VR Bank Weimar eG

Stammdaten

Register
Amtsgericht Jena GnR 100082
Eingetragen
27.6.1991
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Gegenstand von Amts wegen berichtigt, nun: Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften sowie Dienstleistungen und die nicht genehmigungspflichtige Erzeugung von Energien, insbesondere a) die Pflege des Spargedankens, vor allem durch Annahme von Spareinlagen; b) die Annahme von sonstigen Einlagen; c) die Gewährung von Krediten aller Art; d) die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften, e) die Durchführung des Zahlungsverkehrs; f) die Durchführung des Auslandsgeschäfts einschließlich des An- und Verkaufs von Devisen und Sorten; g) die Vermögensberatung, Vermögensvermittlung und Vermögensverwaltung; h) der Erwerb und die Veräußerung sowie die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten; i) die Vermittlung oder der Verkauf von Bausparverträgen, Versicherungen, Immobilien und Reisen; j) das Betreiben von Warengeschäften sowie das Erbringen von Beratungsdienstleistungen auch für andere Kreditinstitute, k) die Errichtung, der Erwerb und die Unterhaltung von Anlagen zur Erzeugung von Energien sowie der Absatz der gewonnenen Energien in Form von Strom und/oder Wärme an die Netzbetreiber, l) der Erwerb, die Erschließung, die Bebauung und die Veräußerung von Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten sowie deren Vermietung zur wohnwirtschaftlichen und/oder gewerblichen Nutzung.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Michael Galander
seit 30.1.2020
Vorstandsmitglied
Christian Meier
seit 1.11.2016
Prokura
Martin Wagner
seit 18.8.2006
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

VR Bank Weimar eG

Weimar

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

VR Bank Weimar eG, Weimar

Gliederung des Lageberichts

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

b) Finanzlage

c) Vermögenslage

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

C. Risiko- und Chancenbericht

D. Prognosebericht

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Die VR Bank Weimar eG ist eine Genossenschaftsbank mit einer langjährigen Verbindung zur Region und ihren Menschen.

Als Genossenschaftsbank besteht unsere Kernaufgabe darin, die wirtschaftliche Entwicklung unserer Mitglieder und Kunden zu fördern. Darin gründet auch die enge regionale Bindung an das Geschäftsgebiet in Weimar und dem Landkreis Weimarer Land. In unserem Geschäftsgebiet unterhalten wir Filialen und SB-Filialen. Zweigniederlassungen werden nicht unterhalten.

Unser Geschäftsmodell fokussiert sich darauf, ein aktiver, moderner und kompetenter Dienstleister zu sein, dessen Ziel es ist, der Bevölkerung und den Unternehmen der Region Partner in allen finanziellen Fragen zu sein.

Die Bank hat als zentrale Geschäftsfelder das Privat- und das Firmenkundengeschäft sowie als Ergänzung zum Kundengeschäft und zur Liquiditäts-, Ertrags und Risikosteuerung das Eigengeschäft definiert.

Das Institut nutzt darüber hinaus das Leistungsangebot innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken.

Zum Jahresende 2023 waren in unserer Bank 71 Mitarbeiter beschäftigt, davon 42 Vollzeitbeschäftigte und 29 Teilzeitbeschäftigte. Dies entspricht einem auf Vollzeitbeschäftigte umgerechneten Personalbestand von 63,96 Mitarbeitern. Außerdem befinden sich 8 junge Menschen in der Ausbildung zur Bankkauffrau bzw. zum Bankkaufmann.

Zum 31.12.2023 hat die VR Bank Weimar eG 7.393 Mitglieder. Die Anzahl der Genossenschaftsmitglieder hat sich im Jahresverlauf um 90 reduziert.

Gesetzlicher Prüfungsverband der VR Bank Weimar eG ist der Genoverband e. V. mit Sitz in Neu-Isenburg.

Zur Erfüllung von § 1 EinSiG i. V. m. § 1 Abs. 3d Satz 1 KWG gehört die Bank der BVR-Institutssicherung (BVR-ISG-Sicherungssystem) an. Das BVR-ISG-Sicherungssystem ist eine Einrichtung der BVR Institutssicherung GmbH Berlin (BVR-ISG), die als amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem gilt.

Daneben ist unsere Genossenschaft der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. (BVR-SE) angeschlossen, die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht. Die BVR-SE ist als zusätzlicher genossenschaftlicher Schutz parallel zum BVR-ISG-Sicherungssystem tätig.

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

a. Konjunktur in Deutschland

Leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung

Im Jahr 2023 beeinträchtigten die Spätfolgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Coronapandemie die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Wegen dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (+1,8 %). Die Inflationsrate verminderte sich zwar von 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 auf 5,9 % in 2023. Der Preisauftrieb blieb damit aber weiterhin ausgesprochen hoch.

Dämpfende Einflüsse überlagern sich

Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Dabei überlagerten sich die dämpfenden Einflüsse vielfach. Die bis ins Frühjahr bestehenden Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung erfüllten sich nicht. Zu Jahresbeginn wurde die Konjunktur vor allem durch die nur langsam schwindenden Belastungen durch die hohe Inflation, die Materialengpässe und die teilweise noch bestehenden Coronaschutzmaßnahmen gedämpft. Im weiteren Jahresverlauf belasteten dann verstärkt die von den westlichen Notenbanken in Reaktion auf die Inflation vorgenommenen kräftigen Leitzinsanhebungen die wirtschaftliche Situation in Deutschland und weltweit. Überlagert wurden diese Einflüsse auch von dem andauernden Arbeits- und Fachkräftemangel hierzulande und den hohen Unsicherheiten, beispielsweise über die Folgen des Ende 2023 eskalierenden Nahostkonflikts und den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November. In Reaktion auf das Urteil musste die Bundesregierung zum Jahresende in ihrer Finanzplanung deutliche Kürzungen und Einsparungen vornehmen.

Inflation hemmt den Privatkonsum

Nach einem durch die Erholung von der Coronakrise getriebenen kräftigen Zuwachs im Vorjahr um 3,9 % gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,7 % zurück. Hauptgrund war der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise, der die Kaufkraft der Einkommen vieler Haushalte deutlich dämpfte. Vor allem in Bereichen, in denen die Preise auf dem hohen Stand des Vorjahres verharrten oder sogar weiter zulegten, kam es zu rückläufigen Ausgaben. Die Privathaushalte gaben insbesondere für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (-6,3 %) sowie Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (-4,5 %) erheblich weniger aus, trotz der vielfach deutlichen Lohn- und Gehaltssteigerungen und der insgesamt robusten Arbeitsmarktlage. Die staatlichen Konsumausgaben verminderten sich mit dem Wegfall von pandemiebedingten Sonderausgaben ebenfalls. Der Staatskonsum, der 2022 noch um 1,6 % gestiegen war, sank um deutliche 1,5 %. Insgesamt trugen die Konsumausgaben mit einem Beitrag von -0,7 Prozentpunkten wesentlich zum Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts bei.

Gespaltene Investitionskonjunktur

Ähnlich wie bereits im Vorjahr zeigte sich die Investitionskonjunktur gespalten. Einerseits legten die Investitionen in Ausrüstungen wie Fahrzeuge und Maschinen erneut zu, wenn auch schwächer als 2022 (+3,0 % nach +4,0 %). Hier stützen die abnehmenden Lieferengpässe die Entwicklung, die eine sukzessive Abarbeitung der aufgestauten Auftragsbestände ermöglichten. Andererseits gaben die Bauinvestitionen, die im Vorjahr um 1,8 % gesunken waren, abermals nach. Sie wurden noch stärker als die Ausrüstungsinvestitionen durch die rasant steigenden Leitzinsen ausgebremst und verminderten sich, trotz eines witterungsbedingt günstigen Jahresauftakts, um 2,7 %. Neben dem zinsbedingten Nachfragerückgang, von dem der Wohnungsbau noch stärker als der Gewerbebau betroffen war, belastete die nur langsam nachlassende Baupreisdynamik das Investitionsgeschehen. Alles in allem gingen von den Bruttoanlageinvestitionen ein leicht negativer Impuls (0,1 Prozentpunkte) für das preisbereinigte Wirtschaftswachstum aus.

Schwacher Außenhandel

Der grenzüberschreitende Handel der deutschen Wirtschaft konnte 2023 nicht an die deutlichen Zuwächse während der Erholung von der Coronakrise im Jahr 2022 anknüpfen. Sowohl die Exporte als auch die Importe sanken um 2,2 % beziehungsweise 3,4 %, nachdem sie im Vorjahr noch um 3,3 % und 6,6 % gestiegen waren. Maßgeblich für den Rückgang des Exportgeschäfts war die im Jahresverlauf schwächer werdende weltwirtschaftliche Gangart. Zudem belasteten die hohen inländischen Energiekosten die deutschen Exportunternehmen, insbesondere in den energieintensiven Produktionsbereichen wie der chemischen Industrie. Dämpfend auf die Importe wirkte wiederum die schwache inländische Produktions- und Konsumentwicklung. Da die Importe jedoch stärker sanken als die Exporte, wirkte der Außenhandel als Ganzes rechnerisch mit einem Wachstumsbeitrag von +0,6 Prozentpunkten dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts entgegen.

Niedrigeres Finanzierungsdefizit des Staates

Die staatlichen Einnahmen expandierten 2023 mehr als die Ausgaben. Befördert wurde das Einnahmenwachstum nicht zuletzt durch steigende Sozialbeiträge und höhere Verkaufserlöse, unter anderem aus Anhebungen von städtischen Gebühren und von Eintrittsgeldern für öffentliche Einrichtungen. Stärkste Treiber des Ausgabenwachstums waren Anpassungen bei den Renten und Pensionen sowie höhere Zinsaufwendungen. Hinzu kamen umfangreiche Mehrausgaben zur Abmilderung der Energiekrise, wie die Zahlungen für die Gas-, Fernwärme- und Strompreisbremsen der Bundesregierung. Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit gab in Relation zum nominal kräftig gestiegenen Bruttoinlandsprodukt leicht von 2,5 % im Vorjahr auf 2,1 % nach. Die staatliche Schuldenquote, die 2022 noch bei 66,1 % lag, ist im Jahr 2023 auf 63,6 % des BIP gesunken.

Robuste Arbeitsmarktlage

Trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche blieb der Arbeitsmarkt in einer soliden Grundverfassung. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl in der Statistik, auch wegen der verstärkten Erfassung Geflüchteter, von 2,4 Millionen Menschen im Vorjahr auf 2,6 Millionen Menschen. Die Arbeitslosenquote befand sich mit 5,7 % aber nach wie vor auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und nur leicht über dem Stand von 2022 (+5,3 %). Zudem hielt der Beschäftigungsaufbau an. Die Erwerbstätigenzahl kletterte im Vorjahresvergleich um gut 300.000 auf einen neuen Rekordwert von rund 45,9 Millionen Menschen.

Inflationsrate nach Höchststand etwas gesunken

Nachdem die jährliche Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex 2022 mit 6,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte, ging sie 2023 etwas zurück. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 5,9 %, wobei die Monatswerte einen klar rückläufigen Trend zeigten. So ist die Inflationsrate ausgehend von den im Januar und Februar mit jeweils 8,7 % markierten Maximalwerten bis November und Dezember auf Jahrestiefstände von 3,2 % und 3,7 % gefallen. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie. Angesichts staatlicher Entlastungsmaßnahmen und rückläufiger Notierungen für Energieträger verteuerten sich Energieprodukte 2023 um unterdurchschnittliche 5,3 %, nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Vorjahr. Bei Nahrungsmitteln hielt hingegen der hohe Preisauftrieb nahezu ungebremst an. Sie verteuerten sich um 12,4 %, nach einer Erhöhung um 13,4 % im Vorjahr.

Industrie mit leichtem Wertschöpfungsrückgang

Im Verarbeitenden Gewerbe belasteten die trotz der nachlassenden Preisdynamik insgesamt noch immer sehr hohen Energiepreise, die nur langsam schwindenden Materialengpässe und die globale Nachfrageschwäche die Lage. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs gab daher nochmals leicht nach. Sie sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % und damit in gleichem Umfang wie 2022 (-0,3 %). Innerhalb der Industrie zeigten sich abermals sehr unterschiedliche Entwicklungen, wie die Produktionsdaten verdeutlichen. Während die wichtige Automobilindustrie die noch recht hohen Auftragsbestände vom Jahresbeginn teilweise abarbeiten und ihre Erzeugung um deutliche 10,9 % steigern konnte, ging die Produktion im ebenfalls gewichtigen Maschinenbau um 1,3 % zurück, auch wegen der schwachen in- und ausländischen Nachfrage. Die stärksten Produktionseinbußen mussten aber erneut einige energieintensiven Industriezweige hinnehmen. Dazu zählen die chemische Industrie (-10,8 %), deren Produktion auf den niedrigsten Stand seit 1995 sank, die Herstellung von Glas, Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erde (-14,4 %) sowie die Metallerzeugung und -bearbeitung (-3,7 %). Ungeachtet des neuerlichen Wertschöpfungsrückgangs legte die Erwerbstätigenzahl im Verarbeitenden Gewerbe etwas zu, um 0,2 % auf fast 7,5 Mio. Menschen.

