Sparkasse Hochrhein

Stammdaten

Register
Amtsgericht Freiburg HRA 621025
Eingetragen
23.12.1909
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenBausparkassen
Gegenstand
Gegenstand von Amts wegen berichtigt in: Die Sparkasse betreibt alle banküblichen Geschäfte, soweit das Sparkassengesetz, die Sparkassengeschäftsverordnung oder diese Satzung keine Einschränkungen vorsehen. Der Sparverkehr wird durch besondere "Bedingungen für den Sparverkehr" geregelt, sie gelten auch für bereits bestehende Spareinlagen. Die Sparkasse unterhält die zur Erfüllung ihrer Aufgaben und zur Wahrnehmung ihrer Geschäfte erforderlichen Zweigstellen und sonstigen Einrichtungen. Die Sparkasse kann im Rahmen des § 10 des Gesetzes über das Kreditwesen Vermögenseinlagen stiller Gesellschafter nach Maßgabe des § 31 SpG sowie Genußrechtskapital und nachrangige Darlehen aufnehmen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Silvia Knöpfle
seit 26.9.2025
Vorstandsmitglied
Wolf Morlock
seit 5.5.2010
Vorstandsmitglied

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sparkasse Hochrhein

Waldshut-Tiengen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht 2023 der Sparkasse Hochrhein

1 Grundlagen der Geschäftstätigkeit der Sparkasse


Die Sparkasse Hochrhein ist gemäß § 1 Abs. 1 der Satzung eine Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Waldshut-Tiengen. Sie ist Mitglied des Sparkassenverbands Baden-Württemberg (SVBW), Stuttgart und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV), Berlin, angeschlossen. Sie ist beim Amtsgericht Freiburg im Breisgau unter der Nummer A 621025 im Handelsregister eingetragen.


Träger der Sparkasse sind die Städte und Gemeinden Albbruck, Bad Säckingen, Dettighofen, Dogern, Görwihl, Herrischried, Hohentengen, Jestetten, Klettgau, Küssaberg, Lauchringen, Laufenburg, Lottstetten, Murg, Rickenbach, Todtmoos, Waldshut-Tiengen, Wehr, Weilheim und Wutöschingen. Organe der Sparkasse sind der Verwaltungsrat, der Kreditausschuss und der Vorstand.


Die Sparkasse ist Mitglied im Sparkassenverband Baden-Württemberg und über dessen Sparkassen-Teilfonds dem Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) anerkannt. Das Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher, dass den Kunden der Sparkassen der gesetzliche Anspruch auf Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung"). Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems, einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die Sparkassen selbst zu schützen, insbesondere deren Liquidität und Solvenz zu gewährleisten ("diskretionäre Institutssicherung").


Die Sparkasse Hochrhein bietet als selbstständiges regionales Wirtschaftsunternehmen zusammen mit ihren Partnern aus der Sparkassen-Finanzgruppe Privatkunden, Unternehmen und Kommunen Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte an, soweit das Sparkassengesetz Baden-Württemberg, die Sparkassengeschäftsordnung oder die Satzung keine Einschränkungen vorsehen. Der im Sparkassengesetz verankerte öffentliche Auftrag verpflichtet die Sparkasse Hochrhein, mit ihrer Geschäftstätigkeit in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft - insbesondere des Mittelstands - und der öffentlichen Hand mit Bankdienstleistungen sicherzustellen.


Zur Erreichung dieser Ziele unterhält sie in ihrem Geschäftsgebiet neben ihrer Hauptstelle in Waldshut 14 mitarbeiterbesetzte Geschäftsstellen sowie 13 Selbstbedienungs-Filialen.


Die Gesamtzahl der Beschäftigten hat sich bis zum 31. Dezember 2023 gegenüber dem Vorjahr um 3 Personen verringert. Von den 478 Mitarbeitenden arbeiten ca. 29 % in Teilzeit.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.1.1 Volkswirtschaftliches Umfeld


Das Statistische Bundesamt weist für das Jahr 2023 ein Bruttoinlandsprodukt aus, das im Vergleich zum Jahr 2022 um 0,3 % niedriger liegt. "Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken", sagte Dr. Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, bei der Pressekonferenz "Bruttoinlandsprodukt 2023 für Deutschland" in Berlin. "Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort", so Brand weiter.


Die harmonisierten Verbraucherpreise stiegen nach Angaben des statistischen Bundesamtes in Deutschland im Jahresdurchschnitt um 6,0 % und damit weniger stark als noch im Jahr 2022.


Treiber für den weiterhin hohen Anstieg der Verbraucherpreise sind im Wesentlichen die Nahrungsmittel- und die Energiepreise. Auf Ebene der Europäischen Union betrug die Steigerungsrate 6,4 % und im Euro Raum 5,4 % (Quelle: Eurostat).


Gemäß Angaben der Bundesagentur für Arbeit ist die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote auf Bundesebene um 0,4 %-Punkte auf 5,7 % leicht angestiegen. Dies entspricht auch der Arbeitslosenquote auf Bundesebene im Dezember 2023, die sich im Vergleich zum Dezember 2022 um + 0,3 %-Punkte erhöht hat. Die Dezemberwerte lagen in Baden-Württemberg bei 4,0 % (+ 0,4 %-Punkte) und im Landkreis Waldshut-Tiengen ebenfalls bei 4,0 % (+ 0,2 %-Punkte).

2.1.2 Deutsche und europäische Kreditwirtschaft


Die hohe Inflationsrate im Jahr 2023 hat die EZB dazu veranlasst, die Leitzinsen weiter deutlich anzuheben. In insgesamt 6 Schritten (Februar 2023 bis März 2024) wurden die Leitzinsen sehr stark angehoben und betragen Mitte März 2024 für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte, für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität 4,50 %, 4,75 % bzw. 4,00 % p.a.. Der Zinssatz für Einlagenfazilitäten der EZB hat damit einen historischen Höchststand erreicht.


Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hat per Allgemeinverfügung mit Wirkung zum 1. Februar 2022 die Einführung des antizyklischen Kapitalpuffers mit einer Höhe von 0,75 % beschlossen (bislang 0,00 %). Dieser ist auf die institutsindividuellen, maßgeblichen Kreditrisikopositionen anzuwenden, die in Deutschland gelegen sind. Mit dieser Erhöhung des antizyklischen Kapitalpuffers will die BaFin den Systemrisiken begegnen, die durch starkes Kreditwachstum in den vergangenen Jahren entstanden. Darüber hinaus hat die BaFin mit Wirkung zum 01.04.2022 eine Allgemeinverfügung für die Einführung eines sektoralen Systemrisikopuffers von 2,0 % der risikogewichteten Aktiva auf mit Wohnimmobilien besicherte Kredite veröffentlicht. Beide Maßnahmen, die mit der starken Kreditvergabe durch den Bankensektor und der Preisentwicklung an den Immobilienmärkten begründet werden, wirken kurzfristig auf die Eigenmittelanforderungen und sind zum 1. Februar 2023 einzuhalten gewesen.


Mit Schreiben vom Januar 2024 hat die BaFin der Sparkasse Hochrhein eine Neufestsetzung zusätzlicher Eigenmittelanforderungen im Rahmen des SREP (Supervisory Review and Evaluation Process) zugestellt. Die zusätzlichen Eigenmittelanforderungen bei der Sparkasse Hochrhein haben sich gegenüber dem Schreiben vom Februar 2022 nicht verändert. Eine Neufestsetzung der aufsichtlichen Eigenmittelempfehlung (zuvor Eigenmittelzielkennziffer) im Januar 2023 wirkte sich nicht auf die Eigenmittelanforderungen der Sparkasse Hochrhein aus.

2.1.3 Sparkassen-Finanzgruppe


Internationale Rating-Agenturen stellen der Sparkassen-Finanzgruppe regelmäßig sehr gute Zeugnisse aus: Die Analysten der kanadischen DBRS bestätigten das Rating der Sparkassen-Finanzgruppe zuletzt im März 2023 mit einer Note "A (high)", die eine gute Kreditqualität zum Ausdruck bringt. Dieses sogenannte Floor-Rating zeigt an, dass die Bonität aller Mitglieder der Sicherungseinrichtungen der Sparkassen-Finanzgruppe mit mindestens A (high) bewertet wird; kein Mitglied schneidet schlechter ab. Dieses Rating können sich Institute individuell zuweisen lassen und es wie ein Individualrating nutzen. Die Ratingagentur Fitch hat zuletzt im April 2023 ihr Rating von "A+" für die Sparkassen bestätigt. Dieses Gruppenrating können sich die Sparkassen einzeln zuweisen lassen, es kann wie ein Individualrating genutzt werden. Auch Moody's Investors Service bestätigte die Einstufung unseres Verbunds zuletzt im April 2023 mit dem Rating "Aa2". Das sogenannte "Corporate Family Rating" für die Sparkassen-Finanzgruppe bewertet die Gruppe als Ganzes. Es stellt keine Einheitsnote dar, bestätigt aber die hohe Solidität und Kreditwürdigkeit der Sparkassen-Finanzgruppe insgesamt.


Die Zahl der Sparkassen hat sich durch weitere Fusionen im Jahr 2023 auf 353 Sparkassen (gemäß Deutscher Sparkassen- und Giroverband / DSGV Stand 01. September 2023) reduziert. Weitere Konsolidierungen und die Stärkung der Verbundstrukturen sind nicht auszuschließen.

2.2 Regionale Wirtschaft


Die regionale Konjunktur der vergangenen Monate hat sich besser entwickelt, als die Unternehmen dies noch im Herbst 2023 erwartet hatten. Dennoch bleibt die Lage zu Beginn des Jahres 2024 angesichts des Ukrainekrieges, des Krieges im Gazastreifen und den damit verbundenen Unruhen im Nahen Osten, der erhöhten Inflation und weltweiter Zurückhaltung mit Blick auf die konjunkturellen Aussichten angespannt. Die Mitglieder der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee stufen die Geschäftslage zum Jahreswechsel 2023/2024 marginal schlechter als im Herbst 2023 ein. Insgesamt beurteilen ca. 32 % die momentane Geschäftslage als gut (Vorjahr 47 %). Die Mitglieder der Handwerkskammer Konstanz beurteilen im vierten Quartal 2023 einer Veröffentlichung vom Februar 2024 zu Folge mit 59 % die Geschäftslage als gut. Im Vorjahresquartal waren dies ca. 74,5 %.


Nach Angaben des Schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) wird das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts der Schweiz in 2023 mit 1,3 % deutlich geringer ausfallen als im Vorjahr (2,5 %). Die Arbeitslosenquote wird sich allerdings von 2,2 % auf 2,0 % leicht verbessern.

2.3 Darstellung der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren


Als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren dienen in Übereinstimmung mit der sparkasseninternen Berichterstattung folgende Steuerungsgrößen:

Kundenkreditvolumen 1

Kundeneinlagen 2

Cost-Income-Ratio 3

Gesamtkapitalquote 4

1 Auf Basis des Betriebsvergleichs der Sparkassen / Kundenforderungen anhand einer Jahresdurchschnittsberechnung
2 Auf Basis des Betriebsvergleichs der Sparkassen / Kundenverbindlichkeiten anhand einer Jahresdurchschnittsberechnung
3 Auf Basis einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung gemäß dem Betriebsvergleich der Sparkassen (bereinigt um neutrale und aperiodische Effekte) = Verwaltungsaufwand in Relation zum Rohertrag (Zins- und Provisionsüberschuss) zuzüglich Nettoergebnis des Handelsbestands sowie dem Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen
4 Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die risikobezogenen Positionswerte

Ø - Bestand Ø - Bestand Prognose
in Mio. EUR in Mio. EUR zum
31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023
Kundenkreditvolumen 2.476,0 2.422,3 gleichbleibend
Kundeneinlagen 2.522,8 2.528,8 gleichbleibend
Wert Wert Prognose
in % in % zum
31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023
Cost-Income-Ratio 53,0 % 61,6 % leicht verbessert
Gesamtkapitalquote nach CRR 17,5 % 17,4 % gleichbleibend


Die Anfang 2023 für das Geschäftsjahr 2023 geplante Entwicklung der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren konnten wir in Teilen erreichen bzw. übertreffen.


Das Kundenkreditvolumen hat sich etwas stärker entwickelt als geplant. So konnten wir sowohl bei den Geschäftskunden als auch den Privatkunden unsere Wachstumsziele leicht übertreffen. Bei den Einlagen unserer Kunden haben wir wie prognostiziert ein nahezu unverändertes Volumen zu verzeichnen. Innerhalb unserer Kundeneinlagen haben die Kunden deutliche Umschichtungen in Festzinsprodukte vorgenommen.


Ein deutlicher Zuwachs gegenüber dem Vorjahr sowohl beim Zins- und Provisionsüberschuss führte bei nur leicht steigenden Kosten zu einer deutlichen Verbesserung der Cost-Income-Ratio. Unsere Gesamtkapitalquote konnten wir durch die Stärkung unserer Eigenmittel (Gewinnthesaurierung des Vorjahres) bei einer geringen Ausweitung der Risikoaktiva stabil halten.

