Stammdaten

Register
Amtsgericht Traunstein HRB 27110
Vorher
Weilchensee 916. V V GmbHSchletter Deutschland GmbH
Eingetragen
5.6.2018
Branche
Herstellung von SolarwärmekollektorenHerstellung von Solarzellen und SolarmodulenGroßhandel mit Photovoltaikmodulen
Gegenstand
Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Solar-Montagesystemen aus Aluminium und Stahl für Solarkraftwerke, Solarparks, Flächendächer und Solar-Carports.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Alexander Wittmann
seit 13.8.2018
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Enstall EU Holding B.V.NLD
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Schletter Solar GmbH

Kirchdorf

Jahresabschluss 2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5.362.507,63 1.429.377,34
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 345.141,38 77.128,35
3. Geschäfts- oder Firmenwert 285.795,01 5.993.444,02 350.503,32 1.857.009,01
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 257.458,43 207.086,99
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.444.499,94 1.701.958,37 755.746,75 962.833,74
7.695.402,39 2.819.842,75
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 3.544.853,95 9.359.621,20
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 58.972.956,56 25.937.631,58
3. Geleistete Anzahlungen 10.549.101,67 73.066.912,18 11.105.945,15 46.403.197,93
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.358.523,03 8.962.001,99
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.455.231,64 2.627.293,50
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.751.166,14 12.564.920,81 2.103.657,24 13.692.952,73
III. Wertpapiere 500.000,00 0,00 0,00
IV. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 24.866.039,57 20.807.401,93
110.997.872,56 80.903.552,59
C. Rechnungsabgrenzungsposten 547.681,12 446.527,98
119.240.956,07 84.169.923,32

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 2.000.000,00 2.000.000,00
III. Gewinnvortrag 29.182.805,15 772.684,44
IV. Jahresüberschuss 38.348.671,83 28.410.120,71
69.556.476,98 31.207.805,15
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 21.888.466,40 10.739.378,96
2. Sonstige Rückstellungen 6.833.806,92 7.619.793,89
28.722.273,32 18.359.172,85
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 5.580.159,71 10.572.648,18
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.160.127,45 2.955.958,19
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.363.448,36 17.073.707,81
4. Sonstige Verbindlichkeiten 5.747.586,36 3.841.625,16
- davon aus Steuern EUR 238.276,89 (i. Vj. EUR 245.555,94) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 145.230,90 (i. Vj. EUR 29.428,25) -
20.851.321,88 34.443.939,34
D. Rechnungsabgrenzungsposten 22.551,49 22.859,21
E. Passiv latente Steuern 88.332,40 136.146,77
119.240.956,07 84.169.923,32

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 285.593.446,25 278.849.748,31
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen (i. Vj. Erhöhung) -5.814.767,25 5.573.648,28
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.761.931,74 1.246.809,46
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 184.513.020,64 206.600.020,16
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 320.103,63 184.833.124,27 6.555.601,29 213.155.621,45
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 15.237.172,39 11.416.111,57
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.461.609,04 17.698.781,43 1.765.357,31 13.181.468,88
- davon für Altersversorgung EUR 24.882,36 (i. Vj. EUR 66.071.18) -
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 816.924,09 544.919,60
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 24.994.957,23 19.262.226,44
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 308.601,44 0,00
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.027.929,23 1.024.209,12
- davon an verbundene Unternehmen EUR 874.698,96 (i. Vj. EUR 887.023,74) -
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 14.028.016,13 10.085.245,55
11. Ergebnis nach Steuern 38.449.479,80 28.416.515,01
12. Sonstige Steuern 100.807,97 6.394,30
13. Jahresüberschuss 38.348.671,83 28.410.120,71

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar - 31. Dezember 2023

Allgemeine Angaben

Die Schletter Solar GmbH mit Sitz in Kirchdorf ist unter der Registernummer HRB 27110 in das Handelsregister des Amtsgerichtes Traunstein eingetragen.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB und den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Liquidität ist auf Basis des Cash-Forecast gesichert. Daher wird der Jahresabschluss auf Basis der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Herstellungskosten resultieren im Wesentlichen aus angefallenen Entwicklungsstunden. Die Position enthält Aufwendungen für eine sich in Entwicklung befindliche selbst erstellte Software - die Arbeiten hierzu sind noch nicht abgeschlossen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind mit den Anschaffungskosten aktiviert und werden über eine Laufzeit von 3 Jahren linear abgeschrieben.

Der Firmenwert resultiert aus einer Kaufpreisaktivierung der von der insolventen Schletter GmbH im Rahmen des Asset Deals übernommenen Vermögensgegenstände gemäß § 246 Abs. 1 Satz 4 HGB und wird linear über 10 Jahre abgeschrieben.

Die Sachanlagen sind grundsätzlich zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bilanziert. Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Werkzeuge und Maschinen: 1 - 10 Jahre sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung: 1 - 10 Jahre.

Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt der Ansatz mit dem niedrigeren beizulegenden Wert.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungspreis von bis zu EUR 800,00 werden im Zugangsjahr entsprechend den steuerlichen Vorschriften in voller Höhe abgeschrieben. Im Bruttoanlagenspiegel wird im Zugangsjahr ein Abgang unterstellt.

Das Vorratsvermögen wird mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag bewertet. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwendbarkeit usw. ergeben, werden durch angemessene Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt. Fremdkapitalzinsen sind nicht in den Herstellungskosten enthalten.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert gegebenenfalls bei erkennbaren Risiken um Einzelwertberichtigungen gemindert ausgewiesen. Das allgemeine Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung berücksichtigt.

Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zu Nominalwerten angesetzt. Die Bankguthaben beinhalten TEUR 1.806 (Vj.: TEUR 1.657) mit Verfügungsbeschränkung.

Der Rechnungsabgrenzungsposten umfasst Ausgaben, die Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag betreffen. Die Auflösung erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf.

Die Steuerrückstellungen sind mit dem am Bilanzstichtag zu erwartenden Rückzahlungsbetrag angesetzt, eine Abzinsung erfolgt gem. § 233a AO nicht.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie wurden aufgrund der im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung vorliegenden Erkenntnisse zum Erfüllungsbetrag unter Berücksichtigung von künftigen Preis- und Kostensteigerungen gebildet, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig sind.

Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind gegebenenfalls mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abzuzinsen. Der Zinssatz wird von der Europäischen Zentralbank ermittelt und bereitgestellt.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Rückzahlungs- bzw. Erfüllungsbeträgen passiviert.

Langfristige Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden nach Maßgabe des § 253 Abs 1 Satz 1 und § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB angesetzt. Die Bewertung der Valutaforderungen und -verbindlichkeiten erfolgt grundsätzlich zu den am Entstehungsstichtag maßgeblichen Devisenkassamittelkursen. Soweit die Devisenkassamittelkurse zum Bilanzstichtag niedriger bzw. höher als die Devisenkassamittelkurse am Entstehungstag sind, werden diese der Bewertung zugrunde gelegt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlust - und Zinsvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive latente Steuern gemäß § 274 HGB ergeben sich im Wesentlichen aufgrund unterschiedlicher Ansätze zwischen Handels- und Steuerbilanz bei der Bewertung des Firmenwerts, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und von Vorräten. Passive latente Steuern gemäß § 274 HGB resultieren aus der Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen gemäß § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB. Der zugrunde gelegte Steuersatz beträgt 26,33%.

