MÜLHEIMER WOHNUNGSBAU eG
Stammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Carsten Czaika seit 14.2.2023 | Prokura |
Dominik Steffan seit 10.7.2018 | Vorstandsmitglied |
Frank Esser seit 9.1.2004 | Vorstandsmitglied |
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% | |
MHH Verwaltungs GmbHAufgelöst | 100.00% |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
MÜLHEIMER WOHNUNGSBAU eGMülheim an der RuhrJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht des VorstandsGegenstand des UnternehmensDie Mülheimer Wohnungsbau eG (MWB) ist eine Wohnungsbaugenossenschaft. Ihrer Satzung gemäß ist ihr Ziel die Förderung ihrer Mitglieder. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist die MWB heute ein vielseitiger Immobiliendienstleister. Die Genossenschaft baut und vermietet Wohnungen und Gewerbeimmobilien. Sie verwaltet zudem Fremdimmobilien anderer Eigentümer, betreibt ein Bauträgergeschäft und ist als Projektentwicklerin für institutionelle Auftraggeber sowie als Immobilienmakler tätig. Diese Diversifikation dient dazu, die vielfältigen Bedürfnisse der Mitglieder zu erfüllen. Sie ermöglicht es der MWB auch, die vorhandene Immobilienexpertise optimal auszunutzen, Synergien zu erzeugen und sich gegen Marktveränderungen abzusichern, um die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens langfristig zu sichern. Die wirtschaftlichen RahmenbedingungenObwohl der Wohnungsbestand der MWB seinen Schwerpunkt in Mülheim an der Ruhr hat, so ist der Einzugsbereich doch deutlich größer: Die Genossenschaft bewirtschaftet Mietwohnungen auch in Düsseldorf (ca. 315), Oberhausen (mehr als 130) und Wuppertal (etwa 100). Ihre Abteilung für Fremdimmobilienverwaltung betreut Objekte sowohl in Mülheim als auch in anderen Städten des Ruhrgebiets (Essen, Bochum, Witten, Duisburg) und bis nach Köln. Die Leistungen zur Projektentwicklung, die die MWB anbietet, werden ebenso in Mülheim an der Ruhr wie in Nachbarstädten umgesetzt. In Mülheim an der Ruhr beträgt die durchschnittliche Nettokaltmiete für Wohnraum laut dem am 1. Januar 2024 in Kraft getretenen, qualifizierten Mietspiegel 6,77 Euro je Quadratmeter 1. Die Stadt liegt damit leicht über der durchschnittlichen Nettokaltmiete in Nordrhein-Westfalen. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 in einem nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Die Zinsanhebungen der Europäischen Zentralbank leiteten auf dem deutschen Immobilienmarkt einen deutlichen Einbruch ein. Bis zuletzt gingen deshalb insbesondere die Investitionen in Wohnbauten stark zurück. Im Baugewerbe machten sich neben den weiterhin hohen Baukosten und dem Fachkräftemangel insbesondere die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen bemerkbar 2. Die Genossenschaft sah sich aufgrund dieser Entwicklung dazu gezwungen, Bau- und Modernisierungsprojekte auf den Prüfstand zu stellen. Dies hat dazu geführt, dass im Jahr 2023, wie auch schon im Jahr 2022 keine größeren Modernisierungsmaßnahmen angestoßen worden sind. Die in Mülheim an der Ruhr geltende Mietstufe IV bedeutet, dass für neue Sozialwohnungen eine Miete von 7,25 Euro je Quadratmeter zulässig ist. Dies macht öffentlich geförderten Wohnungsbau im Gegensatz zum frei finanzierten Wohnungsbau für die Genossenschaft attraktiv und hat dazu beigetragen, dass die Genossenschaft derzeit insbesondere den Bau öffentlich geförderter Wohnungen als eine Möglichkeit sieht, ihre Bautätigkeit aufrechtzuerhalten. Der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) hat im Dezember 2018 Ergebnisse einer im Auftrag des Wirtschaftsministeriums vorgenommenen Vorausberechnung veröffentlicht. Diese kommt für Mülheim an der Ruhr für 2025 auf knapp über 171.000 Einwohner und Einwohnerinnen. Am 31.12. 2023 waren jedoch 175.133 Einwohner*innen mit Hauptwohnsitz in Mülheim an der Ruhr gemeldet 3. Dies ist auch begründet durch den Ukrainekrieg und die daraus resultierenden Fluchtbewegungen. Auch in Mülheim an der Ruhr suchen viele geflüchtete Menschen nach Unterkunft, so dass die Vorausberechnungen bzgl. der Bevölkerungszahl als veraltet gelten müssen, und nach jetzigem Wissensstand eher mit einem weiteren Anstieg zu rechnen ist. Die Stadt Mülheim an der Ruhr ist an die MWB mit dem Wunsch herangetreten, dass die Genossenschaft zur Bewältigung dieser Herausforderung beitragen möge. Das Jahr 2023 wurde genutzt, um das Bauprojekt an der Zeppelinstraße (siehe auch "Neubauprojekte.) zu planen und die notwendigen Weichen dafür zu stellen. Mitgliederentwicklung Im Jahr 2023 ist die Mitgliederzahl gesunken. Den 394 Abgängen aufgrund von Kündigungen sowie Todesfällen und Übertragungen stehen 225 Beitritte gegenüber. Am 31. Dezember 2023 waren 8.850 Mitglieder an der Genossenschaft beteiligt. Gegenüber 9.019 Mitgliedern zu Beginn des Geschäftsjahres bedeutet dies einen Rückgang von 169 Mitgliedern. Bestandsbewirtschaftung Die Entwicklung des Wohnungsbestandes und der anderen bewirtschafteten Einheiten im Jahr 2023 zeigt die nachfolgende Tabelle:
Der Objektbestand befindet sich in den Städten Mülheim an der Ruhr, Düsseldorf, Wuppertal und Oberhausen. Der Belegungsbindung unterlagen am 31. Dezember 2023 1.142 (Vorjahr: 1.142) öffentlich geförderte Einheiten. Vermietung Die Fluktuationsquote lag bei 7,61 Prozent (Vorjahr: 7,66 Prozent) des Wohnungsbestandes. Die wesentlichen Ursachen für die Fluktuation in der Rangfolge ihrer Häufigkeit waren: Tod des Mieters, zu kleine Wohnung, Umschreibung, Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim, Wohnungstausch und Umzug in eine andere Stadt. Der Anteil der nicht beeinflussbaren Kündigungen beträgt 39 Prozent. Die gesamte Leerstandsquote betrug zum 31. Dezember 1,43 Prozent (Vorjahr: 1,55 Prozent). Für den Wohnraum betrug der Anteil des vermietungs- und modernisierungsbedingten Leerstands im Verhältnis zu den Sollmieten 1,09 Prozent (Vorjahr: 1,21 Prozent). Der modernisierungsbedingte, also notwendige Leerstand betrug 0,26 Prozent. Der Gewerbeleerstand betrug 3,34 Prozent (Vorjahr: 2,69 Prozent). Mietpreise Für Mietwohnungen betrug die durchschnittliche Sollmiete im Monat 6,30 € je m 2 Wohnfläche (Vorjahr: 6,14 € je m 2 ), für Gewerbeeinheiten lag sie bei 10,54 € je m 2 Nutzfläche (Vorjahr: 10,09 € je m 2 ). Durchschnittsmiete je Quadratmeter Wohnfläche und Monat (EUR/m 2 )
Ein neuer Mietspiegel für die Stadt Mülheim an der Ruhr - erarbeitet nach einer verbesserten und transparenteren Systematik - ist am 1. Januar 2024 in Kraft getreten. Die Mülheimer Wohnungsbau eG hat sich im dafür gebildeten Arbeitskreis engagiert. Bestandspflege Erneut wurden in einer Vielzahl von Wohnungen umfassende Einzelmodernisierungen durchgeführt. Im Berichtsjahr hat die Genossenschaft aus dem Bauunterhaltungsplan 6,17 Mio. € (17,92 € je m 2 ) für die Modernisierung und Instandhaltung des eigenen Wohnungsbestandes bereitgestellt, darin enthalten ist eine Rückstellung für zukünftige Aufwendungen. Darüber hinaus konnten weitere 1,94 Mio. € investiert werden. Zusammengenommen ergibt sich somit eine Gesamtinvestition von 8,11 Mio. € (23,56 € je m 2 ). Die Höhe der getätigten Investitionen unterstreicht die besonderen Bemühungen um den eigenen Wohnungsbestand. Das langfristige Bauunterhaltungs- und Modernisierungsprogramm wurde überarbeitet und bis zum Jahr 2029 fortgeschrieben. Es sieht auch für die Zukunft erhebliche Investitionen in die Aufwertung des genossenschaftlichen Wohnungsbestandes vor. Entscheidend sind hier jedoch die künftige Ausgestaltung der entsprechenden Förderbedingungen und die Fortschreibung der einschlägigen Wohnraummodernisierungsprogramme der KfW-Bankengruppe und der NRW.BANK. Neubautätigkeit Die Neubautätigkeit wird erheblich beeinflusst durch die vom Überfall Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 ausgelösten Verwerfungen. Dies sind insbesondere die zeitweise hohe Inflation und die daraus resultierenden Zinserhöhungen, welche Finanzierungsbedingungen verschlechtert haben. Auch die Preisanstiege für Baumaterialien und Handwerkerleistungen beeinflussen die Wirtschaftlichkeit von Projekten negativ. Im Jahr 2023 wurden laufende Projekte weiter vorangebracht und die neuen Rahmenbedingungen wurden bei der Prüfung der Wirtschaftlichkeit neuer Projekte intensiv mit in die Überlegungen einbezogen. Das hat dazu geführt, dass keine neuen Bauträgerprojekte angestoßen wurden. Auch der Bau frei finanzierter Mietwohnungen ist aktuell so teuer, dass die Genossenschaft von neuen Projekten abgesehen hat. Mehrgenerationenhaus für Wohnsinn e.V. 19 Wohnungen sowie ein Gemeinschaftsraum werden für die Mitglieder des Vereins Wohnsinn e.V. an der Kapellenstraße in Oberhausen entstehen. Im Dezember 2023 konnte Richtfest gefeiert werden und die Fertigstellung für Oktober2024 geplant. Mehrfamilienhaus an der Mühlenstraße An der Mühlenstraße in im Mülheimer Stadtteil Dümpten plant die MWB den Bau eines Mehrfamilienhauses mit 16 Mietwohnungen, wovon 14 öffentlich gefördert sein sollen. Vorgesehen ist eine Mischung von 2-, 3- und 4-Raum-Wohnungen. Der Bauantrag wird im Frühjahr 2024 eingereicht. Mehrgenerationenhaus für Die Raumteiler e.V. Ein großes Mehrfamilienhaus für den Verein Die Raumteiler e.V. soll an der Eichendorffstraße in Verbindung mit dem Neubauprojekt Scheffel4tel entstehen. 19 Wohnungen sind geplant, von denen 8 öffentlich gefördert sein sollen. Unabhängig von der Debatte um die Fortführung des Bauträgerprojekts (mehr dazu s.u.) plant die Genossenschaft auch weiterhin die Errichtung dieses Gebäudes. Das Änderungsverfahren für den Bebauuungsplan läuft derzeit und soll im Spätsommer 2024 abgeschlossen werden. Soziales Neubauprojekt an der Parsevalstraße Für die Graf-Recke-Stiftung wird eine Kindertageseinrichtung errichtet, sowie Gebäude für Wohngruppen junger Menschen. Auch ein Gebäude für eine Wohngemeinschaft älterer Menschen soll entstehen. Die Abrissarbeiten auf dem Gelände konnten im Winter 2022/23 beginnen und die Baugenehmigung wurde zwischenzeitlich erteilt. Auch hier haben sich die o.g. verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausgewirkt: Intensive Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts unter dem Eindruck der gestiegenen Zinsen haben dazu geführt, dass ein Baustart noch nicht erfolgt ist. Inzwischen konnte jedoch ein Durchbruch erzielt werden, und nach einer leichten Entspannung der Zinssituation sowie nach konstruktiven Abstimmungsgesprächen mit den Partnern kann das Projekt voraussichtlich in 2024 starten. Mehrfamilienhaus Priesters Hof Das Grundstück der ehemaligen Grundschule am Priesters Hof hat die MWB im Jahr 2020 von der Stadt Mülheim an der Ruhr erworben. Die Stadt hat den höchstmöglichen Kaufpreis realisiert. Sozialer