Westfalen Industriegase GmbH

Industrieweg 43, 48155 Münster, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Münster HRB 832
Eingetragen
25.3.1974
Branche
Herstellung von IndustriegasenBeteiligungsgesellschaftenSpeichern von Gas zu Versorgungszwecken
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist der Bau und Betrieb von Anlagen zur Gaserzeugung und Abfüllung von Industriegasen (hochrein sowie exakt kalibrierte Gase), Kältemittel und Flüssiggas. Die Gesellschaft ist berechtigt, Hilfs- und Nebengeschäfte zu tätigen. Dazu zählen insbesondere die Regenerierung von Stahlflaschen, die Durchführung von Werkstattarbeiten im weitesten Sinne, auch für den Spezialfuhrpark. Die Gesellschaft ist berechtigt, sämtliche Geschäfte zu tätigen, die geeignet sind, den Gegenstand des Unternehmens mittelbar oder unmittelbar zu fördern. Diesem Zweck dient insbesondere die Lagerhaltung und der Vertrieb von Anlage- und Ersatzteilen für Verbrauchsanlagen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Matthias Foitzik
seit 13.2.2024
Geschäftsführer
Andreas Weisheit
seit 1.3.2019
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Westfalen Aktiengesellschaft

Münster

Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Zusammengefasster (Konzern-) Lagebericht 2022

1 Grundlagen der Westfalen Gruppe

Die Westfalen Gruppe ist ein europaweit tätiges Technologieunternehmen der Energiewirtschaft mit einer fast 100-jährigen Tradition. Die Westfalen AG ist das Mutterunternehmen der Westfalen Gruppe und hat ihren Sitz in Münster. Die Geschäftstätigkeit der Westfalen AG umfasst die Bereiche Industrial Gases & Services, Energy Solutions und Mobility.

Die Lageberichte für die Westfalen AG und für die Westfalen Gruppe sind in diesem Bericht zusammengefasst. Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich die nachfolgenden Aussagen auf die Westfalen Gruppe. Informationen zur Entwicklung der Westfalen AG sind unter "Erläuterungen zum Abschluss der Westfalen AG" enthalten.

1.1 Industrial Gases & Services

Die Westfalen Gruppe produziert und vertreibt mehr als 300 technische Gase und Gasgemische für nahezu alle Einsatzbereiche in Industrie und Handwerk, Lebensmittelherstellung, Labor, Pharmazie, Medizin und Respiratory Homecare. Dazu gehören die Luftgase Stickstoff, Sauerstoff und Argon, die in drei eigenen Luftzerlegungsanlagen erzeugt werden, sowie Helium, Acetylen und Wasserstoff als auch zahlreiche kundenspezifische Spezial- und Sondergase. Kältemittel und Wärmeträger für die Kühl- und Klimatechnik ergänzen das vielseitige Lieferprogramm.

1.2 Energy Solutions

Mit den Marken Westfalengas und GlobalGas gehört die Westfalen Gruppe zu den führenden Propan/Flüssiggas-Versorgern in Deutschland. Flüssiggas eignet sich für viele Anwendungen: als netzunabhängige Wärmeenergie zur Beheizung von Werkhallen und landwirtschaftlichen Gebäuden, für thermische Prozesse in der Industrie, als Anbieter von Propangas in Flaschen sowie als umweltschonende Antriebsenergie für Pkw oder Gabelstapler. Westfalen bezieht Propan zu ca. 90 % aus niederländischen Terminals und zu ca. 10 % aus inländischen Raffinerien.

1.3 Mobility

Mit rund 260 Stationen verfügt die Westfalen Gruppe über das größte Netz konzernunabhängiger Markentankstellen in Deutschland. Die Stationen befinden sich überwiegend in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Neben den gängigen Kraftstoffen inkl. Autogas bieten die beiden Marken Westfalen und Markant an ihren Stationen auch Alternativenergien wie Ladestrom, CNG, LNG und Wasserstoff an. In den Bereichen Convenience und Food Service punktet die Westfalen Gruppe mit einem eigenen Shop-Konzept "Alvore", das an ausgewählten Standorten zum Einsatz kommt. Die Westfalen Service Card, eine Tankkarte mit attraktiven Zusatzleistungen für Unternehmen mit Fahrzeugflotten, wird an rund 5.400 Tankstellen deutschlandweit als bargeldloses Zahlungsmittel akzeptiert. Mit der Erweiterung eCharge kann zusätzlich europaweit an rund 90.000 Ladepunkten und in Kombination mit der Unternehmenslösung Fleet@Home auch zu Hause geladen werden. Mit dem durch die Westfalen Gruppe gegründeten Startup fillibri GmbH & Co. KG wurde 2020 die App fillibri entwickelt und eingeführt, fillibri ermöglicht eine Bezahlung via Smartphone direkt an der Zapfsäule (Pay@pump) sowie an der Waschanlage (Pay@wash). Weitere Features sind geplant.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nach der Angabe des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist das Jahr 2022 von einem weltweiten wirtschaftlichen Anstieg des BIP in Höhe von 3,2 %, gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt, gekennzeichnet. 1 Im Vergleich zum Vorjahresaufschwung von 6,1 % hat sich die wirtschaftliche Erholung deutlich abgeschwächt und liegt laut IWF deutlich unterhalb des historischen Durchschnitts von (2000-2019) in Höhe von 3,8 %. 2 Begründet ist diese Entwicklung vor allem in dem am 24. Februar 2022 begonnenen Angriffskrieg der Russischen Föderation gegen den souveränen Nachbarstaat Ukraine mit massiven Auswirkungen auf das Energiepreisniveau in ganz Europa, der in China weiterhin strikten Corona-Einschränkungen und den damit gestörten Lieferketten sowie der dynamischen globalen Inflationsentwicklung mit einem Anstieg auf 8,8 % im Jahr 2022 gegenüber 4,7 % im Jahr 2021. 3 Die regionale Entwicklung fiel dabei jedoch äußerst unterschiedlich aus. Während der Euroraum mit einem Wachstum von 3,1 % nahe am weltweiten Durchschnitt liegt, bleibt der Aufschwung in den USA mit 1,6 % deutlich hinter dem weltweiten Durchschnitt zurück. Die Volksrepublik China wächst zwar mit 3,2 % im weltweiten Durchschnitt, bleibt somit jedoch hinter den hohen einstelligen Wachstumsraten der vergangenen Jahre deutlich zurück. 4

1 Quelle: International Monetary Fund, Oktober 2022, S.xvi (https://www.imf.org/-/media/Files/Publications/WEO/2022/ October/English/text.ashx)
2 Quelle: International Monetary Fund, Januar 2023, S.1 (https://wwwJmf.org/7media/Files/Publications/WEQ/2023/Update/January/English/text.ashx)
3 Quelle: International Monetary Fund, Oktober 2022, S.xvi, (https://www.imf.org/-/media/Files/Publications/WEO/2022/ October/English/text.ashx)
4 Quelle: International Monetary Fund, Datenstand Oktober 2022 (https://www.imf.org/external/datamapper/NGDP_RPCH@WEO/
OEMDC/ADVEC/WEOWORLD)

Neben der Corona-Pandemie, dem russischen Angriff auf die Ukraine und den global steigenden Inflationsraten hat gerade die daraus folgende deutlich striktere Geldpolitik der Zentralbanken starke Auswirkungen auf die BIP-Entwicklung. 5

Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts

in % 2022 2021
Europa 1,9 5,4
Euroraum 3,1 5,2
Deutschland 1,5 2,6
Frankreich 2,5 6,8
Niederlande 4,5 4,9
Belgien 2,4 6,2
Österreich 4,7 4,6

Quelle: International Monetary Fund, Datenstand Oktober 2022 (https://www.imf.org/external/datamap-per/NGDP_RPCH@WEO/OEMDC/ADVEC/WEOWORLD)

In Deutschland, der größten Volkswirtschaft im Euroraum, betrug der wirtschaftliche Aufschwung im Jahr 2022 schwache 1,5 %. Besonders ausschlaggebend für diese Entwicklung waren vor allem, wie bereits angeführt, die Auswirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine sowie die durch in diesem Zuge erhöhte Energiekosten anhaltend hohe Inflation. Während Deutschland im Vergleich zum Durchschnitt des Euro-Raums um 1,6 %-Punkte vergleichsweise schlecht dasteht, erzielten Österreich mit 4,7 % und die Niederlande mit 4,5 % nichtsdestotrotz ein ziemlich robustes Wachstum. Auch Frankreich mit 2,5 % und Belgien mit 2,4 % konnten einen moderaten Aufschwung über dem EU-Durchschnitt erzielen. Die hohe Abhängigkeit von russischen Energielieferungen und die damit notwendigen Einsparungen beim Energieverbrauch haben sich damit vor allem im Westfalen Kernmarkt Deutschland negativ ausgewirkt.

In diesem kriegs-, pandemie- und inflationsgeprägten Umfeld waren die Wechselkurse volatiler als in der Vergangenheit. Die Entwicklung des US-Dollars ist für die Westfalen Gruppe besonders auf der Einkaufsseite wichtig. Der Kurs des US-Dollars im Verhältnis zum Euro bewegte sich im Jahresverlauf zwischen 0,96 und 1,15. Zum Jahresende war der Euro rund 6 % schwächer als zu Beginn des Jahres 2021. 6

Der Rohölpreis der Sorte Brent hat sich im Jahr 2022 mit durchschnittlich rund 101 US-Dollar/Barrel um rund 42 % gegenüber dem Durchschnittswert des Vorjahres (71 US-Dollar/Barrel) verteuert. 7 Im Jahresverlauf schwankte der monatliche Ölpreis zwischen 81 US-Dollar/Barrel im Dezember und 123 US-Dollar/Barrel im Juni. 8

5 Quelle: International Monetary Fund, Datenstand Oktober 2022 (https://www.imf.org/external/datamapper/NGDP_RPCH@WEO/OEMDC/ADVEC/WEOWORLD)
6 Quelle: Europäische Zentralbank, Januar 2023 (https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/euro_reference_exchange_rates/html/usd.xml)
7 Quelle: U.S. Energy Information Administration, Januar 2023 (https.//www.eia.gov/dnav/pet/pet_pri_spt_s1_a.htm)
8 Quelle: U.S. Energy Information Administration, Januar 2023 (https://www.eia.gov/dnav/pet/pet_pri_spt_s1_m.htm)

In der ersten Jahreshälfte 2022 sorgten geopolitische Spannungen mit Russland, die in der Invasion Russlands in der Ukraine am 24. Februar 2022 gipfelten, sowie geringe globale Ölreserven für den höchsten inflationsadjustierten Rohöl-Preis seit 2014. Seit Juni 2022 sanken die Rohölpreise aufgrund von geringerer erwarteter Nachfrage wegen möglicher Rezessionsrisiken. Gleichzeitig führte die Öffnung der strategischen Ölreserven in China und den USA in der zweiten Jahreshälfte zu einem erhöhten Angebot, sodass der Brent-Rohölpreis zum Ende des Jahres wieder bei rund 85 US-Dollar/Barrel lag. 9 Die Entwicklung des Rohölpreises ist zudem ein wichtiger Indikator für die Entwicklung der Gaspreise.

Die häufigsten Kraftstoffarten im Kfz-Bestand in Deutschland sind nach wie vor Benzin und Diesel. 10 Alternative Antriebsarten wie Elektro- oder Hybridfahrzeuge können jedoch zum Teil deutliche Steigerungen in den Zulassungen verzeichnen und machten rund 50 % der Neuzulassungen im Jahr 2022 aus. 11 Von den insgesamt in Deutschland zugelassenen Kfz entfallen rund 21 % auf Nordrhein-Westfalen und damit auf das Bundesland, in dem die Westfalen Gruppe mit der überwiegenden Zahl ihrer Stationen präsent ist. 12 In Summe wurden im Jahr 2022 rund 1,1 % und damit erstmalig seit Beginn der Corona-Pandemie wieder etwas mehr Neuwagen zugelassen als im Jahr 2021. 13

2.2 Geschäftsentwicklung der Westfalen Gruppe

Im Geschäftsjahr 2022 realisierte die Westfalen Gruppe einen Umsatz von 2.307,5 Mio. €, nach 1.871,0 Mio. € im Vorjahr.

Die Erläuterungen zur Entwicklung des Ergebnisses der Westfalen Gruppe sind im Abschnitt "Ertragslage" enthalten. Nachfolgend wird der Prognose-Ist-Vergleich für 2022 dargestellt:

2.3 Prognose-Ist-Vergleich

Prognose-Ist-Vergleich

in Mio. € 2022 Ist 2022 Plan Veränderung
Umsatzerlöse 2.307,5 1.791,8 515,7
Materialaufwand -1.815,9 -1.351,6 -464,4
Personalaufwand -153,7 -144,2 -9,6
Abschreibungen -69,5 -65,1 -4,4
Saldo aus übrigen Aufwendungen und Erträgen -201,1 -185,3 -15,7

9 Quelle: U.S. Energy Information Administration, Januar 2023 (https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=55079)
10 Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, November 2022 (https://www.kba.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistik/Fahrzeuge/FZ27/fz27_202210.xlsx;jsessionid=
114261D91A22B30E5D1B1B05E80BD6A0.live21303?_blob=publicationFile&v=8)
11 Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, Januar 2022 (https://www.kba.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistik/Fahrzeuge/FZ28/fz28_2022_12.xlsx?__blob=publicationFile&v=6)
12 Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, November 2022 (https://www.kba.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistik/Fahrzeuge/FZ27/fz27_202210.xlsx;jsessionid=
114261D91A22B30E5D1B1B05E80BD6A0.live21303?__blob=publicationFile&v=8)
13 Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, Januar 2022 (https://www.kba.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistik/Fahrzeuge/FZ28/fz28_2022_12.xlsx?_blob=publicationFile&v=6)

Beteiligungsergebnis 2,7 1,3 1,4
EBIT 70,0 46,9 23,0
Zinsergebnis -1,6 -4,8 3,2
Steuern -19,6 -13,2 -6,5
Konzern-Jahresüberschuss 48,8 29,0 19,8

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag zum Jahresende 2022 bei 70,0 Millionen Euro und 49 % über der Prognose. Das Ergebnis lag in allen Business Units über den Erwartungen. Der Krieg in der Ukraine hat zu Produktknappheit und stark steigenden Preisen insbesondere für Propan und technische Gase geführt. Der Westfalen AG war es aufgrund einer langfristigen und diversifizierten Beschaffungsstrategie möglich, die Versorgung ihrer Kunden fast vollständig aufrechtzuerhalten. Anders als erwartet ist das Ergebnis der BU Mobility nicht zurückgegangen, sondern lag auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Entwicklung für uns wichtiger Kennzahlen in den einzelnen Geschäftsfeldern wird nachfolgend dargestellt.

2.3.1 Industrial Gases & Services

Kennzahlen Industrial Gases & Services

2022 2021 Veränderung
Investitionen (ohne Finanzanlagen) in Mio. € 60,2 30,2 30,0
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt Anzahl 1.162 1.162 0

Der Umsatz im Geschäftsfeld Gase lag deutlich über dem Vorjahr. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus preisbedingten Veränderungen in den Produktsegmenten Technische Gase und Kältemittel. Die Absatzmengen für Technische Gase und Kältemittel bewegen sich insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres. Vor dem Hintergrund der aufgetretenen Produktknappheiten von Helium, Argon, CO 2 , Wasserstoff und Acetylen sowie der für alle Marktteilnehmer herausfordernden Situation am Beschaffungsmarkt ist die Absatzmenge auf dem Niveau des Vorjahres ein großer Erfolg. Die Weiterentwicklung des Angebots für Wasserstoff, mit einer optimalen Logistikkette von der Herstellung bis zum Kunden, konnte weiter vorangetrieben werden. Die Herausforderungen lagen in einer knappen Verfügbarkeit und einer dadurch verlängerten Logistikkette.

Der Umsatz im Produktsegment Homecare, das sowohl Gase für die Gesundheit als auch Produkte der Medizintechnik umfasst, lag erneut über den Werten des Vorjahres und bestätigt den eingeschlagenen Wachstumskurs. Die Gruppe verfügt dabei über insgesamt 20 Arzneimittelzulassungen für vier medizinische Gase. Getragen wurde diese gute Entwicklung in den Niederlanden durch eine verstärkte Marktdurchdringung und in Deutschland durch die Ausweitung der Versorgung von Sauerstoffpatienten. Die in Deutschland im Jahr 2020 gestartete Konzentration auf den Ausbau der Versorgung von Sauerstoffpatienten konnte im Jahr 2022 weiter vorangetrieben werden.

