manroland AGLiquidiert

63075 Offenbach am Main, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Offenbach am Main HRB 42592
Vorher
MAN Roland Druckmaschinen Aktiengesellschaft
Eingetragen
25.10.2006
Branche
Herstellung von Werkzeugmaschinen für die MetallbearbeitungHerstellung von MehrzweckindustrieroboternHerstellung von handgeführten Werkzeugen mit Motorantrieb
Gegenstand
der Betrieb einer Maschinenfabrik und Eisengießerei, die Herstellung von Maschinen und Apparaten aller Art, insbesondere für die Druckerei-Industrie und verwandte Gewerbe, der Handel mit solchen Erzeugnissen, die Erbringung technischer und industrieller Dienstleistungen für Dritte, die Überlassung von Arbeitnehmern an Dritte sowie der Erwerb anderer Unternehmen und die Beteiligung an anderen Unternehmungen. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszweckes notwendig oder nützlich erscheinen, insbesondere zur Errichtung von Zweigniederlassungen sowie zum Abschluss von Interessengemeinschaftsverträgen und ähnlichen Verträgen

Historie

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Management

NameRolle
Paul Steidle
seit 29.11.2006
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied

Beteiligungen

Konzern- und Jahresabschlüsse

manroland AG

Offenbach am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011

Bilanz zum 31. Dezember 2011

AKTIVA

Tsd € Anhang 31. Dezember 2011 31. Dezember 2010
Immaterielle Vermögensgegenstände   51 66.638
Sachanlagen   74.776 183.511
Finanzanlagen   2.485 285.465
ANLAGEVERMÖGEN (11) 77.312 535.614
Vorräte (12) 42.791 263.492
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände      
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (13) 37.514 43.102
Forderungen gegen verbundene Unternehmen (14) 0 68.564
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (14) 5.598 0
Sonstige Vermögensgegenstände (15) 33.787 38.737
Flüssige Mittel (16) 26.530 31.859
UMLAUFVERMÖGEN   146.220 445.753
RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN   1.088 348
AKTIVE LATENTE STEUER (17) 0 22.304
NICHT DURCH EIGENKAPITAL GEDECKTER FEHLBETRAG   560.528 0
    785.148 1.004.020

PASSIVA

     
Tsd € Anhang    
Gezeichnetes Kapital   1.000 1.000
Kapitalrücklage   472.025 472.025
Gewinnrücklagen   60.030 60.030
Bilanzverlust   -1.093.583 -384.766
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag   560.528 0
EIGENKAPITAL (18) 0 148.289
Rückstellungen für Pensionen (19) 191.138 182.617
Sonstige Rückstellungen (20) 150.794 174.287
RÜCKSTELLUNGEN   341.932 356.904
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten   150.620 117.775
Erhaltene Anzahlungen   95.273 167.020
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   106.475 68.359
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen   18.155 128.375
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht   174 101
Sonstige Verbindlichkeiten   72.520 17.196
VERBINDLICHKEITEN (21) 443.217 498.826
    785.148 1.004.019

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011

Tsd € Anhang 2011 2010
Umsatzerlöse (1) 598.404 738.326
Erhöhung (i. Vj. Minderung) des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen   21.442 -104.903
Andere aktivierte Eigenleistungen   9.998 6.602
Gesamtleistung   629.843 640.026
Sonstige betriebliche Erträge (2) 39.528 36.975
Materialaufwand (3) -352.446 -336.460
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren   -284.303 -248.510
Aufwendungen für bezogene Leistungen   -68.143 -87.950
Personalaufwand (4) -277.013 -315.843
Löhne und Gehälter   -232.843 -260.603
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung   -44.170 -55.240
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   -44.923 -85.805
Sonstige betriebliche Aufwendungen (5) -95.354 -84.078
Beteiligungsergebnis (6) -141.318 -1.444
Zinsergebnis (7) -26.642 -19.236
Abschreibungen auf Finanzanlagen (7) 0 -10.000
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   -268.324 -175.866
Außerordentliche Erträge   328.339 3.723
Außerordentliche Aufwendungen   -730.529 -12.214
Außerordentliches Ergebnis (8) -402.190 -8.491
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (Aufwand, i. Vj. Ertrag) (9) -37.600 5.886
Sonstige Steuern   -703 -658
Jahresfehlbetrag   -708.817 -179.129
Verlustvortrag aus dem Vorjahr   -384.766 -205.637
Bilanzverlust (10) -1.093.583 -384.766

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011

Allgemeine Grundlagen

Der Vorstand der manroland AG i.I., Offenbach am Main, hat am 25. November 2011 beim Amtsgericht Augsburg einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. Februar 2012 beim Amtsgericht Augsburg eröffnet, zum Insolvenzverwalter wurde Herr Wirtschaftsprüfer Werner Schneider, Eserwallstraße 1-3,86150 Augsburg, bestellt. Zum 31. Dezember 2011 war die Gesellschaft noch im vorläufigen Insolvenzverfahren.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 der manroland AG i.I. ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes unter Beachtung insolvenzrechtlicher Besonderheiten aufgestellt.

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Ein gesonderter Ausweis dieser Posten erfolgt im Anhang.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird im Gegensatz zu den Vorjahren nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die entsprechenden Werte des Vorjahres wurden angepasst.

In den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung sind die aus der Insolvenz resultierenden Effekte erkennbar. Insbesondere sind alle aus der Insolvenz resultierenden Bewertungsmaßnahmen im außerordentlichen Ergebnis ausgewiesen.

Der Jahresabschluss ist in Tsd. € aufgestellt.

Aufgrund der Insolvenz der manroland AG i.I. wurde der Abschluss der manroland und ihrer Tochterunternehmen auch nicht mehr, wie in den Vorjahren, in den Konzernabschluss der Muttergesellschaft Allianz SE, München einbezogen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Aufgrund der eingetretenen Insolvenz war gemäß § 252 Abs. 2 i. V. m. § 252 Abs. 1 Ziff. 2 HGB eine Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erforderlich. Die bis einschließlich des Geschäftsjahres 2010 angewandte Going-Concern-Prämisse wurde durch die Bilanzierung und Bewertung zu Zeitwerten unter Zerschlagungs- bzw. Liquidationsgesichtspunkten ersetzt. Die Bewertung der Vermögensgegenstände richtet sich daher im Wesentlichen nach den Verhältnissen des Absatzmarktes, die Schulden werden mit dem Wert angesetzt, der zu ihrer Erfüllung voraussichtlich aufgewendet werden muss. Folglich ist die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahresabschluss nur eingeschränkt möglich.

Die Grundsätze der Stellungnahme des Hauptfachausschusses des Instituts der Wirtschaftsprüfer vom 10. Juni 2011 (IDW RS HFA 17) fanden hierbei Berücksichtigung, insbesondere was die Einbeziehung aller werterhellenden Erkenntnisse bis zum Bilanzerstellungszeitpunkt betrifft. Trotz des langen Wertaufhellungszeitraums beinhaltet der vorliegende Jahresabschluss in die Zukunft gerichtete Wertansätze und Angaben, die auf Annahmen, Erwartungen und Schätzungen mit den entsprechenden Risiken und Unsicherheiten beruhen.

Die Auswirkungen der vorgenommenen Maßnahmen sind im Einzelnen bei den Erläuterungen zu den einzelnen Positionen der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.

Insbesondere wurde der bei der Veräußerung der Geschäftsbereiche Bogen am Standort Offenbach und Rolle am Standort Augsburg im Februar 2012 erzielte Kaufpreis bei der Bewertung des Anlagevermögens und des Umlaufvermögens berücksichtigt.

In den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung sind darüber hinaus die ausweistechnischen Besonderheiten erkennbar. Insbesondere sind alle aus der Insolvenz resultierenden Bewertungsmaßnahmen im außerordentlichen Ergebnis ausgewiesen.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten aktiviert und über ihre Nutzungsdauer von überwiegend drei bis acht Jahren linear abgeschrieben.

Der im Jahr 2006 entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wurde nach der linearen Methode über seine voraussichtliche Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert wurden erforderlichenfalls durchgeführt.

Sachanlagevermögen

Die laufenden Zugänge zum Sachanlagevermögen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, vermindert um planmäßige und soweit erforderlich auch um außerplanmäßige Abschreibungen.

Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassten die direkt zurechenbaren Einzelkosten sowie anteilige Gemeinkosten der Fertigung einschließlich Abschreibungen. Reparaturkosten und Zinsen auf Fremdkapital wurden als laufender Aufwand erfasst.

Seit dem 1. Januar 2009 wurde das zugegangene Sachanlagevermögen, soweit steuerlich möglich, mit den zulässigen Höchstsätzen degressiv abgeschrieben. Auf die lineare Abschreibungsmethode wird übergegangen sobald diese zu höheren Abschreibungen führt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter wurden im Anschaffungsjahr voll abgeschrieben. Die in den Vorjahren gebildeten Sammelposten bleiben bestehen und werden über die Laufzeit bis 2013 anteilig abgeschrieben.

Außerplanmäßige Abschreibungen wurden vorgenommen, wenn der niedrigere beizulegende Wert nicht nur vorübergehend unter den Buchwert gesunken ist.

