ITW (Deutschland) GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Marcus Dominic Hauck seit 17.9.2024 | Geschäftsführer |
Stephan Lange seit 4.4.2023 | Prokura |
Philipp Graf seit 4.4.2023 | Prokura |
Frank Beitz seit 4.4.2023 | Prokura |
Michal Mildner seit 3.6.2019 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s.LuxemburgKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20221. Geschäftstätigkeit und Geschäftsbereiche1.1 ÜberblickDie Unternehmensgruppe Theo Müller ist ein international agierender Lebensmittelkonzern mit ca. 32.000 Mitarbeitern und ist in 16 Ländern in Europa, Asien und Australien vertreten. Die Konzernaktivitäten der Unternehmensgruppe Theo Müller untergliedern sich in die Geschäftsbereiche Molkerei, Feinkost und Dienstleistungen. Konzernmutterunternehmen ist die Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. mit Sitz in Luxemburg. Die Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. vereint die operativen Tätigkeiten der drei Geschäftsbereiche und fungiert als Beteiligungs- und Managementholding. Im Konzernabschluss der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. zum 31. Dezember 2022 werden insgesamt 148 vollkonsolidierte Gesellschaften erfasst sowie 6 Gesellschaften nach der Equity-Methode bilanziert. 1.2 Geschäftsbereiche der UnternehmensgruppeMolkereiIm Geschäftsbereich Molkerei produziert und vertreibt die Unternehmensgruppe Theo Müller Molkereifrischprodukte als Marken- und Handelsmarkenwaren, Milch-Basisprodukte, Käse sowie für die industrielle Weiterverarbeitung bestimmte Milch- und Molkederivate. Der Vertrieb erfolgt überwiegend in Europa. Eigene Vertriebseinheiten bestehen in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Italien, Tschechien, Polen und der Slowakei. Der Geschäftsbereich verfügt über Produktionsstätten in Deutschland, Großbritannien und Tschechien. FeinkostDer Geschäftsbereich Feinkost umfasst die Produktion und den Vertrieb von Dressings und Saucen, Fertiggerichten sowie Fischdelikatessen. Darüber hinaus werden verschiedene Produkte im Auftrag von großen Lebensmittelherstellern sowie für Lebensmittelgroßhändler und Gewerbetreibende produziert. Der Schwerpunkt der Tätigkeiten liegt in den Ländern Deutschland und Polen, in denen sich auch die Produktionsstätten des Geschäftsbereichs befinden. Im Geschäftsjahr 2021 beinhaltete der Geschäftsbereich Feinkost zudem noch die Produktion und den Vertrieb von gekühlten Salaten. Dieser Produktbereich wurde zum 31. Dezember 2021 an zwei externe Investoren veräußert. DienstleistungenDer Geschäftsbereich Dienstleistungen beinhaltet konzerneigene Logistikgesellschaften für die Erbringung von Transport- und Logistikdienstleistungen innerhalb und außerhalb der Unternehmensgruppe. Hierbei kommt der englischen CULINA Gruppe eine besondere Bedeutung zu, da sie sowohl Marktführer im Bereich der 3PL-Logistik für Fast Moving Consumer Goods (FMCG), und seit Übernahme der Greenwhitestar Gruppe im Geschäftsjahr 2021 auch einer der drei größten Lösungsanbieter im gesamten Logistik- und Lagerbereich in Großbritannien ist. Bei 3PL- oder auch Third Party Logistics-Anbietern handelt es sich um Logistikunternehmen, die sich auf integrierte, individualisierbare Lager- und Transportdienstleistungen spezialisiert haben. Mit dem Erwerb der Robert Burns Limited mit Sitz in Broxburn / Schottland, zum 28. Februar 2022 und der Lial Ltd. mit Sitz in Tattenhall (vormals: Atherstone) / England, zum 1. Juli 2022 hat die CULINA Gruppe ihre Akquisitionsstrategie der vergangenen Jahre erfolgreich fortgesetzt. Die CULINA Gruppe verfügt über einen Fuhrpark von mehr als 5.500 Fahrzeugen sowie über rund 2 Millionen Quadratmeter Lagerfläche, verteilt auf mehr als 100 Depots. Darüber hinaus umfasst der Geschäftsbereich Dienstleistungen neben Gesellschaften für die im Wesentlichen eigengenutzte Fruchtzubereitung und Verpackungsherstellung auch Servicegesellschaften für die Erbringung konzerninterner Dienstleistungen aus den Bereichen Media und Marketing, des strategischen Einkaufs, der Finanzierung, Corporate Finance und Private Equity sowie einen Werkstattbetrieb für die Wartung und Reparatur von Nutzfahrzeugen. Die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Dienstleistungen haben ihren Sitz in Luxemburg, Deutschland, Großbritannien, Belgien, Niederlande, Schweiz, Ungarn, Polen, Bulgarien, Rumänien und Tschechien. 1.3 Forschung und EntwicklungDie Unternehmensgruppe Theo Müller betreibt für den Geschäftsbereich Molkerei ein zentrales Forschungs- und Entwicklungszentrum im Technikum Freising, Freising / Deutschland. Daneben werden Forschungs- und Entwicklungsleistungen in diversen Tochtergesellschaften erbracht. Im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stehen insbesondere Produkt- und Verfahrensinnovationen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr fielen Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von T€ 17.996 (Vorjahr: T€ 17.649) an. 2. Markt- und Rahmenbedingungen2.1 Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenDie wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine stellen einen massiven Rückschlag für die Weltwirtschaft dar. Der Krieg hat verheerende Auswirkungen auf die Ukraine, doch die wirtschaftlichen Konsequenzen sind auch weit über die Grenzen des Landes hinaus deutlich spürbar. Der Ausbruch des Krieges führte zu einer unmittelbaren Gefährdung der Energieversorgung und zu sprunghaft steigenden Energiekosten. Teile der Logistikketten brachen zusammen, mit negativen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Materialien. In der Folge stieg die Inflation im abgelaufenen Geschäftsjahr massiv an und führte in vielen Ländern und Regionen zu einem deutlichen Anstieg der Lebenshaltungskosten und sinkenden Reallöhnen. Trotz dieser deutlich negativen Entwicklungen zeigte sich das Wachstum in vielen Volkswirtschaften aber überraschend resilient. Laut Internationalen Währungsfonds (IWF) konnte die Weltwirtschaft 2022 um 3,4 % zulegen. Hierzu trugen laut dem IWF vor allem der private Konsum, Ausrüstungsinvestitionen und staatliche Entlastungsmaßnahmen bei. Die Nachfrage der privaten Haushalte blieb grundsätzlich hoch, auch weil während der Corona-Krise gebildete Ersparnisse genutzt wurden, um die ausgebliebene Nachfrage der Vorjahre nachzuholen. Im Geschäftsjahr 2022 konnte sich die Konjunktur in den für die Unternehmensgruppe Theo Müller relevanten Märkten daher zumindest besser entwickeln, als noch vor einigen Monaten angenommen. So ist die Wirtschaftsleistung im europäischen Wirtschaftsraum im abgelaufenen Geschäftsjahr um insgesamt 3,5 % gewachsen. Auch die deutsche Wirtschaft konnte sich angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gut behaupten. Nachdem die russischen Gaslieferungen nach Deutschland zunächst verringert und im weiteren Jahresverlauf vollständig eingestellt worden sind, resultierten daraus massive Energie- und Nahrungsmittelpreissteigerungen. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt entwickelte sich daher deutlich geringer als ursprünglich erwartet, wuchs im Berichtsjahr aber dennoch um 1,9 %. Die deutsche Bundesregierung hatte für das vergangene Jahr ursprünglich ein Wachstum von 3,6 % prognostiziert. Ebenso wurde zunächst noch ein Anstieg der Verbraucherpreise um 3,3 % angenommen. Tatsächlich lag der Anstieg der Verbraucherpreise mit 7,9 % mehr als doppelt so hoch. Die relevantesten Wirtschaftsindikatoren haben sich gemäß dem Jahreswirtschaftsbericht 2023 der deutschen Bundesregierung wie folgt entwickelt:
Das britische Bruttoinlandsprodukt ist laut dem britischen Office for National Statistics im Geschäftsjahr 2022 um 4,0 % gewachsen und verzeichnete damit das kräftigste Wirtschaftswachstum aller G7-Staaten. Diese Entwicklung ist jedoch vor allen Dingen Aufholeffekten geschuldet. Im Gegensatz zu anderen G7-Staaten liegt die Wirtschaftsleistung in Großbritannien immer noch unter dem Niveau des Jahres 2020, als es zum Ausbruch der Corona-Pandemie kam. Im Einzelnen haben sich die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren in Großbritannien im Jahr 2022 wie folgt entwickelt:
2.2 Geschäftsbereichsbezogene RahmenbedingungenWirtschaft und Verbraucher befinden sich bereits das dritte Jahr in Folge in einem andauernden Krisenmodus. Nach zwei Jahren, die im Wesentlichen durch die Corona-Pandemie und deren negativen Auswirkungen auf das soziale und wirtschaftliche Leben geprägt waren, führte der Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar 2022 zu einem massiven Einschnitt und einem Umdenken, nicht nur auf der politischen Ebene. Diese Zäsur hat in der Konsequenz zu einer Veränderung des Verbraucherverhaltens geführt und auch im Einzelhandel deutliche Auswirkungen gezeigt. Als eine direkte Folge des Krieges und der geänderten ökonomischen Rahmenbedingungen waren Einzelhandel und Verbraucher im abgelaufenen Geschäftsjahr von hohen Steigerungen der Verbraucherpreise betroffen. Diese resultierten im Wesentlichen aus den sprunghaft gestiegenen Energiepreisen, instabilen Lieferketten und einer damit einhergehenden massiven Verteuerung von Rohstoffen, die bei den Herstellern über alle Kostenarten hinweg zu bislang nicht gekannten Kostensteigerungen geführt haben. Verbraucher waren angesichts der sehr dynamischen Kostenentwicklungen bei Produkten und Dienstleistungen und gleichzeitig sinkenden Reallöhnen stark verunsichert, was sich auf deren Einkaufsverhalten deutlich auswirkte. Um den negativen wirtschaftlichen Folgen und der lange Zeit herrschenden hohen Unsicherheit hinsichtlich der Energieversorgung und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Energiepreise entgegenzuwirken, haben Verbraucher ihr Einkaufsverhalten stark angepasst. Im Gegensatz zur pandemiebedingten Krise war das Verbraucherverhalten nun geprägt durch eine Zurückhaltung bei der Einkaufsmenge, den Verzicht auf teure Extras, eine sorgfältigere Planung der Haushaltseinkäufe und eine gezielte Auswahl der Einkaufsstätten. Dieses Verbraucherverhalten hat im Geschäftsjahr 2022 dazu geführt, dass die Discounter ihren Umsatzanteil am deutlichsten steigern konnten, da sie die bestehenden Kundenbedürfnisse am besten befriedigten. Bezogen auf das Gesamtsortiment stehen die Discounter von jeher für eine preisgünstige Versorgung, was den Verbrauchern in der aktuellen Situation entgegen kam. Im Gegensatz zu den beiden Vorjahren, in denen die Corona-Pandemie das Denken und Handeln bestimmt hat, waren es nun erstmalig nicht mehr die LEH-Food-Vollsortimenter, die am stärksten von der Krise profitierten. Die LEH-Food-Vollsortimenter konnten im vergangenen Jahr lediglich ein geringes Plus von 0,2 % erzielen, wohingegen sie in den Jahren 2020 und 2021, während der Corona-Pandemie, mit Umsatzzuwächsen von +16,7 % bzw. +4,3 % aufwarten konnten. Anders hingegen beim Discount. Nach einem sehr schwachen Jahr 2021, bei dem sich der Umsatz im Discount mit -0,9 % leicht negativ entwickelte, erzielte der Discount im Vergleich der einzelnen Vertriebsschienen den stärksten Zuwachs im Jahr 2022, mit einem deutlichen Plus von 7,6 %. Während der Verbraucher in der Corona-Pandemie noch den LEH-Food-Vollsortimentern den Vorzug gab, um sich höherwertige Produkte zu gönnen, hat sich dieses Verhalten nun umgekehrt. Vor dem Hintergrund der hohen Preissteigerungen in allen Bereichen des täglichen Lebens verschiebt sich der Einkauf nun zum Discounter, um sich mit günstigeren Produkten einzudecken und als Reaktion auf die wachsende Inflation und hohe Unsicherheit. Die gleiche Entwicklung spiegelt sich auch in den Anteilen der Handels- und Herstellermarken wider. Die Handelsmarken haben ihren Marktanteil im Jahr 2022 ebenfalls deutlich ausbauen können. Alle Handelsmarkentypen, ob Premium, Konsum oder Preiseinstieg, konnten im Umsatz zulegen. Nach Rückgängen während der Corona-Pandemie haben sich insbesondere die Preiseinstiegshandelsmarken deutlich gesteigert und liegen nun wieder auf dem Niveau des Jahres 2019. Im Gegensatz dazu haben sich die Herstellermarken über alle Markentypen hinweg, wie Premium, Marktführer und Mittemarken, negativ entwickelt. Damit verstärkt sich der Druck auf viele Herstellermarken zusätzlich, insbesondere wenn es sich nicht um Marktführer- oder Premiummarken handelt. Zum einen wirkt sich die angespannte finanzielle Situation der Verbraucher aus, zum anderen die dadurch bedingte weiter zunehmende Stärke der Handelsmarken. MolkereiDas weltweite Milchaufkommen nahm gegenüber dem Vorjahr zu und entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr von Land zu Land sehr heterogen. Vor allem in Nordamerika (+0,3 %) sowie in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (+1,9 %) ist das Milchaufkommen gegenüber dem Vorjahr gestiegen und hat sich im Vergleich zu den übrigen Regionen positiv abgesetzt. Speziell in Russland war die mengenmäßige Entwicklung des Milchaufkommens mit +2,1 % gegenüber dem Vorjahr am stärksten. Daneben trugen Mexiko (+1,7 %) sowie die USA (+0,2 %) zur Steigerung der Milchproduktion bei. Dahingegen ist das Milchaufkommen in Südamerika und Ozeanien, wie auch bereits im Vorjahr, leicht gesunken. Die stärksten Rückgänge wurden in Brasilien (-4,2 %) sowie in Australien (-6,8 %) verzeichnet. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen blieb das Milchaufkommen in Europa (EU-27) mit 144,8 Mio. Tonnen gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant (+/-0,0 %). Niedrigere Milchanlieferungen im ersten Halbjahr, ein trockener und heißer Sommer sowie zunehmende Umweltauflagen ließen einen Rückgang des Milchaufkommens erwarten. Aufgrund außergewöhnlich hoher Milchpreise und einem vergleichsweise milden Winter wurde die Vorjahresmenge jedoch erreicht. Im Kalenderjahr 2022 hielten sich somit die Rückgänge sowie das Wachstum der Milchanlieferungen innerhalb der EU-27 Mitgliedstaaten die Waage. Die größte mengenmäßige Zunahme um +0,3 Mio. Tonnen (+2,2 %) hat in Polen stattgefunden, gefolgt von den Niederlanden mit +0,2 Mio. Tonnen (+1,2 %), Belgien mit +0,1 Mio. Tonnen (+3,1 %), Österreich mit +0,1 Mio. Tonnen (+2,9 %) und Irland mit +0,1 Mio. Tonnen (+0,7 %). Gegenläufig reduzierte sich das Milchaufkommen im Wesentlichen in Frankreich um -0,2 Mio. Tonnen (-0,8 %), in Spanien um -0,2 Mio. Tonnen (-2,2 %) sowie in Portugal um -0,1 Mio. Tonnen (-3,0 %). In den übrigen Ländern waren die Zuwächse bzw. Abnahmen des Milchaufkommens in Relation zur Gesamtmenge vergleichsweise unbedeutend. Obwohl die angelieferte Milchmenge in der EU-27 auf dem Vorjahresniveau stabil geblieben ist, stand den Molkereien in 2022 aufgrund eines um -0,4 % sowie -0,3 % gesunkenen Fett- und Eiweißanteils, weniger Rohstoff für die Herstellung von Milchprodukten zur Verfügung. Dies führte in den verschiedenen Produktgruppen zu einer heterogenen Entwicklung in der Herstellung im Vergleich zum Vorjahr. Die Herstellung von Konsummilch ist um -0,9 % leicht gesunken, während die Produktion von Sahne um +0,3 %, Frischprodukten um +0,9 % sowie Magermilchpulver um +2,9 % ausgeweitet worden ist. Bei der Butterproduktion kam es, wie auch im Vorjahr, zu einem weiteren Rückgang von -0,2 %. Die Milchanlieferungsmenge im Vereinigten Königreich betrug per Dezember 2022 1.229 Mio. Liter und lag damit um 11 Mio. Liter über der angelieferten Milchmenge des Vorjahresvergleichsmonats von 1.218 Mio. Liter. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahresvergleichsmonat von 0,9 %. Für den Zeitraum Januar 2022 bis Dezember 2022 ist die Milchanlieferung (in Mio. Liter) gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit einer Abnahme um -0,9 % geringfügig rückläufig; dies entspricht mengenmäßig einer Abnahme um -0,13 Mio. Tonnen. Der gewichtete durchschnittliche Milchauszahlungspreis in der EU-27 betrug im Mittel für das Jahr 2022 50,2 ct/kg und lag damit um +36,4 % über dem Vorjahreswert. Die Milcherzeugerpreise in Deutschland lagen für das gesamte Kalenderjahr 2022 deutlich über dem Vorjahr und erreichten ihren Höchststand im November 2022 mit 60,0 ct/kg. Dies entspricht einem Preisanstieg für das Jahr 2022 von +18,2 ct/kg bzw. +43,6 %. Der gewichtete durchschnittliche Milchauszahlungspreis für Rohmilch (bei standardisierten Inhaltsstoffen von 4,0 % Fett / 3,4 % Eiweiß) betrug in Deutschland ca. 53,0 ct/kg und lag somit um +46,1 % über dem Vorjahreswert (36,3 ct/kg). Im Vereinigten Königreich stieg der durchschnittliche Milchpreis in 2022 bei standardisierten Inhaltsstoffen (Fett 4,0 %, 3,3 % Eiweiß) gegenüber dem Vorjahr um +41,7 % und betrug 44,1 ppl (pence per liter). In Tschechien war ebenfalls eine Zunahme des Milchpreises um +36,7 % von 9,9 CZK/Liter im Januar auf 13,6 CZK/Liter im Dezember 2022 zu verzeichnen. FeinkostDie Kategorie der Saucen und Dressings hat sich im vergangenen Jahr erneut positiv entwickelt, während die Kategorie der gekühlten Fischfeinkost einen leichten Rückgang verzeichnen musste. Die Kategorie Saucen und Dressings wuchs gegenüber dem Vorjahr sehr deutlich und stieg um insgesamt +10,5 % an, büßte dabei aber leicht an Menge ein (-2,6 %). Das Wachstum verteilt sich sehr differenziert auf die einzelnen Produktbereiche. Ketchup, mit einem Anstieg von +16,7 % und Mayonnaise mit einem Anstieg von +21,2 % heben sich deutlich von den anderen Segmenten ab. Während die flüssigen Salatsaucen mit +7,9 %, Grillsaucen mit +3,7 % und Fast Food Saucen mit +0,5 % ein Umsatzwachstum erzielen konnten, verlor das Segment der Kochsaucen -3,7 % an Umsatz. Haupttreiber dieser Entwicklung sind die rohstoffbedingten Preissteigerungen, in deren Folge sich die Umsätze bei Ketchup um +17,1 % und Mayonnaise um +22,1 % erhöht haben. In den Kategorien Saucen und Dressings zeigte sich auch bei den Handelsmarken bezogen auf den Umsatz ein deutliches Wachstum. Während die Marken um +6,9 % wuchsen, erhöhte sich der Umsatz der Handelsmarken im gleichen Zeitraum mit +21,6 % deutlich dynamischer. Die Umsätze in der Kategorie gekühlte Fischfeinkost, die sich aus den Produktsegmenten Fischmarinaden und Fischspezialitäten zusammensetzt, haben sich im Jahr 2022 mit -0,8 % leicht rückläufig entwickelt. Im Jahr zuvor wuchs die Kategorie mit +5,3 % noch deutlich an. Während sich die Umsätze im kleineren Produktsegment Fischmarinaden mit +6,1 % deutlich positiv gegenüber dem Vorjahr entwickelten, sank der Umsatz im Produktsegment Fischspezialitäten um -3,3 %. Das Segment Fischspezialitäten stand im Jahr 2022 damit für 71,4 % (Vorjahr: 73,3 %) und das Segment der Fischmarinaden für 28,6 % (Vorjahr: 26,7 %) des Umsatzes in der Kategorie gekühlte Fischfeinkost in Deutschland. Während die Handelsmarken gegenüber dem Vorjahr deutlich an Absatzmenge verloren haben, entwickelte sich der Umsatz mit Handelsmarken, bedingt durch rohstoffbedingte Preissteigerungen, nur leicht rückläufig. Bei den Marken fiel der absatzbedingte Rückgang, aufgrund einer Erholung im zweiten Halbjahr, insgesamt geringer aus, so dass der Umsatz dem Vorjahresniveau entsprach. Die Beschaffung der Rohwaren war im Geschäftsjahr 2022 geprägt durch zahlreiche Engpässe, Krisen und Störungen in den Lieferketten, wie Dürren, Ernteausfälle, Hafenschließungen, Pandemien, Tierseuchen, Krieg oder der Energieknappheit. Die wesentlichsten Warengruppen entwickelten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wie folgt: Bereits im Verlauf des Jahres 2021 hatten sich die Preise für Rapsöl-Raffinat, als einem der wesentlichen Rohstoffe, vor dem Hintergrund knapper Verfügbarkeit im globalen Markt verdoppelt. Durch den Ausbruch des Ukraine-Krieges hat sich diese Entwicklung noch einmal deutlich verschärft. Insbesondere die Verknappung von Sonnenblumenöl, dessen Ursprung zu 75 % in der Ukraine und in Russland liegen, führte zu einer großflächigen Substitution, insbesondere durch Rapsöl. In einem ohnehin schon unterversorgten Markt führte dieser Zusatzbedarf in der Kombination mit extremen Anstiegen der Energiepreise zu einem historisch nie dagewesenen Preisniveau. Der Markt für Tomatenmark war gekennzeichnet durch eine globale Unterversorgung an Tomatenprodukten und einem ebenfalls historischen Preisniveau. Der Ausfall der Ukraine als wichtigem Lieferant für Tomatenmark erzwang die Nachdeckung von Bedarfen in Südamerika auf einem hohen Preisniveau. Im Jahresverlauf konnte sich dieses Preisniveau auch für Produkte aus europäischen Anbaugebieten manifestieren, da sich das Angebot in einem ohnehin schon engen Markt zusätzlich durch Dürren und Ernteausfälle in wichtigen Anbauregionen weiter verknappte. Als Folge des Klimawandels haben sich zudem in vielen Ländern die Landwirte auf den Anbau von weniger hitzeanfälligen, alternativen Feldfrüchten, wie Getreide oder Baumwolle, konzentriert. Die Kostenentwicklung von Düngemitteln und Energiekosten haben den Druck auf die Preise zudem weiter erhöht. Auf die Beschaffung der Rohware Ei wirkten sich im Wesentlichen drei Faktoren aus. Erstens haben die sprunghaft gestiegenen Futtermittelkosten, ebenfalls eine Folge des Ukraine-Krieges, dazu geführt, dass sich auch die Produktionskosten deutlich erhöht haben. Zudem ist die Produktion von Eiern sehr energieintensiv, so dass die steigenden Energiepreise die Produktionskosten ebenfalls nach oben getrieben haben. Zusätzlich grassiert seit mehr als 1,5 Jahren eine weltweite Vogelgrippe-Pandemie, in deren Folge mehr als 200 Millionen Tiere gekeult wurden oder gestorben sind. Dies hat zu einer dramatischen Reduzierung des Legehennen-Bestands geführt und auch zu einer europaweiten Unterversorgung an Eiprodukten. Die EU-Zuckerpreise haben mit der Ernte 2022/2023 ein 10-Jahreshoch erreicht. Da die Landwirte auf alternative, ertragreichere Feldfrüchte (Weizen, Mais, Sonnenblumen) umgestellt haben, reduzierten sich die Anbauflächen für Zuckerrüben auch im Geschäftsjahr 2022 weiter. Gleichzeitig blieben die Ernteerträge hinter den Erwartungen zurück, so dass die Preise für Zuckerrüben anstiegen. Die Preise erhöhten sich zudem durch steigende Produktionskosten, erneut getrieben von der Energiepreisentwicklung. Auch andere Produktgruppen waren in ähnlicher Weise betroffen. Nach schlechter Vorjahresernte in Kanada und ausbleibender Belieferung aus der Ukraine und Russland brach der Markt für Senfsaaten zusammen. Ethanol als Rohstoff für die Essigproduktion war bereits in der Corona-Krise verknappt. Stark betroffen waren auch Stärke-Produkte aus Weizen und Mais, deren Verfügbarkeit durch ebenfalls massiv eingeschränkte Belieferungen aus der Ukraine kaum noch gegeben war. DienstleistungenDer britische Logistikmarkt ist nach Deutschland und Frankreich der drittgrößte in Europa. Die britische Wirtschaft hat sich im Laufe des Jahres stabilisiert und verzeichnete im Jahr 2022 ein positives Wachstum von +4,0 %, nachdem im Jahr 2021 noch ein deutliches stärkeres Wachstum von +7,1 % erzielt wurde. Damit übertraf das Wachstum der britischen Wirtschaft das der deutschen Wirtschaft sehr deutlich, welche nur einen Anstieg von +1,9 % erzielen konnte. Der britische Lebensmitteleinzelhandel verzeichnete im Jahr 2022 allerdings einen Rückgang von -5,9 %, nachdem in den Jahren 2020 und 2021 noch ein deutliches Wachstum von über 4,0 % erzielt werden konnte. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die geänderten Verbrauchergewohnheiten infolge der steigenden Inflation und eines wirtschaftlichen Abschwungs in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2022 zurückzuführen. Die Verbraucher wurden durch die hohe Inflation und hohe Energiepreise sehr stark belastet und reagierten mit großer Preissensibilität und Kaufzurückhaltung. Die Verfügbarkeit von Arbeitskräften, insbesondere von Fahrern für den Logistiksektor, hat sich im Jahr 2022 wieder deutlich gebessert, nachdem in dieser Hinsicht besonders das vorherige Geschäftsjahr 2021 sehr schwierig war. Erhebliche Lohnsteigerungen im Geschäftsjahr 2021 in Verbindung mit einem Eingreifen der britischen Regierung haben dafür gesorgt, dass bestimmten ausländischen Arbeitnehmern die Arbeit im Vereinigten Königreich und die Rückkehr an den Arbeitsplatz wieder ermöglicht wurde. Dies hat für eine große Anzahl von Arbeitnehmern die wirtschaftliche Situation deutlich verbessert und eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt bewirkt. Infolge dieser Entwicklung gingen die Lohnerhöhungen, die sich im Vorjahr in diesem Sektor noch auf ca. 10 % beliefen, wieder auf ein relativ normales Niveau von ca. 4 % zurück. 3. Vermögens-, Finanz- und ErtragslageVermögenslageDie langfristigen Vermögenswerte in Höhe von T€ 4.579.387 (Vorjahr: T€ 4.678.295) setzen sich im Wesentlichen aus immateriellen Vermögenswerten in Höhe von T€ 1.095.751 (Vorjahr: T€ 1.194.680), Sachanlagen in Höhe von T€ 1.995.146 (Vorjahr: T€ 1.966.287) und Nutzungsrechten in Höhe von T€ 1.024.536 (Vorjahr: T€ 1.006.652) zusammen. Während sich die immateriellen Vermögenswerte um T€ -98.929 reduzierten, stiegen die Sachanlagen um T€ +28.859 und die Nutzungsrechte um T€ +17.884 gegenüber dem Vorjahr an. Die Veränderung der immateriellen Vermögenswerte ist im Wesentlichen auf die Abschreibungen des Geschäftsjahres zurückzuführen. Die planmäßigen Abschreibungen betreffen dabei in Höhe von T€ 24.018 aktivierte Kundenstämme des Geschäftsbereichs Dienstleistungen. Außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von T€ 30.396 betreffen Markenrechte des Geschäftsbereichs Feinkost. Der Anstieg der Sachanlagen resultiert aus hohen Investitionen an den Produktionsstandorten sämtlicher Geschäftsbereiche. Die Investitionen des laufenden Geschäftsjahres beliefen sich in der Unternehmensgruppe Theo Müller insgesamt auf T€ 330.903 (Vorjahr: T€ 305.565) und lagen damit um +8,3 % über dem Vorjahreswert. Hiervon entfallen allein T€ 149.454 auf Technische Anlagen und Maschinen und T€ 111.776 auf Anlagen im Bau. Die Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen betragen insgesamt T€ 228.137 (Vorjahr: T€ 212.881), von denen T€ 1.666 auf außerplanmäßige Abschreibungen entfallen und im Wesentlichen den Geschäftsbereich Molkerei betreffen. Eine als Finanzinvestition gehaltene Immobilie wird unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen. Hierbei handelt es sich um eine Mischimmobilie mit Gewerbe- und Wohnflächen in Dresden / Deutschland. Der Buchwert beträgt zum Bilanzstichtag T€ 21.487 (Vorjahr: T€ 21.951). Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um T€ -4.383 auf T€ 1.206 deutlich reduziert. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus einer zum Geschäftsbereich Dienstleistungen gehörenden Beteiligung im Logistikbereich, die zum 1. September 2022 veräußert wurde und im Vorjahr mit einem Wert von T€ 3.449 bilanziert war. Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte betragen zum Bilanzstichtag T€ 195.952 (Vorjahr: T€ 210.763) und reduzierten sich um T€ -14.811 ebenfalls im Vergleich zum Vorjahr. Neben Beteiligungen in Höhe von T€ 9.117 (Vorjahr: T€ 7.228) beinhalten die langfristigen finanziellen Vermögenswerte im Wesentlichen Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von T€ 130.929 (Vorjahr: T€ 126.111), sonstige Ausleihungen in Höhe von T€ 45.329 (Vorjahr: T€ 44.534), und Ausleihungen an assoziierte Unternehmen in Höhe von T€ 3.494 (Vorjahr: T€ 23.510). Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um T€ +63.600 und beliefen sich auf insgesamt T€ 1.716.622 (Vorjahr: T€ 1.653.022). Der Anstieg im Geschäftsjahr resultiert im Wesentlichen aus einem Zuwachs der Vorräte (T€ +129.848), gestiegenen sonstigen Forderungen (T€ +90.166) sowie höheren sonstigen Vermögenswerten (T€ +15.925). Infolge eines selektiven Forderungsverkaufes (Factoring) entwickelten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (T€ -176.862) gegenläufig. Ebenso reduzierten sich die sonstigen finanziellen Vermögenswerte (T€ -22.079). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wiesen im Geschäftsjahr einen Wert von T€ 115.002 und erhöhten sich um T€ +30.961. Die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte reduzierten sich infolge der Veräußerung eines englischen Depots im Geschäftsbereichs Molkerei um T€ -492 vollständig und beliefen sich somit zum Bilanzstichtag auf T€ 0 (Vorjahr: T€ 492). Das Konzerneigenkapital reduzierte sich gegenüber dem Vorjahreswert um T€ -9.947 auf T€ 2.380.563. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus dem Konzernjahresüberschuss des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von T€ 40.017 und den im Eigenkapital erfassten Währungsumrechnungsdifferenzen von T€ -57.401. Die dem Gesellschafter zustehende erfolgsabhängige Vergütung aus den CPECs (yield) belief sich im Geschäftsjahr auf T€ 10.868 und wurde durch Ausgabe neuer CPECs beglichen. Bei einer gleichzeitig um T€ -35.800 reduzierten Bilanzsumme von T€ 6.296.009 (Vorjahr: T€ 6.331.809) blieb die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag mit 37,8 % (Vorjahr: 37,8 %) konstant. Die langfristigen Schulden erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um T€ +391.178 und beliefen sich zum Ende des Geschäftsjahres auf T€ 2.228.763 (Vorjahr: T€ 1.837.585). Der Anstieg resultiert mit T€ +399.637 im Wesentlichen aus der Zunahme der langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Während sich die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, im Wesentlichen aufgrund der Umgliederung in die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, im Geschäftsjahr um T€ 55.595 auf T€ 273.122 (Vorjahr: T€ 328.717) reduzierten, erhöhten sich die langfristigen Anleiheverbindlichkeiten (USPP-Anleihen) um T€ 455.142 auf insgesamt T€ 703.662 (Vorjahr: T€ 248.520). Der Anstieg der langfristigen Anleiheverbindlichkeiten resultiert aus der Ausgabe von Schuldverschreibungen. Die Schuldverschreibungen, die in Höhe von € 380,0 Mio. und $ 80,0 Mio. begeben wurden, haben Laufzeiten von 5 Jahren (US-Dollar) bzw. zwischen 7 und 12 Jahren (Euro) und wurden von der Molkerei Alois Müller GmbH & Co.KG, Fischach / Deutschland, an institutionelle Anleger in den USA und Europa ausgegeben. Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich um T€ -417.031. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf deutlich niedrigere Finanzverbindlichkeiten (T€ -560.892) zurückzuführen. Gegenläufig erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (T€ +113.557) sowie die kurzfristigen Leasing-Verbindlichkeiten (T€ +38.017). Der Rückgang der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ist im Wesentlichen auf die Rückführung einer USPP-Tranche in Höhe von T€ 154.512 zurückzuführen, die im Jahr 2012 emittiert und im abgelaufenen Geschäftsjahr fällig wurde. Im Zuge einer Refinanzierung und der Ausgabe von langfristigen Schuldverschreibungen wurden zudem kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T€ 391.043 zurückgeführt. FinanzlageDie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (vgl. Tz. [28]) betrugen in der Unternehmensgruppe Theo Müller T€ -36.141 (Vorjahr: T€ -18.531) und reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um T€ -17.610. Die wechselkursbedingten Änderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betrugen T€ -4.464. Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit erhöhte sich um T€ 353.280 und lag bei T€ 675.344 (Vorjahr: T€ 322.064). Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag mit T€ -261.112 um T€ -533.589 unter dem Vorjahreswert in Höhe von T€ -794.701. Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von T€ -427.378 (Vorjahr: Mittelzufluss T€ 564.306) hat sich im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr um T€ 991.684 verändert. ErtragslageDer Gesamtumsatz der Unternehmensgruppe Theo Müller beträgt im Geschäftsjahr 2022 T€ 8.810.420 und konnte damit um +26,2 % gegenüber dem Vorjahreswert sehr deutlich gesteigert werden (Vorjahr: T€ 6.979.366). Diese Entwicklung ist dabei fast vollständig auf die Geschäftsbereiche Molkerei und Dienstleistungen zurückzuführen. Während das Wachstum im Geschäftsbereich Molkerei, im Wesentlichen auf deutlich gestiegene Verkaufspreise zurückzuführen ist, resultiert der Anstieg im Geschäftsbereich Dienstleistungen überwiegend aus dem akquisitorischen Wachstum der englischen CULINA Gruppe. Der Geschäftsbereich Molkerei konnte seine Umsatzerlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr um +24,2 % steigern. Deutlich gestiegene Verkaufspreise, die aber infolge sehr hoher Rohstoffkosten und sprunghaft gestiegener Energiekosten die massiven operativen Kostensteigerungen nur teilweise kompensieren konnten, waren hierfür ausschlaggebend. Im Geschäftsbereich Dienstleistungen trugen insbesondere die ganzjährige Einbeziehung der zum 1. Juli 2021 akquirierten Greenwhitestar Gruppe, aber auch die zum 30. April 2021 erworbene A.I.M. Logistics Ltd. und die Akquisitionen des Geschäftsjahres 2022 zu einem deutlichen Umsatzsprung bei. Insgesamt erhöhten sich die Umsatzerlöse der englischen Gruppe um +45,4 %. Der Geschäftsbereich Feinkost erfuhr wie geplant aufgrund der zum 31. Dezember 2021 erfolgten Veräußerung der Salatsparte, einen Umsatzrückgang. Die Umsatzerlöse sanken um -8,4 %. Der Rohertrag des Konzerns entwickelte sich geringfügig überproportional zu den Umsatzerlösen und konnte um +27,1 % bzw. T€ 886.109 gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Die Materialaufwendungen betrugen dabei T€ 4.951.383 (Vorjahr: T€ 3.901.030). Der Anstieg lag mit +26,9 % leicht über dem der Umsatzerlöse, was sich in einem Anstieg der Materialaufwandsquote auf 56,2 % (Vorjahr: 55,9 %) widerspiegelt. Der Anstieg der im Rohertrag ebenfalls enthaltenen sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von T€ +52.775 (Geschäftsjahr: T€ 213.636, Vorjahr: T€ 160.861) ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der Erträge aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten sowie einem deutlichen Anstieg der Erträge aus Währungsdifferenzen zurückzuführen. Die Erträge aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten betreffen im Wesentlichen eine Sale-and-lease-back Transaktion im Geschäftsbereich Dienstleistungen sowie zwei Standortschließungen in den Geschäftsbereichen Molkerei und Feinkost. Der Personalaufwand stieg im Geschäftsjahr 2022 um T€ 267.055 auf insgesamt T€ -1.860.119 (Vorjahr: T€ -1.593.064) und entwickelte sich damit unterproportional. Infolge deutlich gestiegener Umsatzerlöse führte dies zu einer reduzierten Personalaufwandsquote von 21,1 % (Vorjahr: 22,8 %). Die Personalaufwendungen im Geschäftsbereich Dienstleistungen haben sich insbesondere durch die ganzjährige Einbeziehung der englischen Greenwhitestar Gruppe, weiteren Akquisitionen und einem starken organischen Wachstum der CULINA Gruppe deutlich erhöht. Gegenläufig führte im Geschäftsbereich Dienstleistungen der Verkauf der Salatsparte zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres zu einem Abbau von Mitarbeitern und einem entsprechend deutlichen Rückgang des Personalaufwandes. Die Abschreibungen sind im laufenden Geschäftsjahr ebenfalls signifikant gestiegen und haben sich um T€ 106.554 auf insgesamt T€ -484.878 (Vorjahr: T€ -378.324) erhöht. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der englischen CULINA Gruppe (T€ 71.446), in der die Greenwhitestar Gruppe erstmals ganzjährig einbezogen wurde. Darüber hinaus ist der Anstieg auf außerplanmäßige Abschreibungen von Markenrechten in Höhe von T€ 30.396 zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von T€ -1.632.721 (Vorjahr: T€ -1.151.353) erhöhten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls sehr deutlich und stiegen um T€ 481.368 gegenüber dem Vorjahreswert an. Der Anstieg ist in Höhe von T€ 299.035 im Wesentlichen auf die sprunghaften gestiegenen Energiekosten zurückzuführen, die sich um 83,9 % erhöht haben. Trotz einer stark gestiegenen Gesamtleistung führte der insgesamt höhere Anstieg der gesamten betrieblichen Aufwendungen dazu, dass sich das Betriebsergebnis (EBIT) des Geschäftsjahres deutlich, aber nur unterproportional gegenüber dem Vorjahr erhöht hat. Es betrug zum Ende des Geschäftsjahres T€ 175.069 (Vorjahr: T€ 143.937), was einem Anstieg von T€ 31.132 entspricht. Das Finanzergebnis in Höhe von T€ -73.602 (Vorjahr: T€ 19.517) reduzierte sich um T€ -93.119 gegenüber dem Vorjahr. Während sich das übrige Finanzergebnis in Höhe von T€ -21.283 (Vorjahr: T€ 52.551) um T€ -73.834 sowie das Zinsergebnis in Höhe von T€ -62.002 (Vorjahr: T€ -33.209) um T€ -28.793 deutlich verschlechterte, verbesserte sich das Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen um T€ +9.508 deutlich und lag zum Bilanzstichtag bei T€ 9.683 (Vorjahr: T€ 175). Der starke Rückgang des übrigen Finanzergebnisses resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung des Ergebnisses aus Sicherungsgeschäften in Höhe von T€ -22.073, einem Rückgang der Wertpapiererträge in Höhe von T€ -21.979, einem Rückgang des Ertrages aus der Fremdwährungsbewertung in Höhe von T€ -10.505 und gestiegenen Währungsverlusten aus der Bewertung der USPP-Anleihen in Höhe von T€ -10.410. Nach Berücksichtigung von Steuern verbleibt für das Geschäftsjahr 2022 ein Konzernjahresüberschuss von T€ 40.017. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert entspricht dies einem Rückgang von -74,9 %. Für das Geschäftsjahr 2021 belief sich der Konzernjahresüberschuss auf T€ 159.705. 4. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem und RisikomanagementsystemIn der Unternehmensgruppe Theo Müller existiert ein Chancen- und Risikomanagementsystem. Auf der Basis von definierten Standards werden systematisch Risiken und Chancen in die Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen. Da Chancen und Risiken grundsätzlich die zwei Seiten unternehmerischen Handelns darstellen, ergeben sich die Chancen generell aus der komplementären Sicht der operativen und funktionalen Risikostruktur in allen Risikofeldern. So lassen sich potenzielle Gefahren frühzeitig minimieren und Chancen zielgerichtet und erfolgreich nutzen. Das Risikomanagementsystem ist Bestandteil sämtlicher Planungs-, Controlling- und Reportingstrukturen. Die Geschäftsführung der Gesellschaft beschäftigt sich regelmäßig mit Themen des Risikomanagements. 5. RisikoberichtIm Folgenden werden die wesentlichen Risikofelder und Einzelrisiken erläutert. Beschaffungs- und AbsatzmarktAls Kernrisikofelder sind der Beschaffungs- und der Absatzmarkt zu nennen. Auf dem Beschaffungsmarkt sind alle Konzerngesellschaften unter Führung des international operierenden zentralen Einkaufsmanagements der Unternehmensgruppe Theo Müller in die proaktive Steuerung des Lieferantenportfolios eingebunden. Dadurch kann die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten reduziert und die Verfügbarkeit benötigter Güter und Dienstleistungen jederzeit sichergestellt werden. Milchlieferverträge mit Landwirten decken einen wesentlichen Teil des Einkaufsbedarfes ab. Der Pflege und Ausweitung der Milchlieferantenbeziehungen kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Auch unterliegen Milchlieferungen einer strengen Qualitätskontrolle. Die Basis für ein erfolgreiches Risikomanagement liefert ein umfassendes Einkaufsinformationssystem, das die permanente Transparenz über das Einkaufsvolumen sicherstellt. In interdisziplinären Teams wird zudem intensiv an alternativen Rezepturen und Verpackungen gearbeitet, um auf unvorhersehbare Schwankungen bei Rohstoffpreisen reagieren zu können. Mit innovativen Lösungen und durch kreative Ideen sieht die Unternehmensgruppe zusätzliche Chancen, auf Kundenbedürfnisse besser reagieren sowie neue Marktanteile gewinnen zu können. Im Absatzbereich liegen unternehmerische Risiken primär in der steigenden Wettbewerbsintensität und dem wachsenden Preis- / Konditionendruck durch die Kunden. Diesen Risiken begegnet die Unternehmensgruppe im Markengeschäft durch Produktinnovationen, eine hohe Marken-, Media- und Vertriebsunterstützung sowie die fortgesetzte Pflege und Stärkung der Kundenbeziehungen. Parallel bewirkt das Geschäft mit Handelsmarken eine bessere Kapazitätsauslastung und Kostensituation. Auch führt der Ausbau der Geschäftsbereiche Käse, Basis- und Industrieprodukte zu einer optimierten Verwertung aller Milchbestandteile sowie einer gestiegenen Eigenversorgung mit Rahm, Buttermilch und Molke. Die Lieferungen der Konzerngesellschaften an den Handel und industrielle Kunden sind bis auf wenige Ausnahmen, bei denen das Ausfallrisiko als äußerst gering eingeschätzt wird, durch Kreditversicherungen abgesichert. Die Kundenstruktur der Unternehmensgruppe Theo Müller setzt sich aus Großhandel, Verteilern, Handelsketten und Einkaufskooperationen zusammen. Für die vertriebenen Markenprodukte in Deutschland, im Vereinigten Königreich, in Polen und in Italien besteht - entgegen dem Bereich Commodities - eine gefestigte, historisch gewachsene Kundenstruktur. Unter normalen Marktbedingungen besteht bei den Forderungen somit ein Ausfallrisiko lediglich in Höhe des Eigenanteils. Das Forderungsmanagement gewährleistet aktuelle Informationen, um drohende Forderungsausfälle rechtzeitig zu erkennen und entsprechend reagieren zu können. InvestitionenFür Investitionen besteht das Risiko, dass die getroffenen Annahmen oder Einschätzungen nicht wie geplant eintreten und es zu Fehlinvestitionen kommt, die wiederum die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmensgruppe belasten. Um diesem Risiko angemessen zu begegnen, richten sich Entscheidungen über Investitionen in Sachanlagen nach festgelegten und differenzierten Zuständigkeitsregelungen und Genehmigungsprozessen, die alle relevanten Fachbereiche einbeziehen und in einer internen Richtlinie geregelt sind. Dabei werden Investitionen im Vorfeld detailliert auf Risikoaspekte hin analysiert. Projektbegleitende Prüfungen bilden die Basis für eine erfolgreiche Projektsteuerung und eine wirksame Risikoreduzierung. ProduktionRisiken im Produktionsbereich werden durch eine hohe Mitarbeiterqualifikation, klar definierte Sicherheitsstandards, Qualitätsüberwachung und die regelmäßige Wartung der Anlagen minimiert. Nachteilige Auswirkungen möglicher Produktionsausfälle können durch eine flexible Produktionssteuerung aufgefangen und durch Versicherungsverträge wirtschaftlich sinnvoll abgesichert werden. Finanzielle RisikenDie Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. hat einen zentralen Ansatz des finanziellen Risikomanagements zur Identifizierung, Messung und Steuerung von Risiken. Finanzielle Risikopositionen entstehen als Marktrisiken infolge von Zinssatz-, Preis- und Wechselkursänderungen. Die zentrale Treasury Abteilung der Unternehmensgruppe verfolgt daher genau die Entwicklungen auf den Finanzmärkten, um Chancen zu identifizieren und im Sinne der gesamten Gruppe zu nutzen. WährungsrisikenIm operativen Bereich wickeln die einzelnen Konzerngesellschaften ihre Aktivitäten überwiegend in ihrer jeweiligen Landeswährung ab. Deshalb wird das Währungsrisiko der Unternehmensgruppe hinsichtlich der operativen Tätigkeit als relativ gering eingeschätzt. Die einzelnen Konzerngesellschaften sind jedoch Fremdwährungsrisiken im Zusammenhang mit geplanten Zahlungen außerhalb ihrer funktionalen Währung ausgesetzt. Diese betreffen hauptsächlich den Milcheinkauf in Polen und Tschechien, den Einkauf von Waren in Großbritannien und Polen sowie den Export von Waren in USD. Zur Sicherung setzt die Unternehmensgruppe Währungsderivate ein, um diese Zahlungen bis maximal 24 Monate im Voraus zu sichern. Aufgrund dieser Sicherungsgeschäfte war die Unternehmensgruppe zum Bilanzstichtag keinen wesentlichen Währungskursrisiken im operativen Bereich ausgesetzt. LiquiditätsrisikenDie jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit stellt ein wichtiges Ziel der Unternehmensgruppe dar. Mögliche Engpässe werden in einer monatlich durchgeführten Konzernliquiditätsplanung auf Jahresbasis rechtzeitig transparent gemacht und es werden entsprechende Schritte eingeleitet. Liquiditätsbedarfe werden durch die Zusage von ausreichenden Kreditlinien abgedeckt. AusfallrisikenZur Minimierung von Ausfallrisiken werden als Kontraktpartner nur Banken ausgewählt, die in Übereinstimmung mit der Treasury-Richtlinie der Unternehmensgruppe regelmäßig in Bezug auf Bonität und Qualität der Quotierungen überprüft werden. Das Risiko, dass Vertragspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können, ist daher zu vernachlässigen. Rechtliche RisikenRechtlichen Risiken wird durch entsprechende verbindliche Leitlinien, Verhaltensanweisungen und Schulungsmaßnahmen begegnet. Durch den Kontakt zur zentralen Rechtsabteilung der Unternehmensgruppe Theo Müller und durch das gesonderte Berichtssystem werden laufende Verfahren und potenzielle Risiken erfasst. Für bestimmte rechtliche Risiken wurden branchenübliche Versicherungen abgeschlossen, die als angemessen angesehen werden. Für Rechtsstreitigkeiten werden Rückstellungen gebildet, sofern es nach Einschätzung der Unternehmensgruppe wahrscheinlich ist, dass entsprechende, nicht oder nicht vollständig durch Versicherungen abgedeckte Verpflichtungen entstehen und eine adäquate Schätzung der Schadenshöhe möglich ist. Dennoch können aus Rechtsstreitigkeiten Verluste entstehen, die nicht durch den vorhandenen Versicherungsschutz oder durch Rückstellungen abgedeckt sind. IT-Sicherheits-RisikenBei der Unternehmensgruppe Theo Müller kommt der Informationstechnologie (IT) eine hohe Bedeutung zu. Risiken bestehen hier im Hinblick auf Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Systeme in Folge von Angriffen, Störungen oder Katastrophen. Diesen Risiken begegnet die Gesellschaft mit einem grundlegenden IT-Sicherheitsmanagement und dem Einsatz von verschiedenen IT-Sicherheitstechnologien. Zusätzlich wird die Sicherheit durch die restriktive Vergabe von Zugriffsberechtigungen auf Systeme und Informationen sowie durch das Vorhalten von Backup-Versionen der kritischen Datenbestände erhöht. Dazu werden im Rahmen unternehmensweit gültiger Standards die am Markt bewährten technischen Mittel eingesetzt. Risiken aus externen RahmenbedingungenDer anhaltende Ukraine-Krieg hat wesentliche Auswirkungen auf die gesamte europäische Wirtschaft, woraus sich weitreichende Risiken ergeben können. Die Unternehmensgruppe Theo Müller unterhält in den vom Krieg betroffenen Regionen keine eigenen Standorte und Niederlassungen und keine nennenswerten Kundenbeziehungen. Daher besteht kein unmittelbares Absatz- und Produktionsrisiko. Allerdings sind die Prognosen zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung von einer hohen Unsicherheit geprägt, da eine weitere Eskalation sowie eine geographische Ausdehnung des Krieges nicht ausgeschlossen werden und sich der Krieg im weiteren Verlauf jederzeit negativ auf die Versorgung mit Rohstoffen und Energie sowie die Inflation auswirken und damit die Verbrauchernachfrage belasten kann. Es besteht die Gefahr, dass sich infolge der Unterbrechung von Lieferketten, der Verknappung oder der Nicht-Verfügbarkeit von Agrarrohstoffen und anderen Ressourcen Kostensteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ergeben, die nicht oder nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden können. Ebenso kann die Zusammenarbeit mit Lieferanten mit höheren Risiken behaftet sein. Es besteht zudem das Risiko, dass es bei einer unsicheren Energieversorgung zu weiteren Kostensteigerungen kommt. Bei einem vollständigen Ausfall von Energielieferungen drohen Einschränkungen in den Produktionsabläufen und Logistikprozessen, sofern geeignete alternative Energieträger nicht in einem ausreichenden Maße zur Verfügung stehen, um den Ausfall kompensieren zu können. Das genaue Ausmaß möglicher Belastungen lässt sich aufgrund der Komplexität der Lieferketten und der ungewissen und dynamischen Entwicklung allerdings nur schwer abschätzen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes sind keine Risiken im Zusammenhang mit der zukünftigen Entwicklung erkennbar, die den Fortbestand der Unternehmensgruppe gefährden. Die Risikoanalyse zeigt, dass weder Einzelrisiken noch das aggregierte Gesamtrisiko nachhaltig die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmensgruppe Theo Müller beeinträchtigen. 6. Prognosebericht6.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Konjunktur6.1.1 Ausblick für die WeltwirtschaftDie hohen Unsicherheiten, die sich infolge des Kriegs in der Ukraine, hoher Rohstoff- und Energiekosten in Europa und der anhaltenden Inflation im vergangenen Jahr eingestellt haben, werden auch in 2023 das Wirtschaftswachstum belasten. Der Krieg in der Ukraine dauert unverändert an und die geopolitischen Spannungen sind hoch. Trotz positiver Entwicklungen, wie leicht rückläufigen Inflationsraten, gesunkenen Energie- und Lebensmittelpreisen zeigt sich, dass die Inflation nur langsam weicht. Die Zinserhöhungen der Zentralbanken, die dazu dienen, die Inflation zu bekämpfen, werden sich ebenfalls negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken. Zudem machen sich die Nebenwirkungen eines schnellen Anstiegs der Leitzinsen bemerkbar, da infolge des unerwarteten Zusammenbruchs zweier spezialisierter US-amerikanischer Banken und der staatlich vermittelten Übernahme einer Schweizer Großbank nun auch die Anfälligkeit des Bankensektors wieder in den Fokus gerückt ist und die Angst vor einer Ansteckung des Finanzsektors zugenommen hat. In seinem World Economic Outlook geht der IWF davon aus, dass die Weltwirtschaft die Folgen des Kriegs in der Ukraine und die hohe Inflation etwas besser verkraften wird, als noch vor einigen Monaten erwartet. Das liegt nicht zuletzt an Chinas Abkehr von der Null-Covid Strategie und einer unerwartet starken Widerstandsfähigkeit in zahlreichen Volkswirtschaften. In seiner Prognose vom April 2023 erwartet der IWF für das Jahr 2023 ein globales Wachstum von +2,8 %. Dieser Wert liegt mit -0,1 % unter der Prognose vom Januar 2023 und deutlich unterhalb des langjährigen Durchschnitts von +3,8 %, der sich bei einer Betrachtung der Jahre 2000 bis 2019 ergibt. Für die entwickelten Länder rechnet der IWF in seiner aktuellen Prognose mit einem Wachstum von +1,3 % und in der Eurozone mit einem Wachstum von nur noch +0,8 % für das Jahr 2023. Für Deutschland wird ein negatives Wachstum von -0,1 % für die Wirtschaftsleistung erwartet. In der Prognose vom Januar 2023 wurde noch von einem minimal positiven Wachstum von +0,1 % ausgegangen. Angesichts der jüngsten Entwicklungen wurde dieses um -0,2 % gesenkt. Damit ist Deutschland voraussichtlich das Schlusslicht in der Eurozone. Negativer sind die Aussichten für Großbritannien, wo der IWF mit einer sinkenden Wirtschaftsleistung von -0,3 % rechnet. Damit gehört Großbritannien neben Deutschland zu den einzigen G7-Staaten, für die der IWF überhaupt eine negative Wirtschaftsleistung prognostiziert. Für den Euroraum erwartet der IWF im Jahr 2023 eine Inflationsrate, gemessen als durchschnittliche Veränderung der Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr, von 5,3 %. Für Deutschland wird ein Wert von 6,2 % und für Großbritannien ein Wert von 6,8 % prognostiziert. 6.1.2 BranchenausblickDie Einschätzung der künftigen Entwicklung gestaltet sich angesichts der aktuellen Veränderungen unverändert schwierig. Der Ukraine-Krieg hat wie erwartet die Konsumstimmung zu Beginn des Jahres 2022 einbrechen und infolge sprunghaft steigender Energiepreise die Inflationsraten hochschnellen lassen. Als eine unmittelbare Folge des dadurch entstandenen Kaufkraftverlustes hat sich das Konsumverhalten der Verbraucher deutlich verändert. Obwohl sich zum Jahresende 2022 ein leichter Rückgang der Inflationsraten abzeichnet, bewegt sich die Inflation auf einem unverändert sehr hohen Niveau. Dies führt auch weiterhin bei den Verbrauchern zu einem bewussten Konsum und eine entsprechende Preissensibilität. Es ist zu erwarten, dass sich diese Entwicklung auch im Geschäftsjahr 2023 weiter fortsetzen wird. Nutznießer der derzeitigen Situation werden zum einen weiterhin die Discounter sein, die den Bedürfnissen der Verbraucher aktuell am besten gerecht werden, aber zum anderen auch die Handelsmarken, die ohnehin besonders eng mit dem Discount verknüpft sind. Der bereits Im Geschäftsjahr 2022 erkennbare und eingeleitete Trading-down von der Hersteller- zur Handelsmarke beruhte auf zwei unterschiedlichen Effekten. Einerseits auf der zwingenden Notwendigkeit vieler Verbraucher mit einem gegebenen Haushaltseinkommen dem Preisanstieg entgegenzuwirken, andererseits auf einer Trendumkehr, nachdem sich die Nachfrage in den vergangenen Jahren pandemiebedingt zu den Herstellermarken verschoben hatte. Mit dieser Trendumkehr und der damit verbundenen Rückkehr zur Handelsmarke ist eine Normalisierung eingetreten. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage vieler Verbraucher wird sich der Effekt aber auch im Jahr 2023 weiter fortsetzen und den Handelsmarken weiteren Auftrieb verschaffen. 6.2 Wirtschaftlicher AusblickDie Unternehmensgruppe Theo Müller ist aufgrund ihrer starken Marktstellung und ihrer Finanzkraft in allen bestehenden Geschäftsbereichen sehr gut positioniert. Kunden- und Verbraucherorientierung besitzen für die Unternehmensgruppe höchste Priorität und sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung in einem dynamischen und wettbewerbsintensiven Marktumfeld. Die Unternehmensgruppe Theo Müller hat angesichts der neuen Herausforderungen ihre bestehende Unternehmensstrategie überarbeitet und weiterentwickelt. Die überarbeitete Strategie der Unternehmensgruppe Theo Müller basiert auf drei Säulen und zielt neben einer Stärkung und Ausweitung des Marken-, Handelsmarken- und Geschäftskundengeschäftes auch darauf ab, neue Segmente und Märkte und damit neue Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen. Sie baut auf den Stärken einer dezentralen, unternehmerischen Organisation auf und gewährt den Profitcentern der Unternehmensgruppe Theo Müller die notwendigen unternehmerischen Freiräume für ein eigenverantwortliches Handeln, welches an den in der Unternehmensstrategie definierten strategischen Leitlinien ausgerichtet ist. Zu diesen Leitlinien gehören neben einer sehr starken Kundenorientierung, die sich über alle Aspekte der Kundenbeziehung erstreckt u.a. auch das Bestreben in den Märkten und Kategorien, in denen die Unternehmensgruppe Theo Müller aktiv ist, Marktführer oder mindestens auf der Position zwei zu sein. Die Unternehmensstrategie bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung der Unternehmensgruppe und wird bei Bedarf den bestehenden Gegebenheiten angepasst. Bei der Umsetzung dieser Unternehmensstrategie hat die Unternehmensgruppe Theo Müller bereits große Fortschritte erzielt, die sich nicht allein in den erreichten finanziellen Ergebnissen und dem starken Wachstum der vergangenen Jahre widerspiegeln. Auch in den kommenden Jahren wird ein weiteres profitables Wachstum, bei verbesserten Kostenstrukturen erwartet. Im Geschäftsjahr 2023 befindet sich die Unternehmensgruppe Theo Müller weiterhin in einem äußerst schwierigen Marktumfeld mit den entsprechenden Unsicherheiten und Risiken. Es ist davon auszugehen, dass die Folgen des Krieges sowie die hohe anhaltende Inflation die wirtschaftliche Entwicklung weiter belasten und sich dämpfend auf die Verbrauchernachfrage auswirken werden. Zusätzlich wirkt sich die angespannte Situation auf den Rohstoffmärkten und die weiterhin hohen Energiekosten belastend auf die Kostenstrukturen der Unternehmensgruppe Theo Müller aus. Mit den getroffenen und permanent weiter entwickelten Maßnahmen zur Kostensenkung und zur weiteren Effizienzsteigerung hat die Unternehmensgruppe bereits geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet. Daher erwartet die Unternehmensgruppe Theo Müller aufgrund ihrer Marktposition und eines effizienten Kostenmanagements im kommenden Geschäftsjahr eine weiterhin positive Geschäftsentwicklung. Im Geschäftsbereich Molkerei geht die Unternehmensgruppe Theo Müller von einem sehr deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse aus, im Wesentlichen getrieben durch notwendige Preisanpassungen, infolge unvermeidbarer Kostensteigerungen auf der Beschaffungsseite. Das Absatzvolumen wird ebenfalls über nahezu alle Produktionsstandorte des Geschäftsbereiches hinweg gesteigert werden. Mit Ausnahme des deutschen Molkereigeschäftes, dessen EBIT durch die Integrationskosten der zum 1. April 2023 von einem Wettbewerber übernommenen drei deutschen Produktionsstandorte sowie verschiedener Markenrechte (u.a. Landliebe) deutlich belastet wird, wird für alle anderen Standorte des Geschäftsbereiches zudem eine positive Ergebnisentwicklung erwartet. Im Geschäftsbereich Feinkost werden, nach einem deutlichen Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2022, der aus der Veräußerung der Salatsparte zum 31. Dezember 2021 resultierte, ebenfalls wieder deutlich steigende Umsatzerlöse erwartet. Als Folge hoher Rohstoffkosten, die sich in höheren Verkaufspreisen niederschlagen, wird das Umsatzwachstum das Mengenwachstum im Geschäftsjahr 2023 übertreffen. Zudem wird die für den Spätsommer erwartete Übernahme der polnischen Graal Gruppe zu einem weiteren akquisitorischen Umsatzwachstum beitragen. Da der Geschäftsbereich Feinkost im Geschäftsjahr 2022 durch hohe Sondereinflüsse belastet war, wird für das Geschäftsjahr 2023 ein deutlicher Anstieg und ein insgesamt positives EBIT erwartet. Der Geschäftsbereich Dienstleistungen wird von der Entwicklung der englischen CULINA Gruppe dominiert. Nach Akquisition der Robert Burns Limited und der Lial Limited im Geschäftsjahr 2022 sowie dem Erwerb der International Road Ferry B.V. zum 1. Januar 2023, werden diese Gesellschaften im kommenden Geschäftsjahr 2023 erstmalig für das ganze Jahr in den Konzernabschluss einbezogen. Aufgrund dieses starken akquisitorischen und eines ebenfalls moderaten organischen Wachstums wird sich der Umsatz der CULINA Gruppe insgesamt erneut deutlich steigern. Darüber hinaus wird die CULINA Gruppe mit einem hohen positiven EBIT zum Konzernergebnis beitragen, was im Geschäftsjahr 2023 ebenfalls erneut moderat steigen wird. Für das Geschäftsjahr 2023 wird für den Konzern daher insgesamt eine deutliche Steigerung der Umsatzerlöse bei einem leicht verbesserten EBIT erwartet. In den darauf folgenden Geschäftsjahren erwartet die Unternehmensgruppe Theo Müller für den Gesamtkonzern ebenfalls einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse, bei einem deutlich erhöhten Anstieg des Betriebsergebnisses (EBIT). Mit gezielten Akquisitionen soll die Markt-und Wettbewerbsposition auch in der Zukunft weiter gestärkt und zusätzliches profitables Wachstum entsprechend der Unternehmensstrategie erzielt werden.
