Stulz Holding GmbH
Holsteiner Chaussee 283, 22457 Hamburg, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christoph Wenk seit 18.12.2025 | Prokura |
Alexander Tobias Stulz seit 18.12.2025 | Prokura |
Christian Stulz seit 13.10.2014 | Geschäftsführer |
Marc-Oliver Stulz seit 13.10.2014 | Geschäftsführer |
Jürgen Stulz seit 26.7.2002 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% | |
| 100.00% |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Stulz Verwaltungs GmbH & Co. KGHamburgKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022Stulz Verwaltungs GmbH & Co. KG, Hamburg1. Grundlagen des Konzerns 1.1 Geschäftsmodell des Unternehmens Der Stulz-Konzern gliedert sich in die beiden Sparten Kunststoff- und Klimatechnik. Der Konzern verfügt über Produktions- und Vertriebsgesellschaften im Inland und europäischem Ausland, in China, in Südostasien, in Australien, in Neuseeland, in Indien, in Japan, in Südafrika sowie in Nord- und Südamerika. Vom Konzern-Umsatz werden ungefähr 64% (Vorjahr: 62%) im Ausland erzielt. Hauptumsatzträger der Kunststofftechnik sind Module und Systeme aus Kunststofferzeugnissen für die Automobilindustrie - insbesondere für die Bereiche Motorraum, Interieur und Exterieur. Die Produktionsstätten befinden sich in Deutschland, USA, China, Mexiko, Südafrika und Indien. Auf Grund der klaren Fokussierung besteht eine starke Abhängigkeit von der Konjunkturentwicklung in der Automobilindustrie. Der Vertrieb erfolgt weltweit direkt an die Automobilhersteller bzw. andere OEMs. Der Geschäftsbereich Klimatechnik plant, projektiert und installiert raumlufttechnische Anlagen, entwickelt, konstruiert und produziert Präzisionsklimageräte und vertreibt weltweit Komfortklimageräte sowie Be- und Entfeuchtungssysteme. Präzisionsklimageräte werden im Schwerpunkt in Rechenzentren und sonstigen kritischen Anlagen eingesetzt, in denen eine konstante Temperatur und Feuchtigkeit sowie eine durchgehende Betriebsaktivität zwingend erforderlich ist. Die Geräte werden üblicherweise an die Bedürfnisse der Kunden so angepasst, dass man von einer Einzelfertigung sprechen kann. Der Geschäftsbereich Klimatechnik bietet ein breites spezialisiertes Portfolio an und verfolgt somit konsequent die Strategie des "One-Stop-Shop"-Ansatzes für Klimatisierungslösungen. Zudem besteht ein weltumspannendes Servicenetz zur Durchführung von Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. Im Ausland ist der Bereich Klimatechnik mit Tochtergesellschaften in England, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Niederlanden, Belgien, Österreich, Schweden, Australien, Neuseeland, China, Indien, Südafrika, USA, Mexiko, Brasilien, Indonesien und in Singapur vertreten. Weiterhin werden die Eigenprodukte über ein Partnernetzwerk in über 140 Länder weltweit vertrieben. Produktionsstandorte befinden sich neben dem Hauptsitz Hamburg in den USA, Italien, Spanien, England, China, Brasilien und in Indien. Der Markt der Präzisionsklimainstallationen in Rechenzentren ist geprägt durch den nach wie vor wachsenden Bedarf an Storage-Kapazitäten sowie der anhaltenden Notwendigkeit, Energiekosten zu senken. Die Anforderung, Temperatur und Feuchtigkeit so präzise wie möglich zu steuern, wurde in den letzten Jahren durch den amerikanischen Berufsverband der Klimatechnik (ASHRAE) reduziert. Es wurde eine größere Temperaturbandbreite für die eingebaute IT-Ausstattungen festgelegt. STULZ-Geräte erfüllen alle Voraussetzungen im besonderen Maße. Darüber hinaus schafft die Verbreiterung der Produktpalette durch Kaltwassersätze, Air Handler und das Verfahren "Direct Chip Cooling" die Möglichkeit, allen möglichen Anforderungen des Kunden gerecht zu werden. Klima- und Befeuchtungsprodukte werden unter dem Handels-Label "S-Klima" in Räumlichkeiten eingesetzt, in denen sich Menschen üblicherweise aufhalten. 1.2 Forschung und Entwicklung Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wieder erhebliche Aufwendungen für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die im Stulz-Konzern nicht aktiviert werden, betrugen im Geschäftsjahr ca. Mio. € 16,6 (Vorjahr Mio.€ 16,0). Der Bereich Kunststofftechnik sieht sich als Partner der Automobilhersteller und versucht, durch eine frühe Einbindung in den Produktentwicklungsprozess technologische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu nutzen. Montaplast verfügt über langjährige Entwicklungspartnerschaften mit weltweit tätigen Automobilherstellern. Neben der Entwicklungsabteilung in Morsbach verfügt die Gesellschaft über mehrere Entwicklungsbüros im In- und Ausland. In diesem Bereich waren 72 Angestellte im Geschäftsjahr 2022 tätig. Außerdem greift die Gesellschaft im Bereich Entwicklung auch auf externe Dienstleister zurück. Da der Geschäftsbereich weiterhin an neuen Fertigungsmethoden arbeitet, sind im abgelaufenen Geschäftsjahr erhebliche Aufwendungen im Bereich Forschung und Entwicklung angefallen. In der Abteilung Werkzeugbau werden im Auftrag der Automobilhersteller die notwendigen Produktionsmittel (Werkzeuge, Vorrichtungen) hergestellt. Außerdem werden Entwicklungen im Kundenauftrag durchgeführt. Im Bereich Klimatechnik schreitet das internationale Schlüsselentwicklungsprojekt "New Global STULZ Controller" weiter voran. Die Entwicklung der CyberAir3 CW- Serie ist abgeschlossen und die Geräte werden mit dem neuen Global Controller "E2" ab Q3/2023 angeboten. Im Fokus der Anstrengungen steht nach wie vor die Transformation der vorhandenen umfangreichen Software-Regelalgorithmen auf das neue Betriebssystem. Alle neuen Produkte werden unter Berücksichtigung der Optimierung/Reduzierung des Energieverbrauchs gestaltet. Durch den verstärkten Einsatz neuer "Low GWP ("global warming potential")" Kälte-mittel wird auch ein positiver Einfluss auf das relative Treibhauspotential unserer Geräte realisiert. In Reaktion auf die aktuell laufenden Diskussionen um die aktualisierte F-Gas-Verordnung (Veröffentlichung voraussichtlich Ende 2023/ Anfang 2024) wird es weiterführende Betrachtungen zu anderen, alternativen "Low-GWP" Kältemitteln geben. Auch wird in Anbetracht der Tatsache, dass die Wärmelasten pro Rack weiter steigen, die Diskussionen bezüglich "Liquid Cooling" lauter. Liquid Cooling bedeutet, dass die Server nicht mehr ausschließlich über Luft gekühlt werden, sondern über Flüssigkeiten. Dies ist energetisch an der einen oder anderen Stelle sinnvoll, erfordert aber eine intensivere Planung. Im Zusammenhang mit Liquid Cooling wird zukünftig aber auch weiterhin Luftkühlung benötigt, die sich mehr in Richtung der Server-Racks bewegen wird. Von daher ist eine Überarbeitung der bestehenden Produkte (CyberRow, CyberRack Active Rear Door) notwendig. Die Spezifikationsphase ist bereits angelaufen. In der gesamten Entwicklung arbeiteten im Jahresdurchschnitt 21 Mitarbeiter. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Im Jahre 2022 wurde in der zweiten Jahreshälfte das Pandemiegeschehen weitgehend überwunden und damit einhergehende Beeinträchtigungen - wie Kontakt- und Mobilitätsbeschränkungen oder Einschränkungen der Geschäftstätigkeit - in weiten Teilen der Welt aufgehoben. Die Weltwirtschaft blieb im Jahr 2022 infolge des Ukraine-Krieges, weltweit anziehender Inflation und Konjunkturabkühlung unter ihren prognostizierten Erwartungen nach Abklingen der Covid-Pandemie und verzeichnete ein Wachstum von 3,2% (Vj. 5,8)%.1. Die durchschnittliche Expansionsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) lag sowohl bei den fortgeschrittenen Volkswirtschaften als auch bei den Schwellenländern unter dem Trend des Vorjahres. Belastend wirkten die steigenden Material- und Energiepreise im Zuge des Ukraine-Krieges sowie die konjunkturell dämpfende Wirkung signifikant ansteigender Zinsen an den Kapitalmärkten als Folge der Inflationsbekämpfung der Notenbanken. Auf nationaler Ebene war in der zweiten Jahreshälfte auch die Erholungsdynamik davon abhängig, inwieweit die Covid-19-Pandemie und die hiermit verbundenen noch bestehenden Einschränkungen nach und nach aufgehoben werden konnten. Die Regierungen zahlreicher Länder hielten an ihrer expansiven Fiskalpolitik zur Eindämmung von Angebotsschocks insbesondere im Energiesektor fest, während die Notenbanken eine Wende hin zu einer