Die Investitionen beinhalten einen weiteren Ausbau des Flaschenbestandes und der Flaschenbündel zur Stärkung des Geschäfts im In- und Ausland, Kaltvergaser und Onsite-Anlagen, sowie den Ausbau der Trailerflotte. Größere Investitionen wurden für den Neubau des Werkes in Gelmer, ein neues Abfüllwerk in Lanken und eine mobile Wasserstofftankstelle getätigt. Die Investitionen des Bereiches Homecare wurden im Vorjahr in den sonstigen Investitionen ausgewiesen und sind 2022 dem Bereich Industrial Gases & Services zugeordnet.

2.3.2 Energy Solutions

Kennzahlen Energy Solutions

2022 2021 Veränderung
Investitionen (ohne Finanzanlagen) in Mio. € 29,2 19,8 9,4
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt Anzahl 326 316 10,0

Der Umsatz im Geschäftsfeld Energy Solutions lag leicht über dem Vorjahr. Der Anstieg des Preisniveaus nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine am 24.02.2022 wurde durch einen geringeren Absatz im Bereich Bulk nahezu kompensiert. Der Absatzrückgang ist auf die erneut sehr milden Temperaturen und die geforderten Einsparungen im Verbrauch durch die Bevölkerung zurückzuführen.

Der Absatz im Flaschenbereich ist durch die erfolgreiche Akquise von Neukunden und einer stark gestiegenen Nachfrage im Bestandsgeschäft unmittelbar nach Kriegsbeginn gestiegen. Eine besondere Herausforderung für die gesamte Branche war die Verfügbarkeit der Flaschenkörper. Der langsame Anlauf der Wirtschaft in der Pandemieendphase führte dabei auch bei der Flaschenproduktion zu Engpässen.

Zum 01.07.2022 wurde der Liefervertrag mit der fht Flüssiggas Handel und Transport GmbH & Co. KG (fht KG) gekündigt und die Bulk Logistik wieder in die Westfalen AG integriert. Hintergrund für diese Umstrukturierung ist eine Optimierung der Serviceleistung für die Bulk-Kun- den der Westfalen AG.

Autogas ist weiterhin ein bedeutender Alternativkraftstoff im deutschen Kraftstoffmarkt, trotz rückläufiger Bestandszahlen. Die Nachfrage nach Autogas ging im Vergleich zum Vorjahr konjunkturbedingt weiter zurück.

Die Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr standen überwiegend im Zusammenhang mit dem Ausstieg bei der fht KG und die Integration der Logistik in die Westfalen AG sowie der umfangreichen Beschaffung von Neuflaschen. Im Bereich der Investitionen in Neuflaschen ist durch die genannten Lieferschwierigkeiten eine deutliche Preissteigerung zu verzeichnen.

2.3.3 Mobility

Kennzahlen Mobility

2022 2021 Veränderung
Umsatz in Mio. € 1.548,1 1.251,4 296,7
Investitionen (ohne Finanzanlagen) in Mio. € 14,4 14,5 -0,1
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt Anzahl 169 158 11

Der Umsatz mit Kraftstoffen lag im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund des gestiegenen Preisniveaus über dem Niveau des Vorjahres. Das Produktsegment Kraftstoff hat unverändert den größten Umsatzanteil im Bereich Mobility. Neben den klassischen Kraftstoffen setzt die Westfalen Gruppe u.a. auf LNG, einem zukunftsfähigen Kraftstoff im LKW-Schwerlastverkehr. 2022 wurden die dritte und vierte LNG-Tankstelle des Unternehmens in Herne und Köln in Betrieb genommen.

2022 war abermals ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr im Bereich Shop. Der Umsatz im Shop-Geschäft hat sich über das gesamte Jahr auf hohem Niveau bewegt. Besonders erfreulich ist die Entwicklung in den Segmenten Kaffee und Bistro. Auch der Absatz im Waschgeschäft hat sich im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt.

fillibri bietet als erste App in Deutschland pay@pump und pay@wash in einer App. Die Kunden können damit direkt mobil an der Säule oder an der Waschanlage bezahlen. Aufgrund der einfachen und praktischen Anwendung erzielt die App herausragende Bewertungen in den App Stores. Das Akzeptanznetz der App ist 2022 deutschlandweit weitergewachsen.

Die Investitionen des Berichtsjahres umfassten hauptsächlich den Ausbau bestehender Tankstellen in Richtung Mobility Hubs. Die Standorte Bornheim, Baunatal, Kerpen, Oelde, Wuppertal, Münster-Roxel und Rödinghausen sind 2022 zu zukunftsfähigen Mobilitätsstandorten umgebaut worden. Die so genannten Mobility Hubs beinhalten insbesondere das Alvore-Shopkonzept sowie eine stärkere Präsenz nachhaltiger Antriebsenergien. Außerdem heben sich diese Standorte durch ein modernes Erscheinungsbild in Holz- und Steinoptik auch äußerlich von einer klassischen Tankstelle ab. Im Vorjahr sind zwei bisher unter den Vorräten/sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesene Grundstücke ins Anlagevermögen umgegliedert worden, da diese nunmehr langfristig dem Unternehmenszweck dienen sollen.

Zudem hat die Westfalen Gruppe 2022 zwei weitere LNG-Tankstellen in Herne sowie in Köln gebaut und in Betrieb genommen.

An bestehenden Standorten wurden elf Schnellladesäulen und zwei Normalladesäulen in Betrieb genommen. Darüber hinaus betreibt die Westfalen Gruppe zahlreiche Ladestationen abseits der Tankstellen und bietet individuelle Ladelösungen für Kunden an. Auch für die heimischen Wallboxen konnte mit Fleet@Home eine passende Abrechnungslösung entwickelt werden, die das Laden des Dienstwagens Zuhause ermöglicht. Mit rund 2.000 Karten verwenden bereits zahlreiche Kunden die Westfalen Service Card + eCharge Funktion, um verschiedene Ladelösungen zu nutzen und mittlerweile an rund 80.000 öffentlichen Ladepunkten europaweit zu laden.

2.4 Vermögenslage

Konzernbilanz (Kurzfassung)

in Mio. € 31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Sachanlagen 368,9 339,4 29,5
Übriges Anlagevermögen 37,0 32,1 4,9
Vorräte 128,4 108,5 19,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 152,7 147,5 5,2
Übriges Umlaufvermögen und Rechnungsabgrenzung 49,3 18,0 31,3
Flüssige Mittel 6,8 6,7 0,1
Bilanzsumme 743,1 652,2 90,9
Passiva
Eigenkapital 293,9 255,2 38,7
Rückstellungen 230,5 200,2 30,3
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 36,8 43,2 -6,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 113,5 106,0 7,5
Übrige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzung 37,5 21,5 16,0
Latente Steuern 30,9 26,1 4,8
Bilanzsumme 743,1 652,2 90,9

Die Bilanzsumme des Konzerns stieg gegenüber den Werten vom 31. Dezember 2021 um 90,9 Mio. € auf 743,1 Mio. €. Die Veränderung spiegelt vor allem die Investitionen in das Sachanlagevermögen und den preisbedingten Aufbau des Working Capital wider. Das Working Capital ist die Summe aus den Vorräten und den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Der Anstieg des Sachanlagevermögens ist im Wesentlichen getrieben durch Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Der preisbedingte Anstieg der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vorräte führte im Saldo zu einer Erhöhung des Working Capital um 17,6 Mio. € auf 167,6 Mio. €.

Die positive Veränderung des Eigenkapitals der Westfalen Gruppe resultiert aus dem Konzern-Jahresüberschuss in Höhe von 48,8 Mio. €, der im Verhältnis zum Eigenkapital einer Rendite von 16,6 % entspricht. Die Eigenkapitalquote, also der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme, betrug 39,6 % (Vorjahr: 39,1 %).

Die Erhöhung der Rückstellungen resultierte hauptsächlich aus dem Anstieg der Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen sowie der Rückstellung für die Verpflichtung zur Rückzahlung erfolgswirksam vereinnahmter Pfandgelder auf Gasflaschen der Westfalen AG.

2.5 Finanzlage

2.5.1 Liquidität

Netto-Liquidität der Westfalen Gruppe

in Mio. € 31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Flüssige Mittel 6,8 6,7 0,1
Liquidität 6,8 6,7 0,1
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -36,8 -43,2 6,4
Netto-Liquidität -30,0 -36,5 6,5

Aufgrund der vorgezogenen Zahlung der Energiesteuer für den Monat November und die ersten 18 Tage des Dezembers in Höhe von 23,9 Mio. € (Vorjahr: 24,6 Mio. €) sowie der generell erhöhten Kapitalbindung in der Heizperiode ist die Netto-Liquidität zum Ende des Geschäftsjahres üblicherweise besonders niedrig.

2.5.2 Kreditlinien

Der Westfalen Gruppe standen am Bilanzstichtag zur allgemeinen Finanzierung freie Kreditlinien bei Banken im Gesamtvolumen von 37,3 Mio. € (im Vorjahr 35,5 Mio. €) zur Verfügung.

2.5.3 Cashflows

Konzern-Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)

in Mio. € 2022 2021 Veränderung
Finanzmittelbestand am Anfang des Jahres -22,3 13,9 -36,2
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 116,3 85,1 31,2
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -99,0 -75,9 -23,1
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -17,2 -45,5 28,3
Wechselkurs- und Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelbestandes -0,1 0,1 -0,2
Veränderungen des Finanzmittelbestandes 0,0 -36,2 36,2
Finanzmittelbestand am Ende des Jahres -22,3 -22,3 0,0

Die Veränderung des Mittelzuflusses aus laufender Geschäftstätigkeit war vor allem auf den im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Abschreibungen aufgrund der Investitionstätigkeit sowie auf den Aufbau der Verbindlichkeiten und auf die erhöhte Mittelbindung im Working Capital infolge des Aufbaus von Forderungen und Vorräten zurückzuführen.

Die Veränderung des Mittelabflusses aus der Investitionstätigkeit beinhaltet überwiegend verstärkte Investitionen in Sachanlagen.

Der Mittelabfluss aus dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultierte hauptsächlich aus der Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Dividendenzahlungen.

Investitionen der Westfalen Gruppe (ohne Finanzanlagen)

in Mio. € 2022 2021 Veränderung
Gase 60,2 30,2 30,0
Energieversorgung 29,2 19,8 9,4
Tankstellen 14,4 14,5 -0,1
Sonstige 2,3 17,0 -14,7
Investitionen der Westfalen Gruppe 106,1 81,5 24,6

2.6 Ertragslage

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung)

in Mio. € 2022 2021 Veränderung
Umsatzerlöse 2.307,5 1.871,0 436,5
Materialaufwand -1.815,9 -1.438,6 -377,3
Personalaufwand -153,7 -135,8 -17,9
Abschreibungen -69,5 -60,1 -9,4
Saldo aus übrigen Aufwendungen und Erträgen -201,1 -174,5 -26,6
Beteiligungsergebnis 2,7 2,9 -0,2
EBIT 70,0 64,9 5,1
Zinsergebnis -1,6 -6,1 4,5
Steuern -19,6 -16,3 -3,3
Konzern-Jahresüberschuss 48,8 42,5 6,3

Die Westfalen Gruppe erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 2.307,5 Mio. €, nach 1.871,0 Mio. € im Vorjahr. Aufgrund deutlich gestiegener Einstandspreise stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2022 um 23,3 %. Der Umsatz wurde überwiegend in Deutschland erzielt. Das Rohergebnis, als Saldo aus Umsatzerlösen und Materialaufwand, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 59,2 Mio. €, also 13,7 %. Da der Anstieg des Rohergebnisses im Wesentlichen preisbedingt ist, reduzierte sich aber das Verhältnis zum Umsatz um 1,8 %-Punkte auf 21,3 % (im Vorjahr 23,1 %).

Die Zusammensetzung und Entwicklung der Umsatzerlöse nach Geschäftsfeldern ist im Abschnitt "2.2 Geschäftsentwicklung der Westfalen Gruppe" dargestellt.

Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 5,1 Mio. € verbessert und die Erwartungen zu Beginn des Geschäftsjahres deutlich übertroffen.

Das Zinsergebnis umfasst überwiegend den Zinsanteil aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag mit 68,4 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres (58,8 Mio. €). Die Konzernsteuerquote verschlechterte sich leicht von 27,7 % auf 28,7 %. Die Umsatzrendite betrug 2,1 % im Vergleich zu 2,3 % im Jahr 2021.

3 Nachhaltigkeit

Als Familienunternehmen denkt die Westfalen Gruppe seit jeher in Generationen und übernimmt entsprechend Verantwortung für die Gesellschaft. Nachhaltigkeit dient in der Unternehmensstrategie als Differenzierungsfaktor und gleichzeitig dazu, das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Die Westfalen Gruppe integriert gezielt Nachhaltigkeitsaspekte in ihre Geschäftsaktivitäten und unterstützt insbesondere ihre Kunden mit Produkten und Dienstleistungen auf dem Weg, nachhaltiger zu werden. Dabei wird Nachhaltigkeit vor allem als eines verstanden: als andauernder Prozess, ein beständiges Lernen und Weiterentwickeln - aber richtig angewandt auch als Wettbewerbsvorteil gegenüber Marktbegleitern.

3.1 Allgemeine Informationen

Selbstverpflichtung

Die Werte und Grundsätze der Westfalen Gruppe sind in ihrem Leitbild, ihrer Nachhaltigkeitsleitlinie, dem Verhaltenskodex sowie in weiteren, themenspezifischen Richtlinien verankert. Die Westfalen Gruppe hat sich ausdrücklich zu den 10 Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen (UN) bekannt und unterstützt die Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN (Sustainable Development Goals, SDGs).

Struktur/Organisatorischer Nachhaltigkeitsansatz

Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt bei dem Vorstandsvorsitzenden. Die Nachhaltigkeitsaktivitäten im Unternehmen werden von einem interdisziplinären Sustainability Team gesteuert und weiterentwickelt. Das Gremium setzt sich aus Vertretern relevanter Abteilungen des Unternehmens zusammen und wird von einer Nachhaltigkeitsmanagerin des Unternehmens geleitet. Wichtige Entscheidungen für das Unternehmen werden durch das Sustainability Committee bestehend aus der Geschäftsleitung und dem Vorstand getroffen.

Wesentlichkeitsprozess und Handlungsfelder

In einem umfassenden Wesentlichkeitsprozess identifizierte Westfalen die Nachhaltigkeitsthemen, die für die Ausrichtung der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie sowie die Berichterstattung relevant sind. Dazu wurden die Interessen der wichtigsten Stakeholdergruppen Westfalens systematisch erfasst und bewertet. Die so ermittelten wesentlichen Themen wurden zusammen mit dem Vorstand in den sechs Handlungsfeldern Zukunftsfähige Geschäftsmodelle, Standorte mit Zukunft, Attraktiver Arbeitgeber, Transparenz in der Lieferkette, Nachhaltige Produkte und Lösungen für unseren Kunden sowie Verantwortliches Handeln zusammengefasst und bilden den Rahmen für die Nachhaltigkeitsstrategie.

Externe Anerkennung

Die Nachhaltigkeitsaktivitäten der Westfalen Gruppe in Bezug auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social and Governance, ESG) werden immer öfter von externen Organisationen bewertet. Dabei helfen z.B. Nachhaltigkeitsratings den Kunden das Nachhaltigkeitsengagement der Westfalen Gruppe besser zu bewerten. Gleichzeitig helfen diese Ratings der Westfalen Gruppe selbst, ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten durchgehend zu überprüfen und bei Bedarf zu ergänzen. Dabei ist insbesondere das EcoVadis-Rating für Westfalen als bedeutend identifiziert worden. EcoVadis ist der weltweit größte Anbieter von Nachhaltigkeitsratings für Unternehmen. Angelehnt an internationale Nachhaltigkeitsstandards werden die Unternehmen nach insgesamt 21 Kriterien in den Themenbereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung bewertet. Im Januar 2023 wurde der Westfalen Gruppe für ihr nachhaltiges Engagement eine EcoVadis Gold-Medaille verliehen. Damit gehört die Westfalen Gruppe zu den besten fünf Prozent aller insgesamt bewerteten Unternehmen.

3.2 Klima

Die Westfalen Gruppe sieht sich den Zielen des Pariser Klimaabkommens verpflichtet und versucht als Unterstützer der Sustainable Development Goals (SDGs) und der lokalen Initiative ,Münsters Allianz für Klimaschutz", den Umweltschutz voranzutreiben. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Reduzierung der Treibhausgas(THG)-Emissionen. Deswegen hat sich die Westfalen Gruppe 2022 entsprechende Klimaziele gesetzt, um die durch sie verursachten THG-Emissionen zu reduzieren und langfristig klimaneutral zu werden. Die Ziele beziehen sowohl die eigenen erzeugten Emissionen (Scope 1 & 2) als auch die durch die verkauften Energieträger verursachten Emissionen (Scope 3) ein. Dabei bilanziert die Westfalen Gruppe ihren Ausstoß an Treibhausgasen gemäß dem international anerkannten Standard Greenhouse Gas (GHG) Protocol. An allen umweltrelevanten Standorten, d. h. allen Produktionsstandorten und relevanten Verwaltungsstandorten mit wesentlichem Umwelteinfluss, werden sowohl direkte THG-Emissionen, z. B. aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern (Scope 1), als auch indirekte Emissionen aus der Beschaffung und dem Verbrauch extern erzeugter Energiearten (Scope 2) in die Berechnungen eingeschlossen. Die Treibhausgasemissionen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) werden in den wesentlichen Kategorien erfasst.

