Stammdaten

Register
Amtsgericht Aachen HRB 5731
Vorher
BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH
Eingetragen
15.12.1993
Branche
BeteiligungsgesellschaftenUnternehmensberatungErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die nachhaltige technische, wirtschaftliche und strategische Beratung sowie die Projektentwicklung im Bereich Energie- und Versorgungswirtschaft, Energie- und Versorgungstechnik und artverwandter Tätigkeiten. Sie ist ferner befugt zu branchenfremden Nebentätigkeiten. Die Gesellschaft ist berechtigt, Zweigniederlassungen zu errichten, sich an anderen Unternehmen zu beteiligen insbesondere auch als persönlich haftende Gesellschafterin-, sowie andere Unternehmen zu gründen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sören Patzack
seit 16.12.2024
Prokura
Prokura
Lukas Schuffelen
seit 3.1.2023
Prokura
Sarah Roes
seit 30.6.2020
Prokura
Andreas Dr. Nolde
seit 6.1.2020
Prokura
Geschäftsführer
Armin Michels
seit 6.7.2017
Prokura
Ulrich Franz Rosen
seit 6.7.2017
Prokura
Alexander Dr. Kox
seit 6.7.2017
Geschäftsführer
Ralph Uwe Kremp
seit 6.7.2017
Prokura
Michael Seidel
seit 6.7.2017
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

Daten zu Gesellschaftern mit Minderheitsbeteiligung (natürliche Personen) sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

BET Consulting GmbH (vormals: BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH)

Aachen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

Das Unternehmen

BET ist heute die führende Management- und Fachberatung für die Transformation der Energiewirtschaft. Wir unterstützen unsere Kunden bei der Transformation in eine digitale, dezentrale und dekarbonisierte Zukunft. Gemeinsam mit unseren Kunden erarbeiten wir innovative und praxistaugliche Lösungen. Dabei verfolgen wir mit unseren interdisziplinären Teams einen ganzheitlichen Ansatz, um für alle Herausforderungen einen 360°-Blick zu erhalten und so die beste Lösung zu finden.

Unsere Mission bei BET ist es, mit strategischem Weitblick, genährt aus der Nähe zur Politik und der großen Breite und Tiefe unserer Fachkompetenz, wegweisende Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln und umzusetzen. Ziel ist es, für eine erfolgreiche Positionierung unserer Kunden die Stolpersteine auf dem Weg der Transformation der Energiewirtschaft aus dem Weg zu räumen und Chancen zu nutzen. Als Vordenker und Experten vereinen wir Innovation, Fachkompetenz und Veränderungsbereitschaft, um höchste Standards in der Energieberatung zu setzen und die Energiewende entscheidend voranzutreiben.

Als inhabergeführtes Unternehmen sind wir in unserer Beratungstätigkeit unabhängig von den Interessen Dritter. An den Standorten Aachen, Berlin, Leipzig und Zofingen (Schweiz) arbeiten heute mehr als 100 Mitarbeitende unterschiedlichster Fachrichtungen.

Produkte und Märkte

In unserer Beratungspraxis verbinden wir exzellente fachliche Kompetenz aus den Bereichen Technik, Wirtschaft, Bewertung, Finanzierung, Strategie und Organisation mit strategischem Weitblick und Methodenkompetenz. Damit unterstützen wir unsere Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Seit mehr als 35 Jahren steht unser Team für einen Ansatz, der sich durch End-to-End-Verantwortung und Lösungen auszeichnet, die funktionieren.

Das Beratungsspektrum von BET gliedert sich in neun Partnerbereiche, die von ausgewiesenen Experten auf ihrem Gebiet geleitet werden. Unsere Beraterinnen und Berater arbeiten in interdisziplinären Kompetenzteams eng und bereichsübergreifend zusammen. Für die Projekte unserer Kunden stellt BET stets hochqualifizierte Teams zusammen, um die individuellen Anforderungen und Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen.

Mit mehr als 10.000 erfolgreich abgeschlossenen Projekten für über 1.700 Kunden haben wir nicht nur Erfahrung, sondern sind stolz darauf, branchenführend zu sein. Von der Beratung zum energiepolitischen und regulatorischen Rahmen über die Unterstützung von Energie- und Industrieunternehmen bei der Dekarbonisierung und der digitalen Transformation bis hin zur Beratung von Finanzierungspartnern und Investoren - unser Team ist stets der verlässliche und kompetente Partner auf Augenhöhe.

WIRTSCHAFTSBERICHT

Entwicklung der Gesamtwirtschaft und Energiebranche 2023 war ein weiteres Jahr multipler Krisen, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft vor schwierige Herausforderungen gestellt haben, auf die die Politik teilweise nur mühsam Antworten findet und oft sehr kurzfristig agieren muss. Der russische Angriff auf die Ukraine und die Folgen des anhaltenden Kriegs werfen ihre Schatten auch auf unser Land.

Gleichzeitig muss Deutschland die Transformation hin zur dekarbonisierten Wirtschaft und Gesellschaft bewerkstelligen, um die Klimakrise zu bewältigen. In Zeiten solch immenser Herausforderungen und wachsender Unsicherheiten ist es umso wichtiger, unsere begrenzten Ressourcen effizient einzusetzen und im Wettstreit der Ideen Konzepte für die Bewältigung der Herausforderungen für die Zukunft zu entwickeln.

Diese Krisen und Herausforderungen sind auch im vergangenen Jahr nicht spurlos an der Deutschen Wirtschaft vorbei gegangen. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt war preisbereinigt um 0,3 Prozent niedriger als im Vorjahr. Durch den Krieg in der Ukraine, den steigenden Energiepreisen und der Rekordinflation fiel die ökonomische Regenerierung im Jahr 2022 geringer aus als erwartet, 2023 kam es nun sogar zu einer Rezession.

Laut der Prognose der Bundesregierung wird das BIP im Jahr 2024 lediglich um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wachsen. Damit befände sich Deutschland in einer Stagnation. Die Regierung rechnet für das Jahr 2024 mit einer erheblich schwächeren Entwicklung der Wirtschaftsleistung als noch im Herbst 2023 und korrigierte die Prognose um 1,1 Prozentpunkte deutlich nach unten. Die Auswirkungen der ansteigenden Preise im Energiesegment und allgemein der hohen Inflation sowie die allgemeine weltwirtschaftliche Schwäche, unter anderem bedingt durch die Folgen des Krieges in der Ukraine, belasten die deutsche Wirtschaft deutlich stärker als noch vor sechs Monaten angenommen.

Auch die Energiebranche wurde von den gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen 2023 direkt und indirekt stark beeinflusst:

Auch wenn sich die Preise an den europäischen Energiemärkten, insbesondere für Strom und Gas wieder erholt haben und sich derzeit in etwas auf Vorkrisenniveau befinden, so sind die Märkte von einer starken Nervosität gekennzeichnet. Zum einen hat schnelles staatliches Handeln beim Auf- und Ausbau alternativer Routen zur Gasversorgung, u.a. durch den zügigen Ausbau von LNG-Terminals, sowie internationale Solidarität dazu beigetragen, dass eine zwischenzeitlich befürchtete Energiemangellage ausgeblieben ist. Zum anderen ist jedoch ein signifikanter Teil des Nachfragerückgangs auf konjunkturbedingten Produktionsrückgang zurückzuführen.

Viele Unternehmen der Energiewirtschaft erholen sich nur langsam von den finanziellen Belastungen der Krise. Mechanismen zum Risikomanagement und zur Stärkung der Resilienz müssen gestärkt werden. Gleichzeitig ergibt sich aus der notwendigen Dekarbonisierung von Strom- und Wärmeversorgung und gleichzeitige Absicherung gegen dargebotsabhängige Versorgungsengpässen - der berühmten Dunkelflaute - ein immenser Finanzierungsbedarf.

In diesem energiewirtschaftlichen Zieldreieck von Versorgungssicherheit, Klimaneutralität und Wirtschaftlichkeit greifen wir bei BET die energiewirtschaftlichen und technologischen Trends weiter auf, bringen uns ein bei der Gestaltung der energiepolitischen Rahmenbedingungen und durften erneut in mehr als 800 Projekten unsere Kunden der Energiewirtschaft, Finanzwirtschaft und Industrie darin unterstützen, die Herausforderungen zu meistern, innovative Konzepte zu entwickeln und umzusetzen sowie unternehmerische Chancen zu nutzen.

