Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 337681
Vorher
Heidelberger Payment GmbHheidelpay GmbH
Eingetragen
11.3.2004
Branche
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieBeteiligungsgesellschaftenErbringung von sonstigen Informationsdienstleistungen
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Das Erbringen von Dienstleistungen im Internethandel und stationärem Handel, der unter anderem durch die Bereitstellung softwaregestützter Kommunikations- und Abrechnungsplattformen für Händler und ihre Kunden.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Götz Möller
seit 26.9.2025
Geschäftsführer
Max Steiger
seit 30.1.2023
Geschäftsführer
Christian Dargatz
seit 9.12.2022
Prokura
Sebastian Wenzel
seit 10.5.2022
Prokura
Robert Bueninck
seit 24.6.2021
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Niv Liran
seit 15.12.2020
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Unite HoldCo S.à r.l.LUX
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Unzer Group GmbH
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Unzer E-Com GmbH

Heidelberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Unzer E-Com GmbH, Heidelberg

A. Wirtschaftsbericht

I. Darstellung und Analyse des Geschäftsverlaufs und des Geschäftsergebnisses 2023

Die Unzer E-Com GmbH ist ein Zahlungsinstitut nach deutschem Recht und unterliegt der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Die Unzer E-Com GmbH ist wesentlicher Bestandteil der Unzer Unternehmensgruppe, die sich zum Bilanzstichtag aus folgenden Gesellschaften zusammensetzte:

Inamra HoldCo GmbH, Berlin

Unzer Group GmbH, Berlin

Unzer GmbH, Berlin

Unzer E-Com GmbH, Heidelberg

Unzer Luxembourg S.A., Luxemburg

Unzer POS GmbH, Hamburg

Unzer Austria GmbH, Wien, Österreich

Universum Business GmbH, Frankfurt a.M.

Universum Inkasso GmbH, Frankfurt a. M.

Universum Finance GmbH, Frankfurt a. M.

payolution GmbH, Wien, Österreich

Clearhaus A/S, Aarhus, Dänemark

QuickPay ApS, Aarhus, Dänemark

3dsecure.io ApS, Aarhus, Dänemark

Tillhub GmbH, Berlin

Die Unzer Gruppe operierte 2023 auf globaler Ebene mit dem Schwerpunkt auf Händler aus der DACH- Region und stellt ihren angebundenen Händlern Payment Services zur Verfügung. Dabei hat die Unzer E-Com GmbH das Zahlungsvolumen ihrer Händler aus 24 Ländern über Treuhandkonten abgewickelt. Dabei stellt die Unzer E-Com GmbH entweder nur die Plattform zur Verfügung oder sie kümmert sich um die komplette Zahlungsabwicklung. Nachdem der Onlinehandel im Zuge der Covid-19-Pandemie stark profitieren konnte, setzte sich im Jahr 2023 der Trend zu einer Rückverlagerung auf den stationären Handel fort. Zudem war der Geschäftsverlauf der Unzer E-Com GmbH durch ein rückläufiges Konsumverhalten aufgrund von hoher Inflation, geopolitscher Unsicherheit und beeinträchtigten Lieferketten geprägt. Laut einer Einschätzung von Statista Research sank der Umsatz des B2C-Onlinehandels im Geschäftsjahr um knapp 12% gegenüber dem Jahr 2022. Die Unzer Gruppe verfolgt eine operative Weiterentwicklung des Kerngeschäfts in Richtung Omnichannel-Aktivitäten. Die Unzer Unternehmensgruppe wird hierbei von Finanzinvestoren unterstützt und hat das Ziel, mittelfristig zu den führenden Paymentanbietern in Europa zu gehören.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat die Unzer E-Com GmbH mit Schreiben vom 18.06.2021 über die Anordnung einer Prüfung des Geschäftsbetriebes nach § 19 Absatz 1 Satz 2 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) bei der Unzer E-Com GmbH informiert (Sonderprüfung). Siehe hierzu auch die Ausführungen im gesonderten Kapitel IV. Sonderprüfung und Sonderbeauftragter. Der Geschäftsverlauf 2023 war weiterhin durch die weitreichenden Prozessanpassungen und Verbesserungsmaßnahmen beeinflusst, insbesondere durch die Finalisierung des reKYC-Prozesses und der damit einhergehenden Bereinigung des Händlerportfolios, Aufwendungen für den Sonderbeauftragten KPMG sowie interne Prüfungsaufwendungen zu Prozessverbesserungen.

Die Unzer E-Com GmbH ist seit dem 11. September 2017 eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Unzer GmbH. Das erklärte Ziel der Unzer Gruppe ist starkes organisches Wachstum und die Akquisition geeigneter Unternehmen im Payment-Markt in Europa insbesondere der DACH-Region. Das über die Treuhandkonten der Unzer E-Com GmbH im Collecting abgewickelte Zahlungsvolumen sank im Vergleich zum Vorjahr um 8,5% von 555,2 auf 507,9 Mio. Euro (wovon 64,8 Mio. Euro auf das Factoring Volumen der Flexipay Händler entfällt, mit Bezug zum Rechnungskauf). Die Anzahl der Zahlungstransaktionen ist um 2,2% von 7,1 auf 6,9 Mio. Stück gesunken. Flexipay ermöglicht den Händlern eine Vielzahl an Zahlungsarten wie z.B. Rechnungskauf, Kartenkauf oder Sofortüberweisung anzubieten.

Die Anzahl der an die Payment Plattform der Unzer E-Com GmbH angebundenen aktiven Händler nahm 2023 um etwa 25% von 3.913 auf 2.952 ab. Hierbei sind alle aktiven Händler berücksichtigt, die im Jahr 2023 mindestens eine Rechnung oder Gutschrift erhalten haben. Der Rückgang der Händler ist überwiegend durch die weitere Bereinigung des Händlerportfolios sowie des Neukundenverbots begründet. Die Anzahl an aktiven Händlern von Flexipay beträgt im Jahr 2023 rund 39 Händler.

Die Unzer E-Com agiert auf einem konkurrenzintensiven Markt, der von der fortwährenden weltweiten Expansion des Internethandels beeinflusst wird. Der E-Commerce-Markt wuchs in den letzten Jahren durch den starken Kostendruck im stationären Handel und die damit einhergehenden Annehmlichkeiten des E-Commerce für die Endkunden gegenüber dem stationären Handel. Die Unzer Gruppe strebt in den nächsten Jahren ein entsprechendes organisches Geschäftswachstum an. Dabei möchte die Unzer Gruppe einerseits das Angebot auf Bestandsmärkten durch zusätzliche Produkte und Funktionen erweitern und andererseits die Händler mit Fokus aus der DACH-Region bei deren Expansion in EU- Märkte begleiten. Hierzu hat die Unzer E-Com GmbH seit dem Jahr 2015 eine erweiterte ZAG-Lizenz für Zahlungsauthentifizierung.

Im Hinblick auf den nicht finanziellen Leistungsindikator "Mitarbeiterzufriedenheit" hat die Gesellschaft (als ein Teil der Unzer Gruppe) eine Initiative zur Analyse und Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit in der Unzer E-Com und Unzer Gruppe abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Mitarbeiterzufriedenheit stabil gehalten werden. Hierbei nutzt die Unzer Gruppe eine Software zur Analyse des Mitarbeiterengagements namens "Peakon" eingeführt, das die Führungskräfte und Unternehmensleitung dabei unterstützt, die richtigen Prioritäten für einen Anstieg der Mitarbeiterzufriedenheit zu identifizieren. Dies wurde auch im Geschäftsjahr fortgesetzt.

Unsere Planung und Steuerung basiert vor allem auf der Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Unternehmens. Auf dem Gebiet der operativen finanziellen Leistungsmessung ist für uns daher neben den Zins- und Provisionserträgen das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der bedeutsamste steuerungsrelevante Leistungsindikator. Detaillierte Angaben zur Entwicklung dieser finanziellen Leistungsindikatoren finden Sie in den Abschnitten "Lage des Unternehmens" und im "Prognosebericht". Neben diesen finanziellen Leistungsindikatoren verfolgt die Gesellschaft auch nicht finanzielle Leistungsindikatoren (hierzu gehört insbesondere die Mitarbeiterzufriedenheit), welche aber nicht zu Unternehmenssteuerungszwecken herangezogen werden.

Investitionen

Die Unzer E-Com GmbH nutzt die IT-Systeme und Services der Unzer GmbH für ihr Geschäft und vergütet die Nutzung entsprechend an die Unzer GmbH.

