Stammdaten

Register
Amtsgericht Stendal HRB 15222
Eingetragen
15.1.1999
Branche
Großhandel mit chemischen ErzeugnissenHerstellung von Schädlingsbekämpfungs-, Pflanzenschutz- und DesinfektionsmittelnHerstellung von sonstigen anorganischen Grundstoffen und Chemikalien
Gegenstand
Die Produktion, der Vertrieb einschließlich Logistik sowie Know-how Transfer auf den Gebieten Alkylchloriden und organometallischen Verbindungen sowie deren Vorprodukten, einschließlich Standardprodukten und kundespezifischer Lösungen.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Prokura
Robert Süße
seit 9.8.2024
Geschäftsführer
Simone Regul
seit 14.12.2018
Prokura
Birgit Heßler
seit 11.9.2018
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

62.53% identifiziert0.63% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

NameAnteil
Ulrich WeitzIBU-tec advanced materials AG
61.95%
V**** K**********IBU-tec advanced materials AG
0.58%

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
LANMARC Ltd. & Co. Beteiligungsgesellschaft KG
0.63%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
136.500 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

BNT Chemicals GmbH

Bitterfeld-Wolfen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

der BNT Chemicals GmbH

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

Als Hersteller von organometallischen Verbindungen, mit dem Schwerpunkt auf zinnorganischen Produkten und nasschemischen Prozessen, bedient die BNT Chemicals GmbH (BNT GmbH) eine Vielzahl verschiedener Anwendungsgebiete hauptsächlich in der Glas-, Automobil-, chemischen und pharmazeutischen Industrie. Der Vertrieb erfolgt weltweit. Die Gesellschaft ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der IBU-tec advanced materials AG in Weimar (IBU-tec AG). Mit der BNT GmbH verfügt die Gruppe über ergänzendes Know-how in der Nasschemie, welches vor allem die Prozessstufen Fällung, Synthese und Destillation betrifft, die den thermischen Prozessen der IBU-tec AG vorgelagert sind. Somit kann auch die BNT GmbH den Kunden Servicedienstleistungen anbieten, welche ergänzend mit den thermischen Prozessen der IBU-tec AG dem Kunden eine breite Wertschöpfungskette ermöglichen.

1.2 Historie

Die BNT Chemicals GmbH wurde 1998 gegründet und als neues Werk im Chemiepark Bitterfeld Wolfen errichtet. Der Standort wurde dabei gezielt ausgewählt und bis heute stetig weiter ausgebaut. Nach stufenweiser Inbetriebnahme der einzelnen Produktionsanlagen betreibt die BNT GmbH derzeit mehrere miteinander verknüpfte Produktionslinien und produziert jährlich tausende Tonnen verschiedener Produkte. Am 29.12.2019 ereignete sich ein Großbrand im Werk, wodurch ein Produktionsgebäude und die darin befindlichen Produktionslinien zerstört wurden. Im Geschäftsjahr 2020 wurde das Produktionsgebäude saniert und die geplanten Investitionen bereits teilweise umgesetzt. Die Investitionstätigkeiten sollen bis 2022 beendet sein.

1.3 Steuerungssystem

Wir ziehen für unsere interne Unternehmenssteuerung die Umsatzerlöse und die auf Basis des operativen Ergebnisses vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) ermittelte Marge heran. Basierend auf diesen wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren ist im laufenden Geschäftsjahr, für die nach dem Großbrand noch relevanten Produktbereiche, eine positive Entwicklung zu erkennen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Wie im Jahresgutachten 2021/22 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erwartet und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Jahreswirtschaftsbericht 2022 bestätigt, hat sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2021 erholt. Dieser Aufwärtstrend wurde allerdings durch den Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise sowie angebotsseitige Engpässe gedämpft. Das Wachstum fiel daher mit 2,7 % geringer aus, als vom Rat im Vorjahr prognostiziert.1

Auch die Chemiebranche hat die sprunghaft gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe im Jahr 2021 zu spüren bekommen. Dennoch erzielte die chemisch-pharmazeutische Industrie eine starke Bilanz, wie der Branchenverband VCI in seiner Jahresbilanz feststellte. So nahm die Produktion gegenüber dem Krisenjahr 2020 um 4,5 % zu. Der Umsatz wuchs sogar um 15,5 % auf rund 220 Mrd. €, was insbesondere auf die kräftig gestiegenen Erzeugerpreise zurückzuführen ist (+ 8,5 %).2

2.2 Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr 2021

Die BNT GmbH kann auf ein starkes Geschäftsjahr 2021 zurückblicken, in dem die Corona-Effekte auf den Umsatz wie im Vorjahr nur marginal zu spüren waren. Die Umsatzerlöse haben sich um 8.869 T€ auf 28.937 T€ erhöht. Das geplante Umsatzwachstum von 10 % konnte damit übertroffen werden.

Unser Wachstumsprodukt MBTC-Glascoating war auch im vergangenen Jahr weiterhin stark nachgefragt. Obwohl ein Frostschaden zu Jahresbeginn die MBTC-Produktion für einige Zeit beeinträchtigte, lagen die hergestellten Mengen und durchgeführten Auslieferungen im Gesamtjahr über unseren Erwartungen. Um weitere Potenziale zu heben, haben wir mit dem Kapazitätsausbau unserer Produktionsanlage für MBTC begonnen, mit deren Inbetriebnahme wir im zweiten Halbjahr 2022 rechnen, so dass wir im kommenden Jahr unsere Produktionskapazität deutlich erhöhen werden. Damit füllen wir eine Angebotslücke, die der Ausstieg eines Mitbewerbers aus der MBTC-Herstellung zum Jahresende 2021 hinterlassen hat.

Ein Highlight war im vergangenen Jahr die erfolgreiche Vermarktung eines Nebenprodukts in die chemische Industrie. Damit ist es uns gelungen, einen Produktionskreislauf zu schließen und die Rohstoffnutzung zu optimieren, was zu positiven Margen- und Liquiditätseffekten führt. Ebenfalls erfolgreich waren die fortgesetzten Aktivitäten mit unserem Pharmavorprodukt, das wir nicht nur weitergeführt, sondern ausgebaut und auf eine breitere Kundenbasis ausgedehnt haben. Darüber hinaus konnten wir einen Erfolg im Klebe- und Dichtstoffmarkt verzeichnen, wo wir kundenspezifische Produkte entwickelt und bemustert haben, die noch im vergangenen Jahr freigegeben wurden. Das unterstreicht die Sichtbarkeit und die Leistungsstärke der BNT GmbH im Bereich der Katalysatoren für diese Industrie. Auch unsere Lackadditive sind gut ins Jahr gestartet und haben sich trotz des Rückgangs im Automobilbau gut behauptet. Hier haben wir besonders von den Vorteilen einer neu entwickelten Herstellmethode profitiert.

Wie für die gesamte Industrie stellte die Logistikkrise für die BNT GmbH im vergangenen Jahr eine besondere Herausforderung dar. So hat sich aufgrund knapper Verfügbarkeiten der Einkauf von Lieferkapazitäten gegenüber den Vorjahren deutlich verteuert. Auch den starken Anstieg der Rohstoffpreise, insbesondere von Zinn, haben wir zu spüren bekommen. Diese Entwicklungen hatten jedoch nur geringfügig negative Auswirkungen auf unser Geschäft. Aufgrund entsprechender vertraglicher Regelungen waren wir in der Lage, die Preiserhöhungen für unsere Produkte weitestgehend an unsere Kunden durchzureichen, was sich in einem entsprechenden Umsatzanstieg niedergeschlagen hat.