2.4 Geschäftsverlauf

2.4.1 Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs


Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen sowie branchenspezifischen Entwicklung, als auch den Entwicklungen an den Geld- und Kapitalmärkten beurteilen wir die Vermögens- und Finanzlage als sehr gut. Die Ertragslage ist insgesamt durch deutlich höhere ordentliche Ergebnisse bei gleichzeitig deutlichen Zuschreibungen auf unser Wertpapiervermögen als sehr zufriedenstellend zu beurteilen.


Ein leichter Rückgang sowohl bei den Kundeneinlagen als auch den Institutionellen Refinanzierungen führte zu einem annähernd konstanten Geschäftsvolumen. Wesentliche Wachstumsfelder waren im Jahr 2023 das Kundenkreditgeschäft und unser Wertpapiervermögen.

2.4.2 Bilanzsumme und Geschäftsvolumen


Gegenüber dem Jahr 2022 haben wir sowohl die Bilanzsumme als auch das Geschäftsvolumen (Bilanzsumme zzgl. Eventualverbindlichkeiten) nahezu konstant halten können. Die Bilanzsumme liegt mit 3.767,5 Mio. EUR um 0,7 % unter dem Wert des Vorjahres. Das Geschäftsvolumen reduzierte sich um 26,3 Mio. EUR auf 3.821,7 Mio. EUR.

2.4.3 Kundenkreditgeschäft


Infolge der Zinsentwicklung und der hohen Preise und Baukosten hatten wir eine deutliche Reduzierung der Kreditnachfrage zu verzeichnen. Dennoch liegt das Bruttowachstum der bilanzwirksamen Kredite an Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Haushalte im Jahr 2023 bei 25,9 Mio. EUR. Den Bestand an Bürgschaften und Garantien konnten wir um 3,0 % ausbauen. Weiterleitungsmittel sind ein bedeutender Finanzierungsbaustein für unsere Kunden. Der Bestand zum Jahresende 2023 konnte gegenüber dem Vorjahr um 6,0 % erhöht werden. Das Wachstum des Kundenkreditvolumens erfolgte vorwiegend im langfristigen Bereich.


Das Volumen der Fremdwährungskredite, die aufgrund der Grenznähe fast ausschließlich auf Schweizer Franken lauten, liegt bei ca. 12 % des gesamten Kreditvolumens und war leicht rückläufig.

2.4.4 Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Wertpapiere und Derivate


Anpassungen an der Bilanzstruktur und Währungsabsicherungen haben dazu geführt, dass wir die Geldanlagen zur Liquiditätssteuerung unter anderem bei der Bundesbank und der Schweizer Nationalbank deutlich reduziert haben. Zusätzliche Investitionen in Wertpapiere dienen der langfristigen Ertrags- und Liquiditätssicherung. Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr die Eigenanlagen (Wertpapiervermögen und Forderungen an Kreditinstitute) deutlich um 63,2 Mio. EUR auf 1.020,9 Mio. EUR reduziert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten lagen mit 667,2 Mio. EUR und einem Rückgang von 17,4 Mio. EUR leicht unter dem Wert des Vorjahres.


Das Engagement in Derivaten erfolgte ausschließlich zur Steuerung von Zinsrisiken und zur Absicherung von Währungsrisiken. Hinsichtlich der Art und des Umfangs sowie der Fristigkeiten der bestehenden Geschäfte verweisen wir auf die Darstellungen im Anhang.

2.4.5 Beteiligungen


Beteiligungen wurden weitgehend mit Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe eingegangen. Per Jahresende 2023 betrug der unter Beteiligungen ausgewiesene Anteilsbesitz 22,6 Mio. EUR. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist auf eine anteilige Kapitalrückzahlung aus der Beteiligung an unserem IT-Dienstleister zurückzuführen.

2.4.6 Einlagengeschäft


Unsere Erwartungen aus dem Vorjahr an ein gleichbleibendes Volumen der jahresdurchschnittlichen Kundeneinlagen konnte mit einem Rückgang von 0,2 % nahezu erfüllt werden. Stichtagsbezogen reduzierten sich die Kundeneinlagen um 36,8 Mio. EUR auf 2.573,9 Mio. EUR.


Der Rückgang war annähernd in allen Kundengruppen zu verzeichnen. Das hohe Zinsniveau führte dazu, dass deutliche Umschichtungen aus den täglich fälligen Sichteinlagen und Tagesgeldern als auch den Spareinlagen hin in festverzinsliche Produkte wie Sparkassenbriefe und Festgelder vorgenommen wurden. Aufgrund der inversen Zinsstruktur erfolgten die Einlagen unserer Kunden hauptsächlich in Laufzeiten bis zu 2 Jahren.

2.4.7 Dienstleistungsgeschäft


Zum Jahresende 2023 führen wir für unsere Kunden mehr als 98.000 Girokonten. Über 70 % dieser Konten sind für das Online- oder Mobilebanking freigeschaltet. Der bargeldlose Zugriff auf diese Konten steigt kontinuierlich.


Der starke Zinsanstieg in Verbindung mit weiterhin hohen Immobilienpreisen und allgemein wirtschaftlichen Unsicherheiten hat die Vermittlung von Immobilien in 2023 deutlich erschwert. So ist die Anzahl als auch das Volumen der vermittelten Objekte im Vergleich zum Vorjahr um ca. 8 % gesunken. Die hohen Zinsen und Preise auf dem Immobilienmarkt führten neben einer rückläufigen Nachfrage nach Immobilienkrediten auch zu einem Umsatzrückgang im Bauspargeschäft. So haben unsere Kunden in 2023 ca. 9 % weniger Bausparverträge abgeschlossen als noch ein Jahr zuvor.


Im Auslandszahlungsverkehr haben sich sowohl die Transaktionen als auch das Volumen um jeweils mehr als 8 % gegenüber dem Vorjahr erhöht.


Im Geschäftsjahr 2023 haben unsere Kunden wieder deutlich mehr Wertpapiere gekauft als verkauft. Bei einem Umsatzvolumen von insgesamt 291,9 Mio. EUR hat sich das Wertpapiervermögen unserer Kunden um 90,2 Mio. EUR erhöht. Das entspricht einem Zuwachs des Nettoabsatzes von 78,4 % gegenüber dem Vorjahr. Damit einhergehend hat sich die Zahl der Depotkonten unserer Kunden um über 6 % erhöht.


Bei der Vermittlung von Lebensversicherungen konnten wir das sehr gute Ergebnis des Vorjahres nicht erreichen. Gemessen an der Beitragssumme haben wir einen Rückgang von 12,5 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Bei den Krankenversicherungen erreichten wir einen Zuwachs der Monatsbeiträge von 5,8 %.

2.4.8 Investitionen


Eine große energetische Sanierungsmaßnahme haben wir auch zur Stärkung unseres Standortes in Bad Säckingen bereits in 2022 begonnen. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme erfolgte im April 2024.

2.5 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.5.1 Vermögenslage

Bestand in % des
Mio. EUR Geschäftsvolumens
31.12.23 31.12.22 Veränd. 31.12.23 31.12.22
Aktivseite
Kundenkreditgeschäft 1 2.682,0 2.655,1 27,0 70,2 69,0
Forderungen an Kreditinstitute 219,0 320,0 -101,0 5,7 8,3
Wertpapiervermögen 2 802,0 764,2 37,8 21,0 19,9
Sonstige Vermögenswerte 118,8 108,8 10,0 3,1 2,8
Passivseite
Einlagengeschäft mit Kunden 3 2.573,9 2.610,7 -36,8 67,3 67,8
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 667,2 684,6 -17,4 17,5 17,8
Sonstige Passivposten 124,2 133,0 -8,8 3,2 3,5
Eigene Mittel 4 456,6 419,8 36,8 11,9 10,9


Die angegebenen Werte beruhen jeweils auf kaufmännisch exakten Rundungen.

1 Aktivpositionen 4, 9 und Eventualverbindlichkeiten
2 Aktivposten 5 und 6
3 Passivpositionen 2, 3 und 9
4 Einschließlich Fonds für allgemeine Bankrisiken


Im Geschäftsjahr 2023 haben sich einige Verschiebungen in der Bilanzstruktur ergeben. Der Rückgang der Kundeneinlagen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bei gleichzeitigem Wachstum unseres Kundenkreditgeschäftes und des Wertpapiervermögens führte zu einem deutlichen Abbau der täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute. Der Rückbau erfolgte im Wesentlichen bei Einlagen bei der Schweizer Nationalbank und der Bundesbank.


Sämtliche Vermögensgegenstände und Rückstellungen werden vorsichtig bewertet. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Einzelheiten sind dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen.


Nach der noch durch den Verwaltungsrat zu beschließenden Zuführung des Bilanzgewinns werden die bilanziellen Eigenmittel auf 456,6 Mio. EUR ansteigen. Dies entspricht einem Zuwachs von 8,8 %. Neben der Sicherheitsrücklage verfügt die Sparkasse über umfangreiche ergänzende Eigenkapitalbestandteile, unter anderem in Form von Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB. Die Verschuldungsquote (Verhältnis des Kernkapitals zur Summe der bilanziellen und außerbilanziellen Positionen) beträgt am 31. Dezember 2023 11,06 % und liegt damit über der aufsichtlichen Mindestanforderung von 3,0 %.


Die Eigenmittelanforderungen wurden unter Berücksichtigung des Kapitalerhaltungspuffers im Jahresablauf jederzeit eingehalten. Die vierteljährlich zu ermittelnde Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 CRR über angemessene Eigenmittel (Relation der Eigenmittel zum Gesamtrisikobetrag, insbesondere bestehend aus Kreditrisiken, Marktrisiken und operationellen Risiken) überschreitet zum 31.12.2023 mit 17,47 % deutlich den zum Stichtag vorgeschriebenen Mindestwert von 8,0 % gemäß CRR zuzüglich unseres individuellen SREP-Zuschlags, des zusätzlich vorzuhaltenden Kapitalerhaltungspuffers, der individuellen Eigenmittelempfehlung und des antizyklischen Kapitalpuffers. In 2023 bewegte sich die Gesamtkapitalquote in einer Bandbreite von 17,32 % bis 17,48 %. Zum Bilanzstichtag verfügt die Sparkasse über eine gute und solide Eigenmittelbasis. Auf Grundlage unserer Kapitalplanung (Normative Perspektive) bis zum Jahr 2028 ist eine ausreichende Kapitalbasis für die geplante zukünftige Geschäftsausweitung und die Umsetzung unserer Geschäftsstrategie vorhanden.

2.5.2 Finanzlage


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse Hochrhein war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund unserer angemessenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Der Zugang zu Refinanzierungsquellen war uneingeschränkt das ganze Jahr möglich.


Die zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit eines Instituts über einen Betrachtungszeitraum von 30 Kalendertagen zu erfüllende Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) von mindestens 100 % hat die Sparkasse Hochrhein in 2023 mit Werten zu den Meldestichtagen in einer Bandbreite von 131,6 % bis 214,0 % und zum Bilanzstichtag mit 178,3 % jederzeit eingehalten.


Die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio - NSFR) lag im Jahr 2023 in einer Bandbreite von 115,8 % bis 120,4 %. Der Wert zum Jahresende 2023 beträgt 120,4 %; damit wurde die aufsichtliche Mindestquote von 100 % durchgängig eingehalten.


Die Kreditlinie bei der Landesbank Baden-Württemberg wurde von uns vereinzelt in Anspruch genommen. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden entsprechende Guthaben bei der Deutschen Bundesbank unterhalten. Darüber hinaus bestehen gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte (GLRG III) bei der EZB, die aufgrund von Fälligkeiten im Jahr 2023 deutlich reduziert wurden. Die Sparkasse Hochrhein nahm auch 2023 am elektronischen Verfahren zu "MACCs (Mobilisation and Administration of Credit Claims)" der Deutschen Bundesbank zur Nutzung von Kreditforderungen als notenbankfähige Sicherheiten teil.


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse Hochrhein ist nach unserer Finanzplanung auch für die absehbare Zukunft gesichert. Deshalb beurteilen wir die Finanzlage der Sparkasse Hochrhein als gut und solide.

2.5.3 Ertragslage


Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Gewinn- und Verlustrechnung laut Jahresabschluss sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Die Erträge und Aufwendungen sind nicht um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt.

Darstellung nach der Gewinn- und Verlustrechnung Mio. EUR Veränderung
2023 2022 in Mio. EUR in %
Zinsüberschuss 1 64,6 54,0 10,6 19,7
+ Provisionsüberschuss 2 25,4 23,1 2,4 10,3
- Verwaltungsaufwand 3 -50,5 -48,5 -1,9 4,0
+/- Sonstige ordentliche Erträge und Aufwendungen 4 4,5 6,4 -1,9 -29,7
= Ergebnis vor Bewertung 44,1 34,9 9,2 26,3
- Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge 5 3,9 -23,4 27,3 --
- Zuführung zum Fonds für allg. Bankrisiken -26,0 0,0 -26,0 --
= Ergebnis nach Bewertung 22,0 11,5 10,5 91,2
- Steuern -11,2 -6,9 -4,3 62,3
= Jahresüberschuss 10,8 4,6 6,2 --


Die angegebenen Werte beruhen jeweils auf kaufmännisch exakten Rundungen.

