Leef
Blattwerk GmbH
Potsdam
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
LAGEBERICHT
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023
1. Grundlegende Informationen zur Gesellschaft
Dieser Lagebericht wird freiwillig erstellt.
Die Leef Blattwerk GmbH (LEEF) mit Sitz in Potsdam
wurde am 3. Januar 2004 gegründet und ist ein
aufstrebender Hersteller von nachhaltigen Produkten aus
Palmblatt. Der Geschäftszweck umfasst die Entwicklung
und den Vertrieb von Produkten aus Palmblatt. LEEF
gehört mit einem der umfangreichsten Produktsortimente
zu den größten Palmblatt-Vertriebsgesellschaften
Europas. Die Gesellschaft ist seit Oktober 2023 eine 100%ige
Tochter der Leef Holding UG (haftungsbeschränkt) (im
Folgenden: Leef Holding oder Holding) und international
tätig. Ihr aktueller Fokus liegt auf der Entwicklung und
dem Vertrieb von Produkten für den Bereich Food und
Feod-Verpackung. Mitanhaltenden Investitionen in Forschung
und Entwicklung, um qualitativ hochwertige und
maßgeschneiderte Lösungen zu bieten, blieb das
Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 noch defizitär.
Der Aufbau von Kundenbeziehungen im traditionell eher
konservativen Großhandelsgeschäft bis zur ersten
Belieferung dauert erfahrungsgemäß lange.
Zeiträume von einem halben bis zu zwei Jahren sind
üblich. Je größer die Distributionsstrukturen
des Kunden, desto länger dauern in der Regel die
Anbindungsprozesse. Zunehmend aufwändig sind
Compliance-Prozesse, besonders von global operierenden
Unternehmen, die in der Regel dem eigentlichen
Anbindungsprozess vorgelagert sind und die Gesamtdauer
verlängern.
Die Gesellschaft ist seit 2023 eingebunden in eine
Unternehmensstruktur, in der die Leef Holding als verwaltende
Dachgesellschaft fungiert. Neben der LEEF ist noch die
Vertriebsgesellschaft Leef Blattwerk Latin America S.A.,
Panama City, Panama Teil der Unternehmensstruktur. An beiden
genannten Gesellschaften hält die Leef Holding 100% der
Anteile. Die Holding hält darüber hinaus eine
Beteiligung in Höhe von 10% an der Leef lndia Products
Pvt. Ltd., Coimbatore, Indien CLIP). Die LIP war der
Hauptproduzent im Geschäftsjahr 2023.
LEEF ist in diesem Verbund die maßgebliche
operative Gesellschaft. Sie vereint von der
Produktentwicklung, über die Produktionsüberwachung
bei den indischen Herstellern, die Steuerung der
internationalen See- und Land-Logistik alle Prozessketten bis
in den internationalen Vertrieb. Für dieses
Geschäftsmodell beschäftigt LEEF zum Jahresende
2023 14 Mitarbeiter. Die Produktion findet außerhalb
der berichtenden Gesellschaft statt. Zur Absicherung ihrer
Entwicklungen meldet die Gesellschaft Patente an, wenn die
Schöpfungshöhe für Patentierungen
aussichtsreich erscheint. Die Patentanmeldungen erfolgen
sukzessive in Europa und werden danach auf die USA und Indien
erweitert. Wo es sinnvoll erscheint, werden Gebrauchsmuster
angemeldet.
Die Gesellschaft versteht sich als
Materialspezialistin, die mit der Verwendung eines
klimaneutralen Materials (den Blättern) einen besonderen
Beitrag zum Klimaschutz leistet und mit einer
sozialverträglichen Produktion im globalen Süden
einen starken sozialen Impact erzielt. LEEF ist bestrebt,
dauerhafte und langjährige Beziehungen zu etablieren und
damit dem verwendeten Material eine möglichst weite
Verbreitung zu ermöglichen, Plastik zu vermeiden und
wenig nachhaltigen Alternativmaterialien eine attraktive und
nachhaltigere Lösung entgegenzuhalten.
Die Sicherheit und den Schutz der Arbeitnehmer und
ihrer Arbeitnehmerrechte im globalen Süden sichert die
Gesellschaft über anerkannte und regelmäßig
erneuerte Zertifizierungen.
2. Wirtschaftsbericht
Konjunkturelle Entwicklung und gesamtwirtschaftliche
Lage
Im Geschäftsjahr 2023 sah sich die Gesellschaft,
wie viele Unternehmen, erheblichen Herausforderungen
gegenüber. Die globalen wirtschaftlichen Bedingungen
waren geprägt von geopolitischen Unsicherheiten, hohen
Inflationsraten und steigenden Zinsen. So ist das
Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt in Deutschland um 0,3%
zurückgegangen (1). Erschwerend kommt hinzu, dass die
Inflationsrate in Deutschland 2023 bei 5,9% auf sehr hohem
Niveau lag (2). Besonders belastend war die hohe Inflation
2023, weil sie auf einem bereits hohen Vergleichsniveau
berechnet wurde, nachdem 2022 die Inflationsrate bei
historisch hohen 6,9% gelegen hat (1). Zusammengenommen haben
diese beiden Faktoren das zur Verfügung stehende
Einkommen für nicht notwendige Konsumausgaben stark
negativ beeinflusst. Da Deutschland der Hauptabnehmermarkt
für LEEF ist, haben sich auch diese wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen negativ auf den Absatz ausgewirkt. Der
belieferte Markt von LEEF ist jedoch nicht auf Deutschland
beschränkt, sondern europäisch geprägt, da
Großkunden der LEEF europaweit distribuieren. In Europa
(EU27) ist das Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich
zwar positiv, weist im Jahresverlauf aber eine schwächer
werdende Tendenz auf. Lag die Steigerungsrate des
Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal des
Geschäftsjahres noch bei +5,7% im Vorjahresvergleich, so
ist sie im vierten Quartal bereits auf +1,7% abgesunken (3).
Auch das ist wie in Deutschland im Zusammenhang mit einer
sehr hohen Inflationsrate von 6,4% (im Vorjahr 9,2%) zu sehen
(4) Auch im Herstellerland Indien ist ein ähnliches Bild
zu verzeichnen, obwohl das BIP Wachstum in Indien 2023
bei 7,8% gelegen hat, bei einer etwas geringeren
Inflationsrate von 5,6%. (5) Diese Faktoren hatten
signifikante Auswirkungen auf die internationalen
Lieferketten sowie auf die Investitionsbereitschaft der
Kunden. Das Neukundenpotenzial war stark eingeschränkt,
weil das Geschäft vieler Großhändler
gemäß ihren eigenen Angaben noch immer stark von
der Corona-Pandemie geprägt gewesen ist - Lieferungen
sind teils mit jahrelanger Verspätung eingetroffen,
belegen Lagerkapazitäten und binden dringend
erforderliches Kapital.
Zudem haben viele Großhändler finanzielle
Engpässe, da sich die Insolvenzen und
Geschäftsaufgaben innerhalb der gastronomischen
Kundschaft häufen. In Deutschland haben etwa 10% aller
gastronomischen Betriebe geschlossen (6). In der Folge ist
die Großhandelsbranche für die Gastronomie von
Zurückhaltung geprägt und besonders der Bereich der
nachhaltigen Verpackungen litt unter den europäischen
Nachfrageschwächen. Das hat die
Geschäftsführung dazu veranlasst, das
Risikomanagement zu schärfen und einige mittelfristig
geplante Vorhaben der Markterweiterung und der
Diversifizierung vorzuziehen.