Wohnungsbau ist damit an dieser Stelle nicht wirtschaftlich und frei finanzierter Wohnungsbau ist zum jetzigen Zeitpunkt bei Weitem zu teuer. Die Genossenschaft prüft verschiedene Optionen. Kindertagesstätte in Solingen Die Stadt Solingen hatte gezielt nach einem Partner für den Bau einer neuen städtischen Kindertagesstätte gesucht. Im Rahmen des damit verbundenen Wettbewerbs formulierte die Kommune hohe Anforderungen an Architektur, Bauqualität und Nachhaltigkeit. Die Kindertagesstätte, die auf dem 3.500 Quadratmeter großen Gelände im Stadtteil Solingen-Wald entsteht, bietet Platz für sechs Betreuungsgruppen. Die Baugenehmigung ist erteilt und der Bau schreitet seit April 2023 voran. Im Spätsommer 2024 soll der Einzug erfolgen. Allerlei Leben-Mehrgenerationenhaus Die Stadt Gladbeck war auf der Suche nach einer Bauherrin, die auf dem Gelände der ehemaligen Herrmannschule ein Mehrfamilienhaus für den Verein "Allerlei Leben e.V." errichten würde. Geplant ist hier eine Modernisierung des alten Schulgebäudes sowie ein ergänzender Neubau, ähnlich wie beim Projekt Wohnhof Fünte in Mülheim an der Ruhr. Die erforderlichen Baugenehmigungen wurden nicht mehr im Jahr 2023, aber zum Beginn des Jahres 2024 erteilt. Vor der baulichen Umsetzung steht nun eine neuerliche Prüfung der Wirtschaftlichkeit des Projekts aufgrund der veränderten Lage. Buntes Leben am Papenbusch Zum Gelände am Papenbusch hat die MWB eine neue Übereinkunft mit der Stadt Mülheim an der Ruhr getroffen. Die MWB plant nun auf dem Gelände den Bau einer Kindertagesstätte sowie von zahlreichen Mietwohnungen. Ein großer Anteil dieser Mietwohnungen soll öffentlich gefördert sein und den Wohnungsmarkt in Mülheim an der Ruhr zusätzlich entlasten. Dafür will die Stadt einen hierfür notwendigen Bebauungsplan aufstellen. Wohnquartier an der Zeppelinstraße Auf dem etwa 13.000 Quadratmeter großen Grundstück der ehemaligen Mülheimer Stadtgärtnerei wird die MWB elf Wohnhäuser und einen Quartierspavillion errichten. Das Grundstück wurde der Genossenschaft zu diesem Zweck von der Kommune im Rahmen eines 99 Jahre gültigen Erbpachtvertrags überlassen. 135 Wohnungen mit insgesamt 7.755,57 Quadratmetern Wohnfläche werden in Modulbauweise errichtet. Hierbei wird es drei verschiedene Wohnungsgrößen geben: 63,71 m 2 , 54,33 m 2 und 54,06 m 2 (für Rollstuhlnutzende). Im Quartierspavillion werden Beratungs- und Unterstützungsdienste verankert. Die Wohnungen werden für mindestens zehn Jahre der Kommune zur Verfügung gestellt, die sie zur Unterbringung geflüchteter Menschen nutzen wird. Als öffentlich geförderter Wohnraum können sie später allen Genossenschaftsmitgliedern zur Verfügung stehen. Die versetzbaren Innenwände erlauben es dann, Wohnungsgrößen und -zuschnitte anzupassen. Der Abriss der alten Stadtgärtnerei wurde im Winter 2023/24 vorgenommen, das neue Wohnquartier soll nun zügig Gestalt annehmen. Im Sommer 2025 soll es bezugsfertig sein. Insgesamt werden gut 32 Millionen Euro investiert. Bauträgergeschäft Scheffel4tel Auf der ungenutzten Brachfläche an der Scheffelstraße will die Genossenschaft eine autofreie Siedlung mit 40 Kettenhäusern nebst Tiefgarage schaffen. Die Wohnflächen der Häuser sind geplant mit rd. 162 m 2. Die Planung hierzu ist bereits abgeschlossen. Aufgrund der Entwicklung der Baukosten ist es aktuell nicht möglich, die Wirtschaftlichkeit des Projekts sicher zu kalkulieren. Dazu kommt, dass der Anstieg der Zinsen die Zahl der Kaufinteressent*innen für Immobilien im Moment erheblich verringert (s.u. "August-Schmidt-Straße"). Die Genossenschaft hat daher im Sommer 2023 entschieden, das Projekt bis auf Weiteres auf einen geeigneten Zeitpunkt zu verschieben. August-Schmidt-Straße Auf dem Gelände Heinrichstraße Ecke August-Schmidt-Straße entstehen ein Doppelhaus und vier Reihenhäuser. Schon im vergangenen Jahr zeigte sich, dass aufgrund der Wirtschafts- und Zinslage deutlich weniger potenzielle Käufer*innen an die Genossenschaft herantreten als bei vergleichbaren Projekten in der Vergangenheit. Auch dies hat zur Entscheidung beigetragen, den Baustart für das Scheffel4tel weiter zu verschieben (s.o.). Dennoch ist ein Teil der Einheiten nun bereits veräußert, so dass die Genossenschaft weiterhin von einem Erfolg des Projekts ausgeht. Geschäftsbesorgung und Personalwesen Die Mülheimer Wohnungsbau eG verfügt über kein eigenes Personal. Vielmehr ist die Mülheimer Wohnungsbau- Baubetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH mit der Geschäftsbesorgung der Genossenschaft beauftragt. Zum Ende des Geschäftsjahres waren 96 Mitarbeiter*innen sowie acht Auszubildende beschäftigt. MWB ist zertifiziert als Familienfreundlicher Betrieb durch das Mülheimer Bündnis für Familien und ist zudem mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat für Chancengleichheit in der Personalpolitik ausgezeichnet. Mülheimer Nachbarschaft e.V. Die Genossenschaft hat den Verein Mülheimer Nachbarschaft e.V. ins Leben gerufen, um die soziale Kohäsion und das Miteinander in Nachbarschaften zu stärken. Er hat gut 300 Mitglieder. Stiftung Mülheimer Wohnungsbau Gemeinsam mit dem Verein Mülheimer Nachbarschaft e.V. hat die Genossenschaft die Stiftung Mülheimer Wohnungsbau errichtet. Zweck der Stiftung sind die Jugend- und Altenhilfe, die Förderung von Sport sowie von Kunst und Kultur. Im Berichtsjahr