1 Zinsüberschuss: GuV-Posten Nr. 1 bis 4
2 Provisionsüberschuss: GuV-Posten Nr. 5 und 6
3 Verwaltungsaufwand: GuV-Posten Nr. 10
4 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen: GuV-Posten Nr. 8, 11, 12
5 Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge: GuV-Posten Nr. 13 bis 16


Der Anstieg des Zinsüberschusses gegenüber dem Vorjahr um 10,6 Mio. EUR auf 64,6 Mio. EUR resultiert wesentlich aus den in Vorjahren abgeschlossenen langfristigen Zinsabsicherungen.


Der Provisionsüberschuss liegt mit 25,4 Mio. EUR deutlich über dem Wert des Vorjahres. Wesentlicher Treiber des Zuwachses sind Provisionen und Gebühren aus dem Giroverkehr und die Sortenerträge. Weitere relevante Positionen sind Erträge aus dem Wertpapiergeschäft und der Vermittlung von Produkten unserer Verbundpartner.


Der Rückgang der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr resultiert aus einem Sondereffekt im Jahr 2022.


Die Verwaltungsaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Im Personalaufwand sind die tarifrechtlichen und freiwilligen Sonderzahlungen des Inflationsausgleichsgeldes spürbar. Für den Anstieg bei den Sachaufwendungen sind neben den allgemeinen Kostensteigerungen auch Investitionen und Instandhaltungen für zeitgemäße Büroflächen in unserer Hauptstelle in Waldshut und gestiegene IT-Kosten verantwortlich.


Das Bewertungsergebnis, das sich aus der Risikovorsorge für das Kreditgeschäft, den Bewertungsmaßnahmen bei Wertpapieranlagen und Beteiligungen zusammensetzt, beläuft sich auf 3,9 Mio. EUR und hat sich damit um 27,3 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr verbessert. Die im Jahr 2022 vorgenommenen Abschreibungen auf unsere Wertpapiere aufgrund der Anwendung des strengen Niederstwertprinzips führten bei einem volatilen Zinsumfeld in 2023 insbesondere durch den Zeitablauf bis zur Fälligkeit der Papiere zu Zuschreibungen im Jahr 2023. Für die nächsten Jahren gehen wir von weiteren ratierlichen Wertaufholungen bzw. vollständiger Rückzahlung der festverzinslichen Wertpapiere aus. Das positive Ergebnis des Jahres 2023 ermöglichte uns die Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken.


Nach Berücksichtigung der Bewertungsmaßnahmen resultiert ein Ergebnis nach Bewertung in Höhe von 22,0 Mio. EUR, das um 10,5 Mio. EUR über dem Ergebnis des Vorjahres liegt.


Für das Geschäftsjahr 2023 ist mit 11,2 Mio. EUR ein um 4,3 Mio. EUR höherer Steueraufwand als im Vorjahr auszuweisen.


Zur weiteren Analyse der Ertragslage unseres Hauses setzen wir für interne Zwecke den sogenannten "Betriebsvergleich" der Sparkassenorganisation ein, in dem eine detaillierte Aufspaltung und Analyse des Ergebnisses unserer Sparkasse in Relation zur jahresdurchschnittlichen Bilanzsumme erfolgt. Zur Ermittlung eines Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die Erträge und Aufwendungen um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt, die in der internen Darstellung dem neutralen Ergebnis zugerechnet werden. In das Betriebsergebnis vor Bewertung gehen damit die ordentlichen Erträge und Aufwendungen des laufenden Jahres ein. Nach Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses ergibt sich das Betriebsergebnis nach Bewertung. Unter Berücksichtigung des neutralen Ergebnisses und der Steuern verbleibt der Jahresüberschuss. Das Betriebsergebnis vor Bewertung liegt über dem Durchschnittswert der baden-württembergischen Sparkassen vergleichbarer Größenordnung und im vorderen Drittel aller Sparkassen in Baden-Württemberg.


Die gemäß § 26a Absatz 1 Satz 4 KWG offenzulegende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Jahresüberschuss und Bilanzsumme, beträgt im Jahr 2023 0,29 % (im Vorjahr 0,12 %).

3 Nachtragsbericht


Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023 haben sich nicht ergeben.

4 Risikobericht

4.1 Risikomanagement der Sparkasse


Zur Sicherstellung der langfristigen Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft setzt die Sparkasse ein Risikotragfähigkeitskonzept mit einer regelmäßigen Berechnung der Risikotragfähigkeit (ökonomische Perspektive) und einer Kapitalplanung (normative Perspektive) ein. Die Risikotragfähigkeit wird ergänzt um Stresstests, und es erfolgt eine prozessuale Verknüpfung mit den Strategien, der Risikoinventur und der Risikoberichterstattung. Erstmals zum 31. März 2023 wurden damit fristgerecht die Anforderungen der am 24. Mai 2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.


In der Geschäftsstrategie werden die Ziele der Sparkasse für jede wesentliche Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt. Die Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.


Ziel der Risikoinventur ist es, mindestens jährlich systematisch Risiken zu identifizieren, um deren Wesentlichkeit beurteilen zu können. Zudem werden regelmäßig quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen. Auf der Grundlage der zuletzt durchgeführten Risikoinventur wurden folgende Risiken in der ökonomischen und der normativen Perspektive als wesentlich eingestuft:

Risikoart Risikokategorie
Adressenrisiko Kundengeschäft
Eigengeschäft
Marktpreisrisiko Zinsänderungsrisiko
Spreadrisiko
Aktienrisiko
Immobilienrisiko
Beteiligungsrisiko -
Liquiditätsrisiko Zahlungsunfähigkeitsrisiko
Refinanzierungskostenrisiko
Operationelles Risiko -


Für die frühzeitige Identifizierung von wesentlichen Risiken sowie von risikoartenübergreifenden Effekten wurden Indikatoren abgeleitet, die auf quantitativen oder qualitativen Merkmalen basieren.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive ist die Gewährleistung des Gläubigerschutzes. Die Sparkasse ermittelte zum 31. Dezember 2023 ein ökonomisches Risikodeckungspotenzial von 599,4 Mio. EUR. Das daraus abgeleitete Gesamtlimit von 336,0 Mio. EUR wurde auf die wesentlichen Risiken verteilt und so bemessen, dass eine angemessene Steuerung der Risiken ermöglicht wird. Die wesentlichen Risiken werden vierteljährlich ermittelt und den Limiten gegenübergestellt. Die bereitgestellte Limite reichten sowohl unterjährig als auch zum Bilanzstichtag aus, um die wesentlichen Risiken abzudecken.


Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos wurden für alle wesentlichen Risiken das Konfidenzniveau auf 99,9 % und der Risikobetrachtungshorizont auf ein Jahr rollierend festgelegt. Zwischen den wesentlichen Risikoarten werden keine risikomindernden Diversifikationseffekte berücksichtigt. Die Sparkasse berücksichtigt innerhalb des Marktpreisrisikos zwischen den Risikofaktoren Zinsen, Spreads und Aktien risikomindernde Diversifikationseffekte.


Das auf der Grundlage des Gesamtlimits eingereichte Limitsystem in der ökonomischen Perspektive stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Risikoart Risikokategorie Limit Limitauslastung
Mio. EUR Mio. EUR %
Adressenrisiko Kundengeschäft 40,0 26,7 66,76
Eigengeschäft 29,0 17,9 61,63
Marktpreisrisiko Zinsänderungsrisiko 75,0 50,1 66,82
Spreadrisiko 50,0 29,7 59,43
Aktienrisiko 17,0 11,4 66,85
Immobilienrisiko 40,0 26,4 66,07
Beteiligungsrisiko - 10,0 5,8 58,38
Liquiditätsrisiko Refinanzierungskostenrisiko 40,0 23,0 57,41
Operationelles Risiko - 35,0 24,9 71,01
Risikotragfähigkeitslimit /Gesamtrisiko 336,0 215,9 64,24


Die zuständigen Stellen steuern die Risiken im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und der Limitvorgaben des Vorstands.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive ist die Fortführung der Sparkasse. Hierzu besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2028. Um einen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können, wurden Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung für das Planszenario sowie ein adverses Szenario getroffen.


In der normativen Perspektive sind alle regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie die darauf basierenden internen Anforderungen zu berücksichtigen. Relevante Steuerungsgrößen sind die Kernkapitalanforderung, die Gesamtkapitalanforderung (SREP-Gesamtkapitalanforderung, die kombinierte Pufferanforderung) und die Eigenmittelempfehlung sowie die Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals, die Höchstverschuldungsgrenze und die Großkreditgrenze.


Für den betrachteten Zeitraum des Planszenarios, der fünf Jahre umfasst, können die aufsichtlichen Anforderungen vollständig erfüllt werden. Dies gilt auch für den betrachteten Zeitraum des adversen Szenarios, der drei Jahre umfasst, in dem jedoch nur die harten Mindestkapitalanforderungen zwingend einzuhalten sind.


Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst (Validierung).


Die Sparkasse setzt zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken derivative Finanzinstrumente (Swapgeschäfte) ein. Sie wurden mit nachfolgender Ausnahme in die verlustfreie Bewertung des Bankbuches einbezogen. Die zur Absicherung des Währungsrisikos abgeschlossenen Cross Currency Swaps wurden zum Bilanzstichtag bezogen auf den Zinsanteil einzeln bewertet. Daneben ist die Sparkasse an drei Kreditbasket-Transaktionen der Sparkassen-Finanzgruppe beteiligt. Die hieraus resultierenden Kreditderivate werden sowohl in der Position des Sicherungsnehmers als auch als Sicherungsgeber gehalten. Dabei handelt es sich um in emittierte Credit Linked Notes eingebettete Credit Default Swaps.


Stresstests werden ergänzend zur Risikotragfähigkeit durchgeführt. Ziel ist die Abbildung außergewöhnlicher aber plausibel möglicher Ereignisse über Szenario- und Sensitivitätsanalysen. Als Ergebnis dieser Simulationen ist festzuhalten, dass auch bei starker Belastung die Risikotragfähigkeit der Sparkasse gegeben ist. Ein Handlungsbedarf aus den Ergebnissen der Simulationen wurde nicht abgeleitet.


Die turnusmäßige Risikoberichterstattung an den Vorstand umfasst den Gesamtrisikobericht. Der Bericht enthält neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen. Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation informiert. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.


Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen (Interne Kontrollverfahren) dienen neben eingerichteten Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen auch die Tätigkeiten der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Internen Revision.


Die Risikocontrolling-Funktion, die aufbauorganisatorisch von Bereichen, die Geschäfte initiieren oder abschließen, getrennt ist, hat die Aufgabe, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu überwachen und darüber zu berichten. Der Risikocontrolling-Funktion obliegt die Methodenauswahl, die Überprüfung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren und die Errichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und -controllingprozesse. Zusätzlich verantwortet sie die Umsetzung der aufsichtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnung und die laufende Überwachung der Einhaltung von Limiten. Sie unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt. Die Risikocontrolling-Funktion wird im Wesentlichen durch die Mitarbeitenden der Abteilung Risikomanagement & Compliance wahrgenommen.


Die Compliance-Funktion wirkt auf die Implementierung wirksamer Verfahren zur Einhaltung der für die Sparkasse wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben und entsprechender Kontrollen hin. Ferner hat sie den Vorstand hinsichtlich der Einhaltung dieser rechtlichen Regelungen und Vorgaben zu unterstützen und zu beraten.


Die Interne Revision prüft und beurteilt risikoorientiert und prozessunabhängig die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse. Sie ist dem Vorstand unmittelbar unterstellt und ihm gegenüber berichtspflichtig.


Verfahren zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (Neu-Produkt-Prozess) sind festgelegt. Zur Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen Definitionen und Regelungen.

4.2 Strukturelle Darstellung der wesentlichen Risiken

4.2.1 Adressenrisiko


Unter dem Adressenrisiko wird ein Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich des Ausfalls eines Schuldners bedingt ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie das Migrationsrisiko eines Schuldners unterteilt.


Das Ausfallrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes, welcher aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Schuldners entsteht.


Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes, der sich dadurch ergibt, dass sich die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners verändert hat.


Das Länderrisiko umfasst neben dem bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das politische Risiko, z. B. aus einem Transferstopp. Das Länderrisiko im Sinne eines Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Schuldners ist Teil des Adressenrisikos im Kunden- und Eigengeschäft. Der Schuldner kann ein ausländischer öffentlicher Haushalt oder ein sonstiger Schuldner sein, der seinen Sitz im Ausland und somit in einem anderen Rechtsraum hat.


Die Messung des Adressenrisikos erfolgt in der ökonomischen Perspektive über eine Monte-Carlo-Simulation mithilfe der Anwendung "CreditPortfolioView" (CPV). Dabei wird die Wertentwicklung der einzelnen Geschäfte in einem jeweils spezifischen ökonomischen Umfeld simuliert. Zur Bewertung werden neben den Portfoliodaten der Sparkasse Risikoparameter (z. B. Ausfallzeitreihen, Korrelationen, Migrations- und Shiftmatrizen, Verwertungs-, Neubewertungs- und Einbringungsquoten) verwendet, die aus historischen Daten aller Sparkassen ermittelt wurden. Die Ergebnisse der simulierten Wertentwicklungen werden zu einer Wertänderungsverteilung zusammengeführt, woraus die Risikokennzahlen wie z. B. der Value-at-Risk abgeleitet werden. Die Risikomessung von Kunden- und Eigengeschäft erfolgt jeweils isoliert.

