Stammdaten

Register
Amtsgericht Pinneberg HRB 9010 PI
Eingetragen
27.8.2010
Branche
Herstellung von Mineralölerzeugnissen und von fossilen BrennstoffenGroßhandel mit Brennstoffen und MineralölerzeugnissenErbringung von Dienstleistungen für die Gewinnung von Erdöl und Erdgas
Gegenstand
das Raffinieren von Rohöl und sonstigen Rohstoffen zum Zwecke der Herstellung von Mineralölerzeugnissen und Nebenprodukten (einschließlich petrochemischen Produkten) und der Kauf und Verkauf von Mineralölerzeugnissen und Nebenprodukten und die Vornahme sonstiger Tätigkeiten, die üblicherweise mit den vorstehend genannten Zwecken verbunden sind.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jörg Fanger
seit 19.10.2023
Prokura
Ulrike Vollrath
seit 1.12.2022
Prokura
Roland Kühl
seit 1.12.2022
Geschäftsführer
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (3)

NameAnteil
Klesch Petroleum Holding Ltd.MLT
89.16%
Klesch Group LimitedMLT
9.91%
Raffinerie Heide GmbHEigenbeteiligung
0.93%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Klesch Group Ltd.
Malta
25.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Raffinerie Heide GmbH

Heide

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024

Bilanz zum 31. Dezember 2024

AKTIVA

31.12.2024 31.12.2023
EUR EUR
A. Anlagevermögen
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 595.366.616,27 595.366.614,27
595.366.616,27 595.366.614,27
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 320.830,46 320.878,14
2. Fertige Erzeugnisse 7.814.459,24 3.927.951,50
3. Geleistete Anzahlungen 2.327.371,34 1.271.987,16
4. Emissionsrechte und Bioquoten 211.476,50 33.869.401,85
5. BEHG Zertifikate 0,00 54.119.550,00
10.674.137,54 93.509.768,65
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 28.907.821,70 35.749.256,13
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 33.872.299,62 23.038.339,75
3. Sonstige Vermögensgegenstände 29.070.045,87 40.774.333,38
91.850.167,19 99.561.929,26
III. Guthaben bei Kreditinstituten 181.639.294,22 134.899.938,37
284.163.598,95 327.971.636,28
C. Rechnungsabgrenzungsposten 3.345.181,58 1.413.930,39
882.875.396,80 924.752.180,94

PASSIVA

31.12.2024 31.12.2023
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 148.600,00 25.000,00
II. Bilanzgewinn 52.907.590,41 86.858.982,25
53.056.190,41 86.883.982,25
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 104.269.819,00 110.339.880,00
2. Steuerrückstellungen 147.620.391,53 212.859.156,00
3. Sonstige Rückstellungen 176.329.741,69 164.561.364,65
428.219.952,22 487.760.400,65
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 65.023.332,03 64.487.297,45
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 197.203.695,76 160.679.529,94
3. Sonstige Verbindlichkeiten 58.444.932,38 40.824.948,65
davon aus Steuern EUR 38.768.545,73 (Vj. EUR 32.356.798,57)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 230.682,09 (Vj. EUR 219.466,27)
320.671.960,17 265.991.776,04
D. Passive latente Steuern 80.927.294,00 84.116.022,00
882.875.396,80 924.752.180,94

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2024

2024 2023
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 4.119.073.126,91 4.543.635.380,75
2. Energiesteueraufwand -389.906.865,73 -412.607.927,10
3.729.166.261,18 4.131.027.453,65
3. Erhöhung (Vorjahr: Verminderung) des Bestands an fertigen Erzeugnissen 3.886.507,74 -3.602.456,97
4. Sonstige betriebliche Erträge 36.138.604,77 33.555.022,06
davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 29.622.429,48 (Vj. EUR 29.793.122,88)
3.769.191.373,69 4.160.980.018,74
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -3.377.154.552,27 -3.594.250.479,45
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -44.297.365,35 -71.592.360,05
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -52.788.714,50 -49.493.943,67
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -2.427.798,98 -7.650.572,70
davon für Altersversorgung EUR 6.419.190,87 (Vj. EUR 620.461,09)
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -273.459.550,33 -243.080.164,72
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 29.004.209,62 (Vj. EUR 31.673.457,87)
-3.750.127.981,43 -3.966.067.520,59
8. Erträge aus Beteiligungen 6.778.034,89 6.811.710,16
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 6.778.034,89 (Vj. EUR 6.811.710,16 )
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 7.256.543,15 4.566.865,74
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen 0,00 -1.072.464,19
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -9.532.065,83 -8.135.863,20
davon Aufwendungen aus der Abzinsung EUR 2.126.791,00 (Vj. EUR 2.123.653,00)
4.502.512,21 2.170.248,51
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -7.339.666,80 -124.150.746,42
davon Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern EUR 3.188.728,00 (Vj. EUR 4.110.172,00)
13. Ergebnis nach Steuern 16.226.237,67 72.932.000,24
14. Sonstige Steuern -115.029,51 -112.324,41
15. Jahresüberschuss 16.111.208,16 72.819.675,83
16. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 86.858.982,25 14.039.306,42
17. Verrechnung des Kaufpreises eigener Anteile mit dem Gewinnvortrag -50.062.600,00 0,00
18. Bilanzgewinn 52.907.590,41 86.858.982,25

Anhang für das Geschäftsjahr 2024

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, weicht die Raffinerie Heide GmbH („Raffinerie Heide“ oder „Gesellschaft“) vom Gliederungsschema des § 275 HGB ab und weist die Umsatzerlöse, wie branchenüblich, netto, d.h. nach Abzug der selbst angemeldeten Energiesteuer, aus. Aus dem gleichen Grund wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und Davon-Vermerken teilweise an dieser Stelle gemacht.

Die Gesellschaft ist Teil der Klesch Petroleum Group, Genf, Schweiz („Klesch Petroleum Gruppe“), die von der Klesch Group Limited, Naxxar, Malta, gehalten wird. Die Klesch Petroleum Gruppe hat das integrierte Liefer- und Handelsmodell (Integrated Supply and Trading, kurz: “IST“) mit Wirkung vom 1. Januar 2024 eingeführt. Das IST-Modell wurde am 4. Oktober 2024 durch die entsprechenden Verträge zwischen der Raffinerie Heide GmbH und Klesch Petroleum S.A. und Klesch MK SA („IST Principals“) formalisiert. Der Zweck des IST-Modells besteht darin, die Auswirkungen des Marktrisikos auf die Einheiten innerhalb der Klesch Petroleum Gruppe zu verlagern, in denen das Fachwissen über das Management des Marktrisikos/der Volatilität und die damit verbundenen Entscheidungen bereits konzentriert ist. Die Auswirkungen sind unter den Erläuterungen zu den sonstigen betrieblichen Aufwendungen dargestellt.

Registerinformationen

Die Gesellschaft ist unter der Firma Raffinerie Heide GmbH mit Sitz in Heide im Handelsregister des Amtsgerichts Pinneberg unter der Nummer HRB 9010 PI eingetragen.

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Die in Vorjahren im Zuge der Ausgliederung von immateriellen Vermögensgegenständen und von Sachanlagen zugegangenen Anteile sind nach den allgemeinen Tauschgrundsätzen mit dem Zeitwert des übertragenen Vermögens angesetzt worden.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu niedrigeren Marktpreisen bewertet, soweit diese nicht Teil einer Bewertungseinheit sind. Die Herstellungskosten schließen Abschreibungen sowie Betriebs- und anteilige Verwaltungskosten ein. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden grundsätzlich zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Schaummittel werden hingegen nach dem Festwertverfahren bewertet.

Die gesondert unter den Vorräten ausgewiesenen CO2 -Emissionsrechte werden zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Marktwerten bewertet. Der Verpflichtung zur Abgabe von CO2 -Emissionsrechten wird durch Dotierung einer Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten Rechnung getragen. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d.h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden marktüblich verzinst.

Die Rückstellungen für Pensionen werden unter Verwendung der „Richttafeln 2018 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck versicherungsmathematisch nach der Anwartschaftsbarwertmethode ermittelt. Der Rechnungszinssatz für die Abzinsung wurde gem. § 253 Abs. 2 HGB auf Basis einer Restlaufzeit von 19 Jahren mit 1,95 % p. a. für 10 Jahre Durchschnittsbildung (Vorjahr: 1,91 % p. a.) bzw. 1,98 % p. a. für 7 Jahre Durchschnittsbildung (Vorjahr: 1,80 % p. a.) ermittelt. Durch die Anwendung der Macauly-Methode ergibt sich eine Restlaufzeit von 19 Jahren. Die erwarteten Lohn- und Gehaltssteigerungen sind mit 2,0 % (Vorjahr: 2,3 %) p. a. zu Grunde gelegt. Erwartete Rentensteigerungen sind mit 2,0 % (Vorjahr: 2,3 %) p. a. berücksichtigt. Die Fluktuation wurde mit Raten zwischen 2,0 % (Vorjahr: 5,0 %) bei einem Alter der Mitarbeiter von 20 Jahren und 0,0 % (Vorjahr: 0,0 %) bei einem Alter von 50 Jahren berücksichtigt.

Laufende Pensionen und Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen und Jubiläen werden mit dem Barwert angesetzt, der sich aufgrund o. g. Annahmen ergibt.

