Stammdaten

Register
Amtsgericht Jena HRB 109350
Vorher
Moore GmbH
Eingetragen
24.3.1997
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Baubedarfsartikeln aus KunststoffenHerstellung von Platten, Folien, Schläuchen und Profilen aus Kunststoffen
Gegenstand
die Herstellung, die Weiterverarbeitung und der Vertrieb von Kunststofferzeugnissen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Ulrich Dr. Lossen
seit 26.1.2024
Geschäftsführer
Anthony Rodgers
seit 23.10.2017
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Emtelle Holdings B.V.NLD
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Emtelle Beteiligungen GmbH
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

EMTELLE GmbH

Erfurt

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31.12.2023

AKTIVA

31.12.23 31.12.22
EUR EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 60.533,00 81.105,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 4.882.275,60 5.136.558,10
2. Technische Anlagen und Maschinen 8.172.627,00 9.117.396,02
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 412.069,00 362.483,50
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 30.600,00
13.466.971,60 14.647.037,62
13.527.504,60 14.728.142,62
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 921.914,29 1.119.150,62
2. Unfertige Erzeugnisse 153.981,49 248.935,51
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 8.417.974,54 6.464.869,32
9.493.870,32 7.832.955,45
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.952.849,50 13.144.429,13
2. Forderungen gegen Gesellschafter 95.718,48 16.715,28
3. Sonstige Vermögensgegenstände 716.674,15 324.205,13
7.765.242,13 13.485.349,54
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 0,00 575,44
17.259.112,45 21.318.880,43
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 9.829,76 1.018,29
Summe Aktiva 30.796.446,81 36.048.041,34

PASSIVA

31.12.23 31.12.22
EUR EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 87.000,00 87.000,00
II. Kapitalrücklage 4.579.521,58 4.579.521,58
III. Verlustvortrag -168.262,81 -949.726,29
IV. Jahresfehlbetrag (Vorjahr: Jahresüberschuss) -3.167.220,13 781.463,48
1.331.038,64 4.498.258,77
B. SONDERPOSTEN FÜR INVESTITIONSZUSCHÜSSE ZUM ANLAGEVERMÖGEN 133.795,00 170.202,96
C. RÜCKSTELLUNGEN
1. Steuerrückstellungen 300.048,00 300.048,00
2. Sonstige Rückstellungen 4.087.232,12 2.166.308,64
4.387.280,12 2.466.356,64
D. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.895.800,83 6.478.514,21
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.044.987,39 0,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.649.855,21 11.900.039,88
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter 7.860.947,17 7.613.300,17
5. Sonstige Verbindlichkeiten 492.742,45 2.921.368,71
- davon aus Steuern: EUR 198.880,85 (Vorjahr: EUR 1.526.349,80)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 18.449,94)
24.944.333,05 28.913.222,97
Summe Passiva 30.796.446,81 36.048.041,34

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 59.823.235,10 68.844.190,20
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1.739.590,66 1.284.788,57
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.873.870,12 368.245,04
63.436.695,88 70.497.223,81
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Waren 45.502.144,73 49.638.495,89
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.772.526,64 3.634.528,67
49.274.671,37 53.273.024,56
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.227.651,35 5.222.686,09
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.256.950,98 1.010.143,55
- davon für Altersversorgung EUR 721,53 (Vorjahr: EUR 23.000,12)
7.484.602,33 6.232.829,64
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.608.662,55 1.573.690,24
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.534.174,38 7.477.820,38
65.902.110,63 68.557.364,82
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 217,13 11.665,54
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 912.077,04 628.593,43
- davon an verbundene Unternehmen EUR 641.087,00 (Vorjahr: EUR 423.701,00)
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -221.167,73 531.955,95
11. Ergebnis nach Steuern -3.156.106,93 790.975,15
12. Sonstige Steuern 11.113,20 9.511,67
13. Jahresfehlbetrag (Vorjahr: Jahresüberschuss) -3.167.220,13 781.463,48

ANHANG für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben

Firmenname laut Registergericht: EMTELLE GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Erfurt
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Jena
Register-Nr.: HRB 109350

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde auf der Grundlage der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH-Gesetzes beachtet.

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB, für die die Rechtsfolgen einer großen Kapitalgesellschaft gelten.

Die Bilanz ist gemäß § 266 HGB in Kontenform, die Gewinn- und Verlustrechnung gemäß § 275 Abs. 2 HGB in Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

II. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den im Vorjahr angewandten Methoden.

Die Bewertung wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB vorgenommen. Die Emtelle Holdings B.V., Helmond, Niederlande, erteilte eine Patronatserklärung, die bis zum 31. Dezember 2026 befristet ist. Zum Stichtag bestehen Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter in Höhe von TEUR 7.861 (Vorjahr TEUR 7.613), für die im Zusammenhang mit Bankenfinanzierungen ein Rangrücktritt in Höhe von TEUR 5.200 erklärt wurde. Die Gesellschaft ist weiterhin von dieser finanziellen Unterstützung abhängig. Die Geschäftsführung geht von der Fortführung der Unterstützung aus.