In der Forschung und Entwicklung hat die BNT GmbH verschiedene erfolgreiche Entwicklungsprojekte im Bereich der Organo-Zinnalternativen und der Katalysatoren durchgeführt. Mit den daraus entstandenen neuen Produkten haben wir bereits erste Kunden bemustert. Darüber hinaus konnten wir die Ergebnisse aus dem erfolgreichen Abschluss der Prozessentwicklung für ein hausinternes Verfahren in einer ersten Patenteinreichung verwerten. Zudem haben wir für verschiedene hausinterne Verfahren Prozessoptimierungen entwickelt und verschiedene BNT-Serviceprojekte erfolgreich umgesetzt.

2.3 Investitionsaktivitäten

Im Geschäftsjahr 2021 wurden Investitionen im Gesamtvolumen von 3.208 T€ getätigt. Die Schwerpunkte der Investitionstätigkeit bildeten der Kapazitätsausbau unserer geplanten MBTC-Produktionsanlage, allgemeine Optimierungsmaßnahmen im Produktionsbereich sowie Sanierungen der vorhandenen Produktionsinfrastruktur.

2.4 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.4.1 Vermögenslage

Die folgende Übersicht zeigt die zusammengefassten Bilanzzahlen zum 31.12.2021 nach Fristigkeit und nach wirtschaftlichen Verhältnissen im Vergleich zu den entsprechenden Zahlen des Vorjahres:

Vermögen 2021
T€
% 2020
T€
% Differenz
in T€
Anlagevermögen insgesamt/ Langfristig gebundenes Vermögen 11.892 41 9.899 48 1.993
Kurz- bis mittelfristig gebundenes Vermögen 16.970 59 10.836 52 6.134
  28.862 100 20.735 100 8.127

Im Nachgang zum Großbrand (Ende 2019) erfolgten in 2020 größere Sanierungen des betroffenen Gebäudes sowie erste Investitionen in neue Anlagen und Maschinen. Im Geschäftsjahr 2021 wurden weitergehend damit verbundene Investitionen realisiert, insbesondere für den weiteren Aufbau der geplanten MBTC-Produktionsanlage, die zu einer Erhöhung des Anlagevermögens in 2021 von 1.993 T€ führten. Das Vermögen erhöhte sich vor allem durch einen Anstieg bei den Grundstücken und Gebäuden (rd. 587 T€), der Technischen Anlagen und Maschinen (rd. 368 T€) und der Anlagen im Bau (rd. 1.069 T€).

Das Umlaufvermögen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 6.100 T€. Im Geschäftsjahr fand aufgrund seines Rohstoffcharakters eine Umstellung eines Zwischenproduktes ("MBTC-Zwischenprodukt") und der unverpackten Handelswaren von den Fertigerzeugnissen in die Rohstoffe statt. Vor allem diese Umklassifizierung und der weitere Bestandsaufbau des "MBTC-Zwischenprodukts" führten zu einer Erhöhung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe auf 9.429 T€ (Vorjahr: 4.342 T€). Gleichzeitig führte v.a. dieser Effekt zu einer Reduktion der Fertigen Erzeugnisse und Waren auf 1.707 T€ (Vorjahr: 1.863 T€).

In Zusammenhang mit dem höheren Umsatzvolumen sind zum Bilanzstichtag auch die Liefer- und Leistungsforderungen und -verbindlichkeiten deutlich angestiegen.

Kapital 2021
T€
% 2020
T€
% Differenz
in T€
Eigenkapital 9.142 32 7.076 34 2.066
Kurzfristige Finanzierung (< 1 Jahr) 19.720 68 13.659 66 6.061
  28.861 100 20.734 100 8.127

Der laufende Liquiditätsbedarf, u.a. auch für die Finanzierung der Investition in die Kapazitätserweiterung der Glascoatingproduktion wurde durch weitere Inanspruchnahmen aus dem bestehenden Gesellschafterdarlehen gedeckt (3.700 T€; Vorjahr: 1.150 T€). Das Gesellschafterdarlehen ist grundsätzlich kurzfristig fällig. Mit dem Gesellschafter besteht allerdings eine Vereinbarung, dass die Tilgung des Darlehens auf unbestimmte Zeit ausgesetzt ist.

2.4.2 Finanzlage

Bei einem positiven operativen Geschäftsergebnis generierte die BNT GmbH im Geschäftsjahr 2021 vor allem durch den Aufbau des Working Capital, insbesondere der Vorratsbestände, einen negativen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von -578 T€ (Vorjahr: +5.760 T€). Hier sind auch Rest-Versicherungserstattungen in Höhe von 2.013 T€ enthalten. Auch der positive operative Cashflow des Vorjahres wurde wesentlich durch die zugeflossene Versicherungsentschädigung von 8.148 T€ beeinflusst. Wir haben die aus den Versicherungserstattungen generierten Mittel auch im Geschäftsjahr 2021 hauptsächlich dazu genutzt, unsere getätigten Investitionen zu finanzieren. So betrug der Cashflow aus Investitionstätigkeit im vergangenen Jahr -3.208 T€ (Vorjahr: -2.359 T€). Aus Finanzierungstätigkeit resultiert ein positiver Cashflow von 2.710 T€ (Vorjahr: -1.986 T€). Hierin sind in Höhe von -80 T€ (Vorjahr: -3.197 T€) Auszahlungen für die planmäßige Rückführung des GEFA-Darlehens sowie 919 T€ für die Rückzahlung des Gesellschafterdarlehens enthalten. Gegenläufig resultierten aus weiteren Inanspruchnahmen des Gesellschafterdarlehens im Geschäftsjahr 2021 Zahlungsmittelzuflüsse von 3.700 T€. Zum 31.12.2021 betrug der Bestand an liquiden Mitteln damit 955 T€ (Vorjahr: 2.030 T€).

Zusätzlich besteht aus dem Gesellschafterdarlehensvertrag noch eine verfügbare Kreditlinie von 1.440 T€.

2.4.3 Ertragslage

Der Rohertrag, der sich aus den Umsatzerlösen zuzüglich Bestandsveränderungen und abzüglich Materialverbrauch zusammensetzt, erhöhte sich im Geschäftsjahr 2021 hauptsächlich aufgrund des starken Umsatzanstieges auf 8.577 T€ (Vorjahr: 4.561 T€). Der für das Geschäftsjahr 2021 geplante Umsatzanstieg von rund 10 % konnte mit einem Zuwachs von 44 % deutlich übertroffen werden.

Die Ertragslage der BNT GmbH wird hierbei wesentlich durch die Preisentwicklung beim Hauptrohstoff Zinn und bei Energien beeinflusst. Darüber hinaus stiegen die Preise für die weiteren Rohstoffe im Geschäftsjahr sehr stark an. Durch bestehende Preisgleitklauseln sowie durch die Anpassung der Preiskalkulationen konnten diese Preissteigerungen an die Kunden weitergeben werden.