Mit der Betriebsvereinbarung zur Neugestaltung der betrieblichen Altersversorgung vom 16. Dezember 2015 wurden die leistungsorientierten Pensionspläne der Raffinerie Heide GmbH mit Wirkung zum 31. Dezember 2015 neugestaltet. Demnach werden Dienstzeiten nach dem 31. Dezember 2015 nicht mehr in den endgehaltsbezogenen Versorgungsordnungen berücksichtigt. Für die Bemessung des versorgungsfähigen Endgehalts der Arbeitnehmer garantiert die Raffinerie Heide GmbH weiterhin eine fiktive Steigerung der Bruttobezüge des Mitarbeiters als Kaufkraftausgleich ab dem Kalenderjahr 2016.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB auf Basis der von der Deutschen Bundesbank für den 31. Dezember 2024 festgelegten Zinssätze abgezinst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von 3 Jahren werden mit einem Zinsfuß von 1,48 %, bei einer Restlaufzeit von 5 Jahren mit einem Zinsfuß von 1,54 %, bei einer Restlaufzeit von 10 Jahren mit einem Zinsfuß von 1,79 % und bei einer Restlaufzeit von 17 Jahren mit einem Zinsfuß von 1,97 % abgezinst.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Umsatzsteuer

Erträge, Aufwendungen und Vermögenswerte werden grundsätzlich nach Abzug der Umsatzsteuer erfasst.

Wenn beim Kauf von Vermögenswerten oder der Inanspruchnahme von Dienstleistungen angefallene Umsatzsteuer nicht von der Steuerbehörde eingefordert werden kann, wird die Umsatzsteuer als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswerts bzw. als Teil der Aufwendungen erfasst.

Forderungen und Verbindlichkeiten werden mit dem darin enthaltenen Umsatzsteuerbetrag angesetzt.

Der Umsatzsteuerbetrag, der von der Steuerbehörde zu erstatten oder an diese abzuführen ist, wird in der Bilanz unter den kurzfristigen Vermögenswerten bzw. kurzfristigen Schulden ausgewiesen.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasipermanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden saldiert ausgewiesen.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Davon-Vermerke zur Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte als auch nicht realisierte Währungskursdifferenzen.

Die Gesellschaft nutzt Finanzinstrumente, um Preis-, Margen- und Währungsrisiken abzusichern. Finanzinstrumente werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sind beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente negativ, wird zunächst der aktivierte Wert abgeschrieben und für einen gegebenenfalls übersteigenden Betrag eine Rückstellung für drohende Verluste gebildet.

Soweit Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet werden, kommen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Anwendung:

Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. In den Fällen, in denen sowohl die "Einfrierungsmethode", bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, als auch die "Durchbuchungsmethode", wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko sowohl des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments bilanziert werden, angewandt werden können, wird die Durchbuchungsmethode angewandt. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden mit Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Gesellschaft produziert und vertreibt Produkte im Rahmen laufender Vereinbarungen mit Macquarie Bank Limited (,MBL'), die den Kauf, den Verkauf und die Lagerung von Raffinerieprodukten und verwandten Rohstoffen beinhalten. Im Rahmen dieser Vereinbarungen wird überwiegend Rohöl von MBL gekauft, von der Gesellschaft zu Erdölprodukten raffiniert und an MBL zurückverkauft (,Product Exchange'). Das Unternehmen verbucht den Umsatz für diese Dienstleistung bei der Übertragung der daraus resultierenden raffinierten Produkte an MBL.

Die raffinierten Produkte können von MBL zum Verkauf an Endverbraucher zurückgekauft werden, ohne dass MBL die Verpflichtung hat, diese an die Raffinerie zu veräußern. Die Gesellschaft erfasst Materialaufwand und Umsatzerlöse aus dem Kauf der Produkte von MBL und dem Verkauf an Drittkunden.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen wird ausschließlich durch Finanzanlagen repräsentiert.

Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im Anlagenspiegel dargestellt.

Zum 31. Dezember 2024 wurde die Werthaltigkeit der Finanzanlagen in einem DCF-Bewertungsverfahren überprüft.

Anteilsbesitz per Stichtag 31.12.2024:

Name Sitz Beteiligungs- Quote Eigenkapital letztes Jahresergebnis
EUR EUR
Raffinerie Heide Logistics GmbH Heide 100% 66.756,48 4.197,03
Raffinerie Heide Assets GmbH & Co. KG Hemmingstedt 100% 614.455.950,09 6.811.710,16
H2 Westküste GmbH Hemmingstedt 100% 1.868.296,85 -885.365,67

Vorräte

Zusammensetzung der Vorräte:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Fertige Erzeugnisse 7.814 3.928
Geleistete Anzahlungen 2.328 1.272
Schaummittel 321 321
Emissionsrechte 211 33.869
BEHG Zertifikate 0 54.120
10.674 93.510

Die Rückgang der Vorräte im Vergleich zum Vorjahr um EUR 82,8 Mio. ist darauf zurückzuführen, dass die für das Geschäftsjahr 2023 erforderlichen BEHG-Zertifikate für die Emissionen der nach dem Brennstoff-Emissionshandelsgesetz in Verkehr gebrachten fossilen Brennstoffe (Heizöl, Benzin und Diesel) (EUR 54,1 Mio.) und die für die im Jahr 2023 verbrauchten Emissionen erforderlichen Emissionsrechte (EUR 33,9 Mio.) größtenteils bereits im Jahr 2023 erworben wurden. Abweichend vom Vorjahr werden die zur Erfüllung der Rückgabeverpflichtungen für das Abrechnungsjahr 2024 noch erforderlichen BEHG-Zertifikate und Emissionsrechte erst im Geschäftsjahr 2025 erworben.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 28.908 35.749
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 33.872 23.038
Sonstige Vermögensgegenstände 29.070 40.775
davon Restlaufzeit von mehr als ein Jahr 13.673 12.958
91.850 99.562

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Von den ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind TEUR 28.908 (Vorjahr: TEUR 35.749) zur Sicherung eines Lieferantenvertrags abgetreten.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Sicherheitsleistungen, unter anderem in Zusammenhang mit dem bestehenden Crude Supply & Inventory Programm (TEUR 11.551, Vorjahr: TEUR 10.860), aus Sicherheitseinbehalten für gegebene Bürgschaften (TEUR 2.122, Vorjahr: TEUR 2.122) sowie aus Forderungen an das Finanzamt für mit einem Einspruch belegte Steuerzahlungen von TEUR 654 (Vorjahr: TEUR 654).

Der Rückgang der sonstigen Vermögensgegenstände um EUR 11,7 Mio. ist im Wesentlichen auf die Rückzahlung einer Hedge-Sicherheit in Höhe von TEUR 9.050 durch einen externen Derivatepartner zurückzuführen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus vereinnahmten Gewinnanteilen der Tochtergesellschaften.

Gemeinsam mit der zur Klesch Gruppe gehörenden Kalundborg Refinery AS hat die Gesellschaft am 10. Februar 2023 das Non-Recourse-Factoring Agreement mit der Coface Finanz GmbH, Mainz/Deutschland unterschrieben. Der Vertrag regelt den regressfreien Forderungsverkauf zum Nominalbetrag der Forderungen inkl. Umsatz- und Energiesteuer. Aufgrund des Vertrags verbleiben mindestens 7 % der veräußerten Forderungen unter der Kontrolle der Gesellschaft und werden nicht ausgebucht. Der neue Vertrag trat am 30.05.2023 in Kraft und endet am 31.01.2028. Er verlängert sich stillschweigend um 12 Monate, wenn er nicht mit einer Frist von 3 Monaten zum 31.01.2028 gekündigt wird. Der maximale gemeinsame Andienungsbetrag der beiden Raffinerien beträgt USD 300 Mio. Der von der Gesellschaft in Anspruch genommene Andienungsbetrag beläuft sich zum 31.12.2024 auf USD 38,6 Mio. sowie EUR 127,8 Mio. Die Raffinerie Heide hat sich verpflichtet, während der Laufzeit eine vertraglich bestimmte Mindestliquidität einzuhalten.

Gezeichnetes Kapital

Im Jahr 2024 wirkten sich zwei große Bewegungen auf das Eigenkapital des Unternehmens aus:

1.400 Anteile von insgesamt 25.000 Anteilen des gezeichneten Kapitals wurden im Jahr 2024 von den Anteilseignern im Verhältnis ihrer ursprünglichen Verteilung der Stimmrechte zu Beginn des Geschäftsjahres zurückgekauft. Gesellschafter der Gesellschaft sind weiterhin die Klesch Petroleum Holding Limited, Valetta, Malta, mit einem Stimmrechtsanteil von 90 % und die Klesch Group Limited, Naxxar, Malta, mit einem Stimmrechtsanteil von 10 %. Der Bilanzgewinn (TEUR 52.908) setzt sich demnach zusammen aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres (TEUR 86.859) und dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2024 (TEUR 16.111) abzüglich TEUR 50.062, die auf den Rückkauf der 1.400 Anteile von den Gesellschaftern im Verhältnis ihrer bisherigen Stimmrechtsverteilung entfallen.

125.000 Anteile mit einem Nennwert von je 1 EUR wurden an die bestehenden Gesellschafter im Verhältnis der vorherigen Verteilung der Stimmrechte ausgegeben. Hierdurch erhöhte sich das gezeichnete Kapital der Gesellschaft auf 149 TEUR (Vorjahr: 25 TEUR).

Rückstellungen für Pensionen

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR -601 (Vorjahr: TEUR +2.511).

Sonstige Rückstellungen und Steuerrückstellungen

Der Rückgang der Steuerrückstellungen um EUR 65,2 Mio. ist im Wesentlichen auf Ertragsteuerzahlungen für Vorjahre zurückzuführen.

