Brainlab Corporate Services GmbH
Selbe AdresseErbringung von Dienstleistungen der diagnostischen Bildgebung
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christiane Foellbach seit 30.10.2025 | Prokura |
Tobias Schalkhausser seit 22.4.2025 | Geschäftsführer |
Florian Hoffmann seit 22.8.2017 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Brainlab AGMünchenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2022INHALTSVERZEICHNIS Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzern-Gesamtergebnisrechnung Konzern-Kapitalflussrechnung Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung Konzernanhang Allgemeine Angaben Änderungen von Rechnungslegungsmethoden und Angaben Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Konzernanhangangaben zur Konzernbilanz (1) Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen (2) Vertragssalden (3) Vorräte (4) Sachanlagen (5) Immaterielle Vermögenswerte (6) Geschäfts-oder Firmenwerte (7) Sonstige Vermögenswerte (8) Anteile an assoziierten Unternehmen (9) Unternehmenszusammenschlüsse (10) Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements (11) Finanzinstrumente (12) Verzinsliche Darlehen (13) Leasingverhältnisse (14) Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen (15) Rückstellungen (16) Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Verbindlichkeiten (17) Eigenkapital Konzernanhangangaben zur Konzerngewinn- und Verlustrechnung (18) Erlöse aus Verträgen mit Kunden (19) Herstellungskosten (20) Betriebliche Aufwendungen (21) Sonstige Erträge und Aufwendungen (22) Ertragssteuern (23) Ergebnis je Aktie (24) Angabe zur Kapitalflussrechnung (25) Segmentberichterstattung (26) Eventualverbindlichkeiten (27) Gesamthonorar der Abschlussprüfer (28) Vergütung des Vorstandes, des Aufsichtsrates und Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen (29) Rechtsstreitigkeiten (30) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Zusammengefasster Lagebericht (1) Grundlagen des Brainlab Konzerns (2) Wirtschaftliche Entwicklung (3) Prognosebericht (4) Lagebericht der Brainlab AG (5) Risiko- und Chancenbericht Hinweise und zukunftsgerichtete Informationen Kontakt KonzernbilanzAKTIVA
Ab dem Geschäftsjahr 2021/22 erfolgt eine Aufgliederung der Position "Immaterielle Vermögenswerte" in "Geschäfts- oder Firmenwert", "aktivierte Entwicklungskosten" sowie "sonstige immaterielle Vermögenswerte". Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. PASSIVA
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde die Position "Gewinnvorträge / Verlustvorträge" in "Gewinnrücklage" umbenannt. Der nachfolgende Anhang ist Bestandteil dieser Konzernbilanz. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Der nachfolgende Anhang ist Bestandteil dieser Konzerngewinn- und Verlustrechnung. Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Der nachfolgende Anhang ist Bestandteil dieser Konzerngesamtergebnisrechnung. Konzern-Kapitalflussrechnung
Der nachfolgende Anhang ist Bestandteil dieser Konzernkapitalflussrechnung. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
Es wird darauf hingewiesen, dass die Struktur der Eigenkapitalveränderungsrechnung im Hinblick auf Überschriftenbezeichnungen sowie auch die zeilenweise Aufteilung in "Periodenergebnis", "sonstiges Ergebnis" sowie "Gesamtergebnis" angepasst worden ist. Der nachfolgende Anhang ist Bestandteil dieser Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung. KonzernanhangAllgemeine Angaben Die Brainlab AG und ihre Niederlassungen (im Folgenden "Brainlab", "Gesellschaft" oder "Konzern") entwickeln, produzieren und vertreiben Hard- und Softwaretechnologie für bildgestützte medizinische Verfahren und deren Digitalisierung. Das Produktspektrum der Gruppe konzentriert sich auf drei Bereiche: Chirurgie, Radiochirurgie und Digital Health. Die bildgestützten Chirurgiesysteme von Brainlab liefern hochpräzise chirurgische Informationen in Echtzeit. Diese Systeme lassen sich von einem Einzel-System für einen einzigen Anwendungsbereich bis zum integrierten Operationssaal oder digitalisierte Gesamtintegration für ein Krankenhaus erweitern. Anwendungen der Radiochirurgie ermöglichen eine hochpräzise Behandlungsplanung und Bestrahlung von Tumoren im Kopf, Wirbelsäule und Lunge. Anwendungen von Digital Health, entwickelt als offene, modulare Plattform, erfassen, verwalten und zeigen Patientendaten im Operationssaal an. Weltweit sind öffentliche und private Krankenhäuser, Operationszentren und Universitätskliniken die Hauptkunden des Unternehmens. Die erste Gesellschaft der Brainlab Gruppe wurde am 24. August 1989 gegründet. Der Hauptsitz der heutigen Brainlab AG, eingetragen im Münchner Handelsregister unter HRB 135401 am 24. Januar 2001, befindet sich in der Olof-Palme-Str. 9, 81829 München. Brainlab vertreibt seine Produkte weltweit in über 124 Ländern über Tochterunternehmen in Australien, Brasilien, China, Deutschland, Großbritannien, Hongkong, Indien, Israel, Italien, Japan, Österreich und USA. Der Konzernabschluss der Brainlab AG für das Geschäftsjahr zum 30. September 2022 wurde am 20. Dezember 2022 durch den Vorstand zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Konzernabschluss enthält Vergleichsinformationen über die vorangegangene Berichtsperiode. Änderungen von Rechnungslegungsmethoden und Angaben Neue und geänderte Standards und Interpretationen Folgende Standards und Interpretationen waren für Brainlab zu Beginn des Geschäftsjahres erstmalig anzuwenden:
Für alle erstmalig angewandten Standards und Interpretationen ergaben sich keine wesentlichen Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, noch werden welche erwartet. Die folgenden Rechnungslegungsvorschriften wurden bereits in europäisches Recht übernommen, sind von Brainlab aber noch nicht verpflichtend anzuwenden. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist nicht erfolgt. Diese Rechnungslegungsvorschriften betreffen insbesondere folgende Standards:
Nach aktuellem Erkenntnisstand erwartet Brainlab keine wesentlichen Einflüsse auf die Bilanzierung und Bewertung. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Rechnungslegung nach IFRS Der Konzernabschluss von Brainlab wurde in Übereinstimmung mit den vom IASB herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und Interpretationen, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e (1) HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Grundlagen Der Konzernabschluss wird auf Basis von Anschaffungskosten und Herstellungskosten erstellt. Ausgenommen hiervon sind derivative Finanzinstrumente, das Planvermögen und bestimmte finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Der Konzernabschluss ist in Euro erstellt, die Beträge werden - sofern nicht anders angegeben - auf die nächste Tausenderstelle gerundet (in € '000). Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden vom Konzern für das vergangene Geschäftsjahr und die vorausgegangene Berichtsperiode konsistent angewandt. Ausnahmen sind in diesem Anhang erläutert. Aktiva und Passiva werden je nach Fälligkeit oder Nutzungsdauer in kurzfristige oder langfristige Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten gegliedert. Bei kurzfristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten liegt die Fälligkeit oder Nutzungsdauer unter einem Jahr, bei langfristigen über einem Jahr. Geschäftsjahr Das Geschäftsjahr umfasst die zwölf Monate vor dem Stichtag zum 30. September. Das Geschäftsjahr 2021/22 endete am 30. September 2022 und das Geschäftsjahr 2020/21 am 30. September 2021. Konsolidierungsgrundsätze Der Konzernabschluss beinhaltet die Jahresabschlüsse der Brainlab AG und die ihrer direkten und indirekten Tochterunternehmen zum 30. September 2022. Folgende Gesellschaften sind in den Konzernabschluss der Brainlab AG einbezogen und werden vollkonsolidiert:
Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, vollkonsolidiert. Beherrschung liegt vor, wenn der Konzern unmittelbar oder mittelbar die Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus seiner Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund seiner Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann. Die Vollkonsolidierung endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Folgende Tochterunternehmen wurden erstmals in den Konzernabschluss als vollkonsolidierte Unternehmen einbezogen (siehe Konzernanhangangabe (9)):
Alle Unternehmen wenden einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an. Soweit erforderlich, werden Anpassungen an konzerneinheitliche Rechnungslegungsvorschriften vorgenommen. Alle konzerninternen Vermögenswerte und Schulden, Eigenkapital, Erträge und Aufwendungen sowie Cashflows aus Geschäftsvorfällen, die zwischen Konzernunternehmen stattfinden, werden bei der Konsolidierung vollständig eliminiert. Unternehmenszusammenschlüsse Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, die mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet wird. Die bei einem Unternehmenserwerb erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte sowie die übernommenen Schulden werden beim erstmaligen Ansatz mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile werden mit dem Konzernanteil des zu beizulegenden Zeitwerten bewerteten Eigenkapitals des Tochterunternehmens aufgerechnet. Anschaffungsnebenkosten werden unmittelbar als Aufwand erfasst. Sofern nach der Aufrechnung ein aktiver Unterschiedsbetrag verbleibt, wird dieser als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Erwirbt der Konzern ein Unternehmen, beurteilt er die geeignete Klassifizierung und Designation der finanziellen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten in Übereinstimmung mit den Vertragsbedingungen, wirtschaftlichen Gegebenheiten und am Erwerbszeitpunkt vorherrschenden Bedingungen. Im Zuge dessen wird evaluiert, ob Vereinbarungen über bedingte Zahlungen an Mitarbeiter oder verkaufende Anteilseigner als bedingte Gegenleistung gelten oder als separate Transaktion angesehen werden. Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Eine als Eigenkapital klassifizierte bedingte Gegenleistung wird nicht neu bewertet und die spätere Erfüllung wird im Eigenkapital erfasst. Eine als Vermögenswert oder Schuld klassifizierte bedingte Gegenleistung in Form eines in den Anwendungsbereich von IFRS 9 Finanzinstrumente fallenden Finanzinstruments wird gemäß IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Alle übrigen bedingten Gegenleistungen, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, werden zu jedem Abschlussstichtag erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung basiert auf abgezinsten Cashflows. Die Grundannahmen berücksichtigen die Wahrscheinlichkeit der Erfüllung jedes Erfolgsziels und den Abzinsungsfaktor (siehe Konzernanhangangabe (9), (11) und (16)). Im Falle eines Unternehmenserwerbs kann die Kaufpreisallokation einen wesentlichen Einfluss auf die Bewertung immaterieller Vermögenswerte, den Firmenwert sowie das zukünftige Betriebsergebnis haben. Im Rahmen der Kaufpreisallokation werden Schätzungen und Annahmen getroffen, über zukünftige aus dem erworbenen Vermögen erwartete Zahlungsströme sowie über den angemessenen Diskontierungsfaktor für diese Zahlungsströme. Sollten die zukünftigen Bedingungen von den Erwartungen und Annahmen der Geschäftsführung abweichen, können signifikante Abwertungen des Firmenwerts erforderlich sein. Das Ergebnis des erworbenen Tochterunternehmens wird entsprechend der Konzernzugehörigkeit, d. h. ab dem effektiven Erwerbszeitpunkt (Kontrollerwerb), in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung einbezogen. Nicht beherrschende Anteile Nicht beherrschende Anteile werden zum Erwerbszeitpunkt zunächst mit ihrem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet. In den Folgeperioden werden nicht beherrschende Anteile um die anteilige Veränderung des Eigenkapitals des Tochterunternehmens fortgeschrieben. Die auf konzernfremde Dritte entfallenden Anteile am Eigenkapital werden im Konzernabschluss innerhalb des Konzern-Eigenkapitals unter dem Ausgleichsposten für Anteile ohne beherrschenden Einfluss ausgewiesen. Änderungen des Anteils des Konzerns an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Für den Fall, dass im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses Put-Optionen über verbleibende Anteile nicht beherrschender Gesellschafter vereinbart sind, erfolgt die Bilanzierung unter Anwendung der Present-Access-Methode. Die Verbindlichkeit aus der Put-Option wird bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert des zukünftigen Ausübungspreises bewertet und in den langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten erfasst. Die erstmalige Einbuchung sowie deren Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt erfolgsneutral über das Eigenkapital. Sofern aus den getroffenen Vereinbarungen Ansprüche gegenüber verkaufende Anteilseigner als Mitarbeiter:innen bestehen, die bei Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses verwirken, werden diese separat als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich bilanziert und von der Verbindlichkeit aus Put-Optionen in Abzug gebracht. Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen Das Erstellen des Konzernabschlusses erfordert von der Unternehmensführung Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die sich auf die bilanzierten Beträge für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie auf die Offenlegung von Eventualforderungen und Eventualverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag und die bilanzierten Beträge von Aufwendungen und Erträgen in der Berichtsperiode auswirken. Schätzungen bilden die Grundlage für das Unternehmen, die Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu beurteilen, die nicht aus anderen Quellen ersichtlich sind. Das Unternehmen stützt seine Schätzungen und Beurteilungen auf die Erfahrung aus der Vergangenheit sowie auf weitere Annahmen, von deren Angemessenheit es unter den gegebenen Umständen ausgeht. Veränderungen dieser Annahmen können substanzielle negative Auswirkungen auf die finanzielle Lage, die operativen Ergebnisse und die Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden des Unternehmens in der Zukunft haben. Tatsächliche künftige Ergebnisse können sich von den derzeitigen Annahmen unterscheiden. Die Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf folgende Sachverhalte:
Darüber hinaus sind weitere Bereiche durch Schätzungen beeinflusst, wie z. B. die Nutzungsdauer langfristiger Vermögenswerte und Rückstellungen. Fremdwährungsumrechnung Fremdwährungstransaktionen Der Konzernabschluss ist in Euro erstellt, der funktionalen Währung und Darstellungswährung der Gesellschaft. Transaktionen der Gesellschaft, die in einer Fremdwährung erfolgen, werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Zugangs umgerechnet. Monetäre Posten in Fremdwährung werden zu jedem Bilanzstichtag mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst und in den sonstigen Erträgen bzw. sonstigen Aufwendungen ausgewiesen. Ausländische Geschäftsbetriebe Die funktionale Währung jedes Tochterunternehmens der Gesellschaft ist die jeweilige Landeswährung. Die ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden zu den am Bilanzstichtag gültigen Wechselkursen in die funktionale Währung des Konzerns umgerechnet. Erträge und Aufwendungen sind gem. IAS 21.39 zum Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls umzurechnen. Im Rahmen der praktischen Umsetzung erlaubt IAS 21.40 die vereinfachende Umrechnung zu Monatsdurchschnittskursen. Brainlab wendet diese Vereinfachung an. Differenzen aus der Währungsumrechnung werden direkt auf den separaten Posten "kumuliertes übriges Eigenkapital" innerhalb des Eigenkapitals übergeleitet und wirken sich nicht auf die Gewinn- und Verlustrechnung aus (siehe Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung). Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen Der Posten "Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen" in der Bilanz umfasst den Kassenbestand, Bankguthaben und kurzfristige hoch liquide Einlagen mit einer Laufzeit von maximal drei Monaten, die jederzeit in festgelegte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur einem unwesentlichen Risiko von Wertschwankungen unterliegen. Die Position "Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen" in der Konzernkapitalflussrechnung entspricht den oben genannten Komponenten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Eine Forderung ist der unbedingte Anspruch des Konzerns auf Gegenleistung (d. h., die Fälligkeit tritt automatisch durch Zeitablauf ein). Die Rechnungslegungsmethoden für finanzielle Vermögenswerte werden in Abschnitt "Finanzinstrumente - erstmalige Erfassung und Folgebewertung" erläutert. Vorräte Vorräte umfassen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse, Handelswaren sowie Fertigerzeugnisse. Sie sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert angesetzt. Zur Bewertung des Vorratsvermögens werden Standardpreise herangezogen. Die Standardpreise werden regelmäßig analysiert und bei Bedarf an die aktuellen Bedingungen angepasst. Die Standardpreise für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Handelswaren bestehen aus den direkt zuordenbaren Aufwendungen. Die Standardpreise für Fertigerzeugnisse bestehen darüber hinaus auch aus Material- und Fertigungsgemeinkosten, sowie den Fertigungseinzelkosten. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem Verkaufspreis im normalen Geschäftsgang abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten Vertriebsaufwendungen. Die Vorräte umfassen High-Tech-Teile und Komponenten, die sehr spezialisiert sein können oder die schnell technischer Veralterung unterliegen können. Die Gesellschaft hat einen Prozess zur Optimierung des erforderlichen Lagerbestands und überprüft regelmäßig den verfügbaren Lagerbestand auf überschüssige und veraltete Bestände. Dies basiert hauptsächlich auf historischen Erfahrungswerten und Schätzungen der Nachfrage nach den Produkten der Gesellschaft und damit der Produktion sowie dem Ersatzteilbedarf. Die tatsächliche Nachfrage kann von den Schätzungen abweichen. In diesem Fall ist es möglich, dass die Gesellschaft die Abwertung für Veralterung und Überschüsse über- oder unterschätzt hat. Dies würde einen Einfluss auf das operative Ergebnis haben. Immaterielle Vermögenswerte Zu den immateriellen Vermögenswerten zählen Patente, Rechte, Lizenzen, Marken, erworbene Kundenbeziehungen, aktivierte Entwicklungskosten und Software sowie Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill). Separat und nicht im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen erworbene immaterielle Vermögenswerte werden bei der Erstbewertung zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten von im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Bei immateriellen Vermögenswerten wird zwischen begrenzter und unbegrenzter Nutzungsdauer unterschieden. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung bei gegebenen Anhaltspunkten überprüft. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird mindestens einmal jährlich für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die zukünftigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden das zukünftige Betriebsergebnis beeinflussen. Für immaterielle Vermögenswerte, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird zu jedem Abschlussstichtag eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht länger besteht oder sich verringert hat. Wenn solche Anhaltspunkte vorliegen, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung der Annahmen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Die Wertaufholung ist dahin gehend begrenzt, dass der Buchwert eines Vermögenswerts weder seinen erzielbaren Betrag noch den Buchwert übersteigen darf, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben hätte, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird erfolgswirksam erfasst. Geschäfts- oder Firmenwert Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der Summe aus der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag des Anteils ohne beherrschenden Einfluss und der früher gehaltenen Anteile über die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten des Konzerns bemessen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des erworbenen Reinvermögens die übertragene Gesamtgegenleistung, so beurteilt der Konzern erneut, ob er alle erworbenen Vermögenswerte und alle übernommenen Schulden richtig identifiziert hat, und er überprüft die Verfahren, mit denen die Beträge ermittelt worden sind, die zum Erwerbszeitpunkt ausgewiesen werden müssen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des erworbenen Reinvermögens nach der Neubewertung immer noch die übertragene Gesamtgegenleistung, wird der Unterschiedsbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss erwartungsgemäß profitieren werden (siehe Konzernanhangangabe (6)). Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden. Wenn ein Geschäfts- oder Firmenwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wurde und ein Geschäftsbereich dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung dieses Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. Der Geschäfts- oder Firmenwert unterliegt aufgrund der unbegrenzten Nutzungsdauer keinen laufenden Abschreibungen. Die Gesellschaft überprüft mindestens jährlich den Geschäfts- oder Firmenwert auf Anzeichen für Wertminderungsbedarf. Eine Überprüfung findet ebenfalls dann statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Mögliche Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts im Falle von Anzeichen für Wertminderung werden das zukünftige Betriebsergebnis beeinflussen. Eine mögliche Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrages der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bestimmt, welche dem Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde. Sofern der erzielbare Betrag den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Der erzielbare Betrag wird auf Basis der Berechnung eines Nutzungswertes unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt, die auf vom Management für einen Zeitraum von fünf Jahren erstellten Finanzplänen basieren. Die Annahmen zur Berechnung des Nutzungswertes unterliegen Planungsunsicherheiten des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und Schätzungsunsicherheiten von Abzinsungssätzen und der Wachstumsrate, die der Extrapolation der Cashflow-Prognosen außerhalb des Budgetzeitraums zugrunde gelegt werden. Die Planung des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit unterliegt den allgemeinen Risiken, wie sie sich in einer Geschäftsplanung widerspiegeln, die auf Vergangenheitswerten aufbaut und nach vorne gerichtete Prognosen beinhaltet. Die Abzinsungssätze basieren auf den durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (WACC). Die durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten berücksichtigen sowohl das Fremd- als auch das Eigenkapital der Peergroup. Die Eigenkapitalkosten werden aus der erwarteten Kapitalrendite der Eigenkapitalgeber des Konzerns abgeleitet. Die Fremdkapitalkosten basieren auf Markt-Zinskurven, für die Schuldendienst zu leisten ist. Das branchenspezifische Risiko wird durch die Anwendung von entsprechenden Betafaktoren einbezogen. Die Betafaktoren werden jährlich auf Grundlage der öffentlich zugänglichen Marktdaten ermittelt. Zur Ermittlung eines Abzinsungssatzes vor Steuern wird der Abzinsungssatz um den entsprechenden Betrag und Zeitpunkt künftiger steuerlicher Zahlungsströme bereinigt. Auf Geschäfts- oder Firmenwerte werden keine Wertaufholungen vorgenommen. Forschung und Entwicklung Forschungskosten werden als Aufwand in der Berichtsperiode erfasst, in der sie anfallen. Die mit der Entwicklung verbundenen Aufwendungen werden auf Basis individueller Projekte aktiviert, wenn die Gesellschaft für jedes Projekt die Aktivierungskriterien nach IAS 38.57 - Immaterielle Vermögenswerte - erfüllt. Die Beurteilung beruht auf der Einschätzung des Managements, dass die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn ein Produktentwicklungsprojekt einen bestimmten Meilenstein in einem bestehenden Projektmanagementmodell erreicht hat. Für Zwecke der Ermittlung der zu aktivierenden Beträge trifft das Management Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus dem Projekt, die anzuwendenden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses des erwarteten zukünftigen Nutzens. Nach der Aktivierungsperiode wird der Vermögenswert zu Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und eventueller kumulierter außerordentlicher Abschreibungen geführt. Die Abschreibung für die einzelnen Projekte beginnt jeweils im Monat der Fertigstellung. Während der Entwicklungsphase wird mindestens jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Abschreibungen immaterielle Vermögenswerte Mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts und den laufenden Entwicklungen unterliegen die immateriellen Vermögenswerte einer begrenzten Nutzungsdauer und werden entweder abhängig von der Absatzmenge oder linear über folgende Zeiträume abgeschrieben:
Sachanlagen Sachanlagen werden mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt und über die geschätzte Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Anschaffungs- und Herstellungskosten beinhalten den zum Erwerb oder zur Herstellung einer Sachanlage entrichteten Betrag alle direkt zurechenbaren Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert in den erforderlichen betriebsbereiten Zustand zu bringen sowie die erstmalig geschätzten Kosten für den Abbruch und die Beseitigung des Gegenstandes. Mietereinbauten werden über den kürzeren Zeitraum aus der Dauer des Mietvertrages und der geschätzten Nutzungsdauer linear abgeschrieben.
Für den Buchwert von Sachanlagen wird ein Test auf Wertminderung durchgeführt, wenn Anzeichen bestehen, dass der Buchwert nicht mehr marktgerecht ist. Wenn Vermögenswerte veräußert oder entsorgt werden müssen, werden deren historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach Abzug der kumulierten Abschreibungen und etwaiger Wertminderungen aus der Bilanz ausgebucht. Der aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten (außer Demo-, Leih- und Leasingsystemen) resultierende Gewinn oder Verlust wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter "Sonstige Erträge" und "Sonstige Aufwendungen" erfasst. Die Aufwendungen für Wartung und Reparaturen werden als Aufwand in der Berichtsperiode verbucht, in der sie anfallen. Umsätze aus Verkäufen von Demo-, Leih- und Leasingsystemen werden als Erlöse, ihr Buchwert als Materialaufwand, gebucht. Fremdkapitalkosten werden als Aufwand erfasst. Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen Die Gesellschaft überprüft den erzielbaren Betrag der Buchwerte ihrer langfristigen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen bei Anzeichen auf Wertminderungsbedarf. Während der Entwicklungsphase wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Ist der Wertverlust größer als die in der Abschreibung ausgedrückte Minderung, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Gemäß IAS 36 - Wertminderung von Vermögenswerten - ist ein Wertminderungsaufwand zu erfassen, wann immer der Buchwert eines Vermögenswertes den höheren Betrag aus Nettoveräußerungspreis oder Nutzungswert übersteigt. Der Nettoveräußerungspreis ist der durch den Verkauf des Vermögenswertes in einer Transaktion zu Marktbedingungen erzielbare Betrag nach Abzug der Veräußerungskosten. Der Nutzungswert ist der Barwert der geschätzten künftigen Zahlungsströme, die aus der fortgesetzten Nutzung des Vermögenswertes und seinem Abgang am Ende seiner Nutzungsdauer erwartet werden. Ein entstandener Wertminderungsaufwand wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter "Aufwendungen für Forschung und Entwicklung" bzw. "Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten" verbucht. Wenn die Gründe für eine Wertminderung hinfällig werden, wird die Wertaufholung als Ertrag erfasst. Leasingverhältnisse Der Konzern beurteilt bei Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Leasingnehmer Der Konzern erfasst und bewertet alle Leasingverhältnisse (mit Ausnahme von kurzfristigen Leasingverhältnissen und Leasingverhältnissen, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist) nach einem einzigen Modell. Er erfasst Verbindlichkeiten zur Leistung von Leasingzahlungen und Nutzungsrechte für das Recht auf Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswerts. Nutzungsrechte Der Konzern erfasst Nutzungsrechte zum Bereitstellungsdatum (d. h. zum Zeitpunkt, an dem der zugrunde liegende Leasinggegenstand zur Nutzung bereitsteht). Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet und um jede Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten berichtigt. Die Kosten von Nutzungsrechten beinhalten die erfassten Leasingverbindlichkeiten, die entstandenen anfänglichen direkten Kosten sowie die bei oder vor der Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen abzüglich aller etwaigen erhaltenen Leasinganreize. Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit und erwarteter Nutzungsdauer der Leasingverhältnisse wie folgt abgeschrieben. Der Konzern hat Leasingverträge für Gebäude, Fahrzeuge und Betriebs- und Geschäftsausstattung, die er in seinem Betrieb einsetzt, abgeschlossen. Leasingverträge für Gebäude haben Laufzeiten zwischen zwei und neunzehn Jahren. Bei Kraftfahrzeugen und Betriebs- und Geschäftsausstattung liegt die Laufzeit zwischen zwei und neun Jahren. Die Verpflichtungen des Konzerns aus seinen Leasingverträgen sind durch das Eigentum des Leasinggebers an den Leasinggegenständen besichert. Wenn das Eigentum an dem Leasinggegenstand am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern übergeht oder in den Kosten die Ausübung einer Kaufoption berücksichtigt ist, werden die Abschreibungen anhand der erwarteten Nutzungsdauer des Leasinggegenstands ermittelt. Der Konzern bestimmt die Laufzeit des Leasingverhältnisses unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option ausüben wird, oder der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option nicht ausüben wird. Der Konzern hat mehrere Leasingverträge abgeschlossen, die Verlängerungsoptionen enthalten. Er trifft bei der Beurteilung, ob hinreichende Sicherheit besteht, dass die Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ausgeübt oder nicht ausgeübt wird, Ermessensentscheidungen. Dabei werden alle relevanten Faktoren in Betracht gezogen, die für ihn einen wirtschaftlichen Anreiz darstellen, die Verlängerungsoption auszuüben. Nach dem Bereitstellungsdatum bestimmt der Konzern die Laufzeit des Leasingverhältnisses erneut, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine Änderung von Umständen eintritt, das bzw. die innerhalb seiner Kontrolle liegt und sich darauf auswirkt, ob er die Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ausüben wird oder nicht (z. B. Durchführung von wesentlichen Mietereinbauten oder wesentliche Anpassung des zugrunde liegenden Vermögenswerts). Der Konzern hat die Verlängerungsoption in der Laufzeit von Leasingverträgen für ein Gebäude (d. h. Verlängerung um drei Jahre) berücksichtigt. Die Verlängerungszeiträume in Leasingverträgen für andere Gebäude sind nicht in der Leasinglaufzeit berücksichtigt, da nicht hinreichend sicher ist, ob die Verlängerungsoptionen ausgeübt werden. Am Ende der Laufzeit werden Verhandlungen stattfinden. Für Einzelheiten zu den möglichen künftigen Leasingzahlungen für Zeiträume nach dem Ausübungszeitpunkt der Verlängerungsoptionen wird auf Konzernanhangangabe (13) verwiesen. Leasingverbindlichkeiten Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern die Leasingverbindlichkeiten zum Barwert der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen. Die Leasingzahlungen beinhalten feste Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen) abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind und Beträge, die voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien entrichtet werden müssen. Die Leasingzahlungen umfassen ferner den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn hinreichend sicher ist, dass der Konzern sie auch tatsächlich wahrnehmen wird, und Strafzahlungen für eine Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Konzern die Kündigungsoption wahrnehmen wird. Der Konzern verfügt über keine Leasingverträge mit variablen Leasingzahlungen in Abhängigkeit von der Nutzung des Leasinggegenstandes. Der Konzern verfügt über keine Kündigungsoptionen. Mehrere Leasingverträge enthalten Verlängerungsoptionen (siehe Konzernanhangangabe (13)). Bei der Berechnung des Barwerts der Leasingzahlungen verwendet der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz zum Bereitstellungsdatum, da der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann. Der Grenzfremdkapitalzinssatz ist der Zinssatz, den der Konzern zahlen müsste, wenn er für eine vergleichbare Laufzeit mit vergleichbarer Sicherheit die Mittel aufnehmen würde, die er in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld für einen Vermögenswert mit einem dem Nutzungsrecht vergleichbaren Wert benötigen würde. Der Grenzfremdkapitalzinssatz spiegelt somit die Zinsen wider, die der Konzern "zu zahlen hätte". Wenn keine beobachtbaren Zinssätze verfügbar sind (z. B. bei Tochterunternehmen, die keine Finanzierungsgeschäfte abschließen) oder wenn der Zinssatz angepasst werden muss, um die Bedingungen des Leasingverhältnisses abzubilden (z. B., wenn dieses nicht in der funktionalen Währung des Tochterunternehmens abgeschlossen wurde), muss der Grenzfremdkapitalzinssatz geschätzt werden. Der Konzern schätzt den Grenzfremdkapitalzinssatz anhand beobachtbarer Inputfaktoren (z. B. Marktzinssätze), sofern diese verfügbar sind, und muss bestimmte unternehmensspezifische Schätzungen vornehmen (z. B. Einzelbonitätsbewertung des Tochterunternehmens). In solchen Fällen setzt der Konzern auf einem risikofreien Zins für den deutschen Markt auf. Dementsprechend errechnet er einen gebietsspezifischen Aufschlag. Die Zinssätze berechnet der Konzern für die verschiedenen Laufzeitbänder gebietsspezifisch. Nach dem Bereitstellungsdatum wird der Betrag der Leasingverbindlichkeiten erhöht, um dem Zinsaufwand Rechnung zu tragen, und verringert, um den geleisteten Leasingzahlungen Rechnung zu tragen. Zudem wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeiten bei Änderungen des Leasingverhältnisses, Änderungen der Laufzeit des Leasingverhältnisses, Änderungen der Leasingzahlungen (z. B. Änderungen künftiger Leasingzahlungen infolge einer Veränderung des zur Bestimmung dieser Zahlungen verwendeten Index oder Zinssatzes) oder bei einer Änderung der Beurteilung einer Kaufoption für den zugrunde liegenden Vermögenswert neu bewertet. Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt Der Konzern wendet auf seine kurzfristigen Leasingverträge über Maschinen und Ausrüstung die Ausnahmeregelung für kurzfristige Leasingverhältnisse (d. h. Leasingverhältnisse, deren Laufzeit ab dem Bereitstellungsdatum maximal zwölf Monate beträgt und die keine Kaufoption enthalten) an. Er wendet außerdem auf Leasingverträge über Büroausstattungsgegenstände, die als geringwertig eingestuft werden, die Ausnahmeregelung für Leasingverhältnisse an. Dies betrifft Vermögenswerte mit einem Wert von bis zu € 5 Tausend. Leasingzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst. Finanzinstrumente - erstmalige Erfassung und Folgebewertung Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und beim anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzielle Vermögenswerte Erstmaliger Ansatz und Bewertung Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte für die Folgebewertung entweder als "zu fortgeführten Anschaffungskosten", als "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis" oder als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" klassifiziert. Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte bei der erstmaligen Erfassung hängt von den Eigenschaften der vertraglichen Cashflows der finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung seiner finanziellen Vermögenswerte ab. Mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten, bewertet der Konzern einen finanziellen Vermögenswert zu seinem beizulegenden Zeitwert sowie im Falle eines finanziellen Vermögenswerts, der nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, zuzüglich der Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten, werden mit dem gemäß IFRS 15 ermittelten Transaktionspreis bewertet. In diesem Zusammenhang wird auf die Rechnungslegungsmethoden in Abschnitt "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" verwiesen. Sofern der beizulegende Zeitwert von in der Bilanz erfassten finanziellen Vermögenswerten nicht mit Hilfe von Daten eines aktiven Marktes bestimmt werden kann, wird er unter Verwendung von Bewertungsverfahren ermittelt. Die in das Modell eingehenden Input-Parameter stützen sich, soweit möglich, auf beobachtbare Marktdaten. Ist dies nicht möglich, unterliegt die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte Ermessensentscheidungen. Änderungen der Annahmen bezüglich dieser Faktoren könnten sich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert der Finanzinstrumente auswirken. Für weitere Erläuterung wird auf Konzernanhangangabe (7) und (11) verwiesen. Damit ein finanzieller Vermögenswert als "zu fortgeführten Anschaffungskosten" oder "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet" klassifiziert und bewertet werden kann, dürfen bei gegebenem Geschäftsmodell die Cashflows ausschließlich aus Tilgungs- und Zinszahlungen (solely payments of principal and interest - SPPI) auf den ausstehenden Kapitalbetrag bestehen. Diese Beurteilung wird als SPPI-Test bezeichnet und auf der Ebene des einzelnen Finanzinstruments durchgeführt. Das Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung seiner finanziellen Vermögenswerte spiegelt wider, wie ein Unternehmen seine finanziellen Vermögenswerte steuert, um Cashflows zu generieren. Je nach Geschäftsmodell entstehen die Cashflows durch die Vereinnahmung vertraglicher Cashflows, den Verkauf der finanziellen Vermögenswerte oder durch beides. Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert und bewertet werden, werden im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows zu halten. Finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis klassifiziert und bewertet werden, werden demgegenüber im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht. Käufe oder Verkäufe finanzieller Vermögenswerte, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt wird (marktübliche Käufe), werden am Handelstag erfasst, d. h. an dem Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist. Der Konzern stuft seine Schuld- und Eigenkapitalinstrumente in eine der folgenden Bewertungskategorien ein:
Folgebewertung Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente) Der Konzern bewertet finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und sind auf Wertminderungen zu überprüfen. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht, modifiziert oder wertgemindert wird. Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte des Konzerns enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) Beim erstmaligen Ansatz kann der Konzern unwiderruflich die Wahl treffen, seine Eigenkapitalinstrumente als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Eigenkapitalinstrumente zu klassifizieren, wenn sie die Definition von Eigenkapital nach IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung erfüllen und nicht zu Handelszwecken gehalten werden. Die Klassifizierung erfolgt einzeln für jedes Instrument. Gewinne und Verluste aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden niemals in die Gewinn- und Verlustrechnung gegliedert. Dividenden werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiger Ertrag erfasst, wenn der Rechtsanspruch auf Zahlung besteht, es sei denn, durch die Dividenden wird ein Teil der Anschaffungskosten des finanziellen Vermögenswerts zurückerlangt. In diesem Fall werden die Gewinne im sonstigen Ergebnis erfasst. Der Konzern weist ein nicht börsennotiertes Eigenkapitalinstrument in dieser Kategorie aus. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Die Gruppe der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte enthält
Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung oder des Rückkaufs in der nahen Zukunft erworben werden. Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrumente designiert wurden und als solche effektiv sind. Finanzielle Vermögenswerte mit Cashflows, die nicht ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen, werden unabhängig vom Geschäftsmodell als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert und entsprechend bewertet. Ungeachtet der vorstehend erläuterten Kriterien zur Klassifizierung von Schuldinstrumenten in die Kategorien "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" oder "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet" können Schuldinstrumente beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden, wenn dadurch eine Rechnungslegungsanomalie beseitigt oder signifikant verringert würde. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts saldiert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Diese Kategorie umfasst derivative Finanzinstrumente, bei denen sich der Konzern nicht unwiderruflich dafür entschieden hat, sie als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet zu klassifizieren sowie Schuldinstrumente, deren Cashflows nicht ausschließlich aus Tilgungs- und Zinszahlungen (solely payments of principal and interest - SPPI) auf den ausstehenden Kapitalbetrag bestehen. Ein Derivat, das in einen hybriden Vertrag eingebettet ist, der einen finanziellen Vermögenswert als Basisvertrag enthält, wird nicht separat bilanziert. Der als Basisvertrag fungierende finanzielle Vermögenswert und das eingebettete Derivat sind in ihrer Gesamtheit als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte zu klassifizieren. Ansatz und Ausbuchung Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d. h. zu dem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermögenswerten auslaufen oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten wendet der Konzern eine vereinfachte Methode zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste an. Daher verfolgt er Änderungen des Kreditrisikos nicht nach, sondern erfasst stattdessen zu jedem Abschlussstichtag eine Risikovorsorge auf der Basis der erwarteten Kreditausfälle für die Gesamtlaufzeit. Der Konzern hat eine Wertberichtigungsmatrix erstellt, die auf seiner bisherigen Erfahrung mit Kreditverlusten basiert und um zukunftsbezogene Faktoren, die für die Kreditnehmer und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spezifisch sind, angepasst wurde. Die Wertberichtigungsquoten werden auf der Grundlage der Überfälligkeitsdauer in Tagen für verschiedene (nach Kriterien wie der geografischen Region, der Produktart, dem Kundentyp und der Bonitätseinstufung sowie der Abdeckung durch ein Akkreditiv oder eine andere Form der Kreditversicherung) zu Gruppen zusammengefasste Kundensegmente mit ähnlichen Ausfallmustern bestimmt. Die Wertberichtigungstabelle basiert anfänglich auf den historischen Ausfallquoten des Konzerns. Anschließend kalibriert der Konzern die Tabelle, um seine historischen Kreditausfälle an zukunftsbezogene Informationen anzupassen. Wenn beispielsweise davon ausgegangen wird, dass sich prognostizierte wirtschaftliche Rahmenbedingungen (wie das Bruttoinlandsprodukt) im Laufe des kommenden Jahres verschlechtern, was zu einem Anstieg der Kreditausfälle in der verarbeitenden Industrie führen kann, dann werden die historischen Ausfallquoten angepasst. Zu jedem Abschlussstichtag werden die historischen Ausfallquoten aktualisiert und Änderungen der zukunftsbezogenen Schätzungen analysiert. Die Beurteilung des Zusammenhangs zwischen historischen Ausfallquoten, prognostizierten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und erwarteten Kreditausfällen stellt eine wesentliche Schätzung dar. Die Höhe der erwarteten Kreditausfälle hängt von Änderungen der Umstände und den prognostizierten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Die historischen Kreditausfälle des Konzerns und die Prognose der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind möglicherweise nicht repräsentativ für die tatsächlichen Ausfälle der Kunden in der Zukunft. Weitere Einzelheiten zur Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten siehe Konzernanhangangabe (2). Finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz als finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als Darlehen, als Verbindlichkeiten oder als Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind, klassifiziert. Sämtliche finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet, im Fall von Darlehen und Verbindlichkeiten abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten, verzinsliche Darlehen und Inanspruchnahmen, Leasingverbindlichkeiten, derivative Finanzinstrumente sowie aus Unternehmenserwerben resultierende bedingte Gegenleistungen. Die Folgebewertung von finanziellen Verbindlichkeiten hängt von deren Klassifizierung ab: Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" klassifiziert werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden als "zu Handelszwecken gehalten" klassifiziert, wenn sie für Zwecke des Rückkaufs in der nahen Zukunft eingegangen wurden. Diese Kategorie umfasst auch vom Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente, die nicht als Sicherungsinstrumente in Sicherungsbeziehungen gemäß IFRS 9 designiert sind. Getrennt erfasste eingebettete Derivate werden ebenfalls als "zu Handelszwecken gehalten" eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrumente designiert wurden und als solche effektiv sind. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam erfasst. Die Einstufung finanzieller Verbindlichkeiten als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet", erfolgt zum Zeitpunkt ihrer erstmaligen Erfassung, sofern die Kriterien gemäß IFRS 9 erfüllt sind. Der Konzern hat die bedingten Gegenleistungen aus den Unternehmenszusammenschlüssen als finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" klassifiziert (siehe Konzernanhangangabe (9) und (11)). Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Nach der erstmaligen Erfassung werden verzinsliche Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen mittels der Effektivzinsmethode. Weiterhin werden die Leasingverbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (siehe Konzernanhangangabe (13)). Ausbuchung Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die ihr zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell anderen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, so wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst. Derivative Finanzinstrumente Die Gesellschaft setzt derivative Finanzinstrumente wie Zinsswaps, Devisentermingeschäfte und Optionen ein, um sich gegen Änderung des Zinsniveaus und Wechselkursschwankungen abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft und mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften bzw. Zinsswaps wird unter Bezugnahme auf die aktuellen Devisenterminkurse bzw. Zinsen für Kontrakte mit ähnlichen Fälligkeitsstrukturen ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Optionen wird unter Bezugnahme auf die Marktwerte ähnlicher Instrumente ermittelt. Die Gesellschaft wendet kein Hedge-Accounting an. Sämtliche unrealisierte Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Positionen "Sonstige Aufwendungen" und "Sonstige Erträge" erfasst. Saldierung von Finanzinstrumenten Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und der Nettobetrag in der Konzernbilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen Es bestehen leistungsorientierte Pensionspläne gemäß IAS 19R - Leistungen an Arbeitnehmer, die in Form von Direktzusagen und Unterstützungskassenzusagen durchgeführt werden. Zur Abbildung dieser Pensionspläne wird jährlich ein Gutachten von unabhängigen Versicherungsmathematikern unter Anwendung der Methode der laufenden Einmalprämien erstellt. Die Nettoverpflichtung ergibt sich aus dem geschätzten Betrag der künftigen Leistung, den sich Arbeitnehmer mit ihrem Dienst in der laufenden und in vorangegangenen Berichtsperioden verdient haben. Die Leistung wird zur Ermittlung des Barwertes abgezinst. Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens wird mit der korrespondierenden Verpflichtung saldiert. Zum Bilanzstichtag weist Brainlab ein leistungsorientierter Vermögenswert aus. Die Beiträge für Pensionspläne sind im Personalaufwand enthalten. Neubewertungen, im Wesentlichen die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, werden in der Berichtsperiode, in der sie anfallen, in voller Höhe in der Bilanz erfasst und innerhalb des Sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ausgewiesen. Der Zinssatz, der zur Diskontierung der Verpflichtungen für die nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu erbringenden Leistungen sowie zur Verzinsung des Planvermögens herangezogen wird, ist auf der Grundlage der Renditen zu bestimmen, die am Abschlussstichtag für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen am Markt erzielt werden. Die Nettozinsen werden durch Anwendung dieses Zinssatzes auf den Saldo aus leistungsorientierter Verpflichtung und Planvermögen ermittelt und im Finanzergebnis ausgewiesen. Pensionsverpflichtungen werden unter Berücksichtigung der biometrischen Rechnungsgrundlagen gemäß der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Zusätzlich bestehen beitragsorientierte Pensionspläne im Wege der Direktversicherung, die direkt als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden. Es besteht ein langfristiger steuerlich begünstigter Plan (409 A) für Beschäftigte. Die Verbindlichkeiten und Forderungen werden äquivalent zum Zeitwert eingebucht. Aus dem Bonusplan entstehen keine Verbindlichkeiten, die vom Zeitwert des Planvermögens abweichen. Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20.7 erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Zuwendungen werden als sonstiger Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Erlöse aus Verträgen mit Kunden Die Anwendung von IFRS 15 erfordert einen fünfstufigen Ansatz:
Die Erlöse aus Verträgen mit Kunden beinhalten den Verkauf von Produkten (Hardware und Software), von Dienstleistungen (Beratung, Schulung und Wartung) und von Mehrkomponentengeschäften, die aus der Lieferung mehrerer Einzelprodukte und / oder Dienstleistungen (Fertigungsaufträge) bestehen können. Des Weiteren werden Erlöse aus Lizenzverträgen (Nutzungs- / Zugriffsrechte an Hard- und / oder Softwarekomponenten) sowie Software-as-a-Service-Verträgen und Erlöse aus Entwicklungsaufträgen in den Umsatzerlösen erfasst. Daraus ergeben sich mehrere abgrenzbare Leistungsverpflichtungen, die unter IFRS 15 jeweils separat zu betrachten sind. Verträge über den gebündelten Verkauf von Produkten und Dienstleistungen bestehen aus (mindestens) zwei Leistungsverpflichtungen, da die Zusagen zur Übertragung von Systemen und zur Erbringung von Dienstleistungen eigenständig abgrenzbar und separat identifizierbar sind. Demzufolge teilt der Konzern den Transaktionspreis auf der Basis der relativen Einzelveräußerungspreise des Systems und der Dienstleistung auf. Zudem muss bei den unterschiedlichen Leistungsverpflichtungen zwischen Umsatzrealisierung zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen Zeitraum unterschieden werden. Umsatzrealisierung zu einem bestimmten Zeitpunkt Brainlab erfasst die Erlöse aus dem Verkauf von Hardware, sobald die Verfügungsgewalt über den Vermögenswert auf den Kunden übertragen wurde. Umsatzerlöse aus Lizenzierungen für Nutzungsrechte an Softwarekomponenten werden zeitpunktbezogen bei Vertragserfüllung realisiert. Im Falle von Verkäufen über zertifizierte Distributoren findet der Kontrollübergang bereits bei Lieferung statt. Wird beim Verkauf eines Produktes die Installation bei dem Kunden als wesentlicher Bestandteil vereinbart, werden die Erlöse und Wareneinsatzkosten bei Fertigstellung der Installation realisiert. Umsatzrealisierung über einen Zeitraum - Erbringen von Dienstleistungen Der Konzern erbringt Dienstleistungen, die entweder einzeln oder im Bündel gemeinsam mit dem Verkauf von Produkten an Kunden veräußert werden. Umsatzerlöse aus Dienstleistungen werden bei Erbringung der Dienstleistung verbucht. Erlöse aus Dienstleistungsverträgen werden über die Vertragslaufzeit linear erfasst. Umsatzerlöse aus Lizenzierungen für Zugriffsrechte auf Softwarekomponenten und eine 24 Stunden Hotline sowie Software-as-a-Service-Leistungen werden unter Berücksichtigung der vertraglich vereinbarten Laufzeit zeitraumbezogen linear realisiert. Umsatzrealisierung über einen Zeitraum - Produktentwicklungen gemäß Fertigstellungsgrad Umsätze aus Kundenverträgen, die die Entwicklung von Produkten der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betreffen, werden gemäß der Bestimmung des Leistungsfortschritts gegenüber der vollständigen Erfüllung einer Leistungsverpflichtung realisiert, sofern das Unternehmen den Fortschritt angemessen messen kann. Als Fortschrittsmessmethode wendet das Unternehmen die inputbasierte Methode (z. B. erbrachte Arbeitsstunden im Vergleich zu geplanten Gesamt-Arbeitsstunden) an. Bei der Bestimmung des Leistungsfortschritts wird das Ziel verfolgt, die Leistung des Unternehmens bei der Übertragung der Verfügungsgewalt über die einem Kunden zugesagten Güter oder Dienstleistungen darzustellen. Am Ende jeder Berichtsperiode hat das Unternehmen erneut zu messen, welche Fortschritte es bei einer über einen bestimmten Zeitraum vollständig zu erfüllenden Leistungsverpflichtung erzielt hat. Vertragssalden Vertragsvermögenswerte Ein Vertragsvermögenswert ist der Anspruch auf den Erhalt einer Gegenleistung im Austausch für Güter oder Dienstleistungen, die auf einen Kunden übertragen wurden. Kommt der Konzern seinen vertraglichen Verpflichtungen durch Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden nach, bevor der Kunde die Gegenleistung entrichtet oder bevor die Zahlung fällig wird, wird ein Vertragsvermögenswert für den bedingten Anspruch auf Gegenleistung erfasst. Die als langfristig ausgewiesenen Vertragsvermögenswerte werden diskontiert. Vertragsverbindlichkeiten Eine Vertragsverbindlichkeit ist die Verpflichtung des Konzerns, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die er von diesem eine Gegenleistung erhalten hat bzw. noch erhält. Zahlt ein Kunde eine Gegenleistung, bevor der Konzern Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, wird eine Vertragsverbindlichkeit erfasst, wenn die Zahlung geleistet oder fällig wird (je nachdem, welches von beidem früher eintritt). Vertragsverbindlichkeiten werden als Erlöse erfasst, sobald der Konzern seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt. Die als langfristig ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten werden diskontiert. Kosten der Vertragsanbahnung Der Konzern zahlt seinen Beschäftigten Verkaufsprovisionen für jeden Vertrag, den sie für den gebündelten Verkauf von Ausrüstung und Installationsdienstleistungen gewinnen. Diese Verkaufsprovisionen werden zeitgleich mit dem Zeitpunkt der Umsatzrealisierung aufwandswirksam erfasst. In den Fällen, wo bereits die Zahlung von Verkaufsprovisionen erfolgte, der Erlös des zugrundeliegenden Kundenauftrags noch nicht erfolgswirksam realisiert wurde, erfolgt die Bilanzierung der geleisteten Verkaufsprovision als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten, der in den sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerten enthalten ist. Verkaufsprovisionen für den Abschluss von servicetechnischen Wartungsverträgen werden aus Gründen der Praktikabilität sofort aufwandswirksam erfasst. Rückstellungen Allgemein Eine Rückstellung wird in der Bilanz ausgewiesen, wenn die Gesellschaft eine gesetzliche oder faktische Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von finanziellen Ressourcen führen wird und wenn der Betrag der Verpflichtung verlässlich ermittelt werden kann. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet, wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand aus der Bildung der Rückstellung wird, unter Berücksichtigung der Abzinsung von langfristigen Rückstellungen, in der Gewinn- und Verlustrechnung abzüglich etwaiger Erstattungen ausgewiesen. Rückstellung für Gewährleistungsverpflichtungen Die Gesellschaft bildet bei Erfassung der Umsatzerlöse Rückstellungen für die Kosten der Produktgewährleistung. Die Kosten der Produktgewährleistung werden aufgrund der bisherigen Erfahrungen der Gesellschaft und der speziellen Bestimmung der Produktanforderungen ermittelt. Ertragsteuern Als Ertragsteuern sind alle in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Innerhalb der Steuerforderungen sowie der Steuerverbindlichkeiten werden neben den Ertragssteuerforderungen und -verbindlichkeiten auch sonstige Steuern (unter anderem Umsatzsteuer und Lohnsteuer) ausgewiesen. Tatsächliche Ertragsteuern Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerverbindlichkeiten für die laufende und die früheren Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Zur Berechnung des Betrages werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Die tatsächlichen Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen und Vorschriften des Jahres berechnet. Darüber hinaus beinhalten die im Geschäftsjahr ausgewiesenen tatsächlichen Steuern auch Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuerzahlungen bzw. - erstattungen für noch nicht endgültig veranlagte Jahre, allerdings ohne Zinszahlungen bzw. Zinserstattungen und Strafen auf Steuernachzahlungen. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerverbindlichkeiten gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung (Erwartungswert bzw. wahrscheinlichster Wert der Steuerunsicherheit). Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass sie realisiert werden können. Nur bei Bestehen eines steuerlichen Verlustvortrags oder einer ungenutzten Steuergutschrift wird keine Steuerverbindlichkeit oder Steuerforderung für diese unsicheren Steuerpositionen bilanziert, sondern stattdessen die aktive Latenz für die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften angepasst. Latente Steuern Latente Steuern resultieren aus temporären Differenzen am Bilanzstichtag, die aus den Unterschieden zwischen dem für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten angesetzten steuerlichen Wert und dem Buchwert in der Bilanz entstehen. Latente Steueransprüche für alle abzugsfähigen temporären Differenzen und ungenutzte steuerliche Verlustvorträge sind in solchem Maße ausgewiesen, als es für wahrscheinlich gilt, dass der zu versteuernde Gewinn herangezogen werden kann und damit abzugsfähige temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge genutzt werden können. Steuerforderungen oder Steuerverbindlichkeiten, die sich aus Investitionen in Tochterunternehmen oder verbundene Unternehmen ergeben, werden in solchem Umfang ausgewiesen, als es für wahrscheinlich gilt, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zukunft umkehren und ein zu versteuernder Gewinn zur Gegenrechnung zur Verfügung steht. Aktive oder passive latente Steuern, die mit den entsprechenden Steuersätzen der Niederlassungen gerechnet werden, sind in der Bilanz als langfristige Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten erfasst. Veränderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht. Für steuerliche Verlustvorträge werden aktive latente Steuern nur angesetzt, wenn ihre Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern ebenfalls im Eigenkapital erfasst. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag gelten. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf die Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen und von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene latente Steuervorteile, die die Kriterien für einen gesonderten Ansatz zum Zeitpunkt des Erwerbs nicht erfüllen, werden in Folgeperioden angesetzt. Dieser Ansatz erfolgt nur, wenn sich dies aus neuen Informationen über Fakten und Umstände, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden, ergibt. Die Anpassung wird entweder als Minderung des Geschäfts- oder Firmenwerts behandelt, sofern diese während des Bewertungszeitraums entsteht (und solange sie den Geschäfts- oder Firmenwert nicht übersteigt), oder im Ergebnis berücksichtigt. Konzernanhangangaben zur Konzernbilanz (1) Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich wie folgt zusammen:
(2) Vertragssalden Die aktivischen Vertragssalden setzen sich aus folgenden Bilanzpositionen zusammen:
Durch den Erwerb der Tochterunternehmen erhöhen sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um € 1.390 Tausend und die Vertragsvermögenswerte um € 0 Tausend. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von € 270 Tausend (Vj. € 112 Tausend) und bei Vertragsvermögenswerten in Höhe von € 235 Tausend (Vj. € 94 Tausend) erfasst. Zum 30. September 2022 und 2021 stellt sich die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die überfällig, aber nicht wertgemindert sind, wie folgt dar:
Bestehen objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung, ergibt sich die Höhe des Wertminderungsverlusts als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswertes und dem Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsströme, mit Ausnahme erwarteter künftiger, noch nicht eingetretener Kreditausfälle. Der Buchwert des Vermögenswertes wird unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert und der Wertminderungsverlust erfolgswirksam erfasst. Forderungen werden einschließlich der damit verbundenen Wertberichtigungen ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden und sämtliche Sicherheiten in Anspruch genommen und verwertet wurden. Erhöht oder verringert sich die Höhe eines geschätzten Wertminderungsaufwands in einer folgenden Berichtsperiode aufgrund eines Ereignisses, das nach der Erfassung der Wertminderung eintrat, wird der früher erfasste Wertminderungsaufwand durch Anpassung des Wertberichtigungskontos erfolgswirksam erhöht oder verringert. Zwischen der Brainlab Inc., der Brainlab Sales GmbH, der Brainlab AG und einer Bank besteht ein Factoringvertrag mit einem Rahmen von € 7,0 Millionen, der zum 30. September 2022 mit € 5,8 Millionen in Anspruch genommen wurde. Die Brainlab AG fungiert als Agent und ist durchleitende Stelle für das Factoring dieser Tochtergesellschaften. Sie hält eine Ausfallreserve vor und haftet für deren Zahlungsverpflichtungen. Die Entwicklung des Wertberichtigungen stellt sich wie folgt dar:
Die Ermittlung der Entwicklung der Wertberichtigungen erfolgt seit dem Geschäftsjahr 2021/22 auf Basis der entsprechenden Aufwands- und Ertragskonten. Die Zahlen der Vorjahresperiode wurden aus Gründen der Vergleichbarkeit angepasst. Die passivischen Vertragssalden setzen sich aus folgenden Bilanzpositionen zusammen:
(3) Vorräte
Die pauschalierte Einzelwertberichtigung der Vorräte im Hinblick auf die Verwertbarkeit und Lagerdauer beträgt für das Geschäftsjahr 2021/22 € 9.505 Tausend (Vj. € 8.733 Tausend). Der Anstieg der Vorräte ist im Wesentlichen auf die Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2021/22 sowie auf Bevorratungen zur Vermeidung von Lieferengpässen zurückzuführen. Innerhalb der Roh-. Hilfs- und Betriebsstoffe und unfertigen Erzeugnissen können Teile enthalten sein, die für eine direkte unveränderte Abgabe an Kunden freigegeben sind. In Fertigerzeugnissen und Handelswaren sind ebenso Teile enthalten, die zusätzlich zur direkten Abgabe an Kunden auch im Rahmen der Montage von Endprodukten verwendet werden. (4) Sachanlagen
Die sonstige Ausstattung setzt sich im Wesentlichen aus technischer Ausstattung bzw. technischen Anlagen in Höhe von € 5.132 Tausend (Vj. € 4.077 Tausend) zusammen. Die historischen Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr maßgeblich durch die Zunahme in den jeweiligen Positionen Grundstücke, Gebäude und Mietereinbauten, technische Anlagen sowie Anlagen im Bau und Währungsumrechnung erhöht. Dabei ist der Anstieg maßgeblich auf einen Unternehmenserwerb im laufenden Geschäftsjahr und dem damit einhergehenden Erwerb eines Gebäudes sowie der Entwicklung des US-Dollars zum Euro zurückzuführen. Zum 30. September 2020 (EUR/USD 1,17) war der Kurs des US-Dollars zum Euro auf dem Niveau zum 30. September 2021 (EUR/USD 1,16), allerdings ist dieser zum 30. September 2022 (EUR/USD 0,97) stark gestiegen. (5) Immaterielle Vermögenswerte
Im Rahmen der Unternehmenserwerbe wurden Firmenwerte in Höhe von € 16.937 Tausend (Vj. € 12.431 Tausend) aktiviert. Dies beinhaltet auch eine Anpassung im Zuge der Finalisierung einer Kaufpreisallokation (siehe Konzernanhangangabe (9). Die Zugänge zu den aktivierten Entwicklungskosten resultieren unter anderem aus der Entwicklung des ExacTrac Dynamic® 1 , Entwicklungen im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie und der Brainlab® Elements. Ein im Vergleich zum Vorjahr höherer Anstieg der aktivierten Entwicklungskosten resultiert auch aus Entwicklungsdienstleistungen im Bereich Digitale Chirurgie bzw. Betriebssysteme und robotische Arme. Bei den aktivierten Entwicklungskosten handelt es sich um unternehmensinterne Entwicklungen. Der Abschreibungsaufwand ist in der Gewinn- und Verlustrechnung im Wesentlichen unter "Aufwendungen für Forschung und Entwicklung" erfasst. Marken und erworbene Kundenbeziehungen werden in der Position "Patente, Rechte und Lizenzen" ausgewiesen. Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte resultiert im Wesentlichen aus den im Geschäftsjahr 2021/22 getätigten Unternehmenserwerben sowie den aktivierten Entwicklungskosten. (6) Geschäfts- oder Firmenwerte Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von € 101.525 Tausend wurden zur Überprüfung der Werthaltigkeit zahlungsmittelgenerierenden Einheiten nach IAS 36.80 zugeordnet:
Für die Werthaltigkeitsprüfungen wurden basierend auf Cashflow-Prognosen ein erzielbarer Betrag ermittelt und mit dem Buchwert verglichen. Der für die Cashflow-Prognosen verwendete Abzinsungssatz basierend auf den durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (WACC) liegt im Geschäftsjahr 2021/22 bei 8,03% (Vj. 6,19%) nach Steuern. Die entsprechenden Vorsteuerzinssätze sind der Tabelle zu entnehmen. Für die Extrapolation der Cashflow-Prognosen außerhalb des Budgetzeitraums werden Wachstumsraten von 2-3% für das Geschäftsjahr 2021/22 (Vj. 2%) zugrunde gelegt. Basis für diese Annahme sind Marktentwicklungen des Medizintechnikmarktes. Im WACC wurde von einem risikofreien Zinssatz von 1,5% und einem Länderrisiko von 0% ausgegangen. Für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Jan Medical wurden die künftigen erwarteten Cashflows mittels eines Binomialmodels gewichtet. Aus diesem Grund ist hierfür kein Vorsteuerzinssatz ermittelbar. Insgesamt ergab sich im Geschäftsjahr 2021/22 kein Wertminderungsbedarf der Geschäfts- oder Firmenwerte. Es wurden Sensitivitätsanalysen bzgl. der Input-Parameter, wie z. B. Wachstumsraten von 1-2% und Kapitalkostenparameter (risikofreier Zinssatz von 1,65% und Länderrisiko von 0,1%) vorgenommen. Der WACC könnte bis zu einem Wert von 8,71% ansteigen sowie die Wachstumsrate auf 1,0% absinken, ohne einen Wertminderungsbedarf bei Level Ex auszulösen. Insgesamt wurde unter Berücksichtigung der Sensitivitätsparameter kein Wertminderungsbedarf festgestellt. Bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Radiochirurgie wurde auf Grund von Unwesentlichkeit kein Werthaltigkeitstest erstellt. Für alle anderen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurde die Werthaltigkeit überprüft. (7) Sonstige Vermögenswerte Die sonstigen kurz- und langfristigen Vermögenswerte setzen sich aus finanziellen und nicht-finanziellen Vermögenswerten zusammen. Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte setzten sich zum 30. September 2022 bzw. 30. September 2021 wie folgt zusammen:
Die strategischen Investitionen umfassen zum 30. September 2021 im Wesentlichen zwei Optionen an einem assoziierten Unternehmen, welches im Geschäftsjahr 2021/22 erworben wurde (siehe Konzernanhangangabe (9),(8)). Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte Die sonstigen kurzfristigen nicht-finanziellen Vermögenswerte in Höhe von € 11.176 Tausend (Vj. € 8.240 Tausend) bestehen maßgeblich aus abgegrenzten Zahlungen in Höhe von € 10.810 Tausend (Vj. € 7.989 Tausend). Die abgegrenzten Zahlungen beziehen sich unter anderem auf Kommissionen und Lizenzen für IT-Software. Sonstige Langfristige finanzielle Vermögenswerte Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte setzten sich zum 30. September 2022 bzw. 30. September 2021 wie folgt zusammen:
Die strategischen Investitionen umfassen zum 30. September 2022 weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an einem US-basierten Unternehmen. Diese wurde im Geschäftsjahr 2021/22 aufgestockt. Es besteht weiterhin kein maßgeblicher Einfluss. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte haben sich maßgeblich zahlungswirksam reduziert. Des Weiteren sind Investitionen in Fonds im Zusammenhang mit langfristigen Vergütungsmodellen für Mitarbeiter der Brainlab, Inc., USA enthalten, die aufgrund von Einzahlungen sowie deren Bewertung im Vergleich zum 30. September 2021 gestiegen sind. Sonstige langfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte Die sonstigen langfristigen nicht-finanziellen Vermögenswerte in Höhe von € 986 Tausend (Vj. € 842 Tausend) bestehen maßgeblich aus abgegrenzten Zahlungen (Geschäftsjahr 2021/22: € 949 Tausend; Vj. € 808 Tausend). (8) Anteile an assoziierten Unternehmen Die Anteile ohne potenzielle Stimmrechte des Konzerns an der medPhoton GmbH, Salzburg, Österreich, beliefen sich bis zum 01. Mai 2022 - unverändert im Vergleich zum Vorjahr - auf 24,9%. Der Kontrollübergang mittels Erwerb von weiteren Anteilen wurde zum 02. Mai 2022 erfolgreich abgeschlossen. Dieses hat den Wechsel der Konsolidierungsmethode von At-Equity auf die Vollkonsolidierung zur Folge. In der nachfolgenden Tabelle sind die anteiligen Bilanzposten zum 01. Mai 2022 bzw. 30. September 2021 dargestellt:
Die nachfolgende Tabelle zeigt die anteiligen Werte der Gewinn- und Verlustrechnung des assoziierten Unternehmens des Zeitraums 01. Oktober 2021 bis 01. Mai 2022 bzw. 01. Oktober 2020 bis 30. September 2021 auf:
Die Ergebniseffekte aus der Equity-Konsolidierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen belaufen sich während der ersten sieben Monate des Geschäftsjahres auf insgesamt € 5.210 Tausend (Vj. € 160 Tausend), wobei € 4.910 Tausend auf die Neubewertung der Altanteile im Rahmen des Wechsels der Konsolidierungsmethode von At-Equity auf die Vollkonsolidierung entfallen. Seit dem 02. Mai 2022 sind somit keine weiteren Ergebniseffekte aus der Beziehung als assoziiertes Unternehmen entstanden, da das assoziierte Unternehmen seitdem als vollkonsolidiertes Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einfließt (siehe Konzernanhangangabe (9)). Es liegen zum 30. September 2022 keine Beziehungen zu assoziierten Unternehmen vor. (9) Unternehmenszusammenschlüsse Unternehmenszusammenschlüsse im Geschäftsjahr 2021/22 Der Konzern erwarb am 02. Mai 2022 weitere stimmberechtige Anteile der medPhoton GmbH, mit Sitz in Salzburg, Österreich (nachfolgend: medPhoton) wodurch sich sein Anteil auf 75,01% erhöhte. Durch den Kontrollerwerb erfolgt eine Änderung der Konsolidierungsmethode von der bis einschließlich April 2022 durchgeführten Equity Methode zur Vollkonsolidierung. Ab Mai 2022 wird medPhoton als verbundenes Unternehmen in den Konzern einbezogen. medPhoton entwickelt und produziert Medizinprodukte für bildgebende Verfahren in der Strahlentherapie mit einem starken Fokus auf die Partikeltherapie. In enger Zusammenarbeit mit Brainlab wurde der mobile intraoperative Bildgebungsroboter Loop-X® serienreif entwickelt. Aufgrund der zentralen Bedeutung des Loop-X® innerhalb des Brainlab Produktportfolios soll durch den Unternehmenserwerb der kommerzielle Erfolg in diesem Bereich weiter ausgebaut und das Produkt als führendes intraoperatives 3D Bildgebungsgerät in der Chirurgie etabliert werden. Am 09. August 2022 erwarb der Konzern 100% der stimmberechtigten Anteile der Dr. Langer Medical GmbH (nachfolgend: Dr. Langer) mit Sitz in Waldkirch. Dr. Langer ist auf dem Gebiet des intraoperativen Neuromonitorings aktiv. Der Vertrieb erfolgt im Wesentlichen in Deutschland und Europa. Gründe für den Erwerb sind vor allem die Erweiterung des neurochirurgischen sowie die technische Integration mit den Brainlab Navigationssystemen. Die beizulegenden Zeitwerte der im Zuge der Unternehmenserwerbe identifizierten Vermögenswerte und Schulden sind vorläufig und stellen sich zum Erwerbszeitpunkt wie folgt dar:
Durch die Kaufpreisallokation ergaben sich in Summe Auswirkungen auf die zum Marktpreis erworbenen, identifizierbaren immateriellen Vermögenswerte, das Sachanlagevermögen sowie den Vorräten abzüglich latenter Steuern, in Höhe von insgesamt € 14.516 Tausend. Gegenleistung Die Gegenleistung für den Erwerb von 50,01% Anteile an medPhoton betrug € 15.816 Tausend. Aus der Neubewertung der vor dem Unternehmenszusammenschluss gehaltenen Anteile an medPhoton ergab sich ein Gewinn in Höhe von € 4.910 Tausend, der im Ergebnis assoziierter Unternehmen ausgewiesen ist (siehe Konzernanhangangabe (8)). Der beizulegende Zeitwert dieser Anteile betrug zum Erwerbszeitpunkt € 7.808 Tausend. Die gesamte übertragene Gegenleistung für den Erwerb von 75,01 % belief sich auf € 23.624 Tausend. Über den nicht beherrschenden Anteil von 24,99% bestehen ab Januar 2026 weitere Vereinbarungen zum Erwerb seitens Brainlab, die zu fortgeführten Anschaffungskosten mit einem Wert von € 4.147 Tausend bilanziert ist. Der Kaufpreis für den Erwerb der Anteile an der Dr. Langer belief sich insgesamt auf € 10.805 Tausend. Zudem besteht eine bedingte Gegenleistung, gekoppelt an Entwicklungsziele, deren beizulegender Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt mit € 1.121 Tausend bilanziert ist. Transaktionskosten wurden als Aufwand verbucht und als Verwaltungskosten ausgewiesen. Aus den Unternehmenserwerben des Geschäftsjahres entstand insgesamt ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von € 17.143 Tausend. Dieser resultiert hauptsächlich aus der Fachkompetenz der Belegschaft, dem Zugang zu neuen Märkten sowie aus erwarteten Synergien durch die Eingliederung und Weiterentwicklung neuer Produkte. Es wird davon ausgegangen, dass der erfasste Geschäfts- oder Firmenwert steuerlich nicht abzugsfähig ist. Aufgrund des gemäß IFRS 3 gewährten Anpassungszeitraums von bis zu zwölf Monaten ab Vollzug der Erstkonsolidierung können sich zukünftig Änderungen in der Bestimmung des Wertes der hingegebenen Gegenleistung, dem beizulegenden Zeitwert des erworbenen Nettoreinvermögens sowie dem daraus resultierenden Geschäfts- oder Firmenwert ergeben. medPhoton hat in den fünf Monaten bis zum 30. September 2022 zu den Umsatzerlösen des Konzerns im unteren einstelligen Millionenbereich (€) beigetragen. Der Beitrag zum Konzernergebnis vor Steuern war für diesen Zeitraum leicht positiv. Hätte der Unternehmenszusammenschluss zu Geschäftsjahresbeginn stattgefunden, wären die Konzernumsatzerlöse nach Schätzung des Managements im mittleren einstelligen Millionenbereich (€) und das Konzernergebnis vor Steuern im unteren einstelligen Millionenbereich (€) angestiegen. Die Dr. Langer Medical GmbH hat seit dem Erwerbszeitpunkt zu den Umsatzerlösen des Konzerns im niedrigen einstelligen Millionenbereich (€) und zum Konzernergebnis vor Steuern in unwesentlicher Höhe negativ beigetragen. Hätte der Unternehmenszusammenschluss zu Geschäftsjahresbeginn stattgefunden, wären die Umsatzerlöse des Konzerns im mittleren einstelligen Millionenbereich (€) angestiegen. Der Beitrag zum Konzernergebnis vor Steuern wäre für diesen Zeitraum leicht negativ ausgefallen. Unternehmenszusammenschlüsse in vergangenen Geschäftsjahren Im Geschäftsjahr 2020/21 erwarb der Konzern 100% der stimmberechtigten Anteile der Mint Medical GmbH mit Sitz in Heidelberg sowie deren hundertprozentige Tochtergesellschaft Mint Medical, Inc., mit Sitz in Hamilton, New Jersey. Durch den Kontrollerwerb wurden beide Unternehmen (nachfolgend Mint Gruppe) als verbundene Unternehmen in den Konzern einbezogen. Die Mint Medical GmbH entwickelt und vermarktet Softwarelösungen für die strukturierte, computerassistierte Befundung in der Radiologie sowie für das Management klinischer Studien und Datenanalysen. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde die Kaufpreisallokation abgeschlossen. Innerhalb des einjährigen Bewertungszeitraums seit Vollzug der Erstkonsolidierung ergaben sich keine Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der zum Erwerbszeitpunkt identifizierten Vermögenswerte und Schulden. Der Kaufpreis wurde finalisiert, sodass sich die übertragene Gegenleistung für den Erwerb der Anteile insgesamt um € 205 Tausend auf € 21.205 Tausend verringert hat. Aus dem Erwerb der Mint Gruppe ergab sich insgesamt ein Geschäfts- oder Firmenwert von € 12.226 Tausend (Vj: € 12.431 Tausend), der voraussichtlich nicht steuerlich abzugsfähig ist. Der beizulegende Zeitwert aus den Komponenten der bedingten Gegenleistungen beläuft sich zum 30. September 2022 auf insgesamt € 5.355 Tausend. In Zusammenhang mit dem Erwerb von Level Ex, Inc., im Geschäftsjahr 2019/20 wurden erfolgsbasierte bedingte Gegenleistungen vereinbart, welche in der Höhe unbegrenzt sind und welche in denen vom Management modellierten Szenarien bis zu insgesamt € 52.347 Tausend betragen können. Bezüglich der bedingten Gegenleistungen aus Umsatz-, Ergebnis- und Entwicklungszielen wurde der beizulegende Zeitwert zum 30. September 2021 auf € 5.416 Tausend geschätzt. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde die Verbindlichkeit für bedingte Gegenleistungen ertragswirksam ausgebucht. In Zusammenhang mit dem Erwerb von VisionTree im Geschäftsjahr 2019/20 wurde die Verbindlichkeit für bedingte Gegenleistungen in Höhe von € 1.590 Tausend ertragswirksam ausgebucht. (10) Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements Der Konzern steuert sein Kapital mit dem Ziel, die Balance zwischen Cashflow-Volatilität und finanzieller Flexibilität zu halten. Dazu wird ein hohes Bonitätsrating als Grundlage für einen guten Zugang zu Kapitalgebern verfolgt. Zur Erreichung dieser Ziele ist unter anderem das Verhältnis von liquiden Mitteln und Eigen- zu Fremdkapital entsprechend zu optimieren. Als Steuerungsgröße für das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital werden die Kennzahlen Eigenkapitalquote und Nettoverschuldung herangezogen. Diese Kennzahlen werden regelmäßig ermittelt und an den Vorstand berichtet, damit dieser gegebenenfalls notwendige Maßnahmen einleiten kann. Aktuell bewegt sich das Unternehmen innerhalb des festgelegten Zielkorridors. Die wesentlichen Entscheidungen zur Finanzierungsstruktur werden vom Vorstand getroffen. Die folgende Tabelle zeigt die Berechnung der Nettoverschuldung:
Die Entwicklung geht im Wesentlichen aus der Zunahme der verzinslichen Darlehen sowie einer Abnahme der Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen hervor. Die Gesamtstrategie des Konzerns in Bezug auf das Kapitalmanagement blieb im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die wesentlichen durch den Konzern verwendeten finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Bankdarlehen und Schuldscheindarlehen. Der Hauptzweck dieser finanziellen Verbindlichkeiten ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte des Umlaufvermögens, wie z. B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel oder kurzfristige Einlagen, die unmittelbar aus der Geschäftstätigkeit resultieren. Der Konzern verfügt auch über derivative Finanzinstrumente. Zweck dieser derivativen Finanzinstrumente ist die Absicherung gegen Währungsrisiken, die aus der Geschäftstätigkeit des Konzerns und seinen Finanzierungsquellen resultieren. Die Gesellschaft hält keine derivativen Instrumente zu Spekulationszwecken. Die sich aus den Finanzinstrumenten ergebenden wesentlichen Risiken des Konzerns umfassen zinsbedingte Cashflow-Risiken sowie Liquiditäts-, Währungs- und Kreditrisiken. Die Unternehmensleitung beschließt Strategien und Verfahren zur Steuerung einzelner Risikoarten. Das Management des Konzerns wird dabei hinsichtlich Finanzrisiken beratend unterstützt und erhält ein angemessenes Rahmenkonzept zur Steuerung von Finanzrisiken. Es wird sichergestellt, dass die mit Finanzrisiken verbundenen Tätigkeiten des Konzerns in Übereinstimmung mit den entsprechenden Richtlinien und Verfahren durchgeführt werden und dass Finanzrisiken entsprechend dieser Richtlinien und unter Berücksichtigung der Risikobereitschaft des Konzerns identifiziert, bewertet und gesteuert werden. Zinsrisiko Das Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem Brainlab ausgesetzt ist, resultiert überwiegend aus den finanziellen Verbindlichkeiten mit einem variablen Zinssatz. Die Steuerung des Zinsaufwands erfolgt durch eine Kombination von festverzinslichem und variabel verzinslichem Fremdkapital mit einer Laufzeit bis längstens 2036, sowie durch Zinsswaps. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen, grundsätzlich möglichen, Änderung der Zinssätze aufgrund der Auswirkungen auf variabel verzinsliche Darlehen. Alle anderen Variablen bleiben konstant. Neben den Auswirkungen auf das Konzernergebnis bestehen keine Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital.
