Westfalen Industriegase GmbH
Industrieweg 43, 48155 Münster, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Matthias Foitzik seit 13.2.2024 | Geschäftsführer |
Andreas Weisheit seit 1.3.2019 | Geschäftsführer |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Westfalen AktiengesellschaftMünsterJahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Zusammengefasster (Konzern-) Lagebericht 20221 Grundlagen der Westfalen Gruppe Die Westfalen Gruppe ist ein europaweit tätiges Technologieunternehmen der Energiewirtschaft mit einer fast 100-jährigen Tradition. Die Westfalen AG ist das Mutterunternehmen der Westfalen Gruppe und hat ihren Sitz in Münster. Die Geschäftstätigkeit der Westfalen AG umfasst die Bereiche Industrial Gases & Services, Energy Solutions und Mobility. Die Lageberichte für die Westfalen AG und für die Westfalen Gruppe sind in diesem Bericht zusammengefasst. Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich die nachfolgenden Aussagen auf die Westfalen Gruppe. Informationen zur Entwicklung der Westfalen AG sind unter "Erläuterungen zum Abschluss der Westfalen AG" enthalten. 1.1 Industrial Gases & Services Die Westfalen Gruppe produziert und vertreibt mehr als 300 technische Gase und Gasgemische für nahezu alle Einsatzbereiche in Industrie und Handwerk, Lebensmittelherstellung, Labor, Pharmazie, Medizin und Respiratory Homecare. Dazu gehören die Luftgase Stickstoff, Sauerstoff und Argon, die in drei eigenen Luftzerlegungsanlagen erzeugt werden, sowie Helium, Acetylen und Wasserstoff als auch zahlreiche kundenspezifische Spezial- und Sondergase. Kältemittel und Wärmeträger für die Kühl- und Klimatechnik ergänzen das vielseitige Lieferprogramm. 1.2 Energy Solutions Mit den Marken Westfalengas und GlobalGas gehört die Westfalen Gruppe zu den führenden Propan/Flüssiggas-Versorgern in Deutschland. Flüssiggas eignet sich für viele Anwendungen: als netzunabhängige Wärmeenergie zur Beheizung von Werkhallen und landwirtschaftlichen Gebäuden, für thermische Prozesse in der Industrie, als Anbieter von Propangas in Flaschen sowie als umweltschonende Antriebsenergie für Pkw oder Gabelstapler. Westfalen bezieht Propan zu ca. 90 % aus niederländischen Terminals und zu ca. 10 % aus inländischen Raffinerien. 1.3 Mobility Mit rund 260 Stationen verfügt die Westfalen Gruppe über das größte Netz konzernunabhängiger Markentankstellen in Deutschland. Die Stationen befinden sich überwiegend in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Neben den gängigen Kraftstoffen inkl. Autogas bieten die beiden Marken Westfalen und Markant an ihren Stationen auch Alternativenergien wie Ladestrom, CNG, LNG und Wasserstoff an. In den Bereichen Convenience und Food Service punktet die Westfalen Gruppe mit einem eigenen Shop-Konzept "Alvore", das an ausgewählten Standorten zum Einsatz kommt. Die Westfalen Service Card, eine Tankkarte mit attraktiven Zusatzleistungen für Unternehmen mit Fahrzeugflotten, wird an rund 5.400 Tankstellen deutschlandweit als bargeldloses Zahlungsmittel akzeptiert. Mit der Erweiterung eCharge kann zusätzlich europaweit an rund 90.000 Ladepunkten und in Kombination mit der Unternehmenslösung Fleet@Home auch zu Hause geladen werden. Mit dem durch die Westfalen Gruppe gegründeten Startup fillibri GmbH & Co. KG wurde 2020 die App fillibri entwickelt und eingeführt, fillibri ermöglicht eine Bezahlung via Smartphone direkt an der Zapfsäule (Pay@pump) sowie an der Waschanlage (Pay@wash). Weitere Features sind geplant. 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Nach der Angabe des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist das Jahr 2022 von einem weltweiten wirtschaftlichen Anstieg des BIP in Höhe von 3,2 %, gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt, gekennzeichnet. 1 Im Vergleich zum Vorjahresaufschwung von 6,1 % hat sich die wirtschaftliche Erholung deutlich abgeschwächt und liegt laut IWF deutlich unterhalb des historischen Durchschnitts von (2000-2019) in Höhe von 3,8 %. 2 Begründet ist diese Entwicklung vor allem in dem am 24. Februar 2022 begonnenen Angriffskrieg der Russischen Föderation gegen den souveränen Nachbarstaat Ukraine mit massiven Auswirkungen auf das Energiepreisniveau in ganz Europa, der in China weiterhin strikten Corona-Einschränkungen und den damit gestörten Lieferketten sowie der dynamischen globalen Inflationsentwicklung mit einem Anstieg auf 8,8 % im Jahr 2022 gegenüber 4,7 % im Jahr 2021. 3 Die regionale Entwicklung fiel dabei jedoch äußerst unterschiedlich aus. Während der Euroraum mit einem Wachstum von 3,1 % nahe am weltweiten Durchschnitt liegt, bleibt der Aufschwung in den USA mit 1,6 % deutlich hinter dem weltweiten Durchschnitt zurück. Die Volksrepublik China wächst zwar mit 3,2 % im weltweiten Durchschnitt, bleibt somit jedoch hinter den hohen einstelligen Wachstumsraten der vergangenen Jahre deutlich zurück. 4
1 Quelle: International Monetary Fund, Oktober
2022, S.xvi
(https://www.imf.org/-/media/Files/Publications/WEO/2022/
October/English/text.ashx)
Neben der Corona-Pandemie, dem russischen Angriff auf die Ukraine und den global steigenden Inflationsraten hat gerade die daraus folgende deutlich striktere Geldpolitik der Zentralbanken starke Auswirkungen auf die BIP-Entwicklung. 5 Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts
Quelle: International Monetary Fund, Datenstand Oktober 2022 (https://www.imf.org/external/datamap-per/NGDP_RPCH@WEO/OEMDC/ADVEC/WEOWORLD) In Deutschland, der größten Volkswirtschaft im Euroraum, betrug der wirtschaftliche Aufschwung im Jahr 2022 schwache 1,5 %. Besonders ausschlaggebend für diese Entwicklung waren vor allem, wie bereits angeführt, die Auswirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine sowie die durch in diesem Zuge erhöhte Energiekosten anhaltend hohe Inflation. Während Deutschland im Vergleich zum Durchschnitt des Euro-Raums um 1,6 %-Punkte vergleichsweise schlecht dasteht, erzielten Österreich mit 4,7 % und die Niederlande mit 4,5 % nichtsdestotrotz ein ziemlich robustes Wachstum. Auch Frankreich mit 2,5 % und Belgien mit 2,4 % konnten einen moderaten Aufschwung über dem EU-Durchschnitt erzielen. Die hohe Abhängigkeit von russischen Energielieferungen und die damit notwendigen Einsparungen beim Energieverbrauch haben sich damit vor allem im Westfalen Kernmarkt Deutschland negativ ausgewirkt. In diesem kriegs-, pandemie- und inflationsgeprägten Umfeld waren die Wechselkurse volatiler als in der Vergangenheit. Die Entwicklung des US-Dollars ist für die Westfalen Gruppe besonders auf der Einkaufsseite wichtig. Der Kurs des US-Dollars im Verhältnis zum Euro bewegte sich im Jahresverlauf zwischen 0,96 und 1,15. Zum Jahresende war der Euro rund 6 % schwächer als zu Beginn des Jahres 2021. 6 Der Rohölpreis der Sorte Brent hat sich im Jahr 2022 mit durchschnittlich rund 101 US-Dollar/Barrel um rund 42 % gegenüber dem Durchschnittswert des Vorjahres (71 US-Dollar/Barrel) verteuert. 7 Im Jahresverlauf schwankte der monatliche Ölpreis zwischen 81 US-Dollar/Barrel im Dezember und 123 US-Dollar/Barrel im Juni. 8
5 Quelle: International Monetary Fund,
Datenstand Oktober 2022
(https://www.imf.org/external/datamapper/NGDP_RPCH@WEO/OEMDC/ADVEC/WEOWORLD)
In der ersten Jahreshälfte 2022 sorgten geopolitische Spannungen mit Russland, die in der Invasion Russlands in der Ukraine am 24. Februar 2022 gipfelten, sowie geringe globale Ölreserven für den höchsten inflationsadjustierten Rohöl-Preis seit 2014. Seit Juni 2022 sanken die Rohölpreise aufgrund von geringerer erwarteter Nachfrage wegen möglicher Rezessionsrisiken. Gleichzeitig führte die Öffnung der strategischen Ölreserven in China und den USA in der zweiten Jahreshälfte zu einem erhöhten Angebot, sodass der Brent-Rohölpreis zum Ende des Jahres wieder bei rund 85 US-Dollar/Barrel lag. 9 Die Entwicklung des Rohölpreises ist zudem ein wichtiger Indikator für die Entwicklung der Gaspreise. Die häufigsten Kraftstoffarten im Kfz-Bestand in Deutschland sind nach wie vor Benzin und Diesel. 10 Alternative Antriebsarten wie Elektro- oder Hybridfahrzeuge können jedoch zum Teil deutliche Steigerungen in den Zulassungen verzeichnen und machten rund 50 % der Neuzulassungen im Jahr 2022 aus. 11 Von den insgesamt in Deutschland zugelassenen Kfz entfallen rund 21 % auf Nordrhein-Westfalen und damit auf das Bundesland, in dem die Westfalen Gruppe mit der überwiegenden Zahl ihrer Stationen präsent ist. 12 In Summe wurden im Jahr 2022 rund 1,1 % und damit erstmalig seit Beginn der Corona-Pandemie wieder etwas mehr Neuwagen zugelassen als im Jahr 2021. 13 2.2 Geschäftsentwicklung der Westfalen Gruppe Im Geschäftsjahr 2022 realisierte die Westfalen Gruppe einen Umsatz von 2.307,5 Mio. €, nach 1.871,0 Mio. € im Vorjahr. Die Erläuterungen zur Entwicklung des Ergebnisses der Westfalen Gruppe sind im Abschnitt "Ertragslage" enthalten. Nachfolgend wird der Prognose-Ist-Vergleich für 2022 dargestellt: 2.3 Prognose-Ist-Vergleich Prognose-Ist-Vergleich
9 Quelle: U.S. Energy Information
Administration, Januar 2023
(https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=55079)
Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag zum Jahresende 2022 bei 70,0 Millionen Euro und 49 % über der Prognose. Das Ergebnis lag in allen Business Units über den Erwartungen. Der Krieg in der Ukraine hat zu Produktknappheit und stark steigenden Preisen insbesondere für Propan und technische Gase geführt. Der Westfalen AG war es aufgrund einer langfristigen und diversifizierten Beschaffungsstrategie möglich, die Versorgung ihrer Kunden fast vollständig aufrechtzuerhalten. Anders als erwartet ist das Ergebnis der BU Mobility nicht zurückgegangen, sondern lag auf dem Niveau des Vorjahres. Die Entwicklung für uns wichtiger Kennzahlen in den einzelnen Geschäftsfeldern wird nachfolgend dargestellt. 2.3.1 Industrial Gases & Services Kennzahlen Industrial Gases & Services