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen werden über Nutzungsdauern zwischen 3 und 5 Jahren vorgenommen.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens sind gemäß § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB zu Anschaffungskosten, im Falle von Vermögensgegenständen, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden über folgende Nutzungsdauern vorgenommen:

Bauten: 25 bis 33 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen: 10 bis 13 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung: 3 bis 10 Jahre

Geringwertige Anlagegüter werden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe als Betriebsausgaben abgezogen, wenn die Anschaffungskosten EUR 800,00 nicht übersteigen. Im Jahr des Zugangs erfolgt die Abschreibung pro-rata-temporis.

Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen der betroffenen Vermögensgegenstände vorgenommen.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Abschreibungen auf den niederen beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn der Marktpreis niedriger ist als die ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Als solche werden bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und Waren die letzten Einstandspreise, bei fertigen und unfertigen Erzeugnissen die voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlöse abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten angesetzt.

In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Kosten der allgemeinen Verwaltung des jeweiligen Produktionsbereichs bei normaler Auslastung der Produktionsanlagen einbezogen. Darüber hinaus wird der Werteverzehr des Anlagevermögens, sofern dieser durch die Fertigung veranlasst ist, in den Herstellungskosten berücksichtigt. Finanzierungskosten sowie Kosten für soziale Einrichtungen, freiwillige soziale Leistungen und die betriebliche Altersversorgung werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Für fertige und unfertige Erzeugnisse sowie Waren erfolgt eine verlustfreie Bewertung durch Ansatz mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und den retrograd ermittelten beizulegenden Werten. Zudem werden Bestandsrisiken infolge verminderter Verwertbarkeit oder Veralterung durch Gängigkeitsabschläge berücksichtigt. Dem strengen Niederstwertprinzip wird durch angemessene Wertabschläge Rechnung getragen.

Die Forderungen wurden abzüglich der Wertberichtungen zum Nennwert angesetzt. Die sonstigen Vermögensgegenstände wurden ebenfalls mit dem Nennwert angesetzt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden jeweils zum Nennwert angesetzt.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Auf die Aktivierung latenter Steuern wurde in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB verzichtet.

Das gezeichnete Kapital wird mit dem Nennbetrag angesetzt.

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen beruht auf Zuschüssen der Thüringer Aufbaubank. Seine Auflösung wird analog zur Abschreibung oder Abgang der bezuschussten Vermögensgegenstände vorgenommen.

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen wurde gemäß § 265 Abs. 5 S. 2 HGB gebildet. Er enthält im Berichtsjahr die Investitionszuschüsse der Thüringer Aufbaubank, die bisher abgerufen wurden, abzüglich bisheriger Auflösungen sowie die Investitionszulage 2009, die ebenfalls um den Anteil, der auf das abgelaufene Geschäftsjahr entfallen ist, aufgelöst wird. Sowohl die Zuschüsse als auch die Zulage werden entsprechend der Nutzungsdauer der geförderten Vermögensgegenstände oder bei Abgang erfolgswirksam verteilt. Die Auflösung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Die Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsforderungen bzw. - verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet. Zum Bilanzstichtag betragen die Restlaufzeiten der Fremdwährungsforderungen bzw. - verbindlichkeiten jeweils bis zu einem Jahr.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens sowie die Entwicklung der Abschreibungen im Geschäftsjahr können aus dem Anhang als Anlage beigefügten Anlagenspiegel entnommen werden.

Umlaufvermögen

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 100 (Vorjahr TEUR 237).

Forderungen gegen Gesellschafter welche auch Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr betreffen, belaufen sich zum Stichtag auf TEUR 96 (Vorjahr TEUR 17).

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen wie im Vorjahr nicht.

Aktive latente Steuern

Die Gesellschaft macht vom Aktivierungswahlrecht für aktive latente Steuern keinen Gebrauch. Aktive latente Steuern bestehen zum Stichtag in Höhe von TEUR 964 und beruhen auf unterschiedlichen Wertansätzen zwischen der Handels- und Steuerbilanz für Rückstellungen und Verbindlichkeiten sowie aus einem bestehenden Verlustvortrag. Der Steuersatz beträgt 32,275 %.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage bleibt unverändert bei TEUR 4.580.

Sonderposten für Investitionszuschüsse

Im Sonderposten für Investitionszuschüsse sind keine neuen Zugänge vorhanden (Vorjahr TEUR 0).

