Stammdaten

Register
Amtsgericht Bad Homburg HRB 14958
Vorher
INOS 19-062 GmbH
Eingetragen
14.11.2019
Branche
ReiseveranstalterBetrieb von Bahnhöfen für den Personenverkehr einschließlich OmnibusbahnhöfenVermietung von Schienenfahrzeugen
Gegenstand
Veranstaltung von Reisen, insbesondere in Verbindung mit Bahnreisen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Tim Dunker
seit 28.4.2023
Geschäftsführer
Neil Byland
seit 24.4.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
AER Arbeitsgemeinschaft Europäischer Reiseunternehmen e.V.
75.10%
24.90%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

AMEROPA-REISEN GmbH

Bad Homburg v. d. Höhe

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

1. Angaben zur Unternehmensführung und zur Gesellschaft

2. Rahmenbedingungen

3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

4. Strategie

5. Nachtragsbericht

6. Chancen- und Risikobericht

7. Prognosebericht

1. Angaben zur Unternehmensführung und zur Gesellschaft

Die Ameropa-Reisen GmbH (AMEROPA) ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) nach deutschem Recht mit Standort in Bad Homburg v.d. Höhe. Die Geschäftsführer führen die Geschäfte der AMEROPA nach den Weisungen der Gesellschafterversammlung und im Rahmen von Gesetz, Satzung beziehungsweise Gesellschaftsvertrag.

Im Umfeld der deutschen Reiseveranstalterlandschaft versteht sich die AMEROPA als Spezialist für Kurz- und Bahnerlebnisreisen und verfügt über eine hohe Bahnkompetenz, die sich im Angebotsportfolio deutlich macht. AMEROPA bedient 3 Produktsegmente: Neben Städtereisen bietet AMEROPA Urlaubsreisen in der DACH-Region sowie internationale Rundreisen mit Schwerpunkt Bahnerlebnisreisen an.

Im Berichtsjahr war AMEROPA von der Inflation sowie der Entwicklung der Energiepreise stark betroffen sowie von der generellen Tendenz nach der Pandemie zu Warmwasserdestinationen zu reisen. Der erwirtschaftete Umsatz verlief daher auf Vorjahresniveau. Bedingt durch die Auswirkungen des angespannten Umfelds und hier auch insbesondere die Bahnstreiks der Deutschen Bahn, den Krisen und trotz weiteren Maßnahmen zu Kostenreduzierung führte das Jahr 2023 zu einem zwar besseren Ergebnis zum Vorjahr, aber dennoch zu einem negativen Ergebnis.

Insgesamt wurde im Jahr 2023 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von -1.275 T€ erreicht (im Vorjahr: -1.402 T€).

Im Berichtsjahr hat AMEROPA die Website und die dahinter liegende Buchungsmaschine, dessen Go-live in April 2023 erfolgte, komplett neu aufgesetzt und neue Schnittstellen angeschlossen. Ebenfalls wurde u.a. die Buchhaltungssoftware wesentlich erweitert, ein Trading & Yield Tool entwickelt und eingeführt sowie ein Chatbot als weiterer Ausbaustufe in Salesforce im Service eingeführt und ein Rechnungseingangsworkflow implementiert.

Die AMEROPA ist finanziell stabil durch die COVID-19-Pandemie und den im Berichtsjahr vorherrschenden Krisen gesteuert und besitzt eine solide Basis für die Erholung des Reisemarkts. Die Steuerung des Unternehmens erfolgte auf der Basis einer rollierenden, kurzfristigen Planung. Insbesondere stand die Liquiditätssteuerung an zentraler Stelle. Die für die Geschäftstätigkeit bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren waren Umsatz, EBITA, Ergebnis nach Steuern und Liquidität.

2. Rahmenbedingungen

Wirtschaftliches Umfeld und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Internationale Währungsfonds (IMF, World Economic Outlook, Januar 2024) errechnete ein globales Wachstum von +3,1% in 2023 (+3,5% in 2022), für den Europäischen Raum von +0,5% (+3,4% in 2022) und für Deutschland von -0,3% (+1,8% in 2022).

Die Erholung der Weltwirtschaft nach der COVID-19-Pandemie, der russischen Invasion in der Ukraine und der Krise der Lebenshaltungskosten erwies sich laut dem Internationalen Währungsfonds als überraschend widerstandsfähig. Die Inflation sank seit ihrem Höchststand im Jahr 2022 schneller als erwartet, und somit waren die Auswirkungen auf Beschäftigung und Aktivität geringer als erwartet. Das Wachstum im Euroraum war stärker beeinflusst durch die hohe Abhängigkeit vom Krieg in der Ukraine. Auch hatten die Energieschocks eine stärkere Auswirkung auf den Haushaltskonsum. Trotzdem verzeichnete der Euroraum einen stärkeren Anstieg als erwartet. Im Gegensatz zu Europa verringerte sich das Wachstum für Deutschland insbesondere durch die schwache Produktionsleistung und dem wirtschaftlichen Rückgang.

Die Bundesregierung (Jahreswirtschaftsbericht 2024) erwähnt, dass im Jahr 2023 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Dezember preisbereinigt um 0,3% abnahm. Die Gründe des Rückgangs werden die andauernden russischen Aggression gegen die Ukraine, die gestiegenen (Leit-)Zinsen, die relativ schwachen weltwirtschaftlichen Entwicklung, der hohe Krankenstand, und die zunehmenden strukturellen Herausforderungen in Deutschland genannt. Besonders wird auf die starke Abhängigkeit von russischen Energielieferungen und dem hohen Industrieanteil an der Wertschöpfung hingewiesen.

Zum Jahresende 2023 hat, gemäß der Bundesregierung (Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Januar 2024, Stand 15. Januar 2024), sich die gesamtwirtschaftliche Ausgangslage zum Jahreswechsel 2023/24 im Zuge der Nachwirkungen der vorangegangenen Krisen, insbesondere den erheblichen Kaufkraftverlusten als Folge des massiven Energie- und Nahrungsmittelpreisanstiegs, der schwachen weltwirtschaftlichen Entwicklung, der geopolitischen Krisen sowie den geldpolitischen Straffungen weiterhin sehr schwach dargestellt. Das Bruttoinlandsprodukt war zum Jahresende nochmals um rund 1 4 % gegenüber dem Vorquartal gesunken. Insbesondere der private Konsum war in 2023 aufgrund der nachwirkenden Kaufkraftverluste und der Kaufzurückhaltung, auch im Zuge der erhöhten Unsicherheit infolge der geopolitischen Konflikte, preisbereinigt um 0,8 % zurückgegangen. Damit lag er gemäß der Bundesregierung immer noch etwas unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019.

Laut neuen Daten der UNWTO (World Tourism Organization der UNO, World Tourism Barometer, Januar 2024) erreichte der internationale Tourismus Ende 2023 88 % des Niveaus vor der Pandemie, also schätzungsweise 1,3 Milliarden internationale Ankünfte (ca. 960 Millionen in 2022). Europa, die meistbesuchte Region der Welt, erreichte 94 % des Niveaus von 2019, getrieben von intraregionaler Nachfrage und Reisen aus den Vereinigten Staaten. Insbesondere Italien und generell das südliche Mittelmeereuropa verzeichnete hohe Besucherwerte.

AMEROPA ist vorwiegend aktiv im erdgebundenen (Kurz)Urlaubsreisemarkt im deutschen Heimatmarkt und im nahen Ausland. Das Einzugsgebiet der Kunden der AMEROPA ist vorwiegend Deutschland. Der Erfolg AMEROPAs Aktivitäten wird vorwiegend durch das Konsumverhalten und die konjunkturelle Entwicklung im Heimatmarkt Deutschland beeinflusst. Die folgenden Studien zu 2023 spiegeln das Reisekonsumverhalten der Deutschen wieder:

Laut der ReiseAnalyse der FUR (Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V., Reiseanalyse 2023, Kiel) lag das Volumen bei 54,6 Mio. Urlaubsreisenden in Deutschland (Reisen von +5 Tagen), +2,8% über Vorjahr und -1,1% unter 2019. Die Zahl der Urlaubsreisen ist im Vergleich zum Vorjahr hingegen auf 65,0 Mio. gesunken (-3,1% zu Vorjahr und -8,2% zu 2019). Bei den Reiseausgaben war 2023 erneut ein Rekordjahr: Mit 86,9 Mrd. € liegt das Volumen 6,8 Mrd. € über dem Wert von 2022 und 13,8 Mrd. € über 2019.