Bericht über den Verlauf der Geschäftsentwicklung

Geschäftsverlauf

In 2023 wurde das organische Wachstum der BET konsequent fortgesetzt. Herauszuheben sind vor allem die Stärkung der Beratung von Industriekunden sowie die Stärkung der Organisations- und Prozessberatung durch die Ernennung zweier neuer Partner*innen. Vor diesem Hintergrund konnten Umsatzerlöse von 16.791 Tausend Euro auf 17.879 Tausend Euro erneut gesteigert werden.

Zu der Geschäftsentwicklung in den Bereichen im Einzelnen:

Bereich Digitalisierung

Die Digitalisierung der Energiewende hat in 2023 - auch aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben - deutlich Fahrt aufgenommen. Mit der Verabschiedung des Gesetzes zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW) im Mai wurde der agile Rollout intelligenter Messsysteme nach Jahren der Ungewissheit gestartet. Über die Ende November durch die Bundesnetzagentur getroffene Festlegung zur Integration von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen und steuerbaren Netzanschlüssen nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz (§14a EnWG) wird jetzt auch der Eingriff des Netzbetreibers bei drohenden Netzengpässen sichergestellt. Dem Messstellenbetreiber fällt damit eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung der Netze und der Bereitstellung der Kommunikationsinfrastruktur über die Smart-Meter-Gateways zur Nutzung durch alle Marktrollen zu.

Mit den weiterhin laufenden strategischen Projekten bei BMWK und BSI sowie der intensiven Begleitung der Branchendiskussion um GNDEW und §14a EnWG, konnten inhaltlich und in der Außenwirkung wichtige Akzente gesetzt werden, die ab Mitte 2023 zu vielen erfolgreichen Projektakquisitionen führten. Auch die aktive Mitarbeit im LivingLabCologne, das die praktische Erprobung der Mess-, Steuerungsprozesse über das Smart Meter Gateway bis in die Kundenanlage zum Ziel hat, stärkt unsere praktische Umsetzungskompetenz und wird in der Branche auch so wahrgenommen.

Bereich Handel & Vertrieb

Preisrisiken, sowohl bei Strom wie auch bei Gas, stellten weiterhin die Beschaffungs- und Handelsabteilungen aller Energieversorgungsunternehmen sowie der energieintensiven Industrie Tag für Tag vor neue Herausforderungen. Kleine Mengenabweichungen aufgrund von üblichen Prognoseabweichungen für Mengen und Strukturen führten plötzlich aufgrund extremer Preise bei der Beschaffung von Fehlmengen zu existenzbedrohenden Zusatzkosten.

Die Turbulenzen am Energiemarkt haben daher auch im Themenfeld der Energiemarktmodelle und Preisprognosen zu sehr dynamischen Entwicklungen geführt, welche wir im Rahmen unseres vierteljährlichen BET Market Outlooks adressieren konnten.

Neben unserem quartalsweise erscheinenden BET Market Outlook konnten wir zahlreiche Großbatteriespeicheranlagen hinsichtlich ihrer Erlöspotenziale bewerten. Im Zuge der Energiewende und der Stabilisierung der Stromnetze spielen Batteriespeicher eine entscheidende Rolle und die Nachfrage nach Flexibilität sowie der Wert von Flexibilität werden zukünftig weiter steigen. Es ist daher zu erwarten, dass sich auch im kommenden Jahr viele Marktakteure mit dieser Thematik beschäftigen werden.

Das diesjährige Vertriebs-Projektgeschäft war ebenfalls von den immensen Marktentwicklungen gezeichnet und führte vielerorts zu einem neuen Normal. Energievertriebe standen vor der Herausforderung, Transparenz in die Kunden- und Produktportfolien zu bringen, sodass die Profitabilität der "Ergebnisbringer" detaillierter analysiert werden konnte. Die Topthemen im Beratungsgeschäft waren geprägt von Transparenz, Schnelligkeit und neuen Lösungen. Nicht zuletzt führten politische Zielsetzungen und Ad-hoc-Maßnahmen zu großen Unsicherheiten, die auf fehlende Automatisierungs- und Prozesseffizienz stießen.

Bereich Netzinfrastruktur & Konzessionen

Im Jahr 2023 waren insbesondere die Beratungsthemen aus dem Bereich Netzinfrastruktur stark im Markt gefragt. Die Konzessionsberatung hat sich gegenüber den Vorjahren auf einem etwas geringeren, aber soliden Niveau stabilisiert. Die Netzbetreiber bekommen verstärkt den Transformationsdruck zu spüren, sei es durch den anziehenden Ausbau der erneuerbaren Energie, der Elektromobilität oder der Wärmepumpen. Gleichzeitig wurden die Ziele der Energiewende erneut ambitionierter und durch die neue Bunderegierung konkretisiert. Neben der Transformation im Stromsektor rückt die Wärmewende und die Zukunft der Gasnetze stärker in den Fokus. Das führte zu einem starken Anstieg bei den Netzentwicklungsstrategien. Ein zweites starkes Themenfeld ist die Netzdigitalisierung, da mit den gesetzlichen Regelungen ein Handeln der Netzbetreiber erzwungen wird. Im Bereich Konzessionen wurden schwerpunktmäßig Netzbetreiber bei der Konzessionsbewerbung und in geringem Umfang Kommunen bei der Konzessionsvergabe begleitet.

Bereich Nachhaltige Erzeugung

Im Jahr 2023 bildeten Wärmeprojekte erneut einen Schwerpunkt der Beratungsleistungen im Partnerbereich Nachhaltige Erzeugungssysteme. Dies betrifft z.B. die Erstellung von geförderten Transformationsplänen nach BEW (Bundesförderung effiziente Wärmenetze) einschließlich der Begleitung bei der Antragstellung. Diese Projekte, die sich über einen Zeitraum von 1 - 2 Jahren erstrecken, bearbeiten wir für einige sehr große Wärmeversorger in Deutschland, aber auch für kleine und mittlere EVU.

Darüber hinaus haben wir bei einigen Versorgungsunternehmen auch Projekte zur Wärmemarktstrategie durchgeführt. Hier schauen wir nicht nur auf die Fernwärme, sondern auch auf die Kundenpräferenzen zu anderen (dezentralen) Versorgungslösungen. Erste Projekte zur kommunalen Wärmeplanung sind ebenfalls angelaufen. Im Bereich der erneuerbaren Energien waren neben Geschäftsmodellen mit EE insbesondere Bewertungen von Wind- und PV-Projekten und auch Einschätzungen zum Biomethan stark nachgefragt. Darüber hinaus wurden auch viele Projekte zu klassischen gutachterlichen Themen wie z. B. die energetische Bewertung von Fernwärme, Gutachten zu Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung oder auch die CO 2 -Berichterstattung erfolgreich bearbeitet.

Bereich Organisationsentwicklung

Aus der Teilung des vorherigen Partnerbereichs "Organisation und Prozessmanagement" wurden im Jahr 2023 die beiden Partnerbereiche Organisations- und Unternehmensentwicklung ins Leben gerufen. Die Leitung des Partnerbereichs übernahm zum 1. März 2023 Frau Dr. Anna Walter. Mit diesem strukturellen und personellen Schritt wurde ein stärkerer Fokus auf Beratungsangebote zur Weiterentwicklung von Strukturen, Prozessen, Personal, Zusammenarbeit und Kultur gelegt.

In den Themen Organisation & Prozesse konnte die Marktposition weiter ausgebaut werden, da zum einen langjährige Kunden in wichtigen Themen erfolgreich unterstützt sowie Neukunden gewonnen wurden. Zudem gelang es, neue Aufträge zu bedienen, die auch in den Folgejahren als wichtige Referenzen für Themenbereiche mit hoher Kundennachfrage fungieren werden - wie z.B. die Organisationsberatung für EVU im Kontext der Wärmewende sowie im Smart Meter Rollout oder für Industrieunternehmen im Kontext der Dekarbonisierung der Energiebeschaffung. Im Jahr 2023 führte der Partnerbereich Organisationsentwicklung die Studie "Das EVU 2030 - Die Organisatorische Perspektive" durch, die Anfang 2024 veröffentlicht wird. Zudem konnte die Produktentwicklung in beiden Kompetenzteams trotz fehlender Leitungsfunktionen weiter vorangetrieben werden.