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen ausstehende Konzernumlagen in Höhe von TEUR 3.040 (Vorjahr TEUR 200), erfolgsabgängige Mitarbeitervergütungen in Höhe von TEUR 454 (Vorjahr TEUR 1.155), ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 203 (Vorjahr TEUR 207) und ausstehenden Resturlaub in Höhe von TEUR 169 (Vorjahr TEUR 146).

Verbindlichkeiten

Der Verbindlichkeitenspiegel stellt sich wie folgt dar (in Euro):

Art der Verbindlichkeit Gesamtbetrag mit einer Restlaufzeit bis ein Jahr mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren
EUR EUR EUR EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.895.800,83 1.706.550,87 4.189.249,96 695.654,00
(Vorjahr) (6.478.514,21) (1.238.311,78) (5.240.202,43) (1.398.884,70)
Erhaltende Anzahlungen 2.044.987,39 2.044.987,39 0,00 0,00
(Vorjahr) (0,00) (0,00) (0,00) (0,00)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.649.855,21 8.649.855,21 0,00 0,00
(Vorjahr) (11.900.039,88) (11.900.039,88) (0,00) (0,00)
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter 7.860.947,17 1.064.788,00 6.796.159,17 6.796.159,17
(Vorjahr) (7.613.300,17) (817.141,00) (6.796.159,17) (6.796.159,17)
Sonstige Verbindlichkeiten 492.742,45 492.742,45 0,00 0,00
(Vorjahr) (2.921.368,71) (2.531.139,17) (390.229,54) (0,00)
Summe 24.944.333,05 13.958.923,92 10.985.409,13 7.491.813,17
(Vorjahr) (28.913.222,97) (16.486.631,83) (12.426.591,14) (8.195.043,87)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundschulden an Immobilien in Höhe von TEUR 2.000 (Vorjahr TEUR 2.000) besichert. Es bestehen Sicherungsübereignungen im Zusammenhang mit Maschinenfinanzierungen mit einer Restschuld von TEUR 2.002.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen Branchenübliche Eigentumsvorbehalte.

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Höhe von TEUR 5.520 enthalten (Vorjahr TEUR 7.654). Diese besitzen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestehen aus einem Darlehen in Höhe von TEUR 6.796 (Vorjahr TEUR 6.796), Zinsen von TEUR 1.065 (Vorjahr TEUR 424). Es handelt sich wie im Vorjahr um sonstige Verbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern stellen wie im Vorjahr auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen dar.

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Anlagenfinanzierungen, u.a. im Rahmen eines Sale-and-lease-back Geschäfts, in Höhe von TEUR 121 (Vorjahr TEUR 496) enthalten. Das Sale-andlease-back erfolgte damals zur kurzfristigen Liquiditätsgewinnung.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen und geografischen Regionen ist der nachstehenden Übersicht zu entnehmen:

2023
TEUR
Aufgliederung nach Geschäftsfeldern/Produktgruppen
Eigenfertigung 28.057
Handelsware 31.010
Zwischensumme 59.067
Sonstige Umsätze 756
Summe 59.823
Aufgliederung nach geografischen Märkten/Regionen
Deutschland 56.594
Übriges Europa 3.186
Drittländer 44
Summe 59.823

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Energiepreisbremse in Höhe von TEUR 865 und periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 784 enthalten. Aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse ergaben sich Erträge in Höhe von TEUR 36 (Vorjahr TEUR 41).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten erhebliche Implementierungskosten für das ERP- System SAP S/4 HANA in Höhe von TEUR 1.942. Diese sind als außergewöhnlich nach § 285 Nr. 31 HGB einzustufen. Im Vorjahr war eine einmalige Belastung nach § 285 Nr. 31 HGB in Höhe von TEUR 2.431 aufgrund eines Schadensfalls angefallen. Die gesamten sonstigen betrieblichen Aufwendungen blieben somit im Berichtsjahr mit TEUR 7.494 (Vorjahr TEUR 7.477) auf Vorjahresniveau.

Als periodenfremde Aufwendungen sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen Zuführungen zur Pauschalwertberichtigung auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 243 enthalten.

Die Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung belaufen sich im Berichtsjahr auf TEUR 3 (Vorjahr TEUR 29).

Es erfolgten im Geschäftsjahr keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen.

V. Sonstige Pflichtangaben

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer betrug 129 (Vorjahr 100). Von den beschäftigten Arbeitnehmern entfallen auf Angestellte 43 sowie auf gewerbliche Arbeitnehmer 86.

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurde die Geschäftsführung des Unternehmens ganzjährig durch Herrn Anthony Rodgers (Vorsitzender), und ab dem 16.11.2023 von Herrn Dr. Ulrich Lossen als weiterer Geschäftsführer wahrgenommen.

Bezüglich der Angaben der Gesamtbezüge der Geschäftsführung nach § 285 Nr. 9a) HGB macht die Gesellschaft von der Schutzklausel nach § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch.