Für das Segment Kurzurlaubsreisen (2-4 Tage) lauten die Eckdaten laut ReiseAnalyse für das Jahr 2023: 74 Mio. Kurzurlaubsreisen mit Gesamtausgaben von 27 Mrd. €. Das sind 3 Mio. Kurzurlaube weniger als im Vorjahr bei gleicher Gesamtausgabe.

Bei den Reisezielen gab es laut ReiseAnalyse einen weiteren Schub fürs Ausland: 78% der Urlaubsreisen führten in Ziele außerhalb Deutschlands (74% in 2019) - der Marktanteil der Fernreisen stieg auf ein neues Allzeithoch von 9%, und 22% (14,3 Mio. Reisen) gingen ins Inland (ein Rückgang von -19,7% zum Vorjahr und -23,5% zu 2019). Damit einher ging ein weiteres Wachstum von Flugreisen (Rückgang bei Bahn), Hotelübernachtungen, Pauschalreisen und Onlinebuchungen - mit Marktanteilen über dem Vor-Corona-Niveau. Dazu passt auch die gestiegene Reisedauer mit durchschnittlich bei 13,1 Tagen in 2023 - deutlich länger als 2022 (12,6 Tage) und auch länger als 2019 (12,4 Tage).

Die Daten zeigen eine deutliche Verschiebung zu längerfristigen ausländischen Reisen und einen Rückgang des Kernmarktes der AMEROPA in 2023. Ähnliche Daten zeigt die folgende GfK-basierte Analyse:

Sommer, Sonne, Strand und Meer, insbesondere Fernreisen - gemäß der Deutschen Tourismusanalyse 2024 (BATStiftung für Zukunftsfragen, Technische Daten der 40. Deutschen Tourismusanalyse 2024, GfK, Januar 2024) zog es im letzten Jahr viele Bundesbürger wieder weg aus Deutschland in die warmen Länder im Süden Europas und noch weiter. Gemäß der Deutschen Tourismusanalyse verbrachten nur 37% ihren Haupturlaub in Deutschland - ein weiterer Rückgang um knapp 4% im Jahresvergleich. 16% aller Reisen der Bundesbürger gingen ins außereuropäische Ausland (+25,2% zum Vorjahr), trotz gestiegener Flugkosten.

Auch die täglichen Urlaubskosten erreichten mit 129 Euro einen neuen Höchststand. Im Vergleich zur Vorsaison gaben die Reisenden 19 Prozent mehr aus. Im Inland stiegen die Kosten um zwanzig Euro auf insgesamt 132 Euro, trotz geringerer Ausgaben für die Anfahrt, und liegen nun über dem europäischen Durchschnitt.

3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

3.1 Ertragslage

Umsatzentwicklung

Das Umsatzvolumen der AMEROPA verfehlte im Berichtsjahr 2023 das Vorjahr knapp um -317 T€ (-1%) auf 51.013 T€ (im Vorjahr: 51.330 T€). Das Reisevolumen hat nach den Pandemiejahren zwar wieder überproportional zugenommen, allerdings stagnierten die Umsätze im Berichtsjahr stark aufgrund der Inflation sowie den stark angestiegenen Energiepreisen und dem nach wie vor hohen Interesse an Warmwasserdestinationen. Besonders stark betroffen waren die Bereiche Städtereisen mit -4,9% zum Vorjahr (33.313 T€; Vorjahr: 34.932 T€) sowie das Segment Land mit -15,7% zum Vorjahr (6.729 T€; Vorjahr: 7.787 T€), welche lediglich durch das Rundreise-Segment, hier insbesondere Schweizprodukte in Höhe von 7.929 T€ (Vorjahr: 5.979 T€; +24,6% zum Vorjahr), mit +29,1% zum Vorjahr (11.345 T€; Vorjahr: 8.045 T€) aufgefangen werden konnte.

Die ersten fünf Monate des Berichtsjahres entwickelten sich noch positiv im Vorjahresvergleich, welche insbesondere von Schweiz-Produkten als auch von Städtereisen angetrieben wurden. Die folgenden Monate, inklusive den starken Sommer-Monaten, konnten aus den zuvor genannten Gründen nicht mehr die Vorjahreszahlen erreichen.

Der verzögerte Go-Live unserer Website, als neuen wesentlichen Treiber der Online-Umsätze, und dessen Stabilisierungsphase führten ebenfalls zu einem geringeren Umsatzvolumen als angenommen.

Die wichtigsten Reiseländer in 2023 waren vorwiegend Deutschland und die Schweiz und zu einem geringeren Anteil Frankreich und Österreich.

Ergebnisentwicklung

Mit 2.651 T€ lagen die sonstigen betrieblichen Erträge im Berichtsjahr 2022 unter dem Vorjahresniveau von 3.514 T€. In beiden Berichtsperioden waren die Überbrückungshilfen ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen betrieblichen Erträge, im Berichtsjahr die Schlussabrechnungen aller Überbrückungshilfen, welche eine Nachforderung in Höhe von 1.488 T€ ergaben, und im Vorjahr die Überbrückungshilfe IV.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen verringerten sich im Jahr 2023 um 1.367 T€ (-3%) auf 43.714 T€. Dieses entspricht einer Quote von 85,69% vom Umsatz. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 45.082 T€ oder 87,83% vom Umsatz.

Der Personalaufwand erhöhte sich im Berichtsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 167 T€ (+2,6%). Der Personalaufwand betrug im Berichtsjahr 6.491 T€ (12,7% vom Umsatz). Im Jahr 2022 waren es noch 6.324 T€ (12,3% vom Umsatz). Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr ergibt sich im Wesentlichen durch einen Aufbau des Personalbestandes und Anstieg der Gehälter, um den Inflationsanstieg teilweise zu kompensieren.

Im Berichtsjahr 2023 wurden Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen in Höhe von 1.100 T€ gebucht. Im Vorjahr waren es noch 970 T€. Dies ist auf die Aktivierung neuer strategischen Investitionsvorhaben, insbesondere der neuen Website, zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken im Berichtsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um -257 T€ (-5,4%) auf 4.507 T€ (im Vorjahr: 4.764 T€). Die Abweichung beschränkt sich im Wesentlichen auf die neue Website, die höhere Marketingausgaben bedingte, sowie das externe Callcenter, dass erstmals das ganze Jahr unterhalten wurde (im Vorjahr nur anteilig). Gegenläufig wurden geringere außerordentliche Aufwendungen für strategische Projekte aufgewendet sowie die Währungskursverluste fielen geringer als im Vorjahr aus. Diese Faktoren wurden durch fortwährende Kosteneinsparungen bei anderen Positionen unterstützt.

Das negative Zinsergebnis veränderte sich auf -1 T€ (im Vorjahr: -72 T€).

Das Ergebnis nach Steuern ist gegenüber dem Vorjahr um +127 T€ auf -1.275 T€ gestiegen (im Vorjahr: -1.402 T€). Haupttreiber waren die positive Margenentwicklung sowie die konsequente Ausgabensteuerung, welche trotz der geringeren Forderungen aus den Überbrückungshilfen zu einem besseren Ergebnis als im Vorjahr geführt haben.

Abweichungen von der prognostizierten Ertragslage

Die Entwicklung der AMEROPA im Berichtsjahr 2023 entspricht hinsichtlich der Ergebnisentwicklung der im Lagebericht zum Geschäftsjahr 2022 abgegebenen Prognose.