Finanzanlagen

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Anteile an Unternehmen, über deren Vermögen ebenfalls das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, sind in voller Höhe außerplanmäßig abgeschrieben.

Umlaufvermögen

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren realisierbaren Tageswerten bewertet. Bestandteile der Herstellungskosten sind neben den Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie die fertigungsbedingten Abschreibungen, die Bewertung entspricht den steuerlich aktivierungspflichtigen Herstellungskosten. Rohstoffe werden grundsätzlich zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Für Bestandsrisiken, die sich aus erhöhter Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, sowie zur verlustfreien Bewertung von schwebenden Geschäften werden ausreichende Wertberichtigungen vorgenommen. Insbesondere wurde der bei der Veräußerung der Geschäftsbereiche Bogen am Standort Offenbach und Rolle am Standort Augsburg im Februar 2012 erzielte Kaufpreis bei der Bewertung des Anlagevermögens und des Umlaufvermögens berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Ausfallrisiken werden durch entsprechende Wertberichtigungen berücksichtigt.

Forderungen gegen Tochterunternehmen, über deren Vermögen ebenfalls das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, wurden zu 100% wertberichtigt, soweit sie bis zur Erstellung dieses Abschlusses nicht beglichen wurden.

Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden anhand des versicherungsmathematischen Barwerts gemäß dem Anwartschaftsbarwertverfahren bilanziert und bewertet.

Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung bestimmter Parameter, die sich auf die künftige Leistungshöhe auswirken, berücksichtigt. Der Bewertung wurden die im Juli 2005 veröffentlichten "Heubeck-Richttafeln" zu Grunde gelegt. Renten- und Gehaltstrends kamen mit 1,75% (Vorjahr 1,75%) und 2,80% (Vorjahr 3,20%) zum Ansatz. Der bei der Bewertung der Verpflichtungen verwendete Zinssatz von 5,13% (Vorjahr 5,17%) entspricht der angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren der Deutschen Bundesbank. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden unmittelbar erfolgswirksam erfasst.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe des Betrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung, insbesondere unter Berücksichtigung drohender insolvenzbedingter Inanspruchnahmen, nötig ist.

Um die Vollständigkeit der Rückstellungen sicherzustellen, wurden die von den Gläubigern zur Insolvenztabelle angemeldeten Forderungen mit den gebuchten Rückstellungen und Verbindlichkeiten abgeglichen und bei Bedarf angepasst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungs- bzw. Rückzahlungsbetrag unter Berücksichtigung der zur Insolvenztabelle angemeldeten Ansprüche angesetzt.

Währungsumrechnung

Die Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Erträge und Aufwendungen

Umsätze werden zu dem Zeitpunkt gebucht, zu dem die Erzeugnisse oder Waren geliefert bzw. die Leistungen erbracht worden sind, abzüglich Skonti, Kundenboni und Rabatte. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung, Aufwendungen für Werbung und Absatzförderung sowie sonstige absatzbezogene Aufwendungen im Zeitpunkt ihres Anfalls als Aufwand erfasst. Rückstellungen für Gewährleistung werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der Produkte gebildet. Zinsen und sonstige Fremdkapitalkosten werden als Aufwand der Periode gebucht.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Umsatzerlöse

Nach Bereichen ergibt sich folgende Verteilung der Umsatzerlöse:

Tsd. € 2011 2010
Bogenmaschinen 285.592 303.305
Rollenmaschinen 312.812 435.021
Gesamt 598.404 738.326

Die manroland AG i.I. hat im Geschäftsjahr 2008 eine Transferpreisvereinbarung mit den wesentlichen ausländischen Beteiligungsgesellschaften abgeschlossen.

In den Umsatzerlösen sind aus diesem Grund Erlösschmälerungen in Höhe von 3.018 Tsd. € (Vorjahr 5.033 Tsd. €) enthalten.

(2) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge aus Anlageabgängen in Höhe von 3.970 Tsd. € (Vorjahr 472 Tsd. €) und aus Beteiligungsabgängen in Höhe von 2.500 Tsd. € (Vorjahr 0 Tsd. €), sowie Währungsgewinne in Höhe von 15.818 Tsd. € (Vorjahr 18.712 Tsd. €).

(3) Materialaufwand

Tsd. € 2011 2010
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 284.303 248.510
Aufwendungen für bezogene Leistungen 68.143 87.950
Gesamt 352.446 336.460

(4) Personalaufwand

Tsd. € 2011 2010
Löhne und Gehälter 232.843 260.603
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 44.170 55.240
(davon für Altersversorgung) (7.579) (8.736)
Summe Personalaufwand 277.013 315.843

Die Aufwendungen für Altersversorgung enthalten nicht den in der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen enthaltenen Zinsanteil, der im Zinsergebnis gesondert ausgewiesen ist.

(5) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Währungsverluste 17.223 Tsd. € (Vorjahr 21.458 Tsd. €), Provisionen 11.899 Tsd. € (Vorjahr 13.691 Tsd. €), Zuführung zur Einzelwertberichtigung auf Forderungen in Höhe von 11.793 Tsd. € (Vorjahr 850 Tsd. €) und der Pauschalwertberichtigung 1.084 Tsd. € (Vorjahr -373 Tsd. €), die nicht aus der Insolvenz resultierten, sowie Ausgangsfrachten 7.178 Tsd. € (Vorjahr 7.299 Tsd. €), Reisekosten 6.393 Tsd. € (Vorjahr 6.634 Tsd. €), sonstige betriebliche Aufwendungen aus der Wertberichtigung auf sonstige Vermögensgegenstände 5.634 Tsd. € (Vorjahr 0 Tsd. €), Restrukturierungsaufwendungen 3.212 Tsd. € (Vorjahr 0 Tsd. €), Verluste aus Anlagenabgängen 2.942 Tsd. € (Vorjahr 878 Tsd. €), Zuführung zu Rückstellungen 1.719 Tsd. € (Vorjahr 9.797 Tsd. €), Leasingaufwendungen, Rechts- und Beratungskosten, Instandhaltungsaufwendungen und Mieten. Die periodenfremden Aufwendungen betreffen die Verluste aus Anlagenabgängen.

(6) Beteiligungsergebnis

Tsd. € 2011 2010
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 0 1.663
Aufwendungen aus Verlustübernahme -141.318 -3.165
Erträge aus Beteiligungen 0 58
Gesamt -141.318 -1.444

Zwischen der Gesellschaft als herrschendem Unternehmen und neun (Vorjahr neun) ihrer Tochtergesellschaften bestehen Ergebnisabführungsverträge. Da sich die manroland AG zum Stichtag noch im vorläufigen Insolvenzverfahren befand, waren die Ergebnisabführungsverträge noch in Kraft.

Die Aufwendungen aus Verlustübernahme enthalten auch Verluste, die bei Tochtergesellschaften angefallen sind aufgrund deren Schuldbeitritt zu Bankverbindlichkeiten der manroland AG. Um diesen Aufwand gegenüber Banken nicht doppelt im Abschluss der manroland zu erfassen, wurden die entsprechenden Verbindlichkeiten erfolgswirksam reduziert.

Von den Erträgen aus Beteiligungen entfielen im Vorjahr keine Erträge auf verbundene Unternehmen.

(7) Zinsergebnis

Tsd. € 2011 2010
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.474 8.928
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -15.889 -11.321
Zinsanteil in der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen -17.227 -16.843
Gesamt - 26.642 - 19.236

Die Zinserträge und die Zinsaufwendungen beziehen sich im Wesentlichen auf die in den flüssigen Mitteln und den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesenen Liquiditätsposten. Von den Zinserträgen betreffen 1.914 Tsd. € (Vorjahr 1.792 Tsd. €) und von den Zinsaufwendungen 536 Tsd. € (Vorjahr 214 Tsd. €) verbundene Unternehmen.

(8) Außerordentliches Ergebnis

Diese Position beinhaltet nahezu ausschließlich die Effekte der aufgrund der Insolvenz der Gesellschaft erforderlichen Bewertungsmaßnahmen. Sie enthält die folgenden Positionen, die nahezu vollständig bei der Erläuterung der betroffenen Bilanzpositionen erklärt werden.

Tsd. € 2011
Außerordentliche Erträge  
Ausbuchung von Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen 212.981
Ausbuchung erhaltene Anzahlungen 91.358
Zuschüsse Transfermaßnahmen 24.000
  328.339
Außerordentliche Aufwendungen  
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen -276.404
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen -84.444
Außerplanmäßige Abschreibung auf immaterielle Vermögensgegenstände -54.807
Wertberichtigungen auf Vorräte -244.162
Wertberichtigung auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht -41.506
Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -9.023
Rückstellung für bestrittene Insolvenzforderungen der Gläubiger -6.447
Rückstellung für Transfergesellschaft -8.212
Rückstellung für Insolvenzverwaltergebühren -4.680
Sonstige -844
  -730.529
Gesamt -402.190

(9) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (Aufwand, i. Vj. Ertrag)

Tsd. € 2011 2010
Laufende Steuern für das Berichtsjahr -324 -870
Steuern für Vorjahre -14.972 -5
  -15.296 -875
Veränderung der latenten Steuern -22.304 6.761
Gesamt -37.600 5.886

Der Steueraufwand für Vorjahre betrifft im Wesentlichen die Feststellungen aus einer steuerlichen Außenprüfung.