Konkret hat sich die Westfalen Gruppe zum Ziel gesetzt,

ihre eigenen direkten und indirekten THG-Emissionen (Scope 1 und 2) bis 2030 um 50 % gegenüber 2019 reduzieren zu,

bis 2045 klimaneutral zu werden; dafür möchte die Westfalen Gruppe ihre eigenen THG-Emissionen (Scope 1 und 2) sowie die unternehmensbezogenen Scope 3-Emissionen (Kategorien 3: Fuel- and Energy-Related Activities Not Included in Scope 1 or Scope 2; 4: Upstream Transportation and Distribution; 7: Employee Commuting; 9: Downstream Transportation and Distribution) soweit möglich reduzieren und verbleibende Emissionen über geeignete Offsetting-Maßnahmen ausgleichen, und

die THG-Emissionen aus ihren verkauften Energieträgern um 20 % bis 2030 gegenüber zu 2019 reduzieren; dabei berücksichtigt sie die THG-Emissionen, welche in der Vorkette, der Nutzungsphase sowie mögliche negative Emissionen, welche durch die CO2 -Abscheidung oder Speicherung (Scope 3, Kategorie 1: Purchased Goods and Services, Kategorie 11: Use of Sold Products) entstehen. Als Energieträger werden alle Produkte, welche zum Antrieb von Fortbewegungsmitteln wie auch zur Wärmeversorgung dienen, berücksichtigt.

3.3 Mitarbeitende

Personalkennzahlen

Die Mitarbeitenden Westfalens tragen durch ihre Fähigkeiten und den persönlichen Einsatz maßgeblich zum Erfolg der Westfalen Gruppe bei. Dabei handeln sie im Sinne unserer Unternehmenswerte und -ziele und bringen sich ein. Der Personalaufwand lag mit 153,7 Mio. € um rund 13,2 % über dem Vorjahr (135,8 Mio. €). Zum 31. Dezember 2022 waren in der Westfalen Gruppe insgesamt 1.949 (im Vorjahr 1.814) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, davon 79 % in Deutschland.

Personalkennzahlen

2022 2021
Mitarbeitende am Bilanzstichtag Anzahl 1.949 1.814
davon in Deutschland (1.546) (1.441)
Anteil Frauen in % 25,7 26,7
davon Teilzeit 9,6 9,3
davon Vollzeit 16,1 17,4
Anteil Männer in % 74,3 73,3
davon Teilzeit 3,1 3,1
davon Vollzeit 71,2 70,2
Anteil Frauen in Führungspositionen
Aufsichtsrat in % 16,7 16,7
Vorstand in % 33,3 33,3
Führungskräfte insgesamt in % 16,9 18,6
Erste Führungsebene * in % 26,7 20,0
Zweite Führungsebene * in % 14,0 20,0
Personalaufwand in Mio. € 153,7 135,8

Personalaufwand

* Die Zahlen zum Anteil der Frauen in Führungspositionen der ersten und zweiten Führungsebene beziehen sich ausschließlich auf die Westfalen AG.

Attraktiver Arbeitgeber

Als internationales Unternehmen schaffen wir je nach Standort Anreize für die Mitarbeitenden. Dazu gehören z. B. flexible Arbeitszeitmodelle sowie die Möglichkeit, einen Teil der Arbeitszeit mobil zu verrichten. Über den Zukunftsbeitrag können die Tarifmitarbeitenden zwischen zusätzlichen Freistellungstagen oder einer Barauszahlung wählen. Zusätzlich werden die Mitarbeitenden über variable Vergütungsmodelle am Unternehmenserfolg beteiligt. Jobtickets, Massagen am Arbeitsplatz und das Angebot, ein Jobrad zu erwerben, runden das Angebot ab. Die Fluktuationsrate aufgrund von Kündigungen durch Mitarbeitende lag im Jahr 2022 bei 4,5 %.

Zusammenarbeit mit Arbeitnehmervertretern

Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen Management, Mitarbeitenden und Arbeitnehmervertretung gehört zur Unternehmenskultur bei Westfalen. Ein offener und regelmäßiger Dialog zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern ist dabei wichtig und gelebte Praxis. Westfalen-Mitarbeitende können sich bei Bedarf neben ihren Führungskräften an die Personal- oder Compliance-Abteilung sowie an den Betriebsrat wenden. Kollektive Regelungen wie Tarifverträge oder betriebliche Vereinbarungen galten im Berichtsjahr für 78 % unserer Mitarbeitenden. Für die Westfalen AG und die Westfalen Industriegase GmbH gelten die Tarifverträge der chemischen Industrie und für die caratgas GmbH die Tarifverträge für Arbeitnehmer im Groß- und Außenhandel. Für die außertariflichen Mitarbeitenden der Westfalen AG, der Westfalen Industriegase GmbH sowie der caratgas GmbH gelten ebenfalls die betrieblichen Vereinbarungen.

Ausbildung

Am 31. Dezember 2022 waren im Inland 62 (Vorjahr: 76) Auszubildende beschäftigt. Die Westfalen Gruppe bildet in insgesamt 16 verschiedenen technischen und kaufmännischen Berufen sowie dualen Studiengängen aus.

Offenheit, Vielfalt, Chancengleichheit

Eine diverse Belegschaft sowie Chancengleichheit sind für die Westfalen Gruppe eine Selbstverständlichkeit, denn sie leisten einen wichtigen Beitrag zu unserem Geschäftserfolg. Durch Offenheit und Vielfalt entsteht eine Kultur der Kreativität und des unternehmensweiten Austausches. Um die Wichtigkeit nochmal zu unterstreichen, hat Westfalen 2022 die Charta der Vielfalt unterzeichnet und sich dazu bekannt, die Vielfalt im Unternehmen zu fördern. Die Charta der Vielfalt ist eine Arbeitgebendeninitiative welche 2006 ins Leben gerufen wurde. Sie wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration unterstützt und hat zum Ziel, ein wertschätzendes Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden zu schaffen - unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtlicher Identität, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung und sozialer Herkunft.

Die Westfalen Gruppe ist der Überzeugung, dass jeder dieselben Chancen verdient, sein Potenzial zu entfalten und beruflich zu wachsen. Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion sind somit fester Bestandteil der Personalarbeit. So hat die Westfalen Gruppe bereits seit Längerem Diversitätsziele, die entsprechend verfolgt werden. Bezogen auf das deutsche Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen wurden im Jahr 2016 die Zielvorgaben bis zum Jahr 2019 beschlossen und anschließend für Aufsichtsrat und Vorstand um weitere drei Jahre verlängert. Für den Aufsichtsrat und Vorstand lag die Quote bei 20 %. Im Aufsichtsrat gab es im Berichtszeitraum keine personellen Wechsel, sodass dessen Quote unverändert geblieben ist. Im Vorstand gab es ebenfalls keine personelle Veränderung im Berichtszeitraum, die erreichte Quote liegt jedoch deutlich über dem seinerzeit gesetzten Ziel. Durch Beschluss des Vorstandes wurde das Ziel für die erste und zweite Führungsebene unter dem Vorstand auf 20 % bis 2025 festgelegt. Für die erste Führungsebene unter dem Vorstand wurde die Zielvorgabe im Berichtszeitraum weit übertroffen. Auf der zweiten Führungsebene fällt die erreichte Quote im Vergleich zum Vorjahr aufgrund von Organisationsveränderungen und internen Nachbesetzungen von Stellen mit männlichen Führungskräften niedriger aus. Die Westfalen Gruppe erhofft sich von den deutlich höheren Quoten im Vorstand und auf der ersten Führungsebene eine Sogwirkung für die zweite und die weiteren Führungsebenen.

3.4 Governance

Als international tätiges Unternehmen unterliegt die Westfalen Gruppe einer Vielzahl von Gesetzen, Richtlinien, Vorschriften und Verordnungen. Neben der Einhaltung von Regelwerken sind Aufrichtigkeit und Integrität eine wichtige Maxime, weswegen die Westfalen Gruppe einen Verhaltenskodex im Jahr 2022 erarbeitet und veröffentlicht hat. Er gilt für alle Mitarbeitenden auf allen Ebenen des Unternehmens und soll ihnen bei rechtlichen und ethischen Herausforderungen in ihrer täglichen Arbeit Orientierung geben und korrektes Verhalten fördern, welches zusätzlich durch Schulungen gestärkt und überprüft wird. Des Weiteren unterstützt der Verhaltenskodex die Mitarbeitenden, mit Verstößen umzugehen. Zusätzlich wurde ein Lieferantenkodex veröffentlicht, welcher die Anforderungen Westfalens an ihre Lieferanten zusammenfasst.

Sollte dennoch ein Verstoß vorkommen, stehen den unterschiedlichen Stakeholdergruppen unterschiedliche Beschwerdewege zur Verfügung. Zu den bereits vorhandenen Wegen wurde 2022 zusätzlich ein digitales Online-Hinweisgebersystem eingeführt, über welches Verstöße (anonym) gemeldet werden können. Die erhaltenen Informationen werden stets streng vertraulich behandelt. Die eingegangenen Meldungen werden überprüft und bei Vorliegen eines Compliance-Verstoßes werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Im Jahr 2022 gab es keine Meldungen zu Korruption oder Bestechung.

4 Erläuterungen zum Abschluss der Westfalen AG

Der Einzelabschluss der Westfalen AG wird maßgeblich durch den Geschäftsverlauf in den Geschäftsfeldern Tankstellen, Energieversorgung und Technische Gase sowie bei den Tochterunternehmen beeinflusst. Die Geschäftsentwicklung der Westfalen AG unterliegt grundsätzlich den gleichen Risiken und Chancen wie die der Westfalen Gruppe. Der Ausblick für die Westfalen Gruppe spiegelt aufgrund der Verflechtungen mit den Tochtergesellschaften und der Bedeutung der Westfalen AG in der Westfalen Gruppe größtenteils auch die Erwartungen für die Westfalen AG wider. Daher gelten die vorstehenden Ausführungen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für die Gruppe größtenteils auch für die Westfalen AG.

4.1 Ertragslage Westfalen AG

Gewinn- und Verlustrechnung der Westfalen AG (Kurzfassung)

in Mio. € 2022 2021 Veränderung
Umsatzerlöse 2.184,8 1.760,0 424,8
Materialaufwand -1.795,0 -1.419,3 -375,7
Personalaufwand -110,8 -96,7 -14,1
Abschreibungen -55,5 -46,9 -8,6
Saldo aus übrigen Aufwendungen und Erträgen -168,0 -148,1 -19,9
Beteiligungsergebnis 8,4 8,1 0,3
Betriebsergebnis 63,9 57,1 6,8
Finanzergebnis -0,7 -5,3 4,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 63,2 51,8 11,4
Jahresüberschuss 45,8 37,2 8,6

Das Betriebsergebnis der Westfalen AG hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert. Während das Rohergebnis, als Saldo aus Umsatzerlösen und Materialaufwand sich absolut um 49,1 Mio. € verbesserte, verschlechtere sich der Saldo aus den übrigen Aufwendungen und Erträgen um 19,9 Mio. €. Wesentlich hierfür waren Aufwendungen für Instandhaltungen sowie gestiegene Vertriebskosten in Folge des Umsatzanstiegs.

Das Beteiligungsergebnis umfasst neben den Erträgen aus Beteiligungen und verbundenen Unternehmen im Wesentlichen die Ergebnisbeiträge aus den Gewinnabführungs- bzw. Verlustübernahmeverträgen mit verbundenen Unternehmen.

Aufgrund der hohen Investitionen der vergangenen Jahre sind die Abschreibungen 2022 gestiegen.

4.2 Vermögens- und Finanzlage Westfalen AG

Bilanz der Westfalen AG (Kurzfassung)

in Mio. € Aktiva 31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Sachanlagen 285,3 256,3 29,0
Übriges Anlagevermögen 74,1 69,1 5,0
Vorräte 106,2 94,1 12,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 118,7 118,9 -0,2
Übriges Umlaufvermögen und Rechnungsabgrenzung 119,2 84,2 35,0
Flüssige Mittel 0,2 1,3 -1,1
Bilanzsumme 703,7 623,9 79,8
Passiva
Eigenkapital 293,8 259,0 34,8
Rückstellungen 205,0 180,5 24,5
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 36,7 43,2 -6,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 105,7 98,5 7,2
Übrige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzung 30,1 15,0 15,1
Latente Steuern 32,4 27,7 4,7
Bilanzsumme 703,7 623,9 79,8

Die Westfalen AG wies zum 31. Dezember 2022 eine Bilanzsumme von 703,7 Mio. € aus, gegenüber 623,9 Mio. € im Vorjahr. Das Anlagevermögen ist aufgrund der anhaltend hohen Investitionen um 34,0 Mio. € auf 359,4 Mio. € gestiegen. Die Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kletterten preis- und umsatzbedingt um insgesamt 11,9 Mio. € an. Auf der Passivseite wuchsen die Rückstellungen um insgesamt 24,5 Mio. €. Dies ist hauptsächlich auf den Anstieg der Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen sowie der Rückstellung für die Verpflichtung zur Rückzahlung erfolgswirksam vereinnahmter Pfandgelder auf Gasflaschen zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zogen aufgrund der allgemeinen Preisentwicklungen an den Beschaffungsmärkten korrespondierend zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an.

Die Eigenkapitalquote der Westfalen AG belief sich am Bilanzstichtag auf 41,8 % (im Vorjahr: 41,5 %).

5 Ausblick

5.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2023 ist weiterhin durch hohe Unsicherheiten geprägt. Der am 24. Februar 2022 begonnene Angriffskrieg der Russischen Föderation gegen die souveräne Ukraine, der Anstieg der Energiepreise und die hohe Inflation 2022 werden auch das Jahr 2023 stark beeinflussen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für 2023 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euroraum von nur 0,5 %. 14 Für Deutschland ist die Wachstumsprognose des IWF mit -0,3 % sogar negativ. Die Bundesbank geht sogar von einem negativen Wachstum von -0,5 % aus. 15 Positiver ist die Prognose der Bundesregierung mit einem leichten Wachstum von +0,2 %. 16 Es kann davon ausgegangen werden, dass sich das Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 deutlich abschwächt. Ursächlich sind die geringere Nachfrage privater Haushalte aufgrund der hohen Inflation, hohe Energiekosten und gestiegene Finanzierungskosten. Der befürchtete, schwere Wirtschaftseinbruch ist jedoch ausgeblieben und wird auch für 2023 nicht erwartet. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist nach einem Tiefpunkt im September 2022 bis Januar 2023 stetig gestiegen und reflektiert mittlerweile eine optimistischere Erwartung für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. 17

Die Entwicklung der Rohölpreise sowie des US-Dollars zu prognostizieren ist grundsätzlich mit einer hohen Unsicherheit verbunden. Die Deutsche Bank rechnet mit einer leichten Abwertung des US-Dollars von -1,6 % in den nächsten 6 Monaten, 18 die Commerzbank geht von einem Wechselkurs von 1,10 Euro/USD Ende 2023 19 und die DZ Bank von 1,07 Euro/USD 20 aus. Im Vergleich zum aktuellen Kurs von 1,06 Euro/USD (Stand 17.02.2023) sind die erwarteten Entwicklungen von geringer Bedeutung für die Westfalen Gruppe. Nach einer volatilen Ölpreisentwicklung 2022 mit Höchstpreisen von über 120 USD/Barrel, ging der Preis zuletzt deutlich zurück und lag im Januar 2023 um 85 USD/Barrel. Die Entwicklung des Ölpreises im Jahr 2023 wird stark von der Nachfrage aus China nach dem Ende der sehr restriktiven Regelungen zum Infektionsschutz in der Corona-Epidemie sowie dem Embargo der Europäischen Union gegen russisches Öl und dem Preisdeckel der G7-Staaten abhängen. Eine weitere Abschätzung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

5.2 Erwartete Geschäftsentwicklung der Gruppe

Die Folgen des Krieges in der Ukraine, die stark gestiegene Inflation und die Verknappung auf den Beschaffungsmärkten haben die Preisvolatilität 2022 deutlich erhöht. In der Prognose für das Jahr 2023 gehen wir von einem geringen wirtschaftlichen Wachstum aber keinem schweren Wirtschaftseinbruch aus. Wir erwarten Umsatzerlöse, die insgesamt leicht unter dem Vorjahr liegen werden. Ursächlich dafür ist das insgesamt leicht gesunkene Preisniveau insbesondere für Kraftstoffe. Aufgrund der Preisvolatilitäten wird es zu Ausschlägen in den Umsatzerlösen und Materialaufwendungen kommen, die aber auf die absolute Höhe des geplanten Rohertrages keinen signifikanten von der Planung abweichenden Wert hervorbringen werden.