Im Geschäftsjahr 2023 fanden daher keine wesentlichen Investitionen der Unzer E-Com GmbH statt.

II. Lage des Unternehmens

1. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2023 der Unzer E-Com GmbH wurde von der Konsolidierung des Kundenportfolios, des Neukundenverbots und der Sanierungsmaßnahmen aufgrund der Sonderprüfung bestimmt. Die Provisionserträge inklusive sonstige betriebliche Erträge lagen im Geschäftsjahr 2023 bei 19,0 Mio. Euro (Vorjahr: 24,3 Mio. Euro). Der Rückgang ist überwiegend auf die Bereinigung des Händlerportfolios im Zuge des reKYC Prozesses sowie des Neugeschäftsverbots aufgrund der Sonderprüfung zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind mit 5,0 Mio. Euro über Vorjahresniveau (2,6 Mio. Euro) aufgrund der gruppeninternen Dienstleistungen.

Im Laufe des Geschäftsjahres 2023 hat die Unzer GmbH den gesamten Verrechnungspreismechanismus der Gruppe überprüft. Der Zweck der Überprüfung bestand darin, sicherzustellen, dass die von der gewachsenen Gruppe gemeinsam genutzten Dienstleistungen (d. h. unter Berücksichtigung früherer Zukäufe und Umstrukturierungen) auf einheitliche Weise ermittelt und vergütet werden.

Die verschiedenen Verrechnungspreismethoden wurden vereinheitlicht und eine gemeinsame Verrechnungspreismethode, die Cost-Plus-Methode, wurde als die geeignete Methode zur Vergütung der gemeinsam genutzten Dienstleistungen innerhalb der Gruppe ermittelt, unter Berücksichtigung eines marktkonformen Aufschlags. Entsprechende Benchmarking-Studien wurden durchgeführt, um einen fremdvergleichskonformen Kostenverrechnungsmechanismus zu unterstützen.

Infolgedessen ersetzt die neue einheitliche Cost-Plus-Methode für alle Arten von Shared Services die zuvor geltenden Methoden - z. B. provisionsbasierte Methoden für Vertriebsdienstleistungen. Folglich wurden die Verträge mit Unzer Austria GmbH und Unzer Luxembourg S.A. zum 31.12.2022 beendet und ein neuer gruppenweiter Dienstleistungsvertrag mit der Unzer GmbH abgeschlossen.

Aufgrund der neuen gruppenweiten Dienstleistungsverträge mit der Unzer GmbH ergeben sich Veränderungen im Ausweis der innerbetrieblichen Dienstleistungsverrechnung. Die Aufwendungen verteilen sich je nach Sachverhalt auf die Provisionsaufwendungen bzw. die sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Dadurch steigen die Provisionsaufwendungen im Geschäftsjahr auf 10,1 Mio. Euro (Vorjahr: 4,4 Mio. Euro), wohingegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 24,5 Mio. Euro im Vorjahr auf 9,8 Mio. Euro im Geschäftsjahr sinken. Insgesamt ist der Rückgang der Aufwendungen im Wesentlichen auf geringere Aufwendungen aus der Dienstleistungsverrechnung innerhalb des Konzerns zurückzuführen. Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen sind als Folge der Reduzierung der Forderungsankäufe sowie der rückläufigen Geschäfte aus dem Zahlungsausfallschutz-Geschäft auf 2,7 Mio. Euro gesunken (Vorjahr: 9,3 Mio. Euro). Diese Effekte führten zu Erträgen aus Verlustübernahme in Höhe von -14,2 Mio. Euro (Vorjahr: -26,9 Mio. Euro). Wesentliche Gründe für die Abweichung zum Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von -8,1 Mio. Euro gemäß Budget 2023 waren die oben genannte Bereinigung des margenstarken Portfolios sowie außerordentliche Aufwendungen im Rahmen der Sonderbeauftragung.

2. Ertragslage

Die im Geschäftsjahr 2023 erzielten Erlöse (Provisionserträge und sonstige betriebliche Erträge) sind um 21,8% auf 19,0 Mio. Euro gesunken (Vorjahr: 24,3 Mio. Euro).

Die Provisionserträge aus Zahlungsdiensten fielen im Geschäftsjahr um 14,0% auf 6,4 Mio. Euro (Vorjahr: 7,5 Mio. Euro). Die Provisionserträge aus sonstigen Tätigkeiten beinhalten im Wesentlichen den Umsatzanteil aus dem BNPL-Geschäft in Höhe von 4,9 Mio. Euro (Vorjahr: 7,2 Mio. Euro). Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von insgesamt 5,0 Mio. Euro setzen sich insbesondere aus Dienstleistungsverrechnungen in Höhe von 4.080 T€ (Vorjahr: 480 T€) und Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen (0,6 Mio. Euro) zusammen.

Durch den Transfer von Mitarbeitern der Unzer E-Com GmbH in die Unzer GmbH aufgrund von Reorganisationen innerhalb der Gruppe hat sich der Personalaufwand um 3,4 Mio. Euro auf 3,5 Mio. Euro vermindert. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sind insbesondere aufgrund der Rechts- und Beratungskosten bzw. der Sonderprüfungskosten um 1,6 Mio. Euro gestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen im Wesentlichen die Dienstleistungsverrechnung innerhalb des Konzern, insbesondere IT-, Controlling- und Managementdienstleistungen.

Die Abschreibung/Wertberichtigung auf Forderungen in Höhe von 2,4 Mio. Euro betreffen im Wesentlichen das Zahlungsausfallschutz-Geschäft.

3. Finanzlage

Die Gesellschaft verfügt zum Bilanzstichtag über Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von 26,4 Mio. Euro (Vorjahr: 22,1 Mio. Euro), davon 20,1 Mio. Euro (Vorjahr: 18,3 Mio. Euro) aus Zahlungsdiensten und 6,3 Mio. Euro (Vorjahr: 3,8 Mio. Euro) aus sonstigen Tätigkeiten. Von den Forderungen an Kreditinstitute aus Zahlungsdiensten entfallen 20,1 Mio. Euro (Vorjahr: 18,3 Mio. Euro) auf Treuhandkonten gegenüber den angebundenen Händlern.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 5,0 Mio. Euro (Vorjahr: 4,7 Mio. Euro) bestehen fast ausschließlich aus Verbindlichkeiten aus dem im Juni 2019 abgeschlossenen Kauf- und Abtretungsvertrag mit der solarisBank AG über den revolvierenden Ankauf und die Abtretung von Forderungen in Höhe von 5,0 Mio. Euro (Vorjahr: 4,7 Mio. Euro).

Die liquiden Mittel erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Mio. Euro auf 6,3 Mio. Euro.

Die Finanzlage ist weiterhin stabil. Das Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten stets innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen. Der Verlust aus dem Geschäftsjahr wird aufgrund eines Ergebnisabführungs- und Verlustübernahmevertrages von der Muttergesellschaft Unzer GmbH ausgeglichen.

Die Verbindlichkeiten ergeben sich hauptsächlich aus Verbindlichkeiten aus Zahlungsdienstleistungen. Diesen Verbindlichkeiten stehen teilweise die Guthaben auf den Treuhandkonten der Gesellschaft gegenüber. Die Verbindlichkeiten aus Zahlungsdienstleistungen ergeben sich dadurch, dass diese zeitversetzt an die Händler der Unzer E-Com zurückgezahlt werden.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 10,1 Mio. Euro (Vorjahr: 17,6 Mio. Euro) setzen sich im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 3,5 Mio. Euro (Vorjahr: 11,8 Mio. Euro) und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter in Höhe von 3,8 Mio. Euro (Vorjahr: 4,6 Mio. Euro) zusammen.

Das Eigenkapital der Unzer E-Com GmbH beträgt zum 31. Dezember 2023 20,8 Mio. Euro (Vorjahr: 20,8 Mio. Euro). Durch den ab 1. Januar 2021 gültigen Ergebnisabführungs- und Verlustübernahmevertrag wird die Verlustübernahme in Höhe 14,2 Mio. Euro durch die Unzer GmbH vorgenommen.

Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2023 beträgt 29,5% nach 25,7% zum 31. Dezember 2022.

Die unter der Bilanz ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 46,6 Mio. Euro (Vorjahr: 82,8 Mio. Euro) aus sonstigen Tätigkeiten resultieren aus dem Zahlungsausfallschutz-Geschäft.