(1)
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html
(2)
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html
(3) https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Wirtschaft-
Finanzen/BIP-EU-Uebersicht.htm1#448284
(4) https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Wirtschaft-
Finanzen/1nflation.htm 1
(5) https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regio
nen/1nternationales/Thema/allgemeines-regionales/G20/G20.htm1
(6)
lhttps://www.creditreform.de/footer/creditreform/presse/shownews/show/krisenauswirkungen-in-der-gastronomie-
8000-schliessungen-seit-2020
3.
Geschäftsverlauf
Trotz der wie unter Punkt 2, Wirtschaftsbericht,
beschriebenen schwierigen Rahmenbedingungen, konnte LEEF im
Geschäftsjahr 2023 sein Ordervolumen von 748 TEUR auf
955 TEUR erhöhen. Die Umsatzerlöse treten bedingt
durch verlängerte Produktionszeiten und mitunter schwer
kalkulierbare Frachtzeiten erst mit erheblicher
Verzögerung ein. Das Geschäftsjahr 2022 war durch
positive Sondereffekte geprägt, da
Lieferverzögerungen der Coronajahre zu verzögerten
Anlieferungen im Jahr 2022 geführt haben; konkret wurden
die üblichen Lieferzeiten teilweise um mehrere Monate
überschritten, was dazu führte, dass Lieferungen,
die normalerweise im Jahr 2021 ausgeführt worden
wären, ins Jahr 2022 verschoben werden mussten. So ergab
sich ein Rückgang der im Geschäftsjahr realisierten
Umsatzerlöse von 1,3 Mio. EUR in 2022 auf 1,0 Mio. EUR
in 2023. Ein Umsatzzuwachs konnte aufgrund der nicht
fertiggestellten neuen Produkte nicht realisiert werden. Die
realisierten Umsatzerlöse 2023 basieren auf stabilen
Bestellvolumen für die bereits im Vorjahr bestehenden
Produkte.
Dennoch blieb die Entwicklung erheblich hinter den
Erwartungen zurück. Ein wesentlicher Grund war der
Wechsel des Herstellers für die Deckelsysteme aus
Papier, die für die Take-Away- und Delivery-Serien
erforderlich sind. Der ursprüngliche Hersteller hat sich
in der Lieferung als nicht ausreichend zuverlässig
herausgestellt, weswegen ein Wechsel zu einem großen,
international etablierten Hersteller vollzogen wurde. Die
dort erforderliche Entwicklungsphase für die
Deckelsysteme nahm rund neun Monate in Anspruch. Das
Akquirieren von neuen Kunden und das Heben von
Upselling-Potenzial war damit nahezu ausgeschlossen.
Da die Gesellschaft aktuell noch nicht profitabel
operiert, geht das Verschieben solcher
Produkteinführungen direkt zulasten des Eigenkapitals.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 hat die
Gesellschaft einen weiteren Teil ihrer
Diversifizierungsstrategie begonnen. Ende des ersten
Halbjahres 2024 wurden erstmals Produkte außerhalb des
Einweg-Feod-Segmentes direkt an Endkonsumenten über den
Onlineversandhändler Amazon vertrieben. Ziel ist es, in
mehreren geplanten Wellen neue Produkte in verschiedenen
Produktkategorien zu etablieren - hierfür wurden 2023
die Grundlagen geschaffen. Die Anfang 2024 auf die Plattform
gestellten Produkte wurden 2023 entwickelt.
Da große Kunden von LEEF europaweit
distribuieren, ist ein erheblicher aber mangels belastbarer
Datengrundlagen nicht bezifferbarer Anteil der
Inlandslieferungen für das europäische Ausland
gedacht. Daher sind auch formale Inlandsgeschäfte Teil
der lnternationalisierungsstrategie von LEEF.
Ein weiterer wichtiger Leistungsindikator der
Gesellschaft ist der Rohertrag aus den Warenbewegungen sowie
die Rohertragsmarge. Der Rohertrag definiert sich aus
Umsatzerlösen abzüglich Wareneinsatz und
Transportkosten. Dieser ist neben wenig veränderlichen
Einkaufs- und Verkaufspreisen maßgeblich durch die
Kosten der Seelogistik beeinflusst. Dieser Indikator hat sich
2023 auf 183 TEUR oder 18% verbessert (i. Vj. 106 TEUR oder
8%).
4. Ertragslage
- Umsatz: 1.028 TEUR (Vorjahr: 1.304 TEUR)
- Rohertrag: 183 TEUR (Vorjahr: 106 TEUR)
- Jahresfehlbetrag:1.607 TEUR (Vorjahr: 1.288
TEUR)
Das Defizit resultierte im Wesentlichen daraus, dass
der erforderliche Umsatzzuwachs noch nicht erreicht wurde.
Der für die Profitabilität des
Gesamt-Geschäftsmodells erforderliche Umsatz konnte noch
nicht realisiert werden. Um dieses Umsatzvolumen zu
erreichen, müssen die Produktionskapazitäten im
Herstellungsland Indien erweitert und Kunden parallel mit dem
Wachstum der Produktionskapazitäten hinzugewonnen
werden. Die Produktionskapazitäten können sowohl
mit erhöhten Produktionskapazitäten beim
verbundenen Lieferanten (Leef lndia Products) realisiert
werden, aber auch im bestehenden Clustersystem mit einem oder
alternativ mehreren Lieferanten. Der verzögerte Vertrieb
der Unternehmensanleihe, der für eine Zentralisierung
der Produktion beim verbundenen Lieferanten genutzt werden
sollte, hat dazu geführt, dass alternative Strategien
ausgearbeitet wurden.
Der Umsatz im Berichtszeitraum (1.028 TEUR, im Vj.
1.304 TEUR) ist im Wesentlichen mit den klassischen
Palmblattmodellen für Einweg-Geschirr erzielt worden.
Die Umsatzgröße ist zwar wesentlicher
Leistungsindikator für den Erfolg der Gesellschaft.
Durch eine von äußeren Einflüssen
beeinflusste Seelogistik gibt dieser Leistungsindikator
jedoch ein unzutreffendes Bild über die
Leistungsentwicklung ab. Um die Leistungsentwicklung der
Gesellschaft beurteilen zu können, wird das
Bestellvolumen im Berichtszeitraum ebenfalls betrachtet. Im
Berichtszeitraum nahmen die Bestellungen um 28% von 748 TEUR
im Vorjahr auf 954 TEUR im Berichtsjahr zu.
Wesentlich für die Ertragslage ist zudem der
Rohertrag und die Rohertragsmarge. Im Berichtsjahr ist der
Rohertrag von im Vorjahr 106 TEUR auf im Berichtsjahr 183
TEUR gestiegen. Im Wesentlichen bedingt durch die
Logistikkosten stieg damit die Rohertragsmarge (Wareneinsatz
zzgl. Transportkosten/Umsatzerlöse) von 8% im Vorjahr
auf 18% im Berichtsjahr.
Bei allen bestehenden Kunden ist LEEF nach eigenen
Erkenntnissen nach wie vor einziger Lieferant für
Produkte aus Palmblatt und hat also trotz der
Verzögerungen bei den Verpackungsprodukten seine im
Wesentlichen exklusive Rolle bei seinen Kunden
aufrechterhalten.
Trotz weltweit hoher Inflationsraten (7) in 2023
konnten die Einkaufs- und Verkaufspreise weitestgehend stabil
gehalten werden.