Bereich Regulierung & Controlling

Das Jahr 2023 war noch durch zahlreiche Beratungsmandate in Bezug auf die Kostenprüfung Strom und zur Optimierung der Netzgesellschaften geprägt. Die ansteigende Komplexität und Anforderungen der Kostenprüfung stellten dabei die Branche vor besondere Herausforderungen. Wie in den Vorjahren so auch in 2023 haben wir Beratungsmandate bei mittleren und großen Unternehmen zur Ausgründung von Großer Netzgesellschaften umgesetzt.

Das Thema Dienstleistungen und Kooperationen dominiert dabei mittlerweile vor dem Hintergrund der Kostenoptimierung die Beratungsmandate. Der Trend geht hier mittlerweile zur Großen Netzgesellschaft XXL inklusive der Sparten Gas, Strom, Fernwärme, Wasser und Breitband.

Die Klima- und Energiewende bekommt im Bereich der Gasnetze eine zunehmende Bedeutung im Bereich der Investitionen in die Gasnetze. Viele unserer Kunden stellen sich zunehmend die Frage, wie mit diesen Veränderungen auch der Regulierungsrahmen der Netze schritthalten kann und welche wirtschaftlichen Auswirkungen dies am Ende mit sich bringt. Es konnten zahlreiche Mandate und Umsätze im Bereich der Überprüfung zur Zukunft der Gasnetze generiert werden. Erweitern konnten wir die Mandate und Umsätze in alle Themen rund um regulatorische Optimierung der Investitionen in die Energiewende und deren Finanzierung.

Die Finanzierungsberatung konnte auf zahlreiche neue Mandate ausgeweitet werden und wird zukünftige auch in den Folgejahren ein starkes Wachstum einnehmen. Die Entwicklung der Reduzierung der Eigenkapitalverzinsung und die starke Ausweitung der Investitionstätigkeit in den folgenden Regulierungsperioden führt dazu, dass eine Reihe von Mandanten ihre Finanzierungsstrukturen und die Investitionsplanung mit Blick auf eine regulatorische Optimierung angepasst haben. Dieser Trend wird sich auch in den folgenden Jahren fortsetzen.

Im Bereich des Unternehmenscontrollings konnten wir im Jahr 2023, durch unsere Referenzen der Vorjahre, neue Mandate gewinnen und erfolgreich Projekte umsetzen. Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren - getrieben durch die Klima- und Energiewende, die Entwicklung der Energiepreise und den Kostendruck der Unternehmen - die Nachfrage zur Unterstützung bei der Implementierung von neuen und modernen Steuerungskonzepten mit dem Fokus Nachhaltigkeitscontrolling zunehmen wird.

Bereich Transaktionen & Industrie

BET begleitet energiewirtschaftliche Transaktionen durch Commercial, Technical und Regulatory Due Diligence Untersuchungen. Dabei wird durch Analysen, Bewertung und Optimierung zum Beispiel von Vertriebsportfolien, Erzeugungs- und Fernwärmesystemen im Rahmen von Commercial-Due-Diligence-Prüfungen oder technischen und regulatorischen Analysen im Netzbereich in den Sparten Strom, Gas, Wasser und Wärme für den Kunden und Leser der Reports eine Übersicht über den Zustand ermittelt.

BET war auch im Jahr 2023 in eine Vielzahl der großen Transaktionen im deutschen Markt eingebunden. Dabei standen u.a. die Due-Diligence-Prozesse von zwei Stromnetzbetreibern, von Erzeugungs- und Fernwärmeunternehmen, Batteriespeichern und Anlagenbetreibern im Fokus. Weiterhin waren wir Teil von Transaktionen von Energieversorgungsunternehmen.

Die Industriekompetenz wurde in zahlreichen Projekten für unterschiedliche Branchen genutzt. Zusätzlich hat BET Infrastrukturbetreiber bei zukünftigen Konzepten zur nachhaltigen Versorgung mit Strom, Gas, Wärme und Dampf unterstützt. Ausgelöst durch die Energiekrise hatten zudem zahlreiche Industrieunternehmen Probleme ihre Strom- und Gasversorgung mit neuen Verträgen zu verlängern, wobei BET unterstützt hat. Der Weg der Dekarbonisierung ist Kern für viele Industrieunternehmen.

Bereich Energiepolitik & Systemanalyse

Im Zuge der Politikberatungsaktivitäten wurden in 2023 wieder eine Vielzahl von Projekten für das Bundeswirtschaftsministerium, Behörden und NGOs zu unterschiedlichen Fragestellungen erbracht. Aufgrund der umfangreichen Transformationsaufgabe zur Realisierung der Energiewende und der Dekarbonisierung stellt dies ein sehr wichtiges Geschäftsfeld für BET dar. Die strategische Ausrichtung der BET sowie die Etablierung des neuen BET-Standorts in Berlin haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Sichtbarkeit und Wahrnehmbarkeit von BET zugenommen hat.

Durch die strukturierte Analyse der Interdependenzen des Energiemarkts im Bereich Systemanalyse gelingt es dabei, einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer integrierten Systemplanung zu leisten. Es werden fortwährend die Marktverhältnisse und die großen Entwicklungslinien in der Energiewirtschaft untersucht und daraus entsprechende medienübergreifende und konsistente Langfristszenarien abgeleitet. Diese bilden die Grundlage für eine Weiterentwicklung des Energiesystems in einer volkswirtschaftlichen Perspektive einerseits sowie andererseits für eine entsprechende Umsetzung aus betriebswirtschaftlicher Sicht bei Marktteilnehmern und Investoren. Die Verknüpfung von marktlichen, volkswirtschaftlichen Aspekten mit einer Unternehmensperspektive auf der Grundlage von betriebswirtschaftlich fundierten Analysen ist dabei zentraler Bestandteil unseres Beratungsansatzes.

Dieser Beratungsansatz zeigt sich in doppelter Hinsicht als zielführend. In der Politikberatung können praktische Erfahrungen aus der Innensicht der Marktteilnehmer eingebracht werden. Für eben jene ist aber auch von entscheidender Bedeutung, die Marktentwicklungen schnell antizipieren zu können und diese nicht nur strategisch, sondern auch ökonomisch bewerten zu können, um zu zukunftsfähigen Geschäftsmodellen und Lösungen zu kommen.

Im Geschäftsjahr 2023 war BET in zahlreiche Studien, Gutachten und Projekte zur Weiterentwicklung des Energiemarkts eingebunden. Neben den Auswirkungen im Gasmarkt stellt sich auch die Frage des Aus- und Umbaus der Infrastrukturnetze im Übertragungs- und Verteilnetzbereich. Dies führt zu Fragen der Finanzierbarkeit und der Umsetzung einer konkreten Realisierung vor Ort. Durch BET wurden dabei neben systemischen Analysen zum Gas- und Gasspeichermarkt insbesondere auch ein Vorschlag zur Weiterentwicklung des gesamten Ordnungsrahmens für Gasverteilnetze entwickelt. Vergleichbare Analysen wurden durch BET zur Systementwicklungsstrategie, der Beschleunigung von Netzanschlüssen, dem Übertragungsnetzausbau oder der Realisierung der Transformation im Wärmemarkt angestellt. Diese Arbeiten werden in der Branche mit großem Interesse aufgenommen.

Der von BET aufgebaute Standort in Berlin hat sich sehr gut entwickelt und beschäftigt derzeit 15 Mitarbeitende. In 2023 wurde der für Energiepolitik zuständige Partner Ralph Kremp vom Bundeswirtschaftsministerium in einen Expertenkreis zur Weiterentwicklung des Stromsektors aufgenommen.