14 Quelle: International Monetary Fund, Oktober 2022 (https://www.imf.org/external/datamapper/NGDP_RPCH@WEO/OEMDC/ADVEC/WEOWORLD)
15 Quelle: Bundesbank, Dezember 2022 (https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/bundesbank-projektionen-trotz-energiekrise-kein-schwerer-wirtschaftseinbruch-901984#:~:text=F%C3%BCr%20das%20kommende%20Jahr%20rechnen,2025%20um%201 %2C4%20Prozent)
16 Quelle: Bundesregierung, Jahreswirtschaftsbericht 2023, Januar 2023 (https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2023/01/20230125-jahreswirtschaftsbericht-2023-wohlstand-erneuern.html)
17 Quelle: ifo Institut, Geschäftsklimaindex Januar 2023 (https://www.ifo.de/fakten/2023-01-25/ifo-geschaefts-klimaindex-gestiegen-januar-2023 )
18 Quelle: Deutsche Bank Währungsbulletin, Februar 2023 (https://www.deutsche-bank.de/dam/deutsche-bank/de/shared/pdf/waehrungsbulletin.pdf)
19 Quelle: Commerzbank Prognosen, Februar 2023, (https://www.commerzbank.de/media/de/research/economic_research/aktuell_1/GrowthandInflation.pdf)
20 Quelle: DZ Privatbank Währungsinformation, Januar 2023 (https://www.dz-privatbank.com/dzpb/pdf/Waehrungsinformation.pdf)

Für das Jahr 2023 gehen wir von einem deutlichen Anstieg des Ergebnisses vor Steuern und Zinsen (EBIT) aus. Insbesondere erwarten wir einen einmaligen, positiven Sondereffekt. Operativ wird das EBIT zurückgehen, weil das hohe Margenniveau des Jahres 2022 in den Business Units Industrial Gases & Solutions und Energy Solutions 2023 nicht erreicht werden kann. Das EBIT der Business Unit Mobility wird sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegen.

5.3 Erwartete Geschäftsentwicklung der Geschäftsfelder

5.3.1 Industrial Gases & Services

Der Start in das Geschäftsjahr 2023 ist wesentlich geprägt von den weiterhin bestehenden Unsicherheiten an den Energiemärkten, die wesentlichen Einfluss auf die Verfügbarkeit einzelner Gase als auch auf die Höhe der Produktionskosten haben. Unsere Kunden agieren bedingt durch einen unsicheren konjunkturellen Ausblick auf das Jahr 2023 vorsichtig und preissensitiv. Trotz aller Unwägbarkeiten wird erwartet, dass der Absatz im Geschäftsfeld Industrial Gases & Services das Niveau des Jahres 2022 erreichen wird und der Umsatz durch das gestiegene Preisniveau darüber liegen wird. Der Anstieg des Absatzes von Wasserstoff und Spezialgasen sollte positiv zur Weiterentwicklung des Bereiches beitragen. Die Volatilität der Einkaufspreise wichtiger Produkte wie Kältemittel, Helium und Wasserstoff wird jedoch Einfluss auf die Rentabilität haben und kann diese beeinträchtigen.

Die Investitionsplanung für das aktuelle Geschäftsjahr reflektiert die strategische Weiterentwicklung und den Ausbau der Geschäftsaktivitäten mit Wasserstoff und berücksichtigt den unsicheren konjunkturellen Ausblick auf das Jahr 2023.

5.3.2 Energy Solutions

Trotz des anhaltenden Krieges in der Ukraine scheint sich der Markt für Propan im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 wieder zu normalisieren. Eine Ausnahme bilden die OnCost-Sätze (Handlingsgebühren) der Terminals und Raffinerien. Diese waren in den letzten zehn Jahren sehr konstant, wurden jedoch Ende 2022 stark erhöht. Obwohl der Produktpreis sich seit dem 4. Quartal 2022 verringert hat, sorgen die gestiegenen OnCost-Sätze wahrscheinlich für einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres. Wir gehen davon aus, dass sich durch die Normalisierung auf dem Beschaffungsmarkt auch die OnCost-Sätze reduzieren werden. Die aktuell sehr milden Temperaturen senken die Nachfrage und wirken normalisierend auf die Margen.

Der Absatz soll durch positive Neukundenakquise u.a. aus Erdgasumstellungen im B2B-Bereich gesteigert werden. Wesentliche Bau- und Modernisierungsmaßnahmen sind im Jahr 2023 nicht geplant.

5.3.3 Mobility

Für das Gesamtjahr gehen wir von einem leichten, preisbedingten Umsatzrückgang aus. Die Westfalen Gruppe wird sich weiterhin intensiv mit der Entwicklung der Tankstellen in Richtung Mobility Hubs beschäftigen. Darüber hinaus wird der Fokus auch weiterhin auf alternativen Antriebsenergien liegen. Zum einen wird aufgrund der schnell voranschreitenden E-Mobilität ein deutlich stärkerer Ausbau des Tankstellennetzes mit Schnellladeinfrastruktur und Ladeinfrastruktur abseits der Tankstelle angestrebt sowie die Durchsetzung von Fleet@Home als Abrechnungslösung für Dienstwagen weiter forciert. Zum anderen setzt die Westfalen Gruppe im Laufe des Jahres 2023 auf Bio-LNG und Bio-CNG für den Nutzfahrzeugbereich. Darüber hinaus beschäftigt sich die Westfalen Gruppe intensiv mit den Themen Wasserstoff als Antriebsenergie und E-Fuels als Ersatz für herkömmliche Kraftstoffe.

2023 wird die App fillibri die Akzeptanzstellen und Bezahlmöglichkeiten weiter ausbauen. Außerdem werden die fillibri-Features weiterentwickelt und die Bezahlfunktion für erste Produkte im Shopgeschäft wird eingeführt.

6 Risiken und Chancen

6.1 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Als international tätige Unternehmensgruppe ist die Westfalen Gruppe Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Möglichen Risiken präventiv zu begegnen, eingetretene Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und angemessen auf sie zu reagieren, sind zentrale Bestandteile des Risikomanagementsystems der Westfalen Gruppe. Bei Westfalen bedeutet unternehmerisches Handeln auch, kalkulierbare Risiken bewusst einzugehen, um damit verbundene Chancen nutzen zu können. Die Wahrnehmung von Chancen und die Aufdeckung von wesentlichen und unter Umständen bestandsgefährdenden Risiken sowie der angemessene Umgang mit ihnen stützen sich auf ein einheitliches Risikomanagementsystem, das ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung und der Controlling-Organisation ist. Die vom Gesetzgeber geforderte Frühwarnfunktion wird durch das bestehende System und seine kontinuierliche Weiterentwicklung nach der Einschätzung des Vorstands in vollem Umfang erfüllt. Die Überwachung der Angemessenheit, Ordnungsmäßigkeit und Effektivität des Risikomanagementsystems obliegt der Internen Revision der Westfalen AG.

Nachfolgend werden die geschäftsfeldbezogenen und allgemeinen Risiken und Chancen näher dargestellt.

6.2 Geschäftsfeldbezogene Risiken und Chancen

6.2.1 Industrial Gases & Services

Zu den Kunden des Geschäftsfelds Gase gehört eine große Bandbreite von Industrien und Branchen, wie beispielsweise die Metallverarbeitung, die Chemische Industrie, die Automobilindustrie, die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie das Gesundheitswesen. Viele Lieferverträge sind langfristig sowie mit Preisgleitklauseln abgeschlossen. Dennoch könnte ein signifikanter Rückgang der Marktnachfrage in einigen dieser Industrien und Branchen die zukünftige Entwicklung des Ergebnisses nachteilig beeinflussen.

Bei den Industriegasen, deren Produktion sehr energieintensiv ist, könnten durch Veränderungen im regulatorischen Umfeld zusätzliche Risiken für die Westfalen Gruppe entstehen. So könnten steigende Strompreise aufgrund höherer gesetzlich verursachter Abgaben und anderer regulatorischer Eingriffe in die Strommärkte zusätzlich die Rentabilität belasten. Tendenziell sind steigende Öl- und Energiepreise mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Einkaufspreise der benötigten Betriebsstoffe zu erwarten. Zudem schwanken die Einkaufspreise für einzelne bedeutende Produkte, wie zum Beispiel Helium, Wasserstoff oder Kältemittel, stark. Die Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen wird stetig analysiert und die Mitarbeiter werden entsprechend geschult.

An den Standorten in Hörstel und Laichingen (beide Deutschland) sowie in Le Creusot (Frankreich) werden Luftzerlegungsanlagen betrieben. Eine Betriebsunterbrechung könnte zu Lieferausfällen bei Kunden führen. Dieses Risiko wird durch regelmäßige Wartung und Überwachung der Anlagen minimiert. Zudem bestehen verschiedene Not- und Ausfallpläne, um die finanziellen Folgen einer Unterbrechung zu mindern.

Chancen bestehen in der Entwicklung auf dem Gesundheitsmarkt, getrieben von der demografischen Entwicklung und den verbesserten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, vor allem bei chronischen Atemwegserkrankungen. Der Gesundheitsmarkt ist zu großen Teilen staatlich reglementiert und unterliegt speziellen Genehmigungs- und Zulassungsregeln. Die entsprechenden Verfahren und Anträge können sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstrecken und sind mitunter sehr kostenintensiv. Die entsprechenden positiven Ergebniseffekte stellen sich daher erst mit einer gewissen Verzögerung ein.

Weitere Chancen existieren im Wasserstoffmarkt durch eine Weiterentwicklung von Anwendungsgebieten für die Mobilität, die industrielle Nutzung und als Substitut für fossile Brennstoffe. Durch die Energiekrise ist es zu einer signifikanten Zunahme in der Nachfrage nach Wasserstoff gekommen und die Weiterentwicklung der Anwendungsgebiete ist deutlich beschleunigt. Im Einzelnen liegen die Chancen in einer zusätzlichen Versorgung der bereits bestehenden Kunden mit Wasserstoff in Flaschen und als Bulk. Darüber hinaus ergeben sich weitere Chancen als Produzent und Lieferant von Wasserstoff in ausgewählten Regionen.

6.2.2 Energy Solutions

Die unsichere Marktsituation hat die Westfalen AG dazu bewogen, einen großen Teil der Beschaffung von Propan für 2023 mengenmäßig zu sichern. Insofern stellt eine mögliche allgemeine Produktknappheit innerhalb Deutschlands für die Westfalen AG eher eine Chance dar. Zur Reduzierung von Preisrisiken auf den Beschaffungsmärkten werden in geringem Umfang derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Die sich aus den Sicherungsgeschäften ergebenden Risiken sind unbedeutend. Temporäre Versorgungsengpässe könnten sich bei niedrigen Flusspegeln im Falle der Versorgung durch Schiffe oder durch logistische Probleme bei den Exportterminals im ARA-Raum (Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam) ergeben. Durch die Nutzung verschiedener Versorgungswege und permanente Marktbeobachtung werden diese Risiken minimiert. Risiken auf den Absatzmärkten resultieren im Wesentlichen aus klimatischen Veränderungen, die die Temperaturen nachhaltig über Normalniveau steigen lassen.

Die Versorgung der Neukunden und die dafür notwendige Installation der Hardware kann durch gestörte Lieferketten in diesem Bereich beeinträchtigt werden. Dem begegnet die Westfalen AG mit einem sorgfältigen Projektmanagement und hohen Sicherheitsstandards.

Chancen ergeben sich aus der im Jahr 2022 aufgebauten internen Bulk-Logistik und der engen Verzahnung mit dem Flüssiggastanklager in Krefeld. Neben den Kostenvorteilen aus der besseren Auslastung der Supply Chain wird sich die optimierte Versorgung auch positiv auf die Kundenzufriedenheit auswirken. Die intern abgestimmten Prozesse kombiniert mit einem hohen Digitalisierungsgrad erlauben einen agileren Marktauftritt, als dies in der Vergangenheit der Fall war.

Der Propanmarkt für die Energieversorgung unterliegt zudem komplexen regulatorischen Rahmenbedingungen, die sich zum 1. Januar 2024 weiter verändern werden. Durch umfangreiche interne und externe Kontrollmaßnahmen, die auch Prüfungen durch externe Dienstleister umfassen, wird sichergestellt, dass die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden.

6.2.3 Mobility

Risiken könnten sich vor allem auf der Kraftstoff-Beschaffungsseite aus Preisänderungen und Verfügbarkeiten ergeben. Diesen Risiken begegnet die Westfalen Gruppe mit einem effizienten und vorausschauenden Supply Chain Management.

Die Tankstellenbranche in Deutschland muss sich verschiedensten Herausforderungen stellen. Insbesondere der Markt für Antriebsenergien ist einem drastischen Wandel unterworfen. Gesetzliche Rahmenbedingungen wirken sich auf die Mineralölindustrie und damit auf den Bereich Mobility der Westfalen Gruppe aus, wie beispielsweise die Förderung von batterieelektrischen Fahrzeugen sowie verschärfte Abgasnormen. Alternative Antriebe wie E-Mobilität, CNG und LNG - beides auch in Bio-Qualität - und Wasserstoff werden sich weiter im Markt etablieren. Um die Risiken hinsichtlich der klassischen Kraftstoffe angemessen abzubilden, berücksichtigt die Westfalen Gruppe im Rahmen der strategischen Planung neben den genannten alternativen Antriebsenergien auch den Ausbau bestehender und potenzieller neuer Geschäftsfelder im Mobilitätsbereich, um ihren Anteil insgesamt nach und nach zu erhöhen.

Weiterhin wird sich die Westfalen Gruppe auf Trends und Entwicklungen wie Digitalisierung, autonomes Fahren sowie ein verändertes Konsumverhalten einstellen. Die Westfalen Gruppe hat vor, die sich ergebenden Chancen schnell und flexibel mit innovativen Konzepten, einem maßgeschneiderten Sortiment, Convenience-Produkten und passgenauen Services zu nutzen. Die Tankstelle der Zukunft stellt sich die Westfalen Gruppe als Mobility Hub vor, der die Bedürfnisse mobiler Menschen an einem Ort befriedigt. Eine Tankstelle muss heute wie morgen der zentrale Anlaufpunkt sein; wichtige Stichworte für den Mobility Hub sind digitale Vernetzung und Nachhaltigkeit. Chancen bestehen zudem im Waschgeschäft als Teil von Mobility Hubs, das sich in den nächsten Jahren auch unabhängig von der Antriebsart stabil entwickeln wird.

6.3 Allgemeine Risiken und Chancen

6.3.1 IT-Risiken und Chancen

Als Technologieunternehmen ist sich die Westfalen Gruppe bewusst, dass eine Vielzahl ihrer Geschäftsprozesse von einer stabilen IT-Infrastruktur, der darauf genutzten Applikationen und der darin verarbeiteten Informationen abhängen. Um die Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit der Daten zu gewährleisten, sind und werden Maßnahmen ergriffen, die diese Ziele sicherstellen.

Der konsequente und mittlerweile abgeschlossene Neuaufbau der IT-Infrastruktur als Konsequenz einer Ransomware-Attacke im Januar 2021 hat zu einer nachhaltigen Erhöhung des Sicherheitsniveaus geführt. Diverse organisatorische und prozessuale Verbesserungen begleiten diese Schritte.

Um erneuten Angriffsszenarien bestmöglich entgegenwirken zu können, sind im Hinblick auf den Dreiklang aus Prävention, Detektion und Reaktion in der Berichtsperiode deutliche Mehrwerte geschaffen worden.

Mit der weiteren Professionalisierung der internen Services und durch Ergänzungen der architektonischen Ausrichtung konnte die Verfügbarkeit der relevanten Dienste deutlich gesteigert werden.

In unterschiedlichen Initiativen sind im Berichtszeitraum Möglichkeiten zur konsequenten Modernisierung der Applikationslandschaft (Stichwort S/4) und (Stichwort Cloudstrategie) gestartet, um zukünftigen Herausforderungen möglichst schnell und adäquat begegnen zu können.

6.3.2 Personalrisiken/-chancen

Die Westfalen Gruppe hat einen kontinuierlichen Bedarf an hochqualifizierten Fach- und Führungskräften. Risiken könnten sich aus einer zeitlich verzögerten Besetzung kritischer Stellen ergeben. Diesen Risiken begegnet die Westfalen Gruppe vor allem mit einer zielgruppengerechten Bewerberansprache, einer attraktiven Unternehmenskultur und einem modernen Arbeitsumfeld. Darüber hinaus bietet die Westfalen Gruppe den Mitarbeitenden leistungsgerechte Vergütungssysteme, systematische Aus- und Weiterbildung sowie ein Gesundheitsmanagement mit zahlreichen Angeboten rund um die Themen Ernährung, Bewegung und Wohlbefinden.

