Sparkasse VorderpfalzLiquidiert

Ludwigshafen am Rhein

Stammdaten

Register
Amtsgericht Ludwigshafen a.Rhein (Ludwigshafen) HRA 3647
Vorher
Sparkasse Vorderpfalz Ludwigshafen a. Rh.-Schifferstadt
Eingetragen
29.10.1999
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Betreiben aller banküblichen Geschäfte im Sinne des Sparkassengesetzes Rheinland-Pfalz und § 1 Abs. 1 KWG.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Ulli Sauer
seit 17.9.2018
Vorstandsmitglied
Thomas Traue
seit 2.5.2018
Vorsitzender des Vorstands
Oliver Christian Kolb
seit 27.10.2017
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sparkasse Vorderpfalz

Ludwigshafen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Jahresabschluss

zum 31. Dezember 2023

der Sparkasse Vorderpfalz

Sitz Ludwigshafen a. Rh.

eingetragen beim Amtsgericht Ludwigshafen a. Rh.

Handelsregister-Nr. HRA 3647

Jahresbilanz

zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 31.892.682,96 30.430
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 46.250.187,96 50.683
78.142.870,92 81.113
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 306.209.070,27 319.497
b) andere Forderungen 51.813.607,30 55.215
358.022.677,57 374.712
4. Forderungen an Kunden 4.479.864.048,17 4.527.899
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 2.233.399.633,42 EUR (2.204.473)
Kommunalkredite 198.411.516,74 EUR (180.691)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 EUR (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 EUR (0)
0,00 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 34.520.410,52 18.541
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 34.520.410,52 EUR (18.541)
bb) von anderen Emittenten 93.281.868,70 51.411
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 93.281.868,70 EUR (51.411)
127.802.279,22 69.951
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
Nennbetrag 0,00 EUR (0)
127.802.279,22 69.951
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 743.824.554,63 675.184
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 41.543.364,61 41.470
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 1.318.962,12 EUR (1.319)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.000.000,00 1.000
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 EUR (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
9. Treuhandvermögen 18.005.480,53 21.324
darunter:
Treuhandkredite 18.005.480,53 EUR (21.324)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 33.061,00 55
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0
33.061,00 55
12. Sachanlagen 30.938.217,08 31.939
13. Sonstige Vermögensgegenstände 20.850.397,05 19.445
14. Rechnungsabgrenzungsposten 142.072,17 126
Summe der Aktiva 5.900.169.022,95 5.844.217

Passivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 9.999.750,93 12.758
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 534.020.349,50 374.135
544.020.100,43 386.893
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 456.795.011,61 551.858
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 24.787.500,08 59.350
481.582.511,69 611.208
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 3.539.872.420,66 4.045.226
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 605.358.693,99 106.621
4.145.231.114,65 4.151.846
4.626.813.626,34 4.763.055
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 EUR (0)
0,00 0
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 18.005.480,53 21.324
darunter:
Treuhandkredite 18.005.480,53 EUR (21.324)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 4.475.750,46 1.980
6. Rechnungsabgrenzungsposten 368.041,67 493
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 34.246.902,00 34.333
b) Steuerrückstellungen 14.238.028,78 1.772
c) andere Rückstellungen 27.541.581,68 25.124
76.026.512,46 61.229
8. (weggefallen)
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 39.200.804,25 39.202
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter:
vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 EUR (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 208.000.000,00 191.500
darunter:
Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 EUR (0)
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 23.575.274,60 23.582
b) Kapitalrücklage 4.601.626,92 4.602
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 350.358.907,65 346.876
cb) andere Rücklagen 0,00 0
350.358.907,65 346.876
d) Bilanzgewinn 4.722.897,64 3.483
383.258.706,81 378.542
Summe der Passiva 5.900.169.022,95 5.844.217
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 38.496.026,12 45.022
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 0
38.496.026,12 45.022
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 299.862.548,14 310.612
299.862.548,14 310.612

Gewinn- und Verlustrechnung

für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.1.-31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 137.719.815,04 132.163
darunter:
abgesetzte negative Zinsen 0,00 EUR (7)
aus der Abzinsung von Rückstellungen 123.641,29 EUR (7)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 2.284.987,83 715
darunter:
abgesetzte negative Zinsen 0,00 EUR (0)
140.004.802,87 132.878
2. Zinsaufwendungen 32.920.742,97 11.906
darunter:
abgesetzte positive Zinsen 12.285,54 EUR (1.132)
aus der Aufzinsung von Rückstellungen 450.163,40 EUR (1.034)
107.084.059,90 120.972
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 5.748.089,33 9.617
b) Beteiligungen 3.129.779,44 1.214
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0
8.877.868,77 10.831
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 42.355.780,44 40.037
6. Provisionsaufwendungen 3.682.969,84 5.632
38.672.810,60 34.405
7. Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 7.869.918,38 8.091
darunter:
aus der Fremdwährungsumrechnung 954.359,11 EUR (1.087)
aus der Abzinsung von Rückstellungen 0,00 EUR (0)
9. (weggefallen)
162.504.657,65 174.299
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 43.407.807,07 41.400
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 12.159.013,66 15.337
darunter:
für Altersversorgung 4.151.709,32 EUR (7.220)
55.566.820,73 56.736
b) andere Verwaltungsaufwendungen 40.684.462,73 33.424
96.251.283,46 90.160
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 3.200.590,92 3.424
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.076.804,34 3.747
darunter:
aus der Fremdwährungsumrechnung 669.153,82 EUR (788)
aus der Aufzinsung von Rückstellungen 0,00 EUR (0)
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 19.223.390,33 54.113
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 0
19.223.390,33 54.113
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 0,00 164
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie
Anlagevermögen behandelten Wertpapieren
44.258,30 0
44.258,30 164
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. Zuführungen zum oder Entnahmen aus dem Fonds für allgemeine Bankrisiken 16.500.000,00 11.800
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 23.296.846,90 10.892
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 18.397.128,72 7.238
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 176.820,54 171
18.573.949,26 7.408
25. Jahresüberschuss 4.722.897,64 3.483
26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
4.722.897,64 3.483
27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) aus anderen Rücklagen 0,00 0
0,00 0
4.722.897,64 3.483
28. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) in andere Rücklagen 0,00 0
0,00 0
29. Bilanzgewinn 4.722.897,64 3.483

ANHANG

A. ALLGEMEINE ANGABEN


Der Jahresabschluss wurde nach den für Kreditinstitute geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung richtet sich nach den vorgeschriebenen Formblättern.


Bei der Fristengliederung nach den Vorschriften der §§ 8 und 9 RechKredV blieben anteilige Zinsen unberücksichtigt (§ 11 Satz 3 RechKredV).


Auf die Aufstellung eines Konzernabschlusses nach § 340i Abs. 1 HGB wurde verzichtet, da das Tochterunternehmen von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN


Forderungen an Kunden und Kreditinstitute haben wir grundsätzlich mit ihrem Nennbetrag angesetzt. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene Disagien werden auf deren Laufzeit bzw. Festzinsbindungsdauer verteilt. Von Dritten erworbene Schuldscheindarlehen wurden mit den Anschaffungskosten angesetzt. Von einer Vereinnahmung von Zinserträgen wird - ungeachtet des Rechtsanspruches - dann abgesehen, wenn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Realisierung der Zinserträge nicht zu erwarten ist. Für akute Ausfallrisiken haben wir bei Forderungen in Höhe des zu erwartenden Ausfalls Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Außerdem haben wir auf Grundlage der zur internen Risikosteuerung verwendeten Methoden Pauschalwertberichtigungen für den latent ausfallgefährdeten Forderungsbestand sowie Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen gebildet. Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigungen erfolgte gemäß den Vorgaben des IDW RS BFA 7 in Höhe des Zwölf-Monats Expected Loss im Sinne der Bewertungsvereinfachung. Der Ausweis der Pauschalwertberichtigungen erfolgt als Risikovorsorge zu den Forderungen an Kunden (Aktivposten 4). Die für Eventualverbindlichkeiten sowie unwiderrufliche Kreditzusagen ermittelten Pauschalwertberichtigungen werden an den Unterstrichpositionen abgesetzt und als Risikovorsorge/pauschale Rückstellungen in den anderen Rückstellungen (Passivposten 7c) ausgewiesen. Für widerrufliche Kreditzusagen erfolgt der Ausweis als Risikovorsorge/pauschale Rückstellungen in den anderen Rückstellungen (Passivposten 7c). Für die besonderen Risiken des Geschäftszweiges der Kreditinstitute bestehen Vorsorgereserven.


Die Wertpapiere der Liquiditätsreserve sowie ein Teil der dem Anlagevermögen zugeordneten Papiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip mit ihren Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet. Bei den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren des Anlagevermögens wurden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung (gemildertes Niederstwertprinzip) vorgenommen.


Der niedrigere beizulegende Wert wurde grundsätzlich aus dem jeweiligen Börsen- oder Marktpreis am Bilanzstichtag abgeleitet. Die Fondsanteile haben wir grundsätzlich zu dem von der Kapitalanlagegesellschaft ermittelten Anteilswert bewertet. Ein in Abwicklung befindlicher Immobilienfonds, bei dem die Rücknahme der Anteile eingestellt ist, wurde nicht zu den von der Fondsgesellschaft veröffentlichten Rücknahmepreisen, sondern auf Basis des niedrigeren beizulegenden Wertes eines Zweitmarkts bewertet.


Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die festverzinslichen Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFiD II (Markets in Financial Instruments Directive- Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15.05.2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden. Auf Basis der Abgrenzungskriterien liegen für die festverzinslichen Wertpapiere ausschließlich nicht aktive Märkte vor.


In den Fällen, in denen wir nicht von einem aktiven Markt ausgehen konnten (insgesamt 129,0 Mio. Euro Nominalvolumen der festverzinslichen Wertpapiere), haben wir die Bewertung anhand von Kursen des Kursinformationsanbieters Refintiv vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted Cashflow-Modell zugrunde liegt.


Beteiligungen und Anteile an einem verbundenen Unternehmen wurden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet. Bei einem Teil der Beteiligungen waren wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorzunehmen. Soweit die Gründe für den niedrigeren Wertansatz nicht mehr bestehen, werden Zuschreibungen bis zu den Zeitwerten (höchstens bis zu den Anschaffungskosten) vorgenommen. Eine Beteiligung wurde aufgrund dauerhafter Ertragslosigkeit abgezinst.


Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer bilanziert. Bei Einbauten in gemieteten Gebäuden wurde die Vertragsdauer angesetzt, wenn sie kürzer ist als die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Vermögensgegenstände von geringem Wert, deren Anschaffungskosten 250 Euro nicht übersteigen, wurden aus Vereinfachungsgründen sofort als Sachaufwand erfasst. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten zwischen 250 Euro EEund 1.000 Euro wurden in einen Sammelposten eingestellt, der jährlich mit einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst wird.


Die in den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Rentenversicherungen wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip mit dem Rückkaufswert zum 31.12.2023 bewertet.


Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Unterschied zwischen Erfüllungs- und niedrigerem Ausgabebetrag wurde unter den Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen.


Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen wurden auf Basis eines versicherungsmathematischen Gutachtens nach dem modifizierten Teilwertverfahren ermittelt. Die Rückstellungen wurden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Dieser Zinssatz beträgt 1,82 %. Für die Berechnungen wurden außerdem Lohn- und Gehaltssteigerungen von 5,5 % zum 01.03.2024 und danach jährliche Steigerungen von 3,0 % sowie eine Steigerung der laufenden Pensionen um 8,0 % im Jahr 2024 und danach Rentensteigerungen von jährlich 2,5 % unterstellt. Die zugrunde gelegten biometrischen Daten ergeben sich aus den Heubeck-Richttafeln 2018G von Klaus Heubeck. Aufgrund einer gesetzlichen Neuregelung wird für die Abzinsung der Pensionsrückstellungen seit 2016 ein Durchschnittszinssatz angewendet, dem ein zehnjähriger Betrachtungszeitraum zugrunde liegt. Gegenüber dem vorher zugrunde gelegten siebenjährigen Betrachtungszeitraum ergibt sich ein um 0,4 Mio. Euro niedrigerer Ausweis der Pensionsrückstellungen; dieser Unterschiedsbetrag unterliegt der Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB. Aufgrund bereits erfolgter Gewinnthesaurierungen in den Vorjahren resultiert daraus keine Ausschüttungssperre für den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres.


Für Beihilfeverpflichtungen gegenüber den berechtigten Mitarbeitern wurden Rückstellungen, die nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt wurden, gebildet.


Für eventuelle Zinsansprüche von Kunden aus Prämiensparverträgen haben wir in unserem Jahresabschluss zum 31.12.2023 Rückstellungen gebildet. Dabei haben wir im Rahmen einer vernünftigen kaufmännischen Beurteilung unter Berücksichtigung bisheriger und erwarteter Kundenreaktionen für bereits beendete Verträge die Wahrscheinlichkeit beurteilt, dass Ansprüche geltend gemacht werden, sowie für noch laufende Verträge die voraussichtlichen Belastungen aus Nachberechnungsansprüchen der Kunden am Ende der Vertragslaufzeit geschätzt. Bei der Bewertung dieser Rückstellung haben wir einen Referenzzinssatz für langfristige Spareinlagen zugrunde gelegt, der die vom BGH vorgegebenen Rahmenbedingungen berücksichtigt.


Soweit im Übrigen Rückstellungen erforderlich waren, wurden sie in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Soweit erforderlich wurden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Ursprungslaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Für diese (langfristigen) Rückstellungen wurde die Abzinsung im letzten Laufzeitjahr eingestellt. Rückstellungen mit einer Ursprungslaufzeit von einem Jahr oder weniger werden nicht abgezinst. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes und der Restlaufzeit wurden in den Posten 1 und 2 der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.


Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden sowie derivative Finanzinstrumente, insbesondere Zins-Swaps, des Bankbuchs einem Saldierungsbereich zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten berücksichtigt. Weiterhin wurden Gebühren und Provisionserträge, die direkt aus den Zinsprodukten resultieren, im Rahmen der verlustfreien Ermittlung des Bankbuchs berücksichtigt. Zum 31.12.2023 ergibt sich kein Verpflichtungsüberschuss.