2022 wurde die Materialaufwandsquote stark durch
erhöhte See-Logistikkosten beeinflusst. Dadurch hat sich
die Materialaufwandsquote (Materialaufwand/Umsatzerlöse)
2023 merklich von 92% auf 82% verbessert.
(7)
https://www.imf.org/external/datamapper/PCPIPCH@WEO/OEMDC/ADVEC/WEOWORLD
Der Personalaufwand ist durch
Restrukturierungsmaßnahmen von 874 TEUR (Vj.) auf 765
TEUR gesunken. Der sonstige betriebliche Aufwand ist von 437
TEUR (Vj.) auf 908 TEUR angestiegen. Der wesentliche Grund
hierfür sind die Vermittlungskosten für externe
Nachrangdarlehen und einer damit im Zusammenhang stehenden
Kapitalerhöhung (154 TEUR, im Vj. 0 TEUR),
Emissionskosten der Unternehmensanleihe (104 TEUR, im Vj 9
TEUR) sowie stark angestiegene Rechts- und Beratungskosten
(164 TEUR, im Vj. 62 TEUR), die ebenfalls stark durch die
Kapitalmaßnahmen beeinflusst sind. Die Abschluss- und
Prüfungskosten stiegen von 36 TEUR (Vj.) auf 44 TEUR.
5. Finanzlage
Die Finanzlage der Gesellschaft war im
Geschäftsjahr 2023 weiterhin angespannt. Die
Eigenkapitalquote beträgt -73% (im Vorjahr -81%). Die
liquiden Mittel beliefen sich auf 9 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR)
und die Gesellschaft verfügt über eine Kreditlinie
in Höhe von 500 TEUR bei ihrer Hausbank, die auch die
Kreditkartenlimits von 7 TEUR beinhaltet.
Um die Finanzlage zu verbessern hat LEEF zur
Jahresmitte eine Crowdinvesting-Aktion gestartet und
innerhalb von wenigen Wochen mit einem Nachrangdarlehen in
Höhe von 748 TEUR abgeschlossen.
Das Darlehen hat eine Laufzeit von fünf Jahren und
wird marktüblich verzinst.
Um die Finanzlage weiter zu verbessern und vor allem,
um das Beteiligungsvorhaben beim Hersteller in Indien zu
finanzieren, hat LEEF im November 2023 eine
Unternehmensanleihe mit einem Gesamtvolumen von 5 Mio. EUR im
Primärmarkt emittiert. Der Primärmarkt läuft
noch bis November 2024. Zum 31.12.2023 waren Anleihen im Wert
von 140 TEUR gezeichnet.
Die Beteiligung am Hersteller wird auf Ebene der
Muttergesellschaft bei der Leef Holding aktiviert. Die
Finanzierung wird über ein Upstreamdarlehen von der
Tochter- an die Muttergesellschaft realisiert und
marktüblich verzinst. Die Möglichkeit,
Beteiligungen von der Single-Supplier-Strategie in eine
Multi-Supplier-Strategie zu überführen, ist davon
unberührt.
Die Investitionen im Jahr 2023 beliefen sich auf 156
TEUR, wovon der Großteil (94 TEUR) in die Entwicklung
und Patentierung neuer Produkte floss. Die Erweiterung der
Büroräume und der Investitionsbedarf in neue
Arbeitsplätze (Betriebsausstattung i.H.v. 46 TEUR)
stellen einen weiteren, kleineren Posten dar.
Die aus der Liquiditätsplanung abgeleiteten
Erfordernisse an finanziellen Mitteln werden mittels eines
monatlichen Cashflow-Forecasts ermittelt. Im August 2024
wurden Anleihen im Primärmarkt von 1.000 TEUR
gezeichnet. Die Gesellschaft hat durch die vereinbarte
Kapitalerhöhung in Höhe von 200 TEUR und durch ein
Abrufdarlehen von Gesellschaftern in Höhe von 670 TEUR
(Abschluss beider Maßnahmen im September 2024)
Kapitalmaßnahmen durchgeführt, die eine
ausreichende Liquidität sicherstellen
6. Vermögenslage
Die Vermögenslage der Gesellschaft stellte sich
zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:
- Anlagevermögen: 656 TEUR (Vorjahr: 78
TEUR)
- Umlaufvermögen: 413 TEUR (Vorjahr: 555
TEUR)
- Eigenkapital: 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR)
- nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag:
3.053 TEUR (Vorjahr: 2.667 TEUR)
- Fremdkapital: 4.162 TEUR (Vorjahr: 3.309 TEUR)
Die Zunahme des Anlagevermögens ist
hauptsächlich auf die Gewährung von Darlehen (u.a.
Upstreamdarlehen an die Leef Holding)
zurückzuführen, die als Ausleihungen an verbundene
Unternehmen in den Finanzanlagen aktiviert sind. Im
Umlaufvermögen ist die Rückzahlung einer
Warenvorauszahlung durch den Lieferanten der wesentliche
Grund für den Rückgang.
Der Anstieg des Fremdkapitals ist im Wesentlichen
plangemäß über die Aufnahme von
Nachrangkapital erfolgt und wird durch die Erhöhung des
Verlustvortrages verstärkt. Die
Geschäftsführung erachtet den Anteil des
Fremdkapitals als vertretbar.
Zusammenfassend ist zu konstatieren, dass die
Liquiditätslage angespannt ist, aber dass mit den
Maßnahmen zur Liquiditätssicherung geeignete
Instrumente implementiert wurden, insbesondere die
Kapitalerhöhung und das Abrufdarlehen, um die Lage
beherrschbar zu halten.
7. Nachhaltigkeit
(8)
Das Geschäftsmodell der Gesellschaft hat einen
starken intrinsischen Aspekt, bezogen auf die Nachhaltigkeit.
Die Verwendung eines nativ klimaneutralen Materials reduziert
den C02- Fußabdruck bereits maßgeblich.
Die Gesellschaft hat erstmals für das
Geschäftsjahr 2022 eine vollständige C02-Bilanz
erstellt, die auf der Internetseite der Gesellschaft
veröffentlicht ist. Bilanziert werden Scope 1 bis 3 des
Greenhouse Gas Protocol. Alle nicht vermeidbaren
C02-Äquivalente werden mittels ausgewählter
offsetting-Projekte kompensiert. Dies erfolgt zum einen
vereinbarungsgemäß direkt beim See
logistiker. Alle weiteren Kompensationen werden von der
Gesellschaft unter Beauftragung eines Offsetting-Partners in
Eigenregie vorgenommen. Alle Unterlagen hierzu sind ebenfalls
über die Internetseite einzusehen.
https://company.leef.bio/en/climate-neutrality/
(8) keine Pflichtangabe im Lagebericht,
lageberichtsfremd und daher nicht durch den
Abschlussprüfer geprüft
8. Risikobericht
Die Gesellschaft hat ein umfassendes
Risikomanagementsystem etabliert, um die wesentlichen Risiken
frühzeitig zu erkennen und geeignete
Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Die Hauptrisiken im Geschäftsjahr 2023 waren:
Marktrisiko: Abhängigkeit der Entwicklung in der
Gastronomie und damit zusammenhängender
Geschäftsfelder, wie z.B. den gastronomischen
Großhändlern. Dieses Risiko wird von der
Gesellschaft als mittel eingeschätzt.
