Stammdaten

Register
Amtsgericht Potsdam HRB 36413
Eingetragen
23.1.2014
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von nichtelektrischen HaushaltsgerätenHerstellung von Haushalts- oder Hauswirtschaftsartikeln aus Kunststoffen
Gegenstand
Die Produktion von und Handel mit Produkten aus Blättern und anderen biologisch abbaubaren und regenerativen Materialien, im Allgemeinen, jedoch nicht ausschließlich, mit Tellern und Verpackungen aus Blattwerk, unter der Marke "Leef" oder weiterer der Gesellschaft zustehender Marken.

Finanzübersicht

Historie

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Wirtschaftlich Berechtigte

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Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
72.832 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Leef Blattwerk GmbH

Potsdam

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023



1. Grundlegende Informationen zur Gesellschaft

Dieser Lagebericht wird freiwillig erstellt.

Die Leef Blattwerk GmbH (LEEF) mit Sitz in Potsdam wurde am 3. Januar 2004 gegründet und ist ein aufstrebender Hersteller von nachhaltigen Produkten aus Palmblatt. Der Geschäftszweck umfasst die Entwicklung und den Vertrieb von Produkten aus Palmblatt. LEEF gehört mit einem der umfangreichsten Produktsortimente zu den größten Palmblatt-Vertriebsgesellschaften Europas. Die Gesellschaft ist seit Oktober 2023 eine 100%ige Tochter der Leef Holding UG (haftungsbeschränkt) (im Folgenden: Leef Holding oder Holding) und international tätig. Ihr aktueller Fokus liegt auf der Entwicklung und dem Vertrieb von Produkten für den Bereich Food und Feod-Verpackung. Mitanhaltenden Investitionen in Forschung und Entwicklung, um qualitativ hochwertige und maßgeschneiderte Lösungen zu bieten, blieb das Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 noch defizitär. Der Aufbau von Kundenbeziehungen im traditionell eher konservativen Großhandelsgeschäft bis zur ersten Belieferung dauert erfahrungsgemäß lange. Zeiträume von einem halben bis zu zwei Jahren sind üblich. Je größer die Distributionsstrukturen des Kunden, desto länger dauern in der Regel die Anbindungsprozesse. Zunehmend aufwändig sind Compliance-Prozesse, besonders von global operierenden Unternehmen, die in der Regel dem eigentlichen Anbindungsprozess vorgelagert sind und die Gesamtdauer verlängern.
Die Gesellschaft ist seit 2023 eingebunden in eine Unternehmensstruktur, in der die Leef Holding als verwaltende Dachgesellschaft fungiert. Neben der LEEF ist noch die Vertriebsgesellschaft Leef Blattwerk Latin America S.A., Panama City, Panama Teil der Unternehmensstruktur. An beiden genannten Gesellschaften hält die Leef Holding 100% der Anteile. Die Holding hält darüber hinaus eine Beteiligung in Höhe von 10% an der Leef lndia Products Pvt. Ltd., Coimbatore, Indien CLIP). Die LIP war der Hauptproduzent im Geschäftsjahr 2023.
LEEF ist in diesem Verbund die maßgebliche operative Gesellschaft. Sie vereint von der Produktentwicklung, über die Produktionsüberwachung bei den indischen Herstellern, die Steuerung der internationalen See- und Land-Logistik alle Prozessketten bis in den internationalen Vertrieb. Für dieses Geschäftsmodell beschäftigt LEEF zum Jahresende 2023 14 Mitarbeiter. Die Produktion findet außerhalb der berichtenden Gesellschaft statt. Zur Absicherung ihrer Entwicklungen meldet die Gesellschaft Patente an, wenn die Schöpfungshöhe für Patentierungen aussichtsreich erscheint. Die Patentanmeldungen erfolgen sukzessive in Europa und werden danach auf die USA und Indien erweitert. Wo es sinnvoll erscheint, werden Gebrauchsmuster angemeldet.
Die Gesellschaft versteht sich als Materialspezialistin, die mit der Verwendung eines klimaneutralen Materials (den Blättern) einen besonderen Beitrag zum Klimaschutz leistet und mit einer sozialverträglichen Produktion im globalen Süden einen starken sozialen Impact erzielt. LEEF ist bestrebt, dauerhafte und langjährige Beziehungen zu etablieren und damit dem verwendeten Material eine möglichst weite Verbreitung zu ermöglichen, Plastik zu vermeiden und wenig nachhaltigen Alternativmaterialien eine attraktive und nachhaltigere Lösung entgegenzuhalten.
Die Sicherheit und den Schutz der Arbeitnehmer und ihrer Arbeitnehmerrechte im globalen Süden sichert die Gesellschaft über anerkannte und regelmäßig erneuerte Zertifizierungen.

2. Wirtschaftsbericht

Konjunkturelle Entwicklung und gesamtwirtschaftliche Lage

Im Geschäftsjahr 2023 sah sich die Gesellschaft, wie viele Unternehmen, erheblichen Herausforderungen gegenüber. Die globalen wirtschaftlichen Bedingungen waren geprägt von geopolitischen Unsicherheiten, hohen Inflationsraten und steigenden Zinsen. So ist das Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt in Deutschland um 0,3% zurückgegangen (1). Erschwerend kommt hinzu, dass die Inflationsrate in Deutschland 2023 bei 5,9% auf sehr hohem Niveau lag (2). Besonders belastend war die hohe Inflation 2023, weil sie auf einem bereits hohen Vergleichsniveau berechnet wurde, nachdem 2022 die Inflationsrate bei historisch hohen 6,9% gelegen hat (1). Zusammengenommen haben diese beiden Faktoren das zur Verfügung stehende Einkommen für nicht notwendige Konsumausgaben stark negativ beeinflusst. Da Deutschland der Hauptabnehmermarkt für LEEF ist, haben sich auch diese wirtschaftlichen Rahmenbedingungen negativ auf den Absatz ausgewirkt. Der belieferte Markt von LEEF ist jedoch nicht auf Deutschland beschränkt, sondern europäisch geprägt, da Großkunden der LEEF europaweit distribuieren. In Europa (EU27) ist das Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich zwar positiv, weist im Jahresverlauf aber eine schwächer werdende Tendenz auf. Lag die Steigerungsrate des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal des Geschäftsjahres noch bei +5,7% im Vorjahresvergleich, so ist sie im vierten Quartal bereits auf +1,7% abgesunken (3). Auch das ist wie in Deutschland im Zusammenhang mit einer sehr hohen Inflationsrate von 6,4% (im Vorjahr 9,2%) zu sehen (4) Auch im Herstellerland Indien ist ein ähnliches Bild zu verzeichnen, obwohl das BIP­ Wachstum in Indien 2023 bei 7,8% gelegen hat, bei einer etwas geringeren Inflationsrate von 5,6%. (5) Diese Faktoren hatten signifikante Auswirkungen auf die internationalen Lieferketten sowie auf die Investitionsbereitschaft der Kunden. Das Neukundenpotenzial war stark eingeschränkt, weil das Geschäft vieler Großhändler gemäß ihren eigenen Angaben noch immer stark von der Corona-Pandemie geprägt gewesen ist - Lieferungen sind teils mit jahrelanger Verspätung eingetroffen, belegen Lagerkapazitäten und binden dringend erforderliches Kapital.
Zudem haben viele Großhändler finanzielle Engpässe, da sich die Insolvenzen und Geschäftsaufgaben innerhalb der gastronomischen Kundschaft häufen. In Deutschland haben etwa 10% aller gastronomischen Betriebe geschlossen (6). In der Folge ist die Großhandelsbranche für die Gastronomie von Zurückhaltung geprägt und besonders der Bereich der nachhaltigen Verpackungen litt unter den europäischen Nachfrageschwächen. Das hat die Geschäftsführung dazu veranlasst, das Risikomanagement zu schärfen und einige mittelfristig geplante Vorhaben der Markterweiterung und der Diversifizierung vorzuziehen.