Der Umsatz war leicht unter Vorjahresniveau, was aber den konjunkturellen Folgen zuzuordnen ist, sowie das Ergebnis vor Steuern lag erwartungsgemäß über dem Vorjahresniveau. Wie in der Prognose für 2023 erläutert, waren die Folgen der geopolitischen Spannungen, Energiekrise, Inflation und Zinssteigerungen schwer prognostizierbar und haben die Umsatzerwartungen für 2023 stark geschmälert. Wir haben auch in 2023 weiter in strategische Projekte investiert und gleichzeitig fielen die staatlichen Unterstützungsprogramme geringer aus als im Geschäftsjahr 2022.

3.2 Finanzlage

Liquidität

Im Berichtsjahr war aus Gründen der Umfeldspannungen nach wie vor der Fokus insbesondere auf dem Liquiditätsmanagement. Die Zahlungsmittel betrugen zum Stichtag 31. Dezember 2023 1.226 T€ (Vorjahr 2.733 T€). Der Rückgang der liquiden Mittel resultiert insbesondere aus der noch ausstehenden Schlusszahlung der finalen Abrechnungen der Überbrückungshilfen sowie dem geringen Umsatzvolumen und den Investitionen in Projekte, was durch die erhaltenen Anzahlungen von Kunden nicht kompensiert werden konnte.

Die liquiden Mittel sind aufgrund der Umsatzentwicklung stärker gesunken als in der Prognose angenommen, was aber durch die Schlussabrechnung der Überbrückungshilfen aufgefangen werden kann. Die AMEROPA war nichtsdestotrotz jederzeit in der Lage ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Investitionen

Im Berichtsjahr wurden Bruttoinvestitionen in Höhe von 2.132 T€ getätigt (im Vorjahr: 2.665 T€). Dabei handelte es sich um Investitionen in immaterielles Anlagevermögen, insbesondere in die Neukonzipierung einer gänzlich neuen Website, die Anbindung einer neuen Bahnschnittstelle sowie die Entwicklung eines Trading & Yield Tools und einem Rechnungseingangsbearbeitungstool. Zusätzlich wurden im Rahmen der Neukonzeption der Website die externen Kosten und Eigenleistung aktiviert.

Finanzierung des Investitionsprogramms

Der Kapitalbedarf für die Investitionen in das Anlagevermögen konnte im Berichtsjahr aus den eigenen Liquiditätsreserven gedeckt werden.

3.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der AMEROPA ist im Vergleich zum Vorjahreswert um -3.458 T€ gesunken und betrug zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023: 15.912 T€ (per 31. Dezember 2022: 19.370 T€).

Auf der Aktivseite betrug das Anlagevermögen per 31. Dezember 2023 insgesamt 10.575 T€ (66,5% der Bilanzsumme), per 31. Dezember 2022: 9.683 T€ (50% der Bilanzsumme). Der Anstieg ist auf die strategischen Investitionen in die Website, die Bahnschnittstelle, Trading & Yield Tool und dem Rechnungseingangsbearbeitungstool zurückzuführen.

Die Vorräte betrugen per 31. Dezember 2023 1.068 T€ (im Vorjahr 1.219 T€); davon lagen die geleisteten Anzahlungen per 31. Dezember 2023 bei 182 T€ (per 31. Dezember 2022: 282 T€) und die unfertigen Leistungen bei 492 T€ (per 31. Dezember 2022: 534 T€), da im Berichtsjahr das Buchungsvolumen für das Folgejahr geringer ausfiel. Die sonstigen Vermögensgegenstände betrugen per 31. Dezember 2023 2.695 T€ (im Vorjahr 5.278 T€) und beinhalteten im Wesentlichen die aktivierten Ansprüche der Ergebnisse aus den Schlussabrechnungen der Überbrückungshilfen. Im Vorjahr sind die Hauptforderungen aus den Überbrückungshilfen aktiviert worden und führen im Wesentlichen zu der Abweichung zum Berichtsjahr.

Auf der Passivseite betrug das Eigenkapital per 31. Dezember 2023 3.650 T€ und damit 23,0% der Bilanzsumme (per 31. Dezember 2022: 4.924 T€, 25,4% der Bilanzsumme). Die Rückstellungen betrugen per 31. Dezember 2023 insgesamt 4.732 T€ (29,7% der Bilanzsumme), per 31. Dezember 2022: 4.120 T€ (21,3% der Bilanzsumme). Die Verbindlichkeiten lagen per 31. Dezember 2023 insgesamt bei 7.106 T€ (44,7% der Bilanzsumme), per 31. Dezember 2022 bei 9.581 T€ (49,5% der Bilanzsumme). Die Verminderung der Verbindlichkeiten im Vergleich zum Vorjahr sind im Wesentlichen auf die Abschreibung der Reisegutscheine, die aufgrund pandemiebedingter Reiseausfälle ausgestellt wurden und nun verjährt sind, sowie der Tilgung des KfW-Darlehens zurückzuführen.

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
Anlagevermögen (in % der Bilanzsumme) 66,5 50,0
Umlaufvermögen (in % der Bilanzsumme) 32,9 49,1
Rechnungsabgrenzungsposten (in % der Bilanzsumme) 0,6 0,9
100,0 100,0
31.12.2023 31.12.2022

Passiva

Eigenkapital (in % der Bilanzsumme) 23,0 25,4
Rückstellungen (in % der Bilanzsumme) 29,7 21,3
Verbindlichkeiten + passive latente Steuern (in % der Bilanzsumme) 47,3 53,3
100,0 100,0
Bilanzsumme in T€ 15.912 19.370

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen belaufen sich zum 31. Dezember 2023 auf 2.545 T€ (per 31. Dezember 2022: 2.969 T€). Die Abnahme gegenüber Vorjahr liegt insbesondere darin begründet, dass die Verträge bis maximal 2027 festgeschrieben sind und demzufolge eine geringere Verpflichtung im Betrachtungszeitraum als noch im Vorjahr besteht.

Gesamtaussage

Das Berichtsjahr war, gefolgt von der Corona-Pandemie der Vorjahre, mit neuen Herausforderungen durch die Inflation und den hohen Energiepreisen geprägt. Der verhaltene Umsatz zum Vorjahr konnte durch konsequente Kostenreduktion, Prozessverbesserungen, neue Investitionen in Digitalisierungs- und Automatisierungsprogramme sowie die staatlichen Hilfen weitestgehend kompensiert werden. Die Liquiditätsreserve, die staatlichen Hilfen und ein konsequentes Liquiditätsmanagement erlaubten es der AMEROPA ihre Zahlungsverpflichtungen jederzeit zu erfüllen, weitergehende strategische Investitionen für die Zukunft zu tätigen und sich auf die Herausforderungen des sich verändernden Tourismusmarktes vorzubereiten. Trotz des verhaltenen Geschäftsverlaufs in 2023 konnte sich die Ameropa erfolgreich weiter an ihrer strategischen Neuausrichtung fokussieren und die entsprechenden Investitionen umsetzen. Insofern ist die Geschäftsführung mit dem Geschäftsverlauf und der Lage der Gesellschaft zufrieden.

4. Strategie

Strategie der AMEROPA

Mit der Übernahme der Gesellschaft durch den neuen Gesellschafter im Jahr 2020 wurde eine neue Strategie ausgearbeitet. Die COVID-19-Pandemie verursachte keine Änderung der Strategie, führte allerdings zu einer zeitlichen Verzögerung einiger Umsetzungsmaßnahmen. Die Vision der AMEROPA ist es, der Spezialist für zielgruppenorientierte Paket-Erlebnisreisen zu sein. Den Kern bilden dabei weiterhin die Sicherung der Marktführerschaft im Bereich Kurz- und Städtereisen, der strategische Ausbau der Bahnpaketreisen ins Europäische Ausland mit Anbindung europäischer Bahnanbieter, sowie des margenträchtigen Geschäfts mit Bahnerlebnis- und Luxuszugreisen. In allen Segmenten weist die AMEROPA eine hohe Bahnkompetenz aus. Die strategischen Handlungsfelder der AMEROPA verpflichten sich dem Aufbau einer wirtschaftlichen Organisation, dem Ausbau eines zielgruppenorientierten Leistungsbündels mit Mehrwerten für unsere Kunden, der operativen Exzellenz und einer konstant steigenden Wertschöpfung.