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Lieferantenrechnungen, öffentlich-rechtliche Verpflichtungen, Verpflichtung zur Abgabe von Emissionsrechten für verbrauchte Emissionen, Verpflichtung aus der Nichterfüllung der Treibhausgasquote, Verpflichtung zur Abgabe von Emissionszertifikaten für in Verkehr gebrachte dem BEHG unterliegende Brennstoffmengen, Verpflichtungen für Umweltmaßnahmen, Rückbauverpflichtungen, Altersteilzeit, Restrukturierungen und für sonstige Personalverpflichtungen gebildet.

Der Gesamtbetrag der sonstigen Rückstellungen beträgt im Berichtsjahr TEUR 176.330 (Vorjahr: TEUR 164.561).

Der Anstieg der sonstigen Rückstellungen um EUR 11,8 Mio. resultiert im Wesentlichen aus der um EUR 30,1 Mio. gestiegenen Verpflichtung zur Abgabe von Emissionszertifikaten für in Verkehr gebrachte Brennstoffmengen, die dem BEHG unterliegen. Dem stehen geringere CO2 -Rückstellungen (EUR -8,7 Mio.), Bio-Rückstellungen (EUR -5,5 Mio.) und Rückstellungen für Leitungsschäden (EUR -4,6 Mio.) gegenüber. Der Anstieg der Rückstellungen für Rückgabeverpflichtungen von Emissionszertifikaten für in Verkehr gebrachte Brennstoffmengen, die dem BEHG unterliegen, ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Zertifikatspreise im BEHG von 30 EUR/t CO2 im Jahr 2023 auf 45 EUR/t CO2 im Jahr 2024 zurückzuführen.

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2024 sind im Einzelnen wie folgt dargestellt:

Gesamtbetrag Restlaufzeit Besicherung
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 65.023 65.023 0 0 65.023
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 197.204 197.204 0 0 0
3. Sonstige Verbindlichkeiten 58.445 58.445 0 0 16.072
davon aus Steuern 38.769 38.769 0 0 1.822
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 231 231 0 0 0
320.672 320.672 0 0 81.095

Zum 31. Dezember 2023 stellten sich die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten wie folgt dar:

Gesamtbetrag Restlaufzeit Besicherung
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 64.487 64.487 0 0 64.487
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 160.680 160.680 0 0 0
3. Sonstige Verbindlichkeiten 40.825 40.825 0 0 5.624
davon aus Steuern 32.357 32.357 0 0 1.822
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 219 219 0 0 0
265.992 265.992 0 0 70.111

Seit dem 24. August 2016 besteht eine Liefervereinbarung über Rohöl und unterschiedliche Raffinerieprodukte (Crude Supply & Inventory Programm) mit der Macquarie Bank Ltd., London, Großbritannien. In diesem Vertrag verpflichtet sich die Raffinerie Heide, während der gesamten Laufzeit des Vertrags bestimmte Finanzkennzahlen hinsichtlich der Minimum Liquidität zu erfüllen.

Mit einem großen Lieferanten, der gleichzeitig auch Kunde der Raffinerie Heide ist, besteht eine Aufrechnungsvereinbarung. Die sich hieraus ergebenden Forderungs- und Verbindlichkeitsbeträge werden in den jeweiligen Bilanzpositionen saldiert ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen TEUR 188.409 (Vorjahr: TEUR 154.807) Cashpooling-Verbindlichkeiten gegenüber einem Tochterunternehmen und in Höhe von TEUR 4.554 (Vorjahr: TEUR 3.333) Lieferungen und Leistungen. Gegenüber Gesellschaftern bestehen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 4.184 (Vorjahr: TEUR 1.951).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (EUR 65,0 Mio.; Vorjahr: EUR 64,5 Mio.) und die sonstigen Verbindlichkeiten (EUR 16,1 Mio.; Vorjahr: EUR 5,6 Mio.) sind besichert mit kurzfristigen Einlagen.

Latente Steuern

Die latenten Steuern resultieren aus folgenden Sachverhalten:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Latente Steuerschulden auf Differenzen bilanzieller Wertansätze für Finanzanlagen 97.202 102.015
Rücklage gem. § 5 Abs. 7 Satz 5 EStG 1.975 2.301
Vorräte 383 383
Sicherheitsleistungen - unrealisierte Kursdifferenzen 361 338
Forderungen aus L+L - unrealisierte Kursdifferenzen 13 0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.287 1.360
101.221 106.397
Latente Steueransprüche auf Differenzen bilanzieller Wertansätze für durch Rückstellungen gedeckte Pensionsverpflichtungen 18.116 20.170
Rückstellungen für Abwasserreinigungsanlage 890 865
Rückstellungen für Rückbau Kavernen 236 243
Archivierungsrückstellungen 157 163
Personalrückstellungen - Jubiläumsrückstellungen 164 195
Personalrückstellungen - Altersteilzeitrückstellungen 265 191
Rückstellungen für Bodensanierungen 325 415
Forderungen aus L+L - unrealisierte Kursdifferenzen 63 14
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0 7
Verbindlichkeiten aus L+L - unrealisierte Kursdifferenzen 0 18
Anpassungen aus Betriebsprüfungen vergangener Jahre 78 0
20.294 22.281
Latente Steuerschulden netto 80.927 84.116

Der Berechnung wurde grundsätzlich ein Steuersatz von 28,4 % (Vorjahr: 28,3 %) zugrunde gelegt.

Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus Bilanzdifferenzen bei den Rückstellungen für Pensionen sowie bei sonstigen Rückstellungen.

Die passiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus Bilanzdifferenzen bei Finanzanlagen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und aus einer gewinnmindernden Rücklage gem. § 5 Abs. 7 Satz 5 EStG.

Entwicklung der latenten Steuern

Die latenten Steuern haben sich wie folgt entwickelt:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Saldo
TEUR TEUR TEUR
31.12.2023 22.281 106.397 84.116
31.12.2024 20.294 101.221 80.927
-1.987 -5.176 -3.189

Der Rückgang der latenten Steuerverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 3.189 betrifft den in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Anpassungsbetrag für das Geschäftsjahr 2024.

Globale Mindestbesteuerung

Die Gesellschaften der deutschen Raffinerie Heide - Gruppe unterliegen aufgrund ihrer globalen Konzernstruktur in Form von ausländischen Mutterunternehmen und des Gesamtkonzernumsatzes von mehr als EUR 750 Mio. dem Grundsatz nach der globalen Mindeststeuer (Pillar 2). Die globale Mindeststeuer wird, ebenfalls dem Grundsatz nach, erstmals für den Veranlagungszeitraum 2024 erhoben.

Angaben zur quantitativen Höhe einer möglichen inländischen Steuerbelastung lassen sich zum Bilanzstichtag 31.12.2024 im Hinblick auf den Veranlagungszeitraum 2024 nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit treffen.

Bzgl. der qualitativen Ausgestaltung von bisher getroffenen Vorbereitungshandlungen, die die Umsetzung der Veranlagung zur globalen Mindeststeuer dem Grunde nach betreffen, lassen sich ebenfalls keine hinreichend konkreten Aussagen für die deutschen Konzerngesellschaften treffen. Die Umsetzung der für die globale Mindeststeuer notwendigen Vorbereitungs- und Datensicherungsmaßnahmen obliegt der ausländischen Konzernmutter.

Die Gesellschaften wenden die in § 274 Abs. 3 HGB enthaltene Ausnahmeregelung an, wonach keine aktiven und passiven latenten Steuern im Zusammenhang mit der Anwendung des Mindeststeuergesetzes oder eines ausländischen Mindeststeuergesetzes zu bilanzieren sind.

Derivative Finanzinstrumente und Bildung von Bewertungseinheiten

Zur Messung der Effektivität aller Sicherungsbeziehungen wird die „Critical-Terms- Match-Methode“ verwendet. Diese Sicherungsbeziehungen wurden als hochwirksam eingestuft.

Fair Value Hedges:

Die Gesellschaft sichert Preisrisiken über die Konzerngesellschaft Klesch Petroleum SA (KPSA), Genf, Schweiz, durch derivative Finanzinstrumente ab. Diese nutzt die Gesellschaft, um diejenigen Verkaufskontrakte, die nicht in Euro zum Monatsdurchschnittspreis erfolgen, auf diese Konditionen zu wandeln. Zum 31. Dezember 2024 belief sich der Zeitwert dieser Vereinbarungen auf insgesamt TEUR -2.413 (Vorjahr: TEUR +1.122). Es handelt sich um gemäß § 254 HGB zu bildende Bewertungseinheiten. Der beizulegende Zeitwert bemisst sich nach dem Marktpreis. Folgende Bewertungseinheiten wurden in Berichtsjahr gebildet und zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bilanziert:

Art der Bewertungseinheit
Grundgeschäft Sicherungsinstrument Risiko
Vorräte Commodity-Trading-Kontrakte Preisrisiko Macro Hedge
beizulegender Wert
Höhe des abgesicherten Risikos Positiver Marktwert Negativer Marktwert
Grundgeschäft (in TEUR) (in TEUR) (in TEUR)
Vorräte 17.821 -2.166 247
31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Derivate in den Aktiva
Commodity-Trading-Kontrakte - Fair Value Hedge -2.166 142
-2.166 142
Derivate in den Passiva
Commodity-Trading-Kontrakte - Fair Value Hedge 247 -980
247 -980

Von den Fair Value Hedges werden zum Bilanzstichtag TEUR -2.166 (Vorjahr: TEUR 142) als derivative Vermögenswerte unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen. Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr positive derivative Vermögenswerte in Höhe von TEUR 20.528 (Vorjahr: TEUR 23.390) aufgrund von mit Maklern bestehenden Master-Netting-Vereinbarungen mit negativen derivativen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 18.352 (Vorjahr: TEUR 24.275) verrechnet.