(10) Bilanzverlust

Die manroland AG i.I. schließt das Geschäftsjahr 2011 mit einem Bilanzverlust in Höhe von 1.094 Tsd. € (Vorjahr 384.766 Tsd. €) und einem damit verbundenen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 560.528 Tsd. € (Vorjahr 0 Tsd. €) ab.

Erläuterungen zur Bilanz

(11) Anlagevermögen

Zur Entwicklung des Anlagevermögens verweisen wir auf den beigefügten Anlagenspiegel (Anlage 1 zum Anhang).

Die zum 31. Dezember 2011 mit 51 Tsd. € ausgewiesenen immateriellen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen den Geschäftsbereich Bogen und wurden am 1. Februar 2012 für einen anteiligen Kaufpreis von 50 Tsd. € an die Langley-Gruppe veräußert. Für die immateriellen Vermögensgegenstände des Geschäftsbereichs Rolle, die an die Possehl-Gruppe veräußert wurden, konnte kein Kaufpreis erzielt werden.

Das gesamte Sachanlagevermögen für den Geschäftsbereich Bogen, mit Ausnahme eines Grundstücks in Mörfelden, wurde am 1. Februar 2012 für einen Kaufpreis von 30.000 Tsd. € an die Langley-Gruppe, die mit der neu gegründeten manroland sheetfed GmbH den Geschäftsbetrieb am Standort Offenbach fortführt, veräußert. Es waren außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von insgesamt 41.352 Tsd. € notwendig.

Das Sachanlagevermögen für den Geschäftsbereich Rolle am Standort Augsburg wurde zunächst, bis auf das Betriebsgrundstück, am 1. Februar 2012 für einen Kaufpreis von 5.000 Tsd. € an die Possehl-Gruppe, die mit der neu gegründeten manroland web systems GmbH den Geschäftsbetrieb am Standort Augsburg fortführt, veräußert. Einzelne abgegrenzte Maschinen wurden nicht übernommen, diese wurden durch eine Versteigerung verwertet, bei welcher ein Kaufpreis von insgesamt 2.375 Tsd. € erzielt werden konnte, welcher über den Buchwerten lag. Der Großteil des Betriebsgrundstücks am Standort Augsburg wurde am 1. Juli 2012 an die manroland web systems GmbH für einen Kaufpreis von 25.000 Tsd. € verkauft. Die verbleibenden Grundstücke wurden an diverse Käufer veräußert. Für das Sachanlagevermögen am Standort Augsburg waren außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von insgesamt 30.662 Tsd. € notwendig, davon entfielen 254 Tsd. € auf das Grundstück "Riedinger Straße", das am 21. Juni 2013 für 600 Tsd. € an die MAN Diesel & Turbo SE veräußert wurde.

Das gesamte Sachanlagevermögen für den Geschäftsbereich Rolle am Standort Plauen wurde am 2. April 2013 für einen Kaufpreis von 8.500 Tsd. € an die IBS GmbH veräußert. In diesem Zusammenhang waren zum 31. Dezember 2011 insgesamt 12.430 Tsd. € außerplanmäßig abzuschreiben.

Bei den Finanzanlagen handelt es sich im Wesentlichen um die Anteile an in- und ausländische Tochterunternehmen.

Folgende Anteile an verbundenen Unternehmen wurden im Rahmen des Asset Deals an die Langley-Gruppe veräußert:

manroland Western Europe Group BV, Niederlande

manroland Inc. USA

VOTRA SA, Schweiz

manroland Sverige AB, Schweden

manroland Österreich GmbH, Österreich

manroland Co. Ltd., Japan

manroland Danmark AS, Dänemark

manroland Finland OY, Finnland

manroland (China) Ltd., Hongkong

MAN Roland Polen Sp.z.o.o., Polen

manroland Latina SA, Argentinien

manroland do Brasil Servicos Ltda., Brasilien

manroland Latina SA, Chile

manroland Malaysia Sdn. Bhd., Malaysia

manroland Singapore PTE Ltd., Singapore

PT manroland Indonesia, Indonesien

manroland Latina SA de CV, Mexiko

manroland Thailand Ltd., Bangkok, Thailand

GWS Printing Systems BV, Niederlande

manroland Mexicos Servicios SA de CV, Mexiko

GWS Printing Systems Holding BV, Niederlande

manroland Southern Africa, Südafrika

Die Buchwerte dieser Anteile wurden zum 31. Dezember 2011 insolvenzbedingt auf den anteiligen Kaufpreis in Höhe von insgesamt 50 Tsd. € abgeschrieben.

An die Possehl-Gruppe wurden folgende Unternehmensanteile verkauft:

manroland India Private Ltd., Indien

manroland Australasia PTY Ltd., Australien

Die Buchwerte dieser Anteile wurden in voller Höhe abgeschrieben.

Über folgende konzernverbundene Gesellschaften wurden Insolvenzverfahren eröffnet:

manroland Vertrieb und Service Deutschland GmbH, Lauf an der Pegnitz

manroland Vertrieb und Service GmbH, Mühlheim am Main

Werner Lies GmbH, Neuhausen

manroland Heusenstamm GmbH, Heusenstamm

Rhein-Main-Metallverarbeitung GmbH, Mainhausen

Eurographica Systemplanung-GmbH, Augsburg

Weitere Gesellschaften der Gruppe ohne operativen Geschäftsbetrieb wurden zwischenzeitlich liquidiert:

manroland Vers.-Vermittlung GmbH, Offenbach am Main

manroland 1. Verwaltungsgesellschaft mbH, Offenbach am Main

Die Anteile an Unternehmen, die sich in der Insolvenz oder in Liquidation befinden, wurden vollständig abgeschrieben.

Die Anteile an der ppi Media GmbH, der grapho-metronic Meß-Regeltechnik GmbH und der Print City GmbH & Co.KG wurden auf die in den Folgejahren erzielten Verkaufspreise abzüglich Veräußerungskosten in Höhe von insgesamt 2.435 Tsd. € abgewertet.

Die insolvenzbedingten Abschreibungen auf die Finanzanlagen belaufen sich auf insgesamt 276.404 Tsd. € (Vorjahr 10.000 Tsd. €).

Die gesonderte Aufstellung des Anteilsbesitzes ist dem Anhang als Anlage 2 beigefügt.

(12) Vorräte

Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.875 31.757
Unfertige und fertige Erzeugnisse 33.570 229.995
Geleistete Anzahlungen 2.346 1.740
Gesamt 42.791 263.492

Die am 1. Februar 2012 vorhandenen Vorräte des Geschäftsbereichs Bogen wurden zu einem Kaufpreis von 34.000 Tsd. € an die Langley-Gruppe veräußert, was etwa 30 % der zu diesem Zeitpunkt bilanzierten Buchwerte entspricht. Die Vorräte des Geschäftsbereichs Rolle an den Standorten Augsburg und Plauen wurden am 1. Februar 2012 auf einen niedrigeren beizulegenden Wert von 0 Tsd. € abgeschrieben. Von der manroland web systems GmbH wurden sieben Aufträge, die kurz vor der Inbetriebnahme standen, nicht übernommen. Auf diese sog. Inbetriebnahmeaufträge wurde keine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen.

Da davon auszugehen ist, dass der am 1. Februar 2012 entstandene Veräußerungsverlust Vorräte betrifft, die bereits zum 31. Dezember 2011 vorhanden waren, wurden die Vorräte zum 31. Dezember 2011 insolvenzbedingt um etwa 86 % (244.162 Tsd. €) abgewertet, davon entfallen 56% (158.871 Tsd. €) auf den Geschäftsbereich Rolle.

(13) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Bruttoforderungen 50.159 46.158
Einzel- und Pauschalwertberichtigungen -12.645 -3.056
Gesamt 37.514 43.102

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben 0 Tsd. € (Vorjahr 4.792 Tsd. €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Insolvenzbedingt wurden zum 31. Dezember 2011 Wertberichtigungen in Höhe von 9.023 Tsd. € auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst, davon entfallen 6.534 Tsd. € auf den Geschäftsbereich Bogen. Mit Kaufvertrag vom 1. Februar 2012 wurden sämtliche Bogenforderungen für einen Kaufpreis in Höhe von 10.000 Tsd. € an die Langley-Gruppe verkauft.

(14) Forderungen gegen verbundene Unternehmen und gegen Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen 5.598 32.936
Forderungen aus dem Finanzverkehr gegen verbundene Unternehmen 0 35.628
Gesamt 5.598 68.564

Insolvenzbedingt wurden zum 31. Dezember 2011 Wertberichtigungen von 41.506 Tsd. € auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen erfasst, weil seitens dieser Tochtergesellschaften in dieser Höhe nicht mehr mit Zahlungen zu rechnen ist. Dies betrifft insbesondere Forderungen gegen die Gesellschaften, die an die Langley-Gruppe und die Possehl-Gruppe veräußert wurden, sowie die Gesellschaften, die sich im Insolvenzverfahren oder in Liquidation befinden.

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen insbesondere eine Forderung gegenüber der MAN SE in Höhe von 12.455 Tsd. €, die aufgrund eines geschlossenen Vergleichs zum 31. Dezember 2011 in Höhe von 7.455 Tsd. € wertberichtigt wurde.