wurden diverse Projekte gefördert. Beteiligungen eMHergie GmbH eMHergie ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft MWB, des kommunalen Wohnungsunternehmens SWB sowie des lokalen Energieversorgers medl. Sie wurde im März 2021 gegründet und steht für die Entwicklung nachhaltiger Energieprodukte. Die eMHergie GmbH wird der MWB strategisch dazu dienen, die Energiewende und die daraus erwachsenden Anforderungen zu bewältigen. Mülheimer Wohnungsbau - Baubetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH Die Mülheimer Wohnungsbau - Baubetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH wurde 1994 gegründet. Sie ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Genossenschaft und bietet Planung und fachgerechte Bau- oder Renovierungsmaßnahmen an. Im Rahmen der Aufträge für Dritte erbringt sie Planungs- und Projektsteuerungsleistungen für verschiedene Auftraggeber. Neben der Verwaltung von über 3.800 Miet- und Eigentumswohnungen betreibt sie das Facility Management für die Hauptfeuer- und Rettungswache der Stadt Mülheim an der Ruhr sowie für Sonderimmobilien der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH. SMW GmbH Die Genossenschaft ist zudem an der Projektentwicklungsgesellschaft SMW GmbH zu 50 Prozent beteiligt, die anderen 50 Prozent entfallen auf die Sparkasse Mülheim an der Ruhr. Die SMW GmbH ist Eigentümerin des ca. 42.000 m 2 großen Geländes der ehemaligen Lederfabrik Lindgens am Kassenberg. Volksbank Rhein-Ruhr eG Die Mülheimer Wohnungsbau eG ist Mitglied der Volksbank Rhein-Ruhr eG und hält zehn Geschäftsanteile zu jeweils 50,00 Euro Vermögens- und Finanzlage In den nachfolgenden Übersichten der Bilanz sind die einzelnen Posten nach ihren wirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten zusammengefasst:
Aufgrund von Rundungen können sich bei den Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben. Die Bilanzsumme ist um 8.711 T€ auf 278.867 T€ angestiegen. Dabei hat sich das Anlagevermögen um 5.147 T€ erhöht und das Umlaufvermögen um 3.576 T€ erhöht. Hinsichtlich der Vermögensstruktur enthält die Bilanz Sachanlagevermögen in Höhe von 251.829 T€ (90,30 Prozent; Vorjahr: 91,29 Prozent), Finanzanlagen in Höhe von 4.216 T€ (1,51 Prozent; Vorjahr: 1,58 Prozent) und Umlaufvermögen in Höhe von 22.795 T€ (8,17 Prozent; Vorjahr: 7,13 Prozent). Die Kapitalstruktur zeichnet sich durch Eigenkapital in Höhe von 70.835 T€ (25,40 Prozent; Vorjahr: 25,73 Prozent) und Fremdkapital in Höhe von 205.952 T€ (73,85 Prozent; Vorjahr: 73,45 Prozent) aus. Die langfristigen Vermögenswerte - insbesondere die Sachanlagen - sind durch Eigen- und langfristiges Fremdkapital gedeckt. Sämtliche Neubau- und Umbaumaßnahmen sind fristgerecht finanziert; die Liquidität ist gesichert. Modernisierungs- und Bauunterhaltungsmaßnahmen werden aus Eigenmitteln und in Einzelfällen, sofern möglich und es sich um aktivierungsfähige Maßnahmen handelt, über Programme der NRW. Bank sowie Darlehen finanziert. Sie sind im Wirtschaftsplan berücksichtigt. Die Genossenschaft konnte ihre finanziellen Verpflichtungen jederzeit erfüllen. Die Vermögenslage ist geordnet, die Finanzlage und die Zahlungsfähigkeit sind für die Zukunft gesichert. Ertragslage Gegliedert nach Leistungsbereichen, abgeleitet aus den Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung, ergibt sich für die Ertragslage folgendes Bild:
Aufgrund von Rundungen können sich bei den Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben. Das Jahr war geprägt von der betriebstypischen Tätigkeit einer Wohnungsbaugenossenschaft. So hat die Mülheimer Wohnungsbau eG 2023 mit einem Jahresüberschuss von 2.055 T€ ein sehr gutes Ergebnis erwirtschaftet, mit dem die avisierte Planzahl von 2.052 T€ knapp überschritten wurde. Bei den Aufwendungen für die Hausbewirtschaftung wurden Rückstellungen für den hydraulischen Abgleich von Heizungsanlagen berücksichtigt. Insgesamt beurteilt der Vorstand die Entwicklung des Wohnungsunternehmens als gut im gegebenen Marktumfeld. Finanzielle Leistungsindikatoren Die für die Genossenschaft bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren stellen sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:
Risikomanagementsystem und Compliance Die Genossenschaft verfügt über ein umfangreiches Risikomanagementsystem. Damit sind insbesondere die Anforderungen des KonTraG an die Genossenschaft erfüllt und auch die notwendige Transparenz ist in vollem Umfang gewährleistet. Zum internen Kontrollsystem gehören auch Regelungen zur Compliance. Neben den geltenden gesetzlichen Bestimmungen sind unternehmensinterne Richtlinien und Anweisungen Bestandteil des Compliance Management Systems, das regelmäßig überprüft und aktualisiert wird. Zur Prüfung und Überwachung der internen Arbeitsprozesse sowie der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben besteht eine Interne Revision. Die Aktualisierung und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems und des Compliance Systems ist eine laufende, mit hoher Priorität verfolgte Managementaufgabe. Finanzinstrumente Das Anlagevermögen der Mülheimer Wohnungsbau eG wird langfristig durch Darlehen der Finanzwirtschaft und der öffentlichen Hand finanziert. Bei den langfristigen Fremdmitteln handelt es sich um Annuitäten- und Abzahlungsdarlehen mit Zinsbindungen von 10 bis 20 Jahren sowie um Festzins-Zahler-Swaps mit einem Volumen von 18,38 Mio. €. Von spekulativen Termin- oder Swapgeschäften wird unter Risikoaspekten kein Gebrauch gemacht. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Der Überfall Russlands auf die Ukraine hatte erhebliche Belastungen mit sich gebracht. Das ifo-Institut 4 sprach in seiner Konjunkturprognose vom 14. Dezember 2022 von "gewaltigen Angebotsschocks", unter denen die deutsche Wirtschaft leide. Engpässe bei Energie, Vorprodukten und Arbeitskräften belasteten die Produktion und trieben die Inflation auf Rekordhöhen. Im Jahresverlauf 2023 war die deutsche Wirtschaft von einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitig hohen, wenn auch rückläufigen Inflationsraten geprägt 5.