restriktiven Geldpolitik vollzogen. Entsprechend erhöhte sich das Zinsniveau vergleichsweise stark und erreichte wieder ein Niveau im mittleren langfristigen Bereich. Die Preise für viele Energie- und sonstige Rohstoffe stiegen im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich an, wobei Engpässe bei Vorprodukten und seltenen Rohstoffen weiterhin Bestand hatten. Im weltweiten Durchschnitt erhöhten sich die Verbraucherpreise schneller als im Jahr 2021; der globale Güterhandel wuchs dennoch weiterhin im Berichtsjahr. Die Wirtschaft in der Europäischen Union verzeichnete im Jahr 2022 mit +3,5% (Vj.5,3 % 1 ) insgesamt ein positives Wachstum. Diese Entwicklung war bei allen nord- und südeuropäischen Ländern zu beobachten. Grund dafür war unter anderem der in vielen Ländern der Wirtschaft anhaltende Nachholungsbedarf nach Überwindung der Pandemie. Zugleich wurde die wirtschaftliche Erholung jedoch durch den Ukraine-Konflikt und damit verbundenem Anstieg von Inflation und Angebotsknappheit an den Energiemärkten belastet. In Frankreich (+2,6 % 2 ), Italien (+3,8 %) und Spanien (+5,5% 1 ) wuchs das BIP 2022 besonders dynamisch. In den osteuropäischen EU-Ländern (+4,1 % 1 ) lag das Wachstum trotz vergleichbarer zuvor genannter Belastungsfaktoren auf etwas höherem Niveau wie das der west-europäischen EU-Länder (+2,1% 1 ). Deutschlands Wirtschaftsleistung verzeichnete im Berichtsjahr mit +1,9 (Vj. 2,9) % 1 eine positive Wachstumsrate. Im Verlauf des Jahres blieb der Arbeitsmarkt auf stabilem Niveau - die Arbeitslosenquote blieb auf unverändertem Niveau und die Zahlen der Kurzarbeiter sanken. In einigen Sektoren der Volkswirtschaft ist ein ansteigender Trend hinsichtlich eines Fachkräftemangels zu verzeichnen. Im Zuge des dynamischen Anstiegs bei Energie- und Verbraucherpreisen wurde auch das Verbrauchervertrauen und die Konsumneigung der Verbraucher negativ beeinträchtigt, gleiches gilt für die Stimmung und Geschäftserwartung im Industrie- und Dienstleistungssektor (Quelle ifo-Index). Unsicherheiten hinsichtlich des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) und das damit verbundene neue Handels- und Kooperationsabkommen konnten im Berichtsjahr 2022 weitgehend überwunden werden. Die Wirtschaft im Vereinigten Königreich (2022: +4,0 % 1 ) erholte sich weiter auf ihrem Trend aus dem Vorjahr (2021: +7,4 %), gleichwohl wirkten auch hier dämpfend die Belastungen aufgrund eines hohen Anstiegs der Konsumenteninflation und der Energiepreise sowie der Mangel an Arbeitskräften in den Logistikketten und im Handwerk.
1 Quelle: OECD Economic Outlook March 2023
Das Wachstum der US-amerikanischen Wirtschaftsleistung schwächte sich innerhalb des Berichtsjahres mit +2,1 (Vj. 5,7%) 1 etwas ab. Zur Stärkung der Wirtschaft beschloss die US-Regierung im zweiten Quartal 2022 ein weiteres umfangreiches Förderpaket (Inflation Reduction Act). Die US-Notenbank begann mit einem kontinuierlichen Anstieg der Zinsen mit der Bekämpfung des signifikanten Inflationsanstiegs. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung verzeichneten eine weiterhin niedrige Entwicklung. Dies schlug sich entsprechend in einer Verringerung der Arbeitslosenquote nieder, die im Berichtsjahr im Vergleich zum pandemiebelasteten Vorjahr deutlich sank, mit 3,7 (5,3 %)2 und somit wieder das Vorkrisenniveau von 2019 erreichte. Die chinesische Wirtschaft, die den negativen Effekten der Covid-19-Pandemie bereits früher als andere Volkswirtschaften ausgesetzt war und im Jahr 2022 weiterhin vereinzelt aufgetretenen Ausbrüchen mit einer strikten Null-Covid-Strategie begegnete, wuchs deutlich schwächer als in den Vorjahren mit +3,0 (Vj. 8,1 %) 1. Indien registrierte bei zwischenzeitlich und verhältnismäßig hohen Infektionszahlen mit +6,9 (Vj. 8,7%)1 ein weiterhin starkes Wachstum. Viele andere Schwellenländer in Asien, unter anderem Indien, Malaysia und Thailand konnten trotz zeitweiser restriktiver Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionswellen in der ersten Jahreshälfte 2022 insgesamt in der Region 2022 noch ein Wachstum um 6,0 %1 erreichen. Die Konjunktur in Japan und Südkorea wurde ebenfalls durch die globalen Inflations- und Zinsanstiegsfaktoren beeinträchtigt. Der Erholungstrend nach Überwindung der Pandemie schwächte sich auch hier weiter ab. Die Exporte wuchsen zwar weiterhin, wurden durch den Wachstumsrückgang in China und Lieferengpässe in der Automobilindustrie jedoch auch weiterhin beeinträchtigt. Insgesamt nahm das BIP in Japan nur um 1,0 % 1 zu (2021: +1,7 %). In Südkorea war das Wachstum mit 2,6 % (2021: 4,0 %)1 etwas höher mit jedoch gleichem Trendverlauf. Die Wirtschaft Brasiliens verbuchte im Jahr 2022 einen Anstieg von 3,0 (Vj. +5,0 %) 1. Allerdings wurde die Inlandsnachfrage in einigen Ländern Südamerikas durch Währungsabwertungen und steigende Inflationsraten gedämpft. In diesem Umfeld waren die Wechselkursentwicklungen volatiler ausgeprägt als noch im Jahr zuvor. Der Kurs des US-Dollars zum Euro bewegte sich im Jahresverlauf in einer Bandbreite zwischen 0,9596 und 1,14563. Zum Jahresende 2022 war der Euro rund 5 Prozent schwächer als zum Jahresende 2021. Beim japanischen Yen ergab sich eine Schwankungsbreite zum Euro von 138,18 bis 151,713. Im Jahresendvergleich ergab sich eine Aufwertung des Euro um gut 5 Prozent. Der Wert des britischen Pfunds gegenüber dem Euro war zum Jahresende 2022 im Vergleich zum Vorjahresabschluss um etwa 6 Prozent niedriger 3. Gegenüber dem brasilianischen Real wertete der Euro um rund 12 Prozent ab 3 , im Vergleich zum chinesischen Yuan betrug die Aufwertung des Euro rund 3 Prozent3. 2.2Branchenbezogene Rahmenbedingungen Aufgrund der klaren Fokussierung besteht im Geschäftsbereich Kunststofftechnik eine starke Abhängigkeit von der Konjunktur der Automobilbranche. Die internationalen Automobilmärkte haben ein weiteres herausforderndes Jahr 2022 hinter sich, welches von sehr unterschiedlichen Dynamiken geprägt war:
2 Quelle: Bureau of Labour Statistics 02.03.2023
Während die Märkte in Europa (EU27, EFTA & UK), Japan und den USA hinter dem Vorjahresniveau zurückblieben, legte der Absatz in China deutlich zu. Insbesondere der Mangel an Vorprodukten und Rohstoffen, die deutlich gestiegenen Preise für Energie und Logistik sowie die durch den russischen Angriffskrieg ausgelöste Unsicherheit verhinderten ein besseres Ergebnis auf den internationalen Automobilmärkten. Insgesamt blieb der Pkw-Weltmarkt 2022 auf Vorjahresniveau. Es wurden 71,2 Millionen Pkw abgesetzt. Für das Jahr 2023 geht der VDA für den Pkw-Weltmarkt von einem Plus von 4 Prozent auf 74,0 Mio. Einheiten aus. Im Jahr 2022 wurden auf dem europäischen Pkw-Markt 11,3 Mio. Neufahrzeuge zugelassen, rund 4 Prozent weniger als im Vorjahr. 4 Damit blieb auch im vergangenen Jahr die Erholung von den pandemiebedingten Rückgängen der beiden Vorjahre aus. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 war der Absatz im zurückliegenden Jahr um 29 Prozent reduziert. Die fünf größten Einzelmärkte entwickelten sich im abgelaufenen Jahr mehrheitlich negativ: Während die Neuzulassungen in Deutschland um 1 Prozent zulegten, reduzierte sich das Marktvolumen im Vereinigten Königreich (-2 Prozent), Spanien (-5 Prozent) und in Frankreich (-8 Prozent). In Italien reduzierte sich das Neuzulassungsvolumen gar um 10 Prozent.4 Im Dezember legte der europäische Pkw-Markt gegenüber dem Vorjahresmonat um 15 Prozent auf 1,1 Mio. neu zugelassene Pkw zu. Das negative Jahresergebnis aber konnte auch dieser Jahresendspurt nicht verhindern. 4 Auf dem chinesischen Pkw-Markt wurden im vergangenen Jahr 23,2 Mio. Neufahrzeuge verkauft. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Rückgänge aus dem Frühling, als Lockdowns in wichtigen Absatzregionen für ein stark eingeschränktes Geschäft sorgten, wurden auch dank einer Steuerreduktion auf einen Großteil der verkauften Fahrzeuge im zweiten Halbjahr wieder wettgemacht. Zum Jahresende wurden in China im Dezember gut 2,2 Mio. Neufahrzeuge abgesetzt, 6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 4 In den USA sind die Light-Vehicle-Verkäufe (Pkw und Light Trucks) im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr 2021 um 8 Prozent auf 13,7 Mio. Fahrzeuge zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 war der Markt 2022 gut 3,2 Mio. Fahrzeuge kleiner. Der Absatz von Light Trucks (-6 Prozent gegenüber 2021) entwickelte sich dabei im vergangenen Jahr weniger schwach als der Absatz von Pkw (-15 Prozent gegenüber 2021). Im Dezember 2022 steht mit 1,3 Mio. neu zugelassenen Light Vehicle ein leichtes Wachstum von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu Buche. 