Die quantitative Ermittlung von nicht-passivierten mittelbaren Pensionsverpflichtungen erfolgt nach einer auf Basis der Rechtsauffassung des IDW entwickelten Methodik. Sparkassen haben ihren Arbeitnehmern Leistungen der betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des "Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes - Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu verschaffen, ist die Sparkasse Mitglied in der Bayerischen Versorgungskammer, Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden, München, (ZKdbG). Die Bayerische Versorgungskammer finanziert die Versorgungsverpflichtungen im Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren (Hybridfinanzierung). Hierbei werden im Rahmen eines Abschnittdeckungsverfahrens ein Umlagesatz und ein Zusatzbeitrag bezogen auf die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten Beschäftigten ermittelt. Aus den Zusatzbeiträgen wird gemäß § 64 der ZKdbG-Satzung innerhalb des Vermögens der ZKdbG ein separater Kapitalstock aufgebaut. Insgesamt betrug im Geschäftsjahr 2023 der Finanzierungssatz (Umlagesatz und Zusatzbeitrag) 7,75 % der umlagepflichtigen Gehälter.


Der Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten Mitarbeiter zur Erfüllung des Leistungsanspruchs gemäß ATV-K richtet sich gegen die ZKdbG, während die Verpflichtung der Sparkasse ausschließlich darin besteht, der ZKdbG im Rahmen des mit ihr begründeten Mitgliedschaftsverhältnisses die erforderlichen, satzungsmäßig geforderten Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Die Gesamtaufwendungen für die Zusatzversorgung bei versorgungspflichtigen Entgelten von 37.843.687,18 Euro betrugen im Geschäftsjahr 2023 2.992.818,56 Euro.


Nach der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) in der Stellungnahme zur Rechnungslegung IDW RS HFA 30 n. F. vertretenen Rechtsauffassung begründet die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung bei einem externen Versorgungsträger wie der ZKdbG handelsrechtlich eine mittelbare Versorgungsverpflichtung. Die ZKdbG hat im Auftrag der Sparkasse den nach Rechtsauffassung des IDW (vgl. IDW RS HFA 30 n. F.) zu ermittelnden Barwert der auf die Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31.12.2023 ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F. für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2 EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag auf 53.835.649,00 Euro.


Der Barwert der auf die Sparkasse entfallenden Leistungsverpflichtung wurde nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung der ZKdbG unterstellten jährlichen Rentensteigerung von 1 % und unter Anwendung der HEUBECK-Richttafeln 2005G (modifiziert) ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 1,82 % verwendet, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Da es sich nicht um ein endgehaltbezogenes Versorgungssystem handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der Versorgungseinrichtung per 31.12.2023 liegen derzeit noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31.12.2022 abgestellt wurde.


Der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag bezieht sich auf die Einstandspflicht der Sparkasse gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der die Sparkasse für die Erfüllung der zugesagten Leistung einzustehen hat (Subsidiärhaftung), sofern die ZKdbG die vereinbarten Leistungen nicht erbringt. Hierfür liegen gemäß der Einschätzung des verantwortlichen Aktuars im Aktuar-Gutachten für die Sparkasse keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigt der verantwortliche Aktuar der ZKdbG in diesem Gutachten die Angemessenheit der rechnungsmäßigen Annahmen zur Ermittlung des Finanzierungssatzes und bestätigt auf Basis des versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzips die dauernde Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen der ZKdbG.


Es besteht ein Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340 g HGB.


Termingeschäfte wurden zu Marktpreisen am Abschlussstichtag bewertet.


Strukturierte Produkte (Forward-Darlehen, Schuldscheine mit Schuldnerkündigungsrecht) werden unter Berücksichtigung der Stellungnahme zur Rechnungslegung des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW RS HFA 22) einheitlich (ohne Abspaltung der Nebenrechte) bilanziert. Eine getrennte Bilanzierung der einzelnen Komponenten wird dann vorgenommen, wenn das eingebettete Derivat im Vergleich zum Basisinstrument wesentlich erhöhte oder zusätzlich andersartige Risiken oder Chancen aufweist und eine einheitliche Bilanzierung zu einer unzutreffenden Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen würde.


Die Umrechnung von Fremdwährungsposten in Euro erfolgte mit dem Kassa-Mittelkurs des Bilanzstichtages; die Sortenbestände wurden zu den Euro-Verkaufskursen der BayernLB, München, bewertet. Noch nicht abgewickelte Termingeschäfte wurden mit dem Terminkurs des Bilanzstichtages bewertet.


Aufgrund der Vornahme steuerrechtlicher Abschreibungen in früheren Geschäftsjahren und der daraus resultierenden Beeinflussung unseres Steueraufwandes liegt der ausgewiesene Jahresüberschuss um weniger als ein Prozent über dem Betrag, der sonst auszuweisen gewesen wäre.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR JAHRESBILANZ

AKTIVSEITE

31.12.2023 31.12.2022
Tsd. Euro Tsd. Euro
3. Forderungen an Kreditinstitute
darunter: an die eigene Girozentrale 15.007
Die Unterposition b) - andere Forderungen - gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
- bis drei Monate 33.659
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 15.000
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre -
- mehr als fünf Jahre -
4. Forderungen an Kunden
darunter: Forderungen an verbundene Unternehmen
In den Forderungen an verbundene Unternehmen sind nachrangige Forderungen in Höhe von 0 Tsd. Euro (Vorjahr: 215 Tsd. Euro) enthalten
- 215
darunter: Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 26.581 30.412
Diese Position gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
- bis drei Monate 122.251
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 289.562
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 1.159.631
- mehr als fünf Jahre 2.784.876
- mit unbestimmter Laufzeit 120.869
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren sind
- börsennotiert 113.007
- nicht börsennotiert 14.795
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren werden im Folgejahr fällig: 14.866
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren sind
- börsennotiert 384
- nicht börsennotiert 743.441


Die Sparkasse hält alle Anteile an zwei Spezial-Sondervermögen, die überwiegend in in- und ausländischen Rentenpapieren, Aktien, Immobilienfonds und Investmentfonds investiert sind, mit Buchwerten von insgesamt 737,3 Mio. Euro und Marktwerten (Rücknahmepreisen) von insgesamt 737,3 Mio. Euro.


Die in 2023 erfolgten Ausschüttungen belaufen sich auf insgesamt 5,3 Mio. Euro. Die Anteilscheine sind nur mit Zustimmung der Fondsgesellschaft übertragbar.


Außerdem ist bei zwei in Abwicklung befindlichen Immobilienfonds (Buchwert: 611,6 Tsd. Euro) die Rücknahme der Anteilscheine seitens der Fondsgesellschaft eingestellt.

9. Treuhandvermögen


Das ausgewiesene Treuhandvermögen stellt in voller Höhe Forderungen an Kunden (Aktivposten 4) dar.

12. Sachanlagen 31.12.2023 31.12.2022
Tsd. Euro Tsd. Euro
In dieser Position sind enthalten:
- im Rahmen der eigenen Tätigkeit genutzte Grundstücke und Gebäude 22.126
- Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.975
13. Sonstige Vermögensgegenstände
darunter: Nachrangige Vermögensgegenstände 7 7
14. Rechnungsabgrenzungsposten
In dieser Position sind enthalten:
- Unterschiedsbeträge gemäß § 250 Abs. 3 HGB 2 3

MEHRERE POSITIONEN DER AKTIVSEITE BETREFFENDE ANGABEN


Von den auf der Aktivseite ausgewiesenen Vermögensgegenständen lauten insgesamt 37.966 Tsd. Euro auf Fremdwährung.

Anlagenspiegel

Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in Tsd. Euro)
Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1.1. des Geschäftsjahres Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 31.12. des Geschäftsjahres
Immaterielle
Anlagewerte
1.603 8 - - 1.611
Sachanlagen 116.940 2.182 409 - 118.713
Veränderungssaldo (§ 34 Abs. 3 RechKredV)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 4.895 69.572
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 13.946 -9.092
Beteiligungen 62.322 -20.779
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.000 0
Sonstige Vermögensgegenstände 12.937 95
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in Tsd. Euro)
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Stand am 1.1. des Geschäftsjahres Abschreibungen im Geschäftsjahr Zuschreibungen im Geschäftsjahr
Immaterielle
Anlagewerte
1.548 30 -
Sachanlagen 85.001 3.171 -
Veränderungssaldo (§ 34 Abs. 3 RechKredV)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 69.572
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere -9.092
Beteiligungen -20.779
Anteile an verbundenen Unternehmen 0
Sonstige Vermögensgegenstände 95
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in Tsd. Euro)
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Änderungen der gesamten kumulierten Abschreibungen im Zusammenhang mit Stand am 31.12. des Geschäftsjahres
Zugängen Abgängen Umbuchungen
Immaterielle
Anlagewerte
- - - 1.578
Sachanlagen - 397 - 87.774
Veränderungssaldo (§ 34 Abs. 3 RechKredV)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 69.572
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere -9.092
Beteiligungen -20.779
Anteile an verbundenen Unternehmen 0
Sonstige Vermögensgegenstände 95
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in Tsd. Euro)
Buchwerte
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres Stand am 31.12. des Vorjahres
Immaterielle
Anlagewerte
33 55
Sachanlagen 30.938 31.939
(ohne anteilige Zinsen)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 74.467 4.895
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 4.854 4.793
Beteiligungen 41.543 41.470
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.000 1.000
Sonstige Vermögensgegenstände 13.032 12.871

PASSIVSEITE

31.12.2023 31.12.2022
Tsd. Euro Tsd. Euro
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
darunter: Verbindlichkeiten gegenüber der eigenen Girozentrale 236.942
Die Unterposition b) - mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
- bis drei Monate 279.708
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 29.589
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 122.788
- mehr als fünf Jahre 93.723
Der Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände für die in dieser Position enthaltenen Verbindlichkeiten beläuft sich auf insgesamt 180.808 Tsd. Euro.
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
darunter: Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.188 881
darunter: Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.112 6.000
Die Unterposition a) ab) - Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten - gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
- bis drei Monate 712
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 23.882
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 171
- mehr als fünf Jahre -
Die Unterposition b) bb) - andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
- bis drei Monate 149.512
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 265.505
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 187.926
- mehr als fünf Jahre 362
4. Treuhandverbindlichkeiten
Bei den Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Passivposten 1).
6. Rechnungsabgrenzungsposten
In dieser Position ist der Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und niedrigerem Auszahlungsbetrag von Forderungen in Höhe von 257 Tsd. Euro (Vorjahr: 301 Tsd. Euro) enthalten.

9. Nachrangige Verbindlichkeiten


Für die in dieser Position ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind im Geschäftsjahr Aufwendungen in Höhe von 990 Tsd. Euro angefallen.


Folgende Mittelaufnahmen übersteigen jeweils 10 % des Gesamtbetrages der nachrangigen Verbindlichkeiten:

Betrag Tsd. Euro Zinssatz % Fälligkeit Vorzeitige
Rückzahlungsverpflichtung
4.000 3,00 21.10.2027 nein
5.000 2,02 24.03.2025 nein
5.250 2,81 16.06.2025 nein
5.000 2,72 02.09.2026 nein


Die nachrangigen Verbindlichkeiten von insgesamt 19.500 Tsd. Euro, die im Einzelfall 10% des Gesamtbetrages der nachrangigen Verbindlichkeiten nicht übersteigen, haben eine Durchschnittsverzinsung von 2,49 % und ursprüngliche Laufzeiten von 10 bis 15 Jahren. Innerhalb des nächsten Geschäftsjahres werden 0 Tsd. Euro zur Rückzahlung fällig.


Die Bedingungen der im Passivposten "Nachrangige Verbindlichkeiten" enthaltenen Mittelaufnahmen entsprechen § 10 Abs. 5a KWG (in der am 31.12.2013 gültigen Fassung) bzw. Artikel 63 der Capital Requirements Regulation (CRR). Die Umwandlung in Kapital oder eine andere Schuldform ist in keinem Fall vereinbart oder vorgesehen.


Im Bilanzausweis sind 451 Tsd. Euro anteilige Zinsen enthalten.

MEHRERE POSITIONEN DER PASSIVSEITE BETREFFENDE ANGABEN


Von den auf der Passivseite ausgewiesenen Verbindlichkeiten lauten insgesamt 35.826 Tsd. Euro auf Fremdwährung.

PASSIVSEITE UNTER DEM STRICH

1. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN


Soweit aus den hier ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten am Bilanzstichtag mit einer Inanspruchnahme zu rechnen war, wurden entsprechende Rückstellungen gebildet (Passivposten 7.c). Für die übrigen Eventualverbindlichkeiten lagen keine Anhaltspunkte für drohende Inanspruchnahmen vor.

2. ANDERE VERPFLICHTUNGEN


Soweit aus den hier ausgewiesenen anderen Verpflichtungen am Bilanzstichtag mit einer Inanspruchnahme zu rechnen war, wurden entsprechende Rückstellungen gebildet (Passivposten 7.c). Für die übrigen anderen Verpflichtungen lagen keine Anhaltspunkte für drohende Inanspruchnahmen vor.

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG:

5. PROVISIONSERTRÄGE


Wir haben Provisionserträge aus gegenüber Dritten erbrachten Dienstleistungen für die Vermittlung und Verwaltung von Versicherungen, Bausparverträgen, Immobiliengeschäft, Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und dem Kartengeschäft erhalten.

25. JAHRESÜBERSCHUSS


Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses sieht vor, von dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 einen Betrag in Höhe von 1.267 Tsd. Euro an die Zweckverbandsmitglieder auszuschütten und 3.456 Tsd. Euro der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

E. SONSTIGE ANGABEN

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen


Hier werden die Anteile an folgenden Unternehmen ausgewiesen:

Name, Sitz Höhe des Kapitalanteils Eigenkapital Jahresergebnis
% Tsd. Euro Tsd. Euro
Sparkassenverband Rheinland-Pfalz, Mainz 9,4 - -
Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe mbH & Co. KG, Neuhardenberg 0,6 3.285.298
(31.12.2022)
+2.830
(2022)
Deutsche Sparkassen Leasing AG & Co. KG, Bad Homburg v. d. Höhe 0,2 697.090 (30.09.2022) + 51.994 (2021/2022)
VBG Versicherungsbeteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, München 0,9 1.330.461 (30.06.2023) +12.898 (2022/2023)
VBG Versicherungsbeteiligungsverwaltungs-Gesellschaft mbH, München 0,9 56 (30.06.2023) +5 (2022/2023)
S - Beteiligungsgesellschaft der Sparkasse Vorderpfalz mbH, Ludwigshafen a. Rh. 100,0 1.384 (31.12.2022) +33
(2022)
Grundstücksentwicklungsgesellschaft Vorderpfalz mbH, Ludwigshafen a. Rh. 50,0 349
(31.12.2022)
+76
(2022)
W.E.G. Wirtschafts Entwicklungs Gesellschaft Ludwigshafen a. Rh. mbH, Ludwigshafen a. Rh. 15,0 512 (31.12.2022) 0 (2022)
WES Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Speyer mbH, Speyer 25,1 733 (31.12.2021) - 6 (2021)
Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rhein-PfalzKreis m.b.H., Ludwigshafen a. Rh. 18,8 926 (31.12.2022) +7 (2022)
VcV Venture-Capital Vorderpfalz Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH, Ludwigshafen a. Rh. 14,9 6.231 (31.12.2022) -39 (2022)
VC RN Venture-Capital Rhein-Neckar Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH, Mainz 9,1 860 (31.12.2022) -11 (2022)

Derivative Finanzinstrumente


Die Sparkasse hat zur Absicherung von Währungs- und Zinsänderungsrisiken Geschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten abgeschlossen. Bei den am Bilanzstichtag 2023 noch nicht abgewickelten Geschäften handelt es sich um Zinsswapgeschäfte (Nominalwert: 1.136.063 Tsd. Euro) und Devisentermingeschäfte (Nominalwert: 1.178 Tsd. Euro). Den Devisentermingeschäften liegen ausschließlich Kundengeschäfte zugrunde, denen betrags- und fristenkongruente Deckungsgeschäfte gegenüberstehen.