(1) https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html
(2) https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html
(3) https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Wirtschaft- Finanzen/BIP-EU-Uebersicht.htm1#448284
(4) https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Wirtschaft- Finanzen/1nflation.htm 1
(5) https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regio nen/1nternationales/Thema/allgemeines-regionales/G20/G20.htm1
(6) lhttps://www.creditreform.de/footer/creditreform/presse/shownews/show/krisenauswirkungen-in-der-gastronomie-  8000-schliessungen-seit-2020

3. Geschäftsverlauf

Trotz der wie unter Punkt 2, Wirtschaftsbericht, beschriebenen schwierigen Rahmenbedingungen, konnte LEEF im Geschäftsjahr 2023 sein Ordervolumen von 748 TEUR auf 955 TEUR erhöhen. Die Umsatzerlöse treten bedingt durch verlängerte Produktionszeiten und mitunter schwer kalkulierbare Frachtzeiten erst mit erheblicher Verzögerung ein. Das Geschäftsjahr 2022 war durch positive Sondereffekte geprägt, da Lieferverzögerungen der Coronajahre zu verzögerten Anlieferungen im Jahr 2022 geführt haben; konkret wurden die üblichen Lieferzeiten teilweise um mehrere Monate überschritten, was dazu führte, dass Lieferungen, die normalerweise im Jahr 2021 ausgeführt worden wären, ins Jahr 2022 verschoben werden mussten. So ergab sich ein Rückgang der im Geschäftsjahr realisierten Umsatzerlöse von 1,3 Mio. EUR in 2022 auf 1,0 Mio. EUR in 2023. Ein Umsatzzuwachs konnte aufgrund der nicht fertiggestellten neuen Produkte nicht realisiert werden. Die realisierten Umsatzerlöse 2023 basieren auf stabilen Bestellvolumen für die bereits im Vorjahr bestehenden Produkte.
Dennoch blieb die Entwicklung erheblich hinter den Erwartungen zurück. Ein wesentlicher Grund war der Wechsel des Herstellers für die Deckelsysteme aus Papier, die für die Take-Away- und Delivery-Serien erforderlich sind. Der ursprüngliche Hersteller hat sich in der Lieferung als nicht ausreichend zuverlässig herausgestellt, weswegen ein Wechsel zu einem großen, international etablierten Hersteller vollzogen wurde. Die dort erforderliche Entwicklungsphase für die Deckelsysteme nahm rund neun Monate in Anspruch. Das Akquirieren von neuen Kunden und das Heben von Upselling-Potenzial war damit nahezu ausgeschlossen.
Da die Gesellschaft aktuell noch nicht profitabel operiert, geht das Verschieben solcher Produkteinführungen direkt zulasten des Eigenkapitals.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 hat die Gesellschaft einen weiteren Teil ihrer Diversifizierungsstrategie begonnen. Ende des ersten Halbjahres 2024 wurden erstmals Produkte außerhalb des Einweg-Feod-Segmentes direkt an Endkonsumenten über den Onlineversandhändler Amazon vertrieben. Ziel ist es, in mehreren geplanten Wellen neue Produkte in verschiedenen Produktkategorien zu etablieren - hierfür wurden 2023 die Grundlagen geschaffen. Die Anfang 2024 auf die Plattform gestellten Produkte wurden 2023 entwickelt.
Da große Kunden von LEEF europaweit distribuieren, ist ein erheblicher aber mangels belastbarer Datengrundlagen nicht bezifferbarer Anteil der Inlandslieferungen für das europäische Ausland gedacht. Daher sind auch formale Inlandsgeschäfte Teil der lnternationalisierungsstrategie von LEEF.
Ein weiterer wichtiger Leistungsindikator der Gesellschaft ist der Rohertrag aus den Warenbewegungen sowie die Rohertragsmarge. Der Rohertrag definiert sich aus Umsatzerlösen abzüglich Wareneinsatz und Transportkosten. Dieser ist neben wenig veränderlichen Einkaufs- und Verkaufspreisen maßgeblich durch die Kosten der Seelogistik beeinflusst. Dieser Indikator hat sich 2023 auf 183 TEUR oder 18% verbessert (i. Vj. 106 TEUR oder 8%).

4. Ertragslage

- Umsatz: 1.028 TEUR (Vorjahr: 1.304 TEUR)

- Rohertrag: 183 TEUR (Vorjahr: 106 TEUR)

- Jahresfehlbetrag:1.607 TEUR (Vorjahr: 1.288 TEUR)