Verhaltene Baukonjunktur

Die Baukonjunktur präsentierte sich abermals schwach. Nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr (3,3 %) verminderte sich die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Baugewerbes 2023 nochmals, wenngleich mit einer Veränderungsrate von -0,2 % weniger stark als zuvor. Hemmend auf die Aktivitäten des Wirtschaftsbereichs wirkten vor allem die weiterhin hohen Baukosten, der anhaltende Mangel an Arbeitskräften und die, wegen der gestiegenen Zinsen, verschlechterten Finanzierungsbedingungen. Hiervon war insbesondere der Hochbau betroffen, während sich die Geschäfte im Tiefbau und im Ausbaugewerbe vergleichsweise besser entwickelten. Darauf deuten unter anderem die amtlichen Umsatzdaten hin, die allerdings nicht preisbereinigt, sondern lediglich in jeweiligen Preisen verfügbar sind. So expandierte der baugewerbliche Umsatz im Hochbau in den ersten drei Quartalen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lediglich um 1,1 %. Im Tiefbau und im Ausbaugewerbe kam es hingegen zu kräftigen Zuwächsen um 12,2 % und um 15,7 %, befördert einerseits durch einen regen Straßenbau und anderseits durch eine hohe Nachfrage nach energetischen Sanierungen. Trotz der allgemeinen Schwäche hielt der Stellenaufbau im Baugewerbe an. Die Erwerbstätigenzahl kletterte um 0,5 % auf reichlich 2,6 Mio. Menschen.

Stabile Geschäftsentwicklung im Handwerk

Das Handwerk hat die vielfältigen Herausforderungen des Jahres 2023 vergleichsweise robust gemeistert. Darauf lässt der Geschäftsklimaindikator des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks schließen, der nach einem Rückgang im Vorjahr wieder über die Marke von 100 Punkten stieg, die eine Grenze zwischen einer positiven und einer negativen Konjunkturlage markiert. Differenziert nach den einzelnen Gewerbezweigen zeigten sich aber teilweise recht unterschiedliche Entwicklungen. Dies verdeutlichen die Umsatzdaten der amtlichen Handwerksberichterstattung, die ebenfalls nur in jeweiligen Preisen vorliegen. Demnach übertraf der Umsatz des gesamten Handwerks in den ersten drei Quartalen seinen entsprechenden Vorjahreswert um 6,5 %. Besonders deutlich fiel das Wachstum im Kraftfahrzeuggewerbe (+9,0 %) und im Ausbaugewerbe (+8,0 %) aus, angeregt durch eine spürbare Belebung der Neuwagen- und Gebrauchtwagenmärkte sowie durch die hohe Nachfrage nach Energieeffizienzmaßnahmen und nach Photovoltaik-Anlagen. Im Handwerk für den gewerblichen Bedarf (+5,8 %) und in den Bauhauptgewerken (+1,2 %) stiegen die Umsätze demgegenüber weniger deutlich, was angesichts der allgemein schwachen Industrie- und Baukonjunktur nicht verwundert.

Schwieriges Jahr für den Einzelhandel

Im Einzelhandel haben die im Vorjahresvergleich nur wenige verminderten Preisanstiege merkliche Spuren hinterlassen. Wegen der Kaufkraft zehrenden Inflation hielten sich die Verbraucher mit ihren Ausgaben zurück. Zusätzlich dämpften die hohen wirtschaftlichen Unsicherheiten die Anschaffungsneigung. Vor diesem Hintergrund sank der preisbereinigte Einzelhandelsumsatz um deutliche 3,3 %, nachdem er bereits 2022 um 0,7 % nachgegeben hatte. In den stärker von der Coronapandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 war der Einzelhandelsumsatz noch um 4,8 % und 0,6 % gestiegen, befördert unter anderem durch eine Sonderkonjunktur im Internet- und Versandhandel. Besonders deutlich sank der Umsatz 2023 im Einzelhandel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf (-7,4 %) und im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (-6,0 %). Auch im Internet- und Versandhandel (-3,9 %) musste ein überproportionaler Rückgang hingenommen werden. Im sonstigen Einzelhandel (-0,5 %), der beispielsweise Fahrräder und Bücher umfasst, fiel die Entwicklung demgegenüber günstiger aus und im Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren (+2,6 %) konnte sogar ein Umsatzplus erzielt werden, entgegen der allgemeinen Tendenz.

Umsatzrückgang im Großhandel

Angesichts der rückläufigen Konsumausgaben und der verhaltenen Industriekonjunktur gab der preisbereinigte Absatz im Großhandel ebenfalls nach. Dies legen zumindest die amtlichen Monatsdaten nahe, die bis einschließlich November vorliegen. Demnach unterschritt der Großhandelsumsatz im Zeitraum von Januar bis November sein entsprechendes Vorjahresniveau um 4,2 %, wobei der Produktionsverbindungshandel (4,9 %) einen stärkeren Rückgang erfuhr als der Konsumtionsverbindungshandel (-3,4 %). Der Gesamtverlauf war damit wesentlich ungünstiger als im Jahresdurchschnitt 2022 (+0,9 %). Mit Ausnahme des Großhandels mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren, der von der verbesserten Lage im Agrarsektor profitierte und seinen preisbereinigten Umsatz um 5,3 % steigerte, verringerte sich der Absatz in allen Handelsgruppen. Am deutlichsten war der Umsatzrückgang im Großhandel ohne ausgeprägten Schwerpunkt (-10,0 %), der unter anderem den nicht anderweitig zuordenbaren Großhandel mit Rohstoffen und Halbwaren umfasst.

Dienstleistungssektor mit Wertschöpfungszuwachs

Der Dienstleistungssektor blieb 2023 eine zentrale Stütze der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs legte mit einem Anstieg um 0,5 % allerdings weniger dynamisch zu als im Vorjahr (+3,0 %). Innerhalb des tertiären Sektors fiel das Wachstum in den Bereichen Informations- und Kommunikationsdienstleister (+2,6 %) und sonstige Dienstleister (+1,8 %) am deutlichsten aus, weiterhin befördert durch die in vielen Lebensbereichen voranschreitende Digitalisierung beziehungsweise das Auslaufen von Infektionsschutzmaßnahmen. Auch in den Bereichen Grundstücks- und Wohnungswesen (+1,1 %) und öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+1,0 %) fiel das Wachstum überdurchschnittlich stark aus. Deutlich schwächer entwickelten sich die Bereiche Unternehmensdienstleister (+0,4 %), Finanz- und Versicherungsdienstleister (-0,4 %) sowie Handel, Verkehr, Gastgewerbe (-1,0 %), wofür nicht zuletzt die kraftlose Industriekonjunktur verantwortlich war. Die Erwerbstätigenzahl stieg im Dienstleistungssektor als Ganzes um knapp 300.000 beziehungsweise 0,9 % auf fast 34,6 Mio. Menschen. Bezogen auf die Gesamtwirtschaft sind damit 9 von 10 zusätzliche Arbeitsplätze in diesem Sektor entstanden.

Verbesserte Lage in der Landwirtschaft

Die ökonomischen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine blieben für die landwirtschaftlichen Betriebe 2023 ein wichtiges Thema. Angesichts der kriegsbedingt engen Versorgungslage an den globalen Nahrungsmittel- und Rohstoffmärkten kam es kurzfristig in einigen Bereichen zu enormen Preissteigerungen. Darüber hinaus wurde die Landwirtschaft durch strukturelle Veränderungen in der Tier- und hier vor allem in der Schweinehaltung beeinflusst, die zu einer geringeren Erzeugung von tierischen Lebensmitteln führten. Da jedoch die Erzeugerpreise allgemein stärker stiegen als die Betriebsmittelpreise, konnten viele Betriebe wieder zur wirtschaftlichen Profitabilität zurückfinden. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes stieg das Unternehmensergebnis im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2022/23 gegenüber dem Vorjahr um 45 % auf 115.400 Euro. Abgesehen von den Wein- und Obstbaubetrieben konnten nahezu alle Betriebsformen ihr Ergebnis steigern. Auch im gesamten Agrarsektor, zu dem neben der Landwirtschaft die Forstwirtschaft und die Fischerei gezählt werden, hat sich die wirtschaftliche Lage verbessert. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung expandierte um 1,4 %, allerdings begleitet von einem weiteren Rückgang der Erwerbstätigenzahl um 0,5 % auf rund 550.000 Menschen.

b. Finanzmärkte

Die Finanzmärkte sehen Zins- und Inflationsgipfel erreicht

Das langsame, noch andauernde Abklingen des Inflationsschocks des Jahres 2022 dominierte das vergangene Jahr 2023 an den Finanzmärkten. Die Notenbanken setzten ihre geldpolitischen Straffungen aus dem Vorjahr fort und erhöhten ihre Leitzinsen weiter. Die größten westlichen Notenbanken, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve der USA (Fed), erreichten damit 2023 und binnen unter achtzehn Monaten Erhöhungsphase die höchsten Leitzinsniveaus seit der globalen Finanzkrise von 2008; im Falle der EZB die höchsten seit Einführung des Euro. Im Zuge dieser Zinspolitik sanken die konjunkturellen Aussichten der Weltwirtschaft aufgrund der steigenden Finanzierungskosten. Auch die Entwicklung in der Volksrepublik China trug zur einsetzenden Konjunkturbremsung bei, da das dortige Wachstum durch eine Immobilienkrise und Nachwirkungen der strengen Nullcovidpolitik geschwächt wurde.

Geopolitische Unsicherheiten wie der andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der durch den Terrorangriff der Hamas auf Israel intensivierte Nahostkonflikt oder die Rivalität zwischen China und den USA belasteten die Konjunkturaussichten ebenfalls.

Die Finanzmärkte entwickelten sich trotz dieser Belastungen jedoch eher positiv und bewerteten die rückläufigen Inflationsraten des Jahres 2023 als Zeichen für schneller als erwartet folgende Zinssenkungen im Jahr 2024. So fiel die Verbraucherpreisinflation in den USA zum Jahresende auf 3,4 %, nachdem sie im Januar 2023 noch bei mehr als doppelt so hohen 6,4 % gelegen hatte. Im Euroraum war sie im selben Zeitraum von 8,6 auf 2,9 % gefallen. Zwar entwickelte sich die für die Geldpolitik maßgebliche Kernrate, die um die schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Nahrung bereinigt ist, weniger dynamisch. Sie fiel in den USA von 5,6 auf 3,9 % und im Euroraum von 7,1 auf ebenfalls 3,9 %. Doch die Finanzmärkte reagierten stark auf die Rückgänge, wodurch Aktien- und Anleihekurse vor allem in der Jahresendrallye deutlich zulegten.

USA: Fed lässt Zinserhöhungszyklus auslaufen

Die US-Notenbank Fed beendete am 27. Juli 2023 ihren geldpolitischen Straffungskurs bei einem Leitzinskorridor von 5,25 bis 5,5 %. Damit erhöhte die Fed ihre Zinsen 2023 noch um 100 Basispunkte, nachdem sie 2022 mit 425 Basispunkten das Gros ihrer geldpolitischen Reaktion auf den Inflationsschock bereits vollzogen hatte. Den Abbau ihrer Bestände an Staatsanleihen und Mortgage-backed securities (hypothekarisch besicherten Wertpapiere) setzte die US-Notenbank in dem von ihr 2022 festgelegten Tempo fort. Von August bis Dezember 2023 hielt die Fed ihre Leitzinsen stabil und kündigte an, diesen Kurs bis ins Jahr 2024 beibehalten zu wollen. Senkungen der Leitzinsen schloss die Fed in ihrer Außenkommunikation auch für 2024 bis zu jenem, noch zu erreichenden Zeitpunkt aus, an dem die Inflation gesichert zum Zielwert von 2 % zurückkehrt. Weitere Zinserhöhungen hielt sie sich für den Fall wieder steigender Inflation hingegen explizit offen, trotz zum Jahresende rückläufiger Kerninflationsraten.

Europa: EZB erhöht Leitzinsen um 200 Basispunkte auf höchstes Zinsniveau ihrer Geschichte

Nachdem die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen 2022 um 250 Basispunkte erhöht hatte, vollzog sie 2023 sechs weitere Zinserhöhungen um 200 Basispunkte. Am 20. September 2023 erreichten die Leitzinsen ihren vorläufigen Höhepunkt mit 4 % für die Einlagefazilität und 4,5 % für die Hauptrefinanzierungsfazilität sowie 4,75 % für die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Damit überschritt die EZB erstmals ihr vor der Finanzkrise erreichtes Leitzinsniveau, als die Einlagefazilität im Maximum bei 3,25 % gelegen hatte. Auf den nachfolgenden Sitzungen bis zum Jahresende bestätigte die EZB dieses Zinsniveau und kündigte an, es so lange aufrecht halten zu wollen, bis die Inflation das mittelfristige EZB-Ziel von 2 % wieder erreiche. Parallel zu ihren Leitzinserhöhungen fuhr die EZB auch ihre Anleihekaufprogramme weiter zurück, um dadurch ihre restriktive Geldpolitik zu verstärken. Dadurch ging die zusätzliche Nachfrage der Notenbank an den Anleihemärkten deutlich zurück, die in der Niedrigzinsphase dazu gedient hatte, die langfristigen Zinsen zu senken. Indem sie diese Nachfrage entzog, wollte die EZB diese langfristigeren Zinsen wieder steigen lassen und damit die Wirkung ihrer zuerst die kurzen Fristen beeinflussenden Leitzinsen unterstützen. Ab Juli 2023 wurden fällig werdende Anleihen im Portfolio des 2014 eingeführten Programms APP nicht wieder reinvestiert, nachdem sie zuvor noch teilweise reinvestiert worden waren. Im Schnitt wurden 2023 monatlich ungefähr 27,6 Milliarden Euro APP-Volumen nicht wieder reinvestiert.

Auf der letzten geldpolitischen Sitzung am 14. Dezember 2023 entschied die Notenbank zudem, fällig werdende Anleihen des 2020 aufgelegten Pandemiekaufprogramms PEPP ab Juli 2024 nur noch teilweise zu reinvestieren. Das Portfolio solle im Schnitt monatlich um 7,5 Milliarden Euro schrumpfen. Zum Jahresende 2024 sollen, laut Erklärung des EZB-Präsidiums, die Reinvestitionen komplett eingestellt werden. Das PEPP-Portfolio belief sich zum Jahresende 2023 auf rund 1,7 Billionen Euro, das APP-Portfolio auf rund 3 Billionen Euro.

