Martin International Holding GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Klaus Zeitler seit 29.12.2010 | Geschäftsführer |
Peter Günther Martin seit 30.9.2010 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Martin Stanz- und Umformtechnik GmbHParsbergJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023I. Grundlagen des Unternehmens 1. Geschäftsmodell des Unternehmens Die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH ist ein Automobilzulieferer für verschiedene Automobilhersteller und Zulieferer, ein im Schwerpunkt sogenannter "Tier 1"- aber auch in geringeren Teilen "Tier 2"-Zulieferer. Es werden Teile, Baugruppen oder Systeme aus Stanz-, Blech- und Umformteilen hergestellt, gefügt, montiert und weltweit ausgeliefert. 2. Forschungs- und Entwicklungsbericht In den Bereichen Forschung und Grundsatzentwicklung sind wir bislang nicht tätig geworden. Falls dies aufgrund von Kundenforderungen notwendig werden sollte, sind wir hierzu in der Lage und haben bereits verschiedene Voraussetzungen dafür getroffen. Gegenüber den Vorjahren hat sich in dem Bereich keine Veränderung ergeben. II. Wirtschaftsbericht 1. Branchen- und Marktentwicklung Für die Standortbestimmung der Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH im Marktumfeld wurden neben den im Quellenverzeichnis dargelegten Informationen auch Auswertungen herangezogen, die für die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH direkte Vergleichsmöglichkeiten bieten:
Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 Die wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 wurde durch hohe Energiepreise, zunehmende Inflation, die ökonomische Instabilität wichtiger internationaler Partner, verstärkte geopolitische Unsicherheiten infolge militärischer Konflikte und herausfordernde Finanzierungsbedingungen belastet. 1 Demzufolge sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent - kalenderbereinigt betrug der Wirtschaftsrückgang 0,1 Prozent - im Vergleich zum Vorjahr. 2 Die Wirtschaftsleistung des Produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) ging im Jahr 2023 um 2,0 Prozent zurück. 3 Insbesondere das Verarbeitende Gewerbe, das fast 85 Prozent des Produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) ausmacht, verzeichnete auch preisbereinigt einen Rückgang um 0,4 Prozent. 4 Positive Impulse gingen trotz dieser Herausforderungen vor allem von der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau aus. 5 Dagegen mussten energieintensive Branchen, wie die Chemie- und die Metallindustrie erneut Rückgänge bei Produktion und Wertschöpfung hinnehmen. 6 Im Dienstleistungssektor war hingegen ein wirtschaftlicher Aufschwung zu beobachten, der die Konjunktur im Jahr 2023 stützte. 7
1 Destatis, 2024a
Die stagnierende Wirtschaft und eine Inflationsrate von 5,9 Prozent spiegelten sich auch in einem Rückgang des privaten Konsums um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wider. 8 9 Auch der Staat reduzierte seine Konsumausgaben preisbereinigt erstmals seit fast zwei Jahrzehnten um 1,7 Prozent. 10 Nach ersten Schätzungen schlossen die öffentlichen Haushalte 2023 mit einem Defizit von 82,7 Mrd. Euro ab, was einem Rückgang von rund 14 Mrd. Euro gegenüber 2022 (96,9 Mrd. Euro) entspricht. 11 Dieser Rückgang ist zum Teil auf den Wegfall der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zurückzuführen, wurde jedoch teilweise durch die Ausgaben für die Gas- und Strompreisbremse ausgeglichen. 12 Arbeitsmarkt Im Jahr 2023 trugen 45,9 Millionen Erwerbstätige in Deutschland zur Wirtschaftsleistung bei, was einem Anstieg um 0,7 Prozent oder 333.000 Personen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. 13 Dies ist die höchste Anzahl an Erwerbstätigen, die jemals in Deutschland verzeichnet wurde. 14 Die Rekordbeschäftigung spiegelt sich jedoch nicht in der Produktivität wider, die sich seit einiger Zeit auf einem Abwärtstrend befindet und im ersten Quartal 2023 um ein Prozent unter dem Vorjahreswert lag. 15 Hohe Teilzeitquoten - die Zahl der Teilzeitbeschäftigten stieg mit 2,1 Prozent deutlich stärker als die der Vollzeitbeschäftigten mit 0,6 Prozent - und steigende Krankenstände mit einem Rekordwert von 7,11 Prozent sind Faktoren für den Produktivitätsrückgang. 16
5 Destatis, 2024a
Der Zuwachs der Erwerbstätigen ist auf die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte sowie auf eine zunehmende Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung zurückzuführen. 17 Besonders auffällig ist, dass Arbeitsplätze vor allem im Dienstleistungsbereich entstanden sind 18
Im Dezember 2023 waren in der gesamten EU etwa 12,9 Millionen Menschen arbeitslos, was einer Erwerbslosenquote von 5,9 Prozent entspricht. 19 Innerhalb der Eurozone lag die Quote mit 6,4 Prozent sogar noch etwas höher als im EU-Durchschnitt. Deutschland stach in diesem Kontext positiv hervor, mit einer der niedrigsten Erwerbslosenquoten von nur 3,1 Prozent. 20
16 Businessinsider, 2023
Dies unterstreicht die starke Position Deutschlands auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zum Rest der EU. 21
Neben der Erwerbslosigkeit nach dem ILO-Erwerbsstatuskonzept wird auch die Arbeitslosigkeit nach der SGB-Arbeitsmarktstatistik gemessen, die im Jahr 2023 aufgrund unterschiedlicher Beobachtungsmerkmale höher ausfällt. 22 Im Jahr 2023 stieg die Arbeitslosenquote in Deutschland um 191.000 auf 2.609.000 Personen an. 23 Dies ist hauptsächlich auf eine träge Wirtschaft zurückzuführen, die es Arbeitsuchenden erschwerte, eine Anstellung zu finden, während die Zuwanderung ukrainischer Flüchtlinge nur einen geringen Effekt auf den Anstieg hatte. 24 Die durchschnittliche Anzahl der Kurzarbeitenden, einschließlich der Empfänger von Saison- und Transferkurzarbeitergeld, sank laut Bundesagentur für Arbeit auf etwa 220.000 von 426.000 im Vorjahr. 25 Der Arbeitsmarkt konnte durch die Nutzung von Kurzarbeit weiterhin gestützt werden, nahm jedoch im Vergleich zu den von der Corona-Pandemie stark betroffenen Jahren sowie gegenüber 2022 merklich ab und erreichte ein im historischen Vergleich moderates Niveau. 26 Durch den Einsatz von Kurzarbeit, die bei einem durchschnittlichen Arbeitsausfall von etwa 31 Prozent rechnerisch für rund 69.000 Beschäftigte einen Job sicherte und ihre potenzielle Arbeitslosigkeit abwendete, zeigt sich die Bedeutung der Kurzarbeit für den deutschen Arbeitsmarkt, insbesondere vor dem Hintergrund einer nachlassenden Arbeitskräftenachfrage. 27 Obwohl der Bedarf an Arbeitskräften im langjährigen Vergleich hoch blieb, nahm die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern im Jahr 2023 spürbar ab. 28 Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen fiel 2023 auf 761.000, ein Rückgang um 84.000 gegenüber 2022, während die Stellenzugänge als Indikator für die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen aufgrund der schwachen Wirtschaftslage um 251.000 auf 1.633.000 sanken. 29
