Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 209607
Eingetragen
26.8.2019
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieEntwicklung und Programmierung von AnwendungssoftwareErbringung von Dienstleistungen der diagnostischen Bildgebung
Gegenstand
Die Entwicklung, der Vertrieb und der Onlinebetrieb von Software-Anwendungen als Dienstleistung, mit Schwerpunkt Lerntechnologie für Mediziner und Medizinstudenten sowie angrenzende (Software-) Dienstleistungen und Produkte.

Finanzübersicht

Historie

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Beteiligungen
Beta

NameAnteil
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Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

AMBOSS GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die AMBOSS GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der AMBOSS GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der AMBOSS GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, 21. Juni 2022

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Röders, Wirtschaftsprüfer

Behrendt, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31.12.2021

Aktiva

EUR EUR 31.12.2020
EUR
A. Anlagevermögen      
I. Immaterielle Vermögensgegenstände      
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten   457.776,99 420.437,99
II. Sachanlagen      
1. Bauten auf fremden Grundstücken 1.715,00   2.009,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 558.506,02   727.269,00
    560.221,02 729.278,00
III. Finanzanlagen      
Anteile an verbundenen Unternehmen   10.089,13 10.089,13
    1.028.087,14 1.159.805,12
B. Umlaufvermögen      
I. Vorräte      
1. Waren 83.708,16   91.786,29
2. Geleistete Anzahlungen 122.401,63   83.238,23
    206.109,79 175.024,52
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände      
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 530.972,49   409.808,65
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 156.559,66   421.116,23
3. Sonstige Vermögensgegenstände 414.655,20   474.038,60
    1.102.187,35 1.304.963,48
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten   30.434.783,93 17.301.097,65
    31.743.081,07 18.781.085,65
C. Rechnungsabgrenzungsposten   575.716,26 318.135,14
    33.346.884,47 20.259.025,91

Passiva

     
EUR EUR 31.12.2020
EUR
A. Eigenkapital      
I. Gezeichnetes Kapital   57.852,00 55.273,00
II. Kapitalrücklage   59.861.959,10 39.834.193,01
III. Verlustvortrag   -31.691.773,45 -20.789.163,64
IV. Jahresfehlbetrag   -11.760.773,86 -10.902.609,81
    16.467.263,79 8.197.692,56
B. Rückstellungen      
Sonstige Rückstellungen   2.463.865,24 901.404,38
C. Verbindlichkeiten      
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 84.311,18   222.318,29
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 84.311,18 (Vj. EUR 222.318,29)      
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 48.755,61   0,00
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 48.755,61 (Vj. EUR 0,00)      
3. Sonstige Verbindlichkeiten 617.031,65   570.487,63
davon aus Steuern EUR 449.271,97 (Vj. EUR 325.652,85)      
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 74.218,54 (Vj. EUR 63.859,67)      
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 617.031,65 (Vj. EUR 570.487,63)      
    750.098,44 792.805,92
D. Rechnungsabgrenzungsposten   13.665.657,00 10.367.123,05
    33.346.884,47 20.259.025,91

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

EUR EUR 2020
EUR
1. Umsatzerlöse 26.991.332,68   18.401.716,46
2. Sonstige betriebliche Erträge 754.652,84   591.165,55
davon Erträge aus Währungsumrechnung EUR 282.978 (Vj. EUR 17.187)      
    27.745.985,52 18.992.882,01
3. Materialaufwand      
Aufwendungen für bezogene Leistungen   399.473,15 327.903,10
4. Personalaufwand      
a) Löhne und Gehälter 23.627.694,84   17.827.714,45
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 3.889.050,03   3.010.019,86
davon für Altersversorgung EUR 60.012,09 (Vj. EUR 32.487,94)      
    27.516.744,87 20.837.734,31
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   559.947,30 419.664,71
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen   9.804.572,99 8.209.970,74
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung EUR 42.838,17 (Vj. EUR 488.756,61)      
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 594,83   9.466,09
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,09   640,22
    594,74 8.825,87
9. Ergebnis nach Steuern   -10.534.158,05 -10.793.564,98
10. Sonstige Steuern   1.226.615,81 109.044,83
11. Jahresfehlbetrag   -11.760.773,86 -10.902.609,81

Anhang zum 31. Dezember 2021

Allgemeine Angaben

Die AMBOSS GmbH mit Sitz in 10119 Berlin ist unter der Nummer 209607 im Handelsregister Abteilung B des Amtsgerichts Charlottenburg, Berlin, eingetragen.