Das Defizit resultierte im Wesentlichen daraus, dass der erforderliche Umsatzzuwachs noch nicht erreicht wurde. Der für die Profitabilität des Gesamt-Geschäftsmodells erforderliche Umsatz konnte noch nicht realisiert werden. Um dieses Umsatzvolumen zu erreichen, müssen die Produktionskapazitäten im Herstellungsland Indien erweitert und Kunden parallel mit dem Wachstum der Produktionskapazitäten hinzugewonnen werden. Die Produktionskapazitäten können sowohl mit erhöhten Produktionskapazitäten beim verbundenen Lieferanten (Leef lndia Products) realisiert werden, aber auch im bestehenden Clustersystem mit einem oder alternativ mehreren Lieferanten. Der verzögerte Vertrieb der Unternehmensanleihe, der für eine Zentralisierung der Produktion beim verbundenen Lieferanten genutzt werden sollte, hat dazu geführt, dass alternative Strategien ausgearbeitet wurden.
Der Umsatz im Berichtszeitraum (1.028 TEUR, im Vj. 1.304 TEUR) ist im Wesentlichen mit den klassischen Palmblattmodellen für Einweg-Geschirr erzielt worden. Die Umsatzgröße ist zwar wesentlicher Leistungsindikator für den Erfolg der Gesellschaft. Durch eine von äußeren Einflüssen beeinflusste Seelogistik gibt dieser Leistungsindikator jedoch ein unzutreffendes Bild über die Leistungsentwicklung ab. Um die Leistungsentwicklung der Gesellschaft beurteilen zu können, wird das Bestellvolumen im Berichtszeitraum ebenfalls betrachtet. Im Berichtszeitraum nahmen die Bestellungen um 28% von 748 TEUR im Vorjahr auf 954 TEUR im Berichtsjahr zu.
Wesentlich für die Ertragslage ist zudem der Rohertrag und die Rohertragsmarge. Im Berichtsjahr ist der Rohertrag von im Vorjahr 106 TEUR auf im Berichtsjahr 183 TEUR gestiegen. Im Wesentlichen bedingt durch die Logistikkosten stieg damit die Rohertragsmarge (Wareneinsatz zzgl. Transportkosten/Umsatzerlöse) von 8% im Vorjahr auf 18% im Berichtsjahr.
Bei allen bestehenden Kunden ist LEEF nach eigenen Erkenntnissen nach wie vor einziger Lieferant für Produkte aus Palmblatt und hat also trotz der Verzögerungen bei den Verpackungsprodukten seine im Wesentlichen exklusive Rolle bei seinen Kunden aufrechterhalten.
Trotz weltweit hoher Inflationsraten (7) in 2023 konnten die Einkaufs- und Verkaufspreise weitestgehend stabil gehalten werden.
2022 wurde die Materialaufwandsquote stark durch erhöhte See-Logistikkosten beeinflusst. Dadurch hat sich die Materialaufwandsquote (Materialaufwand/Umsatzerlöse) 2023 merklich von 92% auf 82% verbessert.

(7) https://www.imf.org/external/datamapper/PCPIPCH@WEO/OEMDC/ADVEC/WEOWORLD

Der Personalaufwand ist durch Restrukturierungsmaßnahmen von 874 TEUR (Vj.) auf 765 TEUR gesunken. Der sonstige betriebliche Aufwand ist von 437 TEUR (Vj.) auf 908 TEUR angestiegen. Der wesentliche Grund hierfür sind die Vermittlungskosten für externe Nachrangdarlehen und einer damit im Zusammenhang stehenden Kapitalerhöhung (154 TEUR, im Vj. 0 TEUR), Emissionskosten der Unternehmensanleihe (104 TEUR, im Vj 9 TEUR) sowie stark angestiegene Rechts- und Beratungskosten (164 TEUR, im Vj. 62 TEUR), die ebenfalls stark durch die Kapitalmaßnahmen beeinflusst sind. Die Abschluss- und Prüfungskosten stiegen von 36 TEUR (Vj.) auf 44 TEUR.

5. Finanzlage

Die Finanzlage der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2023 weiterhin angespannt. Die Eigenkapitalquote beträgt -73% (im Vorjahr -81%). Die liquiden Mittel beliefen sich auf 9 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR) und die Gesellschaft verfügt über eine Kreditlinie in Höhe von 500 TEUR bei ihrer Hausbank, die auch die Kreditkartenlimits von 7 TEUR beinhaltet.

Um die Finanzlage zu verbessern hat LEEF zur Jahresmitte eine Crowdinvesting-Aktion gestartet und innerhalb von wenigen Wochen mit einem Nachrangdarlehen in Höhe von 748 TEUR abgeschlossen.
Das Darlehen hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird marktüblich verzinst.

Um die Finanzlage weiter zu verbessern und vor allem, um das Beteiligungsvorhaben beim Hersteller in Indien zu finanzieren, hat LEEF im November 2023 eine Unternehmensanleihe mit einem Gesamtvolumen von 5 Mio. EUR im Primärmarkt emittiert. Der Primärmarkt läuft noch bis November 2024. Zum 31.12.2023 waren Anleihen im Wert von 140 TEUR gezeichnet.

Die Beteiligung am Hersteller wird auf Ebene der Muttergesellschaft bei der Leef Holding aktiviert. Die Finanzierung wird über ein Upstreamdarlehen von der Tochter- an die Muttergesellschaft realisiert und marktüblich verzinst. Die Möglichkeit, Beteiligungen von der Single-Supplier-Strategie in eine Multi-Supplier-Strategie zu überführen, ist davon unberührt.

Die Investitionen im Jahr 2023 beliefen sich auf 156 TEUR, wovon der Großteil (94 TEUR) in die Entwicklung und Patentierung neuer Produkte floss. Die Erweiterung der Büroräume und der Investitionsbedarf in neue Arbeitsplätze (Betriebsausstattung i.H.v. 46 TEUR) stellen einen weiteren, kleineren Posten dar.

Die aus der Liquiditätsplanung abgeleiteten Erfordernisse an finanziellen Mitteln werden mittels eines monatlichen Cashflow-Forecasts ermittelt. Im August 2024 wurden Anleihen im Primärmarkt von 1.000 TEUR gezeichnet. Die Gesellschaft hat durch die vereinbarte Kapitalerhöhung in Höhe von 200 TEUR und durch ein Abrufdarlehen von Gesellschaftern in Höhe von 670 TEUR (Abschluss beider Maßnahmen im September 2024) Kapitalmaßnahmen durchgeführt, die eine ausreichende Liquidität sicherstellen

6. Vermögenslage
Die Vermögenslage der Gesellschaft stellte sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

- Anlagevermögen: 656 TEUR (Vorjahr: 78 TEUR)

- Umlaufvermögen: 413 TEUR (Vorjahr: 555 TEUR)

- Eigenkapital: 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR)

- nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag: 3.053 TEUR (Vorjahr: 2.667 TEUR)

- Fremdkapital: 4.162 TEUR (Vorjahr: 3.309 TEUR)

Die Zunahme des Anlagevermögens ist hauptsächlich auf die Gewährung von Darlehen (u.a. Upstreamdarlehen an die Leef Holding) zurückzuführen, die als Ausleihungen an verbundene Unternehmen in den Finanzanlagen aktiviert sind. Im Umlaufvermögen ist die Rückzahlung einer Warenvorauszahlung durch den Lieferanten der wesentliche Grund für den Rückgang.
Der Anstieg des Fremdkapitals ist im Wesentlichen plangemäß über die Aufnahme von Nachrangkapital erfolgt und wird durch die Erhöhung des Verlustvortrages verstärkt. Die Geschäftsführung erachtet den Anteil des Fremdkapitals als vertretbar.
Zusammenfassend ist zu konstatieren, dass die Liquiditätslage angespannt ist, aber dass mit den Maßnahmen zur Liquiditätssicherung geeignete Instrumente implementiert wurden, insbesondere die Kapitalerhöhung und das Abrufdarlehen, um die Lage beherrschbar zu halten.