5. Nachtragsbericht

Folgende Ereignisse von besonderer Bedeutung sind nach dem Bilanzstichtag eingetreten:

• Die für die Jahren 2020, 2021 und 2022 beantragten Überbrückungshilfen wurden mit der Einreichung der jeweiligen Schlussrechnungen korrigiert. Aus den Schlussrechnungen ergibt sich in Summe eine Forderung in Höhe von € 1,5 Mio. zu Gunsten der AMEROPA.

6. Chancen- und Risikobericht

Mit den Geschäftsaktivitäten der AMEROPA sind neben Chancen auch Risiken verbunden. Dabei zielt die Geschäftspolitik sowohl auf die Wahrnehmung von Chancen als auch im Rahmen des Risikomanagements auf eine aktive Steuerung identifizierter Risiken ab. Die hierfür notwendige Informationsaufbereitung erfolgte im Geschäftsjahr bei der AMEROPA basierend auf dem integrierten Risikomanagementsystem der ehemaligen Gesellschafterin Deutsche Bahn AG, das an den gesetzlichen Anforderungen ausgerichtet ist.

Chancen aus eigenen Maßnahmen oder verbesserten Markt- und Umfeldbedingungen

AMEROPA hat ihren Angebotsschwerpunkt in der DACH-Region. Ein gestiegenes Bewusstsein für Nachhaltigkeit, steigende Benzin- und Kerosinpreise werden zu einer steigenden Nachfrage nach Urlaub in Deutschland und den angrenzenden Ländern ebenso wie allgemein nach Anreisen mit der Bahn führen. AMEROPA wird von diesem Trend profitieren und ihre Position durch den Ausbau des Angebots mit an Kundenbedürfnissen ausgerichteten Mehrwerten noch weiter stärken.

Dem Trend der zunehmenden Digitalisierung folgend wird der Online-Vertrieb insbesondere über ameropa.de weiter ausgebaut. AMEROPA betreibt diesen Kanal profitabel.

Eine weitere wesentliche Chance liegt in der direkten Kundenbeziehung und dem Angebot von personalisierten, bedarfsoptimierten Angeboten.

AMEROPA investiert zudem durch Digitalisierungsmaßnahmen in interne Prozesse und Optimierungen.

Das relevante gesamtwirtschaftliche Umfeld könnte sich mit einem schnelleren Rückgang der Inflation und Energiepreise insgesamt besser entwickeln als bisher erwartet. Daraus resultierende Abweichungen würden sich positiv auf AMEROPAs Geschäftsfelder auswirken. Die strategische Ausrichtung und Marktposition eröffnen AMEROPA Chancen, von einer positiveren konjunkturellen Entwicklung zusätzlich zu profitieren.

Wesentliche Risiken und Maßnahmen zu ihrer Begrenzung

Risiken der AMEROPA liegen vor allem in den folgenden Bereichen:

• Die konjunkturellen Auswirkungen einer Verschärfung der geopolitischen Spannungen mit Russland und dem Angriffskrieg auf die Ukraine sind mittelbar nicht abschätzbar. Unmittelbar betroffen ist die transsibirische Eisenbahnroute, die jedoch einen unwesentlichen Anteil am Umsatz ausmacht. Bis auf unbestimmte Zeit werden keine Buchungen getätigt und Reisen durchgeführt.

• Eine erneute Pandemie und deren Auswirkungen sind nicht abschätzbar. Eine erneute Pandemie könnten wieder Stornierungen, Umbuchungen, und somit einen Buchungsrückgang verursachen.

• Absatzmarkt: Umfeld- oder marktbedingte Veränderungen im Nachfrageverhalten der Kunden und daraus resultierende Abweichungen von den im Rahmen der Unternehmensplanung unterstellten Volumenprämissen können Ertragsausfälle und/oder Aufwandssteigerungen nach sich ziehen, denen auch durch Steuerungsmaßnahmen nur partiell und zeitverzögert entgegengewirkt werden kann.

• Weitere Ertragsrisiken können durch die weiter zunehmenden Direktvermarktungsaktivitäten der Hotelpartner sowie die gestiegenen Ambitionen der Großveranstalter, für AMEROPA relevante Teilmärkte zu bearbeiten und dabei ihre Marktmacht auszuspielen, entstehen. Darüber hinaus könnten neue Angebote der anderen Marktteilnehmer (z.B. Änderung der Stornoregelungen) zu einer Verschärfung der Wettbewerbssituation führen.

• In Zeiten unterschiedlicher Zinsstrategien der Nationalbanken und unterschiedlicher Wirtschaftswachstumsszenarien können höhere Wechselkursschwankungen zu teureren Einkaufspreisen führen

• Gesamtwirtschaftliche Entwicklung: Unsicherheiten bestehen insbesondere im Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung in den nächsten Jahren. Die Nachfrage nach Reiseangeboten der AMEROPA ist u.a. abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Gesamtwirtschaftliche Schocks wie Wirtschafts- und Finanzkrisen können sich insofern negativ auf das Geschäft auswirken. Für touristisch geprägte Reiseanlässe ist dabei insbesondere die Entwicklung der wesentlichen konjunkturellen Einflussfaktoren wie des verfügbaren Einkommens oder die Zahl der Erwerbstätigen von Bedeutung.

• Besondere Ereignisse: Bestimmte Faktoren (wie Naturereignisse, oder Anschläge) können von uns nur bedingt beeinflusst werden.

• IT- und Cyber-Risiken: Zur Erbringung touristischer Dienstleistungen werden komplexe IT-Systeme und - Verfahren eingesetzt, deren Verfügbarkeit und Störungsfreiheit für die Kerngeschäftsprozesse von entscheidender Bedeutung sind. Trotz ausgefeilter Vorsorgepläne kann ein zeitweiliger Ausfall von Systemkomponenten im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden. Dies könnte zusätzliche Aufwendungen oder Umsatzverluste zur Folge haben.

• Der Konflikt im Südchinesischen Meer, insbesondere zwischen China und Taiwan, oder im Nahen Osten könnte eine weltweite Wirtschaftskrise auslösen.

Bewertung der derzeitigen Risikoposition

Im Berichtsjahr lag der Risikoschwerpunkt der AMEROPA in der Liquiditätssicherung, der Kostenreduktion und den Effizienzmaßnahmen. Weitere Haupttätigkeiten lagen in den Bereichen Erneuerung der Website, Ausbau des CRMs, das Anschließen neuer automatischer Schnittstellen, insbesondere weitere Europäische Bahnanbieter, und Prozessoptimierungen durch Digitalisierungsmaßnahmen.

Die getroffenen Maßnahmen zur Risikosteuerung und -abwehr waren erfolgreich. Aus Sicht der Geschäftsführung sind die getroffenen und angepassten Maßnahmen zur Steuerung der anhaltenden und potenziellen Risiken weiterhin geeignet. Aus Sicht der Geschäftsführung liegen keine bestandsgefährdenden Risiken vor.