4 Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung
an der Universität München e.V.
Kam sie auch ohne nennenswerte Belastungen durch die Pandemie, so sieht die Genossenschaft angesichts des Krieges auch weiterhin erhebliche Risiken von Verzögerungen bei der Durchführung von Instandhaltungs-, Modernisierungs- und Baumaßnahmen. Sie führen zu merklichen Kostensteigerungen und zur Verzögerung von geplanten Einnahmen. Ein Anstieg der Mietausfälle hat sich bisher nur sehr schwach vollzogen. Im Gewerbe- und Gastronomiebereich sind die Mieter*innen der MWB als verlässlich erwiesen. Der Druck auf die Wohnungsmärkte ist weiter gestiegen und die Genossenschaft verzeichnete auch im Jahr 2023 eine äußerst geringe Leerstandsquote, die sich nahezu ausschließlich aus notwendigem, modernisierungsbedingtem Leerstand ergibt. Die Genossenschaft hat ihren Mietwohnungsleerstand bis zu einem Punkt reduziert, an dem nahezu nur noch von notwendigem, modernisierungsbedingtem Leerstand zu sprechen ist. Die Bedingungen für öffentlich geförderten Wohnungsbau sind gut, doch die Bedingungen für frei finanzierten Mietwohnungsneubau haben sich erheblich verschlechtert. Die Genossenschaft strebt weiterhin eine Mischung öffentlich geförderter und frei finanzierter Wohnungen an, da durchmischte Quartiere Stabilität und Sicherheit gegenüber etwaigen Marktveränderungen verleihen. Bei solchen durmischten Projekten öffnet sich jedoch die Kostenschere zwischen den öffentlich geförderten und den frei finanzierten Wohnungen immer weiter. Die Genossenschaft hat den Aufbau eines systematischen Portfoliomanagements wie geplant vorangebracht. Die stärkere analytische Durchdringung des Immobilienbestandes ist auch weiterhin das Ziel, um die Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen passgenau bedienen zu können. Wie erwartet ist der Modernisierungsbedarf für einzelne Wohnungen auch weiterhin hoch. Es ist auch weiterhin in den kommenden Jahren mit der Rückgabe vieler Einheiten zu rechnen, welche langfristig vermietet waren und nach aufwändiger Instandsetzung beziehungsweise Modernisierung verlangen. Das MWB-Handwerkerteam erlaubt es der Genossenschaft, auch zukünftig Wohnungen zu geringeren Kosten und mit einer großen Flexibilität durchzuführen. Es wird sich damit auch künftig bezahlt machen. Das Bauträgergeschäft verläuft im Moment schleppend. Es dürfte insbesondere auf den erheblichen Anstieg der Zinsen zurückzuführen sein, dass die Zahl der Kaufinteressent*innen für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser zurückgegangen ist. Die Genossenschaft hat ihre Planungen diesbezüglich angepasst und sieht vom Start größerer Bauträgerprojekte vorerst ab. Die aktuelle Bevölkerungsentwicklung in Mülheim an der Ruhr entspricht seit dem Jahr 2013 nicht mehr den Vorausberechnungen der Vergangenheit. Entgegen allen Vorhersagen hat sich der Einwohnerverlust in Mülheim nicht fortgesetzt. Der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) hat im Dezember 2018 Ergebnisse einer im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums vorgenommenen Vorausberechnung veröffentlicht. Diese kommt für Mülheim an der Ruhr für 2025 auf über 171.000 Einwohner und Einwohnerinnen. Wie schon bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufgeführt, waren jedoch am 31.12. 2023 175.133 Einwohner*innen mit Hauptwohnsitz in Mülheim an der Ruhr gemeldet. Die weitere Bevölkerungsentwicklung ist stark abhängig von künftigen Flüchtlings- und Wanderungsbewegungen, welche aktuell nicht abzuschätzen sind. Der Angriff Russlands auf die Ukraine im März 2022 erschwert eine Einschätzung der zukünftigen Entwicklung. Die Erwartungen aus dem vergangenen Jahr, dass er zu einer steigenden Nachfrage nach günstigem Wohnraum durch die nach Deutschland flüchtenden Menschen führen würde, hat sich bewahrheitet. Auch die weitere Verteuerung aufgrund des Energiepreisanstiegs und der Auswirkungen auf Lieferketten und Weltwirtschaft ist eingetroffen. Die Rahmenbedingungen der Energiewende stellen für Wohnungsbaugenossenschaften wie die MWB sowohl Risiko als auch Chance dar. Daher hat die MWB im Jahr 2020 die Gründung der Energiegesellschaft eMHergie GmbH vorbereitet. Um das neue Unternehmen aus der Taufe zu heben, hat sich die MWB mit dem Energiedienstleister medl und dem kommunalen Wohnungsunternehmen SWB-Service-Wohnungsvermietungs- und -baugesellschaft mbH zusammengetan. Die neue Gesellschaft wird es erlauben, Strom aus Solaranlagen sowie aus Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung zu günstigen Preisen an die eigenen Mieter abzugeben, ohne dass die