(15) Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen eine Erstattung für die Finanzierung der beiden Transfergesellschaften PRM und PTG von den manroland AG Aktionären Allianz Capital Partners GmbH und MAN SE in Höhe von insgesamt 24.000 Tsd. €. Des Weiteren sind Ansprüche aus Steuern sowie ein Rückerstattungsanspruch gegenüber dem manroland Pension Trust enthalten.

Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben 0 Tsd. € (Vorjahr 3.441 Tsd. €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

(16) Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel enthalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von insgesamt 26.530 Tsd. € (Vorjahr 31.859 Tsd. €).

(17) Aktive Latente Steuern

Die vorgenommene Aktivierung aktiver latenter Steuern beruhte zum einen auf Unterschieden zwischen dem Ansatz und der Bewertung in der Handelsbilanz und der in der der Besteuerung zugrunde gelegten Steuerbilanz. Die aktiven latenten Steuern wurden zum 31. Dezember 2011 erfolgswirksam aufgelöst, da diese aufgrund der künftig zu erwartenden Verluste nicht mehr genutzt werden können.

(18) Eigenkapital

Die Gesellschaft ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Roland Print B.V., Amsterdam, Niederlande.

Das Grundkapital beträgt 1.000 Tsd. €. Es ist eingeteilt in 1.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Auf jede Aktie entfällt ein anteiliger Betrag am Grundkapital von 1,00 €.

(19) Rückstellungen für Pensionen

Die betriebliche Altersversorgung beruht im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Versorgungszusagen. Für die Bemessung der Pensionen sind in der Regel die Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und die Höhe der versorgungsrelevanten Bezüge maßgeblich.

(20) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten zum 31. Dezember 2011 folgende Positionen:

Tsd. € 31.12.2011
Forderungen seitens der Gesellschaftsgläubiger 65.095
Personal 46.838
Transfergesellschaft 30.406
Insolvenzverwalter 4.680
Übrige 2.245
Gesamt 150.794

Die Rückstellungen für Personal, Transfergesellschaft, Sozialplan und Insolvenzverwalter wurden in Höhe der erwarteten bzw. im Rahmen des Insolvenzverfahrens bereits angefallenen Aufwendungen gebildet.

Die übrigen Rückstellungen betreffen überwiegend Inkassoprovisionen, welche die manroland web systems GmbH als Dienstleister für die Ausführung der Restarbeiten an den sog. Inbetriebnahmeaufträgen als pauschale Vergütung in Höhe von 15% der Einnahmen erhält.

Im Vorjahr wurden die sonstigen Rückstellungen vor allem gebildet für geschäftsbezogene Verpflichtungen wie Garantie- und Gewährleistungsverpflichtungen und noch zu erbringende Leistungen in Bezug auf abgerechnete Aufträge, für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, Erstattungsverpflichtungen nach § 128 AFG bzw. § 147a SGB III, für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern zu künftigen Zahlungen für Jubiläen, aus Sozialplan- und Altersteilzeitverpflichtungen sowie für weitere Einzelrisiken.

(21) Verbindlichkeiten

Tsd. € Restlaufzeit 31.12.2011
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 150.620 0 0 150.620
Erhaltene Anzahlungen 95.273 0 0 95.273
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 106.475 0 0 106.475
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 18.155 0 0 18.155
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 174 0 0 174
Verbindlichkeiten aus Steuern 14.929 0 0 14.929
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 15.615 0 0 15.615
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 41.976 0 0 41.976
Sonstige Verbindlichkeiten 72.520 0 0 72.520
Gesamt 443.217 0 0 443.217

Im Vorjahr setzten sich die Verbindlichkeiten wie folgt zusammen:

Tsd. € Restlaufzeit 31.12.2010
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 117.271 504 0 117.775
Erhaltene Anzahlungen von verbundenen Unternehmen 2.270 626 0 2.896
Sonstige erhaltene Anzahlungen 128.122 36.002 0 164.124
Erhaltene Anzahlungen 130.392 36.628 0 167.020
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 64.055 2.930 1.374 68.359
Verbindlichkeiten aus dem Finanzverkehr 117.456 0 0 117.456
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.885 34   10.919
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 128.341 34 0 128.375
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 101 0 0 101
Verbindlichkeiten aus Steuern 1.344 0 0 1.344
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 6 0 0 6
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 14.593 782 471 17.196
Sonstige Verbindlichkeiten 15.943 782 471 18.620
Gesamt 456.103 40.878 1.845 498.826

Aufgrund der eingetretenen Insolvenz werden alle Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2011 als kurzfristig eingestuft.

Sonstige Angaben zum Jahresabschluss

Haftungsverhältnisse

Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Wechselobligo 0 5.393
Verpflichtungen aus Bürgschaften 0 163.888
Rückkauf-Garantien 0 46.265
Gesamt 0 215.546

Soweit Forderungen aus den Haftungsverhältnissen aus dem Vorjahr zur Insolvenztabelle angemeldet wurden, sind diese im Jahresabschluss berücksichtigt. Mit einer darüber hinaus gehenden Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen. Aufgrund der nach dem Bilanzstichtag eingetretenen Insolvenz werden alle Verpflichtungen als kurzfristig eingestuft.

Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Fällig innerhalb eines Jahres 1.380 2.866
Fällig nach mehr als einem Jahr bis fünf Jahren 0 3.596
Fällig nach mehr als fünf Jahren 0 92
Gesamt 1.380 6.554

Derivative Finanzinstrumente

Sämtliche Devisen-Termingeschäfte wurden aufgrund der Insolvenzantragstellung am 25. November 2011 automatisch beendet. Der wegen der vorzeitigen Beendigung entstandene Schaden wurde im Rahmen des Insolvenzverfahrens geltend gemacht.

Sonstige Angaben

Im Jahresdurchschnitt waren 5.046 (Vorjahr 5.809) Mitarbeiter (ohne Auszubildende) beschäftigt. Davon entfallen auf gewerbliche Mitarbeiter 2.213 (Vorjahr 2.922) und auf Angestellte 2.833 (Vorjahr 2.887).

Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar der Abschlussprüfer beträgt für die Jahresabschlussprüfung 248 Tsd. €, für Steuerberatungsleistungen 4 Tsd. € und für sonstige Leistungen 336 Tsd. €.

Organe und Aufwendungen für Organe

Aufsichtsrat

Hanno C. Fiedler

 

Dipl. Volkswirt, Ratingen

Vorsitzender

Jürgen Kerner 1

 

Erster Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle der IG Metall Augsburg, Königsbrunn

Stellvertretender Vorsitzender

Jürgen Bänsch 1

 

Vorsitzender des Betriebsrats Werk Augsburg, Augsburg

Anton Hamm 1

 

Leiter Geschäftsfeld Zeitung Werk Augsburg, Neusäß

Karl Ralf Jung

 

Geschäftsführer der Allianz Capital Partners GmbH, Penzberg

(ab 10. Februar 2010)

Reiner M. Löslein

 

Allianz Capital Partners GmbH, München

Frank H. Lutz

 

Mitglied des Vorstands der MAN SE, München

Udo Meier 1

 

Vorsitzender des Betriebsrats Werk Plauen, Plauen (ab 10. Februar 2010)

Thomas U.W. Pütter

 

Kaufmann, Bagnor/UK

Alexandra Roßel 1

 

Vorsitzende des Betriebsrats Werk Offenbach am Main, Mainz-Kastel

Klaus Stahlmann

 

Mitglied des Vorstands der MAN SE, Kempen

(ab 10. Februar 2010)

 

Peter Wich 1

 

Gewerkschaftssekretär der IG Metall Offenbach, Erlsensee

 

(ab 7. September 2010)

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen 58 Tsd. € (Vorjahr 70 Tsd. €).

1 Arbeitnehmervertreter

Vorstand

Prof. Dipl.-Ing. (FH) Gerd Finkbeiner

 

Marketing und Vertrieb, Neusäß

Vorsitzender

Dr. oec. publ. Ingo Koch

 

Controlling, Finanzen, Recht, Investor Relations und IT, Alzenau

Dr. rer. nat. Markus Rall

 

Geschäftsbereich Bogenmaschinen, Mühlheim am Main

(bis 30. September 2011)

Dipl.-Ing. (FH) Paul Steidle

 

Geschäftsbereich Rollenmaschinen, Großaitingen

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands beliefen sich auf 2.420 Tsd. € (Vorjahr 1.896 Tsd. €). Davon entfielen 1.325 Tsd. € (Vorjahr 1.437 Tsd. €) auf fixe Bezüge 1.063 Tsd. € (Vorjahr 459 Tsd. €) auf variable Gehaltsbestandteile und 32 Tsd. € auf eine Karenzentschädigung.

 

Augsburg, den 24. April 2015

manroland AG i.l.