Der Umsatz im Geschäftsfeld Gase lag deutlich über dem Vorjahr. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus preisbedingten Veränderungen in den Produktsegmenten Technische Gase und Kältemittel. Die Absatzmengen für Technische Gase und Kältemittel bewegen sich insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres. Vor dem Hintergrund der aufgetretenen Produktknappheiten von Helium, Argon, CO 2 , Wasserstoff und Acetylen sowie der für alle Marktteilnehmer herausfordernden Situation am Beschaffungsmarkt ist die Absatzmenge auf dem Niveau des Vorjahres ein großer Erfolg. Die Weiterentwicklung des Angebots für Wasserstoff, mit einer optimalen Logistikkette von der Herstellung bis zum Kunden, konnte weiter vorangetrieben werden. Die Herausforderungen lagen in einer knappen Verfügbarkeit und einer dadurch verlängerten Logistikkette. Der Umsatz im Produktsegment Homecare, das sowohl Gase für die Gesundheit als auch Produkte der Medizintechnik umfasst, lag erneut über den Werten des Vorjahres und bestätigt den eingeschlagenen Wachstumskurs. Die Gruppe verfügt dabei über insgesamt 20 Arzneimittelzulassungen für vier medizinische Gase. Getragen wurde diese gute Entwicklung in den Niederlanden durch eine verstärkte Marktdurchdringung und in Deutschland durch die Ausweitung der Versorgung von Sauerstoffpatienten. Die in Deutschland im Jahr 2020 gestartete Konzentration auf den Ausbau der Versorgung von Sauerstoffpatienten konnte im Jahr 2022 weiter vorangetrieben werden. Die Investitionen beinhalten einen weiteren Ausbau des Flaschenbestandes und der Flaschenbündel zur Stärkung des Geschäfts im In- und Ausland, Kaltvergaser und Onsite-Anlagen, sowie den Ausbau der Trailerflotte. Größere Investitionen wurden für den Neubau des Werkes in Gelmer, ein neues Abfüllwerk in Lanken und eine mobile Wasserstofftankstelle getätigt. Die Investitionen des Bereiches Homecare wurden im Vorjahr in den sonstigen Investitionen ausgewiesen und sind 2022 dem Bereich Industrial Gases & Services zugeordnet. 2.3.2 Energy Solutions Kennzahlen Energy Solutions
Der Umsatz im Geschäftsfeld Energy Solutions lag leicht über dem Vorjahr. Der Anstieg des Preisniveaus nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine am 24.02.2022 wurde durch einen geringeren Absatz im Bereich Bulk nahezu kompensiert. Der Absatzrückgang ist auf die erneut sehr milden Temperaturen und die geforderten Einsparungen im Verbrauch durch die Bevölkerung zurückzuführen. Der Absatz im Flaschenbereich ist durch die erfolgreiche Akquise von Neukunden und einer stark gestiegenen Nachfrage im Bestandsgeschäft unmittelbar nach Kriegsbeginn gestiegen. Eine besondere Herausforderung für die gesamte Branche war die Verfügbarkeit der Flaschenkörper. Der langsame Anlauf der Wirtschaft in der Pandemieendphase führte dabei auch bei der Flaschenproduktion zu Engpässen. Zum 01.07.2022 wurde der Liefervertrag mit der fht Flüssiggas Handel und Transport GmbH & Co. KG (fht KG) gekündigt und die Bulk Logistik wieder in die Westfalen AG integriert. Hintergrund für diese Umstrukturierung ist eine Optimierung der Serviceleistung für die Bulk-Kun- den der Westfalen AG. Autogas ist weiterhin ein bedeutender Alternativkraftstoff im deutschen Kraftstoffmarkt, trotz rückläufiger Bestandszahlen. Die Nachfrage nach Autogas ging im Vergleich zum Vorjahr konjunkturbedingt weiter zurück. Die Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr standen überwiegend im Zusammenhang mit dem Ausstieg bei der fht KG und die Integration der Logistik in die Westfalen AG sowie der umfangreichen Beschaffung von Neuflaschen. Im Bereich der Investitionen in Neuflaschen ist durch die genannten Lieferschwierigkeiten eine deutliche Preissteigerung zu verzeichnen. 2.3.3 Mobility Kennzahlen Mobility
Der Umsatz mit Kraftstoffen lag im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund des gestiegenen Preisniveaus über dem Niveau des Vorjahres. Das Produktsegment Kraftstoff hat unverändert den größten Umsatzanteil im Bereich Mobility. Neben den klassischen Kraftstoffen setzt die Westfalen Gruppe u.a. auf LNG, einem zukunftsfähigen Kraftstoff im LKW-Schwerlastverkehr. 2022 wurden die dritte und vierte LNG-Tankstelle des Unternehmens in Herne und Köln in Betrieb genommen. 2022 war abermals ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr im Bereich Shop. Der Umsatz im Shop-Geschäft hat sich über das gesamte Jahr auf hohem Niveau bewegt. Besonders erfreulich ist die Entwicklung in den Segmenten Kaffee und Bistro. Auch der Absatz im Waschgeschäft hat sich im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt. fillibri bietet als erste App in Deutschland pay@pump und pay@wash in einer App. Die Kunden können damit direkt mobil an der Säule oder an der Waschanlage bezahlen. Aufgrund der einfachen und praktischen Anwendung erzielt die App herausragende Bewertungen in den App Stores. Das Akzeptanznetz der App ist 2022 deutschlandweit weitergewachsen. Die Investitionen des Berichtsjahres umfassten hauptsächlich den Ausbau bestehender Tankstellen in Richtung Mobility Hubs. Die Standorte Bornheim, Baunatal, Kerpen, Oelde, Wuppertal, Münster-Roxel und Rödinghausen sind 2022 zu zukunftsfähigen Mobilitätsstandorten umgebaut worden. Die so genannten Mobility Hubs beinhalten insbesondere das Alvore-Shopkonzept sowie eine stärkere Präsenz nachhaltiger Antriebsenergien. Außerdem heben sich diese Standorte durch ein modernes Erscheinungsbild in Holz- und Steinoptik auch äußerlich von einer klassischen Tankstelle ab. Im Vorjahr sind zwei bisher unter den Vorräten/sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesene Grundstücke ins Anlagevermögen umgegliedert worden, da diese nunmehr langfristig dem Unternehmenszweck dienen sollen. Zudem hat die Westfalen Gruppe 2022 zwei weitere LNG-Tankstellen in Herne sowie in Köln gebaut und in Betrieb genommen. An bestehenden Standorten wurden elf Schnellladesäulen und zwei Normalladesäulen in Betrieb genommen. Darüber hinaus betreibt die Westfalen Gruppe zahlreiche Ladestationen abseits der Tankstellen und bietet individuelle Ladelösungen für Kunden an. Auch für die heimischen Wallboxen konnte mit Fleet@Home eine passende Abrechnungslösung entwickelt werden, die das Laden des Dienstwagens Zuhause ermöglicht. Mit rund 2.000 Karten verwenden bereits zahlreiche Kunden die Westfalen Service Card + eCharge Funktion, um verschiedene Ladelösungen zu nutzen und mittlerweile an rund 80.000 öffentlichen Ladepunkten europaweit zu laden. 2.4 Vermögenslage Konzernbilanz (Kurzfassung)
Die Bilanzsumme des Konzerns stieg gegenüber den Werten vom 31. Dezember 2021 um 90,9 Mio. € auf 743,1 Mio. €. Die Veränderung spiegelt vor allem die Investitionen in das Sachanlagevermögen und den preisbedingten Aufbau des Working Capital wider. Das Working Capital ist die Summe aus den Vorräten und den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der Anstieg des Sachanlagevermögens ist im Wesentlichen getrieben durch Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Der preisbedingte Anstieg der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vorräte führte im Saldo zu einer Erhöhung des Working Capital um 17,6 Mio. € auf 167,6 Mio. €. Die positive Veränderung des Eigenkapitals der Westfalen Gruppe resultiert aus dem Konzern-Jahresüberschuss in Höhe von 48,8 Mio. €, der im Verhältnis zum Eigenkapital einer Rendite von 16,6 % entspricht. Die Eigenkapitalquote, also der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme, betrug 39,6 % (Vorjahr: 39,1 %). Die Erhöhung der Rückstellungen resultierte hauptsächlich aus dem Anstieg der Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen sowie der Rückstellung für die Verpflichtung zur Rückzahlung erfolgswirksam vereinnahmter Pfandgelder auf Gasflaschen der Westfalen AG. 2.5 Finanzlage 2.5.1 Liquidität Netto-Liquidität der Westfalen Gruppe
Aufgrund der vorgezogenen Zahlung der Energiesteuer für den Monat November und die ersten 18 Tage des Dezembers in Höhe von 23,9 Mio. € (Vorjahr: 24,6 Mio. €) sowie der generell erhöhten Kapitalbindung in der Heizperiode ist die Netto-Liquidität zum Ende des Geschäftsjahres üblicherweise besonders niedrig. 2.5.2 Kreditlinien Der Westfalen Gruppe standen am Bilanzstichtag zur allgemeinen Finanzierung freie Kreditlinien bei Banken im Gesamtvolumen von 37,3 Mio. € (im Vorjahr 35,5 Mio. €) zur Verfügung. 2.5.3 Cashflows Konzern-Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)
Die Veränderung des Mittelzuflusses aus laufender Geschäftstätigkeit war vor allem auf den im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Abschreibungen aufgrund der Investitionstätigkeit sowie auf den Aufbau der Verbindlichkeiten und auf die erhöhte Mittelbindung im Working Capital infolge des Aufbaus von Forderungen und Vorräten zurückzuführen. Die Veränderung des Mittelabflusses aus der Investitionstätigkeit beinhaltet überwiegend verstärkte Investitionen in Sachanlagen. Der Mittelabfluss aus dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultierte hauptsächlich aus der Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Dividendenzahlungen. Investitionen der Westfalen Gruppe (ohne Finanzanlagen)
2.6 Ertragslage Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung)
Die Westfalen Gruppe erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 2.307,5 Mio. €, nach 1.871,0 Mio. € im Vorjahr. Aufgrund deutlich gestiegener Einstandspreise stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2022 um 23,3 %. Der Umsatz wurde überwiegend in Deutschland erzielt. Das Rohergebnis, als Saldo aus Umsatzerlösen und Materialaufwand, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 59,2 Mio. €, also 13,7 %. Da der Anstieg des Rohergebnisses im Wesentlichen preisbedingt ist, reduzierte sich aber das Verhältnis zum Umsatz um 1,8 %-Punkte auf 21,3 % (im Vorjahr 23,1 %). Die Zusammensetzung und Entwicklung der Umsatzerlöse nach Geschäftsfeldern ist im Abschnitt "2.2 Geschäftsentwicklung der Westfalen Gruppe" dargestellt. Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 5,1 Mio. € verbessert und die Erwartungen zu Beginn des Geschäftsjahres deutlich übertroffen. Das Zinsergebnis umfasst überwiegend den Zinsanteil aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen. Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag mit 68,4 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres (58,8 Mio. €). Die Konzernsteuerquote verschlechterte sich leicht von 27,7 % auf 28,7 %. Die Umsatzrendite betrug 2,1 % im Vergleich zu 2,3 % im Jahr 2021. 3 Nachhaltigkeit Als Familienunternehmen denkt die Westfalen Gruppe seit jeher in Generationen und übernimmt entsprechend Verantwortung für die Gesellschaft. Nachhaltigkeit dient in der Unternehmensstrategie als Differenzierungsfaktor und gleichzeitig dazu, das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Die Westfalen Gruppe integriert gezielt Nachhaltigkeitsaspekte in ihre Geschäftsaktivitäten und unterstützt insbesondere ihre Kunden mit Produkten und Dienstleistungen auf dem Weg, nachhaltiger zu werden. Dabei wird Nachhaltigkeit vor allem als eines verstanden: als andauernder Prozess, ein beständiges Lernen und Weiterentwickeln - aber richtig angewandt auch als Wettbewerbsvorteil gegenüber Marktbegleitern. 