21 Statista, 2024b
Auch die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH hat die Mitarbeiteranzahl im Jahresverlauf 2023 vom Stichtag 31.12.2022 infolge der gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen um ca. 8,5% reduzieren müssen. Internationaler Automobilmarkt Der weltweite Pkw-Absatz stieg von ca. 67,3 Mio. Einheiten im Jahr 2022 auf ca. 75,3 Mio. Fahrzeuge im Jahr 2023.30 Der Anstieg wurde durch eine im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Fahrzeugverfügbarkeit begünstigt. 31 Der Zuwachs ist auch auf die niedrigen Verkaufszahlen im Vorjahr zurückzuführen, die einen Basiseffekt bewirkten, der das Wachstum zunächst begünstigte, dessen positiver Einfluss auf die Wachstumsraten aber im Laufe der Zeit nachließ. 32 Als weltweit größter Automarkt trägt China maßgeblich zu diesem Aufschwung bei und erreicht mit fast 25,8 Millionen neu zugelassenen Pkw einen historischen Höchststand. 33 Im Dezember 2023 wurden fast 2,8 Millionen Pkw verkauft, was ein bisher unerreichtes Absatzniveau darstellt. 34 Bei der Entwicklung der Elektroautos weltweit ist ein Anstieg von 35 Prozent zu verzeichnen, das sind 14,2 Millionen neue batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) und Plug-in-Hybride (PHEV). 35 Europäischer Automobilmarkt 2023 wurden auf dem europäischen Automobilmarkt, der die EU, die EFTA und das Vereinigte Königreich umfasst, rund 12,8 Mio. Pkw neu zugelassen, was einem Zuwachs von 14 Prozent entspricht. 36 Trotz des Wachstums gestaltet sich die Erholung weiterhin langwierig. 37 Im Vergleich zu den Neuzulassungszahlen vor der Krise im Jahr 2019 befindet sich der Markt noch immer deutlich unter dem Vorkrisenniveau mit einem Rückgang von 19 Prozent. 38 Deutschland, als einer der fünf größten Absatzmärkte, leistet einen maßgeblichen Beitrag zu diesem Rückgang vor allem aufgrund von weniger neuzugelassenen Fahrzeugen im Elektrosegment. 39 Trotzdem stieg die Zahl der neu zugelassenen Elektrofahrzeuge in der EU um 37 Prozent auf 1,54 Millionen. 40 Der Marktanteil der Elektrofahrzeuge übertrifft damit erstmals den der Dieselfahrzeuge. 41 Deutscher Automobilmarkt Laut Angaben des Kraftfahrtbundesamts stieg die Anzahl der Neufahrzeugzulassungen in Deutschland im Jahr 2023 um 7 Prozent auf insgesamt mehr als 2,8 Millionen Fahrzeuge im Vergleich zu 2022 an. 42 Dennoch bewertete die deutsche Autoindustrie ihre Geschäftslage im Dezember 2023 etwas negativer als zuvor. 43 Der Geschäftsklimaindex sank in diesem Monat zudem auf 9,5 Punkte, nachdem er im November noch bei 15,4 Punkten gelegen hatte. 44 Trotz dieser Entwicklung beendete die Autobranche das Jahr 2023 aus ihrer Sicht auf einem zufriedenstellenden Produktionsniveau, wie sich aus der offiziellen Jahresbilanz ergibt. 45
29 Bundesagentur für Arbeit, 2024
Die politische Entscheidung, dass ab dem 17. Dezember 2023 keine neuen Anträge für die staatliche Kaufprämie für Elektroautos, den sogenannten Umweltbonus, beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mehr eingereicht werden können, hat die Lage im deutschen Automobilsektor erschwert. 46 Trotzdem wurde im Jahr 2023 ein neuer Höchstwert in Deutschland, mit 523,00 neu zugelassenen E-Autos erreicht. 47 Im Jahr 2022 waren es nur knapp 471.000 neu zugelassene Elektrofahrzeuge. 48 Die Bundesregierung verfolgt weiterhin das Ziel, bis zum Jahr 2030 insgesamt 15 Millionen Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu etablieren. 49 Bei einem aktuellen Bestand (November 2023) von 1,3 Millionen Elektrofahrzeugen und unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungstrends erscheint die Erreichung dieses Ziels laut Präsidentin des VDA derzeitig als eher ambitioniert. 50 Entwicklungen der Branche Metallverarbeitung Eine vorübergehende Erholung in der Metall- und Elektroindustrie um 2,6 Prozent im Jahresdurchschnitt 2023 wurde hauptsächlich durch Nachholeffekte im ersten Halbjahr ermöglicht, welche durch eine verbesserte Verfügbarkeit von Materialien und aufgestaute Bestellungen angetrieben wurden. 51 Im vierten Quartal 2023 verzeichnete die Produktion in der Metall- und Elektrotechnik (M+E) jedoch einen weiteren Rückgang um 1,8 Prozent gegenüber dem vorherigen Quartal. 52 Das Auftragsvolumen fiel im Jahr 2023 um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 53 Insbesondere die Umsätze außerhalb der Eurozone gingen deutlich zurück, neben dem schwachen Inlandsgeschäft. 54 Angesichts der schwierigen Auftragslage und des fortbestehenden Pessimismus ist es wahrscheinlich, dass es im ersten Halbjahr 2024 zu einem Abwärtstrend kommen wird. 55
43 Ifo Institut, 2024a
Schwerpunkt Automotive Drei Viertel der Wertschöpfung eines Automobils entstehen bei den Zulieferern, vornehmlich bei den Unternehmen der Metallbearbeitung und -verarbeitung. 56 Der Fahrzeugbau ist mit einem Umsatz von 509 Milliarden Euro (Stand 2022) der stärkste Wirtschaftszweig der M+E- Industrie und beeinflusst die Branche entsprechend stark. 57 Hierzu zählt ebenfalls die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH als deutscher Zulieferer mit einem hohen Automotive-Anteil, weshalb die Entwicklungen der Automobilindustrie maßgeblich für das berichtende Unternehmen sind.
Entwicklungen der blechumformenden Unternehmen
51 Gesamtmetall, 2024
Die bereits erläuterten gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen spiegeln sich auch in der Branche der Blechumformung wider. 58 Eine IBU-Konjunkturumfrage im Oktober 2023 zeigt, dass 43 Prozent der Unternehmen ihre Lage als schlecht oder sogar sehr schlecht bewerten. 59 Dies ist vor allem auf einen signifikanten Auftragsrückgang im letzten Quartal des Jahres 2023 zurückzuführen. 60 Besonders die Bauindustrie ist betroffen, da 70 Prozent der Lieferanten einen Mangel an Bestellungen berichten. 61 In der Automobilbranche haben 61 Prozent der Unternehmen weniger Aufträge erhalten, während im Maschinenbau ein Rückgang von 57 Prozent verzeichnet wurde. 62 Diese Entwicklung spiegelt sich in den Zukunftserwartungen für 2024 wider. 63 In den betroffenen Sektoren sind zwischen fast 50 und 63 Prozent der Befragten pessimistisch gestimmt, denn die blechumformenden Unternehmen werden neben den Auftragsrückgängen auch durch wechselnde gesetzliche Vorgaben, einschränkende politische Entscheidungen, steigende Energie- und Personalkosten sowie den Fachkräftemangel belastet 64
Der dargestellte Jahresverlauf der Gesamtleistung spiegelt ebenfalls annähernd die Entwicklung der Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH wider, nur die beiden ersten Monate des 4. Quartals 2023 waren 10 % stärker.