Bei der Ermittlung der Zinssensitivität wurde ein zeitweise negativer 3-Monats-Libor sowie 6-Monats-Euribor berücksichtigt. Ein Großteil des variabel verzinslichen Fremdkapitals verfügt über einen Euribor Floor von 0%, mit der Folge einer unsymmetrischen Zinssensitivität zu Beginn des Geschäftsjahres 2022/2021. Der im August 2022 abgeschlossene Zinsswap für ein variabel verzinsliches Darlehen, hat dazu geführt, dass dieses Darlehen nicht mehr als variabel verzinsliches Darlehen einberechnet wird. Liquiditätsrisiko Das Ziel von Brainlab ist es, zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und der Sicherstellung der Finanzierungsflexibilität durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und mittel- und langfristigen Darlehen ein Gleichgewicht zu wahren. Brainlab überwacht laufend das Risiko eines Liquiditätsengpasses mittels einer rollierenden Liquiditätsplanung. Diese Planung berücksichtigt die erwarteten Auszahlungen sowie erwartete Einzahlungen aus der Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Die zukünftigen Zahlungsströme aus finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
Die oben dargestellten Beträge der Verzinslichen Darlehen (lang- und kurzfristig) stellen die vertraglich vereinbarten (nicht diskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen dar.
Die oben dargestellten Beträge stellen die vertraglich vereinbarten (nicht diskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten dar. Die Position Leasingzahlungsabflüsse wurde entsprechend angepasst und stellt die nicht abgezinsten Abflüsse dar. Wechselkursrisiko Die Rechnungslegung des Unternehmens erfolgt in Euro. Das Unternehmen ist hauptsächlich einem Wechselkursrisiko aus Schwankungen des US-Dollars, des Australischen Dollars, des Hongkong Dollars, und des Japanischen Yens ausgesetzt. In deutlich geringerem Maße entstehen auch Wechselkursrisiken aus anderen Währungen der Konzerntöchter (z. B. Britisches Pfund, Brasilianischer Real, Chinesischer Yuan, Israelischer Schekel, Indischer Rupie). Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses aufgrund der Änderung von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden gegenüber einer simulierten Wechselkursänderung der vier oben genannten Währungen. Das Translationsrisiko aus Wechselkursänderungen bleibt bei der Berechnung der Sensitivität im Rahmen des IFRS 7 unberücksichtigt. Die Bandbreite von 26 bis 36 Prozentpunkten wurde aus statistischen Auswertungen der Jahresschwankungen der jeweiligen Währungen der vergangenen zehn Jahren abgeleitet. Die zugrundeliegenden Ergebnis- und Eigenkapitalgrößen bleiben für das positive wie negative Szenario konstant. Zusätzlich stellt die nachfolgende Tabelle die Sensitivität des Eigenkapitals des Konzerns gegenüber einer simulierten Wechselkursänderung der vier Hauptwährungen dar:
Die Schwankungen des Konzernergebnisses und des Eigenkapitals durch Währungsveränderungen sind maßgeblich auf das Geschäft mit den Tochterunternehmen in Nordamerika, Hongkong, Japan und Australien zurückzuführen. Die zum Vorjahr abweichenden Vorzeichen in JPY ergeben sich aus der Veränderung von einem Vermögenswertüberschuss hin zu einem Schuldenüberschuss. Zur Absicherung ihrer Zahlungsströme schließt die Gesellschaft daher Geschäfte zur Begrenzung des Kursänderungsrisikos ab. Die Gesellschaft nutzt dazu Devisentermingeschäfte und Optionen. Kreditrisiko Kreditrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments oder Kundenvertrages nicht nachkommt und dies zu finanziellen Verlusten führt. Brainlab steuert das Kreditrisiko anhand von Richtlinien, um Risikokonzentrationen und somit das Kreditrisiko zu minimieren. Im Brainlab Konzern entstehen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus dem Verkauf von Hard- und Softwareprodukten und Dienstleistungen direkt an Krankenhäuser, Universitätskliniken, Universitäten, Forschungs- und Entwicklungszentren oder Distributoren sowie aus Entwicklungsdienstleistungen. Eine mögliche Konzentration von Risiken im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird wegen der großen Kundenzahl und der geografischen Streuung der Kunden als begrenzt erachtet. Das maximale Ausfallrisiko ist auf den in Konzernanhangangabe (2) ausgewiesenen Buchwert begrenzt. Die Vertriebsgesellschaften führen Bonitätsbewertungen ihrer Kunden durch und begrenzen, wenn nötig, Auftragsvolumen oder fordern Anzahlungen. Sicherheiten wie Akkreditive werden vor allem bei Verkäufen in weniger entwickelte Länder verlangt. Die Gesellschaft bildet Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen basierend auf der erwarteten Realisierbarkeit der Forderung. Die Gesellschaft kann keine Vorhersage über die finanzielle Entwicklung ihrer Kunden treffen. Wesentliche Änderungen an der Bonität eines oder mehrerer Kunden könnten zu einer wesentlichen Verschlechterung des Betriebsergebnisses und der Finanzlage von Brainlab führen. Adressrisiko Das Adressrisiko umfasst das Erfüllungsrisiko bei derivativen Instrumenten und Geldmarktinstrumenten und das Kreditrisiko bei Bar- und Termineinlagen. Um die Risikokonzentration bei Finanzanlagen zu steuern und somit Verluste durch den potenziellen Ausfall eines Geschäftspartners so gering wie möglich zu halten, diversifiziert der Konzern das Finanzportfolio hinsichtlich Fälligkeiten, Ratings, Sektoren und Industrien. Bei finanziellen Vermögenswerten des Konzerns, wie Zahlungsmitteln und kurzfristigen Einlagen und bestimmten derivativen Finanzinstrumenten, entspricht das maximale Risiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente abzüglich gestellter Sicherheiten. In den Geschäftsjahren 2021/22 und 2020/21 waren keine Sicherheiten gestellt. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die zum Bilanzstichtag in diesem Zusammenhang bestehen, sind werthaltig. Das Emittentenrisiko wird dadurch minimiert, dass nur von Emittenten mit einem Investmentgrade-Rating gekauft wird. Das Erfüllungsrisiko und Kreditrisiko wird begrenzt, indem als Gegenparteien für Transaktionen in der Regel Banken oder Kreditinstitute ausgewählt werden, die ein Investmentgrade-Rating besitzen oder einem Sicherungssystem analog dem deutschen Einlagensicherungsfonds angehören. Das Adressrisiko wird im Regelfall jährlich und bis zum Ende der Geschäftsbeziehung überprüft. (11) Finanzinstrumente Die folgende Tabelle zeigt die nach IFRS 9 kategorisierten Finanzinstrumente zum 30. September 2022 und 2021:
AC = Amortised costs (fortgeführte Anschaffungskosten) FVtPL = Fair value through profit and loss (erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert) FVtOCI = Fair value through other comprehensive income (erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert) Die vorstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Bewertungskategorie nach IFRS 9. Sie enthält keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Sicherungsinstrumente Zur Absicherung gegen Kursschwankungen auf US-Dollar (USD), Australischen Dollar (AUD), Japanischen Yen (JPY) und Britischen Pfund (GBP) hat Brainlab Devisentermingeschäfte und Optionen mit Laufzeiten von ein bis 18 Monaten abgeschlossen. Zum Stichtag betrug die längste Laufzeit offener Sicherungsgeschäfte 18 Monate. Die Gesellschaft nutzt vorstehende Instrumente zur Absicherung von Wechselkursrisiken und somit zur Absicherung von Zahlungsströmen, die für einen Zeitraum von 18 Monaten erwartet werden. Die US-Dollar, Japanische Yen und Australische Dollar Sicherungsinstrumente beziehen sich nur auf Zahlungseingänge in Fremdwährung - die ausländische Währung wird verkauft und der entsprechende Wert in Euro, der sich aus Terminkurs oder Ausübungspreis bestimmt, wird gekauft. Im Zeitraum der nächsten 18 Monate werden USD-Instrumente in Höhe von USD 92,0 Millionen fällig (Vj. USD 83,6 Millionen). Außerdem werden JPY-Instrumente in Höhe von JPY 2.450,0 Millionen (Vj. JPY 2.075,0 Millionen) fällig. Darüber hinaus bestehen zum Bilanzstichtag AUD-Instrumente in Höhe von AUD 7,3 Millionen (Vj. AUD 6,8 Millionen) und GBP-Instrumente in Höhe von GBP 5,7 Millionen (Vj. GBP 3,9 Millionen). Des Weiteren nutzt die Gesellschaft Zinsswaps als Sicherungsinstrument gegen sich verändernde Marktzinsen. Im August 2022 wurde ein Zinsswap über € 10,0 Millionen mit einer Laufzeit bis Juni 2027 abgeschlossen, durch den der variable Zinssatz in einen Festzinssatz gedreht wird. Derivative Finanzinstrumente Die Buchwerte der derivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechen den beizulegenden Zeitwerten. Diese entsprechen Marktpreisen und werden von den Banken, mit denen die jeweiligen Derivate abgeschlossen sind, zum Stichtag anhand von Bewertungsmodellen errechnet.
Hierarchie beizulegender Zeitwerte Der Konzern verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten je nach Bewertungsverfahren: Stufe 1: Notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt zu beobachten sind. Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Bei Vermögenswerten und Schulden, die im Abschluss auf wiederkehrender Basis zum beizulegenden Zeitwert erfasst werden, bestimmt der Konzern, ob Umgruppierungen zwischen den Stufen der Hierarchie stattgefunden haben, indem er am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung (basierend auf dem Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft. Der Konzern stuft die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wie folgt ein:
Die Entwicklung der in der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie eingeordneten Finanzinstrumente ist in folgender Tabelle dargestellt:
Die Entwicklung der in der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie eingeordneten Finanzinstrumente für das Geschäftsjahr 2020/21 ist in folgender Tabelle dargestellt:
Während des Geschäftsjahres 2021/22 gab es weder Umgruppierungen zwischen Stufe 1 und Stufe 2 noch Umgruppierungen in oder aus Stufe 3. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente zur Währungssicherung entsprechen den Marktpreisen und wurden von der jeweiligen Bank mit Standardpreismodellen zum Bilanzstichtag errechnet. Devisentermingeschäfte werden mit Bezug auf die aktuellen Devisenkassakurse bewertet. Der beizulegende Zeitwert für Optionen wird auf Basis der Marktwerte für ähnliche Instrumente bestimmt. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente (strategische Investitionen) der Stufe 2 im Geschäftsjahr 2020/21 umfassten zwei Kaufoptionen, deren Zeitwert anhand des Black-Scholes-Mo- dels bzw. durch ein Binomialbaum-Modell ermittelt wurden. Hierzu wurden Parameter wie gegenwärtiger Zeitwert, Ausübungspreis, vertragliche Laufzeit, Volatilität sowie risikoloser Zinssatz bzw. Eintrittswahr- scheinlichkeiten und die vertraglich fixierten Liquiditätspräferenzen berücksichtigt. Der beizulegende Zeitwert der Stufe 3 im Geschäftsjahr 2020/21 umfasste eine Kaufoption, deren Zeitwert anhand des Black-Scholes-Modells ermittelt wurde. Hierzu wurden nicht beobachtbare bewertungsrelevante Parameter herangezogen. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden alle drei Kaufoptionen ausgeübt. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte der Stufe 1 umfassen Investitionen in Fonds im Zusammenhang mit langfristigen Vergütungsmodellen für Mitarbeiter (siehe Konzernanhangangabe (7)). Ihr beizulegender Zeitwert wurde von notierten Marktpreisen auf aktiven Märkten zum 30. September 2022 abgeleitet. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte der Stufe 2 umfassen Minderheitenanteile an einem US-basierten Unternehmen, deren Zeitwerte direkt oder indirekt an Finanzierungsrunden beobachtet werden können. Die Anteile gelten als strategische Beteiligung. Anteile, die in den Geschäftsjahren 2018/19 und 2019/20 erworben wurden, hat das Management unwiderruflich als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet. Aufgrund der Ausübung einer Kaufoption hat sich der Beteiligungsanteil an diesem US-basierten Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr 2021/22 erhöht. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte der Stufe 3 enthalten Anteile an einer Gesellschaft, die im Geschäftsjahr 2019/20 im Zuge des Verkaufs der Anteile an Mobius LLC und GYS Tech LLC (DBA Cardan Robotics), dem Konzern zugegangen sind. Ihr beizulegender Zeitwert wird anhand der Discounted-Cash-flow-Methode auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren ermittelt. Dabei werden noch erwartete Kaufpreiszahlungen mit einem Abzinsungsfaktor diskontiert. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden Kaufpreiszahlungen aus Sicherheitseinbehalten vollständig ausgeschüttet. Zum 30. September 2022 rechnet das Management mit keinen weiteren Ausschüttungen im Zusammenhang mit bedingten Kaufpreiszahlungen. Die finanziellen Verbindlichkeiten der Stufe 3 umfassen bedingte Gegenleistungen. Diese werden zu jedem Abschlussstichtag zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts basiert auf abgezinsten Cashflows. Die Grundannahmen der Bewertung berücksichtigen die Wahrscheinlichkeit der Erfüllung jedes Erfolgsziels und den Abzinsungsfaktor als nicht beobachtbare Inputfaktoren (siehe auch Konzernanhangangabe (16)). (12) Verzinsliche Darlehen Zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gehören Darlehen mit Laufzeiten bis maximal 2036. Die Tilgung dieser Darlehen erfolgt vierteljährlich, halbjährlich oder vollständig zum Ende der Laufzeit. Die variablen und fixen Zinssätze liegen zum 30. September 2022 zwischen 0,75% p.a. und 2,183% p.a.. Die verzinslichen Darlehen in Höhe von € 111.947 Tausend (Vj. € 85.986 Tausend) setzen sich wie folgt zusammen:
Zur besseren Abstimmbarkeit mit den Bilanzpositionen werden die Finanzierungskosten als separate Position ausgewiesen und die Angaben der Vorjahresperiode zur Vergleichbarkeit angepasst. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Darlehenstilgungen gegenüber Kreditinstituten in Höhe von € 45,9 Millionen vorgenommen (Vj. € 8,6 Millionen). Dabei werden unterjährig aufgenommene und zurückgeführte Ziehungen aus der revolvierenden Kreditlinie nicht beachtet. Zum 30. September 2022 verfügt der Konzern über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von € 10,0 Millionen in verschiedenen Währungen (Vj. € 10,2 Millionen). Darüber hinaus waren aus der revolvierenden Kreditlinie als Teil des Konsortialkredites € 51,0 Millionen nicht in Anspruch genommen. Die nachstehende Tabelle zeigt den zeitlichen Ablauf der Tilgungen der verzinslichen Darlehen:
Der Differenzbetrag aus der Tilgungssumme und der Gesamtsumme der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ergibt sich aus den Darlehensabschlussgebühren, die über die Laufzeit abgegrenzt werden. Die Tilgungen in Höhe von € 39,2 Millionen im Geschäftsjahr 2022/23 beinhalten € 34,0 Millionen, die jederzeit verlängert werden können. Der Konsortialkreditvertrag und weitere Darlehensverträge fordern von Brainlab die Einhaltung verschiedener Finanzkennzahlen: ein bestimmtes Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA sowie eine bestimmte Höhe der Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme). Die Ermittlung der folgenden Kennzahlen erfolgt nach der in den Kreditverträgen angegebenen Definition. Zum 30. September 2022 bzw. 30. September 2021 entwickelt sich das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA gemäß der Definition im Konsortialkredit wie folgt:
Die Eigenkapitalquote zum 30. September 2022 beträgt 34,5%. Die in den Kreditverträgen geforderten Finanzkennzahlen werden zum 30. September 2022 eingehalten.
2 Entspricht den Zuführungen und
Inanspruchnahmen von Wertberichtigungen von Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen (siehe Konzernanhangangabe (2)).