Die Gesellschaft haftet im Rahmen der Gesamtfinanzierung der Unzer Gruppe zusammen mit anderen Unternehmen der Unzer Gruppe für die Verbindlichkeiten der Unzer Group GmbH, Berlin, gegenüber den Darlehensgebern in Höhe von 424.700 TEuro (Vorjahr: 410.000 TEuro). Das Risiko einer Inanspruchnahme wird nach der erfolgreichen finanziellen Restrukturierung auf Ebene der Unzer Group GmbH als gering eingestuft. Wir verweisen auf unsere Ausführungen zur Restrukturierung der Finanzierung im Prognosebericht.

4. Vermögenslage

Die Vermögenslage der Gesellschaft hat sich gegenüber dem Vorjahr nur leicht verändert.

Zum Bilanzstichtag beträgt die Bilanzsumme 70,5 Mio. Euro gegenüber 80,9 Mio. Euro im Vorjahr.

Die Forderungen gegen Kunden haben sich absolut um 4,1 Mio. Euro auf 16,0 Mio. Euro verringert, die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind um 1,9 Mio. Euro auf 30,1 Mio. Euro gefallen. Dies ist auf das zurückgegangene Geschäftsvolumen zurückzuführen, welches durch das Neugeschäftsverbot und die Portfoliobereinigung beeinflusst ist.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind um 8,2 Mio. Euro auf 27,8 Mio. Euro gesunken.

Die Rückstellungen in Höhe von 2,7 Mio. Euro sind im Vergleich zum Vorjahr (5,9 Mio. Euro) um 3,2 Mio. Euro gesunken. In den anderen Rückstellungen in Höhe von 2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 5,7 Mio. Euro) sind im Wesentlichen die Rückstellungen für Abschluss und Prüfung bzw. Sonderprüfung (0,2 Mio. Euro; Vorjahr: 0,8 Mio. Euro), Rückstellungen für Gewährleistungen (0,3 Mio. Euro; Vorjahr: 0,4 Mio. Euro), Rückstellung Garantievolumen Flexipay (1,6 Mio. Euro; Vorjahr: 3,8 Mio. Euro) sowie Personalrückstellungen (0,2 Mio. Euro; Vorjahr: 0,2 Mio. Euro) enthalten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 10,1 Mio. Euro haben sich im Vergleich zum Vorjahr verringert (Vorjahr: 17,6 Mio. Euro).

Das Eigenkapital bleibt im Vergleich zum Vorjahr unverändert, wohingegen die Eigenkapitalquote von 25,7% auf 29,5% gestiegen ist.

5. Gesamtaussage

Aufgrund der Konsolidierung unseres Kundenportfolios, der hohen Aufwendungen zur Bereinigung der Prüfungsfeststellungen aus der Sonderprüfung aber auch aufgrund des Neugeschäftsverbots hat die Gesellschaft mit einem negativen Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit abgeschlossen. Mit dem Ergebnisabführungs- und Verlustübernahmevertrag gegenüber der Muttergesellschaft Unzer GmbH wird der Verlust ausgeglichen. Nach der Überprüfung des Sonderbeauftragten und aufgrund der optimierten internen Kontrollprozesse- und systeme, hat die BaFin im Februar 2024 die teilweise Aufhebung des Neugeschäftsverbots per Bescheid erlassen. Insgesamt ist die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage als stabil zu bezeichnen, insbesondere auch aufgrund der Restrukturierung der Unzer Gruppe.

B. Bericht über die zukünftige Entwicklung sowie Chancen und Risiken des Unternehmens

I. Chancenbericht

Die Zahlungsdienstleistungsbranche befindet sich im starken Wandel und dies noch stärker seit Ausbruch der Coronapandemie. Die für Wirtschaft und Gesellschaft entstandenen Umstände haben gezeigt, dass die E-Commerce Branche deutlich an Bedeutung gewinnt. Unzer E-Com geht davon aus, dass das Gesamttransaktionsvolumen im E-Commerce sowohl im B2C als auch im B2B weiter steigen wird. Das bedeutet, dass der Großteil von Unternehmen - Hersteller wie auch (Groß-)Händler - sich damit beschäftigen bzw. beschäftigen müssen, wie sie ihre Produkte und Dienstleistungen über digitale Vertriebskanäle verkaufen bzw. wie sie diese Kanäle nutzen können, um den Verkauf über klassische Kanäle zu unterstützen. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung noch beschleunigt und eröffnet Chancen für die Unzer E-Com. Eine zusätzliche Chance der Gesellschaft besteht in der Vertikalintegration und der Fokussierung auf bestimmte Industrien, wie z.B. eigene vertikal spezifische Unified-Commerce-Softwarelösungen mit integriertem Zahlungsverkehr anzubieten. Die Unzer Gruppe fokussiert sich auf VAS (Value Added Services) um die gesamte Wertschöpfungskette eines Zahlungsdienstleisters vollständig aus einer Hand anzubieten. Wie z.B. ein vollständiges standardisiertes PSP-Angebot darstellen zu können. Dies führt mittelfristig zu vereinfachten Prozessen und zur Kundenbindung.

II. Risikobericht

1. Allgemeiner Risikobericht

Das Gesamtrisiko ergibt sich aus den nachfolgend dargestellten Einzelrisiken. Um die Beherrschung dieser Risiken zu gewährleisten, hat Unzer ein Risikomanagementsystem etabliert. Nach § 27 Abs. 1 ZAG ist Unzer verpflichtet, ein angemessenes Risikomanagementsystem vorzuhalten, und unterliegt der Aufsicht der BaFin. Unzer hat Risiko- und Betrugserkennungsmuster aufgesetzt, so dass Risiken, die Unzer treffen können, erkannt werden können und dementsprechend gehandelt werden kann. Daneben werden Anweisungen und entsprechende Vorkehrungen getroffen, um das Geldwäscherisiko zu minimieren. Hierfür hat Unzer eine Risikostrategie als Teil der gesamten Geschäftsstrategie implementiert. Die Geschäftsführung ist im Rahmen ihrer Gesamtverantwortung auch verantwortlich für das Risikomanagement. Unzer verfügt über ein dreistufiges Risikomodel, das der Organisation hilft, Strukturen und Prozesse zu identifizieren, die das Erreichen der Ziele am besten unterstützen und eine starke Governance und ein funktionierendes Risikomanagement ermöglichen. Zur Sicherstellung der kontinuierlichen Risikotransparenz erstellt Unzer Risikoanalysen und führt Risikoinventuren durch. Risiken werden jährlich systematisiert und kategorisiert. Im Rahmen dieser Prozesse sind die jeweiligen Business Owner jährlich aufgefordert, alle Risiken in ihren jeweiligen Bereichen zu identifizieren, zu beschreiben, getroffene Maßnahmen darzulegen und eine entsprechende Risikoeinschätzung abzugeben. Daneben wird einmal jährliche eine Risikoanalyse der Geschäftstätigkeit in Bezug auf unternehmensbezogene Risiken, produktbezogene Risiken, kundenbezogene Risiken, länderbezogene Risiken und transaktionsbezogene Risiken durchgeführt und an die Geschäftsleitung berichtet. Die Risikobegrenzungsmaßnahmen sind beschrieben und es besteht ein jährliches Risikoreporting von Risk Controlling (2nd line of defense) sowie ein monatliches Risikoreporting von Risk Management (1st line of defense) an die Geschäftsleitung. Die Risikobegrenzungsmaßnahmen und das installierte Reporting sollen eine ausreichende Begrenzung, Steuerung und Überwachung der potenziellen Risiken gewährleisten.

Auf Basis der etablierten Risikomanagementsysteme ist die Gesamtrisikolage der Gesellschaft als nicht bestandsgefährdend einzustufen. Alle Risiken liegen unterhalb der definierten Limite. Im Bericht für das Jahr 2023 gab es keine nennenswerten Ausfälle durch unkontrollierte Rücklastschriften oder durch die Insolvenz eines großen Händlers.

Im nachfolgenden speziellen Risikobericht werden spezifizierende Erläuterungen zu verschiedenen Risikodimensionen ausgeführt.

2. Spezieller Risikobericht

2.1 Aufsichtsrechtliche Eigenmittelanforderungen

Die aufsichtsrechtliche Eigenmittelanforderungen (§ 15 ZAG) zum 31. Dezember 2023 betragen 604.735 EUR. Aufgrund des Ergebnisabführungs- und Verlustübernahmevertrages wird der Verlust vom Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 14.188.636,20 EUR nicht im Eigenkapital gezeigt, sondern als Forderung gegen den Gesellschafter ausgewiesen. Die Gesellschaft wird durch kontinuierliche Überprüfung die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen sicherstellen.