Bereich Unternehmensentwicklung

Das Jahr 2023 war das erste Geschäftsjahr, in dem wir die thematische und organisatorische Trennung zwischen den Partnerbereichen Organisations- und der Unternehmensentwicklung vollzogen haben. Mit dem Eintritt der neuen Partnerin für den Bereich Organisationsentwicklung haben wir auch die disziplinarische Zuordnung geändert, was die Gruppendynamik innerhalb des Teams verändert hat. In dem nunmehr kleineren Team bestand direkt eine noch höhere Fokussierung auf die Themen der beiden Kompetenzteams Strategie & Kooperationen sowie Nachhaltigkeit & Klimaschutz. Ein Partner Unternehmensentwicklung konnte trotz intensiver Suche, auch mit externer Unterstützung bislang nicht gewonnen werden. Deshalb hat - wie im vergangenen Jahr bereits - der Geschäftsführer Herr Dr. Olaf Unruh in Personalunion den Partnerbereich verantwortet.

In den Themen konnten wir weiter unsere Marktposition festigen und mit der Studie zur wirtschaftlichen Perspektive eines Musterstadtwerkes im Jahr 2030 die Wahrnehmung weiter erhöhen. Dabei beschäftigen wir uns im Rahmen einer integrierten Businessplanung mit der Entwicklung von Bilanz, GuV und Cashflow für die konventionellen aber auch für neue Geschäftsmodelle.

Mitarbeiter*innen

Das Unternehmen hatte im Jahr 2023 durchschnittlich 115,5 Arbeitnehmer*innen (inklusive Werkstudent*innen und Aushilfen), davon 78,0 in der Beratung. 6 Berater*innen haben in 2023 die BET verlassen, dagegen konnten 18 neue Berater*innen eingestellt werden.

Ertragslage

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und dem dadurch weiterhin gestiegenen Beratungsbedarf in der Energiebranche konnte BET die Umsatzerlöse in 2023 um 7% gegenüber dem Vorjahr auf 17.879 Tausend Euro steigern, bei einer Gesamtleistung von 17.630 Tausend Euro. Die Plan-Gesamtleistung wurden um knapp 5% verfehlt, da infolge des Fachkräftemangels nicht alle Planstellen in 2023 besetzt werden konnten. Um die Ressourcenknappheit auszugleichen und für unsere Kunden die gesamte Wertschöpfungskette abzubilden, wurden weiterhin Fremdleistungen eingebunden: 7% der Umsatzerlöse wurden durch Subunternehmer und Kooperationspartner erbracht, was einem leichten Rückgang zum Vorjahr auf 1.167 Tausend Euro bedeutet. In etwa gleichem Umfang wie der Umsatzanteil haben sich auch die entsprechenden Aufwendungen für bezogene Leistungen in 2023 entwickelt.

Insbesondere die klassischen Beratungsfelder Netzinfrastruktur & Konzessionen sowie Nachhaltige Energieerzeugung konnten überdurchschnittlich zum guten Geschäftsverlauf beitragen.

Auf der Ausgabenseite sind die Aufwendungen nach dem corona-bedingtem Tiefstand zurück auf dem Niveau der Vorjahre. Steigerungen waren vor allem im Bereich der Marketing- und Fortbildungsmaßnahmen, Lizenzgebühren sowie Mieten festzustellen. Durch Investitionen in modernste Ausstattung unserer Bürostandorte sowie neue Software sind die Abschreibungen gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Personalkosten mit 11.964 Tausend Euro sind vor allem aufgrund höherer Boni und Sonderzahlungen sowie aufgrund der vorgenommenen Neueinstellungen um 1.051 Tausend Euro gestiegen.

Hieraus resultiert ein Jahresergebnis vor Steuern von 1.285 Tausend Euro, welches um 12,5% unter Vorjahr und 12,9% unter Plan liegt. Die Umsatzrentabilität (EBIT bezogen auf den Umsatz aus Beratungsleistung) liegt mit 8,0% leicht unterhalb des langfristigen Zielwertes von 10%.

Das über die 100%ige Tochtergesellschaft BET Suisse AG gebündelte Schweiz-Geschäft trägt weiterhin in geringem Umfang zum Umsatz (42 Tausend Euro) und Ergebnis (11 Tausend Euro) der BET bei. Mittelfristig bleibt abzuwarten, wie sich das Marktumfeld und das Beratungspotenzial für BET in der Schweiz weiterentwickelt. Bei Bedarf kann das Geschäft hier kurzfristig wieder hochgefahren werden.

Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens ist weiterhin sehr zufriedenstellend.

Das Anlagevermögen mit 1.127 Tausend Euro blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil, hauptsächlich durch die neue Büroausstattung in Aachen sowie die Anschaffungskosten im Zuge der Einführung von neuer Software. Als wesentliche Aktiva des Umlaufvermögens sind die Forderungen von 3.298 Tausend Euro hervorzuheben, die um 20% über dem Vorjahr liegen. Hintergrund sind erhöhte Abrechnungen von erbrachten Leistungen zum Jahresende. Der Liquiditätsbestand ist um 13% gegenüber dem Vorjahr gestiegen und liegt mit 3.281 Tausend Euro weiterhin auf sehr hohem Niveau mit nur geringen Bankverbindlichkeiten aus Kreditkartenabrechnungen in Höhe von 12 Tausend Euro. Auf Basis des Liquiditätsbestandes und zugesagter Kreditlinien in Höhe von 700 Tausend Euro, kann sämtlichen finanziellen Verpflichtungen im vollen Umfang nachgekommen werden. Die um 33% niedrigeren Vorräte an unfertigen Leistungen in Höhe von 501 Tausend Euro sind durch erhaltene Anzahlungen in Höhe von 296 Tausend Euro auf der Passivseite zum großen Teil gedeckt.

Der Gewinn des Jahres 2022 wurde voll ausgeschüttet und die BET hat die eigenen Anteile in Höhe von einem Nennwert von 14.921 Euro an Neu- und Bestands-Gesellschafter verkauft. Das Eigenkapital beläuft sich auf 2.870 Tausend Euro, dies entspricht einem Anstieg von 10% gegenüber dem Vorjahr. Die Eigenkapitalquote ist weiterhin mit 34% auf hohem Niveau geblieben.

Verbindlichkeiten blieben mit einem Gesamtvolumen von 1.677 Tausend Euro auf dem Vorjahresniveau von 1.682 Tausend Euro. Neben deutlich gesunkenen erhaltenen Anzahlungen von 296 Tausend Euro und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 490 Tausend Euro stiegen die sonstigen Verbindlichkeiten von 593 Tausend Euro auf 879 Tausend Euro durch gestiegene Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 598 Tausend Euro (Vorjahr 377 Tausend Euro).

Leistungsindikatoren

Unsere wichtigste Steuerungskennzahl, die Auslastung der Berater*innen (die extern abrechenbaren Stunden bezogen auf die Sollarbeitszeit) lag aufgrund von Neueinstellungen, aber auch Personalabgängen mit 69,4% leicht unter dem Vorjahreswert von 72,4% und auch über dem Plan von 68,9%.

Die Gesamtumsatzerlöse erreichten in 2023 mit 17.879 Tausend Euro erneut den höchsten Wert in der BET-Geschichte und konnten - auch mit Hilfe von Subunternehmern - nochmal um 7% gegenüber dem schon hohen Vorjahr gesteigert werden. Durch leicht gestiegene Kosten hat das EBIT mit 1.297 Tausend Euro den Plan um 22% und das Vorjahr um 14% verfehlt.

Die Umsatzrentabilität lag v. a. aufgrund von vielen Neueinstellungen und Personalabgängen mit 8,0% unter der Zielgröße von 10% und auch unter dem Vorjahr. Der Umsatz pro Berater*in (bezogen auf Vollzeitäquivalente über alle Stufen) konnte mit 229 Tausend Euro wieder den Zielwert von 200 Tausend Euro überschreiten und sogar den bisher höchsten Wert der letzten 10 Jahre in 2022 mit 226 Tausend Euro übertreffen.

Die Eigenkapitalquote ging leicht nach oben auf rd. 34% und bleibt weiterhin auf hohem Niveau.

Gesamtaussage

Die BET konnte in 2023 in einem schwierigen Marktumfeld und unter zusätzlichen internen Herausforderungen im Zuge von Personalabgängen erneut ein gutes Ergebnis erzielen.

Der Jahresüberschuss lag in 2023 mit 879 Tausend Euro um 11% unter dem geplanten und 11% unter dem Vorjahres-Ergebnis.

PROGNOSE- UND RISIKOBERICHT

Entwicklungsprognose - voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Auch in 2024 bleibt BET auf Wachstumskurs und baut nicht nur das Beratungsspektrum weiter aus, sondern ist auch weiter bestrebt, den BET-Partner- und Gesellschafterkreis weiter auszuweiten.

