Juwelier Schmuck und Form GmbH
Stammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Henriette Müller-Gladiator seit 29.6.2005 | Geschäftsführer |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
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Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Lumileds Germany GmbHAachenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020Lagebericht für das Geschäftsjahr 20201. Grundlagen1. Geschäftsmodell Produkte sowie Kunden bzw. Absatzmärkte Die Lumileds-Gruppe entwickelt, produziert und vertreibt Beleuchtungsprodukte (u.a. Leuchtdioden "LED") für die Automobilbranche ("Automotive"), für Mobiltelefone sowie für die allgemeine Beleuchtung. Mit mehr als 100 Jahren Erfahrung im Fahrzeugbeleuchtungsmarkt bereitete die Lumileds-Gruppe verschiedenen Beleuchtungstechnologien den Weg - von Halogen- und Xenon-Lampen bis hin zu LED-Lösungen. Als weltweiter Lieferant von Lampen für die Automobilindustrie stattet die Lumileds-Gruppe eine Vielzahl von Fahrzeugen mit Beleuchtungstechnologien aus. Die Lumileds Germany GmbH produziert am Standort Aachen insbesondere Halogen- und Xenon-basierte Lampen sowie Komponenten und Halbfabrikate (Lampenbrenner, Glaskolben und Glühlampenwendel). LED-Produkte werden dagegen von verbundenen Unternehmen bezogen und an Endkunden weiter veräußert. Am Standort Aachen werden für LED-Produkte benötigte Komponenten hergestellt (z.B. Phosphorpulver). Standort und Geschäftsbereiche Der Hauptsitz der Lumileds Germany GmbH befindet sich in Aachen. Die Lumileds Germany GmbH unterscheidet am Standort Aachen zwei Geschäftsbereiche bzw. Betriebe - das Business Center Automotive ("BCA") und das Lumileds Phosphor Center Aachen ("LPCA"). Standarddienstleistungen im Finanzbereich wie etwa die Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung einschließlich der Abwicklung sämtlicher Banktransaktionen, die Anlagenbuchführung und Teile der Jahresabschlussarbeiten werden durch die Schwestergesellschaft Lumileds Malaysia Sdn. Bhd., Penang/Malaysia, erbracht ("Shared Service Center"). Gesellschaftsrechtliche Struktur und besondere Ereignisse Alleinige Gesellschafterin der Lumileds Germany GmbH ist die Lumileds Holding B.V., Amsterdam/Niederlande. Die Lumileds Germany GmbH hält zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 weiterhin insbesondere die Geschäftsanteile an der Lumileds USA (Holding) Corp., San José/Kalifornien/USA. Über die Lumileds USA (Holding) Corp. ist die Lumileds Germany GmbH zudem indirekt zu 100 % an der operativ tätigen Lumileds LLC, San José/Kalifornien/USA, beteiligt. Im Geschäftsjahr 2020 hat die Lumileds LLC erneut umfangreiche Verluste erwirtschaftet. Das Vermögen der Lumileds USA (Holding) Corp. wiederum beinhaltet nahezu ausschließlich die Beteiligung an der Lumileds LLC. Dementsprechend hat die Geschäftsführung der Lumileds Germany GmbH anhand von "Discounted Cashflow"-Modellen unter Berücksichtigung verfügbarer Prognosen den Wert der Beteiligung an der Lumileds USA (Holding) Corp. bzw. der indirekten Beteiligung an der Lumileds LLC überprüft. Basierend auf dem Ergebnis dieses so genannten "Impairment"-Tests wird eine Abschreibung der Beteiligung an der Lumileds USA (Holding) Corp. zu diesem Zeitpunkt nicht als notwendig erachtet. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die hohen Verluste im amerikanischen Teilkonzern voraussichtlich nicht dauerhaft sind. Im Geschäftsjahr 2020 hat die Lumileds Germany GmbH aufgrund operativer Verluste und umfangreicher Restrukturierungsaufwendungen einen Jahresfehlbetrag von € 28,3 Mio. (Vorjahr € 36,3 Mio.) erwirtschaftet. Zur Stärkung des Eigenkapitals und zur Absicherung vor möglichen zukünftigen Abwertungsrisiken im Zusammenhang mit der Beteiligung an der Lumileds USA (Holding) Corp. hatte die Gesellschafterin am 19. Mai 2020 eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von € 160,0 Mio. beschlossen und geleistet. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 weist die Lumileds Germany GmbH danach nunmehr ein Eigenkapital von insgesamt € 235,1 Mio. (Vorjahr € 103,3 Mio.) aus. 2. Forschung und Entwicklung Innerhalb der Lumileds Germany GmbH arbeitet die Gruppe "Product Development Aachen" an der Entwicklung höher integrierter Lichtlösungen für den Bereich Automotive der Lumileds-Gruppe. Dazu gehören Matrix-Lösungen für adaptives Fernlicht und Standard-LED-Module für Fern- und Abblendlicht genauso wie neuartige Lösungen für Rückleuten ("3D LED"). Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Entwicklung von LED-Retrofit-Lampen als Ersatz für Halogen-Lampen im Aftermarket. Weiterhin forscht und entwickelt das Lumileds Phosphor Center Aachen (LPCA) an fortschrittlichen Phosphormaterialen, die als wichtige Materialkomponente in den LED-Produkten zur Anwendung kommen. Diese Phosphormaterialien ermöglichen eine exakte Farbkonversion je nach Anwendungsfeld des LED-Produktes. Die Forschung und Entwicklung hat bei der Lumileds Germany GmbH auch im Geschäftsjahr 2020 eine wichtige Rolle gespielt. Die Lumileds Germany GmbH beschäftigt in ihren Forschungs- und Entwicklungsabteilungen 84 (Vorjahr 106) Mitarbeiter, was einem Anteil von rund 12 % (Vorjahr 12 %) an der Gesamtbelegschaft entspricht. Der Aufwand für Forschung und Entwicklung hat sich im Geschäftsjahr 2020 dabei auf insgesamt € 18,8 Mio. (Vorjahr € 17,6 Mio.) leicht erhöht. II. Wirtschaftsbericht1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die deutsche Wirtschaft ist im Corona-Krisenjahr 2020 schwer getroffen. So war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 5,0 % niedriger als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft ist somit nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Corona-Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten, ähnlich wie zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Der konjunkturelle Einbruch fiel aber im Jahr 2020 den vorläufigen Berechnungen zufolge insgesamt weniger stark aus als 2009 mit - 5,7 %. Auch die Weltwirtschaft ist eingebrochen und ist im Corona-Jahr 2020 um schätzungsweise 3,5 % zurückgegangen. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) stellt der Einbruch der Weltwirtschaft im Jahr 2020 mit einem Minus von 3,5 % die schlimmste Rezession seit der Weltwirtschaftskrise vor rund 90 Jahren dar. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Lumileds Germany GmbH wird weitestgehend durch die Lage und die Aussichten des weltweiten OEM-Automobilmarktes sowie des Ersatz- und Zubehörteilmarktes ("Aftermarket") bestimmt. Die Coronakrise hat sich 2020 auf den internationalen Märkten massiv ausgewirkt. In nahezu allen Ländern der Welt gingen die Verkäufe teils drastisch zurück. Von den drei großen Absatzregionen musste Europa den größten Rückgang um rund ein Viertel verbuchen. In den USA gingen die Verkäufe zweistellig zurück. Der chinesische Markt erholte sich zwar vergleichsweise zügig, blieb aber im Gesamtjahr noch deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die Coronavirus-Pandemie hatte entsprechend auch deutlich negative Auswirkungen auf die Nachfrage nach OEM-Lampen und LEDs. 2. Absatz- und Beschaffungspolitik Die Lumileds Germany GmbH vertreibt neben den Produkten, die am eigenen Standort in Aachen hergestellt werden, auch die Produkte, die insbesondere aus Werken von Schwestergesellschaften in China und Malaysia sowie Polen bezogen werden. Die Produkte werden weltweit (hauptsächlich in Deutschland und anderen europäischen Ländern) vor allem an sogenannte "Original Equipment Manufacturer" des "Automotive"-Sektors (Hersteller der Automobilindustrie) oder deren Auftragsfertiger (Zulieferer) verkauft. Zudem werden auch "Aftermarket"-Kunden (Händler und Werkstätten) beliefert. Dabei werden Umsätze auch indirekt über verschiedene Schwestergesellschaften der Lumileds-Gruppe abgewickelt. So vermarkten diverse Vertriebsbüros der Lumileds-Gruppe die von der Lumileds Germany GmbH hergestellten Produkte in Asien, Nord- und Südamerika sowie in einigen europäischen Ländern. 