Luxemburg, 12. Mai 2023 Unternehmensgruppe
Theo Müller S.e.c.s.,
diese wiederum vertreten durch die Geschäftsführer Marcus Almeling Michael Singer Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s.Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s.
Konzerngesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s.
Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s.
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s.Allgemeine ErläuterungenAbkürzungen
Allgemeine Angaben zum KonzernDer Konzernabschluss der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. für das Geschäftsjahr 2022 wurde von der Geschäftsführung am 12. Mai 2023 zur Veröffentlichung freigegeben. Mit diesem Zeitpunkt endet der Wertaufhellungszeitraum. Oberstes Mutterunternehmen ist die Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s., die am 14. September 2011 gegründet und am 30. September 2011 beim Registre de Commerce et des Sociétés Luxembourg unter B 163670 eingetragen worden ist. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in der 2b, rue Albert Borschette in L-1246 Luxemburg. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften sind auf den Stichtag der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. aufgestellt. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Die funktionale Währung des Konzerns ist der Euro. Alle Beträge werden in tausend Euro (T€) angegeben, soweit nicht anders vermerkt. Sämtliche Werte wurden entsprechend kaufmännischer Rundung auf T€ auf- oder abgerundet, sodass sich einzelne Zahlen unter Umständen nicht genau zur angegebenen Summe addieren. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt worden. Die Geschäftstätigkeit des Mutterunternehmens, der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s., liegt im Wesentlichen in der Ausführung von Aktivitäten, die direkt oder indirekt mit der Gründung, Akquisition und dem Halten von luxemburgischen und / oder ausländischen Unternehmen zusammenhängen, der Erbringung zentraler Dienstleistungen an Konzernunternehmen sowie in der Verwaltung, Geschäftsleitung, Kontrolle und Verwertung dieser Beteiligungen. Darüber hinaus kann die Gesellschaft ihre Mittel einsetzen, um sich an der Gründung, dem Erwerb, der Entwicklung und Kontrolle jeglichen Unternehmens zu beteiligen sowie um Wertpapiere, geistiges Eigentum und Immobilien durch Einlage, Zeichnung oder im Wege einer Kaufoption zu erwerben und weiterzuentwickeln. Die geschäftlichen Aktivitäten des Konzerns lassen sich in die folgenden Geschäftsbereiche untergliedern: MolkereiIm Geschäftsbereich Molkerei produziert und vertreibt die Unternehmensgruppe Theo Müller Molkereifrischprodukte als Marken- und Handelsmarkenwaren, Milch-Basisprodukte, Käse sowie für die industrielle Weiterverarbeitung bestimmte Milch- und Molkederivate. Der Vertrieb erfolgt überwiegend in Europa. Eigene Vertriebseinheiten bestehen in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Italien, Tschechien, Polen und der Slowakei. Der Geschäftsbereich verfügt über Produktionsstätten in Deutschland, Großbritannien und Tschechien. FeinkostDer Geschäftsbereich Feinkost umfasst die Produktion und den Vertrieb von Dressings und Saucen, Fertiggerichten sowie Fischdelikatessen. Darüber hinaus werden verschiedene Produkte im Auftrag von großen Lebensmittelherstellern sowie für Lebensmittelgroßhändler und Gewerbetreibende produziert. Der Schwerpunkt der Tätigkeiten liegt in den Ländern Deutschland und Polen, in denen sich auch die Produktionsstätten des Geschäftsbereichs befinden. Im Geschäftsjahr 2021 beinhaltete der Geschäftsbereich Feinkost zudem noch die Produktion und den Vertrieb von gekühlten Salaten. Dieser Produktbereich wurde zum 31. Dezember 2021 an zwei externe Investoren veräußert. DienstleistungenDer Geschäftsbereich Dienstleistungen beinhaltet konzerneigene Logistikgesellschaften für die Erbringung von Transport- und Logistikdienstleistungen innerhalb und außerhalb der Unternehmensgruppe. Hierbei kommt der englischen CULINA Gruppe eine besondere Bedeutung zu, da sie sowohl Marktführer im Bereich der 3PL-Logistik für Fast Moving Consumer Goods (FMCG), als auch einer der drei größten Lösungsanbieter im gesamten Logistik- und Lagerbereich in Großbritannien ist und einen hohen Umsatzanteil im Geschäft mit Drittkunden erzielt. Bei 3PL- oder auch Third Party Logistics-Anbietern handelt es sich um Logistikunternehmen, die sich auf integrierte, individualisierbare Lager- und Transportdienstleistungen spezialisiert haben. Hinzu kommen neben Gesellschaften für die im Wesentlichen eigengenutzte Fruchtzubereitung und Verpackungsherstellung auch Servicegesellschaften für die Erbringung konzerninterner Dienstleistungen aus den Bereichen Media und Marketing, des strategischen Einkaufs, der Finanzierung, Corporate Finance und Private Equity sowie ein Werkstattbetrieb für die Wartung und Reparatur von Nutzfahrzeugen. Die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Dienstleistungen haben ihren Sitz in Luxemburg, Deutschland, Großbritannien, Belgien, Ungarn, Polen und der Schweiz. Die nachfolgenden in den Konzernabschluss der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. als obersten Mutternehmen einbezogenen deutschen Tochtergesellschaften machen für das Geschäftsjahr 2022 von den Befreiungsvorschriften der §§ 264 Abs. 3 bzw. 264b HGB Gebrauch. i.S.d. § 264 Abs. 3 HGB:1. Alois Müller Naturfarm Handels-Verwaltungs GmbH, Fischach / Deutschland 2. Alois Müller Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH, Fischach, OT Aretsried / Deutschland 3. August Loose Verwaltungs-GmbH, Wachau / Deutschland 4. Culina Logistics GmbH, Fischach / Deutschland 5. Emhage Transportgesellschaft mbH, Bad Essen / Deutschland 6. Fahrzeugtechnik Aretsried GmbH, Fischach / Deutschland 7. Gloria Feinkost GmbH, Bad Essen / Deutschland 8. Hamker Vertriebsgesellschaft mbH, Bad Essen / Deutschland 9. HK Food GmbH, Fischach / Deutschland 10. Homann Chilled Food GmbH, Düsseldorf / Deutschland 11. HOMANN Feinkost GmbH, Bad Essen / Deutschland 12. HOMANN Service GmbH, Düsseldorf / Deutschland 13. Käserei Rusack GmbH, Leppersdorf / Deutschland 14. Landliebe GmbH (vormals: LLHN Molkerei GmbH), Fischach / Deutschland 15. LLHN Property GmbH, Fischach / Deutschland 16. LLK Property GmbH, Fischach / Deutschland 17. LLK Molkerei GmbH, Fischach / Deutschland 18. LLNOK Molkerei GmbH, Fischach / Deutschland 19. Molkerei Alois Müller Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Fischach / Deutschland 20. Müller Iberica GmbH, Wachau / Deutschland 21. Müller Sachsen GmbH, Wachau / Deutschland 22. Müller Service GmbH, Fischach / Deutschland 23. Nadler Feinkost GmbH, Bad Essen / Deutschland 24. Optipack GmbH, Fischach / Deutschland 25. Plantopia GmbH, Garching b. München / Deutschland 26. Sachsen Frischprodukte Komplementär GmbH, Wachau / Deutschland 27. Sachsenmilch Anlagen Holding GmbH, Wachau / Deutschland 28. Sachsenmilch Investitions-GmbH, Wachau / Deutschland 29. Sachsenmilch Leppersdorf GmbH, Wachau / Deutschland 30. Sachsenmilch Molke GmbH, Wachau / Deutschland 31. SAM Molkerei GmbH, Wachau / Deutschland 32. T.M.A. Handelsgesellschaft mbH, Wachau / Deutschland 33. TMI Dairy GmbH, Wachau / Deutschland 34. Unternehmensgruppe Theo Müller GmbH & Co. KGaA, Fischach / Deutschland 35. Unternehmensgruppe Theo Müller Komplementär GmbH, Fischach / Deutschland 36. UTM SPV 1 GmbH, Fischach / Deutschland 37. UTM SPV 2 GmbH, Fischach / Deutschland 38. Voss Feinkost und Lebensmittel GmbH, Bad Essen / Deutschland 39. Weihenstephan Holding Komplementär GmbH, Freising / Deutschland 40. WSF Fischfeinkost GmbH, Bad Essen / Deutschland i.S.d. § 264b HGB:1. Käserei Loose GmbH & Co. KG, Wachau / Deutschland 2. Molkerei Alois Müller GmbH & Co. KG, Fischach / Deutschland 3. Molkerei Weihenstephan GmbH & Co. KG, Freising / Deutschland 4. Sachsenmilch Molkenderivate GmbH & Co. KG, Wachau / Deutschland Erklärung zur Übereinstimmung mit IFRSDer Konzernabschluss der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. ist nach den am Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) unter Berücksichtigung der Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Commitee (IFRS IC) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind. Going ConcernDer Konzernabschluss der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. wurde unter der Prämisse der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (going concern) aufgestellt. Die Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. erwirtschaftete per 31. Dezember 2022 einen Konzernjahresüberschuss nach Steuern, der den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist, in Höhe von T€ 40.033. Die unter dem langfristigen und kurzfristigen Fremdkapital ausgewiesenen US Private Placements werden nach Ansicht des Managements planmäßig zurückgezahlt. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es keine Hinweise auf Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens sowie des Konzerns gefährden könnten. Neue sowie geänderte Standards und Interpretationen - verpflichtend anzuwenden seit 1. Januar 2022Die Unternehmensgruppe Theo Müller hat folgende Verlautbarungen bzw. Änderungen von Verlautbarungen des IASB im Geschäftsjahr 2022 erstmals angewendet:
Die dargestellten Standards haben keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss. Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete Standards, Interpretationen und ÄnderungenNeue Standards und Interpretationen, die zum 31. Dezember 2022 noch nicht angewendet wurden und die erst mit Datum der verpflichtenden Anwendung umgesetzt werden, existieren wie folgt:
* Für Geschäftsjahre, die am oder nach
diesem Datum beginnen
Die Unternehmensgruppe analysiert die Auswirkungen der oben dargestellten Standards und Interpretationen und wird diese in dem Geschäftsjahr der verpflichtenden Anwendung umsetzen. Aktuell erwartet der Konzern aus den oben dargestellten Standards und Interpretationen keine wesentlichen Auswirkungen. Es gibt keine weiteren Standards und Interpretationen, die noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und die eine wesentliche Auswirkung auf den Konzern hätten. Aufstellungsgrundsätze des IFRS KonzernabschlussesKonsolidierungskreisNeben der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. als Mutterunternehmen wurden zum 31. Dezember 2022 die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Tochterunternehmen in den Konsolidierungskreis einbezogen, bei denen die Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausübt. Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt, ab dem erstmalig eine Beherrschung ausgeübt werden kann, vollkonsolidiert. Eine Vollkonsolidierung kann unterbleiben, sofern die Gesellschaft für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.
Die Unternehmensgruppe hält keine Anteile an Tochterunternehmen, für die wesentliche nicht beherrschende Anteile bestehen. Folgende Gesellschaften, bei denen die Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. mittelbar die Möglichkeit hat, die finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen maßgeblich zu beeinflussen, werden nach der Equity-Methode bilanziert:
1 Gemeinschaftsunternehmen
Die nachfolgenden Gesellschaften werden als Beteiligungen ausgewiesen:
Wegen untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen:
Veränderungen im KonsolidierungskreisDie Veränderungen des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2022 sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
Die Anzahl der vollkonsolidierten Unternehmen zum 31.12.2021 wurde von originär 148 auf 143 angepasst. Die durch den Erwerb der Greenwhitestar Gruppe akquirierten Tochterunternehmen iForce Holdings Limited, Westlink Storage & Shipping Company Limited, Acumen Distribution Service Holdings Limited, Walon Poland Sp. z o.o. und Eddie Stobart Logistics Limited wurden im Vorjahr als vollkonsolidierte Unternehmen ausgewiesen, obwohl diese wegen untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden. Gründung
Erwerb
Vitrans Limited, Broxburn / Schottland:Am 28. Februar 2022 erwarb der Konzern über seine Tochtergesellschaft Fowler Welch Limited 100 % der Gesellschaftsanteile und erlangte damit die Beherrschung an der Vitrans Limited und ihrem Tochterunternehmen Robert Burns Limited, beide mit Sitz in Broxburn / Schottland. Die Hauptaktivität der Gesellschaften ist die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich der temperaturgeführten Logistik für Kunden in Großbritannien. Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt und die entsprechenden Buchwerte unmittelbar vor dem Erwerbszeitpunkt stellen sich wie folgt dar:
Der Kaufpreis für den Erwerb der Anteile belief sich auf T€ 29.697. Dieser resultiert aus einer Barvergütung in Höhe von T€ 28.513 sowie einer bedingten Gegenleistung in Höhe von T€ 1.184. Unter Berücksichtigung der übernommenen liquiden Mittel von T€ 9.872 ergab sich ein Nettozahlungsmittelabfluss in Höhe von T€ -18.641. Die mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundenen Kosten in Höhe von T€ 208, die im Wesentlichen aus im Zusammenhang mit der Akquisition stehenden Steuern und Kosten für die Due Diligence resultierten, wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position Sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst. Da die Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses die Anteile an dem beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden überstiegen, wurde der Unterschiedsbetrag in Höhe von T€ 9.354 gemäß IFRS 3.32 als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Mit dem Erwerb von Vitrans Limited baut die Culina Gruppe ihre marktführende Position in Großbritannien weiter aus, indem eine geographische Präsenz in einer neuen und wachsenden Region aufgebaut wird sowie Synergieeffekte und eine Wertsteigerung für beide Seiten erzielt werden. Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus den zu erwartenden Synergieeffekten aus der Eingliederung in die Culina Gruppe. Seit dem Erwerbszeitpunkt hat die erworbene Gesellschaft zu den in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Umsatzerlösen T€ 12.502 beigetragen. Der Anteil am Konzernergebnis für den gleichen Zeitraum betrug T€ +1.624. Hätte der Unternehmenszusammenschluss zu Beginn des Geschäftsjahres stattgefunden, hätte sich das Konzernergebnis um T€ +1.948 verbessert und die Umsatzerlöse hätten sich um T€ 15.002 erhöht. Lial Limited, Tattenhall / England:Am 1. Juli 2022 erwarb der Konzern über seine Tochtergesellschaft Warrens' Warehousing & Distribution (Midlands) Limited 100 % der Gesellschaftsanteile und erlangte damit die Beherrschung an der Lial Limited. Die Hauptaktivität von Lial Limited ist die Erbringung von Transportdienstleistungen mit Spezialisierung auf Lebensmittel. Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt und die entsprechenden Buchwerte unmittelbar vor dem Erwerbszeitpunkt stellen sich wie folgt dar:
Der Kaufpreis für den Erwerb der Anteile belief sich auf T€ 4.050. Dieser resultiert aus einer Barvergütung in Höhe von T€ 3.103, einer aufgeschobenen Zahlung in Höhe von T€ 346 sowie einer bedingten Gegenleistung in Höhe von T€ 600. Unter Berücksichtigung der übernommenen liquiden Mittel von T€ 707 ergab sich ein Nettozahlungsmittelabfluss in Höhe von T€ -2.396. Die mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundenen Kosten in Höhe von T€ 102, die im Wesentlichen aus im Zusammenhang mit der Akquisition stehenden Steuern und Beratungskosten resultierten, wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position Sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst. Da die Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses die Anteile an dem beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden überstiegen, wurde der Unterschiedsbetrag in Höhe von T€ 189 gemäß IFRS 3.32 als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Mit dem Erwerb von Lial Limited baut die Culina Gruppe ihre marktführende Position in Großbritannien weiter aus, indem Größenvorteile generiert werden und die Effizienz gesteigert wird. Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus den zu erwartenden Synergieeffekten aus der Eingliederung in die Culina Gruppe. Seit dem Erwerbszeitpunkt hat die erworbene Gesellschaft zu den in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Umsatzerlösen T€ 5.052 beigetragen. Der Anteil am Konzernergebnis für den gleichen Zeitraum betrug T€ +3. Hätte der Unternehmenszusammenschluss zu Beginn des Geschäftsjahres stattgefunden, hätte sich das Konzernergebnis um T€ +6 verbessert und die Umsatzerlöse hätten sich um T€ 10.105 erhöht. Liquidation
Verschmelzungen
Zugang aus Statuswechsel
Die im Geschäftsjahr 2021 inaktive und daher bisher nicht konsolidierte Gesellschaft MoreCo Group Limited hat im Geschäftsjahr 2022 ihre operative Tätigkeit aufgenommen. Daher wird die Gesellschaft seit dem 1. Januar 2022 als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. KonsolidierungsgrundsätzeDie Kapitalkonsolidierung wird grundsätzlich nach der Erwerbsmethode zum Zeitpunkt der Begründung der Beherrschung (Erwerbszeitpunkt) durchgeführt. Danach werden die identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und ansatzfähigen Eventualschulden des Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt mit den beizulegenden Zeitwerten bewertet. Der sich bei der Erstkonsolidierung ergebende aktive Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und einmal jährlich auf seine Werthaltigkeit geprüft. Bei einem Unternehmenszusammenschluss werden nicht beherrschende Anteile an dem erworbenen Unternehmen zum entsprechenden Anteil des identifizierten Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet. Änderungen bei der Beteiligungsquote des Mutterunternehmens an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als ergebnisneutrale Transaktionen zwischen Eigentümern behandelt. Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften werden eliminiert. In den langfristigen Vermögenswerten und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt. Im vorliegenden Abschluss wurden Zwischenergebnisse in Höhe von T€ 6 (Vorjahr: T€ 118) eliminiert. WährungsumrechnungDer Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Gesellschaft, aufgestellt. Die zum Konzern gehörenden ausländischen Gesellschaften sind selbstständige Teileinheiten. Die funktionale Währung ist die jeweilige Landeswährung. In den Einzelabschlüssen der Gesellschaften werden Geschäftsvorfälle in fremder Währung mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung bewertet. Zum Bilanzstichtag erfolgt die Umrechnung monetärer Posten zum Stichtagskurs. Daraus resultierende Währungskursgewinne (+) und -verluste (-) werden unmittelbar ergebniswirksam erfasst. Im Geschäftsjahr 2022 sind Währungsdifferenzen in Höhe von T€ -9.897 (Vorjahr: T€ 12.906) entstanden. Hiervon wurden T€ -11.751 (Vorjahr: T€ 9.164) im übrigen Finanzergebnis und T€ 1.854 (Vorjahr: T€ 3.742) im operativen Ergebnis ausgewiesen. Für die Einbeziehung der Fremdwährungsbilanzen in die Konzernbilanz werden die Vermögenswerte und Schulden mit dem Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Kapitalkonsolidierung und die Umrechnung des Eigenkapitals erfolgen zu historischen Kursen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von T€ -57.401 ergebnisneutral in das Eigenkapital eingestellt (Vorjahr: T€ +75.492) (Tz. [15]). Die Währungsumrechnung der Gewinn- und Verlustrechnungen der einbezogenen Fremdwährungsabschlüsse erfolgt zu den monatlich gültigen Durchschnittskursen. Für die Währungsumrechnung bezüglich der relevanten Währungen der Länder, die nicht an der Europäischen Währungsunion teilnehmen, werden folgende Stichtagskurse zugrunde gelegt:
Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze und der zugrunde liegenden SchätzannahmenDer Konzernabschluss ist in T€ und mit Ausnahme derivativer Finanzinstrumente (FVtPL) sowie als Eigenkapital- oder Schuldinstrument klassifizierter Wertpapiere (FVtPL) und Beteiligungen (FVtPL) nach dem Anschaffungskostenprinzip aufgestellt. Es wurden für alle Konzerngesellschaften einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden festgelegt, die sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert haben. Vermögenswerte und Schulden sowie Aufwendungen und Erträge werden nicht miteinander saldiert, soweit die Saldierung nicht von einem Standard bzw. einer Interpretation nach IFRS gefordert oder erlaubt wird. Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die zugrunde liegenden Schätzannahmen werden im Folgenden zusammengefasst: Immaterielle Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte, ohne Entwicklungskosten)Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, werden bei der erstmaligen Erfassung bei Erwerb zu Anschaffungskosten bzw. bei selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten zu Herstellungskosten angesetzt. Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Es wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit bestimmter und solchen mit unbestimmter Nutzungsdauer differenziert. Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer und die Abschreibungsmethode werden im Fall von immateriellen Vermögenswerten mit einer bestimmten Nutzungsdauer mindestens zum Ende des Geschäftsjahres überprüft. Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer beinhalten Milcheinstandsgelder, EDV-Software, Kundenbeziehungen und vorteilhafte Verträge. Milcheinstandsgelder werden als Vertragsbonus ausbezahlt und dienen zur Sicherung der benötigten Milch an den jeweiligen Produktionsstandorten. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte beinhalten selbst entwickelte Software. Der Buchwert beträgt zum 31. Dezember 2022 T€ 1.181 (Vorjahr: T€ 837) und wird in den immateriellen Vermögenswerten als Entwicklungskosten ausgewiesen (vgl. Tz [1]). Des Weiteren werden unter den entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerten Grunddienstbarkeiten mit unbestimmter Nutzungsdauer ausgewiesen. Die planmäßigen Abschreibungen für immaterielle Vermögenswerte werden im Wesentlichen nach folgenden Nutzungsdauern bemessen:
Die Restnutzungsdauern der immateriellen Vermögenswerte verteilen sich wie folgt:
Immaterielle Vermögenswerte von unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben. Sie werden einmal jährlich stattfindenden Werthaltigkeitsprüfungen unterzogen, sofern nicht Ereignisse oder veränderte Umstände schon vorher darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position Abschreibungen ausgewiesen. Unterschiedsbetrag aus der KapitalkonsolidierungDie Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen erfolgt nach der Erwerbsmethode, bei der der Kaufpreis dem neu bewerteten, anteiligen Netto-Reinvermögen des erworbenen Unternehmens gegenübergestellt wird. Dabei sind die Wertverhältnisse zum Erwerbszeitpunkt zugrunde zu legen, der dem Zeitpunkt entspricht, zu dem die Beherrschung über das erworbene Unternehmen erlangt wurde. Wertdifferenzen werden in voller Höhe aufgedeckt, das heißt, ansatzfähige Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden werden grundsätzlich mit ihren Fair Values in der Konzernbilanz ausgewiesen. Ein Geschäfts- oder Firmenwert nach IFRS 3 entspricht einem positiven Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten eines Unternehmens und dem erworbenen neu bewerteten anteiligen Netto-Reinvermögen. Die existierenden Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit hin überprüft (impairment only approach). Etwaige Wertminderungen aktivierter Geschäfts- oder Firmenwerte werden in der Position Abschreibungen ausgewiesen. Wenn die Anschaffungskosten niedriger sind als der beizulegende Zeitwert des Netto-Reinvermögens des Unternehmens, wird der Überschuss der Anteile des Erwerbers am beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens über die Anschaffungskosten direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. MarkenDie im Konzernabschluss der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. bilanzierten Marken wurden nach der Relief from Royalty Method bewertet und haben sowohl bestimmte als auch unbestimmte Nutzungsdauern.