Gez. Werner Schneider, Wirtschaftsprüfer als Insolvenzverwalter

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2011

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Tsd € Stand am 01.01.2011 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2011
IMMATERIELLE VERMÖGENS-
GEGENSTÄNDE
         
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 118.689 7.718 255 0 126.662
Geschäfts- oder Firmenwert 88.688 0 0 0 88.688
  207.377 7.718 255 0 215.350
SACHANLAGEN          
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 155.961 242 203 5.776 150.630
Technische Anlagen und Maschinen 158.617 226 229 2.558 156.514
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 46.702 2.482 51 2.855 46.380
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.076 3.190 -738 0 4.528
  363.356 6.140 -255 11.189 358.052
FINANZANLAGEN          
Anteile an verbundenen Unternehmen 295.282 255 0 6.100 289.437
Beteiligungen 751 0 0 731 20
  296.033 255 0 6.831 289.457
ANLAGEVERMÖGEN 866.766 14.113 0 18.020 862.859
Kumulierte Abschreibungen
Tsd € Stand am 01.01.2011 Abschreibungen außerplanmäßige Abschreibungen Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2011
IMMATERIELLE VERMÖGENS-
GEGENSTÄNDE
           
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 80.721 16.886 29.004 0 0 126.611
Geschäfts- oder Firmenwert 60.018 2.867 25.803 0 0 88.688
  140.739 19.753 54.807 0 0 215.299
SACHANLAGEN            
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 39.379 6.163 56.159 0 796 100.905
Technische Anlagen und Maschinen 108.843 14.181 19.277 7 2.550 139.758
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 31.623 4.826 4.607 -7 2.837 38.212
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 4.401 0 0 4.401
  179.845 25.170 84.444 0 6.183 283.276
FINANZANLAGEN            
Anteile an verbundenen Unternehmen 10.568 0 276.399 0 0 286.967
Beteiligungen 0 0 5 0 0 5
  10.568 0 276.404 0 0 286.972
ANLAGEVERMÖGEN 331.152 44.923 415.655 0 6.183 785.547
Nettobuchwerte
Tsd € Stand am 31.12.2011 Stand am 31.12.2010
IMMATERIELLE VERMÖGENS-
GEGENSTÄNDE
   
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 51 37.968
Geschäfts- oder Firmenwert 0 28.670
  51 66.638
SACHANLAGEN    
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 49.725 116.582
Technische Anlagen und Maschinen 16.756 49.774
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.168 15.079
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 127 2.076
  74.776 183.511
FINANZANLAGEN    
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.470 284.714
Beteiligungen 15 751
  2.485 285.465
ANLAGEVERMÖGEN 77.312 535.614

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2011

Der Vorstand der manroland AG Offenbach am Main, hat am 25. November 2011 beim Amtsgericht Augsburg wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. Februar 2012 beim Amtsgericht Augsburg eröffnet, zum Insolvenzverwalter wurde Herr Wirtschaftsprüfer Werner Schneider, Eserwallstraße 1-3, 86150 Augsburg, bestellt.

Marktumfeld

Die Druckindustrie als eine der sehr konjunkturabhängigen Branchen war im Jahr 2011 weiterhin von einer der größten Krisen der Weltwirtschaft besonders betroffen. Stark rückläufige Werbeausgaben, geringe Kapazitätsauslastung und eine zögerliche Kreditpolitik der Banken haben auf Kundenseite zu erheblicher Investitionszurückhaltung geführt. Neben den schlechten konjunkturellen Rahmenbedingungen waren die Hersteller moderner Drucksysteme auch mit strukturellen Veränderungen - beispielsweise sich änderndem Medienverhalten oder wachsendem Einfluss des Digitaldrucks - konfrontiert. Daher galt die Aufmerksamkeit der Unternehmen in 2011 weiterhin dem Abbau von Kapazitäten, weiterer Prozessoptimierung und der Fokussierung auf weniger zyklische Geschäftsbereiche wie beispielsweise das Dienstleistungsgeschäft.

Nachdem die Weltwirtschaft in 2010 aufgrund von Nachholeffekten infolge der globalen Wirtschaftskrise um 5 % gewachsen war, verlangsamte sich das Wachstum im Jahr 2011 auf 3,5 %. In den Industrieländern zeigte sich dabei, dass strukturelle Anpassungsprobleme vielfach durch die massiven Geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen der Jahre 2008 und 2009, die zum Teil erst in 2010 ihre größte Wirkung entfalteten, überdeckt wurden. Mit dem Auslaufen dieser Impulse traten die strukturellen Probleme wieder in den Vordergrund.

Dies zeigte sich insbesondere in der US-Wirtschaft, in der anhaltende Probleme auf dem Immobilien- und Arbeitsmarkt das Wachstum von 3 % in 2010 auf rund 1,75 % in 2011 gebremst haben.

Die japanische Volkswirtschaft wurde von einem negativen Angebotsschock infolge des Tsunamis im März 2011 und die dadurch ausgelöste nukleare Katastrophe in Fukushima vorübergehend in eine Rezession gestürzt und schrumpfte im Jahresdurchschnitt um rund 0,75 %.

Die Eurozone rutschte infolge der zunehmenden Verunsicherung über die weitere Entwicklung der Staatsschuldenkrise und der nachlassenden Wirkung der in zahlreichen Ländern gestarteten fiskalischen Konsolidierungsprogramme gegen Jahresende in eine Rezession.

Im Jahresdurchschnitt verlangsamte sich das Wachstum 2011 auf rund 1,5 % nach 1,9 % in 2010. Lediglich die deutsche Wirtschaft wuchs mit 3 % erneut kräftig nach 3,6 % im Vorjahr. Allerdings zeigte sich auch hier im Jahresverlauf eine deutliche Eintrübung insbesondere angesichts nachlassender außenwirtschaftlicher Impulse.

Das stark export- und werbeabhängige Geschäft mit Druckmaschinen hatte demzufolge im Berichtsjahr sehr hohe Rückgänge beim Auftragseingang und Auftragsbestand zu verzeichnen. Der Wettbewerb um Kundenaufträge war vor dem Hintergrund der Auslastung von Kapazitäten weiterhin sehr intensiv. Schlechte Preisqualität und damit einhergehend niedrige Margen waren die Folge.

Geschäftstätigkeit

Die Kernkompetenz der manroland AG i.I. lag in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von komplexen, technisch hoch entwickelten Drucksystemen und deren Anpassung auf kundenspezifische Bedürfnisse. Als Anbieter von Offsetdruckmaschinen untergliederte manroland ihr Geschäft in die Geschäftsbereiche Rollen- und Bogendruckmaschinen, die von PRINTVALUE-Dienstleistungen ergänzt wurde.

Das PRINTVALUE-Servicegeschäft umfasste vier Geschäftsfelder. Dazu zählten printservices (Dienstleistungen wie Wartung und Ersatzteilversorgung), und printcom (Angebot an Verbrauchsmaterialien). Weitere, stärker prozess- und projektbezogene Dienstleistungen, wurden unter den Markennamen printnet (Softwareprodukte und Workflow-Managementsysteme) und printadvice (Beratung rund um Investitions- und Gebäudeplanung) angeboten.

Im Geschäftsbereich Rollendrucksysteme wurden maßgeschneiderte Anlagen für den Zeitungs- und Illustrationsdruck hergestellt und vertrieben. Die Zeitungsdrucksysteme decken die Produktion sämtlicher Auflagenhöhen in unterschiedlichen Formaten und Leistungsklassen ab. Die Illustrationsdruckmaschinen in verschiedenen Formaten und Leistungsklassen ermöglichten den Qualitätsdruck und die Falzweiterverarbeitung von Prospekten, Beilagen, Katalogen und Zeitschriften sowie Büchern. Im Bereich Rollenoffset war manroland Weltmarktführer gemäß eigener Marktanteilsberechnungen.

Im Geschäftsbereich Bogendrucksysteme bot manroland Druckmaschinen im Kleinst- bzw. Pico-Format sowie im Klein, Mittel-, Groß- und Supergroßformat. Mit den Maschinen lässt sich das komplette Produktspektrum (Bildbände, Bücher, Prospekte, Plakate, Poster, Verpackungen und Etiketten) im Werbe-, Verlags-, und Verpackungsdruck drucken.

Die manroland-Gruppe unterhielt in 2011 drei Produktionsstandorte in Deutschland. Die Produktion von Bogendruckmaschinen war am Standort Offenbach konzentriert. Die Produktion der Rollendruckmaschinen für den Zeitungs- und Illustrationsdruck erfolgte sowohl in Augsburg als auch in Plauen. Im Zuge von Restrukturierungsmaßnahmen wurde die Zentralisierung und Konzentration der Verwaltungsfunktionen am Standort Augsburg bis zum Ende des dritten Quartals 2011 abgeschlossen.

Das internationale Vertriebs- und Servicenetz der manroland-Gruppe bestand aus einer eigenen Marktorganisation sowie externen Vertriebs- und Servicepartnern.

Geschäftsverlauf in 2011

(1) Vorbemerkungen

Die vorliegende Insolvenz ist zum einem dem Markt und den Marktbedingungen, in denen sich das Unternehmen bewegt, geschuldet. Zudem liegen unternehmensspezifische und prozessabhängige Ursachen vor.

Neben den konjunkturellen Rahmenbedingungen war die manroland AG i.I. als Hersteller moderner Drucksysteme auch mit strukturellen Veränderungen konfrontiert. Insbesondere das veränderte Medienverhalten und der wachsende Einfluss des Digitaldrucks kostete das Unternehmen erhebliche Markt- und Umsatzanteile.