Die Gastronomie ist in vielen Ländern unter
erheblichem Kostendruck. Zum einen resultierend aus der
allgemein angespannten wirtschaftlichen Lage, die zu
verringerten Budgets für Freizeitaktivitäten
führt, zum anderen sind teilweise erhebliche
Rückzahlungen von Corona Darlehen zu leisten
unabhängig davon herrscht zudem ein sehr stark
ausgeprägter Personalmangel und die ganze Branche
befindet sich in einem finanziell angespannten Umfeld'9l. Die
Auswirkungen davon sind deutlich beim dahinterstehenden
Großhandel zu spüren, der sich vor
zusätzlichen Risiken, die sich aus neuen Produkten
ergäben, scheut.
LEEF fokussiert daher sein Engagement in der
Erschließung neuer internationaler Märkte, um so
regionale Risiken zu minimieren. Daraus entstehende
mögliche Logistikrisiken werden zum einen durch die
Diversifizierung der Seestrecken reduziert, auch durch den
Fokus auf die Lieferbedingung FOB (free on board), sprich,
der Kunde trägt u.a. die Logistikkosten.
Des Weiteren setzt die Gesellschaft Projekte auf, die
außerhalb der Gastronomie beheimatet sind, um die
Abhängigkeit von dieser Sparte abzumildern. So wird der
Vertrieb über den Onlineversandhändler Amazon
aufgebaut und in diesem Rahmen Produkte außerhalb des
Einweg Food-Segmentes direkt an Endkonsumenten verkauft.
Produktionsvolumen-Risiko: Bei der Zusammenarbeit mit
neuen Großkunden muss die Lieferfähigkeit
sichergestellt werden. Zusätzlich muss das Wachstum bei
Kundenaufträgen mit dem Wachstum des Produktionsvolumens
innerhalb der Qualitätsmatrix sichergestellt werden.
Grundsätzlich gibt es hier zwei gangbare Wege. Die
Gesellschaft hat sich bereits mittelbar über die
Muttergesellschaft mit 10% am Kapital des Hauptherstellers
beteiligt und diese kann perspektivisch weiter ausgebaut
werden.
Möglich geworden ist nach dem Bilanzstichtag aber
auch der Weg, mehrere Hersteller in einer
Multi-Supplier-Strategie zusammenzufassen. Das verringert
einerseits auch das Herstellerrisiko und ist mittlerweile
auch dazu geeignet, Kostenvorteile zu erzielen und das
erforderliche Investitionsvolumen zu reduzieren.
Insgesamt schätzt die Gesellschaft dieses Risiko
als mittel ein.
(9)
https://www.dehoga-bundesverband.de/fi1eadmin/Startseite/06_Presse/DEHOGA-Book1et_Gastgewerbe_2023_
-_Bilanz_ und _Ausblick.pdf
Beschaffungsrisiko: Abhängigkeit vom Hersteller
(siehe Produktionsvolumen-Risiko). Dieses Risiko wird von der
Gesellschaft als klein eingeschätzt.
Liquiditätsrisiko: Die Gesellschaft ist bislang
abhängig von Liquiditätszuflüssen, um die
erforderlichen Vorhaben zu realisieren.
Das Liquiditätsrisiko hat sich im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum tendenziell erhöht, im Wesentlichen,
weil sich der Launch der neuen Produktserien stark
verzögert hat.
Grundsätzlich wäre das Liquiditätsrisiko
ohne liquiditätssichernde Maßnahmen im aktuellen
Reifegrad der Gesellschaft bestandsgefährdend, so dass
mittels fortgeführten Vertriebs der Anleihe 2024 (Aug.
2024 i.H.v. 1.000 TEUR) eine geeignete Maßnahme
getroffen wurde. Zudem wurde eine Kapitalerhöhung in
Höhe von 200 TEUR sowie die Bereitstellung eines
Gesellschafter Abrufdarlehens in Höhe von 670 TEUR
im September 2024 durchgeführt, um das
Liquiditätsrisiko maßgeblich einzudämmen.
Ein Ausgleich kann darüber hinaus auf verschiedene
Arten erfolgen: zum einen ist es möglich, die
Beteiligungsengagements in Indien zu verschieben bzw. zu
reduzieren und auf bestehende, erweiterbare
Cluster-Produktionen auszuweichen. Auch die beschriebene
Multi-Supplier Strategie würde eine erhebliche
Entlastung darstellen. Zum anderen werden darüber hinaus
seitens der Geschäftsführung bereits Gespräche
über die Stärkung der Eigenkapitalbasis
geführt.
Die Risikolage ist insgesamt komplex. Sie ist jedoch
aus Sicht der Geschäftsführung handhabbar. Für
alle Risikoaspekte haben bereits im Vorfeld Maßnahmen
bereitgestanden, die teilweise vor und teilweise nach dem
Bilanzstichtag angegangen wurden. Das Risikomanagement hat
seine Funktionsfähigkeit mehrfach unter Beweis gestellt
und eröffnet der Geschäftsführung vorbereitete
Reaktionsmöglichkeiten.
9. Chancenbericht
Die wichtigsten Chancen für die Gesellschaft im
kommenden Jahr liegen in folgenden Bereichen:
Neue Märkte: Erschließung weiterer
Märkte.
Im Geschäftsjahr wurde der Markteintritt in Asien,
Südamerika und Nordamerika vorbereitet. Die Gesellschaft
sieht in der Markterweiterung ein hohes Wachstumspotenzial,
zumal die Produkte, auf denen auf den Messen und in den
Vorgesprächen das größte Kundeninteresse lag,
exklusiv von LEEF geliefert werden.
Innovationen: Entwicklung von Lösungen im Bereich
nachhaltiger Verpackungen und von Konsumprodukten aus
Palmblatt.
Insbesondere bei den Konsumprodukten wurden im
Geschäftsjahr mehrere Launches für Amazon
vorbereitet.
Lizenzproduktion und -verkauf: Die Gesellschaft hat
die Möglichkeit, Lizenzen für die Produktion und
den Verkauf der Produkte zu erteilen, an denen sie die Rechte
hält. So lassen sich zusätzliche Umsatzstränge
erzielen. Insbesondere bei einem Wechsel zu einer
Multi-Supplier-Strategie kommt dieser Möglichkeit eine
besondere Bedeutung zu.
Kundenbindung: Vertiefung der Kundenbeziehungen durch
maßgeschneiderte Lösungen. Diese Bemühungen
sind darauf ausgerichtet, langfristige Partnerschaften zu
stärken und eine hohe Kundenzufriedenheit zu
gewährleisten.
Upselling-Potenzial: Ausweitung des realisierten
Umsatzes bestehender Kunden mittels neuer Produkte. Hierbei
handelt es sich nicht um Ersatz bestehender Produkte, sondern
um die Ausweitung der Produktpalette auf weitere Anwendungen.
Klimaschutzgesetzgebung: Auch wenn die Wirkung des
Plastikverbots aus 2021 nur bedingt Wirkung zeigt, so ist mit
einer weiteren Verschärfung der Gesetzgebung zu rechnen.
LEEF bietet Produkte aus einem nativ klimaneutralen Material
und kompensiert den vergleichsweise geringen
C02-Fußabdruck vollständig über Scope 1 bis 3
des Greenhouse Gas Protocols (10).Vollständig
kompensierte Produkte belasten nicht die
C02-Fußabdrücke der Kunden.
10. Forschungs- und Entwicklungsbericht
Die Gesellschaft investierte im Jahr 2023 stark
über Ihre interne Entwicklungsabteilung in Forschung und
Entwicklung. LEEF betreibt eine eigene Produktentwicklung mit
einem Mitarbeiter und seit Dezember 2023 mit zwei
Mitarbeitern, stark unterstützt durch den Gründer
und Geschäftsführer der Gesellschaft. 94 TEUR
wurden im Berichtsjahr für die Patentierung neuer
Entwicklungen in der Handelsbilanz aktiviert.