Das Honorar des Abschlussprüfers beträgt TEUR 60 zzgl. Nebenkosten und betrifft Abschlussprüfungsleistungen.

Zum Bilanzstichtag bestand im Rahmen der sonstigen finanziellen Verpflichtungen ein Bestellobligo für Rohstoffbeschaffungen in Höhe von TEUR 1.092.

Alleinige Gesellschafterin ist die Emtelle Beteiligungen GmbH, Hamburg. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Emtelle Holdings B.V., Helmond, Niederlande, welche den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis aufstellt, einbezogen. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich.

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Verlust in Höhe von EUR 3.167.220,13 zusammen mit dem Verlustvortrag in Höhe von EUR 168.262,81 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Erfurt, den 31. Juli 2024

Anthony Rodgers, Geschäftsführer

Dr. Ulrich Lossen, Geschäftsführer

Feststellung des Jahresabschlusses und Ergebnisverwendung

Die Gesellschafterversammlung hat am 27. September 2024 den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 festgestellt und beschlossen, den Jahresfehlbetrag 2023 in Höhe von Euro 3.167.220,13 auf neue Rechnung vorzutragen.

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 1.1.2023 Zugang Umbuchungen Stand 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 182.355,94 5.000,00 0,00 187.355,94
182.355,94 5.000,00 0,00 187.355,94
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 7.679.700,27 0,00 0,00 7.679.700,27
2. Technische Anlagen und Maschinen 15.627.477,44 197.660,72 30.600,00 15.855.738,16
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.185.722,41 205.363,81 0,00 1.391.086,22
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 30.600,00 0,00 -30.600,00 0,00
24.523.500,12 403.024,53 0,00 24.926.524,65
24.705.856,06 408.024,53 0,00 25.113.880,59
Abschreibungen
Stand 1.1.2023 Zugang Stand 31.12.2023
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 101.250,94 25.572,00 126.822,94
101.250,94 25.572,00 126.822,94
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 2.543.142,17 254.282,50 2.797.424,67
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.510.081,42 1.173.029,74 7.683.111,16
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 823.238,91 155.778,31 979.017,22
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00
9.876.462,50 1.583.090,55 11.459.553,05
9.977.713,44 1.608.662,55 11.586.375,99
Restbuchwerte
Stand 31.12.2023 Stand 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 60.533,00 81.105,00
60.533,00 81.105,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 4.882.275,60 5.136.558,10
2. Technische Anlagen und Maschinen 8.172.627,00 9.117.396,02
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 412.069,00 362.483,50
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 30.600,00
13.466.971,60 14.647.037,62
13.527.504,60 14.728.142,62

Lagebericht

1. Grundlagen des Unternehmens

Als 100 %-ige mittelbare Tochter der Emtelle Holdings B.V., Helmond, Niederlande, gehört die Emtelle GmbH zu einem international führenden Anbieter und Entwickler von Blown-Fibre Lösungen und Mikrorohrsystemen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Jahr 2023 war die deutsche Wirtschaft weiterhin sowohl durch die Folgen des anhaltenden Krieges in der Ukraine als auch durch starke Preiserhöhungen in den Bereichen der Energie und der Rohstoffe geprägt. Die Inflationsrate (Verbraucherpreisindex insgesamt) im Jahr 2023 lag entsprechend bei 5,9%. Das Bruttoinlandsprodukt sank in 2023 leicht um -0,2% zum Vorjahr (www.destatis.de)

2.2 Entwicklung der Branche

Im Jahr 2023 setzte sich der Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland weiter fort. Die Bundesregierung hatte das Ziel, flächendeckend schnelles Internet bereitzustellen, und es wurden verschiedene Programme und Initiativen gestartet, um den Ausbau voranzutreiben.

Hier sind einige der Entwicklungen im Breitbandmarkt in Deutschland:

Ausbau von Glasfaseranschlüssen: Die Investitionen in den Ausbau von Glasfaseranschlüssen waren weiterhin hoch. Glasfaser gilt als eine der leistungsfähigsten Breitbandtechnologien und ermöglicht hohe Übertragungsraten. Sowohl Telekommunikationsunternehmen als auch lokale Anbieter haben den Ausbau von Glasfasernetzen vorangetrieben.

Vectoring und Super Vectoring: In einigen Gebieten wurde der Ausbau von Vectoring- und Super-Vectoring-Technologien fortgesetzt. Diese Technologien ermöglichen höhere Übertragungsgeschwindigkeiten über herkömmliche Kupferleitungen in Verbindung mit Glasfaserinfrastruktur bis zum Straßenverteiler, wodurch schnelleres Internet in Regionen realisiert werden kann, in denen der Glasfaserausbau noch nicht abgeschlossen ist.