4 In Japan ist der Absatz von fabrikneuen Pkw im vergangenen Jahr zum vierten Mal in Folge zurückgegangen. Mit gut 3,4 Mio. verkauften Pkw im Jahr 2022 lag das Marktvolumen 6 Prozent unter dem des Vorjahres. Im Dezember wurden 284.300 Pkw verkauft, 1 Prozent mehr als im Dezember 2021. 4 In Russland sind die Light-Vehicle-Verkäufe im Jahr 2022 um 59 Prozent auf knapp 687.400 Einheiten eingebrochen. Aufgrund des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine hatten sich ab März 2022 zahlreiche internationale Automobilhersteller aus Russland zurückgezogen. 4 Auf dem indischen Pkw-Markt wurden 2022 knapp 3,8 Mio. Pkw abgesetzt. Das ist fast ein Viertel mehr als im Vorjahr (+23 Prozent). Im Jahresendspurt wurden im Dezember 235.300 fabrikneue Fahrzeuge verkauft, 7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 4 Der brasilianische Light-Vehicle-Markt (Pkw und Light Duty) beschloss das Jahr 2022 knapp unter dem bereits schwachen Vorjahresniveau. Knapp 2,0 Mio. neu zugelassene Fahrzeuge bedeuten ein Minus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 besteht ein Defizit von 26 Prozent. Im Dezember 2022 wurden in Brasilien 202.200 Fahrzeuge abgesetzt, 4 Prozent mehr als im Dezember des Vorjahres. 4
4 VDA - Automobilmärkte 2022 v. 18.01.2023
Der Geschäftsbereich Klimatechnik ist weltweit mit eigenen Produktions- und Vertriebsunternehmen tätig. Neben der Industrie und Dienstleistungen sind für den Bereich der Telekommunikations- (TK) und Informationstechnologiesektor (IT) bedeutend. Die Gesellschaften der Klimatechnik sind Anbieter für Klimatisierungslösungen für betriebskritische Anwendungen, insbesondere für Rechenzentren. Zudem werden Be- und Entfeuchtungssysteme in die Lösungen einbezogen. Der Markt der Präzisionsklimainstallationen in Rechenzentren ist sehr dynamisch und geprägt durch den nach wie vor wachsenden Bedarf an Storage-Kapazitäten sowie der Notwendigkeit, Energiekosten zu senken. Die Kunden haben eine hohe Verhandlungsmacht durch das breite Angebot an unterschiedlichen Lösungen, die sich hauptsächlich in technologischer Effizienz und Präzision sowie Investmenthöhe unterscheiden. Die Beratungsqualität und das technische Know-How haben einen hohen Einfluss. Die Klimatechnik setzt den Fokus auf effiziente Lösungen. Die Minimierung der "Total Cost of Ownership" bietet einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Das Produktportfolio wurde in den Vorjahren um Air Handling-Lösungen und Mikro-Rechenzentren erweitert. Mit der strategischen Partnerschaft mit "CoollIT Systems Inc. und der Chip-to-Atmosphere-Kühllösung erschließt der Bereich das wachsende Segment der Hochleistungs-Workstations in High-Density-Umgebungen. Der Bereich Klimatechnik bietet ein breites spezialisiertes Portfolio an und stellt einen "One-Stop-Shop" der Klimatisierungslösungen dar. Die Klimatechnik ist ein Vollsortimenter und Servicedienstleister in den Segmenten Rechenzentren/Technische Anlagen und Komfortklimatisierung. Hierbei wird vom einzelnen 5G-Sendemast bis zum Hyperscale-Rechenzentrum abgedeckt. Einer unserer Leitsätze ist: Nah am Kunden, nah an der Technik, nah an der Umwelt - mit Herz und Verstand stellen sich unsere Mitarbeiter den Herausforderungen der Zukunft. Der Einsatz fortschrittlicher Techniken ist für uns selbstverständlich. 2.3 Geschäftsverlauf Die Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von Mio. € 1.387 erwirtschaftet und liegt mit Mio. € 285 über dem Vorjahr. Die Umsatzsteigerung resultierte trotz der anhaltenden Einschränkungen der Coronapandemie zum einen aus dem Geschäftsbereich Klimatechnik, welcher einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichnen konnte. Ursächlich hierfür war eine verstärkte Nachfrage nach Präzisionsklimageräten und Systemlösungen für die Erweiterung von Rechenzentren, getrieben insbesondere durch die weitere Digitalisierung während der Coronapandemie. Die Entwicklung betrifft sowohl die Inlands- als auch die Auslandsmärkte. Der Bereich Kunststofftechnik konnte zum anderen im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr wieder steigende Artikelumsätze generieren. Ursächlich dafür war eine Entspannung der Verfügbarkeit von Halbleitern, welche sich insbesondere noch im Vorjahr ab dem 2. Quartal 2021 negativ auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt hatte, sowie eine generelle leichte Erholung der Branchenkonjunktur nach Abklingen der Pandemieeinflüsse aus dem Vorjahr. Um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden, wurden im Bereich Klimatechnik mehrere Beteiligungsakquisitionen in den letzten Jahren abgeschlossen und das Produktportfolio fortlaufend rund um das Rechenzentrum erweitert. 2022 wurden weiterhin die vernetzten Strukturen ausgebaut. Eindeutiges Ziel des Bereichs Klimatechnik ist der Aufbau eines umfassenden Produktspektrums, so dass jedem Kunden eine komplette Klimalösung mit allen Kühlmethoden für ein Rechenzentrum aus einer Hand angeboten werden kann. Die Integration der neuen Tochtergesellschaften in die Gruppe und im Besonderen die Vernetzung der Vertriebsstrukturen stand im Berichtsjahr im Fokus. Der Bereich erweitert sukzessive seine Angebotspalette an Komponenten und Technologien, die zur Kühlung von Rechenzentren notwendig sind. Die Entwicklungen im Bereich Kunststofftechnik hängen direkt mit den Entwicklungen der Automobilmärkte zusammen. Insbesondere am Produktionsstandort Deutschland wurde das Instrument Kurzarbeit teilweise unterjährig genutzt. Das Ergebnis vor Steuern der Stulz-Gruppe beträgt Mio. € 5,2 (Vorjahr: Mio.€ 4,5). Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl erhöhte sich in der Gruppe um 504 auf 7.472 Arbeitnehmer. Der Geschäftsverlauf der Stulz-Gruppe war im Jahr 2022 im Vergleich zu den Vorjahren unter den Einflüssen der Coronapandemie bedingt zufriedenstellend. Das EBITDA beträgt im Berichtsjahr Mio.€ 54,5 (Vorjahr Mio.€ 50,8). Die Stulz-Gruppe weist weiterhin eine hohe Eigenkapitalquote von 42% aus. Im Jahr 2022 wurde international in das weitere Wachstum investiert. Vorrangig wird in der Gruppe Eigenkapital eingesetzt. In der Klimatechnik wurde weiterhin in den Ausbau neuer Technologien investiert, um Grundlagen für langfristiges Wachstum und Rentabilität zu schaffen . 3. Vermögens- und Finanzlage (Bilanz) Zur Darstellung der Vermögensstruktur werden die Bilanzposten der Aktivseite dem langfristig (Fälligkeit größer als ein Jahr) bzw. dem mittel- und kurzfristig gebundenen Vermögen zugeordnet. Zur Darstellung der Kapitalstruktur werden die Bilanzposten der Passivseite dem Eigen- bzw. Fremdkapital zugeordnet, wobei innerhalb des Fremdkapitals eine Zuordnung nach langfristiger (Fälligkeit größer als ein Jahr) bzw. mittel- und kurzfristiger Verfügbarkeit erfolgt. Die Vermögens- und Kapitalstruktur sowie deren Veränderungen gegenüber dem Vorjahr ergeben sich aus den folgenden Zusammenstellungen der Bilanzzahlen in T€ für die beiden Abschlussstichtage 31. Dezember 2022 und 2021:
Die Eigenkapitalquote im Berichtsjahr beträgt 42,4 % (Vorjahr 46,0 %). Das Eigenkapital übersteigt das langfristig gebundene Anlagevermögen um Mio. € 60,7. Im Jahr 2022 sind Auszahlungen für das Anlagevermögen (imm. VG und Sachanlagen) in Höhe von Mio. € 39,0 getätigt worden. Die liquiden Mittel haben sich gegenüber dem Vorjahr um Mio. € 17,0 auf Mio.€ 57,8 verringert. Bedingt durch die o. a. Investitionen sind im Saldo Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen in Höhe von Mio. €39,0 getätigt worden. Die Gesellschaften des Stulz-Konzerns waren jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr Mio. € 30,3 (Vorjahr Mio.€5,7). Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit beträgt Mio.€ -7,3 (Vorjahr Mio.€ -28,6). 4. Ertragslage Die Umsatzrendite vor Steuern beträgt im Geschäftsjahr +0,2 % (Vorjahr: +0,3 %). Die EBITDA-Marge hat sich von 4,3 % auf 3,9 % verschlechtert.