58 IBU, 2023
Die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen sind auch in der Reichweite der Auftragsbestände sowie der Kapazitätsauslastung erkennbar. 65 Während die Reichweite der Auftragsbestände im Januar 2023 noch bei knapp 9 Monate lag, so ist diese in den darauffolgenden Monaten auf durchschnittlich 4,8 Monate herabgesunken. 66 Die Kapazitätsauslastung liegt mit durchschnittlich 80,2 Prozent leicht über dem Vorjahresdurchschnitt (80,4 Prozent). 67 Laut ifo-Konjunkturspiegel bewerteten die Unternehmen der Branche (leichte Press-, Zieh-, Stanzteile) die Geschäftslage in der zweiten Jahreshälfte mehrheitlich befriedigend bzw. saisonüblich. 68 Die Nachfragesituation wurde insbesondere im letzten Quartal 2023 als eher schlechter beurteilt. Zum Jahresende zeigen sich die Erwartungen für die kommenden drei Monate unverändert, für die kommenden sechs Monate werden hingegen ungünstige Bedingungen erwartet. 69
65 IBU / IMU Mittagsforum, 2024
2. Geschäftsverlauf 2023 Wir können bei der aktuellen Branchenentwicklung, den vorliegenden Rahmenbedingungen und den erwarteten Marktentwicklungen trotzdem auf ein noch stabiles Geschäftsjahr 2023 zurückblicken. Gleichwohl sind wir von den wirtschaftlichen Auswirkungen, zwar einer leichten Absatzsteigerung um ca. 3 %, aber der teilweise deutlichen Verteuerung der Kosten und Rohstoffpreise besonders im Bereich der Energiekosten und Aluminiumbandmaterial betroffen. Die markt- und geopolitisch bedingten Abhängigkeiten zeigten auch bei uns insbesondere bereits im I. und besonders im II. Quartal 2023 eine deutlich schwächere Geschäftsentwicklung. Als international agierender Automobilzulieferer können wir uns nicht von der Konjunktur, insbesondere der Automobilkonjunktur und der Energiekrise abkoppeln. Zu den generellen makroökonomischen und politischen Einflüssen kommen für uns von unseren Kunden bestimmte Abhängigkeiten hinzu, z. B. die spezifischen Modellzyklen, Plattformen und die Vergabe von entsprechenden Neuaufträgen. Das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 haben wir trotz der sehr widrigen gesamtwirtschaftlichen Voraussetzungen noch mit einem ordentlichen Ergebnis abgeschlossen. Aufgrund des hohen Preisdruckes im Bereich der Automobilzulieferindustrie, der aufrecht gehalten worden ist, konnten die gewährten Preissenkungen und Langzeitvereinbarungen in 2023 nicht mehr im Bereich des Einkaufs von Roh- Hilfs- und Betriebsstoffen und der Personalrationalisierung ausgeglichen werden, bzw. ist es nicht gelungen die Preise für die gestiegenen Kosten vollumfänglich an den Kunden weiterzugeben. Die Materialeinsatzquote hat sich im Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 zwar um 1,6 % leicht reduziert aber besonders im 1. Halbjahr haben sich die deutlich gestiegenen Materialpreise weiter negativ und damit komplett gegenläufig ausgewirkt. Die Rohertragsquote (-3,8 % Punkte) und der Rohertrag (TEUR -767) haben sich im Geschäftsjahr 2023 gegenüber 2022 nochmals deutlich verschlechtert; der Jahresüberschuss mit TEUR 1.074 bewegte sich weiter unter dem Niveau der Vorcoronajahre. Personalkosten sind zum Großteil durch die hohen Tariferhöhungen und Inflationsausgleichprämie negativ beeinflusst. Personelle Kapazitätsengpässe wurden durch Arbeitnehmerüberlassung ausgeglichen die Leiharbeitskosten konnten konstant gehalten werden. Die Suche nach Facharbeitern und qualifizierten Mitarbeitern gestaltet sich nach wie vor sehr schwierig und ist in gewissen Teilbereichen mit hoher und mittlerer Qualifikation fast nicht möglich. Die Personalentwicklung sowie die Sicherstellung der Energieversorgung bzw. erreichbarer bezahlbarer Energiekosten werden die wesentlichen Themen der zukünftigen Entwicklung sein. Unsere Kunden- und Vertriebsstruktur ist im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert und als stabil zu bezeichnen. Die Materialvorhaltung wird überwiegend durch die Kunden bestimmt, wobei insbesondere die schwankenden Stahlpreise und die Aluminiumpreisentwicklung die Bestellgröße beeinflussen. Die Qualität des Materials ist zudem wesentliche Vorgabe des Beschaffungsvorgangs. Die Materialverfügbarkeit war im vergangenen Geschäftsjahr 2023 und ist auch im laufenden Geschäftsjahr 2024 sichergestellt, muss aber engmaschig von uns beobachtet werden. Eine Verknappung und bzw. Verlängerung der Lieferzeit wie Sie im Vorjahr zu sehen war, ist derzeit schwerpunktmäßig in allen Bereichen und besonders bei speziellen Stahl- und auch Aluminiumsorten nicht mehr zu sehen. Es ist eine weitere Entspannung bei Materialengpässen und den Rohstoffverknappung über den gesamten Bereich feststellbar. Die Materialpreise sind im Laufe des Jahres 2023 zum Jahresende wieder gefallen. Ebenso ist bei den Zuschlägen für Energiekosten und Legierungszuschlägen eine weitere Entspannung zu sehen. Die Auslastung unserer Fertigungskapazitäten im Geschäftsjahr 2023 war gegenüber 2022 leicht gesteigert, jedoch wurde aufgrund immer wieder kurzfristiger Mengenreduzierungen der Kunden, das Vorcoronaniveau nicht wieder erreicht. Es wird eine weitere Modernisierung und Verstärkung unserer Rationalisierungsbemühungen im Bereich der Kapazitäten notwendig und muss im Unternehmen weiter forciert werden. Zur Sicherstellung der zukünftigen Ressourcen wurde in eine weitere Presse und in neue Technologien investiert die Anfang 2023 in Betrieb genommen werden konnten. Auch im Geschäftsjahr 2023 konnten im Produktionsprogramm neue Automobilteile aufgenommen werden, was sich weiterhin im Geschäftsfeld Produktion positiv auswirken wird. Der Personalaufwand hat tarifbedingt und über zusätzliche Lohn- und Gehaltssteigerungen um 9,0 % zugenommen und konnte nur teilweise über einen Personalreduzierungsprozess im 2. Halbjahr 2023 gedämpft werden. Im Jahresmittel ist die durchschnittliche Mitarbeiterzahl nach Köpfen incl. Auszubildende um acht Mitarbeiter auf 211 Mitarbeiter gestiegen. Es wirkt sich besonders der unterjährige Personalaufbau und wieder Abbau sowie die Tarifvereinbarung für 2023 inkl. einer Inflationsausgleichprämie negativ aus. Das Finanzergebnis hat sich 2023 aufgrund von Gesellschafterdarlehen über das gesamte Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahresgeschäftsjahr verschlechtert, spielt mit TEUR 92,7 aber keine wesentliche Rolle für die Gesamtbetrachtung unseres Ergebnisses. III. Lage 1. Ertragslage Unsere wesentliche Ergebnisquelle stellt unverändert die Herstellung von Stanz- und Umformteilen für die Automobilindustrie dar. Im Geschäftsjahr 2023 ist es nicht mehr gelungen die Kosten im Rahmen der Umsatzentwicklung relativ in gleichem Maße zu reduzieren und prozentual gegenüber dem Vorjahresniveau zu verbessern. Dies war uns aufgrund der branchenspezifischen Beschaffungspolitik und im Rahmen des starken Kosten- und Preisdrucks der Lieferanten im Beschaffungs- und Personalbereich nicht möglich. Im Material- und Rohstoffbereich konnten nicht alle Preissteigerungen an den Kunden weitergegeben werden, weshalb sich die Materialeinsatzquote um rund 0,9 % Punkte erhöht hat; zudem ist die Betriebsleistung um rund - 0,7 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die sich aktuell abzeichnenden Rohstoffpreisentwicklungen 2024 deuten eine Entspannung der Situation am Rohstoffmarkt in allen Sektoren an und es ist nicht mehr mit den deutlichen Preisanstiegen wie in 2023 aufgrund der gestiegenen Energiekosten und der hohen Inflation im Bereich Stahl Aluminium im ersten Halbjahr 2024 zu rechnen. Wir gehen daher wieder von einem leichten Rückgang der Einkaufspreise in 2024 aus. Zum jetzigen Zeitpunkt ist mit einer Stabilität der Preise über alle Warengruppen zu rechnen. Durch die massive Verteuerung der Energiekosten aufgrund des Russland - Ukraine Konflikts, sowie die nachhaltig hohe Inflation wurden zudem die Materialaufwendungen deutlich in die Höhe getrieben. Ein Rückgang der Energiepreise im 1. Halbjahr 2024 lässt für die Zukunft eine dämpfende Preisentwicklung erwarten. Aufgrund dieser Entwicklungen hat sich der Rohertrag um -3,8 % in 2023 und der EBIT um rund 56,3 % gegenüber dem des Vorjahres verschlechtert. Dies liegt im Wesentlichen an den gestiegenen Materialaufwand und den stark gestiegenen Personalkosten z. B. durch den Effekt der Inflationsausgleichsprämie in 2023, sowie den Steigerungen im gesamten Bereich des Betriebsaufwandes. Damit ist es nicht gelungen den Jahresüberschuss 2022 zu erreichen. Der Jahresüberschuss nach Steuern hat sich um rd. TEUR1.362 verschlechtert und bewegt sich damit weiter unter dem Niveau der Vorjahre vor der Coronapandemie. 