Darüber hinaus gibt es zum 30. September 2022 Darlehensverträge, die vor der Einführung von IFRS 16 Leasing abgeschlossen wurden und deren Finanzkennzahl (Nettoverschuldung/EBITDA) ohne Berücksichtigung von Leasingverbindlichkeiten und das EBITDA abzüglich Leasingaufwendungen berechnet wird. Die in diesen Verträgen geforderte Finanzkennzahl beträgt zum 30. September 2022 1,05 und wird ebenfalls eingehalten. Die Berechnungsgrundlage wird in folgender Tabelle dargestellt:
(13) Leasingverhältnisse Konzern als Leasingnehmer In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte der bilanzierten Nutzungsrechte und die Veränderungen zum Vorjahr und während der Berichtsperiode dargestellt:
Die Zugänge zu den Gebäuden sind im Wesentlichen auf die Erweiterungen am Firmensitz in der Olof-Palme-Straße, der indexierten Mietanpassung sowie der Mietverlängerung des Firmensitzes in Chicago zurückzuführen. Die Position "sonstige Ausstattung" beinhaltet im Wesentlichen Sale-and-Leaseback, Büro- und Geschäftsausstattung sowie IT-Ausstattung. Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Leasingverbindlichkeiten und die Veränderungen während der Berichtsperiode und der Vorjahresperiode:
Die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten ist in Konzernanhangangabe (10) dargestellt. In der Berichtsperiode wurden folgende Beträge erfolgswirksam erfasst:
Die Zahlungsmittelabflüsse des Konzerns für Leasingverhältnisse betrugen im Geschäftsjahr 2021/22 € 12.692 Tausend (Vj. € 10.416 Tausend). Zusätzlich wies der Konzern im Geschäftsjahr 2021/22 nicht zahlungswirksame Zugänge zu den Leasingverbindlichkeiten in Höhe von € 14.596 Tausend aus (Vj. € 8.727 Tausend). Bei der Berechnung der zahlungsunwirksamen Veränderungen werden seit dem Geschäftsjahr 2021/22 Effekte aus der Währungsumrechnung berücksichtigt. Zur Verbesserung der Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst. Der Konzern hat mehrere Leasingverträge abgeschlossen, die Verlängerungsoptionen enthalten. Diese Optionen werden vom Management verhandelt, um das Portfolio an Leasinggegenständen flexibel und in Einklang mit den jeweiligen Geschäftsanforderungen des Konzerns verwalten zu können. Die Beurteilung der Frage, ob die Ausübung dieser Verlängerungs- und Kündigungsoptionen hinreichend sicher ist, erfordert wesentliche Ermessensentscheidungen des Managements. Zukünftige Mittelabflüsse in Höhe von € 69.240 Tausend (Vj. € 60.468 Tausend) wurden nicht in die Leasingverbindlichkeiten einbezogen, da es nicht hinreichend sicher ist, dass die Leasingverträge verlängert oder nicht gekündigt werden. (14) Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen Es bestehen leistungsorientierte Pensionspläne. Seit dem Geschäftsjahr 2006 sind die Pensionspläne durch Rückdeckungsversicherungen gedeckt. Durch die vollständige Erdienung des Anspruchs entsteht kein Dienstzeitaufwand für die Direktzusagen. Dienstzeitaufwand besteht nur aus den Unterstützungskassenzusagen. Für diesen Teil der Altersvorsorge sind keine Pensionsrückstellungen zu bilden. Zusätzlich bestehen beitragsorientierte Zusagen aus Direktversicherungen, deren Beiträge aufwandswirksam erfasst werden. Auf Grund einer Deckung der Pensionsverpflichtung durch die Rückdeckungsversicherungsbeträge von ca. 104% ergeben sich keine wesentlichen Risiken aus Pensionsverpflichtungen. Die versicherungsmathematische Bewertung basiert auf einem Rechnungszins von 3,0% zum 30. September 2022 (Vj.0,5%), der auf laufzeitäquivalenten Kapitalrenditen von Unternehmensanleihen mit Investment Rating basiert. Die Nettoschuld bzw. das Nettovermögen aus den Rentenplänen setzen sich wie folgt zusammen:
Die leistungsorientierten Kosten setzen sich wie folgt zusammen:
Erträge werden in den sonstigen Erträgen und Aufwendungen im Personalaufwand erfasst. Die Brainlab, Inc., USA, hat langfristig fällige Leistungsverpflichtungen in Höhe von € 2.948 Tausend (Vj. € 2.283 Tausend) sowie eine damit im Zusammenhang stehende Investition in Höhe von € 3.122 Tausend (Vj. € 2.828 Tausend) erfasst. Diese Beträge werden unsaldiert ausgewiesen. (15) Rückstellungen Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Rückstellungen in den Geschäftsjahren 2021/22 und 2020/21:
Die langfristigen Rückstellungen sind Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen in Höhe von € 927 Tausend (Vj. € 956 Tausend) sowie Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von € 712 Tausend (Vj. € 750 Tausend) enthalten. Die Gewährleistungsfrist beträgt in der Regel ein Jahr. Die Bewertung der Rückstellung für Gewährleistung basiert auf Erfahrungswerten vergangener Jahre (prozentualer Kostenanteil) und den direkt zuordenbaren Aufwendungen für Material und den Material- und Fertigungsgemeinkosten. Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten werden für Anwaltshonorare und Schadensersatzforderungen im Zusammenhang mit den unter Konzernanhangangabe (29) erläuterten Verfahren gebildet. Hinsichtlich des erwarteten Abflusses wird auf Konzernanhangangabe (29) verwiesen. Der Abfluss für Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen wird grundsätzlich am Ende des jeweiligen Mietvertrages erwartet. In begrenztem Umfang gewährt Brainlab kostenlosen Ersatz oder Reparaturen, wenn es die Kundenbeziehung erforderlich erscheinen lässt. Dafür werden Rückstellungen zu Kulanzzwecken eingestellt. (16) Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Verbindlichkeiten Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der sonstigen finanziellen und nicht-finanziellen Verbindlichkeiten zum 30. September 2022 und 30. September 2021:
Die finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeiter:innen umfassen Abgrenzungen für nicht in Anspruch genommene Urlaubstage, Boni, Kommissionen und Vergütungen, Reisekostenzahlungen (diesbezüglich wurden die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst) und andere Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeiter:innen, die angefallen, aber mit Brainlab zum 30. September 2022 bzw. 30. September 2021 noch nicht abgerechnet wurden. Darüber hinaus sind Boni im Zusammenhang mit den Unternehmenszusammenschlüssen enthalten, die den Anwendungsrichtlinien des IAS 19 unterliegen sowie anteilsbasierte Vergütungen nach IFRS 2. Pensionsvereinbarungen (siehe Konzernanhangangabe (14)) sind in den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeiter:innen enthalten. Der Rückgang der bedingten Gegenleistungen ist auf die ertragswirksame Auflösung im Zusammenhang mit vergangenen Unternehmenserwerben (siehe Konzernanhangangabe (9)) zurückzuführen. Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr 2021/22 bedingte Gegenleistungen im Zuge der im Geschäftsjahr getätigten Unternehmenszusammenschlüssen zugegangen. Abgrenzungen für ausstehende Rechnungen werden für Waren und Dienstleistungen gebildet, die schon geliefert bzw. erbracht, aber zum 30. September 2022 bzw. 30. September 2021 noch nicht in Rechnung gestellt wurden. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Kaufpreisverbindlichkeiten im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen, Andienungsrechte nicht-beherrschender Gesellschafter, Abgrenzungen für Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung, Zinsverbindlichkeiten gegenüber Banken und Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die darin ausgewiesenen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen zurückzuführen. Der Anstieg der derivativen Finanzinstrumente ist auf die Wechselkursentwicklung im Geschäftsjahr 2021/22 zurückzuführen. Die langfristigen Verbindlichkeiten umfassen zum 30. September 2022 bzw. 30. September 2021 im Wesentlichen bedingte Gegenleistungen (siehe Konzernanhangangabe (9)). (17) Eigenkapital Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 30. September 2022 € 18.864.457 und ist aufgeteilt in 18.864.457 nennwertlose Namensstückaktien mit einem gedachten Nennwert von € 1 pro Aktie. Alle Aktien sind ausgegeben und vollständig eingezahlt. Jede Aktie hat eine Stimme und ist gewinnberechtigt. Es gibt keine Stimmrechtsbeschränkungen. Die "Gewinnrücklage" umfasst den kumulierten Bilanzgewinn/-verlust konsolidierter Unternehmen aus den Vorjahren abzüglich der nicht ausgeschütteten Gewinne konsolidierter Unternehmen aus den Vorjahren sowie das Periodenergebnis des aktuellen Geschäftsjahres. Die Position "Rücklage aus Zeitwertveränderungen" beinhaltet die Neubewertungsrücklage für erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte. Unter der Position "Neubewertungsrücklage (Pensionen)" werden Gewinne und Verluste aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne gemäß IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer erfasst. Die Währungsumrechnungsrücklage umfasst verbuchte Differenzen aus der Währungsumrechnung. Diese Differenzen entstehen, da in Fremdwährung ausgewiesene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den am Bilanzstichtag gültigen Wechselkursen umgerechnet werden, Aufwendungen und Erträge allerdings zu Durchschnittskursen. Genehmigtes Kapital Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 03. März 2022 ist der Vorstand der Gesellschaft ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 02. März 2026 das Grundkapital der Gesellschaft ein- oder mehrmalig um bis zu insgesamt € 9.432.228 durch Ausgabe neuer auf den Namen lautender Stückaktien (Stammaktien) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2022/1). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 02. März 2026 das Grundkapital der Gesellschaft ein- oder mehrmalig um bis zu insgesamt € 9.432.228 durch Ausgabe neuer auf den Namen lautender Stückaktien (Stammaktien) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2022/2). Für das Genehmigte Kapital 2022/1 und das Genehmigte Kapital 2022/2 gilt jeweils: Den Aktionär:innen ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, jeweils mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionär:innen auszuschließen, um die neuen Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen oder von Forderungen gegen die Gesellschaft oder sonstigen einlagefähigen Vermögensgegenständen auszugeben. Der Vorstand ist weiter ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionär:innen in bestimmten weiteren Fällen auszuschließen. Sofern der Vorstand von den Ermächtigungen zum Bezugsrechtsausschluss keinen Gebrauch macht, kann das Bezugsrecht der Aktionär:innen nur für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzusetzen. Minderheitenanteile Zu den Minderheitenanteilen zählen Anteile Dritter am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen Brainlab Ltd. (Hongkong), Brainlab Ltda. (Brasilien) und medPhoton GmbH (Österreich). Die Anteile anderer Gesellschafter an der Brainlab Ltd. (Hongkong) und Brainlab Ltda. (Brasilien) sind nicht wesentlich und deshalb nicht im Abschluss ausgewiesen. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage wird im Rahmen von Kapitalerhöhungen als Differenz zwischen dem Nennbetrag der ausgegebenen Aktien und dem Emissionskurs gemäß den gesetzlichen Bestimmungen gebildet. Sonstiges Die Änderungen an der Eigenkapitalstruktur in den Geschäftsjahren 2021/22 und 2020/21 sind in der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung ausgewiesen. Gewinnverwendung Im Geschäftsjahr 2021/22 hat die Brainlab AG eine Dividende in Höhe von € 5.093.403,39 (Vj. € 4.150.180,54) aus dem Bilanzgewinn des Einzelabschlusses per 30. September 2021 bzw. per 30. September 2020 ausgezahlt. Die Dividende pro Aktie betrug € 0,27. Der Vorstand schlägt eine Ausschüttung in Höhe von € 0,27 pro Aktie für das Geschäftsjahr zum 30. September 2022 vor. Konzernanhangangaben zur Konzerngewinn- und Verlustrechnung (18) Erlöse aus Verträgen mit Kunden Die Umsatzerlöse des Konzerns beziehen sich auf Erlöse aus Verträgen mit Kunden gemäß IFRS 15. Sie sind im Vergleich zum Vorjahr um 1,6% leicht gestiegen und setzen sich im Geschäftsjahr 2021/22 und 2020/21 wie folgt zusammen:
In den Erlösen aus Verträgen mit Kunden sind Umsätze aus zeitlich begrenzten Softwarelizenzen in Höhe von € 65.749 Tausend (Vj. € 58.902 Tausend) enthalten. Die Erlöse aus Leasingverträgen betragen € 526 Tausend (Vj. € 741 Tausend) und sind in den Erlösen aus Produktverkäufen sowie in den Erlösen aus Dienstleistungsverträgen enthalten. Der den (nicht erfüllten oder teilweise unerfüllten) verbleibenden Leistungsverpflichtungen zugeordnete Transaktionspreis (Auftragsbestand) gliedert sich zum 30. September 2022 bzw. 30. September 2021 wie folgt:
Aus den zu Beginn der Berichtsperiode bilanzierten Vertragsverbindlichkeiten wurden im Geschäftsjahr 2021/22 Umsätze in Höhe von € 34.048 Tausend generiert. Angefallene Kosten der Vertragsanbahnung (insbesondere an das Personal vorausbezahlte Vertriebsprovisionen) in Höhe von € 3.139 Tausend (Vj. € 2.682 Tausend), für die noch keine Umsatzrealisierung erfolgte, werden als sonstiger kurzfristiger Vermögenswert bilanziert. (19) Herstellungskosten Die Herstellungskosten betragen im Geschäftsjahr 2021/22 € 148.105 Tausend. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 3,1% (Vj. € 143.643 Tausend). In den Herstellungskosten sind Personalaufwendungen und Abschreibungen enthalten:
(20) Betriebliche Aufwendungen Die betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Geschäftsjahr 2021/22 und 2020/21 wie folgt zusammen:
Der Anteil am Ergebnis assoziierter Unternehmen wird seit dem Geschäftsjahr 2021/22 in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung separat ausgewiesen, sodass diese nicht in den sonstigen Erträgen oder Aufwendungen ausgewiesen werden. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Für eine konsistente Darstellung der Kosten der Funktionsbereiche beinhaltet die Position "Aufwendungen für Forschung und Entwicklung" auch die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten. In den betrieblichen Aufwendungen sind im Geschäftsjahr 2021/22 und 2020/21 Personalaufwendungen und Abschreibungen in folgender Höhe enthalten:
Die aktivierten Eigenleistungen werden vorrangig aus dem Bereich Forschung und Entwicklung gebildet und entlasten den Funktionsbereich unter anderem bezüglich der entstandenen Personalaufwendungen. Daher sind die Personalaufwendungen (siehe obenstehende Tabelle) höher als die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung insgesamt. Der Personalaufwand entstand für folgende Anzahl an Mitarbeiter:innen je Bereich zum Ende des Geschäftsjahres:
Brainlab beschäftigte in den Geschäftsjahren 2021/22 und 2020/21 im Durchschnitt 2.132 und 1.919 Mitarbeiter:innen. Auf die im Geschäftsjahr 2021/22 erworbenen Unternehmen entfallen 112 Mitarbeiter:innen im Durchschnitt. (21) Sonstige Erträge und Aufwendungen Die sonstigen Erträge gliedern sich wie folgt:
Der Anteil am Ergebnis assoziierter Unternehmen wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung separat dargestellt, sodass diese nicht mehr in den sonstigen Erträgen ausgewiesen werden. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Der Rückgang der übrigen sonstigen Erträge resultiert im Wesentlichen aus der im Geschäftsjahr 2020/21 enthaltenen Erträgen im Zusammenhang mit der Abwicklung des Verkaufs der Anteile an Mobius Imaging LLC und GYS Tech, LLC (DBA Cardan Robotics). Die Gewinne aus Finanzinstrumenten resultieren im Wesentlichen aus Bewertungen von bedingten Gegenleistungen sowie einem Ergebniseffekt aus der Optionsbewertung im Zusammenhang mit dem Erwerb der medPhoton GmbH. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen/Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen aufgrund von niedrigeren Auflösungen von bedingten Gegenleistungen nach IAS 19 im Zusammenhang mit den Unternehmenszusammenschlüssen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020/21 zurückgegangen. Im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie sind im Geschäftsjahr 2020/21 Erträge aus dem Verzicht der Rückzahlbarkeit eines Darlehens enthalten. Daneben wurden im Geschäftsjahr 2021/22 sowie im Geschäftsjahr 2020/21 in zwei Ländern staatliche Personalkostenzuschüsse gewährt. Im Geschäftsjahr 2021/22 sind außerdem staatliche Fördergelder für Forschung und Entwicklung in Höhe von € 235 Tausend (Vj. € 306 Tausend) enthalten. Die sonstigen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:
Die Verluste aus Finanzinstrumenten beinhalten einen Verlust aus der Ausbuchung des nicht ausgeübten Anteils der Kaufoption von medPhoton GmbH. (22) Ertragssteuern Für Deutschland wurde der geltende Körperschaftsteuersatz von 15,8% (inkl. Solidaritätszuschlag) zugrunde gelegt. Unter Berücksichtigung der Gewerbesteuer ergab sich ein durchschnittlicher inländischer Steuersatz für den Brainlab Konzern von 32,98% (Vj. 32,98%). Zwischen der Brainlab AG, der Brainlab Sales GmbH, der Brainlab Corporate Service GmbH, der Brain-Pulse GmbH, der Snke OS GmbH und der Mint Medical GmbH besteht ein Ergebnisabführungsvertrag, sodass diese Gesellschaften für Zwecke der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer einen Organkreis bilden. Der tatsächliche Ertragssteueraufwand belief sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf € 6.349 Tausend (Vj. Aufwand € 11.627 Tausend). Der Gesamtbetrag des tatsächlichen Steueraufwands beinhaltet € 69 Tausend Ertrag (Vj. Aufwand € 82 Tausend) für periodenfremde Steuern. Der deutliche Rückgang des tatsächlichen Ertragssteueraufwands ist dabei im Wesentlichen auf den Rückgang des Konzernergebnisses zurückzuführen. Zudem war ein latenter Steuerertrag in Höhe von € 5.498 Tausend (Vj. Aufwand € 250 Tausend) zu erfassen. Der Gesamtsteueraufwand betrug damit € 851 Tausend (Vj. Aufwand € 11.877 Tausend), wobei darin ein Ertrag für Vorjahre in Höhe von € 1.166 Tausend (Vj. Aufwand € 64 Tausend) enthalten ist. Für Gesellschaften mit einem nicht wesentlichen Einfluss auf den Gesamtsteueraufwand wird teilweise in vereinfachtes Verfahren zur Ermittlung des Gesamtsteueraufwands herangezogen. Im Geschäftsjahr 2021/22 ergaben sich Steueraufwendungen aufgrund veränderter Steuersätze in Höhe von € 9 Tausend (Vj. Ertrag € 9 Tausend). Wesentlich wirkte sich dabei eine Verminderung des Steuersatzes der Brainlab, Inc. (USA) auf 25,7% (Vj. 25,8%) aus. Die direkt mit dem Eigenkapital verrechneten latenten Steueraufwände betrugen € 91 Tausend (Vj. Aufwand € 163 Tausend). Die latenten Steuerabgrenzungen resultieren aus Abweichungen bei folgenden Positionen:
Insgesamt hat sich der Passivüberhang bei den latenten Steuern (per Saldo Verbindlichkeiten von € 19.921 Tausend) ausgehend vom Vorjahr (€ 20.056 Tausend) um € 135 Tausend (Vj. Erhöhung € 3.826 Tausend) vermindert. Davon entfallen € 342 Tausend (Vj. € 160 Tausend) auf erfolgsneutrale Effekte. Die medPhoton GmbH und die Dr. Langer Medical GmbH werden seit 2022 im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzern einbezogen. Dabei wurden insgesamt im Rahmen der Erstkonsolidierung passive latente Steuern von € 5.705 Tausend erfolgsneutral passiviert. Diese sind im Wesentlichen auf immaterielle Vermögenswerte zurückzuführen. Auf die verbleibenden Gewinnrücklagen zum 30. September 2022 der Tochtergesellschaften medPhoton GmbH (Österreich), Snke OS GmbH (Deutschland), Dr. Langer Medical GmbH (Deutschland), Brainlab France SARL (Frankreich), Brainlab Ltd. (UK), Brainlab, Inc., (USA), Mint Medical, Inc., (USA), Brainlab Australia Pty. (Australien), Beijing Medical Equipment Trading Co. Ltd. (Volksrepublik China) und Brainlab K.K. (Japan) wurden keine latenten Steuern gebildet, da nicht geplant ist, diese Gewinne auszuschütten. Temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Investitionen in Tochtergesellschaften, für die keine latenten Steuerverbindlichkeiten verbucht wurden, beliefen sich auf insgesamt € 8 Millionen. Für steuerliche Verlustvorträge wurden aktive latente Steuern nur angesetzt, wenn ihre Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge/Steuergutschriften (€ 12.091 Tausend, Vj. € 7.800 Tausend) wurden bei den Konzerngesellschaften Brainlab Italia s.r.l., (Italien), Brainlab Ltd. (Hong Kong), Brainlab K.K. (Japan), Brainlab, Inc. (USA), Brainlab Robotics GmbH (Deutschland), 10 Grad Event GmbH (Deutschland), Brainlab Ltd. (Israel) und Jan Medical, Inc., (USA) angesetzt. Die zum 30. September 2022 bestehenden aktivierten Verlustvorträge sind mit Ausnahme der für USA aktivierten Verlustvorträge zeitlich unbegrenzt. Zum 30. September 2022 bestanden folgende steuerliche Verlustvorträge, für die keine latenten Steuern gebildet wurden:
Von den zum 30. September 2022 konzernweit vorhandenen Verlustvorträgen wurden in Höhe von € 44.350 Tausend (Vj. € 40.024 Tausend) keine aktiven latenten Steuern gebildet. Die Nutzung der nicht aktivierten Verlustvorträge unterliegt in Höhe von € 44.228 Tausend (Vj. € 37.661 Tausend) zeitlichen Begrenzungen.
Die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr ist auf die Verlustvorträge der Jan Medical Inc., USA und der VisionTree Software Inc., USA zurückzuführen. Der tatsächliche Steueraufwand in Höhe von € 851 Tausend (Vj. Steueraufwand € 11.877 Tausend) des Geschäftsjahres 2021/22 war um € 516 Tausend niedriger (Vj. höher € 589 Tausend) als der erwartete Steueraufwand von € 1.367 Tausend (Vj. Steueraufwand € 11.288 Tausend), der sich bei Anwendung eines erwarteten Durchschnittssteuersatzes auf das Vorsteuerergebnis des Konzerns ergeben würde. Dieser Durchschnittssteuersatz wird vereinfachend aus den erwarteten Steuersätzen der Brainlab AG ermittelt und lag im Geschäftsjahr 2021/22 bei 32,98% (Vj. 32,98%). Die Ursachen für den Unterschied zwischen erwartetem und tatsächlichem Steueraufwand zeigt die nachfolgende Überleitungsrechnung:
(23) Ergebnis je Aktie Das Ergebnis je Aktie wird gemäß IAS 33 - Ergebnis je Aktie mittels Division des Jahresergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien ermittelt. Die folgende Tabelle zeigt die Berechnung des unverwässerten und verwässerten Ergebnisses je Aktie für die Geschäftsjahre 2021/22 und 2020/21:
(24) Angabe zur Kapitalflussrechnung Die Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten, die künftig zu Zahlungsströmen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit führen werden, sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Die Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten aus dem Vorjahr, die künftig zu Zahlungsströmen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit führen werden, sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt: Zahlungsunwirksame Veränderung
Die Vorjahrestabelle wurde um die Spalte "Konsolidierungskreisänderungen" ergänzt. (25) Segmentberichterstattung Folgende Segmentinformationen werden gemäß IFRS 8 - Geschäftssegmente aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Segmente entsprechen den Erläuterungen in Anhang "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". Zum Zweck der Unternehmenssteuerung ist der Konzern nach Produkt- und Dienstleistungsgruppen in Geschäftseinheiten organisiert. Weltweit sind öffentliche und private Krankenhäuser, Operationszentren und Universitätskliniken die Hauptkunden des Unternehmens. Ab dem Geschäftsjahr 2021/22 wird die Segmentberichterstattung zu den bestehenden Segmenten Chirurgie und Radiochirurgie um das Segment Digital Health erweitert. Chirurgie Die bildgestützten Chirurgiesysteme von Brainlab liefern hochpräzise chirurgische Informationen in Echtzeit. Diese Systeme lassen sich von einem Einzelsystem für einen einzigen Anwendungsbereich bis zum integrierten Operationssaal oder digitalisierte Gesamtintegration für ein Krankenhaus erweitern. Radiochirurgie Anwendungen der Radiochirurgie ermöglichen eine hochpräzise Behandlungsplanung und Bestrahlung von Tumoren im Kopf, Wirbelsäule und Lunge. Digital Health Der Bereich Digital Health wurde als offene, modulare Plattform entwickelt, um die benötigten Daten in allen Setups zu erfassen, verwalten und anzuzeigen. Weitere Informationen bezüglich der Geschäftstätigkeit der Segmente sind dem Lagebericht zu entnehmen. Die drei Segmente entsprechen der Managementstruktur, der Vertriebsorganisation, dem System der internen Berichterstattung und dem vorherrschenden Ursprung der Risiken und Erträge des Unternehmens. Zur Bildung der berichtspflichtigen Geschäftssegmente wurden keine Geschäftssegmente zusammengefasst. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Geschäftssegmente wird vom Management getrennt überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu treffen und um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen. Die Entwicklung der Segmente wird anhand der jeweiligen Betriebsergebnisse beurteilt und in Übereinstimmung mit dem Betriebsergebnis im Konzernabschluss bewertet. Gewinn- und Verlusteffekte, die nicht direkt einem der Geschäftssegmente Chirurgie, Radiochirurgie und Digital Health zugeordnet werden, sind mittels Umlageschlüsseln verteilt. Die Ergebnisse der Geschäftssegmente beinhalten keine Steuern und keine Zinserträge oder Zinsaufwendungen, die diesen nicht direkt zugeordnet werden können. Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, Steuerforderungen, sowie sonstige kurz- und langfristige finanzielle Vermögenswerte (außer strategische Investitionen) werden zentral gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zu allokiert. Die Konzernfinanzierung (einschließlich Finanzaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragssteuern werden konzerneinheitlich gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet. Sie sind in der Überleitung auf den Konzernabschluss enthalten. Das im Geschäftsjahr 2021/22 vollkonsolidierte Unternehmen medPhoton GmbH ist dem Geschäftssegment Digital Health und die Dr. Langer GmbH ist dem Geschäftssegment der Chirurgie zugeordnet. (siehe Konzernanhangangabe (9)).
Im Zusammenhang mit den Unternehmenserwerben sind die Segmentvermögenswerte in Digital Health stark gestiegen. Überleitungsrechnung des Ergebnisses
Zusätzliche Informationen Die Gesellschaft bildet drei geografische Segmente nach dem Standort der Niederlassungen: Nordamerika, Asien Pazifik (Hongkong, Japan, Australien, China), Europa und übrige Welt. "Übrige Welt" wird vorrangig durch die Brainlab Sales GmbH und deren Tochtergesellschaften abgedeckt. Der Umsatz des Segments "Europa und Übrige Welt" wird überwiegend in der Europäischen Union generiert. Die Verrechnungen innerhalb des Konzerns erfolgen nach dem arms' length principle unter Zugrundelegung der Verrechnungspreisgrundsätze der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD). Die Abstimmung der Segmentinformationen mit den insgesamt konsolidierten Informationen gestaltet sich wie folgt:
Die hier ausgewiesenen langfristigen Vermögenswerte umfassen Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Nutzungsrechte. Innerhalb der Rubrik Sonstige werden nicht auf die einzelnen Segmente zuordenbare Vermögenswerte dargestellt, wie der Geschäfts- oder Firmenwert (€ 101.525 Tausend) sowie eine globale Margeneliminierung im Sachanlagevermögen (€ -2.731 Tausend). Der Anstieg im Segment Europa und übrige Welt im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Unternehmenszusammenschlüsse im Geschäftsjahr 2021/22 (siehe Konzernanhangangabe (9)) sowie auf aktivierte Entwicklungskosten zurückzuführen. Ursächlich für den Anstieg im Segment Nordamerika ist im Wesentlichen die Währungskursentwicklung im Geschäftsjahr 2021/22. Auf die in Deutschland ansässigen Gesellschaften entfallen Nettoerlöse aus Verträgen mit Kunden in Höhe von € 123.797 Tausend (Vj. 139.916 Tausend) sowie langfristige Vermögenswerte in Höhe von € 192.543 Tausend (Vj. € 162.257 Tausend). Die Ermittlung erfolgt auf Basis des Sitzes der die Umsatzerlöse erzielenden Gesellschaften. (26) Eventualverbindlichkeiten Eventualverbindlichkeiten und sonstige Verpflichtungen Zum 30. September 2022 bestehen Eventualverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten in folgendem Umfang: Aus dem Bestellobligo für Investitionen zum 30. September 2022 bestehen finanzielle Verpflichtungen in Höhe von € 1,1 Millionen (Vj. € 0,7 Millionen). Außerdem bestehen zum 30. September 2022 Rahmenverträge mit Abnahmeverpflichtungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von € 17,0 Millionen (Vj. € 13,9 Millionen). (27) Gesamthonorar der Abschlussprüfer Die für die Geschäftsjahre 2021/22 und 2020/21 berechneten Gesamthonorare der Abschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betragen:
(28) Vergütung des Vorstandes, des Aufsichtsrates und Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen Die Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats nach IAS 24.17 stellen sich im Geschäftsjahr 2021/22 und 2020/21 wie folgt dar:
Zur besseren Darstellung wurde die Tabelle für dieses Geschäftsjahr 2021/22 aufgenommen. Die entsprechenden Vorjahreswerte wurden angepasst. Die Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats nach § 314 (1) Nr. 6 i.V.m. § 315e (1) HGB belaufen sich für die aktiven Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2021/22 auf € 4.823,5 Tausend (Vj. € 2.280,7 Tausend). Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr 2021/22 € 75,7 Tausend (Vj. € 67,5 Tausend). Ein Mitglied des Aufsichtsrates war in den Geschäftsjahren 2021/22 und 2020/21 als Angestellter geschäftlich mit der Gesellschaft verbunden. Es hat seitens Brainlab eine Beziehung zum assoziierten Unternehmen bis zum 01. Mai 2022 bestanden. Dieses Unternehmen hat Brainlab am 02. Mai 2022 mehrheitlich erworben. Es findet seitdem Berücksichtigung als vollkonsolidiertes Tochterunternehmen im Konzernabschluss gemäß IFRS 12. Weitere Informationen hierzu sind der Konzernanhangangabe (8) und (9) zu entnehmen. Im Geschäftsjahr 2021/22 haben in der Zeit vom 01. Oktober 2021 bis einschließlich 01. Mai 2022 aus der Beziehung als assoziiertes Unternehmen wesentliche Transaktionen im Bereich von Wareneinkäufen stattgefunden (Geschäftsjahr 2021/22: € 5.343 Tausend; Geschäftsjahr 2020/21: € 6.424 Tausend). (29) Rechtsstreitigkeiten Brainlab ist Partei verschiedener Rechtsstreitigkeiten: Produkthaftung Am 13. Januar 2021 wurde eine Klage ("Klage") gegen Brainlab, Inc. ("Brainlab"), NYU Langone Health System und NYU Langone Hospitals (zusammen "NYU") sowie Dimitris G. Placantonakis M.C. ("Dr. Placantonakis") von einem Patienten eingereicht, der sich am 10. Oktober 2019 einer von Dr. Placantonakis an der NYU durchgeführten Hirnbiopsie unterzog. Dr. Placantonakis verwendete für den Eingriff ein Brainlab Navigationssystem. In der Klage werden Brainlab verschuldensunabhängige Produkthaftung und Fahrlässigkeit vorgeworfen, und es werden auch Vorwürfe gegen die NYU und Dr. Placantonakis erhoben. Der Versicherer von Brainlab hat die Verteidigung von Brainlab übernommen. Das Offenlegungsverfahren ("discovery procedure") und gerichtliche Statusanhörungen dauern an. Brainlab geht davon aus, dass die Angelegenheit keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen auf das Unternehmen haben wird. Am 13. Juli 2022 wurde Brainlab, Inc. eine Klage zugestellt, die beim Superior Court of California, County of Los Angeles, gegen die Brainlab AG, Brainlab, Inc., Dr. Mike Chen, das Methodist Hospital of Southern California, City of Hope und die Beklagten 1 bis 100 eingereicht wurde, in der eine widerrechtliche Tötung infolge einer Kraniotomie und Hirnbiopsie im Mai 2021 behauptet und Schadenersatz gefordert wird ("Klage"). In der Klage werden verschuldensunabhängige Haftung und Fahrlässigkeit geltend gemacht. Der Versicherer von Brainlab hat die Verteidigung von Brainlab übernommen. Die Beweisaufnahme hat begonnen, befindet sich aber noch in einem frühen Stadium. Geistiges Eigentum In der Sache NeuroGrafix verklagten Aaron Filler und NeuroGrafix ("Kläger") am 31. Januar 2019 die Vereinigten Staaten von Amerika, Brainlab, Inc., Brainlab AG ("Brainlab") und eine weitere Partei vor dem U.S. Court of Federal Claims (US-Bundesgericht für Ansprüche) wegen einer Patentverletzung unter dem Aktenzeichen 1:19-cv-00173-EJD. Die Kläger behaupteten, dass Brainlab zusammen mit den Vereinigten Staaten gemeinschaftlich und jeweils einzeln eine "Inanspruchnahme" [taking] einer Lizenz für das US-Patent Nr. 5.560.360 nach 28 USC § 1498(a) veranlasst hätten. Nach Ansicht der Kläger bestünde Anspruch auf eine Entschädigung von "über 2 Milliarden Dollar" für die behauptete Inanspruchnahme. Brainlab ist der Ansicht, dass der U.S. Court of Federal Claims für Brainlab nicht zuständig ist und das Gericht hat auch keine Zuständigkeit für Brainlab ausgeübt. Am 11. Mai 2020 wies das Gericht die Klage der Kläger in vollem Umfang ab. Die Kläger legten gegen diese Entscheidung Berufung beim U.S. Court of Appeals for the Federal Circuit ein. Am 21. November 2021 bestätigte das Berufungsgericht die Entscheidung der Vorinstanz, mit der die Klage abgewiesen wurde. Die Kläger legten beim U.S. Supreme Court Berufung ein. Am 3. Oktober 2022 erging die Entscheidung des Supreme Court, die Berufung nicht anzunehmen. Der Fall ist damit abgeschlossen. Es sind zwei Widersprüche von Dritten gegen Markenanmeldungen Brainlabs anhängig. Brainlab erwartet nicht, dass ein negatives Ergebnis dieser Verfahren relevante negative Auswirkungen auf die finanzielle Situation von Brainlab haben wird. Sonstige Brainlab ist Partei in fünf weiteren Klageverfahren. Es ist unabhängig von deren Ausgang nicht wahrscheinlich, dass diese relevante negative Auswirkungen auf die finanzielle Situation von Brainlab haben werden. (30) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Es sind keine Ereignisse mit wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage eingetreten.
