Lipps Energie GmbHLiquidiert

Gotenweg 18, 58119 Hagen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hagen HRB 3890
Vorher
Lipps Mineralöle GmbH
Eingetragen
23.11.1999
Branche
Großhandel mit Brennstoffen und MineralölerzeugnissenWärme- und KältehandelTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Brennstoffen, Erzen, Metallen und technischen Chemikalien
Gegenstand
der Handel mit Waren aller Art, insbesondere mit Mineralöl- und chemischen Produkten und Produkten der Wärmetechnik, sowie die Bereitstellung und Lieferung von Wärme, der Umschlag, die Einlagerung, Lagerung, Auslagerung, Mischung, Be- und Aufarbeitung von Mineralölen, Derivaten, sonstigen Flüssigkeiten, Gasen und anderen Produkten der Energiewirtschaft und alle damit im Zusammenhang stehenden Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Uwe Dieter Söffken
seit 4.1.2024
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Lipps Energie GmbH

Hagen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

der Lipps Energie GmbH, Hagen

1. Geschäftsverlauf

1.1. Grundlagen der Gesellschaft

Die Lipps Energie GmbH ist ein vollkonsolidiertes Tochterunternehmen der Marquard & Bahls Aktiengesellschaft aus Hamburg.

Die Gesellschaft ist ein vom Ruhrgebiet bis ins Sauerland tätiges Energiehandelsunternehmen. Sie wickelt die physische Mineralölbeschaffung und den Vertrieb über eigene Fahrzeuge ab Raffinerien und regionalen Tanklagern ab. Teilweise bedient sie sich der Versorgung durch Spediteure. Darüber hinaus betreibt sie derzeit 33 Tankstellen in dem regionalen Absatzgebiet als Partner im Netzwerk des tankpool24. Über die Tankstellen des tankpool24 wird im Schwerpunktgeschäft der Unterwegsbedarf von Kraft- und Hilfsstoffen von Speditions- und Fuhrunternehmen erfüllt. Das leitungsgebundene Energiegeschäft mit Erdgas und Strom wird seit 2016 ausschließlich auf Provisionsbasis und in Kooperation mit der Schwestergesellschaft, EAG Energie Abrechnungs- und Service GmbH, Hiddenhausen, betrieben.

1.2. Darstellung der Gesamtwirtschaft und Branche

Nach Erhebungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA, Mineralölinfo November 2021 vom 27.01.2022) sank der Absatz von Mineralölprodukten in der Bundesrepublik Deutschland im aktuellen Zeitraum von Januar bis November 2021 gegenüber der Vorjahresperiode um 2,3% von 91,5 auf 89,4 Millionen Tonnen.

Einzelne Hauptprodukte haben sich recht unterschiedlich entwickelt:

Heizöl EL - 30,3 %
Dieselkraftstoff + 0,1 %
Ottokraftstoff +0,7 %

1.3. Darstellung der Entwicklung der Gesellschaft

Die Gesellschaft wird insbesondere anhand der finanziellen Leistungsindikatoren Rohergebnis und Jahresergebnis vor Steuern gesteuert.

Die Umsatzerlöse der Gesellschaft beliefen sich im Berichtsjahr auf insgesamt TEUR 234.870.

Die Produktaufteilung stellt sich im Jahr 2021 wie folgt dar:

Heizöl, Diesel- und Ottokraftstoffe 232.248 TEUR
Additive 2.319 TEUR
Rest 304 TEUR

Das Unternehmen bezieht seine Waren, neben dem Einkauf bei der Muttergesellschaft Mabanaft, die unter anderem im Ruhrgebiet als Mineralölgroßhändler aktiv ist, frei am Markt bei anderen Großhändlern. Diese Unabhängigkeit hat in der Vergangenheit zu allen Marktlagen branchenübliche Einkaufsmöglichkeiten garantiert.

2. Darstellung der Lage

2.1. Vermögenslage

Die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens beliefen sich auf TEUR 260 (2020: TEUR 506). Es wurde in die Verbesserung der betrieblichen Abläufe und des technischen Standes der Anlagen und Maschinen investiert. Die Investitionen in Finanzanlagen beliefen sich auf TEUR 0 (2020: TEUR 0).