Anleihenachterbahn mit finalen Kursgewinnen

Inflations- und Zinserwartungen sowie die tatsächlichen Entscheidungen der Notenbanken prägten die Anleihenmärkte 2023 in Form hoher Volatilität. Das Jahr begann, nach den starken Kursverlusten durch Kriegs-, Inflations- und Zinsschocks 2022, mit einer Kurserholung von Staatsanleihen. In der Folge fielen die Renditen. So belief sich die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe am 02. Februar 2023 auf 2,07 %, nach noch 2,56 % an Neujahr. Aufgrund der weiterhin restriktiven Politik der Notenbanken stiegen die Renditen danach jedoch wieder an. In der Spitze erreichte die zehnjährige Bundesanleihe am 02. März 2023 eine Rendite von 2,75 %. Im Zuge der US-Regionalbankenkrise und der Schieflage der Credit Suisse, die zu einer von den Schweizer Behörden organisierten Zusammenlegung mit dem Schweizer Konkurrenten UBS führte, fiel diese Rendite jedoch bis zum 20. März auf 2,1 % zurück. Dieses Auf und Ab setzte sich im weiteren Jahresverlauf fort. Im Vorfeld der geldpolitischen Sitzungen der Notenbanken, vor allem der Fed und der EZB, stiegen oder fielen die Renditen teils deutlich. Im Nachgang der Sitzungen setzte in der Regel eine zum Vorfeld gegenläufige Korrektur ein. Gleiches galt für neue Inflationszahlen aus den USA oder Europa. Bis Ende September tendierten die Renditen dabei aufwärts und die Kurse abwärts. Die zehnjährige Bundesanleihe erreichte ihre maximale Rendite von 2,97 % am 28. September 2023.

Im vierten Quartal und insbesondere zum Jahresende erholten sich die Kurse der Anleihen jedoch deutlich, wodurch die zugehörigen Renditen sanken. Die zehnjährige Bundesanleihe erbrachte zum Jahresende mit 2,03 % ein Fünftel weniger Rendite als zum Jahresanfang. Ähnlich entwickelten sich andere Anleihen des Euroraumes, während amerikanische und britische Anleihen zwar ebenfalls Kursgewinne zum Jahresende verzeichneten, wegen der unterschiedlichen Zinszyklen damit aber nur auf die Niveaus des Jahresauftakts zurückfielen. Die Anleihen folgten hierbei den Erwartungen der Märkte an eine 2024 deutlich sinkende Inflation mit entsprechenden Leitzinssenkungen der Notenbanken.

Euro stabilisiert sich mit geopolitischer Lage und Leitzinserhöhungen der EZB

Die europäische Gemeinschaftswährung wertete im Verlauf des Jahres 2023 leicht von 1,07 US-Dollar auf 1,10 US-Dollar auf. Dabei profitierte die Gemeinschaftswährung von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die ihre Leitzinsen um 200 Basispunkte erhöhte, während die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen um niedrigere 100 Basispunkte anhob. Dies verringerte den Zinsabstand der großen Währungsräume und ließ den Euro als Devise nach einem schwachen 2022 attraktiver werden. Weiterhin profitierte die Gemeinschaftswährung von der insgesamt erfolgreichen Selbstverteidigung der Ukraine gegen Russlands Invasion. Diese ließ Sorgen um ein Übergreifen der russischen Aggression auf andere europäische Staaten stärker in den Hintergrund treten. Der geopolitische Risikoabschlag des Euro gegenüber dem Dollar sank auf das Gesamtjahr gesehen.

Dennoch blieb der Euro relativ zum Dollar anfällig und reagierte insbesondere auf Veränderungen der geopolitischen Lage und das Zinsverhalten der EZB. So sank der Euro vom 30. August bis zum 13. Oktober von 1,09 auf 1,05 US-Dollar. In dieser Zeitspanne beendete die EZB einerseits ihre Zinserhöhungen, während andererseits die Hamas mit ihren Terrorangriffen auf Israel einen kriegsähnlichen Konflikt entfachte. Da dieser Konflikt im weiteren Verlauf des Jahres 2023 aber weitgehend isoliert blieb und die Finanzmärkte zum Jahresende für die Fed bereits deutliche Leitzinssenkungen im Jahr 2024 einpreisten, konnte sich der Euro wieder erholen und mit 1,10 Dollar das Jahr 2023 beschließen.

DAX schließt nahe Rekordhoch

Die Aktienmärkte setzten zum Jahresauftakt die Erholung von Ende 2022 fort. Der DAX stieg vom 01. Januar bis zum 09. März 2023 um 12,3 % auf 15.633,21 Punkte. Anschließend erschütterte jedoch die Krise der US-Regionalbanken die Finanzmärkte, insbesondere die plötzliche Zahlungsunfähigkeit der Silicon Valley Bank. Dies löste einen Schock auf den Aktienmärkten aus. Der DAX etwa verlor bis zum 17. März 5,5 % seines Kurswertes. Die Verluste konzentrierten sich dabei auf Finanzwerte. Zugleich führte die Unsicherheit in den USA, aber auch global zu größeren Bewegungen von Bankeinlagen, insbesondere von solchen oberhalb der Einlagensicherungsgrenzen. Die Krise kulminierte mit der Fusion der Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS am 19. März, die die Schweizer Behörden zur Abwicklung der erstgenannten Bank organisiert hatte. Dieser Akt konnte die Märkte beruhigen und ermöglichte eine Erholung der Aktienmärkte. Diese Erholung flachte zum Sommer hin ab, setzte sich aber trotz wiederkehrender Volatilität insbesondere um die Leitzinsentscheide der Notenbanken fort. Ende Juli notierte der DAX bei 16.446,83 Punkten und damit 18,1 % über seinem Jahreseinstandswert. Über den Spätsommer und beginnenden Herbst gingen die Kurse wieder leicht zurück, nachdem sich optimistische Einschätzungen des ersten Halbjahres nicht oder nur teilweise bewahrheitet hatten. Diese Korrektur erreichte ihren Tiefpunkt mit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Der DAX verlor im Oktober 4,3 % und fiel damit auf 14.716,54 Punkte zurück. Da der Konflikt bis zum Jahresende weitgehend auf den Gazastreifen begrenzt blieb, setzte im November bereits eine neuerliche, vorsichtige Erholung an den Aktienmärkten ein.

Zum Jahresende verstärkte sich die Erholung aufgrund sinkender Inflationszahlen und damit verbundener Hoffnungen auf Leitzinssenkungen der Notenbanken, womit eine Belebung der Konjunktur im Jahr 2024 verbunden wurde. Der DAX legte von Anfang November bis Jahresende um 13,1 % zu. Dadurch schloss er das Jahr mit 16.751,64 Punkten und auf Jahressicht um 20,3 % im Plus ab. Im globalen Vergleich entwickelte sich der deutsche Leitindex damit ähnlich zum Euro Stoxx 50, der 19,2 % zulegen konnte, aber schwächer als der S&P 500 und der Nasdaq Composite. Letztere konnten 24,2 beziehungsweise 43,4 % zulegen.

Entwicklung des Marktes

In unserem Geschäftsgebiet lebten im Jahr 2023 insgesamt 148.521 Menschen. Das Wirtschaftsleben ist von Tourismus und mittelständischen Gewerbebetrieben geprägt. Die Beschäftigungssituation kann als stabil betrachtet werden. Die Arbeitslosenquote in der Stadt Weimar betrug im Jahresdurchschnitt 2023 5,9 % (im Jahr 2022 5,7 %) und im Kreis Weimarer Land 4,6 % (im Jahr 2022 4,0 %). Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist bisher keine wesentliche negative Entwicklung bei den Gewerbetreibenden festzustellen. Der Saldo aus Gewerbeanmeldungen und Gewerbeabmeldungen betrug im Geschäftsgebiet -14 (Vorjahr 2022 = -12). Die Entwicklung im Jahr 2024 bleibt herausfordernd.

Entwicklung der Kreditgenossenschaften

In einem gesamtwirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld konnten die 697 Genossenschaftsbanken ihr Kredit- und Einlagengeschäft mit ihren Privat- und Firmenkunden im Geschäftsjahr 2023 erneut ausweiten.

Das Kreditgeschäft der Genossenschaftsbanken hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv entwickelt, die hohen Wachstumsraten der Vorjahre wurden aber nicht wieder erreicht. Demnach legten das Gesamtkreditvolumen um 2,6 % auf 777 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr zu. Die Kundeneinlagen der Genossenschaftsbanken blieben mit 860 Milliarden Euro nahezu konstant (- 0,2 %). Die addierte Bilanzsumme aller Genossenschaftsbanken ist im Vergleich zu 2022 konstant auf 1.175 Milliarden Euro geblieben.

Der Konsolidierungsprozess unter den Instituten setzte sich gegenüber dem Vorjahr in einem leicht verringerten Umfang fort. Die Zahl der selbstständigen Genossenschaftsbanken lag per Ende 2023 bei 697. Sie sank fusionsbedingt um 40 Institute im Vergleich zum Vorjahr.

Die Anzahl der Mitglieder bei den Genossenschaftsbanken in Deutschland hat sich um ca. 119.000 Mitglieder auf rund 17,8 Mio. reduziert.

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Über unsere strategische Eckwert- und Kapitalplanung planen und steuern wir die Entwicklung unseres Institutes auf Grundlage von Kennzahlen und Limiten. Dabei verwenden wir die folgenden bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen.

Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Rentabilität der Bank wird die Relation des Betriebsergebnisses vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme (nachfolgend: "BE vor Bewertung/dBS") festgelegt. Die Kennzahl BE vor Bewertung/dBS misst die Ertragskraft der Bank in Relation zum Geschäftsvolumen, gemessen als durchschnittliche Bilanzsumme. Sie unterscheidet sich vom in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Betrag hinsichtlich der Einbeziehung betriebswirtschaftlich außerordentlicher Aufwands- und Ertragskomponenten.

Als Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit/Effizienz oder Produktivität unseres Instituts wurde die Cost Income Ratio (nachfolgend: "CIR") bestimmt. Sie stellt das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zum Zins- und Provisionsergebnis sowie dem Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen dar.

Das Wachstum der bilanziellen Kundenkredite definieren wir als Indikator für die Generierung von Erträgen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit unseres Instituts.

Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bank durch nachhaltiges Wachstum werden im Kontext steigender Kapitalanforderungen angemessene Eigenmittel benötigt. Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Kapitalausstattung dienen die aufsichtsrechtlich festgelegte Gesamtkapitalquote und die harte Kernkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 CRR.

Die Darstellung, Analyse und Beurteilung der einzelnen finanziellen Leistungsindikatoren erfolgt in den nächsten Abschnitten.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren haben wir für unser Haus in den Bereichen Personal und Dienstleistungsqualität definiert. Wir legen hohen Wert auf die Berufsausbildung, um aus eigener Kraft eine qualifizierte Personalnachbesetzung sicherzustellen. Des Weiteren möchten wir die Beratungsqualität für unsere Mitglieder und Kunden kontinuierlich durch die Ausbildung unserer Beschäftigten verbessern. Für die Sicherstellung unserer Qualitätsansprüche ist es notwendig, Service- und Zahlungsverkehrsprozesse noch stärker zu digitalisieren. Die Umsetzungserfolge daraus werden in unserem Haus überwacht.

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Die Entwicklung der von uns definierten bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2023 stellt sich wie folgt dar:

Unser Betriebsergebnis vor Bewertung erhöhte sich absolut von TEUR 3.004 auf TEUR 5.373. Die Rentabilitätskennzahl BE vor Bewertung/dBS beträgt 1,05 % (Vorjahr 0,58 %). Die CIR lag im Geschäftsjahr 2023 bei 59,3 % (Vorjahr: 73,5 %). Die Kernkapitalquote belief sich auf 20,0 %; ein Anstieg um 7,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die Gesamtkapitalquote belief sich auf 21,2 %; ein Anstieg um 7,0 % gegenüber dem Vorjahr.

Die Entwicklung aller bedeutsamsten Leistungsindikatoren liegt über unseren Erwartungen. Für das Betriebsergebnis vor Bewertung hatten wir einen Wert von 0,87 % der dBS geplant. Durch die Verbesserung hat sich auch die erwartete CIR stark reduziert. Die Verbesserung der finanziellen Leistungsindikatoren Kernkapital- und Gesamtkapitalquote liegt vor allem an der Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340 HGB aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2022 und einer vom Vorstand beabsichtigten Beibehaltung der Summe der risikogewichteten Aktiva.

Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren sind auf dem Vorjahresniveau verblieben und erfüllen weitestgehend unsere Erwartungen. Im Jahr 2023 konnten Personalabgänge durch Neueinstellungen ausgeglichen werden. Die Bank legt weiterhin großen Wert darauf, freiwerdende Stellen durch eigenes Personal nachzubesetzen.

Die Bilanzsumme der Bank ist um TEUR 10.575 gesunken. Im Vergleich zur Planung ist das Geschäftsjahr 2023 gut verlaufen.

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Bilanzsumme 507.913 518.488 -10.575 -2,0
Außerbilanzielle Geschäfte *) 6.440 6.064 376 6,2

*) Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten), 2 (Andere Verpflichtungen).

Der Bilanzsummenrückgang resultiert nahezu vollständig aus der Rückzahlung des verbliebenen Refinanzierungsdarlehens aus dem TLTRO-III-Programm (targeted-longer-term refinancing-operations) der EZB in Höhe von TEUR 11.000. Diese Mittel wurden im Januar und Februar 2023 zurückgezahlt. Bei den außerbilanziellen Geschäften handelt es sich um Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungen sowie unwiderruflichen Kreditzusagen. Der Anstieg der außerbilanziellen Geschäfte resultiert aus dem Anstieg der unwiderruflichen Kreditzusagen.

Aktivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Kundenforderungen 158.170 159.810 -1.640 -1,0
Wertpapieranlagen 239.338 232.897 6.441 2,8
Forderungen an Kreditinstitute 93.612 106.412 -12.800 -12,0

Das von uns geplante Wachstum der Kundenforderungen in Höhe von 4,0 % konnten wir nicht erreichen und mussten sogar einen Rückgang in Höhe von TEUR 1.640 akzeptieren. Ursachen hierfür waren vor allem das deutlich gestiegene Zinsniveau, die anhaltende Unsicherheit bezüglich der Konjunkturentwicklung und die deutlich abschwächte Investitionsneigung im Bau.

Die Reduzierung der Kundenforderungen ergibt sich überwiegend aus Darlehen an Kunden, während sich der Bestand an Schuldscheindarlehen und die Inanspruchnahme der Kontokorrentkredite leicht erhöht haben. Im Jahr 2023 wurden neue Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt TEUR 1.500 gewährt.

Der Anteil der Kundenforderungen an der Bilanzsumme betrug 31,14 % (Vorjahr 30,82 %) und lag damit unter dem Durchschnittswert der Genossenschaftsbanken in Thüringen.

Der Anteil des Risikovolumens im Kundenkreditgeschäft der privaten Kreditnehmer betrug zum Bilanzstichtag 47,02 % und der der gewerblichen Kreditnehmer 52,98 %. Die Kredite sind nach Größenklassen und Branchen breit gestreut. Darüber hinaus konzentrieren wir uns grundsätzlich auf unser Geschäftsgebiet. Ausnahme bilden die Schuldscheindarlehen, die wir von Unternehmen überwiegend mit Sitz in Deutschland im Bestand halten. Durch die von uns definierten Limite vermeiden wir Risikokonzentrationen im Kreditgeschäft.

Erkennbare Risiken im Kreditgeschäft sind in voller Höhe durch Einzelwertberichtigungen abgeschirmt. Latente Risiken sind ausreichend durch Pauschalwertberichtigungen und Vorsorgereserven nach § 340f HGB abgedeckt. Diese sind von dem entsprechenden Aktivposten abgesetzt.

Die durch die Generalversammlung festgesetzten Kredithöchstgrenzen für die einzelnen Kreditnehmer sowie sämtliche Kreditgrenzen gemäß CRR wurden während des gesamten Berichtszeitraumes eingehalten.

Die Wertpapieranlagen dienen der Anlage freier Liquidität, die nicht für Ausleihungen an Kunden verwendet wurden. Der Bestand der eigenen Wertpapieranlagen hat sich im Jahresverlauf um 2,80 % auf TEUR 239.338 erhöht und macht unverändert einen wesentlichen Teil der bilanziellen Aktivseite aus. Die Forderungen an Kreditinstitute haben sich zum Bilanzstichtag um 12,0 % auf TEUR 93.612 reduziert.

Passivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.246 21.798 -12.552 -57,6
Spareinlagen 109.067 122.214 -13.147 -10,8
andere Einlagen 335.196 324.752 10.444 3,2

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich im Jahr 2023 um TEUR 12.552 reduziert. Die Bank hatte sich am TLTRO-III-Programm der EZB beteiligt. Im Geschäftsjahr 2023 wurde der letzte Teilbetrag in Höhe TEUR 11.000 zurückgezahlt.

Bei den Kundeneinlagen verzeichneten wir insgesamt einen Rückgang um 0,60 % oder TEUR 2.702 auf TEUR 444.263. Der Bestand der Spareinlagen reduzierte sich um 10,80 % auf TEUR 109.067. Die Steigerung bei den anderen Einlagen um TEUR 10.444 oder 3,2 % auf TEUR 335.196 zum Vorjahr erfolgte vor allem im Bereich der Termineinlagen.

Neben den in der Bilanz aufgeführten Einlagen unterhielten unsere Kunden zum Jahresende 2023 an unsere Verbund- und Vertriebspartner vermittelte Werte in Bausparguthaben und Lebensversicherungen sowie Wertpapieranlagen in Höhe von insgesamt TEUR 221.121 (Vorjahr TEUR 208.433).

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften 1.025 858 167 19,5
Vermittlungserträge 636 734 -98 -13,3
Erträge aus Zahlungsverkehr 3.223 2.899 325 11,2

Trotz der schwierigen geopolitischen Rahmenbedingungen und weiterhin hoher Inflation hat sich das Wertpapiervermittlungsgeschäft positiv entwickelt und konnte gegenüber dem Vorjahr um TEUR 167 gesteigert werden. Die Zahlungsverkehrserträge konnten um 11,20 % gesteigert werden.

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft haben sich im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

Erfolgskomponenten Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Zinsüberschuss 1) 8.423 6.459 1.964 30,4
Provisionsüberschuss 2) 4.671 4.293 378 8,8
Verwaltungsaufwendungen 7.534 7.457 77 1,0
a) Personalaufwendungen 4.496 4.488 8 0,2
b) andere Verwaltungsaufwendungen 3.038 2.969 69 2,3
Betriebsergebnis vor Bewertung 5.373 3.004 2.369 78,8
Bewertungsergebnis 372 -1.309 1.680 -128,4
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 5.999 4.056 1.943 47,9
Steueraufwand 1.454 652 802 123,0
Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 4.000 3.000 1.000 33,3
Jahresüberschuss 545 404 141 34,9

1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3

2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6

Der Zinsüberschuss ist unsere wichtigste Ertragsquelle. Er ist um TEUR 1.964 höher ausgefallen als im Vorjahr. Wesentliche Ursachen hierfür waren höher als erwartete Zinserträge aus den Eigenanlagen und aus der Liquiditätshaltung.

Der Provisionsüberschuss ist gegenüber dem Vorjahr um 8,8 % auf TEUR 4.671 gestiegen. Dabei ergaben sich Ertragszuwächse im Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäft und im Zahlungsverkehr. Ertragsrückgänge ergaben sich bei der Vermittlung von Bausparverträgen und bei der Kreditvermittlung.

Die Verwaltungsaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um 1,0 % gestiegen. Gestiegene Personalaufwendungen wurden durch die Nicht-Besetzung offener Stellen kompensiert, sodass der Aufwand nur um 0,2 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen ist.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen wurden im Wesentlichen durch inflationär bedingte Kostenanstiege und Instandhaltungsmaßnahmen in unsere Immobilien beeinflusst. Dieser Anstieg wurde dadurch entlastet, dass im Vorjahr angefallene Kosten für externe Beratungsleistungen entfallen sind.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung ist um TEUR 2.369 gestiegen und beträgt 1,05 % der durchschnittlichen Bilanzsumme (Plan 2023 = 0,87 % der durchschnittlichen Bilanzsumme).

Das Bewertungsergebnis aus dem Kundenkredit- und Eigenanlagebereich setzt sich wie folgt zusammen: Bewertungsergebnis aus dem Kundenkreditgeschäft + TEUR 349; Bewertungsergebnis aus dem Wertpapiergeschäft + TEUR 23. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit wurde positiv durch die Auflösung von Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB in Höhe von TEUR 241 beeinflusst.

Diese Auflösung von Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB in Höhe von TEUR 241 wurde vollständig zur Stärkung des aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals verwendet und in den Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB eingestellt.

b) Finanzlage

Kapitalstruktur

Die bilanzielle Kapitalstruktur unserer Genossenschaftsbank entspricht weitestgehend der Struktur vergleichbarer Genossenschaftsbanken. Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme beträgt zum Jahresende 2023 10,05 %. Das Fremdkapital besteht zu einem überwiegenden Teil aus Verbindlichkeiten gegenüber Kunden. Sie werden überwiegend in Sichteinlagen und Spareinlagen gehalten.

Investitionen

Im Jahr 2023 erfolgten umfangreiche Ersatzinvestitionen im Bereich der Kundenselbstbedienungstechnik. Ersatzinvestitionen bei der Arbeitsplatzausstattung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgten im geschäftsüblichen Rahmen. Die Vermietung der erworbenen Renditeimmobilien verläuft ohne Beanstandungen. Erforderliche Bewertungen nach den Vorgaben des IDW wurden durchgeführt. Bewertungsänderungen ergaben sich dadurch nicht.

Liquidität

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur der Bank ist maßgeblich geprägt durch das Kundengeschäft als Basis der Liquiditätsausstattung. Durch unsere Refinanzierungsstruktur besteht eine Unabhängigkeit von Entwicklungen am Geld- und Kapitalmarkt.

Die Zahlungsfähigkeit unserer Bank war im abgelaufenen Geschäftsjahr stets gegeben. Die Liquiditätskennzahl (Liquidity Coverage Ratio - LCR) haben wir eingehalten. Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 betrug diese 196,51 %. Den Mindestreserveverpflichtungen sind wir stets nachgekommen.

Aufgrund unserer Liquiditätslage und -steuerung, der Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund und der unterhaltenen Bankguthaben gehen wir davon aus, dass in unserem Prognosezeitraum 2024 bis 2025 nicht mit einer Beeinträchtigung der Zahlungsbereitschaft zu rechnen ist.

Liquiditätsbelastungen aus außerbilanziellen Verpflichtungen haben sich nicht ergeben.

c) Vermögenslage

Die Eigenkapitalstruktur der Bank ist geprägt von Geschäftsguthaben der Mitglieder und erwirtschafteten Rücklagen. Im Geschäftsjahr wurde das Eigenkapital durch Zuführung zu den Rücklagen, zum Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB gestärkt. Der Anteil des bilanziellen Eigenkapitals an der Bilanzsumme hat sich von TEUR 46.720 auf TEUR 51.057 erhöht.

Die in unserem Institut getroffenen Vorkehrungen zur ordnungsgemäßen Ermittlung des Kernkapitals und des Ergänzungskapitals im Rahmen der bankaufsichtlichen Meldungen sind angemessen. Nach den vertraglichen sowie satzungsmäßigen Regelungen erfüllen die angesetzten Kapitalinstrumente die Anforderungen der CRR zur Anrechnung als aufsichtsrechtlich anerkanntes Kern- und Ergänzungskapital.

Die relevanten Vorgaben des KWG sowie der CRR wurden eingehalten.

Gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG hat ein CRR-Institut den Quotienten aus Nettogewinn und Bilanzsumme (Kapitalrendite) offenzulegen. Bei einem Nettogewinn (Jahresüberschuss) von Euro 796.094,04 und einer Bilanzsumme von Euro 507.913.321,08 beträgt der Quotient daher 0,156 %.

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital laut Bilanz 1) 51.057 46.720 4.337 9,3
Eigenmittel (Art. 72 CRR) 48.969 45.790 3.179 6,9
Harte Kernkapitalquote 20,0 % 18,7 %
Kernkapitalquote 20,0 % 18,7 %
Gesamtkapitalquote 21,2 % 19,8 %

1) Hierzu rechnen die Passivposten 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital).

Die Wertpapieranlagen der Genossenschaft entwickelten sich wie folgt:

Wertpapieranlagen Berichtsjahr 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 185.547 187.747 -2.201 -1,2
Liquiditätsreserve 53.791 45.150 8.641 19,1

Die Wertpapieranlagen haben neben den Kundenforderungen eine unverändert große Bedeutung für unsere Vermögens- und Ertragslage.

Die dem Anlagevermögen (Aktivposten 5) zugeordneten Wertpapiere wurden zum gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Abschreibungen auf diesen Teilbestand wurden in Höhe von TEUR 13.999 vermieden, die insoweit nicht als zukünftige Ertragspotenziale zur Verfügung stehen.

Die im Bestand befindlichen Wertpapiere der Liquiditätsreserve (Aktivposten 5 und 6) in Höhe von TEUR 53.791 wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.

Bei einem großen Anteil der Emittenten unserer Anleihen und Schuldverschreibungen handelt es sich um Kreditinstitute.

Alle Wertpapieranlagen sind hinsichtlich ihrer Bonitätsstruktur im Investment-Grade-Bereich eingestuft.

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir trotz leichter Rückgänge im Kundenkreditgeschäft und bei den Kundeneinlagen unsere Marktstellung im Geschäftsgebiet gefestigt. Beim Betriebsergebnis vor Bewertung konnten wir die eigene Planerwartung übertreffen.

Wesentliche Verbesserungen gegenüber unserer Planung für das Jahr 2023 haben sich aus dem Zinstragenden Geschäft ergeben. Eine leicht höhere Provisionsspanne und leicht niedrigere Verwaltungsaufwendungen haben ebenso zu einem besseren Ist-Ergebnis gegenüber der Planerwartung beigetragen.

Das Betriebsergebnis lässt alle notwendigen Bewertungsänderungen im Kredit- und Wertpapiergeschäft zu. Zusätzlich bestehen Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB. Der Fonds für allgemeine Bankrisiken wurde um insgesamt TEUR 4.000 gestärkt. Diese Zuführung bestand zu TEUR 3.759 aus der Ergebnisverwendung des Jahres 2023 und zu TEUR 241 aus der Auflösung der Vorsorgereserven nach § 340f HGB.

Die bankaufsichtsrechtlichen Regelungen zur Risikobegrenzung wurden in 2023 sowohl quantitativ (Eigenkapitalquoten) als auch qualitativ (Mindestanforderungen an das Risikomanagement MaRisk) eingehalten. Dies gilt auch hinsichtlich der Vorkehrungen zur Sicherung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit.

Die Risikotragfähigkeit war im Jahr 2023 gegeben.

Kredite mit akuten Ausfallrisiken sind hinreichend wertberichtigt. Der Umfang der Kredite mit erhöhten latenten Risiken und die hierin enthaltenen Wagnisse liegen im Rahmen der Vorsorgereserven und der Deckungsmöglichkeiten aus dem laufenden Ergebnis. Die Streuung der Kundenforderungen nach Branchen und Größenklassen ist ausgewogen.

In unserer Geschäfts- und Risikostrategie haben wir unsere Ziele definiert und Maßnahmen formuliert, wie wir den zukünftigen Herausforderungen begegnen wollen. Maßgeblichen Einfluss auf unsere zukünftige Entwicklung hat dabei die Struktur der Geld- und Kapitalmarktzinsen in den nächsten Jahren.