4.2.1.1 Adressenrisiko im Kundengeschäft


Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst einerseits die Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines originären Kredites sowie von Eventualverbindlichkeiten wie beispielsweise Avale (Ausfallrisiko). Andererseits umfasst es auch die Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz an Wert verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite nicht ausreichen oder überhaupt nicht beitragen können (Sicherheitenverwertungs- und -einbringungsrisiko).


Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).


Die Steuerung des Adressenrisikos im Kundengeschäft erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen, der gestellten Sicherheiten sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Trennung zwischen Markt (1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstands.

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung der Kapitaldiensttragfähigkeit auf Basis aktueller Unterlagen.

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren) in Kombination mit bonitätsabhängiger Preisgestaltung und bonitätsabhängigen Kompetenzen.

Interne, bonitätsabhängige Richtwerte für Blankokreditobergrenzen, die unterhalb der Großkreditgrenze des KWG liegen, dienen der Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die sich diesen Grenzen nähern bzw. diese überschreiten, unterliegen einer verstärkten Beobachtung.

Regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten.

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, das gewährleistet, dass bei Auftreten von signifikanten Bonitätsverschlechterungen frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden können.

Festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensivbetreuung oder Sanierungsbetreuung.

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "CreditPortfolioView".

Einsatz von Sicherungsinstrumenten zur Reduzierung von Blankovolumen mittels Kredithandelstransaktionen.

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting.


Das Kreditgeschäft der Sparkasse gliedert sich in zwei große Gruppen: Das Firmenkunden-/ Kommunalkreditgeschäft und das Privatkundenkreditgeschäft.

Buchwerte *
Kreditgeschäft der Sparkasse 31.12.2023 31.12.2022
Mio. EUR Mio. EUR
Gewerbliche Kredite 1.496,1 1.524,0
Privatkredite 1.444,9 1.455,4
Öffentliche Haushalte 136,0 147,2
Gesamt 3.077,0 3.126,5

* nach Abzug von Einzelwertberichtigungen und Vorsorgereserven


Zum 31. Dezember 2023 wurden etwa 48,6 % der zum Jahresende ausgelegten Kreditmittel an Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen vergeben, 47,0 % an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen.


Die Schwerpunkte im gewerblichen Kundenkreditgeschäft bilden Ausleihungen in den Bereichen Grundstücks- und Wohnungswesen mit 403,0 Mio. EUR bzw. 13,1 % und an das verarbeitende Gewerbe mit 167,9 Mio. EUR bzw. 5,5 %.


Die Größenklassenstruktur im Kundenkreditportfolio (ohne Kredite an Kreditinstitute) zeigt insgesamt eine ausgewogene Streuung des Kreditvolumens. Mit einem Anteil von 56,6 % überwiegen kleinere Engagements bis zu einem Obligo von 1 Mio. EUR. Bei Engagements mit einem Obligo über 5 Mio. EUR beläuft sich der Anteil auf 27,2 %.


Das Kreditgeschäft der Sparkasse zeichnet sich durch eine gute Bonitätsverteilung aus. Dies wird durch strategische Vorgaben unterstützt. Zum 31. Dezember 2023 ergibt sich im Kundengeschäft folgende Ratingklassenstruktur:

Ratingklasse Anzahl in % Volumen in %
1 bis 9 90,3 90,4
10 bis 15 6,9 6,9
16 bis 18 1,1 2,0
Ohne Rating/Scoring 1,7 0,7


Das Länderrisiko (überwiegend Wohn- oder Firmensitz in der Schweiz) ist für die Sparkasse von untergeordneter Bedeutung. Das an Kreditnehmer mit Sitz im Ausland ausgelegte Kreditvolumen einschließlich Eigengeschäft betrug am 31. Dezember 2023 13,1 % des Gesamtkreditvolumens.


Es erfolgt weiterhin eine laufende Überwachung potentieller Risikokonzentrationen im Kreditgeschäft. Insgesamt sind wir der Auffassung, dass unser Kreditportfolio sowohl nach Branchen und Größenklassen als auch nach Ratingklassen gut diversifiziert ist.


Zur Absicherung von Adressenausfallrisiken bei ausgewählten Kreditengagements nimmt die Sparkasse an Kreditbasket-Transaktionen der Sparkassen-Finanzgruppe teil. Das in sogenannte Sparkassen-Kreditbaskets eingebrachte Kreditvolumen beträgt per 31.12.2023 insgesamt 17,3 Mio. EUR.


Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Für latente Risiken im Forderungsbestand wurden Pauschalwertberichtigungen gebildet. Das Verfahren für die Bildung der Pauschalwertberichtigung ist im Anhang erläutert. Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken schriftlich unterrichtet. Eine Ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.


Die Entwicklung der Risikovorsorge in 2023 zeigt im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Steigerung aufgrund insgesamt höherer Neubildungen als Auflösungen und Verbräuche.

4.2.1.2 Adressenrisiko im Eigengeschäft


Das Adressenrisiko im Eigengeschäft umfasst die Gefahr eines Verlustes, der aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultieren kann.


Ebenso besteht die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko). Dabei unterteilt sich das Kontrahentenrisiko in ein Wiedereindeckungs-, ein Vorleistungs- und ein Erfüllungsrisiko.


Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass die tatsächlichen Restwerte der Emissionen bei Ausfall von den prognostizierten Werten abweichen.


Ferner beinhalten Aktien eine Adressenrisikokomponente. Diese besteht in der Gefahr einer negativen Wertveränderung aufgrund von Bonitätsverschlechterung oder Ausfall des Aktienemittenten.


Die Steuerung des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Limiten je Partner (Emittenten- und Kontrahentenlimite)

Regelmäßige Bonitätsüberwachung der Vertragspartner anhand von externen Ratingeinstufungen sowie eigenen Analysen

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditmodell "CreditPortfolioView"

Festlegung von risikobegrenzenden Anlagerichtlinien für den Masterfonds

Trennung zwischen Markt (1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstands

Dabei zeigen die folgende Tabelle die Ratingverteilung im Eigengeschäft 1:

Moody's/ Standard & Poor's Aaa bis Baa1/
AAA bis BBB+
Baa2 bis Baa3/
BBB bis BBB-
Ba1 bis Ba3/
BB+ bis BB-
B1 bis C/
B+ bis C
Ausfall ungeratet
31.12.2023 74,7 % 19,8 % 5,3 % 0,0 % 0,2 % 0,0 %
31.12.2022 71,8 % 22,9 % 5,1 % 0,0 % 0,2 % 0,1 %

1 Berücksichtigt sind Renten


Unter Berücksichtigung des Beteiligungsrisikos besteht eine Risikokonzentration bezüglich der Adresse LBBW. Diese Konzentration ergibt sich als Folge der Mitgliedschaft in der Sparkassen-Finanzgruppe und wird gezielt überwacht. Zu berücksichtigen ist dabei auch das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe.

4.2.2 Marktpreisrisiko


Das Marktpreisrisiko wird definiert als Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Risikofaktoren ergibt.


Die Steuerung des Marktpreisrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der festgelegten Limite und der vereinbarten Anlagerichtlinien für den bestehenden Masterfonds. Der Anlageausschuss hat die Aufgabe, den Vorstand bei der Umsetzung der Strategie zu unterstützen.

4.2.2.1 Zinsänderungsrisiko


Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt. In einer periodischen Sicht bzw. in der normativen Perspektive können sich Veränderungen im Zinsüberschuss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere sowie aus einer Bildung bzw. Veränderung einer Drohverlustrückstellung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n.F. ergeben. Schwankungen im Zinskonditionsbetrag sind in die Betrachtung des Zinsänderungsrisikos in der normativen Perspektive integriert.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Zinsszenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus", Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres und der fünf Folgejahre bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das handelsrechtliche Ergebnis.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der S-Rating und Risikosysteme GmbH entwickelten IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung der Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Steuerung des wertorientierten Zinsänderungsrisikos auf Basis einer modernen historischen Simulation der Marktzinsänderungen: Die negative Abweichung der Performance innerhalb der nächsten 3 Monate (Haltedauer) wird mit einem Konfidenzniveau von 95,0 % berechnet. Zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos orientiert sich die Sparkasse an einer definierten Benchmark (angelehnt an die Struktur des gleitenden 10-Jahresdurchschnitts). Abweichungen zeigen ggf. einen Bedarf an Steuerungsmaßnahmen auf und dienen als zusätzliche Information für zu tätigende Neuanlagen, Verkäufe oder Absicherungen.

Ermittlung des Zinsrisikokoeffizienten und des Frühwarnindikators gemäß § 25a Abs. 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreibens 6/2019 vom 6. August 2019.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip.


Zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken wurden derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps eingesetzt (vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss).


Die Auswirkungen eines Zinsschocks um + bzw. - 200 Basispunkte auf den Barwert der zinstragenden Geschäfte des Anlagebuchs stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Zinsänderungsrisiken
Barwertveränderung
+200 Basispunkte -200 Basispunkte
TEUR -48.308 +52.699
in % der Eigenmittel -11,57 +12,62


Weitere Zinsanstiege erhöhen das Risiko eines Verpflichtungsüberschusses und damit das Risiko zur Bildung einer Drohverlustrückstellung in künftigen Jahresabschlüssen.

4.2.2.2 Spreadrisiko


Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Differenz zu einer risikolosen Zinskurve verstanden. Der Spread ist unabhängig von der zu Grunde liegenden Zinskurve zu sehen, d. h. ein Spread in einer anderen Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Spreadszenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung der Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Per Ende 2023 besteht eine Risikokonzentration bezüglich der Spreadklasse Bankschuldverschreibungen. Die damit verbundenen Risiken werden gezielt überwacht und im Rahmen der Risikomessung berücksichtigt. Gesonderte Maßnahmen zum gezielten Risikoabbau sind nicht notwendig.

4.2.2.3 Aktienrisiko


Das Aktienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine Adressenrisikokomponente.


In der normativen Perspektive umfasst das Aktienrisiko darüber hinaus das Risiko, dass Dividendenerträge nicht in der erwarteten Höhe erzielt werden können.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung der Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Die Sparkasse ist als Institut mit Handelsbuchtätigkeit von geringem Umfang eingestuft und hat in 2023 keine Handelsbuchgeschäfte getätigt. Aktien werden in einem überschaubaren Umfang ausschließlich über den Masterfonds gehalten. Die Sparkasse ist hierbei in Aktienfonds investiert.

4.2.2.4 Immobilienrisiko


Das Immobilienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Marktwerten aus Immobilien ergibt. Immobilieninvestitionen umfassen sowohl Direktinvestitionen (Renditeobjekte, Rettungserwerb) als auch indirekte Investitionen (Immobilienfonds, Beteiligungen in Immobiliengesellschaften).


In der normativen Perspektive umfasst das Immobilienrisiko darüber hinaus das Mietertragsrisiko aus eigenen, fremdgenutzten Immobilien.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Ermittlung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "caballito".

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip.


Immobilien werden sowohl im Eigenbestand als auch in Immobilienfonds gehalten. Besondere Risiken sind aus den Anlagen derzeit nicht erkennbar.

4.2.2.5 Beteiligungsrisiko


Das Beteiligungsrisiko umfasst die Gefahr eines Verlusts durch eine negative Wertänderung einer Beteiligung.


Je nach Beteiligungsart unterscheidet man nach dem Risiko aus strategischen Beteiligungen, Funktionsbeteiligungen und Kapitalbeteiligungen.


Die Steuerung des Beteiligungsrisikos erfolgt entsprechend den strategischen Vorgaben des Vorstands.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige qualitative Beurteilungen der Beteiligungen unter Rückgriff auf das Beteiligungscontrolling des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg für die Verbundbeteiligungen.

In der normativen Perspektive wird die Auswirkung auf aufsichtliche Quoten durch Beteiligungen berücksichtigt.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis einer Szenarioanalyse.


Per Ende 2023 hat das Beteiligungsportfolio (inkl. einem geschlossen Investmentvermögen und Anteilen an Genossenschaften) einen Buchwert von 23,4 Mio. EUR.


Eine Gewinnerzielung steht bei den eingegangenen Beteiligungen nicht im Vordergrund. Beteiligungen werden nahezu ausschließlich mit Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe eingegangen und verfolgen langfristige strategische Zwecke. Sie dienen insbesondere der Stärkung des Verbunds der Sparkassen-Finanzgruppe und unterstützen den Geschäftszweck der Sparkasse durch Absicherung des Kundengeschäfts.


Unter Berücksichtigung des Gesamtkreditengagements besteht eine Risikokonzentration bezüglich der LBBW. Diese Konzentration ergibt sich als Folge der Mitgliedschaft in der Sparkassen-Finanzgruppe und wird gezielt überwacht.

4.2.3 Liquiditätsrisiken


Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden Ausprägungen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko, dass aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können.


Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht nachzukommen.


Das Refinanzierungskostenrisiko bildet die Gefahr ab, dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung des institutseigenen Spreads sowie aus der unerwarteten Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen. In der ökonomischen Perspektive ergibt sich das Refinanzierungskostenrisiko aus der negativen Veränderung des Liquiditätsbetrages aufgrund von marktbedingten Spreadschwankungen. In der normativen Perspektive wird die GuV-Auswirkung des Refinanzierungskostenrisikos in Form höherer Zinsaufwendungen abgebildet. Aufgrund des Einflusses von Bilanzbeständen und der Zinsentwicklung wird das Refinanzierungskostenrisiko zusammen mit dem Zinsänderungsrisiko betrachtet.


Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt entsprechend den strategischen Vorgaben des Vorstands.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio, LCR).

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio, NSFR).

Regelmäßige Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer Risikotoleranz.

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur.

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden.

Tägliche Disposition der laufenden Konten.

Liquiditätsverbund mit Verbundpartnern der Sparkassen-Finanzgruppe.

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans.

Erstellung einer Refinanzierungsplanung.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der S-Rating und Risikosysteme GmbH entwickelten IT-Anwendung "RKR". Der Risikowert beschreibt die Veränderung des Liquiditätsbarwerts bei veränderten Refinanzierungskosten, die aus veränderten Marktliquiditätsspreads resultieren. Die voraussichtliche Liquiditätsspreadbindungsdauer der variabel verzinslichen Geschäfte wird über Liquiditätsmischungsverhältnisse abgebildet.

Regelmäßige Überwachung der Fundingkonzentration zur Ermittlung und Begrenzung des Anteils einzelner Kontrahenten an der Gesamtrefinanzierung.


Unplanmäßige Entwicklungen, wie z. B. vorzeitige Kündigungen sowie Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern, werden dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen der Risiko- und Stressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien simuliert wird.


Die Survival Period (SVP) der Sparkasse beträgt zum 31. Dezember 2023 länger als 12 Monate.


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

4.2.4 Operationelle Risiken


Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines Verlusts durch Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitenden, der internen Infrastruktur oder infolge externer Einflüsse eintreten.


Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt entsprechend den strategischen Vorgaben des Vorstands.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Schätzung des operationellen Risikos auf Basis der szenariobezogenen Schätzung von risikorelevanten Verlustpotenzialen aus der IT-Anwendung "OpRisk-Szenarien".

Systematische Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle in einer Schadensfalldatenbank.

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Abbildung im Plan- und adversen Szenario.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis der IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren" der SR. Die Sparkasse schätzt hierzu zunächst den Median ihrer eigenen Schadensfallhistorie. Dieser Median wird mit dem Median des OpRisk-Pools adjustiert und anschließend zur Ermittlung des Risikos mittels sog. q-Faktoren auf das gewünschte Konfidenzniveau skaliert. Die q-Faktoren werden aus Schadensfällen aller Sparkassen abgeleitet.

Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT.

Abschluss von Versicherungen.


Wir haben aufgrund der bestehenden IT-Abhängigkeit unseren IT-Dienstleister, die Finanz Informatik GmbH & Co. KG mit Sitz in Frankfurt am Main, als Risikokonzentration eingestuft. Diese Konzentration ergibt sich als Folge der Mitgliedschaft in der Sparkassen-Finanzgruppe. Im Rahmen der Dienstleistersteuerung überwachen wir mittels vereinbarter Service-Levels und durch ein regelmäßiges Berichtssystem laufend die Qualität der Leistungserbringung und die Risikosituation der Auslagerung. Besondere Risiken sind derzeit nicht erkennbar.

4.3 Gesamtbeurteilung der Risikolage


Unser Haus verfügt über ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß § 25a KWG.


Durch das Risikomanagement der Sparkasse können die wesentlichen Risiken frühzeitig identifiziert und gesteuert sowie relevante Informationen an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden.


In 2023 bewegten sich die Risiken innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Limite. Das Gesamtbanklimit (ökonomische Perspektive) war am Bilanzstichtag mit 64,2 % ausgelastet. Die Mindestanforderungen an die Einhaltung aufsichtlicher Kenngrößen der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im Planszenario als auch unter der Berücksichtigung adverser Entwicklungen vollständig erfüllt. Demnach war und ist die Risikotragfähigkeit derzeit gegeben. Die durchgeführten Stresstests zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können.


Im Rahmen der Zusammenarbeit als Sparkassen-Finanzgruppe liegen bei der LBBW und der Finanz Informatik GmbH & Co. KG Risikokonzentrationen vor. Des Weiteren liegt bezüglich der Spreadklasse Bankschuldverschreibungen eine Risikokonzentration vor. Die damit verbundenen Risiken werden intensiv überwacht.


Die Sparkasse nimmt am Risikomonitoring des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg teil. Die Erhebung erfolgt dreimal jährlich. Dabei werden die wichtigsten Risikomesszahlen auf Verbandsebene ausgewertet und die Entwicklungen beobachtet. Jede Sparkasse wird insgesamt bewertet und einer von vier Monitoringstufen zugeordnet. Die Sparkasse Hochrhein ist der besten Monitoringstufe zugeordnet.


Risiken der künftigen Entwicklung bestehen im Hinblick auf die weiteren gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen. Diese Risiken haben wir bei der Risikomessung sowie in unserem internen Reporting berücksichtigt. Steigende Herausforderungen können zudem aus einem sich weiter verschärfenden Fachkräftemangel sowie der Entwicklung in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit resultieren. Risiken, die bestandsgefährdend sind, sind nicht zu erkennen. Insgesamt beurteilen wir unsere Risikolage - auch unter Berücksichtigung der identifizierten Risikokonzentrationen und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - weiterhin als günstig.

5 Chancenbericht


Unser Chancenmanagement haben wir in den laufenden Strategieprozess integriert und etabliert.


Im Rahmen dieses Prozesses wird unsere Geschäftsstrategie, die die geschäftspolitischen Ziele und Absichten festlegt, durch die am Prozess beteiligten Führungskräfte erarbeitet und vom Vorstand in Kraft gesetzt. Durch in den Prozess integrierte wiederkehrende Analysen und Beurteilungen sehen wir uns in die Lage versetzt, frühzeitig Entwicklungen oder Trends und Chancen zu erkennen und dementsprechende Steuerungsmaßnahmen umzusetzen. Der Vorstand trifft Entscheidungen zu den Maßnahmen und trägt die Verantwortung für die Geschäftsstrategie. Durch die Kommunikation der Geschäftsstrategie in allen Bereichen der Sparkasse werden die Mitarbeiter auch über die Ziele und Absichten in Kenntnis gesetzt. Operationalisiert werden die Gesamthausziele auch durch davon abgeleitete Zielvereinbarungen mit unseren Vertriebsmitarbeitern.


Chancen sehen wir vor allem in einer besser als erwartet laufenden Konjunktur, einem schnelleren Rückgang der Inflation und einer Normalisierung der Zinsstrukturkurve.


Chancen im Überblick:

Unsere Kapitalausstattung ermöglicht es, ein solides Wachstum im Kreditgeschäft wahrzunehmen. Die anhaltende und nachhaltige Stärkung unseres Kernkapitals ist eine entscheidende Säule unserer Geschäftsstrategie.

Einen Vorteil im Wettbewerb sehen wir durch die Weiterentwicklung unserer Produkte und Prozesse. So wollen wir im Bereich der Firmenkundenberatung mit dem Schwerpunkt "Erneuerbare Energien" die Transformation in der Wirtschaft durch spezielle Beratungsangebote begleiten.

Aus der Bündelung von Kompetenzen in der Sparkassen-Finanzgruppe und Fokussierung auf unsere Kunden erwarten wir Effizienzsteigerungen und Kostenverbesserungen.

Laut dem Bewertungsportal kununu wird die Sparkasse Hochrhein mit 4,1 Punkten als überdurchschnittlicher Arbeitgeber in der Branche Banken bewertet. Mit diesen positiven Basiswerten und unserem neu organisierten Personalmanagement treten wir dem Fachkräftemangel entgegen.


Auf den Bedarf unterschiedlicher Kundengruppen abgestimmte Produkte, Prozesse, Beratungskapazitäten und Filialkonzeptionen stellen auch für die Zukunft eine bedarfsgerechte Versorgung mit allen Dienstleistungen bei hoher Qualität sicher.


Das Geschäftsmodell der Sparkassen, eine auf die Veränderungen der Zukunft ausgerichtete Geschäftsstrategie, eine sehr gute Kapitalausstattung und eine angemessene Risikovorsorgepolitik sind wesentliche Erfolgsfaktoren, die uns auch in Zukunft Chancen bieten, um als Sparkasse Hochrhein erfolgreich zu sein.

6 Prognosebericht

6.1 Vorbemerkung


Die nachfolgenden Einschätzungen haben Prognosecharakter. Sie stellen unsere Einschätzung der wahrscheinlichsten künftigen Entwicklung auf Basis der uns zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen dar. Da Prognosen mit Unsicherheit behaftet sind bzw. sich durch die Veränderungen der zugrundeliegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können, ist es möglich, dass die tatsächlichen künftigen Ergebnisse gegebenenfalls deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts getroffenen Erwartungen über die voraussichtlichen Entwicklungen abweichen. Zu diesen gehören insbesondere die Konjunktur-, Inflations- und Zinsentwicklungen, die Entwicklung der Immobilienmärkte, aber auch geopolitische Krisen.


Der Prognosezeitraum umfasst das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr. Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs haben wir im Einklang mit unserer internen strategischen Planung bei der Ermittlung der Prognosen für das Geschäftsjahr 2024 berücksichtigt.

6.2 Rahmenbedingungen


Laut der Prognose der Bundesregierung vom Februar 2024 wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2024 lediglich um 0,2% im Vergleich zum Vorjahr wachsen. Damit befände sich Deutschland in einer Stagnation. Die Regierung rechnet für das Jahr 2024 mit einer erheblich schwächeren Entwicklung der Wirtschaftsleistung als noch im Herbst 2023 und korrigierte die Prognose um 1,1 Prozentpunkte deutlich nach unten. Die Auswirkungen der ansteigenden Preise im Energiesegment und allgemein der hohen Inflation sowie die allgemeine weltwirtschaftliche Schwäche, unter anderem bedingt durch die Folgen des Krieges in der Ukraine, belasten die deutsche Wirtschaft deutlich stärker als noch vor sechs Monaten angenommen. Die Arbeitsmarktentwicklung in Deutschland wird von der Bundesregierung trotz der gedämpften BIP Erwartungen stabil gesehen. Die Arbeitslosenquote für 2024 wird mit 5,9 % marginal höher als in 2023 projiziert.


Die EZB hat in ihrer Sitzung am 7. März 2024 die Leitzinsen zum fünften Mal hintereinander im Euroraum nicht angepasst. So liegt der Zinssatz für Hauptrefinanzierungen der Kreditinstitute bei der Bundesbank / EZB im März 2024 bei 4,5 %. Im Juni 2024 erfolgte eine erste Zinssenkung der EZB.

6.3 Prognose


In unseren strategischen Planungen erwarten wir für das Geschäftsjahr 2024 folgende Entwicklung unserer bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren:

Ø - Bestand Prognose
in Mio. EUR zum
31.12.2023 31.12.2024
Kundenkreditvolumen 1 2.476,0 gleichbleibend
Kundeneinlagen 2 2.522,8 gleichbleibend
Wert Prognose
in % zum
Weitere Kennzahlen 31.12.2023 31.12.2024
Cost-Income-Ratio 3 53,0 % leicht höher
Gesamtkapitalquote 4 17,5 % deutlich höher

1 Auf Basis des Betriebsvergleichs der Sparkassen / Kundenforderungen anhand einer Jahresdurchschnittsberechnung
2 Auf Basis des Betriebsvergleichs der Sparkassen / Kundenverbindlichkeiten anhand einer Jahresdurchschnittsberechnung
3 Auf Basis einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung gemäß dem Betriebsvergleich der Sparkassen (bereinigt um neutrale und aperiodische Effekte) = Verwaltungsaufwand in Relation zum Rohertrag (Zins- und Provisionsüberschuss) zuzüglich Nettoergebnis des Handelsbestands sowie dem Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen
4 Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die risikobezogenen Positionswerte


Unter Berücksichtigung unserer Annahmen zur konjunkturellen Entwicklung, den Verbraucherpreisen und der Zinsentwicklung gehen wir davon aus, dass im Jahr 2024 unsere Kunden weiterhin zurückhaltender mit Investitionen und Baumaßnahmen sein werden. So sehen wir unser jahresdurchschnittliches Kundenkreditvolumen auf dem Niveau des Jahres 2023. In unseren Planungen gehen wir weiterhin von einem stärkeren Wettbewerb um Kundeneinlagen aus und erwarten ein im Jahresdurchschnitt gleichbleibendes Volumen an Kundeneinlagen.