3. Mitarbeiter Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im Geschäftsjahr 2020 auf durchschnittlich 698 (Vorjahr 833) weiter deutlich verringert. Der deutliche Rückgang betrifft alle Funktions- und Geschäftsbereiche des Unternehmens, also sowohl die gewerblichen Mitarbeiter als auch die Angestellten. Dieser Personalrückgang steht im Zusammenhang mit dem bereits seit dem Geschäftsjahr 2017 erwarteten Rückgangs des Geschäftsvolumens und der erwarteten Fortsetzung dieser Entwicklung in den nächsten Jahren durch den Technologiewandel, d.h. Ersatz der konventionellen Leuchttechnologien durch LED-Produkte. Die Gesellschaft hat im Rahmen eines so genannten "Voluntary Leave"-Programms bereits seit dem Geschäftsjahr 2017 damit begonnen, die Belegschaft gezielt sozialverträglich und auf freiwilliger Basis zu reduzieren und diese Maßnahmen in den Geschäftsjahren 2019 und 2020 deutlich ausgeweitet bzw. fortgesetzt. Für einen Teilbereich des LPCA wurde zudem inzwischen ein Interessenausgleich und Sozialplan vereinbart. 4. Frauenquote (Erklärung zur Unternehmensführung) Auf Geschäftsführungsebene lag und liegt der Frauenanteil weiterhin bei "Null", da derzeit nur männliche Geschäftsführer bestellt sind. Im Rahmen des Geschäftsführerwechsels ist der vakante Geschäftsführerposten mit einem männlichen Geschäftsführer neu besetzt worden. In das Kontrollgremium (Aufsichtsrat) waren bzw. sind ebenfalls bislang keine Frauen berufen worden. Der Frauenanteil in den beiden obersten Managementebenen beträgt derzeit rund 8,7 % und ist damit gegenüber dem Vorjahr (7,1 %) leicht angestiegen. Insgesamt wird mittelfristig auch weiterhin die Erfüllung der gesetzlichen Frauenquote in Führungspositionen von 30 % angestrebt. Als Maßnahme (u.a. zur Förderung der Frauenquote) hat die Lumileds-Gruppe ein unternehmensweites Vielfältigkeitsprogramm gestartet. Im Rahmen dieses Programms fördert die Lumileds-Gruppe faire und gleiche Einstellungs- und Entwicklungschancen für Frauen und Männer. 5. Umweltschutz Nachhaltiger Umweltschutz ist Bestandteil des "Environmental, Health and Safety"-Programms ("EHS"). Im EHS werden langfristige Visionen gemeinsam mit mittel- bzw. kurzfristigen Zielen, Ergebnissen und Maßnahmen zum Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz aufgezeigt. Hauptziel im Umweltschutz ist es, möglichst Belastungen für die Umwelt zu vermeiden. Die globalen Nachhaltigkeitsprogramme der Lumileds-Gruppe zielen u.a. darauf ab, dass die Produkte die ständig wachsenden ökologischen Anforderungen erfüllen. Zudem soll den Mitarbeitern eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung geboten werden. Ferner sollen Energieverbrauch und Kohlendioxidausstoß sowie Wasserverbrauch, Abfall und Nutzung von chemischen Substanzen reduziert werden. Schließlich wird im Rahmen der Nachhaltigkeitsprogramme auch Einfluss in Bezug auf die Einhaltung von Umweltschutzstandards entlang der Lieferkette ausgeübt (z.B. Abgabe von "Sustainability" - Erklärungen, Minimierung von Gefahrstoffen, Vermeidung von Rohstoffen aus Konfliktregionen etc.). Die Lumileds-Gruppe publiziert mittlerweile hierzu einen jährlichen Nachhaltigkeits-Bericht, um über die Ziele und die Zielerreichung für Lumileds insgesamt zu informieren. 6. Finanzierung Die Lumileds Germany GmbH ist in das bestehende Cash-Pool-System mit der Gesellschafterin Lumileds Holding B.V. als Cash-Pool-Führerin eingebunden. Auf dem Cash-Pool-Konto weist die Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 ein Guthaben von € 172,9 Mio. (Vorjahr € 26,0 Mio.) aus. Die Erhöhung ist vor allem auf die Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von € 160,0 Mio. zurückzuführen. Zum 31. Dezember 2020 bestehen Darlehensverbindlichkeiten (einschließlich Zinsabgrenzungen) gegenüber der Lumileds Holding B.V. von insgesamt € 233,8 Mio. (Vorjahr € 227,5 Mio.). Das vorgenannte Darlehen über ursprünglich USD 330,0 Mio. (umgerechnet € 295,4 Mio.) wurde im Geschäftsjahr 2017 gewährt und diente der Finanzierung des Erwerbs der Beteiligung an der Lumileds USA (Holding) Corp. bzw. der indirekten Beteiligung an der Lumileds LLC. Im Vorjahr (2019) war eine teilweise Rückzahlung über € 75,4 Mio. erfolgt und seitdem valutiert das Darlehen noch mit € 220,0 Mio. Im Geschäftsjahr 2021 wurde das Darlehen inzwischen bis zum 31. März 2023 verlängert. Abgesehen von kurzfristigen Lieferverbindlichkeiten, deren Höhe je nach den zuvor getätigten Einkaufsgeschäften schwankt, erfolgt die laufende Finanzierung des gewöhnlichen Geschäftsbetriebes und der Investitionen im Wesentlichen aus dem operativen Cashflow sowie über Darlehen von der Lumileds Holding B.V. 7. Investitionen Im Geschäftsjahr 2020 sind erneut nur moderate Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und in das Sachanlagevermögen mit Anschaffungskosten von insgesamt € 4,8 Mio. getätigt worden. Die Investitionen betreffen insbesondere technische Anlagen und Maschinen (einschließlich geleisteter Anzahlungen und Anlagen im Bau). Aus Miet- und Leasinggeschäften sowie Service- und Wartungsverträgen bestehen weiterhin langfristige vertragliche bzw. zukünftige finanzielle Verpflichtungen (€ 2,6 Mio.). 8. Analyse des Geschäftsverlaufs Die Lumileds Germany GmbH gehört zur internationalen Lumileds-Gruppe. Die Rechnungslegung innerhalb der Lumileds-Gruppe erfolgt nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften ("IFRS"). Die Steuerung und das Controlling der Lumileds Germany GmbH erfolgt auf Basis der - entsprechend den Bilanzierungsvorgaben der Lumileds-Gruppe aufgestellten - Monats- bzw. Jahresabschlüsse (so genannte "Group Reporting Packages") bzw. auf Basis der anhand dieses Zahlenwerks abgeleiteten, finanziellen und nichtfinanziellen Leistungskennzahlen (so genannte "Key Performance Indicators"). Bei der Analyse des Geschäftsverlaufes bzw. der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden diese in der Lumileds-Gruppe relevanten "Key Performance Indicators" überwiegend in Analogie zur Vorgehensweise im "Group Reporting" anhand des handelsrechtlichen Jahresabschlusses abgeleitet und entsprechend kommentiert. Wesentliche Kennzahlen bzw. finanzielle Leistungsindikatoren sind das "Ergebnis vor Steuern und Zinsen" bzw. "EBIT" und die Rentabilität sowie die Umsätze (vor Erlösen aus Weiterbelastungen und Lizenzgebühren). Der Geschäftsverlauf der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2020 maßgeblich durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie geprägt. Insbesondere aufgrund des Erlösrückgangs bei gleichzeitigem Rückgang der Deckungsbeiträge sowie umfangreicher Restrukturierungsaufwendungen ist das EBIT mit € - 13,8 Mio. (Vorjahr € - 17,9 Mio.) erneut negativ ausgefallen. Auch unter Berücksichtigung bzw. Bereinigung der Restrukturierungsaufwendungen von € 13,7 Mio. (Vorjahr € 13,8 Mio.) ergibt sich im Berichtsjahr 2020 keine nennenswerte Umsatzrentabilität. Ursächlich dafür ist vor allem die anhaltend negative Umsatzentwicklung. So sind die relevanten Umsatzerlöse aus Teileverkäufen (€ 231,9 Mio.) - wie erwartet - gegenüber dem Vorjahr (€ 311,1 Mio.) zurückgegangen. Der Rückgang fiel dabei jedoch aufgrund der Coronavirus-Pandemie insgesamt deutlich höher als geplant aus. Es waren insgesamt deutliche Umsatzeinbrüche zu verzeichnen und die ursprünglichen Erwartungen konnten aufgrund dieser nicht geplanten externen Einflüsse nicht erfüllt werden. Das geplante Umsatzziel für 2020 wurde entsprechend deutlich verfehlt und die Umsatzentwicklung ist somit als nicht zufriedenstellend zu beurteilen. Positiv ist dagegen die Ergebnisentwicklung zu beurteilen. So war für das Geschäftsjahr 2020 mit einem deutlich höheren negativen EBIT gerechnet worden. Die Umsetzung bzw. Fortführung der Restrukturierungsmaßnahmen sowie sonstiger Maßnahmen zur Eindämmung der Verlustsituation wurde durch die Coronavirus-Pandemie entsprechend nicht behindert. Im Hinblick auf sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren hat die Lumileds Germany GmbH im Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr (2019) ebenfalls Verbesserungen erzielt und in den wesentlichen Kategorien die definierten Ziele überwiegend erreicht. Die Kennzahlen umfassen u.a. die folgenden Aspekte:
Leistungsindikatoren werden für interne Zwecke und entsprechend interner Vorgaben ermittelt Die Anzahl der Betriebsunfälle ist von vier auf einen Zwischenfall zurückgegangen. Das angestrebte ambitionierte Ziel der Unfallfreiheit wurde damit aber leider erneut verfehlt. Der Grad der Kundenzufriedenheit aufgrund von termingerechter Lieferung liegt mit 99,0 % weiterhin in etwa auf dem bereits sehr hohen Vorjahresniveau von 99,3 %. Gleichzeitig ist auch die Anzahl der Kundenreklamationen von 20 im Vorjahr noch einmal auf nun 12 im Berichtsjahr zurückgegangen. Die Höhe des Lagerbestands, der vorgehalten werden muss, um den Fertigungsprozess auf konstantem Niveau zu halten, konnte mit 5,0 % des Produktionswerts noch einmal verbessert werden. Qualitätsbeeinträchtigungen bzw. die Ausschussquote haben sich zudem geringfügig von 1,2 % im Vorjahr um 0,2 %-Punkte auf 1,0 % reduziert. 9. Lage der Gesellschaft Ertragslage Der Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf € 263,0 Mio. (Vorjahr € 343,9 Mio.). Aufgeschlüsselt nach Produktgruppen haben sich die Umsatzerlöse wie folgt entwickelt:
Die Umsätze sind damit in allen wesentlichen Geschäftsbereichen deutlich zurückgegangen. Die Rohertragsmarge liegt mit 41,7 % oberhalb des Wertes des Vorjahres (38,9 %), wobei der Produkt-Mix maßgeblich für die Verbesserung war. Die Personalaufwandsquote liegt bei einem deutlichen Rückgang des Personalbestands und weiteren umfangreiche Restrukturierungsaufwendungen mit 27,6 % leicht über dem bereits hohen Niveau des Vorjahres (25,8 %). Die Erhöhung um 1,8 Prozentpunkte ist neben den Restrukturierungsaufwendungen von € 13,7 Mio. (Vorjahr € 13,8 Mio.) vor allem auf die deutliche Abnahme der Umsatzerlöse zurückzuführen. So entspricht der erzielte Personalabbau nicht in vollem Umfang dem tatsächlichen Rückgang im Geschäftsvolumen. Darüber hinaus hat die Gesellschaft von der Möglichkeit der Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld Gebrauch gemacht. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen haben sich bei moderatem Investitionsvolumen von € 12,3 Mio. im Vorjahr auf € 13,6 Mio. im Berichtsjahr leicht erhöht. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen von € 72,5 Mio. auf € 56,3 Mio. ist auf Kosteneinsparungen zurückzuführen. Der deutliche Umsatzrückgang konnte dabei aber erneut nur bedingt durch Kosteneinsparungen kompensiert werden. So sind die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Verhältnis zu den Umsätzen mit 21,4 % weiterhin auf dem hohen Niveau des Vorjahres (21,1 %). Das Finanzergebnis betrifft neben Zinsaufwendungen für die Aufzinsung von Rückstellungen von € 0,4 Mio. (Vorjahr € 0,5 Mio.) und Zinsen für Steuern von € 0,6 Mio. (Vorjahr € 0,0 Mio.) insbesondere Zinsen an verbundene Unternehmen von € 16,5 Mio. (Vorjahr € 14,6 Mio.). Die Zinserträge belaufen sich aufgrund der hohen Cash-Pool-Bestände auf insgesamt € 3,5 Mio. (Vorjahr € 0,3 Mio.), so dass das gesamte negative Finanzergebnis mit € - 14,3 Mio. etwa auf dem Niveau des Vorjahres (€ - 14.8 Mio.) liegt. Die Erhöhung der Zinsaufwendungen ist auf höhere Zinssätze für die Fremdfinanzierung bzw. die Darlehen von der Lumileds Holding B.V. zurückzuführen. Trotz des negativen Ergebnisses vor Steuern von € 28,1 Mio. (Vorjahr € - 32,7 Mio.) sind im Geschäftsjahr 2020 Ertragsteuern von insgesamt € 0,2 Mio. (Vorjahr € 3,6 Mio.) angefallen. Die Ertragsteuern sind in voller Höhe periodenfremd (im Vorjahr periodenfremde Aufwendungen von € 3,2 Mio.). Eine Ertragsteuerbelastung für den Veranlagungszeitraum 2020 war wie im Vorjahr (2019) nicht zu berücksichtigen, da jeweils steuerlich Verluste erwirtschaftet wurden. Insgesamt hat die Lumileds Germany GmbH im Geschäftsjahr 2020 einen Jahresfehlbetrag von € - 28,3 Mio. (Vorjahr € - 36,3 Mio.) erwirtschaftet. Vermögenslage Nach dem Verlust für das Geschäftsjahr 2020 von € - 28,3 Mio. (Vorjahr € - 36,3 Mio.) und der Einzahlung in die Kapitalrücklage von € 160,0 Mio. weist die Lumileds Germany GmbH zum 31. Dezember 2020 ein Eigenkapital von € 235,1 Mio. (Vorjahr € 103,3 Mio.) aus. Die Bilanzsumme beläuft sich zum 31. Dezember 2020 auf € 538,0 Mio. (Vorjahr € 406,4 Mio.). Die Eigenkapitalquote bezogen auf die Bilanzsumme liegt danach bei 43,7 % (Vorjahr 25,4 %). Der größte Anteil des Vermögens entfällt mit € 295,5 Mio. (Vorjahr € 295,5 Mio.) auf die Anteile an verbundenen Unternehmen. Die Finanzanlagen betreffen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 nahezu ausschließlich die bereits im Geschäftsjahr 2017 erworbene Beteiligung an der Lumileds USA (Holding) Corp. bzw. der Lumileds LLC (indirekte Beteiligung). Die Beteiligung stellt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 einen Anteil von 54,9 % an der Bilanzsumme (Vorjahr 72,7 %) dar. Die Cash-Pool-Guthaben belaufen sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 nunmehr auf € 172,9 Mio. (Vorjahr € 26,0 Mio.). Der hohe Wert der Cash-Pool-Guthaben steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von € 160,0 Mio. Die immateriellen Vermögensgegenstände von € 0,4 Mio. (Vorjahr € 0,7 Mio.) beinhalten weiterhin Geschäfts- oder Firmenwerte aus dem Erwerb des Automobilgeschäfts der Lumileds-Gesellschaften in Belgien und Großbritannien sowie Spanien. Das Sachanlagevermögen wird mit € 35,6 Mio. (Vorjahr € 44,3 Mio.) ausgewiesen und besteht zum größten Teil aus Produktionsanlagen für die Herstellung von Halogen- und Xenon-Lampen sowie Fertigungsanlagen für die chemische Fertigung von Phosphorpulver und Anlagen, die die Bereitstellung und Produktion von Versorgungsanlagen ermöglichen (Strom, Gas, Druckluft etc.). Der erneute bzw. weitere Rückgang des Sachanlagevermögens ist - wie in den Vorjahren - auf den Investitionsschwerpunkt der gesamten Lumileds-Gruppe zurückführen. So wird in der Lumileds-Gruppe vornehmlich in LED-basierte Lösungen investiert. Solche Investitionen erfolgen aber vor allem bei Schwestergesellschaften der Lumileds-Gruppe und nicht bei der Lumileds Germany GmbH selbst. Bei den konventionellen Lichtquellen wie Halogen- und Xenon-basierten Fahrzeugscheinwerfern, die bei der Lumileds Germany GmbH am Standort in Aachen produziert werden, werden dagegen die Kapazitäten reduziert. Soweit notwendig werden Erhaltungs- und Ersatzinvestitionen getätigt sowie Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen vorgenommen. Die Vorratsbestände werden mit € 13,7 Mio. (Vorjahr € 17,8 Mio.) ausgewiesen und bestehen aus Komponenten für den Herstellungsprozess, Halbfabrikaten (Glühlampenwendel, Glasrohre, Brenner, unverpackte Leuchten) und Fertigwaren (industriell oder handelsüblich verpackt). Der Rückgang der Bestände steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Rückgang im Geschäftsvolumen und der gezielten Kapazitätsreduzierung. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich auf € 2,5 Mio. (Vorjahr € 5,9 Mio.). Der Rückgang der Forderungen ist auf den Rückgang im Geschäftsvolumen und insbesondere dem Umsatzeinbruch infolge der Coronavirus-Pandemie zum Ende des 1. Halbjahres des Geschäftsjahres 2020 zurückzuführen. Es werden unverändert Forderungen im Rahmen der bereits im Geschäftsjahr 2017 eingeführten "Factoring"-Vereinbarung verkauft. Auch ohne diesen Verkauf von Kundenforderungen wäre der Gesamtforderungsbestand aufgrund des rückläufigen Geschäftsvolumens zurückgegangen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen insbesondere das so genannte "In-House-Bank"-Konto aus dem Cash-Pool mit der Lumileds Holding B.V. von € 172,9 Mio. (Vorjahr € 26,0 Mio.). Die sonstigen Rückstellungen sind mit € 28,3 Mio. (Vorjahr € 32,2 Mio.) gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Der Rückgang betrifft vor allem Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen, die im Geschäftsjahr 2020 in Anspruch genommen wurden. Die Verbindlichkeiten resultieren unverändert überwiegend aus Darlehen der Lumileds Holding B.V. von € 220,0 Mio. (Vorjahr € 220,0 Mio.). Die Zinsabgrenzungen für die vorgenannten Darlehen belaufen sich zum 31. Dezember 2020 auf insgesamt € 13,8 Mio. (Vorjahr € 7,5 Mio.). Finanzlage Das erwirtschaftete operative Ergebnis ist im Geschäftsjahr 2020 deutlich negativ. Der leicht negative Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beläuft sich dagegen auf € - 1,3 Mio. Einen positiven Effekt auf den Cashflow hatten die Verbesserung der Netto-Umlaufvermögensposition ("Working Capital") sowie die Abschreibungen und Zinsaufwendungen. Der negative Cashflow aus der Investitionstätigkeit von € - 1,1 Mio. resultiert vor allem aus den Investitionen in das Sachanlagevermögen. Der deutlich positive Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit von € + 149,2 Mio. steht im Zusammenhang mit der Einzahlung in die Kapitalrücklage. Die Liquidität der Gesellschaft war und ist durch die Teilnahme am Cash-Pool mit der Lumileds Holding B.V. jederzeit gesichert. Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Insgesamt bewertet die Geschäftsführung die Situation der Lumileds Germany GmbH aufgrund der hohen Verluste im Geschäftsjahr 2020 als nicht zufriedenstellend. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Umsatzeinbruch u.a. auch auf die negativen Auswirkungen aufgrund der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie zurückzuführen ist. Die Ergebnisentwicklung ist dagegen eher positiv zu beurteilen, da noch deutlich höhere Verluste erwartet wurden. Die Umsetzung bzw. Fortführung der Restrukturierungsmaßnahmen sowie sonstiger Maßnahmen zur Eindämmung der Verlustsituation waren rückblickend betrachtet erfolgreich. Insgesamt bewertet die Geschäftsführung die Situation der Lumileds Germany GmbH für das Geschäftsjahr 2020 positiv, da die Verluste auf hohem Niveau eingedämmt werden konnten und die erwirtschaften Verluste dabei im Wesentlichen auf umfangreiche Restrukturierungsaufwendungen und somit Sondereffekte zurückzuführen waren. Durch eine Einzahlung zur Kapitalrücklage wurde im Geschäftsjahr 2020 das Eigenkapital gestärkt. Mögliche zukünftigen Jahresfehlbeträge bzw. Verluste könnten damit kompensiert bzw. getragen werden, ohne dass die Entwicklung beeinträchtigt wird, eine Bestandsgefährdung eintritt oder auch nur droht. III. Angaben zum internen Kontroll- und zum Risikomanagementsystem Das Risikomanagementsystem bzw. das interne Kontrollsystem umfassen Richtlinien für die Unternehmensführung ("Corporate Governance") und Kontrollen zur Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften ("Business Controls Framework") sowie Richtlinien für das unternehmerische Handeln ("General Business Principles") und ethische und moralische Leitlinien ("Code of Ethics"). Die Lumileds Germany GmbH ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Risiken aus Wechselkursänderungen ausgesetzt. Sie setzt im Rahmen der Risikomanagementstrategie der Gruppe zur Absicherung von Wechselkursänderungsrisiken (im Wesentlichen USD, CNY und JPY) vereinzelt derivative Finanzinstrumente (Devisentermingeschäfte) ein. IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 1. Chancen der zukünftigen Entwicklung sowie Einschätzung zum Gesamtbild der Chancenlage Auch zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die Auswirkungen aus der weltweiten Ausbreitung Coronavirus noch nicht eingedämmt. Bezüglich der daraus resultierenden Risiken wird auf die Ausführungen zu Beginn des Abschnitts IV.2. "Risiken der zukünftigen Entwicklung sowie Einschätzung zum Gesamtbild der Risikolage" verwiesen. Insgesamt werden sowohl für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft als auch der Weltwirtschaft derzeit vornehmlich Risiken im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie gesehen. Die Automobil- und deren Zulieferindustrie war im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 besonders stark von den negativen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie betroffen und hatte entsprechend erhebliche Umsatzeinbrüche zu verzeichnen. Nach zwischenzeitlich erfolgten Werkschließungen sind die Kapazitäten inzwischen wieder deutlich besser ausgelastet und die Absatzzahlen sowie Umsätze haben sich wieder etwas erholt. Die kurz- bis mittelfristigen Aussichten für die Automobilbranche sind entsprechend derzeit verhalten optimistisch, da mit gewissen Nachholeffekten gerechnet wird. Das Geschäftsfeld, in dem die Gesellschaft tätig ist, eröffnet weitere Chancen für die zukünftige Entwicklung. Die nachfolgend dargestellten Chancen werden entsprechend einem absteigenden Grad (etwaiger positiver) finanzieller Auswirkungen aufgeführt. Wesentliche Chancen ergeben sich für die Lumileds Germany GmbH aus der globalen Präsenz der Lumileds-Gruppe in einer Vielzahl von Märkten und vor allem dem Wachstumspotential der weltweiten Automobilindustrie. Die sich bietenden Chancenpotentiale versucht die Lumileds-Gruppe, systematisch durch eine stärkere Fokussierung auf die Bedürfnisse der Märkte zu nutzen. Darüber hinaus eröffnen sich Chancen aus den konzernweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. So arbeitet die Lumileds-Gruppe kontinuierlich an der Entwicklung neuer Produkte sowie der Weiterentwicklung bestehender Produkte. Die Lumileds-Gruppe sieht sich als einen der größten Anbieter auf dem globalen Markt für Beleuchtungskomponenten. Das Unternehmen entwickelt Lichtkonzepte, bei denen die Bedürfnisse der Kunden - sowohl im gewerblichen, öffentlichen als auch im privaten Bereich -Priorität haben. Steigende Energiekosten erfordern Beleuchtungssysteme, die die Energie intelligenter nutzen. Die Lichtkonzepte für nahezu alle Lebensbereiche orientieren sich an aktuellen Trends und sind auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Ein wachsendes Lichtbewusstsein und erweiterte gesetzliche Vorgaben im Kampf gegen den Klimawandel führen zu energieeffizienten Lichtanwendungen, um den Energieverbrauch für Beleuchtung zu reduzieren und den CO 2 -Ausstoß nachhaltig zu senken. Insgesamt ist nach Einschätzung der Geschäftsführung die Chancenlage aufgrund der schwierigen Markbedingungen und der Unsicherheiten aufgrund der Coronavirus-Pandemie weiterhin aber nur verhalten positiv zu beurteilen. 2. Risiken der zukünftigen Entwicklung sowie Einschätzung zum Gesamtbild der Risikolage Das wirtschaftliche Umfeld wird weiterhin durch die Ausbreitung des Coronavirus beeinflusst. Sowohl die deutsche Wirtschaft als auch die Weltwirtschaft werden im Jahr 2021 und darüber hinaus voraussichtlich weiter stark von der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus beeinflusst werden. Staatlich verordnete Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen sowie sonstige Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus wurden erneut verlängert bzw. ausgeweitet. Bei der Lumileds Germany GmbH sind entsprechend weiterhin Umsatzeinbrüche bzw. ein weiterhin niedriges Umsatzniveau möglich. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Automobilbranche wird dieses Risiko aber nur noch als moderat eingeschätzt. Das Ausmaß ist derzeit aufgrund der dynamischen Entwicklung und dem damit verbundenen hohen Grad an Unsicherheit weiterhin nicht verlässlich abzuschätzen. Die Inanspruchnahme staatlicher Erleichterungen und Hilfsmaßnahmen - wie etwa Regelungen zur Kurzarbeit oder den Überbrückungshilfen - werden entsprechend weiterhin fortlaufend überprüft. Die Lumileds Germany GmbH ist verschiedenen weiteren Risiken ausgesetzt, die auch die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen könnten. Die nachfolgend dargestellten Risiken werden entsprechend einem absteigenden Grad (etwaiger negativer) finanzieller Auswirkungen aufgeführt. Der Unternehmenserfolg der Lumileds Germany GmbH hängt von der Erreichung der Wachstumsziele in den wachsenden Märkten ab (vor allem im Bereich der LED-Technologie). So könnte die Gesellschaft Schwierigkeiten haben, sich an veränderte Industrie- oder Marktbedingungen anzupassen. Die Lumileds Germany GmbH ist in hohem Maß abhängig von der Entwicklung des Automobilmarktes und ist aufgrund ihres umfangreichen "Manufacturing Footprints", von den technologischen Veränderungen auf diesem Markt und insbesondere der allmählichen Umstellung von der konventionellen Technologie (traditionelle Glüh-, Halogen- oder Xenon-Leuchten) auf LED-Fahrzeugleuchten betroffen. Dieser Technologiestrukturwandel und die bisherige Konzentration auf konventionelle Technologien (LED-Produkte werden in Deutschland nur vermarket und entwickelt, aber nicht in hohen Stückzahlen produziert), haben Einfluss auf das zukünftige Geschäft der Lumileds Germany GmbH. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch in den kommenden Jahren der Technologiestrukturwandel einen negativen Einfluss auf die Aktivität in Deutschland haben wird. In diesem Zusammenhang könnte es die Gesellschaft versäumen, Lösungs-, Produktentwicklungs- und Vermarktungsprozesse zu verbessern und zu beschleunigen. Zudem könnte das Unternehmen eine ineffektive Lieferkette haben oder sich mit steigenden Rohstoffpreisen konfrontiert sehen. Zu den finanziellen Risiken gehören die Zins- und Wechselkursrisiken. Die Lumileds-Gruppe könnte Schwierigkeiten haben, Patent- und Schutzrechte und damit die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und zu bewahren. Für die Lumileds Germany GmbH besteht das Risiko, die bestehenden Darlehen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen aufgrund mangelhafter Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln nicht erfüllen zu können. Die Finanzierung der gesamten Lumileds-Gruppe wird über das Konzernfinanzmanagement ("Treasury") zentral gesteuert. Im Rahmen der Konzernfinanzierung geht die Lumileds Germany GmbH davon aus, dass ausreichende Kreditfazilitäten zur Verfügung stehen. Der Lumileds Germany GmbH unterliegt in Bezug auf Forderungen gegen Geschäftspartner dem allgemeinen Ausfalls- und Kreditrisiko. Die erkannten Ausfallrisiken werden durch Wertberichtigungen abgedeckt. Dem möglichen Ausfallrisiko von Forderungen tritt die Gesellschaft durch ein System der Informationsbeschaffung und Analyse entgegen. Bonität und Zahlungsverhalten der Kunden werden regelmäßig überwacht. Die Nicht-Einhaltung so genannter "Compliance"-Regelungen bzw. Nicht-Erfüllung gesetzlicher Pflichten (z.B. Handels- und Steuerrecht sowie Arbeits- und Datenschutz etc.) kann zu Sanktionen gegen die Gesellschaft oder die gesamte Lumileds-Gruppe sowie zu Imageschäden führen. In Bezug auf die vertriebenen Produkte der Gesellschaft bestehen Gewährleistungs- und Produkthaftungsrisiken. Risiken aus Vermögens- und Haftpflichtschäden sind durch Versicherungen abgesichert. Im Übrigen werden die Mitarbeiter jährlich im Rahmen des Risikomanagements in der Einhaltung des "Code of Ethics" geschult. Die Lumileds Germany GmbH könnte eine diversifizierte und damit ineffektive oder ineffiziente IT-Infrastruktur mit steigender Komplexität haben. Zudem könnte sich die Gesellschaft mit den zunehmenden Bedrohungen bei der IT-Sicherheit und Computer-Kriminalität konfrontiert sehen. Im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen ("Voluntary Leave"-Programm) könnten auch unbeabsichtigt Leistungsträger das Unternehmen verlassen. Gleichzeitig könnten Mitarbeiter, bei denen die Ausbildung und das Leistungsvermögen nicht dem gewünschten Niveau entsprechen und von denen man sich entsprechend trennen möchte, im Unternehmen verbleiben wollen. Ebenso könnte die Lumileds Germany GmbH durch die öffentliche Wahrnehmung von Restrukturierungsmaßnahmen bzw. einen daraus resultierenden möglichen Imageschaden Schwierigkeiten bekommen, qualifizierte Führungskräfte und spezialisiertes Personal zu rekrutieren. Die vorgenannten Risiken können unvollständig sein, da einige Risiken als nicht wesentlich eingestuft und entsprechend nicht dargestellt werden und wiederum andere ggf. dem Unternehmen gegenwärtig noch nicht bekannt sind. Das Eintreten einzelner Risiken könnte einen teils erheblichen negativen Einfluss auf die Ziele und die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Reputation und in der Folge die finanzielle Situation (insbesondere Umsatz und Ergebnis) der Lumileds Germany GmbH haben. Die Gesamtrisikoposition des Unternehmens ist gegenüber dem Vorjahr aufgrund der anhaltend negativen Ergebnisentwicklung und des weiterhin bestehenden Abwertungsrisikos bei der Beteiligung an der Lumileds USA (Holding) Corp. nahezu unverändert. Lediglich die Risiken aus der weltweiten Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie haben sich etwas relativiert. Insgesamt sind nach Einschätzung der Geschäftsführung die finanziellen Auswirkungen der Risiken derzeit durch die Einbindung in die Lumileds-Gruppe begrenzt und die Gesamtrisikolage daher kalkulierbar. Mit Blick auf die Gesamtrisikolage sind der Geschäftsführung aktuell keine Risiken im Zusammenhang mit der zukünftigen Entwicklung erkennbar, die den Fortbestand der Lumileds Germany GmbH gefährden könnten. So wird insbesondere durch die Einbindung in das Cash-Pool-System mit der Lumileds Holding B.V. davon ausgegangen, dass die Gesellschaft jederzeit alle Verpflichtungen erfüllen kann. 3. Voraussichtliche Entwicklung Das wirtschaftliche Umfeld wird weiterhin stark durch die Ausbreitung des Coronavirus beeinflusst. Die wirtschaftliche Entwicklung in der Automobilbranche kann hierdurch maßgeblich beeinträchtigt werden und entsprechend lässt sich auch die Geschäftsentwicklung der Lumileds Germany GmbH im Geschäftsjahr 2021 aufgrund der dynamischen Entwicklung und dem damit verbundenen hohen Grad an Unsicherheit nicht verlässlich abschätzen. Sollten etwa die Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie erneut auf die Realwirtschaft durchschlagen, so wäre auch für die Gesellschaft ein erneut deutlich negatives EBIT bei erneut niedrigen Umsätzen zu erwarten. Ein solches "worst case"-Szenario wird derzeit aber nicht erwartet. Die Prognosen in Bezug auf die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie sind vielmehr vorsichtig optimistisch. In der Planung wird aufgrund des Technologiewandels im Bereich der Automobilbeleuchtung hin zur Ausstattung mit LEDs davon ausgegangen, dass die Umsätze mit fremden Dritten, die stark von den Umsätzen mit LEDs beeinflusst sind, leicht steigen. Dagegen werden die Umsätze mit verbundenen Unternehmen, die im Wesentlichen Halogen- und Xenon-Produkte betreffen, voraussichtlich weiter stark zurückgehen. Die Umsätze mit LEDs betreffen vor allem Produkte, die von verbundenen Unternehmen bezogen werden (insbesondere aus Malaysia) und an europäische Automobilhersteller bzw. deren Zulieferer weiter veräußert werden. Bei diesen Erlösen sind die Deckungsbeträge geringer als bei den selbst hergestellten Halogen- und Xenon-Produkten. Für die kommenden Geschäftsjahre sind in Deutschland derzeit keine nennenswerten Großinvestitionen geplant. Es wird beabsichtigt, lediglich in geringem Umfang in notwendige Instandhaltungs- und Reparaturmaßnahmen sowie in Ersatzbeschaffung zu investieren. Um auf die geänderten wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen zu reagieren soll das bereits eingeleitete und teilweise umgesetzt "Voluntary Leave"-Programm weiter fortgeführt werden. Für einen Teilbereich des LPCA wurde zudem ein Interessenausgleich und Sozialplan vereinbart. Weitergehende umfangreichere Restrukturierungsmaßnahmen - wie etwa Massenentlassungen - sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgesehen. Insgesamt wird für das Geschäftsjahr 2021 mit Umsätzen auf weiterhin dem niedrigen Niveau des Berichtsjahres gerechnet. Durch dauerhafte Kosteneinsparungen infolge der Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen und Verbesserungen der Deckungsbeiträge soll die Verlustsituation zunehmend eingedämmt bzw. gestoppt und ein ausgeglichenes oder leicht positives EBIT erwirtschaftet werden. Für das darauffolgende Geschäftsjahr 2022 wird entsprechend eine nachhaltige Stabilisierung der Umsatz- und Ergebnissituation auf niedrigem Niveau angestrebt. Die handelsrechtlichen Ergebnisse der kommenden Jahre werden auch weiterhin durch Zinsaufwendungen aus der Finanzierung der Darlehen für den Erwerb der Beteiligungen an der Lumileds USA (Holding) Corp. belastet. Aufgrund der hohen Cash-Pool-Guthaben werden aber auch im Geschäftsjahr 2021 voraussichtlich weiterhin nennenswerte Zinserträge erwirtschaftet werden und die Netto-Zinsbelastung entsprechend sinken. Abschreibungen auf die Anteile an der Lumileds USA (Holding) Corp. können weiterhin nicht vollends ausgeschlossen werden. So waren die Planungsannahmen des "Impairment"-Tests für Zwecke der Bewertung am Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 dahingehend optimistisch, dass im amerikanischen Teilkonzern mittel- und langfristig eine deutliche Verbesserung der Ergebnissituation erwartet wird, besonders auch bedingt durch das erwartete Wachstum des Auto-LED-Segmentes. Auch in einem "worst case"-Szenario und bei einer möglichen zukünftigen außerplanmäßigen Abschreibung auf die Beteiligung an der Lumileds USA (Holding) Corp. wird von der Unternehmensfortführung ("Going Concern") ausgegangen. Die tatsächlichen Ergebnisse können jedoch von der Erwartung über die voraussichtliche Entwicklung abweichen.