Der in USD notierende Zinnpreis an der London Metal Exchange (LME) erfuhr im Jahr 2021 eine kontinuierlich stark steigende Tendenz. Bei der Notierung in EUR ergab sich das gleiche Bild. Aufgrund der bestehenden Margenabsicherung durch Preisformeln bei Produkten mit hohem Zinngehalt konnten negative Auswirkungen auf die Ertragslage der BNT GmbH begrenzt werden. Bei Zinnprodukten ohne Preisformel wurden entsprechende Preiskorrekturen zeitnah vorgenommen.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Energiekosten um ca. 7 % gesunken. Erstattungen im Energiebereich (EEG-Vergütung, Strom- und Energiesteuer), für die ein Energiemanagementsystem Antragsvoraussetzung ist, wurden wie im Vorjahr realisiert und haben die Energieaufwendungen auch im Geschäftsjahr 2021 entsprechend reduziert.

Die Personalaufwendungen in Höhe von 3.357 T€ (Vorjahr: 3.464 T€) verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 107 T€. Die Einsparungen sind darin begründet, dass in 2020 gezahlte Entschädigungen für weggefallene Zuschläge aufgrund des Brandes 2019 in 2021 wiedereingestellt wurden. Gleichzeitig ist dies auf den Ganzjahreseffekt der im Vorjahr aus Altersgründen ausgeschiedenen Mitarbeiter zurückzuführen, deren Stellen teilweise nicht nachbesetzt wurden.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen reduzierten sich auf 1.214 T€ (Vorjahr: 1.339 T€). Dies ist darauf zurückzuführen, dass vereinzelte Altanlagen nun komplett abgeschrieben sind und sich einige im Rahmen der laufenden Investitionen angeschafften Anlagen noch im Bau befinden und somit noch nicht abgeschrieben werden.

In den sonstigen betrieblichen Erlösen ist ein Restbetrag der Versicherungserstattungen, die im Zuge des Großbrandes von 2019 gewährt wurden, in Höhe von 2.000 T€ enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 3.483 T€ (Vorjahr: 3.396 T€) enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Versicherungen in Höhe von 283 T€ (Vorjahr: 258 T€), Reparaturen und Instandhaltung in Höhe von 780 T€ (Vorjahr: 901 T€), für sonstige Leistungen in Höhe von 311 T€ (Vorjahr: 519 T€), für Ausgangsfrachten in Höhe von 479 T€ (Vorjahr: 267 T€), für Mieten von beweglichen Wirtschaftsgütern in Höhe von 154 T€ (Vorjahr: 184 T€), für Abraum- und Abfallbeseitigung in Höhe von 231 T€ (Vorjahr: 223 T€), für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit in Höhe von 155 T€ (Vorjahr: 63 T€) sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 143 T€ (Vorjahr: 109 T€).

In den sonstigen Leistungen sind 175 T€ Aufwendungen für Dienstleistungen gegenüber der Muttergesellschaft IBU-tec AG enthalten.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen erhöhten sich nach nun kompletter Rückführung des GEFA-Darlehens gegenüber dem Vorjahr nur marginal auf 219 T€ (Vorjahr: 218 T€).

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 706 T€, im Wesentlichen bedingt durch den Wegfall der steuerlichen Verlustvorträge und die damit verbundene Zuführung von passiven latenten Steuern in Höhe von 592 T€ resultiert.

Der Jahresüberschuss reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr (4.342 T€) auf 2.065 T€ aufgrund der Tatsache, dass im Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr Versicherungserstattungen in Höhe von nur noch 2.013 T€ enthalten sind (Vorjahr: 8.148 T€).

Das EBITDA hat sich mit 4.403 T€ (Vorjahr: 6.095 T€) ebenfalls reduziert. Auch hierfür waren im Wesentlichen, die im Vorjahr vereinnahmten, höheren Versicherungserstattungen ursächlich. Die EBITDA-Marge beträgt 15 % und liegt damit im Rahmen der Erwartungen.

2.5 Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter betrug im Geschäftsjahr 2021 77 (Vorjahr: 78). Zum 31.12.2021 wurden 75 Mitarbeiter (ohne Auszubildende und Praktikanten) beschäftigt.

3. Chancen- und Risikobericht

3.1 Risikomanagement

Klare Verantwortlichkeiten, eine dem Geschäftsmodell adäquate Organisation und eine professionelle Meetingstruktur gewährleisten weiterhin eine unmittelbare Information über etwaige Risiken an die Geschäftsführung. Insgesamt verfügen wir über eine ausgewogene Risikostruktur. Mit unserem Risikomanagement sehen wir uns sehr gut aufgestellt, um drohende Risiken rechtzeitig zu identifizieren, aktiv anzugehen und effektiv einzugrenzen.

3.2 Coronapandemie

Aus den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie ergeben sich für uns verschiedene Risiken, die in den vergangenen Jahren unterschiedlich stark eingetreten sind. Ein hohes Risiko besteht durch den zeitgleichen Ausfall zahlreicher Mitarbeiter durch Erkrankung. Mit regelmäßigen Tests vor Ort, weitgehender Trennung der Arbeitsbereiche, Homeoffice-Möglichkeiten für Verwaltungsangestellte und Impfangeboten tragen wir dazu bei, die Eintrittswahrscheinlichkeit zu minimieren. Nachgelagerte Risiken wie Rohstoffmangel und Logistikprobleme aufgrund unterbrochener Lieferketten schätzen wir als hohes Risiko ein, welches uns unmittelbar betrifft. Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist aus unserer Sicht derzeit mittel bis hoch. Wir waren bisher in der Lage, produktionsrelevante Rohstoffe und Produkte bedarfsgerecht einzukaufen und Lieferkapazitäten zu beschaffen. Aufgrund der Vertragsstruktur waren wir dabei stets in der Lage, Preissteigerungen weitgehend an unsere Kunden durchzugeben.

3.3 Liquiditätsrisiko

Die Finanzierung der Gesellschaft basierte im abgelaufenen Geschäftsjahr noch auf den erhaltenen Versicherungserstattungen und zusätzlich auf Darlehen der Muttergesellschaft IBU-tec advanced materials AG, Weimar, sowie auf Lieferantenkrediten und vorhandenen liquiden Mitteln. Zukünftig soll durch die konstante Erwirtschaftung von liquiden Mitteln aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie der Aufrechterhaltung bestehender Fremdmittel die Finanzierung sichergestellt werden.

Zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko wird weiterhin monatlich ein Liquiditätsplan erstellt, der einen Überblick über die erwarteten Zahlungsein- und Zahlungsausgänge vermittelt. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Wir stufen das Liquiditätsrisiko als mittel, die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering bis mittel ein.

3.4 Ausfallrisiko

Das Ausfallrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners. Die Gesellschaft geht davon aus, dass durch Wertberichtigungen für Forderungsausfälle das tatsächliche Risiko abgedeckt ist. Das Risiko von Forderungsausfällen wird durch ein regelmäßiges Mahnwesen und Bonitätsprüfungen eingegrenzt. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen zudem über ein adäquates Debitorenmanagement. Das Ausfallrisiko ist daher unserer Einschätzung nach gering, die Eintrittswahrscheinlichkeit gering bis mittel.

3.5 Finanzinstrumente

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten. Die Gesellschaft verfügt über einen solventen und bonitätsstarken Kundenstamm. Forderungsausfälle sind die Ausnahme. Zudem besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit einem Großteil der Kunden.