München, 20. Dezember 2022 Brainlab AG Stefan Vilsmeier, Vorstandsvorsitzender Rainer Birkenbach, Vorstand Jan Merker, Vorstand Zusammengefasster LageberichtSämtliche im Lagebericht enthaltenen Aussagen, die keine vergangenheitsbezogenen Tatsachen darstellen, sind vorausschauende Aussagen und unterliegen damit Risiken und Unsicherheiten. Die tatsächlichen zukünftigen Ergebnisse können von den Erwartungen abweichen. Das Unternehmen übernimmt keine Verpflichtung, vorausschauende Aussagen zu aktualisieren oder zu korrigieren. (1) Grundlagen des Brainlab Konzerns Geschäftstätigkeit Das zukunftsweisende Technologieunternehmen Brainlab entwickelt, produziert und vermarktet softwaregestützte Medizintechnologie seit über 30 Jahren. Die Kernprodukte umfassen informationsgesteuerte Chirurgie, Präzisionsstrahlentherapie sowie Informations- und Wissensaustausch, mit dem die interdisziplinäre Zusammenarbeit intensiviert wird. Mit der Technologie von Brainlab werden Behandlungen in den Bereichen Neurochirurgie, Radiochirurgie/Radiotherapie, HNO, MKG, Wirbelsäule und Trauma durchgeführt. Das Produktspektrum der Gesellschaft konzentriert sich auf drei Bereiche: Chirurgie, Radiochirurgie und Digital Health. Chirurgie Mit der von Brainlab entwickelten Software-Technologie können Chirurgen Eingriffe planen und navigieren. Seit über 30 Jahren ist Brainlab Innovationstreiber im OP-Umfeld: Mit modernster Bildanreicherungs- und Visualisierungstools können Ärzt:innen Patientendaten maximal auswerten und nutzen - und so mit Hilfe wertvoller Informationen ihre chirurgischen Ziele erreichen. Bildgestützte Chirurgie, robotische Assistenz und intraoperative Bildgebungsplattformen von Brainlab optimieren Eingriffe. Zudem bieten sie Ärzt:innen die Möglichkeit, die Vorteile der Brainlab Software voll auszuschöpfen und in Kombination maximale Leistungsfähigkeit zu erreichen. Die verschiedenen Technologien sind skalierbar und können für Bildgebung, Navigation, Datenanreicherung und Datenaustausch verwendet werden. Der gesamte OP-Saal und die Patientendaten lassen sich ganz einfach per Fingertipp über Buzz® Digital O.R. steuern. Bilddaten werden mit Curve® Navigation, der leistungsstärksten Plattform von Brainlab für chirurgische Navigation, angereichert. Kick® eignet sich für die Navigation und ist mit optischem oder EM-Tracking erhältlich. Mit dem mobilen Bildgebungsroboter Loop-X® werden chirurgische Workflows optimiert, von der Systempositionierung über die Bildgebung bis hin zur Verifizierung. Cirq®, eine universelle Plattform für robotische Aufgaben, ist für eine Reihe von neurochirurgischen Indikationen einsetzbar. Radiochirurgie Strahlentherapie: Ein wichtiger Baustein in der multimodalen Behandlung Auch wenn die Zahl der Krebserkrankungen jährlich weiterhin zunimmt, geht die Sterblichkeit durch Tumorerkrankungen langsam zurück. Einen Anteil an diesem Erfolg hat die Strahlentherapie, deren Rolle in der multimodalen Krebsbehandlung künftig noch wichtiger wird. Als eines der führenden Unternehmen im Bereich Präzisionsstrahlentherapie und Stereotaktische Radiochirurgie (SRS) ist es der Ansporn von Brainlab, Innovationen voranzutreiben, mit kritischem Blick "Technologie-Gaps" zu evaluieren und zu füllen sowie kontinuierlich den Status Quo zu hinterfragen. Die Lebensqualität und das Wohl der Patient:innen im Fokus Die Zielsetzung von Brainlab ist es, Ärzt:innen und Patient:innen weltweit Radiochirurgie auf hohem Niveau zugänglich zu machen. Für Patient:innen besteht der Vorteil darin, dass Tumorerkrankungen nicht-invasiv und in nur wenigen Fraktionen behandelt werden. Durch die bestmögliche Schonung des gesunden Gewebes und dem Erhalt der kognitiven Funktionen stellt Brainlab die Lebensqualität und das Wohl der Patient:innen in den Vordergrund. Ärzt:innen werden durch Brainlab Software bei der Entscheidungsfindung und der Dosisplanung optimal unterstützt, Behandlungspläne können automatisiert und innerhalb kürzester Zeit erstellt und an die klinischen Bedürfnisse angepasst werden. Während der Bestrahlung ermöglichen wir eine submillimetrische Genauigkeit in der Patientenpositionierung und - überwachung. Da wir Standards und Schnittstellen nutzen und fördern, ermöglichen wir die Kombination unserer Produkte mit unterschiedlichen Bestrahlungstechnologien. Basierend auf den Erfahrungen der kranialen und spinalen Präzisionsstrahlentherapie entwickelt Brainlab in Zukunft auch indikationsspezifische Lösungen im extrakraniellen Bereich wie Brust oder Lunge. Digitalisierung für eine individuelle und personalisierte Therapie In Zukunft fokussieren wir uns verstärkt darauf, tiefergehende Erkenntnisse aus den bereits existierenden Daten zu ziehen. Diese Informationen werden in die Software zurückgespielt, um über Künstliche Intelligenz Rückschlüsse und Empfehlungen für kommende Behandlungen abzuleiten. Zudem sind für künftige Behandlungen nicht nur klinische, sondern auch genetische und darüber hinaus gehende Daten für die Behandlungsplanung hinzuzuziehen. One-size-fits-all gilt nicht mehr - sämtliche Erkrankungen benötigen eine individuelle und personalisierte Therapie. Die Digitalisierung und die Analyse von Patient:in- nen-Daten wird die Radiochirurgie in eine neue Ära führen. Weiterführende Informationen zu den Produktbereichen:
Digital Health Durch die wachsende Flut unstrukturierter Daten aus Videoquellen, intraoperativer Bildgebung und chirurgischer Dokumentation wird das Verwalten und Abrufen der benötigten Daten im Operationssaal wichtiger denn je. Dabei geht es beim OP-Saal der Zukunft jedoch nicht nur um Datenanreicherung und Informationsintegration, sondern auch um medizinische Hightech-Geräte. Unser Ziel ist es, die Nutzung von Geräten und Informationen zu vereinfachen und klinische Daten vor, während und nach dem chirurgischen Eingriff zu ergänzen. Dazu stellen wir dem OP-Team ein Toolset zur Verfügung, mit dem die Dokumentation, Kommunikation, Integration und schließlich auch der Behandlungserfolg für den Patienten verbessert werden kann. Brainlab Digital O.R. wurde als offene, modulare Plattform entwickelt, um die benötigten Daten in allen Setups zu erfassen, verwalten und anzuzeigen, von einfachen allgemeinchirurgischen bis hin zu komplexen Hybrid-Operationssälen. Konzernstruktur Brainlab vertreibt seine Produkte weltweit über Tochterunternehmen in Australien, Brasilien, China, Deutschland, Großbritannien, Hongkong, Indien, Israel, Italien, Japan, Österreich und USA. Die Gesellschaft bildet global drei operative Segmente entlang der Produktbereiche Chirurgie, Radiochirurgie und Digital Health. Die geographische Aufteilung richtet sich nach den Vertriebsregionen "Nordamerika", "Asien Pazifik" und "Europa und Übrige Welt". Der Bestandteil der Vertriebsregion "Übrige Welt" wird vorrangig durch die Brainlab Sales GmbH und deren Tochtergesellschaften abgedeckt, wobei innerhalb der Vertriebsregion "Europa und Übrige Welt" der Schwerpunkt in der Europäischen Union liegt. Nachfolgende Grafiken geben die geographische Verteilung sowie die Beteiligungsstruktur des Konzerns zum 30. September 2022 wieder:
Zu den Änderungen, die sich im Geschäftsjahr 2021/22 im Konsolidierungskreis ergeben haben, wird auf die Wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Konsolidierungsgrundsätze im Konzernanhang verwiesen. Konzernstrategie Das Jahr 2022 war geprägt von großen Herausforderungen - COVID-19-Pandemie, Krieg in der Ukraine, beginnende Rezession und Energiekrise. Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen konnte Brainlab das Geschäftsjahr 2021/22 mit guten Ergebnissen abschließen: Im Kerngeschäft der chirurgischen und radiochirurgischen Systeme ist Brainlab auf Wachstumskurs und konnte ein Umsatzplus verzeichnen - dieses Ergebnis profitiert erheblich vom starken Dollarkurs. Speziell der Bereich Radiochirurgie zeigte sich eine dynamische Entwicklung mit starkem Auftragseingang. Das Produkt ExacTrac Dynamic® mit seinem erweitertem Anwendungsspektrum ist maßgeblicher Treiber dieser vielversprechenden Geschäftstendenz. Durch verzögerte Installationen bei Linearbeschleunigern gibt es in diesem Umfeld jedoch einen Rückstand, der sich als stärkeres Umsatzwachstum in 2023 darstellen wird. Ebenfalls positiv entwickelten sich die Bereiche Robotik und Wirbelsäulenchirurgie, deren Wachstum im Geschäftsjahr 2021/22 Fahrt aufnahm. Positive Erwartungen sind mit dem Bereich Digital O.R. verbunden. Das in den letzten Jahren realisierte strategische Insourcing der Produktion wirkte sich günstig auf die Supply Chain aus, die von den Lieferproblemen im Zuge der Pandemie mit nur wenigen Ausnahmen weitgehend verschont blieb. Brainlab hat drei strategische Schwerpunkte:
Die Tochtergesellschaft Snke OS® mit dem Geschäftsfeld Infrastruktur und Algorithmen im Bereich künstliche Intelligenz (KI) plant im kommenden Geschäftsjahr einen Prototypen der Plattformlösung auf den Markt zu bringen, sodass 2023 mit ersten Umsätzen gerechnet werden kann. Zielsetzung ist es, das umfangreiche Know-how von Brainlab im Bereich "Anatomical Mapping" (anatomisches Modell des Patienten) anderen Akteuren im Gesundheitswesen als Plattform zugänglich zu machen. Die Mint Medical GmbH erzielte eine positive Umsatzentwicklung und konzentrierte sich auf die Produktintegration als Grundlage für weitere Datenregisterprojekte. Dazu gehört das Projekt BORN (Bayernweites Onkologisches Radiologie-Netzwerk), in dem Mint Medical gemeinsam mit sechs bayerischen Universitätskliniken einheitliche, strukturierte und standardisierte Befundberichte in der onkologischen Bildgebung erarbeitet und etabliert. Zweites Projekt ist eine Kooperation mit der DGOOC (Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Chirurgie) mit der Zielsetzung einer datenschutzkonformen Registerinfrastruktur für die Verarbeitung von klinischen Patientendaten, basierend auf den Erfahrungen des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD), Europas zweitgrößtem medizinisch-wissenschaftlichem Register. Ziel von Mint Medical ist es, den Weg hin zu einer strukturierten und nutzbaren Gesundheitsdatenbasis aktiv mitzugestalten und damit bessere und individualisierte Behandlungen für Patient:innen sowie wertvolle Erkenntnisse für die medizinische Forschung zu ermöglichen. Level Ex, Inc., seit 2020 Teil der Brainlab AG, bietet ein Modell des chirurgischen Ablaufs in Form von professionellen Computerspielen für die Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr blieb die US-Tochter in Umsatz und Ertrag unter den Erwartungen. Ein wesentlicher Fokus des Managements lag auf der Ausrichtung und Anpassung von Organisationsstrukturen in Vertrieb und Kundenansprache, was einen signifikanten Teil der Ertragssituation im Geschäftsjahr 2022 erklärt. Level Ex, Inc., arbeitet intensiv an ihrer Vermarktungsstrategie und -struktur mit inhaltlicher Fokussierung auf diejenigen Kernbereiche, die für Brainlab nutzbar sind. Für die nächsten zwei Jahren stehen die verstärkte Schaffung von Synergien sowie weitere Investitionen auf der Agenda. Im Geschäftsjahr 2021/22 tätigte Brainlab zwei weitere Akquisitionen: medPhoton GmbH mit Sitz in Salzburg, Österreich, entwickelt und produziert innovative bildgebende Systeme für Chirurgie und Strahlentherapie - und ermöglicht es Brainlab, die Bildgebung während der Operation zum Nutzen der Patient:innen kontinuierlich und entscheidend zu verbessern. Das zweite Unternehmen, Dr. Langer Medical GmbH aus Waldkirch, Baden-Württemberg, ist auf die Entwicklung intraoperativer Neuromonitoring-Lösungen sowie das dazu passende Zubehör für chirurgische Eingriffe spezialisiert. Die Nominierung für den Deutschen Zukunftspreis 2022, Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, im September 2022 ist für Brainlab eine besondere Auszeichnung. Das Team bestehend aus Stefan Vilsmeier, Claus Promberger und Prof. Dr. med. Cordula Petersen, Direktorin der Klinik Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) schaffte es mit der Technologie ExacTrac Dynamic® unter die drei Nominierten und wurde in den "Kreis der Besten" aufgenommen. In den letzten Jahren hat sich die MedTech-Industrie üblicherweise antizyklisch verhalten. Aktuell haben wir die Herausforderung, dass die Krankenhausbranche recht verhalten reagiert angesichts der ungewissen Kostensteigerungen. Brainlab verfolgt den Ansatz, Wachstum durch neue Technologien voranzutreiben und möchte 2023 neue Geschäftsmöglichkeiten basierend auf den drei definierten strategischen Schwerpunkten schaffen. Brainlab leistet einen maßgeblichen Beitrag zur Digitalisierung des Gesundheitswesens, die in Krankenhäusern für Effizienzsteigerungen und mehr Nachhaltigkeit sorgt. Mit digitalen Formaten im Vertrieb und der Virtualisierung des Verkaufs- und Trainingsprozesses verbessert Brainlab den Zugang zur digitalen Gesundheitsversorgung und reduziert gleichzeitig die Notwendigkeit von Geschäftsreisen. Brainlab nimmt seine Verantwortung als Teil der globalen Gesellschaft ernst, bekennt sich zur Kreislaufwirtschaft und versteht sich als Vorreiter innerhalb der Branche. Mit der Zielsetzung einer nachhaltigen Entwicklung setzt Brainlab sich dafür ein, teure Hardware verstärkt zu Virtualisieren, die Lebenszyklen der eigenen Produkte zu verlängern und bestehende Systeme, anstatt teurer Neuanschaffungen, upzugraden. Den verantwortungsvollen Umgang mit unseren begrenzten Ressourcen in Einklang zu bringen mit technologischer Innovation für eine bessere medizinische Versorgung von Patient:innen in Deutschland, Europa und der Welt, darum geht es Brainlab mit "Together we're making an impact". Steuerungssystem Zur Steuerung des Brainlab Konzerns wird hauptsächlich auf die Entwicklung der Kenngrößen Umsatzerlöse, EBIT- und EBITDA-Marge (Quotienten aus EBIT bzw. EBITDA zu Umsatzerlösen) und Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit abgestellt. Diese Steuerungsgrößen sollen ein Gleichgewicht aus Solvenz, Rentabilität und Wachstum herstellen, mit dem Brainlab eine nachhaltige Entwicklung erreicht. Geschäftsprozesse Beschaffung Bei der Auswahl der Lieferanten verfolgt das Unternehmen das Ziel, Hauptlieferanten an das Unternehmen zu binden und dabei entstehende Abhängigkeiten auf ein notwendiges Maß zu beschränken. Die wesentlichen Währungen sind US-Dollar (USD) und Euro (€). Ca. 23% der Lieferantenrechnungen wurden in US-Dollar gestellt, weitere etwa 76% in Euro und ca. 1% in Schweizer Franken (CHF). Die Beschaffung in USD reduziert die Währungsrisiken zwischen Einnahme- und Ausgabeströmen. Verträge mit Exklusivitätsklauseln sollen sicherstellen, dass bestimmte wesentliche Komponenten der Brainlab-Produkte nicht auch für Mitbewerber gefertigt werden dürfen. Das Unternehmen bezieht seine Bauteile von zahlreichen Zulieferern. Aus Gründen der Qualitätssicherung und der Wirtschaftlichkeit werden dabei für kosten- und entwicklungsintensive Komponenten langfristige Bindungen zu Hauptlieferanten etabliert. Bei geringwertigeren Zukaufteilen möchte sich das Unternehmen größtmögliche Flexibilität und Verhandlungsmacht bewahren. So will Brainlab eine ausreichende Unabhängigkeit von einzelnen Lieferanten erreichen. Um die Produktqualität sicherzustellen, sollen alle Hauptlieferanten für Brainlab-Produkte zumindest nach ISO 9001 zertifiziert sein und werden darüber hinaus von der Gesellschaft regelmäßigen Qualitätsprüfungen unterzogen. Zudem werden bestimmte Güter bei Wareneingang einer Qualitätsprüfung unterzogen. Die Lagerung erfolgt in Hochregal- und Kleinteilelagern mit einer durchschnittlichen Lagerdauer von ca. sechs Monaten am Standort Heimstetten. Um Produktionsspitzen auszugleichen, wird ein Sicherheitsbestand bevorratet. Produktion Brainlab produziert im Wesentlichen am Hauptsitz des Unternehmens in München. Zur Produktion gehören die Endmontage zugelieferter und vormontierter Module, die Installation und Konfiguration von Hard- und Software sowie die abschließende Endprüfung der Systeme. Die Systeminbetriebnahme erfolgt beim Kunden durch den Kundendienst der Tochtergesellschaften der Brainlab AG oder durch Distributoren. Darüber hinaus wird bei den im Geschäftsjahr 2021/22 erworbenen Tochtergesellschaften medPhoton GmbH und Dr. Langer Medical GmbH produziert. Für das von Brainlab gelieferte Produkt ExacTrac® führen die Tochtergesellschaften der Brainlab AG einen Großteil der Installation von Hard- und Software beim Kunden vor Ort durch. Bei den Produkten Curve®, Kick®, Buzz® und Buzz® Navigation findet ebenso ein Teil der Installation vor Ort statt. Neben einer vollständigen Vernetzung der eigenen Systeme kann Brainlab zusätzlich auch von Drittpartei-Lieferanten bezogene Produkte und Systeme integrieren. Soweit möglich, konzentriert sich Brainlab auf die Verwendung von standardisierten Komponenten in den verschiedenen Plattformen. Vertrieb und Kooperationen Brainlab-Produkte werden über Vertriebsgesellschaften und Distributoren weltweit vertrieben. Die Kundenansprache erfolgt in den Kernmärkten über eigene Vertriebsmitarbeiter:innen der Brainlab Tochtergesellschaften. In einigen Regionen wird der Vertrieb der Brainlab-Produkte mit Distributoren und in Zusammenarbeit mit Unternehmen vor Ort gestärkt. Die Brainlab, Inc., USA, verantwortet den Vertrieb in Nord-, Mittel- und dem nördlichen Lateinamerika. Der Vertrieb im asiatisch-pazifischen Raum erfolgt über die Tochtergesellschaften in Australien (Sydney), China (Peking), Japan (Tokio), Hongkong und den Büros in Singapur, Malaysia und Südkorea. Kunden in allen anderen Regionen der Welt werden über die Brainlab Sales GmbH (München) betreut. Zusätzlich stehen in Brasilien (Sao Paulo), Großbritannien (Cambridge), Italien (Mailand), Israel (Tel Aviv) und Indien (Neu-Delhi) Tochtergesellschaften zur Verfügung. In Frankreich und für den Mittleren Osten unterhält die Brainlab Sales GmbH Repräsentanzen. Im Geschäftsjahr 2021/22 hat der Konzern die Mehrheit der Anteile an der medPhoton GmbH erworben (siehe Konzernanhangangabe (9)). Bisher bestand eine Entwicklungs- und exklusive Vertriebsvereinbarung über ein System zur intra-operativen 2D und 3D Bildgebung für den Bereich Chirurgie. Mehr als fünfzig Systeme sind in Europa, Mittleren Osten, Australien und USA bereits bei Kunden im klinischen Einsatz. Seit dem Geschäftsjahr 2015 besteht eine langfristige Kooperation mit der Boston Scientific Cooperation im Bereich der Tiefenhirnstimulation, welche im Geschäftsjahr 2021/22 verlängert wurde. Brainlab entwickelt hierfür dedizierte klinische Software Lösungen und steuert technische Applikationen aus dem eigenen Produktportfolio bei. Die Kombination der Technologien beider Partner zur Planung chirurgischer Eingriffe und Visualisierung anatomischer Strukturen wird zur Behandlung von Bewegungsstörungen, unter anderem für Symptome der Parkinson-Krankheit verwendet. Im Bereich des orthopädischen Portfolios hat Brainlab Anfang 2018 sein Hüft- und Knie-Navigationsgeschäft an die Firma Smith & Nephew USD Limited verkauft. In diesem Rahmen hat Brainlab bereits einen Teil der vereinbarten Projekte abgeschlossen und arbeitet an der Umsetzung weiterer Projekte im laufenden Geschäftsjahr. Zusätzlich wurde mit Smith & Nephew plc ein langfristiger Liefer- und Kooperationsvertrag geschlossen, der Brainlab weiterhin Umsätze im Bereich der Orthopädie ermöglicht. Darüber hinaus arbeiten Smith & Nephew USD Limited und Brainlab zusammen in anderen Geschäftsfeldern. Im Jahr 2017 ging Brainlab eine Vertriebskooperation in USA und Kanada mit Ziehm Imaging im Bereich der intra-operativen Bildgebung in der Wirbelsäulenchirurgie ein. Die nicht-exklusive Vereinbarung ermöglicht Brainlab, einen modernen 3D C-Bögen im Markt in Kombination mit Navigation direkt an Kunden zu vertreiben und damit das Vertriebsportfolio mit einem weiteren Bildgebungssystem zu erweitern. Im Bereich der Wirbelsäulennavigation führt Brainlab seine Zusammenarbeit mit DePuy Synthes Spine fort. Brainlab und DePuy Synthes Spine sind in der Lage, dem Kunden ein Portfolio aus Navigation, Bildgebung, Implantat und navigierbaren DePuy Synthes Spine Instrumenten für offene und minimalinvasive Eingriffe an der Wirbelsäule aus einer Hand anzubieten. Im Allgemeinen bietet Brainlab Produkte je nach Anwendungsgebiet und Ausstattung in unterschiedlichen Preissegmenten und zum modularen Aufbau an. Um auf den Hauptabsatzmärkten (USA, Asien und Europa) ihre Produkte vertreiben zu können, verfügt die Brainlab AG über die internationalen Qualitätssiegel ISO 9001 und ISO 13485. Das Qualitätsmanagementsystem der Gesellschaft wurde vom TÜV SÜD Product geprüft und zertifiziert. Die von Brainlab hergestellten Produkte werden mit dem CE-Kennzeichen versehen. Für den US-amerikanischen Absatzmarkt hat Brainlab die "current Good Manufacturing Practices (cGMP)" gemäß den FDA-Richtlinien implementiert. Im japanischen Markt arbeitet Brainlab entsprechend den Shonin-Richtlinien, im chinesischen Markt entsprechend den SFDA-Vorgaben und in Brasilien werden ANVISA-Anforderungen erfüllt. Weiteren regionalen regulatorischen Anforderungen wird nach Bedarf entsprochen. Personal- / Sozialbereich Das Personal wird gezielt aus- und weitergebildet. Hierzu finden regelmäßig hausinterne und externe Trainingskurse statt. Dies schließt, sofern für das Personal notwendig, auch Besuche in Krankenhäusern und Operationssälen ein. In den jährlich durchgeführten Personalentwicklungsgesprächen wird der Bedarf an Seminaren oder Schulungen vom Vorgesetzten mit seinen Mitarbeitenden besprochen und festgelegt. Für alle Führungskräfte in Europa gibt es seit Ende 2018 ein verpflichtendes 6-tägiges Programm zur Führungskräfteentwicklung sowie jährliche Folgeveranstaltungen und Netzwerk-Treffen. Die hohe Qualität der Trainings konnte auch während der Corona Pandemie aufrechterhalten werden, da viele Formate digitalisiert und auf Bedürfnisse von Remote Führung zugeschnitten wurden. Für die Führungskräfte außerhalb von Europa startete Mitte 2022 die internationale Führungskräfteentwicklung, ein hybrides Format mit Videokursen und Online Live Kurstagen. Dem allgemeinen Fachkräftemangel begegnet das Recruiting mit verstärkten Aktivitäten im Bereich "Active Search" (Recruiter sprechen gezielt Kandidaten auf dem Markt an) sowie Maßnahmen zur Bindung von Studenten in Veranstaltungsreihen, Networking-Abenden und dem Aufbau von Talent Pools. Das umfassende Fitness Angebot am Hauptsitz ist seit der Corona Pandemie auch digital weltweit für alle Mitarbeiter:innen verfügbar. Die Beschäftigten erhalten neben einer kompetenzbezogenen Grundvergütung auch ziel-, projekt- und / oder ergebnisorientierte variable Vergütungskomponenten. Die Internationalität des Unternehmens zeigt sich darin, dass weltweit aktuell Mitarbeitende aus 82 (Vj. 80) Nationen angestellt sind. Zum Bilanzstichtag wurden 26 (Vj. 23) Auszubildende beschäftigt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Zahl der durchschnittlich im Unternehmen Beschäftigten gegenüber dem Geschäftsjahr 2020/21 von 1.919 auf 2.132 im Geschäftsjahr 2021/22 stark gestiegen. Auf die im Geschäftsjahr 2021/22 erworbenen Tochterunternehmen entfällt zum 30. September 2022 ein Anstieg von durchschnittlich 112 Mitarbeiter:innen. Darüber hinaus ist die Anzahl der Beschäftigten in allen Bereichen gestiegen. Die Anzahl der Vollzeitäquivalente ist gegenüber dem Geschäftsjahresende 2020/21 von 1.866 auf 2.047 zum Geschäftsjahresende 2021/22 stark gestiegen. Forschung und Entwicklung Die Medizintechnikbranche ist geprägt von einem konstanten Zuwachs an Innovationen. Ein Branchenvergleich hinsichtlich der Anzahl angemeldeter Patente pro Jahr beim europäischen Patentamt zeigt, dass die Medizintechnikbranche mit 15.321 Patentanmeldungen im Jahr 2021 (Vj. 14.295) den zweiten Platz nach der digitalen Kommunikation belegt. Die Aufrechterhaltung der Innovationskraft in der Medizintechnikbranche ist unter anderem bedingt durch erhebliche Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung. Die Entwicklungstätigkeiten bei Brainlab haben ihre Kernaufgaben in der Untersuchung neuer technologischer Konzepte in Bezug auf ihre klinische Bedeutung und Wirksamkeit und die Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios. Ebenso im Fokus stehen die Entwicklung neuer Produkte auf der Grundlage verfügbarer Technologien und die Vernetzung von Systemen und Geräten zur Steigerung der Diagnose- und Behandlungseffizienz und zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse für Patient:innen. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde die Forschung und Entwicklung in folgenden Bereichen vorangetrieben:
Forschungs- und Entwicklungsarbeiten werden an neun Standorten (Vj. fünf) betrieben: Am Hauptsitz des Unternehmens in Deutschland, von der Snke OS GmbH in Deutschland, von der Mint Medical GmbH in Deutschland, von der Brainlab Ltd. in Israel, von der Jan Medical, Inc., der VisionTree Software, Inc., und der Level Ex, Inc., in den USA sowie seit dem Geschäftsjahr 2021/22 von der medPhoton GmbH in Österreich und der Dr. Langer Medical GmbH in Deutschland. Zu allen wesentlichen Produkten und Entwicklungen wurden Schutzrechte beantragt. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden insgesamt 60 technische Patente (Vj. 82) erteilt und 20 neue technische Patente (Vj. 18) angemeldet, davon beides überwiegend in der Brainlab AG. Insgesamt hält Brainlab zum 30. September 2022 649 erteilte technische Schutzrechte (Vj. 629). Auch für das Jahr 2022 ist ein weiterer Anstieg der Entwicklungsaktivität bei Brainlab zu verzeichnen. Dies spiegelt sich auch in den aktivierten Entwicklungskosten und in den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wider (siehe Ertragslage). (2) Wirtschaftliche Entwicklung Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Brainlab als mittelständisches Unternehmen setzt sich seit mehr als 30 Jahren nicht nur erfolgreich in einem international geprägten, stark kompetitiven Umfeld durch, sondern gestaltet mit seinen Kernkompetenzen in der informationsgeführten Chirurgie, Präzisions-Strahlentherapie und der digitalen Vernetzung für Informations- und Wissensaustausch die Märkte maßgeblich mit. Ausschlaggebend für diesen Erfolg ist die frühe globale Ausrichtung des Unternehmens und die Digitalisierungsstrategie: die Verkaufsregionen Nordamerika, Europa und Übrige Welt sowie Asien Pazifik tragen allesamt entscheidend zum Umsatz bei. Regional unterschiedliche Dynamiken und Anforderungen kann Brainlab für sich nutzen; wirtschaftlich-politische Risiken hingegen, die den Markt für Medizintechnik sehr viel mehr als andere Branchen beeinflussen, werden verteilt und im Ergebnis abgefedert. Eine Betrachtung der politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen in den wichtigsten Zielmärkten von Brainlab ist daher sinnvoll. Dämpfung der Erholung der Weltwirtschaft aufgrund des Kriegs zwischen der Ukraine und Russland Während zum Geschäftsjahr 2020/21, insbesondere ab dem zweiten Quartal des Jahres 2021, eine weltweite Erholung der Weltwirtschaft festzustellen war durch unter anderem Lockerungen von Corona-Maß- nahmen einhergehend mit einer besseren Handhabung der COVID-19-Pandemie durch den besseren Umgang mit lokalen Ausbrüchen sowie dem Anstieg der Impfquote 5 , ist für das Geschäftsjahr 2021/22 eine Dämpfung der Erholung der Weltwirtschaft insbesondere aufgrund des Krieges zwischen der Ukraine und Russland festzustellen sowie der strafferen Geldpolitik verschiedener Volkswirtschaften. Die damit verbundenen Implikationen sind unter anderem steigende Energiekosten, höhere Lebensmittelpreise sowie höhere Unsicherheiten bezüglich globaler Lieferketten 6. Im Zuge des Krieges zwischen der Ukraine und Russland und der damit einhergehenden Auswirkungen wie bspw. auf die Inflationsrate prognostiziert die OECD für das Jahr 2022 einen schwächeren Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung von 3,0% im Vergleich zum Jahr 2021 mit einem Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung von 5,8%. 7 Während für das Jahr 2021, insbesondere in den Industrieländern, eine sukzessive Rückkehr zur Normalität unter anderem aufgrund von durchgeführter Impfkampagnen und einer Wiederaufnahme verschiedener wirtschaftlicher Tätigkeiten, beobachtet werden konnte, ist das prognostizierte abgeschwächte Wachstum für das Jahr 2022 maßgeblich auf den Krieg zwischen der Ukraine und Russland zurückzuführen. 8 Die damit verbundenen gestiegenen Energiekosten beeinflussen maßgeblich den Anstieg der Inflationsraten in den jeweiligen Volkswirtschaften. 9 Das unter anderem damit verbundene Absinken von Reallöhnen und die Unsicherheit über die Höhe der Energiekosten trüben die Verbraucherstimmung, was sich negativ auf das Konsumverhalten sowie Investitionsverhalten von Unternehmen auswirkt. 10
5 Studie: OECD Economic Outlook, Mai 2021, OECD
(2021); Bericht: Mit Schwung aus der Coronakrise, IMK
Report Nr. 169, Juni 2021, Institut für
Makroökonomie und Konjunkturforschung (2021).
Um die volkswirtschaftliche Belastung, hervorgerufen durch bspw. steigenden Inflationsraten, zeitnah zu minimieren, wurden in verschiedenen Volkswirtschaften fiskalpolitische Maßnahmen ergriffen. 11 Beispielhaft sei dabei der Erlass des "Inflation Reduction Act" in den Vereinigten Staaten 12 zu nennen oder der Beschluss verschiedener Entlastungspakete in Deutschland 13. Während in den Vereinigten Staaten unter anderem die Entlastung von kleinen Unternehmen sowie die Durchführung einer Steuerrechtsreform im Vordergrund stehen, stand im Gegensatz dazu in Deutschland die direkte Entlastung der Bürger:innen durch bspw. Auszahlung pauschaler Beträge sowie die Subventionierung bestimmter Mobilitätformen im Vordergrund. Eine Straffung der Geldpolitik bspw. in Form von Leitzinserhöhungen durch Zentralbanken verschiedener Volkswirtschaften wie den Vereinigten Staaten oder der Europäischen Union sollen der Steigerung der Inflationsraten mittelfristig entgegenwirken. 14 Die erhöhte Unsicherheit der Energiebeschaffung im Hinblick auf Russland hat die Europäischen Union veranlasst, ihre Energieunabhängigkeit mit dem "REPowerEU"-Plan stärker zu forcieren. Die Eckpunkte dieses Plans sind zum einen der Abbau der Abhängigkeit von russischen fossilen Energieträgern sowie der stärkerer Ausbau erneuerbarer Energien innerhalb der Europäischen Union. 15 In die Volksrepublik China schreitet die Erholung der Wirtschaft langsamer voran als erwartet. Für das Jahr 2022 wird ein Wirtschaftswachstum von 3,2% prognostiziert im Vergleich zum Jahr 2021 mit einem Wirtschaftswachstum von 8,1%. 16 Die treibenden Faktoren für das erwartete schwächere Wirtschaftswachstum sind zum einen die im Rahmen der "Zero-COVID"-Strategie verhängten Ausgangssperren zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie bspw. in Shanghai, was sich direkt auf die globalen Lieferketten auswirkte, sowie die Verwerfungen auf dem Immobiliensektor. 17 Der Medizintechnikmarkt im asiatischen Raum bleibt weiterhin ein wichtiger Absatzmarkt für Deutschland mit einer Exportquote von 9% (2020). 18 Zudem zielt China darauf, seinen Standort für die lokale Produktion verschiedener Medizintechnikprodukte zu stärken unter anderem durch regulatorische Vorgaben, die für ausländische Medizintechnikunternehmen ein Umdenken in ihren Vertriebsmodellen erfordern, um weiterhin auf dem chinesischen Medizintechnikmarkt tätig zu sein. 19 Der Handelskonflikt zwischen China und den USA durch gegenseitig auferlegte Zollgebühren auf bestimmte Warten bleibt weiterhin aktiv. 20 Für die Sonderverwaltungszone Hongkong wird ein Marktvolumen für Medizintechnik auf 700 Millionen USD (2020) geschätzt. Die Einfuhr von Medizintechnikprodukten aus Deutschland im Jahr 2021 betrug insgesamt 180 Millionen USD im Vergleich zum Jahr 2020 mit einem Volumen von 220 Millionen USD. Das entspricht einem Exportrückgang von 18%. 21 Wenn auch wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, wie oben genannt, eine wichtige Dimension im Handel mit Medizintechnik darstellen, so schlagen sich konjunkturelle Schwankungen nicht zwangsläufig analog im Geschäft nieder. Brainlab ist, durch die Digitalisierung des Verkaufsprozesses und der verstärkten möglichen Messeauftritte in Präsenz, den Herausforderungen des aktuellen Geschäftsjahres begegnet. So konnte Brainlab in den Vertriebsregionen Nordamerika sowie Asien Pazifik Umsatzzuwächse verbuchen.
11 OECD Economic Outlook, September 2022, OECD
(2022).
Vereinigte Staaten Das Wirtschaftswachstum in den USA, dem weltweit größten Markt für Medizintechnik und gleichzeitig wichtigster Absatzmarkt von Brainlab, wird für das Jahr 2022 mit 1,5% prognostiziert (2021: 5,7% %) 22. Bedingt durch den Krieg zwischen der Ukraine und Russland und ihren Auswirkungen auf die globalen Märkte hat sich die Erholung der Wirtschaftsleistung seit dem Jahr 2021, die unter anderem durch höhere Impfquote sowie durch fiskalpolitische Unterstützungsmaßnahmen vorangeschritten ist, verlangsamt. 23 Steigende Inflationsraten für das Jahr 2022 hat zudem die amerikanische Zentralbank als Reaktion mehrere Leitzinserhöhungen durchgeführt. 24 Mit 18,8% 25 des BIP gibt kein anderes Land auf der Welt so viel für Gesundheit aus wie die USA. Für Medizintechnik wird für das Jahr 2022 ein Marktvolumen in Höhe von 179 Milliarden US-Dollar prognostiziert und macht somit die USA zum größten Kunden von Medizintechnik. 26 Brainlab profitiert in den USA bereits seit langem davon, dass der Trend hin zu qualitativen Verbesserungen durch modernere Behandlungen und effizientere Gestaltung der Krankenhäuser durch Digitalisierung geht. Europa Für die Eurozone 27 wird für das Jahr 2022 ein Wirtschaftswachstum von 3,1% prognostiziert im Vergleich zum Jahr 2021 mit einem Wirtschaftswachstum von 5,2%. 28 Das starke Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 ist unter anderem bedingt durch das Aufsetzen eines Konjunkturpakets zur Bewältigung der Folgen der COVID-19-Pandemie sowie zum Aufbau einer höheren Widerstandsfähigkeit gegenüber zukünftigen Krisen. Unter der Bezeichnung "Next Generation EU" hat die Europäische Union einen Wiederaufbaufond mit einem Volumen von € 806,9 Milliarden aufgesetzt mit dem Ziel, bspw. in die Modernisierung der Infrastruktur Europas zu investieren sowie den Ausbau umweltfreundliche Technologien zu forcieren. 29 Die Dämpfung des Wirtschaftswachstums im Jahr 2022 ist maßgeblich bedingt durch den Ausbruch des Krieges zwischen der Ukraine und Russland sowie den teilweise verhängten Ausgangssperren in China im Rahmen der Bekämpfung der COVID-19-Asbrüche mit negativen Auswirkungen auf die globalen Lieferketten sowie Energie- und Lebensmittelkosten. Die steigende Unsicherheit innerhalb der Bevölkerung sowie steigende Inflationsraten wirken sich negativen auf das allgemeine Konsumverhalten aus. 30 Das Volumen für Medizintechnik betrug auf dem europäischen Markt für das Jahr 2021 114,6 Milliarden USD, wobei Deutschland am meisten zum Marktvolumen beiträgt. 31 Im Durchschnitt gibt ein europäisches Land mehr als 9% seiner Wirtschaftsleistung für Gesundheit aus. 32 Weitere wichtige Länder für den europäischen Medizintechnikmarkt sind Frankreich, Italien sowie das Vereinigte Königreich. 33
22 Studie: OECD Economic Outlook, September
2022, OECD (2022); Branchenbuch: Die deutsche
Medizintechnik-Industrie, SPECTARIS Jahrbuch 2021/2022
SPECTARIS (2021).
Japan Das Wirtschaftswachstum in Japan wird im Jahr 2022 auf 1,6% prognostiziert im Vergleich zum Jahr 2021 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7%. 34 Maßgebliche Faktoren für die Wirtschaftsprognose für das Jahr 2022 sind ergriffene Eindämmungsmaßnahme zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie, der Krieg zwischen der Ukraine und Russland, mit verbundenen Folgen wie bspw. steigenden Energie- und Materialkosten, sowie ergriffene fiskalpolitische Maßnahmen zur Stützung besonderes betroffener Haushalte sowie Unternehmen. 35 Der Medizintechnikmarkt in Japan wird auf 30 Milliarden USD bis 40 Milliarden USD geschätzt. 36 Zunehmend besteht das Bestreben von japanischen Medizintechnikherstellern, lokal sowie international sich besser auf dem Markt zu positionieren. Dabei soll bereits das lokal vorhandene Know-how im Bereich der Robotertechnologie sowie der Automatisierung stärker in der Medizintechnikbranche etabliert werden im Rahmen von zunehmenden Kooperationen sowie Aufkäufen anderer relevanter Unternehmen. 37 Branchenbezogene Rahmenbedingungen Im Zuge der COVID-19-Pandemie ist die Nachfrage von beispielsweise E-Health-Anwendungen oder Telemedizin gestiegen. 38 Die Akzeptanz, digitale Gesundheitslösungen zu nutzen, dürfte weiterhin an Bedeutung dazugewinnen. Die Wichtigkeit, einer digitalen Transformation im Gesundheitswesen wird bspw. für Deutschland im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Bundesministeriums für Gesundheit betont mit dem Ziel, eine Telematikinfrastruktur in Deutschland auszubauen. Dabei sei als Beispiel die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte oder elektronischen Patientenakte zu nennen. 39 Im Rahmen des am 29. Oktober 2020 in Kraft getretenen Krankenhauszukunftsgesetz mit dem übergeordnetem Ziel der Modernisierung der Krankenhäuser mit dem Schwerpunkt auf den Ausbau moderner Notfallkapazitäten sowie einer besseren digitalen Infrastruktur mit ein Volumen von insgesamt € 4,3 Milliarden wurden bereits zum Stand Oktober 2022 Fördermittel in Höhe von über € 2 Milliarden bewilligt. 40 Eine Herausforderung für Medizintechnikunternehmen, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen, stellt die am 26.05.2021 in Kraft getretenen EU-Medizinprodukte-Verordnung, die höhere regulatorische Anforderungen an Medizinprodukte stellt und somit laut einer durchgeführten Medizintechnik-Branchenumfrage des Bundesverband Medizintechnologie e.V. als Innovationshemmnis angesehen wird. 41 Marktstruktur Der globale Markt für Medizintechnik wird geprägt von der Dominanz einiger großer Marktführer. 42. Zudem treten bereits neben den klassischen Herstellern auch Tech-Konzerne des Silicon Valley als Akteure in der Medizintechnik auf. 43 Der Weltmarkt für Medizintechnik betrug für das Jahr 2021 446 Milliarden USD. 44 Nach Meinung von Branchenexperten wird von einer jährlichen Wachstumsrate von rund 5% ausgegangen und ein Marktvolumen für Medizintechnik in Höhe von 580 Milliarden USD prognostiziert. 45 Die Bereiche Healthcare IT und bildgebende Diagnostik erwarten von 2017 bis 2024 ein durchschnittliches Wachstum von 5,9% bzw. 3,7% jährlich. 46 Das Produktportfolio von Brainlab bewegt sich damit in einem schnell wachsenden Bereich der Medizintechnik.
