Stammdaten

Register
Amtsgericht Bonn HRB 13614
Eingetragen
28.2.2005
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Gegenstand
ist der Erwerb, die Verwaltung und Verwertung von Beteiligungen an gewerblichen Unternehmen, insbesondere aus dem Bereich Bildung, Zeitarbeit, Personalvermittlung und - Integration Entwicklung und Vertrieb von Software, Multimedia und Verlagswesen, sowie die Erbringung von Serviceleistungen jeglicher Art für diese Unternehmen

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (7)

NameAnteil
33.69%
31.05%
E****** U***** E****************
4.59%

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
TERTIA GmbHEigenbeteiligung
10.00%

Gesellschafter
Beta

4 Gesellschafter

GmbH-Struktur

3 von 4 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
Mörchen Holding GmbH
Germany
664.000 €
62.64%
Christian Mörchen
Bonn
266.000 €
25.10%
TERTIA GmbH
Germany
106.000 €
10.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

TERTIA GmbH

Bonn

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.11.2022 bis zum 31.10.2023

Konzernlagebericht für 2022/2023

der TERTIA GmbH

I. Grundlagen des Konzerns

I.1. Geschäftsmodell und Zweigniederlassungen

Die unter Leitung (Holdingfunktion) der TERTIA GmbH stehende Unternehmensgruppe bietet an 160 Niederlassungen deutschlandweit vielfältige Dienstleistungen an, um Menschen auf ihrem beruflichen Weg voranzubringen. Schwerpunkte der Tätigkeit sind:

- Arbeitsvermittlung (vorwiegend Ausschreibungsgeschäft)

- Bildung

- Coaching und

- Beschäftigung bzw. Integration.

Hauptauftraggeber der TERTIA-Gruppe ist die öffentliche Hand (v.a. die Agenturen für Arbeit, die Jobcenter und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge). Darüber hinaus spricht TERTIA als Kunden Unternehmen und Privatpersonen (v.a. Arbeitsuchende, aber auch Beschäftigte) an. Somit richten sich die Arbeitsmarktdienstleistungen der TERTIA-Gruppe meist an mehrere Kundengruppen gleichzeitig.

I.2 Entwicklung neuer Dienstleistungen

Aufgrund der Änderungen im Sozialgesetzbuch werden fortlaufend neue Dienstleistungen entwickelt bzw. vorhandene Dienstleistungen weiterentwickelt.

II. Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen

II.1 Wirtschaftliche Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr in Deutschland

2023 war für die deutsche Wirtschaft ein Jahr der Stagnation. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland war von verschiedenen Herausforderungen geprägt: Die hohe Inflation, die steigenden Zinsen und die infolge des Ukrainekriegs gestiegenen Energiepreise. Zusätzlich verunsichert der Konflikt im Nahen Osten, der bei einer Ausweitung weitere Folgen für die Energiepreise nach sich ziehen könnte. Die herbstlichen Konjunkturprognosen deuten entsprechend auf eine leichte Kontraktion der deutschen Wirtschaft hin, mit einem erwarteten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen 0,1% und 0,6%.)1 Die Wirtschaftsweisen prognostizieren einen Rückgang des BIP um 0,4 %.

Im Vergleich der Industriestaaten rangiert Deutschland in Bezug auf das Wirtschaftswachstum derzeit am unteren Ende. Die hohe Inflation hat zu einer Verringerung der Kaufkraft in den Haushalten geführt, was wiederum den Konsum negativ beeinflusst hat. Zusätzlich sorgt die gegenwärtige Haushaltskrise für Verunsicherung sowohl bei Unternehmen als auch bei Verbrauchern.

Die gedämpfte konjunkturelle Entwicklung macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar.)2 Die Arbeitslosenquote lag im Oktober 2023 bei 5,8 % (Oktober 2022: 5,3 %). Der Anteil der im SGB II betreuten Arbeitslosen an allen Arbeitslosen hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verringert. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat dagegen im Vergleich zum Oktober 2022 geringfügig zugenommen.