Der Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, der Vertrieb und der Onlinebetrieb von Software-Anwendungen als Dienstleistung, mit Schwerpunkt Lerntechnologie für Mediziner und Medizinstudenten sowie angrenzende (Software-) Dienstleistungen und Produkte.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine große Kapitalgesellschaft.

Der vorliegende Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021 ist nach den Vorschriften der §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes erstellt worden.

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, um planmäßige Abschreibungen über längstens 6 Jahre vermindert. Fremdkapitalzinsen wurden nicht aktiviert.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen über längstens 10 Jahre vermindert. Fremdkapitalzinsen wurden nicht aktiviert.

Die planmäßigen Abschreibungen werden entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert werden bei dauerhafter Wertminderung vorgenommen.

Bewegliche Vermögensgegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von EUR 800,00 werden im Jahre des Zugangs voll abgeschrieben.

Die Vermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens sind zu Anschaffungskosten oder bei dauerhafter Wertminderung dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert wurden in angemessenem und ausreichendem Umfang vorgenommen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bilanziert. Vorhandenen Risiken wird durch angemessene Einzel- und pauschale Wertberichtigung Rechnung getragen.

Uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Die liquiden Mittel werden zum Nominalwert angesetzt.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind für Auszahlungen gebildet, die erst nach dem Bilanzstichtag aufwandswirksam werden.

Die sonstigen Rückstellungen werden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden für Einzahlungen gebildet, die erst nach dem Bilanzstichtag ertragswirksam werden.

Die Gesellschaft verfügt über abzugsfähige temporäre Differenzen aus dem Unterschied von handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen. Diese resultieren im Wesentlichen aus steuerlichen Verlustvorträgen. Bei der Ermittlung wurde ein Steuersatz von 30,175 % (Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer) zugrunde gelegt. In Anwendung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde auf den Ansatz des Aktivüberhangs von latenten Steuern verzichtet.

Die Währungsumrechnung in Euro von kurzfristigen Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten, die auf fremde Währung lauten, erfolgte gemäß den Regelungen des § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag (1 USD = 0,883392 EUR).

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 157 (Vorjahr TEUR 421) aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, mit Ausnahme eines Teils der geleisteten Mietkautionen in Höhe von TEUR 95 (Vorjahr TEUR 78), haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betragen TEUR 2.464 (Vorjahr TEUR 901) und werden im Wesentlichen für Verpflichtungen aus indirekten Steuern (TEUR 1.230), für Verpflichtungen aus dem Personalbereich (TEUR 994), ausstehende Rechnungen (TEUR 136) sowie Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 70) gebildet.

Angaben nach § 42 Abs. 3 GmbHG

Gegenüber den Gesellschaftern bestehen Forderungen in Höhe von EUR 168,40 sowie Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 93,38.

Eigenkapital

Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte eine Kapitalerhöhung in Höhe von insgesamt TEUR 20.030. Davon entfielen TEUR 2 auf das Stammkapital und TEUR 20.028 auf Zuzahlungen in die Kapitalrücklage gem. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

Verbindlichkeiten

Die nachfolgende Darstellung zeigt die Restlaufzeiten der in der Bilanz aufgeführten Verbindlichkeiten.

davon mit einer RLZ von
Art der Verbindlichkeit zum 31.12.2021 Gesamtbetrag
TEUR
< 1 J.
TEUR
1 - 5 J.
TEUR
> 5 J.
TEUR
aus Lieferungen und Leistungen 84 84 0 0
ggü.verbundenen Unt. 49 49 0 0
sonstige Verbindlichkeiten 617 617 0 0
Summe 750 750 0 0

Sämtliche Verbindlichkeiten sind unbesichert.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Bei den passiven Rechnungsabgrenzungsposten in der Gesamthöhe von TEUR 13.666 (Vorjahr: TEUR 10.367) handelt es sich um die Umsatzabgrenzung aus dem Verkauf von Lizenzen. Die maximale Laufzeit der Lizenzverträge beträgt 5 Jahre.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Im laufenden Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 26.991 erzielt.

