Stammdaten

Register
Amtsgericht Leipzig HRB 3058
Eingetragen
24.6.1991
Branche
Wärme- und KältehandelTätigkeiten von Strom- und Erdgasmaklerinnen und -maklernBau von Versorgungseinrichtungen für Elektrizität und Telekommunikation
Gegenstand
Die Versorgung mit Strom, Gas und Wärme, der Energiehandel einschließlich des Handels mit Emissionszertifikaten; das Erbringen von Telekommunikationsleistungen; sowie die in diesem Zusammenhang zu erbringenden Dienstleistungen für Energie und Umwelt, die Errichtung und der Betrieb der hierzu erforderlichen Anlagen, die An- und Verpachtung, der Erwerb und die Veräußerung derartiger Anlagen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
André Kießling
seit 12.8.2021
Prokura
Maik Dr. Piehler
seit 8.7.2019
Geschäftsführer
Christoph Schaal
seit 17.5.2019
Prokura
Karsten Rogall
seit 8.9.2014
Geschäftsführer
Lydia Wagner
seit 11.10.2013
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Stadt Leipzig
60.00%
Stadt Leipzig
40.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Stadtwerke Leipzig GmbH

Leipzig

Jahres- und Tätigkeitsabschluss nach EnWG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig

Inhaltsverzeichnis

1 Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

1.2 Ziele und Strategien

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.2 Geschäftsverlauf

2.3 Ertragslage

2.4 Finanzlage

2.5 Vermögenslage

2.6 Mitarbeiter und Beschäftigtenpolitik

2.7 Tätigkeitsabschlüsse

3 Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

3.1 Risikobericht

3.1.1 Risikomanagementsystem

3.1.2 Regulatorische Risiken

3.1.3 Umfeld- und Branchenrisiken

3.1.4 Finanzwirtschaftliche Risiken

3.1.5 Sonstige Risiken

3.2 Chancenbericht

3.2.1 Regulatorische Chancen

3.2.2 Umfeld- und Branchenchancen

3.2.3 Finanzwirtschaftliche Chancen

3.2.4 Sonstige Chancen

3.3 Prognosebericht

4 Erklärung zur Unternehmensführung

1 Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

Die Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig (Stadtwerke), ist ein kommunales Energieversorgungsunternehmen, das als 100%iges Tochterunternehmen der LVV Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH, Leipzig (LVV), Strom, Erdgas, Fernwärme sowie Energiedienstleistungen bereitstellt. Entsprechend den unterschiedlichen Anforderungen und den daraus resultierenden Kundenbedürfnissen richten sich die Stadtwerke auf den Endkundenmarkt, die regulierten Märkte und den Systemmarkt aus. In diesen drei Märkten sind die Stadtwerke mit sieben Geschäftsfeldern aktiv.

Die Geschäftsfelder haben unterschiedliche Charakteristika und ergänzen sich in den Chancen und Risiken. Im Endkundenmarkt erfolgt in den Geschäftsfeldern Privat- und Gewerbekunden sowie Großkunden die Marktbearbeitung der Produkte der Stadtwerke für die Medien Strom und Gas sowie ein Spektrum von Energiedienstleistungen (EDL). Darüber hinaus umfasst der Endkundenmarkt das Geschäftsfeld Fernwärme, in dem neben dem Vertrieb von Wärmeprodukten die Leipziger Fernwärmeerzeugungsanlagen sowie das Fernwärmenetz abgebildet werden.

Im Systemmarkt erfolgt der Eigenhandel der Stadtwerke für die Commodities Strom, Gas, CO 2 sowie Wasserstoff. Dieser Markt erfordert eine Risikoüberwachung in Echtzeit, Zugang zu diversen Handelsplattformen und Handelspartnern, die Abwicklung regulatorischer Anforderungen und verschiedenster täglicher Geschäftsprozesse sowie eine umfangreiche IT-Unterstützung. Daneben werden im Systemmarkt für Großhandelskunden und Eigenerzeuger Erneuerbare Energien vermarktet, strukturiert und weiterverteilt sowie der Marktzugang gestellt.

Die regulierten Märkte umfassen die regulierten Strom-, Gas- und Telekommunikationsnetze (Breitbandkabel), die regulierte Erzeugung sowie die GPEC mit dem Netzgeschäft für Fernwärme und die Anlagen zur Erzeugung von Wärme an Kunden in Danzig und Sopot.

Die Stadtwerke werden in den Geschäftsfeldern vor allem von den Leipziger Tochterunternehmen Netz Leipzig GmbH, Leipzig (Netz Leipzig), LAS GmbH, Leipzig (LAS) sowie der polnischen Tochtergesellschaft Gdańskie Przedsiębiorstwo Energetyki Cieplnej Sp. z o.o., Gdańsk (GPEC), an der die Stadtwerke 82,86 % der Anteile halten, unterstützt.

Durch die Netz Leipzig erfolgt die Sicherstellung der Bereitschaft der Netzinfrastruktur für die Strom-, Gas- und Fernwärmeversorgung der Stadt Leipzig sowie der Ausbau und Betrieb des Breitbandnetzes in Leipzig.

Von der LAS werden die vertrieblichen Aktivitäten der Stadtwerke im Bereich Privat- und Gewerbekunden sowie der Kundenservice erbracht. Zusätzlich wird die Abrechnung für Großkunden, Immobilienwirtschaft und Netzkunden durchgeführt.

Die GPEC ist in den Bereichen Planung, Bau und Betrieb von Netzen und Anlagen zur Erzeugung, Verteilung, und Lieferung von Fernwärme an Endkunden tätig. Des Weiteren erzeugt und vertreibt die GPEC Gruppe Strom aus regenerativen Energien, vorwiegend aus Wasserkraftanlagen und zukünftig auch aus Photovoltaik, bietet Dienstleistungen im Bereich des Energie- und Facilitymanagements an und nutzt punktuell ihre Möglichkeiten bei der Umsetzung von Bauvorhaben im Wohnungs- und Gewerbeimmobiliensektor.

1.2 Ziele und Strategien

Die Stadtwerke als Teil des LVV-Konzerns leisten im Geschäftsfeld Energie einen wesentlichen Beitrag für die Lebensqualität der Menschen in Leipzig und der Region. In den Eckpunkten des energiepolitischen Zieldreiecks (Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit) gestalten die Stadtwerke die nachhaltige Energieversorgung in Leipzig. Darauf aufbauend haben die Stadtwerke ein strategisches Unternehmenskonzept erarbeitet, welches wiederum als Grundlage des jährlichen Wirtschaftsplans dient. Ziele der strategischen Maßnahmen sind im Wesentlichen die Erreichung der Klimaneutralität der Energieträger sowie der intelligente Umbau der Energiesysteme in Leipzig.

Kern der Strategie und Erweiterung

Der Kern der Strategie bleibt weiterhin die Sicherung der Hauptgeschäftssäulen, Wachstumsfelder in den Märkten und Strategische Perspektiven. Als kommunales Unternehmen tragen die Leipziger Stadtwerke besondere Verantwortung für langfristige Investitionen und nachhaltige Erträge - um ihren Beitrag für eine klimaneutrale Versorgung ihrer Stadt zu leisten. Unter diesen Rahmenbedingungen wurde der strategische Kern um die "3-D-Strategie" ergänzt:

Dekarbonisierung zu einer klimaneutralen Stadt Leipzig

Diversifizierung unseres Geschäftsmodells

Digitalisierung unserer internen Prozesse und der Kundenschnittstellen

Vor dem Hintergrund der "3-D-Strategie" wurde die Strategie auf mehreren Ebenen ausgeprägt. Auf der Hauptebene hilft sie dabei, das Kerngeschäft zu stärken und Wachstum zu realisieren. Eine Ebene darunter leitet sie z.B. Maßnahmen ab, die helfen, die Kunden zu binden und attraktive Produkte zu entwickeln. Diese zwei bereits existierenden Elemente werden um die übergreifende Anforderung der Dekarbonisierung ergänzt. Ziel ist es, das Geschäft so zu entwickeln, dass die Stadt Leipzig klimaneutral ist. Ein weiterer Punkt ist die Weiterentwicklung zum digitalen Stadtwerk, welches sich am Mehrwert für die Kunden und die Stadt Leipzig orientiert. Die strategische Steuerung erfolgt über Geschäftsfelder, welche in unterschiedlichen Märkten agieren. Damit stellen sich die Stadtwerke auf die technologischen Entwicklungen, die Erwartungen der Kunden und die Entwicklungen in den unterschiedlichen Märkten ein. Der nächste Strategieprozess ist für 2024 geplant.

Sicherung Hauptgeschäftssäulen

Die Hauptgeschäftssäulen tragen durch die stabilen Ergebnisse dazu bei, das Wachstum zu finanzieren. Daher gilt es hier, die Hauptgeschäftssäulen strategisch weiterzuentwickeln. Dabei liegt der Fokus auf folgenden Maßnahmen:

Transformation der Fernwärme umsetzen

Netzkonzessionen gewinnen und effizient bewirtschaften

GPEC halten und entwickeln

Wachstumsfelder in den Märkten

Durch ein gesichertes Ergebnis in den Hauptgeschäftssäulen können die Stadtwerke die Wachstumsstrategie umsetzen und sich dabei auf folgende Maßnahmen konzentrieren:

Marktbearbeitung sowohl für Privat- und Gewerbekunden als auch für Großkunden ausbauen

Wind- und Photovoltaik-Projekte entwickeln, bauen und vermarkten sowie

Smart Grid + X aufbauen

Strategische Perspektiven

In Ergänzung zur Strategie des Kerngeschäftes ist es auch Teil der Weiterentwicklung der Stadtwerke, strategische Perspektiven zu prüfen und für die Ausweitung in neue Geschäftsfelder weiterzuentwickeln. Dabei liegt der Fokus auf folgenden Maßnahmen:

Technologien der Sektorenkopplung,

digitale und innovative Produkte

Aufbau wasserstofffähiger Infrastruktur

Mit dieser Strategie sind die Schwerpunkte zur Weiterentwicklung des Unternehmens in den kommenden Jahren gesetzt.

Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit

Aus eigenem Antrieb, im Interesse unserer Kunden, aber auch unter Beachtung der durch den Stadtrat verabschiedeten Klimaschutzziele, engagieren sich die Stadtwerke für den Klimaschutz und eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. In unserem Unternehmensleitbild ist die Mitverantwortung für die Umwelt fest verankert. Die Stadt Leipzig bekennt sich seit 2017 zu den globalen Nachhaltigkeitszielen und die Leipziger Stadtwerke wollen die Umsetzung dieser Ziele fördern. Insbesondere im Transformationsbereich Energieeffizienz und Klimaschutz sehen wir einen unserer größten Hebel, die Treibhausgasneutralität Deutschlands bis 2045 umzusetzen. Im Frühjahr 2022 wurde der erste Nachhaltigkeitsbericht der Leipziger Gruppe veröffentlicht. Der Nachhaltigkeitsatlas berichtet zudem erstmalig zusätzlich über ausgewählte aktuelle und zukünftige nachhaltige Maßnahmen der Leipziger Stadtwerke. Wesentliche Maßnahmen sind:

Klimaneutrale Daseinsvorsorge

Bedürfnisorientierte Lösungen und Produkte

Zukunftsorientierte Technik und Infrastruktur

Zuverlässige Partnerschaften

Kompetente Mitarbeiter

regionales Engagement

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft verzeichnete 2023 gemäß den vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes eine preisbereinigte Verminderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,3 %. Die Entwicklung des BIP war dabei bestimmt durch die Auswirkungen der Energiepreiskrise in Verbindung mit der ausgeprägten weltwirtschaftlichen Schwäche sowie der Effekten der restriktiveren Geldpolitik. Darüber hinaus kam es zu einem außergewöhnlich hohen Krankenstand, welcher das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen in Deutschland dämpfte. Diese Faktoren belasteten die deutsche Wirtschaft länger als erwartet und verzögerten die erhoffte Erholung. Für das Jahr 2024 prognostiziert die Bundesregierung lediglich einen Anstieg des preisbereinigten BIP um 0,2 %, wobei die Ausgangslage ungünstiger ist als in der Herbstprojektion angenommen. Aktuelle Stimmungsindikatoren deuten auf keine spürbare Belebung zu Jahresbeginn hin. 1

Umsetzung Preisbremsen und Erlösabschöpfung - Nachdem zu Beginn des Jahres 2023 die Gesetze zu den Energiepreisbremsen und zur Übererlösabschöpfung beschlossen wurden, nahm die Umsetzung der komplexen Regelwerke erhebliche Ressourcen in Anspruch. Nach breit formulierter Kritik an den Maßgaben zur Erlösabschöpfung nach Strompreisbremsegesetz (StromPBG) wurde der Abschöpfungszeitraum auf sechs Monate begrenzt. Die Preisbremsengesetze (EWPGB / StromPBG) unterlagen nach kürzester Zeit gesetzgeberischen Korrekturen, die den Umsetzungsaufwand erhöhten.

Verbesserte Rahmenbedingungen zur Wind- und Photovoltaik-Strategie der Bundesregierung - Zur Umsetzung eines beschleunigten Ausbaus der Energieerzeugung auf Basis Erneuerbarer Energien wurden einige Rahmenbedingungen verbessert. Dies galt sowohl für eine moderate Anpassung der Ausschreibungshöchstwerte für Wind und Photovoltaik als auch für Vereinfachungen zur Mobilisierung von Ausbauflächen. Weitere Anpassungen bezogen sich auf Verfahrenserleichterungen bei der Rechtsgüterabwägung und beim Artenschutz.

Neufassungen des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) - Mit den Novellierungen des EnWG im Jahr 2023 wurde der regulatorische Entscheidungsspielraum der Bundesnetzagentur erheblich vergrößert. Die konkreten Auswirkungen der politischen Umsetzung wird insbesondere mit Blick auf die Erweiterung der Festlegungskompetenz der Bundesnetzagentur (BNetzA) erst im Verlauf des Jahres 2024 zu bewerten sein. Daneben wurden im Rahmen der Novellierungen auch der Entwurf zum Aufbau eines Wasserstoffkernnetzes beschlossen. Ziel der gesetzlichen Regelung ist die Herleitung und Genehmigung eines Wasserstoffkernnetzes. Dieses Kernnetz soll wesentliche Wasserstoffproduktionsstätten und Importpunkte mit den relevanten Wasserstoffverbrauchspunkten und Wasserstoffspeichern verbinden. Auch für energiewirtschaftliche Anwendungen in Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung sind Kapazitäten vorgesehen. Die Ausgestaltung der Bedingungen - insbesondere im Bereich der Kosten und Erlöse - unterliegt einem umfänglichen Abstimmungsprozess mit den Fernleitungsnetzbetreibern und wird sich bis in das laufende Jahr erstrecken.

Novellierung des Gebäudeenergiegesetz (GEG) - Nach Kontroversen wurde im weiteren Verlauf des Jahres 2023 mit der Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes eine wesentliche Grundlage für die künftige Struktur der Gebäudeenergieversorgung gelegt. Wesentlich war dabei die konstitutive Verbindung zum kommenden Wärmeplanungsgesetz (WPG). Maßgaben des GEG bauen demnach grundsätzlich auf einer kommunalen Wärmeplanung auf. Die umstrittene Erfüllungspflicht zur Nutzung von mindestens 65 % Erneuerbarer Energien für bestehende Gebäude wird mit Vorlage eines kommunalen Wärmeplans sukzessive wirksam. Die förderpolitische Umsetzung unterliegt einer gesonderten Richtlinie.

Beschluss zur Einführung eines Wärmeplanungsgesetzes (WPG) - Mit parlamentarischer Beschlussfassung zur Einführung eines Wärmeplanungsgesetzes wurde zum Ende des Jahres 2023 eine wesentliche Handlungsgrundlage der kommenden Jahre beschlossen. Für Gemeindegebiete mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen bis Mitte 2026 Wärmepläne erstellt werden, die verbindlichen Vorgaben zur schrittweisen Dekarbonisierung von Wärmenetzen enthalten. Bis zum Jahr 2030 müssen bestehende Wärmenetze zu 30 % aus Erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme oder einer Kombination aus beiden Elementen betrieben werden. Bis zum Jahr 2040 muss der Anteil mindestens 80 % betragen. Neben der Ausweisung von Gebietstypen mit einer vorzugswürdigen Versorgungsvariante können nach Bestands- und Potentialanalysen auch Teilgebiete identifiziert werden, deren Versorgungsvarianten zunächst nicht eindeutig zugeordnet werden.