7. Nachhaltigkeit (8)

Das Geschäftsmodell der Gesellschaft hat einen starken intrinsischen Aspekt, bezogen auf die Nachhaltigkeit. Die Verwendung eines nativ klimaneutralen Materials reduziert den C02- Fußabdruck bereits maßgeblich.
Die Gesellschaft hat erstmals für das Geschäftsjahr 2022 eine vollständige C02-Bilanz erstellt, die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht ist. Bilanziert werden Scope 1 bis 3 des Greenhouse Gas Protocol. Alle nicht vermeidbaren C02-Äquivalente werden mittels ausgewählter offsetting-Projekte kompensiert. Dies erfolgt zum einen vereinbarungsgemäß direkt beim See­ logistiker. Alle weiteren Kompensationen werden von der Gesellschaft unter Beauftragung eines Offsetting-Partners in Eigenregie vorgenommen. Alle Unterlagen hierzu sind ebenfalls über die Internetseite einzusehen. https://company.leef.bio/en/climate-neutrality/

(8) keine Pflichtangabe im Lagebericht, lageberichtsfremd und daher nicht durch den Abschlussprüfer geprüft

8. Risikobericht

Die Gesellschaft hat ein umfassendes Risikomanagementsystem etabliert, um die wesentlichen Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Die Hauptrisiken im Geschäftsjahr 2023 waren:

Marktrisiko: Abhängigkeit der Entwicklung in der Gastronomie und damit zusammenhängender Geschäftsfelder, wie z.B. den gastronomischen Großhändlern. Dieses Risiko wird von der Gesellschaft als mittel eingeschätzt.
Die Gastronomie ist in vielen Ländern unter erheblichem Kostendruck. Zum einen resultierend aus der allgemein angespannten wirtschaftlichen Lage, die zu verringerten Budgets für Freizeitaktivitäten führt, zum anderen sind teilweise erhebliche Rückzahlungen von Corona­ Darlehen zu leisten unabhängig davon herrscht zudem ein sehr stark ausgeprägter Personalmangel und die ganze Branche befindet sich in einem finanziell angespannten Umfeld'9l. Die Auswirkungen davon sind deutlich beim dahinterstehenden Großhandel zu spüren, der sich vor zusätzlichen Risiken, die sich aus neuen Produkten ergäben, scheut.
LEEF fokussiert daher sein Engagement in der Erschließung neuer internationaler Märkte, um so regionale Risiken zu minimieren. Daraus entstehende mögliche Logistikrisiken werden zum einen durch die Diversifizierung der Seestrecken reduziert, auch durch den Fokus auf die Lieferbedingung FOB (free on board), sprich, der Kunde trägt u.a. die Logistikkosten.
Des Weiteren setzt die Gesellschaft Projekte auf, die außerhalb der Gastronomie beheimatet sind, um die Abhängigkeit von dieser Sparte abzumildern. So wird der Vertrieb über den Onlineversandhändler Amazon aufgebaut und in diesem Rahmen Produkte außerhalb des Einweg­ Food-Segmentes direkt an Endkonsumenten verkauft.
Produktionsvolumen-Risiko: Bei der Zusammenarbeit mit neuen Großkunden muss die Lieferfähigkeit sichergestellt werden. Zusätzlich muss das Wachstum bei Kundenaufträgen mit dem Wachstum des Produktionsvolumens innerhalb der Qualitätsmatrix sichergestellt werden.
Grundsätzlich gibt es hier zwei gangbare Wege. Die Gesellschaft hat sich bereits mittelbar über die Muttergesellschaft mit 10% am Kapital des Hauptherstellers beteiligt und diese kann perspektivisch weiter ausgebaut werden.
Möglich geworden ist nach dem Bilanzstichtag aber auch der Weg, mehrere Hersteller in einer Multi-Supplier-Strategie zusammenzufassen. Das verringert einerseits auch das Herstellerrisiko und ist mittlerweile auch dazu geeignet, Kostenvorteile zu erzielen und das erforderliche Investitionsvolumen zu reduzieren.
Insgesamt schätzt die Gesellschaft dieses Risiko als mittel ein.

(9) https://www.dehoga-bundesverband.de/fi1eadmin/Startseite/06_Presse/DEHOGA-Book1et_Gastgewerbe_2023_ -_Bilanz_ und _Ausblick.pdf

Beschaffungsrisiko: Abhängigkeit vom Hersteller (siehe Produktionsvolumen-Risiko). Dieses Risiko wird von der Gesellschaft als klein eingeschätzt.
Liquiditätsrisiko: Die Gesellschaft ist bislang abhängig von Liquiditätszuflüssen, um die erforderlichen Vorhaben zu realisieren.
Das Liquiditätsrisiko hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum tendenziell erhöht, im Wesentlichen, weil sich der Launch der neuen Produktserien stark verzögert hat.
Grundsätzlich wäre das Liquiditätsrisiko ohne liquiditätssichernde Maßnahmen im aktuellen Reifegrad der Gesellschaft bestandsgefährdend, so dass mittels fortgeführten Vertriebs der Anleihe 2024 (Aug. 2024 i.H.v. 1.000 TEUR) eine geeignete Maßnahme getroffen wurde. Zudem wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von 200 TEUR sowie die Bereitstellung eines Gesellschafter­ Abrufdarlehens in Höhe von 670 TEUR im September 2024 durchgeführt, um das Liquiditätsrisiko maßgeblich einzudämmen.
Ein Ausgleich kann darüber hinaus auf verschiedene Arten erfolgen: zum einen ist es möglich, die Beteiligungsengagements in Indien zu verschieben bzw. zu reduzieren und auf bestehende, erweiterbare Cluster-Produktionen auszuweichen. Auch die beschriebene Multi-Supplier­ Strategie würde eine erhebliche Entlastung darstellen. Zum anderen werden darüber hinaus seitens der Geschäftsführung bereits Gespräche über die Stärkung der Eigenkapitalbasis geführt.
Die Risikolage ist insgesamt komplex. Sie ist jedoch aus Sicht der Geschäftsführung handhabbar. Für alle Risikoaspekte haben bereits im Vorfeld Maßnahmen bereitgestanden, die teilweise vor und teilweise nach dem Bilanzstichtag angegangen wurden. Das Risikomanagement hat seine Funktionsfähigkeit mehrfach unter Beweis gestellt und eröffnet der Geschäftsführung vorbereitete Reaktionsmöglichkeiten.