34 Studie: OECD Economic Outlook, September
2022, OECD (2022).
Der Medizintechnikmarkt in Europa und Deutschland ist geprägt von kleinen und mittleren Unternehmen. Im Hinblick auf zunehmende regulatorische Anforderungen, die als Folge Prozesse, bspw. im Bereich Forschung und Entwicklung oder in Bezug auf die Produktzulassung, komplexer werden lassen und damit einhergehend höhere Kosten verursachen, büßen insbesondere kleinere Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit ein. 47 Grundsätzlich ist ein voranschreitender Konsolidierungsprozess im Medizintechnikmarkt festzustellen. Faktoren wie die Erweiterung ihres Know-hows, ihrer Produktpaletten sowie die Stärkung ihrer Marktposition spielen für Medizintechnikunternehmen eine maßgebliche Rolle für die Aufrechterhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Des Weiteren gewinnen branchenfremde Unternehmen, wie bspw. Automobilzulieferer oder Softwareunternehmen, im Medizintechnikmarkt an Bedeutung durch beispielsweise die Nutzung ihrer Fertigungskompetenzen oder ihres technologischen Wissens. 48 Forschung und Entwicklung Die weltweiten Kosten für Forschung und Entwicklung in der Medizintechnik werden von 30 Milliarden USD im Jahr 2018 auf voraussichtlich 38,9 Milliarden USD im Jahr 2024 49 wachsen. Deutsche Medizintechnikunternehmen erzielen circa ein Drittel ihres Umsatzes mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre alt sind 50 , und investieren rund 9% 51 ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Brainlab investiert 16,9% seines Umsatzes in Forschungs- und Entwicklungs-Aktivitäten; diese Größenordnung ist kennzeichnend für ein Unternehmen, dessen Schwerpunkt auf der Entwicklung von Software und innovativen Produkten liegt. Technologische Trends Digitalisierung Digitale Technologien verändern die Medizintechnik und das Gesundheitswesen in rasanter Geschwindigkeit. Digitalisierung wird neue Therapien und Produkte ermöglichen, die Kommunikation und den Datenaustausch zwischen Gesundheitseinrichtungen und -akteur:innen verbessern und Patient:innen in den Behandlungsprozess stärker einbinden. Die positiven Folgen der Digitalisierung werden eine höhere Behandlungsqualität und eine effizientere Gesundheitsversorgung sein. Die Chancen der Digitalisierung für Unternehmen sind groß: es wird durch die Pandemie ein Wachstumsschub des Digital Health Marktes in Europa auf € 232 Milliarden bis 2025 erwartet. 52 Brainlab ist auf dem Gebiet der digitalen Chirurgie seit über 30 Jahren Vorreiter. Die Technologie des Unternehmens digitalisiert anatomische Bilddaten und bereitet sie für die chirurgische Navigation auf. Im Bereich Digital O.R. integriert Brainlab Videoquellen und chirurgische Geräte im OP. Brainlab ermöglicht die digitale Dokumentation der Vorgänge im OP und erleichtert die Kommunikation und den Datenaustausch zwischen medizinischen Akteuren. Neben der Konsolidierung von OP-Daten gehört die Entwicklung von Software-Tools, die Chirurgen bei der Optimierung von Patientenbildern sowie bei der sekundenschnellen Erstellung und Umsetzung des bestmöglichen chirurgischen Plans unterstützen, zum Kerngeschäft des Unternehmens.
47 Branchenbuch: Die deutsche
Medizintechnik-Industrie, SPECTARIS Jahrbuch 2021/2022
SPECTARIS (2021).
Künstliche Intelligenz Künstliche Intelligenz bezeichnet verschiedene Methoden zur Untersuchung großer Datenmengen nach Mustern, die in unterschiedlichsten Bereichen der Wirtschaft und Forschung Entscheidungen und Handlungen verbessern können. Die anfallenden großen Datenmengen in der Medizin bieten als Grundlage ein großes Potential für den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Experten erwarten, dass das Marktvolumen für Künstliche Intelligenz-Anwendungen in der Medizin von 6,9 Milliarden USD im Jahr 2021 auf 67,4 Milliarden USD im Jahr 2027 53 ansteigen wird; das Beratungsunternehmen Accenture rechnet mit Einsparungen des US-Gesundheitssystems durch Künstliche Intelligenz von 150 Milliarden USD 54 bis 2026. Brainlab ist bereits heute in der Lage, die Patientenanatomie mit Hilfe Künstlicher Intelligenz und Machine-Learning automatisch und vollständig zu segmentieren. Daneben ist es mit der Technologie von Brainlab auch möglich, durch Erfassung der Position und Bewegung von Instrumenten Daten über den Ablauf einer Operation zu sammeln. Die digitale Erfassung großer Mengen solcher Daten ermöglicht es, in Zukunft belastbare Aussagen über Handlungsmuster von Chirurgen treffen zu können. Außerdem können dadurch die Resultate ihrer Eingriffe auf Optimierungspotentiale, Risiken und Fehlerquellen für Patient:innen untersucht werden. Auf Basis dieser neuen Informationen können dann effizientere und individualisierte Behandlungen für Patient:innen entstehen. Robotics Roboter spielen in Operationssälen eine immer wichtigere Rolle 55 und in der Zukunft wird der Bereich Robotics deutlich expandieren: von geschätzten 6,4 Milliarden USD im Jahr 2021 wird sich das weltweite Marktvolumen auf voraussichtlich 14,4 Milliarden USD 56 bis 2026 mehr als verdoppeln. Chirurgische Roboter in Kombination mit moderner Bildgebung können als "verlängerter Arm" die Arbeit der Operateure unterstützen und ermöglichen durch ihre Präzision schonendere, minimal-invasive Eingriffe für Patient:innen. Mit dem Cirq ist Brainlab auch in diesem Zukunftsmarkt vertreten: Durch das niedrige Gewicht und den schnellen, intuitiven Aufbau und den hohen Freiheitsgrad der Bewegung, unterstützt der Roboterarm minimal-invasive Wirbelsäulenoperationen. In Kombination mit Brainlabs Navigationslösungen Kick® und Curve® sowie Airo für intraoperative Bildgebung wird die Nutzung des Cirq Roboterarms optimiert. Cirq® verbindet die Vorteile der Robotik (Präzision, keine Ermüdungserscheinungen, Vernetzung mit der Navigation) und kombiniert diese mit den Vorteilen einer handgesteuerten Grobjustierung (schnell, flexibel, platzsparend). Geschäftsverlauf und Lage des Konzerns Die folgende Tabelle zeigt zusammenfassend die wesentlichen Größen zur Lage des Konzerns:
53
https://www.marketsandmarkets.com/Market-Reports/artificial-intelligence-healthcare-market-54679303.html?gclid=EAIalQobChMluJL4kpOA-wlVIRoGAB3DOAhGEAAYAiAAEgLkZ_DJ3wE
(Aufruf: 27.10.2022).
Ertragslage Umsatzerlöse Der Umsatz beträgt für das Geschäftsjahr 2021/22 € 364,3 Millionen (Vj. € 358,5 Millionen) und ist damit im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Auf Basis der Wechselkurse der Vorjahresperiode sind die Umsatzerlöse um 4,0% gesunken. Der Anteil des Umsatzes im Konzern mit funktionaler Währung € liegt bei 32% (Vj. 37%). Ab dem Geschäftsjahr 2021/22 wird die Segmentberichterstattung zu den bestehenden Segmenten Chirurgie und Radiochirurgie um das Segment Digital Health erweitert. Das Segment Digital Health resultiert maßgeblich aus dem Segment Chirurgie und bündelt digitale Technologien bzw. Innovationen in der digitalen Infrastruktur, der Digitalisierung des Gesundheitswesens und der datengetriebenen Nutzung. Der Umsatz nach der neuen Segmentstruktur entwickelte sich in den Geschäftsjahren 2021/22 und 2020/21 wie folgt:
Der leichte Umsatzrückgang im Segment Chirurgie konnte durch den Umsatzanstieg in den Segmenten Radiochirurgie und Digital Health ausgeglichen werden. Der Umsatzrückgang in der Chirurgie resultiert im Wesentlichen aus den im Vorjahr höheren Erlösen aus Entwicklungsaufträgen (Geschäftsjahr 2021/22: € 5.455 Tausend, Vj. € 12.724 Tausend). Darum bereinigt ist der Umsatz in diesem Segment um 2,7% aufgrund erhöhter Umsatzerlöse im Bereich der Dienstleistungsverträge und unserer Systeme gestiegen. Der Umsatzanstieg im Segment Radiochirurgie resultiert vor allem aus den Umsatzerlösen mit dem ExacTrac® und regionenspezifisch aus der Region Asien Pazifik, insbesondere Japan sowie Nordamerika. Das Segment Digital Health profitiert in Summe von höheren Umsatzerlösen durch eine erfolgreiche Einführung im Bereich der robotischen Imaging Plattform. Des Weiteren kompensiert der Wechselkurseffekt den Umsatzrückgang in der Region Nordamerika. Der Umsatz nach Regionen entwickelte sich in den Geschäftsjahren 2021/22 und 2020/21 wie folgt:
In der Region Asien Pazifik steigt der Umsatz in allen Segmenten gegenüber dem Vorjahr an. Das neue Segment Digital Health verzeichnet dabei mit 54% Wachstum den höchsten prozentualen Anstieg, während im Segment Radiochirurgie der größte absolute Umsatzanstieg generiert wurde. In Europa sind die Umsätze in den Segmenten Chirurgie und Radiochirurgie stark gesunken, während im Segment Digital Health ein starker Umsatzanstieg realisiert werden konnte. In der Chirurgie sind Umsätze aus Entwicklungsprojekten, die über Projektphasen gemäß IFRS 15 realisiert werden, in Höhe von € 5.455 Tausend (Vj. € 12.724 Tausend) enthalten. Darum bereinigt ist der Umsatz in Europa und Übrige Welt um 5,2% zurückgegangen. In Nordamerika sind die Umsätze im Wesentlichen wechselkursbedingt gestiegen, wobei sich die Umsatzerlöse im Segment Chirurgie im Bereich der Dienstleistungsverträge positiv entwickelt haben. Das Segment Digital Health profitiert im Bereich der medizinischen Videospiele für Ärzte sowie im Bereich der Softwarelösungen für strukturierte, computerassistierte Befundung, auch in lokaler Währung. Brutto-Marge Die Bruttomarge (Geschäftsjahr 2021/22: 59,3%; Vj. 59,9%) ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabil. Der in den Herstellungskosten enthaltene Materialaufwand beträgt im Geschäftsjahr 2021/22 € 81.796 Tausend (Vj. € 84.160 Tausend) und ist damit um 2,8% gesunken. Relativ zum Umsatz sind die Materialaufwendungen von 23,5% im Geschäftsjahr 2020/21 auf 22,5% zurückgegangen. Ein Rückgang der Brutto-Marge im Segment Digital Health wird durch den Anstieg der Brutto-Marge in den Segmenten Chirurgie und Radiochirurgie ausgeglichen. Kosten der Funktionsbereiche Der gesamte Betriebsaufwand (Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten, Aufwendungen für Forschung und Entwicklung) inkl. sonstige Erträge und Aufwendungen ist in Summe von € 177,2 Millionen auf € 213,3 Millionen stark gestiegen. Relativ zum Umsatz ist der gesamte Betriebsaufwand ebenso gestiegen (Geschäftsjahr 2021/22 58,6%; Vj. 49,4%). Die folgende Tabelle zeigt die segmentspezifische Entwicklung der Kosten in den wesentlichen Funktionsbereichen:
Für das Geschäftsjahr 2021/22 entstanden Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten in Höhe von € 165,0 Millionen im Vergleich zu € 146,0 Millionen im Vorjahreszeitraum. Im Verhältnis zum Umsatz sind die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten von 40,7% im Geschäftsjahr 2020/21 auf 45,3% gestiegen. Der Anstieg der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten ist insbesondere getrieben durch höhere Personalaufwendungen unter anderem aufgrund gestiegener Mitarbeiterzahlen und höhere Reise- und Marketingkosten im Geschäftsjahr 2021/22. Durch die Lockerungen der COVID-19 Beschränkungen haben die Reisetätigkeiten und Messeauftritte wieder zugenommen. Die dafür entstandenen Kosten sind durch inflationsbedingte Preissteigerungen zusätzlich gestiegen. Der Anstieg der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten resultiert außerdem aus höheren Personalaufwendungen und höheren Abschreibungen. Die Währungskursentwicklung im Geschäftsjahr 2021/22 wirkt sich ebenfalls negativ auf die Kostenentwicklung in diesem Bereich aus. Entlastet wird der Bereich teilweise durch geringere Aufwendungen für Beratungsleistungen und durch einen Rückgang des Aufwands für Gebühren und Zertifizierungen. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf € 61,1 Millionen im Vergleich zu € 53,7 Millionen im Vorjahreszeitraum und sind damit stark gestiegen. Im Verhältnis zum Umsatz sind die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von 15,0% im Geschäftsjahr 2020/21 auf 16,8% im Geschäftsjahr 2021/22 leicht gestiegen. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf Personalaufwendungen im Zuge der steigenden Mitarbeiterzahl zurückzuführen. Die Anzahl der Beschäftigten im Bereich Forschung und Entwicklung beträgt 779 zum 30. September 2022 (Vj. 715). Dies entspricht einem Anstieg um 9,0% gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres. Eine im Vergleich zum Vorjahr höhere Aktivierung von Entwicklungskosten entlastet den Funktionsbereich. Abschreibungen auf aktivierte Eigenleistungen betragen im Geschäftsjahr 2021/22 € 20,9 Millionen (Vj. € 18,8 Millionen) und sind größtenteils in den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung enthalten. Die Abschreibung für einzelne Projekte beginnt im Monat der Fertigstellung. Zudem steigen im Geschäftsjahr 2021/22 die Aufwendungen für Softwarelizenzen. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden € 40,3 Millionen (Vj. € 32,5 Millionen) als Eigenleistungen hinzuaktiviert. Damit hat die Gesellschaft im Bereich der Forschung und Entwicklung weiter stark investiert. Die Bilanzposition der aktivierten Entwicklungskosten ist per Saldo um € 22,3 Millionen (Geschäftsjahr 2021/22: € 106,3 Millionen; Vj. € 84,0 Millionen) gestiegen. Zusammen mit den Zugängen zu den aktivierten Entwicklungskosten sowie den Abschreibungen (ohne Zugänge aus Unternehmenserwerben) ergibt sich folgendes Bild:
In den sonstigen Erträgen und Aufwendungen sind im Geschäftsjahr 2021/22 unter anderem Bewertungseffekte, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie Gewinne und Verluste aus der Wechselkursumrechnung und Währungsabsicherung enthalten, die saldiert wesentlich zum Rückgang der sonstigen Erträge und Aufwendungen beitragen. In der Vergleichsperiode waren unter anderem Erträge aus dem Verzicht der Rückzahlbarkeit eines COVID-Darlehens sowie Erträge im Zusammenhang mit der Abwicklung des Verkaufs der Anteile an Mobius Imaging LLC und GYS Tech, LCC (DBA Cardan Robotics) enthalten. Der Anteil am Ergebnis assoziierter Unternehmen wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung separat ausgewiesen, sodass diese nicht in den sonstigen Erträgen bzw. sonstigen Aufwendungen ausgewiesen werden. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Ergebnis Per Saldo ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (EBITDA) gegenüber dem Vorjahr auf € 53,6 Millionen (Vj. € 78,2 Millionen) zurückgegangen. Der Rückgang der EBITDA-Marge im Geschäftsjahr 2021/22 ist insbesondere auf den starken Anstieg der Aufwendungen, vor allem Personalaufwendungen, bei einem nur leichten Umsatzanstieg zurückzuführen. Das Betriebsergebnis bzw. das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist im Geschäftsjahr 2021/22 mit € 8,1 Millionen im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken (Vj. € 37,8 Millionen), bei einem leicht gestiegenem Umsatz, einem gesunkenen Saldo aus sonstigen Erträgen und Aufwendungen und gestiegenen Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten sowie höheren Aufwendungen für Forschung- und Entwicklung. Die EBIT-Marge ist im Geschäftsjahr 2021/22 auf 2,2% zurückgegangen (Vj. 10,5%). Das Vorjahresergebnis profitierte unter anderem von geringeren Aufwendungen für Messen und Reisekosten sowie Erträgen aus dem Verzicht des COVID-Darlehens. Mit der teilweisen Aufhebung der weltweiten Einschränkungen im Zusammenhang der COVID-19-Pandemie steigen diese Aufwendungen im Geschäftsjahr 2021/22 wieder an. Das EBIT wird zudem durch die im Vergleich zum Umsatz hohen Personalaufwendungen im Rahmen der im Geschäftsjahr 2019/20 getätigten Unternehmenserwerbe negativ beeinflusst. Der Anstieg der Finanzerträge sowie Finanzaufwendungen im Geschäftsjahr 2021/22 ist maßgeblich in der gestiegenen Diskontierung von langfristigen Vertragsvermögenswerten und -verbindlichkeiten im Rahmen der gestiegenen Zinsen begründet. Der Rückgang der Steueraufwendungen ist auf das im Geschäftsjahr 2021/22 gegenüber dem Vorjahr geringere Ergebnis vor Steuern zurückzuführen. Das Periodenergebnis beträgt im Geschäftsjahr 2021/22 € 3,3 Millionen (Vj. € 22,3 Millionen). Vermögenslage Die folgenden Grafiken veranschaulichen die wesentlichen Größen der Vermögenslage zum 30. September 2022 und 30. September 2021:
Vermögenswerte Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr um € 94,0 Millionen bzw. 16,4% stark gestiegen, was im Wesentlichen auf einen Anstieg der immateriellen Vermögenswerte zurückzuführen ist. Deren Anteil beträgt 37,6% (Vj. 31,7%) an der Bilanzsumme. Die kurzfristigen Vermögenswerte sind von € 249,1 Millionen zum 30. September 2021 auf € 254,1 Millionen zum 30. September 2022 um € 5,0 Millionen bzw. um 2% leicht gestiegen. Maßgeblich dafür ist der Anstieg der Vorräte um insgesamt € 10,9 Millionen, die im Wesentlichen aufgrund von Unternehmenserwerben und zur Vermeidung von Lieferengpässen stark gestiegen sind. Außerdem sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte saldiert um € 10,2 Millionen gestiegen und profitieren dabei von den gestiegenen Umsatzerlösen sowie der Wechselkursentwicklung des Euro zum US-Dollar. Dagegen sind die Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen um € 19,2 Millionen stark gesunken, bedingt unter anderem durch die Rückführung von verzinslichen Darlehen sowie Ausgaben für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie den Erwerb von Tochterunternehmen und wird teilweise kompensiert durch Darlehen und Inanspruchnahmen (siehe Finanzlage). Die langfristigen Vermögenswerte sind von € 324,6 Millionen zum 30. September 2021 auf € 413,7 Millionen zum 30. September 2022 um € 89,1 Millionen bzw. 27% stark gestiegen. Neben den immateriellen Vermögenswerten sind die langfristigen Vertragsvermögenswerte um € 9,6 Millionen ebenfalls stark gestiegen. Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich zusammen aus dem Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von € 101,5 Millionen (Vj. € 75,7 Millionen), den aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von € 106,3 Millionen (Vj. € 84,0 Millionen) sowie den sonstigen immateriellen Vermögenswerten in Höhe von € 43,0 Millionen (Vj. € 22,0 Millionen). Ursächlich für den Anstieg der immateriellen Vermögenwerte sind die im laufenden Geschäftsjahr 2021/22 erworbene Unternehmen (siehe Konzernanhangangabe (9)). Im Zuge dessen sind im Rahmen der vorläufigen Kaufpreisallokation für die Akquisitionen bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von € 16,9 Millionen sowie Rechte, Lizenzen und Patente in Höhe von € 20,4 Millionen zugegangen. Des Weiteren ist der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte auch auf einen wechselkursbedingten Anstieg des Geschäfts- oder Firmenwerts in Höhe von € 10,0 Millionen zurückzuführen. Aufgrund der noch nicht endgültig abgeschlossenen Kaufpreisallokationen können sich diesbezüglich Änderungen ergeben. Der Anstieg der aktivierte Entwicklungskosten resultiert maßgeblich aus den Zugängen der aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von € 40,3 Millionen. Diese resultieren maßgeblich aus der Entwicklung des ExacTrac Dynamic®, Entwicklungen im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie und der Brainlab® Elements (siehe Konzernanhangangabe (5)). Die immateriellen Vermögenswerte in Höhe von € 250,8 Millionen (Vj. € 181,7 Millionen) haben einen Anteil an den gesamten langfristigen Vermögenswerten von 60,6% (Vj. 56,0%). Die Nutzungsrechte in Höhe von € 66,9 Millionen (Vj. € 66,0 Millionen) haben einen Anteil an den langfristigen Vermögenswerten von 16,2% (Vj. 20,3%). Die Sachanlagen in Höhe von € 31,5 Millionen (Vj. € 26,5 Millionen) haben einen Anteil an den langfristigen Vermögenswerten von 7,6% (Vj. 8,2%). Brainlab zählt sich nicht zu den anlagenintensiven Unternehmen (siehe Konzernanhangangabe (4)). Eigenkapital und Verbindlichkeiten
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind von € 199,9 Millionen zum 30. September 2021 auf € 233,4 Millionen zum 30. September 2022 um € 33,5 Millionen bzw. um 17% stark gestiegen. Der Anstieg der sonstigen finanziellen und nicht-finanziellen Verbindlichkeiten ist unter anderem auf den negativen beizulegenden Zeitwert von derivativen Finanzinstrumenten zur Währungssicherung zurückzuführen. Der Anstieg der kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten resultiert aus erhaltenen Anzahlungen, abgegrenzten Erträge sowie Rechnungen, deren Fälligkeit eingetreten ist, bevor der Konzern die Gegenleistung erbracht hat. Aufgrund von Rückführung von verzinslichen Darlehen hat sich die Position verzinsliche Darlehen und Inanspruchnahmen stark reduziert. Die langfristigen Verbindlichkeiten sind von € 155,7 Millionen zum 30. September 2021 auf € 203,8 Millionen zum 30. September 2022 stark gestiegen. Der Anstieg resultiert maßgeblich aus der Zunahme der verzinslichen Darlehen und Inanspruchnahmen. Die durch die Restlaufzeit bedingte Reduktion der langfristigen finanziellen und nicht-finanziellen Verbindlichkeiten wird durch finanzielle Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb der medPhoton GmbH überkompensiert. Die Gegenbuchung ist unter anderem im Eigenkapital erfolgt. Zum 30. September 2022 ist das Eigenkapital um € 12,3 Millionen im Vergleich zum Vorjahr auf € 230,5 Millionen (Vj. € 218,2 Millionen) gestiegen. Dabei betragen die Anteile ohne beherrschenden Einfluss € 3,0 Millionen (Vj. € 0 Millionen). Die Eigenkapitalquote sinkt im Vergleich zum 30. September 2021 aufgrund des Anstiegs der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten auf 34,5% (30. September 2021: 38,0%). Finanzlage Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements Einzelheiten zu Grundsätzen und Zielen des Finanzmanagements sind im Konzernanhang zu finden. Die Finanzierung der Gruppe ist in der zentralen Treasury Funktion gebündelt und spiegelt sich im Segment "Sonstiges" wider. Kapitalstruktur Um die Liquiditätsversorgung von Brainlab sicherzustellen, ist die Finanzierungsstruktur kurz-, mittel- und langfristig aufgestellt. Die Bankverbindlichkeiten sind im Geschäftsjahr 2021/22 gegenüber dem Vorjahr von € 86,0 Millionen auf € 111,9 Millionen stark gestiegen. Der Anstieg ergibt sich im Wesentlichen aus dem aufgenommenen Schuldscheindarlehen in Höhe von € 23,0 Millionen, einem Darlehen in Höhe von € 10,0 Millionen sowie Ziehungen aus der revolvierenden Kreditlinie. Aus den Gesamtverbindlichkeiten gegenüber Banken unterliegen € 65,0 Millionen einer variablen Verzinsung. Brainlab weist zum Bilanzstichtag eine Nettoverschuldung 57 von € 45.207 Tausend (Vj. € 52 Tausend) auf. Kontokorrentlinien werden von sechs Banken zur Verfügung gestellt. Zum 30. September 2022 verfügt der Konzern über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von € 10,0 Millionen in verschiedenen Währungen (Vj. € 7,0 Millionen). Darüber hinaus waren aus der revolvierenden Kreditlinie als Teil des Konsortialkredites € 51,0 Millionen nicht in Anspruch genommen. Investitionen Im Geschäftsjahr 2022/23 sind Investitionen in Höhe von € 9,2 Millionen geplant. Diese umfassen, neben der IT-Ausstattung, Demo- und Leihsysteme sowie Prototypen und technisches Equipment. Brainlab prüft laufend Investitionsmöglichkeiten in komplementäre Technologien und/oder Beteiligungen an Unternehmen, die signifikante Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. In diesem Bereich können Investitionen bis in den mittleren zweistelligen Millionenbereich (€) erfolgen. Liquidität Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beträgt € 36,0 Millionen (Vj. € 37,2 Millionen) und ist aufgrund gegenläufiger Effekte stabil geblieben. Während eine im Vergleich zum Vorjahr schwächere Ertragslage und ein Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Vermögenswerte und Steuerforderungen belastend wirken, profitiert der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von einer Zunahme der sonstigen Verbindlichkeiten und Steuerverbindlichkeiten sowie von geringeren gezahlten Ertragsteuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt € -64,3 Millionen (Vj. € -52,2 Millionen). Wesentliche Treiber sind in der Berichtsperiode erhöhte Ausgaben für immaterielle Vermögenswerte sowie der Erwerb weiterer Tochterunternehmen (siehe Konzernanhangangabe (9)). Im Vorjahr wurde die Mint Medical Gruppe erworben. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt € 4,5 Millionen (Vj. € 7,7 Millionen). Belastend wirken höhere Zahlungen für den Tilgungsanteil der Leasingverbindlichkeiten sowie eine höhere an die Anteilseigner:innen des Mutterunternehmens gezahlte Dividende, während sich die Rückführung sowie der Erhalt verzinslicher Darlehen im gleichen Maß gestiegen sind. Brainlab hat im Wesentlichen € 34,0 Millionen aus der revolvierenden Kreditlinie in Höhe von € 90,0 Millionen in Anspruch genommen sowie ein festverzinsliches Schuldscheindarlehen in Höhe von € 23,0 Millionen mit Fälligkeit im Mai 2027 begeben sowie Darlehen in Höhe von € 10,0 Millionen aufgenommen.
57 Verzinsliche Darlehen abzgl. Zahlungsmittel
und kurzfristige Einlagen.
In Summe sind die Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen von € 85,9 Millionen zu Beginn des Geschäftsjahres auf € 66,7 Millionen zum Ende des Geschäftsjahres stark gesunken. Umfangreiche, vorzeitige Rückzahlungsverpflichtungen können ausgelöst werden, wenn Brainlab die in den Schuldscheindarlehensverträgen sowie in den Darlehensverträgen geforderten Finanzkennzahlen nicht einhält. Zur Berechnung dieser Finanzkennzahlen siehe auch Konzernanhangangabe (12). Bezüglich außerbilanzieller Verpflichtungen wird auf die Konzernanhangangabe (26) verwiesen. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns Im Geschäftsjahr 2021/22 hat Brainlab Umsatzerlöse in Höhe von € 364,3 Millionen erwirtschaftet und liegt damit über dem geplanten Korridor für das Geschäftsjahr 2021/22. Sowohl die EBITDA-Marge (14,9%), EBIT-Marge (2,2%) als auch der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (€ 35,4 Millionen) liegen innerhalb der Prognoseerwartung aus dem Konzernlagebericht des Geschäftsjahres 2020/21. Der Auftragseingang stellt sich im Geschäftsjahr 2021/22 und 2020/21 wie folgt dar:
Der Auftragseingang ist auf Basis konstanter Wechselkurse um 13,8% im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. Die Auftragseingänge für Produkte betragen im abgelaufenen Geschäftsjahr € 297,1 Millionen (Vj. € 253,8 Millionen). Brainlab erwartet, dass diese überwiegend innerhalb eines Jahres zu Umsatz werden. Die Auftragseingänge für Dienstleistungsverträge betragen im abgelaufenen Geschäftsjahr € 111,5 Millionen (Vj. € 87,2 Millionen) und haben Laufzeiten zwischen einem und neun Jahren. Der Auftragsbestand für Produkte beträgt zum 30. September 2022 € 184,3 Millionen (Vj. € 147,4 Millionen). Der Auftragsbestand für Dienstleistungsverträge mit einer Umsatzrealisierung in den kommenden zwei Geschäftsjahren beträgt zum 30. September 2022 € 107,2 Millionen (Vj. € 102,9 Millionen). Zusammenfassend zeigt sich eine positive Ertragslage. Nachhaltigkeit: Umweltschutz "Together we are making an impact" - dieser Leitspruch erstreckt sich bei Brainlab auf alle Bereiche und ist auch beim Umweltschutz unsere Maßgabe. Indem wir unsere negative Umweltauswirkung minimieren und die positive stärken, nehmen wir Einfluss auf die ökologische Nachhaltigkeit. Dies erreichen wir durch verschiedene Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen - von der Produktentwicklung bis hin zu Abfallmanagement. Gestaltet und getrieben wird dies durch das Environmental Team, ein Zusammenschluss aus 17 Mitgliedern verschiedenster Abteilungen, welche Umweltthemen in ihre Fachbereiche einbringen und umsetzen. Als Stabsstelle leitet, berät und koordiniert der Brainlab Umweltmanager dieses Team. So stellen wir sicher, dass Wachstum bei Brainlab mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz einhergeht, und zwar bis auf Abteilungsebene. Brainlabs EHS (Environmental, Health and Safety) Policy stellt die Leitplanke für das Unternehmen in den Bereichen Umwelt, Health und Safety dar und beschreibt die Schwerpunkte, die sich das Unternehmen diesbezüglich setzt. Aktivitäten mit Nachhaltigkeitsbezug zielen auf alle Unternehmensbereiche ab, inklusive Sales und Support, Produktion und Logistik, sowie Facility Management. Operationalisiert wird die EHS Policy der Brainlab AG, der Brainlab Sales GmbH und der Brainlab Corporate Services GmbH in Deutschland mittels eines Umweltmanagementsystems. Dieses umfasst sechs Programme mit Zielvorgaben und ist ISO14001 zertifiziert. Der Fokus liegt auf der Reduzierung von Strom- und Ressourcenverbrauch, umwelteffizientem Reisen, verbessertem Abfallmanagement, umweltfreundlichem Produktdesign und Produktentwicklung, sowie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, CO 2 Emissionen aus Reisetätigkeit zu reduzieren. Hierzu wurden verschiedene ambitionierte Maßnahmen eingeleitet, wie die Anpassung der Reisebudgets und Vorgaben der Reiserichtlinie. Das Ergebnis wird mit der Geschäftsleitung diskutiert, um ggfs. weitere Maßnahmen abzuleiten. Ein weitererschwerpunkt der Arbeit ist die Reduktion und, wo dies nicht möglich ist, die Verbesserung von Produktverpackungen. Konkrete Ergebnisse sind bspw. die Einführung von Pendelverpackungen für sechs verschiedene Brainlab Bauteile. Durch die Anlieferung in diesen wiederverwendbaren Boxen werden pro Jahr künftig etwa 2,5 t Verpackungsabfall eingespart. Weitere Verpackungsprojekte wurden für die Brainlab Instrumente gestartet, mit dem Ziel, Verpackungsabfälle zu minimieren. Weitere Zielsetzungen liegen im Bereich Circular Economy, Flottenfahrzeuge, Energiemanagement, Wassereinsparung und Arbeitssicherheit. Die Umsetzung erstreckt sich dabei auf verschiedene Unternehmensbereiche, etwa Forschung und Entwicklung, Facility Management oder Flottenmanagement. So wurden beispielsweise Workshops zum Thema Circular Economy für die R&D angeboten, der Kontakt zu Recyclinghöfen intensiviert, um Optimierungspotenziale beim Design der Brainlab Produkte zu ermitteln, und Beleuchtungszeiträume im Brainlab Gebäude angepasst. Besonders hervorzuheben ist die Brainlab Technologie ExacTrac®, die für den Deutschen Zukunftspreis nominiert wurde. Neben den vielen medizinischen Lösungen, die das Produkt bietet, hat sie auch einen Impact auf den Energie- und Materialverbrauch bei unseren Kunden. Durch die hochpräzise und hochdosierte Energiemenge ist meistens nur eine einzige Sitzung für den Patienten nötig. Brainlab erfüllt mit seinen Produkten die EU RoHS Direktive (2011/65/EU) zur Begrenzung gefährlicher Stoffe in Produkten, die REACH Verordnung (2011/65/EU), die POP Verordnung (EU 2019/1021) und weitere Vorgaben. Brainlab ist kein produzierendes Gewerbe im herkömmlichen Sinne, sondern betreibt eine Endmontage. Ein Schwerpunkt im zurückliegenden Geschäftsjahr war, Umweltinformationen von Zulieferern systematisch zu erfassen, auszuwerten und zu dokumentieren, sowie Lieferanten hinsichtlich Umwelt-Compliance weiter zu befähigen. Ein Ergebnis daraus ist der "Report to the product change coordinators". Dabei handelt es sich um einen Statusbericht, der einmal pro Quartal an die R&D- Änderungsmanager gesendet wird. Im Bericht werden Informationen zu etwaigen, in verbauten Artikeln gemeldeten Schadstoffen gebündelt, um Änderungen der verbauten Komponenten anzustoßen und Schadstofffreiheit zu erlangen. Nachhaltigkeit: Soziale Aspekte Zum Thema Gesundheits- und Arbeitsschutz werden regelmäßig Arbeitsplatzbegehungen und Risikobewertungen von Arbeitsplätzen durchgeführt, sowie umfassende Schulungen und Handlungsanweisungen angeboten. Brainlab bietet seiner Belegschaft in der Zentrale ein Fitnessstudio mit Fokus auf funktionalen Trainings unter professioneller Anleitung an. Gepaart mit dem Angebot an gesunden, veganen, vegetarischen Optionen im Firmenrestaurant zielt dieses Konzept darauf ab, ein gesundes Leben und Arbeiten der Angestellten zu ermöglichen und Unfällen und Krankheiten vorzubeugen. Die Gesellschaft bietet jedes Jahr zahlreichen Auszubildenden, Praktikanten und Studenten die Möglichkeit, Arbeitserfahrung zu sammeln. Auch für die Mitarbeiter werden mit 867 Trainings umfassende Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen. Insgesamt haben weltweit 1274 Brainlab Mitarbeiter im vergangenen Geschäftsjahr an Trainings teilgenommen Die Trainings können technischer Art sein oder Soft Skills behandeln. Mit der Home Office Regelung wird den Mitarbeitern flexibles Arbeiten ermöglicht. Brainlab unterstützt den Verein Right.Brain Foundation e.V. Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen in Südostasien, Afrika, Zentral- und Südamerika wird der Zugang zu medizinischer Technologie und Ausbildung ermöglicht und ist das zentrale Anliegen des Vereins. Mitarbeiter:innen von Brainlab können sich hierbei in ihrer Freizeit mit freiwilligen Dienstleistungen beteiligen. Kundenzufriedenheit Brainlab misst die Kundenzufriedenheit durch den sog. Net Promoter Score (NPS). Dabei unterscheidet die Gesellschaft zwischen dem Product NPS, der die Zufriedenheit mit dem Produkt misst und dem Service NPS mit Bezug auf den regionalen Kundensupport. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden die Ziele (jeweils 45) erreicht und haben sich in Bezug auf die Vorjahre weiter verbessert (PNPS 2022:59,8 ,2021: 57,68%, SNPS 2022: 73,28 2021: 71,18%). (3) Prognosebericht Brainlab erwartet in seinen Segmenten Chirurgie, Radiochirurgie und Digital Health eine stabile globale Nachfrage. Im Bereich der Digital Health legt Brainlab Fokus auf die Digitalisierung, was sich in zunehmender Anzahl Digitaler OPs insbesondere in Nordamerika und Europa zeigen soll. Vor diesem Hintergrund erwartet Brainlab eine steigende Umsatzentwicklung. Aufgrund der fortgeführten Anlaufkosten für Snke OS GmbH, Level Ex, Inc., und die Entwicklung des Registry-Geschäfts sowie allgemein steigenden Preisen, werden Margen und Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit auf Vorjahresniveau bzw. leicht verbessert erwartet.