Verbindlichkeiten werden, soweit möglich, innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt.

Im kurzfristigen Bereich finanziert sich die Gesellschaft überwiegend mittels Eigenkapital, Gesellschafterdarlehen und Lieferantenkrediten. Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Gesellschaft ist die Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Beim Management der Finanzpositionen verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik.

Die potenziellen Auswirkungen von Risiken im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten sind insgesamt als hoch einzuschätzen. Ihre Eintrittswahrscheinlichkeit stufen wir als gering bis mittel ein.

3.6 Sonstige Risiken

Es besteht für die BNT GmbH das Risiko als Störfallbetrieb der unteren Klasse, das sich aus dem Umgang mit gefährlichen Stoffen ergibt. Mit unserem integrierten Qualitäts- und Umweltmanagementsystem nach ISO 9001/14001 sowie umfangreichen Arbeitssicherheitsvorgaben haben wir Maßnahmen getroffen, um dieses Risiko zu minimieren. Wir bewerten die mit diesem Risiko verbundenen Auswirkungen als hoch, schätzen jedoch die Eintrittswahrscheinlichkeit aufgrund unserer Maßnahmen als gering bis mittel ein.

Darüber hinaus sind keine besonderen Risikopotentiale erkennbar, die über das allgemeine Risiko der unternehmerischen Tätigkeit hinausgehen.

3.7 Chancenbericht

Sehr gute Chancen für künftiges Wachstum sehen wir bei der BNT GmbH für das Glascoating-Produkt MBTC. Wir verfügen hier bereits über einen etablierten Kundenstamm und eine stabile Nachfrage, die unsere Produktionskapazität regelmäßig übertrifft. Mit dem Ausstieg des letzten europäischen Mitbewerbers aus der MBTC-Produktion zum Jahresende 2021 hat sich unsere Position auf dem europäischen Markt weiter verbessert. In Erwartung eines deutlichen Nachfragesprungs haben wir bereits Investitionen in einen Ausbau unserer Produktionskapazität angestoßen. Dabei geht es neben der Erhöhung unserer bestehenden Produktionskapazitäten auch um eine deutliche Steigerung der Materialausbeute. Die zukünftige Produktionsanlage stellt einen in sich autarken MBTC-Herstellungsprozess dar. Es werden zukünftig keine Zwischenprodukte mehr anfallen, welche in anderen zinnhaltigen BNT-Produkten als Rohstoff eingesetzt werden müssen. Dieses neue Verfahren haben wir als Patent angemeldet und werden uns zukünftig durch diesen Innovationssprung klar vom Wettbewerb abgrenzen und die Kapitalbindung deutlich verringern.

Gute Chancen sehen wir darüber hinaus für unser Pharmavorprodukt, das derzeit im Herstellungsprozess unserer Kunden für ein bestimmtes blutdrucksenkendes Mittel bevorzugt wird. Zwar steht ein wichtiger europäischer Kunde vor der Einstellung seiner eigenen Produktion, es ist uns jedoch gelungen, alternative Abnehmer zu gewinnen. Unser Vertriebsschwerpunkt liegt aktuell darauf, zusätzliche Kunden aus dem asiatischen Raum zu akquirieren, um das Potenzial des Produkts weiter auszuschöpfen.

Auch für ein Nebenprodukt aus unseren Produktionsabläufen sehen wir gute Chancen am Markt. Wir haben hier im vergangenen Jahr mehrere vertriebliche Erfolge erzielt und erwarten auch in Zukunft eine weitere Verbesserung der Nachfragesituation seitens der chemischen Industrie.

Schließlich ergeben sich aus der engen Zusammenarbeit zwischen der BNT GmbH und der IBU-tec AG gute Chancen für unser Dienstleistungsgeschäft sowohl in der Forschung und Entwicklung von Materialien als auch im Bereich des Rohstoff-Recyclings. Wir können hier eine durchgängige Wertschöpfungskette aufbauen, um Kunden umfassende Services im Sinne eines "One-Stop-Shops" anzubieten.

4. Prognosebericht

4.1 Künftige Konjunktur- und Branchenentwicklung

Während der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im November 2021 für das Jahr 2022 noch eine weitere Erholung der deutschen Wirtschaft bei einem Wachstum von 4,6 % gegenüber 2021 erwartete3, geht das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) in seinem Jahreswirtschaftsbericht 2022 von einer Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um lediglich 3,6 % aus4. Hintergrund sei das verstärkte Infektionsgeschehen im ersten Quartal 2022, das der Rat noch nicht habe berücksichtigen können.5 Dem BMWK zufolge werde die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal voraussichtlich noch durch die Coronapandemie und die entsprechenden Beschränkungen beeinträchtigt. Mit der Abflachung des Infektionsgeschehens werde sich die Konjunktur im weiteren Verlauf jedoch rasch erholen. Das BMWK geht zudem davon aus, dass sich die bestehenden Lieferengpässe im Jahresverlauf auflösen werden, wodurch sich die Industrieproduktion wieder ausweiten können sollte.6

Auch mit Blick auf die Chemiebranche geht der Verband der chemisch-pharmazeutischen Industrie (VCI) von einer weiteren positiven Entwicklung aus, die allerdings gegenüber dem starken Aufschwung im Jahr 2021 zurückfällt. So sei im Jahr 2022 trotz verschiedener Belastungsfaktoren im In- und Ausland ein Anstieg der Produktion um 2 % und eine Zunahme des Umsatzes um 5 %auf 231 Mrd. € denkbar. Generell habe sich die Stimmung der Mitgliedsunternehmen eingetrübt. Verantwortlich dafür seien unter anderem die Engpässe bei Vorprodukten und Lieferkettenprobleme. Auch der Preisanstieg bei Gas und Strom bereiteten der Branche Probleme.7

4.2 Künftige Entwicklung der BNT GmbH

Bei der BNT GmbH erwarten wir für das Geschäftsjahr 2022 eine weiterhin positive Umsatz- und Ertragsentwicklung. Nachdem wir im vergangenen Jahr bereits erste Investitionen in eine neue Produktionsanlage für das MBTC-Glascoating umgesetzt haben, liegt der Fokus nun auf der Fertigstellung der Anlage, die wir für die zweite Jahreshälfte erwarten. Damit wird sich die Ausbeute unseres Rohmaterialeinsatzes deutlich verbessern, was unsere Kapitalbindung unmittelbar senken und einen signifikant positiven Effekt auf die Liquidität und die Marge des Unternehmens haben wird.

Wesentlicher Wachstumstreiber wird demnach auch im Geschäftsjahr 2022 das MBTC-Glascoating sein. Mit dem Ausstieg des letzten europäischen Mitbewerbers spüren wir eine anhaltend starke Nachfrage nach unserem Produkt und gehen daher davon aus, unsere vorhandenen Produktionskapazitäten vollständig auszulasten. Abhängig von der Inbetriebnahme unserer neuen Anlage planen wir bereits im laufenden Jahr eine Erhöhung der Gesamtproduktion durch weitere Optimierung bestehender Produktionsanlagen, wobei der volle Effekt dann mit der Inbetriebnahme der neuen Produktionsanlage voraussichtlich 2023 eintreten wird. Im GJ 2022 bildet die Fertigstellung der MBTC-Produktionsanlage den Schwerpunkt der geplanten Investitionstätigkeit. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt ca. 4,5 Mio. €, wovon ein Teil bereits im Geschäftsjahr 2021 investiert wurde. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt ca. 4,1 Mio. €. Ein Teil der Investitionen soll über GRW-Fördermittel, der Rest aus Eigenmitteln finanziert werden.