Die leichte Erhöhung der Arbeitslosenquote wird größtenteils dem Zugang ukrainischer Geflüchteter zugeschrieben.)3 Allerdings ist die Zahl der Arbeitslosen auch ohne Berücksichtigung dieser Personengruppe angestiegen. Gleichzeitig verfügt Deutschland derzeit über die höchste Beschäftigungsrate seit der Wiedervereinigung. Der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr ist laut Bundesagentur für Arbeit (BA) ausschließlich auf ausländische Arbeitskräfte zurückzuführen. Ihre Zahl ist um 317.000 auf 5,36 Millionen gestiegen. Ein Großteil dieses Zuwachses, nämlich 248.000, entfällt auf Arbeitskräfte aus sogenannten Drittstaaten, zu denen neben der Ukraine auch die EU-Länder der Osterweiterung und die Hauptasylherkunftsländer zählen. Im Gegensatz dazu hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Deutschen im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent verringert. Diese Entwicklung wird auf den demografisch bedingten Rückgang und die Alterung der deutschen erwerbsfähigen Bevölkerung zurückgeführt.

Seit dem Frühsommer 2022 ist ein Rückgang in der Nachfrage nach neuen Arbeitskräften zu verzeichnen. Auch die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht gesunken. Gleichzeitig hat sich jedoch die durchschnittliche Dauer, bis eine Stelle besetzt wird (Vakanzzeit), im Vergleich zum Oktober 2022 verlängert. Dies deutet darauf hin, dass es für Unternehmen zunehmend schwieriger wird, passendes Personal zu finden.

II.2 Entwicklung der Branche im abgelaufenen Geschäftsjahr

Die Branche der Arbeitsmarktdienstleister und Bildungsträger ist stark vom Umfang der aktiven Arbeitsmarktförderung der Agenturen für Arbeit und Jobcenter abhängig. Diese wird neben den finanziellen Mitteln durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst.

Sanktionsmoratorium / Bürgergeldreform

Das Sanktionsmoratorium war noch bis Ende 2022 in Kraft. Ab Januar 2023 wurde der erste Teil der Bürgergeldreform umgesetzt. Ein wichtiger Aspekt hierbei war die Kooperationsvereinbarung, die eine größere Freiwilligkeit bei der Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen vorsieht. Die neue Ausrichtung hatte zur Folge, dass Optionen teilweise nicht gezogen wurden (Veränderung des Ausschreibungsinhalts und/oder Veränderung der Teilnehmendenzahlen). Neuausschreibungen erfolgten dann mit geringeren Teilnehmendenzahlen. Insgesamt ist seit der Corona-Pandemie ein rückläufiger Trend bei Teilnahmen an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik spürbar, allerdings hat sich der Rückgang im Vergleich zu 2022, dessen zweites Halbjahr vom Sanktionsmoratorium geprägt war, verlangsamt:

Laut Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit haben im Oktober 2023 707.000 Personen an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 0,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik (bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen) lag im Oktober 2023 0,9 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres.

Der Fokus der Förderung unterscheidet sich nach Rechtskreis. Im Rechtskreis des Sozialgesetzbuchs (SGB) III liegt der Förderschwerpunkt auf Weiterbildung (FbW); im Rechtskreis des SGB II auf Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung (MAbE).

Der Paradigmenwechsel der Arbeitsförderung - weg von der kurzen Vermittlung hin zu mehr Weiterbildung - auf den sich die Arbeitsmarktdienstleister einstellen müssen, zeigt sich auch an den Teilnehmendenzahlen: Der Bestand (-1 %) und die Eintritte (-6 %) der Teilnehmenden an MAbE sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Gleiches gilt im Übrigen auch für die Beschäftigungsförderung gem. § 16e-i SGB II (- 7 %) und für den Bereich der Arbeitsgelegenheiten (-12 %). Dagegen haben sich die Eintritte in FbW gesteigert: In den vergangenen 12 Monaten haben 13 % mehr Teilnehmende eine FbW-Maßnahme begonnen als im Vorjahreszeitraum. In der Beschäftigtenförderung ist eine Steigerung um 14 % zu verzeichnen.

Ausschöpfung der Mittel

Die Agentur für Arbeit hat im Jahr 2023 keinen Halbjahresbericht zur Haushaltslage veröffentlicht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die den Auftraggebern zur Verfügung stehenden Mittel weiterhin in beiden Rechtskreisen nicht ausgeschöpft wurden. Laut Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) haben die Jobcenter (JC), die als gemeinsame Einrichtungen geführt werden, bis einschließlich September für Eingliederungsleistungen (ohne Aktiv-Passiv-Transfer) 2,124 Mrd. Euro ausgegeben (Januar bis September 2022: 2,249 Mrd.). Die zugeteilten Mittel wurden somit nach 75% des Haushaltsjahrs zu 59,1 % ausgeschöpft (Vorjahreszeitraum: 58,6 %.)4