Bereich Digitalisierung

Die Notwendigkeit einer weiteren Digitalisierung ist in der Energiebranche ungebrochen, so dass die Beratung auf diesem Feld auch weiter ausgebaut werden kann. Die Nachfrage nach übergreifenden Digitalisierungsstrategien sowie Konsolidierung und Erweiterung der IT-Systeme wird weiter zunehmen. Hinzu kommt die Bewältigung vielfältiger neuer Stamm- und Bewegungsdaten, die zu integrieren sind und deren Qualität dauerhaft sichergestellt werden muss. Neue digitale Geschäftsmodelle und zukunftsfähige IT-Strategien werden die Energiebranche ebenfalls stark beschäftigen und Beratungsnachfrage generieren.

Mit dem fortschreitenden Aufbau der Kommunikationsinfrastruktur "bis in den Keller", wird die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle und energienaher Dienstleistungen beschleunigt. Das gebündelte Knowhow aus den Partnerbereichen Digitalisierung, Netz, Vertrieb und Erzeugung ermöglicht eine kompetente Beratung für alle Marktrollen in der Energieversorgung und ist eine sehr gute Basis für Projekterfolge auch in 2024.

Bereich Handel und Vertrieb

Das klassische Vertriebs- und Handelsgeschäft eines Energieversorger steht vor großen Herausforderungen. Auf der Vertriebsseite spielen in einem volatilen Marktumfeld und bei sinkenden Vergütungssätzen alternative Vermarktungsmöglichkeiten eine entscheidende Rolle. Beschaffungsseitig schaffen Dekarbonisierungsziele und die steigende Nachfrage nach grünen Produkten ein neues Umfeld. Bestehende, historisch gewachsene Energieversorgungsunternehmen müssen sich zunehmend an neue Gegebenheiten, ein sich stetig veränderndes Marktumfeld und ansteigende Kundenerwartungen anpassen. Hinzu kommt die gesetzliche Verpflichtung zur Einführung dynamischer Tarife, die weitere Herausforderungen mit sich bringt. Dies erfordert Investitionen in Technologie, Datenanalyse und Kundenkommunikation.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen ist auch ein Umdenken in zukünftig schlankeren Vertriebsorganisationen und eine noch stärkere Kundenzentrierung erforderlich. Die erforderliche ganzheitliche Transformation umfasst daher Veränderungen in der Arbeitsweise, Kundenorientierung durch Steuerung und Messung entlang der Customer Journey sowie Margenführerschaft durch Prozessautomatisierung und kennzahlengesteuerte Portfoliooptimierung.

Bereich Netzinfrastruktur & Konzessionen

Die Transformation des Energiesystems stellt im Bereich Netzinfrastruktur einen dauerhaften Treiber dar. Neben strategischen Netzplanungen im Strom wird ein deutlicher Anstieg des Beratungsgeschäfts im Bereich der ganzheitlichen Infrastrukturplanung an der Schnittstelle zur kommunalen Wärmeplanung gesehen. Gleichzeitig wird die Herausforderung nur mit einer stärkeren Digitalisierung im Netz beherrschbar und wirtschaftlich umsetzbar sein. Hier wird eine weiterhin positive Entwicklung des Geschäfts erwartet.

Da die Wärmewende eine integrierte Betrachtung unterschiedlicher Infrastrukturen erfordert, müssen Strom-, Gas- und Wärmenetze stärker integriert betrachtet werden. Das kann im Konzessionsgeschäft Auslöser für eine Überarbeitung des Ordnungsrahmens sein. Darüber hinaus wird im Bereich Konzessionen von einem weiterhin stabilen Beratungsgeschäft ausgegangen.

Bereich Nachhaltige Erzeugung

Für das Jahr 2024 und die Folgejahre erwarten wir im PB Nachhaltige Erzeugung auch weiterhin einen hohen Beratungsbedarf unserer Kunden bei der Transformation der Strom- und Wärmeerzeugung hin zur Klimaneutralität. Einerseits erstrecken sich viele der im Jahr 2023 begonnenen Projekte zu Transformationsplänen ins Jahr 2024. Andererseits werden hierzu weitere Projektanfragen folgen, da nahezu jeder Wärmeversorger in Deutschland aufgrund einer gesetzlichen Regelung spätestens bis Ende 2026 einen Transformationsplan erstellen wird oder auch Machbarkeitsstudien für neue Wärmenetze in Auftrag geben wird. Auch die Projekte zur Wärmemarktstrategie und insbesondere zur kommunalen Wärmeplanung werden aufgrund der Verpflichtung aus dem Wärmeplanungsgesetz in 2024 stark zunehmen. Die durch die Energiewende forcierten Geschäftsmodelle mit erneuerbaren Energien z. B. mit PV, Erzeugungskonzepte für Industrieunternehmen wie auch Konzepte für Energieparks werden sich auch in 2024 starker Nachfrage erfreuen. Gleiches gilt für die oben genannten gutachterlichen Themen.

Bereich Organisationsentwicklung

In den nächsten Jahren erwarten wir eine erhöhte Nachfrage nach Organisationsberatung in nahezu allen Beratungsfeldern des Partnerbereichs. Im Rahmen der EVU-Studie zur organisatorischen Perspektive berichteten Kunden aus EVU aller Größen von erheblichen Herausforderungen in der internen Transformation in den Kategorien "Struktur & Prozesse" sowie "Personal & Kultur" als auch "Technik & IT".

Im Nachgang zur Veröffentlichung der EVU-Studie werden Online-Werkstätten, stattfinden in denen cross-funktional Themenschwerpunkte vertieft werden. Durch diese Aktivitäten des Partnerbereich Organisationsentwicklung ist mit einer erhöhten Anfrage an Unterstützungsbedarfen durch bestehende als auch Neukunden zu rechnen. Durch die Einstellung eines Projekt Managers sowie durch den Eintritt der neuen Kompetenzteamleitung "Personal, Kultur und Veränderung" in Q3 wird die personelle Aufstellung des Partnerbereichs weiter verbessert.

In dem Zuge werden Beratungsangebote rund um die Organisationsanalyse mit AKKUplus weiterentwickelt und eine Prozesslandkarte entwickelt, die in Projekten zur Prozessanalyse und -Optimierung zusätzlichen Kundennutzen stiften wird. Gleichsam wird das Feld der Veränderungsbegleitung weiter ausgebaut, zum einen in Kombination mit Projekten zur strukturellen Neuausrichtung und deren Umsetzung, zum anderen auch gezielt im Kontext der Digitalen Transformation.

Bereich Unternehmensentwicklung

Für das laufende und die kommenden Jahre erwarten wir weiterhin intensive Dialoge mit den Unternehmensleitungen und Aufsichtsgremien über den Kurs bei den Stadtwerken. Wir stellen mit unseren verschiedenen Methoden und Werkzeugen einen Kompass in stürmischen Zeiten bereit. Wichtig ist eine robuste Strategie, die Antworten gibt auf die aktuellen Fragen in der Unternehmensentwicklung: Fahrplan zur Klimaneutralität, das richtige Geschäftsfeld-Portfolio, die optimale Eigenleistungstiefe und eine langfristige Personalplanung, die sicherstellt, dass Kompetenzen und die Anzahl der Köpfe zum Geschäftsmodell passen. Erfreulicherweise erkennen die Stadtwerke zunehmend die notwendige Verzahnung der Strategiearbeit mit der Auseinandersetzung um den richtigen Weg zur Klimaneutralität. Damit wird unsere organisatorische Aufstellung im Partnerbereich bestätigt und wir können unsere Position im Markt weiter ausbauen.

Bereich Regulierung & Controlling

Aufgrund der anhaltenden Ukraine Krise, der hohen Volatilität am Energiemarkt, der hohen Energiewende Investitionen und die damit verbundenen Auswirkungen auf unsere Kunden, werden die Nachfrage nach Beratungsleistungen zu den Themen Regulierung, Controlling und Finanzierung eher zunehmen und eine Chance darstellen, Risiken sind derzeit aus den Entwicklungen für das Beratungsumfeld nicht erkennbar.