4.1 Umsatzerlöse Aufgliederung der Umsatzerlöse nach geographisch bestimmten Märkten:
Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen:
4.2 Materialaufwand Der Materialaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr um T€ 142.671 erhöht:
4.3 Personalaufwand Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl hat sich im In- und Ausland um 504 auf 7.472 erhöht.
5. Prognosebericht Die Grundlage unserer Einschätzungen für das Jahr 2023 ist eine weitere Abkühlung der konjunkturellen Aussichten auf Basis der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den für uns wichtigsten Märkten. Insbesondere liegt unseren Erwartungen für die Geschäftsentwicklung im Jahr 2023 die Annahme zugrunde, dass sich die Inflationsdynamik sowie der Preisdruck bei den Energiepreisen spürbar abschwächt, der Zinsanhebungszyklus der Notenbanken seinen Scheitelpunkt erreicht und die Weltwirtschaft in kein länger anhaltendes Rezessionsszenario eintritt. Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges sowie die damit verbundenen Verknappungen an den Rohstoff-, Material- und Energiemärkten werden voraussichtlich auch im Jahr 2023 weiterhin ein belastender Unsicherheitsfaktor auf das Geschäftsergebnis der Stulz-Gruppe sein. Die von uns skizzierte Entwicklung unterliegt verschiedenen Chancen und Risiken, die im Risiko- und Chancenbericht detailliert erläutert werden. Wir gehen für das Jahr 2023 davon aus, dass die Weltwirtschaft trotz der geopolitischen Krisen, weiter auf geringerem Wachstumspfad verbleiben wird. Dies gilt sowohl für die Industrie - als auch in abgeschwächter Form - für die Schwellenländer. Dabei dürften jedoch vor allem in den großen westlichen Volkswirtschaften die ersten Monate des Jahres noch durch die negativen Einflussfaktoren des dynamisch erreichten Inflations- und Zinsniveaus geprägt sein. Mit der erwarteten Beruhigung hinsichtlich Preisdynamik und Zinsentwicklung dürfte sich die Lage ab der zweiten Jahreshälfte verbessern und die Entwicklung an Dynamik gewinnen. Sowohl der Ukraine-Krieg als auch die konjunkturelle Abkühlung in China, welche einerseits die Energie- und Rohstoffversorgung sowie andererseits die Material- und Lieferketten negativ beeinflussen, werden möglicherweise die oben genannte Erholungsdynamik der Weltwirtschaft bremsen bzw. abschwächen. Die Wirtschaft der Europäischen Währungsunion bleibt voraussichtlich auch in der ersten Jahreshälfte 2023 geprägt durch die negativen Bremsfaktoren von Inflationsdruck, Einschränkungen im Energieangebot und starkem Anstieg der Kredit- und Finanzierungskosten. Dieser Aspekt sollte jedoch nach einem schwachen Start im weiteren Jahresverlauf an Bedeutung verlieren. Es dürfte hierbei sowohl der stabile Entwicklungspfad des Welthandels unterstützend wirken als auch die verbesserten Perspektiven für die Inlandsnachfrage, wenn der Preisdruck insgesamt nachlässt und alternative Energieressourcen an Angebotsumfang gewinnen. Überlagert werden könnten diese Erholung durch die wirtschaftlichen Auswirkungen einer weiter eskalierenden Ukraine-Krise auf die Länder Europäischen Union sowie durch eine mögliche weitere Straffung der Geldpolitik der EZB im Zuge eines eventuell weiter ansteigenden oder auf hohem Niveau verharrenden Inflationsdrucks. Auch möglicherweise länger anhaltende Unterbrechungen hinsichtlich ressourcenspezifischer Lieferketten aus Asien stellen eine Bedrohung für die erwartete Erholung der Wirtschaft innerhalb des EU-Wirtschaftsraums da. Die Investitionstätigkeit in der Eurozone sollte andererseits von der fortgesetzten Umsetzung des EU-Wiederaufbaufonds profitieren. Insgesamt dürften diese Entwicklungen zu einer Wachstumsrate im gesamten Euroraum von rund 0,8% führen 5 , wobei die Entwicklung innerhalb der Region weiter sehr heterogen bleiben sollte. Die deutsche Wirtschaft dürfte in besonderem Maße von den aktuellen Belastungsfaktoren betroffen sein und nur geringfügig um etwa 0,3% zulegen 6. Auch für die US-amerikanische Volkswirtschaft erwarten wir im aktuellen Jahr mit rund 1,5%6 ein geringes Wachstum, angetrieben vor allem durch den privaten Konsum und ein mögliches zusätzliches Konjunkturprogramm (Inflation Reduction Act). Dies sollte auch dafür sorgen, dass die Arbeitslosigkeit auf dem derzeitig niedrigen Niveau verbleibt. Die US-amerikanische Zentralbank (Fed) dürfte ihre Geldpolitik aufgrund des aktuell hohen Inflationsdrucks wie angekündigt zunächst auf dem derzeitigen Niveau belassen und hierbei die weitere Entwicklung von der unterjährigen konjunkturellen Entwicklung der US-Volkswirtschaft abhängig machen. Die Unsicherheiten hinsichtlich der Rohstoff- und Energieversorgung sind bezüglich der US-Volkswirtschaft weniger ausgeprägt als vergleichsweise im europäischen Wirtschaftsraum. Die japanische Volkswirtschaft wird sich in diesem Jahr voraussichtlich mit rund 1,4% eher moderat erholen, angetrieben vor allem durch solides Exportwachstum im Rahmen des anhaltend stabilen globalen Handels 7. In China wird mit einer eingeschränkten Wachstumsdynamik gerechnet, die einerseits im Vergleich zu den Vorjahren durch eine angespannte Entwicklung an den Zins- und Immobilienmärkten belastet wird und andererseits durch eine anhaltend schleppende konjunkturelle Erholung geprägt sein wird. Auf Basis einer Erholung auf dem Arbeitsmarkt und einer gegenüber 2022 wenig veränderten Verbraucherstimmung dürfte dies im Jahr 2023 insgesamt zu einem Wachstum von rund 5,3%7 beitragen. Vor dem Hintergrund dieser Situation ist auch die Entwicklung der chinesischen Exportwirtschaft für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2023 von Relevanz und aufgrund geopolitischer Risiken mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Auch die Schwellenländer in Summe werden sich im Jahr 2023 insgesamt auf niedrigem Wachstumsniveau entwickeln. Dabei dürfte sich die Region Asien am kräftigsten erholen, jedoch bleibt die Dynamik der einzelnen Länder voraussichtlich sehr unterschiedlich. Dagegen wird die Erholung in Lateinamerika und den mittel- und osteuropäischen Volkswirtschaften voraussichtlich deutlich geringer ausfallen. Die Länder des Mittleren und Nahen Ostens dürften von einem Ölpreis auf erhöhtem Niveau in der Größenordnung von rd. 80 USD/Barrel im Jahr 2023 profitieren; im langfristigen Vergleich wird der Ölpreis nach heutiger Einschätzung auf dem derzeitigen Niveau verbleiben oder sogar weiter zunehmen. Zusammen genommen sollten die Schwellenländer im Jahr 2023 ein gesamtwirtschaftliches Wachstum in der Größenordnung von 2,0%8 erzielen. Insgesamt dürfte die Weltwirtschaft im Jahr 2023 mit einem Wachstum von etwa 2,6%8 eine Erholung verzeichnen und sich damit wieder langsam in Richtung ihres langfristigen Wachstumspfades entwickeln. Die dynamische Entwicklung der globalen Rohstoffpreise und die Verknappung kritischer Materialressourcen sowie ein Anstieg des weltweiten Zinsniveaus an den Kapitalmärkten stellt allerdings zum momentanen Zeitpunkt eine erhebliche Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung dar.