Dabei stellte das größte Problem der durch die digitale Revolution bedingte Strukturwandel dar. Neue Medien und der Siegeszug des Internet haben den Markt für gedruckte Inhalte verändert. Die Informationen werden in zunehmendem Maße aus dem Internet beschafft, Zeitungen und Bücher werden vermehrt online gelesen. Die Unternehmen geben weniger Geld für Werbung in den klassischen Medien aus. Besonders stark schlug der digitale Umbruch in den USA, dem Hauptabsatzmarkt deutscher Druckmaschinenhersteller, durch. In England, einem weiteren wesentlichen Absatzmarkt, ergaben sich nach dem Murdoch-Skandal Verschiebungen in der Zeitungslandschaft.

In seinen Konzernstrukturen fixiert gelang es der manroland AG i.I. nicht, sich diesem dramatischen Nachfrageeinbruch kostengerecht anzupassen.

Dazu trug auch wesentlich bei, dass die beiden unterschiedlichen Bereiche, einmal der Rollenbereich in Augsburg und der Bogenbereich in Offenbach, nicht zu einer einheitlichen Unternehmensstrategie zusammengeführt werden konnten.

Dies machte bereits im Jahre 2009 zur Abwendung der Überschuldung der manroland AG i.I. eine Einlage der Aktionäre in Höhe von 200 Mio. € in die Kapitalrücklage notwendig, wobei durch die Jahresfehlbeträge der Jahre 2009 und 2010 von insgesamt 421 Mio. € und dem noch nicht festgestellten Verlust des Jahres 2011, auch nach dieser Einlage das Eigenkapital vollständig verbraucht war.

Die Verluste mussten auch auf Grund des hohen Fixkostenanteils bei der Gesellschaft hingenommen werden, der keine Kostenreduzierungen entsprechend den dramatischen Umsatzrückgängen erlaubte.

Auch die intensive Nutzung der Kurzarbeit und der Versuch von Kapazitäts- und Strukturanpassungsmaßnahmen im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen konnten den konjunkturell sowie strukturell bedingten Nachfragerückgang ertragsmäßig nicht kompensieren.

Die schwache Marktlage und die ebenfalls wirtschaftlich schwierige Lage der beiden deutschen Mitbewerber verstärkten außerdem den Druck auf die Margen. Die Marktteilnehmer glaubten, über Preis- und Konditionsanpassungen nach unten ihre Marktanteile zumindest gegenüber den Mitbewerbern zu halten.

Strategische Kooperationen im digitalen Druck brachten auch nicht die erwartete rasche Wende, die zusätzlichen Leistungspakete im Servicebereich und für Ersatzteile, die zur Ausweitung der Umsatzerlöse mit besseren Margen beitragen sollten, erreichten nicht die notwendigen Volumina.

Unmittelbar insolvenzursächlich war schließlich eine gegenüber dem nachlassenden Markt nicht in der gebotenen Geschwindigkeit angepasste Personalreduzierung. Dies führte bei Insolvenzantragstellung der manroland AG i.I. dazu, dass keine ausreichenden liquiden Mittel zur Zahlung der Löhne und Gehälter des Monats November 2011 wie auch zur Vorausleistung gegenüber mehreren Lieferanten vorhanden waren.

Zusammenfassend ist daher festzustellen, dass die manroland AG i.I. zu spät und zu langsam der krisenhaften Entwicklung angepasst wurde, um dem weiterhin nachlassenden Markt gerecht zu werden.

(2) Ertragslage

Die manroland AG i.I. verzeichnete bei einem Umsatz von 598,4 Mio. € (Vorjahr 738,3 Mio. €) ein Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von -268,3 Mio. € (Vorjahr -175,9 Mio. €). Insbesondere das außerordentliches Ergebnis von -402,2 Mio. € führte in 2011 zu einem Jahresfehlbetrag von 708,8 Mio. €.

Das außerordentliche Ergebnis von -402,2 Mio. € beinhaltet die insolvenzbedingten Anpassungen der Bilanzierung und Bewertung. Den größten Einfluss hatten die erheblichen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen (276,4 Mio. €), Sachanlagen (84,4 Mio. €) und immaterielle Vermögenswerte (54,8 Mio. €) sowie Wertberichtigungen auf Vorräte (244,2 Mio. €) und Forderungen an verbundene Unternehmen (41,6 Mio. €). Kompensiert wurde dies zum Teil durch Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten (213,0 Mio. €), auf die im Rahmen der Verhandlungen und des Verkaufs der Tochtergesellschaften verzichtet worden ist, und der Ausbuchung von erhaltenen Anzahlungen (EUR 91,4 Mio. €). Diese betraf Anzahlungen für Projekte, für die keine Leistungen mehr erbracht wurden nach Eintritt der Insolvenz. Darüber hinaus ist im außerordentliche Ertrag auch ein Zuschuss der MAN SE und der Allianz Capital Partners GmbH in Höhe von 24,0 Mio. € für zwei Transfergesellschaften, in die Mitarbeiter wechseln konnten enthalten.

Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand im Verhältnis zur Gesamtleistung) stieg auf 56% im Vergleich zu 53% im Vorjahr. Durch die Nutzung von Kurzarbeit und Restrukturierungsmaßnahmen der letzten Jahre sank der Personalaufwand um 38,8 Mio. € und stieg dennoch in Folge des Umsatzrückganges relativ zum Umsatz auf 46% (Vorjahr 43%). Einen Anstieg auf 39,5 Mio. € verzeichneten die sonstigen betrieblichen Erträge nach 37,0 Mio. € im Vorjahr.

Der sonstige betriebliche Aufwand erhöhte sich um 11,3 Mio. € auf 95,4 Mio. €. Zum größten Teil handelt es sich um die Erhöhung der Einzel- und Pauschalwertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Das Beteiligungsergebnis verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr um 139,9 Mio. € auf 141,3 Mio. € Aufwand. Dies ist im Wesentlichen auf die Insolvenz einer Tochtergesellschaft zurückzuführen, die zu einem hohen Jahresverlust vor Ergebnisabführung an manroland führte.

Das saldierte Zinsergebnis verschlechterte sich um 7,4 Mio. € auf 26,6 Mio. € Aufwand.

Die laufenden Ertragsteueraufwendungen für das Geschäftsjahr 2011 beliefen sich auf 0,3 Mio. € (Vorjahr 0,8 Mio. €). Die Ertragsteuern für Vorjahre resultieren aus einer steuerlichen Außenprüfung und erhöhten sich um 14,9 Mio. €. Die aktiven latenten Steuern wurden in Höhe von insgesamt 22,3 Mio. € aufgelöst, da eine Inanspruchnahme nicht mehr möglich erscheint. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag führen damit zu einem Aufwand in Höhe von insgesamt 37,6 Mio. € (Vorjahr Ertrag 5,9 Mio. €).

(3) Vermögenslage

Aufgrund der eingetretenen Insolvenz wurde die Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erforderlich. Die bis einschließlich das Geschäftsjahr 2010 angewandte Prämisse der Fortführung des Unternehmens wurde gem. § 252 Abs. 2 HGB i. V. m. § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB durch die Bilanzierung und Bewertung zu Zeitwerten unter Zerschlagungs- bzw. Liquidationsgesichtspunkten ersetzt.

Die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft ist insgesamt durch die Bewertung der Vermögenswerte unter Annahme der Zerschlagung des Unternehmens und die Passivierung der im Rahmen der Insolvenzverfahrens geltend gemachten Ansprüche ihrer Gläubiger geprägt.

Das Anlagevermögen macht zum Bilanzstichtag 34,4% (Vorjahr 53,3%) der Bilanzsumme (ohne Berücksichtigung des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags) aus. Bei den immateriellen Vermögensgegenständen waren zum 31. Dezember 2011 insolvenzbedingt außerplanmäßige Abschreibungen von 54,8 Mio. € vorzunehmen. Zudem erfolgten außerplanmäßige Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen in Höhe von 84,4 Mio. € sowie auf das Finanzanlagevermögen in Höhe von 276,4 Mio €.

Auf die Vorräte erfolgten insolvenzbedingt Wertberichtigungen in Höhe von 244,2 Mio. €, um die im Februar 2012 erzielten Veräußerungsverluste für die Vorräte bereits zum 31. Dezember 2011 zu berücksichtigen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich um 73,5 Mio. € auf 76,9 Mio. €. Die Abnahme resultiert zum Großteil aus der insolvenzbedingten Wertberichtigung auf Forderungen gegen verbunden Unternehmen.

Die liquiden Mittel beliefen sich zum Jahresende auf 26,5 Mio. € (Vorjahr 31,9 Mio. €).

Auf der Passivseite ergab sich ein Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 32,8 Mio. € auf 150,6 Mio. € und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 38,1 Mio. € auf 106,5 Mio. €, dies steht in Zusammenhang mit den geltend gemachten Forderungen im Insolvenzverfahren. Insgesamt reduzierten sich die Verbindlichkeiten um 55,6 Mio. € auf 443,2 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen auf eine Ausbuchung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 213,0 Mio. € zurück zu führen.

Die Summe der Rückstellungen reduzierte sich um 15,0 Mio. € auf 341,9 Mio. €. Dies ergibt sich im Wesentlichen dadurch, dass aufgrund des langen Aufstellungszeitraums Beträge in der Höhe nicht mehr unsicher waren und unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen werden konnten.

Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag belief sich am Bilanzstichtag 2011 auf 560,5 Mio. € nach einem positiven Eigenkapital von 148,3 Mio. € am Ende des letzten Jahres.

(4) Finanzlage

Zum Bilanzstichtag standen flüssige Mittel von insgesamt 26,5 Mio. € (Vorjahr 31,9 Mio. €) zur Verfügung.

Der Schwerpunkt der Tätigkeit zu Beginn des Verfahrens Ende November 2011 lag darin, dafür zu sorgen, dass die Gesellschaft mit ausreichender Liquidität versorgt wird, dafür wurde ein Massekredit in Höhe von 10 Mio. € aufgenommen.

Währungssicherungen wurden im Wesentlichen aus den Vertriebsregionen Nordamerika, Skandinavien, Großbritannien und Japan verzeichnet. Sämtliche Devisen-Termingeschäfte wurden aufgrund der Insolvenzantragstellung am 25. November 2011 automatisch beendet.

(5) Forschung und Entwicklung

Der zunehmende Wettbewerbsdruck der Druckereien stellt deren Wirtschaftlichkeit täglich vor neue Herausforderungen. Die manroland AG i.I. orientierte ihre Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten nach diesen Erfordernissen. Dabei stand die Automatisierung des Workflows ebenso im Vordergrund wie die Reduzierung der Lebenszykluskosten. In beiden Geschäftsbereichen wurden die Bemühungen zur Entwicklung und Erprobung von innovativen Service- bzw. Maintenanceprodukten verstärkt.

Bei der Weiterentwicklung von Bogendruckmaschinen galt es vor allem, deren Nutzung noch wirtschaftlicher zu machen. Mit dem Fokus auf Applikation und Rüstzeit konzentrierte sich die manroland AG i.I. auf Inline-Konzepte und QuickChange. Die Inline-Produktion schafft neben der Integration von bisherigen Offline-Fertigungsschritten eine maßgebliche Steigerung der Produktivität. Ähnliches erreichte die manroland AG i.I. mit ihren QuickChange Produkten, die auf eine drastische Reduzierung der Nebenzeiten bei der Maschinennutzung abzielte. Insgesamt wurden diese Entwicklungen als "Value Added Printing" zusammengefasst.

Bei Rollendruckmaschinen fokussierte sich die manroland AG i.I. weiterhin auf die Steigerung von Maschinenleistungen und die Verfügbarkeit bei gleichzeitiger Senkung der Betriebskosten. Die Ausrichtung lag auf Funktionsoptimierung und Durchgängigkeit. Dies erlaubte einen nachhaltigen Komponentenmix unter den Baureihen, mit denen innovative Produktionsperformance beim Kunden realisiert (Applied Innovations) und Effizienzsteigerungen bei der Herstellung von Maschinen erschlossen wurden. Für die Vermarktung von Serviceprodukten wurde auf inhaltliche Pakete, die den Entwicklungsstrategien der beiden Geschäftsbereiche entsprechen, gesetzt.

(6) Mitarbeiter

Am Ende des Geschäftsjahres waren in der manroland AG i.I. 4.821 Mitarbeiter (Vorjahr 5.546) (Stammpersonal) tätig. Davon arbeiten 1.829 (Vorjahr 2.076) im Geschäftsbereich Bogendruckmaschinen und 2.992 (Vorjahr 3.470) im Geschäftsbereich Rollendruckmaschinen.

Der Personalstand hat sich seitdem wie folgt entwickelt:

1.593 Arbeitnehmer wurden von der Auffanggesellschaft web systems GmbH am Standort Augsburg sowie 960 Arbeitnehmer von der sheetfed manufacturing GmbH für den Standort Offenbach übernommen.

709 Arbeitnehmer wechselten am Standort Augsburg sowie 328 Arbeitnehmer am Standort Plauen in die Transfergesellschaft PTG Projekt- und Trainingsgesellschaft GmbH. 894 Arbeitnehmer am Standort Offenbach schlossen Verträge mit der PRM Personalentwicklungsgesellschaft mbH. Die Aufwendungen für die Finanzierung der beiden Beschäftigungsgesellschaften beliefen sich auf 29,9 Mio. €. Hiervon wurden insgesamt 24 Mio. € durch die manroland-Aktionäre Allianz Capital Partners GmbH und MAN SE beigesteuert.

Die ursprünglich bis zum 31. Januar 2013 vorgesehene Dauer der Transfergesellschaften wurde an allen drei Standorten bis zum 31. März 2013 verlängert. Von den mehr als 1.900 Mitarbeitern wurden über 1.120 (59%) vermittelt.

Für die noch in den Beschäftigungsmaßnahmen verbliebenen Arbeitnehmer wurden bei der EU-Kommission EU-Mittel in Höhe von rund 5,3 Mio. € für die Fortbildung und Beratung bei der Stellensuche beantragt und auch bewilligt.

Diejenigen Arbeitnehmer, welche nicht für die Betriebsfortführung vorgesehen waren und sich keiner Transfergesellschaft anschlossen, erhielten Kündigungen unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfristen, die im Wesentlichen im Wege von Vergleichen erledigt werden konnten. Entsprechende Abfindungen wurden hierfür bezahlt.

Im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (MIS) waren 105 Arbeitnehmer beschäftigt. Diese sind im Rahmen einer übertragenden Sanierung von der men-in-motion GmbH übernommen worden.

Das Werk in Plauen wurde zunächst mit insgesamt 251 Mitarbeitern und 29 Auszubildenden fortgeführt.

Mit der IG-Metall und dem Betriebsrat des Werkes Plauen wurde zur Sicherung des Standortes Plauen ein Sanierungstarifvertrag abgeschlossen. Der Sanierungsbeitrag aller Beschäftigten beinhaltete einen Gehaltsverzicht von 12 % auf das laufende monatliche Entgelt sowie einen vollständigen Verzicht auf die Sonderzahlungen für die Jahre 2012 bis 2014.

Für rund 5.500 Betriebsrentner (ohne Berücksichtigung von Anwärtern) bestehen Pensionszusagen. Die Abwicklung erfolgte über die Pensionskassen manroland pension trust e.V. und MAN Roland Hilfskasse e.V.

Die Ansprüche der Betriebsrentner wurden nach Insolvenzeröffnung an den Pensionssicherungsverein VVaG, Köln übergeleitet. Hierzu wurde eine Vereinbarung mit dem PSV getroffen, die Rentenzahlungen zunächst über den alten Zahlungsweg aufzunehmen. Hierdurch sollte eine längere, durch die Prüfung und Bearbeitung der Einzelansprüche bedingte Unterbrechung der Rentenzahlungen vermieden und eine bestmögliche Überleitung an den PSV gewährleistet werden.

Bei Insolvenzeröffnung bestanden rund 740 Altersteilzeitarbeitsverhältnisse. Die Altersteilzeitverhältnisse wurden im Rahmen von Aufhebungsvereinbarungen beendet oder auf die Auffanggesellschaften web systems GmbH und sheetfed manufacturing GmbH übertragen.

Zur Erfüllung der gesetzlichen Insolvenzsicherungspflicht hatte die manroland AG i.I. gemäß § 8 a Altersteilzeitgesetz eine Treuhandvereinbarung mit der Deutschen Treuinvest Stiftung, als Unternehmenstreuhänder bzw. Treuinvest Service GmbH, als Mitarbeitertreuhänder, vereinbart. Mit Insolvenzeröffnung trat der Sicherungsfall (Störfall) ein. Die Bewertung der Altersteilzeitwertguthaben der betroffenen Arbeitnehmer zur Insolvenzeröffnung erfolgte durch ein versicherungsmathematisches Gutachten der Towers Watson GmbH.

Chancen und Risiken

Aufgrund des Verkaufs aller wesentlichen Vermögenswerte im Rahmen des Insolvenzverfahrens hat die Gesellschaft keinen operativen Betrieb mehr. Die Chancen und Risiken ergeben sich daher nahezu ausschließlich aus der Bearbeitung der zur Insolvenztabelle angemeldeten Forderungen der Gläubiger. Risiken bestehen insb. darin, dass Forderungen von Gläubigern bisher nicht oder mit einem zu niedrigen Wert angemeldet worden sind. Chancen ergeben sich in diesem Zusammenhang daraus, dass Anmeldungen nicht auf finalen Berechnungen oder Informationen beruhen und der angemeldete Betrag zur Insolvenztabelle durch den Gläubiger reduziert werden muss.

Nachtragsbericht und Ausblick

Nachdem im Insolvenzantragsverfahren der Geschäftsbetrieb der manroland AG i.I. an den drei Standorten Augsburg, Offenbach und Plauen fortgeführt wurde, wurde nach einem umfangreichen Investorenprozess am 1. Februar 2012 der Geschäftsbereich Rolle mittelbar an die L. Possehl & Co. mbH veräußert. Gleichzeitig erfolgte eine Umfirmierung der erwerbenden Gesellschaft in manroland web systems GmbH. Der Übergabezeitpunkt war der 6. Februar 2012.