3.1 Allgemeine Informationen Selbstverpflichtung Die Werte und Grundsätze der Westfalen Gruppe sind in ihrem Leitbild, ihrer Nachhaltigkeitsleitlinie, dem Verhaltenskodex sowie in weiteren, themenspezifischen Richtlinien verankert. Die Westfalen Gruppe hat sich ausdrücklich zu den 10 Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen (UN) bekannt und unterstützt die Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN (Sustainable Development Goals, SDGs). Struktur/Organisatorischer Nachhaltigkeitsansatz Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt bei dem Vorstandsvorsitzenden. Die Nachhaltigkeitsaktivitäten im Unternehmen werden von einem interdisziplinären Sustainability Team gesteuert und weiterentwickelt. Das Gremium setzt sich aus Vertretern relevanter Abteilungen des Unternehmens zusammen und wird von einer Nachhaltigkeitsmanagerin des Unternehmens geleitet. Wichtige Entscheidungen für das Unternehmen werden durch das Sustainability Committee bestehend aus der Geschäftsleitung und dem Vorstand getroffen. Wesentlichkeitsprozess und Handlungsfelder In einem umfassenden Wesentlichkeitsprozess identifizierte Westfalen die Nachhaltigkeitsthemen, die für die Ausrichtung der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie sowie die Berichterstattung relevant sind. Dazu wurden die Interessen der wichtigsten Stakeholdergruppen Westfalens systematisch erfasst und bewertet. Die so ermittelten wesentlichen Themen wurden zusammen mit dem Vorstand in den sechs Handlungsfeldern Zukunftsfähige Geschäftsmodelle, Standorte mit Zukunft, Attraktiver Arbeitgeber, Transparenz in der Lieferkette, Nachhaltige Produkte und Lösungen für unseren Kunden sowie Verantwortliches Handeln zusammengefasst und bilden den Rahmen für die Nachhaltigkeitsstrategie. Externe Anerkennung Die Nachhaltigkeitsaktivitäten der Westfalen Gruppe in Bezug auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social and Governance, ESG) werden immer öfter von externen Organisationen bewertet. Dabei helfen z.B. Nachhaltigkeitsratings den Kunden das Nachhaltigkeitsengagement der Westfalen Gruppe besser zu bewerten. Gleichzeitig helfen diese Ratings der Westfalen Gruppe selbst, ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten durchgehend zu überprüfen und bei Bedarf zu ergänzen. Dabei ist insbesondere das EcoVadis-Rating für Westfalen als bedeutend identifiziert worden. EcoVadis ist der weltweit größte Anbieter von Nachhaltigkeitsratings für Unternehmen. Angelehnt an internationale Nachhaltigkeitsstandards werden die Unternehmen nach insgesamt 21 Kriterien in den Themenbereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung bewertet. Im Januar 2023 wurde der Westfalen Gruppe für ihr nachhaltiges Engagement eine EcoVadis Gold-Medaille verliehen. Damit gehört die Westfalen Gruppe zu den besten fünf Prozent aller insgesamt bewerteten Unternehmen. 3.2 Klima Die Westfalen Gruppe sieht sich den Zielen des Pariser Klimaabkommens verpflichtet und versucht als Unterstützer der Sustainable Development Goals (SDGs) und der lokalen Initiative ,Münsters Allianz für Klimaschutz", den Umweltschutz voranzutreiben. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Reduzierung der Treibhausgas(THG)-Emissionen. Deswegen hat sich die Westfalen Gruppe 2022 entsprechende Klimaziele gesetzt, um die durch sie verursachten THG-Emissionen zu reduzieren und langfristig klimaneutral zu werden. Die Ziele beziehen sowohl die eigenen erzeugten Emissionen (Scope 1 & 2) als auch die durch die verkauften Energieträger verursachten Emissionen (Scope 3) ein. Dabei bilanziert die Westfalen Gruppe ihren Ausstoß an Treibhausgasen gemäß dem international anerkannten Standard Greenhouse Gas (GHG) Protocol. An allen umweltrelevanten Standorten, d. h. allen Produktionsstandorten und relevanten Verwaltungsstandorten mit wesentlichem Umwelteinfluss, werden sowohl direkte THG-Emissionen, z. B. aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern (Scope 1), als auch indirekte Emissionen aus der Beschaffung und dem Verbrauch extern erzeugter Energiearten (Scope 2) in die Berechnungen eingeschlossen. Die Treibhausgasemissionen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) werden in den wesentlichen Kategorien erfasst. Konkret hat sich die Westfalen Gruppe zum Ziel gesetzt,
3.3 Mitarbeitende Personalkennzahlen Die Mitarbeitenden Westfalens tragen durch ihre Fähigkeiten und den persönlichen Einsatz maßgeblich zum Erfolg der Westfalen Gruppe bei. Dabei handeln sie im Sinne unserer Unternehmenswerte und -ziele und bringen sich ein. Der Personalaufwand lag mit 153,7 Mio. € um rund 13,2 % über dem Vorjahr (135,8 Mio. €). Zum 31. Dezember 2022 waren in der Westfalen Gruppe insgesamt 1.949 (im Vorjahr 1.814) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, davon 79 % in Deutschland. Personalkennzahlen
Personalaufwand Attraktiver Arbeitgeber Als internationales Unternehmen schaffen wir je nach Standort Anreize für die Mitarbeitenden. Dazu gehören z. B. flexible Arbeitszeitmodelle sowie die Möglichkeit, einen Teil der Arbeitszeit mobil zu verrichten. Über den Zukunftsbeitrag können die Tarifmitarbeitenden zwischen zusätzlichen Freistellungstagen oder einer Barauszahlung wählen. Zusätzlich werden die Mitarbeitenden über variable Vergütungsmodelle am Unternehmenserfolg beteiligt. Jobtickets, Massagen am Arbeitsplatz und das Angebot, ein Jobrad zu erwerben, runden das Angebot ab. Die Fluktuationsrate aufgrund von Kündigungen durch Mitarbeitende lag im Jahr 2022 bei 4,5 %. Zusammenarbeit mit Arbeitnehmervertretern Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen Management, Mitarbeitenden und Arbeitnehmervertretung gehört zur Unternehmenskultur bei Westfalen. Ein offener und regelmäßiger Dialog zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern ist dabei wichtig und gelebte Praxis. Westfalen-Mitarbeitende können sich bei Bedarf neben ihren Führungskräften an die Personal- oder Compliance-Abteilung sowie an den Betriebsrat wenden. Kollektive Regelungen wie Tarifverträge oder betriebliche Vereinbarungen galten im Berichtsjahr für 78 % unserer Mitarbeitenden. Für die Westfalen AG und die Westfalen Industriegase GmbH gelten die Tarifverträge der chemischen Industrie und für die caratgas GmbH die Tarifverträge für Arbeitnehmer im Groß- und Außenhandel. Für die außertariflichen Mitarbeitenden der Westfalen AG, der Westfalen Industriegase GmbH sowie der caratgas GmbH gelten ebenfalls die betrieblichen Vereinbarungen. Ausbildung Am 31. Dezember 2022 waren im Inland 62 (Vorjahr: 76) Auszubildende beschäftigt. Die Westfalen Gruppe bildet in insgesamt 16 verschiedenen technischen und kaufmännischen Berufen sowie dualen Studiengängen aus. Offenheit, Vielfalt, Chancengleichheit Eine diverse Belegschaft sowie Chancengleichheit sind für die Westfalen Gruppe eine Selbstverständlichkeit, denn sie leisten einen wichtigen Beitrag zu unserem Geschäftserfolg. Durch Offenheit und Vielfalt entsteht eine Kultur der Kreativität und des unternehmensweiten Austausches. Um die Wichtigkeit nochmal zu unterstreichen, hat Westfalen 2022 die Charta der Vielfalt unterzeichnet und sich dazu bekannt, die Vielfalt im Unternehmen zu fördern. Die Charta der Vielfalt ist eine Arbeitgebendeninitiative welche 2006 ins Leben gerufen wurde. Sie wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration unterstützt und hat zum Ziel, ein wertschätzendes Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden zu schaffen - unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtlicher Identität, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung und sozialer Herkunft. Die Westfalen Gruppe ist der Überzeugung, dass jeder dieselben Chancen verdient, sein Potenzial zu entfalten und beruflich zu wachsen. Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion sind somit fester Bestandteil der Personalarbeit. So hat die Westfalen Gruppe bereits seit Längerem Diversitätsziele, die entsprechend verfolgt werden. Bezogen auf das deutsche Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen wurden im Jahr 2016 die Zielvorgaben bis zum Jahr 2019 beschlossen und anschließend für Aufsichtsrat und Vorstand um weitere drei Jahre verlängert. Für den Aufsichtsrat und Vorstand lag die Quote bei 20 %. Im Aufsichtsrat gab es im Berichtszeitraum keine personellen Wechsel, sodass dessen Quote unverändert geblieben ist. Im Vorstand gab es ebenfalls keine personelle Veränderung im Berichtszeitraum, die erreichte Quote liegt jedoch deutlich über dem seinerzeit gesetzten Ziel. Durch Beschluss des Vorstandes wurde das Ziel für die erste und zweite Führungsebene unter dem Vorstand auf 20 % bis 2025 festgelegt. Für die erste Führungsebene unter dem Vorstand wurde die Zielvorgabe im Berichtszeitraum weit übertroffen. Auf der zweiten Führungsebene fällt die erreichte Quote im Vergleich zum Vorjahr aufgrund von Organisationsveränderungen und internen Nachbesetzungen von Stellen mit männlichen Führungskräften niedriger aus. Die Westfalen Gruppe erhofft sich von den deutlich höheren Quoten im Vorstand und auf der ersten Führungsebene eine Sogwirkung für die zweite und die weiteren Führungsebenen. 3.4 Governance Als international tätiges Unternehmen unterliegt die Westfalen Gruppe einer Vielzahl von Gesetzen, Richtlinien, Vorschriften und Verordnungen. Neben der Einhaltung von Regelwerken sind Aufrichtigkeit und Integrität eine wichtige Maxime, weswegen die Westfalen Gruppe einen Verhaltenskodex im Jahr 2022 erarbeitet und veröffentlicht hat. Er gilt für alle Mitarbeitenden auf allen Ebenen des Unternehmens und soll ihnen bei rechtlichen und ethischen Herausforderungen in ihrer täglichen Arbeit Orientierung geben und korrektes Verhalten fördern, welches zusätzlich durch Schulungen gestärkt und überprüft wird. Des Weiteren unterstützt der Verhaltenskodex die Mitarbeitenden, mit Verstößen umzugehen. Zusätzlich wurde ein Lieferantenkodex veröffentlicht, welcher die Anforderungen Westfalens an ihre Lieferanten zusammenfasst. Sollte dennoch ein Verstoß vorkommen, stehen den unterschiedlichen Stakeholdergruppen unterschiedliche Beschwerdewege zur Verfügung. Zu den bereits vorhandenen Wegen wurde 2022 zusätzlich ein digitales Online-Hinweisgebersystem eingeführt, über welches Verstöße (anonym) gemeldet werden können. Die erhaltenen Informationen werden stets streng vertraulich behandelt. Die eingegangenen Meldungen werden überprüft und bei Vorliegen eines Compliance-Verstoßes werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Im Jahr 2022 gab es keine Meldungen zu Korruption oder Bestechung. 4 Erläuterungen zum Abschluss der Westfalen AG Der Einzelabschluss der Westfalen AG wird maßgeblich durch den Geschäftsverlauf in den Geschäftsfeldern Tankstellen, Energieversorgung und Technische Gase sowie bei den Tochterunternehmen beeinflusst. Die Geschäftsentwicklung der Westfalen AG unterliegt grundsätzlich den gleichen Risiken und Chancen wie die der Westfalen Gruppe. Der Ausblick für die Westfalen Gruppe spiegelt aufgrund der Verflechtungen mit den Tochtergesellschaften und der Bedeutung der Westfalen AG in der Westfalen Gruppe größtenteils auch die Erwartungen für die Westfalen AG wider. Daher gelten die vorstehenden Ausführungen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für die Gruppe größtenteils auch für die Westfalen AG. 4.1 Ertragslage Westfalen AG Gewinn- und Verlustrechnung der Westfalen AG (Kurzfassung)
