes vollständiges Geschäftsjahr abgeschlossen und sich darauf konzentriert, die Gesellschaft erfolgreich in den Kernmärkten Nordamerika und Asien zu etablieren. Im Jahr 2016 wurde dem profitableren Geschäft in Kanada sowohl hinsichtlich der Langprodukte als auch der Flacherzeugnisse der Vorzug gegeben vor dem sehr wettbewerbsintensiven Markt in den USA und dem mengengetriebenen Geschäft in Asien, in dem sich strukturell niedrigere Gewinnmargen erzielen lassen.

Eine Exklusivvereinbarung mit einem Partner für die Ostküste und gute Quellen in Asien für Exporte an die kanadische Westküste halfen dabei, die FSS als einen führenden Importeur für die Einfuhr von Betonstahl nach Kanada zu etablieren. Aufgrund der großen Unterstützung von Geschäftspartnern im Allgemeinen und diesem Exklusivvertrag waren die im Geschäftsjahr 2016 erzielten Gewinnmargen deutlich höher als die in normalen Geschäftsjahren zu erwartenden.

Die obenstehende Abbildung 1 zeigt die Umsatzverteilung je Produktgruppe. Aufgrund des Hintergrunds der leitenden Vertriebsmitarbeiter der FSS und ihres Kundenportfolios liegt die Stärke der Gesellschaft in Langstahlprodukten, die 68% des Umsatzes des Geschäftsjahres 2016 ausmachten. Flachstahlerzeugnisse machten 19% der Umsatzerlöse aus und übertrafen damit die Erwartungen, während Rohstoffe und Halbzeuge aufgrund der Orientierung auf margenstarke Geschäfte lediglich 13% der Umsatzerlöse ausmachten. Die weitere Diversifizierung des Produktportfolios ist ein mittelfristiges Ziel der Geschäftsführung.

Etwa 20% der gehandelten Tonnage bestand aus Rohstoffen und Halbzeugen. Da diese Produktgruppe jedoch erheblich niedrigere Preise einbringt, lag der Anteil am Gesamtumsatz lediglich bei 13%. Wegen eines allmählichen Anstiegs der Kreditversicherungslimite für Bestandskunden in Schwellenländern und der Entwicklung von - selektiv ausgewählten - neuen Accounts wird erwartet, dass diese Quote im Geschäftsjahr 2017 die 20%-Grenze überschreitet.

Abbildung 2 verdeutlicht die starke Ausrichtung der FSS auf Nordamerika, wo ungefähr 80% der Umsatzerlöse generiert werden. Nordamerika wird auch in Zukunft der wichtigste Markt für die FSS sein und gleichzeitig die Region, auf die sich die Gesellschaft weiterhin konzentriert. Um allerdings die Risiken ungünstiger Marktbedingungen in Nordamerika so gering wie möglich zu halten, wird die FSS ihre Aktivitäten in Asien intensivieren. Dieses angestrebte Wachstum auf dem asiatischen Markt würde zu einem etwa 25%igen Anteil am Gesamtumsatz führen. Die Geschäftsentwicklung in Lateinamerika bringt einige interessante Geschäftsansätze, wobei jedoch weitere Analysen erforderlich sind, um die Nischen im Markt zu identifizieren, in denen die FSS nachhaltige Geschäfte auf diesem Absatzmarkt etablieren kann.

4. Geschäftsverlauf und Ergebnis

Insgesamt handelte die FSS 354.000mt Material und erreichte damit beinahe das auf 378.000mt festgesetzte Budget. Während die Verkäufe mit EUR 134,7 Mio. um knapp EUR 4.4 Mio. unter dem Budget lagen, überstiegen die Umsatzerlöse den Gesamtabsatz des Vorjahres um mehr als EUR 117,5 Mio. Der Bruttogewinn überstieg mit EUR 9,3 Mrd. sämtliche Erwartungen, lag mehr als EUR 4,8 Mio. über dem Budget und mehr als EUR 8 Mio. über dem des Vorjahres. Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten betrugen rund EUR 4,0 Mio. (Vorjahr: EUR 1,5 Mio.). Der extreme Anstieg der Gemeinkosten liegt insbesondere in den wesentlich höheren variablen Personalkosten infolge der hohen Erträge begründet. Nach Abzug der operativen Aufwendungen beträgt das Ergebnis vor Steuern (EBT) der FSS EUR 4,2 Mio. (Vorjahr: EUR -0,8 Mio.).

Im Einklang mit dem wesentlichen Anstieg der Aktivitäten im ersten vollständigen Geschäftsjahr der Gesellschaft stieg auch die Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr um EUR 22,6 Mio. an und betrug EUR 40,0 Mio. (Vorjahr: EUR 17,4 Mio.).