5 Quelle: Sachverständigenrat März
2023
Klimatechnik: Weiterhin bleiben die Themen Energieeffizienz, Innovationen und Qualitätsansprüche an unsere Produkte die Anforderungen für das Jahr 2023. Für die nächsten Jahre sehen wir bei den Gesellschaften ein weitergehendes kräftiges Wachstum. Im kommenden Jahr 2023 sind weitere Umsatzzuwächse geplant, im Inland wie im Ausland. Im Bereich Klimatechnik kann die zunehmende Digitalisierung und den weiteren Ausbau von Rechenzentren insbesondere während und nach der Coronapandemie, einen weiteren Schub geben. Durch die Akquisitionen sind deutliche Steigerungen in den Folgejahren zu erwarten. Der Trend zur Digitalisierung von Daten, Automatisierung von Arbeitsprozessen (Industrie 4.0) und der privaten Nutzung von digitalen Medien (Sozialnetzwerke, Streamingdienste etc.) wird sich auch in der Zukunft weiter fortsetzen. Selbst bei Optimierungen von Speicherkapazitäten ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Rechenzentren mittelfristig nicht sinken, sondern eher wachsen wird. Dies gilt für den europäischen Markt, mehr jedoch für die Märkte in noch nicht entwickelten Ländern, in denen ein erheblicher Nachholbedarf an Rechner und Speicherleistung besteht. Der Bedarf an Klimatisierung wird sich dabei von Präzisionsklimageräten im Einzelnen zu Gesamtlösungen, die den vollständigen Kreislauf erfassen, verändern. Einen Rückgang in der Nachfrage nach Klimatisierungsprodukten erwarten wir nicht. Kunststofftechnik: Ausgehend von dem geringfügigen weltwirtschaftlichen Wachstum ist für die weltweite Pkw-Nachfrage im Jahr 2023 ein nur geringer Anstieg zu erwarten, welcher als Tier-1 Automobilzulieferer einen entsprechenden Effekt in unserem Bereich Kunststofftechnik haben wird. Der europäische Markt wird sich voraussichtlich leicht über Vorjahresniveau bewegen. Dabei rechnen wir auch für die meisten großen europäischen Einzelmärkte jeweils mit Zuwächsen bei den Pkw-Verkäufen. Auf dem US-amerikanischen Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ist von einer stabilen Nachfrage auszugehen. Der chinesische Pkw-Markt, der sich im vergangenen Jahr besser entwickelte als die meisten anderen großen Absatzmärkte, dürfte in diesem Jahr leicht zulegen. Die Unterbrechung von Lieferketten, die mangelnde Verfügbarkeit von Halbleitern sowie konjunkturelle Belastungen durch Ukraine-Krise und anhaltenden Inflationsdruck sind als Unsicherheitsfaktoren hinsichtlich der Prognose zu beachten. Unter Berücksichtigung der oben beschriebenen Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist insgesamt zu erwarten, dass im Jahr 2023 die Umsatzerlöse leicht über dem Konzernumsatz 2022 von Mio. € 1.387 liegen werden. Das Konzern-EBITDA sollte sich im Jahr 2023 deutlich gegenüber dem Vorjahreswert i.H.v. Mio. € 56,8 aus 2022 erhöhen. 6. Chancen- und Risikobericht Die Geschäftsfelder der Stulz-Gruppe sind einer Anzahl von Risiken ausgesetzt, die ursächlich mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Um Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und konsequent zu handhaben, setzen wir wirksame Steuerungs- und Kontrollsysteme ein, die wir zu einem einheitlichen Risikomanagementsystem zusammengefasst haben. Unternehmerisches Handeln besteht vorrangig darin, neben der Risikominimierung, Chancen zu erkennen und zu erschließen und so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern und auszubauen. 6.1 Risikomanagement Zur Sicherstellung einer gesamtheitlichen Risikodarstellung und -würdigung sowohl der wesentlichen und bestandsgefährdenden Risiken als auch der Kontroll- und Risikoprozesse im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess, werden die Aktivitäten der beiden Geschäftsbereiche auf Konzernebene koordiniert. Die Stulz Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung erstellt die Rahmenbedingungen hinsichtlich der Organisation, Methoden, Prozesse und Systeme, die wir benötigen, um ein funktionsfähiges konzernweites und gesamtheitliches Kontroll- und Risikomanagementsystem sicherzustellen. Die Verantwortung für das operative Risikomanagement der bestandsgefährdenden Risiken sowie der Kontroll- und Risikomanagementprozesse liegt direkt in den Geschäftsbereichen und Gesellschaften. Die Geschäftsleitungen der Geschäftsbereiche berichten regelmäßig der Konzernleitung und dem Verwaltungsrat über die aktuelle Risikosituation sowie über die Wirksamkeit, Funktionsweise und Angemessenheit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Ferner werden Risiken aus dem operativen Geschäft durch die Verantwortlichen regelmäßig im Verwaltungsrat diskutiert. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess kann jedoch keine absolute Sicherheit bieten, dass wesentliche Falschaussagen in der Rechnungslegung vermieden werden. 6.2 Volkswirtschaftliche Risiken Risiken, die ein positives Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung verhindern könnten, ergeben sich aus unserer Sicht vor allem aus einer nicht nachhaltig erfolgreichen Eindämmung der Covid-19-Pandemie sowie Turbulenzen an den Finanz- und Rohstoffmärkten, Versorgungsengpässen im Zusammenhang mit Ungleichgewichten zwischen Angebot und Nachfrage bei kritischen Komponenten wie beispielsweise Halbleitern, zunehmend protektionistischen Tendenzen sowie strukturellen Defiziten, die die Entwicklung einzelner fortgeschrittener Volkswirtschaften und Schwellenländer gefährden. Hinzukommen verstärkt ökologische Herausforderungen, die in unterschiedlicher Intensität belastend auf einzelne Länder und Regionen wirken. Auch der weltweite Übergang von einer expansiven zu einer restriktiveren Geldpolitik in Verbindung mit anhaltenden inflationären Tendenzen birgt Risiken im gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Die vielerorts hohe Verschuldung im privaten und öffentlichen Sektor trübt die Wachstumsperspektiven und kann ebenfalls zu negativen Marktreaktionen führen. Zudem kann der demografische Wandel eine wachstumshemmende Wirkung haben. Wachstumsrückgänge in wichtigen Ländern und Regionen wirken sich oft unmittelbar auf die Weltkonjunktur aus und sind somit ein zentrales Risiko. Risiken ergeben sich auch aus den weiterhin ungewissen Konsequenzen des Austritts Großbritanniens aus der EU. Die wirtschaftliche Entwicklung einiger Schwellenländer wird vor allem durch die Abhängigkeit von Energie- und Rohstoffpreisen sowie von Kapitalimporten, aber auch durch sozio-politische Spannungen gehemmt. Darüber hinaus können sich Risiken aus Korruption, mangelhaften staatlichen Strukturen und fehlender Rechtssicherheit ergeben. Geopolitische Spannungen und Konflikte sowie Anzeichen einer Fragmentierung der Weltwirtschaft sind ein weiterer wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung einzelner Länder und Regionen. Angesichts der bestehenden, starken globalen Verflechtungen können auch lokale Entwicklungen die Weltkonjunktur belasten. Beispielsweise kann eine Eskalation der Konflikte im Nahen Osten oder in Afrika sowie aktuell insbesondere zwischen Russland und der Ukraine Verwerfungen auf den weltweiten Energie- und Rohstoffmärkten auslösen sowie Migrationstendenzen verstärken. Belastungen können sich auch aus einer Verschärfung der Situation in Ostasien ergeben. Gleiches gilt für gewaltsame Auseinandersetzungen, terroristische Aktivitäten, Cyber-Attacken oder die Verbreitung von Infektionskrankheiten, die kurzfristig zu unerwarteten Marktreaktionen führen können. Insgesamt rechnen wir für 2023 mit einer leichten Erholung der Weltwirtschaft. Aufgrund der genannten Risikofaktoren sowie von zyklischen und strukturellen Aspekten ist jedoch auch ein weiterer Einbruch der Weltwirtschaft oder eine Phase mit unterdurchschnittlichen Zuwachsraten möglich. Aus dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld können sich für den Stulz Konzern auch Chancen ergeben, falls die tatsächliche Entwicklung positiv von der erwarteten abweicht, diese sind jedoch aus unserer Sicht als unwesentlich einzuschätzen. 