1 Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) - Jahreswirtschaftsbericht 2024

2.2 Geschäftsverlauf

Die finanziellen Leistungsindikatoren stellen sich im Geschäftsverlauf wie folgt dar:

Kennzahlen

in Mio. EUR

2023 2022 Veränderung absolut Prognose 2023
Umsatzerlöse 3.872,1 3.712,0 160,1 4.721,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 118,4 90,8 27,6 94,0
Ergebnis vor Gewinnabführung 104,5 83,1 21,4 82,1
Investitionen 166,8 141,1 25,7 187,0

Die Stadtwerke haben für das Geschäftsjahr 2023 ein Ergebnis erwirtschaftet, welches um 22,4 Mio. EUR deutlich über der im Rahmen des Wirtschaftsplans getroffenen Prognose von 82,1 Mio. EUR liegt. Wesentlich dazu beigetragen haben die positiven Betriebsergebnisse im Systemmarkt sowie im Endkundenmarkt Großkunden. Entsprechend dem Ergebnisabführungsvertrag mit dem Gesellschafter wird das Ergebnis vor Gewinnabführung der Stadtwerke in voller Höhe an die LVV abgeführt.

Das Ergebnis vor Gewinnabführung von 104,5 Mio. EUR hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20,5 % erhöht. Positiv wirkten ein deutlich verbessertes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), welches das verminderte Beteiligungsergebnis und höhere Abschreibungen übersteigt. Die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus der preisbedingten Entwicklung im Endkundenmarkt.

Die im Geschäftsjahr 2023 getätigten Investitionen von 166,8 Mio. EUR entfallen mit 162,4 Mio. EUR auf Investitionen in das Sachanlagevermögen. Wesentlich hierbei ist der Konzessionserwerb im Strom und Gas in eingemeindeten Leipziger Ortsteilen mit Wirkung zum 1. Januar 2023. Weiterhin erfolgten Investitionen in das HKW Leipzig Süd, in Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen für das Strom-, Gas- und Fernwärmenetz sowie in dezentrale Erzeugungsanlagen. Die Abweichung zur Prognose resultiert im Wesentlichen aus Verschiebungen im Bauablauf sowie von Fertigstellungs- und Zahlungsterminen in das Folgejahr.

Die Leistungsfähigkeit der Stadtwerke zeigt sich nicht nur in wirtschaftlichen Kennzahlen. Als wichtige nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen entsprechend ihrer Steuerungsrelevanz für das operative Geschäft vor allem die Absatz- und Erzeugungsmengen. Darüber hinaus spielen die Mitarbeiterzahlen eine wichtige Rolle.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Einheit 2023 2022 Veränderung absolut Prognose 2023
Absatzmenge Strom GWh 1.119 1.124 -5 1.070
Absatzmenge Gas GWh 1.120 1.225 -105 1.215
Absatzmenge Fernwärme GWh 1.304 1.368 -64 1.437
Stromerzeugung GWh 921 597 324 1.225
Fernwärmeerzeugung GWh 1.019 559 460 1.065
Mitarbeiter VZK * 700 674 26 713

* Vollzeitkapazitäten (ohne Auszubildende)

Im Berichtsjahr 2023 belief sich der Stromabsatz auf 1.119 Gigawattstunden (GWh) und liegt damit 4,4 % über der im Rahmen des Wirtschaftsplanes getroffenen Prognose von 1.070 GWh. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Absatz um 0,4 % zurückgegangen.

Die Gradtagszahl (GT) betrug im laufenden Geschäftsjahr 2.887 und weist eine Abnahme um 145 GT gegenüber dem Vorjahreswert sowie eine Verringerung um 333 GT gegenüber der Prognose auf. Dieser Sachverhalt führt zu witterungsbedingt geringeren Absatzmengen für Gas (1.120 GWh) und Fernwärme (1.304 GWh).

Die Stromerzeugung der Eigenerzeugungsanlagen der Stadtwerke ist im Vergleich zum Vorjahr auf 921 GWh gestiegen. Die negative Abweichung im Vergleich zur Prognose resultiert im Wesentlichen aus der marktpreisbedingten Einsatzoptimierung der Erzeugungsanlagen im Querverbund entsprechend der Wärmebedarfe im Versorgungsgebiet der Stadtwerke.

Die Fernwärmeerzeugung lag im Jahr 2023 um 460 GWh über dem Wert des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Ursächlich hierfür ist die höhere Arbeitsverfügbarkeit der Heizkraftwerke Nord und Süd gegenüber der im Vorjahr modernisierungsbedingt geringeren Verfügbarkeit.

Im Berichtsjahr lag der Personalbestand bei durchschnittlich 700 VZK und steigt damit um 26 VZK gegenüber dem Vorjahr. Durch erfolgreiche Personalrekrutierung im kaufmännischen- und technischen Bereich reagieren die Stadtwerke auf den zusätzlichen Personalbedarf. Um eine bessere Vergleichbarkeit im Zeitablauf zu gewährleisten, wird die Zahl der Mitarbeitenden in Vollzeitkapazitäten (VZK) umgerechnet. Teilzeitbeschäftigte Mitarbeitende werden dabei entsprechend ihrem Anteil an der regulären Jahresarbeitszeit berücksichtigt.

2.3 Ertragslage

Ertragslage

in Mio. EUR

2023 2022 Veränderung absolut
Umsatzerlöse 3.872,1 3.712,0 160,1
Bestandsveränderungen 0,0 0,0 0,0
Aktivierte Eigenleistungen 1,3 2,0 -0,7
Materialaufwendungen -3.464,4 -3.452,5 -11,9
Sonstige betriebliche Erträge 20,2 37,2 -17,0
Personalaufwendungen -60,6 -51,5 -9,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen -131,3 -108,0 -23,3
Abschreibungen -111,3 -59,4 -51,9
Finanzergebnis -21,1 3,7 -24,8
Ergebnis nach Steuern 104,9 83,5 21,4
Sonstige Steuern -0,4 -0,4 0,0
Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführte Gewinne -104,5 -83,1 -21,4
Jahresüberschuss 0,0 0,0 0,0

Die Stadtwerke realisierten im Geschäftsjahr 2023 ein Ergebnis vor Gewinnabführung von 104,5 Mio. EUR und liegen damit um 21,4 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau. Sowohl die Umsatzerlöse als auch die Materialaufwendungen erhöhten sich gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Da die Umsatzerlöse überproportional stiegen, führte diese Entwicklung zu einer Verbesserung der Rohmarge.

Der Systemmarkt beeinflusst die Höhe der Umsatzerlöse und der Materialaufwendungen maßgeblich. Im Systemmarkt stehen handelsbedingt geringere Umsatzerlöse (419,3 Mio. EUR) geminderten Aufwendungen für Energiebezug aus Strom und Gas (485,8 Mio. EUR) gegenüber. Da sich die Aufwendungen aus dem Einkauf von Strom und Gas im Vergleich zu den Umsatzerlösen überproportional verringerten, führte dies zu einer Verbesserung des Ergebnisses im Systemmarkt um 13,2 Mio. EUR.

Im Endkundenmarkt Gas Privat- und Gewerbekunden nahmen die Materialaufwendungen um 30,4 Mio. EUR zu. Entsprechend dieser Marktpreisbewegung erhöhten sich die Umsatzerlöse gleichsam um 33,0 Mio. EUR. Die Absatzmengen entwickelten sich witterungsbedingt leicht rückläufig, sodass sich das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Mio. EUR erhöhte.

Im Endkundenmarkt Strom Privat- Und Gewerbekunden erhöhten sich sowohl die Umsatzerlöse (61,2 Mio. EUR), aufgrund der Weitergabe von erhöhten Beschaffungskosten, als auch die Materialaufwendungen (63,0 Mio. EUR) gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Da sich die Materialaufwendungen im Vergleich zu den Umsatzerlösen überproportional erhöhten, führte diese Entwicklung zu einer Verschlechterung der Rohmarge um 1,8 Mio. EUR. Die Absatzmengen im Endkundenmarkt Strom blieben auf Vorjahresniveau.

Im Endkundenmarkt Großkunden führte die Zunahme der Umsatzerlöse um 208,5 Mio. EUR im Vergleich zum Anstieg der Materialaufwendungen um 190,8 Mio. EUR zu einer deutlichen Verbesserung des Betriebsergebnisses im Vergleich zum Vorjahr.

In der Fernwärme sind vorwiegend witterungsbedingt leicht rückläufige Absatzmengen zu verzeichnen. Dennoch nahmen die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 276,6 Mio. EUR zu. Dem entgegen wirkten um 185,2 Mio. EUR höhere Materialaufwendungen sowie um 24,9 Mio. EUR erhöhte Abschreibungen. Die positive Entwicklung der Umsatzerlöse resultiert insbesondere aus der Vermarktung des Stroms aus den Fernwärmeerzeugungsanlagen der Stadtwerke. Insgesamt führt diese Entwicklung zu einer Verbesserung des Ergebnisses im Geschäftsfeld Fernwärme von 46,8 Mio. EUR.

Im Regulierten Markt Netze wirkten um 39,3 Mio. EUR höhere Umsatzerlöse, welchen ein um 11,8 Mio. EUR verringertes Finanzergebnis sowie um 11,8 Mio. EUR erhöhte Abschreibungen gegenüberstehen. Der Anstieg der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr resultiert insbesondere aus der Zuordnung der Erträge aus dem kaufmännischen Dienstleistungsvertrag mit der Netz Leipzig zum Regulierten Markt Netze sowie der Anstieg der Umsatzerlöse aus Pacht und Miete.

Im Regulierten Markt Erzeugung erzielte der Anlageneinsatz um 15,5 Mio. EUR verminderte Umsatzerlöse, welchen um 25,3 Mio. EUR geringere Materialaufwendungen gegenüberstehen. Darüber hinaus wirkten um 14,5 Mio. EUR höhere Abschreibungen sowie um 7,9 Mio. EUR verringerte sonstige betriebliche Erträge negativ, sodass das betriebliche Ergebnis des Regulierten Marktes Erzeugung im Vergleich zum Vorjahr um 12,9 Mio. EUR zurückging.

Die Zunahme der Personalaufwendungen um 9,1 Mio. EUR ist auf Vergütungsanpassungen der Tarifgruppe Energie des Arbeitgeberverbandes energie- und versorgungswirtschaftlicher Unternehmen e.V. (AVEU) sowie die gestiegene Mitarbeiterzahl zurückzuführen.

Das Finanzergebnis ist gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraumes um 24,8 Mio. EUR zurückgegangen. Die Minderungen betreffen sowohl das Beteiligungs- als auch das Zinsergebnis. Im Beteiligungsergebnis, welches um 18,7 Mio. EUR abnahm, wirkten hauptsächlich die mit den Tochtergesellschaften abgeschlossenen Ergebnisabführungsverträge. Die Netz Leipzig beendete das Geschäftsjahr 2023 mit einem negativen Ergebnis vor Verlustübernahme von 8,8 Mio. EUR (Vj.: Erträge vor Gewinnabführung 1,8 Mio. EUR), welches im Regulierten Markt Netze wirkt. Die LAS weist ein negatives Ergebnis vor Verlustübernahme von 1,1 Mio. EUR (Vj.: Erträge vor Gewinnabführung 0,6 Mio. EUR) und beeinflusst damit die Ergebnisse des Endkunden- und. des Regulierten Marktes. Dem entgegen wirkten im Endkundenmarkt Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von 2,5 Mio. EUR, welche sich im Wesentlichen aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Brillant Energie GmbH (Vj.: Aufwand vor Verlustübernahme 0,9 Mio. EUR) ergeben. Des Weiteren haben die Stadtwerke Erträge aus Beteiligungen von 1,6 Mio. EUR (Vj.: 8,9 Mio. EUR) vereinnahmt, welche überwiegend durch die Thüringenwind GmbH & Co. Tüngeda KG sowie die MEE-Projektgesellschaft 1 GmbH & Co. KG im Regulierten Markt Erzeugung generiert wurden. Im Vergleich zum Vorjahr (8,6 Mio. EUR) erfolgte im Berichtsjahr keine Ergebnisabführung der GPEC aufgrund einer Thesaurierung.

Die Verminderung des Zinsergebnisses um 6,2 Mio. EUR gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum resultiert insbesondere aus gestiegenen Zinsaufwendungen für Darlehen (8,0 Mio. EUR).

2.4 Finanzlage

Im Rahmen der in Anlehnung an DRS 21 erstellten Kapitalflussrechnung weisen die Stadtwerke zum 31. Dezember 2023 einen Finanzmittelbestand von 16,3 Mio. EUR basierend auf Kassenbeständen, Guthaben bei Banken sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Cash Pool aus. Im Vergleich zum Beginn des Geschäftsjahres hat sich dieser um 98,3 Mio. EUR reduziert.

Finanzlage

in Mio. EUR

2023 2022 Veränderung absolut
Mittelzufluss aus Unternehmenstätigkeit 268,7 139,2 129,5
Veränderung des Working Capitals -60,9 -101,4 40,5
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 207,8 37,8 170,0
Cash Flow aus Investitionstätigkeit -153,4 -118,8 -34,6
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit -152,7 194,1 -346,8
Zahlungswirksame Veränderungen Finanzmittelbestand -98,3 113,1 -211,4
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 114,6 1,5 113,1
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 16,3 114,6 -98,3

Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit liegt 207,8 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau. Dies resultiert im Wesentlichen aus Erhöhung des Ergebnisses vor Gewinnabführung, dem Anstieg der Abschreibungen sowie der Zunahme der langfristigen Rückstellungen.

Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit umfasst hauptsächlich Investitionen in das Anlagevermögen, insbesondere den Konzessionserwerb Strom und Gas, Investitionen in das HKW Leipzig Süd sowie Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen im Bereich Regulierte Netze sowie erhaltene Zinsen und Dividenden. Die Verringerung um 34,6 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Investitionsmaßnahmen gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit sind vorwiegend die unterjährige Gewinnabführung an den Gesellschafter von 61,6 Mio. EUR, Tilgungen von Darlehen über 61,0 Mio. EUR sowie gezahlte Zinsen berücksichtigt. Zudem erfolgte im laufenden Geschäftsjahr die Aufnahme von Gesellschafterdarlehen über 123,9 Mio. EUR sowie die Rückführung der im Dezember 2022 in Anspruch genommenen Gesellschafterkreditlinie für Margin Zahlungen von 105,0 Mio. EUR.

Die Liquidität war im gesamten Geschäftsjahr gesichert. Die Finanzierung erfolgt über die operative Geschäftstätigkeit, die Einbindung in den Cash Pool des Gesellschafters sowie über Darlehen. Zum Bilanzstichtag stehen nicht genutzte Kreditlinien von 40,0 Mio. EUR zur Verfügung.

2.5 Vermögenslage

Die Bilanzsumme von 1.328,6 Mio. EUR veränderte sich im Vergleich zum 31. Dezember 2022 um 14,1 Mio. EUR. Die Vermögensstruktur wird vor allem von langfristigen Vermögenswerten, hauptsächlich dem Sach- und Finanzanlagevermögen, geprägt.

Vermögenslage

in Mio. EUR

31.12.2023 31.12.2022 Veränderung absolut
Aktiva
Anlagevermögen 884,6 838,1 46,5
Sonstige langfristige Vermögensgegenstände 0 0,0 0,0
Langfristige Vermögenswerte 884,6 838,1 46,5
Vorräte 27,1 14,6 12,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 241,0 69,2 171,8
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 68,0 155,6 -87,6
davon: Cash Pool 23,0 129,0 -106,0
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,0 0,0 0,0
Sonstige kurzfristige Vermögensgegenstände 70,0 237,1 -167,1
Liquide Mittel 35,0 20,0 15,0
Kurzfristige Vermögenswerte 441,1 496,5 -55,4
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 2,9 8,1 -5,2
1.328,6 1.342,7 -14,1
Passiva
Eigenkapital 260,6 260,6 0,0
Sonderposten 68,1 57,3 10,8
Langfristige Rückstellungen 79,0 54,5 24,5
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,0 1,3 -1,3
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 496,9 439,3 57,6
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 575,9 495,1 80,8
Kurzfristige Rückstellungen 94,7 105,7 -11,0
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1,3 1,3 0,0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4,2 1,8 2,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 124,8 134,0 -9,2
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 155,3 229,9 -74,6
davon: Cash Pool 41,7 34,4 7,3
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,1 0,1 0,0
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 43,5 56,7 -13,2
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 423,9 529,5 -105,6
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 0,1 0,2 -0,1
1.328,6 1.342,7 -14,1

Die auf der Aktivseite erfassten langfristigen Vermögenswerte weisen branchenüblich ein hohes Anlagevermögen aus, das vorwiegend die Strom-, Gas- und Fernwärmenetze sowie Erzeugungsanlagen abbildet.