In unseren Planungen rechnen wir insgesamt damit, dass wir sowohl unseren Zinsüberschuss als auch den Provisionsüberschuss gegenüber dem Ergebnis 2023 leicht ausbauen können. Unser Verwaltungsaufwand, bestehend aus dem Personal- und Sachaufwand, wird aufgrund des laufenden Tarifvertrags und geplanter Investitionen deutlich stärker ansteigen, sodass wir ein leicht schlechteres Verhältnis der Aufwendungen zu den Erträgen haben werden und somit eine leicht höhere CIR ausweisen werden.


Die Eigenkapitalbildung aus dem Jahresabschluss 2023 wird die Entwicklung unseres Kundenkreditvolumens überkompensieren, sodass wir nach unseren Planungen insgesamt eine deutlich höhere Gesamtkapitalquote zum Jahresende 2024 erwarten.


Unsere Perspektiven für das Geschäftsjahr 2024 beurteilen wir in Bezug auf die von uns erwarteten Entwicklungen der Rahmenbedingungen und unsere bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren zusammengefasst als sehr gut.


Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und weiterer protektionistischer geopolitischer Handlungen und der damit zusammenhängenden Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise als auch der Auswirkungen auf die Lieferketten können die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung hinsichtlich des Eintreffens der für die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren getroffenen Prognosen voraussichtlich negativ beeinflussen.


Aufgrund unserer vorausschauenden, strategischen Planungen gehen wir dennoch davon aus, dass auch im Prognosezeitraum sowohl die Risikotragfähigkeit als auch die Einhaltung aller bankaufsichtlichen Kennziffern durchgängig gewährleistet sein werden.

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

der Sparkasse Hochrhein
Sitz Waldshut-Tiengen
eingetragen beim
Amtsgericht Freiburg
Handelsregister-Nr. HRA 621025

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 16.132.177,59 14.302
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 24.470.784,93 25.130
40.602.962,52 39.432
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen
sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen
0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 185.554.531,26 291.102
b) andere Forderungen 33.404.995,54 28.849
218.959.526,80 319.950
4. Forderungen an Kunden 2.621.984.896,12 2.596.075
darunter:
durch
Grundpfandrechte
gesichert
1.215.800.736,16 EUR (1.150.518)
Kommunalkredite 115.885.290,52 EUR (114.301)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
0,00 EUR (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
0,00 EUR (0)
0,00 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 111.330.927,03 68.264
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
111.330.927,03 EUR (68.264)
bb) von anderen Emittenten 302.093.492,32 307.772
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
275.113.402,73 EUR (282.588)
413.424.419,35 376.036
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
Nennbetrag 0,00 EUR (0)
413.424.419,35 376.036
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 388.562.758,58 388.169
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 22.634.924,90 23.014
darunter:
an Kreditinstituten 428.482,26 EUR (428)
an Finanzdienst-
leistungsinstituten
1.543.695,63 EUR (1.544)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienst-
leistungsinstituten
0,00 EUR (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
9. Treuhandvermögen 5.779.444,36 6.308
darunter:
Treuhandkredite 5.779.444,36 EUR (6.308)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte
0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
16.395,00 27
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0
16.395,00 27
12. Sachanlagen 49.292.214,76 45.701
13. Sonstige Vermögensgegenstände 1.259.478,37 575
14. Rechnungsabgrenzungsposten 4.992.266,82 80
Summe der Aktiva 3.767.509.287,58 3.795.367

Passivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 9.522.474,74 1.289
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 657.629.774,70 683.266
667.152.249,44 684.555
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 341.811.251,01 455.891
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 27.523.904,83 52.867
369.335.155,84 508.758
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 1.725.123.398,85 1.972.795
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 461.909.123,84 115.071
2.187.032.522,69 2.087.866
0,00 0
2.556.367.678,53 2.596.624
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 17.501.423,07 14.042
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 EUR (0)
17.501.423,07 14.042
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 5.779.444,36 6.308
darunter:
Treuhandkredite 5.779.444,36 EUR (6.308)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 26.450.960,00 29.603
6. Rechnungsabgrenzungsposten 54.181,30 79
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 19.428.524,00 19.487
b) Steuerrückstellungen 4.886.012,00 10.036
c) andere Rückstellungen 13.286.732,11 14.796
37.601.268,11 44.320
8. (weggefallen)
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter:
vor Ablauf von
zwei Jahren fällig
0,00 EUR (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 196.000.000,00 170.000
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 0,00 0
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 255.000.000,00 245.251
255.000.000,00 245.251
d) Bilanzgewinn 5.602.082,77 4.587
260.602.082,77 249.838
Summe der Passiva 3.767.509.287,58 3.795.367
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 48.273.498,06 46.618
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 6.003.789,33 6.062
54.277.287,39 52.680
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 262.762.218,28 382.035
262.762.218,28 382.035

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.1.-31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 75.492.388,79 47.580
darunter:
abgesetzte
negative Zinsen
0,00 EUR (178)
aus der Abzinsung
von Rückstellungen
0,17 EUR (0)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 5.706.110,85 4.795
81.198.499,64 52.375
2. Zinsaufwendungen 23.541.745,60 5.008
darunter:
abgesetzte
positive Zinsen
95.523,29 EUR (1.991)
aus der Aufzinsung
von Rückstellungen
337.328,33 EUR (605)
57.656.754,04 47.367
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 5.000.000,00 5.000
b) Beteiligungen 1.944.047,90 1.593
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0
6.944.047,90 6.593
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs-
oder Teilgewinnabführungsverträgen
0,00 0
5. Provisionserträge 26.336.529,52 24.063
6. Provisionsaufwendungen 889.747,38 994
25.446.782,14 23.068
7. Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 8.203.473,55 10.480
darunter:
aus der
Fremdwährungs-
umrechnung
5.590.060,91 EUR (5.781)
9. (weggefallen)
98.251.057,63 87.508
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 25.012.155,49 23.935
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 7.434.408,06 8.080
darunter:
für Altersversorgung 2.770.411,87 EUR (3.580)
32.446.563,55 32.015
b) andere Verwaltungsaufwendungen 18.018.648,26 16.524
50.465.211,81 48.539
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
2.414.266,70 2.271
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.275.757,14 1.788
darunter:
aus der
Fremdwährungs-
umrechnung
1.680,63 EUR (2)
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie
Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft
0,00 23.387
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und
bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung
von Rückstellungen im Kreditgeschäft
3.868.184,10 0
3.868.184,10 23.387
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen
und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere
0,00 35
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen,
Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie
Anlagevermögen behandelten Wertpapieren
1.517,06 0
1.517,06 35
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 26.000.000,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 21.965.523,14 11.489
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 11.055.474,75 6.770
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 145.855,75 132
11.201.330,50 6.902
25. Jahresüberschuss 10.764.192,64 4.587
26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
10.764.192,64 4.587
27. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die Sicherheitsrücklage 5.162.109,87 0
5.162.109,87 0
28. Bilanzgewinn 5.602.082,77 4.587

Anhang

Allgemeine Angaben


Die Sparkasse Hochrhein hat ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden


Forderungen an Kunden und Kreditinstitute (einschl. Schuldscheine und Namensschuldverschreibungen) sind zum Nennwert bilanziert. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene Disagien werden auf deren Laufzeit bzw. Festzinsbindungsdauer verteilt.


Für die im Rahmen unserer Kreditprozesse, insbesondere zur Forderungsbewertung, identifizierten akuten Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Die Höhe der jeweiligen Einzelwertberichtigung entspricht i. d. R. dem Blankokreditanteil des ausfallgefährdeten Kreditengagements. Sicherheiten werden dabei mit ihrem erwarteten Realisationswert berücksichtigt.


Das latente Kreditrisiko ist durch Pauschalwertberichtigungen abgeschirmt. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Grundsätze des IDW RS BFA 7. Hierbei wurde das Bewertungsvereinfachungsverfahren angewandt und der erwartete Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von Bonitätsprämien angesetzt. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt mit der Anwendung, die in der internen Steuerung eingesetzt wird. Basis dieser Berechnung waren insbesondere die mit unseren Ratingverfahren auf Grundlage der in der Vergangenheit ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kreditnehmer für einen 12-Monatszeitraum und die im Rahmen der Kreditprozesse bewerteten Sicherheiten. Kreditnehmer, die im Rahmen der internen Risikosteuerung im Hinblick auf einen Ausfall als risikolos betrachtet werden, wurden auch für die handelsbilanzielle Betrachtung ausgeschlossen. Die Voraussetzungen für die Anwendung des vereinfachten Bewertungsverfahrens sind nach dem Ergebnis unserer Analysen gegeben. Die im Rahmen der Berechnung der Pauschalwertberichtigungen verwendeten Modelle und Parameter spiegeln nach unserer Einschätzung die Risikosituation zum Abschlussstichtag ausreichend wider.


Die Wertpapiere werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Kurswerten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert (strenges Niederstwertprinzip). Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive - Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden. In den Fällen, in denen wir insoweit nicht von einem aktiven Markt ausgehen konnten, haben wir die Bewertung anhand von gerechneten Kursen des kursversorgenden Systems vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted Cashflow-Modell zugrunde liegt.


Die Beteiligungen, einschließlich dem unter Bilanzposten Aktiva 6 ausgewiesenen Anteil an einem geschlossenen Investmentvermögen, wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.


Die immateriellen Anlagewerte und das Sachanlagevermögen werden mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer in Anlehnung an die steuerlichen Abschreibungstabellen, bilanziert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Aus Vereinfachungsgründen werden bei den Sachanlagen in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen Vermögensgegenstände von geringem Wert (bis 250 Euro) sofort als Sachaufwand erfasst und geringwertige Vermögensgegenstände (bis 800 Euro) sofort abgeschrieben.


Die in den Sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Forderungen und Vermögenswerte wurden mit dem Niederstwert bewertet.


Die Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Unterschied zwischen Erfüllungs- und Ausgabebetrag wird unter den Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen.


Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist; sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.


Die Pensionsrückstellungen wurden unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze mit dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2018 G ermittelt. Für die Abzinsung wurde der sich aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren ergebende durchschnittliche Marktzinssatz von 1,83 % bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren verwendet. Die Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes seit dem letzten Abschlussstichtag werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Bei der Berechnung wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,0 % und ein Rententrend von jährlich 2,5 % berücksichtigt. Einen Fluktuationsabschlag haben wir weiterhin nicht angesetzt. Aus der Berechnung der Rückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre und der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von 167 TEUR. Eine Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 HGB besteht nicht, da in Vorjahren bereits in entsprechender Höhe die Sicherheitsrücklage dotiert wurde.


Sparkassen haben ihren Arbeitnehmern Leistungen der betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des "Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes - Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu verschaffen, ist die Sparkasse Mitglied in der Zusatzversorgungskasse des Kommunalen Versorgungsverbands Baden-Württemberg (ZVK). Die ZVK finanziert die Versorgungsverpflichtungen im Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren (Hybridfinanzierung). Hierbei werden im Rahmen eines Abschnittdeckungsverfahrens ein Umlagesatz und ein Zusatzbeitrag bezogen auf die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten Beschäftigten ermittelt. Aus den Zusatzbeiträgen wird gemäß § 64 ZVK-Satzung innerhalb des Vermögens der ZVK ein separater Kapitalstock aufgebaut. Die ZVK erhebt zusätzlich zur Deckung der im ehemaligen Gesamtversorgungssystem entstandenen Versorgungsansprüche ein Sanierungsgeld. Der Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten Mitarbeiter zur Erfüllung des Leistungsanspruchs gemäß ATV-K richtet sich gegen die ZVK, während die Verpflichtung der Sparkasse ausschließlich darin besteht, der ZVK im Rahmen des mit ihr begründeten Mitgliedschaftsverhältnisses die erforderlichen, satzungsmäßig geforderten Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Nach der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) in seinem Rechnungslegungsstandard IDW RS HFA 30 n. F. vertretenen Rechtsauffassung begründet die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung bei einem externen Versorgungsträger wie der ZVK handelsrechtlich eine mittelbare Versorgungsverpflichtung. Die ZVK hat im Auftrag der Sparkasse den nach Rechtsauffassung des IDW (vgl. IDW RS HFA 30 n. F.) zu ermittelnden Barwert der auf die Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 2023 ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F. für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2 EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag auf 48.908.841 EUR. Der Barwert der auf die Sparkasse entfallenden Leistungsverpflichtung wurde in Anlehnung an die versicherungsmathematischen Grundsätze und Methoden (Anwartschaftsbarwertverfahren), die auch für unmittelbare Pensionsverpflichtungen angewendet wurden, unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung der ZVK unterstellten jährlichen Rentensteigung von 1 % und unter Anwendung der Heubeck-Richttafeln RT 2005 G (in einer an den Bestand der ZVK angepassten Modifikation) ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 1,82 % verwendet, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Da es sich nicht um ein endgehaltbezogenes Versorgungssystem handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der Versorgungseinrichtung per 31. Dezember 2023 liegen derzeit noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31. Dezember 2022 abgestellt wurde. Der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag bezieht sich auf die Einstandspflicht der Sparkasse gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der die Sparkasse für die Erfüllung der zugesagten Leistung einzustehen hat (Subsidiärhaftung), sofern die ZVK die vereinbarten Leistungen nicht erbringt. Hierfür liegen gemäß der Einschätzung des Verantwortlichen Aktuars im Aktuar-Gutachten 2023 für die Sparkasse keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigt der verantwortliche Aktuar der ZVK in diesem Gutachten die Angemessenheit der rechnungsmäßigen Annahmen zur Ermittlung des Finanzierungssatzes und bestätigt auf Basis des versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzips die dauernde Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen der ZVK.