Aachen, den 28. Juni 2021 Geert van Bockstal Florian Schlote Bilanz zum 31. Dezember 2020Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020
Anhang für das Geschäftsjahr 2020I. Allgemeine AngabenDer Sitz der Lumileds Germany GmbH ist Aachen. Das Unternehmen ist eingetragen beim Amtsgericht Aachen und wird unter HR B 19283 geführt. Die Lumileds Germany GmbH ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Der Jahresabschluss wird nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches ("HGB") unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung ("GmbHG") aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, im Anhang aufgeführt. Im Geschäftsjahr 2020 hat die Lumileds Germany GmbH aufgrund operativer Verluste und umfangreicher Restrukturierungsaufwendungen einen Jahresfehlbetrag vom T€ 28.285 (Vorjahr T€ 36.337) erwirtschaftet. Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet die Gesellschaft weitere operative Verluste. Zudem bestehen aufgrund hoher Verluste im Teilkonzern der Lumileds USA (Holding) Corp. bzw. bei der indirekten Beteiligung an der Lumileds LLC umfangreiche Abwertungsrisiken bei der direkten Beteiligung an der Lumileds USA (Holding) Corp. Das Vermögen der Lumileds USA (Holding) Corp. beinhaltet wiederum nahezu ausschließlich die Beteiligung an der Lumileds LLC. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 hat die Lumileds Germany GmbH dennoch erneut auf außerplanmäßige Abschreibungen bei der direkten Beteiligung an der Lumileds USA (Holding) Corp. verzichtet, da die hohen Verluste im amerikanischen Teilkonzern bzw. bei der Lumileds LLC voraussichtlich nicht dauerhaft sind und es sich entsprechend nur um eine vorübergehende Wertminderung handelt. Diese Einschätzung stützt sich auf einen anhand von "Discounted Cashflow"-Modellen unter Berücksichtigung verfügbarer Prognosen durchgeführten Bewertung des amerikanischen Teilkonzerns. Zur Stärkung des Eigenkapitals und Absicherung vor möglichen zukünftigen Abwertungsrisiken bei der Beteiligung an der Lumileds USA (Holding) Corp. war im Geschäftsjahr 2020 eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von T€ 160.000 erfolgt. Es wird auf die Ausführungen in Abschnitt III. 3. ("Eigenkapital") verwiesen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 weist die Lumileds Germany GmbH unter Berücksichtigung der vorgenannten Verluste und der Einzahlung in die Kapitalrücklagen nunmehr ein gesamtes Eigenkapital von T€ 235.051 (Vorjahr T€ 103.335) aus. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 wurde auf der Grundlage der Unternehmensfortführung ("Going-Concern") aufgestellt (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB). II. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenFür die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Dabei werden entgeltlich erworbene EDV-Programme über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von vier Jahren abgeschrieben. Eine Ausnahme bilden die EDV-Programme mit Anschaffungskosten unter € 250 (ohne Umsatzsteuer); diese werden sofort in voller Höhe aufwandswirksam erfasst. Die Geschäfts- oder Firmenwerte sind zum Nennwert angesetzt und werden planmäßig über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Die Wahl der Nutzungsdauer beruht auf dem erwarteten Zeitraum von Synergieeffekten. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Geleistete Anzahlungen werden zum Nennwert angesetzt. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden in Anlehnung an die steuerlich zulässigen Nutzungsdauern, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Als betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer werden für Büroeinbauten 20 Jahre, für technische Anlagen und Maschinen fünf Jahre sowie für andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung fünf Jahre unterstellt. Die Anschaffungskosten umfassen auch die einzelnen Anschaffungsnebenkosten und die nachträglichen Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen wurden abgesetzt. In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird handelsrechtlich in Anlehnung an die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2 EStG wie folgt verfahren: Soweit diese den Wert von € 800 (ohne Umsatzsteuer) nicht überschreiten, werden sie im Jahr des Zugangs vollständig abgeschrieben. Anlagegüter mit Anschaffungskosten unter € 250 (ohne Umsatzsteuer) werden direkt im Aufwand erfasst. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert. Die niedrigeren beizulegende Werte werden dabei anhand des "Discounted Cashflow"-Verfahrens ermittelt. Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder niedrigeren Wiederbeschaffungs- bzw. Wiederherstellungskosten oder zu vom Verkaufspreis abgeleiteten realisierbaren Preisen am Bilanzstichtag. Die Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden unter Annahme einer Normalauslastung der Produktionsanlagen ermittelt. In die Herstellungskosten von Erzeugnissen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie der Abschreibungen einbezogen. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen (Anschaffungskosten) oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse erfolgt zu Anschaffungskosten (bei Fremdbezug) bzw. zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile im Sinne von § 255 Abs. 2 HGB. Die fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. Für das allgemeine Ausfallrisiko werden darüber hinaus Pauschalwertberichtigungen gebildet. Die flüssigen Mittel sind zu Nennwerten am Bilanzstichtag bilanziert. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Latente Steuern werden für steuerliche Verlustvorträge sowie für zeitliche Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines Gesamtsteuersatzes für Gewerbe- und Körperschaftsteuer von 32,45 %. Aktive latente Steuern resultieren überwiegend aus steuerlichen Verlustvorträgen sowie zeitlichen Differenzen bei immateriellen Vermögensgegenständen, Gegenständen des Sachanlagevermögens und beim Ansatz von Rückstellungen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 wird - wie im Vorjahr - das Wahlrecht des § 274 Abs. 1 S. 2 HGB dahingehend ausgeübt, dass auf den Ansatz aktiver latenter Steuern bzw. des sich nach Saldierung mit passiven latenten Steuern ergebenden aktiven latenten Steuerüberhangs verzichtet wird. Das gezeichnete Kapital wird zum Nennbetrag bilanziert. Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit"-Methode) unter Berücksichtigung biometrischer Daten der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden pauschal mit auf den Bilanzstichtag prognostizierten von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 S. 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 2,30 % p.a. (Vorjahr 2,71 % p.a.) für den 10-Jahres-Durchschnitt. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird eine Rentensteigerung von unverändert 1,75 % p.a. zugrunde gelegt. Lohn- und Gehaltssteigerungen werden mit unverändert 2,25 % p.a. zugrunde gelegt. Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Geschäftsjahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Dieser Zinssatz beträgt 1,60 % p.a. (Vorjahr 1,97 % p.a.). Altersteilzeit- und Jubiläumsrückstellungen sowie Rückstellungen für Verpflichtungen aufgrund von Langzeitkonten werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit"-Methode) unter Berücksichtigung biometrischer Daten der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Bei der Ermittlung dieser Verpflichtungen werden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von unverändert 1,75 % p.a. berücksichtigt. Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Aufwendungen und Erträge werden auf das Geschäftsjahr abgegrenzt. Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Die unterjährige Verbuchung erfolgt mit dem Devisenkassa-Mittelkurs vom letzten Tag des Vormonats. Bilanzposten werden zum Stichtag wie folgt bewertet: Zum Abschlussstichtag werden Fremdwährungsforderungen- und -verbindlichkeiten mit dem niedrigeren bzw. höheren Devisenkassa-Mittelkurs umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Stichtagkursbewertung berücksichtigt. III. Erläuterungen zu Bilanzposten1. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Der Anlagenspiegel ist dem Anhang als Anlage beigefügt und ist Bestandteil des Anhangs. Im Geschäftsjahr 2020 sind außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen in Höhe von T€ 94 (Vorjahr T€ 416) erfolgt. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben - mit Ausnahme von Kautionen in Höhe von T€ 39 (Vorjahr T€ 39) - eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren mit T€ 172.938 (Vorjahr T€ 26.014) aus dem Cash-Pooling mit der Gesellschafterin Lumileds Holding B.V. Die übrigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen (T€ 15.421; Vorjahr: T€ 11.273) resultieren aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit anderen Gesellschaften der "Lumileds"-Gruppe. 3. Eigenkapital Das Stammkapital beträgt unverändert T€ 10.000 und ist voll eingezahlt. Der Betrag der ausschüttungsgesperrten Beträge i.S.d. § 253 Abs. 6 HGB aus Pensionsrückstellungen beträgt T€ 1.580 (Vorjahr T€ 1.258) (Unterschiedsbetrag aus dem Ansatz des 10-Jahres-Zinses im Vergleich zum Ansatz des 7-Jahres-Zinses). Mit Gesellschafterbeschluss vom 19. Mai 2020 hat die Gesellschafterin Lumileds Holding B.V. eine Einzahlung in die Kapitalrücklage über insgesamt T€ 160.000 beschlossen und sodann geleistet. 4. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 bestehen bei den Pensionsverpflichtungen Erfüllungsbeträge von T€ 12.102 (Vorjahr T€ 10.327), denen Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 S. 2 HGB von T€ 5.539 (Vorjahr T€ 5.472) gegenübersteht. Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens entsprechen dem beizulegenden Zeitwert und belaufen sich daher ebenfalls auf T€ 5.539 (Vorjahr T€ 5.472). Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes des verrechneten Aktivvermögens erfolgt anhand des Kapitalwertverfahrens. Die Erträge aus dem Deckungsvermögen von T€ 105 (Vorjahr T€ 46) wurden mit den Zinszuführungen von T€ 256 (Vorjahr T€ 259) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB saldiert. Der sich ergebende Saldo von T€ 151 (Vorjahr T€ 213) ist unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" enthalten. 5. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Verpflichtungen aus Langzeitkonten und Altersteilzeitprogrammen werden durch Bankbürgschaften über T€ 3.000 und T€ 4.000 gegen Insolvenzrisiken gesichert. Die Bankbürgschaften sind zwischenzeitlich am 28. Februar 2021 ausgelaufen. Mit Vereinbarung vom 16. Februar 2021 wurde eine neue Bankbürgschaft über T€ 5.000 abgeschlossen, die bis zum 28. Februar 2022 befristet ist. 6. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren mit T€ 233.847 (Vorjahr T€ 227.519) aus Darlehen (einschließlich Zinsen) von der Gesellschafterin Lumileds Holding B.V. Ferner betreffen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mit T€ 160 (Vorjahr T€ 705) den Lieferungs- und Leistungsverkehr mit der Gesellschafterin Lumileds Holding B.V. Darüber hinaus bestehen gegenüber der Lumileds Capital B.V. Verbindlichkeiten im Rahmen einer Factoring-Vereinbarung von T€ 2.604 (Vorjahr T€ 2.310). Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von T€ 8.884 (Vorjahr T€ 10.224) resultieren aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit anderen Gesellschaften der "Lumileds"-Gruppe. Das vorgenannte Darlehen über ursprünglich TUSD 330.000 wurde im Geschäftsjahr 2017 gewährt. Das Darlehen diente der Finanzierung des Erwerbs der Beteiligung an der Lumileds USA (Holding) Corp. bzw. der indirekten Beteiligung an der Lumileds LLC. Es wurde zum 22. Juni 2017 von USD in EURO umgerechnet und valutierte seitdem in EURO (T€ 295.434). Das Darlehen hatte eine ursprüngliche Laufzeit bis zum 23. März 2018. Im Berichtsjahr war dieses Darlehen bis zum 31. März 2022 verlängert worden und wurde im Geschäftsjahr 2021 inzwischen bis zum 31. März 2023 verlängert (es wird auf die Ausführungen in Abschnitt "V.10. Nachtragsbericht" verwiesen). Im Vorjahr (2019) war am 18. Juli 2019 eine teilweise Rückzahlung über T€ 75.434 erfolgt, so dass dieses Darlehen zum Bilanzstichtag noch mit T€ 220.000 valutiert. Im Geschäftsjahr 2020 sind keine weiteren Tilgungen erfolgt. Die Zinsabgrenzungen für das vorgenannte Darlehen beläuft sich zum 31. Dezember 2020 auf insgesamt T€ 13.847 (Vorjahr T€ 7.519). Die sonstigen Verbindlichkeiten (T€ 2.941, Vorjahr T€ 3.931) resultieren in Höhe von T€ 1.864 (Vorjahr T€ 2.770) aus Steuern und bestehen in Höhe von T€ 293 (Vorjahr T€ 178) im Rahmen der sozialen Sicherheit. Sämtliche Verbindlichkeiten sind unbesichert bzw. frei von Pfandrechten und ähnlichen Rechten. Die Verbindlichkeiten sind wie folgt fällig:
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 bestehen - wie im Vorjahr - keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse der Gesellschaft gliedern sich nach Regionen wie folgt:
Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Regionen ist im Geschäftsjahr 2020 überprüft und die Vorjahresvergleichswerte sind in diesem Zusammenhang geändert worden. Die Umsatzerlöse der Gesellschaft nach Produktgruppen gliedern sich wie folgt:
Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Produktgruppen ist im Geschäftsjahr 2020 geändert und entsprechend sind die Vorjahresvergleichswerte (2019) an die neue Aufgliederung angepasst worden. 2. Sonstige betriebliche Erträge Im Geschäftsjahr 2020 werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen periodenfremde Erträge von T€ 1.454 ausgewiesen, die vor allem aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren. Im Vorjahr (2019) wurden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen periodenfremde Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten von T€ 457 und Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen von T€ 27 ausgewiesen. Darüber hinaus sind weder im Vorjahr noch im Berichtsjahr wesentliche periodenfremde Erträge enthalten. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten keine Ertragsposten von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung. Sonstige betriebliche Erträge aus Währungsumrechnungen bestehen in Höhe von T€ 1.068 (Vorjahr T€ 857). 3. Personalaufwand Die Personalaufwendungen betreffen mit T€ 1.909 (Vorjahr T€ 1.948) die Altersversorgung. Im Geschäftsjahr 2020 werden im Personalaufwand Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von T€ 13.740 (Vorjahr T€ 13.771) ausgewiesen. Es handelt sich um Aufwandsposten von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung. 4. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit T€ 1.069 (Vorjahr T€ 37) Aufwendungen aus den Zuführungen zu den Wertberichtigungen auf Forderungen und Forderungsverluste. Darüber hinaus sind weder im Vorjahr noch im Berichtsjahr wesentliche periodenfremde Aufwendungen enthalten. Sonstige betriebliche Aufwendungen aus Währungsumrechnungen bestehen in Höhe von T€ 1.112 (Vorjahr T€ 1.047). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten keine Aufwandsposten von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung. 5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge von T€ 3.518 (Vorjahr T€ 253) resultieren in voller Höhe aus verbundenen Unternehmen. 6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen resultieren aus Zinsen an verbundene Unternehmen von T€ 16.522 (Vorjahr T€ 14.622) und der Aufzinsung von Rückstellungen von T€ 362 (Vorjahr T€ 475) sowie mit T€ 538 (Vorjahr T€ 0) aus Zinsen auf Steuernachzahlungen. Die Zinsen an verbundene Unternehmen enthalten periodenfremde Aufwendungen von T€ 41 (Vorjahr T€ 0). Die Zinsen aus Steuern von T€ 538 (Vorjahr T€ 0) sind in voller Höhe periodenfremd. 7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten ausschließlich periodenfremde Aufwendungen von T€ 230 (Vorjahr T€ 3.213). V. Sonstige Angaben1. Anteilsbesitzliste