Die im Geschäftsjahr 2023 getätigten Investitionen in das Sachanlagevermögen von 162,4 Mio. EUR (Vj.: 134,4 Mio. EUR) lagen über den Abschreibungen. Die immateriellen Vermögensgegenstände sind zum 31. Dezember 2023 mit 6,1 Mio. EUR (Vj.: 4,9 Mio. EUR) bilanziert. Zudem verringerte sich das Finanzanlagevermögen um 0,8 Mio. EUR, im Wesentlichen durch eine Kapitalentnahme bei verbundenen Unternehmen. Dem entgegen wirken Anteilszugänge für Gesellschaften aus dem Sektor der Erneuerbaren Energien.

Die kurzfristigen Vermögenswerte, welche überwiegend das Umlaufvermögen betreffen, nahmen um 11,2 % ab. Ursächlich hierfür ist der Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 56,3 % sowie die Abnahme der sonstigen kurzfristigen Vermögensgegenstände, welche im Wesentlichen durch die Entwicklung von Margin Zahlungen geprägt sind. Dementgegen wirkt die Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 248,3 %. Der Bestand liquider Mittel betrifft Bankguthaben.

Die Rentabilität des Eigenkapitals beträgt 40,1 % (Vj.: 31,9 %). Der Anstieg begründet sich durch das um 21,4 Mio. EUR höhere Ergebnis vor Gewinnausschüttung und das unverändert gebliebene Eigenkapital. Darüber hinaus erhöht sich die Eigenkapitalquote, infolge der Verringerung der Bilanzsumme um 14,1 Mio. EUR, auf 19,6 % (Vj.: 19,4 %).

Die langfristigen Rückstellungen weisen eine Erhöhung auf, welche insbesondere Rückstellungen für drohende Verluste betreffen. Die Veränderung in den kurzfristigen Rückstellungen zum Vorjahresstichtag ist durch Umgliederung bedingt.

Die Entwicklung der langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen sind durch die Neuaufnahme von Darlehen und planmäßige Tilgungen gekennzeichnet. Im Geschäftsjahr 2023 wurden Gesellschafterdarlehen in Höhe von 123,9 Mio. EUR aufgenommen. Darüber hinaus erfolgte die Rückführung der kurzzeitig in Anspruch genommen Gesellschafterkreditlinie von 105,0 Mio. EUR.

2.6 Mitarbeiter und Beschäftigtenpolitik

Zum 31. Dezember 2023 beschäftigten die Stadtwerke 755 Mitarbeiter.

Die Leipziger Stadtwerke-Gruppe hat auch im Jahr 2023 auf eine fokussierte und zukunftsfähige Personalarbeit gesetzt. Die Ausrichtung der Personalstrategie an der Unternehmensstrategie ist hierbei wesentliche Grundvoraussetzung. Dabei rücken die Themen der Personalgewinnung, -bindung und -entwicklung weiter in den Mittelpunkt nachhaltiger Personalarbeit.

Die Unternehmensgruppe wurde auch im Jahr 2023 als attraktiver und krisensicherer Arbeitgeber in der Region wahrgenommen. Dies ist eine wichtige Basis, um die steigenden Herausforderungen in der Rekrutierung von Fachkräften - vor allem in hochspezialisierten Berufsgruppen - fortlaufend zu meistern. Damit den Anforderungen des Arbeitsmarktes weiterhin positiv begegnet werden kann, wurde die Arbeitgebermarke der Leipziger Stadtwerke-Gruppe weiter geschärft und eine Arbeitgeberkampagne mit ausgeprägter Innen- und Außenwirkung gestartet. Die so entwickelte Kommunikation soll in konzeptioneller und operativer Hinsicht in der Zukunft weiter ausgebaut werden, um anhaltend eine starke Arbeitgebermarke zu präsentieren.

Erfolgreiche Projekte aus den Vorjahren werden darüber hinaus fortgeführt und weiterentwickelt. Hierzu gehören unter anderem die weitere Etablierung der neuen Arbeitswelten mit Desksharing, Telearbeit und mobiler Arbeit, aber auch die Fortführung von Entwicklungsprogrammen speziell für die Zielgruppe der Führungskräfte und Mitarbeitenden (Talentprogramm "Energizer"). Als wichtiges Element der Nachwuchskräftegewinnung sind weiterhin die Eigenausbildung, vor allem im gewerblich-technischen Bereich, sowie der Einsatz von Praktikanten und engagierten Werkstudenten verschiedener Studiengänge vorgesehen. In diesem Zusammenhang werden beständig Routinen zur systematischen Nachfolgebesetzung bei Altersabgängen gelebt und die Prozesse rund um erforderlichen Wissenstransfer ausgebaut.

Im Bereich der Arbeitssicherheit und im Gesundheitsschutz bildet der ganzheitliche Präventionsansatz die Basis für das Handeln. Die Einhaltung der staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Anforderungen an die Einrichtung der Arbeitsplätze und Anlagen wird mit dem Instrument der Gefährdungsbeurteilungen überwacht. Zur Erhaltung und kontinuierlichen Verbesserung des erreichten Sicherheitsniveaus wird auf eine gezielte Weiterbildung sowie den aktiven Wissenstransfer gesetzt. Die Quote meldepflichtiger Arbeitsunfälle pro 1.000 Beschäftigte lag im Jahr 2023 bei der Stadtwerke Leipzig GmbH bei 2,6 ‰ und damit erneut deutlich unter der Durchschnittsquote der beim gesetzlichen Unfallversicherer gemeldeten Arbeitsunfälle von 12,1 ‰ für das Jahr 2022.

2.7 Tätigkeitsabschlüsse

Mit ihren Tätigkeitsabschlüssen zum 31. Dezember 2023 erfüllen die Stadtwerke die Berichtspflicht nach §6b EnWG. Die Geschäftsfelder umfassen die Tätigkeiten der Elektrizitätsverteilung und der Gasverteilung sowie andere Tätigkeiten innerhalb beziehungsweise außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors.

Die Grundlage für die Zuordnung sämtlicher Geschäftsvorfälle zu den Tätigkeiten bilden tätigkeitsbezogene Zusatzkontierungen, die allen Buchungen mitgegeben werden.

Gemessen am Gesamtumsatz des Unternehmens von 3.872.147 TEUR weisen die Tätigkeitsbereiche Elektrizitätsverteilung (51.197 TEUR) und Gasverteilung (17.760 TEUR) im Berichtsjahr einen vergleichsweise geringen Umsatz aus.

Das Ergebnis der Tätigkeit Elektrizitätsverteilung der Stadtwerke wird von Umsatzerlösen aus der Verpachtung des Stromnetzes an die Netz Leipzig, den Erlösen aus der Verpachtung von Grundstücken und Gebäuden, die zum Betrieb des Stromnetzes erforderlich sind und Erlösen aus Weiterverrechnung der Konzessionsabgabe bestimmt. Diesen Posten stehen sonstige betriebliche Aufwendungen, hauptsächlich die Konzessionsabgabe, Anschlusskostenbeiträge sowie Abschreibungen auf Sachanlagen gegenüber. Die Elektrizitätsverteilung weist für das Berichtsjahr ein Ergebnis nach Steuern von 6.668 TEUR (Vj.: 8.485 TEUR) auf. Die Bilanzsumme des Tätigkeitsbereiches Elektrizitätsverteilung beträgt 163.571 TEUR (Vj.: 134.486 TEUR).

Dies entspricht 12,3 % (Vj.: 10,0 %) der Bilanzsumme der Stadtwerke. Das Anlagevermögen stieg im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres um 27.687 TEUR auf 161.711 TEUR. Der Bestand an Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen erhöhte sich um 1.398 TEUR auf 1.860 TEUR. Innerhalb der Passiva verringerte sich das zugeordnete Eigenkapital von 61.239 TEUR auf 49.052 TEUR. Die Verbindlichkeiten stiegen von 46.054 TEUR auf 78.931 TEUR.

Im Ergebnis der Tätigkeit Gasverteilung sind Umsatzerlöse aus der Verpachtung des Gasnetzes an die Netz Leipzig, Erlöse aus der Verpachtung von Grundstücken und Gebäuden, die zum Betrieb des Gasnetzes erforderlich sind und Erlöse aus der Weiterverrechnung der Konzessionsabgabe an die Netz Leipzig enthalten.

Diesen Posten stehen im Wesentlichen Abschreibungen auf Sachanlagen, Aufwendungen aus Konzessionsabgabe sowie Anschlusskostenbeiträge in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gegenüber. Der Tätigkeitsbereich Gasverteilung realisierte im Berichtsjahr ein Ergebnis nach Steuern von -3.266 TEUR (Vj.: 153 TEUR). Die Bilanzsumme der Tätigkeit Gasverteilung steuert mit 125.581 TEUR (Vj.: 108.038 TEUR) einen Anteil von 9,5 % (Vj.: 8,0 %) zur Bilanzsumme der Stadtwerke bei. Das Anlagevermögen stieg im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres um 17.023 TEUR auf 125.106 TEUR. Der Bestand an Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen erhöhte sich um 519 TEUR auf 476 TEUR. Innerhalb der Passiva sank das zugeordnete Eigenkapital von 52.737 TEUR auf 50.421 TEUR. Die Verbindlichkeiten stiegen von 43.384 TEUR auf 61.264 TEUR.

3 Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

3.1 Risikobericht

Die Stadtwerke Leipzig begegnen unternehmensweiten Risiken durch den Einsatz eines Risikomanagementsystems, welches die aus Sicht der Stadtwerke bestehenden Risiken im regulatorischen, branchenspezifischen und finanzwirtschaftlichen Umfeld umfasst. Die Relevanz für das Fortbestehen beziehungsweise für die Ergebniswirkung der genannten Risiken ist jeweils abhängig vom Ausmaß der äußeren Einflüsse. Risiken, die den Fortbestand der Stadtwerke gefährden könnten, sind nicht erkennbar.

3.1.1 Risikomanagementsystem

Die Stadtwerke verfügen über ein Risikomanagementsystem zur kontinuierlichen Identifikation und Verfolgung unternehmensweiter Risiken, dessen Prozesse und Strukturen das gesamte Unternehmen abdecken und auf die Geschäftsführung als Empfänger verdichteter Informationen ausgerichtet ist.

Das Risikoportfolio der Unternehmensgruppe enthält alle identifizierten Risiken und wird in der jährlichen Risikoinventur überprüft und aktualisiert. Dies umfasst unter anderem die Klassifizierung der Risiken auf Basis der möglichen Schadenshöhe und unter Berücksichtigung risikosteuernder Maßnahmen sowie der Gewichtung mit der Eintrittswahrscheinlichkeit. Darüber hinaus wird die Ausprägung der Risikolimitierung auf der Grundlage einheitlich vorgegebener Ermittlungsschritte zur Ableitung risikospezifischer Frühwarnindikatoren und Messverfahren berücksichtigt.

Die Verfolgung der im Risikoportfolio registrierten Risiken erfolgt im Risikoreporting. Berichtsgegenstand und -frequenz richten sich nach den analysebezogenen Vorgaben des Risikoportfolios. Ausgehend von den Risikospezialisten wird die Information an die Geschäftsführung der Stadtwerke sowie an die LVV in aggregierter Form berichtet.

Die Stadtwerke haben regelmäßig tagende Gremien zur Risikosteuerung installiert. Der Corporate Risk Management-Risikoausschuss der Unternehmensgruppe der Stadtwerke tagt mindestens einmal jährlich. Seine Aufgabe ist die Beschlussfassung und Entscheidung über die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems der Unternehmensgruppe sowie über Inhalte und Fragen, welche die Mehrheit der Organisationsbereiche betreffen, vor allem auch die Vorbereitung und Schwerpunktsetzung der jährlichen Risikoinventur.

Das Risikokomitee als Instrument der Marktsteuerung hat die Aufgabe, die Umsetzung der vorgegebenen Strategie und Risikopolitik im Systemmarkt und in der Wertschöpfungskette sicherzustellen.

3.1.2 Regulatorische Risiken

Regulatorische Risiken werden in den Vorgaben des EnWG, den Verordnungen, insbesondere der Anreizregulierungsverordnung (ARegV) und den Netzentgeltverordnungen, den Festlegungen und Bescheiden der Regulierungsbehörden sowie den daraus resultierenden Absenkungspfaden der Erlösobergrenzen für Netzentgelte gesehen. Überdies können sich weitere Risiken aus neuen, zum Zeitpunkt der Basisjahre für die Entgeltgenehmigungen nicht bekannten Aufgaben und damit verbundenen Kosten ergeben.

Ein strategischer Schwerpunkt der Netz Leipzig ist der erfolgreiche Transfer des Gasnetzes zum klimaneutralen Wärmenetz. Der wirtschaftliche Erfolg dieses Transfers wird maßgeblich von den künftigen regulatorischen und klimapolitischen Rahmenbedingungen abhängen.

3.1.3 Umfeld- und Branchenrisiken

Umfeld- und Branchenrisiken sind hauptsächlich in der Beurteilung der Veränderungen im wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Umfeld sowie in den Reaktionen darauf zu finden.

Im energiepolitischen Umfeld können sich insbesondere aus kurzfristigen Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen leistungswirtschaftliche Risiken ergeben.

Diesen Risiken wird mit systematischen Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen entgegengewirkt.

Im Systemmarkt führt in erster Linie die Volatilität der Marktpreise für Strom, Gas und Emissionsrechte zu allgemeinen Risiken aus Handelsgeschäften. Die schwankenden Marktpreise führen bei Preissteigerungen zu einem signifikanten Anstieg der Volatilität aus den an der Börse zu hinterlegenden Sicherheitsleistungen für abgeschlossenen Kauf- und Verkaufsgeschäfte und einem daraus resultierenden kurzfristigen Liquiditätsfluss. Hier wirkt der stetig wachsende Einfluss der erneuerbaren Energien in der Preisbildung. Ferner sind die systemisch bedingt hohen Anforderungen an das Bilanzkreismanagement und die Stellung von Sicherheiten an den verschiedenen Handelsplätzen zu berücksichtigen. Zur Deckung des kurzfristigen Liquiditätsbedarfes stehen die Ressourcen aus der Einbindung in den Cash Pool des Gesellschafters zur Verfügung.

Dem fortdauernden Marktpreisrisiko aus fallenden Erzeugermargen für konventionelle Energieerzeugungsanlagen wird mit rollierender Optimierung des Anlageneinsatzes sowie der Nutzung der Marktzugänge am Terminmarkt, am Spotmarkt und von Systemdienstleistungen begegnet.

Beim Betreiben von Energieerzeugungsanlagen liegen die Risiken in Betriebsstörungen, Produktionsausfällen und Versorgungsunterbrechungen. Mithilfe regelmäßiger Wartung und Instandhaltung sowie Versicherungen für wesentliche Folgen potenzieller Schadenseintritte werden diese Risiken begrenzt. Für neu zu errichtende Erzeugungsanlagen bestehen Risiken in der Bauverzögerung und in erfolgreichen Klagen gegen Baugenehmigungen sowie der allgemeinen Marktpreissteigerung der Baukosten.