Cash Flow Hedges:

Die Gesellschaft nutzt zudem Finanzinstrumente, um die Marge und den Preis eines Teils ihrer Produktion im Rahmen von Cash Flow Hedges gemäß Risikomanagementrichtlinie abzusichern. Diese werden ebenfalls über die Konzerngesellschaft Klesch Petroleum SA (KPSA), Genf, Schweiz, abgewickelt. Zum 31. Dezember 2024 belief sich der Zeitwert dieser Vereinbarungen auf TEUR 4.610 (Vorjahr TEUR -1.910).

Die gegenläufigen Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich im Sicherungszeitraum voraussichtlich vollständig aus. Hierbei handelt es sich um Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB. Der beizulegende Zeitwert bemisst sich nach dem Marktpreis. Folgende Bewertungseinheiten wurden in Berichtsjahr gebildet und zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bilanziert:

beizulegender Wert
Art der Bewertungseinheit Höhe des abgesicherten Risikos Positiver Marktwert Negativer Marktwert
Grundgeschäft Sicherungsinstrument Risiko (in TEUR) (in TEUR) (in TEUR)
Marge Commodity-Trading-Kontrakte Margenrisiken Macro Hedge 481 4.610 0

Die Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Cashflows aus den erwarteten künftigen Käufen in 2025 wurden als hochwirksam eingestuft.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Geschäftsjahr wurden keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen oder Personen zu marktunüblichen Bedingungen getätigt.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Nettoumsätze (Umsatzerlöse bereinigt um den Energiesteueraufwand) setzen sich wie folgt zusammen:

2024 2023
Umsatzerlöse TEUR % TEUR %
- nach Sparten:
Gasölprodukte 1.414.705 50% 1.722.688 55%
Ottokraftstoffe 499.015 17% 574.624 18%
Rückstandsöle 100.179 4% 44.752 1%
Chemieprodukte 395.682 14% 399.743 13%
Flugkraftstoffe 253.238 9% 244.495 8%
Rohöl 31.347 1% 4.202 0%
Feedstocks 21.191 1% 0 0%
Bitumen 85.010 3% 87.051 3%
Sonstige 37.929 1% 71.377 2%
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten 2.838.296 100% 3.148.932 100%
Umsatzerlöse aus Raffineriedienstleistungen 890.870 982.095
Gesamtumsatz, abzüglich Energiesteueraufwand 3.729.166 4.131.027
- nach Regionen:
Deutschland 2.680.931 72% 2.990.795 73%
Übrige EU-Länder 198.976 5% 237.582 r 6%
Übriges Europa 684.887 18% 762.965 19%
Restliche Welt 164.372 5% 139.685 2%
3.729.166 100% 4.131.027 100%

Die Raffinerie verarbeitet Rohöl zu Produkten und vertreibt Produkte im Rahmen laufender Vereinbarungen mit Macquarie Bank Limited (,MBL'), die den Kauf, den Verkauf und die Lagerung von Raffinerieprodukten und verwandten Rohstoffen beinhalten. Im Rahmen dieser Vereinbarungen wird überwiegend Rohöl von MBL gekauft, von der Gesellschaft zu Erdölprodukten raffiniert und an MBL zurückverkauft (,Product Exchange'). Dementsprechend verbucht das Unternehmen den Umsatz für diese Dienstleistungen bei der Übertragung der daraus resultierenden raffinierten Produkte an MBL. Die Umsatzerlöse aus diesen Dienstleistungen betrugen im Geschäftsjahr 2024 TEUR 890.870 (Vorjahr: TEUR 982.095).

Energiesteueraufwand

Von den Umsatzerlösen wird nur der selbst angemeldete Teil des Energiesteueraufwands in Höhe von TEUR 389.907 (Vorjahr: TEUR 412.608) offen abgesetzt. Die Energiesteuer auf von Dritten zugekaufte Materialien ist im Materialaufwand enthalten.

Sonstige betriebliche Erträge

2024 2023
TEUR TEUR
Währungsgewinne 29.622 29.793
Auflösung von Rückstellungen 3.203 694
Sonstige 3.314 3.068
36.139 33.555

Den Währungsgewinnen stehen Währungsverluste in Höhe von TEUR 29.004 gegenüber.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 3.203 aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten.

Materialaufwand

2024 2023
TEUR TEUR
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 3.377.155 3.594.251
Aufwendungen für bezogene Leistungen 44.297 71.592
3.421.452 3.665.843

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe resultieren überwiegend aus Rohstoffen zum Raffinieren von Rohöl. Die bezogenen Waren umfassen im Wesentlichen den Erwerb von Mineralölprodukten von MBL.

Die bezogenen Leistungen bestehen im Wesentlichen aus Gaslieferungen, Frachtkosten sowie Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen für die Verpflichtung zur Abgabe von Emissionsrechten für im Geschäftsjahr erzeugte Emissionen.

Aufwendungen für Altersversorgung

Der positive Effekt in Höhe von TEUR 6.149 innerhalb der Aufwendungen für Altersversorgung ist auf die Auflösung von Pensionsrückstellungen durch die Anpassung versicherungsmathematischer Annahmen im Jahr 2024 (Gehaltstrend, Rententrend und Beitragsbemessungsgrenze) zurückzuführen. Diese belaufen sich auf TEUR 6.438.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

2024 2023
TEUR TEUR
IST Beiträge 43.019 0
Externe Dienstleistungen 46.708 45.591
Verwaltungsgebühren an verbundene Unternehmen 0 22.198
Instandhaltungskosten 69.070 59.070
Währungsverluste 29.004 31.673
Transportkosten 34.804 37.120
Miete und Leasing 28.014 25.262
Beiträge EBV 7.810 8.187
Versicherungsprämien 7.565 6.770
Sonstige 7.466 7.209
273.460 243.080

Die Klesch Petroleum Gruppe hat das IST-Modell mit Wirkung zum 1. Januar 2024 eingeführt. Der Zweck des IST-Modells besteht darin, die Auswirkungen des Marktrisikos auf die Einheiten innerhalb der Klesch Petroleum Gruppe zu übertragen, in denen das Fachwissen über das Management des Marktrisikos/der Volatilität und die damit verbundenen Entscheidungen bereits konzentriert ist. Als Gegenleistung für die Ausübung dieser Funktionen haben die IST Principals der Klesch Petroleum Gruppe Anspruch auf eine Vergütung (d.h. eine Wertbeitragsgebühr), die auf dem erhaltenen Wert basiert. Die von den IST Principals für diese Funktionen gezahlte Vergütung betrug im Jahr 2024 TEUR 43.019.

Den Währungskursverlusten stehen Währungskursgewinne in Höhe von TEUR 29.622 gegenüber.

Die Aufwendungen für Miete und Leasing enthalten in Höhe von TEUR 25.838 (Vorjahr: TEUR 24.111) Mietaufwendungen aus der Anmietung des gesamten Anlagevermögens von der 100%igen Tochtergesellschaft Raffinerie Heide Assets GmbH & Co. KG, Hemmingstedt. Der Mietzins beträgt 105 % der auf die Anlagen entfallenden Abschreibungen und der bei der Tochtergesellschaft angefallenen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Vermietung der Anlagen. Die Mietverträge haben eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2026. Sie sind unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist beidseitig kündbar.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands der Geschäftsjahre 2024 und 2023 setzen sich wie folgt zusammen:

2024 2023
TEUR TEUR
Laufende Ertragsteuern 10.529 128.261
Latente Erstragsteuern -3.189 -4.110
Ertragsteuern laut Gewinn- und Verlustrechnung 7.340 124.151

Unverändert zum Vorjahr betrug der Körperschaftsteuersatz 15 % zuzüglich Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % des Körperschaftsteuersatzes, sodass der Körperschaftsteuersatz insgesamt 15,825 % betrug. Inklusive der Gewerbesteuer betrug der Unternehmensgesamtsteuersatz rund 28,4 % (Vorjahr: 28,3 %).

Der Rückgang der laufenden Ertragsteuern um TEUR 117.732 ist in Höhe von TEUR 69.465 darin begründet, dass die Gesellschaft für das am 31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit der EU-Gesetzgebung eine Rückstellung für EU Energiekrisenbeitrag gebildet hat (mit einem Steuersatz von 33 % auf die jeweilige Steuerbemessungsgrundlage).

Sonstige Angaben

Eventualschulden und Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen Haftungsverhältnisse aus begebenen Garantien in Höhe von USD 10 Mio. (Vorjahr: USD 10 Mio.) gegenüber verbundenen Unternehmen. Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme aus den Garantien schätzen wir aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des Zahlungsverhaltens der Begünstigten in der Vergangenheit als sehr gering ein. Anhaltspunkte für eine andere Beurteilung liegen uns derzeit nicht vor.

Die Gesellschaft ist persönlich haftende Gesellschafterin der

Raffinerie Heide Assets GmbH & Co. KG, Hemmingstedt

Es bestehen potenzielle ertragsteuerliche Risiken aus der Betriebsprüfung für die Jahre 2013 bis 2015 in Höhe von EUR 4,2 Mio. sowie für die Jahre 2016 und 2017 in Höhe von EUR 13,3 Mio. Nach der Rechtsauffassung der Gesellschaft werden die Sachverhalte wahrscheinlich zugunsten der Raffinerie Heide zu entscheiden sein, so dass hierfür in Höhe von EUR 1,0 Mio. eine Rückstellung gebildet wurde.

Im Einzelnen bestehen folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen:

31.12.2024 31.12.2023
Mio. EUR Mio. EUR
Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Rohstoff-Lieferverträgen 3.016 3.075
Zahlungsverpflichtungen aus Miet-, Pacht- und ähnlichen Verträgen 22 22
Bestellobligo aus erteilten Investitionsaufträgen 12 21

Von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen EUR 19 Mio. gegenüber verbundenen Unternehmen.