Bereich Transaktionen und Industrie

Die Energiewirtschaft befindet sich aktuell in einem fundamentalen Umbruch der zu tiefgreifenden Veränderungen für alle Marktteilnehmer führt. Zentrale Herausforderung ist dabei nicht nur die Umsetzung der Energiewende und der Dekarbonisierung im Versorgungs- und Industriebereich. Bedingt durch die geopolitischen Entwicklungen in 2021-2023 stellen sich auch Fragestellungen in Bezug auf Reduktion der Importabhängigkeit bei Öl, Kohle und insbesondere Erdgas und damit verbundene Fragen der nationalen Sicherheit. Hierdurch ergibt sich ein sehr hoher Reform- und Veränderungsdruck auf allen energiewirtschaftlichen Wertschöpfungsstufen sowohl auf Seite der Anbieter als auch der Nachfrager nach Energie.

Es sind im Rahmen der großen Veränderungen massive Investitionen notwendig. Diese können nicht alleine getragen werden von den Bestandsunternehmern. Dies ist ein zusätzlicher Treiber für Transaktionen, wodurch das eh schon investorenfreundliche Segment weiterhin durch Nachfrage nach Beratungsleistung geprägt sein wird.

Die Industrie ist auf dem Weg der Dekarbonisierung ihrer Prozesse als auch genutzten Energieträger. BET unterstützt die Industrieunternehmen auf diesem Weg. Aufgrund der anstehenden Veränderungen in der Branche ist daher in den nächsten Jahren von einer steigenden Nachfrage nach Beratungsleistungen auszugehen.

Im Transaktionsumfeld gehen wir von einem weiter stabilen Geschäftsjahr aus und bei der Beratung von Industriekunden erwarten wir eine Ausweitung des Marktpotenzials aus. BET hat auf diese Entwicklungen bereits reagiert und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Bearbeitung eingestellt.

Bereich Energiepolitik und Systemanalyse

Die Energiewirtschaft befindet sich weiterhin in einem fundamentalen Umbruch der zu tiefgreifenden Veränderungen für alle Marktteilnehmer führt. Zentrale Herausforderung ist dabei nicht nur die Umsetzung der Energiewende und der Dekarbonisierung im Versorgungs- und Industriebereich. Es stellen sich Fragestellungen in Bezug auf Reduktion der Importabhängigkeit bei Öl, Kohle und insbesondere Erdgas und damit verbundene Fragen der nationalen Sicherheit. Der Reform- und Veränderungsdruck auf allen energiewirtschaftlichen Wertschöpfungsstufen sowohl auf Seite der Anbieter als auch der Nachfrager nach Energie wird in den kommenden Jahren weiterhin sehr hoch sein. Aufgrund der Komplexität und der Interdependenzen der Wirkmechanismen des Gesamtmarkts ist der systemische übergreifende Ansatz der BET weiterhin ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Die Integration der Erneuerbaren Energien sowie die Sicherstellung der Versorgungssicherheit stellt das System vor hohe Herausforderungen. Es ist daher unabdingbar, dass über die Integration weiterer gesicherter Leistung in Form einer Kraftwerksstrategie nachgedacht wird und eine Weiterentwicklung der Marktorganisationsregeln bzw. des Marktdesigns zügig vorangetrieben wird. Dabei sollte die Betrachtung jedoch nicht ausschließlich auf den Strommarkt fokussieren. Systemische ganzheitliche Lösungen nehmen vielmehr zusätzlich auch den Gas- bzw. Wasserstoffmarkt sowie insbesondere auch den Wärmesektor mit in die Betrachtung.

Die Transformation des Gassektors und der damit verbundene Veränderungsbedarf bei Gas- und Wärmeversorgern wird in 2024 und darüber hinaus das Beratungsgeschäft der BET maßgeblich prägen.

Aufgrund der anstehenden Veränderungen in der Branche ist daher in den nächsten Jahren von einer steigenden Nachfrage nach Beratungsleistungen auszugehen. In den Bereichen der Politikberatung und Systemanalyse aber auch bei kaufmännischen Analysen gehen wir daher von einer Ausweitung des Marktpotenzials aus.

Prognose Leistungsindikatoren

Insgesamt rechnen wir 2024 mit einer Steigerung der Umsatzerlöse um ca. 8% sowie mit einer Umsatzrentabilität leicht oberhalb des Niveaus von 2023 bei einem entsprechend der benannten Entwicklungen steigenden EBIT sowie einer gleichbleibenden Auslastung der Berater*innen, sofern alle geplanten Stellen besetzt werden können.

Risiken

Die massive Transformationsaufgabe der deutschen Energiewirtschaft und die aktuelle geopolitische Situation führt zu einem deutlich erhöhten Maß an Unsicherheit für alle Marktteilnehmer. Wir gehen davon aus, dass Energiepreise mittelfristig volatil bleiben werden, wodurch die Gefahr unternehmerischer Fehlentscheidungen von Energieversorgern steigt. Bezüglich der Marktrahmenbedingungen, welche die Leitplanken für Geschäftsmodelle und Investitions- bzw. Desinvestitionsentscheidungen bildet, sind neben volkswirtschaftlich-ökonomischen Aspekten auch geopolitische und strategische Fragen sowohl auf Seiten der Energieexportnationen (z.B. Russland) als auch auf Seiten Deutschlands und der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union bzw. den Vereinigten Staaten von Amerika und China zu berücksichtigen. Die politische Rahmengebung hat in 2023 wieder viele Eingriffe getätigt, wodurch eine gewisse Unruhe und Ungewissheit im Markt weiter bestehen bleibt.

Diese Entwicklungen können dazu führen, dass BET-Kunden aufgrund Unsicherheit oder eigener wirtschaftlicher Probleme Projekte zeitlich verschieben oder sogar vollständig stoppen. Insbesondere Konzessionen müssen auch weiterhin nach Ablauf der Vergabezeit ausgeschrieben werden. Es besteht aber das Risiko, dass die Kommunen hier auf ein aufwandsminimales Verfahren hinwirken.

Aus sich ergebenden Veränderungen im Gesamtmarkt können sich auch wirtschaftliche Auswirkungen auf die Marktteilnehmer ergeben. Dadurch könnten auch strukturelle Umbrüche eintreten und das Risiko von Insolvenzen von Energieversorgungsunternehmen und Industriekunden ansteigen.

Auch stellt die Gewinnung von qualifiziertem Personal auf allen Kompetenzstufen weiterhin eine der größten Herausforderungen für ein organisches Wachstum der BET dar. Hierauf hat BET bereits reagiert durch Aufstockung der internen und externe Budgets für Recruiting sowie der Schaffung einer zusätzlichen Stelle bei der Personalentwicklung.

Chancen

Die sich ergebenden Veränderungen sowie die damit verbundene Verunsicherung im Gesamtmarkt führen insgesamt zu einer sehr hohen Nachfrage nach Beratungsleistungen.

Die Regierung hat auch 2023 diverse neue Akzente im Bereich Energie- und Klimapolitik gesetzt und gesetzliche Reformvorhaben wie §14a EnWG und kommunale Wärmeplanung erfolgreich in Kraft gesetzt, um die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu reduzieren und die Klimaneutralität schneller zu erreichen. Die von der Politik gesetzten Ziele werden dabei immer stärker auch von Förderprogrammen flankiert. In Kombination mit selbst gesteckten Dekarbonsierungszielen ergibt sich daraus ein umfangreicher Handlungsbedarf bei unseren Kunden und damit ein anhaltend hoher Beratungsbedarf, insbesondere in den Themen der Nachhaltigen Energieerzeugung als auch im Bereich Netzinfrastruktur.

Mit unserem umfassenden Know-How und unseren Werkzeugen für quantitative Analysen sind wir bestens für diese Themen gerüstet und bei vielen Unternehmen bekannt. Nachdem die BEW-Förderung, die infolge des BGH-Urteils und der damit verbundenen Deckungslücke im Klima-transformationsfonds nun für 2024 gesichert ist, steht der Erstellung von weiteren Transformationsplänen nichts mehr im Wege.

Die aktuell im Gesetzgebungsprozess befindliche Novellierung des Messstellenbetriebsgesetzes sowie das von der Bundesnetzagentur Ende 2022 gestartete Festlegungsverfahren zur Novellierung des §14a EnWG werden die Rahmenbedingungen für Mess- und Steuerungsanwendungen über das intelligente Messsystem für 2023 und die Folgejahre maßgeblich verbessern und die Chancen auf neue Kundenprojekte in diesem Kontext verbessern.