9. Chancenbericht

Die wichtigsten Chancen für die Gesellschaft im kommenden Jahr liegen in folgenden Bereichen:

Neue Märkte: Erschließung weiterer Märkte.

Im Geschäftsjahr wurde der Markteintritt in Asien, Südamerika und Nordamerika vorbereitet. Die Gesellschaft sieht in der Markterweiterung ein hohes Wachstumspotenzial, zumal die Produkte, auf denen auf den Messen und in den Vorgesprächen das größte Kundeninteresse lag, exklusiv von LEEF geliefert werden.
Innovationen: Entwicklung von Lösungen im Bereich nachhaltiger Verpackungen und von Konsumprodukten aus Palmblatt.
Insbesondere bei den Konsumprodukten wurden im Geschäftsjahr mehrere Launches für Amazon vorbereitet.
Lizenzproduktion und -verkauf: Die Gesellschaft hat die Möglichkeit, Lizenzen für die Produktion und den Verkauf der Produkte zu erteilen, an denen sie die Rechte hält. So lassen sich zusätzliche Umsatzstränge erzielen. Insbesondere bei einem Wechsel zu einer Multi-Supplier-Strategie kommt dieser Möglichkeit eine besondere Bedeutung zu.
Kundenbindung: Vertiefung der Kundenbeziehungen durch maßgeschneiderte Lösungen. Diese Bemühungen sind darauf ausgerichtet, langfristige Partnerschaften zu stärken und eine hohe Kundenzufriedenheit zu gewährleisten.
Upselling-Potenzial: Ausweitung des realisierten Umsatzes bestehender Kunden mittels neuer Produkte. Hierbei handelt es sich nicht um Ersatz bestehender Produkte, sondern um die Ausweitung der Produktpalette auf weitere Anwendungen.
Klimaschutzgesetzgebung: Auch wenn die Wirkung des Plastikverbots aus 2021 nur bedingt Wirkung zeigt, so ist mit einer weiteren Verschärfung der Gesetzgebung zu rechnen. LEEF bietet Produkte aus einem nativ klimaneutralen Material und kompensiert den vergleichsweise geringen C02-Fußabdruck vollständig über Scope 1 bis 3 des Greenhouse Gas Protocols (10).Vollständig kompensierte Produkte belasten nicht die C02-Fußabdrücke der Kunden.

10. Forschungs- und Entwicklungsbericht

Die Gesellschaft investierte im Jahr 2023 stark über Ihre interne Entwicklungsabteilung in Forschung und Entwicklung. LEEF betreibt eine eigene Produktentwicklung mit einem Mitarbeiter und seit Dezember 2023 mit zwei Mitarbeitern, stark unterstützt durch den Gründer und Geschäftsführer der Gesellschaft. 94 TEUR wurden im Berichtsjahr für die Patentierung neuer Entwicklungen in der Handelsbilanz aktiviert.
Es wurden eine Reihe von neuen, innovativen Produkten entwickelt und patentiert, darunter:

- Produktionsverfahren für die Versiegelung von Blattprodukten mittels einer Folie

- Verschlusssysteme aus Papier für verschiedene Take-Away-Verpackungen

Die Erweiterung der Produktpalette soll über die damit zusammenhängenden Alleinstellungsmerkmale das zukünftige Wachstum der Gesellschaft sichern.

11. Personalbericht

Zum Stichtag 31. Dezember 2023 beschäftigte die Gesellschaft 14 Mitarbeiter (Vorjahr: 12). Der leichte Personalaufbau resultiert aus der Stärkung der Produktentwicklung und Veränderungen im Vertrieb.
Die schwierige Situation am Personalmarkt ist bei der Besetzung neuer Rollen oder auch im Ersatz von bereits vorhanden Rollen - im Zuge einer normalen Fluktuation - belastend. Die Zeiträume für das Finden geeigneter Mitarbeiter haben sich deutlich erhöht, zunehmend muss externes Recruiting in Anspruch genommen werden - aber auch solche Formen des Personal Recruitings nehmen lange Zeiträume in Anspruch.