Die Umsatzerlöse aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit teilen sich nach den Produktplattformen wie folgt auf: Deutsche Produktplattform: TEUR 14.380 bzw. 53 %; Englische Produktplattform: TEUR 12.399 bzw. 46 %, sonstige Umsatzerlöse: TEUR 212 bzw. 1 %.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten insbesondere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 34, Vorjahr: TEUR 0) sowie Erträge aus Kursdifferenzen (TEUR 283, Vorjahr: TEUR 17).

Für eine bessere Darstellung der Ertragslage werden die Kosten für externe Freelancer unter dem Personalaufwand, anstatt unter dem Materialaufwand, ausgewiesen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus Kursdifferenzen (TEUR 43, Vorjahr: TEUR 489).

Bei dem Materialaufwand (TEUR 399, Vorjahr: TEUR 328) handelt es sich primär um die bezogenen Leistungen aus Partnerverträgen.

Aufwendungen außergewöhnlicher Größenordnung betreffen antizipierte Auszahlungen aus indirekten Steuern in Höhe von TEUR 1.230, davon TEUR 700 periodenfremd.

Sonstige Pflichtangaben

Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer gemäß § 285 Nr. 7 HGB

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr durchschnittlich389,0 Mitarbeiter (Vorjahr: 339,5 Mitarbeiter). Bei den Mitarbeitern handelt es sich ausschließlich um Angestellte.

Konzernverhältnisse

Die AMBOSS GmbH hat mit Verweis auf § 293 HGB in Verbindung mit § 296 Abs. 2 HGB keinen Konzernabschluss aufgestellt.

Beteiligungsverhältnisse

Die Gesellschaft ist mit 100 % an der AMBOSS MD INC, Delaware, USA, beteiligt. Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2021 USD 202.239,64. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2021 beträgt USD 66.356,86.

Die Gesellschaft ist mit 100 % an der AMBOSS Alata S.r.l., Mailand, Italien, beteiligt. Das Eigenkapital beträgt zum 31.12.2021 EUR 23.647,88. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2021 beträgt EUR 13.121,88.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen/Personen

Sämtliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Sinne des § 285 Nr. 21 HGB wurden mit marktüblichen Bedingungen abgewickelt.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB in Höhe von TEUR 3.114 bestehen im Wesentlichen aus Mietverträgen.

Die AMBOSS GmbH hat zwei virtuelle Anteilsprogramme in den Jahren 2016 und 2019 aufgelegt, welche die Teilnehmer dieser Programme berechtigen, im Falle einer Gewinnausschüttung, eines Verkaufs der Gesellschaft oder eines Börsengangs, ökonomisch, d. h. durch Barzahlung oder Umwandlung in Aktien, an der Geschäftsentwicklung von AMBOSS zu partizipieren. Die virtuellen Anteile enthalten eine Sperrfrist (Cliff) von mindestens 12 Monaten und werden über einen Zeitraum von bis zu 60 Monaten erdient (Vesting). Der Strike Price orientiert sich an der Unternehmensbewertung zum Ausgabezeitpunkt. Seit dem Jahr 2016 hat die Gesellschaft virtuelle Anteile an verschiedene Mitarbeiter gewährt und am Bilanzstichtag ist bereits ein Teil dieser virtuellen Anteile unverfallbar erdient. Entsprechend der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs mit Urteil vom 15.03.2017, Aktenzeichen: I R 11/15, wurde keine Rückstellung gebildet.