2. Finanzlage Unsere Finanzlage ist weiterhin als stabil zu bezeichnen. Unser Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten stets innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der vereinbarten Zahlungsziele zu vereinnahmen. Unsere Kapitalstruktur ist als nahezu unverändert zu bezeichnen. Dabei haben sich unsere Vorratsbestände um rd. - 15,1 % und unsere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um rd. - 11,8 % gegenüber 2022 reduziert. Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen am Bilanzstichtag 2023 rd. 72,5 % (Vorjahr: 85,1%) der Bilanzsumme. Die Forderungen wurden vom Kunden innerhalb der vereinbarten Zahlungsziele beglichen. Unser Working Capital (Umlaufvermögen abzgl. Kurzfristige Verbindlichkeiten) stellt sich weiterhin deutlich positiv dar. Liquide Mittel waren gemessen an der Bilanzsumme mit 0,4 % am Abschlussstichtag vorhanden. Im Geschäftsjahr 2023 wurde aufgrund kurzfristiger Ausleihungen aus der laufenden Geschäftstätigkeit ein positiver Cashflow erzielt. Es wurden in 2023 keine Ausschüttungen vorgenommen. 3. Vermögenslage Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde wieder ein Teil der Investitionen in Kapazitäten und Modernisierungen diesmal in der Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH vorgenommen. Aufgrund der Trennung von Besitz- und Betriebsunternehmen wird uns nach wie vor das wesentliche Anlagevermögen von der Besitzgesellschaft zur Nutzung überlassen. In 2022 wurden im Gegensatz zur bisherigen Vorgehensweise auch wesentliche Investitionen in Prüf- und Produktionstechnik in der Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH bestellt. Deshalb sind die technischen Anlagen von 3,7 % auf 13,3 % der Bilanzsumme angestiegen. Der Anteil unserer Vorratsbestände im Verhältnis zur Bilanzsumme war um rd. 9,3% rückläufig. Aufgrund des Abrufverhaltens einiger Kunden zum Jahresende bei Stahl- und Metallerzeugnissen, sowie der anstehenden Preisentwicklung, ist der Roh- Hilfs- und Betriebsstoffbestand um 22,7 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Reduzierung des "Work-in-Process"- Bestandes im Ganzen um 18,8 %, hat nur bei den unfertigen Leistungen und Halbteilen aufgrund der Lagerhaltung stattgefunden. Dies hat den maßgeblichen Anteil am Abbau des Gesamtbestandes um 15,1%. Wir gehen hier aufgrund der Preis- und Inflationsentwicklung von weiteren geringeren Reduzierungen in 2024 aus. Unser Forderungsbestand ist frei von Einzelwertberichtigungen. Übrige Aktiva enthalten im Wesentlichen kurzfristige Forderungen an Schwesterunternehmen. Im Geschäftsjahr 2023 hat sich die Eigenkapitalquote gegenüber 2022 4,8% Punkte verbessert. Der Gewinnvortrag spiegelt den thesaurierten Gewinn, der künftig bei der Besitzgesellschaft für anfallende notwendige Re- und Neuinvestitionen benötigt wird, wider. Die Struktur unseres kurz- und langfristig gebundenen Vermögens und unserer Verbindlichkeiten halten wir aufgrund unserer Erfahrungen im Finanzierungsbereich nach wie vor für stabil. IV. Prognosebericht Für das Jahr 2024 prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) ein weltweites Wachstum von 3,1 Prozent, das von einer unerwartet stabilen Konjunktur in den USA und in mehreren großen Schwellen- und Entwicklungsländern sowie von fiskalischen Anreizen in China angetrieben wird. 70 Laut World Economic Outlook des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird für die USA ein Wachstum von 2,1 Prozent, für China von 4,6 Prozent und für Frankreich von 1,0 Prozent erwartet. 71 Für Deutschland wird dagegen nur ein geringes Wachstum von 0,5 Prozent prognostiziert, womit die Bundesrepublik das Schlusslicht bildet. 72 Von den sechs untersuchten Wirtschaftsregionen und 16 vom IWF bewerteten Ländern schneidet keines schlechter ab. 73 Die deutsche Wirtschaftslage im Jahr 2024 wird von verschiedenen Risikofaktoren beeinflusst, darunter Haushaltsdefizite, wirtschaftspolitische Unsicherheiten, die Folgen des Konflikts in der Ukraine und im Gazastreifen sowie die Entwicklung von Löhnen und Inflation. 74 In der Folge senkte auch das Ifo-Institut seine zunächst veröffentlichte Prognose von einem Wirtschaftswachstum im Jahr 2024 von 1,4 Prozent auf 0,9 Prozent. 75 Dieser Rückgang ist auch auf eine schwache Entwicklung im letzten Quartal 2023 und eine schleppende Erholung zurückzuführen, die von Unsicherheit aufgrund der anhaltenden Sparneigung und geringen Investitionsbereitschaft geprägt ist. 76 Eine weitere Absenkung auf 0,7 Prozent Wachstum kündigte das ifo-Institut im Januar 2024 aufgrund der Konsolidierungsmaßnahmen im Bundeshaushalt mit Einsparungen in Höhe von 19 Milliarden Euro an, um die Haushaltslücke zu schließen. 77 Dies führt zu Mehrbelastungen bzw. geringerer Entlastungen von Unternehmen und Haushalten sowie zu Ausgabenkürzungen des Staates mit konjunkturellen Auswirkungen. 78 In der Tendenz sollte sich die Lage jedoch durch steigende Löhne, sinkende Energiepreise, ein niedrigeres Zinsniveau, eine rückläufige Inflationsrate und schließlich durch die Rückkehr der Kaufkraft, erholen. 79 Prognosen zur Folge werde die Inflationsrate in der zweiten Jahreshälfte auf 2 Prozent zurückgehen, bei dienstleistungsnahen Konsumgütern aber deutlich über 3 Prozent bleiben. 80 Eine weitere Verbesserung ist beim Leistungsbilanzsaldo zu verzeichnen, das von 285 Mrd. Euro im Jahr 2023 auf 316 Mrd. Euro im Jahr 2024 ansteigen soll und damit 7,5 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung ausmachen würde. 81 Die gesamtwirtschaftliche Prognose wird sich voraussichtlich auch im Jahr 2024 auf dem deutschen Arbeitsmarkt niederschlagen, die Zahl der Arbeitslosen wird voraussichtlich um 82.000 Personen steigen, was einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent entspricht. 82 Gleichzeitig wird eine Zunahme der Erwerbstätigen um 83.000 Personen erwartet. 83
70 IMF, 2024
Im Jahr 2024 stagniert das Produktionsvolumen der deutschen Automobilindustrie bei 4,11 Mio. Fahrzeugen und liegt damit noch 28 Prozent unter dem Rekordwert von 2016. 84 Die Produktion von Pkw mit Verbrennungsmotor (inkl. Plug-in-Hybride, PHEV) sinkt um 7 Prozent auf 2,92 Mio. Fahrzeuge. 85 Die Produktion von Elektrofahrzeugen (BEV) steigt dagegen um 25 Prozent auf 1,2 Millionen Fahrzeuge. 86 Der Automobilsektor spielt in der deutschen Wirtschaft eine wichtige Rolle und hat in den letzten Jahren einen wachsenden Anteil an der Industrie. Trotzdem wird für Deutschland ein Rückgang der Pkw-Produktion um ein Prozent auf 2,82 Millionen Einheiten erwartet. 87 Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat prognostiziert, dass der weltweite Automobilmarkt von 75,6 Mio. Einheiten im Jahr 2023 auf 77,4 Mio. Einheiten im darauffolgenden Jahr ansteigen wird. 88 Dennoch bleiben diese Zahlen unter den historischen Höchstständen, was die anhaltenden Herausforderungen für die Branche unterstreicht. 89 Es wird für Deutschland eine Seitwärtsbewegung (0 bis 2 Prozent) und für den Weltmarkt eine Steigerung von 2 bis 4 Prozent erwartet. Der konservativen Prognose des VDA schließt sich auch die VIA Consult an. Materialeffekte sind in dieser Prognose nicht berücksichtigt. Die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH schließt sich als Zulieferbetrieb den Prognosen an und plant das Geschäftsjahr 2024 mit einem Ergebnis, dass sich auf dem Niveau von 2023 entsprechend den oben gezeigten Ausführungen seitwärts bewegen wird. Unter anderem wird bei einem weiterhin hohen Preisdruck am Beschaffungsmarkt und stagnierenden bzw. nur leicht ansteigenden Absatzzahlen mit einem leicht höherem Jahresergebnis gerechnet. Wir erwarten, dass sich der Cash Flow im Vergleich zu 2023 ebenfalls nur leicht verbessern wird. Unsere Finanzsituation schätzen wir jedoch weiterhin als stabil ein. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass eine Fremdfinanzierung durch Kreditinstitute nicht benötigt wird.