Von den Zinsswapgeschäften entfallen nominal 1,1 Mio. Euro auf solche, die mit der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), Mainz, zur Absicherung von Zinsgarantien für Festzinsdarlehen der Sparkasse abgeschlossen wurden. Die Zeitwerte beliefen sich Ende 2023 auf insgesamt 0,02 Mio. Euro; sie wurden näherungsweise anhand der in 2023 gezahlten Ausgleichsbeträge und der durchschnittlichen Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt.


Die übrigen Zinsswapgeschäfte in Höhe von nominal 1.135,0 Mio. Euro mit einem Zeitwert zum Jahresende von insgesamt 54,4 Mio. Euro dienen ausschließlich zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos auf Gesamtbankebene. Für diese Zinsswapgeschäfte wurde der jeweilige Zeitwert als Barwert künftiger Zinszahlungsströme auf Basis der Marktzinsmethode unter Heranziehung der Swap-Zinskurven zum 31. Dezember 2023 ermittelt. Da auch unter Einbeziehung dieser Zinsswapgeschäfte der Barwert unseres Zinsbuchs am Bilanzstichtag den Buchwert des Zinsbuchs überstieg, war die Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste nicht erforderlich.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte


Neben der Mitgliedschaft im Stützungsfonds der rheinland-pfälzischen Sparkassen sind wir Mitglied des Sicherungssystems der Deutschen Sparkassenorganisation, wobei das System der freiwilligen Institutssicherung beibehalten wurde. Zusätzlich erfüllt das Sicherungssystem auch die Anforderungen des Einlagensicherungsgesetzes. Aus diesen Verpflichtungen ist über die laufenden jährlichen Beitragsverpflichtungen hinaus derzeit kein akutes Risiko einer wesentlichen Inanspruchnahme erkennbar.

Organe der Sparkasse

Verwaltungsrat

Vorsitzende:
Clemens Körner Landrat
Stellvertretende Vorsitzende:
Stefanie Seiler Oberbürgermeisterin
Jutta Steinruck Oberbürgermeisterin
Mitglied gem. § 5 Abs. 1 Nr. 1 SpkG:
Ilona Volk Bürgermeisterin
Weitere Mitglieder gem. § 5 Abs. 1 Nr. 2 SpkG:
Walter Altvater Programmierer i.R.
Walter Feiniler Vertriebsleiter
Karl-Martin Gensinger Kaufmann i.R.
Heinrich Jöckel Justiziar
Monika Kleinschnitger Gymnasiallehrerin
Julia-Caterina May Rechtsanwältin
Dr. Rainer Metz praktischer Tierarzt
Hans-Dieter Schneider Bürgermeister
Johannes Thiedig Lehrer
Michael Wagner Mitglied des Landtages, Finanzbeamter
Weitere Mitglieder gem. § 5 Abs. 1 Nr. 3 SpkG (Sparkassenmitarbeiter):
Marcus Altmann Personalrat, freigestellt
Klaus Fritzmann Datenschutzbeauftragter
Jennifer Dissinger Kundenbetreuerin Private Banking
Alexandra Kemmer-Schehata Leiterin Geschäftsstelle Mundenheim
Martin May Leiter Generationenmanagement
Bernd-Ernst Ruppert Immobilienvermittler
Bernd Schmoz Leiter IT


Vorstand


Vorsitzender:


Thomas Traue


Weitere Vorstandsmitglieder:


Oliver Kolb


Ulli Sauer

Gesamtbezüge für Mitglieder des Verwaltungsrates


Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Verwaltungsrats betrugen im Geschäftsjahr 95 Tsd. Euro.


Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene


An frühere Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene wurden im Geschäftsjahr Versorgungsbezüge in Höhe von 1.370 Tsd. Euro bezahlt. Die Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis beliefen sich Ende 2023 auf 21.490 Tsd. Euro.

Kreditgewährungen an Vorstand und Verwaltungsrat


Am 31.12.2023 hatte die Sparkasse an Mitglieder des Vorstandes Kredite (einschließlich Haftungsverhältnisse) in Höhe von 1.702 Tsd. Euro und an Mitglieder des Verwaltungsrates in Höhe von 1.194 Tsd. Euro ausgereicht.

Honorar des Abschlussprüfers


Für Abschlussprüfungsleistungen fielen im Geschäftsjahr 2023 Aufwendungen in Höhe von 347 Tsd. Euro an, davon betrafen 29 Tsd. Euro das Vorjahr. Außerdem sind Aufwendungen für die Prüfung des Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäfts in Höhe von 38 Tsd. Euro ("andere Bestätigungsleistungen") entstanden.

Mitarbeiter-/innen


Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

Vollzeitkräfte 434
Teilzeit- und Ultimokräfte 282
716
Auszubildende 50
Insgesamt 766

 

Ludwigshafen a. Rh., 21.03.2024


Sparkasse Vorderpfalz


- Der Vorstand -

Thomas Traue Oliver Kolb Ulli Sauer

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31.12.2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")


Die Sparkasse Vorderpfalz hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31.12.2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Vorderpfalz besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.


Die Sparkasse Vorderpfalz definiert den Umsatz als Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren, Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen, Provisionserträge, Provisionsaufwendungen und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 01.01. bis 31.12.2023 162.504,7 Tsd. Euro.


Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt zum Jahresende 601.


Der Gewinn vor Steuern beträgt 23.296,8 TEUR.


Die Steuern auf den Gewinn betragen 18.397,1 TEUR. Die Steuern betreffen laufende Steuern.


Die Sparkasse Vorderpfalz hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Sparkasse Vorderpfalz

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der Sparkasse Vorderpfalz bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse Vorderpfalz für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchstabe f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 2 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses


Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.


Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:


Bewertung von größeren, risikobehafteten Kreditengagements von Firmenkunden mit höheren Blankoanteilen


Unsere nachfolgende Beschreibung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt aufgebaut:


a) Sachverhalt und Problemstellung b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse c) Verweis auf weitergehende Informationen


Bewertung von größeren, risikobehafteten Kreditengagements von Firmenkunden mit höheren Blankoanteilen a) Im Jahresabschluss der Sparkasse werden zum 31.12.2023 unter dem Aktivposten 4 Forderungen an Kunden ausgewiesen, die rd. 76 % der Bilanzsumme ausmachen. Die Bewertung der Forderungen an Kunden hat deshalb wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die Ertragslage. Das im Vergleich zum Privatkundengeschäft weniger granulare Firmenkundenkreditgeschäft gehört zu den Kerngeschäftsfeldern der Sparkasse. Für die Bewertung derartiger Kreditforderungen an Firmenkunden mit größeren Blankoanteilen im Rahmen der Rechnungslegung ist neben der Sicherheitenbewertung die zukunftsorientierte Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse der jeweiligen kreditnehmenden Firmenkunden von besonderer Bedeutung.


b) Die relevanten Kreditprozesse (einschließlich Forderungsbewertungsprozess) sowie die Aufbau- und Ablauforganisation (einschließlich interner Kontrollen) der Krediterst- und -weiterbearbeitung haben wir anhand der schriftlich fixierten Organisationsrichtlinien der Sparkasse im Rahmen einer zeitlich vorgezogenen Prüfung der organisatorisehen Pflichten und der Risikolage beurteilt. Darüber hinaus haben wir im Rahmen dieser Prüfung eine ebenfalls vorgezogene, risikoorientierte Einzelfallprüfung, die sich auf die Firmenkreditengagements mit höheren Kreditvolumina, höheren Blankoanteilen, bedeutenden Überziehungen oder schwächeren Ratings erstreckte und auf solche in der Intensiv- und Sanierungsbearbeitung, durchgeführt und dabei insbesondere die wirtschaftlichen Verhältnisse der jeweiligen Kreditnehmer anhand der der Sparkasse dazu vorliegenden Unterlagen beurteilt sowie die Werthaltigkeit der Sicherheiten und der Kreditforderungen bzw. den Risikovorsorgebedarf untersucht. Bei unserer Prüfung haben wir keine Erkenntnisse gewonnen, die auf nicht vertretbare Bonitätseinschätzungen und Sicherheitenbewertungen der Sparkasse für Zwecke der Forderungsbewertung hindeuten.


c) Weitere Informationen zu den Beständen und zu dem Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft sind im Jahresabschluss (Aktivposten 4 und Posten 13 der Gewinn- und Verlustrechnung) sowie in dem Anhang enthalten (Abschnitt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Abschnitt C. Erläuterungen zur Jahresbilanz, Aktivposten 4). Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellungen und Erläuterungen im Lagebericht (Abschnitte 2.4, 2.5.1, 2.5.3 und 5.2.I.I.).

Sonstige Informationen


Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

Den gemäß § 289b Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe a HGB zusammen mit dem Lagebericht zur Veröffentlichung im Bundesanzeiger vorgesehenen nichtfinanziellen Bericht für das Geschäftsjahr 2023.


Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Verantwortung des Vorstands und des Verwaltungsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Sparkasse abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.


Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.


Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO


Die Prüfungsstelle des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz ist gemäß § 19 Abs. 2 Satz 1 Sparkassengesetz Rheinland-Pfalz gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht nach Artikel 11 EU-APrVO in Einklang stehen.


Wir haben die folgenden Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Sparkasse erbracht:

Prüfung gemäß § 89 des Wertpapierhandelsgesetzes

Prüfung gemäß § 16j Abs. 2 Satz 3 des Gesetzes über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (FinDAG).

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer


Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Martin Krähmer.

 

Mainz, den 16.05.2024


Sparkassenverband Rheinland-Pfalz


- Prüfungsstelle -

(Krähmer)
Wirtschaftsprüfer

Lagebericht 2023

1. Grundlagen der Geschäftstätigkeit der Sparkasse


Die Sparkasse Vorderpfalz ist gemäß § 1 SpkG für Rheinland-Pfalz eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz (SVRP), Mainz, und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV), Berlin, angeschlossen. Sie ist beim Amtsgericht Ludwigshafen a. Rh. unter der Nummer HRA 3647 im Handelsregister eingetragen.


Träger der Sparkasse ist der "Zweckverband Sparkasse Vorderpfalz", dem die Städte Ludwigshafen a. Rh., Speyer und Schifferstadt sowie der Rhein-Pfalz-Kreis angehören. Der Sparkassenzweckverband ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Ludwigshafen a. Rh. und ist ebenfalls Mitglied des SVRP. Ausleihbezirk ist das Gebiet der Zweckverbandsmitglieder sowie der angrenzenden Städte und Landkreise. Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Verwaltungsrat.


Die Sparkasse ist Mitglied im Sparkassenverband Rheinland-Pfalz und über dessen Sparkassenstützungsfonds dem Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) amtlich anerkannt. Das Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher, dass den Kunden der Sparkassen der gesetzliche Anspruch auf Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung"). Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems, einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die Sparkassen selbst zu schützen, insbesondere deren Liquidität und Solvenz zu gewährleisten ("diskretionäre Institutssicherung"). Die Mitgliederversammlung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) hat einen gemeinsamen Beschluss zur Weiterentwicklung des gemeinsamen Sicherungssystems gefasst. Mit ihrer Entscheidung kommt die Gruppe entsprechenden Feststellungen der Aufsichtsbehörden nach. Kern der Einigung ist u. a. ein zusätzlicher Sicherungsfonds, der von den Instituten ab 2025 zu befüllen ist und zusätzlich zu den bestehenden Sicherungsmitteln zur Verfügung stehen soll. Damit soll ermöglicht werden, im Falle einer Krise noch schneller handlungsfähig zu sein.


Die Sparkasse bietet als selbstständiges regionales Wirtschaftsunternehmen zusammen mit ihren Partnern aus der Sparkassen-Finanzgruppe Privatkunden, Unternehmen und Kommunen Finanzdienstleistungen und -produkte an, soweit das Sparkassengesetz oder die Satzung keine Einschränkungen vorsehen. Der im Sparkassengesetz verankerte öffentliche Auftrag verpflichtet die Sparkasse, mit ihrer Geschäftstätigkeit in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken, ihre Leistungen für die Bevölkerung, die Wirtschaft und den Mittelstand und die öffentliche Hand nach wirtschaftlichen Grundsätzen und den Anforderungen des Marktes zu erbringen. Sie betreibt im Rahmen des Sparkassengesetzes Rheinland-Pfalz alle banküblichen Geschäfte.


Die Gesamtzahl der Beschäftigten hat sich bis zum 31.12.2023 gegenüber dem Vorjahr um 2,77 Prozent auf 808 verringert, von denen 459 vollzeitbeschäftigt, 298 teilzeitbeschäftigt sowie 51 in Ausbildung sind. Der Rückgang ist auf eine gestiegene Fluktuation einschließlich einem höheren Anteil an Beschäftigten zurückzuführen, die altersbedingt die Sparkasse verlassen haben. Dadurch konnten die Zwischenziele für die Personalausstattung nach der Arbeitsplatzerhebung und den Prozessuntersuchungen aus dem Jahr 2021 erreicht werden.


Die Gesamtzahl unserer Geschäftsstellen (einschließlich SB-Geschäftsstellen) hat sich bis zum 31.12.2023 gegenüber dem Vorjahr um 4 auf 42 reduziert. Es wurden 4 SB-Standorte geschlossen. Die Reduzierung ist im Wesentlichen auf eine Standortrisikobewertung und verändertes Kundenverhalten zurückzuführen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2023

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung


Die Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft verschlechterten sich im Jahr 2023 erneut. Die geopolitische Lage verschärfte sich: zu dem fortdauernden Krieg in der Ukraine kamen die Terroranschläge auf Israel, und auch die Beziehungen zwischen China und den westlichen Staaten verschlechterten sich weiter.