6.3 Branchen- und unternehmensspezifische Risiken Die Produktqualität und Liefersicherheit hat einen wesentlichen Einfluss auf die Kaufentscheidung unserer Kunden. Gleichzeitig nimmt die technische Komplexität infolge zusätzlicher Merkmale weiter zu und erhöht die Gefahr der Fehleranfälligkeit der Produkte. Technische Probleme könnten zu Rückrufaktionen und Reparaturmaßnahmen führen oder sogar Neuentwicklungen notwendig machen. Darüber hinaus kann eine sich verschlechternde Produktqualität zu vermehrten Garantie- und Kulanzansprüchen führen. 6.4 Risiken infolge gesetzlicher und politischer Rahmenbedingungen Rechtliche und politische Rahmenbedingungen haben auch einen Einfluss auf den künftigen Geschäftserfolg beider Geschäftsbereiche der Stulz-Gruppe. Der Konzern verfolgt die Entwicklung dieser Rahmenbedingungen und versucht, absehbare Anforderungen und langfristige Zielsetzungen bereits im Produktentstehungsprozess zu antizipieren. 6.5 Risiken auf der Beschaffungsseite Diese ergeben sich für die Gruppe aus den Preisschwankungen bei Rohstoffen und Teilelieferungen und der Teilequalität. Aufgrund der weltweiten Auswirkungen der Finanzkrise bleibt der Ausblick auf die Rohstoffmärkte ungewiss. Auch der Anstieg sowohl der Strom- als auch der Energiepreise stellt für den Konzern ein Beschaffungsrisiko dar. Der Weitergabe der Rohstoff-, Energie- bzw. Materialverteuerungen über höhere Preise sind aufgrund des ausgeprägten Konkurrenzdrucks sowohl im Geschäftsbereich Kuststofftechnik als auch im Geschäftsbereich Klimatechnik sehr enge Grenzen gesetzt. Den Risiken auf der Beschaffungsseite begegnet die Stulz-Gruppe mit einem geschäftszweigspezifischen gezielten Material- und Lieferantenrisikomanagement sowie mit dem Ausbau von internationalen Beschaffungsplattformen. Gegen die Volatilität bei Rohstoffpreisen sichert sich die Stulz-Gruppe durch den Abschluss von Langzeitverträgen ab, die kurzfristige Risiken für die Materialversorgung sowie Effekte aus den Preisschwankungen kalkulierbarer machen. Hinsichtlich des Strom- und Energieverbrauchs setzt die Stulz-Gruppe auf ein konsequentes Energiesparmanagement beidermaßen in den Produktions- und Verwaltungsbereichen. 6.6 Informationstechnische Risiken und unvorhersehbare Ereignisse Informationen zeitaktuell, vollständig und korrekt vorzuhalten und auszutauschen sowie voll funktionsfähige IT-Applikationen einsetzen zu können sind von zentraler Bedeutung. Die Stulz-Gruppe hat geeignete Maßnahmen festgelegt, damit Risiken vermieden und mögliche Schäden begrenzt werden. Diese Maßnahmen werden laufend den sich ändernden Umstände angepasst. Um den wachsenden Anforderungen an Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten Rechnung zu tragen, betreiben wir zudem ein Informationssicherheitssystem. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass Störungen in der Informationstechnologie auftreten und sich negativ auf unsere Geschäftsprozesse auswirken können. Die Produktions- und Geschäftsprozesse könnten auch durch unvorhersehbare Ereignisse, wie beispielsweise Naturkatastrophen, kriegerische Auseinandersetzungen oder terroristische Anschläge, gestört werden. 6.7 Spezifische Risiken im Personalbereich Der Erfolg der Stulz-Gruppe ist insgesamt ganz wesentlich vom Know-how und von der Einsatzbereitschaft und Loyalität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abhängig. Der Wettbewerb um hoch qualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte ist in den Branchen und in den Regionen, in denen wir tätig sind, nach wie vor sehr stark. Unser künftiger Erfolg hängt auch davon ab, inwiefern es uns dauerhaft gelingt, Führungskräfte, Ingenieure und andere Fachkräfte einzustellen, zu integrieren und langfristig an das Unternehmen zu binden. Risikomindernde Maßnahmen sind eine gezielte Nachwuchs- und Know-how-Sicherung durch eine zielgerichtete Personalentwicklung und eine breitgefächerte Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern. Ferner ist es von zentraler Bedeutung, den Personalbestand möglichst flexibel an Konjunkturschwankungen anzupassen. Kontinuierliche Verbesserungsprozesse im Produktionsablauf sowie eine damit einhergehende fortschreitende Automatisierung sind wichtige Voraussetzungen dafür, dem Kostendruck zu begegnen. Darüber hinaus bieten wir jungen Menschen ein breites Ausbildungsangebot in verschiedensten Berufen. 6.8 Finanzwirtschaftliche Risiken Marktpreisrisiken können einen negativen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Die Stulz-Gruppe steuert und überwacht Marktpreisrisiken vorwiegend im Rahmen seiner geschäftsbereichsspezifischen operativen Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten. Im Rahmen des Risikomanagementsystems beurteilt die Stulz-Gruppe diese Risiken regelmäßig, indem Änderungen ökonomischer Schlüsselindikatoren sowie Marktinformationen ausgewertet werden. Wechselkursrisiken resultieren insbesondere aus Schwankungen des US-Dollar und anderer wichtiger Währungen gegenüber dem Euro. Ein Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft vor allem dann, wenn Umsatzerlöse in einer anderen Währung anfallen als die zugehörigen Kosten (Transaktionsrisiko). Des Weiteren bestehen Wechselkursrisiken in Bezug auf die Umrechnung des bei ausländischen Konzerngesellschaften außerhalb der Euro-Zone gebundenen Netto-Vermögens und deren Erträge und Aufwendungen, gegen die sich der Konzern zurzeit nicht absichert. Zinsänderungsrisiko: Derivative Zinsinstrumente wie Zinsswaps und Forward Rate Agreements werden nicht eingesetzt. Die Stulz-Gruppe finanziert sich vorrangig über Gesellschafterdarlehen. Commodity-Preis-Risiken: Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit ist die Stulz-Gruppe einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Teilelieferungen und Rohstoffen ausgesetzt. Wir begegnen diesen beschaffungsseitigen Risiken mit einem gezielten Commodity- und Supplier Risk-Management. Der Konzern führt eine nach Geschäftsbereichen gegliederte Liquiditäts- und Finanzplanung zur Steuerung von möglichen Liquiditätsrisiken durch. Die Planungen der Geschäftsbereiche werden auf Konzernebene koordiniert. Ausfallrisiken von Forderungen werden durch ein konsequentes Cash-Management minimiert, und führen zu einer entsprechenden, niedrigen Ausfallquote. Risiken im Zusammenhang mit den Pensionsplänen: Die Stulz-Gruppe hat Pensionsverpflichtungen, die nicht vollständig durch die Albert Stulz Versorgungskasse mit beschränkter Haftung gedeckt sind. Höhere Verpflichtungen und geringere Erträge könnten die Netto-Aufwendungen im Zusammenhang mit diesen Versorgungsplänen in den Folgeperioden erhöhen. Wie im Nachtragsbericht im Konzernanhang dargestellt, hat ein Unternehmen aus dem Bereich Kunststofftechnik mit den finanzierenden Banken am 28. Juni 2023 eine Anpassung des Konsortialkreditvertrages vereinbart. Diese Vereinbarung, gemeinsam mit den bestehenden Kreditlinien und den bereits geleisteten und zugesagten weiteren finanziellen Beiträgen des Gesellschafters, stellt die Liquidität dieser Gesellschaft im Prognosezeitraum sicher. Risiken ergäben sich aus dem Bruch der vereinbarten Covenants als Folge einer Nichterreichung der im Turnaround- Konzept enthaltenen Unternehmensplanung. 6.9 Rechtliche Risiken In der Stulz-Gruppe sind verschiedene Rechtsstreitigkeiten anhängig bzw. könnten anhängig werden. Bei diesen handelt es sich im Wesentlichen um normale, routinemäßige und im Zusammenhang mit dem Geschäft des Konzerns stehende Rechtsstreitigkeiten. Der Konzern bildet Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten, wenn die daraus resultierenden Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau bestimmbar ist. Es ist jedoch möglich, dass aufgrund abschließender Entscheidungen und Urteile in einigen dieser anhängigen Fälle hierfür gebildete Rückstellungen sich teilweise als unzureichend erweisen. Dies trifft auch auf Rechtsstreitigkeiten zu, für die aus Sicht des Konzerns keine Rückstellungen zu bilden waren. Obwohl der endgültige Ausgang einzelner Verfahren gegebenenfalls einen Einfluss auf das Ergebnis der Stulz-Gruppe in einer bestimmten Berichtsperiode haben kann, werden die daraus eventuell resultierenden Verpflichtungen nach Einschätzung der Konzernführung keinen nachhaltigen Einfluss auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage haben. 