84 VDA, 2024b
V. Chancen- und Risikobericht Zukunftsfähigkeit der Geschäftsfelder Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) sind entscheidend für die Innovationskraft, die sich maßgeblich auf die Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und den damit verbundenen zukünftigen Wohlstand auswirkt. 90 Im Rahmen der Bestrebung einer klimaneutralen Wirtschaft und angesichts einer Vielzahl an Herausforderungen ist technischer Fortschritt grundlegend für die Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit. 91 Im Jahr 2023 machten vorläufigen Berechnungen zufolge die privaten und öffentlichen Ausgaben für F&E 3,13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus, mit dem Ziel der Bundesregierung, diesen Anteil bis 2025 auf 3,5 Prozent zu erhöhen. 92 Langfristig weisen die F&E-Ausgaben bereits einen positiven Trend auf, mit einem Anstieg von 2,73 Prozent des BIP im Jahr 2010 auf 3,13 Prozent im Jahr 2022 jedoch einer relativ konstanten Quote seit 2019. 93
Für Unternehmen ist es demnach entscheidend, nicht nur ihre Innovationskraft zu fördern, sondern sich auch frühzeitig auf neue Technologien einzustellen und diese zu etablieren. Nur so können sie zukünftig wettbewerbsfähig bleiben. Neben dem Streben nach Innovation und dem damit verbundenen Wachstum stehen die Herausforderungen der Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft. An dieser Stelle entsteht häufig ein Konflikt, wie das Ziel von Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätzen mit der Reduzierung von Emissionen und der Verhinderung der globalen Erwärmung in Einklang gebracht werden kann. 94 An der Spitze der Investitionen steht die Automobilindustrie, deren Ausgaben für Forschung und Entwicklung von entscheidender Bedeutung für den Wandel der deutschen Automobilindustrie sind. 95 Ein Wandel hin zur Elektromobilität inklusive Batterietechnologie, zum autonomen Fahren und zur Digitalisierung. 96 Um dies zu erreichen, haben die Automobilunternehmen mit Sitz in Deutschland derzeit einen weltweiten Anteil von 30 Prozent an den F&E- Investitionen der Branche. Zukünftig werden die Hersteller und Zulieferer der deutschen Automobilindustrie von 2024 bis 2028 weltweit rund 280 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren. 97
90 BMWK, 2024
Die Investitionstätigkeit der Unternehmen wird laut VDA-Umfrage jedoch von verschiedenen Faktoren beeinträchtigt. Eine Vielzahl der Unternehmen geben an, dass die Absatzlage bzw. Absatzerwartung den größten Einfluss auf ihre Investitionsbereitschaft hat. 98 Standortbedingungen Deutschland Der Wirtschaftsstandort Deutschland wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Auf der einen Seite stehen positive Aspekte wie ein starkes Bildungssystem und damit eine gut ausgebildete Bevölkerung sowie ein innovations- und forschungsfreundliches Umfeld. 99 Auf der anderen Seite stehen negative Faktoren wie Fachkräftemangel, hohe Lohnkosten, hohe Energiekosten und eine komplexe Bürokratie. 100 Um positive Faktoren beizubehalten und negative Faktoren zu verbessern, veröffentlichte die Bundesregierung im Jahr 2023 den sogenannten 10-Punkte-Plan für den Wirtschaftsstandort Deutschland. 101 Dazu gehört unter anderem das Bürokratieentlastungsgesetz, welches die Verwaltung vereinfachen und die Verfahren beschleunigen soll, um den Bürokratieaufwand zu verringern. 102 Ein weiterer Punkt ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, dass die Einwanderung von Fachkräften erleichtern und den Zugang zu Aus- und Weiterbildung verbessern soll. 103 Der Fachkräftemangel in Deutschland ist je nach Bundesland und Branche unterschiedlich stark ausgeprägt. 104 Aktuell sehen mehr als 50 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel als größtes Entwicklungshemmnis. 105 Ein wesentlicher Faktor ist dabei der demografische Wandel, der die Zahl der Fachkräfte im erwerbsfähigen Alter aller Voraussicht nach deutlich sinken lassen wird. 106 Die Bundesregierung möchte mit der Fachkräftestrategie dem Mangel entgegenwirken und sieht vor allem Potenziale durch die Erwerbsbeteiligung und Einbindung von Frauen sowie ältere Personen. 107 Dies soll durch Unterstützungsangeboten, Erleichterungen und verbesserten Anreize erzielt werden. 108 Parallel zum inländischen Potential möchte die Bundesregierung auch Einwanderung von Fachkräften aus dem Ausland stärken. 109 An dieser Stelle werden zugewanderte Arbeitskräfte häufig durch die deutsche Bürokratie ausgebremst und unter ihrer eigentlichen Qualifikation und Ausbildung eingesetzt. 110 Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) befürwortet die Prüfung von Qualifikationen anstelle von Abschlüssen. 111 Die zunehmende Bürokratie verschärfe somit den bereits bestehenden Fachkräftemangel. 112
96 VDA, 2024c
Allgemein schneidet Deutschland als Wirtschaftsstandort im internationalen Vergleich in den letzten Jahren immer schlechter ab. 113 Die Wettbewerbsfähigkeit wird in Frage gestellt, vor allem aufgrund der aktuell hohen Energiepreise und der Schwäche in der Globalisierung. 114 Für Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH mit seinem Standort in Deutschland werden die beschriebenen Faktoren ebenso zunehmend bedeutsam. Es gilt die Organisationsstrukturen zukunftsfähig zu gestalten und sich auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten, sofern es gelingt die offenen Stellen mit qualifizierten Bewerbern aufzufüllen. Die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH steht in Zukunft vor zahlreichen regulatorischen Herausforderungen in verschiedenen Feldern. Es werden Kapazitäten, Know-how, Kosten und Zeit benötigt, um insbesondere die neuen Anforderungen und Gesetze erfüllen zu können. Einige dieser aktuellen und für die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH mittelbar und unmittelbar relevanten Auflagen werden im Folgenden kurz dargestellt. NIS 2-Richtlinie Mit der Einführung der NIS-2-Richtlinie möchte die Europäische Union (EU) ein gemeinsames Cybersicherheitsniveau innerhalb ihrer Mitgliedsstaaten schaffen und damit die Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyberbedrohungen stärken. 115 Die Richtlinie umfasst Cybersicherheitsmaßnahmen für Unternehmen, indem sie umfassende Anforderungen in den Bereichen Risikomanagement, Meldung von Vorfällen, technische Sicherheitsmaßnahmen und Governance festlegt. 116 Bis zum 17. Oktober 2024 müssen die EU-Mitgliedstaaten den derzeitigen Referentenentwurf in nationales Recht umsetzen. 117 Deutschland beabsichtigt, die Umsetzung mit dem Erlass des deutschen NIS2-Umsetzungsgesetzes (NIS2UmsuCG) im März 2024 zu beginnen, so dass den betroffenen Einrichtungen und Unternehmen ein Zeitraum von sechs Monaten zur Umsetzung der neuen Verpflichtungen zur Verfügung steht. 118 Die NIS 2-Richtlinie erweitert die bisherige Regelung für Kritische Infrastrukturen (KRITIS) und führt ein Mehrklassensystem für Betreiber ein, das zwischen besonders wichtigen und wichtigen Einrichtungen unterscheidet. 119 Betroffen sind nicht nur Betreiber kritischer Anlagen im klassischen Sinne, sondern auch neue Anlagen in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße sowie Bundeseinrichtungen und einige Sonderfälle. 120 Die Aufsichtsbehörden erhalten durch die Umsetzung von NIS 2 erweiterte Befugnisse, die eine Registrierungspflicht, Nachweispflichten, Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen und einen verpflichtenden Informationsaustausch umfassen. 121 Die bisher auf verschiedene Behörden wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Bundesnetzagentur (BNetzA) verteilte Regulierung soll durch diese Änderung trotz Aufgabenzuwachs vereinfacht werden. 122
111 Tagesschau, 2023
Um die neuen Regelungen durchzusetzen, werden erweiterte Sanktionsvorschriften eingeführt, die neue Bußgeldtatbestände umfassen und Bußgelder zwischen 100.000 und 20 Millionen Euro vorsehen, teilweise abhängig vom weltweiten Umsatz des Unternehmens. 123 Diese Maßnahmen unterstreichen die Ernsthaftigkeit der EU und der deutschen Regierung, die Cybersicherheit zu stärken und die Widerstandsfähigkeit gegen Cyberbedrohungen zu erhöhen. 124 TISAX Neben diesem einheitlichen Niveau zur Cybersicherheit von der EU gibt es speziell für Automobilzulieferer das Prüf- und Austauschverfahren TISAX. TISAX steht für "Trusted Information Security Assessment Exchange" und ist ein Informationssicherheitsstandard, der sicherstellt, dass in der Automobilindustrie tätige Unternehmen bestimmte Sicherheitsstandards einhalten, wenn sie mit sensiblen Informationen umgehen. 125 Viele Unternehmen fordern TISAX, um Transparenz zu schaffen, das Sicherheitsbewusstsein zu erhöhen und die gegenseitige Anerkennung von Prüfergebnissen zu ermöglichen. 126 Grundlage für die Prüfungen der Informations- und Cybersicherheit von Organisationen durch TISAX ist der ISA-Katalog. 127 Die neueste Version dieses Katalogs, ISA 6, wurde im Oktober 2023 veröffentlicht und definiert die Grundlagen und den aktuellen Technologiestand der Informations- und Cybersicherheit speziell aus Sicht der Automobilindustrie. 128 Ab dem 1. April 2024 werden alle neuen TISAX Assessments auf Basis der ISA-Version 6 durchgeführt, deren Einführung zum Ziel hat, den Assessmentprozess effizienter und präziser zu gestalten, um den spezifischen Anforderungen der Automobilindustrie gerecht zu werden. 129 Die NIS-2-Richtlinie als auch TISAX verfolgen beide das Ziel die Sicherheit und des Schutzes von Informationen und Daten zu gewährleisten und bilden damit eine wesentliche Grundlage für die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen. TISAX dient durch die Präzisierung und Anpassung der Standards für die Automobilindustrie als spezifische Grundlage für die Einhaltung gesetzlicher Regelungen wie der NIS-2-Richtlinie. Auch die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH ist von den Anforderungen der NIS-2-Richtlinie und TISAX teils mittelbar, teils unmittelbar betroffen. Eine entsprechende TISAX Zertifizierung seitens unseres Unternehmens wurde bereits durchgeführt. KI-Verordnung (EU AI Act) EU-Mitgliedsstaaten haben nach langer Verhandlung die Kl-Verordnung, auch EU AI Act genannt, einstimmig gebilligt, welche die Möglichkeiten zur Innovation durch Kl fördern und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken angemessen berücksichtigen soll, um eine Balance zwischen Innovation und Risiken herzustellen. 130 Ziel ist es bei der nun folgenden Umsetzung die Kl-Verordnung innovationsfreundlich, rechtsklar und mit einer bürokratiearmen Struktur zu entwerfen, um Europa zu einem starken KI-Standort zu transformieren. 131 Europa positioniert sich mit dieser neuesten Initiative als Vorreiter in Bezug auf Gesetzgebung, Vorschriften und Richtlinien im internationalen Vergleich. 132