Bezüglich der als wesentlich einzuordnenden, bei den sonstigen Rückstellungen (Passivposten 7c) ausgewiesenen Rückstellungen ergeben sich folgende Hinweise:


Bei der Ermittlung der im Zusammenhang mit der Rückstellungsbewertung entstehenden Aufwendungen und Erträge wird davon ausgegangen, dass die Änderung des Abzinsungssatzes zum Beginn der Periode eingetreten ist. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes oder der Restlaufzeit werden einheitlich im Finanzergebnis ausgewiesen.


Bei den Rückstellungen für steigende Prämien bei Spareinlagen haben wir einen Fluktuationsabschlag von 2,0 % angesetzt. Sie werden auch bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger abgezinst.


Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden sowie derivative Finanzinstrumente (insbesondere Zins-Swaps) des Bankbuchs einem Saldierungsbereich zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten berücksichtigt. Weiterhin wurden Gebühren und Provisionserträge, die direkt aus den Zinsprodukten resultieren, im Rahmen der verlustfreien Ermittlung des Bankbuchs berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag ergibt sich kein Verpflichtungsüberschuss.


Die strukturierten Produkte Festzinsdarlehen mit Verlängerungsoption des Schuldners, Festzinsdarlehen mit späterem Zinslaufbeginn, Kundendarlehen mit variablem Tilgungskorridor, Schuldscheine und festverzinsliche Anleihen mit Schuldnerkündigungsrechten wurden unter Berücksichtigung des IDW RS HFA 22 einheitlich (ohne Abspaltung der Nebenrechte) bilanziert.


Die Kredithandelstransaktionen "Sparkassenkreditbasket XVI, XVII und XIX" wurden jeweils unter Abspaltung der Nebenrechte bilanziert und bewertet. Die als "erhaltene" Kreditsicherheiten behandelten Credit Default Swaps werden nicht eigenständig bilanziert, sondern bei der Bewertung der besicherten Forderung berücksichtigt. Die übernommenen Adressenausfallrisiken aus den Credit Linked Notes, die als "gestellte" Kreditsicherheiten behandelt werden, wurden nach IDW RS BFA 1 als Eventualverbindlichkeit ausgewiesen. Für akute Ausfallrisiken wurde eine Rückstellung gebildet.


Die zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken abgeschlossenen Zinsswapgeschäfte wurden in die verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) einbezogen und waren somit nicht gesondert zu bewerten. Die zur Absicherung des Währungsrisikos abgeschlossenen Cross Currency Swaps wurden zum Bilanzstichtag bezogen auf den Zinsanteil einzeln bewertet. Für unrealisierte Bewertungsverluste wurden Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet.


Das Währungsrisiko wird über eine Währungsgesamtposition je Währung als Einheit gesteuert. In diese werden je Währung die einzelnen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, Devisentermingeschäfte, Kassageschäfte und auch Cross Currency Swaps eingestellt und als Einheit behandelt. Eine besondere Deckung gemäß § 340h HGB wird in Höhe der sich hierbei betragsmäßig ausgleichenden Positionen je Währung angenommen.


Die Umrechnung der auf fremde Währung lautenden Bilanzposten und der am Bilanzstichtag nicht abgewickelten Kassageschäfte erfolgte mit dem Kassamittelkurs. Die Sortenbestände wurden zum EZB-Referenzkurs bewertet. Nicht abgewickelte Termingeschäfte wurden zu einheitlichen Kursen am Bilanzstichtag umgerechnet.


Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Die Erträge aus der Umrechnung besonders gedeckter Geschäfte, sowie aus offenen Positionen mit Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr, wurden ebenfalls erfolgswirksam vereinnahmt. Der Ausweis der Aufwendungen und Erträge aus besonders gedeckten Positionen erfolgte saldiert im sonstigen betrieblichen Ergebnis.

Erläuterungen zur Jahresbilanz

Aktivseite

3. Forderungen an Kreditinstitute


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 76 65
Forderungen an die eigene Girozentrale 12.433 7.569


Die Unterposition b) - andere Forderungen - (ohne anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 6.231
mehr als drei Monate bis ein Jahr 11.985
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 15.000
mehr als fünf Jahre --

4. Forderungen an Kunden


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 15.916 15.911
Im Rahmen des sogenannten Pfandbriefpoolings wurden grundpfandrechtlich besicherte Kundenforderungen an die Landesbank Baden-Württemberg übertragen. Die Landesbank kann diese Forderungen zur Begebung von Hypotheken-Pfandbriefen nutzen. Aufgrund der vertraglichen Rückübertragungsmöglichkeiten verbleibt das wirtschaftliche Eigentum an den Forderungen bei der Sparkasse, die dem entsprechend die Forderungen weiterhin unter Aktiva-Posten 4 und mit nebenstehendem Betrag in dem dazugehörigen Unterausweis "durch Grundpfandrechte besichert" ausweist. Forderungen, denen keine entsprechende Refinanzierung gegenüberstehen, sind mit Ihrem Buchwert (6.004 TEUR) in den Angaben zur "Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten" enthalten. 57.901


Diese Position (ohne anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 58.398
mehr als drei Monate bis ein Jahr 229.727
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 765.440
mehr als fünf Jahre 1.524.665
mit unbestimmter Laufzeit 42.264

5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023
TEUR
Beträge, die in dem auf den Bilanzstichtag folgenden Jahr fällig werden (ohne anteilige Zinsen) 52.858
TEUR
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren sind börsennotiert 349.672

6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Anteile an Investmentvermögen


An den folgenden Investmentvermögen halten wir mehr als 10 % der Anteile:

Anlageziele
Bezeichnung des Investmentvermögens
Marktwert Buchwert Ausschüttungen
im Geschäftsjahr
TEUR TEUR TEUR
Gemischte Fonds
HRH-Strategie Fonds 399.685 387.980 5.000


Beim HRH-Strategie Fonds ist die Rückgabe der Anteile unter Abgabe einer unwiderruflichen Erklärung zur Rückgabe möglich. Die Rückgabe erfolgt spätestens am letzten Bankgeschäftstag des übernächsten Kalenderquartals welches auf die Rückgabeerklärung folgt. Es ist kein Rücknahmeabschlag vorgesehen.

9. Treuhandvermögen


Das ausgewiesene Treuhandvermögen stellt in voller Höhe Forderungen an Kunden (Aktivposten 4) dar.

12. Sachanlagen


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
im Rahmen der eigenen Tätigkeit genutzte Grundstücke und Gebäude 15.764
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.486

13. Sonstige Vermögensgegenstände


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
nachrangige Vermögensgegenstände 133 133

14. Rechnungsabgrenzungsposten


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Unterschiedsbetrag zwischen Erfüllungs- und niedrigerem Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten oder Anleihen 4.924 1

Mehrere Positionen betreffende Angaben

TEUR
Von den Vermögensgegenständen lauten auf Fremdwährung 289.386

Anlagenspiegel

In nachstehenden Positionen enthaltenes Anlagevermögen

Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Stand am 1.1.
des Geschäftsjahres
Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 31.12.
des Geschäftsjahres
Stand am 1.1.
des Geschäftsjahres
Immaterielle Anlagewerte 725 3 160 -- 569 698
Sachanlagen 102.857 6.018 1.376 -- 107.499 57.156
Veränderungssaldo (§ 34 Abs. 3 RechKredV)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
Beteiligungen
Sonstige Vermögensgegenstände
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Abschreibungen
im Geschäftsjahr
Zuschreibungen
im Geschäftsjahr
Änderungen der gesamten
Abschreibungen im Zusammenhang mit
Stand am 31.12.
des Geschäftsjahres
Zugängen Abgängen Umbuchungen
Immaterielle Anlagewerte 14 -- -- 160 -- 552
Sachanlagen 2.400 -- -- 1.349 -- 58.207
Veränderungssaldo (§ 34 Abs. 3 RechKredV)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 3.351
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere --
Beteiligungen -379
Sonstige Vermögensgegenstände --
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Buchwerte
Stand am 31.12.
des Geschäftsjahres
Stand am 31.12.
des Vorjahres
Immaterielle Anlagewerte 16 28
Sachanlagen 49.292 45.701
(ohne anteilige Zinsen)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 17.285 13.934
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 583 583
Beteiligungen 22.635 23.014
Sonstige Vermögensgegenstände 133 133

Passivseite

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber der eigenen Girozentrale 579.780
TEUR
Der Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände für in dieser Position enthaltene Verbindlichkeiten beläuft sich auf insgesamt 501.857


Die Unterposition b) - mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 141.401
mehr als drei Monate bis ein Jahr 34.762
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 176.045
mehr als fünf Jahre 302.534

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden


Die Unterposition ab) - Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 3.397
mehr als drei Monate bis ein Jahr 24.127
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre --
mehr als fünf Jahre --


Die Unterposition bb) - andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist-setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 185.862
mehr als drei Monate bis ein Jahr 117.663
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 157.271
mehr als fünf Jahre 483

3. Verbriefte Verbindlichkeiten


In Unterposition a) - begebene Schuldverschreibungen - enthalten:

31.12.2023
TEUR
Beträge, die in dem auf den Bilanzstichtag folgenden Jahr fällig werden (ohne anteilige Zinsen) 6.000

4. Treuhandverbindlichkeiten


Bei den Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Passivposten 1).

5. Sonstige Verbindlichkeiten


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Ausgleichsposten aus der Währungssicherung mittels derivaten Finanzinstrumenten 23.380

6. Rechnungsabgrenzungsposten


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und niedrigerem Auszahlungsbetrag von Forderungen 47 69

Mehrere Positionen betreffende Angaben

TEUR
Von den Schulden lauten auf Fremdwährung 123.639

Passivseite unter dem Strich

1. Eventualverbindlichkeiten

TEUR
Der Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände für in dieser Position enthaltene Verbindlichkeiten beläuft sich auf insgesamt 6.004

2. Andere Verpflichtungen


Im Posten "Andere Verpflichtungen" sind im Unterposten c) "Unwiderrufliche Kreditzusagen" fünf Einzelposten von wesentlicher Bedeutung in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse enthalten; die Einzelbeträge liegen zwischen 6,4 Mio. EUR und 30,0 Mio. EUR. Hierbei handelt es sich mit 42,3 Mio. EUR um Kontokorrentkreditlinien und mit 21,5 Mio. EUR um Darlehenszusagen und mit 9,9 Mio. EUR um Avalkreditzusagen. Wir gehen derzeit grundsätzlich davon aus, dass die unwiderruflichen Kreditzusagen künftig von den Kreditnehmern in Anspruch genommen werden.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

5. Provisionserträge


Wir haben Provisionserträge aus gegenüber Dritten erbrachten Dienstleistungen für die Vermittlung und Verwaltung von Versicherungen, Bausparverträgen, Immobilien, Wertpapieren, Krediten, Finanzierungen aus einer Hand und derivativen Finanzinstrumenten erhalten.

8. Sonstige betriebliche Erträge


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Erträge aus der Währungsumrechnung aus Dienstleistungsgeschäften 5.590

28. Bilanzgewinn


Der Verwaltungsrat wird den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 in seiner Sitzung am 19. September 2024 feststellen. Der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses sieht vor, den Bilanzgewinn vollständig der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

Sonstige Angaben

Beteiligungen

Name, Sitz Höhe des Kapitalanteils Eigenkapital Jahresergebnis
Sparkassenverband Baden-Württemberg, Stuttgart 1,38 % - 1 - 1
SVB-Sparkassen-Versicherung Beteiligungs-GmbH Nr. 5, Stuttgart 10,28 % 94.201 TEUR 2.781 TEUR
(30.09.2023) (2022/2023)

1 Keine Angabe gemäß § 286 Abs. 3 Satz 2 HGB


Wir sind unbeschränkt haftende Gesellschafterin der DKE-GbR, Berlin.


Der übrige Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 HGB ist für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung.


Der Sparkassenverband Baden-Württemberg hat sich zusammen mit den weiteren Trägern quotal entsprechend seinem Stammkapitalanteil an der Bereitstellung von zusätzlichem Eigenkapital für die Landesbank Baden-Württemberg beteiligt. Als Mitglied des Sparkassenverbands Baden-Württemberg sind wir verpflichtet, über Umlagen den nicht anderweitig gedeckten Verbandsaufwand entsprechend dem maßgeblichen Umlageschlüssel abzudecken. Darüber hinaus sind wir Mitglied des Sicherungssystems der Deutschen Sparkassenorganisation, wobei das System der freiwilligen Institutssicherung beibehalten wurde. Zusätzlich erfüllt das Sicherungssystem auch die Anforderungen des Einlagensicherungsgesetzes. Aus diesen Verpflichtungen ist über die laufenden jährlichen Beitragsverpflichtungen hinaus derzeit ein akutes Risiko einer wesentlichen Inanspruchnahme nicht erkennbar.