Förderprogramme der Bundesregierung: Die Bundesregierung unterstützte den Breitbandausbau durch verschiedene Förderprogramme und finanzielle Anreize. Kommunen und regionale Anbieter erhielten Unterstützung, um den Ausbau in ländlichen und weniger erschlossenen Gebieten und Bereichen voranzutreiben. 1)

5G-Ausbau: Der Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes setzte sich ebenfalls fort. 5G verspricht nicht nur höhere mobile Datenraten, sondern spielt auch eine Rolle bei der Breitbandversorgung, da es in einigen Gebieten als Alternative zum Festnetzinternet dient.

Der Breitbandausbau entwickelt sich laut OECD in den Industrieländern unterschiedlich schnell. Deutschland lag im Juni 2023 mit einem Anteil von nur 10,05% Glasfaseranschlüssen (FTTH/B) an allen stationären Breitbandanschlüssen weiterhin auf einem der letzten Plätze der OECD Länder (Platz 37 von 39). Der Durschnitt der OECD liegt bei 41,14% 2)

Innerhalb Deutschlands fokussieren die TK-Netzbetreiber den Glasfaserausbau aufgrund politischer und marktorientierter Aspekte, sodass die Anzahl der Homes passed im Juni 2023 auf 35,6% aller deutschen Haushalte gestiegen ist. Dies bedeute ein Plus von 9,2% Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt (Juni 2022). 3)

Die Take-Up-Rate, d.h. der Abschluss eines Glasfaservertrages (Homes Activated) durch die Verbraucher mit Glasfaseranschluss (Homes Connected) stieg im Juni 2023 auf 49%. Dies ist gleichbedeutend mit 4,4 Mio. Haushalten. 3)

Große TK-Netzbetreiber wie z.B. Deutsche Telekom, Deutsche Glasfaser, Vodafone und Telefónica erhöhen ihre Netzausbaugeschwindigkeiten permanent. Sie werden finanziell von verschiedenen, auch ausländischen Großinvestoren, durch langfristige Partnerschaften unterstützt. In der Branche werden kontinuierlich Ausbaukooperationen für einen schnelleren und optimierten Netzausbau vereinbart. 33% der Glasfaser-Hausanschlüsse (Homes Passed) werden von der Deutschen Telekom gebaut, 67% von Wettbewerbern. 3)

Trotz dieser positiven Gesamtentwicklung in den Jahren 2021 bis Mitte 2023 gibt es eine Vielzahl von Risikofaktoren für den weiteren Glasfaserausbau in Deutschland. 3)

Spezifische Risikofaktoren haben erheblichen Einfluss auf den Glasfaserausbau in Deutschland.

Einige der genannten Risiken haben sich im 2. Halbjahr 2023 manifestiert und zu einer Verlangsamung des Ausbaus and Glasfasernetzen in Deutschland und Europa geführt:

1.

(Über-) ambitionierte Ausbauplanungen

Überbevorratung im 1. Halbjahr 2023

Zu hohe Lagerbestände im 2. Halbjahr 2023

2.

Zinssteigerung für Fremdkapital:

Leitzins EZB gestiegen auf 4,5% pa

Verschlechterung der Business Cases "Infrastuktur-Betreiber"

Ausstieg oder Investitionstop durch "Private Equity"

3.

Langsame(re) Projektgenehmigungen von den lokalen Behörden

Generalgenehmigungen

Grabungsgenehmigungen

4.

Mangel an Fachkräften im Tiefbau und Faseroptik-Anschluss

Durch Marktwachstum in 2021/22 mehr unerfahrene Marktteilnehmer

5.

Ankündigung Überbau im Aufbau-befindlicher oder geplanter Glasfasernetze

kleine Betreiber werden durch große Marktspieler (z.B. DT, DGF) versichert

Stopp oder Verzögerung im Aufbau-befindlicher oder geplanter Ausbau

Das Zusammenspiel dieser Entwicklungen hat im 2. Halbjahr 2023 zu einer Marktkonsolidierung und einem signifikanten Nachfragerückgang nach Produkten für den Breitbandausbau geführt.

Quellen:

1)

Telekommunikation: Bundesnetzagentur veröffentlicht Jahresbericht 2022 - Gigabitbüro des Bundes (gigabitbuero.de)

2)

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/415799/umfrage/anteil-vonglasfaseranschluessen-an-allen-breitbandanschluessen-in-oecd-staaten/

3)

https://www.brekoverband.de/site/assets/files/37980/breko_marktanalyse_2023-1.pdf

2.3 Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2023 konnte ein Umsatz von TEUR 59.823 erzielt werden. Dies spiegelt eine Verringerung von 13,1 % gegenüber dem Vorjahr wider. Diese Umsatzverringerung ist hauptsächlich durch die Marktentwicklung gerade im 2. Halbjahr 2023 getrieben.

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

3.1 Vermögenslage

Das Gesamtvermögen der Gesellschaft hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 5.252 auf TEUR 30.796 verringert. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme beträgt 44 % (Vorjahr: 41 %).