Organe der Gesellschaft

Alleiniger Geschäftsführer der Raffinerie Heide GmbH war im Berichtszeitraum

 

Roland Kühl, Schmedeswurth/Deutschland, Geschäftsführer

Die Gesellschaft wird durch den Alleingeschäftsführer alleine oder gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten. Der Alleingeschäftsführer und die Prokuristen sind von den Beschränkungen gem. § 181 BGB befreit.

Gesamtbezüge der Geschäftsführung und früherer Organmitglieder

Die Angabe unterbleibt unter Berufung auf die Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB.

Mitarbeiter

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:

2024 2023
Angestellte 315 302
Gewerbliche 233 236
548 538
Auszubildende 27 31
575 569

Konzernabschluss und Offenlegung

Die Raffinerie Heide GmbH stellt zum 31. Dezember 2024 einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach IFRS für den kleinsten Kreis der Unternehmen auf. Dieser wird im Unternehmensregister offengelegt. Der Jahresabschluss der Raffinerie Heide GmbH wird in diesen Konzernabschluss und in den Konzernabschluss der Klesch Group Limited, Naxxar, Malta, die den Konzernabschluss für den größten Kreis der Unternehmen erstellt, zum 31. Dezember 2024 einbezogen, der in englischer Sprache beim „Maltese Companies House“ hinterlegt und dort gegen Zahlung einer Gebühr erhältlich ist. Die Klesch Family Office PCC, Jersey, United Kingdom, ist die oberste Muttergesellschaft.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht

Bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten.

Prüfungs- und Beratungsgebühren

Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Honorar ist im Konzernabschluss der Raffinerie Heide GmbH, Heide, ausgewiesen.

 

Heide, 30. Mai 2025

Raffinerie Heide GmbH

Die Geschäftsführung

Roland Kühl

Entwicklung des Anlagevermögens 2024

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2024 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2024
EUR EUR EUR EUR EUR
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 595.366.614,27 0,00 0,00 1.072.466,19 596.439.080,46
Beteiligungen 1.072.464,19 2,00 0,00 -1.072.466,19 0,00
596.439.078,46 2,00 0,00 0,00 596.439.080,46
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2024 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2024
EUR EUR EUR EUR
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 1.072.464,19 1.072.464,19
Beteiligungen 1.072.464,19 0,00 0,00 -1.072.464,19 0,00
1.072.464,19 0,00 0,00 0,00 1.072.464,19
Buchwerte
31.12.2024 31.12.2023
EUR EUR
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 595.366.616,27 595.366.614,27
Beteiligungen 0,00 0,00
595.366.616,27 595.366.614,27

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024

1. Grundlagen der Gesellschaft

Das Kerngeschäft der Gesellschaft ist die risikoarme Raffination von Rohöl und anderen Kohlenwasserstoffen zum Zwecke der Herstellung von Mineralölerzeugnissen und Nebenprodukten einschließlich petrochemischer Produkte, sowie der risikoarme Verkauf von Mineralölerzeugnissen und Nebenprodukten und die Ausübung sonstiger Tätigkeiten, die üblicherweise mit den vorstehend genannten Zwecken verbunden sind.

2. Bericht zur wirtschaftlichen Lage

2.1 Rahmenbedingungen und Betriebsmodell innerhalb der Klesch Petroleum Gruppe

Die Gesellschaft ist Bestandteil der Klesch Petroleum Group, Genf, Schweiz, deren oberstes Mutterunternehmen, das einen Konzernabschluss aufstellt, die Klesch Group Limited, Naxxar, Malta, ist. Vor dem Hintergrund, dass die strategischen kommerziellen Entscheidungs- und Risikomanagement-Aktivitäten für die Gesellschaft bereits von den Unternehmen der Klesch Petroleum Group in Genf durchgeführt werden, wurde beschlossen, das Betriebsmodell mit diesen Aktivitäten und Beiträgen in Übereinstimmung mit dem Fremdvergleichsgrundsatz durch die Annahme des Integrierten Liefer- und Handelsmodells (Integrated Supply and Trading, kurz: “IST“) in Einklang zu bringen.

Das IST-Modell ist ein gängiges Betriebsmodell, das von großen Ölkonzernen (z.B. BP) und Handelshäusern angewandt wird, die mehrere Raffinerien an verschiedenen Standorten betreiben, die Liefer- und Handelsfunktionen aber zentral in einer Einheit verwalten. Auf diese Weise können die Ölkonzerne (und Handelshäuser) ihr Raffinerieportfolio ganzheitlich an einem Ort verwalten und Größenvorteile in ihrem Geschäft nutzen. In Europa haben die meisten Konkurrenten ihre IST-Funktionen (oder ähnliche) entweder in London oder in der Schweiz angesiedelt, da diese Standorte Zugang zu entsprechend qualifizierten und erfahrenen Mitarbeitern bieten.

Aus betrieblicher Sicht ist das IST-Modell für die Gesellschaft von Vorteil, da es ihr einen stabilen Einkommensstrom verschafft und sie von der Volatilität und Ungewissheit einer Reihe von Marktrisiken (z.B. Schwankungen der Rohölpreise, Raffineriemargen, Devisen usw.) abschirmt, die sie nicht steuern oder kontrollieren kann.

Die IST-Gebühr ist eine Wertbeitragsgebühr, die zwischen dem Auftraggeber und der Raffinerie gezahlt (oder erhalten) wird und der Raffinerie eine marktübliche Rendite für ihre risikoarmen Herstellungs- und Vertriebstätigkeiten bietet.1

Die allgemeinen Bedingungen des Raffineriesektors waren 2024 nicht so gut wie 2023, da der Markt eine Normalisierung der Preise auf ein Nachfrageniveau erlebte, das dem Durchschnitt der Vor-Covid- und (Ukraine-)Vorkriegszeit entsprach.

1 Dieser Satz ist ein ungeprüfter Bestandteil des Lageberichts.

Eine mäßige Nachfrage nach Erdölerzeugnissen bestimmte das Marktumfeld im Jahr 2024. Die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen blieb dagegen auf dem gleichen moderaten Niveau wie im Vorjahr.

Der DTD-Rohölpreis der Sorte Brent schwankte im Monatsdurchschnitt 2024 zwischen 74 USD/bbl und 90 USD/bbl. Die Margenentwicklung im Raffineriesektor war sehr volatil.

Auch die Produktionskosten entwickelten sich positiv. Der Preis für Rohöl sank im Jahresdurchschnitt leicht um 2 % von 83 USD/bbl im Jahr 2023 auf 81 USD/bbl im Jahr 2024, während der Preis für Erdgas um 30 % von 49 EUR/MWh im Jahr 2023 auf 34 EUR/MWh im Jahr 2024 sank.

Die Preise für petrochemische Produkte folgten im Jahresvergleich einem weitgehend konstanten Trend. Höhere Benzolpreise im Jahr 2024 (1.046 USD/t) als im Jahr 2023 (955 USD/t) wurden durch niedrigere Preise für Toluol (970 USD/t im Jahr 2024, 1.075 USD/t im Jahr 2023) und Xylol (915 USD/t im Jahr 2024, 1.016 USD/t im Jahr 2023) ausgeglichen.

Der durchschnittliche Preis für CO2 -Emissionszertifikate (European Emission Allowances (EUA)) lag im Jahr 2024 bei ca. 65 EUR/t (Vorjahr: ca. 84 EUR/t) und damit deutlich niedriger als im Vorjahr.

Der durchschnittliche USD/EUR-Wechselkurs lag im Jahr 2024 mit 1,08 auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahreskurses. Ein stärkerer Euro wirkt sich potenziell negativ auf das Ergebnis aus, hat aber keinen Einfluss auf die Zielrendite der Gesellschaft nach dem IST- Modell.

2.2 Geschäftsverlauf

Die Raffinerie Heide verarbeitete im Geschäftsjahr 2024 rund 28,9 Mio. Barrel Rohöl und lag damit in etwa auf dem Niveau des Jahres 2023 (29,4 Mio. Barrel). Aufgrund von mehr geplanten Großstillständen (vor allem Rohöldestillationsanlage 6 / Vakuumanlage 4 und Steamcrackeranlage) als im Vorjahr lag die Verfügbarkeit der Raffinerie mit 95,1 % niedriger als im Vorjahr (97,5 %). Die wirtschaftliche Auslastung lag bei 77,6 % (Vorjahr: 77,3 %).2

Der Absatz ging im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,8 % zurück. Mit 63 % des Umsatzes (Vorjahr: 64 %) entfiel der größte Anteil auf den Inlandsabsatz. Insgesamt wurden 58 % (Vorjahr: 61 %) der Produkte über das Tanklager in Brunsbüttel und den zugehörigen Hafen am Nord-Ostsee-Kanal verteilt. 34 % (Vorjahr: 32 %) wurden per Straßentankwagen versandt. 4 % (Vorjahr: 5 %) verließen das Werk per Kesselwagen und 4 % (Vorjahr: 2 %) per Pipeline.