Der Anlagendeckungsgrad I [Anlagevermögen / Eigenkapital in %] beträgt 2021: 44 %; in 2020: 69 %.

Der Anlagendeckungsgrad II [(Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) / Anlagevermögen in %] liegt bei 44 %, im Vorjahr: 69 %.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich aufgrund der geänderten Marktbedingungen um TEUR 3.633 im Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um TEUR 3.193 erhöht. Die Vorräte sind um TEUR 347 gesunken.

Der Kassenbestand sowie die Guthaben bei Kreditinstituten sind im Vorjahresvergleich in der Summe um TEUR 57 gesunken.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind aufgrund der geänderten Marktbedingungen im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 2.335 gestiegen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich um TEUR 3.207 im Vergleich zum Vorjahr.

2.2. Finanzlage

Der operative Cashflow hat sich wie folgt verändert:

Der operative Cashflow [Ergebnis + Abschreibungen + Erhöhung von langfristigen Rückstellungen] 2021 i. H. v. TEUR 5.027 verhielt sich zu TEUR 3.274 in 2020. Das entspricht einer absoluten Veränderung von TEUR +1.754.

Die Gesellschaft ist in den Cashpool der Petronord GmbH & Co. KG, Hamburg, eingebunden und kann sich dort kurzfristiger Finanzmittel bedienen. Sie finanziert sich aber zum größten Teil aus dem eigenen Cashflow. Darlehen bei Banken oder verbundenen Unternehmen werden nicht in Anspruch genommen.

2.3. Ertragslage

Zum wiederholten Mal konnte die Lipps Energie GmbH ein sehr erfolgreiches Jahr abschließen. Der Dieselabsatz an den Tankstellen hat sich trotz der Pandemie sehr gut entwickelt und liegt 11% über dem Vorjahresniveau. Die Absatzentwicklung im Bereich Heizöl spiegelt den allgemeinen Absatzmarkt wider und verzeichnet einen Rückgang von 26% gegenüber dem Vorjahr. Der Bereich Erdgas und Strom blieb hinter den Erwartungen zurück und verzeichnete einen erneuten Absatzrückgang im Geschäftsjahr 2021. In Anbetracht der derzeitigen Konjunktur in Deutschland ist das abgelaufene Geschäftsjahr sehr gut verlaufen. Die Umsätze in Höhe von TEUR 234.870 (+35 % zu 2020: TEUR 174.085) sind gegenüber dem Vorjahr, im Wesentlichen durch massive Produktpreiserhöhungen an den internationalen Mineralölmärkten, gestiegen. Das Rohergebnis i. H. v. TEUR 9.898 (2020: TEUR 9.466) konnte im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Das erreichte Jahresergebnis vor Steuern i. H. v. TEUR 4.262 (2020: TEUR 3.766) lag, wie auch das Rohergebnis, aufgrund der im Laufe des Jahres verbesserten allgemeinen wirtschaftlichen Prognosen über dem erwarteten Zielbereich. Die prognostizierten Werte konnten trotz der vielen pandemiebedingten Umstände im abgelaufenen Geschäftsjahr übertroffen werden.

2.4. Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft betreibt als Handelsunternehmen keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

2.5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Der Rohertrag sowie das erreichte Jahresergebnis vor Steuern lagen aufgrund der im Laufe des Jahres verbesserten allgemeinen wirtschaftlichen Prognosen über dem erwarteten Zielbereich. Im Vorjahr wurde im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Prognosen unter Corona-Bedingungen und aufgrund des sehr absatzstarken Jahres 2020 von einer schlechteren Entwicklung ausgegangen.

Der Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft werden insgesamt als gut eingeschätzt.

3. Voraussichtliche Geschäftsentwicklung mit Hinweis auf wesentliche Chancen und Risiken

3.1. Bericht über Chancen und Risiken

Nachfolgend sind die Risiken und Chancen jeweils absteigend nach ihrer Bedeutung für die Gesellschaft dargestellt. Bestandsgefährdende Risiken sind aktuell nicht erkennbar.