Das Vorratsvermögens verändert sich deutlich von TEUR 7.833 auf TEUR 9.494, um auch weiterhin Produktionskontinuität zu garantieren und der vom Kunden gewünschten Produktverfügbarkeit gerecht zu werden.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um insgesamt TEUR 6.192 gesunken. Sie sind überproportional zum Umsatz gesunken und spiegeln die Zahlungsbedingungen in den Rahmenverträgen mit unseren Kunden wider. Wertberichtungen gegenüber unseren Kundenforderungen sind im Jahr 2023 in Höhe von TEUR 343 vorgenommen worden.

3.2 Finanzlage

Im Bereich des kurzfristigen Fremdkapitals haben sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit TEUR 8.650, bestehend aus TEUR 3.130 (Vorjahr: TEUR 4.246) gegenüber Dritten und TEUR 5.520 (Vorjahr: TEUR 8.005) gegenüber verbundenen Unternehmen auf niedrigerem Niveau als im Vorjahr befunden (TEUR 11.900). Die Begleichung der Verbundverbindlichkeiten erfolgt gegenüber anderen Lieferanten weiterhin nachrangig.

Die Gesellschaft ist aufgrund der Ertragsentwicklung von der finanziellen Unterstützung durch die Emtelle Gruppe abhängig. In diesem Zusammenhang wurde seitens der Emtelle Holdings B.V., Helmond, Niederlande, eine Patronatserklärung, die bis zum 31. Dezember 2026 befristet ist, begeben. Bestandsgefährdende Tatsachen wurden vor dem Hintergrund der bestehenden Patronatserklärung nicht identifiziert.

Investitionen in Höhe von TEUR 408 wurden vor allem für die Optimierung der Produktionskapazitäten getätigt.

Zur Sicherstellung der Vorfinanzierung des Working Capital besteht seit dem Jahr 2023 ein erweiterter Finanzierungsrahmen mit der Commerzbank.

3.3 Ertragslage

Die Emtelle GmbH steuert ihr Unternehmen durch finanzielle Leistungsindikatoren im Wesentlichen anhand der Umsatzerlöse, der Rohertragsquote und dem Jahresergebnis. Die Umsatzerlöse sanken um 13,1 % auf insgesamt TEUR 59.823 (Vorjahr TEUR 68.844) und das Jahresergebnis sank auf TEUR -3.167 (Vorjahr TEUR 781).

Gegenüber der Planung liegt der erzielte Umsatz mit TEUR 59.823 ca. 23 % darunter. Das Jahresergebnis i. H. v. TEUR -3.167 lag aufgrund der Kosten für die Einführung von SAP S4 HANA und dem gesunkenen Umsatz deutlich unter dem geplanten Jahresergebnis. Die Rohertragsquote lag mit 31 % leicht über dem Vorjahresniveau von 29 % und etwas über der Planung.

Das Niveau der Personalkosten stieg im Jahr 2023 gegenüber Vorjahr um 20 % (+TEUR 1.252) an, im Wesentlichen verursacht durch Personalzuwächse sowie inflationsbedingte Lohn- und Gehaltssteigerungen in den Bereichen Produktion, Vertrieb und Logistik.

Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft schätzen wir als stabil ein. Die Rohstoffeinkaufspreise haben sich auch im Jahr 2023 stabilisiert und die Verkaufspreise konnten entsprechend angepasst werden.

3.4 Nichtfinanziellen Leistungsindikatoren

Die Emtelle GmbH nutzt als wesentliche Parameter die Materialausschussquote und die Einhaltung der Verhaltensregeln zur Sicherheit und Gesundheit.

Die Materialausschussquote konnte weiter gesenkt werden auf 11,0 % (Vorjahr: 12,3 %). Hinsichtlich der Einhaltung der Verhaltensregeln streben wir eine Unfallhäufigkeit von Null an. Im Geschäftsjahr 2023 wurden 23 leichte Unfälle (Vorjahr: 38) gemeldet (z.B. Schnittwunden und Prellungen).

4. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

4.1 Allgemeine Entwicklungserwartung

Die Anzahl der in Deutschland mit Glasfaseranschlüssen versorgten oder unmittelbar zu erreichenden Endkundinnen und Endkunden (sogenannte "homes passed") soll sich bis Ende des Jahres 2024 auf 21,3 Millionen erhöhen. Das entspricht einem Zuwachs von 29% oder 4,8 Millionen Anschlüsse innerhalb eines Jahres und mehr als einer Verdreifachung gegenüber Ende 2020 (6,7 Millionen). Bis 2029 soll die Anzahl an Homes passed in Deutschland auf 38,6 Millionen steigen. Dies entspricht einem weiteren Wachstum von 81% oder 17,3 Millionen zusätzlichen Glasfaser-Hausanschlüssen.