Abschlussprüferhonorar

Gesamthonorars des Abschlussprüfers beträgt im Geschäftsjahr TEUR 32.

Organe der Gesellschaft

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Geschäftsführer:

Herr Dr. med. Madjid Salimi, Arzt

Herr Dr. med. Nawid Salimi, Arzt

Herr Franz-Benedikt Hochkirchen, Diplom-Kaufmann

Bezüglich der Angaben der Gesamtbezüge der Geschäftsführer gemäß § 285 Nr. 9 Buchstabea HGB macht die Gesellschaft von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch.

Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Der Jahresabschluss wurde unter der Grundlage der Unternehmensfortführung (going concern) aufgestellt.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine führte zu Beginn des Geschäftsjahres 2022 zu einer allgemeinen Verschlechterung der politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Die Auswirkungen der Krise auf die Weltwirtschaft lassen sich derzeit noch nicht verlässlich abschätzen.

 

Berlin, 31. März 2022

AMBOSS GmbH

Geschäftsführung

gez. Dr. med. Madjid Salimi

gez. Dr. med. Nawid Salimi

gez. Franz-Benedikt Hochkirchen

Entwicklung des Anlagevermögens für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2021
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.130.416,50 176.387,38 0,00 1.306.803,88
II. Sachanlagen        
1. Bauten auf fremden Grundstücken 2.940,65 0,00 0,00 2.940,65
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.204.897,18 263.836,05 49.370,47 1.419.362,76
  1.207.837,83 263.836,05 49.370,47 1.422.303,41
III. Finanzanlagen        
Anteile an verbundenen Unternehmen 10.089,13 0,00 0,00 10.089,13
  2.348.343,46 440.223,43 49.370,47 2.739.196,42
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2021
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 709.978,51 139.048,38 0,00 849.026,89
II. Sachanlagen        
1. Bauten auf fremden Grundstücken 931,65 294,00 0,00 1.225,65
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 477.628,18 420.604,92 37.376,36 860.856,74
  478.559,83 420.898,92 37.376,36 862.082,39
III. Finanzanlagen        
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
  1.188.538,34 559.947,30 37.376,36 1.711.109,28
Buchwerte
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 457.776,99 420.437,99
II. Sachanlagen    
1. Bauten auf fremden Grundstücken 1.715,00 2.009,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 558.506,02 727.269,00
  560.221,02 729.278,00
III. Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 10.089,13 10.089,13
  1.028.087,14 1.159.805,12

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

der AMBOSS GmbH, Berlin

I. Grundlagen der Gesellschaft

1. Allgemeines und Geschäftsmodell

AMBOSS ist eine adaptive Wissensplattform, die Lernsoftware und medizinisches Nachschlagewerk vereint und weltweit von mehr als einer Million Mediziner/innen in Beruf, Studium und Lehre genutzt wird. Das internationale Team von AMBOSS umfasst über 350 Ärztinnen und Ärzte, Wissenschaftler/innen und Software-Entwickler/innen mit Büros in Köln, Berlin und New York (AMBOSS MD Inc.). Das Vertriebsmodell basiert auf dem Verkauf von Lizenzen, die sowohl von Endnutzer/innen (B2C) direkt als auch über institutionelle Träger wie Universitäten und Kliniken (B2B) erworben werden können. Bei den Lizenzen handelt es sich um zeitlich begrenzte oder wiederkehrende Abonnements (z. B. monatlich/jährlich, Zahlung im Voraus), die sich durch den Kauf von Add-ons um weitere Features erweitern lassen.

2. Forschung und Entwicklung

Die AMBOSS GmbH investiert einen wesentlichen Anteil ihres jährlichen Budgets in die Weiter- und Neuentwicklung von Produkten. Dies betrifft sowohl die Erstellung medizinischer Inhalte als auch die Softwareentwicklung für Web- und mobile Applikationen. In 2022 plant die AMBOSS GmbH einen weiteren Anstieg dieser Investitionen. Ausgaben für Forschung und Entwicklung werden nicht bilanziell aktiviert.