Unsere Kapazität beträgt dann das Doppelte gegenüber dem Vergleichsjahr 2020, was sich entsprechend auf den Umsatz auswirken wird.

Wir gehen darüber hinaus davon aus, dass sich die erweiterten Marktchancen für unser Pharmavorprodukt bereits im Jahr 2022 erstmals materialisieren und wir neue Kunden in Asien beliefern können. Zusätzlich kann das 2021 begonnene Geschäft mit einem Nebenprodukt für die chemische Industrie 2022 ausgebaut werden. So stellen wir neue Formulierungen im Markt für die Anwendung mit Katalysatoren für Kleb- und Dichtstoffe vor. Zudem planen und erwarten wir nennenswerte Umsatzanteile mit Drittwaren in den kommenden Jahren. Hier können wir erste Erfolge im Vertrieb verzeichnen, welche unsere Entscheidung zum Ausbau des Geschäfts mit Drittwaren bestätigen. In diesem Zusammenhang ist auch die weitere Veredlung von beschaffter Basis- zu Spezialchemie geplant, um damit auch profitablere Marktnischen bedienen zu können und gleichzeitig einen weiteren Wertschöpfungsschritt bei der BNT GmbH zu integrieren. Im Berichtsjahr 2021 konnte die BNT GmbH zudem weitere gruppenübergreifende Dienstleistungsaufträge bearbeiten. Für das kommende Geschäftsjahr gibt es bereits konkrete weitere Anfragen von Kunden, womit wir das Servicegeschäft weiter ausbauen können.

Ausgehend von diesen positiven Entwicklungen erwarten wir für die BNT GmbH ein Umsatzwachstum im deutlich zweistelligen Prozentbereich. Auf Basis unserer Planungen erwarten wir daher für das Gesamtjahr eine EBITDA-Marge im niedrigen zweistelligen Bereich. Das Umsatzwachstum wird dabei zum Teil auch von der weiteren Entwicklung der Rohstoffpreise abhängen.

 

Bitterfeld-Wolfen, 28. Februar 2022

gez. Dr. Arndt Schlosser, Geschäftsführer

gez. Bernd Klöpzig, Geschäftsführer

1 https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/jahresgutachten-2021.html (25.01.2022); Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK): Jahreswirtschaftsbericht 2022, S. 103, Abs. 279.

2 https://www.vci.de/presse/pressemitteilungen/heftigem-gegenwind-erfolgreich-standgehalten-bilanz-der-chemisch-pharmazeutischen-industrie-2021.jsp (25.01.2022)

3 https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/jahresgutachten-2021.html (25.01.2022)

4 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK): Jahreswirtschaftsbericht 2022, S. 103, Abs. 279.

5 Ebd., S. 106, Abs. 281.

6 Ebd., S. 103f., Abs. 279.

7 https://www.vci.de/presse/pressemitteilungen/heftigem-gegenwind-erfolgreich-standgehalten-bilanz-der-chemisch-pharmazeutischen-industrie-2021.jsp (25.01.2022)

Handelsbilanz

Aktiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Anlagevermögen 11.891.548,48 9.899.253,81
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 87.428,50 65.403,50
II. Sachanlagen 11.804.119,98 9.833.850,31
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.969.594,70 2.382.999,70
2. technische Anlagen und Maschinen 5.897.642,00 5.529.302,32
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 417.410,50 471.446,50
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.519.472,78 1.450.101,79
B. Umlaufvermögen 16.907.226,85 10.807.206,50
I. Vorräte 11.135.561,98 6.205.012,03
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.816.298,27 2.572.191,07
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 955.366,60 2.030.003,40
C. Rechnungsabgrenzungsposten 63.053,23 28.803,73
Aktiva 28.861.828,56 20.735.264,04

Passiva

   
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Eigenkapital 9.142.100,08 7.076.371,47
I. Gezeichnetes Kapital 136.500,00 136.500,00
II. Gewinnrücklagen 1.832.215,38 1.832.215,38
III. Gewinnvortrag 5.107.656,09 766.111,38
IV. Jahresüberschuss 2.065.728,61 4.341.544,71
B. Sonderposten mit Rücklageanteil   66.592,70
C. andere Sonderposten 72.570,17  
D. Rückstellungen 849.851,40 548.874,66
E. Verbindlichkeiten 18.192.475,13 13.031.061,93
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 80.000,10
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 0,00 80.000,10
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 14.164.754,53 11.160.832,86
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 14.164.754,53 11.160.832,86
3. sonstige Verbindlichkeiten 4.027.720,60 1.790.228,97
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 4.027.720,60 1.790.228,97
F. Passive latente Steuern 604.831,78 12.363,28
Passiva 28.861.828,56 20.735.264,04

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1.1.2020 - 31.12.2020
EUR
1. Rohergebnis 11.242.874,72 12.955.678,45
2. Personalaufwand 3.357.017,34 3.460.900,27
a) Löhne und Gehälter 2.797.082,24 2.906.584,38
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 559.935,10 554.315,89
davon für Altersversorgung 613,55 613,55
3. Abschreibungen 1.214.327,73 1.338.775,23
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.214.327,73 1.338.775,23
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 3.483.066,97 3.399.347,85
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 125.386,41 13.024,77
5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 219.018,17 217.686,50
davon an verbundene Unternehmen 217.866,45 212.059,80
6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 897.699,41 191.664,47
davon Aufwendungen aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 592.468,50 12.363,28
7. Ergebnis nach Steuern 2.071.745,10 4.347.304,13
8. sonstige Steuern 6.016,49 5.759,42
Jahresüberschuss 2.065.728,61 4.341.544,71

Anhang zum Jahresabschluss 2021

der BNT Chemicals GmbH

I. Allgemeine Angaben

Die BNT Chemicals GmbH, Bitterfeld-Wolfen (BNT), hat Ihren Sitz in Bitterfeld-Wolfen und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter HRB 15222 registriert.

II. Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und unter Beachtung der ergänzenden Vorschriften des GmbHG sowie der einschlägigen Vorschriften des Gesellschaftsvertrages aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt worden. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 HGB. Die Erleichterungen bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wurden teilweise in Anspruch genommen.

Die Bewertungen erfolgten unter Annahme der Going Concern-Prämisse. Der Fortführung der Unternehmenstätigkeit stehen keine tatsächlichen oder rechtlichen Gegebenheiten entgegen.

III. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Als Nutzungsdauer werden regelmäßig 2 bis 5 Jahre zugrunde gelegt. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten (AHK) und soweit abnutzbar, vermindert um die linearen Abschreibungen entsprechend der Nutzungsdauer, angesetzt. Bei Gebäuden und Außenanlagen wird eine Nutzungsdauer von 9 bis 33 Jahren angesetzt. Die Nutzungsdauer bei technischen Anlagen und Maschinen beträgt 5 bis 20 Jahre, bei anderen Anlagen sowie bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 16 Jahre.