Deutschland stellt somit den größten FttH-Wachstumsmarkt in Europa gefolgt von UK (+ 9,2 Mio. FttH-Anschlüsse) dar.1)

Durch die Marktkonsolidierung im 2. Halbjahr 2023 sind im Geschäftsjahr 2024 vereinzelt Insolvenzen einzelner Marktteilnehmer, insbesondere Bauunternehmen zu beobachten (z.B. Soli Infratechnik GmbH).2) Gleichzeitig bereichern Firmen aus dem europäischen Ausland (Spanien, Portugal, Polen, Baltische Staaten, Griechenland, Nordmazedonien, etc.) den Markt mit bauausführenden Ressourcen.

Quellen:

1)

FTTH/B Forecast for Europe 2023-2029, FttH Council Europe, March 2024

2)

https://app.insolvenz-portal.de/Nachrichten/soli-infratechnik-wird-restrukturiert/28706

4.2 Risiko- und Chancenbericht

4.2.1 Risiken

Seit dem zweiten Halbjahr 2023 ist zu beobachten, dass kleinere Marktteilnehmer durch den Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus Finanzierung- und Zahlungsschwierigkeiten haben. Einzelne Tiefbauunternehmen mussten sogar Insolvenz anmelden. Die Bonitätsprüfung und -überwachung nehmen daher eine gestiegene Bedeutung in der Geschäftsabwicklung ein.

Die Forderungen unterliegen einem Ausfallrisiko, das heißt dem Risiko, dass Geschäftspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können und somit ein Ausfall der Forderung zu verzeichnen ist. Diesem Risiko wird über eine Beurteilung der Bonität der Kunden im Vorfeld des Eingehens einer Geschäftsbeziehung vorgesorgt und durch die laufende Überwachung entgegengewirkt. Damit wird das Risiko sowohl antizipativ als auch laufend in die Risikobeurteilung einbezogen. Daneben wird das Risiko bilanziell über Wertberichtigungen im Jahresabschluss berücksichtigt. Darüber hinaus sind wir Liquiditätsrisiken und Zahlungsschwankungen ausgesetzt, denen über eine stetige Überwachung der Liquidität und ein entsprechendes Cash-Management begegnet wird. Auf den Einsatz derivativer Finanzinstrumente wird vollständig verzichtet.

War das erste Halbjahr 2023 von weiterem Nachfragewachstum von Mikrorohren und Rohrverbünden geprägt, ist das zweite Halbjahr 2023 von einer Marktkonsolidierung. Mangelnde Tiefbaukapazitäten und der Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus haben dazu geführt, dass viele Netzbetreiber ihre sehr ambitionierten Ausbaupläne nicht, oder nur verzögert, umsetzen können. Dies hat zu einem Anstieg der Produktbestände bei den Kunden der Gesellschaft und folglich zu einem Rückgang der Nachfrage nach Produkten der Emtelle GmbH geführt. Die Gesellschaft hat auf diesen Nachfragerückgang im zweiten Halbjahr 2023 mit einer Anpassung ihrer personellen Kapazitäten reagiert. Seit Ende des ersten Quartals 2024 verzeichnet die Emtelle GmbH wieder steigende Auftragseingänge und Umsätze.

Um diese gestiegenen Aufträge termingerecht bedienen zu können, müssen die personellen Kapazitäten wieder erweitert werden. Dabei wirkt sich der Fachkräftemangel in Deutschland auch auf die Emtelle GmbH aus. Diese Herausforderung begegnet das Unternehmen mit einer erweiterten Personalabteilung und einer intensiveren Zusammenarbeit mit Personaldienstleistern.

Die Ukrainekrise führte in 2022 zu einem deutlichen Anstieg der Energiepreise. Dies führte zu einem Anstieg der Herstellkosten. Seit Beginn 2023 sind die Energiepreise gegenüber den Höchstwerten aus 2022 wieder signifikant gefallen, bewegen sich aber auch in 2024 immer noch auf einem hohen Niveau, welches die Ertragssituation weiterhin belastet.

Im zweiten Quartal 2023 hat die Gesellschaft SAP in den Bereichen des Vertriebs, der Produktion (und Produktionsplanung), der Qualität, der Logistik, des Einkaufs und in der Buchhaltung eingeführt. Die anfänglichen Startschwierigkeiten konnten bis heute weitgehend gelöst werden. Für das laufende Jahr 2024 bedarf es weiterer, kontinuierlicher Optimierungsmaßnahmen, um die Effizienzpotentiale von SAP zu heben.

Die Gesellschaft ist aufgrund der Ertragsentwicklung von der finanziellen Unterstützung durch die Emtelle Gruppe abhängig. In diesem Zusammenhang wurde seitens der Emtelle Holdings B.V., Helmond, Niederlande, eine Patronatserklärung, die bis zum 31. Dezember 2026 befristet ist, begeben. Bestandsgefährdende Tatsachen wurden vor dem Hintergrund der bestehenden Patronatserklärung nicht identifiziert.