3.1.1. Markt- und Beschaffungsrisiken

Die hohe Volatilität der Märkte verlangt eine ständige Beobachtung der Preisentwicklung. Andererseits nutzt die Gesellschaft die Chancen, die sich aus schwankenden Marktpreisen ergeben. Eine disruptive Entwicklung durch politische Vorgaben und Gesetzgebungen ist mittelfristig nicht auszuschließen. Ein kurzfristiges Beispiel hierfür ist die ab 01.01.2022 erhöhte CO-2 Bepreisung.

Durch den erwarteten konjunkturellen Rückgang weltweit und damit verbundenen nachlassenden Auftragseingängen der Dieselkunden rechnet die Gesellschaft mit einer Kaufzurückhaltung in 2022. Das stark reduzierte Tankvolumen und damit einhergehende Reduktion der Heizölkundschaft wird erneut zu einem stark verringerten Auftragseingang führen.

Darüber hinaus ergibt sich ein weiterer Unsicherheitsfaktor aus dem Einkauf von AdBlue und den extremen und unerwarteten Preissteigerungen für dieses Produkt. In der zweiten Jahreshälfte hat sich der Einkaufspreis für AdBlue im Markt mehr als verdreifacht. Die Preissteigerungen konnten zunächst mehrheitlich an die Kunden weiterbelastet werden. Parallel zur Verteuerung des Produktes kam es auch zu Lieferengpässen etablierter Vorlieferanten. Bei AdBlue handelt es sich um ein Produkt zur Abgasnachbehandlung für aktuelle Euro6 Motoren, welches für den Verkauf von Diesel in unserer Zielgruppe zwingend erforderlich ist. Seitens der Lipps Energie und dem tankpool24 wurden diverse Anstrengungen zur Sicherung der Produktbereitstellung betrieben. Dazu gehören neben einem intensiven und guten Kontakt mit dem langjährigen Lieferanten auch die Sicherung eines kontinuierlichen und gesteuerten Produktabflusses auf Kundenseite. Eine stabile Marktversorgung mit AdBlue ist für das Jahr 2022 noch nicht ganzheitlich sichergestellt. Sollte es hier trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch zu Lieferengpässen kommen, ist auch ein Teil des Dieselabsatzes an den Tankstellen gefährdet.

Die erneut prognostizierte hohe Inflation hat für die Lipps Energie als Anbieter von vorrangig Rohstofferzeugnissen keine direkte Auswirkung, spielt jedoch selbstverständlich indirekt (Konsumverhalten, Konjunktur, Auftragslage der Kunden) eine große Rolle.

Die allgemeine intensive Wettbewerbssituation am Markt erschwert die Stärkung der Ertragssituation. Dennoch werden strategische Investitionen in neue Tankstellen im tankpool24 Bereich sowie zur Optimierung des Kundenservices durch verstärkte Digitalisierung unserer Serviceprodukte als hinreichend gefestigt angesehen, um auch künftig erfolgreich wirtschaften zu können.

3.1.2 Veränderte Infrastruktur durch Sanierungsmaßnahmen

Die dauerhafte Sperrung der BAB 45 auf Höhe Lüdenscheid (Brückenschäden) stellt für die Kernkundengruppe des Schwerlastverkehrs für die Lipps Energie und die in der Region angesiedelte Kundschaft eine große Herausforderung dar. Die entlang des betreffenden Teilstückes liegenden Tankstellen der Lipps Energie dürften einen längerfristigen Absatzrückgang von 30 - 40 % verzeichnen, da die Region von überregionalen Verkehren über die Dauer der Sanierungsmaßnahmen weiträumig gemieden werden wird. Regionale Kunden suchen verstärkt nach Standorten außerhalb des Kerngebietes der Lipps Energie, welche den Kunden ggf. durch Standorte im tankpool24 Verbund offeriert werden können. Zusätzlich wird durch die Sperrung die wirtschaftliche Eigenversorgung einiger Anlagen unrentabel, weshalb zunehmend auf externe Spediteure zurück gegriffen werden wird. Eine gesamthafte Prognose der Auswirkungen der Brückensperrung lässt sich aufgrund des bisher kurzen Zeitraumes der Sperrung erst zu einem späteren Zeitpunkt tätigen.