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um etwa EUR 14 Mio. auf knapp EUR 20 Mio., während Vorräte - primär auf dem Transport befindliche Güter für abgeschlossene Aufträge - um ca. EUR 10,5 Mio. auf EUR 15 Mio. anstiegen. Sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 1,0 Mio. (Vorjahr: EUR 0,1 Mio.) betreffen vor allem Liquiditätsreserven im Zusammenhang mit einer Factoring-Vereinbarung der Gesellschaft.

Als Folge des hohen verbuchten Bilanzgewinns des Jahres 2016 stieg das Eigenkapital zum Jahresende um etwa EUR 2,9 Mio. auf EUR 9,2 Mio. (Vorjahr: EUR 6,4 Mio.). Sonstige Rückstellungen betrugen EUR 3,2 Mio. (Vorjahr: EUR 1,5 Mio.) und bestehen fast ausschließlich aus auftragsbezogenen Rückstellungen und Rückstellungen für Tantiemen. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen bis zum Jahresende infolge der Ausweitung der Geschäftsaktivitäten um EUR 16 Mio. auf EUR 24 Mio. an (Vorjahr: EUR 8 Mio.). Die Gesellschaft verwendet Bankfazilitäten, um die Deckung des benötigten Working Capital jederzeit gewährleisten zu können.

5. Ausblick

Das Ziel für das Geschäftsjahr 2017 ist die Aufrechterhaltung des bestehenden Geschäfts und die Diversifizierung der Aktivitäten hin zu neuen Märkten und Produkten. Das Geschäft in den USA, einem Markt, der fast 100 Mio. mt an Stahlprodukten verbraucht, wird momentan neu bewertet; es ist geplant, die Handelsaktivitäten auszuweiten und die Produktpalette zu diversifizieren, indem Produkte mit höheren Gewinnmargen in das Portfolio aufgenommen werden.

Die FSS will ihre Geschäfte auch in Lateinamerika ausweiten, wobei jedoch nur mit Handelsvertretern gearbeitet werden soll, um die Fixkosten gering zu halten. Momentan arbeitet die FSS mit Vertretern und Schwestergesellschaften in der Region zusammen, um Nischen zu identifizieren, die am Besten zu der vorhandenen Lieferantenbasis passen und im Hinblick auf die Entwicklung einer regulären Geschäftstätigkeit in Zentral- und Südamerika vielversprechend erscheinen.

Basierend auf den Prämissen, dass

• die Preise im Durchschnitt etwa 5% über denen des Vorjahres liegen

• der gewichtete Mittelwert des USD/EUR-Wechselkurses um die 1,05 beträgt

• die gehandelte Tonnage von 354k mt im Jahr 2016 auf 436k mt ansteigt, hauptsächlich getrieben durch höhere Verkäufe von Rohstoffen und Stahl-Halbzeugen in Asien

hat die FSS für das Geschäftsjahr 2017 Umsatzerlöse in Höhe von EUR 161 Mio. veranschlagt.

Der Bruttogewinn ist auf EUR 5,1 Mio. budgetiert, bei einer durchschnittlichen Bruttogewinnmarge von 3,2%. Die Gesellschaft erwartet operative Kosten in Höhe von EUR 3 Mio., was ein Ergebnis vor Steuern von knapp EUR 2 Mio. bedeuten würde. Die Erreichung der im Geschäftsjahr 2016 erzielten wesentlich höheren Gewinnmargen wird auf Grund des wettbewerbsträchtigeren Umfeldes und den schwächeren Marktbedingungen zu Beginn des Geschäftsjahres als nicht realistisch eingeschätzt.

6. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagement

Im Rahmen der internationalen Geschäftstätigkeit ist die Gesellschaft einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Durch die Risikorichtlinie, die als Handlungsgrundlage für alle Mitarbeiter der Gesellschaft dient, verfügt FSS über ein System zur Früherkennung, Kommunikation und Behandlung von Risiken. Neben dem gesetzlich vorgegebenen Zweck einer Sicherung gegen existenzgefährdende Risiken liegt das Ziel vor allem in der Früherkennung und Vermeidung aller Risiken, welche die Ertragslage des Unternehmens wesentlich beeinträchtigen könnten. Die Einhaltung der Grundsätze der Richtlinie wird von der Geschäftsführung regelmäßig überprüft.

Bei Risiken, die aus den vielfältigen rechtlichen Regelungen und Gesetzen entstehen können, stützt die Gesellschaft Entscheidungen und Gestaltung auf rechtliche Beratung durch externe Fachleute.