Hoher Preisdruck

Die Bürgergeldreform und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie führen dazu, dass viele Arbeitsmarktdienstleister ihren Marktanteil im Ausschreibungsgeschäft mit geringen Preisangeboten erhalten wollen. Höhere Kosten, die sich aus kontinuierlich steigenden Löhnen, der steigenden Inflation und steigenden Energiepreisen ergeben, konnten daher i. d. R. nicht an die Auftraggeber weitergegeben werden. Bei Gutscheinmaßnahmen (Bildungsgutscheine und Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheine) können Kosten, die den Bundesdurchschnittskostensatz (B-DKS) um mehr als 25 % überschreiten, nicht mit lohn-, inflations- oder energiepreisbedingten Preissteigerungen begründet werden. Gleichzeitig sind einige B-DKS im Jahr 2022 sogar gesunken, denn ihre Ermittlung basiert auf einer rückwirkenden Betrachtung und erfasst demnach keine aktuellen Entwicklungen. Somit ist die Kostenweitergabe an die Auftraggeber im Gutscheinbereich auch nicht ohne weiteres möglich.

II.3 Entwicklung von Belang nach Ende des Geschäftsjahrs: Urteil zum Bundeshaushalt

Am 15. November 2023 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass das zweite Nachtragshaushaltsgesetz von 2021 ungültig ist (Urteil vom 15. November 2023 - 2 BvF 1/22). Als Folge dieses Urteils wurde der Klima- und Transformationsfonds, der für zahlreiche Subventionen vorgesehen war oder bereits genutzt wurde, um 60 Milliarden Euro reduziert. Diese Kürzung entspricht etwa zwei Dritteln des Gesamtvolumens des Fonds. In Reaktion auf dieses Urteil hat Finanzminister Christian Lindner nicht nur den Klima- und Transformationsfonds, sondern auch nahezu den gesamten Bundeshaushalt sowie den Wirtschaftsstabilisierungsfonds eingefroren. Zudem wurden die Beratungen über den Haushalt für 2024 vorläufig unterbrochen. Für das Jahr 2023 wurde zwischenzeitlich ein Nachtragshaushalt unter Aussetzung der Schuldenbremse beschlossen. Der Haushalt für 2024 ist aber noch nicht beschlossen.

Aktuell ist geplant, den Bundeshaushalt 2024 Ende Januar 2024 zu verabschieden, wobei der Bundesrat das Gesetzgebungsverfahren in seiner Sitzung am 02. Februar abschließen könnte. Bis dahin gilt eine vorläufige Haushaltsführung. Die Bundesregierung hat ein Maßnahmepaket veröffentlicht, das die notwendigen Einsparungen im Haushalt 2024 gewährleisten soll. Hier wird als ein Aspekt die bessere Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt genannt.

Auch die Bundesagentur für Arbeit soll einen Beitrag zu den Einsparungen leisten: Sie soll einen Teil der während der Corona-Krise jährlich gewährten Zuschüsse zurückerstatten, was einer Summe von 1,5 Milliarden Euro entspricht (vgl. Pressemitteilung 280 der Bundesregierung).

Darüber hinaus ist geplant, den Bürgergeldbonus, der mit dem Bürgergeld-Gesetz eingeführt wurde, wieder abzuschaffen. Die finanziellen Anreize Weiterbildungsgeld und Weiterbildungsprämie sollen dagegen weiterhin an Teilnehmende berufsabschlussbezogener Weiterbildungen gezahlt werden. Darüber hinaus soll der Leistungsanspruch in Höhe des Regelbedarfes für zwei Monate entfallen, wenn erwerbsfähige Leistungsberechtigte sich willentlich weigern, eine zumutbare Arbeit aufzunehmen.

II.4 Entwicklung des Geschäftsverlaufs

Im Folgenden wird der Geschäftsverlauf in den vier Tätigkeitsfeldern

- Arbeitsvermittlung (Ausschreibungsgeschäft)

- Bildung

- Coaching

- Beschäftigung / Integration

dargestellt.

II.4.1 Sparte Arbeitsvermittlung (Ausschreibungsgeschäft)

Arbeitsvermittlung betreiben die Unternehmen der TERTIA-Gruppe überwiegend im Rahmen von MAbE (Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung).