7. Prognosebericht

Konjunkturelle Aussichten

Der Internationale Währungsfonds (IMF, World Economic Outlook, January 2024) erwartet, dass das globale Wachstum von geschätzten 3,1% im Jahr 2023 bei 3,1% im Jahr 2024 stagniert und dann auf 3,2% im Jahr 2025 leicht steigen soll. Das Wachstum im Euroraum wird den Prognosen zufolge 2024 mit 0,9% wieder steigen, und 2025 auf 1,7% (Deutschland 0,5% in 2024 und 1,6% in 2025). Gemäß dem Internationale Währungsfonds (IWF) erwiess sich zwar die weltweite wirtschaftliche Erholung von der COVID-19-Pandemie, der russischen Invasion in der Ukraine und der Krise der Lebenshaltungskosten als überraschend widerstandsfähig und die Inflation sank seit ihrem Höchststand im Jahr 2022 schneller als erwartet. Gleichzeitig erwartet der IWF, dass hohe Zinssätze zur Bekämpfung der Inflation und ein Rückzug der fiskalischen Unterstützung angesichts der hohen Verschuldung das Wachstum im Jahr 2024 belasten werden.

Die Bundesregierung (Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2024, Stand 15. März) verweist auf die meisten Wirtschaftsforschungsinstitute, die in ihren jüngsten Konjunkturprognosen für das erste Quartal 2024 von einem erneuten, leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts ausgehen. Erst im weiteren Jahresverlauf, laut der Bundesregierung, ist im Zuge weiter rückläufiger Inflationsraten, steigender Löhne und Einkommen, einer anhaltend stabilen Arbeitsmarktentwicklung und zunehmenden Impulsen von der Außenwirtschaft mit einer spürbaren konjunkturellen Belebung zu rechnen.

Die Bundesregierung (Jahreswirtschaftsbericht 2024) verweist auf den Rückgang in der deutschen Wirtschaft von - 0,3% in 2023 und prognostiziert für das laufende Jahr zwar eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage, aber gleichzeitig negiert sie eine deutliche Erholung. Die Bundesregierung verweist weiterhin auf die Belastung des Krieges in der Ukraine, auf das Energiepreisumfeld, sowie die Zinssteigerung der EZB. Sie verweist aber auch auf die hausgemachten wirtschaftlichen Probleme wie übermäßige Bürokratie, Fach- und Arbeitskräftemangel und ausbleibende Investitionen. Die Bundesregierung hat sich diese Herausforderungen angenommen, mit dem Ziel, der deutschen Wirtschaft auch eine langfristig neue Dynamik zu verleihen.

Für das Jahr 2024 geht die Bundesregierung in der Jahresprojektion von einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent aus. Wachstumsimpulse dürften, laut Bundesregierung, vor allem vom privaten Verbrauch ausgehen: Die inflationsbedingten Kaufkraftverluste der privaten Haushalte werden schrittweise überwunden und führen in Verbindung mit einer insgesamt robusten Beschäftigungssituation zu einer Belebung des privaten Konsums. Bei den Verbraucherpreisen erwartet die Bundesregierung einen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringeren Anstieg um nur noch 2,8 Prozent.

Voraussichtliche Entwicklung im Tourismusbereich

Laut der jüngsten Umfrage des UNWTO-Expertengremiums (World Tourism Organization der UNO, World Tourism Barometer, Januar 2024) sollte sich der internationale Tourismus im Jahr 2024 das Niveau vor der Pandemie vollständig erholen. Erste Schätzungen deuten laut UNWTO auf ein Wachstum von 2% über dem Niveau von 2019 hin.

Dabei verweisen sie aber auf die Geschwindigkeit der Erholung das Asiatischen Tourismusmarktes und weiterer Entwicklung des bestehenden wirtschaftliche und geopolitische Abwärtsrisiken.

Die positiven Aussichten spiegeln sich in der jüngsten Umfrage zum Tourismus-Vertrauensindex der UNWTO wider. 67% der Tourismusfachleute geben bessere oder viel bessere Aussichten an 2024 im Vergleich zu 2023. Etwa 28% erwarten eine ähnliche Leistung, während nur 6% damit rechnen die Tourismusleistung wird im Jahr 2024 schlechter ausfallen als im Vorjahr. Wichtige Faktoren spielen dabei das Potential der Innerasiatischen Reisen, Outbound China, Visaerleichterungen für Chinesen und für den arabischen Markt, einem attraktiven europäischen Markt und der schwache Dollar für amerikanische Touristen. Gleichzeitig erwartet der UNWTO wirtschaftliche und geopolitische Gegenwinde, die eine nachhaltige Erholung des internationalen Tourismus und des Vertrauensniveaus gefährden könnten. Vor diesem Hintergrund wird laut der UNWTO erwartet, dass Touristen zunehmend Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis legen und näher an Ihr Zuhause reisen. Nachhaltige Praktiken und Anpassungsfähigkeit werden ebenfalls eine Rolle spielen zunehmende Rolle bei der Wahl der Verbraucher.

Laut der ReiseAnalyse der FUR (Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V., Reiseanalyse 2024, Kiel) sind die Urlaubspläne der Deutschen trotz der vergleichsweisen negativen Aussichten auf die wirtschaftliche Lage positiv: 73% der Bevölkerung planen im Jahr 2024 sicher zu verreisen: Bei 41% steht das Ziel schon fest, bei 32% ist das Ziel noch offen. Das sind mehr als vor einem Jahr und ähnliche Werte wie in den Jahren vor der Corona-Pandemie.

"Die große Reiseerfahrung sowie vielseitige Reisemotive und Urlaubsinteressen sorgen dafür, dass zumindest eine lange Urlaubsreise im Jahr für die meisten zum Leben dazugehört. Falls das Geld knapp sitzt, wird eher in anderen Bereichen gespart als am Urlaub selbst. Und auch bei den Urlaubsausgaben gibt es unterschiedliche Strategien, die am Ende dafür sorgen, dass nur wenige aus finanziellen Gründen auf ihre Reisen verzichten. Dies sind gute Voraussetzungen für ein erfolgreiches Tourismusjahr 2024."

Bezüglich der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage der Reisenden haben laut ReiseAnalyse 71% der Bevölkerung stabile oder sogar positive Aussichten.

Bei ihren Ausgaben für Urlaubsreisen im Jahr 2024 planen laut ReiseAnalyse 43% der Menschen in Deutschland gleich viel wie im Vorjahr auszugeben. 36% wissen noch nicht, wie sich ihre Ausgaben entwickeln werden. 15% planen höhere, 7% niedrigere Ausgaben als 2023. Als Sparoptionen erwägt man u.a. die Suche nach Sonderangeboten, den Verzicht auf Reisen, die Wahl günstigerer Reiseziele und/oder Unterkünfte. Plant man mit Mehrausgaben, liegt dieses bei den meisten an gestiegenen Preisen für Urlaubsreisen, bei einigen aber auch daran, dass sie mehr, weiter und/oder länger reisen möchten.

Laut ReiseAnalyse bleibt das Reisevolumen gegenüber Vorjahr stabil (2023 €65 Mio.), aber mit einer leicht steigendem Anteil Inlandsreisen (25%, nach 22% in 2023), was dem Niveau von 2019 entspricht.

Gemäß einer weiteren Studie der ReiseAnalyse (Urlaubsreisetrends 2024, CMT 13.21. Januar, Stuttgart 12. Januar 2024) ist der Flugscham der deutschen Reisenden auf 50% gestiegen (41% in 2019). Bei den Trends liegt als Reisedestination weiterhin Deutschland an erster Stelle, aber mit sinkendem Interesse. Auch das Mittelmeer verspürt sinkendes Interesse. Die Alpen und Fernreisen hingegen verspüren zunehmendes Interesse. Die Trends bezüglich Buchungen liegen bei eher frühzeitig als kurzfristig, und bei der Organisationsform ist eine konstante Neigung zu Reisebürobuchungen und Veranstalterreisen. Gleichzeitig werden immer mehr (Teil-)Leistungen online gebucht.