Entsprechend der im UK Bribary Act definierten Mindestanforderungen hat die FSS effektive unternehmensspezifische Maßnahmen zur präventiven Verhinderung von Gesetzes- und Regelverstößen implementiert. Um ein hohes Maß an Bewusstsein im Hinblick auf Compliance-Angelegenheiten sicherzustellen nehmen alle Mitarbeiter der FSS an regelmäßigen internen Trainingsmaßnahmen teil, die vom Compliance Officer der Ferrostaal Trading Gruppe durchgeführt werden.

Sofern sich begründbare rechtliche Risiken auf vergangene Sachverhalte beziehen, werden die dafür erforderlichen bilanziellen Rückstellungen gebildet und deren Angemessenheit in regelmäßigen Abständen überprüft.

Länderrisiken

Soweit möglich, wird das absatzwirtschaftliche Risiko i. S. einer sinkenden Nachfrage planerisch berücksichtigt. Im Rahmen der Marktbearbeitung beschäftigt sich die Gesellschaft mit der Entwicklung neuer Beschaffungs- und Absatzmöglichkeiten, wodurch das Geschäft stetig weiter ausgebaut werden soll.

Aufgrund der weltweiten Tätigkeit hat die Gesellschaft auch politische Risiken zu beachten. Länderrisiken und damit einhergehenden möglichen Zahlungsausfällen (Zahlungsrisiko) begegnet FSS dadurch, dass Geschäfte mit Zahlungszielen bis zu 180 Tagen im Rahmen der APG der Euler Hermes Kreditversicherung angedient worden sind. Die Gesellschaft hat darüber hinaus ihre Aufträge über einen privaten Kreditversicherer abgesichert. Die Grundlage für die Gewährung von Zahlungszielen ist ein ausreichendes Kreditversicherungslimit für die jeweiligen Kunden. Daneben werden zur Vermeidung von Zahlungsausfällen Forderungen durch Akkreditive von Banken abgesichert. Ihren Geschäftsgrundsätzen folgend führt die Gesellschaft nur gesicherte Geschäfte durch.

Wirtschaftliche Risiken

Durch die internationale Geschäftstätigkeit ist FSS Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Durch Richtlinien ist gewährleistet, dass vertraglich vereinbarte Zahlungen in Fremdwährungen grundsätzlich durch Devisentermingeschäfte abgesichert und Währungsspekulationen ausgeschlossen sind. Für ausschließlich in gleicher Fremdwährung getätigte Handelsgeschäfte werden die eigenen Roherträge ebenfalls durch Devisentermingeschäfte abgesichert (sog. Spitzensicherung).

Wirtschaftliche Forderungsausfallrisiken werden über bestehende Rahmenverträge bei privaten Kreditversicherern abgedeckt und Zahlungsziele nur gewährt, wenn es für die jeweiligen Abnehmer ein ausreichendes Kreditversicherungslimit gibt. Darüber hinaus werden Delkredere- und Liquiditätsrisiken durch - teilweise regresslosen - Verkauf von Forderungen abgesichert bzw. vermindert.

Das Gesamtgeschäftsmodell der FSS ist konservativ ausgelegt und die Gesellschaft hält keine unverkauften Vorräte. Ab und zu und nur auf sehr begrenzte Zeit geht die Gesellschaft gegenüber Lieferanten Verpflichtungen ein, ohne dass die Gesamttonnage bereits an Kunden veräußert ist, geht damit also Long Positions (LP) ein. Sämtliche LPs werden auf Mark-to-Market-Basis bewertet und monatlich an die Geschäftsleitung und die Anteilseigner berichtet. In Fällen, in denen der erwartete Verkaufspreis unter dem Kaufpreis für das jeweilige Material liegt, werden entsprechende Rückstellungen gebildet.

Marktrisiken und -chancen

Verhaltene oder sogar negative Wachstumsraten in Nordamerika stellen ein Risiko für die Geschäftstätigkeit der FSS in ihren Kernmärkten Kanada und USA dar. Dies gilt insbesondere, da Stahlnachfrage sehr zyklisch reagiert. Die Aussichten für die USA sind aber positiv: es wird ein Anstieg der Wachstumsraten von 1,6% im Jahr 2016 auf 2,3% im Jahr 2017 und 2,5% im Jahr 2018 erwartet. Die Wachstumsprognosen basieren auf geplanten Konjunkturprogrammen der US-Regierung. Besonders bemerkenswert ist ein Infrastrukturgesetzesentwurf, der zu einem erheblichen Anstieg der Nachfrage für Baustahlprodukte - einer Kernproduktgruppe der FSS - führen würde.