Laut systematischer interner Erfolgsbeobachtung sind die Vermittlungszahlen im Vergleich zu den Vorjahren konstant. In MAbE, bei denen eine zu erreichende Vermittlungsquote vertraglich festgelegt ist, liegt auch im Geschäftsjahr (GJ) 22/23 die überwiegende Anzahl der Maßnahmen oberhalb der Soll-Quote. Weiterhin richtet die TERTIA den Fokus darauf, bei den Vermittlungen die Abrechenbarkeit zu erhöhen. Hierfür wurde ein weiteres Steuerungsinstrument eingeführt.

Bei den in Durchführung befindlichen Ausschreibungsmaßnahmen werden weiterhin in geringerem Umfang als vor der Corona-Pandemie über 70 % des Auftragsvolumens abgerufen. Die Gründe hierfür wurden oben bereits dargelegt. Zudem sind die Teilnehmendenzahlen bzw. Stundenkontingente bei den neu gewonnenen Maßnahmen auf einem geringeren Niveau als bei den Maßnahmen, die TERTIA bereits länger umsetzt.

Die Anzahl der Optionsziehungen hat sich im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr wieder gesteigert, allerdings sind geringere Teilnehmendenzahlen oder veränderte Rahmenbedingungen weiterhin ein Grund dafür, dass Optionen für TERTIA nicht gezogen werden. Wenn Bedarfsträger die Option mit reduzierten Teilnehmendenzahlen umsetzen möchten, muss je nach Angebotskalkulation auch vonseiten TERTIA ggf. auf die Optionsziehung verzichtet werden.

TERTIA arbeitet weiterhin eng mit den örtlichen Bedarfsträgern zusammen, um die Maßnahmeauslastung zu erhöhen. Zudem wird die Qualität der Angebotskonzepte stetig überprüft und nach Möglichkeit optimiert. Der Austausch mit den Bedarfsträgern zum Trägermanagement (Bewertung der Maßnahmeumsetzung durch den zuständigen Maßnahmebetreuenden) wird fortgeführt.

Die Anzahl der für TERTIA relevanten Ausschreibungen befindet sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Allerdings hat sich die Zahl der von TERTIA bearbeiteten Ausschreibungen im Vergleich zum GJ 21/22 um etwa 10 % reduziert. Dies liegt einerseits daran, dass einige ausgeschriebene Maßnahmen von TERTIA als nicht wirtschaftlich umsetzbar eingestuft wurden. Darüber hinaus wurden bei der Auswahl der zu bearbeitenden Ausschreibungen Zuschlagswahrscheinlichkeit und Maßnahmeausrichtung miteinbezogen. Die Zuschlagsquote der TERTIA und auch die absolute Summe der Zuschläge hat sich im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr reduziert. Die Zuschlagsquoten sind regional sehr unterschiedlich und hängen von der finanziellen Situation der örtlichen Bedarfsträger und von der Intensität der Zusammenarbeit zwischen Bedarfsträger und TERTIA ab. TERTIA wurde von günstigen Wettbewerbern häufig preislich unterboten. Die Unternehmen der TERTIA-Gruppe beteiligen sich weiterhin nicht am Preisdumping im Ausschreibungsbereich, da eine qualitativ hochwertige und dabei wirtschaftliche Maßnahmeumsetzung im Vordergrund steht. Die Angebotspreise werden bei TERTIA je nach Situation vor Ort, Produkt, strategischer Ausrichtung und Bedeutung der jeweiligen Ausschreibung für die Niederlassung individuell kalkuliert.

Der überwiegende Anteil der ausgeschriebenen Maßnahmen für Erwachsene bleibt individuell. Im abgelaufenen WJ wiesen 80 % aller bei TERTIA bearbeiteten Ausschreibungen Ordnungskriterium C auf, d.h. es handelt sich um ein auf den Bedarf der örtlichen Arbeitsagentur bzw. des örtlichen Jobcenters angepasstes Produkt mit individueller Bewertungsmatrix. Im WJ 21/22 waren es 64 %.

Folgende Konzept-Standardtypen wurden bei TERTIA am häufigsten bearbeitet:

- Unterstützungsmaßnahmen (Unt), die durch ihren modularen Aufbau sehr individuell ausgestaltet werden können

- Maßnahmen zum Coaching von gem. § 16e-i SGB II geförderten Beschäftigten

- Aktivierungsmaßnahmen (Akt) zur Aktivierung und Vermittlung von SGB III und SGB II-Kunden

- Förderzentren für unterschiedliche Kundengruppen

- Modulare Maßnahmen mit unterschiedlichen Schwerpunkten

- FbW-Maßnahmen (hier überwiegend Grundkompetenzen)

- Neu: ganzheitliche Betreuung gem. 16k SGB II

- Förderung schwer erreichbarer junger Menschen gem. 16h SGB II

Die inhaltlichen Schwerpunkte haben sich somit - bis auf das neue Instrument des § 16k SGB II - im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr nicht verändert.