3. Beteiligungsstruktur

Die AMBOSS GmbH ist mit 100 % an der AMBOSS MD INC, Delaware, USA, und mit 100 % an der AMBOSS Alata S.r.l., Mailand, Italien, beteiligt.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftliche Situation für die AMBOSS GmbH hat sich in 2021 trotz der weiterhin anhaltenden Coronapandemie sehr vorteilhaft entwickelt und wird sich nach Einschätzung der Gesellschaft auch in den kommenden Jahren positiv fortsetzen. AMBOSS ist dabei optimal positioniert, um von dem globalen Trend der Digitalisierung des Gesundheits- und Bildungswesens zu profitieren. Ferner verfolgt die AMBOSS GmbH ein integratives B2C/B2B-Vertriebsmodell, weshalb sie flexibel auf Marktgegebenheiten reagieren und zeitgleich das Cashflow-Profil diversifizieren kann.

2. Geschäftsverlauf

Die Umsatzentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr ist als sehr positiv zu bewerten. Die Umsatzerlöse konnten im Vergleich zum Vorjahr um 47 % gesteigert werden. Einen großen Beitrag dazu leistete das Wachstum ärztlicher Nutzer/innen sowie die Internationalisierung und Expansion in die USA. Die Prognose des Vorjahres konnte somit erreicht werden.

3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

A. Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2021 erzielte die AMBOSS GmbH ein Umsatzvolumen von TEUR 26.991 und liegt damit erneut deutlich über den Ergebnissen des Vorjahres von TEUR 18.402. Die positiven Effekte resultieren dabei einerseits aus dem starken Wachstum der ärztlichen Nutzer/innen sowie aus der fortschreitenden internationalen Expansion. Die Erlöse verteilen sich auf die Produktplattformen wie folgt: Deutsche Produktplattform: TEUR 14.380 bzw. 53 %; Englische Produktplattform: TEUR 12.399 bzw. 46 %, sonstige Umsatzerlöse: TEUR 212 bzw. 1 %.

Der Jahresfehlbetrag der AMBOSS GmbH belief sich im Berichtsjahr auf TEUR -11.761 (Vorjahr TEUR -10.903). Nennenswerte Ergebnisbeiträge kamen aus dem Anstieg der Personalaufwendungen durch einen weiteren Aufbau der Mitarbeiterzahlen um TEUR 6.679 bzw. 32 % auf TEUR 27.517 und sonstigen betrieblichen Aufwendungen um TEUR 1.595 bzw. 19 % auf TEUR 9.805. Im Jahresergebnis sind ebenso die Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen für indirekte Steuern in Höhe von TEUR 1.230 enthalten. Die Mehraufwendungen des Geschäftsjahres konnten durch die erfreuliche Entwicklung des Umsatzes von TEUR +8.590 bzw. +47 % zum Teil kompensiert werden.

B. Finanzlage

Im Geschäftsjahr 2021 ist der Finanzmittelbestand der AMBOSS GmbH um TEUR 13.134 auf TEUR 30.435 gestiegen.

Der positive Cashflow im Geschäftsjahr 2021 ist hauptsächlich geprägt von einem Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit i. H. v. TEUR 20.030, welcher auf die Kapitalerhöhung zurückzuführen ist.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit i. H. v. TEUR -6.463 (Vorjahr TEUR -5.864) ist im Wesentlichen vom negativen Jahresergebnis i. H. v. TEUR -11.761 geprägt. Dagegen wirken die Zunahme der Rückstellungen aus indirekten Steuern i. H. v. TEUR +1.230 sowie die Erhöhung der passiven Rechnungsabgrenzungsposten (Umsatzabgrenzung aus dem Verkauf von Lizenzen) i. H. v. TEUR +3.299.

Aus dem Cashflow aus Investitionstätigkeit ergibt sich ein Mittelabfluss in Höhe von TEUR -434 (Vorjahr TEUR -783).

Mit einer Gesamtliquidität von über EUR 30 Mio. zum Jahresende 2021 ist die AMBOSS GmbH finanziell sehr gut für zukünftiges Wachstum aufgestellt.