Insgesamt ergibt sich ein Überhang an passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 88.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 ist nachfolgend in der Anlage zum Anhang dargestellt. Auf selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens entfällt ein Betrag von TEUR 5.363 (Vorjahr TEUR 1.429). Es besteht eine Ausschüttungssperre von TEUR 3.950 Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten des Geschäftsjahres 2023 beträgt TEUR 4.189.

Vorräte

Die unfertigen Erzeugnisse und Leistungen (Projektgeschäft im Bereich Open Area) sind mit TEUR 3.545 (Vorjahr TEUR 9.360) zu Anschaffungskosten bilanziert. Die Handelswaren (inkl. unterwegs befindlicher Waren) werden mit TEUR 63.281 (Vorjahr TEUR 22.873) zu den Anschaffungskosten bewertet. Für nicht gängige Artikel wurden Abschläge von TEUR 4.308 (Vorjahr TEUR 1.763) vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen TEUR 898 (Vorjahr TEUR 851) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, TEUR 2.557 (Vorjahr TEUR 1.776) auf sonstige Forderungen. Für ein Darlehen an eine Schwestergesellschaft besteht eine Wertberichtigung in Höhe des Darlehenssaldos von TEUR 350 (Vorjahr TEUR 350), die bereits bei der Vorgängergesellschaft Schletter GmbH gebildet worden waren und im Rahmen des Asset Deals von der Schletter GmbH übernommen wurden.

In der Position Sonstige Vermögensgegenstände sind Posten in Höhe von TEUR 10 (Vorjahr TEUR 10) mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. Sämtliche übrigen Posten haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr bzw. haben keine langfristig vereinbarte Laufzeit.

Rechnungsabgrenzungsposten

Der abgegrenzte Betrag über TEUR 548 (Vorjahr TEUR 447) entfällt im Wesentlichen auf abgegrenzte IT-Aufwendungen, Lizenzgebühren und Marketingaufwendungen.

Gezeichnetes Kapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt EUR 25.000,00.

Rücklagen

Die Kapitalrücklage (TEUR 2.000) betrifft eine Einlage des Gesellschafters Schletter International B.V., die im Zuge des Asset Deals zum 01. Juni 2018 in die Gesellschaft eingebracht wurde.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen (TEUR 6.834, Vorjahr TEUR 7.620) entfallen auf Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 1.098, Vorjahr TEUR 1.678), für Ansprüche von Mitarbeitern (TEUR 1.996, Vorjahr TEUR 1.786), für pauschale Gewährleistung (TEUR 1.320, Vorjahr TEUR 1.694), für Rechts-, Beratungs- und Abschlusskosten (TEUR 139, Vorjahr TEUR 420) und für Sonstiges (TEUR 2.260, Vorjahr TEUR 2.041).

Die Steuerrückstellungen (TEUR 21.888, Vorjahr TEUR 10.739) entfallen mit TEUR 9.262 (Vorjahr TEUR 4.394) auf Gewerbesteuer und mit TEUR 12.626 (Vorjahr TEUR 6.346) auf Körperschaftsteuer.

Verbindlichkeiten

Die Laufzeiten der Verbindlichkeiten gehen aus folgender Übersicht hervor:

Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
31.12.2023
TEUR
< 1 Jahr
TEUR
1 - 5 Jahre
TEUR
> 5 Jahre
TEUR
1 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 0 0
Vj. 0 0 0 0
2 Erhaltene Anzahlungen 5.580 5.580 0 0
Vj. (10.573) (10.573) 0 0
3 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.160 2.160 0 0
Vj. (2.956) (2.956) 0 0
4 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.363 1.017 6.347 0
(17.074) (6.054) (11.020) 0
5 Sonstige Verbindlichkeiten 5.748 5.748 0 0
Vj. (3.842) (3.842) 0 0
20.851 14.504 6.347 0
Vj. (34.444) (23.424) (11.020) 0

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind in Höhe von TEUR 6.347 (Vorjahr TEUR 11.000) Darlehen von Gesellschaftern enthalten, welche durch Sicherungsübereignungen und Verpfändungen banküblich besichert sind. Es besteht ein qualifizierter Rangrücktritt. Im Übrigen resultieren sie aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten entfallen in Höhe von TEUR 238 (Vorjahr TEUR 245) auf Steuern sowie in Höhe von TEUR 145 (Vorjahr TEUR 29) auf Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit.

Es ergibt sich ein Überhang an passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 88.

Stand zu Beginn des Geschäftsjahres Veränderung Stand zu Ende des Geschäftsjahres
Aktive latente Steuern 240.136,83 839.701,49 1.079.838,32
Passive latente Steuern -376.283,58 -791.887,14 -1.168.170,72

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse in einer Gesamthöhe von TEUR 285.593 wurden zu 53,6% im Inland, zu 33,3% in anderen Mitgliedsstaaten der EU, zu 10,9% im sonstigen Ausland und zu 2,2% im Intercompanygeschäft erzielt. Die Umsatzerlöse unterteilen sich in 97,8% Erlöse mit fremden Dritten und 2,2% Erlöse mit verbundenen Unternehmen. Der Bereich Dachgeschäft verantwortet 76,3% der Umsatzerlöse und das Freiflächengeschäft verzeichnet 21,7% des Umsatzes; 2,0% entfallen auf sonstige Erlöse.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 1.762 (Vorjahr TEUR 1.248) gliedern sich wie folgt:

2023
TEUR
2022
TEUR
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 520 606
Herabsetzung von Einzelwertberichtigungen 78 105
Herabsetzung von Pauschalwertberichtigungen 0 62
Erträge aus der Währungsumrechnung 512 229
Sonstige Erträge 652 246
1.762 1.248

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 24.995 (Vorjahr

TEUR 19.262) gliedern sich wie folgt:

2023
TEUR
2022
TEUR
Verwaltungs- und Betriebsaufwendungen 14.348 11.649
Vertriebsaufwendungen 8.805 6.425
Übrige Aufwendungen 1.842 1.188
24.995 19.262

Die übrigen Aufwendungen beinhalten TEUR 525 (Vorjahr TEUR 352) Aufwendungen aus der Währungsumrechnung. Darüber hinaus enthalten die übrigen Aufwendungen sonstige Dienstleistungen (TEUR 1.057, Vorjahr TEUR 389).

Die Zinsaufwendungen (TEUR 1.028, Vorjahr TEUR 1.024) entfallen auf Zinsen an nicht verbundene Unternehmen (TEUR 153, Vorjahr TEUR 137), auf Darlehenszinsen für Gesellschafterdarlehen (TEUR 875, Vorjahr TEUR 817) und auf anteilige Disagiokosten (TEUR 0, Vorjahr TEUR 70).

Der Posten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfällt mit TEUR 5.575 (Vorjahr TEUR 4.004) auf Gewerbesteuer, mit TEUR 8.336 (Vorjahr TEUR 5.807) auf Körperschaftsteuer, mit 81 TEUR auf Kapitalertragsteuer, mit TEUR -48 (Vorjahr TEUR 136) auf die Auflösung passiver latenter Steuern und mit TEUR 83 (Vorjahr TEUR 138) auf ausländische Quellensteuern.