(9) https://com pany.leef.bio/en/climate-neutrality/

12. Prognosebericht

Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet die Gesellschaft trotz anhaltender Unsicherheiten ein Umsatzwachstum von ca. 30%. Der Fokus wird weiterhin auf der Erschließung neuer Märkte und dem Ausbau der Produktpalette liegen. Der Rohertrag wird geplant zwar auf absolut 238 TEUR zunehmen, bleibt im Plan für 2024 aber wegen der volatilen Logistikkosten mit 18% vermutlich auf Vorjahresniveau.
An der wesentlichen indischen Produktionsfirma hält die Holding aktuell einen Anteil von 10 %, der im laufenden Geschäftsjahr 2024 ausgebaut werden soll. Ein entsprechendes Share Subscription Agreement befindet sich zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung bereits in Ausarbeitung.
Alternativ zur Erweiterung der Beteiligung kann auch eine Multi-Supplier-Strategie umgesetzt werden. Die Bedingungen für eine solche Alternative haben sich bis zur Erstellung dieses Jahresabschlusses deutlich verbessert. So ist die Kooperationsbereitschaft bei den indischen Suppliern deutlich angestiegen, insbesondere nachdem der Inlandsmarkt für Palmblattprodukte in Indien merklich geschrumpft ist. Außerdem steigt der Professionalisierungsgrad zunehmend, so dass sich mehr und mehr Hersteller an westlichen Standards orientieren, unseren Vorstellungen einer Lieferantenqualifizierung entsprechen, um somit in eine Multi-Supplier-Strategie eingeschlossen zu werden. Die Gesellschaft hat nach Evaluierung der Qualifikationen der Supplier zwei für eine mögliche Zusammenarbeit ausgewählt.
Ein wesentlicher Wachstumsfaktor sind die verschließbaren Produktserien, die auf den Take­ Away-Markt zielen. Deren Markteinführung war bereits im ersten Halbjahr 2023 geplant. Die erhebliche Verzögerung ist auf den Wechsel beim Papier-Supplier zurückzuführen, der schon aufgrund der Größe der Gesellschaft erhebliche Anlaufzeiten bei der Implementierung verschiedener Besonderheiten aufwies. Nachdem für diese Produkte nunmehr die Entwicklungsphase abgeschlossen wurde und in die reguläre Produktion übergegangen wurde, überwiegen jetzt die Vorteile einer zuverlässigen Belieferung, einer gleichbleibend hohen Qualität und einer guten Kommunikation.
Die neuartigen, verschließbaren Produkte (für Sushi, Burger, Salate und andere Take-Away­ Produkte) lassen einerseits ein Upselling-Potenzial bei bestehenden Kunden zu und sind andererseits ein Ankerprodukt für Neukunden. Diese lassen sich sowohl in Europa als auch auf den amerikanischen Kontinenten realisieren. Die Kunden werden sukzessive mit Mustern zum Testen und für interne Vertriebstests ausgestattet, das betrifft bestehende, aber auch potenzielle Neukunden. Die Kunden befinden sich bezüglich der neuen Produkte in der Evaluierungsphase.
Die USA stellen für LEEF den nächsten großen Wachstumsmarkt dar, der im Jahr 2024 mit zwei Messen bespielt wird. Mit ersten Bestellungen rechnet die Gesellschaft bereits 2024. Das Wachstum wird in Zukunft sowohl durch innovative Produkte als auch durch die Ausweitung der Märkte erfolgen.
Ein weiteres Wachstumsfeld ist der Aufbau einer Produktpalette außerhalb des Einweg-Food­ Segmentes. Hierfür startet die Gesellschaft im zweiten Quartal 2024 den Launch einer ersten kleinen Produktserie auf Amazon in Deutschland. Nach einem erfolgreichen Start werden weitere Produktkategorien gelauncht und jede Kategorie nach und nach in einen europäischen Vertrieb auf Amazon überführt. Besonders gut performende Produkte oder Produktserien können dann potenziell wieder in den Großhandelsvertrieb übergeben und damit den B2B-Vertrieb überführt werden.
Die Gesellschaft erwartet, im Jahr 2024 weiterhin defizitär zu bleiben, plant jedoch, im Jahr 2025 das Defizit maßgeblich zu verringern und dann im Folgejahr gegen Jahresmitte den operativen Break Even auf Monatsbasis zu erreichen und damit die Grundlage für langfristige Profitabilität zu legen.

13. Abschließende Bemerkungen

Die Gesellschaft sieht sich gut für die Herausforderungen des kommenden Geschäftsjahres gerüstet. Der Fokus auf Innovationen und neue Märkte wird es der Gesellschaft ermöglichen, auch in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich zu bestehen.
Insgesamt blickt die Geschäftsführung vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2024. u. Es wird erwartet, dass die strategischen Investitionen in Produktentwicklung und Markterweiterung die Basis für zukünftiges Wachstum und Stabilität bilden werden.
Die Liquiditätssicherung erfolgt auf drei verschiedenen Ebenen. So wird erstens der Anleihevertrieb weiter forciert, es wurde im September 2024 eine weitere Kapitalerhöhung in Höhe von 200 TEUR vereinbart und ein verbleibendes Liquiditätsrisiko in Höhe von 670 TEUR wird über ein Abrufdarlehen von mehreren Gesellschaftern der Muttergesellschaft abgesichert.
Es besteht keine Konsolidierungspflicht in der Unternehmensgruppe.

Potsdam, den 24. September 2024

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 656.474,55 77.718,88
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 94.301,72 1.371,00
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 93.457,72  
2. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 844,00 1.371,00
II. Sachanlagen 25.296,00 57.240,00
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 25.296,00 57.240,00
III. Finanzanlagen 536.876,83 19.107,88
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 9.107,88
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 526.876,83  
3. Sonstige Finanzanlagen 10.000,00 10.000,00
B. Umlaufvermögen 413.370,68 554.713,61
I. Vorräte 104.807,88 117.041,82
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 299.593,31 432.658,98
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 139.223,72 59.216,88
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 61.615,00  
2. sonstige Vermögensgegenstände 160.369,59 373.442,10
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr -7.536,00  
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 8.969,49 5.012,81
C. Rechnungsabgrenzungsposten 11.454,80 9.492,98
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 3.053.222,00 2.666.713,16
Summe Aktiva 4.134.522,03 3.308.638,63

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 0,00 0,00
I. Gezeichnetes Kapital 72.832,00 57.139,00
II. Kapitalrücklage 2.675.218,00 1.470.911,00
III. Bilanzverlust 5.801.272,00 4.194.763,16
davon Verlustvortrag 4.194.763,16 2.906.456,52
IV. nicht gedeckter Fehlbetrag 3.053.222,00 2.666.713,16
B. Rückstellungen 42.227,00 21.734,00
C. Verbindlichkeiten 4.092.295,03 3.286.904,63
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.035.052,95 979.274,85
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 311.838,67 229.274,85
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 723.214,28 750.000,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 9.107,88
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 0,00 9.107,88
3. sonstige Verbindlichkeiten 3.057.242,08 2.298.521,90
davon sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 1.296.450,00 1.556.450,00
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 336.590,36 242.071,90
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 2.720.651,72 2.056.450,00
Summe Passiva 4.134.522,03 3.308.638,63

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 281.406,23 194.130,22
2. Personalaufwand 765.354,30 873.888,70
a) Löhne und Gehälter 626.026,88 714.776,57
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 139.327,42 159.112,13
davon für Altersversorgung 559,92 139,98
3. Abschreibungen 32.976,53 17.944,57
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 32.976,53 17.944,57
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 908.337,09 437.240,96
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 446,49 306,34
5. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 100,00 71,81
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 8.949,04 7.528,68
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 190.269,82 160.944,19
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 26,37 18,93
9. Ergebnis nach Steuern -1.606.508,84 -1.288.306,64
10. Jahresfehlbetrag 1.606.508,84 1.288.306,64
11. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 4.194.763,16 2.906.456,52
12. Bilanzverlust 5.801.272,00 4.194.763,16

Anhang

1. Allgemeine Angaben
Die Leef Blattwerk GmbH hat ihren Sitz in Potsdam und ist eingetragen in das Handelsregister beim: Registergericht: Potsdam

Register-Nr.: HRB 36413

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG).