Das Betriebsergebnis der Westfalen AG hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert. Während das Rohergebnis, als Saldo aus Umsatzerlösen und Materialaufwand sich absolut um 49,1 Mio. € verbesserte, verschlechtere sich der Saldo aus den übrigen Aufwendungen und Erträgen um 19,9 Mio. €. Wesentlich hierfür waren Aufwendungen für Instandhaltungen sowie gestiegene Vertriebskosten in Folge des Umsatzanstiegs. Das Beteiligungsergebnis umfasst neben den Erträgen aus Beteiligungen und verbundenen Unternehmen im Wesentlichen die Ergebnisbeiträge aus den Gewinnabführungs- bzw. Verlustübernahmeverträgen mit verbundenen Unternehmen. Aufgrund der hohen Investitionen der vergangenen Jahre sind die Abschreibungen 2022 gestiegen. 4.2 Vermögens- und Finanzlage Westfalen AG Bilanz der Westfalen AG (Kurzfassung)
Die Westfalen AG wies zum 31. Dezember 2022 eine Bilanzsumme von 703,7 Mio. € aus, gegenüber 623,9 Mio. € im Vorjahr. Das Anlagevermögen ist aufgrund der anhaltend hohen Investitionen um 34,0 Mio. € auf 359,4 Mio. € gestiegen. Die Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kletterten preis- und umsatzbedingt um insgesamt 11,9 Mio. € an. Auf der Passivseite wuchsen die Rückstellungen um insgesamt 24,5 Mio. €. Dies ist hauptsächlich auf den Anstieg der Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen sowie der Rückstellung für die Verpflichtung zur Rückzahlung erfolgswirksam vereinnahmter Pfandgelder auf Gasflaschen zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zogen aufgrund der allgemeinen Preisentwicklungen an den Beschaffungsmärkten korrespondierend zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an. Die Eigenkapitalquote der Westfalen AG belief sich am Bilanzstichtag auf 41,8 % (im Vorjahr: 41,5 %). 5 Ausblick 5.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2023 ist weiterhin durch hohe Unsicherheiten geprägt. Der am 24. Februar 2022 begonnene Angriffskrieg der Russischen Föderation gegen die souveräne Ukraine, der Anstieg der Energiepreise und die hohe Inflation 2022 werden auch das Jahr 2023 stark beeinflussen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für 2023 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euroraum von nur 0,5 %. 14 Für Deutschland ist die Wachstumsprognose des IWF mit -0,3 % sogar negativ. Die Bundesbank geht sogar von einem negativen Wachstum von -0,5 % aus. 15 Positiver ist die Prognose der Bundesregierung mit einem leichten Wachstum von +0,2 %. 16 Es kann davon ausgegangen werden, dass sich das Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 deutlich abschwächt. Ursächlich sind die geringere Nachfrage privater Haushalte aufgrund der hohen Inflation, hohe Energiekosten und gestiegene Finanzierungskosten. Der befürchtete, schwere Wirtschaftseinbruch ist jedoch ausgeblieben und wird auch für 2023 nicht erwartet. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist nach einem Tiefpunkt im September 2022 bis Januar 2023 stetig gestiegen und reflektiert mittlerweile eine optimistischere Erwartung für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. 17 Die Entwicklung der Rohölpreise sowie des US-Dollars zu prognostizieren ist grundsätzlich mit einer hohen Unsicherheit verbunden. Die Deutsche Bank rechnet mit einer leichten Abwertung des US-Dollars von -1,6 % in den nächsten 6 Monaten, 18 die Commerzbank geht von einem Wechselkurs von 1,10 Euro/USD Ende 2023 19 und die DZ Bank von 1,07 Euro/USD 20 aus. Im Vergleich zum aktuellen Kurs von 1,06 Euro/USD (Stand 17.02.2023) sind die erwarteten Entwicklungen von geringer Bedeutung für die Westfalen Gruppe. Nach einer volatilen Ölpreisentwicklung 2022 mit Höchstpreisen von über 120 USD/Barrel, ging der Preis zuletzt deutlich zurück und lag im Januar 2023 um 85 USD/Barrel. Die Entwicklung des Ölpreises im Jahr 2023 wird stark von der Nachfrage aus China nach dem Ende der sehr restriktiven Regelungen zum Infektionsschutz in der Corona-Epidemie sowie dem Embargo der Europäischen Union gegen russisches Öl und dem Preisdeckel der G7-Staaten abhängen. Eine weitere Abschätzung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. 5.2 Erwartete Geschäftsentwicklung der Gruppe Die Folgen des Krieges in der Ukraine, die stark gestiegene Inflation und die Verknappung auf den Beschaffungsmärkten haben die Preisvolatilität 2022 deutlich erhöht. In der Prognose für das Jahr 2023 gehen wir von einem geringen wirtschaftlichen Wachstum aber keinem schweren Wirtschaftseinbruch aus. Wir erwarten Umsatzerlöse, die insgesamt leicht unter dem Vorjahr liegen werden. Ursächlich dafür ist das insgesamt leicht gesunkene Preisniveau insbesondere für Kraftstoffe. Aufgrund der Preisvolatilitäten wird es zu Ausschlägen in den Umsatzerlösen und Materialaufwendungen kommen, die aber auf die absolute Höhe des geplanten Rohertrages keinen signifikanten von der Planung abweichenden Wert hervorbringen werden.
14 Quelle: International Monetary Fund, Oktober
2022
(https://www.imf.org/external/datamapper/NGDP_RPCH@WEO/OEMDC/ADVEC/WEOWORLD)
Für das Jahr 2023 gehen wir von einem deutlichen Anstieg des Ergebnisses vor Steuern und Zinsen (EBIT) aus. Insbesondere erwarten wir einen einmaligen, positiven Sondereffekt. Operativ wird das EBIT zurückgehen, weil das hohe Margenniveau des Jahres 2022 in den Business Units Industrial Gases & Solutions und Energy Solutions 2023 nicht erreicht werden kann. Das EBIT der Business Unit Mobility wird sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. 5.3 Erwartete Geschäftsentwicklung der Geschäftsfelder 5.3.1 Industrial Gases & Services Der Start in das Geschäftsjahr 2023 ist wesentlich geprägt von den weiterhin bestehenden Unsicherheiten an den Energiemärkten, die wesentlichen Einfluss auf die Verfügbarkeit einzelner Gase als auch auf die Höhe der Produktionskosten haben. Unsere Kunden agieren bedingt durch einen unsicheren konjunkturellen Ausblick auf das Jahr 2023 vorsichtig und preissensitiv. Trotz aller Unwägbarkeiten wird erwartet, dass der Absatz im Geschäftsfeld Industrial Gases & Services das Niveau des Jahres 2022 erreichen wird und der Umsatz durch das gestiegene Preisniveau darüber liegen wird. Der Anstieg des Absatzes von Wasserstoff und Spezialgasen sollte positiv zur Weiterentwicklung des Bereiches beitragen. Die Volatilität der Einkaufspreise wichtiger Produkte wie Kältemittel, Helium und Wasserstoff wird jedoch Einfluss auf die Rentabilität haben und kann diese beeinträchtigen. Die Investitionsplanung für das aktuelle Geschäftsjahr reflektiert die strategische Weiterentwicklung und den Ausbau der Geschäftsaktivitäten mit Wasserstoff und berücksichtigt den unsicheren konjunkturellen Ausblick auf das Jahr 2023. 5.3.2 Energy Solutions Trotz des anhaltenden Krieges in der Ukraine scheint sich der Markt für Propan im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 wieder zu normalisieren. Eine Ausnahme bilden die OnCost-Sätze (Handlingsgebühren) der Terminals und Raffinerien. Diese waren in den letzten zehn Jahren sehr konstant, wurden jedoch Ende 2022 stark erhöht. Obwohl der Produktpreis sich seit dem 4. Quartal 2022 verringert hat, sorgen die gestiegenen OnCost-Sätze wahrscheinlich für einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres. Wir gehen davon aus, dass sich durch die Normalisierung auf dem Beschaffungsmarkt auch die OnCost-Sätze reduzieren werden. Die aktuell sehr milden Temperaturen senken die Nachfrage und wirken normalisierend auf die Margen. Der Absatz soll durch positive Neukundenakquise u.a. aus Erdgasumstellungen im B2B-Bereich gesteigert werden. Wesentliche Bau- und Modernisierungsmaßnahmen sind im Jahr 2023 nicht geplant. 5.3.3 Mobility Für das Gesamtjahr gehen wir von einem leichten, preisbedingten Umsatzrückgang aus. Die Westfalen Gruppe wird sich weiterhin intensiv mit der Entwicklung der Tankstellen in Richtung Mobility Hubs beschäftigen. Darüber hinaus wird der Fokus auch weiterhin auf alternativen Antriebsenergien liegen. Zum einen wird aufgrund der schnell voranschreitenden E-Mobilität ein deutlich stärkerer Ausbau des Tankstellennetzes mit Schnellladeinfrastruktur und Ladeinfrastruktur abseits der Tankstelle angestrebt sowie die Durchsetzung von Fleet@Home als Abrechnungslösung für Dienstwagen weiter forciert. Zum anderen setzt die Westfalen Gruppe im Laufe des Jahres 2023 auf Bio-LNG und Bio-CNG für den Nutzfahrzeugbereich. Darüber hinaus beschäftigt sich die Westfalen Gruppe intensiv mit den Themen Wasserstoff als Antriebsenergie und E-Fuels als Ersatz für herkömmliche Kraftstoffe. 2023 wird die App fillibri die Akzeptanzstellen und Bezahlmöglichkeiten weiter ausbauen. Außerdem werden die fillibri-Features weiterentwickelt und die Bezahlfunktion für erste Produkte im Shopgeschäft wird eingeführt. 