6.3.3 Rechtliche Risiken und Chancen

Aufgrund der internationalen Geschäftstätigkeit ist die Westfalen Gruppe einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können vor allem Risiken aus dem Bereich Kartellrecht, Datenschutz, Steuerrecht und Umweltschutz gehören. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen oder künftigen Verfahren sind oft mit großen Unsicherheiten verbunden. Ausgewählte Risiken werden auf Versicherungsunternehmen übertragen. Dennoch können Aufwendungen entstehen, die nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind. Durch die jährliche Risikoinventur werden grundsätzlich auch diejenigen Risiken erfasst, die aus einer Nichtbeachtung gesetzlicher Vorschriften und interner Regelungen entstehen könnten (Compliance-Risiken). Durch entsprechende Richtlinien sowie regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden wird solchen Risiken im Rahmen des Compliance-Managementsystems begegnet.

6.3.4 Finanzielle Risiken und Chancen

Die Westfalen Gruppe ist aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit vor allem Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Risiken und Chancen, die sich aus der Veränderung von Zinsen oder Währungskursen ergeben, ausgesetzt. Auf der Beschaffungsseite bestehen vor allem Risiken aus Preisänderungen bei Rohstoffen, die den Wareneinsatz erhöhen könnten. Die Risiken werden kontinuierlich überwacht und gesteuert.

Kreditrisiken, die sich aus Zahlungsausfällen oder -Verzögerungen ergeben könnten, werden durch ein effektives Forderungsmanagement sowie durch eine enge Zusammenarbeit mit Kreditinstituten und Kreditversicherungen minimiert. Aufgrund der hohen Anzahl an Kunden ist kein einzelner Kunde für einen wesentlichen Teil des Gesamtvolumens der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verantwortlich.

Liquiditätsrisiken könnten sich aus einer erheblichen Verschlechterung des operativen Geschäfts aber auch als Konsequenz aus den übrigen Risiken ergeben. Die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit ist das absolute Basisziel des Liquiditätsmanagements. Das Vorhalten von ausreichenden Kreditlinien und liquiden Mitteln dient diesem Ziel. Die Liquiditätsentwicklung wird zudem laufend analysiert und ist Bestandteil der internen Berichterstattung an den Vorstand der Westfalen AG. Der zukünftige Liquiditätsbedarf wird im Rahmen des Finanzplanungsprozesses regelmäßig prognostiziert.

Zur Reduzierung von Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisrisiken werden in geringem Umfang Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Zur Absicherung werden vor allem Devisentermingeschäfte eingesetzt. Die Risiken hieraus sind für die Beurteilung der Vermögens- und Finanzlage unbedeutend.

6.4 Gesamtaussage zur Risiko- und Chancensituation des Konzerns

Ausgehend von den im Geschäftsjahr 2022 kontinuierlich durchgeführten Analysen und der durch das Risikomanagement und das Risikocontrolling bereitgestellten Informationen wurden keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand unseres Unternehmens gefährden könnten.

Trotz der wirtschaftlichen Auswirkungen der nationalen wie internationalen Bemühungen, die fortdauernde Corona-Pandemie weiter einzudämmen und der Verknappung an den Beschaffungsmärkten entgegenzuwirken, ist die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Jahr 2022 stabil. Mit Hilfe des Risikomanagements werden mögliche Risiken frühzeitig identifiziert und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist für den weiteren Verlauf des Jahres 2023 nicht erkennbar, dass der Fortbestand wesentlicher Tochtergesellschaften oder der Westfalen Gruppe insgesamt gefährdet sein könnte.

7 Abhängigkeitsbericht

Wir erklären, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und anderen Maßnahmen nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, zu dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, jeweils eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch, dass die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden ist.

8 Schlussbemerkung

Der Geschäftsverlauf im Jahr 2022 war vor dem Hintergrund der extremen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfreulich. Die Westfalen Gruppe hat die Herausforderungen des vergangenen Jahres mit angespannten Lieferketten, hohen Energiekosten und anhaltend hoher Inflation in Gänze gut gemeistert. Zu jeder Zeit sind wir ein verlässlicher Partner unserer Kunden geblieben. Insgesamt hat die Geschäftsentwicklung unsere Erwartungen erfüllt, beim Ergebnis sogar übertroffen.

Die langfristig ausgelegten Ziele der Strategie "Westfalen 2025" sowie des Unternehmensprogramms "Next Level" haben weiterhin Bestand. Der Fokus des Unternehmensprogramms liegt neben kostensenkenden und effizienzsteigernden Maßnahmen auch darauf, zukünftige Wachstumsfelder zu identifizieren und zu erschließen. Die gute Ertragslage der vergangenen Jahre ist auch auf die Erfolge im Rahmen des Unternehmensprogramms zurückzuführen.

Anfang 2023 hat die Westfalen Gruppe ihre Vision für die kommenden Jahre intern kommuniziert. Das Fundament der Zukunftsvision 2030 sind unsere Unternehmenswerte Zusammenhalt, Neugier, Verantwortung, Freude und Kundenliebe. Darauf aufbauend stellt sich die Westfalen Gruppe der Herausforderung des kompletten Ausstiegs aus fossiler Energie in Europa, der unsere Geschäftsmodelle drastisch verändern wird. Klimaneutrale Produkte wie Wasserstoff als Prozessenergie und Kraftstoff oder strombasierte Wärmekonzepte für Endkunden werden erheblich an Bedeutung gewinnen. Dies ist in unserer Zukunftsvision für 2030 durch einen Fokus auf die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle reflektiert.

Das Investitionsvolumen der Gruppe wird im aktuellen Jahr leicht über dem bereits hohen Niveau von 2022 liegen. Dies unterstreicht die Wachstumschancen, die sich in den Märkten der Westfalen Gruppe und insbesondere den nachhaltigen Geschäftsmodellen bieten - und die das Unternehmen nutzen möchte.

 

Münster, den 31.03.2023

Westfalen Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Thomas Perkmann

Dr. Meike Schäffler

Jesko von Stechow

Bilanz zum 31.12.2022

Aktiva

in T€ s. Ziffer 31.12.2022 31.12.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände (7) 20.553 16.968
Sachanlagen (8) 285.309 256.314
Finanzanlagen (9) 53.562 52.141
Anlagevermögen 359.424 325.423
Vorräte (10) 106.197 94.109
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (11) 235.844 201.248
Flüssige Mittel 194 1.292
Umlaufvermögen 342.235 296.649
Rechnungsabgrenzungsposten 2.008 1.861
Bilanzsumme 703.667 623.933

Passiva

Gezeichnetes Kapital 20.000 20.000
Nennbetrag eigener Aktien -2.000 -2.000
Gewinnrücklagen 252.838 229.915
Bilanzgewinn 22.923 11.146
Eigenkapital (12) 293.761 259.061
Rückstellungen (13) 204.999 180.473
Verbindlichkeiten (14) 172.005 156.232
Rechnungsabgrenzungsposten 488 507
Passive latente Steuern (15) 32.414 27.660
Bilanzsumme 703.667 623.933

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 01.01. bis 31.12.2022

in T€ s. Ziffer 2022 2021
Umsatzerlöse (16) 2.184.784 1.760.039
Bestandsveränderungen 609 367
Andere aktivierte Eigenleistungen 7.116 5.022
Sonstige betriebliche Erträge (17) 9.011 7.340
Gesamtleistung 2.201.520 1.772.768
Materialaufwand (18) -1.794.994 -1.419.278
Personalaufwand (19) -110.799 -96.744
Abschreibungen -55.492 -46.863
Sonstige betriebliche Aufwendungen (20) -184.705 -160.872
Beteiligungsergebnis (21) 8.445 8.071
Betriebsergebnis 63.975 57.082
Finanzergebnis (22) -693 -5.261
Ergebnis vor Ertragsteuern 63.282 51.821
Ertragsteuern (23) -17.436 -14.669
Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss 45.846 37.152
Einstellung in andere Gewinnrücklagen (12) -22.923 -26.006
Bilanzgewinn (12) 22.923 11.146

Konzernbilanz zum 31.12.2022

Aktiva

in T€ s. Ziffer 31.12.2022 31.12.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände (7) 24.733 19.556
Sachanlagen (8) 368.888 339.354
Finanzanlagen (9) 12.253 12.544
Anlagevermögen 405.874 371.454
Vorräte (10) 128.353 108.447
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (11) 199.816 163.531
Flüssige Mittel 6.780 6.744
Umlaufvermögen 334.949 278.722
Rechnungsabgrenzungsposten 2.228 1.997
Bilanzsumme 743.051 652.173

Passiva

Ausgegebenes Kapital 18.000 18.000
Gewinnrücklagen 252.838 218.986
Währungsumrechnung 914 867
Bilanzgewinn 21.888 17.033
Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile 240 355
Eigenkapital (12) 293.880 255.241
Rückstellungen (13) 230.488 200.187
Verbindlichkeiten (14) 183.084 166.768
Rechnungsabgrenzungsposten 4.681 3.912
Passive latente Steuern (15) 30.918 26.065
Bilanzsumme 743.051 652.173

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 01.01. bis 31.12.2022

in T€ s. Ziffer 2022 2021
Umsatzerlöse (16) 2.307.470 1.871.038
Bestandsveränderungen 609 367
Andere aktivierte Eigenleistungen 7.175 5.252
Sonstige betriebliche Erträge (17) 11.967 12.847
Gesamtleistung 2.327.221 1.889.504
Materialaufwand (18) -1.815.933 -1.438.618
Personalaufwand (19) -153.742 -135.812
Abschreibungen -69.454 -60.143
Sonstige betriebliche Aufwendungen (20) -220.777 -192.926
Beteiligungsergebnis (21) 2.710 2.917
Betriebsergebnis 70.025 64.922
Finanzergebnis (22) -1.570 -6.074
Ergebnis vor Ertragsteuern 68.455 58.848
Ertragsteuern (23) -19.632 -16.305
Ergebnis nach Ertragsteuern/ Konzern-Jahresüberschuss 48.823 42.543
Nicht beherrschende Anteile -895 -495
Konzern-Jahresüberschuss nach Minderheiten 49.718 43.039
Einstellung in Rücklagen -27.830 -26.006
Konzern-Bilanzgewinn 21.888 17.033

Konzern-Kapitalflussrechnung der Westfalen Gruppe für den Zeitraum vom 01.01. bis 31.12.2022

in T€ 2022 2021
Konzern-Jahresüberschuss 49.718 43.039
Anteile Minderheitsgesellschafter am Ergebnis -895 -495
Abschreibungen/Zuschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 69.454 60.143
Veränderung der Rückstellungen 30.301 32.136
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+) und Erträge (-) - -
Ergebnis aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -3.335 -75
Veränderung der Vorräte -19.906 -42.403
Veränderung der Forderungen und anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -37.452 -44.565
Veränderung der anderen Verbindlichkeiten und anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 34.290 41.208
Zinsaufwendungen/Zinserträge 267 239
Sonstige Beteiligungserträge -2.692 -1.783
Ertragsteuern 19.632 16.306
Ertragsteuerzahlungen -23.123 -17.778
nicht zahlungswirksame Veränderung des Konzernvermögens - -814
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 116.259 85.158
Auszahlungen für Investitionen in
immaterielle Vermögensgegenstände -10.779 -4.505
Sachanlagen -95.390 -74.457
Finanzanlagen -50 -2.034
Einzahlungen aus Abgängen/Desinvestitionen von
Sachanlagen 3.244 2.687
Finanzanlagen 3.762 272
Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis - 325
Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis -2.422 -
Zahlungsunwirksame Veränderungen im Konsolidierungskreis -154 -93
Erhaltene Zinsen 70 104
Erhaltene Dividenden 2.692 1.783
Cashflow aus Investitionstätigkeit -99.027 -75.918
Einzahlungen durch Aufnahme von Krediten - -
Auszahlungen für Tilgung von Krediten -6.457 -7.098
Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von anderen Gesellschaftern 780 536
Auszahlungen für den Erwerb eigener Anteile - -10.010
Gezahlte Zinsen -337 -343
Dividendenzahlungen -11.146 -28.500
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -17.160 -45.415
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 73 -36.175
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -209 61
Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 154 -155
Finanzmittelfonds zu Beginn des Geschäftsjahres -22.325 13.944
Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres -22.307 -22.325
davon flüssige Mittel (6.780) (6.744)
davon Kontokorrentkredite (-29.087) (-29.069)

Konzern-Eigenkapitalspiegel der Westfalen Gruppe zum 31.12.2022

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Stammaktien Eigene Anteile Stammaktien Gesetzliche Rücklage Andere Gewinnrücklagen
T€ T€ T€ T€
Stand am 31.12.2020 20.000 -2.000 2.000 199.258
Erwerb/Veräußerung eigener Anteile 0 0 0 -10.010
Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen 0 0 0 27.740
Ausschüttung 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 0 0 0
Stand am 31.12.2021 20.000 -2.000 2.000 216.988
Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen 0 0 0 27.830
Ausschüttung 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 6.020
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 0 0 0
Stand am 31.12.2022 20.000 -2.000 2.000 250.838
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung Gewinnvortrag/ Verlustvortrag Summe
T€ T€ T€
Stand am 31.12.2020 781 30.148 250.187
Erwerb/Veräußerung eigener Anteile 0 0 -10.010
Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen 0 -27.740 0
Ausschüttung 0 -28.500 -28.500
Währungsumrechnung 84 86 170
Sonstige Veränderungen 0 0 0
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 43.039 43.039
Stand am 31.12.2021 865 17.033 254.886
Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen 0 -27.830 0
Ausschüttung 0 -11.146 -11.146
Währungsumrechnung 49 140 189
Sonstige Veränderungen 0 -6.027 -7
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 49.718 49.718
Stand am 31.12.2022 914 21.888 293.640
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
Nicht beherrschende Anteile vor Eigenkapitaldifferenzen aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne/ Verluste Summe Summe
T€ T€ T€ T€
Stand am 31.12.2020 365 -51 314 250.501
Erwerb/Veräußerung eigener Anteile 0 0 0 -10.010
Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen 0 0 0 0
Ausschüttung 0 0 0 -28.500
Währungsumrechnung 0 0 0 170
Sonstige Veränderungen 536 0 536 536
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 -495 -495 42.544
Stand am 31.12.2021 901 -546 355 255.241
Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen 0 0 0 0
Ausschüttung 0 0 0 -11.146
Währungsumrechnung 0 0 0 189
Sonstige Veränderungen 780 0 780 773
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 -895 -895 48.823
Stand am 31.12.2022 1.681 -1.441 240 293.880

Die sonstigen Veränderungen betreffen Anpassungen der Gewinnrücklage an den Ausweis in der Bilanz des Mutterunternehmens (T€ 6.020) sowie auf nicht beherrschende Anteile entfallende Kapitalerhöhungen bei einem Tochterunternehmen (T€ 780).

Zusammengefasster (Konzern-)Anhang für das Geschäftsjahr 2022

(1) Allgemeine Angaben

Die Westfalen Aktiengesellschaft (Westfalen AG), Münster, ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Münster unter der Nummer HRB186 eingetragen. Die Westfalen AG ist das Mutterunternehmen der Westfalen Gruppe. Sie nimmt neben zentralen Aufgaben im Interesse der Gruppe sowie der in- und ausländischen Gesellschaften auch operative Tätigkeiten in den Geschäftsbereichen Industrial Gases & Services, Energy Solutions und Mobility wahr.

Der Jahres- bzw. Konzernabschluss der Westfalen AG bzw. der Westfalen Gruppe wird jeweils nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung unter Beachtung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und ergänzenden gesetzlichen Regelungen des AktG erstellt. Der Anhang und Konzernanhang werden gemäß § 298 Abs. 3 Satz 1 HGB zusammengefasst. Angaben, die nicht für beide Abschlüsse gelten, erfolgen gesondert.

Die Bilanz der Westfalen AG und die Konzernbilanz sind unter teilweiser Verwendung des Jahresergebnisses nach § 268 Abs. 1 HGB aufgestellt. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit sind unter Anwendung des § 265 Abs. 7 Nr. 2 HGB bestimmte Posten in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Anhang einzeln aufgeführt. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss werden in TEUR aufgestellt.