Durch das strategische Management der Unternehmen der Klesch Petroleum Gruppe in Genf hat die Gesellschaft den Einkauf von Rohöl und Feedstocks erfolgreich optimiert, indem weitere Nischenrohöle zu den verarbeiteten Qualitäten hinzugefügt wurden. Die Klesch Petroleum Gruppe hat in diesem Bereich auch die Aktivitäten mit der zur Klesch Gruppe gehörenden Raffinerie in Kalundborg koordiniert. Darüber hinaus wurden selektiv alternative Einsatzstoffe und Blendingkomponenten eingekauft, um eine optimale Verarbeitung und Auslastung der Kernanlagen zu gewährleisten. Insgesamt wurden im Laufe des Jahres 27 verschiedene Rohöle und Rohölkondensate verarbeitet. Drei davon (Njord, WTI-Light und Akpo) waren neue Rohölsorten für die Raffinerie Heide. Der Energiemix wurde im Zusammenhang mit der Gasverknappung angepasst und die Energiekosten wurden ebenfalls minimiert.3

2 Dieser Absatz ist ein ungeprüfter Bestandteil des Lageberichtes.

Die Belegschaft umfasste zum 31. Dezember 2024 541 aktive Mitarbeiter und 30 Auszubildende (Vorjahr: 549 aktive Mitarbeiter und 33 Auszubildende). Die Teilzeitquote (ohne Mitarbeiter in Altersteilzeit) lag im Durchschnitt bei rund 21 % (Vorjahr: 18 %).

Trotz verschlechterter Marktbedingungen konnte die Gesellschaft das im Vorjahr für 2024 prognostizierte positive Jahresergebnis voll erreichen.

Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten sanken aufgrund des sich verschlechternden Marktes um 9,9 %.

2.3 Ertragslage

Bereinigt um den Energiesteueraufwand beliefen sich die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten im Jahr 2024 auf EUR 2.838 Mio. (Vorjahr: EUR 3.149 Mio.).

Die Nettoerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

in € ' 000 2024 2023
Gasölprodukte 1.414.705 1.722.688
Ottokraftstoffe 499.015 574.624
Rückstandsöle 100.179 44.752
Chemieprodukte 395.682 399.743
Flugkraftstoffe 253.238 244.495
Rohöl 31347 4.202
Feedstocks 21.191 0
Bitumen 85.010 87.051
Sonstige 37.929 71.377
Gesamtnettoumsatz aus dem Verkauf von Waren an Kunden, abzüglich Energiesteueraufwand 2.838.296 3.148.932
Umsatzerlöse aus Raffineriedienstleistungen 890.870 982.095
Gesamtumsatz, abzüglich Energiesteueraufwand 3.729.166 4.131.027

Die Gesellschaft weist im Jahr 2024 ein Jahresergebnis vor Steuern von EUR 23,5 Mio. (Vorjahr: EUR 197,0 Mio.) sowie einen Jahresüberschuss von EUR 16,1 Mio. (Vorjahr: EUR 72,8 Mio.) aus. Damit wurde das für 2024 prognostizierte leicht unter dem Niveau von 2023 liegende Jahresergebnis verfehlt. Dies liegt an insgesamt weniger Umsätzen sowie gestiegenem Materialaufwand aufgrund höherer Preise.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge von im Vorjahr EUR 33,6 Mio. auf EUR 36,1 Mio. im Jahr 2024 resultiert mit EUR 2,5 Mio. aus dem Anstieg der periodenfremden Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurden ohne die Berücksichtigung des in 2024 eingeführten IST-Modells um 5 % von EUR 243,1 Mio. im Vorjahr auf EUR 230,4 Mio. im Jahr 2024 gesenkt. Im Zusammenhang mit der Implementierung des IST-Modells stiegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf EUR 273,5 Mio.

3 Dieser Absatz ist ein ungeprüfter Bestandteil des Lageberichtes.

Einschließlich der Gewerbesteuer lag die Gesamtsteuerquote der Gesellschaft bei rund 28,4 % (Vorjahr: 28,3 %). Der Ertragsteueraufwand auf den Jahresüberschuss belief sich auf EUR 7,3 Mio.

2.4 Vermögens- und Finanzlage

Im Jahr 2024 hat die Gesellschaft 1.400 Anteile von insgesamt 25.000 Anteilen des gezeichneten Kapitals von den Anteilseignern im Verhältnis ihrer ursprünglichen Verteilung der Stimmrechte zu Beginn des Geschäftsjahres zum Kaufpreis von TEUR 50.064 zurückgekauft. Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2024 ein Eigenkapital von EUR 53,1 Mio. (Vorjahr: EUR 86,9 Mio.) aus. Somit betrug die Eigenkapitalquote der Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr 6 % (Vorjahr: 9 %).

Das Anlagevermögen ist im Wesentlichen im Finanzanlagevermögen gebunden. Das Finanzanlagevermögen hat einen Anteil von 67 % (Vorjahr: 64 %) an der Bilanzsumme.

Die Vorräte sind auf EUR 10,7 Mio. (Vorjahr: EUR 93,5 Mio.) aufgrund der Übertragung der BEHG- und CO2 -Zertifikaten gesunken.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Gesellschaft betrugen EUR 181,6 Mio. zum 31. Dezember 2024 (Vorjahr: EUR 134,9 Mio.) und sind als Sicherheiten für die Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen aus der bestehenden Working Capital Facility über den Ankauf, den Verkauf sowie die Vermittlung von Rohöl und Raffinerieprodukten mit der Macquarie Bank Ltd., London (EUR 167,4 Mio.; Vorjahr: EUR 131,1 Mio.) sowie aus dem regresslosen Factoringvertrag mit der Coface Finanz GmbH, Mainz (EUR 14,2 Mio.; Vorjahr: EUR 3,8 Mio.) verpfändet. Davon unterliegen EUR 14,2 Mio. (Vorjahr: EUR 3,8 Mio.) einer Verfügungsbeschränkung. Die Liquidität der Gesellschaft wird unter anderem durch eine langfristige Working Capital Facility aufrechterhalten. Mit Wirkung zum 19. März 2021 hatte die Raffinerie Heide die bestehende Working Capital Facility über den Ankauf, den Verkauf sowie die Vermittlung von Rohöl und Raffinerieprodukten mit der Macquarie Bank Ltd, London, einvernehmlich um 36 Monate, bis zum 19. März 2024, verlängert. Nachdem der Vertrag von keinem der beiden Vertragspartner mit einer Frist von 6 Monaten zum 19. März 2024 gekündigt wurde, verlängert sich der Vertrag stillschweigend auf unbestimmte Zeit.

Gemeinsam mit der zur Klesch Gruppe gehörenden Kalundborg Refinery AS hat die Gesellschaft am 10. Februar 2023 den regressfreien Factoringvertrag mit der Coface Finanz GmbH, Mainz, Deutschland, unterzeichnet. Der Vertrag regelt den regressfreien Forderungsverkauf zum Nominalwert der Forderungen, einschließlich Umsatzsteuer und Energiesteuer. Aufgrund der Vereinbarung behält die Gesellschaft die Kontrolle über mindestens 7 % der verkauften Forderungen und bucht diese nicht aus. Die neue Vereinbarung trat am 30. Mai 2023 in Kraft und endet am 31. Januar 2028. Sie verlängert sich automatisch um 12 Monate, wenn sie nicht mit einer Frist von drei Monaten zum 31. Januar 2028 gekündigt wird. Die maximale gemeinsame Andienungsbetrag der beiden Raffinerien beträgt USD 300 Mio. Der von der Gesellschaft in Anspruch genommene Andienungsbetrag beläuft sich zum 31. Dezember 2024 auf USD 38,6 Mio. und EUR 127,8 Mio. Während der Laufzeit hat sich die Gesellschaft vertraglich verpflichtet, eine bestimmte Mindestliquidität einzuhalten. Die fälligen Zahlungsverpflichtungen wurden jederzeit fristgerecht erfüllt.

Es bestehen Eventualverbindlichkeiten aus gewährten Garantien in Höhe von USD 10 Mio. (Vorjahr: USD 10 Mio.). Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Gesellschaft keine weiteren Garantien ausstellen wird.

3. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung, Risiken und Chancen

3.1 Prognosebericht

Das Marktumfeld für die Raffinerie Heide GmbH bleibt aus Sicht der Gesellschaft kurz- und mittelfristig angemessen. Die jüngsten Stilllegungen von europäischen Raffinerien fielen mit dem Ausbau der Raffineriekapazitäten in Asien und Afrika zusammen. Der Trend der Marktkonsolidierung/-verschiebung wird sich höchstwahrscheinlich fortsetzen, bis eine ausgeglichene Situation bei Angebot und Nachfrage nach Mineralölprodukten eintritt.

Dennoch wird der Raffineriesektor von einem Strukturwandel begleitet werden. Die Dekarbonisierungsbemühungen werden mittel- und langfristig zu einem Rückgang der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen führen. Insbesondere die strategischen Optimierungs- und Risikomanagementaktivitäten der Gesellschaften der Klesch Petroleum Gruppe in Genf und die Flexibilität der Raffinerie tragen bereits heute wesentlich dazu bei, dynamisch auf Nachfrageveränderungen reagieren zu können und den Produktmix ergebnisoptimierend anzupassen. Die Optimierung auf der Produktseite wird in erster Linie von den Gesellschaften der Klesch Petroleum Gruppe in Genf gesteuert und zielt auf eine weitere Steigerung der Energieeffizienz ab. Nachdem wir im Vorjahr die Substitution von Energieträgern erfolgreich etabliert haben, können wir nun die Bereitstellung von Heizmedien noch systematischer und kosteneffizienter steuern.