In Kanada führt der stetige Bevölkerungsanstieg zu einer stabilen Nachfrage im Wohnungsbau. Dies gilt insbesondere für die Metropolregionen Toronto, Montreal und Vancouver. Langfristige Infrastrukturprogramme fördern die Nachfrage nach Baustahlprodukten noch weiter. Es bleibt abzuwarten, ob Kanada von Spill-Over Effekten als Folge stärkeren Wachstums in den USA profitieren oder ob Beschränkungen des grenzüberschreitenden Handels einen negativen Einfluss auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung haben werden.

Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Handelspolitik der neuen US- Regierung stellen ebenfalls ein Risiko für Stahlimporte in die USA dar und müssen im Rahmen der Zukunftsstrategie der FSS in den USA berücksichtigt werden. Es sollte jedoch auch erwähnt werden, dass die US-Stahlbranche schon in den vergangenen 15 Jahren alles andere als ein Verfechter des freien Handels war und dass die Einreichung von Anti-Dumping- und Subventionierungsbeschwerden durch die US-amerikanische Stahlindustrie als übliches Vorkommnis anzusehen sind. Wenn die neue US-Regierung an den WTO Regeln festhält, läge das Risiko hauptsächlich in der psychologischen Einstellung der Kunden, die dem "America First"-Gedanken folgen und anstelle von Importen die lokale Beschaffung bevorzugen. Die daraus folgenden Preisanstiege als Folge einer ansteigenden Nachfrage nach Stahlprodukten "Made in USA" sollten diesen Trend jedoch umkehren und Importe wirtschaftlich attraktiver machen.

BSP-Wachstum in ASEAN-Ländern wird für die nächsten zwei Jahre auf ungefähr 5% angesetzt und es wird erwartet, dass der Stahlverbrauch als Folge der hohen Nachfrage im Bereich der Infrastruktur und des Wohn- und Gewerbebaus, vorangetrieben durch das schnelle Bevölkerungswachstum, sogar noch schneller wächst. Die FSS ist durch die strategische Ausrichtung auf gewerbliche Endverbraucher in der Region gut aufgestellt, um von dieser Wachstumsprognose zu profitieren.

In Lateinamerika sieht die FSS Chancen zur selektiven Entwicklung neuer Geschäfte in Ländern, die politisch stabiler sind und für die eine solide Wachstumsprognose besteht.

Die Preise für Stahlprodukte waren in den vergangenen Jahren sehr unbeständig und werden dies vermutlich auch weiterhin sein. Die FSS begegnet diesem Risiko dadurch, dass sie ihre Produkte vorwiegend an Endverbraucher verkauft, die anhaltenden Bedarf an Stahlprodukten als Rohstoff zur Aufrechterhaltung ihrer Produktion haben.

Die wesentlichen Chancen und Risiken sind operativer Art. Die Gesellschaft erwartet hieraus keine wesentlichen Auswirkungen. Insgesamt sieht sich die Gesellschaft für die kommenden Jahre gut aufgestellt.

7. Sonstige Informationen

Die FSS ist und bleibt eine kostenbewusste Gesellschaft. Dies wird veranschaulicht durch die - im Laufe dieses außergewöhnlich profitablen Geschäftsjahres getroffenen - Entscheidung, den strukturellen Aufbau in Asien zu ändern. Im August 2016 wurde entschieden, die Tochtergesellschaft in Hongkong stillzulegen, den Hauptsitz der Geschäftstätigkeit der FSS in Asien nach Singapur umzusiedeln und der Ferrostaal Singapore Pte. Ltd., einer Schwestergesellschaft innerhalb der Ferrostaal Trading Gruppe, anzuschließen. Die erwarteten jährlichen Einsparungen für die Gesellschaft werden knapp EUR 200k betragen.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2016 beschäftigte die FSS, Deutschland, 4 Mitarbeiter.

8. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es liegen keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag vor, die Einfluss auf den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016 hatten.

 

Hamburg, den 7. April 2017

Ferrostaal Steel GmbH

Ralf Schwarzhaupt

Marcus Schindler

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Ferrostaal Steel GmbH, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Hamburg, 26. Mai 2017

BDO AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Glaser, Wirtschaftsprüfer

gez. ppa. Kaletta, Wirtschaftsprüfer

Ferrostaal Steel GmbH, Hamburg

Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 01.01. bis 31.12.2016

Datum der Feststellung : 06. Juni 2017

und Beschluss:

(1) Der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016 wird festgestellt.

(2) Der Jahresüberschuss zum 31. Dezember 2016 in Höhe von EUR 2.878.941,78 wird auf neue Rechnung vorgetragen.

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