Zum Erwerb der Landesbank Berlin Holding AG (LBBH) durch die S-Finanzgruppe haben wir uns über den Deutschen Sparkassen- und Giroverband ö.K. (DSGV) an der Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe mbH & Co. KG (Erwerbsgesellschaft) als Kommanditistin unterbeteiligt. In diesem Zusammenhang besteht ein Aufwendungsersatzanspruch des DSGV gegenüber den Unterbeteiligten für den Fall, dass die über die Erwerbsgesellschaft auszuschüttenden Dividenden der LBBH die laufenden Aufwendungen (im Wesentlichen aus der Fremdfinanzierung) nicht abdecken. Aktuell ist aus dieser Verpflichtung kein akutes Risiko einer Inanspruchnahme erkennbar.

Derivative Finanzinstrumente


Die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten Termingeschäfte gliedern sich wie folgt:

Nominalbeträge
in Mio. Euro
nach Restlaufzeiten
bis 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre Insgesamt
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps in EUR -- 200,0 130,0 330,0
Zinsswaps in CHF 32,4 54,0 -- 86,4
Währungsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
Devisentermingeschäfte 390,1 7,8 2,2 400,1
Cross-Currency-Swaps 43,2 118,8 -- 162,0
Sonstige Geschäfte
OTC-Produkte
Credit Default Swaps (Sicherungsnehmerposition) 6,0 11,4 -- 17,4
Insgesamt 471,7 392,0 132,2 995,9


Die Zinsswaps dienen der Steuerung des Zinsbuches. Zur Absicherung der gesamten Währungsposition wurden Cross Currency Swaps eingesetzt. Die Devisentermingeschäfte wurden ausschließlich als gedeckte Auftragsgeschäfte mit Dienstleistungscharakter abgeschlossen.


Bei den Kontrahenten im Derivategeschäft per 31. Dezember 2023 handelt es sich um deutsche Kreditinstitute; bei den Kontrahenten der CDS handelt es sich um sonstige Kontrahenten. Zusätzlich wurden Devisentermingeschäfte mit Kunden abgeschlossen.


Für die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Derivate ergeben sich folgende zusätzliche Angaben nach § 285 Nr. 19 HGB:

Nominalbeträge Zeitwerte (1) Buchwerte
in Mio. Euro in TEUR in TEUR
Insgesamt + ./. Optionsprämie /
Variation-Margin
Rückstellung (P7)
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps in EUR 330,0 32.308 -- --
Zinsswaps in CHF 86,4 3.546 -- --
Währungsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
Devisentermingeschäfte 400,1 0 -- --
Cross-Currency-Swaps (Zinsanteil) 162,0 302 -82 82
Sonstige Geschäfte
OTC-Produkte
Credit Default Swaps (Sicherungsnehmerposition) 17,4 -- -85 --
Insgesamt 995,9 36.156 -167 82

(1) Ohne anteilige Zinsen


Bei OTC-gehandelten derivativen Finanzinstrumenten werden theoretisch ermittelte Werte als Zeitwerte angesetzt (Mark to Model Bewertung).


Bei der Mark to Model Bewertung wird bezüglich der derivativen Finanzinstrumente wie folgt verfahren:


Zinsswaps werden in die Basisbestandteile Kuponanleihe und Floater zerlegt und unter Zugrundelegung entsprechender Zinsstrukturkurven getrennt bewertet. Der Barwert des Swaps ergibt sich dabei aus der Differenz der Barwerte der beiden Basisprodukte.


Die beizulegenden Zeitwerte der Kreditderivate werden nach der JPMorgan-Methodik bewertet. Kern der Methodik ist, dass der vereinbarte Spread und der aktuelle faire Spread auf den jeweiligen Bewertungszeitpunkt abdiskontiert werden. Die Differenz der Barwerte der beiden Cash-Flow Reihen bildet den Zeitwert des Credit-Default-Swaps. Dabei wird der faire Spread anhand der Ausfallwahrscheinlichkeit des Referenzschuldners ermittelt, die aus historischen Ausfallzeitreihen (bei nicht marktgängigen Adressen) oder gehandelten Marktspreads (implizite Ausfallwahrscheinlichkeit, bei Vorhandensein eines liquiden Marktes für die Adresse) abgeleitet werden.

Latente Steuern


Aufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsvorschriften zwischen Handels- und Steuerbilanz bestehen zum Bilanzstichtag Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag der künftigen Steuerbelastungen durch absehbare Steuerentlastungen überdeckt. Ein Ausweis passiver latenter Steuern war insoweit nicht erforderlich, auf den Ansatz aktiver latenter Steuern hat die Sparkasse entsprechend § 274 Abs. 1 HGB verzichtet. Die wesentlichen künftigen Steuerbelastungen resultieren aus bilanziellen Ansatzunterschieden beim Sachanlagevermögen und bei Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren. Die zum Ausgleich der künftigen Steuerbelastungen benötigten absehbaren künftigen Steuerentlastungen ergeben sich unter anderem aus unterschiedlichen bilanziellen Ansätzen bei den Forderungen gegenüber Kunden und den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren.


Der Ermittlung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz von 29,3 % (Körperschaft- und Gewerbesteuer zzgl. Solidaritätszuschlag) zugrunde gelegt.


Aus Beteiligungen an Personengesellschaften resultierende, lediglich der Körperschaftsteuer und dem Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen wurden bei den Berechnungen mit einem Steuersatz von 15,825 % berücksichtigt.

Abschlussprüferhonorare


Für das Geschäftsjahr wurden von unserem Abschlussprüfer für folgende Leistungen Honorare berechnet:

TEUR
für die Abschlussprüfung 312
für andere Bestätigungen 7
für die Steuerberatung 1
für sonstige 0

Mitarbeiter/innen


Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

Anzahl
Vollzeitkräfte 269
Teilzeit- und Ultimokräfte anteilig 94
Auszubildende 35
Insgesamt 398

Bezüge / Kreditgewährungen an Vorstand und Verwaltungsrat


Für die früheren Mitglieder des Vorstandes bzw. deren Hinterbliebene wurden Versorgungsbezüge in Höhe von 926 TEUR bezahlt. Für diese Personengruppe bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 15.724 TEUR.


Die Mitglieder des Verwaltungsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Berichtsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 141 TEUR.


Den Mitgliedern des Vorstandes wurden Kredite in Höhe von 2 TEUR gewährt. An die Mitglieder des Verwaltungsrates wurden Kredite in Höhe von 2.934 TEUR ausgereicht.

Organe

Verwaltungsrat
Vorsitzender GRUNER Martin, Oberbürgermeister Waldshut-Tiengen ab 20. Oktober 2023
Dr. FRANK Philipp, Oberbürgermeister Waldshut-Tiengen bis 19. Oktober 2023
Stellvertreter GUHL Alexander, Bürgermeister Bad Säckingen
THATER Michael, Bürgermeister Wehr
Mitglieder BENZ Martin, Bürgermeister Hohentengen bis 29. Mai 2023
Dr. BROTZ Thorsten, Geschäftsführender Gesellschafter einer Möbelhausgruppe
DÖRFLINGER Armin, Sparkassenangestellter
Dr. EBI Günter, Geschäftsführender Gesellschafter eines Maschinenbauunternehmens
GRANACHER Karlheinz, Sparkassenangestellter
KAISER Stefan, Bürgermeister Albbruck
KAISER Thomas, Installationsmeister, Kreishandwerksmeister
KRIEGER Ulrich, Bürgermeister Laufenburg ab 13. Juli 2023
KÜHNE Dietmar, Geschäftsführender Gesellschafter eines Kunststoffwerkes
SCHÄFER Heike, Sparkassenangestellte
SCHÄUBLE Thomas, Bürgermeister Lauchringen
SCHMIDLE Adrian, Bürgermeister Murg
TAMBURIN Ines, Sparkassenangestellte
VOLZ Martin, Sparkassenangestellter
WEBER Manfred, Bürgermeister Küssaberg
WESNER Markus, Sparkassenangestellter
Vorstand
Vorsitzender MORLOCK Wolf
Mitglieder GERSTNER David


Der Vorsitzende des Vorstandes ist Mitglied im Aufsichtsrat der SV Sparkassen-Versicherung Lebensversicherung AG mit Sitz in Stuttgart.

 

Waldshut-Tiengen, den 20. Juni 2024


Der Vorstand

Wolf Morlock David Gerstner

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31.12.2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")


Die Sparkasse Hochrhein hat keine Niederlassung im Ausland. Sämtliche nachfolgenden Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Hochrhein besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.


Die Sparkasse Hochrhein definiert den Umsatz als Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 98.251 TEUR.


Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt im Jahresdurchschnitt 363.


Der Gewinn vor Steuern beträgt 21.966 TEUR.


Die Steuern auf den Gewinn betragen 11.055 TEUR. Die Steuern betreffen laufende Steuern.


Die Sparkasse Hochrhein hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS


An die Sparkasse Hochrhein, Waldshut-Tiengen

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der Sparkasse Hochrhein (im Folgenden: Sparkasse) bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 Handelsgesetzbuch (im Folgenden: HGB) erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden: EU-APrVO) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchstabe f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses


Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.


Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung von Forderungen an Kunden


a) Sachverhalt und Problemstellung


Das Kundenkreditgeschäft ist ein maßgebliches Geschäftsfeld der Sparkasse. Bei der Bewertung einzelner Kundenforderungen ist das Adressenausfallrisiko des Kreditnehmers, d. h. insbesondere die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, sowie die Bewertung der ggf. vorliegenden Sicherheiten, maßgeblich. Die Bewertung dieser Forderungen beruht somit in einem hohen Maße auf den Einschätzungen und Annahmen des Vorstands der Sparkasse zu den genannten Sachverhalten. Die Unsicherheiten bei diesen Ermessensentscheidungen sind aktuell insbesondere durch die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Einschätzung, inwieweit die hieraus resultierenden Belastungen die Kapitaldienstfähigkeit der betroffenen Kreditnehmer dauerhaft negativ beeinflussen. Diese Thematik hat daher wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die Ertragslage der Sparkasse. Für die Zwecke der Rechnungslegung sind insofern die Kreditprozesse zur Bewertung der Forderungen von besonderer Bedeutung. Die Bewertung von Forderungen an Kunden bedarf insoweit einer besonderen Befassung durch den Abschlussprüfer.


b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse


Bereits im Rahmen unserer vorgezogenen Prüfung der organisatorischen Pflichten haben wir die Ordnungsmäßigkeit der Kreditprozesse, u. a. die Früherkennungsverfahren für Kreditrisiken und den Forderungsbewertungsprozess, betrachtet. Die relevanten Kreditprozesse sowie die Ausgestaltung und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems bei der Bewertung der Kundenforderungen beurteilen wir regelmäßig auf Grundlage von Aufbau- und Funktionsprüfungen.


Bei einer risikoorientierten - unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - vorgenommenen bewussten Auswahl von Kreditengagements haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen in Form von Einzelfallprüfungen vorgenommen und auf der Grundlage von Kreditunterlagen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen die von der Sparkasse vorgenommene Beurteilung des kreditnehmerbezogenen Adressenausfallrisikos sowie die Bewertung der Kreditsicherheiten bei ausfallgefährdeten Forderungen nachvollzogen.


c) Verweis auf weitergehende Informationen


Weitere Informationen und Erläuterungen sind in den Anhangangaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie zu den Beständen zum Bilanzposten Aktiva 4 enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellungen und Erläuterungen im Lagebericht (Abschnitt 2.3, 2.4.3, 2.5.1, 4.1, 4.2.1).

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter (Vorstand) und des Aufsichtsorgans (Verwaltungsrat) für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.


Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und, sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.


Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO


Wir sind nach § 30 Abs. 2 Satz 2 Sparkassengesetz für Baden-Württemberg i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 1 HGB gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse.


Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht nach Art. 11 EU-APrVO in Einklang stehen.


Von uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Sparkasse erbracht:

Prüfung im Zusammenhang mit dem "MACCs-Verfahren" (Kreditforderungen - Einreichung und Verwaltung) gemäß Abschnitt V Nr. 11 (1) der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutschen Bundesbank

Prüfung im Zusammenhang mit der Kostenumlage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht für den Aufsichtsbereich Wertpapierhandel gemäß § 16j Abs. 2 Satz 2 des Gesetzes über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz - FinDAG)

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER


Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Thomas Witt.

 

Stuttgart, den 19. Juli 2024


Sparkassenverband Baden-Württemberg Prüfungsstelle

Witt
Wirtschaftsprüfer

Auszug aus der Verwaltungsratssitzung vom 19. September 2024 / Ergebnisverwendungsbeschluss


Die Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg hat die Prüfung des Jahresabschlusses 2023 lt. Bericht vom 19. Juli 2024 durchgeführt.


Der eingegangene Prüfungsbericht wird bekannt gegeben.


Beschluss:


3. Der Verwaltungsrat beschließt gem. § 12 Abs. 2 Nr. 7 i. V. m. § 31 SpG, dass der Überschuss in voller Höhe der Sicherheitsrücklage zugeführt wird.

 

Waldshut, den 19. September 2024

Der Vorsitzende des Verwaltungsrats
Martin Gruner

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