Vor diesem Hintergrund wird trotz des eingetrübten Marktumfeldes auch für das Geschäftsjahr 2025 aufgrund der Umsetzung des IST-Modells mit einem positiven Jahresergebnis gerechnet. Auf dieser Basis erwartet die Gesellschaft bei dem zur Erstellung des Lageberichts prognostizierten finanziellen Leistungsindikator einen Jahresüberschuss, der trotz der eingeleiteten Kostensenkungsprogramme leicht unter dem Niveau von 2024 liegen wird. Insbesondere geht die Gesellschaft davon aus, dass die bereits umgesetzten Maßnahmen zur Optimierung der Kostenstruktur weitere Vorteile für die Gesellschaft mit sich bringen werden. Die Gesellschaft wird ihre Aktivitäten unter der strategischen Führung der Gesellschaften der Klesch Petroleum Gruppe in Genf fortsetzen, um den Energiemix nachhaltig zu verbessern und zu optimieren und um auf den bereits erzielten Erfolgen in diesen Bereichen aufzubauen. Durch kontinuierliche Optimierungsmaßnahmen, gestützt auf verlässliche Verträge, eine exzellente Qualitätssicherung der Produkte, eine hohe Anlagenverfügbarkeit und Flexibilität, erweist sich die Raffinerie Heide weiterhin als zuverlässiger Partner ihrer Kunden. Die Gesellschaft will damit ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen und blickt daher positiv in die Zukunft.

3.2 Risiken und Chancen

Vor allem aufgrund der Marktentwicklung der letzten Jahre, der Überkapazitäten im Raffineriemarkt, der zumindest kurzfristig hohen Energiepreise, der Energiewende und der politischen Unterstützung erwartet die Klesch Petroleum Gruppe insgesamt ein herausforderndes Umfeld für die Raffineriemarge. Die tatsächliche zukünftige Entwicklung des Umfeldes für die Raffineriemarge in Deutschland hängt in hohem Maße von der globalen Veränderung der weltweiten Raffineriekapazität und -nachfrage ab und stellt somit eine moderate Chance und ein moderates Risiko dar.

Das IST-Modell verschafft der Gesellschaft einen stabilen Einkommensstrom und schirmt sie von der Volatilität und Ungewissheit einer Reihe von Marktrisiken (z.B. Schwankungen der Rohölpreise, Raffineriemargen, Devisen usw.) ab. Damit liegen die beeinflussbaren Chancen und Risiken für die Gesellschaft einzig in der Steuerung und Optimierung der Prozessanlagen, der effizienten Budgetsteuerung und in der Intensivierung der lokalen Kundenstruktur. Durch verbesserte Verfügbarkeit sowie effizientere Rohölverarbeitung wird sichergestellt, dass die Gesellschaft jederzeit den Kundenanforderungen bzgl. Qualität und Menge der Produkte gerecht wird.

Das bestehende Risikomanagementsystem und das eingerichtete interne Kontrollsystem sind wesentliche Bestandteile der Unternehmenssteuerung und der Geschäftsprozesse. Finanzielle und wirtschaftliche Risiken werden seit dem Geschäftsjahr 2020 durch das Enterprise Risk Management System stärker in den Fokus gerückt. Die Klesch Petroleum Gruppe bewertet in regelmäßigen Abständen die Eintrittswahrscheinlichkeit von Veränderungen der externen Rahmenbedingungen, wie z.B. Gesetzgebung und Marktverhalten, und deren potenzielle Auswirkungen auf das Geschäft. Je nach Risiko werden geeignete Maßnahmen beschlossen und umgesetzt. Ebenso werden interne Entwicklungen, wie die Zuverlässigkeit der technischen Anlagen, dokumentiert und bewertet. Dieses System gewährleistet, dass Risiken und Fehlentwicklungen rechtzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden. Im Zusammenhang mit dem internen Risikomanagementsystem wurden im Geschäftsjahr 2024 zwölf interne Audits durchgeführt. Darüber hinaus wurden neben den behördlichen Prüfungen auch externe Audits durchgeführt.

Die mit der geopolitischen Lage und Entwicklung verbundenen Risiken werden vor allem durch die Aktivitäten der Gesellschaften der Klesch Petroleum Gruppe in Genf ständig beobachtet und bewertet. Wie im Vorjahr sind die direkten und indirekten wirtschaftlichen Auswirkungen der politischen und militärischen Konflikte auf die Gesellschaft nicht vollständig abschätzbar.

Um ihrer Verantwortung gerecht zu werden, hat die Raffinerie Heide ein zertifiziertes Managementsystem zur Überwachung von Gesundheits- und Sicherheitsrisiken (sowohl in Bezug auf Menschen als auch auf Anlagen) und von Umwelt- und Qualitätsrisiken sowie ein Energiemanagementsystem eingeführt. Ziele dieses integrierten Managementsystems (IMS) sind die Vermeidung von Personen-, Anlagen- und Umweltschäden sowie von Qualitätsbeeinträchtigungen und die Reduzierung des Energiebedarfs. Das System ist zertifiziert (ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001 und ISO 50001) und wird einer jährlichen Überprüfung unterzogen, die auch behördliche Inspektionen umfasst.

Der zunehmenden Bedrohung durch Cyber-Security-Risiken begegnet die Gesellschaft u.a. durch die kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer technischen Schutzmaßnahmen. Darüber hinaus betreibt die Raffinerie Heide ein Informationssicherheitsmanagementsystem, das nach ISO 27001 (gemäß § 8a (1) BSIG) zertifiziert ist und jährlich einer externen Überprüfung unterzogen wird. Damit erfüllt die Gesellschaft die gesetzlichen Anforderungen an Betreiber kritischer Infrastrukturen und ist bereit, die Anforderungen der NIS2 zu erfüllen. Cyber-Security Risiken werden derzeit als moderat eingeschätzt.

Ein wesentlicher Aspekt ist die laufende Überwachung der identifizierten Risiken. Alle Ereignisse im eigenen und angrenzenden Bereich der Gesellschaft werden berücksichtigt, um Schwachstellen zu identifizieren. Nur so lässt sich langfristig eine sichere HSSEQ-Kultur etablieren und eine hohe Leistungsfähigkeit gewährleisten. Aus diesem Grunde ist es ein besonderes Anliegen der Gesellschaft, nur kompetentes und engagiertes Personal einzustellen, das sich mit den Zielen und der Philosophie der Gesellschaft identifiziert. Daher wird die entsprechende Ausbildung, die sich über alle Ebenen der Gesellschaft erstreckt, besonders gefördert. Damit ist gewährleistet, dass der kontinuierliche Verbesserungsprozess fest in den Köpfen der Mitarbeiter verankert ist.

Die Verantwortung für die Überprüfung und Anpassung der wichtigsten Leistungsindikatoren obliegt der Geschäftsführung. Diese Leistungsindikatoren sind in die Kategorien Finanzen, Betrieb, Projekte und HSSEQ unterteilt. Die Leistung wird im Rahmen von Systemüberprüfungen bewertet, die auch direkte Vergleiche innerhalb des Raffineriesektors einbeziehen. Für HSSEQ bedeutet dies mit einer TRCF-Rate (Total Recordable Case Frequency) von 4,5 und insgesamt einem Tier-2-Sicherheitsereignis gemäß API 754 (American Petroleum Institute), dass die Sicherheitsperformance für 2024 im Vergleich zu den Vorjahren noch verbessert werden kann.

Um sicherzustellen, dass es nicht zu Sicherheitsvorfällen kommt, ist es weiterhin wichtig, die Sicherheitsperformance durch präventive Maßnahmen und Initiativen wie die systematische Meldung und Bearbeitung von Beinaheunfällen, das „Sicherheitsthema der Woche“ und die HSSEQ-Tage zu verbessern und die Mitarbeiter daran zu beteiligen. Eine Priorität für die Jahre ab 2025 ist daher die Konzentration auf die verhaltensbezogene Sicherheit. Es wurde eine umfassende, mehrjährige Strategie zur Verbesserung der Sicherheitskultur entwickelt und auf den Weg gebracht.

Um dies zu gewährleisten, sind Präventiv- und Schutzmaßnahmen vorgesehen, die im Brandschutzkonzept und im Alarm- und Gefahrenabwehrplan beschrieben und mit den zuständigen Behörden abgestimmt sind. Um den Umweltschutz zu gewährleisten, müssen wir eine Reihe von gesetzlichen Vorschriften und Auflagen einhalten, deren Einhaltung von den zuständigen Behörden überwacht wird. Im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben wurde für die Produktionsanlagen ein Glockenkonzept zur Einhaltung der Emissionsgrenzwerte erstellt. Dadurch werden zusätzliche Umweltbelastungen vermieden und gleichzeitig die Kosteneffizienz des Standortes und die Flexibilität bei der Auswahl des Rohöls erhöht.

Das Risiko weitergehender Schäden wird als gering eingeschätzt.

Das über die Niederlassungen der Klesch Petroleum Gruppe in Genf implementierte integrierte Managementsystem mit seinen kontinuierlichen Verbesserungsprozessen umfasst auch Maßnahmen zur Begrenzung der operativen, finanziellen und externen Risiken. Diese Maßnahmen spiegeln sich unter anderem wider in:

detaillierte Verfahrens- und Arbeitsanweisungen;

regelmäßige und optimierte Systemwartung;

Aus- und Weiterbildungsprogramme für die Mitarbeiter;

Sach- und Haftpflichtversicherungen;

eine klar definierte Treasury-Politik für den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten;

Bonitätsprüfungen/Beurteilungen von Geschäftspartnern;

definierte IT-Sicherheitsrichtlinien;

regelmäßige Audits des Risikomanagements und des internen Kontrollsystems;

regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Zuverlässigkeit des Risikomanagements und des internen Kontrollsystems;

regelmäßige Überarbeitung des Organisationshandbuchs (einschließlich der Regelung der Befugnisse).