Mit dem Ergebnis des Jahres 2023 ist der Vorstand in Anbetracht der anspruchsvollen Rahmenbedingungen zufrieden.

C. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem und -prozess

Unsere im Risikohandbuch dokumentierte Geschäfts- und Risikostrategie basiert auf einem Strategieprozess und ist ausgerichtet auf das Geschäft mit Mitgliedern und Kunden aus unserer Region. Wesentliche Bestandteile der Geschäftsstrategie sind die aus der Risikotragfähigkeit der Bank abgeleiteten Teilstrategien für die wesentlichen Geschäftsaktivitäten Kundengeschäft und Handelsgeschäfte. Konsistent zu unserer Geschäfts- und Risikostrategie wurde eine Unternehmensplanung entwickelt, die eine langfristige und umfassende Begleitung unserer Mitglieder und Kunden im Hinblick auf Finanzierungswünsche, Vermögensanlagen und Dienstleistungen rund um den Zahlungsverkehr sicherstellt.

Mit Hilfe unserer strategischen Eckwert- und Kapitalplanung für einen Zeitraum von fünf Jahren steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Die Annahmen für die Markt- und Volumenentwicklungen erfolgen hierbei durch unser Managementteam (Vorstand, Bereichsleiter, Controlling). Die abgeleiteten Ertrags- und Vermögenswirkungen werden anhand von Simulationsrechnungen mit Unterstützung der Steuerungssoftware VR-Control ermittelt.

Die Geschäfts- und Risikostrategie sowie die Teilstrategien werden im Rahmen des von uns festgelegten Strategieprozesses regelmäßig überprüft. Das von uns verwendete Strategiemodell zeigt den organisatorischen Rahmen für die Strategie(über)prüfung und für die Vernetzung der strategischen und operativen Gesamtbanksteuerung auf.

Ziel unserer Risikostrategie ist nicht die Vermeidung von Risiken, sondern das bewusste Eingehen von Risiken unter Wahrung eines angemessenen Chancen-Risiko-Profils.

Wir haben ein System zur Früherkennung von Risiken implementiert. Vor dem Hintergrund wachsender Komplexität der Märkte im Bankgeschäft sehen wir dies als eine zentrale Aufgabe an. Die zuständigen Organisationseinheiten berichten unmittelbar an den Vorstand. In diesem Rahmen ist ein Risikocontrolling- und Managementsystem mit entsprechenden Instrumenten eingerichtet, um bei Bedarf gegensteuernde Maßnahmen einleiten zu können.

Ziel des Risikomanagements unserer Bank ist es, Risiken, die den Erfolg wesentlich beeinflussen oder gar den Fortbestand gefährden können, frühzeitig zu erkennen sowie umfassend zu messen, zu überwachen und zu steuern. Integraler Bestandteil ist dabei die fortlaufende Sicherstellung der Risikotragfähigkeit.

Risikotragfähigkeit

Zur Bestimmung unserer Risikotragfähigkeit haben wir zum 1. Januar 2023 auf die normative und ökonomische Perspektive als komplementäre, sich ergänzende Ansätze umgestellt. Unsere zur Risikotragfähigkeitssteuerung eingesetzten Methoden und Verfahren berücksichtigen somit das Ziel der Fortführung unseres Instituts (normative Perspektive), als auch den Schutz unserer Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht (ökonomische Perspektive).

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive, die einen periodischen Steuerungskreis darstellt, zielt auf die Fortführung der operativen Geschäftstätigkeit. In der normativen Perspektive betrachten wir die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Diese umfassen insbesondere die Kapitalgrößen wie Kapitalanforderungen sowie Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals wie etwa die Höchstverschuldungsquote und die Großkreditgrenzen. Die Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, sofern der ermittelte Kapitalbedarf die Einhaltung der Kapitalquoten bewirkt und die sämtliche Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals erfüllt werden.

Die normative Perspektive bilden wir ausgehend von der Gesamtbankplanung über einen Zeithorizont von 5 Jahren ab. In dieser wird die Entwicklung des regulatorischen Kapitalbedarfs im Rahmen einer mehrjährigen Kapitalplanung bestimmt. Neben einem Planszenario werden mögliche abweichende Entwicklungen wie Bonitätsverschlechterungen im Kundenkreditgeschäft in einem adversen Szenario berücksichtigt.

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zielt auf den Schutz der Gläubiger ab. In der ökonomischen Perspektive, die in unserem Institut barwertig ermittelt wird, werden das Risikodeckungspotenzial und die konsistent dazu ökonomisch ermittelten Risiken gegenübergestellt. Die ökonomische Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, wenn die barwertigen Risiken durch das Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sind. Die Bewertung des Risikodeckungspotenzials erfolgt unabhängig von Rechnungslegungskonventionen und aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen.

Ausgangspunkt bei der barwertigen Ermittlung des Risikodeckungspotenzials ist der Barwert (Marktwert) sämtlicher Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Dabei werden auch außerbilanzielle Größen berücksichtigt.

Auf Basis des ermittelten Risikodeckungspotenzials legen wir im Rahmen unseres Strategie- und Limitierungsprozesses einmal im Jahr unser Gesamtbankrisikolimit fest. Wir stellen dabei sicher, dass genügend freies Risikodeckungspotenzial zur Verfügung steht, um zukünftige Wertschwankungen aufzufangen.

Die Risikomessung für die in der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit berücksichtigten Risikoklassen erfolgt mithilfe geeigneter Value-at-Risk (VaR)-Modelle mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % mit einem Risikobetrachtungshorizont von einem Jahr. Bei den Risikoklassen, für die kein statistisches Verlustverteilungsmodell verwendet wird, erfolgt eine expertenbasierte Risikoeinschätzung, die dem Ausmaß nach dem 99,9 %-Quantil entspricht. Die Risikoaggregation erfolgt ohne Berücksichtigung von Korrelationen zwischen den einzelnen Risikoarten additiv.

Die Ermittlung der Liquiditätstragfähigkeit erfolgt ebenfalls in einer normativen und einer ökonomischen Perspektive anhand von aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen sowie einer Überwachung des Überlebenshorizonts.

In der normativen Perspektive wird das Ziel verfolgt, kurzfristig und in unserer mehrjährigen Geschäftsplanung die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsanforderungen einzuhalten. Dazu werden hochliquide Vermögenswerte den aufsichtsrechtlichen Nettomittelabflüssen gegenübergestellt. Für die Steuerung der normativen Liquiditätstragfähigkeit verwenden wir die aufsichtsrechtlich vorgegebene Kennzahl Liquidity Coverage Ratio (LCR).

Das bankintern festgelegte Mindestniveau der LCR beträgt 130 %. LCR betrug zum Berichtsstichtag 196,51 %.

Zusätzlich wird die Net Stable Funding Ratio (NSFR) als normative Mindestgröße in der Banksteuerung berücksichtigt. Diese zeigt das Verhältnis von verfügbarer zur erforderlichen stabilen Refinanzierung auf.

Die NSFR betrug zum Berichtsstichtag 126,42 %.

In der ökonomischen Perspektive werden neben der Plan-Liquiditätsablaufbilanz Stress-Liquiditätsablaufbilanzen vierteljährlich erstellt. Diese berücksichtigen die Liquiditätsauswirkungen von institutseigenen und marktweiten Ursachen sowie eine Kombination daraus. Wir haben einen Mindest-Überlebenshorizont von 1,25 Jahren für die Plan-Liquiditätsablaufbilanz sowie die Stress-Liquiditätsablaufbilanzen definiert. Dieser wurde im Berichtszeitraum nicht unterschritten.

Die Offenlegung der Risikomanagementziele und -politik entsprechen den Anforderungen des Artikels 435 CRR und sind mit den Strategien dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert worden.

Die eingerichteten Systeme und Verfahren des Risikomanagements sind dem Profil und der Geschäfts- und Risikostrategie der Bank sowie ihrer Größe angemessen und entsprechen den Anforderungen der MaRisk.

Risiken

Als Risiko definieren wir die negative Abweichung vom erwarteten Ergebnis bzw. Planwert aufgrund von Unsicherheit. Zur Beurteilung der Wesentlichkeit von möglichen Risiken verschafft sich unsere Geschäftsleitung, einmal im Jahr im Rahmen der Risikoinventur sowie anlassbezogen, einen Überblick über die Risiken unserer Bank auf Gesamtinstitutsebene. Dabei werden auch übergreifende Risiken wie das Modell-, Reputations- und Nachhaltigkeitsrisiko sowie Risikokonzentrationen in der Wesentlichkeitsbewertung der einzelnen Risikoklassen berücksichtigt.

Zum Abschlussstichtag werden das Kreditrisiko, das Marktrisiko, das operationelle Risiko sowie das Liquiditätsrisiko als wesentliche Risiken bewertet.

Für unsere Risikobeurteilung zum Abschlussstichtag legen wir konsistent einen Prognosezeitraum von zwei Jahren zu Grunde, in dem auch das Vorliegen von bestandsgefährdenden Risiken beurteilt wird.

Bestandsgefährdende Risiken (wesentliche Risiken mit hohen Auswirkungen) liegen für den hier zugrunde gelegten Beurteilungszeitraum nicht vor.

Adressenausfallrisiken bzw. Kreditrisiko

Das Adressenausfallrisiko stellt das Risiko des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Forderungen oder anderen schuldrechtlichen Instrumenten dar. Es beinhaltet das Kreditrisiko, das Emittentenrisiko und das Kontrahentenrisiko (jeweils einschließlich des Länderrisikos).

Das Adressenausfallrisiko stufen wir als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich mittel ein.

Zur Steuerung des Adressenausfallrisikos setzen wir im Kundengeschäft Ratingsysteme zur Beurteilung der Bonität einzelner Engagements ein (im Wesentlichen VR-Rating). Mit Hilfe der Steuerungssoftware VR-Control können wir ungünstige Entwicklungen im Kreditportfolio rechtzeitig identifizieren und frühzeitige Maßnahmen einleiten. Neben Strukturlimiten für Ratings, Branchen, Größenklassen und Blankoanteile sind Einzellimite vergeben.

Bei den Eigenanlagen nutzen wir für Wertpapiere die Ratinginformationen der DZ BANK AG auf Basis externer Ratingagenturen und bei den Fonds die Risikoinformationen der Fondsgesellschaften. Auch hier werden die Risikoentwicklungen im Rahmen von VR-Control über ein Portfoliomodell überwacht. Turbulenzen an den Finanzmärkten begegnen wir durch eine breite Streuung der Eigenanlagen in viele Anlageklassen. Des Weiteren haben wir Emittenten- und Kontrahentenlimite definiert sowie Strukturlimite für Länder, Ratings und Anlageklassen vergeben.

Adressenausfallrisiken aus Fonds werden mittels einer von der Kapitalanlagegesellschaft ermittelten Ex ante Value at Risk Kennziffer berücksichtigt, die nur das Adressenausfallrisiko abbildet.

Das Kreditrisiko beschreibt die Gefahr, dass Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls von Geschäftspartnern, der Ratingmigration und der adressbezogenen Spreadveränderung entstehen. Es umfasst das Kreditrisiko im Kundengeschäft sowie im Eigengeschäft.

Gemäß unseren Grundsätzen zur Risikosteuerung nehmen wir zur Absicherung von Kreditrisiken werthaltige Sicherheiten herein. Ratingnoten und Sicherheiten fließen in alle relevanten Kreditprozesse ein - von der Kreditvergabe bis zur Kreditüberwachung.

Das Kreditrisikomanagement, d. h. die Steuerung und Kontrolle der Adressenausfallrisiken nach den Grundsätzen und Leitlinien für die Kreditpolitik des Vorstandes, ist im Risikocontrolling und im Bereich Qualitätssicherung angesiedelt. Daneben nimmt die Qualitätssicherung Aktiv die intensive Betreuung problembehafteter Engagements sowie die Sicherheitenverwertung und Engagementabwicklung von gekündigten Krediten vor.

Wir ermitteln vierteljährlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Kundengeschäfte (KPM-KG) barwertig unter VR Control einen unerwarteten Verlust (Credit Value at Risk) aus dem Kundenkreditgeschäft. Die Berechnung erfolgt auf Basis von Kreditrisikoprämien in einem mehrstufigen Verfahren, dem sowohl die modellierten Verluste auf Basis des LGD Modells als auch Ausfallwahrscheinlichkeiten und Sektorparameter zugrunde liegen.

Der Vorsorgebedarf für Risiken im Kundenkreditgeschäft betrug zum 31.12.2023 TEUR 473.

Das Kreditrisiko bei Eigenanlagen wird im Rahmen der Risikotragfähigkeitskonzeption der Bank monatlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Eigengeschäfte (KPM-EG) ermittelt. Grundlage der Berechnungen sind verschiedene Marktpartnersegmente, die differenzierte Spread und Ratingmigrationen, Spreadverteilungen sowie Migrationsmatrizen aufweisen. Die Ermittlung des in der Risikomessung angesetzten unerwarteten Verlustes (Risikoszenario) basiert auf einer Haltedauer von 250 Tagen.

Marktpreisrisiken

Das Marktrisiko beschreibt die Gefahr, dass aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern Verluste entstehen können. Marktrisiken umfassen Zins-, Aktien- und Währungsrisiken sowie sonstige Marktrisiken.

Das Marktrisiko stuft die Bank anhand der Risikoinventur als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich bedeutend ein, mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und einem hohen potenziellen Schaden, der sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich auswirken kann.

Im Rahmen der ökonomischen Risikomessung des Zinsrisikos berechnen wir monatlich einen Value-at-Risk, der auf einem historischen Zeitraum basiert. Als Szenariotechnik verwenden wir die klassische historische Simulation mit einer Skalierung über eintägige Verbarwertungen mittels Resampling. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ZINSMANAGEMENT unter VR-Control.