Im Endkundenmarkt kann die noch immer stark reduzierte Bau- und Vertriebstätigkeit in der Immobilienbranche zum einen negative Auswirkungen auf die Akquisitionsleistung der Stadtwerke in diesem Segment haben, zum anderen bleibt die Insolvenzgefahr bei Bauträgern und Projektentwicklern hoch. Im Handel, im produzierenden Gewerbe und in der Gastronomie, lassen sich gestiegene Erzeugerpreise weiterhin nur schwer durchsetzen. Es besteht die Gefahr, dass Kunden ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen unter Umständen nicht oder nicht fristgemäß nachkommen. In der Geschäftsanbahnungsphase wird daher stringent die Bonität potenzieller Kunden geprüft. Zur Begrenzung des Adressausfallrisikos wird insbesondere bei Großkunden prinzipiell vor Aufnahme von Vertragsverhandlungen und vor Abgabe eines verbindlichen Angebotes eine Bonitätsanalyse durchgeführt. Entsprechende Lieferverträge und Zahlungsbedingungen wirken zudem dem Kreditausfallrisiko entgegen. Darüber hinaus ist ein konsequentes Forderungsmanagement implementiert, sodass dem Risiko von Forderungsausfällen und Insolvenzen zeitnah begegnet und gegebenenfalls Vorsorge getroffen werden kann.

Der steigenden Komplexität am Markt und dem Wunsch der Kunden nach Unterstützung bei der Entwicklung in Richtung CO 2 -Neutralität begegnen die Stadtwerke unter anderem durch eine verstärkt beratungsorientierte Vertriebspolitik sowie mit kundenorientierten Produkten und Dienstleistungen.

Darüber hinaus bestehen Marktverdrängungsrisiken durch Aktionen des Wettbewerbs. Dem wirken verstärkte Präsenz von Onlineprodukten auf Vergleichsportalen für Privatkunden sowie die stetige Entwicklung der Kundenschnittstellen (Kundenportal) entgegen. Die Zusammenarbeit mit Marktpartnern ermöglicht es den Stadtwerken im Commodity-Bereich an größeren Ausschreibungen erfolgreich teilzunehmen und auch bei großen Volumina geplante Margen durchzusetzen. Folgeaufträge auf erfolgreich umgesetzte Projekte reduzieren zum Teil den Wettbewerbsdruck, weshalb eine umfassende Kundenbetreuung und -zuwendung zunehmend ein entscheidendes Kriterium für die erfolgreiche Marktbearbeitung darstellt. Die Kooperation mit potenziellen Wettbewerbern erweitert zum einen das Know-how der Stadtwerke und macht es zum anderen möglich, in bereits bestehende Projektstrukturen einzutreten und Entwicklungen schneller voranzutreiben. Durch geplante Asset- oder Share-Deals soll die Erweiterung der Wertschöpfungstiefe erreicht und dem Mangel an Fachkräften entgegengewirkt werden.

Im Bereich Netze können im Zusammenhang mit Versorgungsunterbrechungen und Funktionsfehlern der technischen Anlagen Risiken auftreten. Durch regelmäßige Instandhaltungen und Investitionen in die Netze und Anlagen wird diesen Risiken entgegengewirkt.

Für die Biomasse-, Windkraft- und Photovoltaikanlagen bestehen Risiken aus steigenden Brennstoffpreisen beziehungsweise aus zu schwachem Windaufkommen oder geringerer Sonneneinstrahlung und Unterbrechungen auf Grund von Betriebsstörungen. Daneben bestehen für Neuanlagen Vermarktungsrisiken aufgrund gesetzlicher Neuregelungen von Förderungsmöglichkeiten oder sinkender Marktpreise. Durch den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien nimmt der Preisdruck auf diese Anlagen zu, was zu wirtschaftlichen Risiken führt. Dem wird durch eine aktive Bewirtschaftung des EE-Segments entgegengewirkt.

Im Rahmen der Projektentwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien kann es Risiken bezüglich der Umsetzbarkeit geben. Diese können aus Verzögerungen bezüglich des Abschlusses von Nutzungsverträgen für die Standorte der technischen Anlagen, Kabeltrassen und Zuwegungen sowie aus später vorliegenden Baugenehmigungen oder der Partnersuche für diese Projekte resultieren. Weitere mögliche Risiken können die Wirtschaftlichkeit betreffen. Diese werden beeinflusst vom Erfolg der Erzielung eines angemessenen EEG-Zuschlages beziehungsweise einer sonstigen Stromvermarktung in den entsprechenden Ausschreibungen und den allgemeinen Kostensteigerungen der Baubranche und im Anlagenbau.

3.1.4 Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzwirtschaftliche Risiken bestehen vor allem im Hinblick auf das Finanzierungskostenrisiko. Das Finanzierungsportfolio der Stadtwerke ist überwiegend durch Gesellschafterdarlehen der LVV geprägt, die auf festverzinslicher Basis vereinbart worden sind und somit keinem Zinsänderungsrisiko unterliegen. Dem Risiko einer eingeschränkten Verfügbarkeit von Kreditmitteln wird durch eine Wirtschaftsplanung auf Konzernebene der LVV begegnet, die sich am Verschuldungsgrad ausrichtet und die mögliche Fremdfinanzierung berücksichtigt.

Das Finanzierungsportfolio der GPEC ist durch Bankendarlehen beziehungsweise durch Schuldverschreibungen geprägt, die auf variabel verzinslicher Basis vereinbart worden sind (3 M WIBOR) und somit einem Zinsänderungsrisiko unterliegen. Ab dem Jahr 2024 wird die GPEC ebenfalls ihr Finanzierungsportfolio durch festverzinsliche Gesellschafterdarlehen der LVV diversifizieren, um das Zinsänderungsrisiko zu senken. Dem darüber hinaus bestehendem Zinsänderungsrisiko begegnet die GPEC mit kontinuierlicher Beobachtung der Zinsentwicklung und aktivem Cash-Management.

Zur Begrenzung des Adressausfallrisikos wird bei allen Handelspartnern prinzipiell vor Aufnahme von Vertragsverhandlungen und vor Abgabe eines verbindlichen Angebotes eine Bonitätsanalyse durchgeführt. Dem Händlerausfallrisiko wird durch die Vergabe und Überwachung von Limiten und einem diversifizierten Beschaffungsportfolio begegnet. Das Risikomanagement bedient sich dafür externer und interner Ratinganalysen.

Wechselkursrisiken, die die jährlichen Dividendenzahlungen der GPEC implizieren, wird mit kontinuierlicher Beobachtung der Kursentwicklung zwischen Euro und Złoty begegnet. Sind Höhe und Zeitpunkt der Ausschüttung bekannt, findet eine Absicherung des Devisenterminkurses statt.

Bei Finanzderivaten mit positiven Marktwerten können sich Ausfallrisiken bei bonitätsschwachen Kontrahenten in entsprechender Höhe ergeben. Deshalb werden Finanzderivate durch die Stadtwerke nur mit ausgewählten europäischen Finanzinstituten abgeschlossen, für die die Konzernfinanzierung eine Empfehlung ausgesprochen hat. Die Auswahl erfolgt hierbei nach konzerneinheitlichen Diversifikations- und Bonitätskriterien.

3.1.5 Sonstige Risiken

Die sonstigen Risiken beziehen sich vorrangig auf Risiken, die sich aus dem Ausfall von IT-Systemen ergeben können. Dazu gehören unter anderem die Nicht-Verfügbarkeit von Systemen, die unautorisierte Verwendung von Daten sowie die Angreifbarkeit der Systeme von außen. In der Folge sind negative ergebnis- und liquiditätsbezogene Wirkungen möglich, wie zum Beispiel eine Verzögerung bei der Rechnungslegung oder nicht schließbare Handelspositionen. Für den Erhalt und Ausbau des hohen Standards der IT-Sicherheit werden laufend Sicherheitsanalysen und Notfallübungen sowie Penetrationstests, die die Angreifbarkeit der IT-Systeme von außen überprüfen, durchgeführt. Infolgedessen werden die Sicherheitssysteme erweitert und angepasst.

Hinsichtlich der kritischen Infrastrukturen wird der Stadtwerke- und L-Gruppenweite Wissenstransfer durch eine dedizierte Informationssicherheitsmanagementrolle (ISMS Koordinator) in Zusammenarbeit mit den Beteiligungsunternehmen und der betroffenen KRITIS Bereiche der Stadtwerke Gruppe sichergestellt. Diese unterstützt die gemeinsame Ent- beziehungsweise Weiterentwicklung von gruppenweiten ISMS_Belangen.

Dadurch werden die Wirksamkeit und Konsistenz der technischen Maßnahmen auch organisatorisch sichergestellt. Besonders zu erwähnen ist die vorfristige Inbetriebnahme und Einführung eines einheitlichen Service/Systems zur Angriffserkennung gemäß §11 (1d) EnWG und § 8a (1a) BSIG für die Netze und die Erzeugung.

Die Tochtergesellschaft Netz Leipzig hat die Anforderungen des IT-Sicherheitskatalogs gern. §11 (1a) Energiewirtschaftsgesetz für die Systeme und Prozesse, die für einen sicheren Netzbetrieb in den Sparten Strom und Gas notwendig sind, umgesetzt und entsprechend zertifiziert. Die Bereiche Erzeugung und Energiehandel planen die betreffenden Anforderungen fristgerecht umzusetzen und ein ISMS für die jeweiligen Anwendungsbereiche einzuführen. Hierbei ist eine Harmonisierung von Prozessen und Anweisungen innerhalb der Stadtwerke-Gruppe von entscheidender Bedeutung, um effektiv und effizient auf eine dynamische Gefährdungslage reagieren zu können.

Im Fall von Großschadensereignissen greifen die Stadtwerke auf das implementierte Krisenmanagementsystem zurück, welches jährlich auf Aktualität und Ergänzungsbedarf hin überprüft und entsprechend angepasst wird.

3.2 Chancenbericht

Aus Sicht der Stadtwerke bestehen Chancen im regulatorischen, branchenspezifischen sowie leistungs- und finanzwirtschaftlichen Umfeld und einer günstigen Marktentwicklung. Die Relevanz für die Ergebniswirkung der genannten Chancen ist jeweils abhängig vom Ausmaß der äußeren Einflüsse.

3.2.1 Regulatorische Chancen

Die künftige Entwicklung der Tochtergesellschaft Netz Leipzig wird im Wesentlichen durch die Anreizregulierung sowie die Festlegungen der Regulierungsbehörden bestimmt. Anpassungen des Regulierungsrahmens zur Ermöglichung der Wärmewende werden perspektivisch erwartet. Mit der ARegV wurden relativ stabile Rahmenbedingungen auf der Erlösseite geschaffen.

Durch eine engagierte Verbandsarbeit sowie ein aktives Regulierungsmanagement versucht die Netz Leipzig, die unternehmerischen Risiken, die sich vor allem in Bezug auf die Auslegungspraxis der Bestimmungen durch die Regulierungsbehörde ergeben können, bereits im Vorfeld zu minimieren und aktiv Chancen wahrzunehmen.

Die Regulierungsbehörden werden auch künftig das Ziel verfolgen, vor dem Hintergrund der aktuellen Preisentwicklung auf den Energiemärkten die Entgelte der Netzbetreiber weiterhin auf einem niedrigen Niveau zu halten oder weiter abzusenken. Durch die Entkopplung der zulässigen Erlöse von den tatsächlichen Kosten bestehen Chancen und Risiken hinsichtlich der Erschließung von Effizienzpotenzialen.

3.2.2 Umfeld- und Branchenchancen

Bei einer konsequenten Begleitung der ambitionierten Klimaschutzziele durch gesetzgeberisches Handeln ergeben sich aus der Gestaltung der Energie- und Klimapolitik grundsätzlich Chancen. Dies gilt insbesondere, wenn die Zielsetzungen eines erhöhten Zubaus erneuerbarer Energien, dem perspektivischen Einsatz von grünem Wasserstoff und einer Stärkung der Kraft-Wärme-Kopplung durch die gesetzlichen Regelungen auf Bundesebene flankiert und überprüft werden. Um die energie- und klimapolitischen Zielsetzungen im notwendigen Zeitrahmen umzusetzen, sind vor dem Hintergrund langfristiger Investitionen im Bereich der Infrastruktur- und Versorgungswirtschaft stabile Rahmenbedingungen notwendig.

Den Herausforderungen der Wärmeversorgungssicherheit in Bezug auf die Brennstoffe im Raum Pommern begegnet die GPEC Gruppe mit einer frühzeitigen und auf mehrere Lieferanten verteilten Einkaufsstrategie bei den Einsatzstoffen für ihre Erzeugungsquellen. Ebenfalls ist man im engen Austausch und Abstimmung mit dem Wärmevorlieferanten in Gdansk.

Im Systemmarkt ergeben sich Chancen aus der Digitalisierung, neuen Handelsplätzen an den Großhandelsmärkten, dem Heben von Automatisierungspotentialen sowie neuen Erlösmöglichkeiten im Rahmen Erneuerbaren Energien. Daneben bietet ein volatiler Großhandelsmarkt Chancen aus der Nutzung von Preisdifferenzen an den Märkten.

Markt- und Anlageneinsatzchancen sind im Energiemarktdesign sowie in vertraglichen und regulatorischen Marktentwicklungen zu finden. Durch die weitere Flexibilisierung der Vermarktung und Steuerung des Anlagenparks sowie den Zubau von emissionsfreien Fernwärmeerzeugungsanlagen sind Chancen bei einem steigenden Strom/Gas/CO 2 -Spread in der Strom- und Wärmeerzeugung gegeben.

Für die Biomasseanlagen ergeben sich Chancen aus fallenden Brennstoffpreisen. Bei hohen Strompreisen an den Großhandelsmärkten bestehen darüber hinaus Chancen aus der ungeförderten Direktvermarktung.

Bei den Windkraftanlagen bestehen Chancen in einem stärkeren Windaufkommen als geplant und in der Direktvermarktung. Das witterungsabhängige Wärmegeschäft kann unter Berücksichtigung der Temperaturschwankungen gleichermaßen in beide Richtungen beeinflusst werden.

Weitere Chancen stellen die beabsichtigte Erweiterung des Erneuerbare-Energien-Portfolios dar.

Im Endkundenmarkt liegen die Chancen in der schnelleren Umsetzung des Transfers der Wärmeversorgung weg von den fossilen Brennstoffen hin zu regenerativen Technologien. Die Kommunale Wärmeplanung stellt einen Katalysator der Energiewende dar und eröffnet, auch in der Region, neue Marktchancen in Form von Umsetzungsprojekten, welche sich aus dedizierten Energiekonzepten entwickeln.

3.2.3 Finanzwirtschaftliche Chancen

Aufgrund des steigenden Zinsniveaus ist die Aufnahme von Gesellschafterdarlehen der LVV zu Konditionen, die unter dem Planzinsniveau liegen, weniger möglich. Chancen auf die Reduzierung der geplanten Zinsaufwendungen ergeben sich jedoch aus der Aufnahme von Darlehen, die hinsichtlich ihrer Höhe und dem Aufnahmezeitpunkt konsequent auf den tatsächlichen Finanzierungsbedarf ausgerichtet sind.

3.2.4 Sonstige Chancen

Die Digitalisierung wird als wichtige strategische Grundlage für ein kontinuierliches Wachstum im Unternehmen gesehen. Deshalb werden stetig neue Voraussetzungen geschaffen, die Ideen und innovative Technologien im Unternehmen weiter voranzutreiben. Das integrierte Ideen- und Innovationsmanagement bietet die Möglichkeit, kreative Lösungen, Vorschläge sowie Verbesserungen gezielt und erfolgreich umzusetzen. Darüber hinaus werden der Zugang zu einer optimalen Ausstattung mit Ressourcen sowie Methoden ermöglicht und Entscheidungsprozesse unterstützt.

3.3 Prognosebericht

Auf Basis der im Jahr 2023 erstellten und durch den Aufsichtsrat bestätigten Wirtschaftsplanung prognostizieren die Stadtwerke für das Geschäftsjahr 2024 ein Ergebnis vor Gewinnabführung von 93,7 Mio. EUR. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 werden bei einer verringerten Rohmarge steigende Personalaufwendungen, ein vermindertes Zinsergebnis sowie niedrigere Abschreibungen erwartet. Das Ergebnis des Folgejahres wird auf gleichem Niveau erwartet.

Für das Jahr 2024 sind bilanzwirksame Investitionen in das Anlagevermögen von 180,1 Mio. EUR geplant. Davon entfallen 88,2 %, dies entspricht 158,9 Mio. EUR, auf Investitionen in das Sachanlagevermögen. Hierin berücksichtigt ist insbesondere das Zukunftskonzept Wärmeversorgung, welches Investitionen in dezentrale Erzeugungsanlagen verschiedener Energieträger (zum Beispiel EEG- und Solarthermie-Anlagen) sowie weitere Speicherkapazitäten zur Sicherung der Fernwärmeversorgung beinhaltet, umfasst. Ebenso sind Investitionen zum Ausbau und zur Erweiterung des Fernwärmenetzes, Nahwärmelösungen, medienunabhängige Energiedienstleistungen sowie für das Produktsegment Submetering geplant.