6.10 Gesamtrisiko Die Gesamtsumme der einzelnen Risiken innerhalb der Risikofelder gefährdet nicht den Fortbestand der Stulz-Gruppe. Bei sich verändernden Rahmenbedingungen könnten zum heutigen Zeitpunkt unbekannte oder als unwesentlich erachtete Risiken unsere Geschäftsaktivitäten beeinträchtigen. Organisatorisch haben wir mit dem Risikomanagementsystem alle Voraussetzungen geschaffen, um frühzeitig über sich abzeichnende Veränderungen der Risikosituationen Kenntnis zu erlangen. 6.11 Chancenbericht Chancen entstehen auch durch die Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmerische Chancen werden nicht innerhalb unseres Risikomanagementsystems berichtet; sie werden in der jährlich zu erstellenden operativen Unternehmensplanung erfasst und unterjährig im Rahmen der periodischen Berichterstattung verfolgt. Die direkte operative Verantwortung, Chancen frühzeitig zu erkennen und zu realisieren, liegt in den einzelnen Gesellschaften und ihren Geschäftsfeldern. Im Rahmen der strategischen Planung werden langfristig die Chancen für ein weiteres profitables Wachstum ermittelt und in den Entscheidungsprozess einbezogen und konsequent vorangetrieben. Hierfür setzt der Bereich Kunststofftechnik auf die kontinuierliche Neu- und Weiterentwicklung seiner Produkte, die Erweiterung seiner Entwicklungskompetenzen sowie den Auf- und Ausbau neuer Standorte. Hervorzuheben ist die frühzeitige und enge Zusammenarbeit mit den Automobilherstellern bei der Entwicklung neuer Produkte für zukünftige Serienfahrzeuge. Die Abhängigkeit vom Bereich Automotive birgt ihre Risiken. Den Kostendruck im Seriengeschäft spürt der Kunststoffbereich als Tier- 1-Zulieferer besonders stark. Durch die bereits vorhandene Diversifikation hat der Bereich frühzeitig seine Kernkompetenzen auch auf die Sektoren wie z.B. Interieur- und lackierte Exterieurprodukte erhöht. Der Auf- und Ausbau des Know-Hows sichert auch in Zukunft die gleichwertige Qualität der weltweit hergestellten Produkte und stellt einen weiteren Wettbewerbsvorteil der Kunststoffsparte dar. Aufgrund der Pläne der Automobilhersteller (OEM), die Fahrzeugflotten im großen Stil zu elektrifizieren und den Antrieb mit Verbrennungsmotoren mittelfristig stark zu reduzieren, besteht zurzeit eine Unsicherheit im Markt, was eine Stagnation der voraussichtlichen Bauzahlen zur Folge hat. Es werden zunehmend kurzfristige Abrufschwankungen erkennbar. STULZ-Klimatechnik ist einer der weltweit führenden Lösungsanbieter für energieeffiziente Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Management-Technologie, speziell für betriebssichere Anwendungen. STULZ-Produkte kühlen effizient Rechenzentren, Telekommunikationsanlagen und Fertigungsprozesse, klimatisieren Magnetresonanztomographen (MRT), Schaltschränke sowie Büros. Der Trend zur Digitalisierung von Daten, Automatisierung von Arbeitsprozessen (Industrie 4.0) und der privaten Nutzung von digitalen Medien (Soziale-Netzwerke, Streamingdienste, etc.) wird sich auch in der Zukunft weiter fortsetzen. Selbst bei Optimierungen von Speicherkapazitäten ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Rechenzentren mittelfristig wachsen wird. Dies gilt für den europäischen Markt, mehr jedoch für die Märkte in noch nicht entwickelten Ländern, in denen ein erheblicher Nachholbedarf an Rechner und Speicherleistung besteht. Hier sind besonders die Länder Afrikas zu nennen, die z.B. die Telefoninfrastruktur als zwingendes Element einer stabilen Staatsführung erkannt haben und dafür Speicherkapazitäten aufbauen. Der Bedarf an Klimatisierung wird sich dabei von Präzisionsklimageräten im Einzelnen zu Gesamtlösungen, die den vollständigen Kreislauf erfassen, verändern. Nach Covid-19 ist besonders in den industrialisierten Ländern von einem beschleunigten weiteren Ausbau der digitalen Infrastruktur auszugehen, da hier die Mittel eher vorhanden sind und der digitale Zugriff auf Daten ein allumfassendes Thema sein wird. Der Bereich Klimatechnik erweitert sukzessive seiner Angebotspalette an Komponenten, die zur Kühlung von Rechenzentren notwendig sind. Hierdurch erhöhen sich die Chancen auf vollumfängliche Projekte, da so dem Kunden eine Lösung aus einer Hand angeboten werden kann. Die Investitionshilfen, die im Zuge von Covid-19 erteilt werden, erhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Auflagen diese bezüglich Energieeffizienz einzusetzen. Da ein Großteil der operativen Kosten eines Rechenzentrums in die Energie fließt, wird auch von Käuferseite ein größerer Fokus auf den Verbrauch der Geräte gelegt werden. Dies ist als Chance für die energieeffizienten Geräte der Stulz GmbH zu bewerten. Die erfolgreiche Einführung der neuen ERP-Software bietet sowohl für den Bereich Klimatechnik als auch der Kunststofftechnik die große Chance, gewachsene Strukturen an die zukünftigen Anforderungen des Marktes anzupassen, zu optimieren und Personal effizienter einzusetzen. In der Folge wird die Arbeitsleistung vieler administrativer Mitarbeiter gezielter eingesetzt werden können und die sich daraus ergebenden freien Ressourcen können für Wachstumsprozesse eingesetzt werden. Der Bereich Klimatechnik verfügt über ein hohes Maß an Know-How weltweit. Durch einzelne Projekte in allen Bereichen, im Besonderen aber in der Entwicklung (z.B. Projekt Stulz Global Controller) kann dieses Wissen gebündelt werden und so optimiert eingesetzt werden. Doppelentwicklungen können so vermieden werden und die einzelnen Entwicklungsabteilungen können sich gegenseitig ergänzen und voneinander lernen.
Hamburg, 6. November 2023 Jürgen Stulz Christian A. Stulz Marc-Oliver Stulz Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA
PASSIVA
Konzerngewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022
Konzern-Anhang für das Geschäftsjahr 2022Stulz Verwaltungs GmbH & Co. KG, Hamburg1. Allgemeine Angaben Die Stulz Verwaltungs GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Hamburg. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg unter HRA 126445 eingetragen. Der Konzernabschluss und die in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse der Einzelgesellschaften für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der Fassung des Bilanzrichtlinie- Umsetzungsgesetzes (BilRUG) sowie des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) erstellt. Die Gliederung der Bilanz erfolgt nach § 266 HGB, die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Der Abschlussstichtag der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften ist der 31. Dezember 2022. Der Konzernabschluss der Stulz Verwaltungs GmbH & Co. KG ist zugleich befreiender Jahresabschluss gem. § 264 Abs. 3 HGB für die folgenden, in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften:
2. Konsolidierungskreis 2.1 Konsolidierte Unternehmen Die folgenden Unternehmen wurden im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der Stulz Verwaltungs GmbH & Co. KG einbezogen.
2.2 Veränderungen des Konsolidierungskreises Im Geschäftsjahr 2022 waren keine Veränderungen im Konsolidierungskreis zu verzeichnen. 2.3 Beteiligungen Die u.g. Beteiligung wird nicht in den Konzernabschluss einbezogen:
2.4 Nicht konsolidierte Unternehmen Die Gesellschaften Montaplast Automotive System (Thailand) Co., Ltd., Stulz Air Technology and Services (HK) Co., Ltd. und Stulz Ireland Ltd. sind noch nicht operativ tätig oder für den Konzernabschluss von untergeordneter Bedeutung (§ 296 Abs. 2 S. 1 HGB). Alle weiteren genannten Gesellschaften sind nicht zu konsolidieren, da sie ebenfalls von untergeordneter Bedeutung ist (§ 296 Abs. 2 S. 1 HGB).