Auch die weiterhin hohe Marktvolatilität fordert eine weitere Professionalisierung bei der Energiebeschaffung und führt zu einer sehr hohen Nachfrage nach Beratungsleistungen innerhalb des Themenfeldes Portfolio- und Risikomanagement. Gleichzeitig wird die Dringlichkeit zur Geschäftsausweitung bei energienahen Dienstleistungen deutlich steigen, so dass ebenfalls im Vertriebs-Projektgeschäft ein Hochlauf an Beratungsanfragen zu erwarten ist.

Eine erhöhte Nachfrage nach Organisationsberatungsthemen ist bereits aktuell zu beobachten. Auslöser und Treiber sind einerseits die erhöhten Transformationsbedarfe aus der notwendigen Dezentralisierung, Dekarbonisierung und Digitalisierung des Kerngeschäfts - sei es aus den Unternehmen von innen herausgetrieben oder auch von extern durch Gesetze beschleunigt. Eine Vielzahl neuer Aufgaben und Anforderungen sind zu bewältigen. Die Ressourcen sind knapp, erfahrenes Personal geht in Rente und neue Fachkräfte sind Mangelware. Für einen erfolgreichen Übergang in die Energiewelt von morgen braucht es die passende personelle, kulturelle, prozessuale und organisatorische Aufstellung. Die Relevanz der Organisationsentwicklung wird daher auf Kundenseite zunehmen und zu deutlichen Chancen für den Partnerbereich führen.

Wir beobachten bereits aktuell einen Trend zu mehr Kooperationen und erwarten eine weitere Intensivierung der Untersuchungen zur optimalen Eigenleistungstiefe. Auslöser und Treiber sind der Fachkräftemangel, die Komplexität der neuen Anforderungen, die erforderlichen Investitionen in erneuerbare Energien und neue Geschäftsmodelle sowie die Verstärkung und Digitalisierung der Stromnetze. Strategieprozesse passen in ihrer Vorgehensweise und Methodik häufig nicht zum jeweiligen Marktumfeld und müssen in zyklischen und revolvierenden Abständen neu gedacht, erarbeitet und in ihrem Erfolg dokumentiert werden. Mit weiter wachsender Bedeutung von Strategiearbeit und der kritischen Auseinandersetzung mit einer nachhaltigen Aufstellung der Stadtwerke können wir uns mit unserem Themenzuschnitt noch besser im Markt positionieren.

Nur bei unerwartet massiv einbrechenden Jahresergebnissen der Stadtwerke können andere Fragen der kostenoptimierten Organisationsentwicklung und der Restrukturierung in den Fokus treten, worauf wir unsere Beratungsangebote dann neu ausrichten müssen. Durch unsere tiefen Einblicke in die Geschäftsfelder und die Risiko-Rendite-Verteilung des Geschäftsfeldportfolios können wir hier aber auch methodisch gut anknüpfen.

 

Aachen, 17. Mai 2024

gez. Dr. Alexander Kox

gez. Dr. Olaf Unruh

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 1.127.143,36 1.131.666,50
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 564.725,56 609.405,50
II. Sachanlagen 562.416,80 522.260,00
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 562.416,80 522.260,00
III. Finanzanlagen 1,00 1,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1,00 1,00
B. Umlaufvermögen 7.084.572,96 6.423.615,38
I. Vorräte 505.931,90 759.745,63
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.297.851,18 2.754.185,97
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 26.832,50 103.727,74
2. sonstige Vermögensgegenstände 3.271.018,68 2.650.458,23
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 3.280.789,88 2.909.683,78
C. Rechnungsabgrenzungsposten 123.790,26 75.804,77
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 46.655,18 157.273,40
Aktiva 8.382.161,76 7.788.360,05

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 2.870.405,50 2.600.113,41
I. ausgegebenes Kapital 228.820,00 213.899,00
1. Gezeichnetes Kapital 228.820,00 228.820,00
2. eigene Anteile 0,00 -14.921,00
II. Kapitalrücklage 256.608,51 256.608,51
III. Gewinnrücklagen 1.506.215,72 1.137.296,23
IV. Jahresüberschuss 878.761,27 992.309,67
B. Rückstellungen 3.808.159,02 3.466.810,72
C. Verbindlichkeiten 1.676.953,07 1.682.475,42
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.275,43 13.049,31
2. sonstige Verbindlichkeiten 1.664.677,64 1.669.426,11
D. Rechnungsabgrenzungsposten 26.644,17 38.960,50
Passiva 8.382.161,76 7.788.360,05

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 16.381.298,00 15.110.420,96
2. Personalaufwand 11.964.216,15 10.913.020,30
a) Löhne und Gehälter 10.631.424,04 9.683.301,68
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.332.792,11 1.229.718,62
davon für Altersversorgung -6.948,20 49.724,08
3. Abschreibungen 496.704,74 417.070,41
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 496.704,74 417.070,41
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 2.623.251,37 2.276.626,17
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 17.399,50 0,61
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 29.388,81 35.449,92
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 406.375,16 475.945,10
8. Ergebnis nach Steuern 878.761,27 992.309,67
9. Jahresüberschuss 878.761,27 992.309,67

Anhang

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der vorliegende Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Dritten Buches des HGB (§§ 238ff.) unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) aufgestellt worden. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH-Gesetzes beachtet.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firma: BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH
Sitz: Aachen
Eintragung ins Handelsregister: Amtsgericht Aachen, HRB 5731

Die größenabhängigen Erleichterungen des § 288 Abs. 2 HBG wurden bei der Erstellung des Anhangs teilweise in Anspruch genommen.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Veränderungen in der Gliederung der Positionen der Bilanz- und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden im Geschäftsjahr nicht vorgenommen. Dem Prinzip der Darstellungsstetigkeit (§ 265 Abs. 1 HGB) wurde entsprochen.

Der Bewertung liegt unverändert die Annahme der Unternehmensfortführung (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) zugrunde.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung kommt das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB zur Anwendung.

Das Anlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um die planmäßigen Abschreibungen angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen wurden im Geschäftsjahr nicht vorgenommen.

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen (bei einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von bis zu drei Jahren), bewertet. Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nicht aktiviert.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen angesetzt. Die Festlegung der Abschreibungssätze der Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens erfolgt entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Dabei werden im Wesentlichen Nutzungsdauern von sieben bis dreizehn Jahren angesetzt. Bei EDV-Hardware wird in der Regel eine kürzere Nutzungsdauer von drei Jahren angenommen.

Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung abzüglich außerplanmäßiger Abschreibungen, bilanziert.

Im Geschäftsjahr angeschaffte bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von 800 Euro (geringfügige Wirtschaftsgüter) wurden voll abgeschrieben.

Die unfertigen Leistungen wurden zu Herstellungskosten bewertet. Neben den Einzelkosten und angemessenen Gemeinkosten werden angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie angemessene Aufwendungen für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung in die Herstellungskosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht einbezogen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert, vermindert um Wertberichtigungen und unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt.

Flüssige Mittel werden zu Nominalwerten angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren mit einem Rechnungszins von 1,83 % bewertet, dies entspricht dem Durchschnittszins der letzten 10 Jahre. Bei der Berechnung wurden die Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck verwendet. Die Dynamik der anrechenbaren Bezüge wurde mit 0 % berücksichtigt.

Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei der Bemessung der Rückstellungen wurde allen erkennbaren Risiken angemessen und ausreichend Rechnung getragen.

Soweit Rückstellungen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr aufweisen, wurden diese mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, nach Maßgabe der Deutschen Bundesbank bekanntgegebenen, durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz ergeben sich aus temporären Differenzen auf Grund unterschiedlicher Bewertung der Pensionsrückstellungen und der sonstigen Rückstellungen in Höhe von 6.808 € wegen Ansatz des notwendigen Erfüllungsbetrages sowie der Abzinsung, welche zu aktiven Latenzen führen. Sich ergebene Steuerbe- und Steuerentlastungen werden zusammengefasst. Auf den Ansatz von aktiven latenten Steuern wurde verzichtet.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

III. Angaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Aufgliederung und die Bewegungen des Anlagevermögens sind dem Anlagespiegel in der Anlage zu diesem Anhang zu entnehmen.