Für die Absatzmengen im Bereich Strom und Fernwärme wird im Folgejahr ein konstantes Niveau erwartet.

Im Bereich Gas wird für das Jahr 2024 ein leichter Anstieg der Absatzmengen auf 1.911 GWh prognostiziert.

Trotz des avisierten Zubaus von Erzeugungskapazitäten sind aufgrund der Entwicklung der Erzeugungsmargen im Folgejahr sinkende Erzeugungsmengen für Strom (1.133 GWh) sowie für Fernwärme (876 GWh) prognostiziert. Darüber hinaus steigt mittelfristig durch den sukzessiven Ausstieg aus dem Wärmebezug aus Lippendorf und der Umsetzung des Wärmemarktkonzeptes sowie alternativer Technologien die Eigenerzeugung von Strom und Wärme.

Für das Jahr 2024 wird von einem Anstieg der beschäftigten Mitarbeitenden auf 761 VZK, insbesondere aufgrund der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung sowie des geschäftsbezogenen Wachstums in den Bereichen Erneuerbare Energien und E-Mobilität, ausgegangen.

Unter Berücksichtigung der politisch-regulatorischen und wettbewerblichen Rahmenbedingungen, die hauptsächlich die marktnahen Geschäftsfelder im System- und Endkundenmarkt stark beeinflussen, werden die Umsatzerlöse im kommenden Jahr auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2023 liegen.

Als wesentlicher Faktor wird weiterhin die wachsende Volatilität und Diversifizierung der Erzeugung gesehen. Grundlegende Elemente sind die energiepolitische Fokussierung der sukzessiven Dekarbonisierung, die weiter zunehmende Dezentralität der Erzeugung sowie die Digitalisierung.

Die Strom- und Gaspreise am Großhandelsmarkt sind im Jahr 2023 verglichen mit dem Vorjahr gesunken und es ist zukünftig von einer Preisstabilisierungsphase auszugehen. Es wird erwartet, dass die negative Differenz zwischen dem erlösten Strompreis und den eingesetzten Brennstoff- und Emissionskosten (Clean Spark Spread) in konventionellen Fernwärme-Erzeugungsanlagen perspektivisch abnimmt.

Wesentliche Basis für die Entwicklung der Regulierten Netze sind die aktuelle Verordnung über die Anreizregulierung der Energieversorgungsnetze sowie für Strom das vorläufig abgestimmte Ausgangsniveau für die vierte Regulierungsperiode (Stand Juni 2023) und für Gas das mit der Landesregulierungsbehörde Sachsen vorläufig abgestimmte Ausgangsniveau für die vierte Regulierungsperiode (Stand April 2022).

Im Endkundenmarkt soll der Ausbau der Akquise für Privat- und Geschäftskunden durch gezielte Präsenz auf Vergleichsportalen weiter vorangetrieben werden. Im Großkundensegment steht sowohl der Ausbau des EDL-Geschäftes sowie ein Mengenzuwachs im Strom- und Gasgeschäft als auch die Verknüpfung der Produktpalette im Fokus der Folgejahre. Der Ausbau der Fernwärme und strategische Entscheidungen über die zukünftige Erzeugungsstruktur im Rahmen der Wärmetransformation bleiben dabei ein Schwerpunkt.

Für eine angemessene Gestaltung der Strompreise in den Grundversorgungstarifen überprüfen die Stadtwerke regelmäßig die Zusammensetzung der Preisbestandteile. Daher sanken zum 1. Januar 2024 die Arbeitspreise für Strom und Gas sowie der Grundpreis Gas in den Grundversorgungstarifen. Der Grundpreis im Strom ist leicht gestiegen.

Aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage sind die getroffenen Prognosen mit einer erhöhten Unsicherheit behaftet und die quantitativen Auswirkungen noch nicht vollumfänglich absehbar. Derzeit sind jedoch keine unmittelbaren wesentlichen Auswirkungen erkennbar, so dass am Wirtschaftsplan festgehalten wird.

4 Erklärung zur Unternehmensführung

Die festgelegte Zielgröße zur Frauenquote im Aufsichtsrat der Stadtwerke beträgt 30,0 %. Die Zielgröße zur Frauenquote innerhalb der Geschäftsführung der Stadtwerke beträgt 50,0 %. Weiterhin wurde eine Zielgröße für die obere Managementebene der Stadtwerke von 30,0 % beschlossen. Für die mittlere Führungsebene wurde eine Zielgröße von 35,0 % festgelegt. Die Ziele sollen jeweils bis zum 31. Dezember 2024 erreicht werden.

 

Leipzig, den 21. März 2024

Geschäftsführung

Karsten Rogall

Dr. Maik Piehler

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig

Aktiva

in EUR

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.489.406,00 1.803.876,00
2. Geleistete Anzahlungen 4.656.025,85 3.059.951,28
6.145.431,85 4.863.827,28
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 85.029.502,79 52.495.865,33
2. Technische Anlagen und Maschinen 593.111.690,00 516.554.215,53
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.524.784,00 7.812.893,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 44.127.181,90 107.809.516,26
730.793.158,69 684.672.490,12
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 131.011.780,54 131.771.780,54
2. Beteiligungen 10.628.874,35 10.426.049,35
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.319.202,50 5.359.202,50
4. Sonstige Ausleihungen 767.919,69 963.670,64
147.727.777,08 148.520.703,03
884.666.367,62 838.057.020,43
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 26.178.565,30 14.502.966,91
2. Unfertige Leistungen 67.061,02 59.868,35
3. Geleistete Anzahlungen 838.827,00 0,00
27.084.453,32 14.562.835,26
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 240.954.567,38 69.199.927,07
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 68.035.013,04 155.610.460,22
3. Sonstige Vermögensgegenstände 69.961.504,08 237.138.175,20
378.951.084,50 461.948.562,49
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 35.010.704,94 20.006.545,08
441.046.242,76 496.517.942,83
C. Rechnungsabgrenzungsposten 2.872.506,41 8.132.061,90
1.328.585.116,79 1.342.707.025,16

Passiva

in EUR

31.12.2023 31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 22.000.000,00 22.000.000,00
II. Kapitalrücklage 184.410.675,21 184.410.675,21
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 54.190.323,88 54.190.323,88
260.600.999,09 260.600.999,09
B. Sonderposten
1. Sonderposten für unentgeltlich ausgegebene Emissionsberechtigungen 3,00 0,00
2. Sonderposten mit Rücklageanteil 1.322.345,00 1.470.061,00
3. Sonderposten für Investitionszulagen zum Anlagevermögen 12.596.387,34 11.417.252,34
4. Sonderposten für Baukostenzuschüsse 54.168.294,00 44.385.149,00
68.087.029,34 57.272.462,34
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 12.596.386,61 14.788.601,15
2. Steuerrückstellungen 65.633,04 33.614,78
3. Sonstige Rückstellungen 161.011.975,07 146.334.863,60
173.673.994,72 161.157.079,53
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.326.680,00 2.653.450,00
2. Erhaltene Anzahlungen 4.227.441,44 1.776.819,70
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 124.770.206,80 134.005.250,69
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 652.214.106,37 668.153.576,49
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 127.762,99 141.946,99
6. Sonstige Verbindlichkeiten 43.471.049,65 56.712.184,18
davon aus Steuern: EUR 2.294.314,96 (Vj.: EUR 2.471.476,39)
826.137.247,25 863.443.228,05
E. Rechnungsabgrenzungsposten 85.846,39 233.256,15
1.328.585.116,79 1.342.707.025,16

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig

in EUR

2023 2022
1. Umsatzerlöse
a) Umsatzerlöse inkl. Strom- bzw. Energiesteuer 3.896.552.481,51 3.738.150.715,13
b) Strom- bzw. Energiesteuer -24.404.677,98 -26.200.348,95
3.872.147.803,53 3.711.950.366,18
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen 7.192,67 29.122,70
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 1.292.004,03 1.970.287,55
4. Sonstige betriebliche Erträge 20.238.642,23 37.208.554,46
davon aus Währungsumrechnung: EUR 131,20 (Vj.: EUR 1.510,86)
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 3.420.141.948,64 3.409.385.357,91
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 44.284.660,93 43.067.799,08
3.464.426.609,57 3.452.453.156,99
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 51.199.448,17 43.136.042,82
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 9.431.381,96 8.349.200,53
davon für Altersversorgung: EUR 734.271,51 (Vj.: EUR 606.131,25)
60.630.830,13 51.485.243,35
7. Abschreibungen
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 111.274.679,86 59.383.289,81
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 131.301.420,49 108.002.723,74
davon aus Währungsumrechnung: EUR 706,61 (Vj.: EUR 0,00)
9. Erträge aus Beteiligungen 1.613.008,19 8.936.389,27
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 724.500,00 (Vj.: EUR 8.603.445,68)
10. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 2.474.195,57 2.534.499,78
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 2.495.901,60 (Vj.: EUR 2.534.499,78)
11. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 470.942,77 469.287,74
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.902.170,23 579.134,21
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 378.446,55 (Vj.: EUR 11.870,74)
13. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 2.260.000,00 0,00
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 15.391.311,05 7.827.049,42
davon an verbundene Unternehmen: EUR 14.980.230,74 (Vj.: EUR 6.943.219,72)
15. Aufwendungen aus Verlustübernahme 9.959.492,91 941.509,67
davon an verbundene Unternehmen: EUR 9.959.492,91 (Vj.: EUR 941.509,67)
16. Ergebnis nach Steuern 104.901.615,21 83.584.668,91
17. Sonstige Steuern 445.182,90 440.318,56
18. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführte Gewinne -104.456.432,31 -83.144.350,35
19. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig

Inhaltsverzeichnis

1 Angaben zur Form und Darstellung von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung

2 Erläuterungen zu den Posten von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung bezüglich Ausweis, Bilanzierung und Bewertung

2.1 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.2 Erläuterungen zur Bilanz

2.3 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

3 Angaben zum Jahresergebnis

4 Ergänzende Angaben :

4.1 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

4.2 Derivative Finanzinstrumente

4.3 Angaben gemäß § 6b Abs. 2 EnWG

4.4 Angaben zu den Organen

4.5 Abschlussprüferhonorar

4.6 Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

4.7 Anteilsbesitz der Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig, zum 31. Dezember 2023 (§ 285 Nr. 11 HGB)

5 Nachtragsbericht

1 Angaben zur Form und Darstellung von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung

Die Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig (Stadtwerke), hat ihren Sitz in Leipzig. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Leipzig unter der Handelsregisternummer HRB 3058 eingetragen.

Im vorliegenden Jahresabschluss der Stadtwerke wurden die Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Einführungsgesetzes zum Handelsgesetzbuch (EGHGB), des Gesetzes über die Eröffnungsbilanz in Deutscher Mark und die Kapitalneufestsetzung (DMBilG), die einschlägigen Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) sowie des Gesetzes über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (EnWG) angewendet.

Die Gliederung der Bilanz erfolgte nach den Vorschriften gemäß § 266 ff. HGB. Ferner wurden die Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes berücksichtigt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die Stadtwerke und ihre Tochtergesellschaften werden in den befreienden Konzernabschluss der LVV Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH, Leipzig (LVV) einbezogen (kleinster und größter Konsolidierungskreis). Dieser Abschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

2 Erläuterungen zu den Posten von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung bezüglich Ausweis, Bilanzierung und Bewertung

2.1 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind entsprechend der Going-Concern-Annahme die nachfolgenden, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

2.1.1 Anlagevermögen

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abzüglich planmäßiger, soweit abnutzbar, und außerplanmäßiger Abschreibungen bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung bewertet. Sofern erforderlich werden Wertaufholungen bei in Vorjahren außerplanmäßig abgeschriebenen Vermögensgegenständen durch Zuschreibungen berücksichtigt. In den Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen sind neben den Einzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten berücksichtigt.

Grundstückszugänge gemäß Vermögenszuordnungsgesetz sind mit einem pauschalen Bodenwert bilanziert.

Unentgeltlich übernommene Anlagegegenstände wurden zum Zeitpunkt der Übertragung mit ihrem Verkehrswert angesetzt.

In der Regel erfolgen Abschreibungen linear unter Zugrundelegung folgender betriebsgewöhnlicher Nutzungsdauern:

Jahre
Immaterielle Vermögensgegenstände 2-30
Grundstücke und Gebäude 2-50
Technische Anlagen 2-55
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2-25

Weiterhin wird eine leistungsabhängige Abschreibung entsprechend den Betriebsstunden bei einer Gasturbine und eine degressive Abschreibung im Heizkraftwerk Süd angewandt.

Komponentenweise planmäßige Abschreibung wird verwendet, wenn physisch separierbare und wirtschaftlich wesentliche Komponenten eines einheitlichen Vermögensgegenstandes identifizierbar sind. Wird von der Möglichkeit einer komponentenweisen Ermittlung der planmäßigen Abschreibung Gebrauch gemacht, ist der Austausch einer Komponente keine Erweiterung oder wesentliche Verbesserung, sondern fällt als Ersatz wesentlicher physischer Substanz unter den Tatbestand der Herstellung beziehungsweise Anschaffung.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- und Herstellungskosten bis zu 250,00 EUR werden grundsätzlich im Jahr der Anschaffung aufwandswirksam gebucht. Bei geringwertigen Wirtschaftsgütern mit Anschaffungskosten zwischen 250,00 EUR und 800,00 EUR erfolgt die Sofortabschreibung im Zugangsjahr.

Die geleisteten Anzahlungen und die Anlagen im Bau werden zum Nennbetrag angesetzt.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Bei Ausleihungen wurde der Nennwert zugrunde gelegt. Soweit erforderlich, wurden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung vorgenommen.

2.1.2 Umlaufvermögen

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden grundsätzlich zu durchschnittlichen Einstandspreisen unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips angesetzt.

Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden unter den Vorräten zum Erinnerungswert angesetzt. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden ebenfalls in den Vorräten zu Anschaffungskosten bilanziert. Soweit erforderlich, wurden Abwertungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag vorgenommen.

Unfertige Leistungen sind verlustfrei zu Herstellungskosten bewertet. In die Herstellungskosten werden neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten einbezogen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bewertet, erkennbaren Risiken ist durch die Bildung angemessener Wertberichtigungen Rechnung getragen. Für allgemeine Ausfallrisiken wurden pauschalierte Einzelwertberichtigungen nach der Altersstruktur der Forderungen sowie für allgemeine Kreditrisiken eine Pauschalwertberichtigung von 2,0 % (Vj.: 2,0 %) gebildet. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten Strom-, Gas- und Fernwärmelieferungen an Endkunden. Nicht abgerechnete Leistungen sind zum Bilanzstichtag kundenindividuell abgegrenzt worden. Die Abgrenzung wird unter Berücksichtigung der aktuellen Tarife sowie bei Gas- und Fernwärmelieferungen zusätzlich von Temperatureinflüssen ermittelt. Von diesen Forderungen sind die erhaltenen Abschlagszahlungen abgesetzt.

Insoweit Netting-Vereinbarungen mit Großhandelspartnern bestehen, sind Saldierungen von Forderungen und Verbindlichkeiten vorgenommen worden.

Sofern es sich bei den sonstigen Vermögensgegenständen um Zweckvermögen zur Absicherung von Altersteilzeitverpflichtungen handelt, erfolgt gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB eine Saldierung mit den Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen.

Flüssige Mittel (Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks) werden zum Nennwert bewertet.

2.1.3 Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite der Bilanz Auszahlungen vor dem Stichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

2.1.4 Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag bewertet.

2.1.5 Sonderposten

Der Sonderposten für unentgeltlich ausgegebene Emissionsberechtigungen wird, entsprechend den aktivisch ausgewiesenen unentgeltlich ausgegebenen Emissionsberechtigungen, zum Erinnerungswert angesetzt.

Für den Sonderposten mit Rücklageanteil wird vom Beibehaltungs- und Fortführungswahlrecht gemäß Art. 67 Abs. 3 Satz 1 Einführungsgesetz zum Handelsgesetzbuch (EGHGB) Gebrauch gemacht.