Es wurden eine Reihe von neuen, innovativen Produkten
entwickelt und patentiert, darunter:
- Produktionsverfahren für die Versiegelung
von Blattprodukten mittels einer Folie
- Verschlusssysteme aus Papier für
verschiedene Take-Away-Verpackungen
Die Erweiterung der Produktpalette soll über die
damit zusammenhängenden Alleinstellungsmerkmale das
zukünftige Wachstum der Gesellschaft sichern.
11. Personalbericht
Zum Stichtag 31. Dezember 2023 beschäftigte die
Gesellschaft 14 Mitarbeiter (Vorjahr: 12). Der leichte
Personalaufbau resultiert aus der Stärkung der
Produktentwicklung und Veränderungen im Vertrieb.
Die schwierige Situation am Personalmarkt ist bei der
Besetzung neuer Rollen oder auch im Ersatz von bereits
vorhanden Rollen - im Zuge einer normalen Fluktuation -
belastend. Die Zeiträume für das Finden geeigneter
Mitarbeiter haben sich deutlich erhöht, zunehmend muss
externes Recruiting in Anspruch genommen werden - aber auch
solche Formen des Personal Recruitings nehmen lange
Zeiträume in Anspruch.
(9) https://com pany.leef.bio/en/climate-neutrality/
12. Prognosebericht
Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet die
Gesellschaft trotz anhaltender Unsicherheiten ein
Umsatzwachstum von ca. 30%. Der Fokus wird weiterhin auf der
Erschließung neuer Märkte und dem Ausbau der
Produktpalette liegen. Der Rohertrag wird geplant zwar auf
absolut 238 TEUR zunehmen, bleibt im Plan für 2024 aber
wegen der volatilen Logistikkosten mit 18% vermutlich auf
Vorjahresniveau.
An der wesentlichen indischen Produktionsfirma
hält die Holding aktuell einen Anteil von 10 %, der im
laufenden Geschäftsjahr 2024 ausgebaut werden soll. Ein
entsprechendes Share Subscription Agreement befindet sich zum
Zeitpunkt der Abschlusserstellung bereits in Ausarbeitung.
Alternativ zur Erweiterung der Beteiligung kann auch
eine Multi-Supplier-Strategie umgesetzt werden. Die
Bedingungen für eine solche Alternative haben sich bis
zur Erstellung dieses Jahresabschlusses deutlich verbessert.
So ist die Kooperationsbereitschaft bei den indischen
Suppliern deutlich angestiegen, insbesondere nachdem der
Inlandsmarkt für Palmblattprodukte in Indien merklich
geschrumpft ist. Außerdem steigt der
Professionalisierungsgrad zunehmend, so dass sich mehr und
mehr Hersteller an westlichen Standards orientieren, unseren
Vorstellungen einer Lieferantenqualifizierung entsprechen, um
somit in eine Multi-Supplier-Strategie eingeschlossen zu
werden. Die Gesellschaft hat nach Evaluierung der
Qualifikationen der Supplier zwei für eine mögliche
Zusammenarbeit ausgewählt.
Ein wesentlicher Wachstumsfaktor sind die
verschließbaren Produktserien, die auf den Take
Away-Markt zielen. Deren Markteinführung war bereits im
ersten Halbjahr 2023 geplant. Die erhebliche Verzögerung
ist auf den Wechsel beim Papier-Supplier
zurückzuführen, der schon aufgrund der
Größe der Gesellschaft erhebliche Anlaufzeiten bei
der Implementierung verschiedener Besonderheiten aufwies.
Nachdem für diese Produkte nunmehr die Entwicklungsphase
abgeschlossen wurde und in die reguläre Produktion
übergegangen wurde, überwiegen jetzt die Vorteile
einer zuverlässigen Belieferung, einer gleichbleibend
hohen Qualität und einer guten Kommunikation.
Die neuartigen, verschließbaren Produkte
(für Sushi, Burger, Salate und andere Take-Away
Produkte) lassen einerseits ein Upselling-Potenzial bei
bestehenden Kunden zu und sind andererseits ein Ankerprodukt
für Neukunden. Diese lassen sich sowohl in Europa als
auch auf den amerikanischen Kontinenten realisieren. Die
Kunden werden sukzessive mit Mustern zum Testen und für
interne Vertriebstests ausgestattet, das betrifft bestehende,
aber auch potenzielle Neukunden. Die Kunden befinden sich
bezüglich der neuen Produkte in der Evaluierungsphase.
Die USA stellen für LEEF den nächsten
großen Wachstumsmarkt dar, der im Jahr 2024 mit zwei
Messen bespielt wird. Mit ersten Bestellungen rechnet die
Gesellschaft bereits 2024. Das Wachstum wird in Zukunft
sowohl durch innovative Produkte als auch durch die
Ausweitung der Märkte erfolgen.
Ein weiteres Wachstumsfeld ist der Aufbau einer
Produktpalette außerhalb des Einweg-Food
Segmentes. Hierfür startet die Gesellschaft im zweiten
Quartal 2024 den Launch einer ersten kleinen Produktserie auf
Amazon in Deutschland. Nach einem erfolgreichen Start werden
weitere Produktkategorien gelauncht und jede Kategorie nach
und nach in einen europäischen Vertrieb auf Amazon
überführt. Besonders gut performende Produkte oder
Produktserien können dann potenziell wieder in den
Großhandelsvertrieb übergeben und damit den
B2B-Vertrieb überführt werden.
Die Gesellschaft erwartet, im Jahr 2024 weiterhin
defizitär zu bleiben, plant jedoch, im Jahr 2025 das
Defizit maßgeblich zu verringern und dann im Folgejahr
gegen Jahresmitte den operativen Break Even auf Monatsbasis
zu erreichen und damit die Grundlage für langfristige
Profitabilität zu legen.
13. Abschließende Bemerkungen
Die Gesellschaft sieht sich gut für die
Herausforderungen des kommenden Geschäftsjahres
gerüstet. Der Fokus auf Innovationen und neue
Märkte wird es der Gesellschaft ermöglichen, auch
in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich zu bestehen.
Insgesamt blickt die Geschäftsführung
vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2024. u. Es wird
erwartet, dass die strategischen Investitionen in
Produktentwicklung und Markterweiterung die Basis für
zukünftiges Wachstum und Stabilität bilden werden.
Die Liquiditätssicherung erfolgt auf drei
verschiedenen Ebenen. So wird erstens der Anleihevertrieb
weiter forciert, es wurde im September 2024 eine weitere
Kapitalerhöhung in Höhe von 200 TEUR vereinbart und
ein verbleibendes Liquiditätsrisiko in Höhe von 670
TEUR wird über ein Abrufdarlehen von mehreren
Gesellschaftern der Muttergesellschaft abgesichert.
Es besteht keine Konsolidierungspflicht in der
Unternehmensgruppe.
Potsdam, den 24. September 2024
Bilanz
Aktiva
|
|
31.12.2023
EUR |
31.12.2022
EUR |
| A.
Anlagevermögen |
656.474,55 |
77.718,88 |
| I.
Immaterielle Vermögensgegenstände |
94.301,72 |
1.371,00 |
| 1.
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte |
93.457,72 |
|
| 2.
Sonstige immaterielle
Vermögensgegenstände |
844,00 |
1.371,00 |
| II.