2.2 Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass das Institut seine Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen kann. Aufgrund der Geschäftsstrategie entstehen aus dem operativen Geschäft keine wesentlichen Fristeninkongruenzen und damit keine wesentlichen Liquiditätsrisiken.

Der Finanzierungsbedarf für laufende Aufwendungen und Investitionen wird anhand der laufenden Buchhaltung und der Informationen über die unterhaltenen Kontokorrentkonten überwacht und zeitnah geschlossen.

Die Liquiditätsrisiken werden von der Gesellschaft überwacht und die Liquidität entsprechend gesteuert, um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Die Liquiditätssituation wird täglich erfasst und der Geschäftsführung zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Budgetplanung wird eine Liquiditätsplanung erstellt. Zudem erfolgt mindestens einmal pro Monat ein Update der Liquiditätsplanung sowie eine Verifizierung der wesentlichen zugrundeliegenden Annahmen, die der Planung zu Grunde liegen.

Die Finanzierung der Unzer E-Com GmbH wird auch über die Unzer Gruppe sichergestellt. Die Liquiditätsrisiken werden auf Gruppenebene gesteuert, um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit der Gruppe sicherzustellen. Die Finanzierung des Konzerns erfolgt durch Eigenkapital der Gesellschafter und Fremdkapital. Die Finanzierung des Fremdkapitals ist grundsätzlich an eine Finanzkennziffer (Financial Covenant) gebunden. Würde sich die Ertrags- und Finanzlage derart negativ entwickeln, dass eine Einhaltung dieses Financial Covenants nicht gewährleistet ist und der Financial Covenant gleichzeitig nicht angepasst werden könnte oder seitens der Gesellschafter kein weiteres Eigenkapital zur Verfügung gestellt wird, hätte dieses nachteilige finanzielle Auswirkungen auf den gesamten Konzern. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung über die finanzielle Restrukturierung wurde jedoch bis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Umstrukturierung auf die Prüfung der Financial Covenants für die Term-Loan-B- Kredite (mehr als 90% der Gesamtfinanzierung) verzichtet. Nach erfolgreicher finanzieller Restrukturierung auf Ebene der Unzer Group GmbH bestehen Absichtserklärungen innerhalb der Gruppe, dass freiverfügbare Mittel über Darlehen an andere Gesellschaften der Unzer Gruppe unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften zur Verfügung gestellt werden. Damit ist die Refinanzierung gesichert.

2.3 Adressenausfallrisiken

Adressenausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Vertragspartner des Instituts nicht oder nicht fristgerecht leistet oder das Institut seinem Vertragspartner aufgrund der Nichtleistung eines Dritten zu leisten verpflichtet ist sowie das Wertverschlechterungsrisiko aus Beteiligungen. Eines der Hauptrisiken der Unzer ist, dass sie Gelder an Händler auszahlt, die ihre Kunden nicht beliefern können oder wollen, so dass die Unzer - im Falle der Insolvenz des Händlers - auf den an den Händler bereits ausgezahlten Umsatz keinen Zugriff mehr hat. Diesem Risiko wird durch verschiedene Mechanismen im Monitoring begegnet. Die Billing-Abteilung hat verschiedene Reportings etabliert, bei denen Auffälligkeiten im Transaktionsverhalten des Händlers unmittelbar an die Abteilungen Risk und Sales kommuniziert werden. Zusätzlich werden durch tägliche "business intelligence" Reports Auffälligkeiten wie Gutschriftenquote, Chargebacks oder abgelehnte Transaktionen dargestellt und durch Risk und Billing überprüft. Werden Betrugsmuster erkannt, werden entsprechende Maßnahmen ergriffen. Diese beinhalten u.a. Limitierung der Einzeltransaktionshöhe, Einholung von zusätzlichen Sicherheiten, aber auch in letzter Konsequenz die Abschaltung des Händlers.

Im Aufschaltprozess wird der Händler unterschiedlichen Prüfungen unterzogen. Initial wird hierbei zunächst die Konformität des Geschäftsmodells mit den Aufschaltrichtlinien der Unzer geprüft. Liegt diese vor, erfolgt die Prüfung der finanziellen Ertrags- und Vermögenslage. Unzer prüft jeden Händler auf Kreditwürdigkeit (bspw. bei Auskunfteien) und behält sich vor, je nach Ergebnis des Scores aktuelle Bilanzen oder zusätzliche Finanzinformationen einzuholen. Je nach Ergebnis dieser Prüfung können Auszahlungsintervalle angepasst oder gegebenenfalls Sicherheiten eingefordert werden. Unzer überwacht fortlaufend ihre Händler im Hinblick auf etwaige Änderungen über eine Monitoringfunktion. Diese Änderungen können eine Verschlechterung oder Verbesserung des Scores sein, aber auch ein Hinweis auf Änderungen in der Unternehmensstruktur, bis hin zur Meldung einer Insolvenz.

2.4 Marktpreisrisiken

Das Marktpreisrisiko umfasst das Kursrisiko, Zinsänderungsrisiko, Währungsrisiko. Die Risiken, die sich aus der Änderung von Zinsniveau oder Währungskursen ergeben, werden derzeit als sehr gering angesehen, da Zahlungen nur in Euro abgewickelt werden und Unzer nicht börsengelistet ist. Das Marktrisiko kann bei Unzer E-Com als gering angesehen werden.

2.5 Operationelle Risiken

Die Definition des operationellen Risikos ist "das Risiko eines direkten oder indirekten Verlustes, der durch unzureichende oder fehlerhafte interne Prozesse, Menschen und Systeme oder durch externe Ereignisse entsteht". Mitarbeiter mit unterschiedlichem Hintergrund, sowohl aus Finanzinstituten als auch aus FinTech-Organisationen, wurden eingestellt und sind Teil von der Risikoorganisation und fungieren als 2nd Line of Defense.

Der Rahmen für das Management des operationellen Risikos wurde von der Risikokontrollabteilung geschaffen, um eine wirksame Risikoidentifizierung, Risikobewertung, Risikominderung, Kontrollimplementierung und Überwachung zu gewährleisten. Zur Unterstützung des Risikomanagements der Unzer Gruppe wurden verschiedene Richtlinien, Verfahren und Methoden entwickelt und veröffentlicht. Mehrere Workshops wurden in allen Abteilungen der Unzer Gruppe durchgeführt, um ein Risikobewusstsein und eine Risikokultur zu schaffen. Interne Kontrollen sind in das Tagesgeschäft von Unzer eingebettet und sollen so weit wie möglich sicherstellen, dass die Aktivitäten effizient und effektiv sind, die Informationen zuverlässig und vollständig sind und das Unternehmen die geltenden Gesetze und Vorschriften einhält.

Dies verhilft Unzer zu einem besseren Verständnis des Risikoumfelds, einer besseren Produktleistung und stärkeren Beziehungen zu Kunden und Interessengruppen.

Informations- und IT-Risiken bestehen in der unzulässigen Veröffentlichung und Veränderung von Daten sowie aus der Gestaltung und dem Betrieb von Informationssystemen. Weltweit sind diese Risiken in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, was auch Einfluss auf die Gesellschaft hat.

Den Risiken im Zusammenhang mit Daten wird mittels eines am Industriestandard ISO/IEC 27001 ausgerichteten Managementsystem für Informationssicherheit begegnet. Dies umfasst verbindliche Richtlinie und Arbeitsanweisungen zu technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen. Das Sicherheitsmanagement hat sowohl die von der BaFin aufgestellten Zahlungsdiensteaufsichtlichen Anforderungen an die IT von Zahlungs- und E-Geld-Instituten (ZAIT) im Fokus als auch die für die Abwicklung von Kreditkartendaten verbindlichen Anforderungen des Payment Card Industry - Data Security Standards (PCI-DSS). Eine entsprechende Zertifizierung nach PCI-DSS wird jährlich aktualisiert.

Die Unzer Gruppe setzt auch für die Unzer E-Com GmbH bei den Risiken aus der Gestaltung und dem Betrieb von Informationssystemen auf modulare und standardisierte Technologien namhafter Anbieter sowie auf redundant ausgelegte Infrastruktur z.B. im Bereich Rechenzentrum. Kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur sollen auch die zukünftige Leistungsfähigkeit der IT-Systeme sicherstellen.