Der für Sonderabschreibungen nach § 4 Fördergebietsgesetz gebildete Sonderposten mit Rücklageanteil wird planmäßig ertragswirksam aufgelöst. Die Auflösung erfolgt grundsätzlich nach Ablauf des Begünstigungszeitraumes linear über die Restnutzungsdauer des Anlagegegenstandes oder bei Abgang der begünstigten Sachanlagen zugunsten der sonstigen betrieblichen Erträge.

Investitionszuschüsse werden als Sonderposten zum Anlagevermögen passiviert und über die Nutzungsdauer der Anlagegegenstände zugunsten der sonstigen betrieblichen Erträge aufgelöst.

Die jährliche Auflösung des Sonderpostens für Baukostenzuschüsse zugunsten der Umsatzerlöse erfolgt über die Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögensgegenstände.

2.1.6 Rückstellungen

Für die seit dem 1. Januar 2010 bestehenden Rückstellungen werden, soweit möglich, die Wahlrechte gemäß Art. 67 Abs. 1 und Abs. 3 EGHGB zur Beibehaltung und Fortführung in Anspruch genommen.

Ausgewählte Personalrückstellungen sowie Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten unter Zugrundelegung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) gebildet. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen, bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren, beläuft sich gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 und 2 HGB zum 31. Dezember 2023 auf 1,83 % und im Falle sonstiger Rückstellungen auf 1,75 %. Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag von 90 TEUR.

Der Jahresabschluss wurde unter Anwendung des Gesetzeswortlautes ohne Berücksichtigung der Abführungssperre des Unterschiedsbetrages aufgestellt.

Die Rückstellung für ausgeschiedene und pensionierte Mitarbeiter entspricht dem Barwert der Verpflichtung.

Für die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden künftige Gehalts- und Rentenanpassungen beziehungsweise Aufwandssteigerungen von bis zu 5,0 % unterstellt.

Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen sind über eine Rückdeckungsversicherung bei der Allianz AG abgesichert. Die Forderungen aus dieser Zeitkontenrückdeckungsversicherung sind gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den Verpflichtungen verrechnet worden.

In den sonstigen Rückstellungen werden zur Erfüllung der Rückgabeverpflichtung unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate zum Erinnerungswert, entgeltlich erworbene Emissionszertifikate im Bestand zum Buchwert sowie entgeltliche noch zu erwerbende Emissionszertifikate zum Marktwert erfasst.

Bei der Bewertung der sonstigen Rückstellungen wurde eine Kostensteigerung von bis zu 6,0 % berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit fristadäquaten Zinssätzen abgezinst, die von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben worden sind. Für die Abzinsung der Rückstellungen betragen die Zinssätze für 2023 je nach Restlaufzeit 0,99 % bis 1,62 %.

Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wird erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten Rechnung getragen. Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen und Steuerrückstellungen erfolgt zum Erfüllungsbetrag.

2.1.7 Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag und erhaltenen Anzahlungen zum Nennwert passiviert.

2.1.8 Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Als passiver Rechnungsabgrenzungsposten sind Einzahlungen vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

2.1.9 Latente Steuern

Die Gesellschafterin der Stadtwerke ist als Organträgerin alleinige Steuer-schuldnerin. Tatsächliche und latente Steuern der Organgesellschaften sind vollständig im Jahresabschluss der Organträgerin auszuweisen, da sie allein die Besteuerungsfolgen treffen. Dementsprechend werden latente Steuern nicht im Jahresabschluss der Gesellschaft erfasst.

2.1.10 Mindestbesteuerung

Der übergeordnete LVV-Konzern fällt in den Anwendungsbereich der Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung ("Pillar 2"). Die Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung sind mit Wirkung zum 28. Dezember 2023 in Deutschland in Form des Mindeststeuergesetzes ("MinStG") in Kraft getreten. Das MinStG gilt erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 30. Dezember 2023 beginnen. Gemäß dem MinStG ist eine Ergänzungssteuer für jede Jurisdiktion zu zahlen, die einen effektiven Steuersatz unter 15 % aufweist. Die Bestimmung des effektiven Steuersatzes nach dem MinStG ist sehr komplex und beinhaltet eine Vielzahl von spezifischen Anpassungen. Auf die Stadtwerke wird zukünftig grundsätzlich keine Steuermehrbelastung aus der nationalen Ergänzungssteuer entfallen, da sie weder oberste Muttergesellschaft noch Gruppenträgerin der Mindeststeuergruppe im Sinne des § 3 MinStG ist. Allerdings ist sie der Gruppenträgerin LVV zum Ausgleich für etwaige durch die Stadtwerke verursachte nationale Ergänzungssteuerbeträge verpflichtet, welche künftig durch die Stadtwerke für alle in Deutschland belegenen Geschäftseinheiten verursacht werden.

Da das MinStG für das Geschäftsjahr 2023 für die Stadtwerke noch keine Anwendung findet, entsteht für das Geschäftsjahr 2023 keine - dem Gruppenträger auszugleichende - Steuerbelastung aus dem MinStG. Aufgrund der Komplexität der Anwendung der Pillar 2 Gesetzgebung und der Berechnung der möglichen steuerlichen Auswirkungen, sind derzeit die quantitativen und qualitativen Auswirkungen für zukünftige Geschäftsjahre noch nicht zuverlässig abschätzbar.

2.1.11 Fremdwährungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel in Fremdwährung werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Entstehende Gewinne und Verluste werden ergebniswirksam berücksichtigt.

2.2 Erläuterungen zur Bilanz

2.2.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres in der Übersicht zur Entwicklung des Anlagevermögens der Stadtwerke, die in der Anlage zu diesem Anhang enthalten ist, dargestellt.

2.2.2 Vorräte

Die Vorräte enthalten zum Bilanzstichtag unentgeltlich zugeteilte rückgabepflichtige Emissionsberechtigungen zum Ausstoß von CO 2 , die mit einem Erinnerungswert pro Anlage von 1,00 EUR angesetzt wurden (Marktwert zum 31. Dezember 2023: 1.912 TEUR).

2.2.3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen vor allem Ansprüche aus der Verbrauchsabgrenzung für Strom-, Gas- und Fernwärmelieferungen mit rollierender Verbrauchsabrechnung von 361.234 TEUR (Vj.: 296.951 TEUR), welche mit den darauf erhaltenen Anzahlungen von 219.662 TEUR (Vj.: 276.918 TEUR) saldiert wurden. Die sich aus den Anzahlungen im Bereich Gas ergebenden Überzahlungen von 11 TEUR wurden in die sonstigen Verbindlichkeiten umgegliedert.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 38.203 TEUR (Vj.: 21.081 TEUR) sowie sonstige Forderungen von 29.832 TEUR (Vj.: 134.529 TEUR). Die Forderungen enthalten Ansprüche aus der Verbrauchsabgrenzung für Strom-, Gas- und Fernwärmelieferungen mit rollierender Verbrauchsabrechnung von 29.318 TEUR (Vj.: 15.795 TEUR), welche mit den darauf erhaltenen Anzahlungen von 1.615 TEUR (Vj.: 1.976 TEUR) saldiert wurden. Den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen gegen den Gesellschafter LVV über 26.232 TEUR (Vj.: 130.971 TEUR) zugehörig.

Die sonstigen Vermögensgegenstände umfassen Forderungen für noch nicht abzugsfähige Vorsteuer von 8.221 TEUR (antizipativer Posten).

Alle Forderungen im laufenden Geschäftsjahr haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten Forderungen von 104 TEUR mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr.

2.2.4 Eigenkapital

Die Gewinnrücklagen enthalten die Sonderrücklagen von 43,7 Mio. EUR gemäß § 27 Abs. 2 DMBilG.

Der Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung beläuft sich auf 104.456 TEUR. Im Rahmen des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages wird das Ergebnis in voller Höhe an die LVV abgeführt. Im Geschäftsjahr erfolgte eine Vorabergebnisabführung des Ergebnisses 2023 von insgesamt 61.582 TEUR. Die Differenz von 42.874 TEUR wird zum 31. Dezember 2023 als Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung ausgewiesen.

2.2.5 Rückstellungen

Die Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung werden mit den Altersteilzeitverpflichtungen nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet. Der beizulegende Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände, der den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, beträgt 3.119 TEUR. Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden umfasst 6.344 TEUR. Die Zinserträge aus Altersteilzeitvereinbarungen über eine Rückdeckungsversicherung bei der Allianz AG betragen 0 TEUR (Vj.: 0 TEUR). Diese werden saldiert mit Zinsaufwendungen aus Rückstellungen für Altersteilzeitvereinbarungen von 88 TEUR (Vj.: 30 TEUR).

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten insbesondere Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (41.400 TEUR), Rückstellungen für Rückgabeverpflichtungen von CO 2 -Zertifikaten (31.270 TEUR), Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen (26.884 TEUR), Rückstellungen für drohende Verluste (22.156 TEUR) sowie personalbezogene Rückstellungen (11.755 TEUR).

In den sonstigen Rückstellungen sind Aufwandsrückstellungen von 8.945 TEUR (Vj.: 8.928 TEUR) abgebildet, für die das Beibehaltungswahlrecht nach Art. 67 Abs. 3 Satz 1 EGHGB in Anspruch genommen wurde.

Der Betrag der Überdeckung gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 4 EGHGB beläuft sich für aufgrund von Art. 67 Abs. 1 Satz 2 EGHGB beibehaltene Rückstellungen auf 17 TEUR.

2.2.6 Verbindlichkeiten

In der nachfolgenden Tabelle sind die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten dargestellt:

Verbindlichkeiten

in TEUR

Restlaufzeit Gesamt
bis zu einem Jahr (Vorjahr) von einem bis zu fünf Jahren (Vorjahr) über fünf Jahre (Vorjahr) 31.12.2023 (Vorjahr)
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.327 0 0 1.327
(1.327) (1.327) (0) (2.654)
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.227 0 0 4.227
(1.777) (0) (0) (1.777)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 124.770 0 0 124.770
(134.005) (0) (0) (134.005)
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 155.284 195.765 301.165 652.214
(228.868) (192.881) (246.404) (668.153)
davon: gegenüber dem Gesellschafter 105.255 195.765 301.165 602.185
(187.648) (192.881) (246.404) (626.933)
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 128 0 0 128
(142) (0) (0) (142)
6. Sonstige Verbindlichkeiten 43.469 2 0 43.471
(56.691) (21) (0) (56.712)
329.205 195.767 301.165 826.137
(422.810) (194.229) (246.404) (863.443)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind grundsätzlich unbesichert und mit Negativerklärungen (1.327 TEUR; Vj.: 2.654 TEUR) versehen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen mit 4.393 TEUR (Vj.: 4.582 TEUR) auf Lieferungen und Leistungen sowie mit 647.821 TEUR (Vj.: 663.571 TEUR) auf sonstige Verbindlichkeiten.

Die in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthaltenen Gesellschafterdarlehen von 558.342 TEUR sind grundsätzlich unbesichert und mit Negativerklärungen versehen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

2.3 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

2.3.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse von 3.872.147 TEUR, welche ausschließlich im Inland erwirtschaftet wurden, stellen sich wie folgt dar:

Umsatzerlöse

in TEUR

2023 2022
Endkundenmarkt Strom 426.510 250.147
Stromsteuer -18.440 -19.477
Endkundenmarkt Strom (abzüglich Stromsteuer) 408.070 230.670
Endkundenmarkt Gas 167.302 76.704
Energiesteuer -5.965 -6.508
Endkundenmarkt Gas (abzüglich Energiesteuer) 161.337 70.196
Endkundenmarkt Fernwärme 218.988 140.230
Endkundenmarkt 788.395 441.096
Systemmarkt Strom 1.859.103 1.857.540
Stromsteuer 0 0
Systemmarkt Strom (abzüglich Stromsteuer) 1.859.103 1.857.540
Systemmarkt Gas 967.639 1.257.337
Energiesteuer -8 -29
Systemmarkt Gas (abzüglich Energiesteuer) 967.631 1.257.308
Systemmarkt 2.826.734 3.114.848
Weitere Umsatzerlöse 257.018 156.006
3.872.147 3.711.950

Die weiteren Umsatzerlöse enthalten periodenfremde Umsatzerlöse von 18.697 TEUR (Vj.: 7.037 TEUR). Diese betreffen unter anderem die Korrektur der im Vorjahr aufgrund der rollierenden Verbrauchsabrechnung geschätzten Umsätze sowie Pachterträge.

2.3.2 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Erträge aus der Auflösung von Sonderposten mit Rücklageanteil (148 TEUR, Vj.: 168 TEUR) sowie periodenfremde Erträge von insgesamt 17.829 TEUR (Vj.: 36.224 TEUR). Die periodenfremden Erträge betreffen unter anderem Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (12.627 TEUR). Weiterhin wirken Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen und Erträge aus Einnahmen bereits wertberichtigter Forderungen von 3.517 TEUR sowie Erträge aus der Zuschreibung auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens von 742 TEUR.

2.3.3 Materialaufwand

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Waren enthalten periodenfremde Materialaufwendungen von insgesamt 19.626 TEUR (Vj.: 7.438 TEUR). Im Wesentlichen handelt es sich um Mehr-/Mindermengen Strom und Gas von 15.926 TEUR (Vj.: 6.247 TEUR).

2.3.4 Abschreibungen

Im Geschäftsjahr 2023 wurden außerplanmäßige Abschreibungen von 20.047 TEUR (Vj.: 5.820 TEUR) auf das Sachanlagevermögen vorgenommen. Diese betrafen im Wesentlichen die Biomassekraftwerke Piesteritz und Bischofferode.

2.3.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen für Wertberichtigungen und Ausbuchung von Forderungen von 9.088 TEUR (Vj.: 7.649 TEUR) sowie periodenfremde Aufwendungen von 689 TEUR (Vj.: 4.548 TEUR) für Verluste aus Anlagenabgängen sowie für periodenfremde Konzessionsabgaben.

2.3.6 Beteiligungsergebnis

Im Geschäftsjahr 2023 wurden außerplanmäßige Abschreibungen von 2.260 TEUR (Vj.: 0 TEUR) auf das Finanzanlagevermögen vorgenommen.

2.3.7 Zinsergebnis

Im Zinsergebnis werden gemäß § 277 Abs. 5 HGB Erträge (746 TEUR, Vj.: 454 TEUR) und Aufwendungen (344 TEUR, Vj.: 416 TEUR) aus der Auf- und Abzinsung von Rückstellungen ausgewiesen.

3 Angaben zum Jahresergebnis

Zwischen den Stadtwerken und der LVV besteht mit Wirkung zum 1. Januar 2001 ein Ergebnisabführungsvertrag, welcher auf die Dauer von fünf Jahren abgeschlossen wurde. Er verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn er nicht sechs Monate vor Ablauf gekündigt wird. Bisher ist keine Kündigung erfolgt.

4 Ergänzende Angaben

4.1 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Es ergeben sich aus Miet- und Pachtverträgen sowie aus Investitionen sonstige finanzielle Verpflichtungen von 4.906 TEUR.

Weiterhin bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen aus der Gewährung von Darlehen, aus noch nicht geforderten Kapitaleinlagen sowie aus der Zahlung variabler Zusatzkaufpreise über 1.923 TEUR.

Die über den OTC-Handel abgeschlossenen Geschäfte werden grundsätzlich physisch erfüllt. Aus Energiebeschaffung bestanden Verpflichtungen aus dem OTC-Handel für Strom mit einem Nominalwert von 450,8 Mio. EUR (Vj.: 1.156,1 Mio. EUR), für Gas mit einem Nominalwert von 393,9 Mio. EUR (Vj.: 748,2 Mio. EUR) sowie für Emissionszertifikate mit einem Nominalwert von 18,0 Mio. EUR (Vj.: 1,4 Mio. EUR). Bezüglich der über den geregelten Markt (Börsen) oder Finanzinstitute abgeschlossenen Geschäfte wird auf den Gliederungspunkt 4.2 verwiesen.

4.2 Derivative Finanzinstrumente

Die Absicherung gegen Preisrisiken aus dem Energiebereich erfolgt durch den Einsatz von Commodity-Derivaten, in Form von Futures.