C. Vermögenslage

Die Bilanzsumme der AMBOSS GmbH hat sich im Geschäftsjahr 2021 um TEUR 13.088 auf TEUR 33.347 (Vorjahr TEUR 20.259) erhöht. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf einen Anstieg des Eigenkapitals i. H. v. TEUR 8.270, erwartungsgemäß gewachsenen passiven Rechnungsabgrenzungsposten (Umsatzabgrenzung aus dem Verkauf von Lizenzen) i. H. v. TEUR 3.299 auf TEUR 13.666 (Vorjahr TEUR 10.367) sowie um TEUR 1.562 höhere Rückstellungen zurückzuführen. Aufgrund der erfolgten Eigenkapitalerhöhung zeigte sich ferner ein Anstieg der liquiden Mittel auf TEUR 30.435 (Vorjahr TEUR 17.301).

Das Eigenkapital der AMBOSS GmbH beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 16.467 (Vorjahr TEUR 8.198). Die Veränderung gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres ist in erster Linie auf die Kapitalerhöhung zurückzuführen. Im Rahmen dieser Kapitalerhöhung wurde das Stammkapital um EUR 2.579 und die Kapitalrücklage um TEUR 20.028 erhöht.

4. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

A. Risikobericht

Risiken durch den Ukraine-Krieg

Die AMBOSS GmbH erzielt nur unwesentliche Umsätze in der Ukraine oder Russland und ist insofern nicht direkt durch den militärischen Konflikt sowie die Sanktionen gegen Russland betroffen. Dennoch, und abhängig von der Dauer des Krieges, ist damit zu rechnen, dass insbesondere das deutsche, aber auch das globale Wirtschaftswachstum negativ beeinflusst werden könnten sowie die bereits gestiegene Inflationsrate weiter ansteigt. Dies würde auch für die AMBOSS GmbH bedeuten, in einem allgemein ungünstigeren Marktumfeld manövrieren zu müssen.

Risiken durch die Covid-19-Pandemie

Die Gesellschaft konnte im Jahr 2021 auch trotz der anhaltenden Coronavirus-Pandemie sehr erfolgreich wirtschaften. Das verteiltes Arbeiten ("remote working") gelang außerordentlich gut und die Plattform konnte einwandfrei betrieben werden. Dennoch besteht das Risiko, dass es bei einer sich verschärfenden Pandemie zu einer Konjunktureintrübung und somit erschwerten Marktbedingungen für die AMBOSS GmbH kommen kann.

Branchenspezifische Risiken/Markt- und Wettbewerbsrisiken

AMBOSS agiert auf mehreren Teilmärkten des globalen Marktes für medizinisches Wissen und sieht sich in der Regel einer geringen Anzahl an Wettbewerbern auf dem jeweiligen Markt gegenübergestellt. Grundsätzlich besteht das Risiko einer Verschärfung des Wettbewerbs, was in der Folge finanzielle Einschränkungen durch zum Beispiel Umsatzeinbußen oder erhöhte Ausgaben für Marketing und Entwicklung nach sich ziehen kann. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn neue Marktteilnehmer in den Markt eintreten oder Wettbewerber ihre Investitionen signifikant erhöhen.

Ertrags- und finanzwirtschaftliche Risiken

Aufgrund des derzeit noch negativen Cashflows ist die Gesellschaft abhängig von externer Finanzierung. Durch die im Jahr 2021 erfolgte Kapitalerhöhung und die ausgezeichnete Geschäftsentwicklung ist die AMBOSS GmbH derzeit finanziell sehr gut aufgestellt. Sollte sich jedoch die Umsatzentwicklung deutlich schlechter als geplant entwickeln und zudem das Finanzierungsumfeld getrübt sein, könnte sich ein Liquiditätsrisiko ergeben. Dieses Risiko ist nach derzeitigem Stand aber als äußerst gering einzuschätzen. AMBOSS steuert das Liquiditätsrisiko durch eine regelmäßige Überprüfung der Liquiditätserfordernisse mithilfe einer kurz-, mittel- und langfristigen Planung. Zudem verfolgt die Gesellschaft kontinuierlich die Bedingungen an den Kapitalmärkten, um im Fall von potentiellen marktseitigen Finanzierungsengpässen die Unternehmensstrategie so umstellen zu können, dass keine externe Finanzierung mehr benötigt wird.