üblicherweise drohenden steuerlichen Probleme auftreten. Auch die CO 2 -Bepreisung und der damit verbundene Zertifikatehandel werden in den kommenden Jahren einen wachsenden Einfluss auf die Energiepreise haben. Der Handel mit den CO 2 -Verschmutzungsrechten startete am 1.1.2021 mit einem fixen CO 2 -Preis von 25 Euro pro Tonne. Bis 2025 werden die Zertifikate schrittweise mit einem auf 55 Euro ansteigenden Festpreis ausgegeben. Ab 2026 wird der Zertifikate-Preis durch Versteigerungen ermittelt - wobei ein Preiskorridor von 55 Euro bis 65 Euro pro Tonne CO 2 vorgegeben ist. Die Aufteilung der Kosten der CO 2 -Abgabe zwischen Vermietern und Mietern regelt, gestaffelt über zehn Stufen: Je nach Emissionshöhe des Gebäudes zahlen Mieter einen Anteil zwischen fünf Prozent und 100 Prozent (bei sehr effizienten Gebäuden mit dem Energiestandard EH55) der CO 2 -Bepreisung für die Wohnung - Vermieter jeweils den Rest 6. Für die MWB ist es daher entscheidend, neben der energetischen Modernisierung ihrer Immobilien auch die Mieterseite zu erreichen und die Wohnungsnutzer*innen zu einem bewussten und sparsamen Heizverhalten zu motivieren. Hierzu ist eine Informationskampagne in Vorbereitung. Die Genossenschaft hat im Jahr 2023 mit der Erarbeitung einer allgemeinen Dekarbonisierungsstrategie begonnen. Mit ihrer Hilfe wird sie die Transformation ihrer Bestände und ihres Energiemixes konzertiert vorantreiben. Die Strategie definiert einen verlässlichen Klimapfad hin zu den bis 2045 vom Gesetzgeber geforderten Nahezu-Null-Emissionen, erlaubt aber auch Flexibilität, falls sich Rahmenbedingungen ändern sollten. Wichtig ist der Genossenschaft die Sozialverträglichkeit der Maßnahmen, die die Mieter*innen möglichst schonen sollen. In diesem Zusammenhang befasst sich die MWB auch mit der Zukunft der E-Mobilität. Sie hat geprüft, welchen Bedarf die Mitglieder an Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes haben, und wie sich dieser Bedarf künftig entwickeln kann. Daraus sind Richtlinien entstanden, nach denen Mieter nun in einem standardisierten Prozess Lademöglichkeiten für ihre E-Fahrzeuge erhalten können. Als eine besondere Herausforderung erkennt die Genossenschaft die Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserwirtschaft und Grünflächenmanagement an: Im Jahr 2020 hat der Vorstand, eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die im Anschluss eine Wasser- und Grünflächenstrategie erarbeitet hat. Im Dialog mit den Mitgliedern der Genossenschaft sowie in Abstimmung mit externen Beratern hat sie praktikable Wege definiert, wie der Wasserverbrauch in den Beständen verringert werden kann, wie Grün- und Außenanlagen an den Klimawandel angepasst werden können und welche weiteren Maßnahmen zum Nutzen und zum Schutz der Genossenschaftsmitglieder umgesetzt werden können. Auch Aspekte der Förderung von Biodiversität und der CO 2 -Reduktion sind mit eingeflossen. Daraus entstand ein Leitbild, welches die Vertreterversammlung im Sommer 2022 verabschiedet hat, und welches seit Sommer 2023 umgesetzt wird. Im Rahmen der Novelle des Telekommunikationsgesetzes hat der Gesetzgeber die Umlagefähigkeit der Gebühren gestrichen. Die Genossenschaft hat frühzeitig mit verschiedenen Telekommunikationsunternehmen Verhandlungen aufgenommen, um eine kostengünstige Lösung für die Mieter*innen zu finden. Für die günstigste Lösung wäre es nötig gewesen, dass sich 75 Prozent aller Mieter*innen dafür aussprechen. Diese Quote wurde nicht erreicht. Die Genossenschaft kann ihren Mieter*innen aber eine immer noch sehr günstige Kabel-Grundversorgung über den Telekommunikationsanbieter Vodafone zur Verfügung stellen. Da die Niedrigzinsphase der vergangenen Jahre bis auf Weiteres vorbei zu sein scheint, besteht ein Risiko durch steigende Kreditkosten in solchen Fällen, in denen die Kreditzinsen für bestehende Darlehen neu verhandelt werden müssen. Diese möglichen zusätzlichen Belastungen werden in der mehrjährigen Wirtschaftsplanung berücksichtigt. Prognosebericht Aufgrund des vielfältigen und gut gepflegten Wohnungsbestandes ist die Genossenschaft auch weiterhin in der Lage, auf Marktveränderungen flexibel zu reagieren. Unabhängig von der Kriegslage werden die Jahresergebnisse des Unternehmens in den kommenden Jahren weiterhin positiv sein. Da es im Moment keine zuverlässigen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung in Mülheim an der Ruhr gibt, hat sich die MWB sowohl auf Szenarien einer wachsenden wie auch einer schrumpfenden Bevölkerung vorbereitet. Ein Wachstum scheint jedoch wahrscheinlicher. Die Genossenschaft erweitert auch zukünftig ihr Angebot an Wohnungen. Mehrgenerationenhäuser, die seniorengerechte Modernisierung der Bestände und der Neubau von barrierearmen Mietwohnungen sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Bestände. Insgesamt werden die Erhaltung, Aufwertung und Erweiterung des eigenen Wohnungsbestandes auch in den kommenden Jahren Schwerpunkte der Tätigkeit sein und der Dekarbonisierungsstrategie folgen. Im Rahmen der schnellen Schaffung neuen Wohnraums kam es zu einem engen Schulterschluss mit der Kommune. So konnte das Bauprojekt an der Zeppelinstraße in Mülheim an der Ruhr mit starker politischer Unterstützung begonnen werden. Auch am Papenbusch ist die Stadt Mülheim an der Ruhr bemüht, eine Änderung des Bebauungsplans zügig zu erreichen. Die MWB beabsichtigt, ihr Angebot an Service- und Dienstleistungen weiter auszubauen, um damit ihre Marktstellung sicherzustellen. Auch der Aufbau des MWB Serviceportals, hat die Erreichbarkeit des Mieter- und Kundenservice weiter verbessert. Der Vorstand hat für das Geschäftsjahr 2024 einen Wirtschaftsplan aufgestellt, welcher - bei vorsichtigen betriebswirtschaftlichen Ansätzen - ein Ergebnis von 2.036 T€ erwarten lässt. Der geplante Jahresüberschuss für das Jahr 2024 setzt sich gemäß Wirtschaftsplan aus den folgenden wesentlichen Positionen zusammen:
Mülheim an der Ruhr, 23. April 2024 Der Vorstand Frank Esser Dominik Steffan BILANZ zum 31. Dezember 2023AKTIVA
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023
ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023A. Allgemeine AngabenDie Genossenschaft firmiert unter dem Namen Mülheimer Wohnungsbau eG. Sie hat ihren Sitz in Mülheim an der Ruhr und ist im Genossenschaftsregister des Amtsgerichts Duisburg unter der Registernummer 254 eingetragen. Der Jahresabschluss 2023 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht der Verordnung über Formblätter für die Gliederung des Jahresabschlusses von Wohnungsunternehmen (JAbschlWUV in der aktuell gültigen Fassung). Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewendet. Seit dem 1. Oktober 2002 werden die Geschäfte der Mülheimer Wohnungsbau eG im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrages durch deren hundertprozentige Tochtergesellschaft, der Mülheimer Wohnungsbau - Baubetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, besorgt. B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und BewertungsmethodenBei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt: Anlagevermögen Das gesamte Sachanlagevermögen wurde zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich Abschreibungen bewertet. Für Sachanlagenzugänge im Jahr 2023 sind als Anschaffungs- oder Herstellungskosten Fremdkosten angesetzt worden In der Position "Anlagen im Bau" wurden Zinsen für Fremdkapital während der Bauzeit im Sinne von § 255 Abs. 3 HGB in Höhe von 109.517,22 € aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen auf abnutzbare Gegenstände des Anlagevermögens wurden wie folgt vorgenommen: Planmäßige Abschreibungen auf Wohngebäude werden seit 1991 nach der Restnutzungsdauer vorgenommen. Sie erfolgen auf Basis der Restbuchwerte vom 31. Dezember 1990, sowie für die seit dem 1. Januar 1991 bezugsfertig erstellten bzw. erworbenen Wohngebäude auf Basis der Anschaffungs- oder Herstellungskosten entsprechend einer Gesamtnutzungsdauer bei vor dem 1. Januar 1925 erstellten Wohngebäuden von 40 Jahren und nach dem 31. Dezember 1924 erstellten Wohngebäuden von 50 Jahren. Abschreibungen auf Geschäftsbauten erfolgen mit 3 %. Im Rahmen von Neubaumaßnahmen geschaffene Außenanlagen werden seit 1991 auf 10 Jahre, ab 2003 auf 15 Jahre abgeschrieben. Neu erstellte freistehende Garagen werden auf 25 Jahre und ab 2021 auf 20 Jahre abgeschrieben. Bei Technischen Anlagen und Maschinen mit 10 % bis 20 % sowie bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung mit Abschreibungssätzen von 6,6 % bis 20 %. Sämtliche Abschreibungen wurden unter Anwendung linearer Abschreibungsmethoden vollzogen. Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen wurden zu den Anschaffungskosten, Ausleihungen an verbundene Unternehmen und sonstige Ausleihungen zu den Nominalbeträgen abzüglich Tilgungen bewertet. Umlaufvermögen Die zum Verkauf bestimmten unbebauten Verkaufsgrundstücke sowie die Bauvorbereitungskosten sind unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Die unter der Position unfertige Leistungen erfassten mit den Mietern noch nicht abgerechneten Heiz- und Betriebskosten sind, vermindert um Abschläge für nicht abrechenbare Kosten sowie nicht umlagefähige Anteile der CO 2 -Abgabe, zu den tatsächlich entstandenen Kosten bewertet. Andere Vorräte wurden zu den Anschaffungskosten - Heizöl nach dem FIFO-Verfahren - bewertet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nominalwerten angesetzt. Allen erkennbaren Risiken wurde durch Abschreibungen und Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten Geldbeschaffungskosten, für deren Abgrenzung ein Wahlrecht nach § 250 Abs. 3 HGB besteht, sind abgegrenzt. Die Abschreibung erfolgt generell auf die Dauer der Zinsfestschreibung. Rückstellungen Sonstige Rückstellungen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten und eventuelle Gewährleistungsverpflichtungen sowie für die Durchführung des hydraulischen Abgleichs von Heizungsanlagen gebildet. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Künftigen Preis- und Kostensteigerungen wurde Rechnung getragen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Aufwendungsdarlehen im Sinne von § 88 II. WoBauG, für die nach Abs. 3 dieser Vorschrift ein Passivierungswahlrecht besteht, sind ausnahmslos passiviert. Passive Rechnungsabgrenzungsposten Bei den Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um vorausbezahlte Erbbauzinsen sowie erhaltene Tilgungszuschüsse aus Förderkrediten der NRW.BANK. Abweichungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Von den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Vorjahres wurde nicht abgewichen. C. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und VerlustrechnungI. Bilanz 1. Entwicklung des Anlagevermögens