Finanzanlagen

Die BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH (BET) hält eine Beteiligung in Höhe von 100% an der BET Suisse AG mit Sitz in Zofingen, Schweiz.

Die BET Suisse AG weist zum 31.12.2023 ein Eigenkapital in Höhe von -910.818,18 CHF (Vorjahr: -920.318,35 CHF) und einen Jahresüberschuss 2023 in Höhe von 9.500,17 CHF (Vorjahr Jahresüberschuss: 60.099,47 CHF) aus.

Umgerechnet zum Devisenkassamittelkurs weist die BET Suisse AG zum 31.12.2023 ein Eigenkapital in Höhe von -937.248,59 € aus und erzielt einen Jahresüberschuss für 2023 in Höhe von 9.775,85 €.

Die Anschaffungskosten dieser Beteiligung wurden in früheren Jahren bis auf einen Euro außerplanmäßig abgeschrieben.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurden in Vorjahren in voller Höhe außerplanmäßig abgeschrieben.

Vorratsvermögen

Im Vorratsvermögen sind ausschließlich unfertige Leistungen aus laufenden Projekten ausgewiesen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Alle Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 26.832,50 € (Vorjahr: 103.727,74 €) mitzugehörig.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten wurden Zahlungsabflüsse für Verträge erfasst, die Aufwand im Folgejahr darstellen.

Eigenkapital

Das Eigenkapital entwickelte sich wie folgt:

2023 wurden alle eigenen Anteile in Höhe von 14.921,00 € verkauft (2022: Kauf von Anteilen in Höhe von 14.921,00 €), so dass die BET keine eigenen Anteile mehr hält.

Die Kapitalrücklage beträgt zum Stichtag unverändert 256.608,51 € (2022: 256.608,51 €).

Der den Nennbetrag aus dem Kauf der eigenen Anteile übersteigende Betrag aus dem Erwerb in Höhe von 354.634,18 € wurde den frei verfügbaren Gewinnrücklagen zugerechnet, welche damit zum Stichtag einen Betrag von 1.506.215,72 € (2022: 1.137.296,23 €) ausweisen.

Rückstellungen

Unter den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für Tantiemen in Höhe von 817.000,00 € (Vorjahr: 744.075,00 €) und Rückstellungen für Erfolgszulagen in Höhe von 1.949.900,00 € (Vorjahr: 1.859.400,00 €) ausgewiesen. Darüber hinaus enthalten die sonstigen Rückstellungen, Rückstellungen für Urlaubsverpflichtungen in Höhe von 248.400,00 € (Vorjahr: 291.200,00 €) sowie Rückstellungen für Gewährleistungen in höhe von 104.000,00 € (Vorjahr: 99.000,00 €).

Pensionsrückstellungen

2023 wurden Rückdeckungsversicherungen in Höhe von 459.629,40 € ausgezahlt. Die Auszahlung der Erfüllungsbeträge an die Bezugsberechtigten erfolgte in Höhe von 111.732,32 € bereits 2022, eine zweite Zahlung in Höhe von 289.790,00 € erfolgt 2024.

Auf Grund der Auszahlung erfolgte daher für diesen Teil der Pensionsverpflichtung ein (unsaldierter) Ausweis unter dem Posten "Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen" in Höhe von 289.790,00 €.

Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Rückstellungen beträgt 436.125,00 € (Vorjahr: 737.757,00 €). Zur Bewertung des Erfüllungsbetrags wurde der Durchschnittszins der letzten 10 Jahre vor dem Abschlussstichtag (1,83 %) angewandt. Eine Bewertung für einen Durchschnittszeitraum von 7 Jahren (1,75 %) hätte eine um 1.499,00 € höhere Pensionsrückstellung ergeben. Dieser Differenzbetrag ist nach § 253 Abs. 6 HGB für Ausschüttungen gesperrt.

In den Pensionsrückstellungen sind zum 31.12.2023 Anwartschaften von ehemaligen Geschäftsführern in Höhe von 289.790,00 € (Vorjahr: 289.790,00€) enthalten.

Der Zeitwert des Deckungsvermögens entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten (steuerlicher Aktivwert).

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von 7.838,00 € (Vorjahr: 12.902,00 €) sind mit den Erträgen aus dem zu verrechnenden Deckungsvermögen in Höhe von 25.171,29 € (Vorjahr: 8.547,92 €) saldiert.

Verbindlichkeiten

Die Fristigkeit der Verbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:

Stand 31.12.
Euro
Restlaufzeit bis 1 Jahr
Euro
Restlaufzeit > 1 Jahr
Euro
Restlaufzeit > 5 Jahre
Euro
Sicherheiten
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 12.275,43 12.275,43 0,00 0,00 Keine
(Vorjahr) 13.049,31 13.049,31 Keine
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 296.201,94 296.201,94 0,00 0,00 Keine
(Vorjahr) 441.286,53 441.286,53 Keine
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 489.686,24 489.686,24 0,00 0,00 Keine
(Vorjahr) 634.693,85 634.693,85 Keine
sonstige Verbindlichkeiten 878.789,46 762.687,50 116.101,96 0,00 Keine
(Vorjahr) 593.455,73 477.353,77 116.101,96 Keine
1.676.953,07 1.560.851,11 116.101,96 0,00

In den Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 332,98 € (Vorjahr: 558,40 €) enthalten. Von den sonstigen Verbindlichkeiten betreffen in Höhe von 598.035,22 € (Vorjahr: 377.386,75 €) Steuern und in Höhe von 0,00 € (Vorjahr: 0,00 €) soziale Sicherheiten.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige wesentliche finanzielle Verpflichtungen aus Mietverträgen von monatlich 37.699,33 € mit einer Restlaufzeit von 115 Monaten, monatlich 3.964,00 € mit einer Restlaufzeit von 71 Monaten und monatlich 11.247,00 € mit einer Restlaufzeit von 42 Monaten.

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Außergewöhnliche Posten

Es gab keine Erträge oder Aufwendungen von außergewöhnlicher Bedeutung oder außergewöhnlicher Größenordnung.

Ergebnisse aus der Abzinsung

Aus der Abzinsung von Rückstellungen ergeben sich Erträge in Höhe von 7.838,00 € (Vorjahr: 12.902,00 €), welche unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen sind.

Ergebnisse aus der Währungsumrechnung

Im Geschäftsjahr gab es keine Aufwendungen oder Erträge aus der Währungsumrechnung.

V. Sonstige Angaben

Anzahl der Arbeitnehmer

Während des Zeitraums vom 01.01. bis zum 31.12.2023 waren durchschnittlich 113,5 Arbeitnehmer*innen (Vorjahr 102,5 Arbeitnehmer*innen) beschäftigt sowie 2 Geschäftsführer.

Arbeitnehmer*innengruppen

Verwaltung: 23,75
Beratung: 89,75

davon durchschnittlich 13,75 Werkstudent*innen und Aushilfen

Mitglieder der Geschäftsführung

Geschäftsführer im Geschäftsjahr waren:

Herr Dr. Alexander Kox, Unternehmensberater, Würselen

Herr Dr. Olaf Unruh, Unternehmensberater, Mülheim an der Ruhr

Die Angabe der Vergütung der Geschäftsführung unterbleibt gemäß § 286 Abs. 4 HGB.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag

Nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die nicht in der Bilanz oder in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt sind.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den gesamten Jahresüberschuss in Höhe von 878.761,27 € auszuschütten.

sonstige Berichtsbestandteile

 

Aachen, den 17. Mai 2024

gez. Dr. Alexander Kox, Geschäftsführer

gez. Dr. Olaf Unruh, Geschäftsführer

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 11.06.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

An die BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH, Aachen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH, Aachen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH, Aachen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung unter Anwendung der IDW Prüfungsstandards für weniger komplexe Einheiten durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung unter Anwendung der IDW Prüfungsstandards für weniger komplexe Einheiten durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Aachen, den 17. Mai 2024

FIDAIX GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Dipl.-Kffr. Brigitte Schuler, Wirtschaftsprüferin

gez. Dipl.-Betriebsw. (FH) Roy-Arne Hecht, Wirtschaftsprüfer

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