In die Herstellungskosten der selbsterstellten Anlagen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Gemeinkosten gemäß der handelsrechtlichen Wertobergrenze und Abschreibungen einbezogen.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu 800 € werden im Anschaffungsjahr voll abgeschrieben, wobei im Zugangsjahr auch der Abgang unterstellt wird.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von mehr als 800 € werden nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben.

Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Abschlussstichtag dauerhaft beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.

Soweit die Gründe für in früheren Geschäftsjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen nicht mehr bestehen, wird eine Wertaufholung maximal bis in Höhe der fortentwickelten AHK vorgenommen, soweit es sich nicht um einen entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert handelt.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren werden zu Anschaffungskosten mit dem gleitenden Durchschnittspreis bewertet oder zu den niedrigeren Wiederbeschaffungskosten am Abschlussstichtag angesetzt. Die fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten unter Anwendung der Standardpreismethode (Vorjahr: Bewertung zum gleitenden Durchschnittspreis) bzw. zu einem niedrigeren am Abschlussstichtag beizulegenden Wert angesetzt. In die Ermittlung der Herstellungskosten werden Materialkosten, angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie angemessene Teile des Werteverzehrs des Anlagevermögens und der Kosten der allgemeinen Verwaltung einbezogen. Zinsen für Fremdkapital kommen nicht zum Ansatz.

Das im Rahmen des Produktionsprozesses entstehende "MBTC-Zwischenprodukt" wird im abgelaufenen Geschäftsjahr unter den Posten "Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe" ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten unter Anwendung des gleitenden Durchschnittspreises des Hauptbestandteils Zinn bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag. Im Vorjahr erfolgte die Bewertung, da das Zwischenprodukt (vor Korrektur der Vorjahreszahl) unter dem Posten "Fertige Erzeugnisse und Waren" ausgewiesen wurde, zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten beinhalten keine Gemeinkosten, so dass durch die Änderung der Bewertungsmethode kein Ergebniseffekt entstanden ist. Wir verweisen im Übrigen auf die im Abschnitt IV. gemachten Erläuterungen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nominalwert bzw. zu Anschaffungskosten angesetzt. Risiken werden durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt.

Die unter Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten ausgewiesenen Posten sind zum Nennwert angesetzt.

Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben abgegrenzt, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Für öffentliche Investitionszuschüsse wurden Passivposten gebildet, die korrespondierend zu den Abschreibungen entsprechend der Nutzungsdauern der bezuschussten Anlagengegenstände aufzulösen sind.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge wurden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz von 29,83 % zum Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet. Eine Abzinsung erfolgt aus diesem Grunde nicht. Passive Steuerlatenzen wurden, soweit vorhanden, gemäß § 274 Abs. 1 HGB in der Bilanz angesetzt. Aktive latente Steuern wurden nicht bilanziert, hier wurde vom Ansatzwahlrecht nach § 274 Abs. 1 HGB kein Gebrauch gemacht.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

IV. Abweichungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die im Folgenden dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gemäß § 252 Abs. 1 HGB sind bis auf die nachfolgenden Ausnahmen unverändert angewandt worden.

Änderungen der Bewertungsmethode:

In 2021 wurde die Bewertung der Fertigerzeugnisse vom gleitenden Durchschnittspreis auf die Standardpreismethode umgestellt. Dieser Schritt war Voraussetzung, um ein neues Produktionsplanungssystem einzuführen. Durch eine Vielzahl von Produktionsmethoden bei einigen Erzeugnissen war die Bewertungsmethode des gleitenden Durchschnittes zu volatil und damit nur schwer planbar. Somit hat die Umstellung eine Ansatzvereinfachung ermöglicht. Aufgrund der Änderung der Bewertungsmethode ergab sich im Geschäftsjahr 2021 ein Ergebniseffekt von 138 T€.

Durch die Umstellung der Bewertungsmethode fand ebenfalls eine Vereinheitlichung mit der Muttergesellschaft, der IBU-tec advanced materials AG, Weimar (IBU-tec AG), statt, die bereits seit 2017 die Standardpreismethode für Ihre Fertigerzeugnisse nutzt.

Eine Anpassung des festgestellten Vorjahresabschlusses ist aus Wesentlichkeitsgründen nicht erfolgt.

Änderungen in der Bilanzierung:

Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Einschätzung hinsichtlich des bilanziellen Ausweises des Zwischenprodukts ("MBTC-Zwischenprodukt") und der unverpackten Handelswaren geändert. Vor dem Hintergrund der fehlenden Verkaufsabsicht und der Tatsache, dass es sich in beiden Fällen um Vermögensgegenstände handelt, die dem Produktionsprozess (wieder) zugeführt werden, weist die BNT diese Vermögensgegenstände im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 nicht mehr als Fertigerzeugnisse sondern unter dem Posten "Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe" aus. Korrespondierend dazu wird die Veränderung dieser Bestände jetzt unter dem GuV-Posten "Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren" dargestellt.

Aufgrund der Auswirkungen dieses Sachverhalts auf die Vermögens- und Ertragslage wurden die Vorjahreswerte im vorliegenden Jahresabschluss angepasst. Die angepassten Werte sind in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung jeweils in der Spalte "2020 angepasst" aufgeführt.

Um die Auswirkungen der Anpassung für den Abschlussadressaten klar und übersichtlich darzustellen und so eine bessere Vergleichbarkeit mit dem festgestellten Vorjahresabschluss herzustellen, wurden Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung jeweils um eine dritte Spalte ("2020 berichtet") erweitert.

Im Zuge der Ausweisänderung fand auch eine Änderung der Bewertungsmethode statt. Die umgegliederten Vermögensgegenstände werden nun nach den für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe geltenden Grundsätzen zu Anschaffungskosten i. S. v. § 255 Abs. 1 HGB bewertet. Die im Vorjahr und im abgelaufenen Geschäftsjahr für das "MBTC-Zwischenprodukt" und die unverpackten Handelswaren ermittelten Herstellungskosten entsprechen den Anschaffungskosten, so dass aus der Änderung der Bewertungsmethode keine Auswirkung auf das (Vorjahres-)Ergebnis resultiert.

V. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel dargestellt.

Vorräte

2021
in T€
2020 berichtet
in T€
Veränderung absolut Veränderung
in %
2020 angepasst
in T€
Veränderung zu den berichteten Werten
in T€
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 9.429 1.090 8.339 765 4.342 3.252
Fertige Erzeugnisse 1.707 4.763 -3.056 -64 1.863 -2.900
Handelswaren 0 352 -352 -100 0 -352
Summe 11.136 6.205 4.931 79 6.205 0

Die großen Abweichungen zum Vorjahr innerhalb des Vorratsvermögens ergeben sich durch diverse Umgliederungen zwischen Fertigerzeugnissen und Rohstoffen in Höhe von 5.681 T€ sowie zwischen Handelswaren und Rohstoffen in Höhe von 386 T€. Der Anstieg der Vorräte gegenüber dem Vorjahr insgesamt ist im Wesentlichen auf den mengenmäßigen Anstieg des MBTC-Zwischenprodukts zurückzuführen. Im Geschäftsjahr war die Einführung eines neuartigen Produktionsverfahrens zur Verarbeitung des "MBTC-Zwischenprodukts" geplant. Die Anlage wird im Laufe des Geschäftsjahr 2022 fertiggestellt. Mit der Verarbeitung des "MBTC-Zwischenprodukts" kann daher erst Ende 2022 bzw. in 2023 begonnen werden. Ein weiterer Grund für den Anstieg der Vorräte sind die gestiegenen Rohstoffpreise, hier ist vor allem der Zinnpreis hervorzuheben, die sich auch in den Fertigprodukten niederschlagen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände weisen alle eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr auf.