III. Prognosebericht

Aus wirtschaftlicher Sicht war das Jahr 2023 geprägt von globalen Krisen, den Auswirkungen des Ukraine-Krieges und den damit einhergehenden hohen Inflationsraten sowie dem Anstieg der Finanzierungskosten. Dies führte erstmals seit dem Corona-Jahr 2020 zu einem leichten Rückgang der wirtschaftlichen Gesamtleistung und der privaten Konsumausgaben. Insbesondere der deutsche Onlinehandel, welcher für die Unzer E-Com das Kerngeschäft darstellt, verzeichnete laut einer Auswertung des Onlineportals Statista im Jahr 2023 einen signifikanten Umsatzrückgang von 90,4 auf 79,7 Milliarden Euro. Trotz erster positiver Anzeichen im vierten Quartal 2023 wird derzeit nicht von einer weitreichenden Verbesserung der geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausgegangen und somit für das Jahr 2024 ein Marktwachstum im unteren einstelligen Bereich erwartet.

Auf Gruppenebene wurde seit Ende 2022 eine Restrukturierung der bestehenden Finanzierung vorgenommen, um die Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu stabilisieren sowie um jederzeit eine ausreichende Liquidität sicherstellen zu können. Die entsprechenden Verträge zur Umsetzung der Transaktion wurden am 18. Juli 2023 mit den Fremd- und Eigenkapitalgebern unterzeichnet. Im Rahmen der Restrukturierung werden sich auch die Anteilseigner der Unzer Gruppe ändern. Da im Konzernverbund drei regulierte Tochtergesellschaften enthalten sind, ist für den erfolgreichen Abschluss der Restrukturierung noch ein Inhaberkontrollverfahren bei der BaFin, der CSSF sowie der Danish FSA durchzuführen. Da es sich bei den neuen Gesellschaftern um namhafte Institute handelt, gehen wir mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Aufsichtsbehörden den mittelbaren Erwerb der Gesellschaftsanteile unserer Muttergesellschaft, Inamra HoldCo GmbH, Berlin nicht untersagen werden. Mit einem Abschluss des Inhaberkontrollverfahrens und damit einer Änderung unserer Anteilseigner rechnen wir bis Mitte des Jahres 2024. Durch den Abschluss der Verträge ist zum einen die jederzeitige Zahlungsfähigkeit aller Konzerngesellschaften im Planungshorizont gesichert und zum anderen werden hierdurch auch unsere weiteren Wachstumspläne ermöglicht.

Die Planung für das Jahr 2024 sieht für das im Collecting abgewickelte Zahlungsvolumen einen Anstieg um etwa 12% auf 571 Mio. Euro vor. Aufgrund der teilweisen Lockerung des Neukundenverbotes seitens der BaFin soll das Wachstum im Wesentlichen durch Neukundenakquise sowie dem Ausbau des Bestandsgeschäftes erzielt werden. Hinsichtlich der Provisionserträge ist für 2024 dennoch mit einem Rückgang von etwa 6% auf 13,1 Mio. Euro zu rechnen. Dies ist hauptsächlich der Bereinigung des Kundenportfolios im Laufe des Jahres 2023 zu schulden, die zu einem Rückgang der Provisionserträge geführt hat.

Unter Berücksichtigung der oben genannten Entwicklungen der Erlöse werden im Jahr 2024 Erträge aus Verlustübernahme in Höhe von 10,2 Mio. Euro erwartet. Hauptsächlich resultiert dies aus geringeren Provisionserträgen sowie der Abnahme der konzerninternen Aufwendungen aufgrund der neuen Dienstleistungsverrechnung in die Unzer Gruppe.

In der Gesamtbetrachtung erwarten wir gegenüber dem Vorjahr eine stabile Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

IV. Sonderprüfung und Sonderbeauftragter

Die von der für Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit Schreiben vom 18.06.2021 angeordnete Prüfung des Geschäftsbetriebes nach § 19 Absatz 1 Satz 2 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) bei der Unzer E-Com GmbH (Sonderprüfung) ist im Frühjahr 2022 abgeschlossen worden. Die in dem Prüfungsbericht des Sonderprüfers (Sonderprüfungsbericht) enthaltenen Beanstandungen umfassen insbesondere kritische Feststellungen zur Ordnungsmäßigkeit und Angemessenheit der Geschäftsorganisation gem. § 27 ZAG sowie zur Einhaltung geldwäscherechtlicher Sorgfalts- und Organisationspflichten und weiterer aufsichtsrechtlicher Pflichten im Prüfungszeitraum der Sonderprüfung.

Die BaFin hat mit Bescheid vom 28.07.2022 gegenüber der Unzer E-Com GmbH angeordnet, Maßnahmen zu ergreifen, um eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation sicherzustellen und die Feststellungen aus dem Sonderprüfungsbericht zu beseitigen. Darüber hinaus wurde der Unzer E-Com GmbH von der BaFin vorübergehend untersagt, Geschäfte mit neuen Kunden anzunehmen. Das Neugeschäftsverbot endet, sobald die Maßnahmen in Bezug auf die im Sonderprüfungsbericht aufgeführten wesentlichen Feststellungen abgeschlossen und die Beanstandungen nach Überprüfung durch die BaFin und in Abstimmung mit einem Sonderbeauftragten hinreichend behoben worden sind.

Mit Bescheid vom 19.08.2022 hat die BaFin einen Sonderbeauftragten bestellt, um die Umsetzung der angeordneten Maßnahmen zu überwachen. Der Sonderbeauftragte berichtet der BaFin kontinuierlich über den Stand der Umsetzung. Die Bestellung des Sonderbeauftragten wurde 2023 zunächst bis zum 28. Februar 2024 und zuletzt per Bescheid vom 28. Februar 2024 bis einstweilen zum 31. August 2024 verlängert. Ebenfalls per Bescheid vom 28. Februar 2024 hat die BaFin ihren Bescheid zur Verhängung eines Neukundenverbots vom 28. Juli 2022 u.a. dahingehend geändert, dass die Unzer E-Com GmbH testweise und vorerst im Zeitraum vom 1. März 2024 bis zum Ablauf des 31. August 2024 neue Kunden annehmen darf, wobei der Umfang der Ausnahme vom Neukundenverbot durch den Bescheid näher begrenzt wird.

Mit Bescheid vom 07.09.2022 hat die BaFin gegen die Unzer E-Com GmbH auf Grundlage des Sonderprüfungsberichts gemäß § 64 Absatz 3 Nr. 5a ZAG ein Bußgeld in Höhe von 350.000 Euro festgesetzt, welches die Unzer E-Com GmbH beglichen hat.

Die Gesellschaft und die Geschäftsleitung legen einen großen Fokus auf die Angemessenheit der Geschäftsorganisation und arbeiten bereits seit Monaten mit Hochdruck an der konsequenten Behebung sämtlicher Feststellungen aus der Sonderprüfung. Die Gesellschaft steht hierzu in engem und laufendem Austausch mit dem Sonderbeauftragten und den Aufsichtsbehörden.

 

Heidelberg, den 10. Juli 2024

Die Geschäftsführung:

Robert Bueninck

Jacob von Ingelheim

Dr. Max Steiger

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
Euro Euro Euro
1. Forderungen an Kreditinstitute
a) aus Zahlungsdiensten 20.124.093,94 18.309.812,97
- davon auf Treuhandkonten EUR 20.124.093,94 (Vorjahr: EUR 18.309.812,97 )
b) aus sonstigen Tätigkeiten 6.329.787,57 3.762.919,32
26.453.881,51 22.072.732,29
2. Forderungen an Kunden
a) aus Zahlungsdiensten 14.481.255,69 19.258.677,93
b) aus sonstigen Tätigkeiten 1.517.373,64 891.304,12
15.998.629,33 20.149.982,05
3. Forderungen an Zahlungsinstitute
a) aus Zahlungsdiensten 0,00 2.354.941,26
b) aus sonstigen Tätigkeiten 36.458,33 36.458,33
36.458,33 2.391.399,59
4. Immaterielle Anlagewerte
a) aus Zahlungsdiensten
aa) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0,00
ab) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 30.255,88
b) aus sonstigen Tätigkeiten
ba) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0,00
bb) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 57.966,12
0,00 88.222,00
5. Sachanlagen
a) aus Zahlungsdiensten 0,00 23.586,84
b) aus sonstigen Tätigkeiten 0,00 45.189,16
0,00 68.776,00
6. Sonstige Vermögensgegenstände
a) aus Zahlungsdiensten 7.540.188,16 7.102.117,71
b) aus sonstigen Tätigkeiten 20.303.460,47 29.005.364,18
27.843.648,63 36.107.481,89
7. Rechnungsabgrenzungsposten
a) aus sonstigen Tätigkeiten 127.519,74 48.196,57
Summe der Aktiva 70.460.137,54 80.926.790,39

PASSIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
Euro Euro Euro
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) aus Zahlungsdiensten
aa) täglich fällig 4.962.380,06 4.675.482,05
b) aus sonstigen Tätigkeiten 0,00 6,01
4.962.380,06 4.675.488,06
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) aus Zahlungsdiensten 30.104.560,84 31.964.835,52
- davon Verbindlichkeiten zur Ausführung von Zahlungsvorgängen Euro 30.104.560,84 (Vorjahr: Euro 31.964.835,52)
b) aus sonstigen Tätigkeiten 0,00 0,00
30.104.560,84 31.964.835,52
3. Verbindlichkeiten gegenüber Zahlungsinstituten
a) aus Zahlungsdiensten 1.758.655,67 0,00
b) aus sonstigen Tätigkeiten 0,00 0,00
1.758.655,67 0,00
4. Sonstige Verbindlichkeiten
a) aus Zahlungsdiensten 3.578.407,39 5.720.288,07
b) aus sonstigen Tätigkeiten 6.526.295,19 11.865.405,30
10.104.702,58 17.585.693,37
5. Rückstellungen
a) Steuerrückstellungen
aa) aus Zahlungsdiensten 0,00 71.333,95
ab) aus sonstigen Tätigkeiten 0,00 136.666,05
b) andere Rückstellungen
ba) aus Zahlungsdiensten 315.243,08 483.693,88
bb) aus sonstigen Tätigkeiten 2.420.864,81 5.215.349,06
2.736.107,89 5.907.042,94
6. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
b) Kapitalrücklage 14.053.118,46 14.053.118,46
c) Gewinnrücklagen
ca) andere Gewinnrücklagen 100.000,00 100.000,00
d) Bilanzgewinn 6.615.612,04 6.615.612,04
20.793.730,50 20.793.730,50
Summe der Passiva 70.460.137,54 80.926.790,39
Eventualverbindlichkeiten
a) aus Zahlungsdiensten 0,00 0,00
b) aus sonstigen Tätigkeiten 46.566.826,20 82.784.372,50

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

der Unzer E-Com GmbH, Heidelberg

Geschäftsjahr Vorjahr
Euro Euro Euro
1. Zinserträge
a) aus sonstigen Tätigkeiten
aa) Kredit- und Geldmarktgeschäften 51.350,94 51.350,94 342.638,12
2. Zinsaufwendungen
a) aus sonstigen Tätigkeiten -7.300,30 -7.300,30 -15.209,00
3. Provisionserträge
a) aus Zahlungsdiensten 6.406.240,40 7.450.839,19
b) aus sonstigen Tätigkeiten 7.603.443,25 14.274.784,70
14.009.683,65 21.725.623,89
4. Provisionsaufwendungen
a) aus Zahlungsdiensten -3.935.709,70 -1.920.103,83
b) aus sonstigen Tätigkeiten -6.180.923,88 -2.451.765,71
-10.116.633,58 -4.371.869,54
5. Sonstige betriebliche Erträge
a) aus Zahlungsdiensten 1.662.202,79 809.971,68
b) aus sonstigen Tätigkeiten 3.362.187,28 1.805.394,73
5.024.390,07 2.615.366,41
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) aus Zahlungsdiensten
aa) Personalaufwand
Löhne und Gehälter -1.048.272,37 -1.998.356,05
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -195.090,23 -374.120,82
- davon für Altersversorgung Euro -4.200,42 (Vorjahr: Euro -7.661,45)
ab) andere Verwaltungsaufwendungen -2.138.744,25 -1.524.035,57
-3.382.106,85 -3.896.512,44
b) aus sonstigen Tätigkeiten
ba) Personalaufwand
Löhne und Gehälter -1.906.020,77 -3.809.168,60
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -355.804,40 -716.764,12
- davon für Altersversorgung Euro -5.051,71 (Vorjahr: Euro -14.678,29)
bb) andere Verwaltungsaufwendungen -5.117.209,66 -4.103.553,14
-7.379.034,83 -8.629.485,86
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
a) aus Zahlungsdiensten -55.598,25 -216.095,91
b) aus sonstigen Tätigkeiten -101.399,75 -414.010,09
-156.998,00 -630.106,00
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) aus Zahlungsdiensten -3.482.962,15 -8.405.867,51
b) aus sonstigen Tätigkeiten -6.352.205,40 -16.104.487,81
-9.835.167,55 -24.510.355,32
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft
a) aus Zahlungsdiensten -325,99 -3.408,86
b) aus sonstigen Tätigkeiten -2.392.212,55 -9.343.211,46
-2.392.538,54 -9.346.620,32
10. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit
a) aus Zahlungsdiensten -2.788.259,76 -6.181.177,68
b) aus sonstigen Tätigkeiten -11.396.095,23 -20.535.352,38
-14.184.354,99 -26.716.530,06
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
a) aus Zahlungsdiensten -1.581,86 -65.081,09
b) aus sonstigen Tätigkeiten -2.885,00 -124.686,43
-4.466,86 -189.767,52
12. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Position 8 ausgewiesen
a) aus Zahlungsdiensten 65,74 -17,15
b) aus sonstigen Tätigkeiten 119,91 -32,85
185,65 -50,00
13. Erträge aus Verlustübernahme
a) aus Zahlungsdiensten 2.789.775,88 6.246.275,91
b) aus sonstigen Tätigkeiten 11.398.860,32 20.660.071,67
14.188.636,20 26.906.347,58
14. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
a) aus Zahlungsdiensten 0,00 0,00
b) aus sonstigen Tätigkeiten 0,00 0,00
0,00 0,00
15. Vortrag auf neue Rechnung
a) aus Zahlungsdiensten 3.896.570,68 3.896.570,68
b) aus sonstigen Tätigkeiten 2.719.041,35 2.719.041,35
6.615.612,04 6.615.612,04
16. Bilanzgewinn 6.615.612,04 6.615.612,04

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Unzer E-Com GmbH, Heidelberg

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: Unzer E-Com GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Heidelberg
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Mannheim
Registernummer: HRB 337681

Der vorliegende Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 der Unzer E-Com GmbH wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) sowie für Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute (§§ 340 ff. HGB) erstellt. Der Jahresabschluss ist nach Anlage 1 und 2 der Verordnung über die Rechnungslegung der Zahlungsinstitute (RechZahlV) gegliedert, da die Gesellschaft die Erlaubnis zum Erbringen von Zahlungsdiensten gem. § 8 Absatz 1 Satz 1 ZAG von der Bundesanstalt der Finanzdienstleistungsaufsicht gemäß Bescheid vom 4. Mai 2011 bzw. 28. Juni 2018 erteilt bekommen hat.

Die Gesellschaft ist nach § 340a Abs. 1 HGB i.V.m. § 26 Abs. 1 KWG als große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 HGB anzusehen.

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Forderungen an Kreditinstituten sind mit den Nominalwerten angesetzt.

Forderungen an Kunden sowie sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum Nominalwert, bzw. zu Anschaffungskosten bewertet. Dem allgemeinen Kreditrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird zusätzlich durch eine ausreichend bemessene Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Bei Sonderfällen erfolgt eine Einzelwertberichtigung.

Das Anlagevermögen wird zu Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten oder Herstellungskosten (gemäß § 255 Abs. 2 bis 3 HBG) bilanziert. Zinsen für Fremdkapital wurden bei keinem Posten des Anlagevermögens aktiviert.

Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und um planmäßige Abschreibungen, vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Diese belaufen sich auf

3 bis 5 Jahre bei entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen und

1 bis 13 Jahre beim sonstigen Sachanlagevermögen.

Steuerlich sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Zugangszeitpunkt sofort vollständig abgeschrieben und im Anlagengitter als Abgang behandelt.

Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Zahlungseingänge, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Geschäftsjahr darstellen abgegrenzt.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sind mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Soweit der Kurs am Tage des Geschäftsvorfalles bei Forderungen darunter bzw. bei Verbindlichkeiten darüber lag, ist dieser angesetzt. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger wurden § 253 Abs. 1 Satz 1 und § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB nicht angewendet.

Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die das vergangene Geschäftsjahr betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern und werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags wurden Steuerrückstellungen betreffend das Berichtsjahr bei der Organmutter gebildet.

Die anderen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr bestehen nicht.

Die Rückstellung für Gewährleistungen resultiert aus dem Zahlungsausfallschutz-Geschäft. Die Kosten der Zahlungsausfälle werden in der Regel ca. 3 bis 4 Monate nach der Rechnungsstellung mit Übergabe der Forderungen zum Inkasso realisiert. Auf Basis der historischen Ausfälle wird das entsprechende zurückzustellende Risiko ermittelt. Aufgrund der Restlaufzeit der Rückstellung von maximal einem Jahr erfolgt keine Abzinsung.

Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Beim Jahresabschluss 2023 sind die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unverändert beibehalten worden.

Die Bilanz wurde nach den Vorschriften gemäß RechZahlV gegliedert.

Angaben zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

Forderungen an Kreditinstitute belaufen sich auf 26.454 T€ (Vorjahr: 22.073 T€), davon entfallen 20.124 T€ (Vorjahr: 18.310 T€) auf Treuhandkonten.

Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden in Höhe von insgesamt 15.999T€ (Vorjahr: 20.150 T€) sind im Wesentlichen Factoring-Abrechnungen in Höhe von 10.835 T€ (Vorjahr: 10.018 T€) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Händlerabrechnung) in Höhe von 5.058 T€ (Vorjahr: 10.027 T€) enthalten.

Anlagevermögen

Die Darstellung des Anlagengitters entspricht inhaltlich den Vorschriften des § 284 Abs. 3 HGB. Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt.

Immaterielles Anlagevermögen wurde planmäßig auf einen Buchwert von 0 T€ (Vorjahr: 88 T€) abgeschrieben. Die Sachanlagen weisen nach planmäßiger Abschreibung am Ende des Geschäftsjahres einen Buchwert von 0 T€ (Vorjahr: 69 T€) auf.

Das für den operativen Geschäftsbetrieb notwendige Anlagevermögen wird durch die Muttergesellschaft bereitgestellt.

Sonstige Vermögensgegenstände

In den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von 27.844 T€ (Vorjahr: 36.107 T€) sind die Forderungen gegen den Gesellschafter aus Verlustübernahme in Höhe von 14.189 T€ (Vorjahr: 33.677 T€), weitere Forderungen gegen den Gesellschafter in Höhe von 4.192 T€ (Vorjahr: 459 T€) sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 1.949 T€ (Vorjahr: 1.138 T€) enthalten.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belaufen sich im Berichtsjahr auf 4.962 T€ (Vorjahr: 4.675 T€) und sind fast ausschließlich dem Factoring-Geschäft zu zuordnen.

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden summieren sich auf 30.105 T€ (Vorjahr: 31.965 T€) und sind ausschließlich zur Ausführung von Zahlungsvorgängen bilanziert.

Sonstige Verbindlichkeiten

In den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 10.105 T€ (Vorjahr: 17.586 T€) sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter in Höhe von 3.847 T€ (Vorjahr: 4.645 T€) und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 3.546 T€ (Vorjahr: 11.786 T€) enthalten. Hierin sind Verbindlichkeiten aus Intercompany Abrechnungen (insbesondere Dienstleistungsverrechnungen in Höhe von 3.851 T€ (Vorjahr: 12.780 T€) und Umsatzsteuerverbindlichkeiten gegenüber dem Organträger Unzer Group GmbH in Höhe von 3.929 T€ (Vorjahr: 2.745 T€)) enthalten.

Des Weiteren sind in der Position sonstige Verbindlichkeiten die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 972 T€ (Vorjahr: 741 T€) enthalten.

Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in Fremdwährung

Auf Fremdwährung lauten Vermögensgegenstände im Gesamtbetrag von 2 T€ (Vorjahr: 2 T€) und Verbindlichkeiten im Gesamtbetrag von 13 T€ (Vorjahr: 15 T€).

Angabe zu Restlaufzeitvermerken

Sämtliche Forderungen an Kunden haben (wie im Vorjahr) eine Restlaufzeit unter 3 Monaten.

Sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben (wie im Vorjahr) eine Restlaufzeit von unter drei Monaten.

Der Betrag der sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr beträgt 158 T€ (Vorjahr: 158 T€) und setzt sich im Wesentlichen aus Kautionen in Höhe von 133 T€ (Vorjahr: 133 T€) zusammen.

Der Betrag der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt 15.067 T€ (Vorjahr: 22.412 T€).

Steuerrückstellungen

Steuerrückstellungen bestehen zum Abschlussstichtag nicht (Vorjahr: Gewerbesteuer in Höhe von 102 T€ und Körperschaftsteuer in Höhe von 106 T€). Für das Berichtsjahr sind Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aufgrund des Gewinnabführungsvertrages bei der Organmutter berücksichtigt.

Andere Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen ergeben sich wie folgt:

Geschäftsjahr in EUR Vorjahr in EUR
Personalkosten 183.185,52 175.932,29
Gewährleistung 256.856,00 460.026,00
Garantievolumen Flexipay Abschluss und Prüfung/Sonderprüfung 1.577.298,00 3.828.632,00
189.000,00 790.692,28
Aufbewahrung 20.766,00 20.766,00
Übriges 509.002,37 630.994,37
2.736.107,89 5.907.042,94

Die Rückstellungen für Personalkosten beinhalten Bonuszahlungen für das Jahr 2023 in Höhe von 129 T€ (Vorjahr: 127 T€) sowie Rückstellungen für nicht genommenen Urlaub in Höhe von 54 T€ (Vorjahr: 49 T€).

Eigenkapital

Das Eigenkapital der Unzer E-Com GmbH beträgt zum 31. Dezember 2023 20.794 T€ (Vorjahr: 20.794 T€). Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag in Höhe von 25 T€ (Vorjahr: 25 T€) angesetzt. Durch den ab 1. Januar 2021 geltenden Gewinnabführungsvertrag ist die Verlustübernahme durch die Unzer GmbH erfolgt.

Der Bilanzgewinn zum 31.12.2023 ist der Gewinnvortrag in Höhe von 6.616 T€ (Vorjahr: 6.616 T€).

Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB

Die unter der Bilanz ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 46.567 T€ (Vorjahr: 82.784 T€) aus sonstigen Tätigkeiten resultieren aus dem Zahlungsausfallschutz-Geschäft.

Die Gesellschaft haftet im Rahmen der Gesamtfinanzierung der Unzer Gruppe zusammen mit anderen Unternehmen der Unzer Gruppe für die Verbindlichkeiten der Unzer Group GmbH, Berlin, gegenüber den Darlehensgebern in Höhe von 424.700 T€ (Vorjahr: 410.000 T€). Das Risiko einer Inanspruchnahme wird als gering eingestuft, da es derzeit keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass das verbundene Unternehmen seinen Verpflichtungen nicht nachkommen wird.

Die Gesellschaft hat mit der Inamra HoldCo GmbH, der Muttergesellschaft des Unzer Konzerns, eine Absichtserklärung unterschrieben, dass freiverfügbare Mittel über Darlehen an andere Gesellschaften der Unzer Gruppe unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften zur Verfügung gestellt werden.

Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach den Vorschriften der RechZahlV in Staffelform aufgestellt.

Provisionserträge

Die Provisionserträge gliedern sich in folgende geographische Märkte:

Geschäftsjahr in EUR Vorjahr in EUR
Inland 12.636.043,68 EUR 15.196.314,74 EUR
Europäisches Ausland 1.006.276,32 EUR 5.992.029,73 EUR
Drittland 367.363,65 EUR 537.279,42 EUR
Gesamt: 14.009.683,65 EUR 21.725.623,89 EUR

Die Provisionserträge aus Zahlungsdiensten in Höhe von 6.406 T€ (Vorjahr: 7.451 T€) sind um 14% im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die Provisionserträge aus sonstigen Tätigkeiten in Höhe von 7.603 T€ (Vorjahr: 14.275 T€) sind um 47% im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Provisionsaufwendungen

Provisionsaufwendungen in Höhe von 10.117 T€ (Vorjahr: 4.372 T€) sind um 131% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 5.024 T€ (Vorjahr: 2.615 T€) sind im Wesentlichen Dienstleistungsverrechnungen in Höhe von 4.080 T€ (Vorjahr: 480 T€) und Auflösungen von Rückstellungen 585 T€ (Vorjahr: 1.783 T€) enthalten.