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Zur Finanzierung des operativen Geschäfts wurden seitens der Muttergesellschaft Schletter International B.V. im September 2022 zwei Anleihen mit einem Gesamtvolumen von Mio. EUR 65,0 begeben (ausstehend zum 31.12.2023: Mio. EUR 67,8). Die bis zu diesem Zeitpunkt aufgenommenen Darlehen wurden mit diesen Mitteln vollständig zurückgeführt. Die Muttergesellschaft stellt den Tochtergesellschaften die erforderlichen Mittel zur Unternehmensfinanzierung über entsprechende Darlehensverträge zur Verfügung. Zur Besicherung der Fremdkapitalgeber aus den o.g. Anleihen hat die Schletter Solar GmbH ihre Bankkonten, Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Darlehensforderungen als Sicherheit verpfändet bzw. abgetreten und eine Garantieerklärung abgegeben.

Aufgrund der vorliegenden Planungen der Schwestergesellschaften gehen wir nicht von einer Inanspruchnahme aus diesen Haftungsübernahmen aus.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus am Bilanzstichtag abgeschlossenen Leasingverträgen über Anlagegüter (Kfz, Stapler) sowie immaterielle Vermögensgegenstände (Softwarelizenzen), die nach 2024 enden, bestehen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.647. Ferner bestehen aus Immobilien-Mietverträgen Mietverpflichtungen in Höhe von TEUR 7.857. Insgesamt belaufen sich somit die finanziellen Verpflichtungen zum Abschlussstichtag auf TEUR 9.504.

Nicht bilanzierte Geschäfte

Außerbilanzielle Geschäfte liegen vor allem in Form von Miet-, und Leasingverträgen vor. Sie dienen unter anderem der Schonung der Liquidität und der Verbesserung der Bilanzstruktur bzw. der Eigenkapitalquote. Die Zahlungsverpflichtungen hieraus sind den vorstehenden Angaben zu den sonstigen finanziellen Verpflichtungen zu entnehmen.

Anzahl der Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt ohne Auszubildende)

2023
Distribution/ Warehouse 43
R & D 35
Sales & Marketing 72
Administration 79
229

Zusammensetzung der Organe und deren Bezüge

Als Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr 2023 bestellt:

Dipl.-Bw. Florian Roos, Kaufmann, Wangen, CEO

Dipl.-Bw. (BA) Martin Lipp, Kaufmann, Barcelona (Spanien), CFO

Dr.-Ing. Cedrik Zapfe, Ingenieur, Grafing, Forschung & Entwicklung

Dipl.-Ing. Ralf Maus, Biebelried als COO (ab 15.02.2023) Die Bezüge der Geschäftsführung betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr TEUR 1.396.

Abschlussprüferhonorar

Das für das Geschäftsjahr 2023 vom Abschlussprüfer berechnete Gesamthonorar wird im Konzernabschluss der Arin Business Development S.à r.l. veröffentlicht.

Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Schletter International B.V. (Schletter BV) mit Sitz in Amsterdam/Niederlande. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Arin Business Development S.à r.l einbezogen. Diese ist das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss der Arin Business Development S.à r.l. wird beim Luxemburgischen Handels- und Firmenregister (Registre de commerce et des sociétés -RCS) elektronisch hinterlegt und in der Elektronischen Sammlung der Gesellschaften und Vereinigungen (Recueil électronique des sociétés et associationes - RESA) vermerkt und kann dann auf der Website des RCS eingesehen werden. Die Arin Business Development S.à r.l. stellt den Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften auf, wie sie von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der Europäischen Union übernommen wurden (IFRS).

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Gesellschafterversammlung wird vorgeschlagen, den Jahresüberschuss von EUR 38.348.671,83, auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag sind keine wesentlichen Ereignisse aufgetreten.

 

Kirchdorf im 12. April 2024

Die Geschäftsführung der Schletter Solar GmbH

Dipl.-Bw. Florian Roos

Dipl.-Bw. Martin Lipp

Dr.-Ing. Cedrik Zapfe

Dipl.-Ing. Ralf Maus (Eintritt zum 15.02.2023)

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge 0,00 Umbuchung
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.429.377,34 3.933.540,29 0,00 0,00 5.362.917,63
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 145.431,40 437.760,00 0,00 0,00 583.191,40
3. Geschäfts- oder Firmenwert 647.083,07 0,00 0,00 0,00 647.083,07
2.221.891,81 4.371.300,29 0,00 0,00 6.593.192,10
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 362.798,10 128.395,84 42.353,00 0,00 448.840,94
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.486.246,60 1.221.103,23 21.845,02 0,00 2.685.504,81
1.849.044,70 1.349.499,07 64.198,02 0,00 3.134.345,75
4.070.936,51 5.720.799,36 64.198,02 0,00 9.727.537,85
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2023
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 410,00 0,00 410,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 68.303,05 169.746,97 0,00 238.050,02
3. Geschäfts- oder Firmenwert 296.579,75 64.708,31 0,00 361.288,06
364.882,80 234.865,28 0,00 599.748,08
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 155.711,11 71.553,79 35.882,39 191.382,51
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 730.499,85 510.505,02 0,00 1.241.004,87
886.210,96 582.058,81 35.882,39 1.432.387,38
1.251.093,76 816.924,09 35.882,39 2.032.135,46
Buchwerte
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5.362.507,63 1.429.377,34
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 345.141,38 77.128,35
3. Geschäfts- oder Firmenwert 285.795,01 350.503,32
5.993.444,02 1.857.009,01
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 257.458,43 207.086,99
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.444.499,94 755.746,75
1.701.958,37 962.833,74
7.695.402,39 2.819.842,75

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

der Schletter Solar GmbH, Kirchdorf

1. Grundlagen der Gesellschaft

Die Schletter Solar GmbH ist Anbieter von Solar-Montagesystemen. Das Produktportfolio der Gesellschaft umfasst sowohl Lösungen für Freiflächensysteme als auch Produkte für Dachinstallationen. Im Bereich der Freifläche bietet Schletter festaufgeständerte und nachlaufende Systeme an. Der Firmensitz befindet sich in Kirchdorf / Haag i. OB. Die Schletter Solar GmbH ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Schletter International B.V. mit Sitz in Amsterdam/Niederlande ("Schletter BV"). Schwestergesellschaften der Schletter Solar GmbH für Solar-Montagesysteme befinden sich in Australien, Spanien, China, Korea, USA, Kanada, Südafrika, Japan und der Türkei (2). Die Schwestergesellschaften in China und in der Türkei verfügen zudem über eine eigene, umfassende Fertigung im Bereich Solar-Montagesysteme und versorgen neben eigenen Kunden die Schletter Group mit Komponenten aus dem Produktportfolio.

Die Schletter Solar GmbH liefert im Wesentlichen Komponenten und Systeme, die dann vom Kunden oder einem vom Kunden beauftragten Montagedienstleister montiert werden. Bei einzelnen Projekten übernimmt die Gesellschaft durch direkte Beauftragung eines Montagedienstleisters die Verantwortung für den Aufbau.