Zum Bilanzstichtag stellen sich Nominalvolumina, beizulegende Zeitwerte und Buchwerte der ausgewiesenen Commodity-Derivate wie folgt dar:

Commodity-Derivate

in TEUR

31.12.2023
Nominalvolumen Beizulegender Zeitwert Buchwert
Aktiva Passiva
Strom 1 1.928.465 33.924 0 0 2
Gas 1 1.680.678 -11.778 0 0 2
CO 2 -Zertifikate 1 78.873 898 0 0 2

1 Grund- und Sicherungsinstrumente in Bewertungseinheiten
2 ineffektiver Teil der Sicherungsbeziehung

Über geregelte Märkte (Börsen) oder Finanzinstitute erworbene Finanzinstrumente (Derivate, Emissionszertifikate) werden in Anlehnung an § 1 Abs. 11 KWG als Commodity-Derivate im Anhang angegeben. Das Nominalvolumen entspricht dem additiven Wert aller geschlossenen Kauf- (1.899,6 Mio. EUR) und Verkaufsverträge (1.788,4 Mio. EUR) für zukünftige Lieferperioden bis einschließlich 2026.

Die zu Handelszwecken geschlossenen Kauf- und Verkaufskontrakte werden nach Lieferperioden und Commodities getrennt zu Portfolien zusammengefasst und entsprechend § 254 HGB bewertet. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgte mit Marktpreisen zum Bilanzstichtag, basierend auf extern anerkannten Quellen, zum Beispiel den amtlichen Schlusskursen an der European Energy Exchange AG, Leipzig. Zur Bestimmung der prospektiven Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird auf das dokumentierte, angemessene und funktionsfähige Risikomanagement der Gesellschaft verwiesen, mit dem die Einhaltung der Risiko-Limite fortlaufend überwacht wird. Die Wertänderungen sind über einen Zeitraum von 2 Jahren gesichert. Die Beurteilung der Effektivität der Bewertungseinheit erfolgt zum Jahresende durch die Betrachtung des Saldos der beizulegenden Zeitwerte der einbezogenen Geschäfte. Ist dieser Saldo negativ, so wird eine Drohverlustrückstellung für die Bewertungseinheit gebildet. Bei einem positiven Saldo der beizulegenden Zeitwerte, werden diese bilanziell nicht berücksichtigt.

Für das Handelsgeschäft mit Erneuerbaren Energien (Midstream) haben die Stadtwerke gemäß IDW RS ÖFA 3 Produktgruppenportfolien gebildet, die für die Jahre bis 2031 Direktvermarktungs- und Power Purchase Agreement-Verträge und verbindliche Absatzverträge mit Kunden sowie den mit hoher Wahrscheinlichkeit noch zu erwartenden Absatz umfassen. Für stichtagsbezogene defizitäre Jahresscheiben wurden Drohverlustrückstellungen in Höhe von 4,9 Mio. EUR zugeführt, die die positiven Ergebnisbeiträge des Geschäftsjahres mindern.

Im Bereich des Endkundenmarktes wurden Vertragsportfolien nach IDW RS ÖFA 3 für Strom und Gas gebildet. Die Portfolios umfassen derzeit die jeweils für die Jahresscheiben 2024, 2025 und 2026 abgeschlossenen beziehungsweise erwarteten Absatz- und Beschaffungsgeschäfte. Die Absatzgeschäfte betreffen verbindliche Absatzverträge mit Kunden sowie den mit hoher Wahrscheinlichkeit noch zu erwartenden Kundenabsatz. Diesen werden Beschaffungsgeschäfte entgegengestellt, welche kontrahierte Börsen- beziehungsweise OTC (Over the Counter)-Beschaffungsgeschäfte beinhalten. Zudem werden in der Portfoliobetrachtung die direkt zurechenbaren Kosten auf Basis des Deckungsbeitrages V berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2023 sind (diskontierte) Drohverlustrückstellungen um 4.108 TEUR erhöht worden.

Bei der Bilanzierung der Bewertungseinheiten wurde jeweils die Einfrierungsmethode angewandt.

4.3 Angaben gemäß § 6b Abs. 2 EnWG

Im Geschäftsjahr 2023 wurden folgende angabepflichtigen Geschäfte größeren Umfangs mit der Netz Leipzig GmbH, Leipzig, getätigt:

Erträge aus der Verpachtung des Strom- und Gasnetzes von 62,6 Mio. EUR sowie aus kaufmännischen Dienstleistungen von 22,3 Mio. EUR,

Aufwendungen für Leistungen im Rahmen des Dienstleistungsvertrages Fernwärme von 22,0 Mio. EUR.

4.4 Angaben zu den Organen

Die Gesellschaft wird vertreten durch die Geschäftsführung, welche das Unternehmen gemeinschaftlich in Gesamtverantwortung führt.

Ihr gehören an:

Herr Dr. Maik Piehler (Geschäftsführer),

Herr Karsten Rogall (Geschäftsführer).

Gewährte Leistungen an die aktuellen Mitglieder der Geschäftsführung im Geschäftsjahr 2023:

in TEUR

Festes Jahresgrundgehalt Sonstige Bezüge Erfolgsabhängige Vergütungen Gesamtvergütung
Dr. Maik Piehler 215.000 5.925 44.360 265.285
Karsten Rogall 2 0 0 0 0
215.000 5.925 44.360 265.285
Geleistete Zahlungen im Falle der Beendigung der Tätigkeit (Abfindungen) Art der Altersversorgung 1 Altersversorgung (Beitrags-) Aufwand
Dr. Maik Piehler 0 A 30.000
Karsten Rogall 2 0 A 0
0 30.000

1 A - beitragsorientierte Leistungszusage
2 Ab Mai 2018 zusätzlich Geschäftsführer der LVV - Zahlung der Bezüge erfolgt ab diesem Zeitpunkt vollständig durch LVV

Für Managementleistungen erfolgte eine Weiterberechnung von der LVV an die Stadtwerke von 253 TEUR. Die Auszahlungen an frühere Mitglieder der Geschäftsführung beziehungsweise ihrer Hinterbliebenen betrugen 260 TEUR. Für laufende Pensionen an ehemalige Geschäftsführer beziehungsweise ihrer Hinterbliebenen sind 4.428 TEUR zurückgestellt.

Der Aufsichtsrat bestand aus folgenden Mitgliedern:

Anteilseignervertreter

Clemens Schülke Vorsitzender des Aufsichtsrates ab 01.04.2023 Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft, Arbeit und Digitales der Stadt Leipzig
Karsten Albrecht Beratungsingenieur
selbstständig
Heiko Bär
bis 10.07.2023
Honorarlehrer
selbstständig
Oliver Beckel Diplom-Kaufmann
Hanwha Q Cells GmbH
Dr. Adam Bednarsky wissenschaftlicher Mitarbeiter
angestellt bei Sören Pellmann, MdB
Sylvia Deubel Fachverkäuferin im Einzelhandel
toom Baumarkt GmbH
Reiner Engelmann Rentner
Ute Elisabeth Gabelmann Publizist, Kommunikationstrainer
selbstständig
Oliver Gebhardt Lehrer
Freistaat Sachsen
Tobias Keller Geschäftsführer
SHK-Meisterbetrieb
Sophia Kraft Senior Project Manager
European Energy Exchange (EEX)
Christina März
ab 10.07
Referent
Sächsisches Sozialministerium
Ingo Sasama Fraktionsgeschäftsführer (ATZ-Ruhephase)
Bündnis 90/Die Grünen
Frank Tornau
Vorsitzender des Aufsichtsrates bis 31.03.2023
Geschäftsführer
Saxonia Network Systems GmbH
Roland Ulbrich Rechtsanwalt
selbstständig

Arbeitnehmervertreter

Susann Frölich
Stellvertretende Vorsitzende
Betriebsratsvorsitzende
Stadtwerke Leipzig GmbH
Jana Fromm Betriebsrätin
Netz Leipzig GmbH
Peter Kubiak Sachbearbeiter Koordination Kommunikation
Netz Leipzig GmbH
Ines Kuche Gewerkschaftssekretärin
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
Tina Neudorf Betriebsrätin
Stadtwerke Leipzig GmbH
Peter Treibmann Teamleiter Leitstelle Wärme
Netz Leipzig GmbH
Marissa Zorn Konzernschwerbehindertenvertreterin
Leipziger Gruppe

Für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2023 erhielt der Aufsichtsrat folgende Vergütungen:

in EUR

Anteilseignervertreter Summe Vergütung Summe Sitzungsgelder
Clemens Schülke
Vorsitzender des Aufsichtsrates
1.000,00 1.375,00
Karsten Albrecht 1.000,00 1.000,00
Heiko Bär 523,29 500,00
Oliver Beckel 1.000,00 1.000,00
Dr. Adam Bednarsky 1.000,00 1.000,00
Sylvia Deubel 1.000,00 1.000,00
Reiner Engelmann 1.000,00 1.625,00
Ute Elisabeth Gabelmann 1.000,00 750,00
Oliver Gebhardt 1.000,00 1.000,00
Tobias Keller 1.000,00 1.000,00
Sophia Kraft 1.000,00 1.250,00
Christina März 476,71 500,00
Ingo Sasama 1.000,00 750,00
Frank Tornau 1.000,00 1.000,00
Roland Ulbrich 1.000,00 750,00
14.000,00 14.500,00

in EUR

Arbeitnehmervertreter Summe Vergütung Summe Sitzungsgelder
Susann Frölich 1.000,00 1.500,00
Stellvertretende Vorsitzende
Jana Fromm 1.000,00 750,00
Peter Kubiak 1.000,00 1.250,00
Ines Kuche 1.000,00 1.250,00
Tina Neudorf 1.000,00 1.000,00
Peter Treibmann 1.000,00 750,00
Marissa Zorn 1.000,00 1.000,00
7.000,00 7.500,00

4.5 Abschlussprüferhonorar

Von der Pflicht zur Angabe des vom Abschlussprüfer berechneten Gesamthonorars sind die Stadtwerke befreit, da diese Angaben in den Konzernabschluss der LVV einbezogen werden.

4.6 Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt (§ 267 Abs. 5 HGB)

2023 2022
Angestellte 613 586
Gewerbliche Mitarbeiter 134 133
747 719

4.7 Anteilsbesitz der Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig, zum 31. Dezember 2023 (§ 285 Nr. 11 HGB)

An folgenden Unternehmen halten die Stadtwerke zum Bilanzstichtag Anteile:

Verbundene Unternehmen

Abkürzung Anteil am gezeichneten Kapital Eigenkapital Ergebnis
% TEUR TEUR
Netz Leipzig GmbH, Leipzig 1 Netz Leipzig 100,00 51.009 -8.835
LAS GmbH, Leipzig 1 LAS 100,00 499 -1.124
Brillant Energie GmbH, Leipzig 1 Brillant 100,00 192 2.242
Leipziger Kommunale Energieeffizienz GmbH, Leipzig 1 LKE 100,00 25 233
Leipziger Windpark Management GmbH, Leipzig 1 LWM 100,00 55 -8
Kabelbau Leipzig GmbH, Leipzig 2 KBL 100,00 3.980 1.143
Mitteldeutsche Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG, Leipzig 2 MEE 100,00 300 -64
Seyda Erneuerbare Energien GmbH, Jessen 3 SEE 100,00 277 -23
Seyda Erneuerbare Energien Wind GmbH, Jessen 4 SEE Wind 100,00 k. A. k. A.
ELG Leipzig GmbH, Leipzig 1 ELG 90,00 53 5
Gdańskie Przedsiębiorstwo Energetyki Cieplnej Sp. z o.o ., Gdańsk, Polen 5 GPEC 82,86 100.450 13.010
Thüringenwind GmbH & Co. Tüngeda KG, Hörselberg-Hainich 2 Tüngeda 70,00 1.900 1.121
Quartiersenergie GmbH, Leipzig 2 QE 67,00 546 27

Beteiligungen

Abkürzung Anteil am gezeichneten Kapital Eigenkapital Ergebnis
% TEUR TEUR
Erdgasversorgung Industriepark Leipzig Nord GmbH, Leipzig 2 EVIL 50,00 421 13
KNL Kommunalnetz Leipzig GmbH, Leipzig 2 KNL 50,00 210 -8
Leipziger Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG, Leipzig 2 LEE 50,00 712 -20
MEE-Projektgesellschaft 1 GmbH & Co. KG, Leipzig 2 MEE 1 50,00 4.693 1.213
Mittelsächsischer Windpark GmbH & Co. KG, Großschirma 2 MW KG 50,00 1.130 -23
MWM Mitteldeutsche Windpark Management GmbH, Großschirma 2 MWM 50,00 41 5
Westsächsische Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG, Leipzig 2 WEE 50,00 435 -20
Windpark Hessenweg GmbH & Co. KG, Großschirma 2 HW KG 50,00 615 -30
Windpark Königshain-Wiederau GmbH & Co. KG, Großschirma 2 KW KG 50,00 1.134 -107
Windpark Kyffhäuserland GmbH & Co. KG, Großschirma 2 KL KG 50,00 220 -20
Löwitz Energie GmbH, Magdeburg 2 49,00 24 -1
Meter1 GmbH & Co. KG, Halle 2 Meter1 33,33 225 -16
WEO GmbH & Co. KG, Berlin 2 WEO 33,33 06 411
caplog-x GmbH, Leipzig 2 31,33 2.792 857
8KU Renewables GmbH, Berlin 2 8KU 12,50 312 27
Trianel Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG, Aachen 2 TEE 3,46 141.662 28.847
FWNL Fernwärmenetz Lpz GmbH & Co. KG, Leipzig 7 FWNL 0,15 k. A. k. A.
HKW Eutritzscher Starße GmbH & Co. KG, Leipzig 7 EUKG 0,05 k. A. k. A.

1 Jahresergebnis vor Gewinnabführung/Verlustübernahme 2023
2 Jahresabschluss 2022
3 Geschäftsjahr vom 30. Mai bis 31. Dezember 2022
4 Gründung erfolgte im Jahr 2023 - Abschluss liegt noch nicht vor
5 Umrechnungskurs Bilanz zum Stichtag, Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnitt
6 nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten von 8.151 TEUR
7 in Liquidation

5 Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nicht bereits im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 sowie im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 Erwähnung fanden, sind nach dem Schluss des Geschäftsjahres nicht zu verzeichnen.