Der Prognose liegen bezüglich der Hauptwährungen des Konzerns ein durchschnittlicher EUR/USD- Wechselkurs von 1,23 und ein EUR/JPY-Wechselkurs von 142,9 zugrunde. Da sich die Nachfrage auf den internationalen Halbleitermärkten derzeit auf einem hohen Niveau befindet, ist die Versorgungslage bei Halbleiterkomponenten bei unseren Zulieferern zunehmend angespannt. Dies könnte zu Versorgungsengpässen bei den für unsere Produkte benötigten Komponenten führen. Brainlab beobachtet die Situation genau. Sollte sich die Situation weiter verschärfen oder für längere Zeit auf dem aktuellen Niveau verharren und erhebliche Versorgungsengpässe auftreten, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich dies negativ auf die Prognose auswirken wird. Darüber hinaus kann die Entwicklung der Brainlab AG durch Engpässe bei Versorgung mit Vorprodukten und Rohstoffen, Unterbrechungen der Lieferketten und geopolitische Unruhen, die hauptsächlich aus dem Krieg zwischen der Ukraine und Russland entstehen, beeinflusst werden. Einschränkungen der Lieferketten, eine allgemeine wirtschaftliche Abkühlung und geopolitische Spannungen könnten weiterhin Herausforderungen für die Märkte und die Bereitschaft der Kunden, in neue Geräte und Software zu investieren, darstellen. Die steigende Inflation führt dazu, dass die Kosten ansteigen. Es ist hierbei möglich, dass diese erhöhten Kosten nicht vollständig an die Kunden:innen weitergegeben werden können. Die erwarteten Umsatzerlöse je Segment stellen sich wie folgt dar:
Auf dem chirurgischen Navigationsmarkt soll die Diversifizierung von Softwaremodulen und Virtual Reality Applikationen im Segment Digital Health, neben dem Ausbau des Bereichs Robotics im Segment Chirurgie, Wettbewerbsvorteile sichern. Zusätzlich werden die Umsätze des Segments Chirurgie positiv von der erstmaligen ganzjährigen Berücksichtigung der Umsätze der Dr. Langer Medical GmbH beeinflusst. In der Radiochirurgie rechnet Brainlab, unterstützend mit einer Erweiterung der Anwendungsmöglichkeiten des Positionierungssystems ExacTrac®, mit steigendem Umsatz. Im Segment Digital Health wird sich der Erwerb von medPhoton GmbH erstmals ganzjährig positiv auf die Produktmarge auswirken. In allen Segmenten wird einhergehend mit dem Ausbau der Installationsbasis auch weiterhin mit wachsendem Umsatz aus Serviceverträgen gerechnet. Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung Brainlab rechnet mit weiter steigenden Ausgaben im Gesundheitssektor. In den westlichen Industrienationen ist das wirtschaftliche Umfeld dazu weiterhin positiv. Dagegen ist in den Schwellenländern in "Übrige Welt" und Asien Pazifik aufgrund von ökonomischen und politischen Unsicherheiten mit deutlich unterschiedlichen Ergebnissen zu rechnen. Brainlab setzt weiter auf eine globale Marktpräsenz, um regionale Wachstumspotentiale zu nutzen und bestehende Nachfrage zu bedienen. Die regionale Diversifikation kann eine möglicherweise auftretende Schwäche einzelner Märkte zumindest teilweise kompensieren. Die fortlaufenden hohen Anforderungen an die Entwicklung des Produktportfolios und Anpassung an die Bedürfnisse sollen es Brainlab ermöglichen, in allen wesentlichen Märkten die starke Marktposition zu erhalten und auszubauen. Der Fokus liegt hierbei auf weiteren maßgeschneiderten Softwareapplikationen unter den Überschriften "Snke OS®" und "Elements". Zusätzlich zu den Produktinnovationen wird Brainlab weiterhin Gesamtpakete anbieten und so veränderten Kundenanforderungen nachkommen sowie neue Kundenpotentiale nutzen. Brainlab bietet Produkte und Lösungen mit weitgehender Kompatibilität zu anderen medizintechnischen Geräten und ermöglicht die Integration mit verschiedenen Systemen. Brainlab baut strategische Kooperationen mit Unternehmen im Entwicklungs- und Vertriebsbereich aus, um so die Distributions- und Entwicklungseffizienz zu erhöhen. Auch weitere Portfolioerweiterungen und -bereinigungen durch strategische M&A Aktivitäten sollen die Marktposition weiter stärken. Investitionen zur Sicherung der Innovationskraft werden weiter hochgehalten, können die Ertragskraft jedoch kurz- bis mittelfristig belasten, wenn sich die prognostizierten Wachstumspotentiale verzögern. Insgesamt sollen die oben beschriebenen Entwicklungen Brainlab in die Lage versetzen, weiter stark in Forschung und Entwicklung zu investieren und eine positive EBITDA-Marge im niedrigen zweistelligen Bereich zu erreichen. (4) Lageberichtder Brainlab AGDie Brainlab AG ist die Muttergesellschaft im Brainlab Konzern. Ihr Ergebnis ist in erheblichem Maße von ihren Tochtergesellschaften beeinflusst. Die Geschäftsentwicklung unterliegt grundsätzlich den gleichen Chancen und Risiken wie die des Brainlab Konzerns. Zur Steuerung der Brainlab AG wird hauptsächlich auf die Entwicklung der Kenngrößen Umsatzwachstum und EBIT adj. abgestellt. Der folgende Jahresabschluss der Brainlab AG wird im Gegensatz zum Konzernabschluss, der in Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, steht, nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) aufgestellt. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Brainlab AG Ertragslage Die Brainlab AG produziert und verkauft an ihre Tochtergesellschaften nach kundenspezifischer Bestellung und unterliegt im Wesentlichen dem Markt der jeweiligen Tochtergesellschaft. Der Umsatz beträgt für das Geschäftsjahr 2021/22 € 229,5 Millionen (Vj. € 221,6 Millionen) und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 3,6% gestiegen. Die Brutto-Marge ist mit 61,5% gegenüber dem Vorjahr (Vj. 60,6 %) leicht gestiegen. In Summe sind die Vertriebs-, Verwaltungs- und Forschungs- und Entwicklungskosten im Vergleich zum Vorjahr von € 106,6 Millionen auf € 111,7 Millionen im Geschäftsjahr 2021/22 gestiegen. Der prozentuale Anteil dieser Kosten am Umsatz ist von 48,1% im Geschäftsjahr 2020/21 auf 48,7% im Geschäftsjahr 2021/22 leicht gestiegen. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sind mit € 63,0 Millionen (Vj. € 63,0 Millionen) stabil geblieben. Aufgrund des Übergangs von Mitarbeiter:innen auf die Brainlab Corporate Services GmbH sowie die Snke OS GmbH sind vor allem die Personalaufwendungen innerhalb der Vertriebs-, Verwaltungs- und Forschungs- und Entwicklungskosten der Brainlab AG stark gesunken, während die bezogenen Leistungen in diesem Zusammenhang stark gestiegen sind. Die Vertriebskosten der Brainlab AG sind hauptsächlich durch Marketingaktivitäten getrieben. Die Verwaltungskosten sind unter anderem aufgrund gesunkener Beratungsaufwendungen stark gesunken. Die Gesellschaft hat im Bereich der Forschung und Entwicklung weiter stark investiert. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden € 36,2 Millionen (Vj. € 28,5 Millionen) als Eigenleistungen aktiviert (siehe Angaben zur Bilanz). Das Volumen der Forschungs- und Entwicklungskosten ist im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr von € 43,6 Millionen auf € 49,1 Millionen stark gestiegen. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betragen im Geschäftsjahr 2021/22 € 18,2 Millionen (Vj. € 16,9 Millionen) und sind, wie die aktivierten Eigenleistungen, in den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung enthalten. Im Verhältnis zum Umsatz sind die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von 19,7% im Geschäftsjahr 2020/21 auf 21,4% im Geschäftsjahr 2021/22 gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen € 15,9 Millionen (Vj. € 11,7 Millionen). Ausschlaggebend für die Entwicklung sind unrealisierte Gewinne aus der Fremdwährungsbewertung sonstiger Forderungen gegen verbundene Unternehmen in US-Dollar während die realisierten Gewinne im Zusammenhang mit Sicherungsinstrumenten zurückgegangen sind. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen € 18,6 Millionen (Vj. € 5,5 Millionen) und setzen sich hauptsächlich aus Verlusten aus Währungssicherungsgeschäften und Wechselkursverlusten zusammen. Ursächlich für den starken Anstieg ist die Wechselkursentwicklung des Euro zum US-Dollar und der damit einhergehende unrealisierte und realisierte Verlust aus Sicherungsinstrumenten. Per Saldo hat sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA, inkl. Aufwendungen aus Verlust- und Erträgen aus Gewinnübernahme) gegenüber dem Vorjahr auf € 55,4 Millionen (Vj. € 63,6 Millionen) stark reduziert. Das EBIT adjustiert (Betriebsergebnis abzüglich/zuzüglich Aufwendungen aus Verlustübernahme/Erträge aus Gewinnübernahme) ist mit € 31,3 Millionen (Vj. € 40,8 Millionen) stark zurückgegangen. Während das Bruttoergebnis unter anderem aufgrund gestiegener Umsatzerlöse mit Softwarelizenzen im US-Dollar stark gestiegen ist, führen Verluste aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten und gestiegene Aufwendungen für Forschung und Entwicklung zu einem Rückgang des Ergebnisses. Das Jahresergebnis der Brainlab AG befindet sich weiterhin im positiven zweistelligen Millionenbereich (Geschäftsjahr 2021/22: € 18,9 Millionen; Vj. € 25,7 Millionen). Vermögenslage Die Bilanzsumme ist zum 30. September 2022 mit € 373,3 Millionen im Vergleich zum Vorjahr (Vj. € 306,5 Millionen) um € 66,8 Millionen stark gestiegen. Das Anlagevermögen ist im Vergleich zum Vorjahr um € 41,6 Millionen (30. September 2022: € 194,1 Millionen, Vj. € 152,5 Millionen) stark gestiegen. Die immateriellen Vermögensgegenstände sind um € 18,5 Millionen, im Wesentlichen aufgrund aktivierter Entwicklungskosten, stark gestiegen (siehe Angaben zur Bilanz). Der Anteil immaterieller Vermögensgegenstände am Anlagevermögen beträgt 45,3%, bzw. € 88,0 Millionen (Vj. 45,6 %, bzw. € 69,5 Millionen). Der Anteil der Sachanlagen am Anlagevermögen beträgt 9,6% bzw. € 18,6 Millionen (Vj. 12,5% bzw. € 19,1 Millionen). Das Finanzanlagevermögen beträgt zum Bilanzstichtag € 87,5 Millionen (Vj. € 63,9 Millionen) und ist gegenüber dem Vorjahr um € 23,7 Millionen stark gestiegen. Wesentlich für die Entwicklung sind die Anteile an verbundenen Unternehmen, die im Wesentlichen aufgrund der Akquisition der medPhoton GmbH und der Dr. Langer Medical GmbH stark gestiegen sind. Das Umlaufvermögen ist im Wesentlichen aufgrund der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und der Vorräte aufgrund der Bevorratung von ExacTrac Dynamic® und Cirq® stark gestiegen (30. September 2022: € 170,8 Millionen; Vj. € 146,9 Millionen). Die Position "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten" ist um € 10,7 Millionen stark gesunken (siehe Finanzlage). Die Rückstellungen haben sich im Wesentlichen aufgrund sonstiger Rückstellungen stark erhöht (siehe Angaben zur Bilanz). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind von € 85,7 Millionen auf € 107,2 Millionen stark gestiegen (siehe Finanzlage). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich um € 8,5 Millionen stark erhöht. Zum 30. September 2022 betrugen sie € 24,6 Millionen (Vj. € 16,1 Millionen). Das Eigenkapital beträgt zum Ende des Geschäftsjahres 2021/22 € 142,7 Millionen (Vj. € 128,9 Millionen). Die Eigenkapitalquote beträgt 38,2% (Vj. 42,0%). Im nächsten Geschäftsjahr sind Investitionen in Höhe von bis zu € 5,5 Millionen geplant. Diese umfassen vor allem Investitionen in Büroausstattung, Prototypen und Entwicklungsgeräte. Finanzlage Um die Liquiditätsversorgung von Brainlab sicherzustellen, ist die Finanzierungsstruktur kurz-, mittel- und langfristig aufgestellt. Die Bankverbindlichkeiten sind im Geschäftsjahr 2021/22 gegenüber dem Vorjahr von € 85,7 Millionen auf € 107,2 Millionen stark gestiegen. Aus den Gesamtverbindlichkeiten gegenüber Banken unterliegen € 75,0 Millionen einer variablen Verzinsung, die sich unter Einbeziehung des abgeschlossenen Zinsswaps auf € 65,0 Millionen reduzieren. Die variablen und fixen Zinssätze liegen zum 30. September 2022 zwischen 1,20% p.a. und 2,183% p.a.. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Darlehenstilgungen gegenüber Kreditinstituten in Höhe von € 45,5 Millionen vorgenommen ohne Beachtung von der unterjährig in Anspruch genommenen Konsortialkreditlinie (Vj. € 8,5 Millionen). Im Geschäftsjahr 2022/23 sind Tilgungen in Höhe von € 38,0 Millionen zu leisten. Kontokorrentkredite werden von drei Banken zur Verfügung gestellt, des Weiteren eine Abzweiglinie aus dem Konsortialkredit für Avalgeschäfte. Zum 30. September 2022 verfügt die Brainlab AG über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von € 10,0 Millionen (Vj. € 4,6 Millionen), die durch die Brainlab AG und Brainlab Sales GmbH genutzt werden können. Darüber hinaus besteht die zum 30. September 2022 mit € 34,0 Millionen in Anspruch genommene, sowie mit € 5,0 Millionen als Abzweiglinie genutzte Konsortialkreditline in Höhe von € 90,0 Millionen. Die im Vorjahr angegebene Kreditlinie von JPY 200,0 Millionen wurde von Brainlab nicht mehr verlängert und steht seit August 2022 nicht mehr zur Verfügung. Zum 30. September 2022 weist Brainlab eine Nettoverschuldung 58 von € 82,4 Millionen (Vj. € 50,2 Millionen) aus. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beträgt € 36,2 Millionen (Vj. € 34,2 Millionen) und resultiert im Wesentlichen aus dem bereinigten Periodenergebnis sowie einem Anstieg der Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, während sich der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen negativ auswirkt. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt € -62,1 Millionen (Vj. € -52,4 Millionen) und setzt sich maßgeblich aus Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen zusammen. Der Erwerb der medPhoton GmbH und der Dr. Langer Medical GmbH sowie erhöhte Investition in Entwicklungsprojekte tragen maßgeblich zu der Entwicklung bei. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt € 15,2 Millionen (Vj. € 15,0 Millionen) und ergibt sich aus der erstmalig gezogenen revolvierenden Kreditlinie (RCF) in Höhe von € 34,0 Millionen, sowie dem zur Refinanzierung neu begebenen Schuldscheindarlehen in Höhe von € 23,0 Millionen und einem bilateralen Darlehen über € 10,0 Millionen. Belastend wirken Darlehenstilgungen gegenüber Banken sowie eine Dividendenzahlung in Höhe von € 5,1 Millionen. In Summe sind die liquiden Mittel stark gesunken (30. September 2022 € 24,8 Millionen; Vj. € 35,5 Millionen). Die Gesellschaft erwartet durch die weiterhin starke Investitionstätigkeit in Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr 2022/23 starken Liquiditätsbedarf und plant weiterhin eine entsprechend hohe Liquiditätsvorsorge. Der Schuldendienst soll aus dem positiven operativen Cashflow, einer entsprechenden Refinanzierung und den verfügbaren liquiden Mitteln sichergestellt werden. Hohe Liquiditätsreserven ermöglichen kurzfristige Investitionen in neue und komplementäre Technologien. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft Die Umsatzerlöse liegen mit € 229,5 Millionen (Vj. € 221,6 Millionen) leicht über der Prognose für das Geschäftsjahr 2021/22. Die EBIT-Marge adj. 59. mit 14 % (Vj. 18 %) liegt über der Prognose für das Geschäftsjahr 2021/22. Die Abweichung im Vergleich zur Prognose resultiert unter anderem aus höheren Erträgen aus Gewinnübernahme. Zusammenfassend zeigt sich eine positive Ertragslage für das Geschäftsjahr 2021/22. Die Brainlab AG profitiert von einem höheren Bruttoergebnis. Die Wechselkursentwicklung des Euro zum US-Dollar führen zu höheren betrieblichen Aufwendungen und geringeren sonstigen Erträgen. Die Mint Medical GmbH trägt mit € 2,0 Millionen zum Ergebnis der Brainlab AG bei. Die Geschäftsentwicklung ist günstig verlaufen. Prognosebericht Brainlab AG Brainlab ist zuversichtlich, die Ziele der kommenden Jahre erreichen zu können. Hauptziel ist, die Marktposition als Anbieter integrierter Lösungen in den Anwendungsbereichen der bildgestützten Chirurgie sowie der Strahlentherapie und -chirurgie für eine Verbesserung der Ertragslage zu nutzen. Die aktuellen Ergebnisse bestätigen die Strategie, sich zu den bestehenden Vertriebsstrukturen ergänzende Ertragsfelder aus Entwicklungskooperationen zu sichern. Mit der Kombination aus internem Wachstum durch bewährte und stetig eigenständige Weiterentwicklung des Produktportfolios, ergänzt durch den Zukauf komplementärer Technologien, zielt Brainlab auf die Technologieführerschaft und Absicherung der eigenen Wettbewerbsposition. Die Strategie, die Integration mit verschiedenen medizintechnischen Geräten namhafter Partner offen zu halten, wie auch starke Abhängigkeiten zu vermeiden, erlaubt es Brainlab, Potentiale aus verschiedenen medizintechnischen Bereichen zu heben. Neben der Produktentwicklung setzt Brainlab weiter auf strategische Kooperationen, um besonders im Vertriebsbereich die Distributionseffizienz zu erhöhen. Die Brainlab AG erwartet für das kommende Jahr eine stark steigende Umsatzentwicklung aus Produktverkäufen. Die regionalen Vertriebsorganisationen sollen in strategischen Bereichen im kommenden Jahr weiter gefördert werden und lokale Investitionen in Marketing, Vertrieb und Kundendienst vorantreiben. Dazu sollen die steigenden Aufwendungen in Forschung und Entwicklung sowohl in der Brainlab AG als auch in Tochtergesellschaften wie auch die zur Verfügung gestellte Infrastruktur durch die Muttergesellschaft im Sinne der Wertschöpfung von Brainlab noch stärker in der Preisbildung berücksichtigt werden. Positiv sollte sich eine strikte Kostenkontrolle und ein positiver Beitrag der Brainlab Sales GmbH über den Ergebnisabführungsvertrag auswirken. Negativ werden sich Cost-Plus Vereinbarungen mit Brainlab China, Brainlab Indien und Brainlab Corporate Services sowie die Cost-Plus Vereinbarung mit Snke OS GmbH auswirken. Da sich die Nachfrage auf den internationalen Halbleitermärkten derzeit auf einem hohen Niveau befindet, ist die Versorgungslage bei Halbleiterkomponenten bei unseren Zulieferern zunehmend angespannt. Dies könnte zu Versorgungsengpässen bei den für unsere Produkte benötigten Komponenten führen. Brainlab beobachtet die Situation genau. Sollte sich die Situation weiter verschärfen oder für längere Zeit auf dem aktuellen Niveau verharren und erhebliche Versorgungsengpässe auftreten, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich dies negativ auf die Prognose auswirken wird. Darüber hinaus kann die Entwicklung der Brainlab AG durch Engpässe bei Versorgung mit Vorprodukten und Rohstoffen, Unterbrechungen der Lieferketten und geopolitische Unruhen, die hauptsächlich aus dem Krieg zwischen der Ukraine und Russland entstehen, beeinflusst werden. Einschränkungen der Lieferketten, eine allgemeine wirtschaftliche Abkühlung und geopolitische Spannungen könnten weiterhin Herausforderungen für die Märkte und die Bereitschaft der Kunden, in neue Geräte und Software zu investieren, darstellen. Brainlab bleibt bei weiterhin starken Investitionen in die eigene Innovationskraft und stützt sich auf die erlangte Internationalität und globale Marktpräsenz. Die fortlaufende Entwicklung des Produktportfolios und Anpassung an die Bedürfnisse der Kunden und Patient:innen dient dazu, in allen wesentlichen Märkten die starke Marktposition zu erhalten und auszubauen. Die etablierte Produktpalette der Chirurgie Plattformen Curve® und Kick®, Radiochirurgie Plattformen wie ExacTrac® und Novalis® und Digital Health Plattformen wie Loop-X® und Buzz® erlaubt in Verbindung mit der Integration der Arbeitsabläufe in Operationssälen, Nutzenpotentiale unserer Kunden zu bedienen und zu entwickeln. Mit der Kooperation mit Magie Leap setzt Brainlab Maßstäbe, wie Chirurgen und andere Mediziner medizinische Bildgebungsdaten visualisieren und nutzen können. Die weitere Marktdurchdringung von Loop-X® und Cirq® im kommenden Geschäftsjahr unterstreicht die Innovationsfähigkeit von Brainlab. Insgesamt sieht Brainlab einen hohen Investitionsbedarf in Forschung und Entwicklung und erwartet aufgrund der Kosten für eine nachhaltige Innovationskraft einen EBIT adj. im niedrigen zweistelligen Bereich. (5) Risiko- und Chancenbericht Brainlab versucht stets, Chancen frühzeitig zu erkennen und zu ergreifen, um den Unternehmenswert zu sichern und langfristig zu steigern. Der Konzern ist permanent vielfältigen Risiken ausgesetzt und muss gewisse Risiken mit Unsicherheiten eingehen, um wettbewerbsfähig und nachhaltig erfolgreich zu sein. Die Werte, Richtlinien und das Risiko- und Chancenmanagement von Brainlab sollen sicher stellen, dass die Geschäftstätigkeit in einem gut kontrollierten Unternehmensumfeld ausgeübt werden kann und bestimmte Risiken in einer informierten und proaktiven Weise eingegangen werden können, sodass der potentielle Geschäftserfolg in einem angemessenen Verhältnis zum Risiko steht und die Gruppe in der Lage ist, das Risiko transparent und frühzeitig zu steuern und gegebenenfalls zu tragen, sollte es eintreten. Brainlab wird dabei regelmäßig mit Risiken und Chancen konfrontiert, die sich sowohl negativ (Risiko) als auch positiv (Chance) auf den nachhaltigen Unternehmenserfolg, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, aber auch auf immaterielle Werte, wie etwa das Markenimage, auswirken können. Brainlab versteht Risiken als das potenzielle Eintreten eines unerwünschten internen oder externen Ereignisses oder das Ausbleiben eines erwünschten Ereignisses, welches das Erreichen der Geschäfts-oder Finanzziele negativ beeinflussen kann. Brainlab hat hierfür einen definierten und begrenzten Risikoappetit. Chancen sind entsprechend Ereignisse, die die Geschäfts- oder Finanzziele positiv beeinflussen können, z. B. Optimierungen von Kernprozessen. Dieser Risiko- und Chancenabschnitt enthält die wichtigsten Risiken und Chancen des Unternehmens sowie darüber hinaus andere branchenrelevante Risiken für den Konzern. Die Gruppe hat die Risiken in vier Hauptkategorien zusammengefasst: "strategische", "finanzielle", "operative" sowie "rechtliche und Compliance Risiken". Risiko- und Chancenmanagement Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für ein effektives Risiko- und Chancenmanagement, durch das ein umfassendes und einheitliches Management sämtlicher wesentlicher Risiken und Chancen sichergestellt werden soll. Das Risikomanagement bei Brainlab unterstützt und koordiniert die Umsetzung und Weiterentwicklung des Risikomanagements und ist im Auftrag des Vorstands für den zentral gesteuerten Risikomanagementprozess verantwortlich. Der Aufsichtsrat ist dafür zuständig, die Effektivität des Risikomanagementsystems zu überwachen. Zusätzlich führt die Interne Revision im Rahmen ihrer regulären Prüfungstätigkeit von ausgewählten Tochtergesellschaften und Konzernfunktionen auch risikoorientierte Prüfungen durch. Das System orientiert sich an den ganzheitlichen Rahmenwerken für unternehmensweites Risikomanagement und interne Kontrollsysteme, die vom Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) entwickelt und veröffentlicht wurden. Darüber hinaus wurde das System an die Struktur sowie die Unternehmens- und Managementkultur von Brainlab angepasst. In diesem System werden Risiken identifiziert, bewertet, gesteuert, überwacht und systematisch berichtet. Die Berichterstattung erfolgt auch ad hoc, wenn Sachverhalte identifiziert werden, die einer umgehenden Information an den Vorstand bedürfen. Das Hauptziel ist, durch chancenorientiertes und gleichzeitig risikobewusstes Handeln den Unternehmenswert zu sichern und weiter zu steigern. Die folgende Grafik zeigt den Risikomanagementprozess:
Einen wesentlichen Bestandteil eines optimalen Risiko- und Chancenmanagements sieht Brainlab darin, dass Risiken sowie risikomindernde Maßnahmen, aber auch Chancen dort frühzeitig identifiziert, beurteilt und in der Regel verantwortet werden, wo sie tatsächlich auftreten. Risikomindernde Maßnahmen sind in diesem Sinne die Vermeidung, Reduzierung und Übertragung von Risiken. Von besonderer Bedeutung ist dabei eine aufeinander abgestimmte Vorgehensweise bei Steuerung, Überwachung und Berichterstattung. Deshalb ist das Risiko- und Chancenmanagement eine unternehmensweite Aufgabe, bei der wichtige Erkenntnisse des Managements der globalen und lokalen Geschäftseinheiten und -funktionen einfließen. Die Risikobewertung erfolgt anhand einer systematischen Bewertungsmethode: der möglichen (finanziellen) Auswirkung auf das Eigenkapital oder liquide Mittel einerseits und der Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Auswirkung andererseits. Der geschätzte Eintrittszeitraum eines Risikos fließt zusätzlich in die Bewertung ein. Bei der Risikobewertung betrachtet Brainlab das Bruttorisiko vor risikomindernden Maßnahmen und das Nettorisiko nach Umsetzung risikomindernder Maßnahmen. Dieser Ansatz ermöglicht ein Verständnis darüber, welchen Einfluss die Maßnahmen haben und kann andererseits die Grundlage für Szenario-Überlegungen sein. Brainlabs Risikoeinschätzung in diesem Bericht spiegelt das Nettorisiko wider. Strategische Risiken Gesamtwirtschaftliche, gesellschaftspolitische und regulatorische Risiken Die gesamtwirtschaftliche Lage präsentiert sich zeitlich und regional uneinheitlich und ist in vielen Regionen und Ländern, in den Brainlab aktiv ist, weiter schwierig. Veränderungen im konjunkturellen, aber auch im regulatorischen Umfeld, können mögliche Umsatzausfälle oder Kostenerhöhungen nach sich ziehen. Um diese Risiken wie z. B. Änderungen der Erstattungspolitik von Krankenkassen oder staatlichen Gesundheitssystemen, Handelsbeschränkungen, Steuergesetzgebung, Sanktionen, Produktqualitätsstandard- und Zulassungsanforderungen zu vermindern, strebt das Unternehmen weiterhin eine gleichmäßige Verteilung des Umsatzes zwischen den wichtigsten Regionen der Welt, aber auch zwischen reifen Märkten und Schwellenländern an. Brainlab begegnet solch einer möglichen Entwicklung ebenfalls durch Produktdiversifikation sowie die fortlaufende Entwicklung neuer, sicherer und effektiverer Produkte, die den Kunden in kürzester Zeit greifbare Vorteile bieten und Brainlab als Technologie- und Marktführer weiter etablieren sollen. Brainlab beobachtet zudem fortlaufend die gesamtwirtschaftliche, gesellschaftspolitische und regulatorische Lage, um potenzielle Problembereiche frühzeitig zu erkennen und Geschäftsaktivitäten schnell anpassen zu können. Zu den möglichen Anpassungen zählen striktes Management des Working Capital und Kostenkontrolle mit Blick auf Ressourcen und Investitionen, Änderungen der Produktpreise und eine konservative Beschaffung. Der Krieg zwischen der Ukraine und Russland hat aus Umsatz-Sicht wenig direkten Einfluss auf das Geschäft des Unternehmens, da der Umsatz in den betroffenen Regionen nicht wesentlich ist. Embargo und Sanktionsvorschriften werden sorgfältig beobachtet und streng eingehalten. Brainlab verfügt über ein internes Export-Kontrollsystem, sämtliche Debitoren und Kreditoren der Brainlab Gesellschaften werden täglich gegen diverse Sanktionslisten geprüft. Zusammengefasst schätzt das Unternehmen dieses Risiko weiterhin als groß ein. Abhängigkeitsrisiken Die Abhängigkeit von bestimmten Kunden, Geschäftspartnern, Produkten oder auch Märkten birgt Risiken in sich und bringt eine Anfälligkeit gegenüber Umsatzausfällen sowie Margendruck mit sich. Analog dazu könnte die starke Abhängigkeit von einzelnen Produkten oder Märkten das Unternehmen anfällig für Schwankungen bei der Nachfrage oder Änderungen des Marktumfelds machen. Durch den Ausbau von Kooperationen mit Geschäftspartnern und eine generelle weitere Stärkung der Marke Brainlab und der engen Geschäftsbeziehung zu Kunden können mögliche Umsatzausfälle bei einzelnen wichtigen Kunden oder Partnern reduziert werden. Obwohl die Gesellschaft durch globale Diversifizierung die Abhängigkeit von einem einzelnen Markt so weit wie möglich reduziert, bleibt Brainlab anfällig für negative Entwicklungen in wichtigen Absatzmärkten wie den USA. Die potenzielle Auswirkung von Abhängigkeitsrisiken stuft das Unternehmen daher als moderat ein. Wettbewerbsrisiken Brainlab ist einem erheblichen Risiko durch konstanten, intensiven Wettbewerb und neuen Allianzen zwischen etablierten und zum Teil noch finanzstärkeren Branchenakteuren ausgesetzt. So kann ein anhaltender Preiskampf die Entwicklung von Umsatz und Profitabilität gefährden. Aggressives Wettbewerbsverhalten könnte außerdem höhere Marketingkosten und Verlust von Marktanteilen nach sich ziehen. Das Angebot neuer innovativer Technologien, Datenanalyse oder Materialien im Markt führt möglicherweise schnell zu einer Verminderung der Attraktivität von Brainlab-Produkten, höheren Kosten, geringerem Cash-Flow und keiner oder einer reduzierten Dividende. Um die Wettbewerbsrisiken zu begrenzen, überwacht und analysiert Brainlab kontinuierlich Technologietrends, Markt- und Wettbewerberdaten, um bei Bedarf seine Aktivitäten und sein Geschäftsmodell frühzeitig anzupassen. Brainlab reduziert Wettbewerbsrisiken durch Diversifizierung über Produkte und Regionen. Auch um Wettbewerbsrisiken zu begegnen, hat das Unternehmen sich in den letzten Jahren mit Investitionen und Kooperationen in Richtung zukünftiger Geschäftsfelder engagiert, zuletzt der Mint Medical GmbH, medPhoton GmbH und der Dr. Langer Medical GmbH. Hier wird jetzt in der Gestaltung, Entwicklung und Vermarktung eng zusammengearbeitet, um durch Synergien Innovation anzutreiben und Wettbewerbsvorteile nutzen zu können. Um das Bestandsgeschäft weiter auszubauen, wird auch die Vermarktung des existierenden starken Produktportfolios stetig weiterentwickelt. Brainlab schätzt, dass der Wettbewerb intensiv bleiben wird und die potenziellen Auswirkungen werden als moderat eingestuft. Klimarisiken Risiken aus dem Klimawandel oder durch dem Klimawandel entgegenwirkende Regulierung schätzt Brainlab aktuell weitgehend gering ein. Brainlab Produkte sind vergleichsweise unabhängig von Energie und weiteren umweltrelevanten Ressourcen oder Rohstoffen. Ein Einfluss von Klimarisiken auf Vermögenswerte erwartet Brainlab nicht. Durch ein aktives und 14001 zertifiziertes Umweltmanagmentsystem passen sich die Unternehmensbereiche entsprechenden regulatorischen Veränderungen zeitnah an. Finanzrisiken Wechselkurs- und Zinsrisiken Die Rechnungslegung des Unternehmens erfolgt in Euro. Das Unternehmen ist hauptsächlich einem Wechselkursrisiko aus Schwankungen des US-Dollar, des Australischen Dollar, des Hongkong Dollar, und des Japanischen Yen ausgesetzt. In deutlich geringerem Maße entstehen auch Wechselkursrisiken aus anderen Währungen der Konzerntöchter (z. B. Britisches Pfund, Brasilianischer Real, Chinesischer Yuan, Israelischer Schekel, Indische Rupie). Risiken entstehen insbesondere dadurch, dass Beschaffung und Verkauf der Produkte in unterschiedlichen Währungen in ungleicher Höhe erfolgen und zugleich ein Großteil der Personalkosten in Euro ist. Darüber hinaus könnten Währungseffekte aus der Umrechnung von Ergebnissen lokaler Tochtergesellschaften in die Gesellschaftswährung, den Euro, oder die Bewertung von Fremdwährungspositionen bei Gesellschaften, die den Euro als lokale Währung haben, wesentliche negative Auswirkungen auf die Finanzergebnisse der Gesellschaft haben. Das Unternehmen unterhält ein zentralisiertes System für das Management von Währungsrisiken. Zur Absicherung seiner Zahlungsströme schließt Brainlab Geschäfte zur Begrenzung des Kursänderungsrisikos ab. Das Unternehmen nutzt neben natürlichen Sicherungsbeziehungen Devisentermingeschäfte und Optionen zur Absicherung erwarteter Zahlungsströme in Fremdwährung. Die US-Dollar-Sicherungsquote basiert auf der Summe der Zuflüsse abzüglich der Abflüsse in US-Dollar. Die Sicherungsquote lag im Geschäftsjahr 2021/22 bei ca. 90% (der Nettozu- und -abflüsse) auf 12-Monatssicht. Trotz ökonomischer Sicherungsbeziehungen wendet die Gesellschaft kein Hedge Accounting an und bewertet diese Geschäfte zum Abschlussstichtag einzeln. Darüber hinaus schützt sich das Unternehmen auch gegen Wechselkursrisiken aus Fremdwährungspositionen in der Bilanz. Für die beizulegenden Zeitwerte aus Fremdwährungs- und Zinsderivaten wird auf Konzernanhangangabe (10),(11) verwiesen. Das Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem Brainlab ausgesetzt ist, resultiert überwiegend aus den finanziellen Verbindlichkeiten mit einem variablen Zinssatz. Die Steuerung des Zinsaufwands erfolgt durch eine Kombination von festverzinslichem und variabel verzinslichem Fremdkapital mit einer Laufzeit bis längstens 2036. Der Anteil der festverzinslichen Darlehen am gesamten Darlehensvolumen liegt im Geschäftsjahr 2021/22 bei 42%. Zudem prüft Brainlab regelmäßig die Prämissen für den Abschluss eines Zinsswaps, bei dem in festgelegten Zeitabständen die unter Bezugnahme auf einen vorab vereinbarten Nennbetrag ermittelte Differenz zwischen festverzinslichen und variabel verzinslichen Beträgen mit dem Vertragspartner getauscht wird. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein Zinsswap über fünf Jahre abgeschlossen, welcher in der festverzinslichen Quote enthalten ist. Angesichts der aktuellen Zinspolitik seitens der Zentralbanken erwartet Brainlab eine deutliche Steigerung der Zinssätze und hat entsprechende Positionen eingeplant. Eine vorzeitige oder höhere Steigerung ist möglich. Brainlab schätzt die potenzielle Auswirkung der möglichen Risiken weiter als moderat ein. Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken Brainlab wird auch bei hohem Liquiditätsbestand externe Finanzierungsquellen für eine mittelfristig stabile Finanzierungstruktur nutzen. Liquiditätsrisiken ergeben sich aus einem eventuellen Mangel an flüssigen Mitteln, um fällige Verbindlichkeiten in Bezug auf Fristigkeit, Volumen und Währungsstruktur bedienen oder refinanzieren zu können. Finanzierungen können sich auch für Brainlab verteuern. Durch Turbulenzen auf den weltweiten Wirtschafts- und Finanzmärkten, Zusammenschlüssen und Regulierungen kann sich die Verfügbarkeit von Fremdkapitalfinanzierungen teilweise ändern. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Bankpartner von Brainlab ihre Kreditbereitschaft einschränken oder einschränken müssen. Dies hätte negativen Einfluss auf die Geschäftsaussichten und den Cash-Flow von Brainlab. Das Ziel von Brainlab ist es, zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und der Sicherstellung der Finanzierungsflexibilität, durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und Darlehen, mittel- und langfristig, ein Gleichgewicht zu wahren. Das Unternehmen überwacht laufend das Risiko eines Liquiditätsengpasses mittels einer rollierenden Liquiditätsplanung. Diese Planung berücksichtigt die erwarteten Auszahlungen sowie erwartete Einzahlungen aus den Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeiten. Einige der mit Banken geschlossenen Kreditverträge enthalten Covenants. Die Kreditbereitschaft der Banken ist daran geknüpft, dass Brainlab ein definiertes Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA nicht überschreitet oder eine bestimmte bilanzielle Eigenkapitalquote nicht unterschreitet. Die Einhaltung der Covenants wird zum Halbjahres- und Finanzjahresende überprüft. Wertminderung von Investitionen Brainlab hat in den letzten Jahren verstärkt Investitionen in Unternehmen, zum Teil Start-ups, mit komplementären Technologien oder auf zukunftsweisenden eigenen Geschäftsfeldern getätigt, um Synergien sowie Chancen zu nutzen, sein Technologie-, Produkt- und Kompetenzportfolio auszubauen. Eine Verschlechterung der Produktentwicklung und -zulassung bei diesen Unternehmen oder der Geschäftsentwicklung, Finanzierung und insbesondere zukünftiger Geschäftsaussichten könnte eine Anpassung dieser Investitionen, verbunden mit Wertminderungen, erforderlich machen. Brainlab ist auf Basis der durchgeführten Due-Diligence-Prüfungen, des aktuellen Stands der Produktentwicklungen und der Rückmeldung aus den Märkten der Auffassung, dass die Auswirkungen auf die Geschäftsergebnisse im Zusammenhang mit Wertminderungen sehr groß sein könnten, und schätzt die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich ein. Operative Risiken IT-Risiken Die IT ist zentraler, kritischer Bestandteil funktionierender Geschäftsabläufe, von der Produktentwicklung über die Vermarktung, Angebotserstellung, Bestell- und Lagerverwaltung, Rechnungsstellung bis hin zum Kundenservice und der Finanzberichterstattung. Schwerwiegende Systemausfälle, Datenverlust oder Datendiebstahl z. B. auf Grund von eingesetzter Software, die bisher unbekannte Sicherheitsschwachstellen beinhaltet, unzureichender Verschlüsselung oder nicht ausreichend kontrollierter Geräte im Netzwerk, können zu gravierenden Auswirkungen auf das Geschäft mit Rufschädigung, finanziellen Schäden und sogar Strafmaßnahmen führen. Um solche Risiken zu mindern, führt die IT-Organisation vorbeugend Systemwartungen und -aktualisierungen durch, erarbeitet Kontinuitätspläne und ist bemüht, die Einhaltung von maßgeblichen IT-Regeln und speziellen IT-Prozessen sicherzustellen. Die IT-Sicherheit wird zudem regelmäßig auditiert und es besteht eine Versicherungslösung, die gewisse Risiken abdeckt. Die Deckungssumme der Versicherung wurde zum 01. Oktober 2022 erhöht. Zum Schutz von Systemen und Daten kommen Maßnahmen wie z.B. Perimetersysteme, Antivirenprogramme, eingeschränkte Nutzerzugriffsrechte, Datensicherungen und System-, Netzwerk- und Service-Monitoring zum Einsatz. Für die Sensibilität der Mitarbeiterinnen bezüglich Informationssicherheit führt Brainlab unter anderem verpflichtende Schulungen durch. Verschiedene IT Services werden von externen Firmen betrieben, für diese Dienstleister achtet der Brainlab Konzern auf eine sorgfältige Auswahl und Einhaltung des Datenschutzes. Die strategische Ausrichtung der IT ist auf den Geschäftsplan abgestimmt. Eine unabhängige Prüfung und Zertifizierung des Informationssicherheitsmanagement-systems mehrerer Brainlab Gesellschaften nach ISO 27001 besteht seit vier Jahren. Aufgrund der entscheidenden Bedeutung von IT-Systemen für Brainlabs Geschäftsprozesse erachtet das Unternehmen die potenziellen, maximalen Auswirkungen als groß, und trotz der zahlreichen, ergriffenen Maßnahmen die Eintrittswahrscheinlichkeit eines IT-Risikos wegen der allgemein weiter sehr hohen Intensität und Professionalität von Cyber-Kriminalität als wahrscheinlich. Zulieferrisiken Die Abhängigkeit von bestimmten, zum Teil sehr spezialisierten Zulieferern birgt Risiken und bringt eine Anfälligkeit gegenüber Liefer- und Umsatzausfällen bzw. -verzögerungen mit sich. Um diese Risiken zu mindern, setzt das Unternehmen auf eine Auswahl, Begleitung und ein Risikomanagement (Prüfung von Qualitätsstandards, Zuverlässigkeitsmonitoring, Sicherheitsbestände, Business Continuity Plan, teilweise Betriebsunterbrechungsversicherung) bei relevanten Lieferanten, gegebenenfalls eine Identifizierung und Beschaffung von Produkten bei Zweitlieferanten sowie eine gut strukturierte Liefer- und Produktdokumentation, die Lieferantenwechsel ermöglichen würden. Aufgrund der geopolitischen Lage sind aktuell grundsätzlich Engpässe in den globalen Lieferketten zu beobachten. Brainlab pflegt seine Lieferantenbeziehung mit großer Sorgfalt und begegnet Risiken mit Erhöhung der Sicherheitsbestände sowie dem Abschluss langfristiger Verträge. Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von Brainlab können dennoch aktuell nicht ausgeschlossen werden. Produktqualitätsrisiken Brainlab ist dem Risiko möglicher Produktmängel aus Design oder Herstellung ausgesetzt, die zu Verletzungen bei Patient:innen, Nutzer:innen oder Sachschäden führen bzw. dem Ansehen der Marken und Produkte schaden und sich negativ im Auftragseingang und Cash-Flow auswirken können. Zur Verringerung solcher Risiken verfügt Brainlab über Qualitätsstandards in der Produktentwicklung und Produktion, welche regelmäßig durch interne oder externe Prüfer, unter anderem auch bei Zulieferern, überwacht und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Haftungsansprüche können vor allem in den USA besonders hoch sein. Der bestehende Versicherungsschutz der Gesellschaft für die Absicherung potenzieller Ansprüche wurde bereits für das Geschäftsjahr 2021/22 dem Umsatz angepasst. Die potenziellen Auswirkungen von Produkthaftungsfällen werden als moderat eingestuft. Trotz der Standards und Kontrollen schätzt Brainlab die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich ein. Rechtliche und Compliance Risiken Risiken des Nichterfüllens von externen Anforderungen an das Qualitätsmanagement Als Medizintechnikhersteller muss Brainlab strikte Anforderungen an sein Qualitätsmanagement erfüllen, um Produkte in unterschiedlichen Märkten und bei Endkunden nachhaltig erfolgreich anbieten zu können. Es besteht das Risiko, dass Brainlab bei Prüfungen seines Qualitätsmanagementsystems durch unabhängige Dritte seinen Zertifizierungsstatus verliert und hierdurch negative Effekte auf den Umsatz entstehen. Zur Risikominimierung ist eine kontinuierliche Prüfung, Verbesserung und Überwachung des Brainlab Qualitätsmanagementsystems durch internes und externes Personal implementiert. Auftretende Mängel vom Zeitpunkt der Entwicklung bis nach dem Verkauf eines Produkts werden konsequent nachverfolgt und Maßnahmen zur Korrektur und Vermeidung umgesetzt. Umstellungen im Zusammenhang mit der neuen europäischen Medical Device Regulation (MDR) sind seitens Brainlab weitgehend abgeschlossen. Das entsprechende Zertifikat wurde bereits im März 2020 erteilt. Dennoch schlagen sich resultierende regulatorische Hürden in steigendem dokumentatorischem Aufwand nieder. Die potenziellen Auswirkungen werden aufgrund der internen Aufwände als groß eingestuft. Brainlab schätzt die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich ein. Datenschutzrisiken Durch seine internationale Präsenz unterliegt Brainlab zahlreichen komplexen Gesetzen und Bestimmungen in Bezug auf den Datenschutz, die zu erheblichen Strafen und Bußgeldern führen können, insbesondere die Datenschutzgrundverordnung der EU. Die Bekanntgabe von Datenschutzverstößen könnte zu großen Reputationsschäden führen und dafür sorgen, dass Vertrauen der Kunden in unsere Marke verloren geht. Dies wäre für den zukünftigen Erfolg unseres Unternehmens nachteilig, weil Brainlab insbesondere medizinische Daten kontinuierlich analysieren und effektiv nutzen muss z. B. im Kundenservice oder für die Produktentwicklung. Um diese Risiken zu mindern, hat Brainlab eine globale Datenschutzrichtlinie, die für alle Brainlab Geschäftseinheiten weltweit gilt und geschult wird. Datenschutzverantwortliche überwachen die Einhaltung des Datenschutzes, beraten und prüfen. Weitere Aktivitäten sind z. B. der Einsatz aber auch die stete Weiterentwicklung technischer Lösungen zur Datenverschlüsselung, die Prüfung von Datenschutzvereinbarungen mit Lieferanten und deren Sublieferanten durch die Rechtsabteilung, aktuell insbesondere auch bezüglich Datentransfer in Drittländer, die Bereitstellung von datenschutzkonformen Formularen für die Beschäftigten für verschiedenste Unternehmenszwecke, die Definition und Dokumentation von Datenverarbeitungsprozessen, Transparenz und konfigurierbare Einstellungen auf den Webseiten des Unternehmens sowie eine Versicherungslösung, die gewisse Risiken in diesem Bereich abdeckt. Die Zertifizierung des Informationssicherheitsmanagementsystems mehrerer Brainlab Gesellschaften nach ISO 27001 trägt ebenfalls zu einem verbesserten Schutz personenbezogener Daten bei. Die potenzielle Auswirkung von Datenschutzverstößen wird als sehr groß und der Eintritt als möglich eingestuft. Compliance Managementsystem Für Brainlab ist die Einhaltung der Gesetze sowie interner und externer Vorschriften unerlässlich. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter und Vorstand muss in seiner Tätigkeit für die Gesellschaft diese Bestimmungen einhalten und ethisch korrekt handeln. Brainlab betrachtet Compliance-Risiken als allumfassendes Thema, von der Beschaffung bis hin zum Vertrieb und Endkunden. Das Compliance-Managementsystem des Unternehmens soll
Der Verhaltenskodex ist auch auf der Internetseite von Brainlab einsehbar. Als global tätiges Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten im Konzern ist sich die Gesellschaft jedoch auch bewusst, dass Compliance-Verstöße niemals mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden können. Daher basiert das Compliance-Programm auf den drei Säulen: Vorbeugen, Erkennen und Reagieren. Vorbeugen umfasst beispielsweise Richtlinien, Leitlinien und Anweisungen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil zur Prävention sind Trainings, wie das internetbasierte Training zum Verhaltenskodex, IT-Richtlinie oder Datenschutz sowie die Möglichkeit über verschiedene Kanäle Fragen zu Compliance Themen zu stellen. Mitarbeiter:innen in ethisch schwierigen Situationen soll ermöglicht werden, sich integer zu verhalten und damit sich selbst und das Unternehmen zu schützen. Des Weiteren werden Compliance-Prüfungen vor der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen oder der Übernahme bestimmter Tätigkeiten vorgenommen. Um potenzielle Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften oder interne Vorgaben frühzeitig zu erkennen, bietet Brainlab verschiedene Möglichkeiten und Ansprechpartner, um der Gesellschaft Hinweise auf Fehlverhalten bzw. relevante Compliance-Verstöße zu geben. Darüber hinaus ist eine Compliance-Risi- kobewertung in die Auditplanung integriert und das Unternehmen führt regelmäßig interne Audits durch, um potenzielle Verstöße aufzudecken. Die angemessene und zeitnahe Reaktion auf Compliance-Verstöße ist von zentraler Bedeutung. Im Fall eines berichteten bzw. vermuteten Compliance-Verstoßes können Ad-hoc Untersuchungen eingeleitet werden. Sanktionen können dann bei bestätigtem Verstoß unter anderem die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses beinhalten und werden jährlich in aggregierter Form intern kommuniziert. Erkenntnisse aus Regelverstößen in der Vergangenheit werden genutzt, um das Compliance Managementsystem kontinuierlich in seiner Effektivität zu verbessern. Vorstand und Aufsichtsrat erhalten regelmäßig direkt Bericht zum Compliance-Programm und zu maßgeblichen Compliance-Fällen und ergreifen korrigierende Maßnahmen, insofern notwendig. Chancenbericht Gesamtwirtschaftliche, gesellschaftspolitische und regulatorische Chancen Die geopolitische Situation ist weiter Herausforderung und Chance zugleich. Die Herausforderung besteht in der Bewältigung der aktuellen Situation. Die Chance entsteht durch die Aufmerksamkeit, die staatliche und gesellschaftliche Akteure dem Bereichen Medizin und Digitalisierung widmen. Dabei können häufig staatliche Konjunkturprogramme zur Belebung der Volkswirtschaften mit der Notwendigkeit der Innovation von Gesundheitsanwendungen verbunden werden. Branchenspezifische Chancen Digitalisierungsbemühungen und die zukünftige Nutzung medizinischer Daten für Wissenschaft, Forschung und Unternehmen bieten Chancen für Brainlabs Technologie. Hier entstehen potenziell neue Märkte, die zugleich den bestehenden Medizintechnik-Markt verändern können. Diversifikationspotentiale Die weltweite Präsenz der Brainlab AG sowie die Akquisition neuer Unternehmen können zusätzliche Expansionsmöglichkeiten sowie Diversifikationspotentiale innerhalb des Marktes für Medizintechnik und Medizininformatik bieten. Durch den Zukauf komplementärer Technologien, die Schaffung neuer konsolidierter Einheiten für die Realisierung von Digitalisierungs-Chancen sowie die Marktpräsenz in allen Vertriebsregionen sieht Brainlab Chancen, langfristig potenziell überdurchschnittlich zu wachsen. Absatz- und Vertriebschancen Die Nachfrage aus Krankenhäusern kann durch staatliche Investitions- und Konjunkturprogramme weltweit ansteigen. Dies kann die Absatzchancen für Brainlab-Produkte positiv beeinflussen und neue Märkte entstehen lassen. Brainlab kann davon profitieren, dass Krankenhäusern und Gesundheitssystemen gerade für die Modernisierung und Digitalisierung von medizinischen Behandlungen und klinischen Prozessen zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt werden. Brainlab kann auch davon profitieren, dass diese zusätzlichen Mittel mit Blick auf ihre Wirksamkeit zur Belebung der Volkswirtschaften schneller als in der Vergangenheit ausgegeben und durch konkrete Investitionen wirksam gemacht werden. Weitere Chancen Weitere Chancen hinsichtlich eines profitablen Wachstums sieht Brainlab sowohl im Bereich des organischen Wachstums über die Ausweitung der bestehenden Aktivitäten als auch über ein exogenes Wachstum basierend auf Akquisitionen, Kooperationen und Auftragsentwicklung im Bereich der Hoch-Technologie. Gesamtbild der Risikolage Brainlab sieht keine wesentliche Veränderung zum Vorjahr trotz des Kriegs zwischen der Ukraine und Russland, steigender Energiepreise sowie Rezessionsangst und gegenwärtig kein bestandsgefährdendes Risiko, weder als Einzelrisiko noch in Kombination mit anderen Risiken. Die Gesellschaft ist der Meinung, die sich aus den oben genannten Risiken ergebenden Herausforderungen erfolgreich meistern zu können. Hinweise und zukunftsgerichtete Informationen Mit Ausnahme von historischen Informationen enthält dieses Dokument zukunftsgerichtete Aussagen", die auf Überzeugungen und Einschätzungen sowie dem derzeitigen Kenntnisstand des Managements beruhen. Der Ausgang, der in diesen zukunftsgerichteten Aussagen erwähnten Ereignisse ist Risiken und Unwägbarkeiten unterworfen. Tatsächliche Ergebnisse und der zeitliche Ablauf bestimmter Ereignisse können von diesen zukunftsgerichteten Aussagen abweichen und berichtete Ergebnisse dürfen nicht als Hinweis auf künftige Entwicklungen gewertet werden. Zu diesem Zweck sind alle Aussagen, die Ausblick auf die Branche einschließlich der Marktakzeptanz oder des Übergangs auf neue Produkte, Technologien, Ergebniswachstum der Brainlab AG ("der Gesellschaft," "wir" oder "unser"), künftige Finanzergebnisse und andere Aussagen, in denen die Begriffe "gerichtet" "glauben", "können", "fortfahren", "erwarten", "hoffen", "positionieren", "potenziell" "sollen", "werden" oder ähnliche Aussagen vorkommen, als zukunftsgerichtete Aussagen zu werten, die Risiken und Unwägbarkeiten enthalten, die unserem tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den geplanten Ergebnissen oder den aktuellen Erwartungen des Managements abweichen können. Das schließt unter anderem mündliche Aussage unserer Vertreter sowie nach außen kommunizierte Unterlagen, wie Präsentationen, Berichte mit ein. Beispielsweise umfassen solche Risiken und Unwägbarkeiten Marktakzeptanz, Produktmanagement; der Einfluss von Konkurrenzprodukten; das verbundene Risiko mit internationalen Geschäftsaktivitäten einschließlich der Durchsetzbarkeit von Verpflichtungen; das Ausmaß an Steuern und Handelsbeschränkungen sowie der Effekt von Fremdwährungskursen; Auswirkungen wirtschaftlicher Rahmenbedingungen; Ereignissen von höherer Gewalt wie Pandemien oder Naturkatastrophen; Schutz unseres geistigen Eigentum und den damit verbundenen Wettbewerbsvorteil; unsere Abhängigkeit von einer einzigen Lieferquelle oder einer begrenzten Anzahl von Zulieferern; der Einfluss von Managed-Care-Initiativen oder anderen Reformen im Gesundheitswesen; unsere Fähigkeit, den Vorschriften und Produktfreigaben der US-amerikanischen Food and Drug Administration und anderer inländischer und ausländischer Behörden zu entsprechen; unsere Nutzung von Vertriebspartnern für einen Teil unseres Vertriebs; die fortdauernde Konsolidierung des Marktes für bestimmte Produktbereiche; die Verfügbarkeit und Angemessenheit unserer Versicherung zur Deckung künftiger wesentlicher Haftungsfälle; der Effekt, dass Schwankungen in unseren Betriebsergebnissen Auswirkungen auf den Preis unseres Grundkapitals hat; die Möglichkeit, dass unsere Aktionärsstruktur eine Übernahme verhindern könnte und daher den Wert unseres Grundkapitals einschränken könnte; der Effekt von regulatorischen Anforderungen in europäischen und anderen Ländern. Bei zukunftsgerichteten Aussagen haben wir keinerlei Verpflichtung übernommen, im Falle von neuen Informationen, künftigen Entwicklungen oder anderen Ereignissen diese Aussagen nach der Veröffentlichung zu aktualisieren oder zu überprüfen, noch ist eine derartige Verpflichtung von uns zu erwarten. Dieses Dokument enthält ergänzende Finanzkennzahlen, die in einschlägigen Rechnungslegungsvorschriften nicht genau bestimmt sind. Diese ergänzenden Finanzkennzahlen sollen nicht isoliert oder als Alternative zu den im Dokument dargestellten und im Einklang mit einschlägigen Rechnungslegungsvorschriften ermittelten Finanzkennzahlen herangezogen werden. Es wird darauf hingewiesen, die Berechnung dieser Finanzkennzahlen mit einer ähnlichen Bezeichnung durch andere Unternehmen auf einer abweichenden Rechengrundlage beruhen können. Aufgrund von Rundungsdifferenzen können sich die Zahlen in diesem Dokument nicht genau zur angegebenen Summe aufaddieren und dargestellte Prozentangaben können nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. Dieses Dokument liegt gleichfalls in englischer Übersetzung vor. Im Falle von Abweichungen geht die deutsche Fassung des Dokuments der englischen Übersetzung vor. Die Gesellschaft hat dieses Dokument den ordnungsgemäß ausgewiesenen untenstehenden Unterzeichnenden zur Unterschrift für die Gesellschaft ordnungsgemäß vorgelegt.
München, 20. Dezember 2022 Brainlab AG Stefan Vilsmeier, Vorstandsvorsitzender Rainer Birkenbach, Vorstand Jan Merker, Vorstand Kontakt Investor Relations Brainlab AG Olof-Palme-Str. 9, München D-81829 München Tel.: +49 89 991 568 0 Fax.: +49 89 991 568 5033 E-Mai: investor.relations@brainlab.com Internet: www.brainlab.com Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Brainlab AG, München Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Brainlab AG, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der Brainlab AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 geprüft. Die in der Anlage zum Bestätigungsvermerk genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 20. Dezember 2022 KPMG
AG
Rohrbach, Wirtschaftsprüfer Bergler, Wirtschaftsprüfer Anlage zum Bestätigungsvermerk: Nicht inhaltlich geprüfte Bestandteile Folgende Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir nicht inhaltlich geprüft:
Bericht des Aufsichtsrates über das Geschäftsjahr 2021/2022Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben pflichtgemäß wahrgenommen, den Vorstand bei der Leitung der Gesellschaft regelmäßig beraten sowie die Geschäftsführung überwacht. In Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren, war der Aufsichtsrat eingebunden. Alle Maßnahmen, die aufgrund gesetzlicher oder satzungsmäßiger Bestimmungen die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderten, wurden eingehend beraten und dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vorgelegt. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat in schriftlichen und mündlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend. Aktuelle Einzelthemen und Entscheidungen wurden in regelmäßigen Gesprächen zwischen dem Vorstandsvorsitzenden und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats erörtert. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr fünf Sitzungen abgehalten, und zwar an folgenden Terminen: 25.10.2021, 21.12.2021, 03.03.2022, 13.06.2022 und 19.09.2022. Es haben jeweils alle Mitglieder des Aufsichtsrates an den Sitzungen teilgenommen. Ferner erfolgte am 13.05.2022 die Beschlussfassung per Email unter Mitwirkung aller Mitglieder des Aufsichtsrates zur Wiederbestellung der Vorstandsmitglieder der Gesellschaft sowie am 08.08.2022 zu einem Projekt aus dem Bereich Mergers & Acquisitions. Gegenstand der regelmäßigen Beratungen waren die Umsatz-, die Ergebnis- und die Beschäftigungsentwicklung der Gesellschaft und des Konzerns, die Finanz- und Ertragslage, die Ausrichtung der Gesellschaft und des Konzerns, das Risikomanagement, die Konzernjahresplanung sowie die Beschlussfassung über die nach der Geschäftsordnung des Vorstands zustimmungsbedürftigen Geschäfte wie etwa die Bestellung von Geschäftsführern und der Abschluss von Darlehensverträgen, Verlustübernahmevereinbarungen und Unternehmensverträgen, jeweils innerhalb des Konzerns. In der Sitzung am 03.03.2022 konstituierte sich der Aufsichtsrat nach den zuvor in der Hauptversammlung der Gesellschaft erfolgten Wahlen zum Aufsichtsrat. In der gleichen Sitzung war die Aufnahme von Fremdkapital Gegenstand. Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat am 21.12.2021, 03.03.2022 und 13.06.2022 mit dem Thema Interne Revision und Compliance, Versicherungen und Umweltmanagement. Alle Sitzungen hatten Projekte und Themen der strategischen Unternehmensentwicklung und Mergers & Acquisitions zum Gegenstand. In der Sitzung am 21.12.2021 erfolgte die Berichterstattung des Abschlussprüfers für das abgelaufene Geschäftsjahr sowie die Feststellung des für die Gesellschaft vorgelegten Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2020/2021 und die Billigung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2020/2021. Gegenstand dieser Sitzung waren außerdem die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2020/2021 sowie die Ergebnisverwendung und der Bericht des Aufsichtsrates. Der Jahres- und Konzernabschluss sowie der Lage- und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021/2022 wurden vom Vorstand aufgestellt und von der durch die Hauptversammlung bestellten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft. Diese Prüfungen haben keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben. Die Abschlussprüfer haben die nach den gesetzlichen Vorschriften erforderlichen Bestätigungsvermerke ohne Einschränkungen erteilt. Der Jahres- und Konzernabschluss, der Lage- und der Konzernlagebericht, die Prüfungsberichte der Prüfer und der Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegen. Die Abschlussprüfer haben an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrates am 20.12.2022 teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung berichtet. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Aufsichtsrates sind keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den Lagebericht und den Konzernlagebericht zu erheben. Der vom Vorstand für die Gesellschaft vorgelegte Jahresabschluss und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021/2022 wurden vom Aufsichtsrat am 20.12.2022 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021/2022 festgestellt und der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021/2022 gebilligt. Der Vorstand hat vorgeschlagen, den im Jahresabschluss per 30.09.2022 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Brainlab AG in Höhe von EURO 113.889.242,13 auf neue Rechnung vorzutragen. Der Aufsichtsrat hat den Vorschlag geprüft und ihm in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats zugestimmt. Im Geschäftsjahr 2021/2022 gab es keine personellen Veränderungen im Vorstand. Dieser setzte sich unverändert aus den Herren Stefan Vilsmeier als Vorsitzendem des Vorstands, Rainer Birkenbach und Jan Merker zusammen. Der Aufsichtsrat wurde in der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 03.03.2022 von drei auf vier Mitglieder erweitert und gewählt, Mitglieder des Aufsichtsrates sind die Herren Dietrich von Buttlar als Vorsitzender des Aufsichtsrats, Ulrich Martin Graf, Michael Bertram und Sebastian Kuss. Die Brainlab AG fühlt sich der Corporate Governance verpflichtet. Der Aufsichtsrat hat deshalb im Geschäftsjahr die Effizienz seiner Tätigkeit laufend geprüft. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die geleistete Arbeit und den hohen Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr.
München, den 20. Dezember 2022 Dietrich v. Buttlar, Vorsitzender des Aufsichtsrates Beschluss über die GewinnverwendungDie ordentliche Hauptversammlung vom 14. März 2023 hat Folgendes beschlossen: Der im Jahresabschluss per 30. September 2022 ausgewiesene Bilanzgewinn der Brainlab AG in Höhe von EUR 113.889.242,13 wird auf neue Rechnung vorgetragen. |
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