Die Anwendung der DRS erfolgt nur insoweit, wie sie im Einklang mit den handelsrechtlichen Normen stehen. Handelsrechtlich zulässige Wahlrechte werden auch entgegen der DRS ggf. in Anspruch genommen, dies betrifft:

DRS 23 "Kapitalkonsolidierung (Einbeziehung von Tochterunternehmen in den Konzernabschluss)"

Abweichend vom DRS 23 fand bei den Erwerbsvorgängen vor dem 1. Januar 2010 im Rahmen der Erstkonsolidierung die Buchwertmethode die Anwendung. Zudem wurde der sich aus der Kapitalkonsolidierung ergebende Unterschiedsbetrag mit dem Eigenkapital verrechnet. Einzelheiten zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden finden sich unter Ziffer (6).

Der Vorstand der Westfalen AG hat den Konzernabschluss am 31.03.2023 aufgestellt. Die Billigung durch den Aufsichtsrat ist für die ordentliche Aufsichtsratssitzung am 16.06.2023 vorgesehen.

(2) Konsolidierungskreis

In den Konsolidierungskreis werden alle finanziell wesentlichen Unternehmen einbezogen, die von der Westfalen AG direkt oder indirekt beherrscht werden. Die Zusammensetzung des Konsolidierungskreises ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

31.12.2022 31.12.2021
Konsolidierte Tochterunternehmen 16 15
davon: Inland (9) (9)
davon: Ausland (7) (6)
At Equity bewertete Unternehmen 11 12
davon: Inland (10) (11)
davon: Ausland (1) (1)

Wegen untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns werden zwei inländische Tochterunternehmen sowie sieben assoziierte Unternehmen nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes der Westfalen Gruppe ist im Anhang aufgeführt.

Stichtag

Der Konzernabschluss wurde auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens zum 31. Dezember aufgestellt. Mit Ausnahme einer Gesellschaft, deren Bilanzstichtag der 31. März ist, entspricht der Stichtag der Einzelabschlüsse dem Stichtag des Konzernabschlusses. Diese Gesellschaft hat - mangels relevanter Auswirkung - keinen Zwischenabschluss erstellt.

(3) Neugründungen, Anteilserwerbe und Desinvestitionen

In den Konzernabschluss der Westfalen AG wird im Geschäftsjahr 2022 ein weiteres Unternehmen vollkonsolidiert einbezogen. Dabei handelt es sich um die Cryotrans B.V., eine 100%ige Tochtergesellschaft der Westfalen Gassen Netherlands B.V.

Der Erwerb hat keine wesentliche Auswirkung auf die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahresabschluss.

Des Weiteren hat die Westfalen AG zum 30.06.2022 die Beteiligung an der fht Flüssiggas Handel und Transport GmbH & Co. KG veräußert. Der Verkauf hatte keine Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine weiteren Anteilserwerbe an Unternehmen und Desinvestitionen.

(4) Konsolidierungsmethoden

Die Erstellung der in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der Unternehmen erfolgt grundsätzlich auf den Bilanzstichtag des Konzernabschlusses. Tochterunternehmen, deren Geschäftsjahr nicht am 31. Dezember endet, stellen grundsätzlich zu diesem Termin einen Zwischenabschluss auf.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen den konsolidierten Tochterunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt in den Fällen der Erstkonsolidierung vor dem 1. Januar 2010 im Rahmen der Vollkonsolidierung nach der Buchwertmethode gem. § 301 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 HGB a.F. durch Verrechnung der Anschaffungskosten für die jeweiligen Anteile an den Tochterunternehmen mit dem jeweiligen anteiligen Eigenkapital zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung. Ab dem Geschäftsjahr 2010 erfolgt die Erstkonsolidierung gem. § 301 Abs. 2 HGB n.F. nach der Neubewertungsmethode.

Übersteigt der Kaufpreis das neu bewertete anteilige Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts- und Firmenwert aktiviert und linear über 10 Jahre abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wurde in Anlehnung an den Lebenszyklus des erworbenen Produktportfolios gewählt.

Anteile an assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich nach der Equity-Methode bilanziert. Ein eventuell erworbener Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht gesondert ausgewiesen, sondern ist im Wertansatz enthalten. Eine Eliminierung von Zwischenergebnissen aus Lieferungen zwischen assoziierten Unternehmen und Tochterunternehmen erfolgt aufgrund der aktuell untergeordneten Bedeutung für die Westfalen Gruppe nicht.

(5) Währungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit den relevanten Wechselkursen zum Zeitpunkt der Transaktion erfasst. In Folgeperioden werden Vermögensgegenstände und Schulden in Fremdwährung mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die bis zum Bilanzstichtag aus der Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden eingetretenen Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Aktiv- und Passivposten der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren Abschluss nicht in Euro aufgestellt wird, werden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, das zum historischen Kurs in Euro umgerechnet wird, zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Eine sich ergebende Umrechnungsdifferenz wird im Konzerneigenkapital im Posten Währungsumrechnung erfasst.

Für die Währungsumrechnung bei der Westfalen Gruppe sind die Wechselkurse des US-Dollars sowie des Schweizer Franken von Bedeutung.

(6) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Anlagevermögen

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen bewertet. Hierbei werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Immaterielle Vermögensgegenstände 2 bis 12 Jahre
Gebäude 2 bis 33 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 15 Jahre
Stahlflaschen 20 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 20 Jahre

Voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen wird durch außerplanmäßige Abschreibung Rechnung getragen. Die Anschaffungskosten sind unmittelbar um erhaltene Zuschüsse gekürzt.

Die Herstellungskosten umfassen neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten und Sondereinzelkosten der Fertigung auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen.

Die zur Abfüllung genutzten Stahlflaschen (ohne Pfand) werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Die übrigen geringwertigen Vermögensgegenstände werden in Anlehnung an die steuerlichen Grundsätze höchstmöglich abgeschrieben.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder einem zum Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung bewertet.

Vorräte

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert bzw. zu Festwerten bewertet. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten und Sondereinzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Handelswaren werden zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Sofern Bestandsrisiken vorliegen, werden in angemessenem Umfang Bewertungsabschläge vorgenommen. Unter den Handelswaren werden gekaufte Emissionszertifikate nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) ausgewiesen. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sofern Bestandsrisiken vorliegen, werden in angemessenem Umfang Bewertungsabschläge vorgenommen. Die erhaltenen Abschlagszahlungen aus dem abgegrenzten, noch nicht abgelesenen bzw. abgerechneten Verbrauch der Kunden aus dem Bereich Energy Solutions werden als erhaltene Anzahlungen von den Vorräten abgesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit ihren Nominalwerten bilanziert. Bestehende Ausfallrisiken und das allgemeine Kreditrisiko sind durch angemessene Einzel- und Pauschalwertberichtigungen abgedeckt.

Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel umfassen den Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks. Der Ansatz erfolgt zum jeweiligen Nominalwert.

Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen sowie drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages einschließlich zu erwartender Kosten- und Preissteigerungen angesetzt. Für die Verpflichtung zur Rückzahlung erfolgswirksam vereinnahmter Pfandgelder auf Gasflaschen wird eine Rückstellung gebildet. Bei der Bewertung der Rückstellung für Pfandgelder wird ein Abschlag für nicht zurückgegebene Gasflaschen berücksichtigt. Die Rückstellung für die Verpflichtung zur Rückgabe der Emissionszertifikate nach dem BEHG im Folgejahr wird mit den Anschaffungskosten der im Bestand befindlichen Zertifikate sowie mit dem Zeitwert der für das Berichtsjahr noch zu erwerbenden Zertifikate bewertet.

Langfristige sonstige Rückstellungen werden mit dem laufzeitadäquaten, durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre gem. Rückstellungsabzinsungsverordnung abgezinst.

Die Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens ("Projected Unit Credit Method") ermittelt. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch die künftig zu erwartenden Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die bei der Ermittlung der Verpflichtung zugrunde gelegte Lebenserwartung basiert auf den Richttafeln 2018G von K. Heubeck. Bei der Ermittlung des Abzinsungssatzes wird in Anwendung des § 253 Abs. 2 HGB eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen.

Folgende Annahmen liegen der Bewertung in Deutschland zugrunde:

in % 31.12.2022 31.12.2021
Abzinsungssatz 1,79 1,87
Gehaltstrend 3,20 3,20
Rententrend 2,00 1,75
Fluktuation - -

Durch die Verwendung des gesetzlich vorgeschriebenen 10-Jahres-Durchschnittszinssatzes bei der Berechnung der inländischen Pensionsrückstellung ergibt sich im Vergleich zum 7-Jahres-Durchschnittssatz eine um 4,2 Mio. € (Vorjahr: 6,4 Mio. €) geringere Pensionsrückstellung. Der Unterschiedsbetrag ist ausschüttungsgesperrt.

Vom Barwert der Pensionsverpflichtungen wird das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Deckungsvermögen abgezogen, so dass sich die Nettopensionsverpflichtung bzw. die Pensionsrückstellung ergibt. Das Deckungsvermögen umfasst pauschalversteuerte Direktversicherungen. Da kein aktiver Markt für das Deckungsvermögen vorliegt, anhand dessen eine Marktpreisermittlung erfolgen kann, wird als beizulegender Zeitwert des Deckungsvermögens das von den Versicherungsunternehmen ermittelte Deckungskapital verwendet, das gleichzeitig den Anschaffungskosten entspricht. Die Aufwendungen und Erträge aus dem Deckungsvermögen werden mit den Aufwendungen und Erträgen aus der Abzinsung der Pensionsverpflichtung saldiert und als Finanzergebnis ausgewiesen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Latente Steuern

Latente Steuern werden für zeitliche, sich in der Zukunft voraussichtlich umkehrende Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen gebildet. Dabei sind neben den Unterschieden aus der Steuerbilanz der jeweiligen Tochtergesellschaft auch Unterschiede aus Konsolidierungsmaßnahmen berücksichtigt. Für die Berechnung der latenten Steuern in Deutschland wurde ein Steuersatz von 31,2% (Vorjahr: 31,2 %) verwendet. Er setzt sich aus dem inländischen Körperschaftsteuersatz, dem Solidaritätszuschlag sowie der Gewerbesteuer zusammen. Bei den ausländischen Tochtergesellschaften wurden für die Berechnung der latenten Steuern die jeweiligen landesspezifischen Steuersätze verwendet. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert auf der Passivseite ausgewiesen.

Derivate Finanzinstrumente, Bewertungseinheiten

Die Westfalen AG geht Bewertungseinheiten in Form von Mikro-Sicherungsbeziehungen ein, um sich gegen Zinsänderungs- und Währungsrisiken abzusichern. Dabei wird die Einfrierungsmethode angewendet. Dementsprechend werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert. Einer etwaigen negativen Ineffektivität aus der Bewertungseinheit wird durch die Bildung einer Drohverlustrückstellung Rechnung getragen.

Zur Beurteilung der Wirksamkeit erfolgt die Effektivitätsmessung in allen Fällen über die Critical-Terms-Match Methode. Hierbei werden die bewertungsrelevanten Positionen von Grundgeschäft und Sicherungsinstrumenten verglichen. Es wird ein Wertausgleich von 100 % erwartet. Die Sicherungsbeziehungen werden in allen Fällen über die Laufzeit des abzusichernden Grundgeschäfts gebildet.

Realisierung von Umsatzerlösen

Diejenigen Energiesteuern, die mit dem Umsatz verbunden sind, werden von den Bruttoumsatzerlösen direkt abgezogen. Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt demnach nach Abzug dieser Energiesteuern. Die übrigen Verbrauchsteuern, die in den Umsatzerlösen enthalten sind, werden im Anhang angegeben. Die entsprechenden Aufwendungen in gleicher Höhe sind im Materialaufwand enthalten.

Die Umsatzerlöse enthalten auch Erlöse für solche Verkäufe, denen mengenmäßig entsprechende Rückkäufe von gleichen Vertragspartnern an anderen Orten oder zu anderen Zeitpunkten gegenüberstehen.

Erläuterungen zu den Bilanzen

(7) Immaterielle Vermögensgegenstände

Westfalen AG
in T€ Gewerbliche Schutzrechte/ ähnliche Rechte Geleistete Anzahlungen Gesamt
Anschaffungs- / Herstellungskosten
Stand 01.01.2022 37.302 720 38.022
Zugänge 7.884 456 8.340
Abgänge -358 - -358
Umbuchungen 686 -681 5
Stand 31.12.2022 45.514 495 46.009
Abschreibungen
Stand 01.01.2022 21.054 - 21.054
Zugänge 4.760 - 4.760
Abgänge -358 - -358
Stand 31.12.2022 25.456 - 25.456
Buchwerte
Stand 31.12.2021 16.248 720 16.968
Stand 31.12.2022 20.058 495 20.553
Konzern Gewerbliche Schutzrechte/ ähnliche Rechte Geschäfts- oder Firmenwert Geleistete Anzahlungen Gesamt
in T€
Anschaffungs- / Herstellungskosten
Stand 01.01.2022 43.737 2.746 847 47.330
Währungsunterschiede 1 - - 1
Zugänge 8.264 1.945 571 10.780
Abgänge -359 - - -359
Umbuchungen 855 - -807 48
Stand 31.12.2022 52.498 4.691 611 57.800
Abschreibungen
Stand 01.01.2022 25.543 2.231 - 27.774
Währungsunterschiede 2 - - 2
Zugänge 5.411 240 - 5.651
Abgänge -360 - - -360
Umbuchungen - - - -
Stand 31.12.2022 30.596 2.471 - 33.067
Buchwerte
Stand 31.12.2021 18.194 515 847 19.556
Stand 31.12.2022 21.902 2.220 * 611 24.733

* Der Buchwert Geschäfts- oder Firmenwert zum 31.12.2022 teilt sich wie folgt auf: Westfalen Austria GmbH 218 T€; fillibri GmbH & Co. KG 57 T€; Cryotrans BV 1.945 T€

(8) Sachanlagen

Westfalen AG
in T€ Grundstücke/ Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau Gesamt
Anschaffungs- / Herstellungskosten
Stand 01.01.2022 217.575 45.948 614.695 13.733 891.951
Zugänge 4.212 1.713 65.737 8.766 80.428
Abgänge -3.442 -142 -31.978 -227 -35.789
Umbuchungen 4.714 4.200 3.540 -12.459 -5
Stand 31.12.2022 223.059 51.719 651.994 9.813 936.585
Abschreibungen
Stand 01.01.2022 149.045 41.455 445.137 - 635.637
Zugänge 5.175 981 44.640 - 50.796
Abgänge -3.425 -142 -31.530 - -35.097
Zuschreibung -60 - - - -60
Stand 31.12.2022 150.735 42.294 458.247 - 651.276
Buchwerte
Stand 31.12.2021 68.530 4.493 169.558 13.733 256.314
Stand 31.12.2022 72.324 9.425 193.747 9.813 285.309
Konzern
in T€ Grundstücke/ Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau Gesamt
Anschaffungs- Herstellungskosten
Stand 01.01.2022 259.786 89.141 704.005 15.399 1.068.331
Währungsunterschiede 497 43 110 21 671
Zugänge 4.579 2.827 77.595 10.391 95.392
Abgänge -5.629 -166 -33.291 -227 -39.313
Umbuchungen 4.731 4.803 4.384 -13.967 -49
Stand 31.12.2022 263.964 96.648 752.803 11.617 1.125.032
Abschreibungen
Stand 01.01.2022 163.029 73.757 492.191 - 728.977
Währungsunterschiede 100 37 92 - 229
Zugänge 6.515 3.900 53.451 - 63.866
Abgänge -4.296 -165 -32.407 - -36.868
Umbuchungen - -5 5 - -
Zuschreibungen -60 - - - -60
Stand 31.12.2022 165.288 77.524 513.332 - 756.144
Buchwerte
Stand 31.12.2021 96.757 15.384 211.814 15.399 339.354
Stand 31.12.2022 98.676 19.124 239.471 11.617 368.888

(9) Finanzanlagen

Westfalen AG
in T€ Anteile an verbundenen Unternehmen Ausleihungen an verbundene Unternehmen Beteiligungen
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2022 25.444 17.000 8.700
Zugänge 2.470 - -
Abgänge - - -855
Stand 31.12.2022 27.914 17.000 7.845
Wertberichtigungen
Stand 01.01.2022 200 - -
Zugänge - - -
Abgänge - - -
Zuschreibungen - - -
Stand 31.12.2022 200 - -
Buchwerte
Stand 31.12.2021 25.244 17.000 8.700
Stand 31.12.2022 27.714 17.000 7.845
Westfalen AG
in T€ Ausleihungen an Beteiligungen Sonstige Ausleihungen Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2022 1.070 127 52.341
Zugänge 1 5 2.476
Abgänge -200 - -1.055
Stand 31.12.2022 871 132 53.762
Wertberichtigungen
Stand 01.01.2022 - - 200
Zugänge - - -
Abgänge - - -
Zuschreibungen - - -
Stand 31.12.2022 - - 200
Buchwerte
Stand 31.12.2021 1.070 127 52.141
Stand 31.12.2022 871 132 53.562
Konzern Anteile an verbundenen Unternehmen Anteile an assoziierten Unternehmen Beteiligungen
in T€
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2022 77 8.422 2.313
Währungs-Unterschied - - -
Zugänge - - -
Abgänge -844 -10
Stand 31.12.2022 77 7.578 2.303
Wertberichtigungen
Stand 01.01.2022 - -430 -
Währungsunterschiede - 51 -
Zugänge - - -
Abgänge - -763
Stand 31.12.2022 - -1.142 -
Buchwerte
Stand 31.12.2021 77 8.852 2.313
Stand 31.12.2022 77 8.720 2.303
Konzern Ausleihungen an Beteiligungen Sonstige Ausleihungen Gesamt
in T€
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2022 1.070 232 12.114
Währungs-Unterschied - 1 1
Zugänge 1 49 50
Abgänge -200 - -1.054
Stand 31.12.2022 871 282 11.111
Wertberichtigungen -
Stand 01.01.2022 - - -430
Währungsunterschiede - 51
Zugänge - - -
Abgänge - - -763
Stand 31.12.2022 - - -1.142
Buchwerte
Stand 31.12.2021 1.070 232 12.544
Stand 31.12.2022 871 282 12.253

(10) Vorräte

Westfalen AG Konzern
in T€ 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 7.491 7.151 7.016 7.354
Unfertige Erzeugnisse 5.823 5.278 5.823 5.278
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 99.328 88.795 121.959 102.930
Erhaltene Anzahlungen -6.445 -7.115 -6.445 -7.115
Vorräte 106.197 94.109 128.353 108.447

In den fertigen Erzeugnissen und Handelswaren sind Emissionszertifikate in Höhe von 23,0 Mio. € (Vorjahr 21,2 Mio. €) enthalten.