 

Leipzig, den 21. März 2024

Geschäftsführung

Karsten Rogall

Dr. Maik Piehler

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 63.375.332,41 444.985,29 3.392.659,76 81.233,79 60.508.891,73
2. Geleistete Anzahlungen 3.059.951,28 1.676.996,80 0,00 -80.922,23 4.656.025,85
66.435.283,69 2.121.982,09 3.392.659,76 311,56 65.164.917,58
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 145.452.843,26 8.335.592,22 589.085,45 30.943.929,81 184.143.279,84
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.057.117.554,81 109.683.552,15 2.783.994,55 66.650.926,48 1.230.668.038,89
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 29.350.683,13 3.429.784,67 309.611,27 479.440,43 32.950.296,96
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 107.809.516,26 40.911.879,29 6.519.605,37 -98.074.608,28 44.127.181,90
1.339.730.597,46 162.360.808,33 10.202.296,64 -311,56 1.491.888.797,59
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 131.820.967,60 1.500.000,00 0,00 0,00 133.320.967,60
2. Beteiligungen 14.201.426,11 849.750,00 646.925,00 0,00 14.404.251,11
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 7.219.802,50 0,00 40.000,00 0,00 7.179.802,50
4. Sonstige Ausleihungen 963.670,64 0,00 195.750,95 0,00 767.919,69
154.205.866,85 2.349.750,00 882.675,95 0,00 155.672.940,90
1.560.371.748,00 166.832.540,42 14.477.632,35 0,00 1.712.726.656,07
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 Zugänge Abgänge Zuschreibungen 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 61.571.456,41 840.689,08 3.392.659,76 0,00 59.019.485,73
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
61.571.456,41 840.689,08 3.392.659,76 0,00 59.019.485,73
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 92.956.977,93 7.310.721,56 589.085,45 564.836,99 99.113.777,05
2. Technische Anlagen und Maschinen 540.563.339,28 99.926.509,12 2.756.393,91 177.105,60 637.556.348,89
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 21.537.790,13 3.196.760,10 309.037,27 0,00 24.425.512,96
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
655.058.107,34 110.433.990,78 3.654.516,63 741.942,59 761.095.638,90
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 49.187,06 2.260.000,00 0,00 0,00 2.309.187,06
2. Beteiligungen 3.775.376,76 0,00 0,00 0,00 3.775.376,76
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.860.600,00 0,00 0,00 0,00 1.860.600,00
4. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
5.685.163,82 2.260.000,00 0,00 0,00 7.945.163,82
722.314.727,57 113.534.679,86 7.047.176,39 741.942,59 828.060.288,45
in EUR Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.489.406,00 1.803.876,00
2. Geleistete Anzahlungen 4.656.025,85 3.059.951,28
6.145.431,85 4.863.827,28
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 85.029.502,79 52.495.865,33
2. Technische Anlagen und Maschinen 593.111.690,00 516.554.215,53
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.524.784,00 7.812.893,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 44.127.181,90 107.809.516,26
730.793.158,69 684.672.490,12
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 131.011.780,54 131.771.780,54
2. Beteiligungen 10.628.874,35 10.426.049,35
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.319.202,50 5.359.202,50
4. Sonstige Ausleihungen 767.919,69 963.670,64
147.727.777,08 148.520.703,03
884.666.367,62 838.057.020,43

Tätigkeitsabschlüsse gemäß § 6b Abs. 3 EnWG zum 31. Dezember 2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Tätigkeit Elektrizitätsverteilung

Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig

Aktiva

in EUR

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.091,00 7.733,00
5.091,00 7.733,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.965.295,41 6.972.028,35
2. Technische Anlagen und Maschinen 144.917.739,00 118.613.032,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.307.966,00 2.431.713,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7.515.167,26 6.000.000,00
161.706.167,67 134.016.773,35
161.711.258,67 134.024.506,35
B. Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.117.805,53 -184.773,12
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 EUR (Vj.: 0,00 EUR)
2. Sonstige Vermögensgegenstände 742.390,04 597.020,56
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 EUR (Vj.: 0,00 EUR)
1.860.195,57 461.910,54
163.571.454,24 134.486.416,89

Passiva

in EUR

31.12.2023 31.12.2022
A. Zugeordnetes Eigenkapital 49.052.276,50 61.239.346,76
B. Sonderposten mit Rücklageanteil 682.131,00 795.288,00
C. Sonderposten für Baukostenzuschüsse 33.136.861,00 25.754.022,00
D. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 1.769.602,26 643.999,52
E. Verbindlichkeiten 1.769.602,26 643.999,52
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 132.933,34 323.720,90
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 132.933,34 EUR (Vj.: 161.865,94EUR)
davon mit einer Restlaufzeit über einem Jahr bis zu fünf Jahren 0,00 EUR (VJ.: 161.854,96 EUR)
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 951.151,32 479.731,22
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 951.151,32 EUR (Vj.: 479.731,22 EUR)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 33.212,16 6.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 33.212,16 EUR (Vj.: 6.000,00 EUR)
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 77.813.286,66 45.244.308,49
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 11.496.548,73 EUR (Vj.: 15.267.825,25 EUR)
davon mit einer Restlaufzeit über einem Jahr bis zu fünf Jahren 26.125.383,90 EUR (VJ.: 13.162.067,23 EUR)
davon mit einer Restlaufzeit über fünf Jahren 40.191.354,03 EUR (VJ.: 16.814.416,01 EUR)
78.930.583,48 46.053.760,61
163.571.454,24 134.486.416,89

Tätigkeit Gasverteilung

Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig

Aktiva

in EUR

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 136,00 151,00
136,00 151,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.125.602,69 1.092.770,69
2. Technische Anlagen und Maschinen 122.479.950,00 106.489.297,00
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.500.000,00 500.000,00
125.105.552,69 108.082.067,69
125.105.688,69 108.082.218,69
B. Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 416.297,57 -44.502,49
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 EUR (Vj.: 0,00 EUR)
2. Sonstige Vermögensgegenstände 59.316,46 651,05
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 EUR (Vj.: 0,00 EUR)
475.614,03 -43.851,44
125.581.302,72 108.038.367,25

Passiva

in EUR

31.12.2023 31.12.2022
A. Zugeordnetes Eigenkapital 50.420.901,63 52.737.407,79
B. Sonderposten mit Rücklageanteil 15.818,00 17.325,00
C. Sonderposten für Baukostenzuschüsse 13.569.047,00 11.527.399,00
D. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 311.772,33 372.110,68
311.772,33 372.110,68
E. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 106.797,74 305.942,79
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 106.797,74 EUR (Vj.: 152.976,59 EUR)
davon mit einer Restlaufzeit über einem Jahr bis zu fünf Jahren 0,00 EUR (VJ.: 152.966,20 EUR)
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 275.336,89 73.775,70
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 275.336,89 EUR (Vj.: 73.775,70 EUR)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 60.881.629,13 43.004.406,29
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 5.611.406,91 EUR (Vj.: 11.579.195,32 EUR)
davon mit einer Restlaufzeit über einem Jahr bis zu fünf Jahren 21.773.624,86 EUR (VJ.: 13.798.174,26 EUR)
davon mit einer Restlaufzeit über fünf Jahren 33.496.597,36 EUR (VJ.: 17.627.036,71 EUR)
61.263.763,76 43.384.124,78
125.581.302,72 108.038.367,25

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Tätigkeit Elektrizitätsverteilung

Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig

in EUR
2023 2022
1. Umsatzerlöse 51.197.208,14 40.432.544,66
2. Sonstige betriebliche Erträge 882.081,49 317.667,27
3. Materialaufwand 26.663,20 0,00
4. Abschreibungen 18.332.900,46 11.412.255,73
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 24.846.423,76 20.182.010,09
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.205.801,40 670.202,65
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 2.202.311,82 EUR (Vj.: 663.121,20 EUR)
7. Ergebnis nach Steuern 6.667.500,81 8.485.743,46
8. Sonstige Steuern 270,38 270,38
9. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführte Gewinne -6.667.230,43 -8.485.473,08
10. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Tätigkeit Gasverteilung

Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig

in EUR
2023 2022
1. Umsatzerlöse 17.759.956,31 13.206.378,40
2. Sonstige betriebliche Erträge -121.411,78 1.465.581,36
3. Abschreibungen 16.076.701,85 11.213.012,73
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.865.931,70 2.776.257,61
5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.961.509,90 529.891,91
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1.958.706,40 EUR (Vj.: 523.199,36 EUR)
6. Ergebnis nach Steuern -3.265.598,92 152.797,51
7. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages ausgeglichene Verluste / abgeführte Gewinne 3.265.598,92 -152.797,51
8. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Tätigkeitsabschlüsse §6b Absatz 3 EnWG

Stadtwerke Leipzig GmbH

Inhaltsverzeichnis

1 Erläuterungen zu den Tätigkeiten

2 Zuordnungs- und Schlüsselungsgrundsätze der Tätigkeitsabschlüsse

3 Erläuterungen zu einzelnen Posten der Tätigkeitsabschlüsse

1 Erläuterungen zu den Tätigkeiten

Das Elektrizitätsnetz mit Ausnahme des 110-kV-Hochspannungsnetzes im Konzessionsgebiet der Stadt Leipzig befindet sich im Eigentum der Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig (Stadtwerke). Die Stadtwerke sind ebenfalls Eigentümerin des Gasnetzes mit Ausnahme des Mitteldrucknetzes sowie Eigentümerin des Fernwärmenetzes. Die Anlagen des Elektrizitäts- und Gasnetzes werden an die Netz Leipzig verpachtet.

Im Rahmen von Dienstleistungsverträgen erbringen die Stadtwerke Leipzig Leistungen für die Netz Leipzig.

Die Stadtwerke sind zur Erstellung von Tätigkeitsabschlüssen nach § 6b Abs. 3 EnWG aufgrund der Verpachtung von Elektrizitäts- und Gasversorgungsanlagen verpflichtet.

Den Tätigkeiten Elektrizitäts- und Gasverteilung wurden die verpachteten Elektrizitäts- und Gasversorgungsanlagen zugeordnet. Weiterhin werden die entsprechenden Abschreibungen, Aufwendungen aus Konzessionsabgaben sowie Erträge aus den Pacht- bzw. Mietentgelten und der Weiterverrechnung der Konzessionsabgaben ausgewiesen.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der einzelnen Tätigkeiten entsprechen den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Einzelabschluss der Stadtwerke Leipzig. Diesbezüglich wird auf den Anhang des Jahresabschlusses der Stadtwerke Leipzig verwiesen.

2 Zuordnungs- und Schlüsselungsgrundsätze der Tätigkeitsabschlüsse

Bei allen für das Gesamtunternehmen geführten Konten werden die Buchungen mit tätigkeitsbezogenen Zusatzkontierungen versehen, die eine Kontentrennung sowie eine Erstellung einzelner Tätigkeitsabschlüsse ermöglichen.

Für einen Großteil relevanter Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt eine direkte Zuordnung, z.B. für das Anlagevermögen und die diesbezüglichen Abschreibungen.

Für Werte, die sich nicht oder nur mit unvertretbarem Aufwand direkt zuordnen lassen, erfolgt eine sachgerechte Schlüsselung. Für die Schlüsselung wurden der Bilanzsummenschlüssel Aktiva sowie der Bilanzsummenschlüssel Aktiva ohne Elektrizitätsverteilung verwendet.

Die Schlüsselungen wurden analog zum Vorjahr angewandt.

3 Erläuterungen zu einzelnen Posten der Tätigkeitsabschlüsse

Soweit nachfolgend nicht näher erläutert, entsprechen die zu machenden Angaben denen, die im Anhang der Stadtwerke Leipzig enthalten sind.

Die Angaben zu den Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und zu den Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden als davon-Vermerke innerhalb der Bilanz ausgewiesen.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sowohl für die Elektrizitätsverteilung als auch für die Gasverteilung bestehen keine Haftungsverhältnisse, die gemäß § 268 Abs. 7 HGB anzugeben sind.

Angaben über bestimmte Geschäfte gem. § 6 Abs. 2 EnWG

Die leistungswirtschaftlichen Beziehungen besonderen Umfangs mit verbundenen Unternehmen i. S. v. § 271 Abs. 2 HGB oder § 311 HGB sind im Anhang aufgeführt.

 

Leipzig, den 21. März 2024

Geschäftsführung

Karsten Rogall

Dr. Maik Piehler

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Stadtwerke Leipzig GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Prüfungsurteile

Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 eingehalten hat. Darüber hinaus haben wir die Tätigkeitsabschlüsse für die Tätigkeiten "Elektrizitätsverteilung" und "Gasverteilung" nach § 6b Abs. 3 Satz 1 EnWG - bestehend jeweils aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie die als Anlage beigefügten Angaben zu den Rechnungslegungsmethoden für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse - geprüft.

Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entsprechen die beigefügten Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten und der Tätigkeitsabschlüsse in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F. (07.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätsmanagementstandards: Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022)) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten. Die gesetzlichen Vertreter sind auch verantwortlich für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse nach den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.

Die Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass der jeweilige Tätigkeitsabschluss kein unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Tätigkeit zu vermitteln braucht.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten der Gesellschaft nach § 6b Abs. 3 EnWG.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen,

ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben und

ob die Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG entsprechen.

Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

Unsere Verantwortung für die Prüfung der Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass wir für den jeweiligen Tätigkeitsabschluss keine Beurteilung der sachgerechten Gesamtdarstellung vornehmen können.

 

Leipzig, den 21. März 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Carl Erik Daum, Wirtschaftsprüfer

ppa. Frank Hack, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 15.04.2024 festgestellt.

Bericht des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2023

der Stadtwerke Leipzig GmbH

Der Aufsichtsrat hat seine Überwachungs- und Beratungspflichten gegenüber der Geschäftsführung entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen und dem Gesellschaftsvertrag uneingeschränkt wahrgenommen.

Er hat sich im Geschäftsjahr 2023 mittels regelmäßiger und umfassender Berichterstattung durch die Geschäftsführung über die Lage und die Entwicklung der Geschäftsfelder der Stadtwerke Leipzig Gruppe informiert. In diesem Zusammenhang hat er sich von der Geschäftsführung zu wesentlichen Geschäftsvorfällen berichten lassen, Berichte abgefordert und einschlägige Beschlüsse gefasst. Darüber hinaus haben sich der Vorsitzende des Aufsichtsrates und seine Stellvertreterin auch außerhalb von Sitzungen von der Geschäftsführung zu Einzelsachverhalten berichten lassen.

Im Geschäftsjahr 2023 haben vier ordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats stattgefunden.

Themenschwerpunkte waren dabei vor allem:

1.

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022

2.

Wirtschaftsplanung für 2024 sowie mittelfristige Wirtschaftsplanung für 2025 und die Folgejahre

3.

Beteiligungsmanagement und Risikomanagement

4.

Geschäftsführerangelegenheiten der Stadtwerke Leipzig GmbH sowie deren Tochtergesellschaften

5.

Investitionen in den Ausbau Erneuerbarer Energien

6.

Gesellschaftsgründungen sowie Eingang von Beteiligungen

7.

Informationen zu den Eckpunkten der Kommunalen Wärmeplanung

8.

Fortführende Berichterstattung über Umsetzung Wärmemarktszenarien und Maßnahmen der Leipziger Stadtwerke zum Klimaschutz

9.

Energiepreisentwicklung

Darüber hinaus besteht ein Personalausschuss des Aufsichtsrates, welcher im Geschäftsjahr 2023 zu fünf Sitzungen zusammenkam.

Im Jahr 2023 fanden folgende Änderungen in der Aufsichtsratsbesetzung statt: Herr Heiko Bär wurde mit Datum vom 10. Juli 2023 abberufen. Dessen Mandat wurde durch Frau Christina März nachbesetzt. Mit Datum vom 11. November 2022 erfolgte die Entsendung von Herrn Clemens Schülke in den Aufsichtsrat. Herr Clemens Schülke hat zum 1. April 2023 das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden von Herrn Frank Tornau übernommen. Herr Frank Tornau hat dieses Amt zum 31. März 2023 niedergelegt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr.

Die Stadt Leipzig hat Grundsätze und Standards der Unternehmenssteuerung und der Unternehmensführung für kommunale Unternehmen in Anlehnung an den Deutschen Corporate Governance Kodex für börsennotierte Unternehmen und den Public Corporate Governance Kodex für Beteiligungsunternehmen des Bundes sowie nach den Empfehlungen des Präsidiums des Deutschen Städtetages entwickelt. Diese wurden mit Ratsbeschluss RBV-1843/13 vom 11. Dezember 2013 im "Leipziger Corporate Governance Kodex" (LCGK) niedergelegt, dessen Inhalte Bestandteil des Gesellschaftsvertrages der Stadtwerke Leipzig GmbH sind.

Der Aufsichtsrat hat gemeinsam mit der Geschäftsführung gem. § 19 GesV über die Einhaltung der Regelungen des Teil III LCGK für das Geschäftsjahr 2023 berichtet. Des Weiteren wurden dem Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2023 keine Interessenkonflikte i. S. v. § 18 Abs. 1 lit. b GesV angezeigt. Eine Beauftragung von Aufsichtsratsmitgliedern durch die Gesellschaft im Rahmen von Berater- oder sonstigen Dienstleistungs- und Werkverträgen ist im Geschäftsjahr 2023 nicht erfolgt (§ 16 Abs. 1 Nr. 5 GesV).

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 sowie der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 wurden von der zum Abschlussprüfer bestellten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH (PWC) geprüft. Die Jahresabschlussprüfung erstreckte sich auch auf die Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung nach § 53 HGrG. Im Ergebnis der Prüfungen wurde ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Abschlussprüfer hat an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrates teilgenommen und dem Aufsichtsrat über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und Nachfragen beantwortet. Der Aufsichtsrat nimmt den Bericht der PWC über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023 sowie des Lageberichtes für das Geschäftsjahr 2023 zur Kenntnis. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Gesellschafterversammlung, den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 festzustellen und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 zu genehmigen. Zudem empfiehlt der Aufsichtsrat der Gesellschafterversammlung, die Geschäftsführung und den Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2023 zu entlasten.

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Geschäftsführung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und spricht allen Beteiligten seine ausdrückliche Anerkennung für die erfolgreiche Tätigkeit aus.

 

Leipzig, 11. April 2024

Clemens Schülke, Aufsichtsratsvorsitzender

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