2. In der Position unfertige Leistungen sind ausschließlich noch nicht abgerechnete Betriebskosten enthalten. 3. In der Position "Forderungen aus Vermietung" ist ein Betrag in Höhe von 1.501,48 € (Vorjahr 6.871,37 €) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. 4. In der Position "Sonstige Vermögensgegenstände" sind keine Beträge enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstanden sind. In der Position "Sonstige Vermögensgegenstände" ist ein Betrag in Höhe von 281.939,81 € (Vorjahr 259.354,07 €) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. 5. In den sonstigen Rückstellungen sind folgende Rückstellungen enthalten:
6. In den Verbindlichkeiten sind keine Beträge enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstanden sind. 7. Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten sowie die zur Sicherheit gewährten Pfandrechte o. ä. Rechte stellen sich wie folgt dar (Vorjahr in Klammern):
*) gesichert durch Grundpfandrechte
II. Gewinn- und Verlustrechnung 1. Es sind außergewöhnliche und periodenfremde Aufwendungen für den hydraulischen Abgleich von Heizungsanlagen in Höhe von 1.600.000,00 € im Sinne des § 285 Nr. 31 HGB angefallen. Außergewöhnliche und periodenfremde Erträge im Sinne des § 285 Nr. 31 HGB sind nicht angefallen. 2. Die Position "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" beinhaltet 402,00 Euro Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen. 3. Die Aufwendungen für Hausbewirtschaftung setzen sich wie folgt zusammen:
D. Sonstige Angaben1. Es bestehen Haftungsverhältnisse im Sinne der §§ 251, 268 Abs. 7, 285 Nr. 27 HGB in Höhe von 4.206.200,00 Euro.
2. Im Geschäftsjahr bestehen nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen, die für die Beurteilung der finanziellen Lage von Bedeutung sind:
Sie werden durch noch nicht valutierte Darlehen sowie vorhandene Liquiditätsreserven gedeckt. 3. Die Genossenschaft besitzt Kapitalanteile in Höhe von mindestens 20 % an folgenden Unternehmen:
Bei dem ausgewiesenen Eigenkapital und den ausgewiesenen Jahresergebnissen der Beteiligungen handelt es sich um die Werte zum 31.12.2023. 4. Am 31.12.2023 waren Mietkautionen auf Treuhandkonten in Höhe von 106.732,43 Euro angelegt. 5. In den langfristigen Fremdmitteln sind sechs Fest-Zins-Zahler-Swaps enthalten. Deren Marktwert beträgt 1.121.745,27 Euro. 6. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die Genossenschaft neun geringfügig Beschäftigte (Hauswarte) sowie zwei kurzfristig Beschäftigte (Hauswarte). 7. Mitgliederbewegung
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr um 4.655,08 Euro erhöht. 8. Forderungen an Mitglieder des Vorstandes bestanden in Höhe von 5.200,00 Euro, hiervon sind 5.200,00 dinglich gesichert. 9. Zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen und den Steuerbilanzansätzen bestehen Unterschiede, aus denen aktive latente Steuern resultieren. Sie betreffen den Immobilienbestand. Auf die Ausübung des Wahlrechtes zur Aktivierung latenter Steuern gemäß § 274 HGB wurde verzichtet. 10. Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes:
11. Mitglieder des Vorstandes
12. Mitglieder des Aufsichtsrates
13. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 nicht eingetreten. E. Weitere AngabenVorschlag für die Verwendung des BilanzgewinnsDer Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn 2023 in Höhe von 1.210.008,35 Euro zur Ausschüttung einer Dividende von 4,0 % auf die Geschäftsguthaben nach dem Stand vom 1. Januar 2023 zu verwenden.
Mülheim an der Ruhr, 23. April 2024 Der Vorstand Frank Esser Dominik Steffan Stellungnahme des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2023 in regelmäßigen, gemeinsamen Sitzungen mit dem Vorstand über die Entwicklung der Genossenschaft sowie über die Ertrags- und Finanzlage unterrichten lassen. Bei der Vorbereitung der zu fassenden Beschlüsse wurde der Aufsichtsrat vom Prüfungsausschuss, Bauausschuss und Organisationsausschuss unterstützt. Die Ergebnisse der Beratungen wurden in Niederschriften festgehalten. Der Vorstand wurde bei seiner Arbeit umfangreich vom Aufsichtsrat begleitet. Hierzu zählten insbesondere die Beratungen bei der Erstellung einer Investitionsstrategie unter Berücksichtigung der Aufgaben aus den festgelegten Zielen der Dekarbonisierung. Weitere Schwerpunkte lagen in der Kooperation mit der Stadt Mülheim an der Ruhr hinsichtlich der Geflüchtetenunterkunft an der Zeppelinstraße sowie in der Zusammenarbeit mit der Sparkasse Mülheim an der Ruhr in der Beteiligungsgesellschaft SMW GmbH. Den vom Vorstand erstellten Geschäftsbericht und Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 21. Mai 2024 gebilligt und beschlossen, diesen gemeinsam mit dem Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 2023 der Vertreterversammlung zur Genehmigung vorzuschlagen. Der Aufsichtsrat empfiehlt ferner der Vertreterversammlung, dem Vorstand Entlastung zu erteilen und den ausgewiesenen Bilanzgewinn von 1.210.008,35 € entsprechend dem Vorschlag des Vorstandes zu verteilen. Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank für die von ihnen erbrachten Leistungen aus.
Mülheim an der Ruhr, am 21. Mai 2024 Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Helge Kipping |
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