Die wesentlichen Märkte der Schletter Solar GmbH liegen für Dachsysteme in der DACH-Region, Skandinavien, UK und Osteuropa. Freiflächensysteme werden hauptsächlich in Deutschland, Österreich, Osteuropa und dem Nahen Osten vertrieben.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft

(Quelle: https://www.iea.org/reports/world-energy-outlook-2023/executive-summary?language=de; BloombergNEF: Photovoltaik-Zubau weltweit steigt 2023 um 58 Prozent auf 413 Gigawatt - pv magazine Deutschland (pv-magazine.de); Photovoltaik-Zubau 2023: Deutschland erreicht 14 Gigawatt, Europa 56 Gigawatt - pv magazine Deutschland (pv-magazine.de)

Die Preise für fossile Brennstoffe sind gegenüber ihren Höchstständen von 2022 zwar deutlich gesunken, aber dennoch ist das industrielle Marktumfeld weiterhin angespannt und volatil. Die anhaltenden Kämpfe in der Ukraine, mehr als zwei Jahre nach dem Einmarsch Russlands, werden nun von dem Risiko eines langwierigen Konflikts im Nahen Osten begleitet. Durch diese geopolitische Unsicherheit, verbunden mit einer hartnäckigen Inflation, höheren Finanzierungskosten und einem hohen Schuldenstand führen zu schwierigen makroökonomischen Rahmenbedingungen.

Vor diesem komplexen Hintergrund gibt die Entwicklung einer neuen sauberen Energiewirtschaft, angeführt von der Photovoltaik und Elektrofahrzeugen, Hoffnung für die Zukunft.

Lt. Bloomberg NEF wurden in 2023 ca. 413 Gigawatt an neuen Photovoltaik-Anlagen installiert. Das bedeutet ein Wachstum von über 58 Prozent gegenüber den 260 Gigawatt im Jahr 2022, was bedeutet, dass sich die jährlich installierte Kapazität in etwa eineinhalb Jahren verdoppelt hat. Während der größte individuelle Zubau in China stattgefunden hat, haben aber auch andere Märkte, die für Schletter relevant sind, neue Höchststände im Zubau erreicht.

Während die Installation von Photovoltaik-Anlagen weltweit sprunghaft ansteigt, stehen die Gewinnspannen der Hersteller von Solarmodulen aufgrund der beträchtlichen Ausweitung der Produktionskapazitäten unter starkem Druck. Dies kann am fortschreitenden Preisverfall von Solarmodulen nachvollzogen werden.

Clean Energy Associates (CEA) hat prognostiziert, dass allein in China bis Ende 2024 jährlich ein Terawatt an neuen Produktionskapazitäten für Solarmodule entstehen werden - bei einer bereits bestehenden Kapazität von über 800 Gigawatt.

Die niedrigen Modulpreise erleichtern allerdings weltweit die Installation neuer Anlagen und es ist davon auszugehen, dass in den kommenden zwei Jahren bis 2024 ein zweites Terawatt an kumuliert installierter Photovoltaik-Leistung erreicht wird.

Nachdem im Jahr 2022 in den USA ein Rückgang der installierten Gesamtmenge zu verzeichnen war, hat unter anderem der Inflation Reduction Act (IRA) für Unterstützung gesorgt, so dass die Zubauzahl im Jahr 2023 wieder auf 33 GW angestiegen ist.

Deutschland führt den EU-Markt im Bereich neu hinzugebauter PV-Installationen an. Solarpower Europe gibt an, dass in 2023 in Deutschland voraussichtlich Anlagen mit einer Leistung von 14 Gigawatt ans Netz gegangen sind. Das ist eine Verdopplung zum Vorjahr. Europas zweitgrößter Markt in diesem Jahr ist Spanien mit einem Zubau von 8,2 Gigawatt. Italien erreicht 4,9 Gigawatt.

Polen und die Niederlande liegen etwas gleichauf bei 4,6 und 4,5 Gigawatt, Frankreich erreicht drei Gigawatt. Österreich hat mehr als 100 Prozent Marktzuwachs und erreicht 2,2 Gigawatt.

Insgesamt sind in den Ländern der Europäischen Union ca. 56 Gigawatt ans Netz gegangen. Gegenüber dem Vorjahr stellt das ein Marktwachstum von 40 Prozent dar, wobei die Energiekrise einen signifikanten Anteil an dem Marktzuwachs hatte.

Die Prognose für die Installationsvolumina der kommenden vier Jahre zeigt nach einer gewissen Normalisierung "nur" noch Wachstumsraten von 11 bis 19 Prozent anstatt der in den vergangenen drei Jahren erreichten 40 Prozent. Für 2024 prognostiziert Solarpower Europe einen Photovoltaik-Zubau von 62 Gigawatt und damit ein Marktwachstum von elf Prozent.

EU-27 Annual Solar PV Installed Capacity, 2000-2023

SOURCE: European Market Outlook for Solar Power 2023-2030

Für 2025 könnte ein Wachstum von 19 Prozent auf 74 Gigawatt wahrscheinlich sein. Bis 2027 könnten in der EU 93 Gigawatt pro Jahr installiert werden.

Der europäische Photovoltaik-Markt ist stark vom Dachanlagen-Segment geprägt. Industrie, Gewerbe und Wohngebäude kommen auf einen Marktanteil von 66 Prozent. Aufgrund der hohen Strompreise für Verbraucher zum Beginn des Jahres 2023 hat sich der Trend zur Installation von Photovoltaikanlagen noch einmal verstärkt.

Allerdings war das zweite Halbjahr bereits von einer spürbaren Kaufzurückhaltung geprägt, die neben den o.g. makroökonomischen Gründen auch in den nachlassenden Strompreisen und den teilweise langen Lieferzeiten für Dachanlagen begründet liegt.

Wie der europäische Markt sich weiterentwickeln wird, hängt neben der Entwicklung der Strompreise und dem Zinsniveau auch von den politischen Bedingungen ab. Netzanschlusszeiten, Baugenehmigungen, und Anschlussgebühren können Hemmnisse für eine schnelle Erholung der Marktdynamik darstellen. Ungeachtet dieser eventuell kurzfristigen Wachstumsdelle bleibt der langfristige Ausblick für den Solarmarkt in den wesentlichen Zielmärkten der Schletter Solar GmbH sehr positiv.

2.2 Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen

Schletter Solar GmbH konnte im abgelaufenen Berichtjahr - trotz rückläufiger Nachfrage im zweiten Halbjahr - den erfreulichen Umsatz des Vorjahres noch einmal steigern. Vor diesem Hintergrund wurden zusätzliche Lieferanten aufgebaut und qualifiziert, so dass die Schletter Solar GmbH neben der Schwestergesellschaft in China und dem neuen Produktionsstandort in der Türkei neue Bezugsquellen vor allem und in Asien erschließen konnte.

Die Schletter Solar GmbH konnte im Wirtschaftsjahr 2023 einen Umsatz von TEUR 285.593 (Vj.: TEUR 278.850), erzielen, der mit Mio. EUR 83 unter dem Budget von Mio. EUR 369 liegt. Bis Juni 2023 lag die Gesellschaft im Umsatz exakt auf Planniveau, allerdings führte danach der deutliche Nachfragerückgang im Dachmarkt zu der genannten Planunterschreitung.

Dennoch war es aufgrund günstiger Einkaufspreise und Erhöhungen der Verkaufspreise möglich, ein positives Jahresergebnis von TEUR 38.349 (Vj.: TEUR 28.410) zu erzielen, welches dem geplanten Jahresgewinn von Mio. EUR 38,3 für das Jahr 2023 entspricht.

Das Vertrauen der Kunden in die Marke Schletter zeigt sich auch in einem Auftragsbestand von Mio. EUR 44,6 per 31. Dezember 2023.

Gesamteinschätzung der Geschäftsführung zur Lage:

Insgesamt stellt sich die Entwicklung des operativen Geschäfts im Geschäftsjahr 2023 positiv dar. Das Unternehmen hat seine Marktstellung in wichtigen Absatzmärkten ausgebaut und wichtige Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz von Arbeitsabläufen ergriffen und wird weiter daran arbeiten, das Vertrauen in die Marke Schletter weiter zu stärken und seine Position als nachhaltiger Partner im Bereich von Solar-Montagesystemen auszubauen.