6 Risiken und Chancen 6.1 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem Als international tätige Unternehmensgruppe ist die Westfalen Gruppe Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Möglichen Risiken präventiv zu begegnen, eingetretene Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und angemessen auf sie zu reagieren, sind zentrale Bestandteile des Risikomanagementsystems der Westfalen Gruppe. Bei Westfalen bedeutet unternehmerisches Handeln auch, kalkulierbare Risiken bewusst einzugehen, um damit verbundene Chancen nutzen zu können. Die Wahrnehmung von Chancen und die Aufdeckung von wesentlichen und unter Umständen bestandsgefährdenden Risiken sowie der angemessene Umgang mit ihnen stützen sich auf ein einheitliches Risikomanagementsystem, das ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung und der Controlling-Organisation ist. Die vom Gesetzgeber geforderte Frühwarnfunktion wird durch das bestehende System und seine kontinuierliche Weiterentwicklung nach der Einschätzung des Vorstands in vollem Umfang erfüllt. Die Überwachung der Angemessenheit, Ordnungsmäßigkeit und Effektivität des Risikomanagementsystems obliegt der Internen Revision der Westfalen AG. Nachfolgend werden die geschäftsfeldbezogenen und allgemeinen Risiken und Chancen näher dargestellt. 6.2 Geschäftsfeldbezogene Risiken und Chancen 6.2.1 Industrial Gases & Services Zu den Kunden des Geschäftsfelds Gase gehört eine große Bandbreite von Industrien und Branchen, wie beispielsweise die Metallverarbeitung, die Chemische Industrie, die Automobilindustrie, die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie das Gesundheitswesen. Viele Lieferverträge sind langfristig sowie mit Preisgleitklauseln abgeschlossen. Dennoch könnte ein signifikanter Rückgang der Marktnachfrage in einigen dieser Industrien und Branchen die zukünftige Entwicklung des Ergebnisses nachteilig beeinflussen. Bei den Industriegasen, deren Produktion sehr energieintensiv ist, könnten durch Veränderungen im regulatorischen Umfeld zusätzliche Risiken für die Westfalen Gruppe entstehen. So könnten steigende Strompreise aufgrund höherer gesetzlich verursachter Abgaben und anderer regulatorischer Eingriffe in die Strommärkte zusätzlich die Rentabilität belasten. Tendenziell sind steigende Öl- und Energiepreise mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Einkaufspreise der benötigten Betriebsstoffe zu erwarten. Zudem schwanken die Einkaufspreise für einzelne bedeutende Produkte, wie zum Beispiel Helium, Wasserstoff oder Kältemittel, stark. Die Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen wird stetig analysiert und die Mitarbeiter werden entsprechend geschult. An den Standorten in Hörstel und Laichingen (beide Deutschland) sowie in Le Creusot (Frankreich) werden Luftzerlegungsanlagen betrieben. Eine Betriebsunterbrechung könnte zu Lieferausfällen bei Kunden führen. Dieses Risiko wird durch regelmäßige Wartung und Überwachung der Anlagen minimiert. Zudem bestehen verschiedene Not- und Ausfallpläne, um die finanziellen Folgen einer Unterbrechung zu mindern. Chancen bestehen in der Entwicklung auf dem Gesundheitsmarkt, getrieben von der demografischen Entwicklung und den verbesserten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, vor allem bei chronischen Atemwegserkrankungen. Der Gesundheitsmarkt ist zu großen Teilen staatlich reglementiert und unterliegt speziellen Genehmigungs- und Zulassungsregeln. Die entsprechenden Verfahren und Anträge können sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstrecken und sind mitunter sehr kostenintensiv. Die entsprechenden positiven Ergebniseffekte stellen sich daher erst mit einer gewissen Verzögerung ein. Weitere Chancen existieren im Wasserstoffmarkt durch eine Weiterentwicklung von Anwendungsgebieten für die Mobilität, die industrielle Nutzung und als Substitut für fossile Brennstoffe. Durch die Energiekrise ist es zu einer signifikanten Zunahme in der Nachfrage nach Wasserstoff gekommen und die Weiterentwicklung der Anwendungsgebiete ist deutlich beschleunigt. Im Einzelnen liegen die Chancen in einer zusätzlichen Versorgung der bereits bestehenden Kunden mit Wasserstoff in Flaschen und als Bulk. Darüber hinaus ergeben sich weitere Chancen als Produzent und Lieferant von Wasserstoff in ausgewählten Regionen. 6.2.2 Energy Solutions Die unsichere Marktsituation hat die Westfalen AG dazu bewogen, einen großen Teil der Beschaffung von Propan für 2023 mengenmäßig zu sichern. Insofern stellt eine mögliche allgemeine Produktknappheit innerhalb Deutschlands für die Westfalen AG eher eine Chance dar. Zur Reduzierung von Preisrisiken auf den Beschaffungsmärkten werden in geringem Umfang derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Die sich aus den Sicherungsgeschäften ergebenden Risiken sind unbedeutend. Temporäre Versorgungsengpässe könnten sich bei niedrigen Flusspegeln im Falle der Versorgung durch Schiffe oder durch logistische Probleme bei den Exportterminals im ARA-Raum (Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam) ergeben. Durch die Nutzung verschiedener Versorgungswege und permanente Marktbeobachtung werden diese Risiken minimiert. Risiken auf den Absatzmärkten resultieren im Wesentlichen aus klimatischen Veränderungen, die die Temperaturen nachhaltig über Normalniveau steigen lassen. Die Versorgung der Neukunden und die dafür notwendige Installation der Hardware kann durch gestörte Lieferketten in diesem Bereich beeinträchtigt werden. Dem begegnet die Westfalen AG mit einem sorgfältigen Projektmanagement und hohen Sicherheitsstandards. Chancen ergeben sich aus der im Jahr 2022 aufgebauten internen Bulk-Logistik und der engen Verzahnung mit dem Flüssiggastanklager in Krefeld. Neben den Kostenvorteilen aus der besseren Auslastung der Supply Chain wird sich die optimierte Versorgung auch positiv auf die Kundenzufriedenheit auswirken. Die intern abgestimmten Prozesse kombiniert mit einem hohen Digitalisierungsgrad erlauben einen agileren Marktauftritt, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Der Propanmarkt für die Energieversorgung unterliegt zudem komplexen regulatorischen Rahmenbedingungen, die sich zum 1. Januar 2024 weiter verändern werden. Durch umfangreiche interne und externe Kontrollmaßnahmen, die auch Prüfungen durch externe Dienstleister umfassen, wird sichergestellt, dass die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden. 6.2.3 Mobility Risiken könnten sich vor allem auf der Kraftstoff-Beschaffungsseite aus Preisänderungen und Verfügbarkeiten ergeben. Diesen Risiken begegnet die Westfalen Gruppe mit einem effizienten und vorausschauenden Supply Chain Management. Die Tankstellenbranche in Deutschland muss sich verschiedensten Herausforderungen stellen. Insbesondere der Markt für Antriebsenergien ist einem drastischen Wandel unterworfen. Gesetzliche Rahmenbedingungen wirken sich auf die Mineralölindustrie und damit auf den Bereich Mobility der Westfalen Gruppe aus, wie beispielsweise die Förderung von batterieelektrischen Fahrzeugen sowie verschärfte Abgasnormen. Alternative Antriebe wie E-Mobilität, CNG und LNG - beides auch in Bio-Qualität - und Wasserstoff werden sich weiter im Markt etablieren. Um die Risiken hinsichtlich der klassischen Kraftstoffe angemessen abzubilden, berücksichtigt die Westfalen Gruppe im Rahmen der strategischen Planung neben den genannten alternativen Antriebsenergien auch den Ausbau bestehender und potenzieller neuer Geschäftsfelder im Mobilitätsbereich, um ihren Anteil insgesamt nach und nach zu erhöhen. Weiterhin wird sich die Westfalen Gruppe auf Trends und Entwicklungen wie Digitalisierung, autonomes Fahren sowie ein verändertes Konsumverhalten einstellen. Die Westfalen Gruppe hat vor, die sich ergebenden Chancen schnell und flexibel mit innovativen Konzepten, einem maßgeschneiderten Sortiment, Convenience-Produkten und passgenauen Services zu nutzen. Die Tankstelle der Zukunft stellt sich die Westfalen Gruppe als Mobility Hub vor, der die Bedürfnisse mobiler Menschen an einem Ort befriedigt. Eine Tankstelle muss heute wie morgen der zentrale Anlaufpunkt sein; wichtige Stichworte für den Mobility Hub sind digitale Vernetzung und Nachhaltigkeit. Chancen bestehen zudem im Waschgeschäft als Teil von Mobility Hubs, das sich in den nächsten Jahren auch unabhängig von der Antriebsart stabil entwickeln wird. 6.3 Allgemeine Risiken und Chancen 6.3.1 IT-Risiken und Chancen Als Technologieunternehmen ist sich die Westfalen Gruppe bewusst, dass eine Vielzahl ihrer Geschäftsprozesse von einer stabilen IT-Infrastruktur, der darauf genutzten Applikationen und der darin verarbeiteten Informationen abhängen. Um die Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit der Daten zu gewährleisten, sind und werden Maßnahmen ergriffen, die diese Ziele sicherstellen. Der konsequente und mittlerweile abgeschlossene Neuaufbau der IT-Infrastruktur als Konsequenz einer Ransomware-Attacke im Januar 2021 hat zu einer nachhaltigen Erhöhung des Sicherheitsniveaus geführt. Diverse organisatorische und prozessuale Verbesserungen begleiten diese Schritte. Um erneuten Angriffsszenarien bestmöglich entgegenwirken zu können, sind im Hinblick auf den Dreiklang aus Prävention, Detektion und Reaktion in der Berichtsperiode deutliche Mehrwerte geschaffen worden. Mit der weiteren Professionalisierung der internen Services und durch Ergänzungen der architektonischen Ausrichtung konnte die Verfügbarkeit der relevanten Dienste deutlich gesteigert werden. In unterschiedlichen Initiativen sind im Berichtszeitraum Möglichkeiten zur konsequenten Modernisierung der Applikationslandschaft (Stichwort S/4) und (Stichwort Cloudstrategie) gestartet, um zukünftigen Herausforderungen möglichst schnell und adäquat begegnen zu können. 6.3.2 Personalrisiken/-chancen Die Westfalen Gruppe hat einen kontinuierlichen Bedarf an hochqualifizierten Fach- und Führungskräften. Risiken könnten sich aus einer zeitlich verzögerten Besetzung kritischer Stellen ergeben. Diesen Risiken begegnet die Westfalen Gruppe vor allem mit einer zielgruppengerechten Bewerberansprache, einer attraktiven Unternehmenskultur und einem modernen Arbeitsumfeld. Darüber hinaus bietet die Westfalen Gruppe den Mitarbeitenden leistungsgerechte Vergütungssysteme, systematische Aus- und Weiterbildung sowie ein Gesundheitsmanagement mit zahlreichen Angeboten rund um die Themen Ernährung, Bewegung und Wohlbefinden. 6.3.3 Rechtliche Risiken und Chancen Aufgrund der internationalen Geschäftstätigkeit ist die Westfalen Gruppe einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können vor allem Risiken aus dem Bereich Kartellrecht, Datenschutz, Steuerrecht und Umweltschutz gehören. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen oder künftigen Verfahren sind oft mit großen Unsicherheiten verbunden. Ausgewählte Risiken werden auf Versicherungsunternehmen übertragen. Dennoch können Aufwendungen entstehen, die nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind. Durch die jährliche Risikoinventur werden grundsätzlich auch diejenigen Risiken erfasst, die aus einer Nichtbeachtung gesetzlicher Vorschriften und interner Regelungen entstehen könnten (Compliance-Risiken). Durch entsprechende Richtlinien sowie regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden wird solchen Risiken im Rahmen des Compliance-Managementsystems begegnet. 6.3.4 Finanzielle Risiken und Chancen Die Westfalen Gruppe ist aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit vor allem Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Risiken und Chancen, die sich aus der Veränderung von Zinsen oder Währungskursen ergeben, ausgesetzt. Auf der Beschaffungsseite bestehen vor allem Risiken aus Preisänderungen bei Rohstoffen, die den Wareneinsatz erhöhen könnten. Die Risiken werden kontinuierlich überwacht und gesteuert. Kreditrisiken, die sich aus Zahlungsausfällen oder -Verzögerungen ergeben könnten, werden durch ein effektives Forderungsmanagement sowie durch eine enge Zusammenarbeit mit Kreditinstituten und Kreditversicherungen minimiert. Aufgrund der hohen Anzahl an Kunden ist kein einzelner Kunde für einen wesentlichen Teil des Gesamtvolumens der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verantwortlich. Liquiditätsrisiken könnten sich aus einer erheblichen Verschlechterung des operativen Geschäfts aber auch als Konsequenz aus den übrigen Risiken ergeben. Die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit ist das absolute Basisziel des Liquiditätsmanagements. Das Vorhalten von ausreichenden Kreditlinien und liquiden Mitteln dient diesem Ziel. Die Liquiditätsentwicklung wird zudem laufend analysiert und ist Bestandteil der internen Berichterstattung an den Vorstand der Westfalen AG. Der zukünftige Liquiditätsbedarf wird im Rahmen des Finanzplanungsprozesses regelmäßig prognostiziert. Zur Reduzierung von Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisrisiken werden in geringem Umfang Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Zur Absicherung werden vor allem Devisentermingeschäfte eingesetzt. Die Risiken hieraus sind für die Beurteilung der Vermögens- und Finanzlage unbedeutend. 6.4 Gesamtaussage zur Risiko- und Chancensituation des Konzerns Ausgehend von den im Geschäftsjahr 2022 kontinuierlich durchgeführten Analysen und der durch das Risikomanagement und das Risikocontrolling bereitgestellten Informationen wurden keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand unseres Unternehmens gefährden könnten. Trotz der wirtschaftlichen Auswirkungen der nationalen wie internationalen Bemühungen, die fortdauernde Corona-Pandemie weiter einzudämmen und der Verknappung an den Beschaffungsmärkten entgegenzuwirken, ist die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Jahr 2022 stabil. Mit Hilfe des Risikomanagements werden mögliche Risiken frühzeitig identifiziert und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist für den weiteren Verlauf des Jahres 2023 nicht erkennbar, dass der Fortbestand wesentlicher Tochtergesellschaften oder der Westfalen Gruppe insgesamt gefährdet sein könnte. 7 Abhängigkeitsbericht Wir erklären, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und anderen Maßnahmen nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, zu dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, jeweils eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch, dass die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden ist. 8 Schlussbemerkung Der Geschäftsverlauf im Jahr 2022 war vor dem Hintergrund der extremen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfreulich. Die Westfalen Gruppe hat die Herausforderungen des vergangenen Jahres mit angespannten Lieferketten, hohen Energiekosten und anhaltend hoher Inflation in Gänze gut gemeistert. Zu jeder Zeit sind wir ein verlässlicher Partner unserer Kunden geblieben. Insgesamt hat die Geschäftsentwicklung unsere Erwartungen erfüllt, beim Ergebnis sogar übertroffen. Die langfristig ausgelegten Ziele der Strategie "Westfalen 2025" sowie des Unternehmensprogramms "Next Level" haben weiterhin Bestand. Der Fokus des Unternehmensprogramms liegt neben kostensenkenden und effizienzsteigernden Maßnahmen auch darauf, zukünftige Wachstumsfelder zu identifizieren und zu erschließen. Die gute Ertragslage der vergangenen Jahre ist auch auf die Erfolge im Rahmen des Unternehmensprogramms zurückzuführen. Anfang 2023 hat die Westfalen Gruppe ihre Vision für die kommenden Jahre intern kommuniziert. Das Fundament der Zukunftsvision 2030 sind unsere Unternehmenswerte Zusammenhalt, Neugier, Verantwortung, Freude und Kundenliebe. Darauf aufbauend stellt sich die Westfalen Gruppe der Herausforderung des kompletten Ausstiegs aus fossiler Energie in Europa, der unsere Geschäftsmodelle drastisch verändern wird. Klimaneutrale Produkte wie Wasserstoff als Prozessenergie und Kraftstoff oder strombasierte Wärmekonzepte für Endkunden werden erheblich an Bedeutung gewinnen. Dies ist in unserer Zukunftsvision für 2030 durch einen Fokus auf die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle reflektiert. Das Investitionsvolumen der Gruppe wird im aktuellen Jahr leicht über dem bereits hohen Niveau von 2022 liegen. Dies unterstreicht die Wachstumschancen, die sich in den Märkten der Westfalen Gruppe und insbesondere den nachhaltigen Geschäftsmodellen bieten - und die das Unternehmen nutzen möchte.
Münster, den 31.03.2023 Westfalen Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Thomas Perkmann Dr. Meike Schäffler Jesko von Stechow Bilanz zum 31.12.2022Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 01.01. bis 31.12.2022
Konzernbilanz zum 31.12.2022Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 01.01. bis 31.12.2022
Konzern-Kapitalflussrechnung der Westfalen Gruppe für den Zeitraum vom 01.01. bis 31.12.2022
Konzern-Eigenkapitalspiegel der Westfalen Gruppe zum 31.12.2022
Die sonstigen Veränderungen betreffen Anpassungen der Gewinnrücklage an den Ausweis in der Bilanz des Mutterunternehmens (T€ 6.020) sowie auf nicht beherrschende Anteile entfallende Kapitalerhöhungen bei einem Tochterunternehmen (T€ 780). Zusammengefasster (Konzern-)Anhang für das Geschäftsjahr 2022(1) Allgemeine Angaben Die Westfalen Aktiengesellschaft (Westfalen AG), Münster, ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Münster unter der Nummer HRB186 eingetragen. Die Westfalen AG ist das Mutterunternehmen der Westfalen Gruppe. Sie nimmt neben zentralen Aufgaben im Interesse der Gruppe sowie der in- und ausländischen Gesellschaften auch operative Tätigkeiten in den Geschäftsbereichen Industrial Gases & Services, Energy Solutions und Mobility wahr. Der Jahres- bzw. Konzernabschluss der Westfalen AG bzw. der Westfalen Gruppe wird jeweils nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung unter Beachtung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und ergänzenden gesetzlichen Regelungen des AktG erstellt. Der Anhang und Konzernanhang werden gemäß § 298 Abs. 3 Satz 1 HGB zusammengefasst. Angaben, die nicht für beide Abschlüsse gelten, erfolgen gesondert. Die Bilanz der Westfalen AG und die Konzernbilanz sind unter teilweiser Verwendung des Jahresergebnisses nach § 268 Abs. 1 HGB aufgestellt. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit sind unter Anwendung des § 265 Abs. 7 Nr. 2 HGB bestimmte Posten in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Anhang einzeln aufgeführt. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss werden in TEUR aufgestellt. Die Anwendung der DRS erfolgt nur insoweit, wie sie im Einklang mit den handelsrechtlichen Normen stehen. Handelsrechtlich zulässige Wahlrechte werden auch entgegen der DRS ggf. in Anspruch genommen, dies betrifft: DRS 23 "Kapitalkonsolidierung (Einbeziehung von Tochterunternehmen in den Konzernabschluss)" Abweichend vom DRS 23 fand bei den Erwerbsvorgängen vor dem 1. Januar 2010 im Rahmen der Erstkonsolidierung die Buchwertmethode die Anwendung. Zudem wurde der sich aus der Kapitalkonsolidierung ergebende Unterschiedsbetrag mit dem Eigenkapital verrechnet. Einzelheiten zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden finden sich unter Ziffer (6). Der Vorstand der Westfalen AG hat den Konzernabschluss am 31.03.2023 aufgestellt. Die Billigung durch den Aufsichtsrat ist für die ordentliche Aufsichtsratssitzung am 16.06.2023 vorgesehen. (2) Konsolidierungskreis In den Konsolidierungskreis werden alle finanziell wesentlichen Unternehmen einbezogen, die von der Westfalen AG direkt oder indirekt beherrscht werden. Die Zusammensetzung des Konsolidierungskreises ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Wegen untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns werden zwei inländische Tochterunternehmen sowie sieben assoziierte Unternehmen nicht in den Konzernabschluss einbezogen. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes der Westfalen Gruppe ist im Anhang aufgeführt. Stichtag Der Konzernabschluss wurde auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens zum 31. Dezember aufgestellt. Mit Ausnahme einer Gesellschaft, deren Bilanzstichtag der 31. März ist, entspricht der Stichtag der Einzelabschlüsse dem Stichtag des Konzernabschlusses. Diese Gesellschaft hat - mangels relevanter Auswirkung - keinen Zwischenabschluss erstellt. (3) Neugründungen, Anteilserwerbe und Desinvestitionen In den Konzernabschluss der Westfalen AG wird im Geschäftsjahr 2022 ein weiteres Unternehmen vollkonsolidiert einbezogen. Dabei handelt es sich um die Cryotrans B.V., eine 100%ige Tochtergesellschaft der Westfalen Gassen Netherlands B.V. Der Erwerb hat keine wesentliche Auswirkung auf die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahresabschluss. Des Weiteren hat die Westfalen AG zum 30.06.2022 die Beteiligung an der fht Flüssiggas Handel und Transport GmbH & Co. KG veräußert. Der Verkauf hatte keine Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine weiteren Anteilserwerbe an Unternehmen und Desinvestitionen. (4) Konsolidierungsmethoden Die Erstellung der in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der Unternehmen erfolgt grundsätzlich auf den Bilanzstichtag des Konzernabschlusses. Tochterunternehmen, deren Geschäftsjahr nicht am 31. Dezember endet, stellen grundsätzlich zu diesem Termin einen Zwischenabschluss auf. Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen den konsolidierten Tochterunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt in den Fällen der Erstkonsolidierung vor dem 1. Januar 2010 im Rahmen der Vollkonsolidierung nach der Buchwertmethode gem. § 301 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 HGB a.F. durch Verrechnung der Anschaffungskosten für die jeweiligen Anteile an den Tochterunternehmen mit dem jeweiligen anteiligen Eigenkapital zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung. Ab dem Geschäftsjahr 2010 erfolgt die Erstkonsolidierung gem. § 301 Abs. 2 HGB n.F. nach der Neubewertungsmethode. Übersteigt der Kaufpreis das neu bewertete anteilige Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts- und Firmenwert aktiviert und linear über 10 Jahre abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wurde in Anlehnung an den Lebenszyklus des erworbenen Produktportfolios gewählt. Anteile an assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich nach der Equity-Methode bilanziert. Ein eventuell erworbener Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht gesondert ausgewiesen, sondern ist im Wertansatz enthalten. Eine Eliminierung von Zwischenergebnissen aus Lieferungen zwischen assoziierten Unternehmen und Tochterunternehmen erfolgt aufgrund der aktuell untergeordneten Bedeutung für die Westfalen Gruppe nicht. (5) Währungsumrechnung Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit den relevanten Wechselkursen zum Zeitpunkt der Transaktion erfasst. In Folgeperioden werden Vermögensgegenstände und Schulden in Fremdwährung mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die bis zum Bilanzstichtag aus der Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden eingetretenen Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Aktiv- und Passivposten der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren Abschluss nicht in Euro aufgestellt wird, werden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, das zum historischen Kurs in Euro umgerechnet wird, zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Eine sich ergebende Umrechnungsdifferenz wird im Konzerneigenkapital im Posten Währungsumrechnung erfasst. Für die Währungsumrechnung bei der Westfalen Gruppe sind die Wechselkurse des US-Dollars sowie des Schweizer Franken von Bedeutung. (6) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Anlagevermögen Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen bewertet. Hierbei werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:
Voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen wird durch außerplanmäßige Abschreibung Rechnung getragen. Die Anschaffungskosten sind unmittelbar um erhaltene Zuschüsse gekürzt. Die Herstellungskosten umfassen neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten und Sondereinzelkosten der Fertigung auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Die zur Abfüllung genutzten Stahlflaschen (ohne Pfand) werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Die übrigen geringwertigen Vermögensgegenstände werden in Anlehnung an die steuerlichen Grundsätze höchstmöglich abgeschrieben. Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder einem zum Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung bewertet. Vorräte Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert bzw. zu Festwerten bewertet. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten und Sondereinzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Handelswaren werden zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Sofern Bestandsrisiken vorliegen, werden in angemessenem Umfang Bewertungsabschläge vorgenommen. Unter den Handelswaren werden gekaufte Emissionszertifikate nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) ausgewiesen. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sofern Bestandsrisiken vorliegen, werden in angemessenem Umfang Bewertungsabschläge vorgenommen. Die erhaltenen Abschlagszahlungen aus dem abgegrenzten, noch nicht abgelesenen bzw. abgerechneten Verbrauch der Kunden aus dem Bereich Energy Solutions werden als erhaltene Anzahlungen von den Vorräten abgesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit ihren Nominalwerten bilanziert. Bestehende Ausfallrisiken und das allgemeine Kreditrisiko sind durch angemessene Einzel- und Pauschalwertberichtigungen abgedeckt. Flüssige Mittel Die flüssigen Mittel umfassen den Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks. Der Ansatz erfolgt zum jeweiligen Nominalwert. Rückstellungen Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen sowie drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages einschließlich zu erwartender Kosten- und Preissteigerungen angesetzt. Für die Verpflichtung zur Rückzahlung erfolgswirksam vereinnahmter Pfandgelder auf Gasflaschen wird eine Rückstellung gebildet. Bei der Bewertung der Rückstellung für Pfandgelder wird ein Abschlag für nicht zurückgegebene Gasflaschen berücksichtigt. Die Rückstellung für die Verpflichtung zur Rückgabe der Emissionszertifikate nach dem BEHG im Folgejahr wird mit den Anschaffungskosten der im Bestand befindlichen Zertifikate sowie mit dem Zeitwert der für das Berichtsjahr noch zu erwerbenden Zertifikate bewertet. Langfristige sonstige Rückstellungen werden mit dem laufzeitadäquaten, durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre gem. Rückstellungsabzinsungsverordnung abgezinst. Die Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens ("Projected Unit Credit Method") ermittelt. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch die künftig zu erwartenden Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die bei der Ermittlung der Verpflichtung zugrunde gelegte Lebenserwartung basiert auf den Richttafeln 2018G von K. Heubeck. Bei der Ermittlung des Abzinsungssatzes wird in Anwendung des § 253 Abs. 2 HGB eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen. Folgende Annahmen liegen der Bewertung in Deutschland zugrunde:
Durch die Verwendung des gesetzlich vorgeschriebenen 10-Jahres-Durchschnittszinssatzes bei der Berechnung der inländischen Pensionsrückstellung ergibt sich im Vergleich zum 7-Jahres-Durchschnittssatz eine um 4,2 Mio. € (Vorjahr: 6,4 Mio. €) geringere Pensionsrückstellung. Der Unterschiedsbetrag ist ausschüttungsgesperrt. Vom Barwert der Pensionsverpflichtungen wird das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Deckungsvermögen abgezogen, so dass sich die Nettopensionsverpflichtung bzw. die Pensionsrückstellung ergibt. Das Deckungsvermögen umfasst pauschalversteuerte Direktversicherungen. Da kein aktiver Markt für das Deckungsvermögen vorliegt, anhand dessen eine Marktpreisermittlung erfolgen kann, wird als beizulegender Zeitwert des Deckungsvermögens das von den Versicherungsunternehmen ermittelte Deckungskapital verwendet, das gleichzeitig den Anschaffungskosten entspricht. Die Aufwendungen und Erträge aus dem Deckungsvermögen werden mit den Aufwendungen und Erträgen aus der Abzinsung der Pensionsverpflichtung saldiert und als Finanzergebnis ausgewiesen. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Latente Steuern Latente Steuern werden für zeitliche, sich in der Zukunft voraussichtlich umkehrende Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen gebildet. Dabei sind neben den Unterschieden aus der Steuerbilanz der jeweiligen Tochtergesellschaft auch Unterschiede aus Konsolidierungsmaßnahmen berücksichtigt. Für die Berechnung der latenten Steuern in Deutschland wurde ein Steuersatz von 31,2% (Vorjahr: 31,2 %) verwendet. Er setzt sich aus dem inländischen Körperschaftsteuersatz, dem Solidaritätszuschlag sowie der Gewerbesteuer zusammen. Bei den ausländischen Tochtergesellschaften wurden für die Berechnung der latenten Steuern die jeweiligen landesspezifischen Steuersätze verwendet. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert auf der Passivseite ausgewiesen. Derivate Finanzinstrumente, Bewertungseinheiten Die Westfalen AG geht Bewertungseinheiten in Form von Mikro-Sicherungsbeziehungen ein, um sich gegen Zinsänderungs- und Währungsrisiken abzusichern. Dabei wird die Einfrierungsmethode angewendet. Dementsprechend werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert. Einer etwaigen negativen Ineffektivität aus der Bewertungseinheit wird durch die Bildung einer Drohverlustrückstellung Rechnung getragen. Zur Beurteilung der Wirksamkeit erfolgt die Effektivitätsmessung in allen Fällen über die Critical-Terms-Match Methode. Hierbei werden die bewertungsrelevanten Positionen von Grundgeschäft und Sicherungsinstrumenten verglichen. Es wird ein Wertausgleich von 100 % erwartet. Die Sicherungsbeziehungen werden in allen Fällen über die Laufzeit des abzusichernden Grundgeschäfts gebildet. Realisierung von Umsatzerlösen Diejenigen Energiesteuern, die mit dem Umsatz verbunden sind, werden von den Bruttoumsatzerlösen direkt abgezogen. Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt demnach nach Abzug dieser Energiesteuern. Die übrigen Verbrauchsteuern, die in den Umsatzerlösen enthalten sind, werden im Anhang angegeben. Die entsprechenden Aufwendungen in gleicher Höhe sind im Materialaufwand enthalten. Die Umsatzerlöse enthalten auch Erlöse für solche Verkäufe, denen mengenmäßig entsprechende Rückkäufe von gleichen Vertragspartnern an anderen Orten oder zu anderen Zeitpunkten gegenüberstehen. Erläuterungen zu den Bilanzen (7) Immaterielle Vermögensgegenstände
(8) Sachanlagen
(9) Finanzanlagen
(10) Vorräte
In den fertigen Erzeugnissen und Handelswaren sind Emissionszertifikate in Höhe von 23,0 Mio. € (Vorjahr 21,2 Mio. €) enthalten. (11) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
(12) Eigenkapital Als gezeichnetes Kapital und eigene Anteile sind im Konzernabschluss die entsprechenden Beträge aus dem Einzelabschluss der Westfalen AG ausgewiesen. Das gezeichnete Kapital der Westfalen AG ist in 585.000 Vorzugsaktien und 19.415.000 Stammaktien im Nennbetrag von je 1 Euro eingeteilt. Je 1 Euro Nennbetrag einer Aktie gewährt eine Stimme. Die Vorzugsaktien sind sachverhaltsbezogen mit einem Mehrfachstimmrecht verbunden. Der Bestand an eigenen Anteilen betrug am Geschäftsjahresende 2,0 Mio. Aktien. Im Konzern-Eigenkapitalspiegel sind die Entwicklung des Eigenkapitals sowie Detailinformationen zur Veränderung der Gewinnrücklagen und des Bilanzgewinns dargestellt. Die Gewinnrücklagen enthalten gesetzliche Rücklagen in Höhe von 2,0 Mio. €. Die im abgelaufenen Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttete Dividende belief sich auf 11,1 Mio. €.