3.1.3. Corona-Pandemie

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die Lipps Energie GmbH auch im Jahr 2021 nicht getroffen. Die auch für unsere Kundschaft unerwartet gute Auftragslage im Diesel- und Tankstellengeschäft ermöglichte die Kompensation des stark zurück gegangenen Heizölabsatzes.

Trotzdem bleiben Unsicherheiten und evtl. Folgen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen bestehen und stellen für Lipps Energie GmbH auch in 2022 eine große Herausforderung dar.

Die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes wird durch eine strikte Trennung des gewerblichen und kaufmännischen Personals, die Sperrung der Sozialräume für mehr als eine Person und die Beibehaltung der Homeoffice-Lösung gestärkt.

Durch ein exklusives Impfangebot für die komplette Belegschaft im April und Mai 2021 konnten sehr frühzeitig 15 Mitarbeitende eine Erstimpfung außerhalb der regulären Priorisierungsgruppen erhalten.

Alle in 2020 für die Mitarbeitenden eingeführten Sicherheitsmaßnahmen bleiben parallel bestehen.

Diese Maßnahmen und das hohe Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter haben dazu geführt, dass seit Beginn der Pandemie bis auf eine Corona-Erkrankung im März 2020 aus dem privaten Umfeld und ohne Auswirkungen auf die Firma, bisher keine Krankheitsausbrüche zu verzeichnen sind.

Es sei angemerkt, dass diese Maßnahmen dauerhaft jedoch das Betriebsklima schädigen können. Der hohe psychische Druck, der auf allen Mitarbeitern privat und beruflich lastet, spiegelt sich auch gesellschaftlich wider.

3.1.4. Umweltrisiken

Die Gesellschaft betreibt zwölf Tankwagen und drei Tanklager, die jeweils den aktuellen Umweltschutzbestimmungen entsprechen und fortlaufend überprüft werden. Es besteht eine Haftpflichtversicherung mit einer Abdeckung in Höhe von max. EUR 50,0 Mio. bzw. für Kraftfahrthaftpflichtschäden von EUR 100,0 Mio. Die Umweltrisiken für die Gesellschaften werden als gering beurteilt.

3.1.5. Produkthaftung und Kreditausfallrisiken

Die Haftung für die von der Gesellschaft gehandelten Produkte liegt bei den Lieferanten, die als Großunternehmen die Gewähr dafür bieten, dass erforderlichenfalls ein erfolgreicher Rückgriff möglich ist. Das Risiko wird als gering eingestuft.

Für mögliche Schadensfälle aus betrieblichen Abläufen (Ausfall von Kundenforderungen) bestehen Versicherungen. Der Versicherungsschutz wird laufend überprüft und angepasst. Grundsätzlich sind alle Kunden kreditversichert. Sollten diese nicht versichert werden können, werden im Regelfall andere Sicherheiten (u. a. Bürgschaften, Kautionen, Zahlungsmethode: Vorkasse) hinterlegt. Das Risiko wird als gering eingestuft.

3.1.6 Chancen

Insgesamt bietet die Gesamtsituation neben den Risiken aber auch Chancen.

Trotz der Krise ergeben sich nach wie vor insbesondere für das Geschäftsfeld der Pooltankstellen Chancen. Hier profitiert Deutschland und insbesondere das Ruhrgebiet von der geopolitischen Lage in Europa und dem daraus resultierenden hohen Aufkommen an Güterkraftverkehr. Des Weiteren besteht zunehmend der Wunsch, Dienstleistungen wie Maut- und LKW-Abstell- und Parkgebühren über eine Karte abzuwickeln und auch die verbesserte Betreuung von Fahrern sowie ein vereinfachtes Fuhrparkmanagement zu erreichen. Die Entwicklung des tankpool24 trägt diesem weiter Rechnung. Weiter wird intensiv der Markt für alternative Kraftstoffe im Schwerlastverkehr beobachtet, um mögliche Partnerschaften in diesem Bereich zu identifizieren. So werden im Jahr 2022 weitere LNG-Tankstellen (LiquifiedNaturalGas; tiefgekühltes und so verflüssigtes Erdgas) in das tankpool24-Partnernetzwerk eingebunden. Auch im Bereich der Wasserstofftechnik gibt es durch den tankpool24 erste Vorstöße. Die Lipps Energie ist Mitglied des Projektkreises "Modellregion Wasserstoff" für die Stadt Hagen. Das untere Lennetal, das am Firmensitz der Lipps Energie beginnt, ist eine von 15 Wasserstoff-Modellregionen in Deutschland und damit für die Anbindung einer Wasserstofftankstelle prädestiniert. Die Planungen hierfür werden im Jahr 2022 intensiviert.