2.3 Beschaffung

Die Beschaffung erfolgt über externe Lieferanten und andere Gesellschaften aus der Schletter-Gruppe. Vor dem Hintergrund der strategischen Diversifizierung der Lieferketten war die Qualifizierung weiterer externer Lieferanten im Geschäftsjahr 2023 ein wesentlicher Meilenstein, um die Lieferfähigkeit der Gesellschaft mit einer gleichbleibend hohen Qualität des Endprodukts zu garantieren. Durch Positionierung der Lieferanten in unterschiedlichen Regionen ist die Schletter Solar GmbH in der Lage, den unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen (u.a. Importzölle / -beschränkungen für ausländische Waren) Rechnung zu tragen und regionale Konjunktureffekte auszugleichen.

Auf Grund der positiven Geschäftsentwicklung der letzten Jahre haben die Kreditversicherer wieder begonnen, Limite zu Gunsten der Lieferanten zu zeichnen. Dennoch bestehen einige Lieferanten zu Beginn einer langfristigen Lieferbeziehung u.a. im asiatischen Bereich auf entsprechenden Vorauskassen. Hier gehen wir aufgrund der Ergebnisse des abgeschlossenen Geschäftsjahres für 2024 von einer zunehmenden Verbesserung aus.

2.4 Investitionen

Im Geschäftsjahr 2023 wurden Investitionen in Höhe von TEUR 5.721 (Vorjahr TEUR 1.542) vorgenommen.

2.5 Finanzierungsmaßnahmen bzw. -vorhaben

Zur Finanzierung des operativen Geschäfts wurden seitens der Muttergesellschaft Schletter International B.V. im September 2022 zwei Anleihen mit einem Gesamtvolumen von Mio. EUR 65,0 begeben; die bis zu diesem Zeitpunkt von der Schletter International B.V. aufgenommen Darlehen wurden vollständig zurückgeführt. Die Muttergesellschaft stellt den Tochtergesellschaften die erforderlichen Mittel zur Unternehmensfinanzierung mittels Gesellschafterdarlehen zur Verfügung.

Die von der Schletter international B.V. ausgereichten Darlehen enthalten einen qualifizierten Rangrücktritt und haben Eigenkapitalcharakter.

Die Anleihen der Schletter International B.V sind u.a. mit Bankkonten, Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Darlehensforderungen sowie durch eine Garantie der Schletter Solar besichert. Darüber hinaus bestehen lediglich die regulären Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Zum Jahresende konnten mit zwei Finanzierungspartner zusätzliche Betriebsmittellinien mit einem Gesamtvolumen von 15,0 Mio. EUR vereinbart werden. Die Absicherung erfolgt gleichrangig zu den Anleihen.

2.6 Personal

Der durchschnittliche Personalstand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2023 planmäßig auf 209 Arbeitnehmer - Vorjahr durchschnittlich 139 Mitarbeiter.

Am Bilanzstichtag waren 237 Mitarbeiter - Vorjahr 161 Mitarbeiter.

Der Anstieg der Personalzahl zum 31. Dezember 2023 (76 Mitarbeiter) ist die Voraussetzung für die Erreichung der geplanten Wachstumsziele. Hier ist auch im laufenden Geschäftsjahr ein weiterer Aufbau vorgesehen. Die Personalkostenquote der Schletter Solar GmbH erhöhte sich daher auf 6,3% (Vorjahr 4,6%).

2.7 Umwelt

Die Schletter Solar GmbH setzt sich Umweltleitlinien, die gleichrangig mit den weiteren Unternehmenszielen rangieren, ständig verbessert und im Zuge regelmäßiger ISO 14001:2015 Zertifizierungen durch externe Prüfer validiert werden.

Schwerpunkte bei der ökologischen und ökonomischen Betrachtung des life cycles der von der Schletter Solar GmbH vertriebenen Produkte bilden dabei die sparsame Verwendung von Energie und Wasser, Abfallvermeidung, sinnvolle Abfalltrennung und die Betrachtung des kompletten Lebensweges unserer Produkte und Vormaterialien.

Die Schletter Solar GmbH ist nach DIN ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und 14001 (Umweltmanagement) zertifiziert. Mit den Zertifizierungen nach EN 1090-2 EXC 2 bis EN 1090-5 EXC 2 erfüllen wir die Anforderungen der EU-Bau-PVo.

Durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit und einen Betriebsarzt stellen wir die Einhaltung des ASiG sicher.

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

3.1 Vermögenslage

Das Gesamtvermögen der Schletter Solar GmbH betrug zum Bilanzstichtag TEUR 119.241 (Vj.: TEUR 84.170).

Das Anlagevermögen bildet davon TEUR 7.695; 6,4% (Vj.: TEUR 2.820: 3,4%) ab - der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus selbst geschaffener Software.

Dem gegenüber steht eine Erhöhung des Umlaufvermögens auf TEUR 110.998; 93,1% (Vj.: TEUR 80.904; 96,1%). Die verbleibenden TEUR 548; 0,5% (Vj.: TEUR 447; 0,5%) resultieren aus Rechnungsabgrenzungsposten.

Bei den Vorräten ergibt sich ein deutlicher Anstieg auf TEUR 73.067; 61,2% (Vj.: TEUR 46.403; 55,1%), der im Wesentlichen dem deutlichen Anstieg der Handelswaren um TEUR 40.373 geschuldet ist. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich bedingt durch die Struktur der zugrunde liegenden Umsätze mit kürzeren Zahlungszielen auf TEUR 6.359; 5,3% (Vj.: TEUR 8.962; 10,6%), und liegen im üblichen Bereich. Die sonstigen Vermögensgegenstände liegen mit TEUR 2.751 über Vorjahresniveau und resultieren im Wesentlichen aus Forderungen gegenüber den italienischen Steuerbehörden (TEUR 1.457) und aus Sicherheitsleistungen an Lieferanten (TEUR 675).

Ein Geldmarktfonds mit einem Nennbetrag von TEUR 500 wird in der Position Wertpapiere ausgewiesen.

Der Bestand an liquiden Mitteln erhöhte sich auf TEUR 24.866; 20,8% (Vj.: TEUR 20.807; 24,7%).

Die Forderungen gegen andere Gesellschaften der Schletter-Gruppe sind wertberichtigt, soweit ein konkreter Hinweis auf einen Abwertungsbedarf bestand.

Die liquiden Mittel bestehen ausschließlich aus Bankguthaben. Ein Teilbetrag von TEUR 1.806 (Vj.: TEUR 1.657) unterliegt einer Verfügungsbeschränkung.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betrugen zum 31.12.2023 TEUR 2.160; 1,8% (Vj.: TEUR 2.956; 3,5%) gegenüber fremden Dritten und TEUR 1.017; 0,9% (Vj.: TEUR 6.073; 7,2%) gegenüber anderen Gesellschaften der Schletter-Gruppe. Weitere operative Verbindlichkeiten bestehen aus erhaltenen Anzahlungen von Kunden TEUR 5.580; 4,7% (TEUR 10.573; 12,6%).

Zum Bilanzstichtag bestanden keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Anteilseignern betrugen zum 31. Dezember 2023 TEUR 6.347; 5,3% (Vj.: TEUR 11.000; 13,1%).