Gemäß der Deutschen Tourismusanalyse 2024 (BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, Technische Daten der 40. Deutschen Tourismusanalyse 2024, GfK, Januar 2024) zeichnet sich für die kommenden zwölf Monate eine große Reiselust in Deutschland ab. Bereits jetzt planen fast zwei Drittel wenigstens eine Urlaubsreise zu unternehmen und lediglich knapp 18% ist sich jetzt schon sicher 2024 nicht zu verreisen. Diese Zahlen verdeutlichen laut der Deutschen Tourismusanalyse, wie sehr die Bundesbürger trotz anhaltender Unsicherheiten bereit sind, ihre Träume in die Tat umzusetzen. Bei den Reisezielen wird sich der Trend zu ausländischen Ferienzielen fortsetzen, gleichwohl auch dieses Jahr Deutschland das beliebteste Reiseziel bleiben wird.

Die AMEROPA erwartet für das Jahr 2024 weiterhin schwierige Rahmenbedingungen, bei der eine längerfristige Planung herausfordernd bleibt. Die Herausforderungen haben sich von der Pandemie zum wirtschaftlich schwierigen Umfeld verändert. Das Reisen nimmt aber weiterhin einen großen Stellenwert ein, jedenfalls wollen mehr Leute vereisen als im Vorjahr. Deutschland und die anliegenden Länder nehmen als Reisedestination weiterhin eine führende Rolle ein. Das global ansteigende Reisevolumen mit einhergehenden Preissteigerungen verstärkt diese Tendenz. Auch das Bewusstsein für nachhaltiges Reisen nimmt zu. Nachhaltiges Reisen in Deutschland und den angrenzenden Ländern, ist der Markt, auf den sich die AMEROPA fokussiert hat.

Das Jahr 2024 steht daher auch unter dem Fokus das Bahnangebot in Europa auszubauen. Die AMEROPA hat in ihrer strategischen Neuausrichtung die langfristigen Trends in ihrem Investitionsplan und erwartet signifikante Umsatzund Profitabilitätsverbesserungen für die Jahre danach.

Voraussichtliche Entwicklung der AMEROPA im Geschäftsjahr 2024

Die eingeleiteten strategischen Maßnahmen sowie der weiterhin gültige Trend zu Reisen innerhalb Deutschlands und nahem Ausland, die höhere Nachfrage nach nachhaltigen Reisen und die Abkehr von Flugreisen werden der Umsatzentwicklung von AMEROPA im Jahr 2024 entgegenkommen. Die Dauer und Auswirkungen der wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen sind schwer abzuschätzen. Hingegen ist das Geschäftsmodel durch die konsequente Reduzierung der Sach- und Personalkosten besser auf die Auswirkungen der Wirtschafts- und geopolitischen Krisen sowie deren konjunkturellen Auswirkungen angepasst. 2024 wandelt sich von einem Übergangsjahr, geprägt von einem volatilen Umfeld, zu einem Aufstiegsjahr, wobei unser Fokus auf die Umsetzung der strategischen Projekte für zukünftiges Wachstum ausgerichtet sein wird. Aufgrund der aktuell zuletzt erstellen Planung ("Businessplan") gehen wir davon aus, dass der Umsatz auch im Jahr 2024 sehr volatil bleiben wird, aber deutlich über Vorjahr liegen wird. Das Wachstum wird von der Umsetzungsgeschwindigkeit der strategischen Projekte abhängen. Das Ergebnis vor Steuern wird voraussichtlich auf Vorjahresniveau liegen. Unter den oben genannten Annahmen erwarten wir eine einen steigenden Verlauf der liquiden Mittel getrieben durch einen Umsatzwachstum, gleichzeitig beeinflusst durch weitere Investitionsausgaben für die wachstumsrelevanten strategische Projekt.

Die konjunkturellen Folgen der geopolitischen Spannungen, Energiekrise, Inflation und Zinssteigerungen könnte die oben genannte Erwartungshaltung schmälern.

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend genannten Vorbehalten.

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Lagebericht enthält Aussagen und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der AMEROPA beziehen. Diese Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrundeliegenden Annahmen nicht eintreffen oder Risiken - wie sie beispielsweise im Risikobericht genannt werden - eintreten, können die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse von den derzeitigen Erwartungen abweichen.

Die AMEROPA übernimmt keine Verpflichtung, die hierin enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.

 

Bad Homburg v.d. Höhe, den 21. Mai 2024

Tim Dunker

Neil Byland

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 10.574.547,00 9.682.922,00
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 10.385.212,00 9.470.899,00
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 4.252.225,00 548.908,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.162.226,00 4.534.267,00
3. Geschäfts- oder Firmenwert 1.970.761,00 2.299.222,00
4. geleistete Anzahlungen 0,00 2.088.502,00
II. Sachanlagen 189.335,00 212.023,00
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 189.335,00 212.023,00
B. Umlaufvermögen 5.236.495,00 9.521.265,00
I. Vorräte 1.068.448,00 1.219.298,00
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 395.024,00 403.371,00
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 491.922,00 534.000,00
3. geleistete Anzahlungen 181.502,00 281.927,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.941.709,00 5.568.740,00
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 246.767,00 290.697,00
2. sonstige Vermögensgegenstände 2.694.942,00 5.278.043,00
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.226.338,00 2.733.227,00
C. Rechnungsabgrenzungsposten 100.913,00 165.777,00
Aktiva 15.911.955,00 19.369.964,00

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 3.650.284,00 4.924.906,00
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 1.312.500,00 1.312.500,00
III. Gewinnvortrag 3.587.407,00 4.989.200,00
IV. Jahresfehlbetrag 1.274.623,00 1.401.794,00
B. Rückstellungen 4.732.253,00 4.119.581,00
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 647.408,00 635.755,00
2. Steuerrückstellungen 146.445,00 110.496,00
3. sonstige Rückstellungen 3.938.400,00 3.373.330,00
C. Verbindlichkeiten 7.106.278,00 9.581.375,00
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.125.000,00 1.875.000,00
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.865.796,00 2.989.154,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.600.257,00 3.443.359,00
4. sonstige Verbindlichkeiten 515.225,00 1.273.862,00
D. Passive latente Steuern 423.140,00 744.102,00
Passiva 15.911.955,00 19.369.964,00

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 51.012.931,00 51.330.395,00
2. Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 42.078,00 -162.000,00
3. andere aktivierte Eigenleistungen 628.513,00 363.667,00
4. sonstige betriebliche Erträge 2.651.722,00 3.513.959,00
5. Materialaufwand 43.714.376,00 45.081.536,00
a) Aufwendungen für bezogene Leistungen 43.714.376,00 45.081.536,00
6. Personalaufwand 6.491.037,00 6.324.332,00
a) Löhne und Gehälter 5.245.834,00 5.194.605,00
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.245.203,00 1.129.727,00
7. Abschreibungen 1.100.036,00 970.493,00
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.100.036,00 970.493,00
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 4.507.463,00 4.764.270,00
9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 35.817,00 221,00
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 36.851,00 71.548,00
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -288.235,00 -440.143,00
12. Ergebnis nach Steuern -1.274.623,00 -1.401.794,00
13. Jahresfehlbetrag 1.274.623,00 1.401.794,00

Anhang

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz

3. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

4. Sonstige Angaben

5. Entwicklung des Anlagevermögens

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeine Angaben und Erläuterungen

Der Jahresabschluss der AMEROPA-REISEN GmbH, Bad Homburg v.d. Höhe, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 wurde unter Anwendung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 242 ff. und 264 ff. HGB) und des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Durch Verschmelzungsvertrages vom 30.03.2020 und Handelsregistereintragung am 06.04.2020 wurde die Gesellschaft (vormals INOS 19-062 GmbH) Rechtsnachfolgerin der AMEROPA-REISEN GmbH. Durch Satzungsänderung wurde die Firma der verschmolzenen Gesellschaft übernommen.

Die Gesellschaft ist zum Abschlussstichtag 31.12.2023 eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Bad Homburg unter der Nr. HRB 14958 eingetragen.

Größenabhängige Erleichterungen gemäß § 288 Abs. 2 HGB wurden teilweise in Anspruch genommen.