Zur Begrenzung der Kursänderungsrisiken haben wir ein Limitsystem für unser Haus definiert. In diesem Limitsystem sind Strukturlimite für Emittenten und Ratingklassen definiert.

Das Marktpreisrisiko unserer Fonds berücksichtigen wir mittels einer separaten Ex-ante-Value-at-Risk-Kennziffer.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken können grundsätzlich in der Form des Zahlungsunfähigkeitsrisikos, des Refinanzierungskostenrisikos und des Marktliquiditätsrisikos auftreten.

Zahlungsunfähigkeitsrisiken treten ein, wenn Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht oder nicht in ausreichender Höhe erfüllt werden können. Refinanzierungsrisiken entstehen, wenn die Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann oder die Refinanzierungsmittel nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Marktliquiditätsrisiken treten ein, wenn Anlagen nicht zum gewünschten Zeitpunkt oder in der geplanten Höhe liquidiert werden können.

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur unserer Bank wird maßgeblich durch das Kundengeschäft bestimmt. Sie ist die Basis der Liquiditätsausstattung. Mit Szenarioanalysen simulieren wir monatlich die Belastbarkeit der Liquiditätsausstattung und analysieren weitere liquiditätsrelevante Abrufrisiken bei den Kundengeldern und Kreditzusagen. Neben dem Kundengeschäft unterstützt der genossenschaftliche Liquiditätsverbund die geforderte Diversifikation der Refinanzierungsquellen bzw. des Liquiditätspuffers.

Die Berücksichtigung des Liquiditätsrisikos im Risikotragfähigkeitskonzept erfolgt als Abzugsposten bei der Berechnung des Risikodeckungspotentials.

Unsere Risikotoleranz haben wir über eine Warngrenze für die LCR definiert. Außerdem steuern wir Liquiditätsrisiken, indem wir die Fälligkeiten unserer Eigenanlagen überwachen.

Operationelles Risiko

Operationelle Risiken betreffen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unzulänglichkeit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein.

Die Bank hat eine einheitliche Festlegung und Abgrenzung der operationellen Risiken zu den anderen betrachteten Risikokategorien vorgenommen und diese in den Organisationsrichtlinien fixiert und kommuniziert.

Wesentliche operationelle Risiken werden jährlich identifiziert und analysiert. Hierzu wird auf eine Schadensfalldatenbank zurückgegriffen, in die eingetretene Schäden eingestellt werden.

Das IT-Risiko stellt ein spezielles operationelles Risiko dar. Hier betrachten wir insbesondere die Teilbereiche "Zentrales Rechenzentrum" und "IT-Risiken Bank". Über die IT-Risiken, die das Rechenzentrum betreffen, erhalten wir regelmäßige Berichte vom lT-Dienstleister einschließlich Darstellung der eingeleiteten Maßnahmen bei Problemen.

Für alle wesentlichen Schadensereignisse in Bezug auf bankinterne IT-Risiken besteht ein umfassender Versicherungsschutz. Betriebliche Notfallplanungen wurden insbesondere auf die Anforderungen aus dem lT-Bereich abgestimmt.

Rechtlichen Risiken begegnen wir durch die Verwendung der im Verbund entwickelten Formulare.

Für operationelle Risiken werden angemessene Beträge in der Berechnung der Risikotragfähigkeit vorab im Risikobudget berücksichtigt.

Anhand der Risikoinventur stufen wir operationelle Risiken als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich, bis auf die IT-Risiken, als unbedeutend ein. Dem IT-Risiko messen wir betriebswirtschaftlich ein bedeutendes Risiko bei.

Ab 01.01.2024 wird im Rahmen der ökonomischen Perspektive für die operationellen Risiken vierteljährlich ein Value at Risk (VaR) mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % mit Hilfe von agree21-ORM berechnet.

Sonstige Risiken

Unter dieser Kategorie analysieren wir alle nicht bankspezifischen Risiken. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dabei potenziellen Beteiligungsrisiken, dem Reputationsrisiko und dem Vertriebsrisiko. Die Wesentlichkeit dieser Risiken überprüfen wir regelmäßig und anlassbezogen. Aktuell stufen wir alle sonstigen Risiken als unwesentlich ein.

Gesamtbild der Risikolage

Auf Grundlage unserer Verfahren des Risikomanagements zur Ermittlung der Risiken sowie des Risikodeckungspotenzials ist die Risikotragfähigkeit in beiden Perspektiven (ökonomisch und normativ) in den von uns simulierten Standardszenarien gegeben. Die internen Simulationen kommen darüber hinaus zum Ergebnis, dass die Liquidität sichergestellt und die Eigenmittelanforderungen erfüllt werden.

Bestandsgefährdende Risiken sind aufgrund der Zugehörigkeit zu den kreditgenossenschaftlichen Sicherungseinrichtungen nicht erkennbar.

Nach dem derzeitigen Planungsstand ist die Risikotragfähigkeit angesichts der laufenden Ertragskraft und der Vermögens-/Substanzsituation des Instituts auch im Prognosezeitraum 2024 und 2025 gegeben. Die dargestellten Risiken werden die künftige Entwicklung unserer Bank nicht wesentlich beeinträchtigen.

D. Prognosebericht

Nach nun zwei Jahren Russland-Ukraine-Krieg mit den uns bekannten Folgen der Energiebeschaffungssicherung und einer extrem schnell angestiegenen Inflationsrate ist der Blick in die Zukunft schwierig.

Die Welt steht vor großen Herausforderungen - neuen und altbekannten. Dazu gehören geopolitische Konflikte und eine sich verlangsamende wirtschaftliche Entwicklung ebenso wie der Klimawandel und unser Umgang mit dem rasanten technologischen Fortschritt, etwa bei der künstlichen Intelligenz.

All diese vorgenannten Themen sind auch für unsere Bank eine Herausforderung. Ergänzend hierzu kommen auch noch mikroökonomische Themen wie der demografische Wandel in der Region und die Arbeitskräftesicherung.

Unsere 5-Jahresplanung haben wir im November 2023 erarbeitet. In dieser Planung gehen wir davon aus, dass sich das im Jahr 2023 erreichte Zinsniveau in den Folgejahren zurückbilden wird. Wir gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ab Mitte des Jahres 2024 mit Lockerungen der Geldpolitik beginnen wird, da sich die Inflationsrate zunehmend dem angestrebten Zielkorridor annähert.

Unsere Planung haben wir in der Art angelegt, dass wir die zukünftige Entwicklung unserer Genossenschaft in zwei Szenarien betrachten. Zum einen die Offensiv-Planung und zum anderen die Steuerungs-Planung. Die Offensiv-Planung sieht leicht höhere Wachstumsraten in den bilanziellen Positionen und eine leicht verbesserte Provisionsspanne gegenüber der Steuerungs-Planung vor. Die finanziellen Leistungsindikatoren "Betriebsergebnis vor Bewertung" und "CIR" werden nachfolgend auf Basis der Offensiv-Planung dargestellt. Die finanziellen Leistungsindikatoren "hartes Kernkapital" und "Gesamtkapitalquote" werden nachfolgend auf Basis der Steuerungs-Planung dargestellt.

Für die nächsten zwei Geschäftsjahre erwarten wir ein Wachstum im bilanziellen Kundenkreditgeschäft. Für die Jahre 2024 und 2025 haben wir jeweils mit einem Wachstum des Kundenkreditvolumens um 3 % geplant.

Bei den Kundeneinlagen haben wir mit einem Volumenzuwachs in Höhe von jeweils 2 % geplant.

Für die Ertragslage ist auch in den kommenden beiden Jahren die Entwicklung des Zinsergebnisses von entscheidender Bedeutung. Wir gehen davon aus, dass sich der nominale Zinsüberschuss durch das gestiegene Marktzinsniveau verbessern wird. Wir gehen im Jahr 2024 von einem Anstieg der Zinsspanne auf einen Wert von 1,80 % der durchschnittlichen Bilanzsumme aus (2023 = 1,64 %). Im Jahr 2025 erwarten wir auf Grund der unterlegten Zinsprognose eine Zinsspanne von 1,91 % der dBS.

Beim Provisionsergebnis streben wir durch die konsequente Nutzung der Vertriebskanäle sowie die weitere Erhöhung unserer Vertriebsleistung das Halten unseres Ergebnisses des Jahres 2023 an. Wir gehen im Jahr 2024 von einer Provisionsspanne in Höhe von 0,89 % der dBS aus (2023 = 0,91 %). Für das Jahr 2025 planen wir eine Provisionsspanne von 0,91 % der dBS.

Bei der Planung der Personal- und Sachkosten gehen wir von einer deutlichen Steigerung aus, deren Ursachen im Wesentlichen in Gehaltssteigerungen, der Besetzung von offenen Stellen und allgemeinen Kostensteigerungen infolge der Inflation liegen.

Beim Verwaltungsaufwand erwarten wir für das Jahr 2024 einen Wert von 1,70 % der dBS (2023 = 1,55 %). Für das Jahr 2025 planen wir einen Verwaltungsaufwand in Höhe von 1,70 % der dBS.

Unter den oben aufgeführten Prämissen rechnen wir in den nächsten beiden Jahren mit auskömmlichen Betriebsergebnissen vor Bewertung. Für das Jahr 2024 rechnen wir mit einem Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 1,02 % der dBS und für das Jahr 2025 mit einem Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 1,15 % der dBS.

Aufgrund der sich aus unserer Planung ergebenden Betriebsergebnisse der Jahre 2024 und 2025 leiten sich folgende CIR-Kenngrößen ab. Derzeit erwarten wir für 2024 einen Wert von 62,52 % und für 2025 einen Wert von 59,64 %.

Bei der Bewertung von Forderungen an Kunden gehen wir in den nächsten zwei Jahren von einer moderaten Risikovorsorge aus.

Aus der Bewertung der Wertpapiere erwarten wir auf Basis unserer Zinsprognose für die Jahre 2024 und 2025 Entlastungen.

In der Planung strebt die Bank eine kontinuierliche Stärkung der Eigenmittel an, wobei die bereits absehbaren Änderungen der Eigenmittelanforderungen Berücksichtigung finden. Somit ist für den Zeitraum unserer Kapitalplanung (2024 - 2028) von der Einhaltung aller aufsichtsrechtlichen Anforderungen bezüglich Kernkapital- und Gesamtkapitalquote bei dem erwarteten Geschäftsvolumen und den geplanten Rücklagenzuführungen auszugehen. Nach Berücksichtigung der Zuführungen aus dem Jahresabschluss 2023 erwarten wir für die harte Kernkapitalquote in den Jahren 2024 und 2025 einen Wert von 21,01 % bzw. 18,68 %. Für die Gesamtkapitalquote nach CRR erwarten wir für die Jahre 2024 und 2025 Werte von 22,15 % bzw. 19,83 %.

Chancen für unsere Ertragslage sehen wir im Kundengeschäft durch die weitere Umsetzung des ganzheitlichen Beratungs- und Betreuungsansatzes. Unterstützend wollen wir unsere Kommunikation über digitale sowie digitalpersönliche Kanäle weiter ausbauen. Chancen für die Ertragslage sehen wir auch bei einem Anstieg der Zinsstrukturkurve, wobei sich auf Grund des hohen Wertpapierbestandes in diesem Fall temporär nennenswerter Bedarf an Kurswertkorrekturen ergäbe.

Risiken für die Ertragslage bestehen bei einer deutlich schlechteren Konjunkturentwicklung als prognostiziert, die zu einer erhöhten Kreditrisikovorsorge führen könnte.

Die wirtschaftliche Entwicklung des kommenden Jahres wird maßgeblich vom weiteren Verlauf der kriegerischen Auseinandersetzungen, den Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen und den Entwicklungen an den Finanzmärkten geprägt sein.

Im Prognosezeitraum von zwei Jahren gehen wir von einer geordneten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus und erwarten keine bestandsgefährdenden Risiken.