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen 1.127 T€ (Vorjahr: 25 T€) in fremder Währung.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in voller Höhe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen die Muttergesellschaft IBU-tec AG, in Höhe von 466 T€ (Vorjahr: 308 T€).

Im Rahmen des Jahresabschlusses wurden diese Forderungen mit den Verbindlichkeiten gegenüber der IBU-tec AG saldiert, so dass sie nicht separat in der Bilanz ausgewiesen sind.

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 366 T€ (Vorjahr: 209 T€) enthalten im Wesentlichen Umsatzsteuerforderungen in Höhe von 273 T€, Energie- und Stromsteuererstattungsansprüche in Höhe von 36 T€ sowie debitorische Kreditoren in Höhe von 28 T€.

Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen

Der ausgewiesene Sonderposten für Investitionszuschüsse wurde für gewährte Investitionszuschüsse aus dem Förderprogramm "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" der Investitionsbank Sachsen-Anhalt gebildet. Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte eine Zuführung aus erhaltenen Zuschüssen zur "Förderung von Digitalisierungsprozessen im Unternehmen" in Höhe von 9 T€.

Entwicklung des Sonderpostens
in T€
2021 2020
Stand 01.01.2021 67 9
Zuführung aus erhaltenen Zuschüssen 9 61
Auflösung 3 3
Stand 31.12.2021 73 67

Rückstellungen

Die Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

Rückstellungen
in T€
2021 2020
Steuerrückstellungen 485 179
Personalrückstellungen 159 134
Ausstehende Lieferantenrechnungen 71 104
Sonstige 135 132
Gesamt 850 549

Die sonstigen Rückstellungen verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 3 T€. Die Steuerrückstellungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 306 T€. Diese Erhöhung ist darin begründet, dass für 2020 noch keine Steuerbescheide vorliegen und somit die Rückstellungen für 2020 noch nicht in Anspruch genommen wurden.

Verbindlichkeiten

Die Angaben zu den Verbindlichkeiten ergeben sich aus nachfolgendem Verbindlichkeitsspiegel.

Verbindlichkeiten
in T€
Bis zu 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 0 0
Im Vorjahr 80 0 0 80
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.912 0 0 3.912
Im Vorjahr 1.747 0 0 1.747
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 14.165 0 0 14.165
Im Vorjahr 11.161 0 0 11.161
Sonstige Verbindlichkeiten 115 0 0 115
Im Vorjahr 43 0 0 43
Gesamt 18.192 0 0 18.192
Im Vorjahr 13.031 0 0 13.031

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen die Muttergesellschaft IBU-tec AG und resultieren in Höhe von 317 T€ (Vorjahr: 332 T€) aus Lieferungen und Leistungen sowie in Höhe von 13.848 T€ (Vorjahr: 10.829 T€) aus Gesellschafterdarlehen sowie dazugehörigen Zinsen.

Bei den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 116 T€ (Vorjahr: 43 T€) handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer für Dezember 2021 in Höhe von 32 T€ (Vorjahr: 31 T€) sowie um Verbindlichkeiten von kreditorischen Debitoren in Höhe von 85 T€ (Vorjahr: 12 T€).

Passive latente Steuern

Durch die in 2020 gebildete Rücklage für Ersatzbeschaffung gem. EStR 6.6. in der Steuerbilanz kam es zu Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz. Daraus ergaben sich passive latente Steuern in Höhe von 605 T€ (Vorjahr: 608 T€; nach Saldierung mit aktiven latenten Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen (596 T€): 12 T€).

Aufgrund des Verbrauchs des Verlustvortrages von 1.997 T€ war es notwendig, die in 2020 gebildeten aktiven latenten Steuern in Höhe von 596 T€ aufzulösen.

VI. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

in T€ 2021 2020 berichtet Veränderung Veränderung
in %
2020 angepasst Veränderung zu den berichteten Werten
Deutschland 6.964 7.466 -502 -6,4    
EU (ohne Deutschland) 8.426 10.476 -2.050 -19,8    
Drittländer 13.548 2.127 11.421 537,0    
Gesamt Umsatzerlöse 28.938 20.069 8.869 44,2    
Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -3.394 -1.583 -1.811 -114,5 -4.835 -3.252

Bestandsveränderungen fertige Erzeugnisse

Die Umgliederungen zwischen Fertigerzeugnissen und Rohstoffen in Höhe von 5.681 T€ sowie den Handelswaren und Rohstoffen in Höhe von 386 T€, die bereits bei den Vorräten erläutert wurden, schlagen sich auch in den Bestandsveränderungen nieder. Eine Bestandsminderung bei den Fertigerzeugnissen ist die Folge.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 2.347 T€ (Vorjahr: 8.395 T€) enthalten im Wesentlichen außergewöhnliche Erträge aus Schadenersatz gegenüber der Versicherung aus dem Brand im Dezember 2019 in Höhe von 2.000 T€, weitere periodenfremde Erträge in Höhe von 76 T€, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 54 T€, Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 116 T€ sowie Erträge aus der Verrechnung der Kfz-Gestellung und anderen Sachbezügen in Höhe von 70 T€.

Die periodenfremden Erträge resultieren größtenteils aus der Bereinigung von offenen Posten in Höhe von 40 T€ sowie der Einspeisevergütung von Mitnetz für das erste Quartal 2020 in Höhe von 11 T€.

Materialaufwand

in T€ 2021 2020 berichtet Veränderung Veränderung
in %
2020 angepasst Veränderung zu den berichteten Werten
Aufwendungen für Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -20.204 -13.922 -6.282 -45,1 -10.669 3.252

Die Umgliederungen innerhalb der Vorräte haben zu einer Bestandsmehrung bei den Rohstoffen und damit zu einer Entlastung des Materialaufwandes geführt.

Der Materialaufwand in Höhe von 20.204 T€ (Vorjahr: 10.669 T€) wird im Wesentlichen durch die Preisentwicklung des Hauptrohstoffes Zinn, die Energieaufwendungen, Zölle sowie die Aufwendungen für Bezugsnebenkosten beeinflusst.

Der in USD notierende Zinnpreis an der London Metal Exchange (LME) zeigte sich volatil. Bei der Notierung in EUR ergab sich das gleiche Bild. Aufgrund der bestehenden Margenabsicherung durch Preisformeln bei Produkten mit hohem Zinngehalt konnten negative Auswirkungen auf die Ertragslage der BNT begrenzt werden. Bei Zinnprodukten ohne Preisformel wurden entsprechende Preiskorrekturen zeitnah vorgenommen.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Energiekosten um ca. 7 % gesunken. Erstattungen im Energiebereich (EEG-Vergütung, Strom- und Energiesteuer), für die ein Energiemanagementsystem Antragsvoraussetzung ist, wurden wie im Vorjahr realisiert und haben die Energieaufwendungen auch im Geschäftsjahr 2021 entsprechend reduziert.