Die Gliederung der Bilanz erfolgt nach den Vorschriften des § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde im Berichtsjahr das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB angewandt.

Anlagevermögen

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände, mit Ausnahme geringwertiger Software, sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen werden entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear vorgenommen.

Im Rahmen einer Verschmelzung zu Verkehrswerten werden seit 2020 immaterielle Vermögensgegenstände für die Unternehmensmarke und Kundenbeziehungen sowie ein Geschäfts- und Firmenwert ausgewiesen. Die Posten werden planmäßig entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer orientiert sich an dem langjährigen Bestand des Unternehmens mit einem bewährten Geschäftsmodell, der Stabilität gegenüber den Wettbewerbern und dem Know-how des erfahrenen Mitarbeiterstamms.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf niedrigere beizulegende Werte werden bei den Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen bei voraussichtlich andauernder Wertminderung vorgenommen.

Den Abschreibungen im Anlagevermögen wurden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Anlageklasse Nutzungsdauer
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte 5 Jahre
Unternehmensmarke AMEROPA 15 Jahre
Geschäfts- oder Firmenwert 10 Jahre
Kundenbeziehungen 6 Jahre
EDV-Programme, Sonstige 5 Jahre
Geschäftsausstattung 3-13 Jahre
Website (Vertriebskanal) 10 Jahre

Geringwertige Anlagegegenstände im Einzelwert bis 800 € werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.

Vorräte

Die Vorräte sind zu Anschaffungskosten bewertet. Die unfertigen Leistungen im Zusammenhang mit nicht beendeten Reisen werden mit den Anschaffungskosten der bezogenen Fremdleistungen angesetzt.

Forderungen

Der Ansatz von Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen erfolgt zum Nennwert, soweit nicht in Einzelfällen ein niedrigerer Wertansatz geboten ist. Erkennbare insolvenz- oder bonitätsbedingten Risiken wird durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.

Liquide Mittel

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert bewertet.

Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, sofern sie einen Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensions-, Altersteilzeit-, Jubiläums- und Sterbegeldverpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Berechnungsverfahren (Anwartschaftsbarwertmethode) sowie grundlegenden Annahmen der Berechnung gemäß den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Dabei wurde der Kalkulation ein Rechnungszins von 1,83% (Pensionen), 1,40% (Sterbegeld) bzw. 1,40% (Jubiläum) sowie eine Fluktuation von 3,17% angenommen.

Die Pensionsrückstellungen wurden mit einem Rechnungszins abgezinst, der dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre entspricht. Die sonstigen langfristigen Rückstellungen wurden mit dem der tatsächlich angenommenen Restlaufzeit der Verpflichtungen entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes abgezinst.

Bei der Bemessung der Rückstellungen wurden alle erkennbaren Einzelrisiken und ungewissen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Die Rückstellungen sind in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Bei den sonstigen Rückstellungen sind alle zum Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und Verpflichtungen angemessen berücksichtigt worden.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Latente Steuern

Latente Steuern werden für Steuerbe- und -entlastungen aufgrund unterschiedlicher Wertansätze in Handels- und Steuerbilanz angesetzt, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen. Ebenfalls werden gemäß § 274 Abs. 1 Satz 4 HGB aktive latente Steuern für steuerliche Verlustvorträge angesetzt, soweit ihre Verrechnung innerhalb der nächsten fünf Jahre mit steuerpflichtigen Gewinnen zu erwarten ist. Die künftigen Steuerbe- und entlastungen werden mit einem Steuersatz von 29,8% bewertet. Das Wahlrecht zur Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern wird ausgeübt. Im Geschäftsjahr 2023 ergab die Saldierung einen passiven Überhang.

Fremdwährungsbewertung

Zum Bilanzstichtag bilanzierte Verbindlichkeiten mit einer Fälligkeit innerhalb eines Jahres werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

2. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz

2.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

In den selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen (§ 255 Abs. 2aHGB) wurde das Projekt CRMSoftware erstmals im Jahr 2022 mit Anschaffungskosten in Höhe von T€ 665 bilanziert. Die Nutzungsdauer wurde mit 5 Jahren angenommen.

Als selbst erstelltes immaterielles Wirtschaftsgut wurde die neue Website teilaktiviert. Die Teil-Aktivierung erfolgte in Höhe von T€ 2.735. Die Nutzungsdauer wurde auf 10 Jahre festgelegt. Darüber hinaus wurde das neue System für den Rechnungseingangsworkflow (DocuWare) für Hotelpartnerrechnungen in Höhe von T€ 99 aktiviert und eine Nutzungsdauer von 5 Jahren angenommen.

Bilanziell wurde eine Umgliederung der bis 2022 ausgewiesenen geleisteten Anzahlungen in die selbst erstellen immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 2.089 vorgenommen. Hintergrund ist, dass diese Position einem selbst erstellten Vermögensgegenstand dient und daher den Charakter einer Anlage im Bau hat. Entsprechend wird die Position nun innerhalb der selbst erstellen immateriellen Vermögensgegenstände abgebildet.

Gem. § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB ist ein Gesamtbetrag von T€ 2.984 aufgrund der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände von der Ausschüttungssperre betroffen.

Der durch die Verschmelzung entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wurde im Jahr 2020 erstmalig bilanziert. Im Zuge der Verschmelzung zu Zeitwerten sind ein Geschäfts- und Firmenwert sowie immaterielle Vermögenswerte entstanden.

Der Wertansatz für die Marke AMEROPA ist zum 31.12.2023 in Höhe von T€ 3.756 (Vorjahr: T€ 4.098) bilanziert. Die Unternehmensmarke wird über eine Laufzeit von 15 Jahren abgeschrieben, die sich an der Nutzungsdauer der etablierten Marke im Wettbewerbsumfeld und an der Markenrelevanz orientiert.

Die Kundenbeziehungen sind zum 31.12.2023 in Höhe von T€ 187 (Vorjahr: T€ 281) bilanziert. Die Nutzungsdauer orientiert sich an der Bindung der leistenden Wertbeiträge des langjährigen Kundenstamms und wird über 6 Jahren abgeschrieben.

Der Firmenwert ist zum 31.12.2023 in Höhe von 1.971 T€ (Vorjahr: 2.300 T€) bilanziert. Die Abschreibungsdauer von 10 Jahren orientiert sich an dem langjährigen Bestand des Unternehmens mit einem bewährten Geschäftsmodell, der Stabilität gegenüber den Wettbewerbern und dem Know-how des erfahrenen Mitarbeiterstamms.

2.2 Vorräte

Als Vorräte werden Leistungen für nicht beendete Reisen in Höhe von 492 T€ (Vorjahr: 534 T€) bilanziert.

2.3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Es bestehen wie im Vorjahr keine Forderungen gegen die Gesellschafterin.

Bestehende Ausfallrisiken wurden durch eine Einzelwertberichtigung in Höhe von 12 T€ (Vorjahr: 66 T€) berücksichtigt.

2.4 Sonstige Vermögensgegenstände

Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben 585 T€ eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr (Vorjahr: 624 T€).

2.5 Eigenkapital

Die Kapitalrücklage in Höhe von T€ 1.313 ist im Jahr 2020 durch Zuzahlungen des Gesellschafters gem. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB entstanden.

Die Jahresfehlbeträge aus den Jahren 2021 und 2022 wurden mit dem Verschmelzungsgewinn aus 2020 verrechnet.

Die Geschäftsführung schlägt vor, denn Jahresfehlbetrag von T€ 1.275 gemeinsam mit dem Gewinnvortrag von T€ 3.875 auf neue Rechnung vorzutragen.

2.6 Rückstellungen

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB zwischen den Verpflichtungswerten der Pensionsrückstellung mit einem durchschnittlichen Marktzins für sieben bzw. zehn Jahre beträgt zum Bilanzstichtag T€ 5 (Vorjahr: T€ 24). Auf die Ausschüttungssperre des § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB wird hingewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von T€ 3.938 (Vorjahr: T€ 3.373) beinhalten folgende Positionen:

Die Verpflichtungen im Personalbereich betreffen vor allem Urlaubsansprüche, Überstundenausgleich, Tantieme/Bonuszahlungen, Schwerbehindertenabgabe sowie Jubiläumsverpflichtungen.