Die web systems GmbH hat mit dem Kauf des Geschäftsbereichs Rolle zunächst bis auf das Betriebsgrundstück alle Vermögensgegenstände, die diesem zuzuordnen sind, übernommen. Insbesondere wurden alle Patente und nahezu das vollständige Vorrats- und Anlagevermögen an den Standorten Augsburg und Plauen erworben. In Bezug auf das Anlagevermögen wurden einzelne abgegrenzte Maschinen am Standort Augsburg nicht übernommen. Diese wurden im Rahmen einer Versteigerung verwertet.

Von Seiten der web systems GmbH bestand Interesse am Erwerb der Immobilien, allerdings nur an den für sie betriebsnotwendigen Teilen. Kein Interesse bestand an den zum Teil denkmalgeschützten Gebäuden an der Ottostraße, an dem bebauten Grundstück jenseits der Riedinger Straße sowie an dem Wasserkraftwerk. Nach langen und intensiven Verhandlungen konnte der Umfang der zu erwerbenden Immobilien festgelegt und der Kaufpreis in Höhe von 25 Mio. € vereinbart werden. Hinsichtlich der Aufteilung des Gesamtgrundstücks in Teilgrundstücke bestand großer Abstimmungsbedarf wegen der notwendigen Erschließung der verbleibenden Grundstücksteile, die durch Bestellung von Dienstbarkeiten dinglich gesichert wurden. Mit Kaufvertrag vom 27. Juni 2012 wurde der Großteil der Augsburger Immobilie an die manroland web systems GmbH verkauft.

Der überwiegende Teil der Flurstücke des mit oben genannten Kaufverträgen veräußerten Grundbesitzes war belastet mit Grundschulden in Höhe von 100 Mio. € zu Gunsten der UniCredit Luxembourg S. A. als security trusty agent für insgesamt 15 Bankinstitute, die ihre Sicherheiten in einem Sicherheitenpool zusammengefasst hatten. Mit vorgenannten Kaufverträgen wurden sowohl belastete wie auch unbelastete Grundstücke verkauft. Die unbelasteten betrafen im Wesentlichen die für den Betrieb notwendigen und unverzichtbaren Parkplätze außerhalb des Betriebsgeländes. Die Haftungsfreigabe wurde mit den Banken in mehreren Terminen verhandelt. Schlussendlich wurde vereinbart, dass aus dem Kaufpreis vorgenannter drei Kaufverträge in Höhe von insgesamt 25,9 Mio. € im Rahmen der abgesonderten Befriedigung ein Betrag in Höhe von 20,9 Mio. € an den Sicherheitenpool bezahlt wird. Der Restbetrag in Höhe von 5,0 Mio. € wurde zu Gunsten der Insolvenzmasse vereinnahmt.

Die Verwertung des Grundbesitzes der manroland AG i.I. in Augsburg konnte bis heute abgeschlossen werden.

Der Geschäftsbereich Bogen wurde ebenfalls am 1. Februar 2012 an Gesellschaften der Langley-Gruppe veräußert. Kaufgegenstand waren auch die Anteile an den Tochtergesellschaften, welche die Vertriebs- und Servicefunktion, insbesondere für den Standort Offenbach, übernahmen. Die operativ tätige Gesellschaft wurde in manroland sheetfed manufacturing GmbH umbenannt.

Die manroland sheetfed GmbH hat mit dem Kauf des Geschäftsbereichs Bogen alle Vermögensgegenstände, die diesem zuzuordnen sind, übernommen. Dies beinhaltet auch die Forderungen sowie Anteile an den Tochtergesellschaften.

Der Immobilienbesitz in Offenbach bestand im Wesentlichen aus dem Betriebsgelände in Offenbach an der Mühlheimer Straße sowie dem Grundstück am Standort in Mainhausen. Das Betriebsgrundstück in Offenbach umfasste rund 242.000 m 2 mit aufstehenden Bürogebäuden mit einer Fläche von rund 12.000 m 2 und Produktions- und Lagergebäude mit einer Fläche von rund 55.000 m 2. Die Grundstücksfläche in Mainhausen betrug rund 85.000 m 2 mit Produktions- und Lagerflächen von rund 26.000 m 2 und Büroflächen von rund 3.000 m 2. Der Verkauf des gesamten Immobilienbesitzes an beiden Standorten erfolgte ebenfalls am 1. Februar 2012 an die manroland sheetfed GmbH. Im Vorfeld der Beurkundung musste neben der Sicherstellung der Lastenfreistellung durch die UniCredit Luxembourg S.A. zu deren Gunsten der überwiegende Teil des Grundbesitzes mit einer Grundschuld von 100 Mio. € belastet war, auch Einigkeit mit der Stadt Offenbach hinsichtlich eines Vorkaufsrechtes erzielt werden, was trotz enormen Zeitdruckes gelungen ist.

Die Verwertung des Grundbesitzes der manroland AG i.I. in Offenbach ist damit ebenfalls bis heute abgeschlossen.

Nach Abwicklung der obigen Kaufverträge und Durchführung der Versteigerung am Standort Augsburg waren die Betriebsgrundstücke in Plauen als auch der Markenname PLAMAG für den Standort Plauen und das bewegliche Anlagevermögen in Plauen noch nicht verwertet. Zudem waren auch die Forderungen aus dem Geschäftsbereich Rolle nicht übertragen worden. Außerdem bestanden noch einzelne für die operativen Bereiche nicht notwendige Beteiligungen, die noch separat verwertet und/oder die Gesellschaften liquidiert werden mussten.

Der Standort Plauen konnte trotz erheblicher Bemühungen erst zum 1. April 2013 für einen Kaufpreis in Höhe von 8,5 Mio. € an die IBS GmbH veräußert werden. Die Betriebsfortführung erfolgte ab dem 1. Februar 2012 im Rahmen des Insolvenzverfahrens.

Der Grundbesitz in Plauen umfasst den ehemaligen Standort der Firma PLAMAG mit einer Fläche von rund 68.000 m 2, mit aufstehenden Verwaltungsgebäuden mit einer Nutzfläche von rund 10.000 m 2 und Produktions- und Lagergebäuden mit rund 58.000 m 2. Die Gebäude befinden sich in einem verhältnismäßig guten Zustand. Nach erfolgtem Personalabbau bestand allerdings ein beträchtlicher Leerstand. Im Focus der Verkaufsbemühungen stand die Erhaltung des Betriebes im größtmöglichen Umfang. Gespräche mit Investoren, die den Standort insgesamt erwerben wollten, wurden ebenso geführt wie Verkaufsverhandlungen mit Interessenten, die einzelne Gebäude oder Grundstücke erwerben oder mieten wollten. Bereits vor Insolvenzeröffnung wurden nicht betriebsnotwendige Grundstücksteile verkauft.

Aus dem heute noch vorhandenen Restvermögen, vor allem Anteile an zum großen Teil insolventen Beteiligungsgesellschaften, sind keine nennenswerten Massezuflüsse mehr zu erwarten.

Der Abschluss des Verfahrens ist für Ende des Jahres 2015 vorgesehen. Die Insolvenzgläubiger erhalten aus heutiger Sicht eine marginale Quote im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

 

Augsburg, den 24. April 2015

manroland AG i.l.

Gez. Werner Schneider, Wirtschaftsprüfer als Insolvenzverwalter

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der manroland AG i. I., Offenbach am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Insolvenzverwalters der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Mit Ausnahme der im nachfolgenden Absatz unter b) dargestellten Prüfungshemmnisse haben wir unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Insolvenzverwalters sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung mit der im nachfolgenden Absatz unter b) dargestellten Ausnahme eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat mit Ausnahme der folgenden Einschränkungen zu keinen Einwendungen geführt:

a)

Entgegen der Verpflichtung des § 285 Nr. 4 HGB hat die Gesellschaft den Umsatz nicht nach Regionen aufgeschlüsselt.

 

Entgegen der Verpflichtung des § 285 Nr. 25 HGB hat die Gesellschaft bei der Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB keine Angaben über die Anschaffungskosten, die beizulegenden Zeitwerte der verrechneten Vermögensgegenstände, den Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden sowie die verrechneten Aufwendungen und Erträge gemacht.

b)

Wir haben nicht an der Inventur teilgenommen und konnten auch durch alternative Prüfungshandlungen keine hinreichende Sicherheit über den Bestand der in der Bilanz in Höhe von EUR 42.791.279 ausgewiesenen Vorräte gewinnen.

 

Die in der Bilanz in Höhe von TEUR 191.138 ausgewiesenen Pensionsrückstellungen stimmen nicht mit den angemeldeten Werten zur Insolvenztabelle oder dem vorläufigen Pensionsgutachten überein.

Es wurde uns keine unterschriebene Betriebsvereinbarung des Anfang 2012 abgeschlossenen Interessenausgleiches vorgelegt, sodass wir nicht beurteilen konnten, ob bereits eine sonstige Rückstellung von EUR 18.000.000 zum Geschäftsjahresende hätte erfasst werden müssen bzw. ob die Ermittlung dieses Betrages zutreffend ist.

Mit diesen Einschränkungen entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Mit den genannten Einschränkungen steht der Lagebericht in Einklang mit einem den gesetzlichen Vorschriften entsprechenden Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Frankfurt am Main, den 24. April 2015

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Pürsün, Wirtschaftsprüfer

Krieger, Wirtschaftsprüfer

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