Die Voraussetzungen für die Annahme einer unbestimmten Nutzungsdauer gemäß IAS 38.90 beziehen sich auf eine erfolgreiche unternehmerische Historie, die Existenz von Markteintrittsbarrieren für die Wettbewerber der Gesellschaft sowie die Absicht der Unternehmensgruppe Theo Müller, die Marken auf unbestimmte Zeit zu nutzen. Die Unternehmensgruppe Theo Müller betreibt dazu eine intensive Markenpflege. Forschung und EntwicklungNach IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte) sind Forschungskosten nicht und Entwicklungskosten nur bei Vorliegen bestimmter, genau bezeichneter Voraussetzungen aktivierungsfähig. Eine Aktivierung ist demnach immer erforderlich, wenn die technische und ressourcenmäßige Realisierbarkeit der Fertigstellung und die Absicht und Möglichkeit zur Nutzung des immateriellen Vermögenswertes gegeben sind sowie ein voraussichtlich künftiger wirtschaftlicher Nutzen nachgewiesen werden kann und die während der Entwicklung zurechenbaren Ausgaben zuverlässig bewertet werden können. Zusätzlich müssen hinsichtlich des Entwicklungsprojekts und des zu entwickelnden Produkts oder Verfahrens verschiedene Kriterien nach IAS 38 kumulativ erfüllt sein. In der Unternehmensgruppe Theo Müller fallen überwiegend Forschungskosten an. Da der überwiegende Teil der neuen Produkte nicht bis zur Markteinführungsphase gelangt, fehlt ein Nachweis, wie der immaterielle Vermögenswert einen voraussichtlichen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen wird. Zudem ist die Trennung zwischen der Forschungs- und der Entwicklungsphase durch das eingerichtete System nicht gewährleistet, sodass eine Aktivierung von Entwicklungsleistungen nach IAS 38 auch aufgrund fehlender verlässlicher Bewertung zurechenbarer Entwicklungsausgaben nicht möglich ist. SachanlagenDie Sachanlagen sind mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend den voraussichtlichen Nutzungsdauern, bewertet. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern des Sachanlagevermögens betragen:
Die Abschreibungen werden nach der linearen Methode auf die voraussichtliche Nutzungsdauer pro rata temporis verrechnet und in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position Abschreibungen ausgewiesen. Die Abschreibungsmethode als auch die Nutzungsdauern werden mindestens am Ende eines jeden Geschäftsjahres hinsichtlich des künftigen wirtschaftlichen Nutzungsverlaufs überprüft und ggf. angepasst. Die Kosten für den Ersatz eines Teils einer Sachanlage werden im Zeitpunkt ihres Anfalls in den Buchwert dieser Sachanlage einbezogen, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Bei Durchführung einer Großinspektion werden die Kosten dementsprechend im Buchwert einer Sachanlage als Ersatz aktiviert, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Gleiches gilt für die Kosten einer Generalüberholung. Andere Instandhaltungsaufwendungen werden nur dann aktiviert, wenn der innewohnende zukünftige Nutzen des betreffenden Anlagegegenstandes erhöht wird. Verpflichtungen zum Rückbau von angemieteten Geschäftsräumen auf den ursprünglichen Stand werden in voller Höhe zurückgestellt und in korrespondierender Höhe aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen basieren auf den um die aktivierten Beträge erhöhten Buchwerten. Finanzierungskosten, die direkt im Zusammenhang mit dem Erwerb von qualifizierten Vermögenswerten anfallen, sind weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr gegeben. Eine Sachanlage wird entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswertes kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswertes resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Für Investitionen im Fördergebiet Sachsen wurden Zulagen gemäß Investitionszulagengesetz (InvZulG) sowie Zuschüsse gemäß Förderprogramm "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) gewährt. Öffentliche Zuschüsse und Zulagen für getätigte Investitionen werden als Zuwendungen für Vermögenswerte erfasst, sobald eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt sind. Sie werden entsprechend IAS 20.24 direkt von den entsprechenden Vermögenswerten abgesetzt. Als Finanzinvestition gehaltene ImmobilienAls Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zur Erzielung von Mieteinnahmen und / oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten. Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten (cost model), vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte, lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden unter den langfristigen Vermögenswerten gesondert ausgewiesen. Die Nutzungsdauer der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie beträgt 50 Jahre. Die vom Konzern als Finanzinvestition gehaltene Immobilie wird ausschließlich vermietet. Die daraus resultierenden Mieteinnahmen und die direkt im Zusammenhang stehenden Aufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. LeasingverhältnisseDie Unternehmensgruppe als Leasingnehmer:Leasingverhältnisse sind Vereinbarungen, bei denen der Leasinggeber dem Leasingnehmer das Recht auf Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts für einen festgelegten Zeitraum und gegen Zahlung eines Entgelts überträgt. Ein Leasingverhältnis liegt nur dann vor, wenn der Leasingnehmer die Kontrolle über das Nutzungsrecht erlangt. Kontrolle ist gegeben, wenn der Leasingnehmer im Wesentlichen den gesamten wirtschaftliche Nutzen aus der Verwendung des identifizierten Vermögenswerts zieht und allein über die Nutzung des Vermögenswerts entscheidet. In der Unternehmensgruppe werden zum Bereitstellungsdatum alle Leasingverhältnisse als Nutzungsrecht und als Leasingverbindlichkeit in Höhe des Barwerts der ausstehenden Leasingzahlungen in der Bilanz erfasst. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um am oder vor dem Bereitstellungsdatum geleistete Zahlungen, zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten sowie der geschätzten Kosten zur Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswertes oder zur Wiederherstellung des zugrunde liegenden Vermögenswertes bzw. des Standortes, an dem dieser sich befindet, abzüglich etwaiger erhaltener Leasinganreize. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird hinsichtlich der Leasingzahlungen von der Möglichkeit auf eine Trennung dieser Komponenten zu verzichten, kein Gebrauch gemacht. Anschließend wird das Nutzungsrecht vom Bereitstellungsdatum bis zum Ende des Leasingzeitraums linear abgeschrieben, es sei denn, das Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert geht zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf die Unternehmensgruppe über oder in den Kosten des Nutzungsrechtes ist berücksichtigt, dass die Unternehmensgruppe eine Kaufoption wahrnehmen wird. In diesem Fall wird das Nutzungsrecht über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswertes abgeschrieben, welche nach den Vorschriften für Sachanlagen ermittelt wird. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht fortlaufend um Wertminderungen, sofern notwendig, berichtigt und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst. Die Laufzeit des Leasingverhältnisses ist der hinreichend sichere Zeitraum, über den der Vermögenswert angemietet wird. Neben der unkündbaren Grundmietzeit werden Verlängerungszeiträume einbezogen, sofern ihre Inanspruchnahme mit Nutzungsbeginn hinreichend sicher ist und Kündigungszeiträume, sofern ihre Ausübung nicht hinreichend sicher ist. Die Einschätzung wird überprüft, wenn entweder nicht in der Kontrolle der Unternehmensgruppe liegende Ereignisse oder wesentliche Änderungen der Umstände eintreten, welche eine Änderung der Laufzeit notwendig machen. Die Laufzeit des Leasingverhältnisses wird angepasst, wenn eine Verlängerungsoption ausgeübt bzw. eine Kündigungsoption nicht ausgeübt wird und diese in der ursprünglichen Einschätzung nicht berücksichtigt waren. Die Änderung der Leasinglaufzeit führt zu einer geänderten künftigen Zahlungsreihe und somit zu einer Neubewertung der Leasingverbindlichkeit unter Verwendung des aktuellen Grenzfremdkapitalzinssatzes. Der entstandene Differenzbetrag wird erfolgsneutral im Nutzungsrecht erfasst. Ausbuchungsbeträge, die den Buchwert des Nutzungsrechts übersteigen, werden erfolgswirksam innerhalb des Betriebsergebnisses erfasst. Die Leasingverbindlichkeit wird in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen über die hinreichend sichere Nutzungsperiode erfasst. Leasingzahlungen umfassen alle fixen und quasi-fixen Zahlungen, reduziert um künftige Anreizzahlungen des Leasinggebers. Darüber hinaus werden variable Zahlungen, die an eine Rate oder einen Index gekoppelt sind, erwartete Zahlungen aus Restwertgarantien sowie Zahlungen für die Ausübung von hinreichend sicheren Kauf- und Kündigungsoptionen angesetzt. Die Leasingzahlungen werden mit den Grenzfremdkapitalzinssätzen der Unternehmensgruppe (Leasingnehmer) abgezinst. Die Grenzfremdkapitalzinssätze der Unternehmensgruppe werden auf Basis risikoloser Zinssätze über verschiedene Laufzeiten zzgl. einer Marge und einem länderspezifischen Risikoaufschlag ermittelt. Jede Leasingrate wird in einen Zins- und Tilgungsanteil aufgeteilt. Zinsaufwendungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam im Zinsergebnis erfasst, sodass sich für jede Periode ein konstanter periodischer Zinssatz auf den Restbetrag der Verbindlichkeit ergibt. Eine Änderung des Leasingvertrages (sog. "Vertragsmodifikation"), die den Umfang des ursprünglichen Vertrages wesentlich erhöht, wird als gesondertes Leasingverhältnis erfasst, wenn der Unternehmensgruppe ein zusätzliches Recht auf Nutzung eines oder mehrerer zugrunde liegender Vermögenswerte eingeräumt wird und das hierfür zu zahlende Entgelt dem Einzelveräußerungspreis entspricht, den die Unternehmensgruppe andernfalls für die Nutzung zahlen müsste, wenn sie diese Vermögenswerte in einem separaten Leasingvertrag von einer dritten Partei angemietet hätte. Vertragsänderungen, die den Vertragsumfang zwar erhöhen, aber nicht zu einem gesonderten Leasingverhältnis führen, werden erfolgsneutral im Buchwert des Nutzungsrechts und der Leasingverbindlichkeit des bestehenden Leasingverhältnisses erfasst. Wird durch eine Vertragsänderung der Umfang der Leasingvereinbarung reduziert, dann sind sowohl das Nutzungsrecht als auch die Leasingverbindlichkeit neu zu bewerten. Die hieraus resultierenden anteiligen Gewinne oder Verluste werden erfolgswirksam innerhalb des Betriebsergebnisses erfasst. Die modifizierten Beträge werden dann im Zeitpunkt der Änderung mit dem dann gültigen neuen Zinssatz bewertet. Die Unternehmensgruppe nimmt die Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie für Leasingverhältnisse von Vermögenswerten mit geringem Wert, die keine kurzfristigen Leasingverhältnisse sind, in Anspruch und erfasst diese linear als Aufwand innerhalb des Betriebsergebnisses. Aus einer Sale-and-lease-back Transaktion im Geschäftsbereich Dienstleistungen der Unternehmensgruppe Theo Müller wurde im Jahr 2022 ein Erlös aus Anlagenabgang in Höhe von T€ 16.279 generiert. Die Unternehmensgruppe als Leasinggeber:In seltenen Fällen tritt die Unternehmensgruppe im Rahmen von Untervermietungen als Leasinggeber auf. Hierbei werden Teile von Gebäuden oder auch gesamte Immobilien an externe Leasingnehmer untervermietet. Trägt der Leasingnehmer die wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind (finance lease), so setzt der Leasinggeber nicht mehr das Leasingobjekt / Nutzungsrecht, sondern eine Leasingforderung an. Die Höhe der Leasingforderung entspricht im Zugangszeitpunkt dem Nettoinvestitionswert des Leasingobjekts. Die von den Leasingnehmern gezahlten Leasingraten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in einen Zins- und Tilgungsanteil aufgeteilt. In der Folgebewertung wird die Forderung aus dem Leasingverhältnis um die erhaltenen Tilgungsanteile vermindert. Der Zinsanteil der erhaltenen Zahlungen wird über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Zinsertrag im Zinsergebnis erfasst. At Equity bilanzierte BeteiligungenZu den nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen zählen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen. Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen wurden zum Erwerbszeitpunkt zu Anschaffungskosten aktiviert. In den Folgeperioden werden die Buchwerte jährlich um die auf den Konzern entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals der assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen ergebniswirksam erhöht oder vermindert. Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung (impairment test) wird der Buchwert eines at Equity bilanzierten Unternehmens mit dessen erzielbarem Betrag verglichen. Falls der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt, ist eine Wertminderung (impairment) in Höhe des Differenzbetrages vorzunehmen. Sofern die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderung entfallen sind, erfolgt eine entsprechende erfolgswirksame Zuschreibung. Zwischengewinne und -verluste aus Verkäufen zwischen Konzerngesellschaften und der at Equity bilanzierten Gesellschaft werden in Höhe des Beteiligungsprozentsatzes eliminiert. Entspricht oder übersteigt der Anteil an den Verlusten eines at Equity bilanzierten Unternehmens den Wert einer nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung, werden keine weiteren Verlustanteile erfasst. Die Anteile werden mit einem Buchwert von Null ausgewiesen. Die überschießenden Verluste werden in einer Nebenrechnung festgehalten. Die in der Folgezeit erzielten Gewinne werden zunächst in der Nebenrechnung zur Verlustverrechnung verwendet. Anteile an künftigen Gewinnen werden erst dann bilanziell erfasst, wenn der Gewinnanteil die in der Nebenrechnung ermittelten Verluste übersteigt. Verwässerungsgewinne und -verluste, die aus Anteilen an at Equity bilanzierten Unternehmen resultieren, werden ergebniswirksam erfasst. Finanzielle nicht derivative Vermögenswerte und sonstige finanzielle VermögenswerteDie finanziellen Vermögenswerte setzen sich zusammen aus Wertpapieren, Aktien, Beteiligungen, Ausleihungen, sonstigen finanziellen Vermögenswerten (Mietkautionen, Baukostenzuschüsse, dem Aktivwert der Rückdeckungsversicherungen, Altersteilzeit Erstattungsanspruch) und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Nach den Klassifizierungs- und Bewertungsvorschriften des IFRS 9 wird in der Unternehmensgruppe zwischen zwei Klassifizierungskategorien für finanzielle Vermögenswerte unterschieden:
Die Kategorie:
kommt in der Unternehmensgruppe nicht zur Anwendung. Die Zuordnung in die jeweilige Klassifizierungskategorie erfolgt auf Basis:
Finanzielle Vermögenswerte, die Fremdkapitalinstrumente gemäß IAS 32 sind, werden anhand des Geschäftsmodells und der Struktur der vertraglichen Zahlungsströme klassifiziert. Fremdkapitalinstrumente werden als zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) klassifiziert, wenn das Geschäftsmodell auf die Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme abzielt ("Hold to Collect') und die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag vorsehen. Finanzielle Vermögenswerte, bei denen entweder das Zahlungsstromkriterium nicht erfüllt ist oder die zu Handelszwecken gehalten werden (weder das Geschäftsmodell "Halten" noch "Halten und Verkaufen"), sowie derivative Finanzinstrumente, die nicht in einer Sicherungsbeziehung designiert sind, sind der Kategorie zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust zugeordnet (FVtPL). Der erstmalige Ansatz der finanziellen Vermögenswerte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind. Transaktionskosten werden bei den finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, unmittelbar im Gewinn und Verlust als Aufwand erfasst. Die Folgebewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt in Abhängigkeit von deren Klassifizierung:
Kredite und Forderungen sind finanzielle Vermögenswerte mit festen bzw. bestimmbaren Zahlungsbeträgen, die an keinem aktiven Markt gehandelt werden. Diese sind dem Geschäftsmodell "Halten" mit dem Ziel zugeordnet, die vertraglichen Geldflüsse zu realisieren. Die vertraglichen Geldflüsse stellen dabei ausschließlich Zins und Tilgung auf die ausstehende Kapitalsumme dar. Diese Vermögenswerte werden bei erstmaliger Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten erfasst. In den Folgejahren erfolgt die Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) unter Anwendung der Effektivzinsmethode sowie unter Berücksichtigung eventueller Wertminderungsaufwendungen. Daneben werden die unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Wertpapiere (fremdverwaltete Mandate) als zu Handelszwecken gehalten (FVtPL) klassifiziert und zum Bilanzstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert (abgeleitet aus Börsenwerten respektive net asset value) bilanziert. Transaktionskosten werden sofort aufwandswirksam innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Eine Klassifizierung als zu Handelszwecken gehalten ist gegeben, wenn ein finanzieller Vermögenswert hauptsächlich mit der Absicht erworben wurde, diesen kurzfristig zu verkaufen oder es in der jüngsten Vergangenheit nachweislich kurzfristige Gewinnmitnahmen gab. Im Geschäftsjahr 2022 wurden unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten keine Wertpapiere als zu Handelszwecken gehalten, ausgewiesen. Für Investition in Eigenkapitalinstrumenten, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, besteht im Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung ein einmaliges Wahlrecht, diese zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI) zu bewerten. Die Unternehmensgruppe hat dieses Wahlrecht nicht in Anspruch genommen. Die Beteiligungen werden als zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet (FVtPL) klassifiziert und zum Bilanzstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die unter den finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Ausleihungen bzw. Darlehen sowie Cashpooling Forderungen werden als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (AC) klassifiziert und bei erstmaliger Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten erfasst. In den Folgejahren erfolgt die Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode sowie unter Berücksichtigung eventueller Wertminderungsaufwendungen. Liegen Anzeichen für eine Wertminderung oder Uneinbringlichkeit der Ausleihungen bzw. Darlehen vor, wird eine erfolgswirksame Abschreibung auf den voraussichtlich noch zu erzielenden Betrag vorgenommen. Dafür wird das 3-Stufen Wertminderungsmodell nach IFRS 9 verwendet. Im Geschäftsjahr 2022 sind keine wesentlichen Wertminderungen bei Ausleihungen und Darlehen entstanden. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit Laufzeiten von über einem Jahr werden dabei zum Barwert unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt. Die Bilanzierung originärer Finanzinstrumente erfolgt bei marktüblichen Käufen zum Wert des Erfüllungstags (settlement day), das heißt zu dem Wert des Tages, an dem der Vermögenswert geliefert wird. Dagegen erfolgt die Bilanzierung der verwalteten Portfolien zum Handelstag (trade day). Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn es einen Rechtsanspruch darauf gibt und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird durch den am Bilanzstichtag notierten Marktpreis bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt besteht, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden ermittelt. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, die Analyse von diskontierten Cashflows sowie die Verwendung anderer Bewertungsmodelle. Maßgeblich für die Entscheidung über die Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswertes ist der Übergang der mit diesen verbundenen Risiken und Chancen (risks and rewards approach). Derivative FinanzinstrumenteDerivative Finanzinstrumente, wie z.B. Devisentermingeschäfte, Rohstoffderivate, FX Optionen und FX-Swaps, werden grundsätzlich für Sicherungszwecke eingesetzt, um Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft zu reduzieren bzw. die daraus resultierenden Finanzierungserfordernisse abzudecken. Darüber hinaus werden Zinsswaps eingesetzt, um sich gegen Zinsänderungsrisiken aus Finanzierungsgeschäften abzusichern. Eine Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (hedge accounting) erfolgt dabei im Konzernabschluss nicht. Die derivativen Finanzinstrumente werden zu dem Zeitpunkt, zu dem der entsprechende Vertrag abgeschlossen wird, zunächst mit ihren Anschaffungskosten zuzüglich Transaktionskosten angesetzt und nach IFRS 9 mit ihrem beizulegenden Zeitwert (FVtPL) bilanziert, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Als Quellen für die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte werden aktuelle und beobachtbare Marktparameter für Zinssätze und Wechselkurse verwendet. Die beizulegenden Zeitwerte werden durch Anwendung von Bewertungstechniken ermittelt (z.B. Discounted Cashflow Verfahren, Optionspreismodelle). Eventuelle Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Bilanzierung derivativer Finanzinstrumente erfolgt bei marktüblichen Käufen zum Handelstag (trade day), das heißt, sobald die Unternehmensgruppe Vertragspartner wird. VorräteDie Bewertung der Vorräte erfolgt mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert. Zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten zählen alle Kosten des Erwerbs und der Herstellung sowie sonstige Kosten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Der Nettoveräußerungswert ist der voraussichtliche, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten. Der Wertansatz der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wird auf Basis einer gleitenden Durchschnittswertmethode bzw. zu Stichtagswerten ermittelt. Durch angemessene Bildung von Wertkorrekturen wird allen erkennbaren Lagerungs- und Bestandsrisiken Rechnung getragen. Die Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse enthalten neben den Material-und Fertigungseinzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten, die direkt dem Herstellungsprozess zugeordnet werden können. Kosten der allgemeinen Verwaltung werden angesetzt, sofern es sich um produktionsbezogene Kosten handelt. Zinsen für Fremdkapital sind nicht mit einbezogen, sondern werden nach IAS 23.7 f. in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Forderungen und sonstige ForderungenForderungen und sonstige Forderungen stellen nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen und bestimmbaren Zahlungen dar, die nicht auf einem aktiven Markt notiert sind. Nach IFRS 9 werden diese Instrumente in die Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (AC) eingestuft und unterliegen der Effektivzinsmethode. In den Folgejahren erfolgt die Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode, da diese Instrumente mit dem Ziel zur Vereinnahmung von vertraglichen Zahlungsströmen gehalten werden und deren Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf das ausstehende Kapital darstellen. Die Unternehmensgruppe wendet für Fremdkapitalinstrumente, deren Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt, das Expected-Credit-Loss (ECL)-Modell gemäß IFRS 9 an. Danach ermittelt die Unternehmensgruppe die Wertminderungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, für jeden einzelnen Kunden bzw. für jede Kundengruppe. Hierbei wird jedem Kunden bzw. jeder Kundengruppe ein Rating zugeordnet, welches neben vergangenen und gegenwertigen Bedingungen auch Prognosen künftiger wirtschaftlicher Bedingungen berücksichtigt. Die Höhe der als Risikovorsorge für erwartete Kreditausfälle erfassten Wertberichtigungen hängt grundsätzlich davon ab, inwieweit sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz verschlechtert hat. Eine Risikovorsorge in Höhe des 12-Monats-ECL (Wertberichtigung für die innerhalb der nächsten 12 Monate erwarteten Kreditausfälle) wird ab dem erstmaligen Ansatz des Fremdkapitalinstruments erfasst. Sofern sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, wird eine Wertberichtigung für die erwarteten Kreditausfälle über die gesamte Laufzeit des Fremdkapitalinstruments erfasst. Eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos wird angenommen, sobald sich das Rating eines Kunden außerhalb des "Investmentgrades" befindet. Bestehen an der Einbringlichkeit Zweifel, werden die Forderungen mit dem niedrigeren realisierbaren Betrag durch Bildung einer individuellen Risikovorsorge (separates Wertberichtigungskonto) nach Betrachtung des Einzelfalles und unter Berücksichtigung des Umfangs der Kreditversicherung angesetzt. Eine Ausbuchung der Forderung erfolgt, wenn die Uneinbringlichkeit der Forderung feststeht. Individuelle Risikovorsorgen werden bei Zahlung ausgebucht. Eine Inanspruchnahme liegt bei Uneinbringlichkeit vor. Ein aus der Ausbuchung resultierender Gewinn oder Verlust sowie Wertminderungsaufwendungen werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei den kurzfristigen Forderungen und sonstigen Forderungen stellen die ausgewiesenen Buchwerte einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. Die Unterscheidung zwischen sonstigen Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten basiert darauf, ob der Anspruch der Gegenleistung auf Geld gerichtet ist oder nicht. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten Schecks, Barmittel und Guthaben bei Kreditinstituten und werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben eine Fälligkeit von maximal drei Monaten. Die Nominalbeträge entsprechen wegen der kurzen Fälligkeit den beizulegenden Zeitwerten. Die Bildung einer Risikovorsorge nach IFRS 9 findet aufgrund der kurzfristigen Laufzeit sowie der hohen Bonität der Kreditinstitute nicht statt. Für Zwecke der Konzern-Kapitalflussrechnung entsprechen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente den ausgewiesenen Beständen in der Bilanz abzüglich Kontokorrent-Verbindlichkeiten und Cashpooling, die zum integralen Bestandteil der Zahlungsmitteldisposition der Unternehmensgruppe gehören. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und damit verbundene SchuldenAls "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" gelten Vermögenswerte, die in ihrem gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar sind und deren Veräußerung höchstwahrscheinlich ist. Dabei kann es sich um einzelne Vermögenswerte, um zur Veräußerung stehende Gruppen von Vermögenswerten (Veräußerungsgruppe) oder um aufzugebende Geschäftsbereiche handeln. Schulden, die im Zusammenhang mit Vermögenswerten in einer Transaktion abgegeben werden, sind Bestandteil einer Veräußerungsgruppe bzw. eines aufgegebenen Geschäftsbereichs und werden unsaldiert als "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und damit verbundene Schulden" als kurzfristig ausgewiesen. Langfristige Vermögenswerte (oder Veräußerungsgruppen) sind zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anzusetzen und nicht mehr planmäßig abzuschreiben. Gewinne oder Verluste aus der Bewertung von aufgegebenen Geschäftsbereichen mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten werden ebenso wie die Ergebnisse aus der Geschäftstätigkeit bzw. aus der Veräußerung dieser Geschäftsbereiche als Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Bewertung einzelner zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte und von Veräußerungsgruppen werden bis zu deren endgültiger Veräußerung dagegen im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Rückstellungen für PensionenDie Bewertung der leistungsorientierten Pensionspläne (defined benefit plans) basiert auf dem in IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method). Die Bruttopensionsverpflichtung resultiert dabei aus dem Barwert bereits erdienter Pensionsansprüche unter Berücksichtigung finanzieller und demografischer Annahmen. Gleichzeitig erfolgt eine Neubewertung des Planvermögens zum beizulegenden Zeitwert. Der Barwert der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung und der beizulegende Zeitwert des Planvermögens werden pro Plan saldiert und ergeben die leistungsorientierte Nettoschuld bzw. den Nettovermögenswert. Übersteigt der Fair Value des Planvermögens den Barwert der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung, wird unter Berücksichtigung der Obergrenze für den Vermögenswert (asset ceiling) ein Nettovermögenswert ausgewiesen, sofern die Unternehmensgruppe Verfügungsmacht über diese wirtschaftlichen Vorteile hat. Die Neubewertungskomponente umfasst zum einen die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung, dem Unterschied zwischen tatsächlich realisierter Planvermögensrendite und dem zu Periodenbeginn herangezogenen Rechnungszinssatz sowie gegebenenfalls den Auswirkungen aus der Änderung eines asset ceiling, sofern diese nicht bereits im Nettozinsaufwand enthalten sind. Die Neubewertungen werden erfolgsneutral unter Berücksichtigung latenter Steuern in einer gesonderten Position im Eigenkapital ausgewiesen und zu keinem späteren Zeitpunkt in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht (recycled). Der Nettozinsaufwand / -ertrag wird im Finanzergebnis ausgewiesen und durch Anwendung des Rechnungszinssatzes auf die zum Jahresanfang bestehende leistungsorientierte Nettoschuld bzw. den Nettovermögenswert unter Berücksichtigung von unterjährigen Veränderungen durch Beitrags- und Leistungszahlungen bestimmt. Der Rechnungszinssatz für die Berechnung der Pensionsrückstellung orientiert sich an dem langfristigen Zinssatz für hochwertige Unternehmensanleihen am Bilanzstichtag. Der Dienstzeitaufwand ist Teil des Personalaufwands und setzt sich aus dem laufenden Dienstzeitaufwand, dem nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand sowie Gewinnen / Verlusten aus Abgeltungen eines Plans zusammen. Bei beitragsorientierten Pensionsplänen (defined contribution plans) werden eindeutig festgelegte Beträge an einen externen Versorgungsträger entrichtet. Für die Unternehmensgruppe entsteht über die Erbringung dieser Beträge hinaus keine weitergehende Zahlungsverpflichtung. Die zu leistenden Zahlungen werden mit Fälligkeit im Personalaufwand der Berichtsperiode erfasst. In Deutschland besteht eine beitragsorientierte gesetzliche Grundversorgung der Arbeitnehmer, die Rentenzahlungen in Abhängigkeit vom Einkommen und von den geleisteten Beiträgen übernimmt. Mit Zahlung der Beiträge an die staatlichen Rentenversicherungsträger bestehen für die Unternehmensgruppe keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen werden als Aufwand der Periode erfasst. Für die betriebliche Altersversorgung von Mitarbeitern bestehen leistungs- und beitragsorientierte Versorgungszusagen, die von der Betriebszugehörigkeit und dem Lohn bzw. Gehalt des Mitarbeiters abhängig sind. Bei dem beitragsorientierten Plan zahlt die Unternehmensgruppe aufgrund einer Betriebsvereinbarung Beiträge an die Hamburger Pensionskasse von 1905 VVaG (HPK), Hamburg / Deutschland. Der Konzern hat über die Zahlung der Beiträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen. Die Beiträge werden bei Fälligkeit im Personalaufwand erfasst. Andere langfristig fällige Leistungen an ArbeitnehmerFür bestehende Verpflichtungen aufgrund von Altersteilzeitregelungen sowie Dienstjubiläen werden entsprechende Rückstellungen in Übereinstimmung mit IAS 19 gebildet. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie auftreten. • AltersteilzeitverpflichtungenDie in der Unternehmensgruppe abgeschlossenen Altersteilzeitprogramme sind überwiegend nach dem sogenannten "Blockmodell" vereinbart. In diesem Zusammenhang entstehen zwei Arten von Verpflichtungen, die jeweils in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Grundsätzen mit ihrem Barwert bewertet und bilanziert werden. Die erste Verpflichtungsart bezieht sich auf den kumulierten ausstehenden Erfüllungsbetrag, der anteilig über die Laufzeit der Aktivphase erfasst wird. Der kumulierte ausstehende Erfüllungsbetrag basiert auf der Differenz zwischen der Vergütung des Arbeitnehmers vor Beginn der Altersteilzeitvereinbarung (einschließlich des Arbeitgeberanteils an den Sozialversicherungsbeiträgen) und der Vergütung für die Teilzeitbeschäftigung (einschließlich des Arbeitgeberanteils an den Sozialversicherungsbeiträgen, jedoch ohne Berücksichtigung der Aufstockungsbeträge). Die zweite Verpflichtungsart bezieht sich auf die Zahlung des Arbeitgebers von Aufstockungsbeträgen zuzüglich eines weiteren Beitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung. Aufstockungsbeträge müssen aufgrund der Abhängigkeit von zukünftigen Arbeitsleistungen ratierlich über den Erdienungszeitraum angesammelt werden. Der Erdienungszeitraum für Aufstockungsbeträge beginnt bei Anwendung des Blockmodells mit dem Erwerb des Anspruchs des Arbeitnehmers auf Teilnahme am Altersteilzeitprogramm und endet mit Eintritt in die Passivphase. • DienstjubiläenEs bestehen Verpflichtungen gegenüber einem Teil der Mitarbeiter auf Zuwendungen anlässlich von Dienstjubiläen. Die Bewertung gemäß IFRS erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren und wird zum Teil durch einen versicherungsmathematischen Gutachter berechnet. Das versicherungsmathematische Verfahren zur Bewertung des erdienten Anspruchs ist die Projected Unit Credit Method. Den Berechnungen liegen die biometrischen Grundwerte gemäß den Richttafeln 2018 G nach Dr. Klaus Heubeck zugrunde. Die Rückstellungen für das Jubiläumsgeld werden in der Bilanz unter der Position sonstige Rückstellungen ausgewiesen. • SterbegeldverpflichtungenEs besteht gegenüber einem Teil der Mitarbeiter die Verpflichtung auf Zahlung von Sterbegeld. Beim Tod eines Arbeitnehmers erhalten der überlebende Ehegatte, die unterhaltsberechtigten Kinder oder die unterhaltenen Eltern ein Sterbegeld in Höhe jenes Betrages, der dem Monatsverdienst des Verstorbenen für den Zeitraum zwischen Todestag und dem letzten Tag des Monats entspricht. Die Bewertung gemäß IFRS erfolgt durch einen versicherungsmathematischen Gutachter. Das versicherungsmathematische Verfahren zur Bewertung des erdienten Anspruchs ist die Projected Unit Credit Method. Den Berechnungen liegen die biometrischen Grundwerte gemäß den Richttafeln 2018 G nach Dr. Klaus Heubeck zugrunde. Sterbegeldverpflichtungen werden in der Bilanz unter der Position sonstige Rückstellungen ausgewiesen. • AbfindungszahlungenAbfindungszahlungen werden gegebenenfalls fällig, wenn ein Mitarbeiter vor dem regulären Renteneintritt entlassen wird oder wenn ein Mitarbeiter gegen eine Abfindungsleistung freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis austritt. Der Konzern erfasst Abfindungsleistungen, wenn er nachweislich verpflichtet ist, entweder das Arbeitsverhältnis von gegenwärtigen Mitarbeitern entsprechend eines detaillierten formalen Plans, der nicht rückgängig gemacht werden kann, zu beenden oder Abfindungen bei freiwilliger Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Mitarbeiter zu leisten. Der Aufwand wird im Personalaufwand dargestellt, die Verpflichtung wird unter der Position sonstige Rückstellungen ausgewiesen. • Managementboni und MitarbeitererfolgsbeteiligungenFür Managementboni und erfolgsabhängige Mitarbeitertantiemen wird eine Rückstellung basierend auf den entsprechenden Vereinbarungen gebildet. Der Aufwand wird im Personalaufwand dargestellt. Sonstige RückstellungenGemäß IAS 37 werden Rückstellungen gebildet, soweit eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis gegenüber Dritten besteht, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und zuverlässig geschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden für die erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die am Bilanzstichtag zu berücksichtigenden Kostensteigerungen. Rückstellungen werden auch für nachteilige Verträge gebildet. Ein Vertrag ist nachteilig, wenn die unvermeidbaren Kosten den aus dem Vertrag erwarteten wirtschaftlichen Nutzen übersteigen. Sofern der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich ist, werden Rückstellungen zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der - sofern im Einzelfall erforderlich - die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen im Finanzergebnis erfasst. RestrukturierungsrückstellungenRückstellungen für Restrukturierungen werden bilanziert, sobald die Unternehmensgruppe einen detaillierten und formellen Restrukturierungsplan verabschiedet und die Restrukturierungen entweder bereits begonnen oder öffentlich bekannt gegeben hat. Aufwendungen für die fortlaufenden Aktivitäten des Konzerns werden nicht zurückgestellt. Ertragsteuern / latente SteuernErtragsteuern in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung betreffen Steuern aus der laufenden Veranlagung sowie latente Steuern. Ertragsteuern werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Sachverhalte, die direkt im Eigenkapital erfasst werden. In diesen Fällen werden diese Steuern mit dem Eigenkapital verrechnet. Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende Periode und für frühere Perioden werden mit dem Betrag bewertet, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die am Bilanzstichtag gelten. Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung des IAS 12 auf alle zum Bilanzstichtag bestehenden temporären Differenzen zwischen dem IFRS-Wertansatz eines Vermögenswertes bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern für zukünftig nutzbare steuerliche Verluste gebildet. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht. Zur Berechnung der latenten Steuern werden die Steuersätze verwendet, die am Bilanzstichtag gelten oder faktisch beschlossen sind. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn die Voraussetzungen des IAS 12.74 erfüllt sind. Finanzverbindlichkeiten / sonstige finanzielle Verbindlichkeiten / sonstige VerbindlichkeitenDie Position setzt sich zusammen aus Darlehens- und USPP-Anleiheverbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten gegenüber at Equity bilanzierten Unternehmen, sonstigen finanziellen Schulden sowie sonstigen Verbindlichkeiten. Die nicht-derivativen finanziellen Verbindlichkeiten werden bei erstmaliger Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten erfasst. In den Folgejahren erfolgt die Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode (AC). Für kurzfristige Verbindlichkeiten bedeutet dies, dass sie mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt werden. Die ausgewiesenen Buchwerte stellen dabei einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. Unverzinsliche oder niedrigverzinsliche Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung eines marktadäquaten Zinssatzes mit dem Barwert bilanziert, der dem beizulegenden Zeitwert annähernd entspricht. Sofern der im Zusammenhang mit der Abzinsung ermittelte Differenzbetrag zwischen Barwert und Nominalbetrag aus einem Gesellschafterdarlehen resultiert, wird dieser Differenzbetrag im Eigenkapital berücksichtigt. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn sie zurückgezahlt wird oder durch den Gläubiger oder durch Gesetz erlassen wird. Ertrags- und AufwandsrealisierungUmsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden gemäß IFRS 15 erfasst. Danach werden anhand eines fünfstufigen vertragsbasierten Modells zunächst die relevanten Verträge mit Kunden identifiziert und abgegrenzt. Anschließend werden die im Vertrag explizit oder implizit vereinbarten separaten Leistungsverpflichtungen identifiziert und das Vertragswerk wird auf fixe und variable Vergütungsbestandteile untersucht, um auf dieser Grundlage den jeweiligen Transaktionspreis zu bestimmen. Dabei werden mögliche Restriktionen der Schätzbarkeit von variablen Gegenleistungen angemessen berücksichtigt. Sofern in einem Vertragswerk mehr als eine separate Leistungsverpflichtung identifiziert wird, erfolgt anschließend die Allokation des Transaktionspreises auf die definierten Leistungsverpflichtungen nach der Methode der relativen Einzelveräußerungspreise, die in der Regel als Preise auf den für die jeweiligen Kunden relevanten Märkten bestimmt werden. Die Umsatzrealisierung erfolgt bei der Erfüllung der Leistungsverpflichtung in Abhängigkeit von dem zugrunde liegenden Geschäftsmodell entweder zeitpunkt- oder zeitraumbezogen. Sofern erforderlich, werden auch die im IFRS 15 dargestellten umfangreichen Prinzipal-Agent-Überlegungen angemessen in der Vertragsanalyse berücksichtigt. Die Gewichtung der fünf Stufen hängt von der Ausgestaltung des jeweiligen Geschäftsmodells ab. Auf Basis der zugrunde liegenden Erlösquellen in der Unternehmensgruppe werden im Rahmen der Umsatzrealisierung folgende wesentliche Aspekte beachtet:
Ein Vertragsvermögenswert (contract asset) ist anzusetzen, sofern die Unternehmensgruppe aufgrund der Erfüllung einer vertraglichen Leistungsverpflichtung Erlöse erfasst hat, bevor der Kunde eine Zahlung geleistet hat bzw. bevor - unabhängig von der Fälligkeit - die Voraussetzungen für eine Rechnungstellung und damit den Ansatz einer Forderung vorliegen. Eine Vertragsverbindlichkeit (contract liability) ist anzusetzen, sofern der Kunde eine Zahlung geleistet hat bzw. eine Forderung gegenüber dem Kunden fällig wird, bevor die Unternehmensgruppe eine vertragliche Leistungsverpflichtung erfüllt und damit Erlöse erfasst hat. Vertragsverbindlichkeiten sind innerhalb eines Kundenvertrags mit Vertragsforderungen zu saldieren. Aktuell liegen keine Sachverhalte vor, die die Definition von Vertragsvermögenswerten und Vertragsverbindlichkeiten erfüllen. IFRS 15 ermöglicht einige Erleichterungen, von denen in der Unternehmensgruppe die Folgenden angewendet werden:
Betriebliche Aufwendungen und Erträge werden mit Inanspruchnahme bzw. Erbringung der Leistung erfasst. Zinsaufwendungen bzw. sonstige Fremdkapitalkosten und Zinserträge werden periodengerecht im Zeitpunkt ihrer Entstehung als Aufwand bzw. Ertrag unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode erfasst. WertminderungDie Unternehmensgruppe wendet für Fremdkapitalinstrumente, deren Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt, das Expected-Credit-Loss-Model gemäß IFRS 9 an (siehe auch "Forderungen und sonstige Forderungen"). Der Ansatz erwarteter Kreditverluste (ECL) nutzt ein dreistufiges Vorgehen zur Allokation von Wertberichtigungen: Stufe 1: Erwartete Kreditausfälle innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag Die Stufe 1 beinhaltet alle Verträge ohne wesentlichen Anstieg des Kreditrisikos seit der erstmaligen Erfassung. Es wird eine Risikovorsorge für einen erwarteten Kreditverlust über die Laufzeit des Instruments, welcher auf einen Ausfall innerhalb der nächsten zwölf Monate zurückzuführen ist, erfasst. Stufe 2: Erwartete Kreditausfälle über die gesamte Laufzeit Sofern ein finanzieller Vermögenswert nach seinem erstmaligen Ansatz eine signifikante Steigerung des Kreditrisikos erfahren hat, wird er in Stufe 2 eingeordnet. Hierbei wird eine Risikovorsorge über die erwarteten Kreditausfälle erfasst, welche über mögliche Zahlungsausfälle über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts bemessen wird. Eine signifikante Steigerung des Kreditrisikos wird angenommen, wenn das Finanzinstrument nicht mehr als investment grade bewertet wurde. Stufe 3: Erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit - bonitätsbeeinträchtigt Sofern ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt oder ausgefallen ist, wird er der Stufe 3 zugeordnet. Finanzielle Vermögenswerte werden als bonitätsbeeinträchtigt betrachtet, wenn objektive Hinweise gegeben sind, dass ein oder mehrere Ereignisse eingetreten sind, die einen negativen Einfluss auf die zukünftig erwarteten Cashflows aus dem Vermögenswert haben. Objektive Hinweise können sich z.B. aus der Altersstruktur der Forderungen bzw. wesentliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners ergeben. Der Wertminderungsaufwand von Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, ermittelt sich als wahrscheinlichkeitsgewichteter Barwert aller Zahlungsströme über die erwartete Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts. Der Wertminderungsaufwand wird sofort als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei der Bilanzierung von Vermögenswerten, die nicht Vorräte, latente Steueransprüche oder Finanzinstrumente sind, wird an jedem Bilanzstichtag geprüft, ob ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, wird der erzielbare Betrag (als höherer der Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert) ermittelt und mit dem bilanzierten Buchwert verglichen. Ist dieser geringer als der Buchwert, erfolgt eine Wertminderung auf den erzielbaren Betrag. Der Wertminderungsaufwand wird sofort als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Ist dies der Fall, so wird der Buchwert des Vermögenswertes auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung wird sofort im Periodenergebnis erfasst. Nachdem eine Wertaufholung vorgenommen wurde, wird der Abschreibungsaufwand in künftigen Berichtsperioden angepasst, um so den berichtigten Buchwert des Vermögenswertes, abzüglich eines etwaigen Restbuchwertes, systematisch auf seine Nutzungsdauer zu verteilen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich - bei Vorliegen von Anhaltspunkten einer Wertänderung auch unterjährig - auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Zur Ermittlung eines Wertminderungsaufwands wird der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit dem erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Als erzielbarer Betrag wird der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit herangezogen. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes nach Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken der zahlungsmittelgenerierenden Einheit widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Sofern der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst, der zunächst vollständig zu Lasten des Geschäfts- oder Firmenwertes gebucht wird. Im Berichtsjahr entstand - wie im Vorjahr - kein Wertminderungsaufwand. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand wird bei Erhöhung des erzielbaren Betrags in den Folgejahren nicht aufgeholt. Wesentliche Schätzungen und AnnahmenBei der Aufstellung der Konzernbilanz sind vom Management zu einem gewissen Grad Schätzungen und Annahmen vorzunehmen. Diese beinhalten komplexe und subjektive Bewertungen sowie Schätzungen aufgrund aktueller Kenntnisse von Sachverhalten, die sich naturgemäß durch Ungewissheit auszeichnen und Veränderungen unterliegen können. Schätz- und prämissenintensive Bilanzierungsgrundsätze können sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Die Prämissen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Annahmen zukünftiger Zahlungsströme (z.B. Mittelabfluss bei Rückstellungen) und versicherungsmathematischer Annahmen, die konzerneinheitliche Festlegung von Nutzungsdauern, die Planungsprämissen und Abzinsungssätze zur Durchführung der Werthaltigkeitsprüfung (impairment test), die Ermittlung von Wertberichtigungen auf Forderungen sowie die Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern. Grundlegende Annahmen und Schätzungen werden fortlaufend vom Management bewertet und überprüft. Sobald Änderungen bezüglich bilanzieller Schätzungen von dem Erwarteten abweichen, werden die Annahmen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betreffenden Vermögenswerte und Schulden sowie die Erträge und Aufwendungen angepasst. Die Prüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwertes erfolgt jährlich auf Grundlage von aus der Ertragsplanung abgeleiteten Cashflow-Prognosen. Die tatsächliche Entwicklung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit in den zukünftigen Perioden kann von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Durchführung der Werthaltigkeitsprüfung (impairment test) abweichen. Zu den Buchwerten und Einzelheiten der Bewertung vergleiche Tz. [1]. Die Anwendung der Erwerbsmethode beinhaltet die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte sowie der übernommenen Schulden zum Erwerbszeitpunkt. Zur Schätzung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte muss die Unternehmensgruppe die erwarteten künftigen Cashflows aus einigen dieser Vermögenswerte schätzen und darüber hinaus einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Vermögenswerte zu ermitteln. Im Rahmen der Bewertung der Marken wurden Annahmen über Umsatzentwicklung, Lebenszyklen von Produkten und Lizenzentgelte von Markenrechten getroffen. Die tatsächliche Entwicklung in den zukünftigen Perioden kann von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Durchführung der Werthaltigkeitsprüfung (impairment test) bzw. der Kaufpreisallokation (purchase price allocation) abweichen. Zu den Buchwerten und Einzelheiten der Bewertung vergleiche Tz. [1]. Hinsichtlich der Bilanzierung von Kundenstämmen wurden Annahmen über kundenbezogene Umsatzentwicklungen, EBITDA-Margen und vermögenswertspezifische Risikozuschläge getroffen. Die tatsächliche Entwicklung in den zukünftigen Perioden kann von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung der Kaufpreisallokation (purchase price allocation) abweichen. Aktive latente Steuern werden nur insoweit angesetzt, als ihre Realisierung hinreichend gesichert erscheint, das heißt, wenn in zukünftigen Perioden ein positives steuerliches Ergebnis zu erwarten ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation in zukünftigen Perioden kann von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen. Die Festlegung von individuellen Risikovorsorgen auf Forderungen erfolgt unter Berücksichtigung der Altersstruktur der Forderungen sowie des Umfangs der Kreditversicherung der jeweiligen Forderung auf Basis einer Einzelfallbetrachtung. Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen und anderen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird anhand versicherungsmathematischer Berechnungen ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen in Bezug auf die Abzinsungssätze, künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen, die Sterblichkeitsraten und die künftigen Rentensteigerungen. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Schätzungen gewissen Unsicherheiten. Zu den Buchwerten und Einzelheiten der Bewertung vergleiche Tz. [16]. Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt auf Basis einer Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Die tatsächliche Verpflichtung kann von den zurückgestellten Beträgen abweichen. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses unterlagen die zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen keinen bedeutenden Risiken, sodass aus gegenwärtiger Sicht nicht von einer wesentlichen Anpassung in der Konzernbilanz auszugehen ist. Angaben zur KonzernbilanzLangfristige Vermögenswerte[1] Immaterielle VermögenswerteDie Zusammensetzung und Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte ist im nachfolgenden Konzernanlagespiegel dargestellt:
Zum Bilanzstichtag bestehen vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von T€ 146 (Vorjahr: T€ 0). Der Wertminderungsaufwand des laufenden Geschäftsjahres entfällt mit T€ 30.396 auf außerordentliche Abschreibungen der Markenrechte. Darüber hinaus sind in Höhe von T€ 76 außerordentliche Abschreibungen auf nicht mehr genutzte Software vorgenommen worden. Im Vorjahr stellte sich die Entwicklung wie folgt dar:
Die Position Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten gliedert sich wie folgt auf:
Im Vorjahr stellte sich die Entwicklung wie folgt dar:
Die Markenrechte sind den unten genannten ZGE wie folgt zugeordnet:
Die Geschäfts- oder Firmenwerte sind den unten genannten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet:
Die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten, die als erzielbarer Betrag verwendet werden, erfolgt auf Basis künftiger diskontierter Cashflows unter Verwendung von Eingangsparametern (inputs) des Levels 3 der Fair Value Hierarchie (vgl. Tz. [31]). ZGE Culina UKDie Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwertes sowie des Markenrechtes der ZGE Culina UK wurde zuletzt auf den 31. Dezember 2022 durchgeführt. Die Überprüfung des Geschäfts- oder Firmenwertes auf eine Wertminderung basiert auf dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, der durch diskontierte Cashflow-Prognosen (Zeitraum fünf Jahre) geschätzt wurde. Die wesentlichen Annahmen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Culina UK stellen sich wie folgt dar:
Die Wachstumsrate entspricht der langfristigen durchschnittlichen Wachstumsrate des Sektors und berücksichtigt die Entwicklung der Inflationsrate des Wirtschaftsraumes. Für 2022 wurde, wie im Vorjahr kein Wertminderungsbedarf der bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte bzw. des Markenrechtes ermittelt. Die Veränderung im Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwertes gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der Umrechnung mit dem aktuellen Stichtagskurs. Die Unternehmensleitung ist der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzliche mögliche Änderung einer der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren beizulegenden Wert wesentlich übersteigt. Eine Änderung des Abzinsungssatzes um +/-5,0 % oder der Wachstumsrate um +/-25,0 % würde zu keinem Abschreibungsbedarf führen. ZGE Müller Milk & IngredientsDie Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwertes aus der Akquisition der Robert Wiseman Dairies plc wurde auf Basis der ZGE Müller Milk & Ingredients, die auch den ehemaligen Geschäftsbereich Wiseman umfasst, durchgeführt. Die Überprüfung des Geschäfts- oder Firmenwertes auf eine Wertminderung basiert auf dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, der durch diskontierte Cashflow-Prognosen (Zeitraum fünf Jahre) geschätzt wurde. Die wesentlichen Annahmen, die bei der Berechnung des erzielbaren Betrages herangezogen werden, sind Abzinsungssätze, Wachstumsraten des Endwertes und die Wachstumsrate des EBIT. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte basieren auf externen und internen Quellen und stellen die Beurteilung des Managements zur zukünftigen Entwicklung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit dar. Die wesentlichen Annahmen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Müller Milk & Ingredients stellen sich wie folgt dar:
Aufgrund der geplanten Entwicklung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Müller Milk & Ingredients ergibt sich - wie bereits im Vorjahr - kein Wertminderungsbedarf. Die Veränderung im Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwertes gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der Umrechnung mit dem aktuellen Stichtagskurs. Die Unternehmensleitung ist der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzliche mögliche Änderung einer der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren beizulegenden Wert wesentlich übersteigt. Eine Änderung des Abzinsungssatzes um +/-5,0 % oder der Wachstumsrate um +/-25,0 % würde zu keinem Abschreibungsbedarf führen. In keinem der dargestellten Szenarien hätte eine Veränderung der zugrunde gelegten Bewertungsparameter zu einem Wertminderungsbedarf geführt. ZGE HomannDie Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwertes sowie der Markenrechte der ZGE Homann wurde zuletzt auf den 30. November 2022 durchgeführt. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Homann wird auf Basis der Berechnung eines beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt, die auf Finanzplänen basieren, die von der Unternehmensleitung für einen Zeitraum von fünf Jahren genehmigt wurden. Die wesentlichen Annahmen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Homann stellen sich wie folgt dar:
Die Wachstumsrate entspricht der langfristigen durchschnittlichen Wachstumsrate des Sektors und berücksichtigt die Entwicklung der Inflationsrate des Wirtschaftsraumes. Für 2022 wurde kein Wertminderungsbedarf der bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte ermittelt. Die Überprüfung der Markenrechte ergab infolge eines deutlich gestiegenen Abzinsungssatzes einen Wertminderungsbedarf für zwei Markenrechte, die zu einer Wertminderung von insgesamt T€ 30.372 geführt hat. Die Unternehmensleitung ist der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzliche mögliche Änderung einer der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren beizulegenden Wert wesentlich übersteigt. Eine Änderung des Abzinsungssatzes um +/-5,0 % oder der Wachstumsrate um +/-25,0 % würde zu keinem Abschreibungsbedarf führen. ZGE Zweigniederlassung VeenendalDie Werthaltigkeitsprüfung für den Geschäfts- oder Firmenwert wird für die Zweigniederlassung Veenendal / Niederlande, als zahlungsmittelgenerierende Einheit auf Grundlage des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten jährlich zum 30. November durchgeführt. Basis für die Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- und Firmenwertes ist die Mittelfristplanung (Detailplanungsphase) über einen Zeitraum von fünf Jahren. Die wesentlichen Annahmen, die bei der Berechnung des erzielbaren Betrages herangezogen werden, sind Abzinsungssätze, Wachstumsraten des Endwertes und die Wachstumsrate des EBIT. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte basieren auf externen und internen Quellen und stellen die Beurteilung des Managements der zukünftigen Entwicklung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit dar. Die wesentlichen Annahmen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit für die Zweigniederlassung Veenendal stellen sich wie folgt dar:
Aufgrund der positiven Entwicklung der Zweigniederlassung Veenendal / Niederlande, ergibt sich - wie bereits im Vorjahr - kein Wertminderungsbedarf. Da der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wesentlich übersteigt, wird keine Sensitivitätsanalyse vorgenommen. [2] Forschung und EntwicklungIn der Unternehmensgruppe fallen zentrale Forschungs- und Entwicklungskosten primär im Technikum Freising, Freising / Deutschland, an. Des Weiteren fallen Forschungs- und Entwicklungskosten direkt in einzelnen Konzerngesellschaften für die Entwicklung und Veränderung von Produkten und Produktrezepturen an. Im Geschäftsjahr sind im Konzern T€ 17.996 (Vorjahr: T€ 17.649) Forschungs- und Entwicklungskosten angefallen, die - da die Kriterien für eine Aktivierung von Entwicklungskosten nicht erfüllt waren - während der Berichtsperiode als Aufwand erfasst wurden. [3] SachanlagenDie Entwicklung der Sachanlagen zeigt der folgende Anlagespiegel:
Die Wertminderungen in der Berichtsperiode belaufen sich auf T€ 1.666 (Vorjahr: T€ 2.644) und stellen die Wertminderung von bestimmten Sachanlagen auf ihren erzielbaren Betrag dar. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswertes bestimmt. Die Wertminderungen betreffen in Höhe von T€ 1.067 (Vorjahr: T€ 1.715) den Geschäftsbereich Molkerei, in Höhe von T€ 333 den Geschäftsbereich Dienstleistungen (Vorjahr: T€ 0) und in Höhe von T€ 265 (Vorjahr: T€ 929) den Geschäftsbereich Feinkost. Zum Stichtag bestehen vertragliche Verpflichtungen in Höhe von T€ 22.228 (Vorjahr: T€ 28.492) zum Erwerb von Sachanlagen. Im Vorjahr stellte sich die Entwicklung wie folgt dar:
[4] Als Finanzinvestition gehaltene ImmobilienDer Konzern hält eine Mischimmobilie mit Gewerbe- und Wohnflächen, die als Finanzinvestition im Sinne des IAS 40 gilt. Die Immobilie befindet sich im Zentrum der sächsischen Landeshauptstadt Dresden, Deutschland, in guter Wohnlage und 1b Geschäftslage. Der ausgewiesene Buchwert dieser Immobilie beträgt zum 31. Dezember 2022 T€ 21.487 (Vorjahr: T€ 21.951). Der beizulegende Zeitwert beträgt T€ 63.600 (Vorjahr: T€ 56.900) und wurde durch einen externen Gutachter mit Stichtag zum 31. Dezember 2022 ermittelt. Zur Berechnung des beizulegenden Zeitwertes wurde ein Discounted-Cash Flow Modell gewählt. Die Bewertung wurde dabei auf Basis der international anerkannten Richtlinien der "European Valuation Standards" sowie der "International Valuation Standards" durchgeführt. Aus der als Finanzinvestition angesetzten Immobilie wurden insgesamt Mieteinnahmen in Höhe von T€ 2.862 (Vorjahr: T€ 2.554) erzielt. Die mit der Erzielung der Erlöse verbundenen Aufwendungen betrugen im Geschäftsjahr 2022 T€ 928 (Vorjahr: T€ 800). Der Buchwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie entwickelte sich wie folgt:
[5] At Equity bilanzierte BeteiligungenDie folgenden Gesellschaften werden nach der Equity-Methode bilanziert:
1 Gemeinschaftsunternehmen
Zusammengefasste Informationen zu Gemeinschaftsunternehmen, die einzeln unwesentlich sind:
Zusammengefasste Informationen zu assoziierten Unternehmen, die einzeln unwesentlich sind:
[6] Finanzielle VermögenswerteDie Veränderung der finanziellen, nicht derivativen Vermögenswerte stellt sich im Berichtsjahr wie folgt dar:
Im Vorjahr war die Entwicklung wie folgt:
Die als Beteiligungen ausgewiesenen Gesellschaften sind in dem Abschnitt "Konsolidierungskreis" aufgeführt. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten zum Bilanzstichtag im Wesentlichen nicht verpfändetes Planvermögen in Höhe von T€ 1.074 (Vorjahr: T€ 1.591). Die Wertpapiere des Anlagevermögens beinhalten zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 Anlagen im Rahmen des Asset Managements in Höhe von T€ 130.929 (Vorjahr: T€ 126.111). Die Ausleihungen enthalten ein Darlehen an Landwirte, Mitarbeiterdarlehen sowie Darlehen an Dritte in Höhe von T€ 45.329 (Vorjahr: T€ 44.534), die zu marktüblichen Bedingungen ausgegeben werden. Die vereinbarten Zinssätze für Mitarbeiterdarlehen und Darlehen an Landwirte liegen zwischen 0,0 % und 3,0 %. Darlehen an fremde Dritte werden mit dem 3-M-Euribor zuzüglich Marge verzinst. Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten außerdem diverse Devisentermingeschäfte mit Fälligkeiten bis Februar 2027 zur Absicherung der Darlehensrückzahlungen der USPP-Anleihen mit positivem beizulegendem Zeitwert in Höhe von T€ 5.904 (Vorjahr: T€ 769). [7] Sonstige langfristige VermögenswerteDie sonstigen langfristigen Vermögenswerte setzen sich aus folgenden Posten zusammen:
Kurzfristige Vermögenswerte[8] VorräteIm Einzelnen gliedern sich die Vorräte wie folgt:
Im Geschäftsjahr 2022 beträgt die Abwertung von Vorräten auf den Nettoveräußerungswert T€ 15.372 (Vorjahr: T€ 12.805). Diese verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Vorratsbestände:
Die Veränderungen der Abwertungen wurden in der jeweiligen Berichtsperiode aufwandswirksam erfasst. Der Betrag der Vorräte, der während der Periode als Aufwand erfasst wurde, beträgt T€ 5.047.402 (Vorjahr: T€ 3.972.125). [9] Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie Informationen über das Ausmaß der in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken sind in der Tabelle "Risikomanagement / Kreditrisiko" unter Tz. [31] dargestellt. Alle Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. Erträgen ausgewiesen. [10] Sonstige finanzielle VermögenswerteDie sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich aus folgenden Posten zusammen:
Die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Derivate, deren Wertänderungen erfolgswirksam erfasst werden, werden unter "Finanzinstrumente" Tz. [31] näher erläutert. [11] Laufende ErtragsteueransprücheDie laufenden Ertragsteueransprüche setzen sich aus folgenden Posten zusammen:
[12] Sonstige ForderungenDie sonstigen Forderungen setzen sich aus folgenden Posten zusammen:
[13] Sonstige VermögenswerteDie sonstigen Vermögenswerte setzen sich aus folgenden Posten zusammen:
[14] Zur Veräußerung gehaltene langfristige VermögenswerteIm Laufe des Geschäftsjahres 2022 wurde im Geschäftsbereich Molkerei ein Depot in Höhe von T€ 492 veräußert. Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr keine Vermögenswerte aus dem Anlagevermögen umgegliedert und als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte klassifiziert. Bei den beizulegenden Zeitwerten abzüglich Veräußerungskosten handelt es sich um nicht wiederkehrende beizulegende Zeitwerte, die auf Schätzungen von fremden Dritten unter Verwendung von beobachtbaren Marktpreisen basieren bzw. anhand aktiver Verkaufsverhandlungen bestätigt wurden. Daher sind die beizulegenden Zeitwerte in der Stufe 2 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte einzuordnen. [15] EigenkapitalUnter dem Posten Kommanditkapital werden zum 31. Dezember 2022 die voll eingezahlten Kommanditanteile der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. mit T€ 1.201 (Vorjahr: T€ 1.201) ausgewiesen. Herr Theobald Müller hielt zum Bilanzstichtag als Kommanditist direkt und indirekt 94,00 % der Anteile an der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. Das Kommanditkapital in Höhe von € 1.200.999,99 setzt sich aus 120.099.999 Anteilen mit einem Nennwert von je € 0,01 zusammen. Die Gliederung der Anteile stellt sich wie folgt dar:
Die Anteile A und B sind hinsichtlich ihrer Rechte und Pflichten identisch. Die ausgegebenen CPECs werden bei der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. als Eigenkapital qualifiziert, da für den Halter kein Anspruch auf Rückzahlung des der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Kapitals in Form von flüssigen Mitteln besteht. Dem Inhaber der CPECs steht je abgelaufenem Geschäftsjahr eine erfolgsabhängige Vergütung (yield) zu, die sich auf die Erträge aus den Vermögenswerten, die durch die CPECs finanziert sind, (underlying returns) bezieht. Die underlying returns werden durch korrespondierende Kosten und eine Marge reduziert. Die Gesellschaft kann den yield nach eigenem Ermessen durch Zahlung von flüssigen Mitteln oder durch Ausgabe neuer CPECs begleichen. Des Weiteren vermitteln die CPECs dem Inhaber keine Stimmrechte und sind sämtlichen Verbindlichkeiten der Gesellschaft gegenüber Dritten nachrangig. Die Marge bezieht sich auf den durchschnittlichen Wert der CPECs im Geschäftsjahr. Die erfolgsabhängige Vergütung (yield) aus den CPECs belief sich im Jahr 2022 auf T€ 10.868. Der yield wurde gegen Ausgabe neuer CPECs an Herrn Theobald Müller in betragsmäßig gleicher Höhe beglichen. Falls Verluste in einer CPEC-Klasse entstehen, werden Herr Theobald Müller als Inhaber der CPECs und die Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. einen Forderungsverzichtsvertrag mit Besserungsklausel (waiver) abschließen, in dem sich Herr Müller verpflichtet, auf eine bestimmte Anzahl von CPECs zu verzichten. Die Höhe des Forderungsverzichts wird dem Verlust der CPEC-Klasse (vor Forderungsverzicht) zuzüglich der Marge entsprechen. Die Anzahl der CPECs der betreffenden Klasse wird dann dementsprechend erfolgsneutral innerhalb des Eigenkapitals durch Korrektur der anderen Gewinnrücklagen reduziert. Wenn am Ende des folgenden Jahres festgestellt wird, dass der Ertrag der betreffenden CPEC-Klasse ausreicht, um die CPECs, die Gegenstand des Forderungsverzichtsvertrages waren, ganz oder teilweise wieder aufleben zu lassen, wird eine entsprechende Anzahl von CPECs der betreffenden Klasse neu ausgegeben. Auf den Kapitalkonten II werden die auf die Gesellschafter entfallenden Gewinnanteile, sonstigen Einlagen und Entnahmen entsprechend des Gesellschaftsvertrages erfasst. Im Geschäftsjahr wurden den Kapitalkonten II Einlagen gemäß Gesellschaftsvertrag in Höhe von T€ 4.707 (Vorjahr: T€ 939) und im Rahmen der Gewinnverwendung des Geschäftsjahres 2021 in Höhe von T€ +33.000 (Vorjahr: T€ +40.222) zugeführt. Entnahmen wurden in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ -1.011) vorgenommen, sodass sich der Bestand der Kapitalkonten II der Kommanditisten im Jahresverlauf insgesamt um T€ 37.707 (Vorjahr: T€ 40.150) erhöht hat. Unter den Rücklagen werden neben den Umrechnungsdifferenzen aus der Währungsumrechnung in Höhe von T€ -150.957 (Vorjahr: T€ -93.555), die gesetzliche Rücklage in Höhe von T€ 31.094 (Vorjahr: T€ 31.094) sowie andere Gewinnrücklagen in Höhe von T€ 1.019.327 (Vorjahr: T€ 1.009.172) ausgewiesen. Letztere beinhalten sowohl die von der Unternehmensgruppe erwirtschafteten und in die anderen Gewinnrücklagen eingestellten Gewinne, Gesellschafterentnahmen und Einlagen, als auch Ansatz- und Bewertungsunterschiede aus der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS. Darüber hinaus werden direkt im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Gewinne und Verluste in Höhe von insgesamt T€ -12.850 (Vorjahr: T€ -21.738) ausgewiesen. Die folgende Tabelle stellt die Steuereffekte der direkt im Eigenkapital berücksichtigten Aufwendungen und Erträge für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember dar:
[16] Rückstellungen für PensionenIn der Unternehmensgruppe Theo Müller bestehen sowohl Beitragszusagen (vgl. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze), als auch leistungsbasierte Pensionszusagen, die im Wesentlichen die deutschen Gesellschaften der Geschäftsbereiche Molkerei und Feinkost betreffen. Leistungsbasierte Pensionspläne des Geschäftsbereichs MolkereiDie betriebliche Altersversorgung im Geschäftsbereich Molkerei beruht auf einem leistungsorientierten Altersversorgungsplan (defined benefit plan) und ist auf die deutschen Unternehmen beschränkt. Der leistungsorientierte Plan basiert größtenteils auf Pensionszusagen durch Entgeltverzicht (deferred compensation). Die Beschäftigten verzichten auf einen Teil ihrer variablen Bruttobezüge und erhalten hierfür von den Unternehmen eine wertgleiche Pensionszusage, die von Beginn an gesetzlich unverfallbar ist. Der Versorgungsplan sieht bei Erreichen der Altersgrenze bzw. im Todesfall des begünstigten Arbeitnehmers eine Kapitalzahlung vor. Eine Ratenzahlung in bis zu zehn Raten ist ebenfalls möglich. Die Finanzierung erfolgt extern über eine Rückdeckungsversicherung, die in Abhängigkeit der umgewandelten Beträge, die Höhe des Versicherungskapitals bestimmt. Folglich stimmt der Beitrag zur Rückdeckungsversicherung mit dem Entgeltumwandlungsbetrag überein. Die Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung werden von den Unternehmen als wirtschaftliche Eigentümer an den Versorgungsberechtigten zur Sicherung der Versorgungsansprüche verpfändet. Des Weiteren ist für gesetzlich unverfallbare Ansprüche die Insolvenzsicherung durch den Pensions-Sicherungsverein gesetzlich vorgeschrieben. Das Planvermögen setzt sich aus Rückdeckungsversicherungen zusammen. Aufgrund der Diversifikation der Vermögenslage des Versicherers und den Auffangmechanismen bei deutschen Versicherungsunternehmen entsteht für die Unternehmen kein gesondertes Risiko. Daneben bestehen vereinzelt Zusagen für Rentenleistungen in Abhängigkeit des pensionsfähigen Jahresgehalts. Die deutschen Zusagen unterliegen den gesetzlichen Vorschriften des Betriebsrentengesetzes, was alle drei Jahre eine Rentenanpassungspflicht (Inflationsrisiko) zur Folge hat. Leistungsbasierte Pensionspläne des Geschäftsbereichs FeinkostDes Weiteren bestehen für den Geschäftsbereich Feinkost leistungsorientierte Pensionspläne für Mitarbeiter im Falle der Pensionierung. Mitarbeiter konnten nur am leistungsorientierten Altersversorgungsplan (defined benefit plan) teilnehmen, wenn sie vor dem 31. Juli 2000 Mitglieder der Hamburger Pensionskasse von 1905 VVaG, Hamburg / Deutschland, bzw. vorher der Berolina VVaG, Hamburg / Deutschland, waren. Eine weitere Pensionsordnung wurde zum 31. Januar 2003 geschlossen. Darüber hinaus gibt es Mitarbeiter, die einen Pensionsanspruch aufgrund von Einzelzusagen haben. Das Planvermögen beinhaltet an die Begünstigten verpfändete Gruppenversicherungsverträge. Die erwartete Rendite aus diesem Planvermögen bestimmt sich nach der Verzinsung der Versicherungsgesellschaft. Leistungsbasierte Pensionspläne des Geschäftsbereichs DienstleistungenFür den Geschäftsbereich Dienstleistungen bestehen leistungsorientierte Pensionspläne (defined benefit plan) für Mitarbeiter im Falle der Pensionierung, Invalidität und Tod, die auf gesetzlichen Vorgaben beruhen. Die Vermögensanlage erfolgt im Rahmen eines Rückdeckungsvertrages.
Bei den in der Unternehmensgruppe gewährten Pensionszusagen ist für die Höhe der Pensionsleistung die Entwicklung der Versicherungsleistung maßgeblich. Die Versicherungsleistung richtet sich nach der Garantieverzinsung sowie der jährlichen Überschussrendite. Im Geschäftsjahr lag der Garantiezins zwischen 0,2 % und 4,00 %. Die Bewertung der Pensionsverpflichtung hängt im Wesentlichen von folgenden Parametern ab: Versicherungsmathematische Annahmen (Pensionszusage durch Entgeltverzicht)
Versicherungsmathematische Annahme (Pensionszusagen ohne Entgeltverzicht)
Aufteilung des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens nach Anlageklassen
Die Position "Sonstige Überträge" im Planvermögen beinhaltet im Wesentlichen Einzahlungen in die Rückdeckungsversicherung wegen interner Vertragsteilungen, die im Vorjahr mangels Verpfändungen nicht als Planvermögen ausgewiesen wurden. Für die Rückdeckungsversicherungen liegen keine notierten Marktpreise auf einem aktiven Markt vor. Die beizulegenden Zeitwerte werden von den Versicherungsunternehmen ermittelt. Die Unternehmensgruppe profitiert nicht von einer Planüberdotierung, da die Planvermögensüberschüsse den Mitarbeitern zur Verfügung stehen. Die Unternehmensgruppe Theo Müller hat als wesentliche Bewertungsparameter den Rechnungszins und die Biometrie identifiziert. Aufgrund der Zusagestruktur ist der versicherungsmathematische Bewertungsparameter Rententrend als nicht signifikant anzusehen. Die folgende Sensitivitätsanalyse zeigt, wie sich der Barwert der Pensionsverpflichtung - bei einer möglichen Änderung des Rechnungszinses oder der Biometrie - am Bilanzstichtag ändern würde. Die Sensitivitätsanalyse ist nur auf den Barwert der Pensionsverpflichtung anwendbar und nicht auf die Nettoverpflichtung, da diese neben den versicherungsmathematischen Annahmen auch das Planvermögen bewertet zum Fair Value beinhaltet. Aufgrund der unterschiedlichen Pensionspläne wurde die Sensitivitätsanalyse für den Rechnungszinssatz und die Biometrie je Geschäftsbereich ermittelt.