4.2.2 Chancen

Die Glasfaser-Ausbaustrategie von Bund und Ländern stimulieren auch in den kommenden Jahren mit ihren Förderprogrammen den Kernmarkt der Emtelle GmbH. Großprojekte und ein flächendeckender Glasfaserausbau sind die Folge. Die daraus entstandenen und entstehenden Marktpotentiale werden systematisch genutzt.

Die Wichtigkeit einer systematisch ausgebauten Glasfaserinfrastruktur ist seit Langen in der Politik und in der Wirtschaft angekommen und wird von allen Seiten fokussiert. Die dringenden Bedarfe an hohen Übertragungsbandbreiten ziehen sich durch alle Wirtschaftsbranchen. Es wird offen über den Standortfaktor Glasfaserinfrastruktur gesprochen. Die Emtelle reagierte und reagiert auf die deutlich steigenden Bedarfe an passiven Netzkomponenten mit weiterem Ausbau von Produktionsressourcen.

Die "Gigabitstrategie" der Bundesregierung sieht vor, dass bis 2025 mindestens 50 % der deutschen Haushalte einen Glasfaseranschluss besitzen oder mit schnellem Internet über einen modernen Mobilfunkstandard versorgt werden. (Quelle: Gigabitstrategie der Bundesregierung, 13.07.2022)

Deutschland stellt in den kommenden 5 bis 10 Jahren den größten FttH-Markt in Europa gefolgt von UK (+ 9,2 Mio. FttH-Anschlüsse) dar.1) Die Emtelle Gruppe ist für dieses Wachstum sehr gut aufgestellt als FttH-Systemanbieter mit 2 Fabriken in/für Deutschland (Erfurt + Sonderfelding in DK) und 2 Fabriken in UK (Hawick, Jedburgh). Zum Kundenstamm der Emtelle GmbH gehören Großkunden wie überregionale und regionale Netzbetreiber, Großhändler, Stadtwerke und Gemeinden, sowie Generalunternehmer die FttX-Projekte realisieren.

Die Chancen für die Emtelle GmbH beschränken sich aber nicht nur auf Deutschland. Sowohl in Österreich als auch in Kroatien wächst die Nachfrage nach den Produkten.

Emtelle versteht sich als kompletter System- und Lösungsanbieter im FttH-Ausbau. Emtelle arbeitet ständig an der Weiterentwicklung seines Produktportfolios und innovativen Lösungen zum FttH- Ausbau. Emtelle hat verschiedene innovative Produkte mit Schwerpunkt auf werksseitige Vorinstallation entwickelt, die in vielen Großprojekten verwendet werden. Mit diesen Emtelleproduzierten vorinstallierten Produkten werden systematisch marktbedingte Engpässe der Installationsressourcen reduziert, Projekte schneller fertiggestellt und deutliche Kostenersparnisse projektseitig realisiert.

4.3 Zusammenfassung und Prognose

Das Geschäftsjahr 2023 lässt sich zusammenfassend in zwei Halbjahre aufteilen. Das erste Halbjahr zeichnete sich durch eine sehr hohe Nachfrage nach Produkten der Emtelle GmbH aus. Das zweite Halbjahr 2023 ist geprägt von einer Marktkonsolidierung und einem temporären Rückgang der Nachfrage nach Produkten für den Breitbandausbau.

Zusammenfassend erzielte die Emtelle GmbH für das Geschäftsjahr 2023 ein Umsatzniveau von TEUR 59.823. Das Jahresergebnis 2023 sank durch die höheren Konzernumlagen aufgrund von Sonderkosten aus der SAP-Einführung auf ein negatives Jahresergebnis von TEUR 3.167.

Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir ein Ende der Marktkonsolidierung und eine entsprechende Markterholung, in dessen Folge von einer Erholung der Umsätze auszugehen ist. Entsprechend wird für das Geschäftsjahr 2024 ein Umsatzniveau in der Größenordnung des Vorjahres 2023 (ca. 60 Mio. Euro) und ein ausgeglichenes bis leicht positives Jahresergebnis prognostiziert. Es ist Ziel der Gesellschaft die Materialausschussquote stabil zu halten oder durch kontinuierliche Verbesserungen weiter zu senken.

 

Erfurt, den 31. Juli 2024

Emtelle GmbH

Anthony Rodgers, Geschäftsführer

Dr. Ulrich Lossen, Geschäftsführer

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die EMTELLE GmbH, Erfurt

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der EMTELLE GmbH, Erfurt - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der EMTELLE GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Dresden, 31. Juli 2024

BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Hohmann, Wirtschaftsprüfer

gez. Assmann, Wirtschaftsprüferin

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