In T€ 2023 2022
Leistungsgeberkosten 2.621 2.014
Verpflichtungen im Personalbereich 516 632
Ausstehende Eingangsrechnung 368 386
Übrige Risiken 433 341
Insgesamt 3.938 3.373

Die Verpflichtungen im Personalbereich betreffen vor allem Urlaubsansprüche, Überstundenausgleich, Tantieme/Bonuszahlungen, Schwerbehindertenabgabe sowie Jubiläumsverpflichtungen.

2.7 Verbindlichkeiten

in T€ 2023 davon mit Restlaufzeit
bis ein Jahr größer 1 Jahr davon über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.125 750 375 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.866 2.866 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.600 2.600 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 515 515 0 0
davon aus Steuern (65) (65) 0 0
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (0) (0) 0 0
Insgesamt 2023 9.581 6.731 375 0
in T€ 2022 davon mit Restlaufzeit
bis ein Jahr größer 1 Jahr davon über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.875 750 1125 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.989 2.989 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.443 3.443 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 1.274 1274 0 0
davon aus Steuern (69) (69) 0 0
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (0) (0) 0 0
Insgesamt 2023 9.581 8.434 1.125 0

Unter der Position Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist der Deutsche Bank Kreditvertrag vom 22.04.2020 über einen Tilgungskredit in Höhe von T€ 3.000 aus dem Programm KfW-Unternehmerkredit ausgewiesen.

Der Kredit ist in 16 gleich hohen Raten quartalsweise in Höhe von jeweils T€ 187,5 zu tilgen. Die erste Rate war am 30.09.2021 fällig.

Sämtliche Verbindlichkeiten sind, wie im Vorjahr, nicht besichert.

2.8 Latente Steuern

Die latenten Steuern betreffen im Wesentlichen die nur in der Handelsbilanz enthaltenen immateriellen Vermögensgegenstände Marke und Kundenbeziehungen sowie selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände, in den Pensionsrückstellungen enthaltenen Bewertungsunterschiede sowie steuerliche Verlustvorträge.

Wesentliche Veränderungen ergaben sich lediglich in der Umgliederung der geleisteten Anzahlungen in die selbst erstellten Vermögensgegenstände.

Der Posten hat sich wie folgt entwickelt:

In T€ Beginn des Geschäftsjahres Veränderung im Geschäftsjahr Ende des Geschäftsjahres
Aktive latente Steuern 700 1.323 2.023
Passive latente Steuern 1.444 1.002 2.446
Aktiv-/ Passivüberhang 744 -321 423

2.9 Ausschüttungssperre

Der gesamte ausschüttungsgesperrte Betrag ergibt sich wie folgt:

in T€
Betrag aus Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände 4.252
des Anlagevermögens
./. hierauf gebildete passive latente Steuern 1.268
+ Betrag aus Aktivierung latenter Steuern 2.023
./. sonstige passive latente Steuern 1.178
+ Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB 5
= ausschüttungsgesperrter Betrag nach § 268 Abs. 8 und § 253 Abs. 6 HGB 3.834

3. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Aktivierung ausstehender Überbrückungshilfen mit T€ 1.488 enthalten sowie Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von T€ 18 (Vorjahr: T€ 20).

4. Sonstige Angaben

4.1 Haftungsverhältnisse und finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen keine Haftungsverhältnisse.

Finanzielle Verpflichtungen aus Miet- sowie Leasingverhältnissen bestehen wie folgt:

In T€ 2023 2022
Fälligkeiten:
bis 1 Jahr 716 873
1 bis 5 Jahre 1.512 1.744
über 5 Jahre 317 352
Insgesamt 2.545 2.969

4.2 Nachtragsbericht

Folgende Ereignisse von besonderer Bedeutung sind nach dem Bilanzstichtag eingetreten:

• Die Schlussrechnungen für die Überbrückungshilfen ergaben eine Nachforderung in Höhe von T€ 1.488, welche erfolgswirksam als Forderung gegenüber dem Finanzamt bilanziert wurde.

4.3 Geschäftsführung

• Neil Byland, Feldmeilen / Schweiz, Geschäftsführer für Finanzen und IT

• Stephanie Schulze zur Wiesch, Hannover, Geschäftsführerin für Produkt, Marketing, Vertrieb und Personal (bis 28.04.2023)

• Tim Dunker, Neuwied, Geschäftsführer für Produkt, Marketing, Vertrieb und Personal (seit 28.04.2023).

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführer nach § 285 Nr. 9 HGB wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Den Mitgliedern der Geschäftsführung wurden im Berichtsjahr keine Kredite und Vorschüsse gewährt. Ebenso wurden keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Mitgliedern der Geschäftsführer eingegangen.

4.4 Anzahl der Arbeitnehmer

Beschäftigte 2023 2022
Im Jahresdurchschnitt am Jahresende Im Jahresdurchschnitt am Jahresende
Arbeitnehmer 98 101 91 97
Auszubildende 5 5 6 5
Insgesamt 103 106 97 102

4.5 Mutterunternehmen und Konsolidierungskreis

Gesellschafterin der AMEROPA-REISEN GmbH ist zu 100% die Liberta Partners Fund II GmbH & Co. KG.

Die Liberta Partners Fund II GmbH & Co. KG, München, stellt für das Geschäftsjahr einen Konzernabschluss auf, dieser wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

4.6 Gewinnverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, das Jahresergebnis auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Bad Homburg v.d. Höhe, den 21. Mai 2024

Tim Dunker

Neil Byland

Anschaffungs- und Herstellungskosten
in T€
01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 665 2.006 140 2.089 4.620
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnlich Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.114 18 0 99 6.231
3. Geschäfts-oder Firmenwert 3.285 0 0 0 3.285
4 Geleistete Anzahlungen 2.089 99 0 -2188 0
Immaterielle Vermögensgegenstände 12.153 2.123 140 0 14.136
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung 359 9 34 0 334
Anlagevermögen
Sachanlagen 359 9 34 0 334
Anlagevermögen 12.512 2.132 174 0 14.470
Abschreibungen
in T€
01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 117 251 0 0 368
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnlich Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.580 489 0 0 2.069
3. Geschäfts-oder Firmenwert 985 329 0 0 1314
4 Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0
Immaterielle Vermögensgegenstände 2.682 1.069 0 0 3.751
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung 146 32 34 0 144
Anlagevermögen
Sachanlagen 146 32 34 0 144
Anlagevermögen 2.828 1.101 34 0 3.895
Buchwert
in T€
Buchwert
in T€
31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 4.252 549
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnlich Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.162 4.534
3. Geschäfts-oder Firmenwert 1.971 2.299
4 Geleistete Anzahlungen 0 2.089
Immaterielle Vermögensgegenstände 10.385 9.471
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung 190 212
Anlagevermögen
Sachanlagen 190 212
Anlagevermögen 10.575 9.683

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 04.09.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

An die AMEROPA-REISEN GmbH, Bad Homburg v.d. Höhe

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der AMEROPA-REISEN GmbH , Bad Homburg v.d. Höhe, - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1.1.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der AMEROPA-REISEN GmbH , Bad Homburg v.d. Höhe, für das Geschäftsjahr vom 1.1.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft.

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermit telt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2023 so wie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1.1.2023 bis zum 31.12.2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwen dungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) fest gestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hin aus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu er teilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in

Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestelltendeutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und wer den als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den ge gebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerun gen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der er langten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazuführen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt ein schließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungs nachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, ein schließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Regensburg, den 23. Mai 2024

wibatax audit Partnerschaft mbB
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Florian Helmensdorfer, Wirtschaftsprüfer

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