Die Angaben zum Eigenkapital und zum Ergebnis des letzten Geschäftsjahres unterbleiben gem. § 313 Abs. 3 HGB. 3. Konsolidierungsgrundsätze 3.1 Kapitalkonsolidierung Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Neubewertungsmethode. Dabei werden die Buchwerte der Beteiligungen dem anteiligen konsolidierungspflichtigen Kapital zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile oder zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss gegenübergestellt. Für Erwerbe vor dem 01. Januar 2010 wurde die Buchwertmethode zu Grunde gelegt. Soweit im Rahmen der Erstkonsolidierung gemäß § 301 Abs. 1 HGB ein aktivischer Unterschiedsbetrag entsteht, wird dieser einzelnen Vermögensgegenständen der Tochtergesellschaften insoweit zugeschrieben, als deren Wert höher als der bisherige Wertansatz ist. Danach verbleibende aktivische Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Ein sich auf der Passivseite gem. § 301 Abs. 3 HGB ergebender Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung wird als gesonderter Posten unter dem Eigenkapital ausgewiesen. Er wird gem. § 309 Abs. 2 HGB aufgelöst. 3.2 Schuldenkonsolidierung Der konzerninterne Lieferungs- und Leistungsaustausch sowie Forderungen und Verbindlichkeiten einbezogener Gesellschaften wurden gegeneinander aufgerechnet. 3.3 Behandlung von Zwischenergebnissen Auf die Eliminierung von Zwischenergebnissen wurde auf Grund untergeordneter Bedeutung gem. § 304 Abs. 2 HGB verzichtet. 3.4Aufwands- und Ertragskonsolidierung Umsatzerlöse aus Innenlieferungen und sonstige konzerninterne Erträge werden mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet. 3.5 Währungsumrechnung Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Im Konzernabschluss werden deshalb die Aufwendungen und Erträge aus Abschlüssen von Tochtergesellschaften, die in fremder Währung erstellt sind, zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Die Vermögensgegenstände und Schulden aller Abschlüsse von Tochterunternehmen, die in fremder Währung aufgestellt sind, werden zum Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. 4. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die immateriellen Vermögensgegenstände sowie die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten - vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen - bewertet. Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wird linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und um planmäßige Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer vermindert. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist, wird diesem Umstand durch außerplanmäßige Abschreibungen oder Wertberichtigungen Rechnung getragen. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen werden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Soweit Gründe für außerplanmäßig vorgenommene Abschreibungen nicht mehr bestehen, werden Zuschreibungen vorgenommen. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Tageswerten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Gemeinkostenbestandteile. Zinsen für Fremdkapital werden in die Herstellungskosten nicht einbezogen. Die Forderungen, sonstigen Vermögensgegenstände sowie die liquiden Mittel werden zum Nennwert bilanziert. Kurzfristige, auf fremde Währung lautende Forderungen und Verbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag umgerechnet; dabei finden gemäß § 256a S. 2 HGB die Vorschriften der §§ 253 Abs. 1 S. 1, 252 Abs. 1 Nr. 4 keine Anwendung. Langfristige Forderungen in fremder Währung werden mit den historischen Kursen am Entstehungszeitpunkt oder dem niedrigeren Stichtagskurs umgerechnet. Langfristige Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit den historischen Kursen im Entstehungszeitpunkt oder dem höheren Stichtagskurs umgerechnet. Bei den Forderungen werden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung zu Forderungen ausreichend Rechnung getragen. Die latenten Steuern ergeben sich, bedingt durch unterschiedliche Wertansätze in der Steuerbilanz und Handelsbilanz, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Die Bewertung erfolgt mit einem konzerneinheitlichen Steuersatz von 30 Prozent. Die Tochterunternehmen Stulz Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg, und Montaplast Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Morsbach, sind Gesellschafterinnen der Albert Stulz Versorgungskasse Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg. Der nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelte Wert der gemäß Artikel 28 Abs. 1 EGHGB nicht bilanzierten Pensionsverpflichtungen aus mittelbaren und unmittelbaren Zusagen beträgt gemäß Artikel 28 Abs. 2 EGHGB T€ 4.432; der Betrag der Unterdeckung beläuft sich auf T€ 3.936. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB (Differenz zwischen der Verwendung des 10- und 7-Jahres-Durchschnittszinssatzes) beträgt T€ 188. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und werden zum nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bilanziert. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit einem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins abgezinst. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. 5. Angaben und Erläuterungen zu den Posten der Konzernbilanz 5.1 Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Abschreibungen des laufenden Jahres sind in dem folgenden Anlagespiegel gesondert dargestellt. Der aktivierte Geschäfts- oder Firmenwert beträgt zum Geschäftsjahresende T€ 827. Im Wesentlichen resultiert er aus dem Kauf der Tecnivel-Gruppe. Die Abschreibungsdauer beträgt 5 Jahre. Zudem sind geringfügige Werte aus der Erstkonsolidierung enthalten. 5.2 Vorräte
5.3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
5.4 Rechnungsabgrenzungsposten Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beträgt im Geschäftsjahr T€13.949 (Vorjahr T€ 5.981). Es handelt sich um transitorische Posten der Periodenabgrenzung: Auszahlung im alten Geschäftsjahr (vor dem Abschlussstichtag), Aufwand im neuen Geschäftsjahr (für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag). Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beträgt im Geschäftsjahr T€ 17.160 (Vorjahr T€ 8.490). Es handelt sich um transitorische Posten der Periodenabgrenzung: Einzahlung im alten Geschäftsjahr (vor dem Abschlussstichtag), Ertrag im neuen Geschäftsjahr (für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag) 5.5 Aktive latente Steuern Die aktiven latenten Steuern belaufen sich auf T€ 6.564 (Vorjahr T€ 4.541). Die Berechnung erfolgt mit einem konzerneinheitlichen Steuersatz von 30 Prozent. Die Differenzen beruhen im Wesentlichen auf Verlustvorträgen. 5.6 Passivischer Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung Dieser Posten in Höhe von T€ 1.452 (Vorjahr T€ 1.454) mit Fremdkapitalcharakter ergibt sich aus der Kapitalkonsolidierung der folgenden Tochterunternehmen:
Der passivische Unterschiedsbetrag wird - soweit er auf die erwarteten künftigen Aufwendungen oder Verluste der beiden Unternehmen beruht - ergebniswirksam aufgelöst (T€ 2; Vorjahr T€ 2). 5.7 Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Garantieverpflichtungen, für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten.
Es bestehen keine Rückstellungen für Pensionen oder ähnliche Verpflichtungen. 5.8 Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren bestanden in Höhe von T€ 4.013 (Vorjahr T€ 3.287). Die Verbindlichkeiten waren mit T€ 62.854 (Vorjahr T€ 107.625) durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert.
5.9 Passive latente Steuern Die passiven latenten Steuern in Höhe von T€ 19.161 (Vorjahr: T€ 19.787) sind im Geschäftsjahr leicht zurückgegangen. Dies ist maßgeblich auf die Bildung von latenten Steuern bei der Stulz GmbH im Zuge der Inanspruchnahme von steuerlichen Wahlrechten hinsichtlich der Bewertung von Hard- und Software unter Berücksichtigung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer zurückzuführen. Die Berechnung erfolgt mit einem konzerneinheitlichen Steuersatz von 30 Prozent. 5.10 Haftungsverhältnisse, sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Haftungsverhältnisse und sonstigen finanziellen Verpflichtungen betragen:
Die Geschäftsführung schätzt das Risiko der Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen als gering ein, da sie überwiegend zur Absicherung von Projektgeschäften dienen und in der Regel nicht von den Kunden beansprucht werden. 6. Angaben und Erläuterungen zu Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 6.1 Umsatzerlöse Aufgliederung der Umsatzerlöse nach geographisch bestimmten Märkten:
Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen:
6.2Sonstige betriebliche Erträge Der Posten enthält keine Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung und nur geringfügige, periodenfremde Erträge. Die in dieser Position enthaltenen Erträge aus der Währungsumrechnung belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf T€ 7.913 (Vorjahr T€ 5.545). 6.3 Sonstige betriebliche Aufwendungen Der Posten enthält keine Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung und nur geringfügige, periodenfremde Aufwendungen. Die in dieser Position enthaltenen Aufwendungen aus Währungsumrechnung belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf T€ 7.219 (Vorjahr T€ 1.992). 7. Sonstige Angaben Durchschnittliche Zahlen der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer:
Die an den Konzernabschlussprüfer gezahlten Honorare betrugen im Jahr 2022 für Wirtschaftsprüfung T€ 206 und für Steuerberatung 2022 T€ 127. Das gezahlte Honorar für sonstige Leistungen betrug T€ 3. Geschäftsführer der Stulz Verwaltungs GmbH & Co. KG sind:
- alle alleinvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit - Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird gemäß § 314 Abs. 3 Satz 2 HGB in Bezug auf die Angaben gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a und b in entsprechender Anwendung von § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. 8. Nachtragsberichterstattung Aufgrund des Krieges in der Ukraine werden auch im Jahr 2023 Kostensteigerungen für Energie sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erwartet. Die dem Stulz-Konzern bekannten Abschätzungen und Annahmen für das Geschäftsjahr sind im Prognosebericht berücksichtigt und beschrieben. Darüber hinaus sind zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentlichen weiteren Belastungen bekannt oder abschätzbar. Im Jahresverlauf sind jedoch weitere Belastungen möglich. Am 28. Juni 2023 wurde bei einem Unternehmen aus dem Bereich Kunststofftechnik mit den finanzierenden Banken auf Grundlage der im "Turnaround-Konzept und gutachterlicher Stellungnahme zur Sanierungsfähigkeit (entsprechend der höchstrichterlichen Rechtsprechung des BGH") der Struktur Management Partner GmbH, Köln, enthaltenen Planungsrechnung eine Anpassung des Konsortialkreditvertrags über Mio. € 100 vereinbart, die - gemeinsam mit den finanziellen Zusagen der Gesellschafterin - die Finanzierung dieser Gesellschaft im Prognosezeitraum sicherstellt. Nach dem Ende des Geschäftsjahres sind keine weiteren Ereignisse eingetreten, die eine besondere Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Stulz-Konzerns haben. 9. Ergebnisverwendung Das Ergebnis des Mutterunternehmens für das Geschäftsjahr 2022 wurde zum Stichtag 31.12.2022 den Kapitalkonten belastet.
Hamburg, 6. November 2023 Jürgen Stulz Christian A. Stulz Marc-Oliver Stulz Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022
Konzernkapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022
Der Finanzmittelfonds umfasst den Kassenbestand sowie die Guthaben bei Kreditinstituten (TEUR 57.780; Vorjahr TEUR 74.743) abzüglich der kurzfristigen Kontokorrentverbindlichkeiten (TEUR 40.496; Vorjahr TEUR 42.715). Konzerneigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2022
Bestätigungsvermerk Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Stulz Verwaltungs GmbH & Co. KG, Hamburg Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Stulz Verwaltungs GmbH & Co. KG, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Stulz Verwaltungs GmbH & Co. KG, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 6. November 2023 Rödl
& Partner GmbH
Schöne, Wirtschaftsprüfer Wehke, Wirtschaftsprüfer |
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