(13) Rückstellungen
Der Barwert der Pensionsverpflichtungen betrug am Stichtag 79,1 Mio. €. Nach Saldierung mit dem Zeitwert des Planvermögens in Höhe von 19,6 Mio. € ergibt sich die ausgewiesene Pensionsverpflichtung. Der gesamte Ertrag aus dem Planvermögen betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,0 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €) und ist im Finanzergebnis enthalten. Zum Bilanzstichtag verrechnete Vermögensgegenstände im Konzern:
Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen in absteigender Reihenfolge die Verpflichtungen aus der Rückzahlung von Pfandgeldern, der Rückgabe von CO 2 -Zertifikaten nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), mitarbeiterbezogene Verpflichtungen, Abbruchsverpflichtungen sowie ausstehende Rechnungen. (14) Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind mit 7,7 Mio. € (Vorjahr: 13,3 Mio.€) grundpfandrechtlich gesichert. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten die üblichen Eigentumsvorbehalte. Die Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen umfassen wie im Vorjahr in voller Höhe Verpflichtungen aus Lieferungen und Leistungen. (15) Latente Steuern Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Bilanzposten und wurden unter Anwendung eines durchschnittlichen Ertragsteuersatzes von 31,2 % ermittelt:
Erläuterungen zu den Gewinn- und Verlustrechnungen (16) Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse sind zum überwiegenden Teil in Deutschland angefallen. Diejenigen Energiesteuern, die direkt mit dem Umsatz verbunden sind, beliefen sich im Berichtsjahr bei der Westfalen AG auf 10,8 Mio. € (Vorjahr: 8,4 Mio. €) und sind mit den Aufwendungen saldiert. Die übrigen im Umsatz enthaltenen Verbrauchsteuern beliefen sich in Summe auf 355,4 Mio. € (Vorjahr: 444,8 Mio. €). Die entsprechenden Aufwendungen sind im Materialaufwand enthalten. (17) Sonstige betriebliche Erträge
Die übrigen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge in Höhe von 1,7 Mio. €. (18) Materialaufwand
(19) Personalaufwand und Mitarbeiter
Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter ist wie folgt:
(20) Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die übrigen Aufwendungen beinhalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 1,6 Mio. €. (21) Beteiligungsergebnis
(22) Finanzergebnis
Aufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen betreffen hauptsächlich die Pensionsverpflichtungen. (23) Ertragsteuern
Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen Ertragsteuersätze lagen zwischen 18 % und 31 %. Die Ertragsteuern sind im Berichtsjahr um 3,3 Mio. € höher (VJ 1,8 Mio. € niedriger) als der theoretische Steueraufwand, der sich bei Anwendung des zusammengefassten inländischen Konzernsteuersatzes von 31,2 % auf das Ergebnis vor Ertragsteuern ergeben hätte. Die Überleitung vom theoretischen zum effektiven Steueraufwand zeigt die nachfolgende Tabelle:
Sonstige Angaben (24) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverpflichtungen umfassen hauptsächlich Grund und Boden, Gebäude sowie den Fuhrpark. Die Miet- und Leasingverpflichtungen sind innerhalb der nächsten drei Jahre fällig. Die nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäfte dienen der Entlastung der Kapitalbindung und der Flexibilisierung der Betriebsstrukturen. Die Westfalen AG hat für eine ausländische Beteiligungsgesellschaft Patronatserklärungen im Umfang von 30,0 Mio. PLN begeben. Die mit diesen Patronatserklärungen gesicherten Verbindlichkeiten valutieren zum Bilanzstichtag bei 22,6 Mio. PLN bzw. 4,8 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €). Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen (Patronatserklärungen) wird aufgrund der guten Ertragslage als gering eingeschätzt. (25) Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten Die nachfolgende Tabelle zeigt die bestehenden derivativen Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten:
Durch Micro-Hedging mittels Währungs-Terminkäufen werden auf US-Dollar basierende Bestellungen für Wareneinkäufe für 2023 -zahlbar 2023- von nominell 0,4 Mio. € gegen Währungsänderungen abgesichert. Nicht bilanzierte, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Zahlungen resultieren aus am Bilanzstichtag geplanten, noch nicht kontrahierten Beschaffungsgeschäften über Propangas und Helium. Das abgesicherte Risiko in Höhe von insgesamt 247T€ entspricht dem Ergebnis aus vermiedenem Anstieg von Verbindlichkeiten und der unterlassenen Bildung von Drohverlustrückstellungen, welches aufgrund der Bildung von Bewertungseinheiten nicht bilanziert werden mussten. (26) Vorstand der Westfalen AG
Alle Vorstandsmitglieder üben Tätigkeiten bei der WAG hauptberuflich aus. (27) Aufsichtsrat der Westfalen AG
(28) Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands Die laufenden Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen im Berichtsjahr 3,4 Mio. € (Vorjahr: 3,1 Mio. €). Für die ehemaligen Mitglieder des Vorstands wurden Ruhestandsbezüge in Höhe von 1,5 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €) geleistet. Die bilanzierten Verpflichtungen für die laufenden Pensionen und für die Anwartschaften der ehemaligen Mitglieder des Vorstands betragen zum Bilanzstichtag 26,7 Mio. € (Vorjahr: 22,0 Mio. €). Die Aufsichtsratsvergütungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €). (29) Honorar des Abschlussprüfers Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers setzt sich wie folgt zusammen:
Im Berichtsjahr erfolgte ein Wechsel des Abschlussprüfers. (30) Befreiung von der Aufstellung eines Lageberichts sowie von der Offenlegung Für folgende Tochterunternehmen wurde von der Befreiung von Aufstellungs- und Offenlegungspflichten gemäß § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht:
Mit diesen Gesellschaften bestanden zum 31. Dezember 2022 Ergebnisabführungsverträge. (31) Nachtragsbericht Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2023 ist weiterhin durch hohe Unsicherheiten geprägt. Der am 24. Februar 2022 begonnenen Angriffskrieges der Russischen Föderation gegen die souveräne Ukraine, der Anstieg der Energiepreise und die hohe Inflation in 2022 werden auch das Jahr 2023 stark beeinflussen. . In der Prognose für das Jahr 2023 gehen wir von einem geringen wirtschaftlichen Wachstum aber keinem schweren Wirtschaftseinbruch aus. Wir erwarten Umsatzerlöse, die insgesamt leicht unter dem Vorjahr liegen werden. Ursächlich ist das insgesamt leicht gesunkene Preisniveau insbesondere für Kraftstoffe. Aufgrund der Preisvolatilitäten wird es zu Ausschlägen in den Umsatzerlösen und Materialaufwendungen kommen, die aber auf die absolute Höhe des geplanten Rohertrages keinen signifikanten von der Planung abweichenden Wert hervorbringen werden. Für das Jahr 2023 gehen wir von einem deutlichen Anstieg des Ergebnisses vor Steuern und Zinsen (EBIT) aus. Insbesondere erwarten wir einen einmaligen, positiven Sondereffekt. Operativ wird das EBIT zurückgehen, weil das hohe Margenniveau des Jahres 2022 in den Business Units Industrial Gases & Solutions und Energy Solutions in 2023 nicht erreicht werden kann. Das EBIT der Business Unit Mobility bewegt sich auf dem Niveau des Vorjahres. (32) Nahestehende Unternehmen und Personen Die Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden entsprechend § 314 Abs. 1 Nr. 13 HGB nicht zu marktunüblichen Bedingungen abgewickelt. (33) GewinnverwendungsvorschlagEs wird der Hauptversammlung vorgeschlagen, den Bilanzgewinn der Westfalen AG für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 14,9 Mio. € zur Ausschüttung einer Dividende von 0,83 € je dividendenberechtigter Aktie zu verwenden und im Übrigen in die Gewinnrücklagen einzustellen. (34) Versicherung der gesetzlichen Vertreter Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Westfalen Gruppe vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Westfalen AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Westfalen Gruppe so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Westfalen Gruppe beschrieben sind.
Münster, den 31.03.2023 Westfalen Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Thomas Perkmann Dr. Meike Schäffler Jesko von Stechow Liste der Beteiligungen
1) Ergebnisabführungsvertrag; Befreiung
gem. § 264 Abs. 3 HGB
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Westfalen AG, Münster Prüfungsurteile Wir haben den Jahres- und den Konzernabschluss der Westfalen AG - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022, dem zusammengefassten (Konzern-)Anhang, der Konzernkapitalflussrechnung und Konzerneigenkapitalspiegel, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten (Konzern-)Lagebericht der Westfalen AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die Angaben zur Nachhaltigkeit im Abschnitt "3 Nachhaltigkeit" inkl. der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 1 HGB (Angabe zur Frauenquote im Abschnitt "3.3 Mitarbeitende") haben wir im Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahres- und Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses und des zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses und des zusammengefassten (Konzern-) Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen bzw. den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahres- und Konzernabschluss und zum zusammengefassten (Konzern-)Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) im Abschnitt "3.3 Mitarbeitende") sowie die weiteren Angaben zur Nachhaltigkeit im Abschnitt "3 Nachhaltigkeit" des Lageberichtes. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen:
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahres-/ Konzernabschluss und den zusammengefassten (Konzern-)Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahres-/Konzernabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahres-/Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft bzw. des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahres-/Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahres-/Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft bzw. des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft/des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahres-/ Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten (Konzern-) Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten (Konzern-) Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahres-/Konzernabschlusses und des zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahres-Konzernabschlusses und des zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahres-/ Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste (Konzern-)Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft bzw. des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahres-/Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahres-/Konzernabschluss und zum zusammengefassten (Konzern-)Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahres-/Konzernabschlusses und zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Dortmund, den 2. Juni 2023 Baker
Tilly GmbH & Co. KG
Stefan Berning, Wirtschaftsprüfer Philipp Jarzina, Wirtschaftsprüfer Bericht des Aufsichtsrats der Westfalen AktiengesellschaftIm Geschäftsjahr 2022 hat sich der Aufsichtsrat der Westfalen Aktiengesellschaft in vier Sitzungen sowie durch schriftliche und mündliche Berichte fortlaufend über die Entwicklung und Lage der Gesellschaft informiert und die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht. Als Vorlagen dienten Berichte des Vorstands über die strategische Ausrichtung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Abweichungen des Geschäftsverlaufes von den aufgestellten Plänen sowie die operativen Entscheidungen in der Gruppe. Auch im vergangenen Jahr beriet der Aufsichtsrat wieder ausführlich zu einer Vielzahl von Themen. Zu den Schwerpunkten der Beratungen im Aufsichtsrat gehörten die Absatz- und Ergebnisvorausschau sowie der Geschäftsverlauf verglichen mit den internen Schätzungen, ferner die Entgegennahme der Berichte der Abschlussprüfer und die Prüfung der Jahresabschlüsse der Westfalen Aktiengesellschaft und der Westfalen Gruppe für das Geschäftsjahr 2021 sowie die Planungen für das Jahr 2022 und die beiden Folgejahre. Weitere Themen waren die Auswirkungen des Überfalls Russlands auf die Ukraine sowohl auf der Absatz- als auch auf der Einkaufsseite, insbesondere bei den Strom- und Energiepreisen. Ausführlich diskutiert wurde die Unternehmensstrategie und die "Vision 2030", dabei insbesondere die Entwicklungen im Bereich Wasserstoff und bei Respiratory Homecare. Darüber hinaus beriet der Aufsichtsrat zu größeren Investitionsprojekten wie dem Bau eines LNG-Verflüssigers, aber auch zu Themen wie dem Markenauftritt des Unternehmens, der IT-Sicherheit und der Optimierung der Werke. Weitere Berichte gab es auch zu den Arbeiten der Internen Revision, zum Stand der Compliance- und Nachhaltigkeitsaktivitäten und zum Personal. Die von der Hauptversammlung am 24. Juni 2022 zum Abschlussprüfer des Geschäftsjahres 2022 gewählte Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Dortmund, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss und den Lagebericht der Westfalen Aktiengesellschaft, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte sowohl für den Jahres- als auch für den Konzernabschluss uneingeschränkte Bestätigungsvermerke. Die Abschlussunterlagen und Prüfungsberichte wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 16. Juni 2023 zusammen mit dem Abschlussprüfer umfassend diskutiert. Der Aufsichtsrat stimmt nach eigener Prüfung dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Einwendungen sind, nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung, nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat billigt damit den Jahresabschluss und Konzernabschluss, wodurch Ersterer gemäß § 172 AktG damit festgestellt ist. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns und zur Zahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2022 schloss sich der Aufsichtsrat an. Die Herausforderungen des neuen Geschäftsjahres sind vielfältig: Insbesondere die Umsetzung der Unternehmensvision 2030, die damit verbundenen hohen Investitionen aber auch die weitere Arbeit an der Verschlankung von Prozessen und der dauerhaften Optimierung und Digitalisierung in allen Unternehmensbereichen. Das Geschäftsjahr 2022 war eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte des Unternehmens. Der gesamte Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Westfalen Gruppe, die mit unermüdlicher Leistungsbereitschaft und hoher Motivation alle gemeinsam zum Erfolg des Geschäftsjahres 2022 beigetragen haben.
Münster, den 16. Juni 2023 Der Aufsichtsrat Wolfgang Fritsch-Albert, Vorsitzender Niederschrift über die ordentliche Hauptversammlung der Westfalen Aktiengesellschaft mit Sitz in Münster am 16. Juni 2023 in den Geschäftsräumen des Unternehmens - Auszug - Der Vorsitzende stellte sodann fest, dass der Aufsichtsrat den Jahresabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 geprüft und gebilligt hat und somit gemäß § 172 AktG der Jahresabschluss mit der Billigung festgestellt ist. Zu Punkt 2 der Tagesordnung Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns 2022Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den nach Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen gemäß Ziff. 18.3. der Satzung der Gesellschaft verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von EUR 22.923.317,52 zur Zahlung einer Dividende in Höhe von EUR 14,915 Mio. zu verwenden. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen ferner vor, die verbleibenden EUR 8.008.317,52 den anderen Gewinnrücklagen zuzuführen. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob dem Vorschlag des Vorstands und des Aufsichtsrates widersprochen wird, wurde ein Widerspruch nicht erhoben. Damit ist die vorgeschlagene Gewinnverwendung einstimmig ohne Stimmenthaltungen beschlossen. Diesen Beschluss verkündete der Vorsitzende. |
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