Sachanlagen |
25.296,00 |
57.240,00 |
| 1.
andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
25.296,00 |
57.240,00 |
| III.
Finanzanlagen |
536.876,83 |
19.107,88 |
| 1.
Anteile an verbundenen Unternehmen |
0,00 |
9.107,88 |
| 2.
Ausleihungen an verbundene Unternehmen |
526.876,83 |
|
| 3.
Sonstige Finanzanlagen |
10.000,00 |
10.000,00 |
| B.
Umlaufvermögen |
413.370,68 |
554.713,61 |
| I.
Vorräte |
104.807,88 |
117.041,82 |
| II.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände |
299.593,31 |
432.658,98 |
| 1.
Forderungen gegen verbundene Unternehmen |
139.223,72 |
59.216,88 |
| davon
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
61.615,00 |
|
| 2.
sonstige Vermögensgegenstände |
160.369,59 |
373.442,10 |
| davon
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
-7.536,00 |
|
| III.
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei
Kreditinstituten und Schecks |
8.969,49 |
5.012,81 |
| C.
Rechnungsabgrenzungsposten |
11.454,80 |
9.492,98 |
| D.
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag |
3.053.222,00 |
2.666.713,16 |
| Summe
Aktiva |
4.134.522,03 |
3.308.638,63 |
Passiva
|
|
31.12.2023
EUR |
31.12.2022
EUR |
| A.
Eigenkapital |
0,00 |
0,00 |
| I.
Gezeichnetes Kapital |
72.832,00 |
57.139,00 |
| II.
Kapitalrücklage |
2.675.218,00 |
1.470.911,00 |
| III.
Bilanzverlust |
5.801.272,00 |
4.194.763,16 |
| davon
Verlustvortrag |
4.194.763,16 |
2.906.456,52 |
| IV.
nicht gedeckter Fehlbetrag |
3.053.222,00 |
2.666.713,16 |
| B.
Rückstellungen |
42.227,00 |
21.734,00 |
| C.
Verbindlichkeiten |
4.092.295,03 |
3.286.904,63 |
| 1.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
1.035.052,95 |
979.274,85 |
| davon
mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
311.838,67 |
229.274,85 |
| davon
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
723.214,28 |
750.000,00 |
| 2.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen |
0,00 |
9.107,88 |
| davon
mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
0,00 |
9.107,88 |
| 3.
sonstige Verbindlichkeiten |
3.057.242,08 |
2.298.521,90 |
| davon
sonstige Verbindlichkeiten gegenüber
Gesellschaftern |
1.296.450,00 |
1.556.450,00 |
| davon
mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
336.590,36 |
242.071,90 |
| davon
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
2.720.651,72 |
2.056.450,00 |
| Summe
Passiva |
4.134.522,03 |
3.308.638,63 |
Gewinn- und Verlustrechnung
|
1.1.2023 - 31.12.2023
EUR |
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR |
| 1.
Rohergebnis |
281.406,23 |
194.130,22 |
| 2.
Personalaufwand |
765.354,30 |
873.888,70 |
| a)
Löhne und Gehälter |
626.026,88 |
714.776,57 |
| b)
soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung |
139.327,42 |
159.112,13 |
| davon
für Altersversorgung |
559,92 |
139,98 |
| 3.
Abschreibungen |
32.976,53 |
17.944,57 |
| a)
auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen |
32.976,53 |
17.944,57 |
| 4.
sonstige betriebliche Aufwendungen |
908.337,09 |
437.240,96 |
| davon
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung |
446,49 |
306,34 |
| 5.
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
des Finanzanlagevermögens |
100,00 |
71,81 |
| 6.
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
8.949,04 |
7.528,68 |
| 7.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
190.269,82 |
160.944,19 |
| 8.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag |
26,37 |
18,93 |
| 9.
Ergebnis nach Steuern |
-1.606.508,84 |
-1.288.306,64 |
| 10.
Jahresfehlbetrag |
1.606.508,84 |
1.288.306,64 |
| 11.
Verlustvortrag aus dem Vorjahr |
4.194.763,16 |
2.906.456,52 |
| 12.
Bilanzverlust |
5.801.272,00 |
4.194.763,16 |
Anhang
1. Allgemeine Angaben
Die Leef Blattwerk GmbH hat ihren Sitz in Potsdam und
ist eingetragen in das Handelsregister beim:
Registergericht: Potsdam
Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den
Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der Fassung des
Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG).
Die Gesellschaft ist zum Abschlussstichtag als kleine
Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 1 HGB
einzustufen.
Größenabhängige Erleichterungen bei der
Erstellung des Jahresabschlusses wurden nur bei der
Erstellung des Anhangs in Anspruch genommen.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem
Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs 2 HGB
aufgestellt.
Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten
Bilanzierung- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen
übernommen werden. Ein grundlegender Wechsel von
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem
Vorjahr fand nicht statt mit Ausnahme der erstmaligen
Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen
Vermögensgegenständen.
Die Gesellschaft hat in der Vergangenheit keine
Jahresüberschüsse erzielt. Es handelt sich hierbei
um erwartete Verluste, die sich durch Produktentwicklung,
Markteinführung und Wachstum des jungen Unternehmens
ergeben. Wie in der Vergangenheit ist die Gesellschaft auch
im Prognosezeitraum von Barkapitalerhöhungen und
Zuführungen von weiteren liquiden Mitteln durch
Gesellschafter oder Investoren sowie von der erfolgreichen
Umsetzung des Unternehmenskonzeptes und der Generierung der
konzipierten Umsatzerlöse abhängig.
Durch verschiedene Kapitalmaßnahmen, die im
Geschäftsjahr 2023 durchgeführt wurden, konnten das
Eigenkapital und die Liquiditätssituation der
Gesellschaft erheblich verbessert werden.
Dies betrifft zunächst im Jahr 2023
durchgeführte Erhöhungen des gezeichneten Kapitals
um EUR 15.693,00 auf EUR 72.832,00 in Verbindung mit
Einzahlungen in die Kapitalrücklage in Höhe von EUR
1.204.307,00.
Darüber hinaus wurden im Jahr 2023
Nachrangdarlehen in Höhe von EUR 748.250,00 über
eine Crowdinvestingkampagne eingeworben.
Zusätzlich konnten ab Dezember 2023 die ersten
Einzahlungen (EUR 75.000,00) im Zusammenhang mit der Ausgabe
von Schuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu EUR 5
Mio. vereinnahmt werden. Bis zum Bilanzstichtag waren bereits
weitere Schuldverschreibungen in Höhe von EUR 65.000,00
gezeichnet.
Es sind im Jahr 2024 verschiedene
Finanzierungsmaßnahmen vorgenommen worden bzw. geplant,
um eine Bestandsgefährdung abzuwenden. So ist im
September 2024 eine Kapitalerhöhung in Höhe von 200
TEUR verbindlich zugesagt und geplant, Schuldverschreibungen
sind nach dem Abschlussstichtag bis zum Berichtszeitpunkt
bereits in Höhe von 2.119 TEUR ausgegeben worden und
darüber hinaus ist von mehreren Gesellschaftern ein
Abrufdarlehen in Höhe von 670 TEUR zur Verfügung
gestellt worden.
Die Liquiditätssituation der Gesellschaft
erfordert fortwährende Bemühungen zur Sicherung der
Finanzierung und vor diesem Hintergrund besteht
unverändert eine wesentliche Unsicherheit bezüglich
der Annahme der Unternehmensfortführung.