Die Prognose zur Entwicklung der weltweiten Produktion, die der Internationale Währungsfonds (IWF) zum Jahresbeginn 2023 veröffentlicht hatte (+2,9 Prozent), wurde mit 3,1 Prozent leicht übertroffen, u.a. aufgrund der dynamischeren wirtschaftlichen Entwicklungen in den USA und in mehreren Schwellenländern. Der Welthandel nahm jedoch lediglich um 0,4 Prozent zu, statt wie prognostiziert um 2,4 Prozent zuzulegen, was die deutsche Exportwirtschaft deutlich belastete.


Deutschland verzeichnete im Jahr 2023 einen Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte um 0,3 Prozent (arbeitstäglich bereinigt: -0,1 Prozent), die Prognosen hatten zwischen -0,7 Prozent bis +0,3 Prozent gelegen. Der BIP-Rückgang um 0,3 Prozent war insbesondere auf die Entwicklung der Konsumausgaben zurückzuführen. Die staatlichen Konsumausgaben wurden um 1,5 Prozent verringert und reduzierten das BIP damit um 0,3 Prozentpunkte. Die privaten Konsumausgaben legten nominal um 5,6 Prozent zu, gingen jedoch bedingt durch die hohe Inflation real um 0,7 Prozent zurück, was das gesamtwirtschaftliche Wachstum um 0,4 Prozentpunkte verminderte. Im Jahr 2023 schlugen sich die weitere Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage, die hohen Kostensteigerungen der vergangenen Jahre und die Belastung aufgrund des deutlichen Zinsanstiegs dann deutlich in den Insolvenzzahlen nieder. Die Zahl stieg um 23,5 Prozent auf geschätzte 18.100 Unternehmensinsolvenzen, lag damit jedoch immer noch knapp unter dem Niveau von 2019 (18.830) und weit entfernt von den Insolvenzzahlen früherer Jahre (z.B. 2013: 26.120). Die Verbraucherpreise sind in Deutschland im Gesamtjahr 2023 um 5,9 Prozent gestiegen. Bis auf das Vorjahr, in dem die Inflationsrate 6,9 Prozent betragen hatte, war dies der stärkste Anstieg seit 1981. Dazu trug erneut die Preisentwicklung bei der Haushaltsenergie bei, die sich um durchschnittlich 14 Prozent verteuerte, wobei sich die Preise der einzelnen Haushaltsenergieprodukte sehr unterschiedlich entwickelten. Auch die Nahrungsmittelpreise legten erneut zweistellig zu (+12,4 Prozent) und lagen damit im Jahresdurchschnitt 2023 gut 30 Prozent über dem Basisjahr 2020. Der Blick auf die Inflationsentwicklung im Jahresverlauf zeigt einen fast durchgängigen Rückgang. Der Anstieg der Inflationsrate zum Jahresende ist auf einen statistischen Basiseffekt zurückzuführen, da der Staat Abschlagszahlungen der privaten Haushalte für Gas und Fernwärme im Dezember 2022 übernommen hatte, was nun wegfiel. Die Situation im Wohnungsbau hat sich 2023 angesichts stark gestiegener Zinsen und der Kostensteigerungen durch die Inflation weiter eingetrübt. Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen sank im Vergleich zum Vorjahr um 94.100 (-26,6 Prozent) auf 260.100 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 2012. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe sind im Gesamtjahr 2023 um 4,4 Prozent (real) gesunken, haben sich jedoch zuletzt stabilisiert. Die Baukonjunktur wurde eine Zeitlang noch durch die hohen Auftragsbestände der vorangegangenen Boomphase gestützt, allerdings wurden viele bereits geplante Bauprojekte zwischenzeitlich storniert. In Summe nahmen die bereits 2022 um 1,8 Prozent rückläufigen Bauinvestitionen im Jahr 2023 nochmals stärker ab (-2,7 Prozent). Auch die Preise für Wohnimmobilien haben erst mit zeitlicher Verzögerung reagiert und sind seit dem 4. Quartal 2022 im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal rückläufig. Der Rückgang hat sich seitdem in jedem Quartal verstärkt und erreichte im 3. Quartal 2023 ein Minus von 10,2 Prozent. Dies ist der stärkste Rückgang gegenüber einem Vorjahresquartal seit dem Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Dennoch ist das Preisniveau durch den rasanten Anstieg der vorangegangenen Jahre immer noch hoch. Gemessen am Häuserpreisindex des statistischen Bundesamtes lagen die Häuserpreise im 3. Quartal 2023 knapp 60 Prozent über dem Wert vor zehn Jahren. Dies stellt - in Kombination mit dem deutlich gestiegenen Zinsniveau - viele Interessenten vor unüberwindbare Hürden beim Erwerb von Wohneigentum.


Der im Jahr 2022 von den großen Notenbanken weltweit eingeleitete Kurswechsel in der Geldpolitik wurde 2023 fortgesetzt. Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihren Leitzins seit dem Frühjahr 2022 von annähernd Null auf ein Niveau von fast 5,5 Prozent geführt. Im Jahresverlauf 2023 erhöhte die Fed die Zinsen von einer Bandbreite von 4,25 Prozent bis 4,5 Prozent zu Jahresbeginn bis auf 5,25 Prozent bis 5,5 Prozent zur Jahresmitte. Im weiteren Jahresverlauf blieben die Leitzinsen unverändert. Die EZB, die später die Zinswende vollzogen hatte, erhöhte den Hauptrefinanzierungssatz von 2,5 Prozent zu Jahresbeginn 2023 bis in den Herbst hinein auf 4,5 Prozent (ab dem 20. September 2023). Die Verzinsung der Einlagenfazilität wurde im gleichen Zeitraum von 2 Prozent auf 4 Prozent angehoben. Die Erhöhung im September war die zehnte Zinserhöhung in Folge seit der Zinswende im Sommer 2022. Bei den Sitzungen im Oktober und Dezember 2023 ließ der EZB-Rat die Leitzinsen unverändert.

Entwicklung in Rheinland-Pfalz


Im Gesamtjahr 2023 lagen die Warenwerte der Im- und Exporte im rheinland-pfälzischen Außenhandel unter denen des Vorjahres. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes wurden insgesamt Waren im Wert von 59,5 Mrd. Euro exportiert, das waren 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr (Deutschland: -2,0 Prozent). Der Warenwert der Importe sank um 5,1 Prozent auf 46,4 Mrd. Euro (Deutschland: -10,0 Prozent). Die Menge der exportierten Waren reduzierte sich um 11,0 Prozent und die der Importe um 1,1 Prozent. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Rheinland-Pfalz ist in den ersten 3 Quartalen 2023 deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stellten in diesem Zeitraum 529 Unternehmen einen Insolvenzantrag - rund 19,0 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (444), Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen lag mit 2.158 um 4,6 Prozent unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Die Inflation zog zum Jahresende wieder an. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, lagen die Verbraucherpreise im Dezember 2023 um 3,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im November hatte die Inflationsrate plus 3,0 Prozent betragen. Ein wesentlicher Grund für den Anstieg der Inflationsrate ist der statistische Basiseffekt im Bereich Haushaltsenergie. Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, war im Dezember hingegen weiter rückläufig. Sie belief sich auf +3,3 Prozent nach +3,6 Prozent im November. Im Jahresdurchschnitt waren die Verbraucherpreise 2023 um 5,8 Prozent höher als im Vorjahr. Dies ist der zweithöchste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1995. Nur 2022 war die Inflation noch stärker (+6,6 Prozent). Die schwache Konjunktur ist im vergangenen Jahr nicht spurlos am Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz vorüber gegangen. Gemessen am Ausmaß der Belastungen und Unsicherheiten behauptete sich der Arbeitsmarkt aber nach wie vor gut. Erwerbstätigkeit und Beschäftigung erreichten neue Höchstwerte. Im Durchschnitt des Jahres 2023 hatten 2,06 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Rheinland-Pfalz. Das waren 8.500 Personen oder 0,4 Prozent mehr als 2022. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2023 bei 5,0 Prozent gegenüber 4,6 Prozent im Dezember 2022.

Geschäftsentwicklung der rheinland-pfälzischen Sparkassen


Die zusammengefasste Bilanzsumme der 20 Sparkassen, einschließlich der in Rheinland-Pfalz gelegenen Zweigstellen der Nassauischen Sparkasse, sank um fast 743 Mio. Euro bzw. 1,0 Prozent auf 76,2 Mrd. Euro. Mit Ihrem auf die regionale Wirtschaft, insbesondere auf den Mittelstand, ausgerichteten Geschäftsmodell, ihrem öffentlichen Auftrag kraft Sparkassengesetz zur Versorgung der Bevölkerung mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen und ihrer flächendeckenden Infrastruktur, waren die Sparkassen auch im Geschäftsjahr 2023 ein entscheidender Motor des regionalen Wirtschaftskreislaufs. Sie unterhielten zum Stichtag 31.12.2023 in Rheinland-Pfalz 647 Filialen, davon 242 SB-Stellen und fünf mobile Filialen mit 179 Haltestellen. Die Sparkassen beschäftigten 10.140 Mitarbeitende, davon 629 Auszubildende und Trainees.

Kreditgeschäft


Der gesamte Kreditbestand der Sparkassen in Rheinland-Pfalz umfasste zum 31, Dezember 2023 ein Volumen von 54,8 Mrd. Euro. Das waren 398 Mio. Euro (+0,7 Prozent) mehr als noch zum gleichen Vorjahreszeitpunkt. Die Neuzusagen lagen mit einem Gesamtvolumen von 7,8 Mrd. Euro um 3,4 Mrd. Euro (-30,2 Prozent) deutlich unter dem Vorjahreswert.

Einlagengeschäft


Die Inflation, also der Anstieg der Lebenshaltungskosten und hier insbesondere für Energie und Lebensmittel, und die Zinswende, hatten einen erheblichen Einfluss auf das Sparverhalten der Menschen, was sich auch in der Einlagenentwicklung der rheinland-pfälzischen Sparkassen im Privatkundengeschäft zeigt. Das Gesamtkundenvolumen im Passivgeschäft im Jahr 2023 fiel um 1,1 Mrd. Euro auf einen Bestand von 58,2 Mrd. Euro (-1,9 Prozent zum Vorjahr). Den rheinlandpfälzischen Sparkassen flossen im Geschäftsjahr netto über 5,6 Mrd. Euro an täglich fälligen Einlagen ab. Zum 31.12.2023 betrug der Bestand 39,4 Mrd. Euro. Das ist ein Rückgang um 12,5 Prozent gegenüber dem 31.12.2022. Gleichzeitig ging das Volumen der Spareinlagen um 2,7 Mrd. Euro (-23,7 Prozent) zurück. Bestandszuwächse hingegen verzeichneten die rheinland-pfälzischen Sparkassen bei den Eigenemissionen um 5,1 Mrd. Euro (+303,9 Prozent) sowie bei den Termingeldern um 2,0 Mrd. Euro (+166,6 Prozent).

Wertpapiergeschäft


Der Wertpapierumsatz der rheinland-pfälzischen Sparkassen wuchs im Jahr 2023 um 22,5 Prozent auf 8,5 Mrd. Euro. Der Nettoabsatz erhöhte sich um 835 Mio. Euro auf 1,4 Mrd. Euro. Hoch im Kurs standen bei den Sparkassenkundinnen und -kunden aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus vor allem festverzinsliche Wertpapiere. Der Nettoabsatz betrug fast 1,1 Mrd. Euro. Während auch weiterhin Investmentfonds mit einem Nettoabsatz von 351 Mio. Euro gefragt waren, übertrafen die Verkaufsvolumina die Kaufvolumina bei Aktien und Optionsscheinen. Der Nettoabsatz betrug hier - 56,0 Mio. Euro. Die Anzahl der Kundendepots der rheinland-pfälzischen Sparkassenkundinnen und -kunden (Sparkassen-, Deka-, und S-Broker-Depots) erhöhte sich im Jahr 2023 auf insgesamt 351.428 (+3,4 Prozent).

Ertrags- und Rentabilitätsentwicklung


Der Zinsanstieg führte zu einer Ausweitung der Zinsmargen im Darlehensneugeschäft und in der Prolongation ausgelaufener Kreditverträge der rheinland-pfälzischen Sparkassen. Auf Grundlage des 1. Laufs des Betriebsvergleichs ergibt sich ein spürbarer Anstieg des Zinsüberschusses um 334 Mio. Euro auf 1,4 Mrd. Euro. Gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme stieg der Zinsüberschuss auf 1,89 Prozent der DBS (Vorjahr: 1,43 Prozent der DBS). Hinsichtlich des Bewertungsergebnisses stehen auf der einen Seite Zuschreibungen aus dem Wertpapiergeschäft, die im Wesentlichen aus Wertaufholungseffekten des vergangenen Jahres überwiegend aus festverzinslichen Wertpapieren resultieren. Auf der anderen Seite stehen Risiken im Kreditgeschäft, für die von den Sparkassen entsprechende Risikovorsorgen getroffen wurden und werden. Dabei hat die konjunkturelle Entwicklung maßgeblichen Einfluss auf die Höhe der zu bildenden Risikovorsorge. Insgesamt erwarten die Sparkassen ein Betriebsergebnis nach Bewertung von voraussichtlich 430,2 Mio. Euro (Vorjahr: 105,3 Mio. Euro) und einen Jahresüberschuss nach Steuern von 198,1 Mio. Euro (Vorjahr: 53,7 Mio. Euro).

2.2. Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2023


Die aufsichtsrechtlichen Regulierungsmaßnahmen wurden im Jahr 2023 fortgesetzt. Die endgültige Neufassung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (7. MaRisk-Novelle) hat die BaFin im Juni 2023 veröffentlicht. Mit dieser Novelle wurden die Anforderungen der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) an die Kreditvergabe und Überwachung in ein deutsches Rundschreiben überführt. Weitere Ergänzungen und Anpassungen betrafen insbesondere die Regelung zur Handhabung des Immobiliengeschäfts sowie Anforderungen an das Management von Nachhaltigkeitsrisiken. Soweit die Änderungen der MaRisk klarstellenden Charakter hatten, trat die neue Fassung mit ihrer Veröffentlichung in Kraft. Neue Anforderungen sind ab dem 1. Januar 2024 einzuhalten. Dies bezieht sich insbesondere auf die Regelungen zu den Immobiliengeschäften.