Die Rückstellungen von insgesamt TEUR 28.722 24,1% (Vj.: TEUR 18.359; 21,8%) der Bilanzsumme resultieren im Wesentlichen aus folgenden Positionen:

Steuern TEUR 21.888 (Vj.: TEUR 10.739)
Personal TEUR 1.996 (Vj.: TEUR 1.786)
Lieferanten und Kunden TEUR 3.175 (Vj.: TEUR 4.303)
Sonstige TEUR 1.663 (Vj.: TEUR 1.531)

3.2 Finanzlage

Die Betriebsmittelfinanzierung und die Finanzierung des laufenden Geschäfts werden im Wesentlichen aus eigenen Mitteln erbracht. Im Geschäftsjahr 2023 hat die Gesellschaft Mio. EUR 4,7 Verbindlichkeiten des langfristigen Darlehens der Muttergesellschaft zurückgeführt.

Für die Gesellschafterdarlehen bestehen qualifizierte Rangrücktritte.

Zum Jahresende konnte mit zwei Finanzierungspartnern zusätzliche Betriebsmittellinien mit einem Volumen von TEUR 15.000 vereinbart werden.

Die Schletter Solar GmbH verfügte zum 31. Dezember 2023 über liquide Mittel von TEUR 24.866 (Vj.: TEUR 20.807).

Der freie Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit betrug TEUR 14.405 (Vj.: TEUR 22.685), der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit betrug TEUR -5.693 (Vj.: TEUR -1.510) und der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit betrug TEUR -4.653 (Vj. TEUR -5.965)

3.3 Ertragslage

Die Schletter Solar GmbH konnte im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von TEUR 285.593 (Vj.: TEUR 278.850), erzielen, der sich wie folgt verteilt:

Gesamtbetrag 31.12.2023
TEUR
Inland
TEUR
EU ohne Deutschland
TEUR
Ausland
TEUR
Intercompany
TEUR
Umsatz Dachgeschäft 217.786 117.695 74.108 23.829 2.153
54,0% 34,0% 11,0% 1,0%
Vj. 234.162 134.321 71.252 22.437 6.152
57,4% 30,4% 9,6% 2,6%
Umsatz Freiflächengeschäft 62.056 35.137 19.518 7.142 260
56,6% 31,5% 11,5% 0,4%
Vj. 40.578 23.724 14.088 1.979 788
58,5% 34,7% 4,9% 1,9%
Sonstige Umsätze 5.751 279 1.460 129 3.883
4,9% 25,4% 2,2% 67,5%
Vj. 4.110 534 2.965 39 572
13,0% 72,1% 1,0% 13,9%
Gesamtumsatz 285.593 153.111 95.086 31.100 6.297
53,6% 33,3% 10,8% 2,2%
Vj. 278.850 158.579 88.304 24.454 7.512
56,9% 31,7% 8,7% 2,7%

Unter Berücksichtigung der Veränderung des Bestandes an unfertigen und fertigen Erzeugnissen (TEUR ./. 5.815; Vj.: TEUR 5.573) betrug die Gesamtleistung der Gesellschaft TEUR 279.779 (Vj.: TEUR 284.423).

Bedingt durch Global Sourcing konnte die Materialaufwandsquote - bezogen auf die Gesamtleistung - auf 66,1% (Vj.: 74,9%) reduziert werden. Die Rohertragsmarge ist demzufolge auf 33,9% (Vj.: 25,1%) gestiegen. Die Herausforderung der Zukunft besteht darin, den Wert zu halten, wobei hier der Produktmix zwischen Dach- und Freiflächengeschäft entsprechenden Einfluss hat. Weitere Maßnahmen bei der Suche und Qualifizierung weiterer Lieferanten zielen darauf ab, die Rohertragsmarge auf dem aktuellen Niveau absichern.

Die Personalkosten lagen mit TEUR 17.699; 6,3% (Vj.: TEUR 13.181; 4,6%) unter dem geplanten Niveau, wobei hier zu berücksichtigen ist, dass die geplanten Stellen meist nur verzögert besetzt werden können.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen TEUR 24.995; 8,9% (Vj.: TEUR 19.262; 6,8%). Wesentliche Positionen darin sind die Frachtkosten (TEUR 4.201; Vj.: TEUR 4.458), die anleihebedingt gestiegenen Lizenz- und Managementgebühren (TEUR 3.057; Vj.: TEUR 1.459), die Gebäudekosten (TEUR 2.516; Vj.: TEUR 1.806), die KFZ- und Reisekosten (TEUR 1.969; Vj.: TEUR 1.139), die Messekosten (TEUR 1.436; Vj.: TEUR 341), die Aufwendungen für sonstige Beratungsdienstleistungen zur Prozessoptimierung (TEUR 1.057; Vj.: TEUR 389), die wachstumsbedingten Personalbeschaffungskosten (TEUR 697; Vj.: TEUR 1.120) und die operativen Kosten für Tätigkeiten der Schwestergesellschaft in Spanien (TEUR 1.069; Vj.: TEUR 831).

Das Finanzergebnis enthält im Wesentlichen einen Zinsaufwand von TEUR 875 (Vj.: TEUR 887) aus Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.

Das Ergebnis vor ertragsabhängigen Steuern betrug TEUR 52.477 (Vj.: TEUR 38.502).

Der erzielte Jahresüberschuss von TEUR 38.349; 13,4% (Vj.: TEUR 28.410; 10,0%) spiegelt die im letzten Jahr zu verzeichnende positive Branchenentwicklung wider.

Zusammenfassend ist das Geschäftsjahr 2023 positiv verlaufen. Die gesetzten Ziele konnten zwar umsatzseitig nicht, jedoch ergebnisseitig genau erreicht werden. Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens ist gesichert und bietet daher insbesondere aufgrund der positiven Wahrnehmung durch Kunden und potenzielle Kunden die idealen Voraussetzungen für eine weiterhin positive Entwicklung.

4. Darstellung wesentlicher Leistungsindikatoren

Das operative Geschäft steuert die Schletter Solar GmbH durch finanzielle und nicht finanzielle Kennzahlen.

Umsatzentwicklung und Jahresergebnis sind die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren. Daneben dienen die Rohertrags- und EBITDA-Marge, das Working Capital sowie der Cashflow als weitere Steuerungsgrößen für die Gesellschaft.

Im Zusammenhang mit der Umsatzentwicklung werden insbesondere der Auftragseingang und Auftragsbestand überwacht. Weitere Kennzahlen der Unternehmenssteuerung finden sich bei der Beurteilung des Working Capital.

Der Auftragseingang im Jahr 2023 war positiv, hat sich jedoch branchenweit durch externe Faktoren (Inflation, Zinsanstieg, ...) im zweiten Halbjahr reduziert. Dennoch zeigt der Auftragseingang auch, dass die Kunden der Schletter Solar GmbH weiterhin Vertrauen entgegenbringen.

Im Bereich des Working Capital ist zu beachten, dass verschiedene Lieferanten bislang aufgrund fehlender Kreditlimite nur gegen Vorkasse liefern. Im Bereich der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zeigen sich keine Auffälligkeiten.

Zusätzlich zu den Indikatoren, die die Effizienz des Mitteleinsatzes messen, wenden wir weitere Kennzahlen und Indikatoren für nicht-finanzielle Ziele an. Unter anderem nutzen wir Kennzahlen zur Produktionsauslastung, Lieferzeit und Lieferqualität sowie Personalkennzahlen zur Steuerung des Unternehmens. Zur Bewertung des Umweltmanagements werden in regelmäßigen Abständen Umwelt- und Ökoaudits durchgeführt.