Die klimapolitischen Ambitionen der deutschen Regierung zeigen, dass sich die Raffinerien an eine veränderte Marktsituation anpassen müssen. Da die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen mittelfristig zurückgehen dürfte, ist mit weiteren weltweiten Überkapazitäten der Raffinerien zu rechnen. Die Flexibilität der Raffinerie Heide durch das strategische Management der Genfer Gesellschaften der Klesch Petroleum Group und der Chemiesparte ist ein Vorteil, um diese Marktverwerfungen zu überstehen. Gleichzeitig arbeitet die Klesch Petroleum Group an ihrer Transformation, d.h. der Umstellung von fossilen Brennstoffen auf kohlenstoffneutrale Einsatzstoffe. Damit ist die Raffinerie für die veränderten Marktbedingungen gut gerüstet.

Im Rahmen von gesetzlichen und regulatorischen Änderungen im Wasser- und Bodenrecht erfolgt eine ständige Abstimmung mit der zuständigen Behörde in Form von Programmen, um den Anpassungsprozess in den Produktions- und Lageranlagen an die aktuellen Regeln der Technik aktiv zu unterstützen.

Forderungsausfallrisiken wird präventiv durch eine detaillierte Kreditanalyse, durch die Festlegung angemessener Kreditlimits, auch in Abstimmung mit externen Ratingagenturen, und durch eine regelmäßige Analyse der Fälligkeitsstruktur der Forderungen begegnet. Darüber hinaus nutzt die Gesellschaft Warenkreditversicherungen zur Absicherung des Ausfallrisikos von Forderungen. Weitere Marktrisiken, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist, resultieren aus Preisschwankungen für Mineralölprodukte und der Entwicklung der Wechselkurse. Grundlage der Risikostrategie des Klesch Petroleum Konzerns ist die Absicherung von Risiken durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten. Funktional wird das gesamte Hedging von den Gesellschaften der Klesch Petroleum Gruppe in Genf durchgeführt. Das Risiko aus den abgesicherten Positionen wird laufend ermittelt. Die Effektivität der Sicherungsgeschäfte wird im Wesentlichen von den Gesellschaften der Klesch Petroleum Gruppe in Genf laufend überwacht. Die Ausfallrisiken werden daher insgesamt als gering eingeschätzt.

Unter der strategischen Aufsicht und Entscheidungsfindung der Unternehmen der Klesch Petroleum Gruppe in Genf steuert die Gesellschaft ihre Geschäftsrisiken anhand zuverlässiger und zeitnah verfügbarer Finanz- und Betriebsdaten sowie wichtiger Leistungsindikatoren (KPIs). Der wichtigste finanzielle Leistungsindikator der Gesellschaft ist der Jahresüberschuss. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Ertrags- und Liquiditätsmanagement, wobei Abweichungen von der Planung detailliert geprüft und analysiert werden. Den branchenspezifischen Marktrisiken wird mit einer sehr flexiblen Produktionssteuerung und Kostenoptimierung begegnet. Darüber hinaus wird die laufende Optimierung der Raffinerie durch die strategische Beschränkung des Durchsatzes speziell für margenschwache Produkte, ein aktives Kosten- und Projektmanagement sowie ein aktives Liquiditäts- und Working-Capital-Management sichergestellt, die im Wesentlichen von den Gesellschaften der Klesch Petroleum Gruppe in Genf und London wahrgenommen werden. Darüber hinaus unterstützt das Hedging-Programm der Klesch Petroleum Gruppe die Finanz- und Ertragslage und das bestehende Rohöl-Liefer- und Lagerprogramm, während das Non-Recourse Factoring die Liquidität unterstützt. Der Gesellschaft sind derzeit keine bestandsgefährdenden Risiken bekannt.

Gemäß dem Betriebsprüfungsbericht vom 28. Juni 2021 und der Auffassung der Gesellschaft ergeben sich aus der Betriebsprüfung für die Jahre 2013 bis 2017 potenzielle ertragsteuerliche Risiken. Die Raffinerie Heide GmbH ist mit den Feststellungen der Betriebsprüfung nicht einverstanden und hat daher Klage gegen die Steuerbescheide für 2013 bis 2015 erhoben. Die Einspruchsentscheidung des Finanzamtes ist für die Jahre 2013 bis 2015 noch anhängig. Das entsprechende Prozessrisiko wird von der Gesellschaft für die Jahre 2013 bis 2015 mit EUR 4,2 Mio. eingeschätzt. Nach Rechtsauffassung der Gesellschaft wird das Verfahren voraussichtlich zugunsten der Raffinerie Heide GmbH entschieden werden. Weitere potenzielle Ertragsteuerrisiken ergeben sich aus der abgeschlossenen Betriebsprüfung für die Jahre 2016 und 2017 in Höhe von EUR 13,3 Mio. Auch für diesen Zeitraum wird nach Rechtsauffassung der Gesellschaft das Verfahren voraussichtlich zugunsten der Raffinerie Heide GmbH entschieden werden. Die Raffinerie Heide GmbH hat Einsprüche gegen die Steuerbescheide eingelegt. Für die abgeschlossenen sowie die laufenden Betriebsprüfungen wurde daher eine Rückstellung von lediglich EUR 1,0 Mio. gebildet.

Einige Aussagen im Lagebericht beruhen auf der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen. Prognosen über zukünftige wirtschaftliche, politische, gesetzgeberische und technische Ereignisse, Entwicklungen, Planungen und Ziele sind gerade in Zeiten wirtschaftlicher und finanzieller Marktturbulenzen mit großer Unsicherheit behaftet.

3.3 Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess

Unter der strategischen Leitung von Klesch Petroleum Group Einheiten in Genf wurde ein internes Kontrollsystem innerhalb der Raffinerie Heide eingeführt und etabliert. Für alle relevanten Prozesse wurden Tarifkonzepte entwickelt. Diese finden sich in Organisationsanweisungen und Technologiebeschreibungen wieder. Alle wesentlichen Vorgänge werden mehrfach kontrolliert, so dass die Funktionsfähigkeit und Effizienz der Geschäftsprozesse gewährleistet ist. Dabei wird auf die Funktionstrennung geachtet. Die Prinzipien der Mehrfachkontrolle und Funktionstrennung werden auch im Softwaresystem der Gesellschaft durch Berechtigungskonzepte und entsprechend gestaltete Workflow-Prozesse konsequent umgesetzt. Die Verantwortung für die Überwachung der Einhaltung dieser Vorgaben und Anweisungen obliegt der Geschäftsführung.

Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den im Unternehmen vorhandenen Finanzinstrumenten gehören insbesondere Forderungen, Bankguthaben und auch Derivate zur Absicherung von Preisrisiken. Ziel des Finanz- und Risikomanagements ist es, durch ein systematisches Kreditmanagement die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Das Management der Gesellschaft wendet eine Risikopolitik an, die von den Gesellschaften der Klesch Petroleum Gruppe in Genf definiert und gesteuert wird. Für die Überwachung des Liquiditätsrisikos ist ein tägliches Reporting eingerichtet worden. Der Cashflow der Gesellschaft ist nur von der Kostenentwicklung der operativen Aktivitäten abhängig. Die Liquiditätssituation wird vom Management der Klesch Petroleum Gruppe laufend überwacht. Die Bonität der Kunden wird grundsätzlich vor Aufnahme einer neuen Geschäftsbeziehung geprüft. Die Gesellschaft betreibt ein angemessenes Forderungsmanagement sowie ein effizientes Mahnwesen und schließt Warenkreditversicherungen zur Minimierung von Ausfallrisiken ab.

4. Erklärung zur Unternehmensführung4

Die Geschäftsführung der Raffinerie Heide GmbH hat das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen umgesetzt und den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung mit einer Zielgröße von 10 % festgelegt. Der gewünschte Mindestanteil an Frauen in Führungspositionen wurde auch im Jahr 2024 mit 18 % übertroffen, sodass keine Frist für die Zielerreichung getroffen wird.

Der Anteil der weiblichen Beteiligung und Repräsentanz in der Geschäftsführung der Gesellschaft beträgt derzeit 0 %. Es wird davon ausgegangen, dass dies so beibehalten wird. Die Gesellschafterversammlung hält diese Quote von 0 % weiter für sachgerecht. Die Geschäftsführung besteht lediglich aus einem Mitglied. Eine Frauenquote von mehr als 0 % würde bei einer solchen Gremiengröße nach Auffassung der Gesellschafterversammlung dazu führen, dass bei Neubesetzungen das Geschlecht die Auswahlentscheidung zwischen möglichen Kandidaten übermäßig stark vorbestimmt. Die Gesellschafterversammlung wird zwar grundsätzlich bei der Auswahl geeigneter Geschäftsführer neben den fachlichen und persönlichen Qualifikationen, die die wesentliche Grundvoraussetzung für eine Bestellung darstellen, im Interesse einer diversen Zusammensetzung des Organs im konkreten Einzelfall auch die fachliche Diversität, die internationale Erfahrung und eine geschlechtlich diverse Besetzung des Gremiums berücksichtigen. Es ist aber nicht beabsichtigt, diese Abwägung, die anlässlich eines konkreten Bewerberfeldes getroffen werden soll, schon heute abstrakt über die Festlegung einer festen Frauenquote weitgehend zu determinieren.

 

Heide, 30. Mai 2025

Raffinerie Heide GmbH

Geschäftsführer

Roland Kühl

4 Die Erklärung zur Unternehmensführung ist ein ungeprüfter Bestandteil des Lageberichts.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Raffinerie Heide GmbH, Heide

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Raffinerie Heide GmbH, Heide, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Raffinerie Heide GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft.

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 4 des Lageberichts enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 4 des Lageberichts enthalten ist sowie die als ungeprüft gekennzeichneten Angaben des Lageberichts.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 24. Juli 2025

KPMG AG
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Müllensiefen, Wirtschaftsprüfer

Kiwit, Wirtschaftsprüfer

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