II.4.2 Sparte Bildung

Der Umsatzanteil der FbW-Maßnahmen konnte im GJ 22/23 nochmals gesteigert werden. Das Angebot des TERTIA Online Bildungscampus' (TOBi) wurde weiter ausgebaut, es wurden weitere Voll- und Teilzeitkurse konzipiert. Auch die Umsetzung der Teilqualifizierungen (TQs) der MYTQ-Initiative des Bildungsverbands wurde intensiviert. Für einzelne Berufsfelder wurden weitere TQs gestartet, darüber hinaus kamen die ersten handwerklichen Berufsfelder hinzu. Da es sich um abschlussorientierte Weiterbildungen handelt, wird gem. Bürgergeldgesetz seit dem 01. Juli 2023 ein monatliches Weiterbildungsgeld in Höhe von 150 EUR für die Teilnahme ausgezahlt. Dieser Aspekt unterstützt die Kundenakquise.

Um weiterhin Bildungsbedarfe auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus bedienen zu können, ergänzt das Angebot der Virtuellen Online Akademie VIONA weiterhin das FbW-Portfolio der TERTIA.

Die Lernbegleitung in der TERTIA-Niederlassung ist weiterhin ein wichtiger Faktor, um auch die Teilnehmenden für Bildung zu gewinnen, die lernentwöhnt sind und sich ein Online-Bildungsangebot zunächst gar nicht vorstellen können. Zudem sind betriebliche Lernphasen, die ohnehin Bestandteil von MYTQ und auch Teil vieler TOBi-Angebote sind, eine Möglichkeit, auch die praktisch veranlagten und lernentwöhnten Kunden anzusprechen. Gleichzeitig kann hier der "Klebeeffekt" für eine Vermittlung in Arbeit genutzt werden.

Bei auskömmlicher Teilnehmendenanzahl vor Ort (Kalkulationsgröße bei AZAV-Maßnahmen: 12 TN) sind FbW-Maßnahmen in Präsenz nach wie vor Teil des TERTIA-Portfolios und werden je nach örtlichen Gegebenheiten umgesetzt.

Im Bildungsbereich wurden bei TERTIA darüber hinaus im abgelaufenen GJ folgende Schwerpunkte gesetzt:

- Neuzertifizierungen und Änderungszertifizierungen von FbW-Produkten, insbesondere im TOBi- und MYTQ-Bereich wurden umgesetzt.

- Die TOBi-Maßnahmen wurden geclustert zertifiziert, um zukünftig leichter Integrationsketten für die Teilnehmenden gestalten zu können.

- Das VIONA-Portfolio wurde - diesmal beim Zertifizierer Certqua - neuzertifiziert.

- Eine MYTQ-Kampagne des Bildungsverbands unter maßgeblicher Beteiligung der TERTIA wurde in unterschiedlichen Regionen umgesetzt. So konnten weitere Bedarfsträger von diesem Instrument überzeugt werden.

- Für die MYTQ-Kampagne wurden spezielle Werbematerialien (Broschüren, Flyer) erstellt und eingesetzt.

- Die FbW-Prozesse wurden optimiert und zum Teil modifiziert, die Modulverlaufsplanungen wurden weiter optimiert.

- Neue TOBi- und MYTQ-Campusse wurden durch die Hauptverwaltung bei der Vorbereitung und Umsetzung der Prozesse unterstützt.

- Es wurden Produkt- und Prozessschulungen der TERTIA-Bildungsbegleiter durchgeführt.

- Die Kolleg:innen werden gezielt bei der Bildungsberatung im Sinne der TERTIA-Handlungsmethode "ABC" im Rahmen von Maßnahmen und in der systematischen Kundennachbetreuung unterstützt.