5. Risikoeinschätzung der künftigen Entwicklung - Bruttorisiken

Risikomanagement

Das Management Board der Schletter Group hat entschieden ein globales Risikomanagementsystem zu implementieren. Ziel ist die frühestmögliche Entdeckung von Risiken und die Definition von Maßnahmen zur Reduzierung des möglichen Bruttorisikos. Es handelt sich um ein integriertes und dezentrales System, d.h. die Steuerung der Prozesse innerhalb der jeweiligen Landesgesellschaft übernimmt der jeweils benannte Risikomanager der Landesgesellschaft. Das Reporting der Schletter Solar GmbH erfolgt quartalsweise.

Im Rahmen ihrer Tätigkeit ist die Schletter Solar GmbH einer Reihe von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Die Risikopolitik besteht darin, vorhandene Chancen zu erkennen und zu realisieren und die mit Risiken verbundenen Geschäftstätigkeiten nur dann einzugehen, wenn das Risiko überschaubar oder absicherbar ist.

Die Elemente des internen Kontrollsystems sind darauf ausgelegt, transparente Prozesse und Handlungsfreiräume zu definieren und durch regelmäßige Soll-Ist-Analysen Abweichungen schnell zu erkennen. Dabei stehen neben den finanziellen Aspekten (Vermögenssicherung und -Steigerung abgesichert durch regelmäßige Analyse von Monatsergebnissen) auch organisatorische Themen (Definition und Dokumentation von Arbeitsprozessen validiert durch Auditierung durch externe Partner) und die Einhaltung von internen und externen Regeln (dokumentiert durch interne Compliance Richtlinien und Gesetzestexte) im Fokus.

Nennenswerte Risiken im Rahmen der Geschäftstätigkeit ergeben sich im Vergleich zum Vorjahr unverändert wie folgt:

Risiko Auswirkung auf Relevanz Eintrittswahrscheinlichkeit
Strategische Risiken (z.B. regionale Expansion oder Neueinführung von Produkten, ...) Ertragslage & Finanzlage Hoch Mittel
Marktrisiken (z.B. politische Veränderungen, neue Wettbewerber, ...) Ertragslage Mittel Hoch (politische Lage)
Finanzmarktrisiken (z.B. Veränderung von Marktzinsen, Zugang zu Fremdkapital, ...) Finanzlage Niedrig Mittel (Zinssteigerungen)
Forderungsausfallrisiken Ertragslage & Finanzlage Niedrig Niedrig
Risiken aus Compliance und Corporate Governance (z.B. aktive oder passive Korruption, ...) Ertragslage, Reputation Niedrig bis mittel Niedrig
Operative Risiken (z.B. Qualitätsmängel, Verfügbarkeit von Fachkräften, ...) Ertragslage, Reputation Mittel Mittel

Strategische Risiken

Der Aufbau einer Marktposition in Regionen, in denen die Schletter-Gruppe momentan nicht aktiv ist oder die Einführung neuer Produkte sind naturgemäß mit dem Risiko behaftet, dass der Markt zurückhaltend auf das neue Angebot reagiert. Durch einen vorsichtigen Ansatz und die Streuung von Risiken (z.B. durch zeitliche Abfolge oder durch Neueinführung von Produkten bei gleichzeitiger Fortführung bereits etablierter Produkte) wird die Relevanz dieses Risikos minimiert. Eigene Produkte werden wo möglich durch Patente vor Nachahmung geschützt.

Marktrisiken

Die aktuelle Situation des Welthandels verdeutlicht das Risiko politischer Veränderungen im Welthandel. Während das Risiko als solches außerhalb der Kontrolle einzelner Gesellschaften oder Organisationen steht, ist ein effektives Risikomanagement durch die lokale Präsenz in den wesentlichen Märkten weitestgehend etabliert. Das Auftreten neuer Wettbewerber ist ebenfalls nicht vermeidbar und kann letztlich nur durch qualitativ hochwertige und wettbewerbsfähige Produkte minimiert werden.

Die aktuellen politischen Rahmenbedingungen haben für die Solar-Branche insgesamt eine positive Auswirkung gehabt: Allerdings unterstreichen die Veränderungen des globalen, politischen Risikos die Notwendigkeit einer regionalen Diversifizierung. Am weiteren Ausbau dieser strategischen Positionierung arbeitet die Gesellschaft aktiv.

Finanzmarktrisiken

Risiken aus Wechselkurseffekten oder verteuertem oder reduziertem Zugang zum Kapitalmarkt sind Risiken, die für die Schletter Solar GmbH aktuell weniger relevant sind. Die aktuelle Finanzierung über die Muttergesellschaft und deren Anleihe läuft bis September 2025 bzw. März 2026. Die aktuelle Marktentwicklung lässt eine Rückzahlung der bestehenden Gesellschafter-Finanzierung für die Schletter Solar GmbH in den kommenden 12-18 Monaten absolut realistisch erscheinen, so dass die Schletter Solar GmbH individuell von Finanzmarktrisiken unabhängig wäre. Lediglich die gewährten Sicherheiten für die Anleihe der Muttergesellschaft wären weiterhin existent.

Forderungsausfallrisiken

Dem Forderungsmanagement kommt eine sehr hohe Bedeutung zu. Das Unternehmen steuert seine Kreditrisiken sowohl durch interne als auch durch externe Informationen und Bewertungen, welche vor allem auf bisherigen Zahlungserfahrungen, allgemein akzeptierten Auskunfteien und Warenkreditversicherungslimiten basieren. Darüber hinaus sind zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen Abschlags- bzw. Vorauszahlungen von Kunden ein reguläres Mittel zur Minimierung von Zahlungsausfällen bzw. -verzögerungen.

Im aktuellen Jahresabschluss besteht hinsichtlich einer Forderung aus einem Freiflächenprojekt ein gewisses Ausfallrisiko, das die Schletter Solar GmbH durch eine Wertberichtigung gewürdigt hat. Zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung befindet sich die Gesellschaft in positiven Gesprächen mit dem Kunden und dessen Endkunden, so dass ein Zahlungsausfall als unwahrscheinlich eingeschätzt werden kann.

Risiken aus Compliance und Corporate Governance

Durch die Tätigkeit in einem internationalen Umfeld und teilweise erhebliche Unterschiede in der Wahrnehmung von Vorfällen, die nach europäischem Standard Compliance-Risiken darstellen, hat die Schletter Solar GmbH ein Risiko. Im Berichtsjahr wurde der Code of Conduct der Schletter Gruppe sowie der für Lieferanten überarbeitet und ausgerollt. Seit dem 1. Januar 2024 steht außerdem die Whistleblowing Hotline zur Meldung von Verstößen zur Verfügung. Die Instrumente sind abrufbar über unsere Internetseite. Unsere Mitarbeiter werden entsprechend geschult.

Operative Risiken

Es bestehen die Risiken von Preisschwankungen, Verfügbarkeit und Qualität im Bereich der Beschaffung unserer Produkte. Diesem Risiko begegnen wir durch internes Qualitätsmanagement, laufende Schulung unserer Mitarbeiter und Dienstleister sowie durch aktives Lieferantenmanagement verbunden mit entsprechenden Kontrollen. Darüber hinaus verfügen wir über entsprechende versicherungstechnische Absicherungen, so dass die verbleibenden Risiken überschaubar sind.