Da wir unverändert vom Erfolg unseres
Unternehmenskonzepts sowie von der erfolgreichen
Durchführung der geplanten Finanzierungsmaßnahmen
ausgehen, haben wir den Jahresabschluss unter der Annahme der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.
Mit Urkunde vom 27. September 2023 haben die bisherigen
Gesellschafter ihre Anteile an der Leef Blattwerk GmbH in die
Leef Holding UG (haftungsbeschränkt) eingebracht, die
damit künftig die Alleingesellschafterin ist.
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Im Jahresabschluss sind sämtliche
Vermögensgegenstände, Schulden, Aufwendungen und
Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes
bestimmt ist.
Die Bilanzerstellung erfolgte unter vollständiger
Verwendung des Jahresergebnisses.
Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände
und Schulden wird vom Grundsatz der
Unternehmensfortführung (going-concern-Prinzip
gemäß § 252 Abs. 1 Nummer 2 HGB) ausgegangen.
3. Erläuterungen zur Bilanz
Das Wahlrecht zur Aktivierung von selbst geschaffenen
immateriellen Vermögensgegenständen nach § 248
Abs. 2 HGB wurde im Berichtsjahr erstmalig in Anspruch
genommen. Die
selbst geschaffenen
immateriellen Vermögensgegenstände betreffen
Entwicklungskosten für neue Produkte nebst Kosten der
Patentierung. Die planmäßige Abschreibung beginnt
erst in den Folgejahren nach Eintragung der Patente.
Die
entgeltlich erworbenen immateriellen
Vermögensgegenstände wurden zu
Anschaffungskosten bewertet und über die
betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer planmäßig
abgeschrieben. Zugänge wurden zu Anschaffungskosten
aktiviert.
Die
Sachanlagen wurden zu Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten bewertet und über die
betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer planmäßig
abgeschrieben. Der Anlagespiegel wurde als Anlage zum Anhang
beigefügt. Soweit erforderlich sind die niedrigen
beizulegenden Werte angesetzt worden. Zugänge wurden zu
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet.
Für
geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten bis 800,00 EUR wurde in der Handelsbilanz
aus Wesentlichkeitsgründen im Jahr der Anschaffung
zugleich ein Abgang unterstellt.
Die
Finanzanlagen betreffen im wesentlichen Ausleihungen
an verbundene Unternehmern. Die Bewertung der Finanzanlagen
erfolgte zu Anschaffungskosten.
Die
Vorräte wurden grundsätzlich mit
Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren Markpreisen bewertet.
Das strenge Niederstwertprinzip wurde beachtet.
Die
Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände wurden zu Nennwerten
bewertet. Das strenge Niederstwertprinzip wurde beachtet.
Eine namentliche Einzelaufstellung ist vorhanden.
Die
Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in
Höhe von EUR 77.608,72 (Vorjahr EUR 59.216,88) ein
Darlehen an die Leef Latin America SA und im übrigen
Forderungen aus einer Lieferung an die Leef India Products
Private Limited.
Die
sonstigen Vermögensgegenstände betreffen im
Wesentlichen vor dem Bilanzstichtag gezeichnete und danach
eingezahlte Schuldverschreibungen, Forderungen aus
Umsatzsteuer sowie eine Kaution.
Der Ausweis der
flüssigen Mittel am Bilanzstichtag erfolgte zu
Nennwerten. Die ausgewiesenen Banksalden stimmen mit den
Rechnungsabschlüssen der Kreditinstitute überein.
Die
aktiven Rechnungsabgrenzungsposten wurden für
Ausgaben vor dem Bilanzstichtag gebildet, welche Aufwendungen
nach dem Bilanzstichtag betreffen.
Das
gezeichnete Kapital beträgt EUR 72.832,00
(Vorjahr EUR 57.139,00). Der Bilanzverlust beträgt EUR
-5.801.272,00 (Vorjahr EUR 4.194.664,82).
Die
Rückstellungen sind in Höhe des
Erfüllungsbetrages angesetzt worden, der nach
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig
ist, um alle zum Bilanzstichtag drohenden Verluste und
ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken.
Die
sonstigen Rückstellungen betragen EUR 42.227,00
(Vorjahr EUR 21.734,00).
Die
Verbindlichkeiten enthalten sämtliche
Verbindlichkeiten des Unternehmens. Sie wurden in Höhe
des Erfüllungsbetrages bewertet. Eine namentliche
Einzelaufstellung ist vorhanden.
Die
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
betragen EUR 1.035.052,95 (Vorjahr EUR 979.274,85). Darin
enthalten ist ein Mezzanine Darlehen der ILB in Höhe von
EUR 723.214,79 (Vorjahr 750.000,00) mit einer Restlaufzeit
von mehr als 5 Jahren. Im Übrigen haben die
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten eine
Restlaufzeit von weniger als 1 Jahr.
Die
sonstigen Verbindlichkeiten setzten sich im
Wesentlichen aus Darlehensverbindlichkeiten gegenüber
Gesellschaftern (EUR 1.296.450,00, Vorjahr EUR 1.556.450,00)
sowie im Geschäftsjahr eingeworbenen Nachrangdarlehen
(EUR 748.250,00) sowie einer ausgegebenen Anleihe (EUR
140.000,00) zusammen.
In Höhe von EUR 2.044.700,00 enthalten die
Darlehen Rangrücktritte im Sinne von § 19 Abs. 2 S.
2 InsO.
Das Nachrangdarlehen (EUR 748.250,00) und die Anleihe
(EUR 140.000,00) haben eine Laufzeit von bis zu 5 Jahren.
In Bezug auf die Gesellschafterdarlehen ist unter
Berücksichtigung der gewährten Rangrücktritte
mit einer Rückzahlung in mehr als 5 Jahren zu rechnen.
Der "nicht durch Eigenkapitel gedeckte Fehlbetrag" zum
31. Dezember 2023 beträgt EUR 3.053.222,00 (Vorjahr EUR
2.666.713,16).
4. Erläuterungen zur Gewinn- und
Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem
Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt.
Aufwendungen und Erträge wurden periodengerecht
zugeordnet. Das Realisationsprinzip wurde beachtet. Besondere
Wahlrechte wurden nicht in Anspruch genommen.
Die
Umsatzerlöse wurden fast ausschließlich im
Inland erzielt.
Die
aktivierten Eigenleistungen betreffen den erstmaligen
Ausweis selbst geschaffener immaterieller
Vermögensgegenstände.
Der im
Materialaufwand enthaltende Materialverbrauch wurde zu
Anschaffungskosten bewertet.
Die
Abschreibung auf das Anlagevermögen wurden
über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer
vorgenommen.
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge bzw. Zinsen
und ähnliche Aufwendungen beinhalten Erträge
und Aufwendungen aus Finanzierungen.
Die
Steuern aus Einkommen und Ertrag ergeben sich aus den
steuerlichen Vorschriften. Sie belasten
In voller Höhe das Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit.
Für die Emission der Schuldverschreibungen sowie
für die Vermittlung der Nachrangdarlehen sind im
Berichtsjahr insgesamt einmalige Kosten in Höhe von 252
TEUR entstanden.
5 Sonstige Angaben
5.1 Allgemeine Angaben
Von den Erleichterungen nach § 288 HGB wurde
Gebrauch gemacht. Die Schutzklausel gemäß §
286 Abs. 4 HGB wurde in Anspruch genommen.
Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 12
Arbeitnehmer beschäftigt.