II.4.3 Sparte Coaching

Im GJ 22/23 konnte im zweiten Jahr in Folge eine Umsatzsteigerung im AVGS-Bereich erwirkt werden. Die Bedarfsträger nutzen AVGS, um ein zum Teil rückläufiges Angebot im Ausschreibungsbereich zu kompensieren. Zudem ist der Gutschein für SGB-II-Leistungsbeziehende ein geeignetes Instrument zur Stärkung der freiwilligen Mitwirkung. Neu hinzugekommen seit 01.07.23 ist die Möglichkeit, Gutscheine für die ganzheitliche Betreuung über § 16k SGB II umzusetzen. TERTIA hat sich intensiv an der politischen Diskussion über die Einstufung des 16k-Gutscheins entsprechend eines AVGS beim Zertifizierungsprozess beteiligt. Hier konnten die Trägerverbände allerdings bislang keine Prozessänderung erwirken. Die 16k-Gutscheine werden noch verhalten von den Bedarfsträgern genutzt und auch TERTIA konnte nur an einzelnen Niederlassungen erste 16k-Gutscheine umsetzen. Zum Teil haben Bedarfsträger entsprechende 16k-Maßnahmen ausgeschrieben, zum Teil wollen sie 16k mit eigenem Personal umsetzen.

Im Coachingbereich wurden bei TERTIA darüber hinaus im abgelaufenen GJ folgende Schwerpunkte gesetzt:

- Neu-, Re- und Änderungszertifizierungen von AVGS-Dienstleistungen wurden vorgenommen. Wenn möglich, wurden höhere Stundensätze erwirkt.

- Eine 16k-Dienstleistung wurde konzipiert. Damit das Zertifikat kurzfristig zur Verfügung steht, wurde zunächst zum B-DKS + 25% zertifiziert. Danach hat TERTIA den Weg zur Genehmigung einer höheren Kostensatzüberschreitung durch die BA eingeschlagen.

- Eine Reihe von Präsenzveranstaltungen (AVGS-Forum) wurde durchgeführt, um Vertrieb und Umsetzung im Sinne der TERTIA-ABC-Methode zu optimieren.

- Die Zielorientierung bei Coaching und Dokumentation wird weiterhin durch die Qualitätsfachkräfte geschult und nachgehalten.

II.4.4 Sparte Beschäftigung / Integration

Die Gesellschaft zur Förderung der Arbeitsaufnahme mbH & Co. KG (GFA) führt Arbeitsgelegenheiten (AGHs) und beschäftigungsbegleitende Betreuung (gbB) durch.

AGHs werden an einzelnen GFA-Niederlassungen in Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt umgesetzt. Größtenteils wurden diese AGHs auch im GJ 22/23 fortgeführt. Z.T. kam es auch in diesem Bereich zu sinkenden Teilnehmendenzahlen, so dass die Fortführung einzelner AGHs auf dem Prüfstand steht.

Durch die Erfahrung in den vergangenen Jahren hat die GFA die gbB-Ausschreibungen im GJ 22/23 zu auskömmlicheren Preisen angeboten. In der Folge konnte die GFA nur Folgeausschreibungen an Standorten für sich entscheiden, an denen sie die gbB bereits erfolgreich umgesetzt hat. Durch bereits im vorherigen GJ nicht angenommene Optionen sind nunmehr die unwirtschaftlichen gbB-Maßnahmen ausgelaufen, so dass die GFA im gbB-Bereich nun eine solide Basis für eine wirtschaftliche und somit erfolgreiche Umsetzung geschaffen hat. Bis zum Ende des GJs war die GFA zusätzlich von schlechten gbB-Trägermanagementbewertungen betroffen, die drei Jahre nach Maßnahmeabschluss nachwirken. Diese werden sich erst im nächsten GJ erledigt haben.

II.5 Umsatzentwicklung

Der Umsatz einschließlich sonstiger betrieblicher Erträge sowie Bestandsveränderungen der TERTIA Gruppe beläuft sich für das GJ 2022/23 auf € 94,7 Mio. (Vorjahr € 94,3 Mio.) und ist damit um 0,4% gestiegen.

II.6 Investitionen

Im GJ 2022/23 wurden insgesamt T€ 1.263 investiert. Die Investitionen betreffen Sachanlagen und EDV-Software.

II.7 Finanzierungsmaßnahmen

Das Eigenkapital der TERTIA-Gruppe beträgt zum 31.10.2023 T€ 23.370 (Vorjahr T€ 20.531). Die Eigenkapitalquote beträgt rd. 75%.

Die TERTIA-Gruppe hat zum Stichtag 31.10.2023 Bankguthaben in Höhe von rd. € 13,8 Mio., daneben € 0,2 Mio. Kassenbestände.

Bankverbindlichkeiten bestehen keine.

II.8 Personalbereich

Zum 31.10.2023 hatte die TERTIA-Gruppe insgesamt eine Stammbelegschaft von 1.150 Arbeitnehmern.

II.9 Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Das Gesamtvermögen (= Summe der Aktiven) der TERTIA Gruppe hat sich gegenüber dem Vorjahr um T€ 207 auf € 31,2 Mio. reduziert.