Risiken hinsichtlich Qualität und Gewährleistung

Durch ein internes Qualitätsmanagement und laufende Schulungen für unsere Mitarbeiter und Dienstleister, welche wir darüber hinaus einer laufenden Kontrolle unterziehen, versuchen wir Risiken hinsichtlich Qualität und Gewährleistung zu vermeiden.

Risiken im Personalbereich

Durch die anhaltend niedrige Arbeitslosenquote ist die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal im Großraum München stark zurückgegangen. Vor allem in den Bereichen mit hohem Qualifizierungsgrad (z.B. IT, Entwicklung, ...) besteht ein Engpass, der sich langfristig negativ auf die Entwicklung der Firma auswirken kann. Durch Mitarbeiterbefragungen erhebt die Gesellschaft die wesentlichen Punkte der Mitarbeiterzufriedenheit und entwickelt, unterstützt durch Weiterbildungsmaßnahmen, Handlungsmaßnahmen zur Mitarbeitergewinnung und -bindung.

Zudem wurden die Home-Office-Angebote erweitert und für Mitarbeiter aus dem Raum München zusätzliche Büroflächen im Münchener Norden angemietet. Dieses Angebot wurde durch die Anmietung weiterer Büroflächen im Berichtsjahr ausgedehnt. Für Schlüsselpositionen konnten zunehmend ausreichend qualifizierte Backup-Lösungen gefunden werden.

IT-Risiken

Potenzielle Risiken zu Datenverlusten und -ausfällen werden permanent systemisch überwacht. Ausfallzeiten sind durch Maßnahmen wie High-Availability und redundante Systeme und Cluster minimiert. Unerlaubten externen Zugriffen begegnen wir durch gruppenweit einheitliche Firewall-Systeme, welche laufend aktualisiert werden. Alle wesentlichen Systeme werden durch Drittdienstleister gehostet, mit denen entsprechende Service Level Agreements bestehen, um eine konstante Verfügbarkeit der Systeme sicherzustellen.

Weiterhin werden unsere Mitarbeiter entsprechend geschult.

Die Geschäftsführung geht auf Basis der oben aufgeführten Maßnahmen davon aus, dass die Schletter Solar GmbH ausreichend auf bestehende Risiken reagiert. Bestandsgefährdende Risiken bestehen momentan nicht.

6. Forschung und Entwicklung

Um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben, setzt die Gesellschaft auf kontinuierliche Neu- und Weiterentwicklung des Produktportfolios. Neben den klassischen Zielen USP, Kundenzufriedenheit und Abdeckung von Marktnachfragetrends, soll mittels Engineering auch eine gewisse Unabhängigkeit von der Preisentwicklung am Rohstoffmarkt geschaffen werden. Die entsprechenden Forschungs- und Entwicklungsleistungen werden von einer Ingenieursgesellschaft bezogen (TEUR 255; 0,1%; Vj.: TEUR 228; 0,1%), an der die Muttergesellschaft indirekt zu 50% beteiligt ist.

7. Chancen

Die Schletter Solar GmbH wird als Teil der Schletter Gruppe auch weiterhin den Fokus auf eine weitere Internationalisierung (Südostasien, Südamerika, Indien), Produktinnovationen und den Aufbau einer stabilen und flexiblen supply chain legen. Damit wird der wachsenden Bedeutung neuer Märkte und dem Bedarf nach modernen und kostengünstigen Montagesystemen für die Solarenergie Rechnung getragen. Schletter wird seine Position in diesen Märkten stärken und dennoch wettbewerbsfähige Angebote abgeben können.

Die Chancenmatrix stellt sich wie folgt dar:

Chance Auswirkung auf Relevanz Eintrittswahrscheinlichkeit
Internationalisierung (Südostasien, Südamerika, Indien) Ertragslage & Finanzlage Mittel Mittel
Produktinnovationen (Tracker) Ertragslage Hoch Hoch
Aufbau einer stabilen supply chain Ertragslage & Finanzlage Hoch Hoch

Produktseitig ist die Nachfrage nach nachlaufenden Systemen, die die Auslastung von Photovoltaikanlagen ganztägig erhöhen, in Nordamerika und Australien bereits stark ausgeprägt und wird auch andere Regionen erfassen. Mit den neuentwickelten Tracker-System(en) hat Schletter ein innovatives Konzept, das bereits bestehende Tracker-Systeme von Konkurrenten wesentlich verbessert, auf den Markt gebracht, das nach erfolgreicher Installation in kleineren Projekten ein wesentlicher Wachstumstreiber sein wird.

Weitere Produktchancen ergeben sich aus der Ausweitung des Geschäftes mit Solarinstallationen auf Dächern in Nordamerika und Japan, da Schletter diese Produkte bereits sehr erfolgreich in Europa vertreibt.

Regional sind vor allem die Märkte in Südostasien (Vietnam, Philippinen) und der wachsende Markt in Südamerika interessant. In beiden Regionen wurden bereits erste Projekte realisiert.

Der Gesellschafter und die weiteren Investoren haben durch ihre Investition und die fortlaufende Finanzierung einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, der Marke Schletter einen nachhaltigen Neustart und die Umsetzung der o.g. Schritte zu ermöglichen.

8. Ausblick

Die Prognose für die Photovoltaikbranche in 2024 ist positiv. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Solaranlagen weiter steigen wird, da sich immer mehr Länder für erneuerbare Energie entscheiden.

Technologische Fortschritte könnten die Effizienz von Solarzellen verbessern und die Kosten für Photovoltaikanlagen weiter senken. Insgesamt wird erwartet, dass die Photovoltaikbranche auch im Jahr 2024 ein starkes Wachstum verzeichnen wird.

Hierbei ist zu beachten, dass die Unternehmen im Ergebnis der Versorgungsengpässe in 2022 ihre Lagerkapazitäten deutlich ausgebaut haben.

Vor dem Hintergrund der makroökonomischen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa werden - aufgrund einer zwischenzeitlich gesicherten Versorgungslage - in 2024 vorrangig diese Läger wieder abgebaut, um auch die damit verbundene Liquiditätsbindung zu reduzieren. Diese Entwicklung wird sich vom Installateur über den Großhändler bis hin zum Lieferanten durchsetzen.

Schletter sieht sich mit seiner gesellschaftsrechtlichen Struktur und der internationalen Präsenz gut positioniert, um an der weiterhin positiven Entwicklung der Branche zu partizipieren. Auf Basis des aktuellen Forecasts gehen wir davon aus, dass wir im Jahr 2024 Umsatz im unteren zweistelligen und Ergebnis im einstelligen Bereich steigern können. Die Auswirkungen der aktuellen Eintrübungen am europäischen Dachmarkt können derzeit nicht adäquat beurteilt werden.

 

Kirchdorf im 12. April 2024

Die Geschäftsführung der Schletter Solar GmbH

Dipl.-Bw. Florian Roos

Dipl.-Bw. Martin Lipp

Dr.-Ing. Cedrik Zapfe

Dipl.-Ing. Ralf Maus (Eintritt zum 15.02.2023)

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Schletter Solar GmbH, Kirchdorf

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Schletter Solar GmbH, Kirchdorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Schletter Solar GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 12. April 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christian Duschl, Wirtschaftsprüfer

Lukas Fuchsberger, Wirtschaftsprüfer

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