122 OpenKRITIS, n.d.
Abbildung 8: Ansätze für die Erstellung von Al-Regeln (Quelle: EY 2024, Darstellung: VIA Consult) Die deutsche Position wird in den Verhandlungen zur KI-Verordnung vom Bundesministerium der Justiz und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz vertreten. 133 In den Sitzungen wurde bereits festgehalten, dass die KI-Verordnung einen risikobasierten Ansatz verfolgt, bei dem ein höheres Risiko zu einer strengeren Regulierung führt. 134 So sind KI-Anwendungen mit inakzeptablem Risiko, wie etwa Social Scoring, vollständig verboten, während solche mit hohem Risiko strengen Anforderungen unterliegen. Anwendungen mit geringem Risiko müssen hingegen nur bestimmte Transparenzpflichten erfüllen. 135 Darüber hinaus werden Verhaltenskodizes (Codes of Practice) in der Praxis unerlässlich sein, um der hochdynamischen Entwicklung der KI Rechnung zu tragen und unter anderem sicherzustellen, dass die Nutzerinnen und Nutzer die für sie notwendigen Informationen zur Verfügung haben. Ziel ist die Entwicklung eines Standards, damit Unternehmen auf eine harmonisierte europäische Norm zurückgreifen können. 136 Besonderes Augenmerk soll bei der weiteren Entwicklung auf das Thema generative KI gelegt werden. Diese Form der KI kann auf Basis von Trainingsdaten Bilder und Texte generieren. 137 Dabei handelt es sich unter anderem um leistungsfähige KI-Modelle mit hohem Risiko und daher strengen Auflagen. 138 Auch für die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH nimmt die Bedeutung von Kl in den kommenden Jahren zu. Die aktuellen Entwicklungen werden daher konsequent beobachtet.
131 BMJ, 2024
Hinweisgeberschutzgesetz Das am 2. Juli 2023 in Kraft getretene Hinweisgeberschutzgesetz verpflichtet Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden zur Einrichtung sicherer interner Hinweisgebersysteme. 139 Whistleblower, die Missstände in Unternehmen aufdecken, sollen die Möglichkeit haben, Hinweise mündlich, schriftlich oder persönlich abgeben zu können und die Meldestellen sind verpflichtet, innerhalb von sieben Tagen eine Eingangsbestätigung und innerhalb von drei Monaten eine Rückmeldung über die getroffenen Maßnahmen zu geben. 140 Neben internen Meldestellen gibt es auch externe Meldestellen, an die sich Whistleblower wenden können. 141 Das Gesetz schützt Whistleblower mit einer weitgehenden Beweislastumkehr vor Repressalien. 142 Nach Verhandlungen zwischen Bund und Ländern wurde beschlossen, auf eine Pflicht zur anonymen Meldung zu verzichten und stattdessen auch anonymen Hinweisen nachzugehen. 143 Die Bußgelder für Verstöße gegen das Gesetz wurden auf maximal 50.000 Euro festgelegt. 144 Die Gesellschaft hat diesbezüglich ein internes Hinweisgebersystem implementiert. Nachhaltigkeitsanforderungen Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt für Unternehmen aufgrund steigender Anforderungen von Kunden und Politik zunehmend an Bedeutung. 145 Diese externen Einflüsse haben in vielen Fällen dazu geführt, dass das Thema in allen Bereichen der Unternehmen angekommen ist und von Vorstands- oder Geschäftsführungsebene forciert wird. 146 Im Folgenden ein ausgewählter Auszug bereits eingeleiteter und zukünftig geforderter Nachhaltigkeitsaktivitäten. EU-Taxonomie in Zusammenhang mit CSRD Im Dezember 2022 hat die EU im Rahmen ihres Europäischen Grünen Deals die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erlassen. 147 Diese Richtlinie verpflichtet große sowie börsennotierte Unternehmen, über ihre nachhaltigkeitsbezogenen Maßnahmen zu berichten. 148 Unternehmen, die von der CSRD betroffen sind, sollten ihre Berichterstattung an den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) ausrichten. Diese Standards werden von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) erarbeitet. 149 Zusätzlich zur CSRD-Richtlinie hat die EU auch die sogenannte EU-Taxonomie veröffentlicht, die einen Teil der CSRD darstellt. 150 Die EU-Taxonomie ist ein Klassifikationssystem, das festlegt, welche Investitionen als ökologisch nachhaltig gelten, um zukünftige Finanzierungen in umweltfreundliche Wirtschaftsaktivitäten zu lenken. 151 Die Bedeutung der EU-Taxonomie nimmt für zahlreiche Unternehmen zu. Dies wird durch regulatorische Initiativen der Regierung vorangetrieben und führt zu einer höheren Attraktivität, insbesondere bei Investoren und Banken. 152 Die Richtlinie erfordert zunächst eine Überprüfung der Geschäftsaktivitäten auf ihre Taxonomie-Fähigkeit, gefolgt von einer Bewertung ihrer Konformität mit der Taxonomie. 153 Für die Konformitätsprüfung muss die Geschäftstätigkeit einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem der Umweltziele 1 oder 2 leisten, ohne eins der anderen Ziele wesentlich zu beeinträchtigen, und die Mindestschutzstandards einhalten. 154 Das Ergebnis zeigt, welcher Prozentsatz des gesamten Umsatzes, der Investitions- und Betriebskosten Taxonomie-Fähig bzw. Taxonomie-Konform sind. 155
139 Haufe, 2023
Die Kennzahlen der EU-Taxonomie sind wesentlicher Bestandteil der Berichtsanforderungen aus der CSRD-Richtlinie. 156 Im Rahmen ihrer CSRD-Berichterstattung müssen Unternehmen den Anteil ihrer Erträge, Investitionen (CapEx) und Betriebskosten (OpEx) aus EU-Taxonomiekonformen Aktivitäten offenlegen. 157 Unternehmen, die bereits nach der Non-Financial Reporting Directive (NFRD) oder CSRD berichtspflichtig sind, müssen automatisch auch den Anforderungen der EU-Taxonomie entsprechen. 158 Wenngleich die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH zunächst nicht direkt von den Berichtspflichten der CSRD und dementsprechend der EU-Taxonomie betroffen sein wird, werden zunehmend Anforderungen durch die Stakeholder entlang der Wertschöpfungskette an das Unternehmen weitergegeben werden. Eine gezielte Vorbereitung auf eine prüfbare Nachhaltigkeitsberichterstattung wird unseres Erachtens mittelbar erforderlich werden. Nachhaltigkeitsbewertungsstandards Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur ein Begriff, sondern eine weltweite Bewegung, die von allen Seiten vorangetrieben wird und Gegenstand von Forderungen verschiedener Interessengruppen ist. 159 Heutige Kunden sind zunehmend umwelt- und sozialbewusst und bevorzugen verantwortungsvollhandelnde Unternehmen mit ähnlichen Werten. 160 Nachhaltig agierende Unternehmen ziehen zudem vermehrt Investitionen an, was vor allem KMUs zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten eröffnet. 161 Auch die Lieferkette verlangt zunehmend nachhaltige Praktiken, was den Druck auf kleinere Zulieferer erhöht, Standards einzuhalten. 162 Um diesen verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden, gibt es mehrere Plattformen, die die Nachhaltigkeitsleistung eines Unternehmens transparent abfragen und darstellen. 163