III. Prognosebericht

III.1 Beurteilung der voraussichtlichen Entwicklung

Laut Prognosen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird für das Jahr 2024 ein geringeres Wirtschaftswachstum in Deutschland im Vergleich zu fast allen anderen Industrieländern erwartet. Die Haushaltsdebatte der Bundesregierung und die damit verbundenen Sparpläne sorgen für zusätzliche Unsicherheiten. Das IAB Arbeitsmarktbarometer, eine Kennzahl des Instituts zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, die den Arbeitsmarktausblick misst und auf einer Skala von 90 (sehr schlechter Ausblick) bis 110 (sehr guter Ausblick) rangiert, lag im Oktober etwas unter der neutralen 100er-Marke (99,5). Auf solch einem niedrigen Niveau lag diese Kennzahl seit ihrer Einführung im November 2008 lediglich während der ersten Corona-Welle 2020.

Die Unternehmen der TERTIA-Gruppe werden im GJ 23/24 - voraussichtlich insbesondere in den ersten beiden Quartalen - von der vorläufigen Haushaltsführung der Bundesregierung betroffen sein. Diese tangiert direkt die Haushaltssituation der Jobcenter, die z.T. bereits drastische Sparmaßnahmen im Ausschreibungs- und/oder AVGS-Bereich angekündigt haben. Erste Maßnahmeoptionen wurden aufgrund fehlender Haushaltsmittel nicht gezogen. Die BA leistet - wie oben bereits dargelegt - auch ihren Beitrag zu den Einsparungen. Allerdings wird die BA 2024 dennoch gut eine Milliarde Euro mehr für die aktive Arbeitsförderung bereitstellen als 2023 verausgabt wurde. Davon sind 2,5 Milliarden EUR für die berufliche Weiterbildung vorgesehen.)5 Es ist weiterhin politischer Wille, Menschen durch Weiterbildung neue Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen und sie fit für die Transformation der Arbeitswelt zu machen.

Die TERTIA verfügt mit TOBi, MYTQ und VIONA über die passenden Instrumente, um den Anforderungen der Auftraggeber nach kurzen, aber auch nach abschlussorientierten Weiterbildungen entgegenzukommen. Darüber hinaus wird die Teilnehmendengewinnung der TERTIA zunächst im MYTQ-Bereich durch Kooperationen mit anderen Bildungsdienstleistern weiter gestärkt.

Im Kontext der Sparmaßnahmen der Bundesregierung ergeben sich für die TERTIA aber auch weitere Tätigkeitsbereiche: Wie in II.3 erwähnt, ist eine Maßnahme der Bundesregierung zur Kosteneinsparung, die Integration Geflüchteter auf dem Arbeitsmarkt voranzubringen. Daniel Terzenbach soll als Sonderbeauftragter den so genannten "Job-Turbo" zur Arbeitsmarktintegration ankurbeln. Hier werden neben Weiterbildungen auch Coachings gefragt sein, um den Matching-Prozess zu unterstützen. Es werden bestehende Ausschreibungsmaßnahmen für diese Zielgruppe genutzt und z.T. auch neue Maßnahmen ausgeschrieben werden. Aber auch für weitere Zielgruppen werden Coachings weiterhin von Bedeutung sein, insbesondere dort, wo Ausschreibungen aufgrund von fehlenden Haushaltsmitteln (zunächst) nicht veröffentlicht werden, sind AVGS ein probates Mittel zur Überbrückung oder als Ersatz.

Im Ausschreibungsbereich wird der Preisdruck weiter anhalten. Daher wird es bei TERTIA darum gehen, die Kontakte zu den örtlichen Bedarfsträgern zu intensivieren, um Voraussetzungen für Zuschläge zu schaffen und mehr Optionen zu ermöglichen, die Angebotskonzepte weiter zu verbessern und die Preisgestaltung durch ein breites Angebotsportfolio im Gutscheinbereich in der jeweiligen Niederlassung zu optimieren. Ein weiterer Fokus wird im GJ 23/24 auf der Berücksichtigung des Trägermanagements liegen, da im 1. Quartal 2024 die Bedarfsträger die individuellen Maßnahmen in ihre Beurteilung durch die Maßnahmebetreuung einbeziehen. Dies betrifft dann einen Großteil der Maßnahmen bei TERTIA. Ein proaktives Vorgehen gegenüber den Bedarfsträgern und eine gute Vorbereitung der Trägermanagementprüfungen sind vonnöten. Daher werden die Schulungen zu diesem Thema im neuen GJ intensiviert.