Ab Februar 2023 waren die bereits im Verlauf des Jahres 2022 von der BaFin angeordneten erhöhten Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen. Dies betraf zum einen die Anhebung des antizyklischen Kapitalpuffers von null auf 0,75 Prozent der risikogewichteten Aktiva mit dem Ziel, die Widerstandsfähigkeit des deutschen Bankensystems präventiv zu stärken. Zum anderen wurde ein sektoraler Systemrisikopuffer von 2,0 Prozent der risikogewichteten Aktiva auf mit Wohnimmobilien besicherte Kredite eingeführt. Dieser soll zusätzlich den spezifischen Risiken am Immobilienmarkt entgegenwirken.


Insgesamt müssen sich die Kreditinstitute auf eine Fortsetzung der Regulierungspolitik der letzten Jahre sowie mittelfristig auf weitere erhöhte Eigenmittelanforderungen einstellen. So wurde beispielsweise am 15.02.2024 bereits die 8. MaRisk-Novelle von der BaFin zur Konsultation gestellt.


Aufgrund ihrer zentralen gesamtwirtschaftlichen Verantwortung und Funktion spielen die Kreditinstitute bei den gesetzlichen Maßnahmen zum Thema "Nachhaltigkeit" eine bedeutsame Rolle. Insbesondere die sukzessive ab dem Geschäftsjahr 2024 deutlich erweiterten Berichtspflichten auf Basis detaillierter gesetzlicher Vorgaben haben von den Kreditinstituten im Jahr 2023 bereits vorbereitende Maßnahmen unter Einsatz erheblicher personeller und organisatorischer Ressourcen erforderlich gemacht.

2.3. Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren


Folgende Kennzahlen stellen unsere bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren dar:

Kennzahlen
Cost-Income-Ratio 1
Betriebsergebnis vor Bewertung 2
Gesamtkapitalquote nach CRR 3

1 Cost-Income-Ratio = Verwaltungsaufwand in Relation zum Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)
2 Betriebsergebnis vor Bewertung = Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen und abzüglich der Verwaltungsaufwendungen gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)
3 Gesamtkapitalquote nach CRR = Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die risikobezogenen Positionswerte (Adressenausfall-, operationelle, Markt- und CVA-Risiken)

2.4. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Bestand Anteil in Prozent der Bilanzsumme
2023 2022 Veränderung Veränderung
Mio. Euro Mio. Euro Mio. Euro Prozent Prozent
Bilanzsumme 5.900,2 5.844,2 56,0 1,0
Geschäftsvolumen 1 5.938,7 5.889,2 49,5 0,8
Barreserve 78,1 81,1 -3,0 -3,7 1,3
Forderungen an Kreditinstitute 358,0 374,7 -16,7 -4,5 6,1
Forderungen an Kunden 2 4.497,9 4.549,2 -51,3 -1,1 76,2
Wertpapieranlagen 3 871,6 745,1 126,5 17,0 14,8
Beteiligungen / Verbundene Unternehmen 42,5 42,5 0,0 0,0 0,7
Sachanlagen 30,9 31,9 -1,0 -3,1 0,5
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 544,0 386,9 157,1 40,6 9,2
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 4.626,8 4.763,1 -136,3 -2,9 78,4
Rückstellungen 76,0 61,2 14,8 24,2 1,3
Eigenkapital 383,3 378,5 4,8 1,3 6,5

1 Geschäftsvolumen = Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten
2 Forderungen an Kunden = Aktiva 4 (Forderungen an Kunden) zuzüglich Aktiva 9 (Treuhandvermögen)
3 Wertpapiere = Aktiva 5 (Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere) zuzüglich Aktiva 6 (Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere)

2.4.1. Bilanzsumme und Geschäftsvolumen


Das Geschäftsvolumen (Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten) hat sich von 5.889,2 Mio. Euro auf 5.940,1 Mio. Euro erhöht.


Grund für die Steigerung der Bilanzsumme ist insbesondere die Ausweitung der Wertpapieranlagen und der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die Forderungen an Kunden und die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben sich dagegen leicht vermindert.

2.4.2. Aktivgeschäft

2.4.2.1. Barreserve


Der leichte Rückgang der Barreserve ist vor allem auf einen verminderten Einlagenbestand bei der Deutschen Bundesbank zurückzuführen.

2.4.2.2. Forderungen an Kreditinstitute


Die Forderungen an Kreditinstitute verminderten sich von 374,7 Mio. Euro auf 358,0 Mio. Euro. Der Rückgang ist hauptsächlich auf eine geringere Anlage von Übernachtguthaben bei der Deutschen Bundesbank zurückzuführen.


Der Bestand setzt sich hauptsächlich aus dem Übernachtguthaben bei der Deutschen Bundesbank, der Gegenanlage von Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Fremdwährung sowie Forderungen aus Schuldscheindarlehen zusammen.

2.4.2.3. Kundenkreditvolumen


In Folge der Zinsentwicklung im Jahr 2023 war eine Reduzierung der Kreditnachfrage zu beobachten.


Die Forderungen an Kunden (Aktiva 4 und 9) reduzierten sich von 4.549,2 Mio. Euro auf 4.497.9 Mio. Euro und konnten damit in Folge des aktuellen Preis- und Zinsniveaus nicht wie erwartet gesteigert werden (-51,3 Mio. Euro oder-1,1 Prozent).


Die Darlehenszusagen belaufen sich im Jahr 2023 auf 656,1 Mio. Euro und unterschritten damit den Wert des Vorjahres deutlich.


Die Darlehensauszahlungen verringerten sich um 29,0 Prozent und summierten sich am Ende des Geschäftsjahres auf 624,9 Mio. Euro.

2.4.2.4. Wertpapieranlagen


Zum Bilanzstichtag erhöhte sich der Bestand an Wertpapieren gegenüber dem Vorjahr, fast doppelt so stark wie ursprünglich prognostiziert, um insgesamt 126,5 Mio. Euro auf 871,6 Mio. Euro.


Die Zunahme war auf die Erhöhung der Bestände der Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere um 57,9 Mio. Euro sowie einen Anstieg bei den Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren um 68,6 Mio. Euro zurückzuführen.


Zur Diversifikation ihrer Geldanlagen hat die Sparkasse von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Gelder in verschiedenen Spezialfonds anzulegen.

2.4.2.5. Beteiligungen


Im Geschäftsjahr 2023 blieb das Volumen der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen mit 42,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.


Die größte Beteiligung gemessen am Volumen wird weiterhin am Sparkassenverband Rheinland-Pfalz gehalten (27,5 Mio. Euro).

2.4.2.6. Sachanlagen


Im Jahr 2023 wurden in Sachanlagen 2,2 Mio. Euro investiert.


Unter Berücksichtigung der Abschreibungen verminderte sich der Bestand von 31,9 Mio. Euro auf 30.9 Mio. Euro.

2.4.3. Passivgeschäft

2.4.3.1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten


Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zeigten eine kräftige Zunahme von 157,1 Mio. Euro auf 544,0 Mio. Euro. Die Sparkasse hat insbesondere die kurzfristigen Verbindlichkeiten und langfristigen Refinanzierungen über Sparkassenbriefe ausgeweitet. Sie dienten unter anderem der Ausweitung der Wertpapieranlagen.

2.4.3.2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden


Die Inflation zum einen aber auch die Zinsentwicklung hatten einen erheblichen Einfluss auf die Einlagenentwicklung.


Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden verminderten sich im Vergleich zum Vorjahr von 4.763,1 Mio. Euro auf 4.626,8 Mio. Euro.


Die täglich fälligen Einlagen verminderten sich um 505,4 Mio. Euro von 4.045,2 Mio. Euro auf 3.539,9 Mio. Euro. Auch das Volumen der Spareinlagen ging um 21,2 Prozent auf 481,6 Mio. Euro zurück. Deutliche Bestandszuwächse konnten dagegen bei den Eigenemissionen erzielt werden. Der Bestand erhöhte sich um 442,7 Mio. Euro auf 506,2 Mio. Euro (2022: +28,9 Mio. Euro). Die Entwicklung entsprach in etwa der Erwartung.

2.4.4. Dienstleistungsgeschäft

Zahlungsverkehr


Der Bestand an Girokonten erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 938 auf 156.934. Die Anzahl der vermittelten Kreditkarten erhöhte sich im selben Zeitraum um 788 auf 28.170.

Vermittlung von Wertpapieren


Das Geschäftsjahr 2023 war im Bereich der Dienstleistungen neben dem Zahlungsverkehr geprägt durch das Wertpapiergeschäft. Das gestiegene Zinsniveau führte zu einer deutlichen Belebung des Wertpapierumsatzes mit festverzinslichen Wertpapieren. Die Wertpapierumsätze nahmen gegenüber dem Vorjahr um 57,9 Prozent zu und erreichten einen Wert von 680,5 Mio. Euro. Die Depotbestände der Kunden erhöhten sich um 16,8 Prozent auf 1.999,3 Mio. Euro

Immobilienvermittlung


Die Nachfrage nach Immobilien konzentrierte sich auf gebrauchte Wohnimmobilien. Es wurden insgesamt 125 Immobilien vermittelt, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 16,11 Prozent entsprach.

Vermittlung von Bausparverträgen und Versicherungen


Im Geschäftsjahr wurden insgesamt 1.760 Bausparverträge mit einer Bausparsumme von insgesamt 114,5 Mio. Euro abgeschlossen, was einen Rückgang von 33,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutete.


2023 betrug das Vermittlungsvolumen von Versicherungen für die Altersvorsorge 26,4 Mio. Euro. Gegenüber dem Jahr 2022 (40,1 Mio. Euro) ist dies ein Rückgang um 34,2 Prozent. An Sonstigen Versicherungen konnten Verträge mit einer Vertragssumme von insgesamt 0,9 Mio. Euro vermittelt werden, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 20,2 Prozent bedeutet.

Auslandsgeschäft


Im Jahr 2023 wurden die Voraussetzungen geschaffen, um ab dem 01.01.2024 eine Auslagerung des Auslandsgeschäfts hin zur "S-International Baden-Württemberg Nord GmbH & Co. KG" vorzunehmen.

2.4.5. Derivate


Die derivativen Finanzinstrumente dienten ausschließlich der Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos auf Gesamtbankebene. Hinsichtlich der zum Jahresende bestehenden Geschäfte wird auf die Darstellung im Anhang verwiesen.

2.4.6. Investitionen / Wesentliche Baumaßnahmen und technische Veränderungen


Die Sparkasse beabsichtigt das Gebäude der ehemaligen Hauptstelle in Speyer umzugestalten. Bislang sind Planungs- und Gutachtenkosten von 1,5 Mio. Euro angefallen.

2.5. Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage

2.5.1. Vermögenslage


Die Vermögenslage unserer Sparkasse ist gekennzeichnet durch einen Anteil des Kundenkreditvolumens an der Bilanzsumme in Höhe von 76,2 Prozent (im Vorjahr: 77,8 Prozent) sowie einen Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden an der Bilanzsumme in Höhe von 78,4 Prozent (im Vorjahr: 81.5 Prozent). Größere Veränderungen bei den Strukturanteilen ergaben sich auch bei den Wertpapieranlagen, die von 12,8 Prozent auf 14,8 Prozent ausgeweitet wurden, sowie bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, deren Anteil an der Bilanzsumme von 6,6 Prozent im Vorjahr auf 9,2 Prozent zum 31.12.2023 gestiegen ist.


Sämtliche Vermögensgegenstände und Rückstellungen werden vorsichtig bewertet. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Einzelheiten sind dem Anhang des Jahresabschlusses zu entnehmen. Für besondere Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute wurde zusätzlich Vorsorge getroffen.


Die zum Jahresende ausgewiesenen Gewinnrücklagen erhöhten sich durch die Zuführung des Bilanzgewinns 2022. Insgesamt weist die Sparkasse inklusive des Bilanzgewinns 2023 vor Gewinnverwendung ein Eigenkapital von 383,3 Mio. Euro (Vorjahr: 378,5 Mio. Euro) aus. Neben den Gewinnrücklagen verfügt die Sparkasse über umfangreiche weitere aufsichtsrechtliche Eigenkapitalbestandteile. So wurde der Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB durch eine zusätzliche Vorsorge von 16,5 Mio. Euro auf 208,0 Mio. Euro erhöht.


Die Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 CRR (Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die anrechnungspflichtigen Positionen) übertrifft am 31.12.2023 mit 15,8 Prozent (im Vorjahr: 15,9 Prozent) die aufsichtlichen Mindestanforderungen von 8,0 Prozent gemäß CRR zuzüglich SREP-Zuschlag sowie des Kapitalerhaltungs- und antizyklischen Kapitalpuffers. Seit dem 01.02.2022 beträgt der antizyklische Kapitalpuffer 0,75 Prozent der risikogewichteten Positionswerte. Zudem gilt ein Systemrisikopuffer von 2,0 Prozent für den Wohnimmobiliensektor. Die Quoten sind seit dem 01.02.2023 zu beachten. Die anrechnungspflichtigen Positionen zum 31.12.2023 betragen 3.703,0 Mio. Euro und die aufsichtlich anerkannten Eigenmittel 585,6 Mio. Euro.


Auch die harte Kernkapitalquote und die Kernkapitalquote übersteigen die aufsichtlich vorgeschriebenen Werte deutlich. Die Kernkapitalquote beläuft sich zum 31.12.2023 auf 15,3 Prozent der anrechnungspflichtigen Positionen nach CRR.


Der für 2023 prognostizierte Wert für die Gesamtkapitalquote nach CRR, die als ein bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator eingestuft ist, konnte mit 15,81 Prozent fast erreicht werden (Prognose 15,84 Prozent).


Die Verschuldungsquote (Verhältnis des Kernkapitals zur Summe der bilanziellen und außerbilanziellen Positionen) beträgt am 31.12.2023 9,3 Prozent und liegt damit über der aufsichtsrechtlichen Mindestanforderung von 3,0 Prozent.


Auf Grundlage unserer Kapitalplanung vom November 2023 ist auch weiterhin eine Übererfüllung der aufsichtlichen Anforderungen an die Eigenmittelausstattungen als Basis für die Umsetzung unserer Geschäftsstrategie zu erwarten.

2.5.2. Finanzlage


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund einer angemessenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Die Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) lag mit 111,2 bis 172,1 Prozent oberhalb des Mindestwerts von 100 Prozent. Die LCR-Quote lag zum 31.12.2023 bei 169,9 Prozent. Die strukturelle Liquiditätsquote Net Stable Funding Ratio (NSFR) lag in einer Bandbreite von 121,5 bis 124,4 Prozent; damit wurde die aufsichtliche Mindestquote von 100 Prozent stets eingehalten.


Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden Guthaben bei der Deutschen Bundesbank geführt. Kredit- und Dispositionslinien bestehen bei der Landesbank Hessen-Thüringen, Frankfurt am Main/Erfurt und der Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart. Das Angebot der Deutschen Bundesbank, Refinanzierungsgeschäfte in Form von Offenmarktgeschäften abzuschließen, wurde in 2023 nicht genutzt.


Die Zahlungsfähigkeit ist nach unserer Finanzplanung gesichert.

2.5.3. Ertragslage


Zur Analyse der Ertragslage wird für interne Zwecke und für den überbetrieblichen Vergleich der bundeseinheitliche Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation eingesetzt, in dem eine detaillierte Aufspaltung und Analyse des Ergebnisses unserer Sparkasse in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme erfolgt. Zur Ermittlung eines Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die Erträge und Aufwendungen um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt, die in der internen Darstellung dem neutralen Ergebnis zugerechnet werden. Nach Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses ergibt sich das Betriebsergebnis nach Bewertung. Unter Berücksichtigung des neutralen Ergebnisses und der Steuern verbleibt der Jahresüberschuss.

2023 2022 Veränderung Veränderung
Mio. Euro Mio. Euro Mio. Euro Prozent
Zinsüberschuss 115,9 85,6 30,3 35,4
Provisionsüberschuss 38,7 35,7 3,0 8,4
Sonstiger ordentlicher Ertrag 4,1 4,8 -0,7 -14,6
Personalaufwand 55,2 52,7 2,5 4,7
Sachaufwand 38,5 36,1 2,4 6,6
Sonstiger ordentlicher Aufwand 0,9 1,4 -0,5 -35,7
Betriebsergebnis vor Bewertung und Risikovorsorge 64,1 36,0 28,1 78,1
Bewertungsergebnis (Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge) -19,2 -54,3 35,1 -64,6
Zuführung Fonds für allgemeine Bankrisiken -16,5 -11,8 -4,7 39,8
Betriebsergebnis nach Bewertung und Risikovorsorge 28,4 -30,1 58,5 -194,4
Neutrales Ergebnis -5,3 40,8 -46,1 -113,0
Ergebnis vor Steuern 23,1 10,7 12,4 115,9
Steueraufwand -18,4 -7,2 -11,2 155,6
Jahresüberschuss 4,7 3,5 1,2 34,3
Durchschnittsbilanzsumme 5.904,6 5.781,4 123,2 2,1


Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren für die Ertragslage sind in folgender Tabelle aufgeführt:

2023 2022 Veränderung Veränderung
absolut relativ
Cost-Income-Ratio (Prozent) 59,4 71,2 -11,8 -16,6
Betriebsergebnis vor Bewertung in Mio. Euro 64,1 36,0 28,1 78,1
in Prozent der DBS 1,09 0,62 0,47 75,8


Das Betriebsergebnis vor Bewertung auf Basis von Betriebsvergleichszahlen beträgt 1,09 Prozent (Vorjahr: 0,62 Prozent) der durchschnittlichen Bilanzsumme (DBS) des Jahres 2023 und übersteigt somit den im Vorjahreslagebericht prognostizierten Wert von 1,06 Prozent. Das Betriebsergebnis vor Bewertung in Prozent der DBS lag damit geringfügig unter dem Durchschnitt der rheinlandpfälzischen Sparkassen.


Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich im Jahr 2023 ebenfalls deutlich auf 59,4 Prozent. Der ursprünglich erwartete Wert wurde aufgrund der niedriger als erwartet ausgefallenen Steigerung des Verwaltungsaufwandes unterschritten.


Im Geschäftsjahr erhöhte sich der Zinsüberschuss gegenüber dem Vorjahr um rund 35,4 Prozent auf 115,9 Mio. Euro, prognostiziert wurden 116,6 Mio. Euro. Die Zinserträge sind in Folge des gestiegenen Zinsniveaus um 29,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahresergebnis gestiegen. Zeitgleich erhöhte sich der Zinsaufwand um 26,3 Mio. Euro. Das Zinsergebnis aus Swapvereinbarungen hat sich im Zuge der Zinsentwicklung deutlich verbessert und übersteigt somit das Vorjahresergebnis deutlich um 27,3 Mio. Euro. Der Provisionsüberschuss verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,0 Mio. Euro bzw. 8,4 Prozent, unterschritt dabei jedoch das Planniveau. Insbesondere das Vermittlungsgeschäft blieb im Krisenumfeld hinter den Erwartungen zurück.


Der Personalaufwand stieg um 2,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr und entsprach dabei weitestgehend der Erwartung.


Der Sachaufwand inklusive des sonstigen ordentlichen Aufwandes erhöhte sich im Zuge des gestiegenen Preisniveaus gegenüber dem Vorjahr, fiel in Summe jedoch 5,2 Mio. Euro geringer aus als ursprünglich geplant. Insbesondere die Entwicklung der Geschäftsraum- und Geschäftsbedarfskosten verlief besser als ursprünglich prognostiziert und ist zum Teil durch die Verschiebung von Vorhaben begründet.


Das Bewertungsergebnis, resultierend aus Abschreibungen und Wertberichtigungen nach Verrechnung mit Erträgen (Bewertung und Risikovorsorge), betrug -19,2 Mio. Euro (Vorjahr: -54,3 Mio. Euro). Aus dem Kreditgeschäft ergab sich ein Bewertungsergebnis von -30,2 Mio. Euro, das den Erwartungswert von -7,4 Mio. Euro deutlich überschritt. Das Bewertungsergebnis aus den Wertpapieranlagen verbesserte sich hingegen im Zuge der Entwicklung der Zins- und Wertpapiermärkte gegenüber der ursprünglichen Erwartung deutlich. Während sich die Zinsentwicklung im Vorjahr in hohen Abschreibungen auf die Wertpapiere niederschlug, konnte im Jahr 2023 aufgrund von Zuschreibungen infolge von Wertaufholungen ein deutlich positives und höher als erwartet ausgefallenes Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft erzielt werden.


Das Betriebsergebnis nach Bewertung fiel insgesamt im Jahr 2023 besser aus als ursprünglich geplant.


Der Sonderposten nach § 340 g HGB wurde um 16,5 Mio. Euro aufgestockt.


Für das Geschäftsjahr 2023 war ein Steueraufwand in Höhe von 18,4 Mio. Euro auszuweisen.


Nach Verrechnung des Betriebsergebnisses vor Bewertung mit den saldierten Bewertungsergebnissen aus dem Kredit- und Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft sowie den sonstigen Positionen, der Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340 g HGB, der neutralen Aufwendungen und Erträge sowie der gewinnabhängigen Steuern ergab sich ein Jahresüberschuss in Höhe von 4,7 Mio. Euro (Vorjahr: 3,5 Mio. Euro).


Vor dem Hintergrund des intensiven Wettbewerbs und des aktuell weiterhin angespannten und schwierigen Wirtschaftsumfeldes ist der Vorstand mit der Entwicklung der Ertragslage im Jahr 2023 zufrieden.


Die gemäß § 26a Absatz 1 Satz 4 KWG offen zu legende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Nettogewinn und Vorjahresbilanzsumme, betrug im Geschäftsjahr 2023 0,36 Prozent.

2.6. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage


Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Rahmenbedingungen bewerten wir die Geschäftsentwicklung als gut. Mit der Entwicklung des Jahres 2023 konnten wir eine deutliche Verbesserung des Betriebsergebnis vor Bewertung erreichen und unsere ursprüngliche Prognose übertreffen. Die CIR entwickelte sich besser als ursprünglich prognostiziert. Eine Stärkung des wirtschaftlichen Eigenkapitals war in 2023 erneut möglich.


Das Geschäftsvolumen und die Bilanzsumme wurden nur geringfügig ausgeweitet. Insbesondere die hohen Zinsen führten dazu, dass die Nachfrage nach Kundenkrediten rückläufig war. Dies führte insgesamt zu einem weitestgehend konstanten Bestandsverlauf. Bei den Kundeneinlagen war im Umfeld der hohen Inflation ein Rückgang zu verzeichnen.


Die Sparkasse behauptet sich bei guter Kapitalausstattung in einem schwierigen Umfeld.

3. Nachtragsbericht


Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres zum 31.12.2023 haben sich nicht ergeben.

4. Nichtfinanzielle Erklärung


Die Sparkasse ist zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung gemäß § 340a Abs. 1a HGB in Verbindung mit § 289b HGB verpflichtet. Dabei wurde von der Möglichkeit zur Erstellung eines gesonderten nichtfinanziellen Berichts gemäß § 289b Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht, der im Bundesanzeiger veröffentlicht wird.

5. Risikobericht

5.1. Risikomanagementsystem


Zur Sicherstellung der langfristigen Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft setzt die Sparkasse ein Risikotragfähigkeitskonzept mit einer regelmäßigen Berechnung der Risikotragfähigkeit (ökonomische Perspektive) und einer Kapitalplanung (normative Perspektive) ein. Die Risikotragfähigkeit wird ergänzt um Stresstests, und es erfolgt eine prozessuale Verknüpfung mit den Strategien, der Risikoinventur und der Risikoberichterstattung. Erstmals zum 31. März 2023 wurden damit fristgerecht die Anforderungen der am 24. Mai 2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.


In der Geschäftsstrategie werden die Ziele der Sparkasse für jede wesentliche Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt. Die Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.


Ziel der Risikoinventur ist es, mindestens jährlich systematisch Risiken zu identifizieren, um deren Wesentlichkeit beurteilen zu können. Zudem werden regelmäßig quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen. Auf der Grundlage der zuletzt durchgeführten Risikoinventur wurden folgende Risiken in der ökonomischen und der normativen Perspektive als wesentlich eingestuft:

Risikoart Risikokategorie
Adressenrisiko Kundengeschäft
Eigengeschäft
Marktpreisrisiko Zinsänderunqsrisiko
Spreadrisikg
Aktienrisiko
Liquiditätsrisiko Zahlungsunfähigkeitsrisiko
Refinanzierungskostenrisiko
Operationelles Risiko


Für die frühzeitige Identifizierung von wesentlichen Risiken sowie von risikoartenübergreifenden Effekten wurden Indikatoren abgeleitet, die auf quantitativen oder qualitativen Merkmalen basieren.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive ist die Gewährleistung des Gläubigerschutzes. Die Sparkasse ermittelte zum 31. Dezember 2023 ein ökonomisches Risikodeckungspotenzial von 836,3 Mio. EUR. Das daraus abgeleitete Gesamtlimit von 415,0 Mio. EUR wurde auf die wesentlichen Risiken verteilt und so bemessen, dass eine angemessene Steuerung der Risiken ermöglicht wird. Die wesentlichen Risiken werden monatlich ermittelt und den Limiten gegenübergestellt. Als Reaktion auf den Einsatz eines neuen Parametersets für die Ermittlung der Zinsänderungsrisiken wurde das Gesamtlimit zum 31.10.2023 um 90,0 Mio. EUR erhöht.


Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos wurden für alle wesentlichen Risiken das Konfidenzniveau auf 99,9 Prozent und der Risikobetrachtungshorizont auf ein Jahr rollierend festgelegt. Die Sparkasse berücksichtigt innerhalb des Adressenrisikos zwischen dem Kunden- und dem Eigengeschäft und innerhalb des Marktpreisrisikos zwischen den Risikofaktoren Zinsen, Spreads und Aktien risikomindernde Diversifikationseffekte.


Das auf der Grundlage des Gesamtlimits eingerichtete Limitsystem stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Risikoart Risikokategorie Limit Limitauslastung
Tsd. Euro Tsd. Euro %
Adressenausfallrisiko Kundengeschäft 45.000 36.169 80,38
Eigengeschäft 20.000 8.696 43,48
Marktpreisrisiko Zinsänderungsrisiko 190.000 147.089 77,42
Spreadrisiko 35.000 19.038 54,39
Aktienrisiko 35.000 28.784 82,24
Liquiditätsrisiko Refinanzierungskostenrisiko 50.000 34.582 69,16
Operationelles Risiko 40.000 28.333 70,83
Risikotragfähigkeitslimit 415.000 302.690 72,94


Die zuständigen Abteilungen steuern die Risiken im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und der Limitvorgaben des Vorstands.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive ist die Fortführung der Sparkasse. Hierzu besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2026. Um einen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können, wurden Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung für das Planszenario sowie für ein adverses Szenario getroffen.


In der normativen Perspektive sind alle regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie die darauf basierenden internen Anforderungen zu berücksichtigen. Relevante Steuerungsgrößen sind die Kernkapitalanforderung, die Gesamtkapitalanforderung (SREP-Gesamtkapitalanforderung, die kombinierte Pufferanforderung und die Eigenmittelempfehlung) sowie die Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals, die Höchstverschuldungsgrenze und die Großkreditgrenze.


Für den betrachteten Zeitraum von 3 Jahren können die aufsichtlichen Anforderungen im Planszenario vollständig erfüllt werden. Gleiches gilt im Falle der Betrachtung adverser Entwicklungen, in dem jedoch nur die harten Mindestkapitalanforderungen zwingend einzuhalten sind.


Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst (Validierung).


Die Sparkasse setzt zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken derivative Finanzinstrumente (Swapgeschäfte) ein. Sie wurden in die verlustfreie Bewertung des Bankbuches einbezogen.


Stresstests werden ergänzend zur Risikotragfähigkeit durchgeführt. Ziel ist die Abbildung außergewöhnlicher aber plausibel möglicher Ereignisse über Szenario- und Sensitivitätsanalysen. Als Ergebnis dieser Simulationen ist festzuhalten, dass auch bei Eintritt der unerwarteten Ereignisse die Risikotragfähigkeit gegeben ist.


Die turnusmäßige Risikoberichterstattung an den Vorstand umfasst den Gesamtrisikobericht und ergänzende Berichte zu den wesentlichen Risikoarten. Die Berichte enthalten neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen. Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation informiert. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.


Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen (Interne Kontrollverfahren) dienen neben eingerichteten Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen auch die Tätigkeiten der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Internen Revision.


Die Risikocontrolling-Funktion, die aufbauorganisatorisch von Bereichen, die Geschäfte initiieren oder abschließen, getrennt ist, hat die Funktion, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu überwachen und darüber zu berichten. Der Risikocontrolling-Funktion obliegt die Methodenauswahl, die Überprüfung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren sowie die Errichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und -controllingprozesse. Zusätzlich verantwortet die Risikocontrolling-Funktion die Umsetzung der aufsichtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnung und die laufende Überwachung der Einhaltung von Risikolimiten. Sie unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt. Die für die Überwachung und Steuerung von Risiken zuständige Risikocontrolling-Funktion wird durch die Mitarbeiter der Organisationseinheit (OE) Controlling wahrgenommen. Die Leitung der Risikocontrolling-Funktion obliegt dem Leiter der OE Controlling. Unterstellt ist er dem Marktfolgevorstand.