Insgesamt ist eine zuverlässige Einschätzung der tatsächlichen Auswirkungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt aufgrund völliger Unsicherheit über die Dauer und das Ausmaß der Corona-Beschränkungen schwierig. Zum jetzigen Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass das Unternehmen Lipps Energie GmbH durch die eingeleiteten und durchgeführten Maßnahmen keinen Schaden durch die Pandemie haben wird.

3.2. Voraussichtliche Entwicklung

Im Bereich Tankstellen ergeben sich für das Jahr 2022 Chancen, die Absatzmengen durch die Realisierung von neuen Tankstellenprojekten sowie den Ausbau der Kundenakquise trotz eines gesamtwirtschaftlich erwarteten Absatzrückgangs zu stabilisieren. Daneben stellt die oben beschriebene dauerhafte Sperrung der BAB 45 auf Höhe Lüdenscheid (Brückenschäden) sowie die Unsicherheit bei dem AdBlue Einkauf eine große Herausforderung dar.

Im Bereich Heizöl wird aufgrund der Verabschiedung des Klimapakets der Bundesregierung mit einem weiter rückläufigen Marktvolumen gerechnet werden müssen. Der bereits 2021 niedrige Heizölabsatz wird auch 2022 voraussichtlich keine starke Belebung erfahren, sollte ein nachhaltiger Kälteeinbruch nicht den Verbrauch erhöhen. Faktoren, die zur Verringerung des Absatzes beitragen sind die erneute Erhöhung der CO 2 Abgabe auf das Produkt sowie eine hohe Umrüstungsquote der Heizölkunden auf alternative Energieträger. Diese Umrüstung wurde durch die Überflutungen in der Region im Juli 2021 noch beschleunigt. Neben der Ahr wurde Hagen-Hohenlimburg (Kerngebiet) am härtesten von den Regenfällen getroffen und hier insbesondere kleinere Nebentäler, in denen die Stammkundschaft verortet ist. Die durch die Wassermassen zerstörten Heizölanlagen werden nahezu ausnahmslos durch andere Energieträger ersetzt, was zu einer weiteren massiven Reduzierung der Stammkundschaft führen wird.

Durch den Ausbau des Serviceangebotes wird angestrebt, diesem Negativtrend für 2022 entgegen zu wirken. Dennoch wird erneut mit einem Absatzrückgang von bis zu 20 % in diesem Segment gerechnet.

Für 2022 wird im Segment Strom und Erdgas für die Lipps Energie GmbH kein Geschäftsfeld mehr gesehen. Die hohe Preissensibilität der Kunden und der starke Wettbewerb hat in den vergangenen Jahren bereits zu einer Reduzierung der Geschäftstätigkeit auf Cross-Selling Potenziale geführt. Die extreme Steigerung der Einkaufspreise von bis zu 800 % für Strom- und Erdgas gegenüber der Vorjahresperiode im Termingeschäft im 4. Quartal 2021, verbunden mit dem außergewöhnlich kalten Februar 2021 und damit niedriger Reserven, haben das Vermittlergeschäft unrentabel gemacht.

In der Gesamtschau sollen die vorangehend genannten Herausforderungen geeignet sein, eine in Summe niedrigere Ergebnisprognose für das Jahr 2022 zu rechtfertigen. Genaue Prognosen werden aufgrund der gesamtwirtschaftlich unvorhersehbaren Lage erschwert, dennoch werden für das kommende Jahr ein Rohergebnis sowie ein positives Ergebnis vor Steuern von bis zu 10 % unter dem Niveau von 2021 erwartet. Mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie wurden im Bericht über Risiken und Chancen erläutert.