Fremdwährungsrisiken

Durch den stetig wachsenden Anteil des internationalen Geschäfts der AMBOSS GmbH - insbesondere im US-Dollar-Raum - ist die Gesellschaft dem Risiko von schwankenden Wechselkursen ausgesetzt, vor allem die Umsatzerlöse betreffend. Gleichzeitig wird mit zunehmendem Wachstum ein Großteil der Ausgaben weiterhin in Euro anfallen, da wesentliche Teile der Produktentwicklung zentral in Deutschland angesiedelt sind. Die AMBOSS GmbH steuert diese Risiken durch regelmäßigen Tausch in Euro, Vereinfachung der Währungspaare sowie das Netting von Umsätzen und Kosten in derselben Währung ("Natural Hedging"). Derzeit verzichtet die AMBOSS GmbH auf das Hedging von Fremdwährungsrisiken durch Finanzprodukte wie Forwards oder Optionen.

Technische Risiken

Technische Risiken können in Form eines längeren Ausfalls der Plattform auftreten. Diese Risiken werden durch die kontinuierliche Sicherung aller relevanten Daten sowie durch Prozesse minimiert, die potenzielle Verluste so gering wie möglich halten. Weiterhin wird die AMBOSS-Plattform über mehrere Regionen und Datenzentren verteilt betrieben, sodass selbst Ausfälle in regionalen Datenzentren keine Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Plattform haben.

Ein weiteres Risiko besteht darin, nicht jederzeit geeignetes Personal für die technische Weiterentwicklung der Software zu finden. Diesem Risiko wird entgegengewirkt durch einen offenen Recruiting-Ansatz auf Firmenebene und durch besonderes Engagement des Produktentwicklungsteams in Communities, um AMBOSS als attraktiven Arbeitgeber zu etablieren. Darüber hinaus wird die Vergütungsstruktur des Unternehmens kontinuierlich überwacht und den Marktbedürfnissen angepasst.

Um die Verfügbarkeit und Funktionalität der AMBOSS-Plattform sicherzustellen, erfolgen der Betrieb und die Weiterentwicklung der Plattform nach modernen Prozessen. Seit 2021 hat die Gesellschaft interne Center of Excellence für DevOps, Quality Engineering und Security eingerichtet, um die Projektteams entsprechend zu unterstützen. Der Erfolg wird über Messung der DORA Metriken[1] sichergestellt und kontinuierlich optimiert.

Des Weiteren setzt AMBOSS Überwachungssysteme ein, richtet Notfallprozesse ein und dokumentiert diese. Die Überwachungssysteme und Notfallprozesse werden kontinuierlich verbessert.

1 DORA Metriken, benannt nach dem "DevOps Research and Assessment" Team des Google Konzerns, umfassen vier zentrale Metriken, um die Performance von Software Development Teams zu messen.

Personalwirtschaftliche Risiken

AMBOSS' Wachstum wird auch in der Zukunft maßgeblich davon abhängen, hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und zu halten. Insbesondere die Suche nach qualifizierten Führungskräften gestaltet sich in einigen Bereichen aufgrund spezieller Anforderungsprofile als schwierig und langwierig. Um den Recruiting-Bedarf sicherzustellen, wird das Recruiting Team stetig ausgebaut. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass es nicht in allen Bereichen gelingt, zeitnah genügend qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen.

Rechtliche Risiken

Aus der Bereitstellung der Software zur Nutzung durch die Kundinnen und Kunden bestehen für die AMBOSS GmbH naturgemäß Risiken wie Haftung oder Gewährleistung sowie im Zuge der Content-Erstellung auch ein Risiko der Urheberrechtsverletzung. Um etwaige rechtliche Risiken möglichst frühzeitig zu erkennen und wo möglich zu minimieren oder zu neutralisieren, steht die Gesellschaft im engen Austausch mit Rechtsanwälten zu unterschiedlichen Rechtsgebieten und Jurisdiktionen.