152 Europäische Kommission, n.d. 2
Bespielhaft sind hier folgende Standards zu nennen:
Auch an die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH werden bereits heute Kundenanforderungen im Bereich Nachhaltigkeit gestellt. Zertifizierungen im Bereich Nachhaltigkeit Die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Wirtschaft hat dazu geführt, dass es mittlerweile verschiedene Managementsysteme gibt, nach denen sich Unternehmen zertifizieren lassen können. Bereits etabliert sind die Normen ISO 14064, die einen Standard für die Bilanzierung von Treibhausgasemissionen einer Organisation darstellt, und ISO 14067, die die Bilanzierung von Treibhausgasemissionen eines Produkts beschreibt. 167 Für die Zukunft ist die Einführung einer weiteren Norm - die ISO 53001 - in Vorbereitung, die auf eine nachhaltige Entwicklung auf der Grundlage der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) abzielt. 168 Die Normenreihe ISO 14064 umfasst drei Normen, von denen sich ISO 14064-1 auf die Bilanzierung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen von Unternehmen, den sogenannten Corporate Carbon Footprint (CCF), konzentriert. 169 Diese Norm legt die Grundsätze und Anforderungen fest, um Treibhausgasemissionen methodisch zu erfassen und die Ergebnisse überprüfbar zu berichten. 170 Ziel ist es, den CO 2 -Fußabdruck zu reduzieren und Transparenz über die Klimaschutzaktivitäten eines Unternehmens zu schaffen. 171 ISO 14064-1 orientiert sich inhaltlich am Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol), einem seit 1998 existierenden Carbon Accounting Standard. 172 Die zwei weiteren Teile der Normenreihe, DIN EN ISO 14064-2 und DIN EN ISO 14064-3, geben Richtlinien für die Erfassung von Treibhausgasminderungen bzw. - entnahmen auf Projektebene und definieren die Grundlagen für die Verifizierung von Treibhausgasbilanzen. 173 Die ISO 14067 definiert ebenfalls eine Richtlinie für die Bestimmung von Treibhausgasemissionen jedoch auf Produktebene und bietet damit eine standardisierte Methode für die Erfassung, Berichterstattung und Verifizierung des Product Carbon Footprints. 174 Die Norm eignet sich für eine Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen und soll Unternehmen in die Lage versetzen, die Umweltauswirkungen ihrer Produkte zu analysieren und Strategien zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu entwickeln. 175 Durch die Anwendung der ISO 14064 und 14067 verdeutlichen Unternehmen ihr Engagement für den Klimaschutz und unterstreichen ihre Bemühungen, organisations- und produktbezogene Emissionen zu reduzieren. 176 Beide Normen sind im Bereich des Umweltmanagements und der Messung von Treibhausgasemissionen einzuordnen und unterschieden sich hauptsächlich in ihrem Anwendungsbereich. 177
164 Supplier Assurance, n.d.
Bis Herbst 2025 soll zudem die ISO 53001 - "Management Systems for UN Sustainable Development Goals - Requirements" veröffentlicht werden und die bestehenden Managementsysteme im Bereich der Nachhaltigkeit ergänzen. 178 Diese Norm soll Organisationen einen Rahmen bieten, um ausgewählte UN-Nachhaltigkeitsziele zielgerichtet und im Kontext ihrer spezifischen Situation umzusetzen. 179 Sie ergänzt die bestehenden ISO-Managementsystemnormen durch einen umfassenden Standard, der alle Nachhaltigkeitsfaktoren abdeckt und darauf abzielt, die Nachhaltigkeitsperformance zu verbessern, Compliance sicherzustellen und das Vertrauen der Stakeholder zu stärken. 180 Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) begleitet die Entwicklung dieses Standards aktiv und betont die Notwendigkeit eines integrativen Ansatzes zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele in Organisationen. 181 Bislang ist eine Zertifizierung nach ISO 14064 oder ISO 14067 für die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH nicht relevant. Die Bedeutung einer möglichen Zertifizierung ist aber schon heute bekannt. Eine etwaige künftige Zertifizierung wird nach (Kunden-)Bedarf durchgeführt. Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) Im Dezember 2022 einigte sich die EU auf die Einführung eines CO 2 -Grenzausgleichsmechanismus, bekannt als CBAM. 182 Ziel des CBAM ist der Erwerb spezieller CBAM-Zertifikate durch Importeure in der EU zum Ausgleich von Preisunterschieden zwischen den Kohlenstoffpreisen im Herkunftsland der Produkte und den höheren Preisen im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems. 183 Die Regelung gilt zunächst für EU-Unternehmen, die bestimmte Produkte wie Eisen, Stahl, Zement, Aluminium, Strom, Düngemittel, Wasserstoff sowie bestimmte vor- und nachgelagerte Produkte einschließlich weiterverarbeiteter Formen aus Ländern außerhalb der EU einführen. 184 Bis 2030 soll das System auf alle Industriegüter ausgeweitet werden. Bereits seit dem 1. Oktober 2023 sollen im Rahmen einer Übergangsphase erste Meldepflichten für die betroffenen Unternehmen gelten. 185 Für das Jahr 2026 ist die endgültige Umsetzung des CBAM geplant. 186 Mit dem CO 2 -Grenzausgleichssystem werden Importeure in Zukunft verpflichtet, die mit ihren Produkten verbundenen Emissionen zu deklarieren. Daher ist es auch für die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH interessant, die eigenen CO 2 -Emissionen zu kennen und durch die Erstellung einer Treibhausgasbilanz bewerten zu können.
176 DQS, 2024a
Gesamtrisikoposition Die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH ist sich den oben genannten Herausforderungen mit seinen Risiken und Chancen bewusst und behandelt diese mit der gebotenen Sorgfalt. Vor diesem Hintergrund werden kontinuierlich Strategien entwickelt und etabliert, um mögliche negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit zu minimieren und die Resilienz des Unternehmens zu stärken. Neben den herausfordernden branchetypischen Wirtschaftlichen als auch gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden hier noch weitere Anforderungen an das Unternehmen gestellt, die mit dem notwendigen Sachverstand jetzt und in Zukunft abgearbeitet werden müssen. Wir rechnen für die o.g. gesetzlichen und kundenspezifischen Anforderungen mit einem hohen Verwaltungsaufwand, der sich im sechsstelligen Bereich bewegen wird. Wir gehen aktuell davon aus, das das Unternehmen diese Aufwendungen ohne wesentliche finanzielle Kundenbeteiligungen tragen muss. VI. Schlussbemerkung 2023 war ein herausforderndes Geschäftsjahr mit vielen von außen einwirkenden Veränderungen und Belastungen. Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz und die gezeigte Flexibilität. Wir wünschen uns weiterhin eine gute Zusammenarbeit und gemeinsame positive Weiterentwicklung des Unternehmens.