Die Gesellschaft ist zum Abschlussstichtag als kleine Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 1 HGB einzustufen.
Größenabhängige Erleichterungen bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurden nur bei der Erstellung des Anhangs in Anspruch genommen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs 2 HGB aufgestellt.
Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierung- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen übernommen werden. Ein grundlegender Wechsel von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr fand nicht statt mit Ausnahme der erstmaligen Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen.
Die Gesellschaft hat in der Vergangenheit keine Jahresüberschüsse erzielt. Es handelt sich hierbei um erwartete Verluste, die sich durch Produktentwicklung, Markteinführung und Wachstum des jungen Unternehmens ergeben. Wie in der Vergangenheit ist die Gesellschaft auch im Prognosezeitraum von Barkapitalerhöhungen und Zuführungen von weiteren liquiden Mitteln durch Gesellschafter oder Investoren sowie von der erfolgreichen Umsetzung des Unternehmenskonzeptes und der Generierung der konzipierten Umsatzerlöse abhängig.

Durch verschiedene Kapitalmaßnahmen, die im Geschäftsjahr 2023 durchgeführt wurden, konnten das Eigenkapital und die Liquiditätssituation der Gesellschaft erheblich verbessert werden.

Dies betrifft zunächst im Jahr 2023 durchgeführte Erhöhungen des gezeichneten Kapitals um EUR 15.693,00 auf EUR 72.832,00 in Verbindung mit Einzahlungen in die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 1.204.307,00.
Darüber hinaus wurden im Jahr 2023 Nachrangdarlehen in Höhe von EUR 748.250,00 über eine Crowdinvestingkampagne eingeworben.
Zusätzlich konnten ab Dezember 2023 die ersten Einzahlungen (EUR 75.000,00) im Zusammenhang mit der Ausgabe von Schuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu EUR 5 Mio. vereinnahmt werden. Bis zum Bilanzstichtag waren bereits weitere Schuldverschreibungen in Höhe von EUR 65.000,00 gezeichnet.

Es sind im Jahr 2024 verschiedene Finanzierungsmaßnahmen vorgenommen worden bzw. geplant, um eine Bestandsgefährdung abzuwenden. So ist im September 2024 eine Kapitalerhöhung in Höhe von 200 TEUR verbindlich zugesagt und geplant, Schuldverschreibungen sind nach dem Abschlussstichtag bis zum Berichtszeitpunkt bereits in Höhe von 2.119 TEUR ausgegeben worden und darüber hinaus ist von mehreren Gesellschaftern ein Abrufdarlehen in Höhe von 670 TEUR zur Verfügung gestellt worden.

Die Liquiditätssituation der Gesellschaft erfordert fortwährende Bemühungen zur Sicherung der Finanzierung und vor diesem Hintergrund besteht unverändert eine wesentliche Unsicherheit bezüglich der Annahme der Unternehmensfortführung.

Da wir unverändert vom Erfolg unseres Unternehmenskonzepts sowie von der erfolgreichen Durchführung der geplanten Finanzierungsmaßnahmen ausgehen, haben wir den Jahresabschluss unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.
Mit Urkunde vom 27. September 2023 haben die bisherigen Gesellschafter ihre Anteile an der Leef Blattwerk GmbH in die Leef Holding UG (haftungsbeschränkt) eingebracht, die damit künftig die Alleingesellschafterin ist.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Im Jahresabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist.
Die Bilanzerstellung erfolgte unter vollständiger Verwendung des Jahresergebnisses.

Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden wird vom Grundsatz der Unternehmensfortführung (going-concern-Prinzip gemäß § 252 Abs. 1 Nummer 2 HGB) ausgegangen.

3. Erläuterungen zur Bilanz
Das Wahlrecht zur Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen nach § 248 Abs. 2 HGB wurde im Berichtsjahr erstmalig in Anspruch genommen. Die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände betreffen Entwicklungskosten für neue Produkte nebst Kosten der Patentierung. Die planmäßige Abschreibung beginnt erst in den Folgejahren nach Eintragung der Patente.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten bewertet und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Zugänge wurden zu Anschaffungskosten aktiviert.
Die Sachanlagen wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Der Anlagespiegel wurde als Anlage zum Anhang beigefügt. Soweit erforderlich sind die niedrigen beizulegenden Werte angesetzt worden. Zugänge wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet.
Für geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bis 800,00 EUR wurde in der Handelsbilanz aus Wesentlichkeitsgründen im Jahr der Anschaffung zugleich ein Abgang unterstellt.

Die Finanzanlagen betreffen im wesentlichen Ausleihungen an verbundene Unternehmern. Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgte zu Anschaffungskosten.
Die Vorräte wurden grundsätzlich mit Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren Markpreisen bewertet. Das strenge Niederstwertprinzip wurde beachtet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden zu Nennwerten bewertet. Das strenge Niederstwertprinzip wurde beachtet. Eine namentliche Einzelaufstellung ist vorhanden.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von EUR 77.608,72 (Vorjahr EUR 59.216,88) ein Darlehen an die Leef Latin America SA und im übrigen Forderungen aus einer Lieferung an die Leef India Products Private Limited.
Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen vor dem Bilanzstichtag gezeichnete und danach eingezahlte Schuldverschreibungen, Forderungen aus Umsatzsteuer sowie eine Kaution.
Der Ausweis der flüssigen Mittel am Bilanzstichtag erfolgte zu Nennwerten. Die ausgewiesenen Banksalden stimmen mit den Rechnungsabschlüssen der Kreditinstitute überein.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten wurden für Ausgaben vor dem Bilanzstichtag gebildet, welche Aufwendungen nach dem Bilanzstichtag betreffen.
Das gezeichnete Kapital beträgt EUR 72.832,00 (Vorjahr EUR 57.139,00). Der Bilanzverlust beträgt EUR -5.801.272,00 (Vorjahr EUR 4.194.664,82).

Die Rückstellungen sind in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt worden, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle zum Bilanzstichtag drohenden Verluste und ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken.
Die sonstigen Rückstellungen betragen EUR 42.227,00 (Vorjahr EUR 21.734,00).

Die Verbindlichkeiten enthalten sämtliche Verbindlichkeiten des Unternehmens. Sie wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages bewertet. Eine namentliche Einzelaufstellung ist vorhanden.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen EUR 1.035.052,95 (Vorjahr EUR 979.274,85). Darin enthalten ist ein Mezzanine Darlehen der ILB in Höhe von EUR 723.214,79 (Vorjahr 750.000,00) mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren. Im Übrigen haben die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten eine Restlaufzeit von weniger als 1 Jahr.
Die sonstigen Verbindlichkeiten setzten sich im Wesentlichen aus Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern (EUR 1.296.450,00, Vorjahr EUR 1.556.450,00) sowie im Geschäftsjahr eingeworbenen Nachrangdarlehen (EUR 748.250,00) sowie einer ausgegebenen Anleihe (EUR 140.000,00) zusammen.