5.2 Haftungsverhältnisse und sonstige
finanzielle Verpflichtungen
Haftungsverhältnisse gemäß § 251
HGB i.V.m. § 268 Abs. 7 HGB bestehen nicht.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus einem
langfristigen Mietvertrag und einem Kfz-Leasingvertrag
bestehen in Höhe von insgesamt EUR 209.145,39. In
Höhe von EUR 40.786,68 beträgt die Restlaufzeit
unter 1 Jahr, in Höhe von EUR 154.548,71 beträgt
die Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre und im Übrigen mehr als 5
Jahre.
5.3 Geschäftsführer
Als Geschäftsführer war im Geschäftsjahr
bestellt:
- Claudio Fritz-Vietta
5.4 Ergebnisverwendung
Die Geschäftsführung schlägt vor, das
Jahresergebnis des laufenden Geschäftsjahres auf neue
Rechnung vorzutragen.
5.5 Nachtragsbericht
Die Gesellschaft konnte bis Ende August 2024 weitere
Schuldverschreibungen in Höhe von EUR 2, 199 Mio.
platzieren.
Potsdam, den 24. September 2024
gez. Claudio Fritz-Vietta
____________________________________________
Leef Blattwerk GmbH
sonstige Berichtsbestandteile
Versicherung des gesetzlichen Vertreters
Jahresabschluss der Leef Blattwerk GmbH zum 31.12.2023
Ich versichere nach bestem Wissen, dass
gemäß den anzuwendenden
Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Leef Blattwerk
GmbH vermittelt.
Des Weiteren versichere ich nach bestem Wissen, dass im
Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich
des Geschäftsergebnisses und die Lage der Leef Blattwerk
GmbH so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie
die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen
Entwicklung der Leef Blattwerk GmbH beschrieben sind.
26. September 2024
gez. Claudio Fritz-Vietta, Geschäftsführer
Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 21.11.2024 festgestellt.
BESTÄTIGUNGSVERMERK
DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Leef Blattwerk GmbH, Potsdam
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der Leef Blattwerk GmbH,
Potsdam, - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
vom 1.1.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang,
einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben
wir den Lagebericht der Leef Blattwerk GmbH, Potsdam,
für das Geschäftsjahr vom 1.1. bis zum
31.12.2023 geprüft.
Die lageberichtsfremden Angaben im Abschnitt 7.
Nachhaltigkeit und Abschnitt 9. Chancenbericht haben wir im
Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht
geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
· entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen,
für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum
31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das
Geschäftsjahr vom 1.1. bis zum 31.12.2023 und
· vermittelt der
beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild
von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen
steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss,
entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt
die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und
des Lageberichts in Übereinstimmung mit§ 317 HGB
unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen
Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt
"Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts"
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in
Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen
deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die
von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und
geeignet sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht
zu dienen.
Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit
Wir verweisen auf die Angabe zur Beurteilung der
Fortführung des Unternehmens durch die
Geschäftsführung unter "1. Allgemeine Angaben" im
Anhang sowie unter "8. Risikobericht" im Lagebericht, in der
der gesetzliche Vertreter beschreibt, dass die Gesellschaft
keine Jahres-überschüsse erzielt und es sich
hierbei um erwartete Verluste, die sich durch
Produktentwicklung, Markteinführung und Wachstum des
jungen Unternehmens ergeben, handelt. Durch verschiedene
Kapitalmaßnahmen, die im Geschäftsjahr 2023
durchgeführt wurden, konnte das Eigenkapital und die
Liquiditätssituation der Gesellschaft erheblich
verbessert werden. Die Gesellschaft könnte in ihrem
Bestand gefährdet sein, wenn die eingeworbenen Gelder
aus der Finanzierungsrunde nicht wie geplant ausreichen
sollten, den benötigten Kapitalbedarf zu decken. Wie in
"1. Allgemeine Angaben" im Anhang sowie in "8. Risikobericht"
im Lagebericht dargelegt, zeigen diese Ereignisse und
Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht,
die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft
zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen
kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne
des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unser
Prüfungsurteil zum Jahresabschluss ist bezüglich
dieses Sachverhalts nicht modifiziert.
Sonstige Informationen
Der gesetzliche Vertreter ist für die sonstigen
Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen
umfassen das EU-Wachstumsprospekt gemäß Artikel 15
Prospektverordnung der Leef Blattwerk GmbH zur Begebung einer
9 % verzinslichen Schuldverschreibung (die
"Schuldverschreibungen 2023/2028) im Nennbetrag von je €
1.000,00 und im Gesamtbetrag von bis zu € 5 Mio., aber
nicht den Jahresabschluss und nicht unseren
dazugehörigen Bestätigungsvermerk.
Der gesetzliche Vertreter ist für die sonstigen
Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen
umfassen die im Abschnitt "Prüfungsurteile" genannten,
nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lage
berichtes sowie den gemeinsam mit dem Jahresabschluss und dem
Lagebericht veröffentlichen EU-Wachstumsprospekt.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt
sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dem
entsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch
irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung
hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die
Verantwortung, die oben genannten sonstigen In
formationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die
sonstigen Informationen
· wesentliche Unstimmigkeiten
zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Prüfung
erlangten Kennt nissen aufweisen oder
· anderweitig wesentlich falsch dargestellt
erscheinen.
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten
Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche
falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt,
sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten.
Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats
für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für
die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen,
für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen ent spricht,
und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
internen Kon trollen, die sie in Übereinstimmung
mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der
frei von we sentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der
Rechnungs legung und Vermögensschädigungen)
oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben
sie die Ver antwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern
ein schlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind
sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungsle gungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft
vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen
Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der
zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwort lich für
die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als
notwendig erachtet haben, um die Auf stellung eines
Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden
deutschen gesetzlichen Vorschrif ten zu
ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise
für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu
können.
Der Beirat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesent lichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zu künftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu
erteilen, der unsere Prü fungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Überein stimmung mit § 317 HGB unter Beachtung
der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deut schen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können
aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultie ren
und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie
ein zeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirt
schaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
· identifizieren und beurteilen wir die
Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im
Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern, planen und führen
Prü fungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken
durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die aus
reichend und geeignet sind, um als Grundlage für
unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das
Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche
falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose
Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen,
beab sichtigte Unvollständigkeiten,
irreführende Darstellungen bzw. das
Außerkraftsetzen interner Kon trollen beinhalten
können.
· gewinnen wir ein Verständnis von dem
für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten
internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des
Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnah
men, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den
gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit
dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser
Systeme der Gesellschaft abzugeben.
· beurteilen wir die
Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungs legungsmethoden sowie die
Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten ge schätzten Werte und damit
zusammenhängenden Angaben.
· ziehen wir Schlussfolgerungen über
die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern
an gewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf
der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammen hang mit
Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame
Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen
können. Falls wir zu dem
Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungs
vermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss
und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifi zieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum
unseres Be stätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder
Gegebenheiten kön nen jedoch dazu führen, dass
die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr
fortführen kann.
beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des
Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben
sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass
der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft vermittelt.
· beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der
Lage der Gesellschaft.
· führen wir Prüfungshandlungen
zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
zukunftsori entierten Angaben im Lagebericht durch. Auf
Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise
vollziehen wir dabei insbesondere die den
zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern
zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen
die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben
aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges
Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie
zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es
besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass
künftige Ereignisse wesentlich von den
zukunftsorientierten Angaben abweichen.
Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten
Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir
während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, den 26.09.2024
Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
gez. Storbeck
Wirtschftsprüfer
gez. Mattner
Wirtschaftsprüfer |