Die Sensitivitätsanalyse beruht auf realistisch möglichen Änderungen und wurde analog zur originären Bewertung, d.h. mittels Anwartschaftsbarwertverfahren durchgeführt. Gegenüber dem Vorjahr gab es weder Veränderungen an der Bewertungssystematik noch an der Ableitung der zugrunde gelegten versicherungsmathematischen Annahmen. Bei den in der Unternehmensgruppe vorhandenen Pensionszusagen handelt es sich überwiegend um rückgedeckte Zusagen. Die Finanzierungsleistung über die abgeschlossenen Versicherungen und die Versorgungsleistungen sind aufeinander abgestimmt. Erwartete Beträge oder Zuwendungen an das Planvermögen in der kommenden Berichtsperiode
Planteilnehmer und Informationen über das Fälligkeitsprofil (undiskontierte Leistungsauszahlungen)
Erwartete Leistungszahlungen
Ein Großteil der Leistungszahlungen wird aus Rückdeckungsversicherungen finanziert. [17] Sonstige Rückstellungen (lang- und kurzfristig)Die sonstigen lang- und kurzfristigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die Rückstellungen für sonstige Personalverbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Sonderzahlungen und für variable Vergütungen in Höhe von T€ 16.521 (Vorjahr: T€ 31.681) sowie Rückstellungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen in Höhe von T€ 3.779 (Vorjahr: T€ 23.741). Die Berechnung der Rückstellungen für Jubiläen erfolgte mit Diskontierungszinssätzen zwischen 3,81 % und 3,84 % (Vorjahr: 0,42 % und 1,00 %). Der Zeitpunkt der hieraus erwachsenden Zahlungsmittelabflüsse wird während der nächsten 10 Jahre als konstant eingeschätzt. Die Unsicherheiten der Höhe dieser Zahlungsmittelabflüsse betreffen im Wesentlichen zukünftige Fluktuationen und Lebenserwartungen. Die Berechnung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgte mit Diskontierungszinssätzen zwischen 3,14 % und 3,22 % (Vorjahr: -0,04 % und 1,00 %). Der Zeitpunkt der hieraus erwachsenden Zahlungsmittelabflüsse wird in den nächsten Jahren als konstant eingeschätzt. Die Unsicherheiten hinsichtlich der Höhe dieser Zahlungsmittelabflüsse betreffen im Wesentlichen die Lebenserwartungen. In den übrigen Rückstellungen sind unter Sonstiges Rückstellungen für Milchgeldnachzahlungen in Höhe von T€ 10.939 (Vorjahr: T€ 6.035) enthalten. Die Rückstellung für Milchgeldnachzahlungen resultiert daraus, dass der endgültige Milchauszahlungspreis im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung noch nicht vorliegt und somit eine Schätzung erfordert. Die extreme Schwankung der Milchpreise erschwert diese Schätzung. Des Weiteren beinhalten die übrigen Rückstellungen unter Sonstiges eine Rückstellung in Höhe von T€ 8.616 (Vorjahr: T€ 7.368) für die Verpflichtung zur Rückgabe von CO 2 Emissionsrechten entsprechend des prognostizierten CO 2 Ausstoßes im Jahr 2023. Die bilanzierten Rückstellungen stellen faktische und rechtliche Verpflichtungen dar, deren Fälligkeit verlässlich geschätzt werden kann. Hinsichtlich der Höhe stellen die Rückstellungen zum Zeitpunkt der Bildung die bestmöglich, verlässliche Schätzung dar. [18] Finanzverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Schulden (lang- und kurzfristig)
[19] Sonstige Verbindlichkeiten
[20] Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten
Angaben zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung[21] Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse des Konzerns betreffen im Wesentlichen den Verkauf von Waren in Deutschland, Großbritannien und anderen europäischen Ländern sowie die Erbringung von Dienstleistungen und verteilen sich auf folgende Kategorien:
[22] Sonstige betriebliche ErträgeIn den sonstigen betrieblichen Erträgen sind folgende Posten enthalten:
[23] Materialaufwand
[24] Personalaufwand
Der Personalaufwand für beitragsorientierte Altersversorgungspläne betrug im Berichtsjahr T€ -45.693 (Vorjahr (angepasst): T€ -47.774). Ferner wurden die an die gesetzlichen Rentenversicherungen erbrachten Arbeitgeberbeiträge aufwandswirksam erfasst. Diese betreffen in Höhe von T€ -251 (Vorjahr: T€ -263) Luxemburg, in Höhe von T€ -22.706 (Vorjahr: T€ -23.148) Deutschland und in Höhe von T€ -107.984 (Vorjahr (angepasst): T€ -67.172) das übrige Ausland. [25] Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:
[26] Übriges FinanzergebnisDas übrige Finanzergebnis beinhaltet im Wesentlichen folgende Positionen:
[27] Steuern vom Einkommen und vom ErtragDiese Position betrifft sowohl laufende als auch latente Steuern. Die Ertragsteuern in der Unternehmensgruppe setzen sich wie folgt zusammen:
In den Ertragsteuern sind Steuererstattungen (+) / Steuernachzahlungen (-) für Vorjahre in Höhe von T€ +2.060 (Vorjahr: T€ +2.009) enthalten. Aus der Veränderung des Bestands an aktiven und passiven latenten Steuern entfallen T€ -4.626 (Vorjahr: T€ +1.981) auf Posten, die direkt dem Eigenkapital belastet oder gutgeschrieben wurden. Hierbei handelt es sich um die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten von Pensionszusagen in Höhe von T€ -3.766 (Vorjahr: T€ -1.787) und den Effekt aus der Währungsumrechnung der latenten Steuern in Höhe von T€ -860 (Vorjahr: T€ +3.768). Darüber hinaus resultiert die Veränderung aus Zugängen zum Konsolidierungskreis in Höhe von T€ -3.343 (Vorjahr: T€ -68.949). Überleitung vom Konzernergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand:
Der anzuwendende Steuersatz für die Unternehmensgruppe Theo Müller berücksichtigt die Gewerbesteuer von durchschnittlich 6,75 % (Vorjahr: 6,75 %). Der Steuersatz entspricht der nominalen Steuerbelastung des Mutterunternehmens, der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. in Luxemburg. Bestand an aktiven und passiven latenten Steuern
Aktive latente Steuern in Höhe von insgesamt T€ 176.079 (Vorjahr: T€ 161.104) wurden wegen fehlender Werthaltigkeit nicht gebildet. Davon entfallen aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von T€ 134.351 (Vorjahr: T€ 158.050). Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen wurden in Höhe von T€ 41.728 (Vorjahr: T€ 3.054) nicht gebildet. Aktive latente Steuern werden nur insoweit bilanziert, als auch eine wahrscheinliche zukünftige Nutzbarkeit - entweder auf Basis vorhandener passiver latenter Steuern oder, darüber hinaus, auf Basis vom wahrscheinlichen steuerlichen Ergebnis, nachgewiesen werden kann. Für den Unterschied zwischen dem Nettovermögen und dem steuerlichen Buchwert von Tochtergesellschaften (outside basis differences) in Höhe von T€ 70.847 (Vorjahr: T€ 90.727) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da der Umkehreffekt gesteuert werden kann und es daher wahrscheinlich ist, dass sich in dem oben genannten Unterschiedsbetrag je nach Steuerrechtsjurisdiktion enthaltene temporäre zu versteuernde Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren. Bestand an noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen
Die Vortragsfähigkeit von Verlustvorträgen, für die kein latenter Steueranspruch bilanziert wurde, stellt sich wie folgt dar:
Sonstige Angaben[28] Angaben zur Konzern-KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung ist in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des IAS 7 erstellt und zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (Schecks, Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten mit bis zu drei Monaten Fälligkeit abzüglich Kontokorrentkredite, zuzüglich Commercial Papers) der Unternehmensgruppe Theo Müller im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Der Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit ist nach der indirekten Methode ermittelt. Innerhalb der Zahlungsströme aus der betrieblichen Tätigkeit wird der Bruttocashflow, der internen Steuerungszwecken dient, als Zwischensumme definiert. Die Konzern-Kapitalflussrechnung ist gemäß IAS 7 in die drei Bereiche betriebliche Tätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterteilt. Für Zwecke der Konzern-Kapitalflussrechnung setzt sich der Bestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wie folgt zusammen:
Die Buchwerte der im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesenen finanziellen Verbindlichkeiten, getrennt nach zahlungswirksamen und zahlungsunwirksamen Buchwertänderungen, entwickelten sich im Berichtsjahr wie folgt:
[29] Sonstige finanzielle VerpflichtungenAus im Jahr 2022 abgeschlossenen Terminkontrakten für Energiebezüge des Jahres 2023 (Strom, Gas), die unter die own use exemption des IFRS 9 fallen, bestehen zum Bilanzstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von T€ 0. Im Vorjahr betrugen die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Terminkontrakten für Energiebezüge T€ 2.269. Weiterhin existieren nicht bilanzierte Zeichnungsverpflichtungen (commitments) von T€ 22.039 (Vorjahr: T€ 20.322) für Wertpapiere des Anlagevermögens und Beteiligungen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 besteht zudem ein steuerliches Risiko hinsichtlich der ertragssteuerlichen Abzugsfähigkeit von in der Vergangenheit vorgenommenen Abschreibungen aus der Aktivierung von immateriellen Vermögenswerten im Zusammenhang mit einer Restrukturierung. Im Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses befindet sich das Verfahren zu diesem Sachverhalt in der Berufung und die Geschäftsführung geht weiterhin davon aus, dass es diesbezüglich nicht zu einem Abfluss finanzieller Ressourcen kommen wird. [30] LeasingverhältnisseLeasingverhältnisse als LeasingnehmerDie folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Nutzungsrechte nach Klassen zugrundeliegender Vermögenswerte:
Im Vorjahr stellte sich die Entwicklung wie folgt dar:
Die folgende Tabelle stellt die durchschnittlichen Vertragslaufzeiten der Nutzungsrechte nach Klassen zugrundeliegender Vermögenswerte dar:
In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Beträge erfasst:
In der Kapitalflussrechnung wurden folgende Beträge ausgewiesen:
Leasingverhältnisse als LeasinggeberDie Unternehmensgruppe hat im Rahmen eines Finanzierungsleasings eine Immobilie untervermietet, welches als Nutzungsrecht innerhalb der Grundstücke und Bauten ausgewiesen wird. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Zinserträge aus Leasingforderungen in Höhe von T€ 1.057 (Vorjahr: T€ 57) erfolgswirksam im Zinsergebnis erfasst. Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingforderungen dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltenden nicht diskontierten Leasingzahlungen.
[31] FinanzinstrumenteBuch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten:Die folgende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente, gegliedert nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 der Unternehmensgruppe Theo Müller, dar.
Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und der nachstehend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt und spiegeln die Preise wider, zu dem eine Partei die Rechte und/oder Pflichten aus diesen Finanzinstrumenten von einer unabhängigen Partei übernehmen würde. Langfristige finanzielle Vermögenswerte / Sonstige finanzielle SchuldenDie zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte mit erfolgswirksam erfassten Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung beinhalten neben Beteiligungen auch Portfolios im Rahmen des Asset Managements. Die beizulegenden Zeitwerte von börsennotierten Wertpapieren und Fondsanteilen basieren auf Kursnotierungen zum Bilanzstichtag. Die Marktbewertung der durch Fondsgesellschaften verwalteten Portfolios erfolgt anhand veröffentlichter Net Asset Values, Brokerpreisinformationen, respektive zu den Börsenkursen zum jeweiligen Bilanzstichtag. Für die auf Brokerinformationen basierten Preisfeststellungen werden für jede Portfolioposition drei unterschiedliche Preisquellen herangezogen. Die Bewertung der Einzelposition reflektiert den jeweils höchsten Geldkurs (bid price) aus diesen Preisquellen. Weichen der höchste und der durchschnittliche Geldkurs um mehr als 5 % voneinander ab, wird der Durchschnitt aus den drei Kursen für die Bewertung der Position herangezogen. Beteiligungen, die nicht nach der Equity-Methode bilanziert werden, gelten auch als zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte mit erfolgswirksam erfassten Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung. Soweit für diese Gesellschaften kein aktiver Markt existiert und sich die Fair Values nicht mit vertretbarem Aufwand verlässlich ermitteln lassen, werden sie mit den jeweiligen Anschaffungskosten bilanziert. Es ist nicht geplant, von den zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Beteiligungen wesentliche Anteile in naher Zukunft zu veräußern oder auszubuchen. Im Vorjahr gab es keine Abgänge von Anteilen verfügbarer Beteiligungen, die zu Anschaffungskosten bewertet wurden. Soweit Hinweise auf niedrigere Fair Values bestehen, werden diese angesetzt. Die Ausleihungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Ihr beizulegender Zeitwert entspricht im Wesentlichen dem Buchwert. Hinsichtlich des Währungsrisikos werden strukturierte Optionen, FX-Swaps sowie Devisentermingeschäfte eingesetzt. Bei den derivativen Finanzinstrumenten werden die beizulegenden Zeitwerte dieser Sicherungsinstrumente durch externe Partner mittels anerkannter Bewertungsmodelle ermittelt, wobei ausschließlich beobachtbare Input-Parameter in die Bewertung einfließen. Die Optionen werden auf Basis von Garman-Kohlhagen Modellen von den jeweiligen Banken berechnet. Die beizulegenden Zeitwerte der anderen derivativen Finanzinstrumente werden nach der Barwertmethode durch Diskontierung der kontrahierten Zahlungsströme ermittelt. Inputfaktoren der Bewertungsmodelle sind am Markt beobachtbare Marktpreise, Zinssätze und Volatilitäten, die von anerkannten externen Quellen bezogen werden. Dabei finden zum Bilanzstichtag relevante Zinssätze der Vertragspartner Anwendung. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen / gegenüber assoziierten UnternehmenAufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Finanzinstrumente wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte näherungsweise den Buchwerten entsprechen. Die Gliederung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen noch nicht überfälliger sowie überfälliger Forderungen sowie der Überfälligkeit ist unter dem Kreditrisiko dargestellt. Sonstige finanzielle Vermögenswerte / Sonstige finanzielle SchuldenDie Darlehen an Dritte und Darlehen an nahestehende Unternehmen sind variabel, zu marktgerechten Konditionen verzinst, weswegen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen. FinanzverbindlichkeitenFinanzverbindlichkeiten beinhalten die USPP-Anleihen sowie langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Aufgrund der kurzfristigen Laufzeit wird für die kurzfristigen Verbindlichkeiten sowie für die Darlehen von nahestehenden Personen unterstellt, dass die Buchwerte näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der währungsdifferenziert bestimmten Credit Spread Kurve der Unternehmensgruppe ermittelt. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige VerbindlichkeitenVerbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten gegenüber at Equity bilanzierten Unternehmen haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten. Die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar. LeasingforderungenDie beizulegenden Zeitwerte der Leasingforderungen werden als Barwerte der mit den Forderungen verbundenen Einzahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der währungsdifferenziert bestimmten Credit Spread Kurve der Unternehmensgruppe ermittelt. Fair Value HierarchieDie Bestimmung und der Ausweis der beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente orientieren sich an einer Fair Value Hierarchie, die die Bedeutung der für die Bewertung verwendeten Inputdaten berücksichtigt und sich wie folgt gliedert: Stufe 1: Auf aktiven Märkten notierte (unverändert übernommene) Preise für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Diese Hierarchiestufe beinhaltet Aktien, Investmentfonds und festverzinsliche Wertpapiere, für die entweder ein Börsenkurs verfügbar ist oder für die die Preise von einem unabhängigen Preisanbieter zur Verfügung gestellt werden, die auf Basis tatsächlicher Markttransaktionen zustande gekommen sind. Des Weiteren sind börsengehandelte Derivate der Stufe 1 zugeordnet. Stufe 2: Andere Eingangsparameter als die auf Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise, die für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preise) oder indirekt (in Ableitung von Preisen) zu beobachten sind. Diese Stufe beinhaltet nicht börsengehandelte Derivate und nicht börsentäglich gehandelte Wertpapiere sowie Private Equity Fonds. Stufe 3: Herangezogene Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten für die Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten basieren (nicht beobachtbare Inputdaten). Bei den Beständen, die dieser Bewertungsstufe zugeordnet werden, handelt es sich um Investitionen in Hedgefonds. Welcher Hierarchiestufe die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt zugeordnet wird, richtet sich nach der niedrigsten Stufe, deren Eingangsparameter für die Bewertung als Ganzes erheblich sind. Wenn Umstände eintreten, die eine andere Einstufung erfordern, werden diese zum Stichtag umgegliedert. Zum 31. Dezember 2022 wurden die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert, gehalten.
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente, die innerhalb der Stufe 3 ausgewiesen werden. Im Berichtszeitraum wurden zwei Finanzinstrumente in die Stufe 3 der Fair Value Hierarchie umgegliedert. Die Gewinne und Verluste in Verbindung mit Finanzinstrumenten der Stufe 3 der Bemessungshierarchie werden erfolgswirksam im übrigen Finanzergebnis als Gewinne und Verluste aus Wertpapieren des Anlagevermögens (Schuldinstrument) erfasst.
Bei den Finanzinstrumenten, die innerhalb der Stufe 3 ausgewiesen werden, handelt es sich um Wertpapiere des Anlagevermögens, deren Sensitivität sich nicht verlässlich bestimmen lässt. Risiken hieraus resultieren im Wesentlichen aus Zins- und Fremdwährungsänderungen sowie aus Wertänderungen, die durch Immobilien- und Rohstoffpreise beeinflusst werden. Finanzinstrumente, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, deren beizulegende Zeitwerte jedoch angegeben werden, stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen VerbindlichkeitenDie folgenden finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten unterliegen einer Saldierung, durchsetzbaren Master-Netting-Vereinbarungen oder ähnlichen Vereinbarungen.
Bilanzielle Saldierungen treten bei Forderungen und Verbindlichkeiten auf, bei welchen Gutschriften gewährt bzw. erhalten werden. Bei nicht bilanziell saldierungsfähigen Beträgen werden gemäß den vertraglichen Vereinbarungen im Insolvenzfall sämtliche mit dem betreffenden Kontrahenten bestehende Derivate mit positivem bzw. negativem beizulegenden Zeitwert aufgerechnet, sodass lediglich eine Forderung bzw. Verbindlichkeit in Höhe des Saldos verbleibt. Kollateralverträge, die das Ausfallrisiko der Unternehmensgruppe reduzieren, wurden in diesem Zusammenhang nicht abgeschlossen. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnunga) Nettogewinne oder -verlusteDie folgende Tabelle stellt die in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigten Nettogewinne oder -verluste von Finanzinstrumenten dar:
Das Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten Amortized Cost (AC) beinhaltet die Nettogewinne bzw. -verluste der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (AC) sowie der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (AC) und betrifft Währungsumrechnungseffekte aus der Stichtagsbewertung sowie unterjährig realisierte Währungskursgewinne / -verluste. Des Weiteren beinhaltet das Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten Amortized Cost die Nettogewinne bzw. -verluste aus Krediten und Forderungen (AC), die die im Betriebsergebnis erfasste Veränderungen der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ausbuchungen von Forderungen und Krediten enthalten. Das Nettoergebnis aus finanziellen Verbindlichkeiten Amortized Cost (AC) beinhaltet die Nettogewinne bzw. -verluste der zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten (AC), welche die Währungsumrechnungseffekte der USPP-Anleihen sowie die Zuschreibung eines Disagios anhand der Effektivzinsmethode betreffen. Zudem werden in dieser Kategorie die im Betriebsergebnis erfassten Währungseffekte aus der Bewertung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (AC) dargestellt. Das Nettoergebnis aus Fair Value through Profit & Loss (FVtPL) enthält Effekte aus Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte von derivativen finanziellen Vermögenswerten und derivativen finanziellen Verbindlichkeiten, Effekte aus der erfolgswirksamen Marktbewertung von zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam erfassten Bewertungen von als Eigenkapital- und Schuldinstrument kategorisierten Wertpapieren und Veräußerungs- und Bewertungsgewinne auf Beteiligungen. b) Zinserträge und -aufwendungen der nicht zum Fair Value bewerteten FinanzinstrumenteVon den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Zinserträgen und Zinsaufwendungen entfallen auf finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert sind, folgende Beträge:
Zinserträge der nicht zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte sind ein Bestandteil des Nettoergebnisses von Finanzinstrumenten, die der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" (AC) zuzuordnen sind. Dabei umfassen die Zinserträge der Kategorie "Darlehen und Forderungen (AC)" hauptsächlich Zinsen aus ausgereichten Darlehen und sonstigen Ausleihungen. In den Zinsaufwendungen der Kategorie "Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet mit fortgeführten Anschaffungskosten (AC)" sind im Wesentlichen Zinsaufwendungen enthalten, die im Zusammenhang mit den US Private Placements entstanden sind sowie Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. RisikomanagementIn der Unternehmensgruppe Theo Müller existiert ein Chancen- und Risikomanagementsystem. Auf der Basis von definierten Standards werden systematisch Risiken und Chancen in die Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen. Da Chancen und Risiken grundsätzlich die zwei Seiten unternehmerischen Handelns darstellen, ergeben sich die Chancen generell aus der komplementären Sicht der operativen und funktionalen Risikostruktur in allen Risikofeldern. So lassen sich potenzielle Gefahren frühzeitig minimieren und Chancen zielgerichtet und erfolgreich nutzen. Das Risikomanagementsystem ist Bestandteil sämtlicher Planungs-, Controlling- und Reportingstrukturen. Die Geschäftsführung der Gesellschaft beschäftigt sich regelmäßig mit Themen des Risikomanagements. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem hat im Hinblick auf das Finanz- und Rechnungswesen die Funktion, die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegungs- und Finanzberichtserstattungsprozesse zu gewährleisten. Das System beinhaltet Grundsätze und Verfahren sowie präventive und aufdeckende Kontrollen. Es zielt darauf ab, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren und die daraus resultierenden Risiken zu minimieren. Unter anderem wird regelmäßig geprüft, ob konzerneinheitliche Bilanzierungs-, Bewertungsund Kontierungsvorgaben angewendet werden, konzerninterne Transaktionen vollständig erfasst und im Konzernabschluss entsprechend eliminiert werden, bilanzierungsrelevante Sachverhalte erkannt und entsprechend abgebildet werden sowie die Prozesse zur Funktionstrennung und zum Vier-Augen-Prinzip eingehalten werden. KapitalmanagementZiele der Kapitalmanagementstrategie des Konzerns sind, Erträge durch die Optimierung des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital zu maximieren und die Sicherung des Geschäftsbetriebes (Unternehmensfortführung) zu gewährleisten. Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele sind die Optimierung der Kapitalstruktur, Eigenkapitalmaßnahmen sowie eine ausgewogene Finanzverschuldung im Verhältnis zum EBITDA. Im Mittelpunkt des Kapitalmanagements steht die Eigenkapitalquote. Die Eigenkapitalquote beschreibt die Beziehung zwischen Eigen- und Gesamtkapital und errechnet sich aus deren Buchwerten. Je mehr Eigenkapital zur Verfügung steht, desto höher ist die finanzielle Stabilität des Unternehmensverbundes und desto unabhängiger ist der Konzern von Kapitalgebern. Die Eigenkapitalquote beträgt bei einem Eigenkapital von T€ 2.380.563 (Vorjahr: T€ 2.390.510) und einem gesunkenen Gesamtkapital 37,8 % (Vorjahr: 37,8 %). Während in Luxemburg keine gesetzlichen Regelungen zu einem Mindestkapital bestehen, unterliegt die Unternehmensgruppe Theo Müller hinsichtlich der begebenen USPP-Anleihen bestimmten Financial Covenants, die seit Begebung der Anleihe eingehalten wurden. Die Covenants beziehen sich im Wesentlichen auf den Verschuldungsgrad. In einem halbjährigen Reporting werden diese auf ihre Einhaltung geprüft und den Anleihegläubigern berichtet. Ein Bruch der Covenants hätte zur Folge, dass die Investoren die USPP-Anleihen sofort fällig stellen könnten. Des Weiteren ist die Unternehmensgruppe hinsichtlich des zweckgebundenen Tilgungsdarlehens während der Laufzeit an die Einhaltung von Covenants (Verschuldungsgrad und Zinsdeckungsfaktor) gebunden, deren Nichteinhaltung zur sofortigen Fälligkeit führen könnte. LiquiditätsrisikenDas Liquiditätsrisiko besteht darin, dass der Konzern möglicherweise nicht in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten vertragsgemäß durch Lieferung von Zahlungsmitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten zu erfüllen. Die Steuerung der Liquidität im Konzern soll sicherstellen, dass stets ausreichend liquide Mittel verfügbar sind, um unter normalen wie auch angespannten Bedingungen den Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können, ohne untragbare Verluste zu erleiden oder die Reputation des Konzerns zu schädigen. Die Zahlungsverpflichtungen resultieren dabei in der Unternehmensgruppe unter anderem aus dem operativen Geschäft sowie einer vorzeitigen Tilgung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten bei Nichteinhaltung von Financial Covenants. Unter das Liquiditätsrisiko fällt auch, dass bei Bedarf nicht ausreichend Liquidität zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann (Refinanzierungsrisiko) oder aufgrund unzulänglicher Markttiefe oder Marktstörungen Geschäfte nicht oder nur mit Verlusten aufgelöst bzw. glattgestellt werden können (Marktliquiditätsrisiko). Die Unternehmensgruppe generiert finanzielle Mittel vorwiegend durch das operative Geschäft sowie durch das Halten von Beteiligungen als auch durch externe Finanzierungen. Die Unternehmensgruppe steuert ihre Liquidität, indem der Konzern neben dem Zahlungsmittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit die Zahlungsmittel auf Basis einer rollierenden Liquiditätsplanung steuert und auch Kreditlinien bei Banken in Anspruch nimmt, um den finanziellen Verpflichtungen unter normalen Marktbedingungen und Konditionen nachzukommen. Die liquiden Mittel umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (Festgelder sowie Sicht- und Termineinlagen). Zum Jahresende 2022 bestanden für die Unternehmensgruppe 11 kurzfristige Kreditlinien von insgesamt 351 Mio. € bei unabhängigen Banken (Vorjahr: 11 kurzfristige Kreditlinien von insgesamt 335 Mio. €), von denen 245 Mio. € (Vorjahr: 177 Mio. €) nicht in Anspruch genommen waren. Der zu zahlende Zinssatz für eine Inanspruchnahme von Kreditlinien basiert im Wesentlichen auf dem €STR / SONIA plus Marge. Zum Bilanzstichtag bestehen Avalkredite in Höhe von T€ 17.345 (Vorjahr: T€ 16.014), die zum Teil an die Kreditlinien angerechnet werden. Daneben überwacht der Konzern in den einzelnen operativen Geschäftseinheiten das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses mittels IT-Tools, E-Banking und Cash-Management-Systemen. Eine auf Teilkonzernplanung basierende Liquiditätsplanung zeigt über einen Zeitraum von über einem Jahr die zu erwartende Entwicklung der Liquidität auf. Ein vorsichtiges Liquiditätsmanagement schließt das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln und die Möglichkeit zur Finanzierung durch einen adäquaten Betrag an zugesagten Kreditlinien ein. Das operative Liquiditätsmanagement umfasst einen Cash-Concentration-Prozess, durch den eine tägliche Zusammenführung von liquiden Mitteln erfolgt. Dadurch können Liquiditätsüberschüsse und -anforderungen entsprechend den Bedürfnissen der Unternehmensgruppe sowie einzelner Konzerngesellschaften gesteuert werden. In das kurz-und mittelfristige Liquiditätsmanagement werden die Fälligkeiten finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten sowie Schätzungen der operativen Cashflows einbezogen. Die folgende Fälligkeitsübersicht zeigt alle vertraglich fixierten Zahlungen für Tilgungen, Rückzahlungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten einschließlich derivativer Finanzinstrumente mit einem negativen beizulegenden Zeitwert. Kann eine Gegenpartei wählen, zu welchem Zeitpunkt ein Betrag gezahlt wird, ist die Verbindlichkeit der frühesten Periode zuzuordnen. Für die derivativen Finanzinstrumente, bei denen generell ein Bruttozahlungsausgleich vereinbart worden ist, werden im Rahmen der Fälligkeitsanalyse die Bruttozahlungsströme angegeben, während für die übrigen Verpflichtungen die undiskontierten Cashflows für die nächsten Geschäftsjahre angegeben werden. Einbezogen wurden alle Finanzinstrumente, die zum Bilanzstichtag im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Planzahlen für künftige neue Verbindlichkeiten wurden in dieser Darstellung nicht berücksichtigt.