(11) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Westfalen AG
in T€ 31.12.2022 davon Restlaufzeit über 1 Jahr 31.12.2021 davon Restlaufzeit über 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 118.687 5.694 118.939 5.181
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 78.644 78.644 71.265 71.265
davon aus Lieferungen und Leistungen (78.644) (-) (71.265) (-)
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.143 - 2.649 -
davon aus Lieferungen und Leistungen (1.143) (-) (2.649) (-)
Sonstige Vermögensgegenstände 37.370 - 8.395 -
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 235.844 84.338 201.249 76.446
Konzern
in T€ 31.12.2022 davon Restlaufzeit über 1 Jahr 31.12.2021 davon Restlaufzeit über 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 152.707 5.694 147.494 5.181
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 42
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.143 - 2.649 -
davon aus Lieferungen und Leistungen (1.143) - (2.649) (-)
Sonstige Vermögensgegenstände 45.924 - 13.387 -
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 199.816 163.530 5.181

(12) Eigenkapital

Als gezeichnetes Kapital und eigene Anteile sind im Konzernabschluss die entsprechenden Beträge aus dem Einzelabschluss der Westfalen AG ausgewiesen. Das gezeichnete Kapital der Westfalen AG ist in 585.000 Vorzugsaktien und 19.415.000 Stammaktien im Nennbetrag von je 1 Euro eingeteilt. Je 1 Euro Nennbetrag einer Aktie gewährt eine Stimme. Die Vorzugsaktien sind sachverhaltsbezogen mit einem Mehrfachstimmrecht verbunden. Der Bestand an eigenen Anteilen betrug am Geschäftsjahresende 2,0 Mio. Aktien.

Im Konzern-Eigenkapitalspiegel sind die Entwicklung des Eigenkapitals sowie Detailinformationen zur Veränderung der Gewinnrücklagen und des Bilanzgewinns dargestellt.

Die Gewinnrücklagen enthalten gesetzliche Rücklagen in Höhe von 2,0 Mio. €. Die im abgelaufenen Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttete Dividende belief sich auf 11,1 Mio. €.

in T€ Gezeichnetes Kapital Eigene Anteile Gewinnrücklagen Bilanzgewinn- Eigenkapital
Stand 01.01.2022 20.000 -2.000 229.915 11.146 259.061
Jahresüberschuss - - - 45.846 45.846
Dividendenzahlungen - - - -11.146 -11.146
Sonstige - - 22.923 -22.923 -
Stand 31.12.2022 20.000 -2.000 252.838 22.923 293.761

(13) Rückstellungen

Westfalen AG Konzern
in T€ 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 59.618 56.107 59.959 56.605
Steuerrückstellungen 0 0 71 69
Sonstige Rückstellungen 145.381 124.366 170.458 143.513
Rückstellungen 204.999 180.473 230.488 200.187

Der Barwert der Pensionsverpflichtungen betrug am Stichtag 79,1 Mio. €. Nach Saldierung mit dem Zeitwert des Planvermögens in Höhe von 19,6 Mio. € ergibt sich die ausgewiesene Pensionsverpflichtung. Der gesamte Ertrag aus dem Planvermögen betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,0 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €) und ist im Finanzergebnis enthalten.

Zum Bilanzstichtag verrechnete Vermögensgegenstände im Konzern:

Deckungsvermögen: T€
Anschaffungskosten Rückdeckungsversicherung / Zeitwert bzw. Festgeldguthaben 19.570
Erträge / Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen 1.046
Pensionsverpflichtungen:
Erfüllungsbetrag 79.529
Aufwendungen durch Zinszuführungen zu den Altersversorgungsrückstellungen 2.347

Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen in absteigender Reihenfolge die Verpflichtungen aus der Rückzahlung von Pfandgeldern, der Rückgabe von CO 2 -Zertifikaten nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), mitarbeiterbezogene Verpflichtungen, Abbruchsverpflichtungen sowie ausstehende Rechnungen.

(14) Verbindlichkeiten

Westfalen AG
in T€/31.12.2022 Gesamt bis 1 Jahr 1-5 Jahre als 5 Jahremehr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 36.746 32.709 4.037 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 105.685 105.685 - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.981 1.981 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 164 164 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 27.428 27.428 - -
davon aus Steuern (9.269) (9.269) - -
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (247) (247) - -
Verbindlichkeiten 172.004 167.967 4.037 -
in T€
31.12.2021 Gesamt bis 1 Jahr 1-5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 43.187 35.522 7.415 250
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 98.522 98.522 - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 812 812 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 273 273 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 13.439 13.439 - -
davon aus Steuern (8.826) (8.826) (-) (-)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (254) (254) (-) (-)
Verbindlichkeiten 156.532 148.567 7.415 250
Konzern
in T€/31.12.2022 Gesamt bis 1 Jahr 1-5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 36.752 32.715 4.037 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 113.469 113.469 - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 22 22 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 499 499 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 32.343 32.343 - -
davon aus Steuern (12.568) (12.568) - -
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (712) (712) - -
Verbindlichkeiten 183.085 179.048 4.037 0
in T€/31.12.2021 Gesamt bis 1 Jahr 1-5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 43.191 35.526 7.415 250
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 106.016 106.016 - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 60 60 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 289 289 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 17.212 17.212 - -
davon aus Steuern (11.330) (11.330) (-) (-)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (579) (579) (-) (-)
Verbindlichkeiten 166.768 159.103 7.415 250

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind mit 7,7 Mio. € (Vorjahr: 13,3 Mio.€) grundpfandrechtlich gesichert.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten die üblichen Eigentumsvorbehalte.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen umfassen wie im Vorjahr in voller Höhe Verpflichtungen aus Lieferungen und Leistungen.

(15) Latente Steuern

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Bilanzposten und wurden unter Anwendung eines durchschnittlichen Ertragsteuersatzes von 31,2 % ermittelt:

Westfalen AG 31.12.2022 31.12.2021
in T€ Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Anlagevermögen 8 40.820 41 34.870
Umlaufvermögen - 2.908 - 2.788
Rückstellungen 11.307 - 9.967 -
Verbindlichkeiten - 2 - 9
Bruttowert 11.316 43.730 10.008 37.667
Saldierung -11.316 -11.316 -10.008 -10.008
Bilanzansatz 32.414 27.659
01.01.2022 Veränderung 31.12.2022
T€ T€ T€
Aktive latente Steuern 10.008 1.308 11.316
Passive latente Steuern -37.667 -6.063 -43.730
Saldo -27.659 -4.755 -32.414
Konzern 31.12.2022 31.12.2021
in T€ Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Anlagevermögen 1.424 41.055 1.666 35.299
Umlaufvermögen 51 3.007 63 2.873
Rückstellungen 11.499 - 10.188 -
Verbindlichkeiten 14 2 15 9
Verlustvorträge 158 - 184
Bruttowert 13.146 44.064 -
Wertberichtigungen - - 12.116 38.181
Saldierung -13.146 -13.146 -12.116 -12.116
Bilanzansatz 30.918 26.065
01.01.2022 Veränderung 31.12.2022
T€ T€ T€
Aktive latente Steuern 12.116 1.030 13.146
Passive latente Steuern -38.181 -5.883 -44.064
Saldo -26.065 -4.853 -30.918

Erläuterungen zu den Gewinn- und Verlustrechnungen

(16) Umsatzerlöse

Westfalen AG Konzern
in T€ 2022 2021 2022 2021
Industrial Gases & Service, Energy Solutions 564.664 498.434 690.662 612.925
Mobility 1.548.880 1.251.871 1.548.125 1.251.418
Sonstige 71.240 9.734 68.683 6.695
Umsatzerlöse 2.184.784 1.760.039 2.307.470 1.871.038

Die Umsatzerlöse sind zum überwiegenden Teil in Deutschland angefallen.

Diejenigen Energiesteuern, die direkt mit dem Umsatz verbunden sind, beliefen sich im Berichtsjahr bei der Westfalen AG auf 10,8 Mio. € (Vorjahr: 8,4 Mio. €) und sind mit den Aufwendungen saldiert. Die übrigen im Umsatz enthaltenen Verbrauchsteuern beliefen sich in Summe auf 355,4 Mio. € (Vorjahr: 444,8 Mio. €). Die entsprechenden Aufwendungen sind im Materialaufwand enthalten.

(17) Sonstige betriebliche Erträge

Westfalen AG Konzern
in T€ 2022 2021 2022 2021
Auflösung von Rückstellungen 2.204 3.305 3.123 7.766
Abgang von Anlagevermögen 2.948 831 3.964 924
Versicherungsentschädigungen 968 919 1.005 1.002
Forderungsbewertung 201 41 328 164
Währungsumrechnung 804 508 845 539
Übrige Erträge 1.886 1.736 2.702 2.451
Sonstige betriebliche Erträge 9.011 7.340 11.967 12.846

Die übrigen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge in Höhe von 1,7 Mio. €.

(18) Materialaufwand

Westfalen AG Konzern
in T€ 2022 2021 2022 2021
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -1.793.377 -1.417.693 -1.813.735 -1.436.486
Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.617 -1.585 -2.198 -2.132
Materialaufwand 1.794.994 -1.419.278 -1.815.933 -1.438.618
davon Energiesteuern (-355.391) (-444.811) (-355.391) (-444.810)

(19) Personalaufwand und Mitarbeiter

Westfalen AG Konzern
in T€ 2022 2021 2022 2021
Löhne und Gehälter -88.905 -78.812 -122.858 -109.332
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung -14.684 -13.810 -22.165 -20.850
Aufwendungen für Altersversorgung -7.210 -4.122 -8.719 -5.630
Personalaufwand -110.799 -96.744 153.742 -135.812

Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter ist wie folgt:

Westfalen AG Konzern
Durchschnittliche Zahl 2022 2021 2022 2021
Industrial Gases & Services 623 608 1.225 1.162
Energy Solutions 304 276 326 316
Mobility 169 158 172 158
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 1.096 1.042 1.723 1.636

(20) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Westfalen AG Konzern
in T€ 2022 2021 2022 2021
Vertrieb -76.632 -72.982 -97.169 -90.501
Unterhaltung und Instandhaltung -46.757 -33.640 -50.959 -37.374
Verwaltung -15.640 -11.859 -22.417 -17.278
Miete, Pacht -12.580 -11.977 -17.000 -15.832
Versicherungen, Gebühren, Beiträge -8.380 -5.937 -10.167 -7.491
Forderungsbewertung -1.503 -188 -1.634 -5.163
Personalaufwendungen -544 -704 -1.505 -1.292
Abgang von Anlagevermögen -313 -608 -629 -849
Sonstige Steuern -555 -654 -765 -881
Währungsumrechnung -453 -244 -514 -302
Übrige Aufwendungen -21.348 -22.079 -18.018 -15.963
Sonstige betriebliche Aufwendungen -184.705 -160.872 -220.777 -192.926

Die übrigen Aufwendungen beinhalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 1,6 Mio. €.

(21) Beteiligungsergebnis

Westfalen AG Konzern
in T€ 2022 2021 2022 2021
Erträge aus Beteiligungen 9.989 9.992 2.710 2.917
davon aus verbundenen Unternehmen (8.224) (8.685) (0) (1.139)
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 920 453 0 0
Aufwendungen aus Verlustübernahmen -2.464 -2.374 0 0
Beteiligungsergebnis 8.445 8.071 2.710 2.917

(22) Finanzergebnis

Westfalen AG Konzern
in T€ 2022 2021 2022 2021
Erträge aus Ausleihungen des Finanzvermögens 162 453 3 3
davon aus verbundenen Unternehmen (160) (160) (0) (0)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 816 454 96 105
davon aus verbundenen Unternehmen (717) (356) (0) (0)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.671 -6.168 -1.670 -6.181
davon Aufzinsung langfristiger Rückstellungen (-1.370) (-5.715) (-1.360) (-5.715)
Finanzergebnis -693 -5.261 -1.571 -6.074

Aufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen betreffen hauptsächlich die Pensionsverpflichtungen.

(23) Ertragsteuern

Westfalen AG Konzern
in T€ 2022 2021 2022 2021
Laufender Steueraufwand -12.713 -7.252 -14.300 -8.608
Latenter Steueraufwand/-ertrag (-) -4.755 -5.827 -4.839 -5.760
Steuern für Vorjahre, Saldo 32 -1.589 -493 -1.937
Summe -17.436 -14.669 -19.632 -16.305

Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen Ertragsteuersätze lagen zwischen 18 % und 31 %.

Die Ertragsteuern sind im Berichtsjahr um 3,3 Mio. € höher (VJ 1,8 Mio. € niedriger) als der theoretische Steueraufwand, der sich bei Anwendung des zusammengefassten inländischen Konzernsteuersatzes von 31,2 % auf das Ergebnis vor Ertragsteuern ergeben hätte.

Die Überleitung vom theoretischen zum effektiven Steueraufwand zeigt die nachfolgende Tabelle:

2022 2021
in T€ in % in T€ in %
Ergebnis vor Ertragsteuern 68.455 58.848
Theoretischer Steueraufwand -21.358 31,2 -18.361 31,2
Unterschiede zu ausländischen Steuersätzen -637 -0,9 381 -0,6
Steuereffekte aus Vorjahren -11 0,0 -1.948 3,3
Steuerfreie Erträge 2.931 4,3 3.583 -6,1
Steuerlich nicht abziehbare Aufwendungen -251 -0,4 -191 0,3
Temporäre Differenzen, für die keine latenten Steuern erfasst wurden - · - -
Sonstige Steuereffekte -307 -0,4 279 -0,5
Effektiver Steueraufwand -19.632 28,7 -16.257 27,6

Sonstige Angaben

(24) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Westfalen AG Konzern
in T€ 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Miet- und Leasingverpflichtungen 36.492 34.384 50.281 46.399
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 247 (298) (0) (0)
Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen E 47.100 23.100 49.800 24.700

Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverpflichtungen umfassen hauptsächlich Grund und Boden, Gebäude sowie den Fuhrpark. Die Miet- und Leasingverpflichtungen sind innerhalb der nächsten drei Jahre fällig. Die nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäfte dienen der Entlastung der Kapitalbindung und der Flexibilisierung der Betriebsstrukturen.

Die Westfalen AG hat für eine ausländische Beteiligungsgesellschaft Patronatserklärungen im Umfang von 30,0 Mio. PLN begeben. Die mit diesen Patronatserklärungen gesicherten Verbindlichkeiten valutieren zum Bilanzstichtag bei 22,6 Mio. PLN bzw. 4,8 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €).

Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen (Patronatserklärungen) wird aufgrund der guten Ertragslage als gering eingeschätzt.