* gem. internem Konzernberichtspaket (Group Reporting Package) für das Geschäftsjahr 2020 aufgestellt nach den Internationalen Rechnungslegungsstandards ("International Financial Reporting Standards")- Eigenkapital Umrechnungskurs: USD/ € 1,22975; Jahresergebnis Umrechnungskurs: USD/ € 1,13528 ** Einzahlung Eigenkapital noch nicht erfolgt, im November 2019 gegründet 2. Außerbilanzielle Geschäfte / Sonstige finanzielle Verpflichtungen Bei der Lumileds Germany GmbH bestehen Miet- oder Leasinggeschäfte. Der Vorteil dieser Miet- oder Leasinggeschäfte besteht insbesondere in der geringeren Kapitalbindung. Bei Immobilienmietverträgen ist zudem die Anmietung einem Erwerb vorzuziehen, um im Falle der Beendigung von Leistungsverträgen einzelner Objekte nicht das Verwertungsrisiko der jeweiligen Immobilie tragen zu müssen. Risiken bestehen in der langfristigen Bindung an die jeweiligen Vertragspartner. Ferner besteht ggf. zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeiten das Risiko, dass keine Einigung über die Verlängerung der Verträge erzielt werden kann. Sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen in Form von Miet- und Leasingverpflichtungen sowie Wartungs- und Serviceverträgen:
Die Lumileds Germany GmbH hatte bereits im Geschäftsjahr 2017 eine Factoring-Vereinbarung mit der Lumileds Capital B.V. abgeschlossen und ausgewählte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf revolvierender Basis verkauft. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 sind nunmehr Forderungen von T€ 24.917 (Vorjahr T€ 29.649) abgetreten. Diese wurden im Zeitpunkt des Verkaufs ausgebucht, da im Wesentlichen alle Chancen und Risiken auf den Erwerber übertragen worden sind (so genanntes "echtes Factoring"). 3. Haftungsverhältnisse Die Lumileds Germany GmbH haftet zusammen mit weiteren Gesellschaften der Lumileds-Gruppe als gesamtschuldnerischer Garantiegeber für Verbindlichkeiten der Lumileds Holding B.V. gegenüber der Deutschen Bank AG aus einem langfristigen Darlehen ("term loan") über USD 1.633 Mio. (bzw. umgerechnet € 1.328 Mio.) und einer Kreditlinie ("revolving facility") über USD 200 Mio. (bzw. umgerechnet € 163 Mio.). Im Rahmen der vorgenannten Haftung hat die Lumileds Germany GmbH zudem die bestehenden Forderungen als Sicherheit abgetreten (Globalsession). Für Eventualschulden aus der gesamtschuldnerischen Haftung für Verbindlichkeiten der Lumileds Holding B.V. wurden keine Rückstellungen gebildet, weil aufgrund der Einbindung in die Lumileds-Gruppe mit einer Inanspruchnahme oder Belastung der Gesellschaft nicht gerechnet wird. 4. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen umfassen den Finanz- bzw. Verrechnungs- sowie den Lieferungs- und Leistungsverkehr mit verschiedenen verbundenen Unternehmen der "Lumileds"-Gruppe. Außer den Vergütungen für die Geschäftsführung bestehen keine Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen. 5. Geschäftsführung Zur Geschäftsführung waren bzw. sind die nachfolgenden Personen bestellt:
Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wird gemäß § 286 Nr. 4 HGB verzichtet, da Willi Thelen bereits zum 1. Januar 2020 als Geschäftsführer ausgeschieden ist und entsprechend nur zwei Geschäftsführer während des Geschäftsjahres 2020 beschäftigt waren. 6. Aufsichtsrat In den Aufsichtsrat waren bzw. sind die nachfolgenden Personen berufen worden:
Dem Aufsichtsrat wurden im Geschäftsjahr 2020 - wie im Vorjahr - keine Vergütungen gewährt. 7. Durchschnittliche Arbeitnehmerzahl Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter beläuft sich auf 698 (Vorjahr 833).
8. Gesellschafter- und Konzernverhältnisse Die Lumileds Holding B.V., Amsterdam/Niederlande, ist alleinige Gesellschafterin der Lumileds Germany GmbH. Die AP Bright Holdings (Lux) S.a r.l., Luxemburg/ Großherzogtum Luxemburg, hält 80,1 % an der Luminescence Coöperatief U.A., Schiphol/Niederlande. Über verschiedene Zwischenholdings hält die AP Bright Holdings (Lux) S.a r.l. die Mehrheit an der Lumileds Holding B.V. Die Koninklijke Philips N.V., Eindhoven/ Niederlande, ist Gesellschafterin der Metaaldraadlampenfabriek "Volt" B.V., Eindhoven/Niederlande. Die Metaaldraadlampenfabriek "Volt" B.V. hält die übrigen 19,9 % an der Luminescence Coöperatief U.A. Die Luminescence Coöperatief U.A., Shipol/ Niederlande, ist das Unternehmen, das den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Konzernunternehmen aufstellen wird. Der Konzernabschluss der Luminescence Coöperatief U.A. soll nach Internationalen Rechnungslegungsstandards ("International Financial Reporting Standards" bzw. "IFRS") aufgestellt werden. Er wird in englischer Sprache in der "Kamer van Koophandel" in den Niederlanden unter der Nummer 67388264 veröffentlicht werden. Die Lumileds Germany GmbH ist gemäß § 290 HGB grundsätzlich verpflichtet, einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht zu erstellen. Die Lumileds Germany GmbH wird als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der Luminescence Coöperatief U.A. einbezogen. Dieser Konzernabschluss der Luminescence Coöperatief U.A. entfaltet, sofern er in deutscher oder englischer Sprache veröffentlicht wird, Befreiungswirkung gemäß § 291 HGB. Die Befreiung wird durch die Lumileds Germany GmbH in Anspruch genommen. 9. Honorar des Abschlussprüfers
Das Honorar für Abschlussprüfung betrifft mit T€ 91 das Vorjahr. 10. Ergebnisverwendung Der Jahresfehlbetrag von T€ 28.285 soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. 11. Nachtragsbericht Das wirtschaftliche Umfeld wird weiterhin durch die Ausbreitung des Coronavirus beeinflusst. Staatlich verordnete Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen sowie sonstige Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus wurden erneut verlängert bzw. ausgeweitet. Inzwischen sind sowohl in Europa als auch im außereuropäischen Ausland verschiedene Impfstoffe zugelassen worden. Auch in Deutschland ist daraufhin eine bundesweite Impfkampagne im I. Quartal des Jahres 2021 gestartet worden. Es wird davon ausgegangen, dass die die Weltwirtschaft weiterhin in vielen Bereichen von der Coronavirus-Pandemie stark betroffen sein wird. Auch die Entwicklung in der Automobilbranche und bei deren Zulieferindustrie wird weiterhin durch die Coronavirus-Pandemie beeinträchtigt und erneute Umsatzeinbrüche können entsprechend nicht vollends ausgeschlossen werden. Auch bei der Lumileds Germany GmbH können daher erneute Umsatzeinbrüche bzw. ein weiterhin niedriges Umsatzniveau drohen. Für die folgenden Geschäftsjahre wird derzeit von einer langsamen Erholung und daher ebenfalls von Umsatzeinbrüchen gegenüber dem Geschäftsjahr 2019 ausgegangen. Auswirkungen auf die Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden (wie etwa die Notwendigkeit außerplanmäßiger Abschreibungen) waren und sind bislang dennoch nicht erforderlich. Die Inanspruchnahme staatlicher Erleichterungen und Hilfsmaßnahmen - wie etwa Regelungen zur Kurzarbeit oder den Überbrückungshilfen - werden fortlaufend überprüft. Zum Ende des ersten Halbjahres 2021 werden technische Anlagen und Maschinen mit historischen Anschaffungskosten von rund € 12,5 Mio. außer Betrieb genommen. Im Rahmen der vorgenannten Stilllegungen werden im Geschäftsjahr 2021 außerplanmäßige Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen von rund € 1,8 Mio. erfolgen. Ein Darlehen der Gesellschafterin Lumileds Holding B.V. über T€ 220.000 (ursprünglich TUSD 330.000 bzw. T€ 295.434) wurde bis zum 31. März 2023 verlängert. Darüber hinaus haben sich keinerlei Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Bilanzstichtag eingetreten sind, ergeben.
Aachen, den 28. Juni 2021 Geert van Bockstal Florian Schlote Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Lumileds Germany GmbH, Aachen Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Lumileds Germany GmbH, Aachen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Lumileds Germany GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) sowie die Darstellungen haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die von uns vor Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangte Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Köln, den 28. Juni 2021 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Hans-Peter Kreibich, Wirtschaftsprüfer ppa. Christian Dennler, Wirtschaftsprüfer Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 wurde am 11. Oktober 2021 festgestellt. |
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