 

Weimar, 26. April 2024

VR Bank Weimar eG

Der Vorstand:

Martin Wagner

Michael Galander

1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

VR Bank Weimar eG, Weimar

Genossenschaftsregisternummer 100082 beim Amtsgericht Jena

Aktivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 5.531.639,19 7.565
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 0,00 43
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (43)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 5.531.639,19 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0,00 (0)
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 54.297.924,03 71.252
b) andere Forderungen 39.314.277,53 93.612.201,56 35.160
4. Forderungen an Kunden 158.169.802,67 159.810
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 26.845.895,31 (26.244)
Kommunalkredite 3.583.898,70 (4.445)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 14.670.377,77 14.133
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 13.655.923,51 (13.119)
bb) von anderen Emittenten 220.258.258,53 234.928.636,30 214.358
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 145.766.715,07 (128.651)
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 234.928.636,30 0
Nennbetrag 0,00 (0)
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 4.409.042,92 4.406
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften
a) Beteiligungen 2.380.772,09 2.381
darunter:
an Kreditinstituten 112.884,69 (113)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 1.022.260,00 3.403.032,09 1.022
darunter:
bei Kreditgenossenschaften 999.950,00 (1.000)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
bei Wertpapierinstituten 0,00 (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
9. Treuhandvermögen 406.250,00 469
darunter: Treuhandkredite 406.250,00 (469)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 35,00 0
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 35,00 0
12. Sachanlagen 6.767.966,01 6.745
13. Sonstige Vermögensgegenstände 678.058,72 1.137
14. Rechnungsabgrenzungsposten 6.656,62 7
Summe der Aktiva 507.913.321,08 518.488

Passivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 0,00 0
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 9.246.064,63 9.246.064,63 21.798
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 109.067.163,35 122.214
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 0,00 109.067.163,35 0
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 302.291.337,22 321.816
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 32.905.112,15 335.196.449,37 444.263.612,72 2.936
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 406.250,00 469
darunter: Treuhandkredite 406.250,00 (469)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 323.657,08 495
6. Rechnungsabgrenzungsposten 43.102,63 69
6a. Passive latente Steuern 0,00 0
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 949.385,00 916
b) Steuerrückstellungen 405.601,00 39
c) andere Rückstellungen 1.218.788,84 2.573.774,84 1.017
8. [gestrichen] 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 35.000.000,00 31.000
darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 (0)
12. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 3.247.327,03 3.387
b) Kapitalrücklage 13.438,11 13
c) Ergebnisrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 9.720.000,00 9.675
cb) andere Ergebnisrücklagen 2.280.000,00 12.000.000,00 2.235
d) Bilanzgewinn 796.094,04 16.056.859,18 409
Summe der Passiva 507.913.321,08 518.488
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 412.500,37 425
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 412.500,37 0
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- u. Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 6.027.456,78 6.027.456,78 5.639
darunter: Lieferverpflichtungen aus zinsbezogenen Termingeschäften 0,00 (0)

2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 5.587.932,28 3.628
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 3.061.988,93 8.649.921,21 2.370
darunter: in a) und b) angefallene negative Zinsen 0,00 (38)
2. Zinsaufwendungen 414.184,98 8.235.736,23 -149
darunter: erhaltene negative Zinsen 0,00 (307)
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 90.252,95 194
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 96.625,80 117
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 186.878,75 0
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 4.994.428,88 4.589
6. Provisionsaufwendungen 323.881,49 4.670.547,39 296
7. Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 311.912,11 220
9. [gestrichen] 0,00 0
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 3.685.444,87 3.308
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 810.387,74 4.495.832,61 1.180
darunter: für Altersversorgung 175.355,90 (559)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 3.038.327,15 7.534.159,76 2.969
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 399.997,50 449
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 30.808,42 48
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 0
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 1.306.081,86 1.306.081,86 1.230
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 747.433,95 191
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 0,00 -747.433,95 0
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. [gestrichen] 0,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 5.998.756,71 4.056
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 (0)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.443.204,92 641
darunter: latente Steuern 0,00 (0)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 10.791,35 1.453.996,27 11
24a. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 4.000.000,00 3.000
25. Jahresüberschuss 544.760,44 404
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 251.333,60 5
796.094,04 409
27. Entnahmen aus Ergebnisrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
796.094,04 409
28. Einstellungen in Ergebnisrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 0,00 0
b) in andere Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
29. Bilanzgewinn 796.094,04 409

3. Anhang für das Geschäftsjahr 2023

VR Bank Weimar eG, Weimar

A. Allgemeine Angaben

Die VR Bank Weimar eG mit Sitz in Weimar ist beim Amtsgericht Jena unter der Genossenschaftsregisternummer 100082 eingetragen.

Der Jahresabschluss der VR Bank Weimar eG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und der Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Barreserve

Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt. Sortenbestände sind nicht vorhanden.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden wurden mit dem Nennwert angesetzt, wobei der Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag - sofern Zinscharakter vorliegt - in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt wurde. Dieser Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich planmäßig, und zwar zeitanteilig, aufgelöst.

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren Bonitätsrisiken sind durch Bildung von Einzelwertberichtigungen abgedeckt. Den latenten Risiken im Kreditgeschäft wurde durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 Rechnung getragen. Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung erfolgte zum 31. Dezember 2023 über ein Expected-Credit-Loss-Modell, bei dem ein erwarteter Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne Anrechnung von Bonitätsprämien ermittelt wird. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt unter Berücksichtigung der Ausfallwahrscheinlichkeit, der Verlustquote bei Ausfall sowie der erwarteten Kredithöhe zum Ausfallzeitpunkt für alle unter den Bilanzpositionen Forderungen an Kunden ausgewiesenen Geschäften sowie für unter der Bilanz auszuweisende Eventualverpflichtungen und anderen Verpflichtungen (einschließlich unwiderruflicher Kreditzusagen). Im Hinblick auf unwiderrufliche Kreditzusagen und Eventualverpflichtungen erfolgt die bilanzielle Erfassung in Form einer Rückstellung.

Zusätzlich bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Wertpapiere

Die wie Umlaufvermögen behandelten festverzinslichen Wertpapiere und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen.

Die wie Anlagevermögen behandelten Investmentfonds mit unbestimmter Laufzeit wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Die wie Anlagevermögen behandelten festverzinslichen Wertpapiere wurden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet und die Anschaffungskosten über pari linear über die Restlaufzeit bis zum niedrigeren Einlösungskurs abgeschrieben. Zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs bestehen ferner Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB.

Strukturierte Finanzinstrumente, die keine wesentlich erhöhten oder zusätzlichen (andersartigen) Risiken oder Chancen aufweisen, werden als einheitlicher Vermögensgegenstand bzw. einheitliche Schuld nach den allgemeinen Grundsätzen bilanziert und bewertet.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. verlustfrei bewertet. Hierzu werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende positive Differenzbetrag wird anschließend um den Barwert der direkt aus den Zinsprodukten des Bankbuchs resultierenden Gebühren- und Provisionserträge erhöht und um den Risikokostenbarwert und den Bestandsverwaltungskostenbarwert vermindert. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird.

Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2023 war keine Rückstellung zu bilden.

Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Bewertung der Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften erfolgte zu den Anschaffungskosten.

Treuhandvermögen

Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die Bewertung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgte zu den Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, vermindert um planmäßige Abschreibungen.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen die der geschätzten Nutzungsdauer entsprechenden Abschreibungssätze zugrunde, die auch steuerlich geltend gemacht werden. Sachanlagen wurden im Anschaffungsjahr pro rata temporis abgeschrieben.

Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Einzelwert bis zu EUR 250 wurden in voller Höhe als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, bis EUR 800 betragen, hat die Bank im Zugangsjahr handelsrechtlich in voller Höhe abgeschrieben.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte nach dem strengen Niederstwertprinzip.

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Die Unterschiedsbeträge zwischen dem Erfüllungsbetrag und dem niedrigeren Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten wurden in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt. Die Unterschiedsbeträge wurden planmäßig auf die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt.

Vorauszahlungen für Versicherungsprämien die Folgejahre betreffen, wurden in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt.

Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern wurden saldiert (vgl. Erläuterungen im Abschnitt D.). Über die Höhe der passiven Steuerlatenzen hinausgehende aktive latente Steuern wurden in Ausübung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert.

Verbindlichkeiten

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag. Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Treuhandverbindlichkeiten

Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen Disagiobeträge enthalten, die bei Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden. Die Unterschiedsbeträge werden planmäßig auf die Laufzeit der Forderungen verteilt.

Rückstellungen

Den Pensionsrückstellungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" zugrunde.

Teilweise sind eingegangene Altersversorgungsverpflichtungen an Versorgungseinrichtungen übertragen. Für diese mittelbaren Verpflichtungen aus Pensionszusagen wurden Rückstellungen in Höhe von EUR 5.074,00 (Vorjahr EUR 0,00) zulässigerweise nicht gebildet. Dieser Unterschiedsbetrag ergibt sich insbesondere durch abweichende versicherungsmathematische Ermittlungsmethoden zwischen HGB und Berechnungsverfahren der Versorgungseinrichtungen. Der handelsrechtliche Rückstellungsbetrag wurde mittels Anwartschaftsbarwertverfahren und bei laufenden Rentenverpflichtungen mit dem Barwert ermittelt. Dabei wurden erwartete Gehaltssteigerungen mit 2,25 % p.a., die Fluktuation mit 0 % p.a. und eine Rentendynamik in Höhe von jeweils 2,00 % (Vorjahr 1,00 %) zugrunde gelegt.

Der bei der Abzinsung der Pensionsrückstellungen angewendete Zinssatz von 1,82 % wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (im Vorjahr 1,78 %) auf Basis des von der Deutschen Bundesbank per 31.12.2023 ermittelten Zinssatzes festgelegt, dieser beruht auf einem Rechnungszinsfuß gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV). Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt TEUR 20.

Den Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" zugrunde. Die Bewertung erfolgte mittels Anwartschaftsbarwertverfahren. Der bei den Rückstellungen für Jubiläen angewendete Zinssatz von 1,74 % (Vorjahr 1,44 %) wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren festgelegt. Dieser beruht auf einem Rechnungszinsfuß gemäß Rückstellungsverordnung (RückAbzinsV). Folgende weitere Parameter wurden bei der Rückstellungsberechnung angewendet: Die Fluktuation findet Berücksichtigung durch eine Betriebszugehörigkeit von fünf Jahren und für die Zukunft wird eine jährliche Steigerung von 0,00 % p. a. der Beitragsbemessungsgrenze vorgenommen (Vorjahr 0,00 % p. a.).

Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Im Übrigen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB abgezinst.

Angaben zur Behandlung von negativen Zinsen

Negative Zinsen auf finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung bei den betreffenden Zinserträgen bzw. Zinsaufwendungen in Abzug gebracht. Der Umfang negativer Zinsen bei den Zinserträgen und Zinsaufwendungen wird in Form von Darunter-Vermerken in der Gewinn- und Verlustrechnung angegeben.

Verwendung des Jahresergebnisses

Der Jahresabschluss wurde vor Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

C. Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- / Herstellungskosten zu Beginn des Zugänge (a) Zuschreibungen (b) Umbuchungen (a) Abgänge (b) Anschaffungs- / Herstellungskosten am Ende des
Geschäftsjahres im Geschäftsjahr Geschäftsjahres
EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 177.343 0 (a) 0 (a) 177.343
0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 16.508.518 0 (a) 0 (a) 16.508.518
0 (b) 0 (b)
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.429.342 423.011 (a) 0 (a) 3.526.948
0 (b) 325.405 (b)
Summe a 20.115.203 423.011 (a) 0 (a) 20.212.809
0 (b) 325.405 (b)
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit
Abschreibungen zu Beginn des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr (a) Zuschreibungen Geschäftsjahr (b)
EUR
Zugängen (a) Zuschreibungen (b)
EUR
Umbuchungen (a) Abgängen (b)
EUR
Abschreibungen am Ende des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Buchwerte Bilanzstichtag
EUR
Immaterielle Anlagewerte
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 177.308 0 (a) 0 (a) 0 (a) 177.308 35
0 (b) 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 10.021.774 292.118 (a) 0 (a) 0 (a) 10.313.892 6.194.626
0 (b) 0 (b) 0 (b)
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.171.131 107.880 (a) 0 (a) 0 (a) 2.953.608 573.340
0 (b) 0 (b) 325.402 (b)
Summe a 13.370.213 399.998 (a) 0 (a) 0 (a) 13.444.808 6.768.001
0 (b) 0 (b) 325.402 (b)
Anschaffungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres
EUR
Veränderungen (saldiert)
EUR
Buchwerte am Bilanzstichtag
EUR
Schuldscheindarlehen/Namensschuldverschreibungen des Anlagevermögens 120.003 40.001 160.004
Wertpapiere des Anlagevermögens 183.721.447 884.352 184.605.799
Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 3.403.032 0 3.403.032
Summe b 187.244.482 924.353 188.168.835
Summe a und b 207.359.685 194.936.836

D. Erläuterungen zur Bilanz

Barreserve

Die Barreserve beinhaltet keine in Euro umgerechneten Fremdwährungsbestände.

Forderungen an Kreditinstitute

In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 93.526.867 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 3.381.059 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Von den in der Bilanz ausgewiesenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren (A 5) werden im auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahr EUR 27.657.273 fällig.

Aufgliederung der in den Bilanzposten A 5 bis A 8 enthaltenen Wertpapiere

In folgenden Posten sind enthalten:

börsenfähig davon:
EUR börsennotiert
EUR
nicht börsennotiert
EUR
nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere
EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 234.928.636 222.224.602 12.704.034 173.165.168
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (A 6) 3.398.991 0 3.398.991 0

Im Wertpapierjournal sind die nicht nach dem strengen Niederstwertprinzip bewerteten Wertpapiere des Anlagevermögens besonders gekennzeichnet.

Zu den Finanzanlagen gehörende Finanzinstrumente, die über ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, bestehen in Form von Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren mit einem Buchwert von 173.165.168,33 EUR, denen ein beizulegender Zeitwert von 159.165.804,43 EUR gegenübersteht.

Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB sind unterblieben, da wir nicht von einer dauernden Wertminderung ausgehen und Störungen der Zins- und Tilgungsleistungen nach unserer derzeitigen Einschätzung nicht zu erwarten sind. Kursschwankungen sind ausschließlich auf die Zinsentwicklung zurückzuführen. Wir sehen kein erhöhtes Bonitätsrisiko, da die Emittenten mindestens im Investmentgradebereich geratet sind.

Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den Forderungen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Forderungen an
verbundene Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kreditinstitute (A 3) 0 0 21.114 596.921

Beteiligungen

Wir halten an folgenden Unternehmen Beteiligungen im Sinne des § 271 Abs.1 HGB:

Anteil am Gesellschafts- Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses
Name und Sitz kapital
%
Jahr TEUR Jahr TEUR
a) Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, Schwäbisch Hall *) 0,00 2022 1.812.302 2022 0
b) DZ 1. Beteiligungs GmbH Co. KG, Neu-Isenburg 0,19 2022 992.482 2022 24.518
c) R+V Versicherung AG, Wiesbaden *) 0,00 2022 2.397.253 2022 0
d) Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main 0,00 2022 1.693.990 2022 321.428
e) AAG Holding GmbH Co. KG, Neu-Isenburg 0,34 2022 59.460 2022 1.298

*) Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses - Ausweis nach Gewinnabführung

Treuhandvermögen

Im Bilanzposten "Treuhandvermögen" (A 9) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandforderungen handelt es sich um Forderungen der Kunden (A4).

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Im Bilanzposten "Sachanlagen" (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 3.362.325 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 573.340 enthalten.