B. Chancenbericht

Die Digitalisierung des Gesundheits- und Bildungswesens sowie die steigende Nachfrage nach medizinischem Wissen und medizinischer Aus- und Weiterbildung (exemplarisch sichtbar im Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen) bieten AMBOSS eine außerordentliche Chance, weiter stark zu wachsen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die seit dem Jahr 2020 grassierende Coronavirus-Pandemie - einhergehend mit einer gestiegenen Nutzung digitaler Technologien und einem erhöhten gesellschaftlichen Bewusstsein für eine intakte gesundheitliche Versorgung - scheint dieser Entwicklung einen beschleunigenden Impuls gegeben zu haben. AMBOSS ist mit einem Team aus über 350 Ärzte/Ärztinnen und Entwickler/innen ideal aufgestellt, um diese Entwicklung mitzugestalten und ökonomisch daran zu partizipieren. Durch die internationale Ausrichtung des Unternehmens, vor allem in Hinblick auf Produktentwicklung, Mitarbeiter/innen und Standort, können viele Märkte gleichzeitig bedient und Wachstumsmöglichkeiten rasch ergriffen werden. Die duale Vertriebsstruktur aus B2C und B2B ermöglicht es AMBOSS dabei, neue Märkte sehr schnell zu gewinnen und bestehende Märkte nachhaltig zu entwickeln. Durch die ganzheitliche Abdeckung der medizinischen Ausbildung vom Studium bis zur Facharztprüfung ist AMBOSS ferner in der Lage, durch hohe Marktanteile im Studierendensegment äußerst kapitaleffizient neue ärztliche Nutzer/innen zu gewinnen und somit den gesamten Lebenszyklus des ärztlichen Berufes zu begleiten.

Aufgrund der genannten Aspekte geht die Gesellschaft auch zukünftig von einer positiven Geschäftsentwicklung und einem starken Wachstum aus.

C. Prognosebericht

Die fundamentalen Werttreiber für das AMBOSS-Geschäftsmodell werden sich auch in den nächsten Jahren weiterhin positiv entwickeln. Die Geschäftsführung geht daher davon aus, dass für die AMBOSS GmbH auch in Zukunft exzellente Wachstumsbedingungen gegeben sein werden, die die Gesellschaft in den nächsten Jahren mit gesteigerten Investitionen in Marketing und Vertrieb sowie der Produktentwicklung zu ihrem Vorteil nutzen will. Ein zentraler Fokus wird dabei die weitere Gewinnung von Marktanteilen in den USA sowie die vermehrte Akquirierung ärztlicher Nutzer/ innen sein. Die Gesellschaft plant deshalb, das Geschäftsjahr 2022 weiterhin mit einem zweistelligen Umsatzwachstum abzuschließen und rechnet aufgrund der genannten Wachstumsinvestitionen mit einem moderat steigenden Jahresfehlbetrag. Die im Geschäftsjahr 2021 abgeschlossene Kapitalerhöhung verschafft der Gesellschaft auch für das Wachstum der kommenden Jahre den dafür nötigen finanziellen Spielraum.

D. Gesamtaussage

Die Geschäftsführung ist mit der Entwicklung der AMBOSS GmbH im Jahr 2021 sehr zufrieden und von einem guten Wachstumspotenzial für das Geschäftsjahr 2022 überzeugt. Für die Bewältigung der künftigen Risiken sieht sich die Gesellschaft gut gerüstet. Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar.

 

Berlin, 31. März 2022

gez. Dr. med. Madjid Salimi, Geschäftsführer

gez. Dr. med. Nawid Salimi, Geschäftsführer

gez. Franz-Benedikt Hochkirchen, Geschäftsführer

Angaben zur Feststellung

Der Jahresabschluss wurde am 21.12.2022 festgestellt.

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