Personalaufwand

Der Personalaufwand in Höhe von 3.505 T€ (Vorjahr: 6.898 T€) ist um 3.393 T€ aufgrund von Mitarbeiterwechseln in andere Unzer Gesellschaften gesunken. Davon entfallen 9 T€ (Vorjahr: 22 T€) auf Aufwendungen für die Altersversorgung.

Andere Verwaltungsaufwendungen

Die anderen Verwaltungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 7.256 T€ (Vorjahr: 5.628 T€) enthalten im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 4.361 T€ (Vorjahr: 2.176 T€), Callcenter Services in Höhe von 750 T€ (Vorjahr: 569 T€), Abschluss- und Prüfungskosten bzw. Sonderprüfungskosten 269 T€ (Vorjahr: 330 T€), Aufwendungen für Mieten und Mietnebenkosten in Höhe von 511 T€ (Vorjahr: 840 T€), davon entfallen 97 T€ gegenüber verbundenen Unternehmen, IT Kosten in Höhe von 154 T€ (Vorjahr: 196 T€) sowie Auskunftserteilungskosten in Höhe von 202 T€ (Vorjahr: 333 T€).

Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die Abschreibungen in Höhe von 157 T€ (Vorjahr: 630 T€) sind um 473 T€ geringer als im Vorjahr.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen summieren sich im Berichtsjahr auf 9.835 T€ (Vorjahr: 24.510 T€). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind 9.702 T€ (Vorjahr: 23.995 T€) aus der Dienstleistungsverrechnung innerhalb des Konzerns enthalten. Diese betrifft insbesondere IT-, Controlling- und Managementdienstleistungen.

Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft

Die Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 2.393 T€ (Vorjahr: 9.347 T€) sind um 6.954 T€ gesunken aufgrund niedrigerer Forderungsverluste aus dem Zahlungsausfallschutz-Geschäft. Diese resultieren im Wesentlichen aus dem Volumenrückgang pro Händler sowie der Überführung der Händler an andere Konzernunternehmen.

Ergebnisverwendung

Der handelsrechtliche Verlust der Unzer E-Com GmbH in Höhe von 14.189 T€ (Vorjahr: 26.906 T€) wird von der Organträgerin Unzer GmbH entsprechend dem bestehenden Gewinnabführungs- und Verlustübernahmevertrag, der im Jahr 2021 geschlossen wurde, ausgeglichen.

Sonstige Angaben

Die Unzer E-Com GmbH ist seit dem 11. September 2017 eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Unzer GmbH in Berlin.

Die Gesellschaft hat am 18. Oktober 2020 einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit ihrer Muttergesellschaft Unzer GmbH abgeschlossen, der am 19. April 2021 in einen Gewinnabführungsvertrag umgewandelt und am 23. April 2021 nochmals geändert wurde. Die Zustimmungen der Gesellschafterversammlungen sind am 20. und 27. Oktober 2020 bzw. am 20., 21. und 23. April 2021, die Eintragungen in das Handelsregister der Gesellschaft am 30. Oktober 2020 bzw. am 22. und 26. April 2021 erfolgt. Dabei gelten die Regelungen über die Gewinnabführung und Verlustübernahme erst mit Wirkung vom 1. Januar 2021 an.

Mit der Unzer GmbH als Organträger bestehen steuerliche Organschaftsverhältnisse auf den Gebieten der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag.

Mit der Unzer Group GmbH als Organträgerin besteht eine umsatzsteuerliche Organschaft.

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Inamra HoldCo GmbH, Berlin, einbezogen (kleinster Kreis von Unternehmen, für die ein Konzernabschluss erstellt wird). Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Inamra Topco S.à.r.l., Luxembourg, einbezogen (größter Kreis von Unternehmen, für die eine Konzernabschluss erstellt wird) und der Konzernabschluss wird im Luxemburger Handels- und Firmenregister (Registre de Commerce et des sociétés (RCS)) veröffentlicht.

Mitglieder der Geschäftsführung

Robert Bueninck, CEO (seit 21.06.2021)

Jacob von Ingelheim, CRTO (seit 21.06.2021)

Dr. Max Steiger, CCGO (seit 21.06.2021)

Dr. Katrin Stark, CFO (von 28.02.2023 bis 06.10.2023)

Die Bezüge der Geschäftsführung betrugen für das Geschäftsjahr 0 T€ (Vorjahr: T€ 0). Organbezüge für die Geschäftsführung fielen bei der Muttergesellschaft Unzer GmbH an.

Frau Dr. Katrin Stark ist Mitglied des Aufsichtsrats der B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main.

Angaben zu ausgeführten Zahlungsvorgängen und zum Zahlungsvolumen

Das über die Treuhandkonten der Unzer E-Com GmbH im Collecting abgewickelte Zahlungsvolumen sank im Vergleich zum Vorjahr um 8,5% von 555,2 auf 507,9 Mio. Euro (wovon 64,8 Mio. Euro auf das Factoring Volumen der Flexipay Händler entfällt, mit Bezug zum Rechnungskauf). Die Anzahl der Zahlungstransaktionen ist um 2,2% von 7,1 auf 6,9 Mio. Stück gesunken.

Weitere Angaben

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von 171 T€ (Vorjahr: 1.850 T€) aus Miet- und Leasingverträgen.

Das im Aufwand erfasste Honorar des Abschlussprüfers in Höhe von 189.000,00 Euro (Vorjahr: 165.000,00 Euro) betrifft ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen.

Von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB wird Gebrauch gemacht.

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich 43 Personen (Vorjahr: 89) in der Gesellschaft beschäftigt. Davon waren 0 Geschäftsführer (Vorjahr: 0) und 43 Arbeitnehmer i.S.d. § 267 Abs. 5 HGB (Vorjahr: 89).

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer i.S.d. § 267 Abs. 5 HGB verteilt sich auf folgende Gruppen:

Bereich Anzahl Geschäftsjahr Anzahl Vorjahr
Sales 6 32
Technical Support/IT 8 27
Finance/Risk 20 14
Billing 3 10
Compliance/CISO 6 6
Gesamtarbeitnehmer 43 89
Geschäftsführer 0 0
Gesamt 43 89

Nachtragsbericht

Per Bescheid vom 28. Februar 2024 hat die BaFin die Bestellung des Sonderbeauftragten einstweilen bis zum 31. August 2024 verlängert. Ebenfalls per Bescheid vom 28. Februar 2024 hat die BaFin ihren Bescheid zur Verhängung eines Neukundenverbots vom 28. Juli 2022 u.a. dahingehend geändert, dass die Unzer E-Com GmbH testweise und vorerst im Zeitraum vom 1. März 2024 bis zum Ablauf des 31. August 2024 neue Kunden annehmen darf, wobei der Umfang der Ausnahme vom Neukundenverbot durch den Bescheid näher begrenzt wird.

Unterschrift der Geschäftsführung

 

Heidelberg, den 10. Juli 2024

Robert Bueninck

Jacob von Ingelheim

Dr. Max Steiger

Brutto-Anlagenspiegel zum 31.12.2023

Historische Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
Euro Euro Euro Euro Euro
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten (entgeltlich erworben) 4.488.090,93 0,00 0,00 0,00 4.488.090,93
II. Sachanlagen 721.171,88 0,00 0,00 0,00 721.171,88
Summe Anlagevermögen 5.209.262,81 0,00 0,00 0,00 5.209.262,81
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 Zugänge Abgänge
Euro Euro Euro
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten (entgeltlich erworben) 4.399.868,93 88.222,00 0,00
II. Sachanlagen 652.395,88 68.776,00 0,00
Summe Anlagevermögen 5.052.264,81 156.998,00 0,00
Kumulierte Abschreibungen
Umbuchungen Zuschreibungen 31.12.2023
Euro Euro Euro
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten (entgeltlich erworben) 0,00 0,00 4.488.090,93
II. Sachanlagen 0,00 0,00 721.171,88
Summe Anlagevermögen 0,00 0,00 5.209.262,81
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
Euro Euro
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten (entgeltlich erworben) 0,00 88.222,00
II. Sachanlagen 0,00 68.776,00
Summe Anlagevermögen 0,00 156.998,00

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Unzer E-Com GmbH, Heidelberg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Unzer E-Com GmbH, Heidelberg, - bestehend aus der Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Unzer E-Com GmbH, Heidelberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 12. Juli 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lutz Knop, Wirtschaftsprüfer

Roland Greißl, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 31.07.2024 festgestellt.

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