(25) Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Die nachfolgende Tabelle zeigt die bestehenden derivativen Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten:

in T€ 31.12.2022
Grundgeschäft Abgesichertes Risiko Nominalbetrag / Buchwert Gesichertes Risiko
Darlehnsverbindlichkeiten Zinsänderungsrisiko 3 bzw. 6 Monats EURIBOR 2.500 77
Die in der Mikro-Bewertungseinheit mittels Zinsswaps abgesicherten Zinsänderungsrisiken der Darlehensverbindlichkeiten haben zum 31. Dezember 2022 eine maximale Laufzeit bis zum Jahr 2024.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Währungsänderungsrisiko US-Dollar 6.898 156
Durch Micro-Hedging mittels Währungs-Terminkäufen werden auf US-Dollar basierende Wareneinkäufe aus Dezember 2022 -zahlbar Januar 2023 -von nominell 6,9 Mio. € gegen Währungsänderungen abgesichert.
Nicht bilanzierte, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete, Zahlungen Währungsänderungsrisiko US-Dollar 438 14

Durch Micro-Hedging mittels Währungs-Terminkäufen werden auf US-Dollar basierende Bestellungen für Wareneinkäufe für 2023 -zahlbar 2023- von nominell 0,4 Mio. € gegen Währungsänderungen abgesichert.

Nicht bilanzierte, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Zahlungen resultieren aus am Bilanzstichtag geplanten, noch nicht kontrahierten Beschaffungsgeschäften über Propangas und Helium.

Das abgesicherte Risiko in Höhe von insgesamt 247T€ entspricht dem Ergebnis aus vermiedenem Anstieg von Verbindlichkeiten und der unterlassenen Bildung von Drohverlustrückstellungen, welches aufgrund der Bildung von Bewertungseinheiten nicht bilanziert werden mussten.

(26) Vorstand der Westfalen AG

• Dr. Thomas Perkmann Vorsitzender des Vorstands seit 01.09.2018, verantwortlich für die BU's Industrial Gases & Services, Energy Solution und Mobility und seit 2023 für die neu geschaffene BU Respiratory Homecare
• Dr. Meike Schäffler Mitglied des Vorstands seit 01.07.2016, verantwortlich für Operations, und Production & Engineering, IT und Innovation Management
• Jesko von Stechow Mitglied des Vorstands seit 01.01.2020, verantwortlich für Controlling, Finance & Accounting, Human Resource Management und Administration

Alle Vorstandsmitglieder üben Tätigkeiten bei der WAG hauptberuflich aus.

(27) Aufsichtsrat der Westfalen AG

• Wolfgang Fritsch-Albert Vorsitzender, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Westfalen AG
• Dr. Bernhard Klofat stellvertretender Vorsitzender, stellvertretender Beiratsvorsitzender der Felix Schoeller Holding GmbH & Co. KG, Osnabrück
• Renate Fritsch-Albert Vorsitzende des Präsidialausschusses
• Thomas Arnold Vorstandsvorsitzender der Biesterfeld AG
• Michael Brink * Fachkraft für Arbeitssicherheit, Westfalen AG
• Dierk Winter * Betriebsratsvorsitzender der Westfalen AG

* Arbeitnehmervertreter

(28) Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die laufenden Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen im Berichtsjahr 3,4 Mio. € (Vorjahr: 3,1 Mio. €).

Für die ehemaligen Mitglieder des Vorstands wurden Ruhestandsbezüge in Höhe von 1,5 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €) geleistet.

Die bilanzierten Verpflichtungen für die laufenden Pensionen und für die Anwartschaften der ehemaligen Mitglieder des Vorstands betragen zum Bilanzstichtag 26,7 Mio. € (Vorjahr: 22,0 Mio. €).

Die Aufsichtsratsvergütungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €).

(29) Honorar des Abschlussprüfers

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers setzt sich wie folgt zusammen:

in T€ 2022 2021
Abschlussprüfungsleistungen 181 172
Sonstige Bestätigungsleistungen 14 4
Steuerberatungsleistungen 0 79
Sonstige Leistungen 0 5
Honorare des Abschlussprüfers 195 260

Im Berichtsjahr erfolgte ein Wechsel des Abschlussprüfers.

(30) Befreiung von der Aufstellung eines Lageberichts sowie von der Offenlegung

Für folgende Tochterunternehmen wurde von der Befreiung von Aufstellungs- und Offenlegungspflichten gemäß § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht:

caratgas GmbH, Krefeld

recava GmbH, Münster

grounded GmbH, Münster

Westfalen CO2 Betriebsgesellschaft mbH, Münster

Westfalen Industriegase GmbH, Münster

Westfalen Medical GmbH, Siegen

Mit diesen Gesellschaften bestanden zum 31. Dezember 2022 Ergebnisabführungsverträge.

(31) Nachtragsbericht

Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2023 ist weiterhin durch hohe Unsicherheiten geprägt. Der am 24. Februar 2022 begonnenen Angriffskrieges der Russischen Föderation gegen die souveräne Ukraine, der Anstieg der Energiepreise und die hohe Inflation in 2022 werden auch das Jahr 2023 stark beeinflussen. . In der Prognose für das Jahr 2023 gehen wir von einem geringen wirtschaftlichen Wachstum aber keinem schweren Wirtschaftseinbruch aus. Wir erwarten Umsatzerlöse, die insgesamt leicht unter dem Vorjahr liegen werden. Ursächlich ist das insgesamt leicht gesunkene Preisniveau insbesondere für Kraftstoffe. Aufgrund der Preisvolatilitäten wird es zu Ausschlägen in den Umsatzerlösen und Materialaufwendungen kommen, die aber auf die absolute Höhe des geplanten Rohertrages keinen signifikanten von der Planung abweichenden Wert hervorbringen werden.

Für das Jahr 2023 gehen wir von einem deutlichen Anstieg des Ergebnisses vor Steuern und Zinsen (EBIT) aus. Insbesondere erwarten wir einen einmaligen, positiven Sondereffekt. Operativ wird das EBIT zurückgehen, weil das hohe Margenniveau des Jahres 2022 in den Business Units Industrial Gases & Solutions und Energy Solutions in 2023 nicht erreicht werden kann. Das EBIT der Business Unit Mobility bewegt sich auf dem Niveau des Vorjahres.

(32) Nahestehende Unternehmen und Personen

Die Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden entsprechend § 314 Abs. 1 Nr. 13 HGB nicht zu marktunüblichen Bedingungen abgewickelt.

(33) Gewinnverwendungsvorschlag

Es wird der Hauptversammlung vorgeschlagen, den Bilanzgewinn der Westfalen AG für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 14,9 Mio. € zur Ausschüttung einer Dividende von 0,83 € je dividendenberechtigter Aktie zu verwenden und im Übrigen in die Gewinnrücklagen einzustellen.

(34) Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Westfalen Gruppe vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Westfalen AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Westfalen Gruppe so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Westfalen Gruppe beschrieben sind.

 

Münster, den 31.03.2023

Westfalen Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Thomas Perkmann

Dr. Meike Schäffler

Jesko von Stechow

Liste der Beteiligungen

Name und Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil Eigenkapital Jahresergebnis
% T€ T€
I. Verbundene Unternehmen, die in den Konzernabschluss der Westfalen AG einbezogen sind
Inland
1 caratgas GmbH, Krefeld 100,0 25 299 1)
2 fillibri GmbH & Co. KG, Münster 76,0 1.767 -2.908
3 fillibri Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH, Münster 100,0 22 1
4 grounded GmbH, Münster 100,0 26 66 1)
5 recava GmbH, Münster 100,0 21 -137 1)
6 Westfalen CO 2 Betriebsgesellschaft mbH, Münster 100,0 25 34 1)
7 Westfalen Industriegase GmbH, Münster 100,0 52 521 1)
8 Westfalen Medical GmbH, Siegen 100,0 -1.394 -2.327 1)
9 Sustayn GmbH, Essen 70,0 -547 -658
Ausland
10 Westfalen Austria GmbH, Gramatneusiedl/Österreich 100,0 -6.972 67
11 Westfalen BV, Aalst/Belgien 100,0 3.567 526
12 Westfalen France S.a.r.l., Rosselange/Frankreich 100,0 7.215 1.458
13 Westfalen Gas Schweiz GmbH, Eiken/Schweiz 100,0 5.321 564
14 Westfalen Gassen Nederland B.V., Deventer/Niederlande 100,0 5.353 895
15 Westfalen Medical B.V., Deventer/Niederlande 100,0 6.649 1.984
16 Cryotrans B.V., Rotterdam/Niederlande 100,0 477 459
II. Verbundene Unternehmen, die nicht in den Konzernabschluss der Westfalen AG einbezogen sind
17 Westfalen Biogas GmbH (ehemals Westfalen Gas GmbH), Münster 100,0 -9 -35 3)
18 Westfalen Transport- und Logistikgesellschaft mbH, Münster 100,0 56 1 3)
III. At Equitv bewertete Beteiligungen
19 Baltyk Gaz Sp. z o.o., Rumia/Polen 50,0 8.269 1.657 2) 4)
20 CO 2 Betriebs-GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main 50,0 225 -13 4)
22 Flüssiggaslager Alt Zachun GmbH & Co. KG, Alt Zachun 40,0 260 135 5)
23 Flüssiggaslager Weißenhorn GmbH & Co. KG, Weißenhorn 33,3 615 54
24 GOX GmbH, Neu-Ulm 50,0 295 57 4)
25 MTI Energie GmbH, Neu-Ulm 51,0 171 30 4)
26 MTI Immobilien GmbH, Neu-Ulm 51,0 1.018 248 4)
27 MTI IndustrieGase AG, Neu-Ulm 51,0 3.376 973 4)
28 WEAT Electronic Datenservice GmbH, Düsseldorf 20,0 8.585 3.903 5)
29 Westfalen Flüssiggaslager Wanzleben GmbH & Co. KG, Wanzleben 50,0 154 83 4)
30 Westfalen-Chemie GmbH & Co. KG, Salzbergen 50,0 26 280 4)5)

1) Ergebnisabführungsvertrag; Befreiung gem. § 264 Abs. 3 HGB
2) Werte aus dem Geschäftsjahr vom 01.04.2021 - 31.03.2022
3) Gem. § 296 Abs. 2 HGB i.S.d. Einbeziehungswahlrechts wegen untergeordneter Bedeutung wurde auf die Einbeziehung in den Konzernabschluss verzichtet
4) Keine Einbeziehung in den Konzern im Wege der Vollkonsolidierung gem. § 296 Abs 2 HGB auf Grund von untergeordneter Bedeutung
5) Werte aus dem Geschäftsjahr 2021

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Westfalen AG, Münster

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahres- und den Konzernabschluss der Westfalen AG - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022, dem zusammengefassten (Konzern-)Anhang, der Konzernkapitalflussrechnung und Konzerneigenkapitalspiegel, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten (Konzern-)Lagebericht der Westfalen AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die Angaben zur Nachhaltigkeit im Abschnitt "3 Nachhaltigkeit" inkl. der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 1 HGB (Angabe zur Frauenquote im Abschnitt "3.3 Mitarbeitende") haben wir im Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahres- und Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft bzw. des Konzerns zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste (Konzern-)Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft bzw. des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste (Konzern-)Lagebericht in Einklang mit dem Jahres-/Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf die Inhalte der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung sowie der Angaben zur Nachhaltigkeit.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahres- und Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses und des zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses und des zusammengefassten (Konzern-) Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen bzw. den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahres- und Konzernabschluss und zum zusammengefassten (Konzern-)Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) im Abschnitt "3.3 Mitarbeitende") sowie die weiteren Angaben zur Nachhaltigkeit im Abschnitt "3 Nachhaltigkeit" des Lageberichtes.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen:

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahres-/ Konzernabschluss und den zusammengefassten (Konzern-)Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahres-/Konzernabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahres-/Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft bzw. des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahres-/Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahres-/Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft bzw. des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft/des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahres-/ Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten (Konzern-) Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten (Konzern-) Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahres-/Konzernabschlusses und des zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahres-Konzernabschlusses und des zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahres-/ Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste (Konzern-)Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft bzw. des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahres-/Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahres-/Konzernabschluss und zum zusammengefassten (Konzern-)Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahres-/Konzernabschlusses und zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahres-Konzernabschluss und im zusammengefassten (Konzern-)Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahres-/Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft bzw. des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahres-/Konzernabschluss und im zusammengefassten (Konzern-)Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft bzw. der Konzern ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahres-/Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie, ob der Jahres-/Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahres-/Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft bzw. des Konzerns vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts mit dem Jahres-/Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens bzw. des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten (Konzern-)Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der

zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Dortmund, den 2. Juni 2023

Baker Tilly GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Düsseldorf

Stefan Berning, Wirtschaftsprüfer

Philipp Jarzina, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats der Westfalen Aktiengesellschaft

Im Geschäftsjahr 2022 hat sich der Aufsichtsrat der Westfalen Aktiengesellschaft in vier Sitzungen sowie durch schriftliche und mündliche Berichte fortlaufend über die Entwicklung und Lage der Gesellschaft informiert und die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht. Als Vorlagen dienten Berichte des Vorstands über die strategische Ausrichtung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Abweichungen des Geschäftsverlaufes von den aufgestellten Plänen sowie die operativen Entscheidungen in der Gruppe.

Auch im vergangenen Jahr beriet der Aufsichtsrat wieder ausführlich zu einer Vielzahl von Themen. Zu den Schwerpunkten der Beratungen im Aufsichtsrat gehörten die Absatz- und Ergebnisvorausschau sowie der Geschäftsverlauf verglichen mit den internen Schätzungen, ferner die Entgegennahme der Berichte der Abschlussprüfer und die Prüfung der Jahresabschlüsse der Westfalen Aktiengesellschaft und der Westfalen Gruppe für das Geschäftsjahr 2021 sowie die Planungen für das Jahr 2022 und die beiden Folgejahre. Weitere Themen waren die Auswirkungen des Überfalls Russlands auf die Ukraine sowohl auf der Absatz- als auch auf der Einkaufsseite, insbesondere bei den Strom- und Energiepreisen. Ausführlich diskutiert wurde die Unternehmensstrategie und die "Vision 2030", dabei insbesondere die Entwicklungen im Bereich Wasserstoff und bei Respiratory Homecare. Darüber hinaus beriet der Aufsichtsrat zu größeren Investitionsprojekten wie dem Bau eines LNG-Verflüssigers, aber auch zu Themen wie dem Markenauftritt des Unternehmens, der IT-Sicherheit und der Optimierung der Werke. Weitere Berichte gab es auch zu den Arbeiten der Internen Revision, zum Stand der Compliance- und Nachhaltigkeitsaktivitäten und zum Personal.

Die von der Hauptversammlung am 24. Juni 2022 zum Abschlussprüfer des Geschäftsjahres 2022 gewählte Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Dortmund, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss und den Lagebericht der Westfalen Aktiengesellschaft, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte sowohl für den Jahres- als auch für den Konzernabschluss uneingeschränkte Bestätigungsvermerke. Die Abschlussunterlagen und Prüfungsberichte wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 16. Juni 2023 zusammen mit dem Abschlussprüfer umfassend diskutiert. Der Aufsichtsrat stimmt nach eigener Prüfung dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Einwendungen sind, nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung, nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat billigt damit den Jahresabschluss und Konzernabschluss, wodurch Ersterer gemäß § 172 AktG damit festgestellt ist. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns und zur Zahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2022 schloss sich der Aufsichtsrat an.

Die Herausforderungen des neuen Geschäftsjahres sind vielfältig: Insbesondere die Umsetzung der Unternehmensvision 2030, die damit verbundenen hohen Investitionen aber auch die weitere Arbeit an der Verschlankung von Prozessen und der dauerhaften Optimierung und Digitalisierung in allen Unternehmensbereichen.

Das Geschäftsjahr 2022 war eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte des Unternehmens.

Der gesamte Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Westfalen Gruppe, die mit unermüdlicher Leistungsbereitschaft und hoher Motivation alle gemeinsam zum Erfolg des Geschäftsjahres 2022 beigetragen haben.

 

Münster, den 16. Juni 2023

Der Aufsichtsrat

Wolfgang Fritsch-Albert, Vorsitzender

Niederschrift über die ordentliche Hauptversammlung der Westfalen Aktiengesellschaft mit Sitz in Münster am 16. Juni 2023

in den Geschäftsräumen des Unternehmens

- Auszug -

Der Vorsitzende stellte sodann fest, dass der Aufsichtsrat den Jahresabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 geprüft und gebilligt hat und somit gemäß § 172 AktG der Jahresabschluss mit der Billigung festgestellt ist.

Zu Punkt 2 der Tagesordnung

Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns 2022

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den nach Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen gemäß Ziff. 18.3. der Satzung der Gesellschaft verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von EUR 22.923.317,52 zur Zahlung einer Dividende in Höhe von EUR 14,915 Mio. zu verwenden.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen ferner vor, die verbleibenden EUR 8.008.317,52 den anderen Gewinnrücklagen zuzuführen.

Auf die Frage des Vorsitzenden, ob dem Vorschlag des Vorstands und des Aufsichtsrates widersprochen wird, wurde ein Widerspruch nicht erhoben. Damit ist die vorgeschlagene Gewinnverwendung einstimmig ohne Stimmenthaltungen beschlossen. Diesen Beschluss verkündete der Vorsitzende.

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