Parsberg, den 30. April 2024 Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH gez. Peter Martin Geschäftsführung gez. Klaus Zeitler Geschäftsführung Quellenangaben BMJ (2024), Rahmen für Künstliche Intelligenz in der EU steht: Kl-Verordnung einstimmig gebilligt, 02. Februar 2024 https://www.bmj.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2024/0202 Kl-VO.html?cms mtm campaign=links- From Newsletter BMWK (2023), Bundestag beschließt Energieeffizienzgesetz, 21. 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März 2023 https://kpmg.com/de/de/home/themen/2023/03/cbam-schaffung-gleicher-wettbewerbsbedingungen.html?gad_source=1&gclid=CjwKCAiAopuvBhBCEiwAm8jaMfcjSlafGqr9Es6KSEyaZurePGgtu1G XnGum2tDZN6YOEJOKDasOBoCwlkQAvD_BWE OpenKRITIs (n.d.), NIS2 Umsetzungsgesetz, https://www.openkritis.de/it-sicherheitsgesetz/nis2-umsetzung-gesetz-cybersicherheit.html Sciencebasedtargets (n.d.), LEAD THE WAY TO A LOW-CARBON FUTURE https://sciencebasedtargets.org/how-it-works Statista (2024a), Inflationsrate in Deutschland von 1950 bis 2023, Januar 2024 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4917/umfrage/inflationsrate-in-deutschland-seit-1948/ Statista (2024b), Europäische Union: Arbeitslosenquoten in den Mitgliedstaaten1 2 3 4 im Dezember 2023, Februar 2024 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/160142/umfrage/arbeitslosenquote-in-den-eu-laendern/ Statista (2024c), Anzahl der Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland von 2003 bis Januar 2024, Februar 2024 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/244000/umfrage/neuzulassungen-von-elektroautos-indeutschland Statista (2024d), Number of cars sold worldwide from 2010 to 2023, with a 2024 forecast, Februar 2024 https://www.statista.com/statistics/200002/international-car-sales-since-1990/Supplier Assurance (n.d.), Einführung in den Fragebogen zur Nachhaltigkeitsbewertung (SAQ) https://supplierassurance.com/sag Tagesschau (2023), Wie die Bürokratie zugewanderte Arbeitsplätze ausbremst, 16. 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PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss Die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH hat ihren Sitz in Parsberg. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Nürnberg unter HR B 26872 eingetragen. Vorliegender Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des dritten Buches des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinie Umsetzungsgesetzes (BilRUG) und den einschlägigen Vorschriften des Gesetzes betreffend Gesellschaften mit beschränkter Haftung aufgestellt. Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft im Sinne der §§ 264, 267 Abs. 2 HGB auf. Die Rechtsfolgen der Merkmale nach § 267 Abs. 3 HGB treten nur ein, wenn sie an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren über- oder unterschritten werden; dies ist nicht erfüllt, so dass weiterhin die Rechtsfolgen für mittelgroße Kapitalgesellschaften gelten. Der vorliegende Jahresabschluss ist unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungs- und Bewertungsgrundsätzen nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt (§§ 265 Abs. 2, 266 ff. HGB). Für eine klare und übersichtliche Darstellung wurden die Ausweiswahlrechte im Anhang dargestellt. Umrechnungen von Geschäftsvorfällen in fremder Währung wurden, falls notwendig, zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag vorgenommen. II. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 1. Bilanzierungsmethoden Der vorliegende Jahresabschluss ist unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungs- und Bewertungsgrundsätzen nach den für mittelgroße Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Die Bilanz wurde nach den Vorschriften der §§ 266 ff. HGB in Kontoform aufgestellt. Das Gliederungsschema des § 266 Abs. 2, 3 HGB wurde gem. § 265 Abs. 5, 6 HGB angepasst und erweitert, um die Klarheit und Übersichtlichkeit zu erhöhen. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurde wie im Vorjahr die Gliederung nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt. 2. Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend: Die Bilanzierung der immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgte zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung nutzungsbedingter planmäßiger Abschreibungen. Grundlage der planmäßigen Abschreibung war die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes. Bei den immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen erfolgte die Abschreibung linear. Gewährte Investitionszuschüsse wurden durch die Absetzung von den Anschaffungs- und Herstellungskosten gekürzt. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis EUR 800,00 wurden gemäß § 6 Abs. 2 EStG im Erwerbsjahr voll abgeschrieben und im Anlagespiegel als Abgang behandelt. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte zu den ursprünglichen Anschaffungskosten - soweit nicht ein niedrigerer Wert beizulegen war. Für die Ermittlung der Anschaffungskosten wurde die Durchschnittsmethode angewendet. Bei den unfertigen Erzeugnissen werden Lohn- und Materialeinzelkosten, Lohn- und Materialgemeinkosten sowie notwendige Sonderkosten der Fertigung und anteilige Verwaltungskosten angesetzt. Vertriebskosten sowie Zinsen für Fremdkapital werden nicht berücksichtigt. Der Fertigungsstand bei den unfertigen Erzeugnissen findet Beachtung. Die Bewertung erfolgt retrograd. Ausgehend von den Verkaufspreisen werden Abschläge für Unternehmervergütungen, Verwaltung, Vertrieb und Zinsen in Abzug gebracht. Eine verlustfreie Bewertung kam zum Ansatz. Für fehlerhaftes Material und Überreichweiten werden Abschläge vorgenommen. Bei den fertigen Erzeugnissen werden Lohn- und Materialeinzelkosten, Lohn- und Materialgemeinkosten sowie notwendige Sonderkosten der Fertigung und anteilige Verwaltungskosten angesetzt. Vertriebskosten sowie Zinsen für Fremdkapital werden nicht angesetzt. Die Bewertung erfolgt retrograd. Ausgehend von den Verkaufspreisen werden Abschläge für Unternehmervergütungen, Verwaltung, Vertrieb und Zinsen in Abzug gebracht. Eine verlustfreie Bewertung kam zum Ansatz. Für fehlerhaftes Material werden Abschläge vorgenommen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert angesetzt. Den in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Risiken wurde durch Bildung angemessen dotierter Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Einzelwertberichtigungen waren nicht zu bilden. Flüssige Mittel werden zu Nominalwerten angesetzt. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten zum Nominalwert bewertete Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit danach darstellen. Die sonstigen Rückstellungen erfassen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Bei der erstmaligen Erfassung von Rückstellungen kommt die Bruttomethode zur Anwendung. Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag passiviert. III. Erläuterungen zur Bilanz Nachfolgend werden die in der Bilanz zusammengefassten Posten gesondert erläutert. Soweit nichts anderes vermerkt ist, sind die Werte in den tabellarischen Aufgliederungen in TEUR gegeben. 1. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2023
2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen mit einer Laufzeit größer einem Jahr in Höhe von TEUR 5 (Vorjahr: TEUR 5). 3. Aktive latente Steuern Die Berechnung der latenten Steuern beruht auf temporären Differenzen zwischen Bilanzposten aus handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Betrachtungsweise gemäß § 274 HGB. Die sich insgesamt ergebenden Steuerentlastungen werden gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB nicht angesetzt. 4. Eigenkapital Die Kapitalrücklage betrifft in voller Höhe andere Zuzahlungen im Sinne von § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB. Der Gewinnrücklage wurden in Vorjahren freiwillig Beträge aus den Jahresergebnissen zugeführt. Im Geschäftsjahr 2023 erfolgten keine Ausschüttungen. 5. Rückstellungen Die sonstigen wesentlichen Rückstellungen (>TEUR 100) wurden für die Aufbewahrung von Werkzeugen (TEUR 561), Drohverluste (TEUR 167), Gewährleistungsverpflichtungen (TEUR 402), Personalverpflichtungen (TEUR 288) und ausstehende Eingangsrechnungen (TEUR 764) gebildet. 6. Verbindlichkeiten Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit kleiner einem Jahr beträgt TEUR 755 (Vorjahr: TEUR 1.649). Die Verbindlichkeiten sind nicht i.S. § 285 Nr.1b HGB besichert. 7. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen a. Haftungsverhältnisse Am Bilanzstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB. b. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Mieten und Pachten für die Nutzung von Gebäuden werden in den Folgejahren jährlich mit TEUR 615 und für die Nutzung von beweglichen Anlagegegenständen mit rd. TEUR 2.765 zu berücksichtigen sein. Des Weiteren ergeben sich Leasingverpflichtungen in Höhe von rund TEUR 30. Über die aufgezeigten Verpflichtungen hinaus sind keine weiteren für die Beurteilung der Finanzlage wesentlichen Verpflichtungen zu vermerken. IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge sowie Zinsen und ähnliche Aufwendungen Der Posten sonstige Zinsen und ähnliche Erträge enthält Erträge aus Abzinsungen in Höhe von TEUR 22 (Vorjahr: TEUR 8). Der Posten sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthält Aufwendungen aus Aufzinsungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 10). V. Sonstige Angaben 1. Organe
2. Mitarbeiter Quartalsdurchschnitt der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:
3. Ergebnisverwendung Die Geschäftsleitung hat bereits Ende des Geschäftsjahres den Beschluss gefasst den Bilanzgewinn des Vorjahres in 2023 zusammen mit dem Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen.
Parsberg, 30. April 2024 gez. Peter Martin, Geschäftsführer gez. Klaus Zeitler, Geschäftsführer Angaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 10.12.2024 festgestellt. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSIn dem vorstehenden, zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss [Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang] wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 [326] HGB zutreffend in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht haben wir den folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: An die Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH, Parsberg Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH, Parsberg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Martin Stanz- und Umformtechnik GmbH, Parsberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Jahresabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Coburg, 10. Mai 2024 Forster
GmbH
Andreas Forster, Wirtschaftsprüfer |
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