In Höhe von EUR 2.044.700,00 enthalten die Darlehen Rangrücktritte im Sinne von § 19 Abs. 2 S. 2 InsO.

Das Nachrangdarlehen (EUR 748.250,00) und die Anleihe (EUR 140.000,00) haben eine Laufzeit von bis zu 5 Jahren.
In Bezug auf die Gesellschafterdarlehen ist unter Berücksichtigung der gewährten Rangrücktritte mit einer Rückzahlung in mehr als 5 Jahren zu rechnen.

Der "nicht durch Eigenkapitel gedeckte Fehlbetrag" zum 31. Dezember 2023 beträgt EUR 3.053.222,00 (Vorjahr EUR 2.666.713,16).

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt. Aufwendungen und Erträge wurden periodengerecht zugeordnet. Das Realisationsprinzip wurde beachtet. Besondere Wahlrechte wurden nicht in Anspruch genommen.
Die Umsatzerlöse wurden fast ausschließlich im Inland erzielt.

Die aktivierten Eigenleistungen betreffen den erstmaligen Ausweis selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände.
Der im Materialaufwand enthaltende Materialverbrauch wurde zu Anschaffungskosten bewertet.

Die Abschreibung auf das Anlagevermögen wurden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen.
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge bzw. Zinsen und ähnliche Aufwendungen beinhalten Erträge und Aufwendungen aus Finanzierungen.

Die Steuern aus Einkommen und Ertrag ergeben sich aus den steuerlichen Vorschriften. Sie belasten
In voller Höhe das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Für die Emission der Schuldverschreibungen sowie für die Vermittlung der Nachrangdarlehen sind im Berichtsjahr insgesamt einmalige Kosten in Höhe von 252 TEUR entstanden.

5 Sonstige Angaben

5.1  Allgemeine Angaben

Von den Erleichterungen nach § 288 HGB wurde Gebrauch gemacht. Die Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB wurde in Anspruch genommen.

Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 12 Arbeitnehmer beschäftigt.

5.2  Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB i.V.m. § 268 Abs. 7 HGB bestehen nicht.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus einem langfristigen Mietvertrag und einem Kfz-Leasingvertrag bestehen in Höhe von insgesamt EUR 209.145,39. In Höhe von EUR 40.786,68 beträgt die Restlaufzeit unter 1 Jahr, in Höhe von EUR 154.548,71 beträgt die Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre und im Übrigen mehr als 5 Jahre.

5.3  Geschäftsführer

Als Geschäftsführer war im Geschäftsjahr bestellt:

-  Claudio Fritz-Vietta

5.4  Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, das Jahresergebnis des laufenden Geschäftsjahres auf neue Rechnung vorzutragen.

5.5  Nachtragsbericht

Die Gesellschaft konnte bis Ende August 2024 weitere Schuldverschreibungen in Höhe von EUR 2, 199 Mio. platzieren.

Potsdam, den 24. September 2024

gez. Claudio Fritz-Vietta
____________________________________________
Leef Blattwerk GmbH



sonstige Berichtsbestandteile

Versicherung des gesetzlichen Vertreters
Jahresabschluss der Leef Blattwerk GmbH zum 31.12.2023

Ich versichere nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Leef Blattwerk GmbH vermittelt.
Des Weiteren versichere ich nach bestem Wissen, dass im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Leef Blattwerk GmbH so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Leef Blattwerk GmbH beschrieben sind.

26. September 2024
gez. Claudio Fritz-Vietta, Geschäftsführer


Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 21.11.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS



An die Leef Blattwerk GmbH, Potsdam

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der Leef Blattwerk GmbH, Potsdam, - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1.1.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Leef Blattwerk GmbH, Potsdam, für das Geschäftsjahr vom 1.1. bis zum 31.12.2023 geprüft.

Die lageberichtsfremden Angaben im Abschnitt 7. Nachhaltigkeit und Abschnitt 9. Chancenbericht haben wir im Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

· entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1.1. bis zum 31.12.2023 und

·   vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit§ 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angabe zur Beurteilung der Fortführung des Unternehmens durch die Geschäftsführung unter "1. Allgemeine Angaben" im Anhang sowie unter "8. Risikobericht" im Lagebericht, in der der gesetzliche Vertreter beschreibt, dass die Gesellschaft keine Jahres-überschüsse erzielt und es sich hierbei um erwartete Verluste, die sich durch Produktentwicklung, Markteinführung und Wachstum des jungen Unternehmens ergeben, handelt. Durch verschiedene Kapitalmaßnahmen, die im Geschäftsjahr 2023 durchgeführt wurden, konnte das Eigenkapital und die Liquiditätssituation der Gesellschaft erheblich verbessert werden. Die Gesellschaft könnte in ihrem Bestand gefährdet sein, wenn die eingeworbenen Gelder aus der Finanzierungsrunde nicht wie geplant ausreichen sollten, den benötigten Kapitalbedarf zu decken. Wie in "1. Allgemeine Angaben" im Anhang sowie in "8. Risikobericht" im Lagebericht dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss ist bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Sonstige Informationen

Der gesetzliche Vertreter ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen das EU-Wachstumsprospekt gemäß Artikel 15 Prospektverordnung der Leef Blattwerk GmbH zur Begebung einer 9 % verzinslichen Schuldverschreibung (die "Schuldverschreibungen 2023/2028) im Nennbetrag von je € 1.000,00 und im Gesamtbetrag von bis zu € 5 Mio., aber nicht den Jahresabschluss und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.
Der gesetzliche Vertreter ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die im Abschnitt "Prüfungsurteile" genannten, nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lage­ berichtes sowie den gemeinsam mit dem Jahresabschluss und dem Lagebericht veröffentlichen EU-Wachstumsprospekt.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dem­ entsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen In­ formationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
·   wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kennt­ nissen aufweisen oder
· anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen ent­ spricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kon­ trollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von we­ sentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungs­ legung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Ver­ antwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern ein­ schlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungsle­ gungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwort­ lich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Auf­ stellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschrif­ ten zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesent­ lichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zu­ künftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prü­ fungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Überein­ stimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deut­ schen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultie­ ren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie ein­ zeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirt­ schaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

· identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prü­ fungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die aus­
reichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beab­ sichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kon­ trollen beinhalten können.
· gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnah­ men, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
·   beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungs­ legungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten ge­ schätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
· ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern an­ gewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammen­ hang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem
Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungs­ vermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifi­ zieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Be­ stätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten kön­ nen jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
· beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
· führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsori­ entierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Berlin, den 26.09.2024
Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Storbeck
Wirtschftsprüfer

gez. Mattner
Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

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