Sonstige Vermögensgegenstände

In dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" (A 13) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2023
EUR
Ansprüche aus Rückdeckungsversicherung 302.650

Nachrangige Vermögensgegenstände

In den folgenden Posten sind Vermögensgegenstände, für die eine Nachrangklausel besteht, enthalten:

Posten/Unterposten Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
4 51.922 145.653
5 3.696.212 3.196.229
13 160.004 120.003

Bei den aufgeführten nachrangigen Forderungen des Aktivpostens 4 handelt es sich ausschließlich um haftungsfreigestellte Kredite.

Restlaufzeitenspiegel für Forderungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute (A 3b) (ohne Bausparguthaben) 2.215.000 9.305.000 8.420.000 19.060.000
Forderungen an Kunden (A 4) 5.462.478 10.863.713 51.626.847 86.661.334

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Restlaufzeitenspiegel für Verbindlichkeiten

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b) 344.549 996.070 3.532.484 4.372.962
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2b bb) 22.800.005 8.474.610 846.423 713.778

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 9.220.215 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Treuhandverbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Treuhandverbindlichkeiten" (P 4) sind ausschließlich Refinanzierungsmittel für Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P1).

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten (P 6) sind Disagiobeträge, die bei der Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden, im Gesamtbetrag von EUR 43.103 (Vorjahr EUR 69.600) enthalten.

Passive latente Steuern

Latente Steuern sind nicht bilanziert. Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde. Den passiven Steuerlatenzen stehen höhere aktive Steuerlatenzen gegenüber, insbesondere aus Forderungen an Kreditinstitute, Forderungen an Kunden, Schuldverschreibungen und an anderen festverzinslichen Wertpapieren, Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren, aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sowie Rückstellungen. Für die Berechnung latenter Steuern wurde ein Steuersatz von 30,64 % zugrunde gelegt.

Eigenkapital

Die unter dem Passivposten "Gezeichnetes Kapital" (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

EUR
Geschäftsguthaben
a) der verbleibenden Mitglieder 3.120.187
b) der ausscheidenden Mitglieder 127.140

Die Kapital- und Ergebnisrücklagen (P 12b) und c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Kapitalrücklage
EUR
Gesetzliche Rücklage
EUR
andere Ergebnisrücklagen
EUR
Stand 01.01.2023 13.438 9.675.000 2.235.000
Einstellungen 0
- aus Bilanzgewinn des Vorjahres 45.000 45.000
Stand 31.12.2023 13.438 9.720.000 2.280.000

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Die in den Posten 1b) und 2c) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und -steuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung der Risiken gewährleisten.

Akute Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind nicht erkennbar.

Die ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen ausschließlich Bürgschafts- und Gewährleistungsverträge für Kunden bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden.

Die Risiken wurden im Zuge einer Einzelbewertung der Bonität dieser Kunden beurteilt. Die ausgewiesenen Beträge unter 1b) zeigen nicht die zukünftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen wird.

Durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesicherte Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:

Passivposten Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögenswerte
in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 9.246.065

Termingeschäfte und derivative Finanzinstrumente

Es wurden einheitlich zu bilanzierende strukturierte Finanzinstrumente erworben. Sie beinhalten zumeist neben dem Basisinstrument Zinsabgrenzungsvereinbarungen, Kündigungsrechte bzw. Mehrfachkündigungsrechte des Schuldners.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Die für das Geschäftsjahr ermittelten Auf- und Abzinsungseffekte für Zinsrückstellungen aus Zinsprodukten wurden unter den Zinserträgen und den Zinsaufwendungen erfasst. Dadurch hat sich der Zinsüberschuss per Saldo um EUR -1.396 (Vorjahr EUR -3.001) verändert.

Provisionserträge

Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für die Verwaltung und Vermittlung, insbesondere für die Vermittlung von Krediten, Bausparverträgen, Versicherungen und Wertpapieren nehmen in der Ertragsrechnung einen festen Bestandteil ein und machen 0,3 % der durchschnittlichen Bilanzsumme aus.

Sonstige betriebliche Erträge

In diesen Positionen sind keine wesentlichen Einzelbeträge enthalten. Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen mit EUR 136 (Vorjahr EUR 15) Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 6.489 (Vorjahr EUR 27.898) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Periodenfremde Erträge bzw. Aufwendungen

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 38.617 und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 6.959 enthalten.

F. Sonstige Angaben

Vorstand und Aufsichtsrat

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates betrugen EUR 21.304.

Für aktive Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen bestehen zum 31.12.2023 Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 949.385. Darüber hinausgehend bestehen mit der R+V Pensionsfonds AG und der Versorgungskasse genossenschaftlich orientierter Unternehmen (VGU) e. V. Verträge, die zur Erfüllung der Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Vorstands sowie ehemaligen Mitarbeitern bzw. deren Hinterbliebenen abgeschlossen wurden.

Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 2.967 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 3.272.022.

Geschäfte zu marktunüblichen Bedingungen mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Es sind keine Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen zu nicht marktüblichen Bedingungen zustande gekommen.

Ausschüttungsgesperrte Beträge

Der aus der Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag beträgt EUR 19.748, diesem stehen ausreichend frei verfügbare Rücklagen gegenüber.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Höhe von Garantieverpflichtungen gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (Garantieverbund) in Höhe von EUR 888.288.

Ferner besteht eine Beitragsgarantie gegenüber dem institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Personalstatistik

Die Zahl der 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Prokuristen 1 0
Sonstige kaufmännische Mitarbeiter 41 26
42 26

Außerdem wurden durchschnittlich 7 Auszubildende beschäftigt.

Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr

Anzahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile Haftsummen
EUR
Anfang 2023 7.483 65.359 6.535.900
Zugang 2023 191 343 34.300
Abgang 2023 281 3.255 325.500
Ende 2023 7.393 62.447 6.244.700
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermindert um EUR 145.235
Die Haftsummen haben sich im Geschäftsjahr vermindert um EUR 291.200
Höhe des Geschäftsanteils EUR 50
Höhe der Haftsumme je Anteil EUR 100

Besondere Offenlegungspflichten

Gemäß Teil 8 der CRR (Art. 435 bis 455) offenzulegende Inhalte sind zum Teil im Lagebericht enthalten. Wir beabsichtigen, die weiteren Angaben in einem separaten Offenlegungsbericht zu machen und diesen auf unserer Internet-Homepage zu veröffentlichen.

Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Das vom Prüfungsverband für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar schlüsselt sich in folgende Honorare auf:

- Abschlussprüfungsleistungen EUR 174.350
- Andere Bestätigungsleistungen EUR 29.013
- Steuerberatungsleistungen EUR 10.846

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes

Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten:

Genoverband e.V.

Wilhelm-Haas-Platz

63263 Neu-Isenburg

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Mitglieder des Vorstands, ausgeübter Beruf

Wagner, Martin, - Vorsitzender - , Bankdirektor Betriebsbereich

Galander, Michael, Bankdirektor Marktbereich

Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf

Dürrschnabel, Gerhard, - Vorsitzender - , Dipl-Betrw., Wirtschaftsprüfer, Steuerberater in der HSP Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft AG Thüringen

Theermann, Holger, - stellvertretender Vorsitzender - , Geschäftsführer der PROMA - Gesellschaft für Projektentwicklung und Kommunalberatung mbH

Roos, Heike, Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin sowie Büroinhaberin RoosGrün Planung

Graubner, Anselm, Geschäftsführer der Goethezimmer GmbH

Knauer, Sebastian, Augenoptikmeister und Geschäftsführer der Knauer Weimar GmbH

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 544.760,44 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von EUR 251.333,60 (Bilanzgewinn von EUR 796.094,04) - wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende von 3,00 % 97.098,16
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen
a) Gesetzliche Rücklage 80.000,00
b) Andere Ergebnisrücklagen 80.000,00
Vortrag auf neue Rechnung 538.995,88
796.094,04

 

Weimar, 26. April 2024

VR Bank Weimar eG

Der Vorstand

Martin Wagner

Michael Galander

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die VR Bank Weimar eG, Weimar

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der VR Bank Weimar eG, Weimar (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt Bewertung der Kundenforderungen dar:

a) Sachverhalt und Problemstellung

Die Forderungen an Kunden - saldiert mit den gebildeten Risikovorsorgen -belaufen sich auf 158,2 Mio. EUR. Dies entspricht einem Anteil 31,1 % der Bilanzsumme. Zudem bestehen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 0,4 Mio. EUR und unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von 6,0 Mio. EUR. Eine mögliche Verschlechterung der Kreditwürdigkeit von Kreditnehmern kann Auswirkungen auf die Höhe der zu bildenden Einzelwertberichtigungen bzw. Abschreibungen auf Kundenforderungen haben. Hieraus können sich erhebliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss und insbesondere auf die Ertragslage der Genossenschaft ergeben. Im Rahmen der Rechnungslegung ist zur Bewertung der Forderungen neben der Bonitätsbeurteilung in der Regel die Nutzung geschätzter Werte für gestellte Sicherheiten erforderlich. Da die hiermit verbundenen Einschätzungen einen bedeutsamen Einfluss auf die Bildung bzw. die Höhe gegebenenfalls erforderlicher Einzelwertberichtigungen und Abschreibungen auf Kundenforderungen haben, und diese insofern mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind, haben wir die Bewertung der Kundenforderungen als einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt eingestuft.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben zunächst beurteilt, ob die für die Bewertung der Kundenforderungen relevanten Prozesse der Genossenschaft so ausgestaltet sind, dass akute Risiken mit hinreichender Sicherheit rechtzeitig erkannt werden und gegebenenfalls eine angemessene Risikovorsorge gebildet wird. Anschließend haben wir uns durch eine Prüfung ausgewählter Einzelfälle von der Funktionsfähigkeit der Prozesse und Regelungen überzeugt. Dabei haben wir auf die von der Genossenschaft eingerichteten relevanten Kontrollen abgestellt.

Des Weiteren haben wir analytische Prüfungshandlungen durchgeführt. Dabei wurde der Datenbestand der Genossenschaft im Hinblick auf vordefinierte Prüfungskriterien ausgewertet. Neben den Ratingeinstufungen wurden insbesondere die Höhe der ungesicherten Kreditteile und die Höhe der Gesamtzusage berücksichtigt. Hierauf aufbauend haben wir bewusst ausgewählte Kreditengagements hinsichtlich der Notwendigkeit und, soweit erforderlich, der Angemessenheit einer Risikovorsorge einer Einzelfallprüfung unterzogen.

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Weitere Angaben zur Bilanzierung und Bewertung von Forderungen an Kunden sind im Anhang im Abschnitt B. enthalten. Im Lagebericht geht die Genossenschaft in den Abschnitten B.3 und B.4.c auf die Entwicklung des Kreditgeschäfts und der Kundenforderungen ein.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen:

- die übrigen Teile des Kurzberichtes 2023 - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

- wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat/Prüfungsausschuss/ nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht der geprüften Genossenschaft angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft bzw. für die von dieser beherrschten Unternehmen erbracht:

- Wertpapierdienstleistungs- und Depotprüfung nach § 89 Abs. 1 WpHG

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Jens Hähne.

 

Leipzig, 3. Juni 2024

Genoverband e.V.

Robert Lippmann, Wirtschaftsprüfer

Jens Hähne, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung

Die Generalversammlung vom 18.06.2024 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2023 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 544.760,44 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages in Höhe von EUR 251.333,60 - wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen.

Bericht des Aufsichtsrates

VR Bank Weimar eG, Weimar

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und fasste die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand.

Im Jahr 2023 hat der Aufsichtsrat insgesamt 7 Sitzungen abgehalten. Es erfolgte zudem eine Schulungsveranstaltung zu dem Thema "Immobilienfinanzierung in herausfordernden Zeiten - Zinsniveau, ESG und andere Faktoren.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat bildeten die Entwicklung der Bank, die Planung der zukünftigen Entwicklung, die Durchsprache und Billigung der Strategien für einzelne Geschäftsfelder, die Berichterstattung über die Einhaltung der MaRisk, die Befassung mit aufsichtsrechtlichen Anforderungen, die Entwicklung der bankeigenen Geldanlagen, die Information über Personalveränderungen, die Beratung der externen Prüfungsergebnisse, die Ergebnisse der Internen Revision, die Einhaltung der Vorschriften des Geldwäschegesetzes (GWG), die Angemessenheit der Vergütungssysteme und der Geschäftsleitervergütung sowie die Beschlussfassungen zu Kreditvergaben, Eigenanlagegeschäften, zu Beteiligungen, zur Auszahlung von Auseinandersetzungsguthaben, zu Personalangelegenheiten und zur Beendigung des Verschmelzungsvorhabens mit der Nordthüringer Volksbank eG.

Die Eigenbewertung des Aufsichtsrates gemäß § 25d Abs. 11 Nr. 3 und 4 KWG und die Abfrage der Leitungs- und Aufsichtsratsmandate wurden durchgeführt.

Der vorliegende Jahresabschluss 2023 mit Lagebericht wurde vom Genoverband e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Generalversammlung berichtet.

Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und für in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses - unter Einbeziehung des Gewinnvortrages - entspricht den Vorschriften der Satzung.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Generalversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2023 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

Durch Ablauf der Wahlzeit scheiden in diesem Jahr Herr Gerhard Dürrschnabel und Herr Holger Theermann aus dem Aufsichtsrat aus. Die Wiederwahl der ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates ist zulässig.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und den Mitarbeitern Dank für die geleistete Arbeit aus.

 

Weimar, im Juni 2024

Der Aufsichtsrat

Gerhard Dürrschnabel, Vorsitzender

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023

("Länderspezifische Berichterstattung")

VR Bank Weimar eG, Weimar

Die VR Bank Weimar eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der VR Bank Weimar eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren. Im Rahmen Ihrer Tätigkeit betreibt die VR Bank Weimar eG auch den Verkauf der für die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte benötigten Güter.

Die VR Bank Weimar eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands, Rohergebnis aus Warenverkehr und Nebenbetrieben und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 TEUR 13.405.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 64,9.

Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 5.999.

Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR 1.443 und betreffen laufende Steuern.

Die VR Bank Weimar eG hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

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