Die Compliance-Funktion wirkt auf die Implementierung wirksamer Verfahren zur Einhaltung der für die Sparkasse wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben und entsprechender Kontrollen hin. Ferner hat sie den Vorstand hinsichtlich der Einhaltung dieser rechtlichen Regelungen und Vorgaben zu unterstützen und zu beraten.


Die Interne Revision prüft und beurteilt risikoorientiert und prozessunabhängig die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse. Sie ist dem Vorstand unmittelbar unterstellt und ihm gegenüber berichtspflichtig.


Verfahren zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (Neu Produkt-Prozess) sind festgelegt. Zur Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen Definitionen und Regelungen.

5.2. Strukturelle Darstellung der wesentlichen Risiken

5.2.1. Adressenrisiko


Unter dem Adressenrisiko wird ein Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich des Ausfalls eines Schuldners bedingt ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie das Migrationsrisiko eines Schuldners unterteilt.


Das Ausfallrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes, welcher aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Schuldners entsteht.


Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes, der sich dadurch ergibt, dass sich die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners verändert hat.


Das Länderrisiko umfasst neben dem bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das politische Risiko, z. B. aus einem Transferstopp. Das Länderrisiko im Sinne eines Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Schuldners ist Teil des Adressenrisikos im Kunden- und Eigengeschäft. Der Schuldner kann ein ausländischer öffentlicher Haushalt oder ein sonstiger Schuldner sein, der seinen Sitz im Ausland und somit in einem anderen Rechtsraum hat.

5.2.1.1. Adressenrisiko im Kundengeschäft


Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst einerseits die Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines originären Kredites sowie von Eventualverbindlichkeiten wie beispielsweise Avale (Ausfallrisiko). Andererseits umfasst es auch die Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz an Wert verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite nicht ausreichen oder überhaupt nicht beitragen können (Sicherheitenverwertungs- und -einbringungsrisiko).


Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).


Die Steuerung des Adressenrisikos im Kundengeschäft erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen, der gestellten Sicherheiten sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Trennung zwischen Markt (1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstands

regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung der Kapitaldiensttragfähigkeit auf Basis aktueller Unterlagen

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren) in Kombination mit bonitätsabhängiger Preisgestaltung und bonitätsabhängigen Kompetenzen

interne, bonitätsabhängige Richtwerte für Kreditobergrenzen, die unterhalb der Großkreditgrenzen liegen, dienen der Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die diese Obergrenze überschreiten, unterliegen einer verstärkten Beobachtung.

regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, das gewährleistet, dass bei Auftreten von signifikanten Bonitätsverschlechterungen frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden können

festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensivbetreuung oder Sanierungsbetreuung

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting


Das Kreditgeschäft der Sparkasse gliedert sich in zwei große Gruppen: Das Firmenkunden-/ Kommunalkreditgeschäft und das Privatkundenkreditgeschäft.

Kreditgeschäft der Sparkasse Obligo
31.12.2023 31.12.2022
Mio. Euro Mio. Euro
Firmenkundenkredite 2.333,7 2.363,2
Privatkundenkredite 2.937,7 2.963,5
Kommunalkredite und kommunalverbürgte Kredite 344,8 341,1
Sonstige Kreditnehmer 0,0 0,4
Gesamt 5.616,2 5.668,3


Tabelle: Kreditgeschäft der Sparkasse


Zum 31.12.2023 wurden etwa 41,6 Prozent der zum Jahresende ausgelegten Kreditmittel an Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen vergeben, 52,3 Prozent an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen.


Den Schwerpunktbereich bilden mit 16,6 Prozent die Kreditzusagen an Unternehmen des Grundstücks- und Wohnungswesens.


Die Größenklassenstruktur zeigt insgesamt eine breite Streuung des Ausleihgeschäfts. 29,8 Prozent der risikotragenden Kredite (Firmen- und Privatkundenkredite, ohne Kommunalkredite) entfallen auf Kreditengagements mit einem Kreditvolumen von bis zu 0,25 Mio. Euro. 22,6 Prozent des risikotragenden Kreditvolumens betreffen Kreditengagements mit einem Kreditvolumen von mehr als 5,0 Mio. Euro.


Die Risikostrategie ist ausgerichtet auf Kreditnehmer mit guten Bonitäten bzw. geringeren Ausfallwahrscheinlichkeiten. Dies wird durch die Neugeschäftsplanung unterstützt. Zum 31.12.2023 ergibt sich im Kundengeschäft folgende Ratingklassenstruktur:

Ratingklasse Anzahl in Prozent Volumen in Prozent
1 bis 9 91,8 92,4
10 bis 15 6,9 4,9
16 bis 18 0,9 2,2
Ohne Rating 0,4 0,5


Das Länderrisiko, das sich aus unsicheren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen eines anderen Landes ergeben kann, ist für die Sparkasse von untergeordneter Bedeutung. Das an Kreditnehmer mit Sitz im Ausland ausgelegte Kreditvolumen betrug am 31.12.2023 81,6 Mio. Euro.


Konzentrationen bestehen im Kreditportfolio in folgendem Bereich: Branchenkonzentration bei der Branche Grundstücks- und Wohnungswesen.


Insgesamt sind wir der Auffassung, dass unser Kreditportfolio sowohl nach Branchen und Größenklassen als auch nach Ratinggruppen gut diversifiziert ist.


Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Für latente Risiken im Forderungsbestand haben wir Pauschalwertberichtigungen gebildet. Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken schriftlich unterrichtet. Eine Ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.

Entwicklung der Risikovorsorge:

Art der Risikovorsorge Anfangsbestand per 01.01.2023 Zuführung Auflösung Verbrauch Endbestand per 31.12.2023
Tsd. Euro Tsd. Euro Tsd. Euro Tsd. Euro Tsd. Euro
Einzelwertberichtigungen 25.450 32.545 2.882 3.893 51.220
Rückstellungen 2.361 694 215 641 2.199
Pauschalwertberichtigungen 6.495 0 232 0 6.263
Gesamt 34.306 33.239 3.329 4.534 59.682


Das Verfahren für die Bildung der Pauschalwertberichtungen ist im Anhang erläutert.


Die Entwicklung der Risikovorsorge in 2023 zeigt im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung aufgrund weniger großer Einzelfälle.

5.2.1.2. Adressenrisiko im Eigengeschäft


Das Adressenrisiko im Eigengeschäft umfasst die Gefahr eines Verlustes, welcher einerseits aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultiert, andererseits aus der Gefahr entsteht, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Rating) ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko). Dabei unterteilt sich das Kontrahentenrisiko in ein Wiedereindeckungsrisiko, Vorleistungsrisiko und ein Erfüllungsrisiko. Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass die tatsächlichen Restwerte der Emissionen bei Ausfall von den prognostizierten Werten abweichen. Ferner beinhalten Aktien eine Adressenrisikokomponente. Diese besteht in der Gefahr einer negativen Wertveränderung aufgrund von Bonitätsverschlechterung oder Ausfall des Aktienemittenten.


Die Steuerung der Adressenrisiken des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Limitenje Partner (Emittenten- und Kontrahentenlimite)

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung der Vertragspartner anhand von externen Ratingeinstufungen sowie eigenen Analysen

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"


Die Eigengeschäfte umfassen zum Bilanzstichtag ein Volumen von 1.229,6 Mio. Euro. Wesentliche Positionen sind dabei Forderungen an Kreditinstitute (358,0 Mio. EUR), Anleihen im Direktbestand (127,8 Mio. Euro) sowie die Wertpapierspezialfonds (737,3 Mio. Euro).


Dabei zeigen die festverzinslichen Wertpapiere nachfolgende Ratingverteilung:

Externes Rating
Standard & Poor's
AAA bis BBB+ BBB bis BBB- BB+ bis BB- B+ bis C Ausfall ungeratet
31.12.2023 554,5 90,9 20,9 5,1 - 6,8
31.12.2022 419,8 112,9 20,2 7,2 - -


Bei den Forderungen an KI handelt es sich um Geldanlagen bei der Bundesbank und bei Landesbanken mit einwandfreier Bonität.


Darüber hinaus hält die Sparkasse überwiegend in ihren Spezialfonds Anteile an Immobilienfonds (140,7 Mio. EUR), für welche keine Ratings vorliegen, sowie Aktien des EURO STOXX 50 ex Financials (52,6 Mio. EUR), die bei der Ratingverteilung nicht berücksichtigt werden.


Das Länderrisiko, das sich aus unsicheren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen eines anderen Landes ergeben kann, ist für die Sparkasse von untergeordneter Bedeutung.

5.2.2. Marktpreisrisiko


Das Marktpreisrisiko wird definiert als Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Risikofaktoren ergibt.


Die Steuerung des Marktpreisrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der festgelegten Limite und der vereinbarten Anlagerichtlinien für Spezialfonds. Der Anlageausschuss hat die Aufgabe, den Vorstand bei der Umsetzung der Strategie zu unterstützen.

5.2.2.1. Zinsänderungsrisiko


Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt. In einer periodischen Sicht bzw. in der normativen Perspektive können sich Veränderungen im Zinsüberschuss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere sowie in einer Bildung bzw. Veränderung einer Drohverlustrückstellung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F ergeben.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Normative Perspektive: Berechnungen auf Basis des adversen Szenarios "Schwerer konjunktureller Abschwung" mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der SR entwickelten IT-Anwendung "MPR"

Steuerung des wertorientierten Zinsänderungsrisikos auf Basis einer modernen historischen Simulation der Marktzinsänderungen: Die negative Abweichung der Performance innerhalb der nächsten 90 Tage (Haltedauer) wird mit einem Konfidenzniveau von 95,0 % berechnet. Zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos orientiert sich die Sparkasse an einer definierten Benchmark (angelehnt an die 2,0-mal gehebelte Struktur des gleitenden 10-Jahresdurchschnitts). Abweichungen zeigen ggf. einen Bedarf an Steuerungsmaßnahmen auf und dienen als zusätzliche Information für zu tätigende Neuanlagen, Refinanzierungen und Absicherungen.

Ermittlung des Zinsrisikokoeffizienten und des Frühwarnindikators gemäß § 25a Abs. 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreibens 6/2019 vom 6. August 2019

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite


Zur Steuerung bzw. Absicherung von Zinsänderungsrisiken wurden derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps in bedeutendem Umfang eingesetzt (vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss).


Die Auswirkungen eines Zinsschocks um + bzw. - 200 Basispunkte auf den Barwert der zinstragenden Geschäfte des Anlagebuchs stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Zinsänderungsrisiken
Barwertveränderung
+200 Basispunkte -200 Basispunkte
TEUR -87.297 +105.431
in % der Eigenmittel -14,91 +18,01


Konzentrationen bestehen bei den Zinsänderungsrisiken in folgenden Bereichen:


Hoher Anteil variabel verzinslicher Passiva in der Bilanz der Sparkasse.


Der erneut starke Zinsanstieg im Jahr 2023 führte zu deutlich gesunkenen Bar- und Marktwerten zinstragender Geschäfte, die in die Bewertung des Zinsbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. eingehen. Weitere Zinsanstiege erhöhen das Risiko eines Verpflichtungsüberschusses gemäß IDW RS BFA 3 n. F. und damit das Risiko zur Bildung einer Drohverlustrückstellung in künftigen Jahresabschlüssen.

5.2.2.2. Spreadrisiko


Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Differenz zu einer risikolosen Zinskurve verstanden. Der Spread ist unabhängig von der zu Grunde liegenden Zinskurve zu sehen, d. h. ein Spread in einer anderen Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Normative Perspektive: Berechnungen auf Basis des adversen Szenarios "Schwerer konjunktureller Abschwung"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR"

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite

5.2.2.3. Aktienrisiko


Das Aktienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine Adressenrisikokomponente.


In der normativen Perspektive umfasst das Aktienrisiko darüber hinaus das Risiko, dass Dividendenerträge nicht in der erwarteten Höhe erzielt werden können.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Normative Perspektive: Berechnungen auf Basis des adversen Szenarios "Schwerer konjunktureller Abschwung"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR"

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite


Aktien werden in einem überschaubaren Umfang zurzeit ausschließlich in den Spezialfonds gehalten. Die Spezialfonds mit Aktienanteil werden unter anderem durch festgelegte Vermögensuntergrenzen gesteuert.

5.2.3. Liquiditätsrisiko


Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden Bestandteilen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko, dass aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können.


Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht nachzukommen.


Das Refinanzierungskostenrisiko bildet die Gefahr ab, dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung des institutseigenen Spreads sowie aus der unerwarteten Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen.


Das Refinanzierungskostenrisiko in der ökonomischen Perspektive ergibt sich aus der negativen Veränderung des Liquiditätsbeitrages aufgrund von marktbedingten Spreadschwankungen.


Die Steuerung der Liquiditätsrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der LCR

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio, NSFR)

Regelmäßige Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer Risikotoleranz

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden

Tägliche Disposition der laufenden Konten

Liquiditätsverbund mit Verbundpartnern der Sparkassenorganisation

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans

Erstellung einer Refinanzierungsplanung

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der SR entwickelten IT-Anwendung "RKR"

Regelmäßige Überwachung der Fundingkonzentration zur Ermittlung und Begrenzung des Anteils einzelner Kontrahenten an der Gesamtrefinanzierung


Unplanmäßige Entwicklungen, wie z. B. vorzeitige Kündigungen sowie Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern, werden dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen der Risiko- und Stressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien simuliert wird.


Die Survival Period beträgt bei der Sparkasse zum Bilanzstichtag sieben Monate im Szenario "Marktkrise", sechs Monate im Szenario "Institutskrise" und fünf Monate im kombinierten Szenario.


Konzentrationen bestehen bei dem Liquiditätsrisiko in folgendem Bereich: Hoher Bestand an täglich fälligen Kundeneinlagen.


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

5.2.4. Operationelles Risiko


Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines Verlustes durch Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder in Folge externer Einflüsse eintreten.


Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Jährliche Schätzung von operationellen Risiken auf Basis der szenariobezogenen Schätzung von risikorelevanten Verlustpotenzialen aus der IT-Anwendung "OpRisk-Szenarien"

Systematische Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle in einer Schadensfalldatenbank

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren"

Normative Perspektive: Abbildung im adversen Szenario "Schwerer konjunktureller Abschwung"

Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT


Konzentrationen bestehen bei den operationellen Risiken in folgenden Bereichen:


Aufgrund der ausschließlichen Nutzung von IT-Anwendungen des Sparkassenverbunds bzw. der S-Rating und Risikosysteme GmbH bestehen hohe Abhängigkeiten im Falle eines Ausfalls der IT.

5.3. Gesamtbeurteilung der Risikolage


Unser Haus verfügt über ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß § 25a KWG. Mit den eingerichteten Risikosteuerungs- und -controllingprozessen können die wesentlichen Risiken frühzeitig identifiziert und gesteuert sowie relevante Informationen an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden.


In 2023 bewegten sich die Risiken innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Limite. Eine Limitanpassung ergab sich zum 31.10.2023 aufgrund des Einsatzes eines neuen Parametersets bei der Berechnung der Zinsänderungsrisiken. Das Risikotragfähigkeitslimit (ökonomische Perspektive) war am Bilanzstichtag mit 72,94 Prozent ausgelastet. Die Mindestanforderungen an die Einhaltung aufsichtlicher Kenngrößen der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im Planszenario als auch unter der Berücksichtigung adverser Entwicklungen vollständig erfüllt. Demnach war und ist die Risikotragfähigkeit derzeit gegeben. Die durchgeführten Stresstests zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können.


Bestandsgefährdende oder entwicklungsbeeinträchtigende Risiken sind nicht erkennbar. Risiken der künftigen Entwicklung bestehen im Fall einer sich weiter eintrübenden Konjunktur und der Entwicklung von geopolitischen Krisen.


Die Sparkasse nimmt am Risikomonitoring des Verbands teil. Die Erhebung erfolgt dreimal jährlich. Dabei werden die wichtigsten Risikomesszahlen auf Verbandsebene ausgewertet und die Entwicklungen beobachtet.


Insgesamt beurteilen wir unsere Risikolage als ausgewogen.

6. Chancen- und Prognosebericht

6.1. Chancenbericht


Unser "Chancenmanagement" ist in den jährlichen Strategieüberprüfungsprozess integriert.


Chancen sehen wir vor allem in der Zinsentwicklung. Die Zinskurve ist deutlich angestiegen, was zu einer Erholung der Zinsspanne führt. Weitere positive Effekte werden in den kommenden Jahren erwartet.


Chancen sehen wir darüber hinaus auch in unserer Vertriebsstruktur. Positive Impulse für unser Wachstum und die Ergebnisbeiträge erwarten wir dabei aus dem Aus- und Aufbau weiterer Geschäftsfelder und Spezialistenteams.


Chancen erwarten wir aus unseren Investitionen in zukunftsweisende Informationstechnologien.


Chancen wollen wir nutzen, indem wir neben der Filialpräsenz in der Fläche und der flächendeckend angebotenen SB-Technik das omnikanale Angebot weiter ausbauen.

Chancen sehen wir auch in unserer Nachhaltigkeitsarbeit, da Nachhaltigkeit ein Treiber für effizientere, ressourcenschonende Prozesse ist und zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten, z.B. durch einen erhöhten Finanzierungsbedarf von Unternehmen im Rahmen der Transformation hin zu einer CO 2-neutralen Wirtschaft eröffnet.


Darüber hinaus sehen wir durch eine weitere Intensivierung der Arbeitsteilung mit unseren Verbundpartnern in der Sparkassenorganisation die Möglichkeit, dem Wettbewerbs- und Rentabilitätsdruck zu begegnen.

6.2. Prognosebericht

6.2.1. Rahmenbedingungen


Die nachfolgenden Einschätzungen haben Prognosecharakter. Sie stellen unsere Einschätzungen der wahrscheinlichsten künftigen Entwicklung auf Basis der uns zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen dar. Da Prognosen mit Unsicherheit behaftet sind bzw. sich durch die Veränderungen der zugrundeliegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können, ist es möglich, dass die tatsächlichen künftigen Ergebnisse gegebenenfalls deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts getroffenen Erwartungen über die voraussichtlichen Entwicklungen abweichen.


Der Prognosezeitraum umfasst das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr.


Grundlage für den Prognosebericht ist die Prognose des Monats Februar 2024. Es wird von einer Seitwärtsbewegung der Zinsen ausgegangen.


Als Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.


Als Chancen im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.


Die geopolitischen Aussichten für das Jahr 2024 sind erneut von großer Unsicherheit geprägt. Der Krieg in der Ukraine dauert an, ebenso im Nahen Osten, dazu kommen die Angriffe auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer. In 76 Ländern, die für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung stehen, finden im Jahr 2024 Wahlen statt. Als größte Volkswirtschaft der Welt kommt der Präsidentschaftswahl in den USA eine besondere Bedeutung zu, auch an den internationalen Kapitalmärkten.


Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem ähnlichen Wachstum der Weltwirtschaft wie im vergangenen Jahr. Die Organisation hat ihre Prognose für die Weltproduktion (BIP) um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent angehoben und erwartet einen Anstieg des Welthandels um 3,3 Prozent (2023: +0,4 Prozent). Im Folgejahr erwartet der IWF eine BIP-Wachstumsrate von 3,2 Prozent und eine weitere Zunahme des Welthandels um 3,6 Prozent.


Für Deutschland fallen die Prognosen weniger gut aus. Die großen deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute hatten in ihren Prognosen von Dezember 2023 eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,5 Prozent bis 0,9 Prozent im Jahr 2024 und um 1,0 Prozent bis 1,4 Prozent im Jahr 2025 erwartet. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2024 gegenüber ihrer Herbstprognose deutlich reduziert auf nunmehr 0,2 Prozent für das laufende und 1,0 Prozent für das kommende Jahr.


Im bisherigen Jahr 2024 haben sich die Zinsen am Geldmarkt wenig verändert. Am Kapitalmarkt war bei den zehnjährigen Bundesanleihen wieder ein leichter Anstieg der Renditen festzustellen Die Renditen der 10-Jährigen Bundesanleihen lagen zum Jahresbeginn bei 2,10% und Ende März 2024 bei 2,31%.

6.2.2. Geschäftsentwicklung


Abgeleitet aus der Bestandsentwicklung des Jahres 2023 und der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen rechnen wir für das Jahr 2024 mit einem moderaten Wachstum im Kundenkreditgeschäft, insbesondere aus dem Darlehensgeschäft mit unseren Privat- und Firmenkunden, von rund 2 Prozent.


Bei den eigenen Wertpapieren planen wir keine Ausweitung des Geschäftsvolumens und gehen zudem von einer Reduktion der Forderungen an Kreditinstitute aus.


Aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwarten wir nochmals Rückgänge bei den täglich fälligen Kundeneinlagen. In Folge des Zinsanstiegs gehen wir weiterhin von einer gestiegenen Nachfrage nach festverzinslichen Kundeneinlagen aus.


Bei der Bilanzsumme prognostizieren wir aufgrund der vorgenannten Entwicklungen für das laufende Jahr einen leichten Rückgang um bis zu 1 Prozent.


Im Dienstleistungsgeschäft planen wir die Hebung weiterer Marktpotentiale. Auch die Erschließung sowie der Ausbau neuer Geschäftsfelder steht dabei weiterhin im Fokus.

6.2.3. Finanzlage


Aufgrund unserer Finanzplanung gehen wir davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Zahlungsfähigkeit gewährleistet ist und die bankaufsichtlichen Anforderungen eingehalten werden können.


Für die kommenden Jahre sind weitere Investitionen und Baumaßnahmen geplant. In 2024 werden bereits begonnene Umbaumaßnahmen und Renovierungen sowie der Ausbau unserer Gebäude fortgeführt.

6.2.4. Ertrags- und Vermögenslage


Auf Basis von Betriebsvergleichszahlen rechnen wir bei einem Seitwärtsniveau des Zinsniveaus sowohl mit deutlich steigenden Zinserträgen als auch deutlich höheren Zinsaufwendungen bei verminderten Konditionsbeiträgen aus dem Kundengeschäft. Der Anstieg der Zinserträge und der Zinsaufwendungen dürften sich in etwa ausgleichen, sodass wir einen nahezu unveränderten Zinsüberschuss von 115,2 Mio. Euro oder 1,96 Prozent der DBS erwarten.


Beim Provisionsüberschuss erwarten wir für das Jahr 2024 einen Anstieg um 1,8 Mio. Euro auf 40,4 Mio. Euro, wofür insbesondere die Hebung von Marktpotenzialen wesentlicher Geschäftsfelder, wie dem Wertpapier- und Vermittlungsgeschäft, verantwortlich ist.


Trotz unseres stringenten Kostenmanagements wird der Verwaltungsaufwand in 2024 deutlich um voraussichtlich 11 Prozent steigen. Die Sachkosten werden u.a. durch weitere Umbau-/ Renovierungsmaßnahmen und insbesondere auch durch inflationsbedingte Preissteigerungen zusätzlich belastet. Steigende Personalkosten wollen wir durch ein stringentes Personalmanagement begrenzen. Erwartete Tarifsteigerung führen dennoch zu einem Anstieg der Personalaufwendungen.


Insgesamt ergibt sich unter Berücksichtigung der vorgestellten Annahmen für das Jahr 2024 ein Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von rund 54,3 Mio. Euro oder rund 0,92 Prozent der jahresdurchschnittlichen Bilanzsumme von ca. 5.880 Mio. Euro.


Das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft ist aufgrund der konjunkturellen Entwicklung nur mit großen Unsicherheiten zu prognostizieren. Bei der Risikovorsorge für das Kreditgeschäft erwarten wir - trotz einer weiterhin verstärkt risikoorientierten Kreditgeschäftspolitik - eine stark sinkende Belastung in Höhe der erwarteten Verluste, die sich aus dem Blankovolumen und der Ausfallwahrscheinlichkeit des prognostizierten Forderungsbestandes ergeben. Zudem werden erwartete Zuführungen zu Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt.


Aus den eigenen festverzinslichen Wertpapieren sowie den weiteren Eigenanlagen in Spezialfonds rechnen wir mit einem per Saldo leicht positiven Bewertungsergebnis.


Dabei sind heftige Reaktionen an den internationalen Wertpapier-, Kapital-, Rohstoff- und Energiemärkten sowie ein Anstieg der Abschreibungen und Wertberichtigungen im Kreditgeschäft in Folge des gestiegenen Zins- und Konjunkturumfeldes nicht auszuschließen. Risiken für das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft können sich insbesondere im Bereich der Ausleihungen an Unternehmen des Branchenzweiges Grundstücks-/Wohnwirtschaft ergeben.


Die prognostizierte Entwicklung der Ertragslage ermöglicht eine weitere Stärkung des Eigenkapitals.


Vor dem Hintergrund der dargestellten Prognosen erwarten wir zum 31.12.2024 folgende Entwicklung unserer bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren:


Das Betriebsergebnis vor Bewertung in Prozent der DBS (gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen) wird sich im aktuellen Zinsumfeld aller Voraussicht nach auf 54,3 Mio. Euro bzw. 0,92 Prozent reduzieren.


Negative Auswirkungen auf das prognostizierte Zinsergebnis sowie das Betriebsergebnis vor Bewertung können sich aus einer Veränderung des Zinsniveaus sowie einer sich verschärfenden Wettbewerbssituation insbesondere im Bereich der Verzinsung der Kundeneinlagen ergeben.


Bei der Cost-Income-Ratio erwarten wir für 2024 eine Verschlechterung auf 65,8 Prozent.


Wir rechnen bei steigenden Risikopositionswerten mit einer Zuführung zur Sicherheitsrücklage und zum Fonds für allgemeine Bankrisiken, dem allerdings auslaufende Nachrangmittel und steigende aufsichtsrechtliche Abzugspositionen gegenüberstehen werden. Aufgrund dieser Entwicklung gehen wir nach unserer Planung für die Gesamtkapitalquote nach CRR von einem Rückgang auf 15,31 Prozent aus, womit die aufsichtlich vorgeschriebenen Werte aber weiterhin deutlich überschritten werden.

6.3. Gesamtaussage


Die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 lässt erkennen, dass die Sparkasse trotz der bestehenden Wettbewerbssituation und konjunkturellen Lage keine Rückgänge der Erträge erwartet. Infolge von Tarif- und Preissteigerungen sind jedoch gestiegene Aufwandspositionen zu erwarten. Dabei führen Investitionen und Baumaßnahmen auch in 2024 erneut zu einer Erhöhung der Sachaufwendungen.


Bei der prognostizierten Entwicklung der Ertragslage sollte eine weitere Stärkung des Eigenkapitals gesichert sein.


Unsere Perspektiven für das Geschäftsjahr 2024 beurteilen wir in Bezug auf die aufgezeigten Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung der von uns erwarteten Entwicklung der Rahmenbedingungen und unserer bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren zusammengefasst als zufriedenstellend.


Aufgrund unserer Finanzplanung gehen wir davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Risikotragfähigkeit und die Einhaltung aller bankaufsichtsrechtlichen Kennziffern durchgängig gewährleistet sind.


Ludwigshafen a. Rh., im März 2024


Der Vorstand

Thomas Traue Oliver Kolb Ulli Sauer

Bericht des Verwaltungsrates


Der Verwaltungsrat ist vom Vorstand über alle grundsätzlichen Fragen der Geschäftspolitik und über die Entwicklung sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse der Sparkasse Vorderpfalz unterrichtet worden.


Die nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen in seine Zuständigkeit fallenden Beschlüsse wurden in vier Sitzungen gefasst.


Der Vorstand hat dem Verwaltungsrat den Jahresabschluss für das Jahr 2023 sowie den Lagebericht vorgelegt.


Die Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz hat den Jahresabschluss 2023 sowie den Lagebericht geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.


Der Verwaltungsrat hat in seiner Sitzung vom 27. Juni 2024 von dem Prüfungsergebnis Kenntnis genommen, den Jahresabschluss festgestellt und dem Vorstand Entlastung erteilt.


Aus dem Jahresüberschuss in Höhe von 4.722.897,64 Euro hat der Verwaltungsrat nach § 20 Absatz 1 Sparkassengesetz eine Ausschüttung auf das Stammkapital in Höhe von 1.266.525,78 Euro beschlossen. Der Restbetrag in Höhe von 3.456.371,86 EUR wird der Sicherheitsrücklage zugeführt.


Der Verwaltungsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sparkasse Vorderpfalz für ihre im Jahr 2023 geleistete erfolgreiche Arbeit.

 

Ludwigshafen, 27.06.2024


Der Vorsitzende des Verwaltungsrates


Clemens Körner


Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises

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