Es wird nicht erwartet, dass die vertraglich vereinbarten Zahlungen in der Restlaufzeitenanalyse erheblich früher als angegeben zu Mittelabflüssen führen, noch, dass diese in ihrer Höhe erheblich abweichen. Die derivativen Finanzinstrumente umfassen sowohl Termingeschäfte und -optionen, als auch Swaps (Währungsswaps) sowie Rohstoffderivate. Die vertragliche Gestaltung legt fest, ob diese miteinander verrechnet werden und damit zu einem Nettoausgleich führen oder ob beide Vertragsparteien ihre Verpflichtungen vollständig zu erfüllen haben (Bruttoausgleich). Terminkontrakte mit negativem Marktwert werden mit den Bruttobeträgen aus Zahlungsmittelabflüssen und -zuflüssen dargestellt. Zinsswaps werden mit den Nettobeträgen aus zu zahlenden Zinsen in die Laufzeitbänder eingeordnet. Optionen mit Stilhalterposition werden aufgrund bisheriger Nichtausübung keinem Laufzeitband zugeordnet und betragen zum Stichtag T€ 2.935 (Vorjahr: T€ 1.012). Aufgrund der Diversifizierung der Finanzierungsquellen wie auch der liquiden Mittel sieht sich die Unternehmensgruppe keinem Konzentrationsrisiko im Bereich der Liquidität ausgesetzt. MarktrisikenMarktrisiken resultieren aus der Veränderung von Marktpreisen. Die Unternehmensgruppe ist aufgrund ihrer europaweiten Geschäftsaktivitäten Marktrisiken hauptsächlich aus Änderungen von Wechselkursen und Zinssätzen ausgesetzt. Daneben ist der Konzern dem Risiko ausgesetzt, dass sich der beizulegende Zeitwert sowie die künftigen Zahlungsströme von Finanzinstrumenten aufgrund von Schwankungen der Marktpreise ändern. Diese Marktrisiken können einen negativen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmensgruppe haben. Ziel des gruppenweiten Risikomanagements der Unternehmensgruppe ist es, diese Marktrisiken über ihre gewöhnlichen operativen Geschäftsund Finanzierungsaktivitäten sowie, falls geeignet, über den Kauf und Verkauf derivativer Finanzinstrumente zu steuern und zu überwachen. Sämtliche Aktivitäten stehen im Einklang mit den gruppenweiten Richtlinien des Risikomanagements. Die zentrale Finanzabteilung beurteilt Risiken regelmäßig, indem Änderungen ökonomischer Schlüsselindikatoren sowie Marktinformationen verfolgt werden. Hedge Accounting findet in der Unternehmensgruppe keine Anwendung. a) WährungskursrisikenWährungskursrisiken im Sinne von IFRS 7 resultieren aus der Denominierung von Finanzinstrumenten in einer Fremdwährung, die nicht der funktionalen Währung der Unternehmensgruppe entspricht. Wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Finanzinstrumente in funktionaler Währung sowie nicht-monetäre Positionen weisen hingegen kein Währungsrisiko auf. In der Unternehmensgruppe resultieren Währungsrisiken aus Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten. Diese bestehen vor allem zwischen dem US-Dollar, dem britischen Pfund, schweizer Franken, den norwegischen und tschechischen Kronen sowie polnischen Zloty gegenüber dem Euro. Bei den Währungskursrisiken werden Zahlungsströme aus zukünftigen Forderungen bzw. Verbindlichkeiten in Fremdwährung nach dem Grundsatz "Keine Absicherung ohne Grundgeschäft" und nach einer internen Richtlinie zwischen 0 % bis 100 % vom Exposure (Bedarf für einen definierten Zahlungszeitraum) abgesichert. Die der Absicherung künftiger Zahlungsströme dienenden Finanzinstrumente werden ergebniswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Betrag, den die Unternehmensgruppe bei einer unterstellten Auflösung des Sicherungsgeschäfts am Stichtag zu bezahlen oder zu bekommen hätte. Der beizulegende Zeitwert der Sicherungsinstrumente wird auf Basis verfügbarer Marktnotierungen berechnet, ohne dass eine Verrechnung mit etwaig gegenläufigen Wertentwicklungen der Grundgeschäfte erfolgt. Zur Sicherung dieses Risikos werden neben marktüblichen Instrumenten wie Devisentermingeschäfte bzw. Devisenoptionen auch exotische Optionen im Währungsbereich eingesetzt. Zum Stichtag sind Optionen mit Barrier und Window Double Barrier Eigenschaften im Bestand, die ebenfalls zur Absicherung von zukünftigen Zahlungsströmen dienen. Die exotischen Optionen ermöglichen eine Kursverbesserung bzw. Partizipation an besseren Kursen, sofern die Barriers halten. Im operativen Bereich wickeln die einzelnen Konzerngesellschaften ihre Aktivitäten überwiegend in ihrer jeweiligen Landeswährung ab. Deshalb wird das Währungsrisiko der Unternehmensgruppe hinsichtlich der operativen Tätigkeit als relativ gering eingeschätzt. Die einzelnen Konzerngesellschaften sind jedoch Fremdwährungsrisiken im Zusammenhang mit geplanten Zahlungen außerhalb ihrer funktionalen Währung ausgesetzt. Diese betreffen hauptsächlich Milcheinkäufe in Tschechien und Polen sowie Euro-Einkäufe der englischen Gesellschaften. Zur Sicherung setzt die Unternehmensgruppe Währungsderivate ein, um diese Zahlungen bis maximal 18 Monate im Voraus zu sichern. Aufgrund dieser Sicherungsgeschäfte war die Unternehmensgruppe zum Bilanzstichtag keinen wesentlichen Währungskursrisiken im operativen Bereich ausgesetzt. Fremdwährungsrisiken im Finanzierungsbereich resultieren aus den USPP-Anleihen auf dem US-amerikanischen Markt. Davon sind zum Bilanzstichtag 100 % für bilanzierte Anleihen, das heißt 89 Mio. USD von 89 Mio. USD (Vorjahr: 100 %; 182 Mio. USD von 182 Mio. USD; Zinszahlungen und Kapitalbetrag) durch den Einsatz von Währungsderivaten abgesichert. Die folgende Tabelle stellt das Nominalvolumen sowie die bilanzierten beizulegenden Zeitwerte der Fremdwährungsderivate zum Bilanzstichtag dar. Unter Nominalwert ist dabei der auf die funktionale Währung denominierte Gegenwert von abgesicherten, gekauften oder verkauften Fremdwährungsbeträgen mit konzernexternen Vertragspartnern zu verstehen.
Die in der Tabelle aufgeführten Marktwerte stellen derivative finanzielle Vermögenswerte bzw. Schuldposten der Unternehmensgruppe dar. Die Nominalwerte beschreiben hingegen das Sicherungsvolumen (abgesichertes, künftiges Exposure), ausgedrückt in Euro. Die Restlaufzeit der derivativen Finanzinstrumente zur Sicherung von Währungsrisiken zum Bilanzstichtag beträgt maximal 13 Monate. Einzige Ausnahme bildet hier das Sicherungsinstrument für das USPP mit einer Restlaufzeit von 49 Monaten. Die folgende Tabelle zeigt die Auflistung der wesentlichen Fremdwährungen der finanziellen Vermögenswerte und der finanziellen Schulden zum Bilanzstichtag, welche aus Sicht der jeweiligen Konzerngesellschaft einem Währungsrisiko unterliegen. Die Euro-Exposure von Fremdwährungsgesellschaften wurden den jeweiligen funktionalen Währungen der Konzerngesellschaften zugeordnet._
SensitivitätsanalyseAus den verschiedenen Methoden der Risikoanalyse und des Risikomanagements hat die Unternehmensgruppe ein auf der Sensitivitätsanalyse basierendes System implementiert. Die Sensitivitätsanalyse ermöglicht den Risikomanagern die Identifizierung der Risikopositionen der einzelnen Geschäftseinheiten. Bei einer Sensitivitätsanalyse wird berechnet, welche Auswirkungen hypothetische Änderungen von Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital haben. Neben Währungsrisiken unterliegt die Unternehmensgruppe auch Zinsänderungsrisiken. In die Sensitivitätsanalyse werden sämtliche Finanzinstrumente der Unternehmensgruppe einbezogen. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand am Bilanzstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Die Risikoabschätzung hinsichtlich des Währungsrisikos unterstellt hierbei eine Auf- / Abwertung des Euro gegenüber allen Fremdwährungen um 10 %. Es gelten grundsätzlich alle Finanzinstrumente dem Währungsrisiko als ausgesetzt, welche nicht in der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaften denominiert sind. Hierbei sind insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, finanzielle Vermögenswerte des Asset Managements, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzschulden enthalten. Wenn der Euro gegenüber den folgenden Währungen um 10 % auf- bzw. abgewertet wird, hat das den in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Effekt auf die Gewinn- und Verlustrechnung. Diese Aufstellung unterstellt, dass sämtliche Parameter - vor allem der Zinssatz - unverändert geblieben wären. Diese Annahme gilt ebenfalls für die Aufstellung für die Vorperiode. In der Sensitivitätsanalyse werden alle Währungspaare gegen den Euro sensitiviert.
Das Vorjahr stellt sich wie folgt dar:
Die wesentlichen Wechselkurse des Berichtsjahres sind unter dem Punkt "Währungsumrechnung" dargestellt. b) ZinsrisikenZinsrisiken entstehen aus bilanzierten sowie nicht bilanzierten zinstragenden Finanzinstrumenten und sind von den Marktzinsvolatilitäten abhängig. Die Marktzinsvolatilitäten stellen sowohl Zinsniveauveränderungen als auch Drehungen der Zinsstruktur dar. Die durch die Sensitivitätsanalyse ermittelte Gesamtauswirkung bezieht sich auf den zinstragenden Bestand an Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag und zeigt den Effekt auf das Zinsergebnis durch eine Parallelverschiebung der Zinskurve und eine Neubewertung festverzinslicher zum Fair Value bewerteter Finanzinstrumente. Variabel verzinsliche originäre Finanzinstrumente wirken sich in der Sensitivitätsanalyse auf das Zinsergebnis aus. Festverzinsliche Finanzinstrumente haben generell keine ergebniswirksame Auswirkung auf das Zinsergebnis. Sie haben nur dann eine ergebniswirksame Auswirkung im übrigen Finanzergebnis, wenn sie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Der Bestand an zinstragenden Finanzinstrumenten setzt sich zum Bilanzstichtag für die wesentlichen Währungen wie folgt zusammen:
Für das Zinsrisiko wird durch die Sensitivitätsanalyse der Effekt einer Änderung der Marktzinssätze auf das Jahresergebnis dargestellt. Die folgende Tabelle zeigt die Sensitivitätsanalyse für Finanzinstrumente unter folgenden Bedingungen: Eine Veränderung (+ / -) des Marktzinsniveaus zum 31. Dezember um 100 Basispunkte hätte das Ergebnis wie folgt verbessert (verschlechtert). Alle anderen Variablen, insbesondere Währungskurse, bleiben unverändert. Diese Annahme gilt ebenfalls für die Aufstellung für die Vorperiode.
c) Andere PreisrisikenIFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung zu Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von Risikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes in Frage. Eine Änderung dieser Risikovariablen nimmt Einfluss auf die als FVtPL kategorisierten Wertpapiere und Portfolios (Asset Management). Die folgende Tabelle zeigt die Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung bei als Eigenkapital- oder Schuldinstrument eingestuften Wertpapieren des Anlagevermögens, wenn der Realtime-Kurs (RT-Kurs) gegenüber dem Bilanzstichtag um (+ / -) 10 % gestiegen / gesunken wäre.
KreditrisikenDas Kreditrisiko beschreibt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes, welcher dadurch entsteht, dass eine Vertragspartei ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Das Kreditrisiko umfasst dabei sowohl das unmittelbare Ausfallrisiko als auch das Risiko einer Bonitätsverschlechterung, verbunden mit der Gefahr der Konzentration einzelner Risiken. Die Unternehmensgruppe ist aus ihrem operativen Geschäft und aus bestimmten Finanzierungsaktivitäten einem Ausfallrisiko ausgesetzt. a) Liquide MittelBei der Anlage von liquiden Mitteln werden Finanzinstitute und Emittenten von Wertpapieren sorgfältig ausgewählt. Das Ausfallrisiko wird vermindert, indem als Gegenpartei nur Banken und Finanzinstitute ausgewählt werden, die beim Abschluss einer Transaktion kurzfristig mindestens ein A2 (Standard & Poor's) bzw. P2 - Rating (Moody's) und langfristig mindestens ein BBB (Standard & Poor's) bzw. Baa2 - Rating (Moody's) aufweisen. Zur weiteren Risikobegrenzung werden die Vermögenswerte auf mehrere Bankinstitute aufgeteilt. Diese Bonitätsrisiken werden streng überwacht und innerhalb vorgegebener Parameter gehalten. Konzernrichtlinien sorgen dafür, dass das Kreditrisiko gegenüber Finanzinstituten begrenzt ist. Das maximale Ausfallrisiko aus Anlagen wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben. Die Unternehmensgruppe Theo Müller erwartet keine Verluste aufgrund der Tatsache, dass die Gegenparteien ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen könnten. Die Banken, bei denen Guthaben und Kontokorrentkredite bestehen, haben folgende langfristige Emittenten Ratings:
b) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und finanzielle VermögenswerteForderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren hauptsächlich aus dem Verkauf von Molkereiprodukten und Feinkostartikeln aller Art sowie deren Vertrieb als auch aus der Erbringung von Dienst- und Transportleistungen. Die Kunden des Geschäftsbereichs Molkerei setzen sich aus Großhandel, Verteiler, Handelsketten und Einkaufskooperationen zusammen. Für die vertriebenen Markenprodukte besteht in Deutschland, in Großbritannien, in Polen und in Italien - entgegen dem Bereich Commodities - eine gefestigte, historisch gewachsene Kundenstruktur. Im Geschäftsbereich Dienstleistungen setzen sich die Kunden der dort zugeordneten Logistikunternehmen im Wesentlichen aus Lebensmittelproduzenten und im Geschäftsbereich Feinkost aus Einzel- und Großhändlern sowie Copackern zusammen. Sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland besteht eine gefestigte, historisch gewachsene Kundenstruktur. Das Kreditrisiko beinhaltet das Zahlungsausfallrisiko jedes einzelnen Kunden. Die Unternehmensgruppe steuert das Kreditrisiko aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis interner Richtlinien. Zur Vermeidung von Zahlungsausfällen werden Kreditauskünfte oder historische Daten aus den bisherigen Geschäftsbeziehungen herangezogen. Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden mit Ausnahme einiger Einkaufskooperationen anhand einer Kreditversicherung abgesichert und reduzieren folglich das maximale Kreditausfallrisiko. Zum Bilanzstichtag sind T€ 305.996 (Vorjahr angepasst: T€ 239.254) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen versichert. Der Selbstbehalt beträgt 1 - 10 %. Insgesamt wurde für einen Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 10.501 (Vorjahr: T€ 10.719) eine individuelle Risikovorsorge erfasst. Für die unter die Ausnahme fallenden Einkaufskooperationen besteht ein internes, vom Management Board genehmigtes Kreditlimit. Somit sind circa 99 % aller Forderungen durch das interne Risikomanagement abgesichert. Ausfallrisiken wird mittels einer Risikovorsorge über erwartete Kreditausfälle nach IFRS 9 Rechnung getragen. Die historischen Forderungsausfälle waren unwesentlich. Es wird davon ausgegangen, dass durch die gebildete Risikovorsorge für Forderungsausfälle das tatsächliche Risiko abgedeckt ist. Generell unterliegen verkaufte Güter bis zur Bezahlung einer Eigentumsvorbehaltsklausel, sodass für die Unternehmensgruppe im Fall der Nichtbezahlung ein gesicherter rechtlicher Anspruch besteht. Daneben entfalten Kreditversicherungen sowie eventuell geforderte Bankbürgschaften risikomindernde Wirkung. Geschäfte mit Neukunden, für die keine Kreditversicherung abgeschlossen werden konnte bzw. die als risikoreich eingestuft wurden, werden nur auf Vorauszahlungsbasis abgeschlossen. Unter wirtschaftlicher Betrachtungsweise entfallen auf 8 Kundengruppen etwa 42 % (Vorjahr: 51 %) des Konzernnettoumsatzes. Keine andere Kundengruppe macht mehr als 8 % (Vorjahr: 11 %) des Konzernnettoumsatzes aus. Der höchste Betrag für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht rund 9 % (Vorjahr: 9 %) der gesamten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen per 31. Dezember 2022. Folglich bestehen im Konzern keine wesentlichen Konzentrationen von Kreditrisiken. Das maximale Ausfallrisiko aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Das maximale Ausfallrisiko aus Forderungen aus derivativen Sicherungsgeschäften infolge positiver beizulegender Zeitwerte wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben. Folgende Abbildungen stellen die Risikovorsorge für Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch Überleitung der Brutto-Forderung auf die Netto-Forderung sowie durch Überleitung der gesamten Risikovorsorge für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar:
Die Wertberichtigungen entwickelten sich dabei wie folgt:
Darstellung der Bruttobuchwerte pro Risikokategorie im Geschäftsjahr 2022:
Darstellung der Bruttobuchwerte pro Risikokategorie im Geschäftsjahr 2021:
Die folgende Tabelle gibt Informationen über das Ausmaß der in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenden Kreditrisiken:
Forderungen und sonstige VermögenswerteDie maximale Kreditrisikoposition aus Forderungen und sonstigen Vermögenswerten entspricht dem Buchwert dieser Instrumente. Die Unternehmensgruppe erachtet dieses Kreditrisiko als nicht bedeutend. Finanzielle VermögenswerteDer Buchwert der finanziellen Vermögenswerte stellt das maximale Kreditausfallrisiko dar. Maximales AusfallrisikoDas maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten Finanzinstrumente und der finanziellen Vermögenswerte (einschließlich derivativer Finanzinstrumente mit positivem Marktwert) wiedergegeben. [32] Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenMittelbar und unmittelbar nahestehende Unternehmen und Personen sind assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und nicht konsolidierte Tochtergesellschaften der Unternehmensgruppe Theo Müller sowie Personen, die über einen wesentlichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik der Unternehmensgruppe Theo Müller verfügen. Dies sind insbesondere die Geschäftsführer des Mutterunternehmens und die Mitglieder des Aufsichtsrates. Transaktionen aus Geschäftsvorfällen mit nahestehenden Personen und UnternehmenDie Gesellschaften der Unternehmensgruppe Theo Müller empfangen im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit auch Lieferungen und Leistungen von nahestehenden Unternehmen und Personen. Diese Lieferungen und Leistungen werden zu Preisen wie mit Dritten abgewickelt. Darüber hinaus bestehen zwischen den Konzerngesellschaften und den Gemeinschaftsunternehmen Beziehungen aus dem Erbringen und Beziehen von Dienstleistungen. Im Folgenden wird eine Übersicht über die Geschäftsvorfälle mit den oben genannten nahestehenden Personen und Unternehmen gegeben. Hierbei wird nach Art der Geschäftsvorfälle untergliedert. Zudem wird auf die Tz. [15] Eigenkapital verwiesen.
(Ertrag (+) /Aufwand (-)) Bezüge der Geschäftsführung und leitender Angestellter in SchlüsselpositionenDer Geschäftsführung und anderen leitenden Angestellten in Schlüsselpositionen der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. wurden im Verlauf des Geschäftsjahres die folgenden Bezüge gewährt:
[33] Durchschnittliche Anzahl an BeschäftigtenDie Anzahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter und deren Aufteilung stellt sich in der Unternehmensgruppe Theo Müller wie folgt dar:
[34] AbschlussprüferhonorarIm Geschäftsjahr 2022 ist für den Abschlussprüfer des Konzernabschlusses der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. folgender Aufwand erfasst:
[35] Ereignisse nach dem BilanzstichtagAm 15. Juni 2022 teilte die Unternehmensgruppe Theo Müller mit, dass sie die Übernahme von Rechten an den Marken Landliebe, Tuffi, Puddis, Südmilch und Mondelice sowie von drei Produktionsstätten an den deutschen Standorten Heilbronn, Köln und Scheffelenz von einem Wettbewerbsunternehmen beabsichtigt. Die Transaktion unterlag zu diesem Zeitpunkt der Zustimmung des deutschen Bundeskartellamtes. Nach eingehender Prüfung hat das Bundeskartellamt am 22. Februar 2023 die geplante Übernahme der Marken und Produktionsstätten freigegeben. Aufgrund wettbewerblicher Bedenken und der bereits überragenden Marktstellung der Unternehmensgruppe Theo Müller in bestimmten Segmenten des deutschen Marktes für Molkereiprodukte, erfolgte die Freigabe erst nach verbindlichen Zusagen. Zu diesen Zusagen gehörte die Veräußerung des Geschäftsbereichs Tuffi an eine dritte Molkerei. Ebenso hat sich die Unternehmensgruppe Theo Müller dazu verpflichtet, exklusive, unwiderrufliche und unbefristete Markenlizenzen an der Marke Landliebe für die Produkte Milchreis und Milchmischgetränke an ein drittes Unternehmen zu vergeben. Nach Erfüllung der vereinbarten Zusagen konnten mit Stichtag zum 1. April 2023 die drei deutschen Produktionsstandorte mit insgesamt ca. 670 Mitarbeitern und einem Geschäftsvolumen von ca. 300 Mio. € von der Unternehmensgruppe Theo Müller übernommen werden. Ebenso wurden zu diesem Stichtag die Rechte an den Marken Landliebe, Puddis, Südmilch und Mondelice an die Unternehmensgruppe übertragen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2023 erwarb die Culina Group Ltd. mit Sitz in Market Drayton / England alle Anteile an der I. R. F. Holding B.V., mit Sitz in Grubbenvorst / Niederlande. Die I. R. F. Holding B.V. hält direkt und indirekt Anteile an drei weiteren Tochtergesellschaften in den Niederlanden und England. Unter dem Namen International Road Ferry erbringt die Gruppe mit insgesamt ca. 60 Mitarbeitern hochspezialisierte Logistikdienstleistungen und ist dabei auf den Transport von Gütern zwischen Großbritannien und den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz konzentriert. Der Jahresumsatz der Gruppe beläuft sich zum Zeitpunkt der Akquisition auf ca. 46 Mio. €. Am 17. Februar 2023 gab die Unternehmensgruppe Theo Müller weiterhin bekannt, dass die Lisner Holding Sp. z.o.o. einen Kaufvertrag über den Erwerb sämtlicher Anteile an der Greenwich Investments Sp. z.o.o. mit Sitz in Warschau / Polen abgeschlossen hat. Die Greenwich Investments Sp. z.o.o. ist die Muttergesellschaft der Graal Gruppe, mit Sitz in Wejherowo / Polen, einem führenden Hersteller von Fischprodukten und Fertiggerichten in Mittel- und Osteuropa. Die Graal Gruppe verfügt über mehrere Produktionsstätten in Polen. Mit der Übernahme des Fischkonserven- und Fertiggerichte-Segments der Graal Gruppe wird sich die Zahl der Mitarbeiter im Geschäftsbereich Feinkost um mehr als 1.500 Mitarbeiter und der Umsatz um ca. 180 Mio. € erhöhen. Die Transaktion unterliegt der Zustimmung des polnischen Amtes für Wettbewerb und Verbraucherschutz UoKiK, die für den Sommer 2023 erwartet wird. Weitergehende Informationen zu den Erwerben liegen aufgrund der laufenden bzw. bevorstehenden Integration im Zeitpunkt der Veröffentlichung des Konzernabschlusses noch nicht vollständig vor. Zwischen dem Bilanzstichtag und der Erstellung des Konzernabschlusses der Unternehmensgruppe ergaben sich keine signifikanten Änderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Branchensituation.
Luxemburg, 12. Mai 2023 Unternehmensgruppe
Theo Müller S.e.c.s.,
diese wiederum vertreten durch die Geschäftsführer Marcus Almeling Michael Singer BERICHT DES "REVISEUR D'ENTREPRISES AGREE"An die Gesellschafter der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. 2b, rue Albert Borschette L-1246 Luxemburg Bericht über die KonzernabschlussprüfungPrüfungsurteilWir haben den Konzernabschluss der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. und der Tochtergesellschaften (der "Konzern") - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals und der KonzernKapitalflussrechnung für das an diesem Datum endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, mit einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Nach unserer Beurteilung vermittelt der beigefügte Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsflüsse für das an diesem Datum endende Geschäftsjahr. Grundlage für das PrüfungsurteilWir führten unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit dem Gesetz über die Prüfungstätigkeit (Gesetz vom 23. Juli 2016) und nach den für Luxemburg von der "Commission de Surveillance du Secteur Financier" (CSSF) angenommenen internationalen Prüfungsstandards (ISA) durch. Unsere Verantwortung gemäss dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und den ISA-Standards wird im Abschnitt "Verantwortung des "réviseur d'entreprises agréé" für die Konzernabschlussprüfung weitergehend beschrieben. Wir sind unabhängig von dem Konzern in Übereinstimmung mit dem "International Code of Ethics for Professional Accountants, including International Independence Standards", herausgegeben vom "International Ethics Standards Board for Accountants'" (IESBA Code) und für Luxemburg von der CSSF angenommen, zusammen mit den beruflichen Verhaltensanforderungen, welche wir im Rahmen der Konzernabschlussprüfung einzuhalten haben und haben alle sonstigen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Verhaltensanforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Sonstige InformationenDie persönlich haftende Gesellschafterin (die "Komplementärin") ist verantwortlich für die sonstigen Informationen. Die sonstigen Informationen beinhalten die Informationen, welche im Konzernlagebericht enthalten sind, jedoch beinhalten sie nicht den Konzernabschluss oder unseren Bericht des "réviseur d'entreprises agréé" zu diesem Konzernabschluss. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt nicht die sonstigen Informationen ab und wir geben keinerlei Sicherheit jedweder Art auf diese Informationen. Im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses besteht unsere Verantwortung darin, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu beurteilen, ob eine wesentliche Unstimmigkeit zwischen diesen und dem Konzernabschlusses oder mit den bei der Abschlussprüfung gewonnenen Erkenntnissen besteht oder auch ansonsten die sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Sollten wir auf Basis der von uns durchgeführten Arbeiten schlussfolgern, dass sonstige Informationen wesentliche falsche Darstellungen enthalten, sind wir verpflichtet, diesen Sachverhalt zu berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten. Verantwortung der Komplementärin und der für die Überwachung Verantwortlichen für den KonzernabschlussDie Komplementärin ist verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind und für die internen Kontrollen, die die Komplementärin als notwendig erachtet, um die Aufstellung des Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist die Komplementärin verantwortlich, für die Beurteilung der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit und - sofern einschlägig - Angaben zu Sachverhalten zu machen, die im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit stehen, und die Annahme der Unternehmensfortführung als Rechnungslegungsgrundsatz zu nutzen, sofern nicht die Komplementärin beabsichtigt den Konzern zu liquidieren, die Geschäftstätigkeit einzustellen oder keine andere realistische Alternative mehr hat, als so zu handeln. Die für die Überwachung Verantwortlichen sind verantwortlich für die Überwachung des Konzernabschlusserstellungsprozesses. Verantwortung des "réviseur d'entreprises agréé" für die KonzernabschlussprüfungDie Zielsetzung unserer Prüfung ist es eine hinreichende Sicherheit zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist und darüber einen Bericht des "réviseur d'entreprises agréé", welcher unser Prüfungsurteil enthält, zu erteilen. Hinreichende Sicherheit entspricht einem hohen Grad an Sicherheit, ist aber keine Garantie dafür, dass eine Prüfung in Übereinstimmung mit dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und nach den für Luxemburg von der CSSF angenommenen ISAs stets eine wesentliche falsche Darstellung, falls vorhanden, aufdeckt. Falsche Darstellungen können entweder aus Unrichtigkeiten oder aus Verstößen resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise davon ausgegangen werden kann, dass diese individuell oder insgesamt, die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Im Rahmen einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und nach den für Luxemburg von der CSSF angenommenen ISAs üben wir unser pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:
Wir kommunizieren mit den für die Überwachung Verantwortlichen, unter anderem den geplanten Prüfungsumfang und Zeitraum sowie wesentliche Prüfungsfeststellungen einschließlich wesentlicher Schwächen im internen Kontrollsystem, welche wir im Rahmen der Prüfung identifizieren. Bericht liber weitere gesetzliche und aufsichtsrechtliche VerpflichtungenDer Konzernlageberichtsteht im Einklang mit dem Konzernabschluss und wurde in Übereinstimmung mit den geltenden rechtlichen Anforderungen erstellt.
Luxemburg, 12. Mai 2023 BDO Audit Cabinet de révision agréé vertreten durch Christoph Schmitt |
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