Zusammenfassend wird eine stabile Entwicklung der Gesellschaft für das Jahr 2022 gesehen, die den außerordentlich guten Ergebnissen der letzten Jahre nicht gerecht wird, jedoch weiterhin die Basis für langfristiges Wachstum bieten wird.

 

Hagen, den 11. Februar 2022

gez. Katrin Lipps

Bilanz

Aktiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Anlagevermögen 2.986.419,64 3.469.950,64
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 411.700,00 425.607,00
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 46.715,00 20.036,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 364.985,00 405.571,00
II. Sachanlagen 2.157.219,64 2.626.843,64
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 471.850,64 540.869,64
2. technische Anlagen und Maschinen 1.153.778,00 1.263.516,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 507.282,00 766.875,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 24.309,00 55.583,00
III. Finanzanlagen 417.500,00 417.500,00
1. Beteiligungen 417.500,00 417.500,00
B. Umlaufvermögen 21.719.091,97 15.170.231,12
I. Vorräte 2.291.244,63 2.638.661,11
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 18.944.039,67 11.990.843,66
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.767.128,06 7.133.828,87
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 7.613.802,27 4.420.625,37
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 351.198,46 178.959,06
4. sonstige Vermögensgegenstände 211.910,88 257.430,36
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 483.807,67 540.726,35
C. Rechnungsabgrenzungsposten 18.826,33 12.683,97
Summe Aktiva 24.724.337,94 18.652.865,73

Passiva

   
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Eigenkapital 5.360.574,80 5.012.674,21
I. Gezeichnetes Kapital / Kapitalkonto / Kapitalanteile 350.000,00 350.000,00
II. Kapitalrücklage 1.150.000,00 1.150.000,00
III. Gewinnrücklagen/Ergebnisrücklagen 1.000.000,00 1.000.000,00
IV. Jahresüberschuss 2.860.574,80 2.512.674,21
B. Rückstellungen 831.604,95 673.572,88
C. Verbindlichkeiten 18.532.158,19 12.966.618,64
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten   10,48
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12.794.152,90 10.458.696,18
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 5.409.343,80 2.202.793,23
4. sonstige Verbindlichkeiten 328.661,49 305.118,75
Summe Passiva 24.724.337,94 18.652.865,73

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1.1.2020 - 31.12.2020
EUR
1. Betriebsergebnis 3.828.999,46 3.505.080,42
a) Rohergebnis 10.683.662,30 9.978.942,28
b) Personalaufwand 2.370.409,07 2.599.005,69
soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 324.228,78 372.708,31
c) Abschreibungen 722.416,15 761.460,65
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 722.416,15 761.460,65
d) sonstige betriebliche Aufwendungen 3.761.837,62 3.113.395,52
2. Finanz- und Beteiligungsergebnis 433.494,23 261.321,20
a) Erträge aus Beteiligungen an Personengesellschaften 432.735,42 262.391,52
b) sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 762,77 487,54
c) Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3,96 1.557,86
davon an verbundene Unternehmen 3,96 570,86
3. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.387.330,17 1.238.627,92
4. Ergebnis nach Steuern 2.875.163,52 2.527.773,70
5. sonstige Steuern 14.588,72 15.099,49
Jahresüberschuss 2.860.574,80 2.512.674,21

Anhang 2021

Lipps Energie GmbH, Hagen

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Lipps Energie GmbH, Hagen, wird beim Amtsgericht Hagen unter der Registernummer HRB 3890 geführt.