Personalaufwendungen

Die Personalaufwendungen in Höhe von 3.357 T€ (Vorjahr: 3.464 T€) verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 107 T€. Die Einsparungen sind darin begründet, dass in 2020 gezahlte Entschädigungen für weggefallene Zuschläge aufgrund des Brandes 2019 in 2021 wieder eingestellt wurden. Gleichzeitig ist dies auf den Ganzjahreseffekt der im Vorjahr aus Altersgründen ausgeschiedenen Mitarbeiter, deren Stellen teilweise nicht nachbesetzt wurden, zurückzuführen.

Abschreibungen

Die Abschreibungen in Höhe von 1.214 T€ (Vorjahr: 1.339 T€), fielen um 9,3 % niedriger aus als im Vorjahr.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 3.483 T€ (Vorjahr: 3.396 T€) enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Versicherungen in Höhe von 283 T€ (Vorjahr: 258 T€), Reparaturen und Instandhaltung in Höhe von 780 T€ (Vorjahr: 901 T€), für sonstige Leistungen in Höhe von 311 T€ (Vorjahr: 519 T€), für Ausgangsfrachten in Höhe von 479 T€ (Vorjahr: 267 T€), für Mieten von beweglichen Wirtschaftsgütern in Höhe von 154 T€ (Vorjahr: 184 T€), für Abraum- und Abfallbeseitigung in Höhe von 231 T€ (Vorjahr: 223 T€), für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit in Höhe von 155 T€ (Vorjahr: 63 T€) sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 143 T€ (Vorjahr: 109 T€).

In den sonstigen Leistungen sind 175 T€ Aufwendungen für Dienstleistungen gegenüber der Muttergesellschaft IBU-tec AG enthalten.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von 219 T€ (Vorjahr: 218 T€) enthalten im Wesentlichen Darlehenszinsen gegenüber der Muttergesellschaft IBU-tec AG in Höhe von 218 T€ (Vorjahr: 212 T€).

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 706 T€, im Wesentlichen bedingt durch die Zuführung von passiven latenten Steuern in Höhe von 592 T€.

VII. Ergänzende Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Finanzielle Verpflichtungen aus wesentlichen Miet- und Leasingverträgen

In 2021 und Folgejahren bestehen jährliche Zahlungsverpflichtungen aus Mietverträgen in Höhe von 75 T€ (Vorjahr: 75 T€), davon gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 6 T€. Der wesentliche Mietvertrag in Höhe von jährlich 53 T€ wurde mit einer Laufzeit bis 30.06.2023 abgeschlossen und verlängert sich um weitere 12 Monate, wenn nicht bis 30.06.2021 gekündigt wird. Der Mietvertrag über jährlich 16 T€ wurde auf unbestimmte Zeit abgeschlossen.

Des Weiteren bestehen finanzielle Verpflichtungen aufgrund eines Leasingvertrags für einen Stapler in Höhe von 6 T€ p. a. bis einschließlich April 2023 sowie eines Leasingvertrages über fünf Container bis 13.05.2030 in Höhe von 53 T€ p. a.

Aus Bestellobligo für aktuell in Umsetzung befindliche Großinvestitionen bestehen zum 31. Dezember 2021 sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 1.310 T€.

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

Organe der Gesellschaft

Als Geschäftsführer der Gesellschaft waren zum 31.12.2021 die Herren Ulrich Weitz, Berlin, und Bernd Klöpzig, Leuna, bestellt und tätig. Mit Gesellschafterbeschluss vom 13.12.2021 wurde Herr Dr. Arndt Schlosser ab dem 01.01.2022 zum Geschäftsführer bestellt. Herr Ulrich Weitz ist zum 31.12.2021 aus der Geschäftsführung ausgeschieden.

Auf die Angabe der Organbezüge wird unter Hinweis auf die Schutzklausel nach § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2021 wurden im Durchschnitt 77 Mitarbeiter (ohne Auszubildende und Praktikanten) in folgenden Gruppen beschäftigt:

2021 2020 2019 2018
Angestellte 25 20 23 18
Gewerbliche Arbeitnehmer 52 58 62 63
Gesamt 77 78 85 81

Nachtragsbericht

Bedeutsame Ereignisse bis zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung sind nicht aufgetreten.

Gewinnverwendungsvorschlag der Geschäftsführung

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresüberschuss in Höhe von 2.066 T€ (Vorjahr: 4.342 T€) in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen.

Sonstige Pflichtangaben

Die IBU-tec AG mit Sitz in Weimar ist alleiniger Gesellschafter der BNT Chemicals GmbH.

Der Jahresabschluss der BNT Chemicals GmbH fließt in den konsolidierten Jahresabschluss der IBU tec-Gruppe ein. Die IBU tec AG stellt den Konzernabschluss sowohl für den größten Kreis (§ 285 Abs. 14 HGB) als auch für den kleinsten Kreis von Unternehmen (§ 285 Abs. 14a HGB) auf.

 

Bitterfeld-Wolfen, den 28. Februar 2022

BNT Chemicals GmbH

gez. Dr. Arndt Schlosser, Geschäftsführer

gez. Bernd Klöpzig, Geschäftsführer

1. Januar 2020 bis zum 31.Dezember 2021

Anlagespiegel

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand 31.12.2020
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Stand 31.12.2021
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 118.818,88 48.907,68 0,00 0,00 167.726,56
  118.818,88 48.907,68 0,00 0,00 167.726,56
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.946.203,90 18.856,64 0,00 720.610,15 4.685.670,69
2. Technische Anlagen und Maschinen 32.125.207,45 1.172.721,76 0,00 110.086,18 33.408.015,39
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.856.485,23 51.989,58 -10.780,14 15.221,50 1.912.916,17
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.450.101,79 1.915.288,82 0,00 -845.917,83 2.519.472,78
  39.377.998,87 3.158.856,80 -10.780,14 0,00 42.526.075,03
Anlagevermögen gesamt 39.496.817,75 3.207.764,48 -10.780,14 0,00 42.693.801,59
Abschreibungen
Stand 31.10.2020
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand 31.10.2021
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 53.415,38 26.882,68 0,00 80.298,06
  53.415,38 26.882,68 0,00 80.298,06
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.563.204,20 152.871,79 0,00 1.716.075,99
2. Technische Anlagen und Maschinen 26.595.905,13 914.468,26 0,00 27.510.373,39
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.385.038,73 120.105,00 -9.638,06 1.495.505,67
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
  29.544.148,56 1.187.445,05 -9.638,06 30.721.955,05
Anlagevermögen gesamt 29.597.563,94 1.214.327,73 -9.638,06 30.802.253,11
Buchwerte
Stand 31.12.2021
EUR
Stand 31.12.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 87.428,50 65.403,50
  87.428,50 65.403,50
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.969.594,70 2.382.999,70
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.897.642,00 5.529.302,32
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 417.410,50 471.446,50
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.519.472,78 1.450.101,79
  11.804.119,98 9.833.850,31
Anlagevermögen gesamt 11.891.548,48 9.899.253,81

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 11.03.2022 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die BNT Chemicals GmbH, Bitterfeld-Wolfen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der BNT Chemicals GmbH, Bitterfeld-Wolfen - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der BNT Chemicals GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Jena, den 11. März 2022

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lauer, Wirtschaftsprüfer

Leser, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.