Der Jahresabschluss der Lipps Energie GmbH wurde auf der Grundlage der Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Der Anhang enthält alle vom Gesetz geforderten Pflichtangaben für mittelgroße Kapitalgesellschaften. Von der größenabhängigen Erleichterung der Vorschriften des § 288 HGB wurde bei der Aufstellung des Anhangs Gebrauch gemacht.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bewertet und werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten mit TEUR 365 Firmenwerte, die planmäßig über die geschätzten Nutzungsdauern der damit verbundenen Kundenbeziehungen von 15 Jahren abgeschrieben werden. Die Nutzungsdauer ist aufgrund des langfristig ausgerichteten Geschäftsmodells und der langen Kundenbeziehungen festgelegt worden.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Die Bestimmung der Nutzungsdauern erfolgt in Anlehnung an die steuerlichen Afa-Tabellen. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden gemäß § 6 EStG in einem Sammelposten über fünf Jahre abgeschrieben.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt.

Die Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder zu den niedrigeren OMR-Marktpreisen bewertet.

Forderungen werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Allen erkennbaren Risiken wurde durch Abschreibungen oder Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Zur Abdeckung des allgemeinen Ausfallrisikos wurde eine angemessene Pauschalwertberichtigung auf die verbleibende Bemessungsgrundlage gebildet.

Die liquiden Mittel und die Rechnungsabgrenzungsposten sind zum Nominalwert angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen und Steuerrückstellungen sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die übrigen Aktiva und Passiva werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt.

III. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

2. Forderungen

Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit TEUR 919 (Vorjahr TEUR 565) den Lieferungs- und Leistungsverkehr und mit TEUR 6.695; (Vorjahr TEUR 3.855) kurzfristige Ausleihungen. Sie bestehen in Höhe von TEUR 6.695 (Vorjahr TEUR 3.855) gegenüber Gesellschaftern.

Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen wie auch im Vorjahr nicht.

3. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt TEUR 350 und ist in vollem Umfang einbezahlt.

Die Kapital- und Gewinnrücklage betragen unverändert TEUR 1.150 sowie TEUR 1.000.

4. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen den Personalbereich mit TEUR 336 (Vorjahr TEUR 454).

5. VerbindlichkeitenAlle Verbindlichkeiten haben - wie im Vorjahr - eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen, wie im Vorjahr, den Lieferungs- und Leistungsverkehr.

1.

Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus langfristigen Pachtverträgen betragen:

Zeitraum TEUR
Geschäftsjahr 2021 803
Geschäftsjahr 2022 bis 2026 1.152
Geschäftsjahr ab 2027 34
Gesamt 1.989

Belegschaft

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt 39 Arbeitnehmer, davon 19 Angestellte, 15 gewerbliche Arbeitnehmer und 5 Aushilfen.

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung obliegt:

Frau Katrin Lipps, Iserlohn

Geschäftsführende Gesellschafterin

Bezüge der Geschäftsführer

Die Angabe über die Gesamtbezüge der Geschäftsführer ist nach § 286 Absatz 4 HGB unterblieben, da nur ein Geschäftsführer Bezüge von der Gesellschaft erhält.

Anteilsbesitz gemäß § 285 Nr. 11 HGB

Beteiligung
in %
Eigenkapital 31.12.2021
EUR
Ergebnis 2021
EUR
Kaiser Söhne Mineralöle GmbH & Co. KG, Arnsberg 50 910.000,00 865.470,83
Kaiser Söhne Mineralöle Beteiligungsgesellschaft mbH, Arnsberg 50 39.373,27 2.399,20

Konzernabschluss

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Marquard & Bahls Aktiengesellschaft, Hamburg, (HRB 51271) den größten Kreis der Konzernunternehmen einbezogen. Dieser Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Darüber hinaus wird die Gesellschaft in den Teilkonzernabschluss der MABANAFT GmbH & Co. KG, Hamburg, für den kleinsten Kreis der Konzernunternehmen einbezogen. Der Abschluss ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich.

Gesamthonorar Abschlussprüfer

Auf die Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB wird verzichtet, da diese in den Konzernabschluss der Marquard & Bahls Aktiengesellschaft, Hamburg, einfließen.

Ergebnisverwendung

Gemäß Vorschlag der Geschäftsführung wird der Bilanzgewinn in Höhe von EUR 2.860.574,80 auf neue Rechnung vorgetragen.

 

Hagen, 11. Februar 2022

Katrin Lipps

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Lipps Energie GmbH, Hagen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Lipps Energie GmbH, Hagen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Lipps Energie GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfung Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 17. März 2022

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