Die ganzheitliche Betreuung gem. § 16k wird an Bedeutung gewinnen. TERTIA wird sich an entsprechenden Ausschreibungen beteiligen und die Gutscheinlösung verstärkt anbieten. Für den 16k-Gutschein konnte zwischenzeitlich erfreulicherweise die Kostensatzüberschreitung gem. Antrag erwirkt werden.

Des Weiteren wird sich die TERTIA im Kontext der Beschäftigtenqualifizierung noch besser aufstellen. Hier sind erste Projekte im Bereich der Energiewende sowie in sozialen Berufen geplant. Zudem sollen Unternehmen, die mit TERTIA in der Bewerber:innenqualifizierung zusammenarbeiten, gezielt für die Beschäftigtenqualifizierung gewonnen werden.

III.2 Erwarteter Umsatz und erwartetes EBIT

Für das WJ 2023/24 wird mit einem Konzernumsatz (einschließlich sonstiger betrieblicher Erträge) von ca. 75,9 Mio. € und einem EBIT von rd. 5,0 Mio. € gerechnet.

III.3 Erwartete Investitionen

Für das WJ 2023/24 werden Investitionen von rd. 1,2 Mio. € geplant. Diese betreffen Sachanlagen und EDV-Software.

Zusätzliche Kosten ergeben sich durch die gestiegenen Anforderungen in den Bereichen Datenschutz und IT Security. Darüber hinaus für die Einführung eines ERP-Systems sowie Social Intranet, einer neuen TN-Verwaltungssoftware und Umstellung auf Windows 365.

III.4 Entwicklung Personalbereich

Die personellen Herausforderungen für die Unternehmen der TERTIA-Gruppe sind unverändert: Fach- und Führungskräftemangel, demografischer Wandel sowie veränderte Wertehaltungen und Lebensweisen der arbeitenden Menschen. Die Entwicklung hin zu einem "Arbeitnehmer-Markt" hält an und es wird immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden und zu halten.

Insofern legen wir Wert darauf, die bereits eingeleiteten Maßnahmen im Bereich "Onboarding", über Mitarbeiterbindung bis hin zu einer nachhaltigen Personalentwicklung weiter zu intensivieren.

Zentrale Punkte sind insoweit zunächst die stetige Steigerung der Arbeitgeberattraktivität sowie die Schaffung eines Arbeitsumfeldes, das flexibel auf die Veränderungen von heutigen Arbeitsweisen reagieren kann.

Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich aus dem in Kraft getretenen Hinweisgeberschutzgesetz, der zwar noch nicht gesetzlich normierten Verpflichtung zur Arbeitszeiterfassung sowie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.

Es ist davon auszugehen, dass die Mitarbeiterzahl in etwa auf dem aktuellen Niveau bleiben wird.

III.5 Vergleich mit Prognose im Konzernlagebericht 21/22

Der Prognosebericht des Vorjahres hat sich in einigen Punkten bewahrheitet.

Der Fokus auf den Bildungsbereich bei TERTIA blieb weiterhin bestehen und der Umsatzanteil dieses Bereichs konnte im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Die Produktpalette im TOBI und MYTQ-Bereich hat sich zudem weiterentwickelt. Jedoch nimmt der gewerbliche Bereich erst langsam Fahrt auf. Hier gab es erste regionale MYTQ-Angebote. Diese werden erst im nächsten GJ sukzessive auf ein überregionales Angebot erweitert.

Die Teilnehmendensituation in Ausschreibungsmaßnahmen hat sich, wie prognostiziert, nicht wieder auf das Niveau von vor der Corona-Pandemie entwickelt. Allerdings konnten erfreulicherweise in einzelnen Maßnahmen wieder Teilnehmendenzahlen von mehr als 70% erreicht werden.

Das Coaching gem. 16k braucht leider vonseiten der Bedarfsträger mehr Anlaufzeit als prognostiziert. Die Überlegungen, welche Umsetzungsform sinnvoll ist, nahmen viel Zeit ein. Die schleppende Umsetzung hängt sicherlich auch mit der unsicheren Haushaltslage zusammen.

Im Bereich der Diagnose (Potenzialanalyse) hat TERTIA das eigene Angebot geschärft. Es wurden auch einige Maßnahmen in dem Bereich umgesetzt, allerdings regional unterschiedlich intensiv.

Der Preiskampf im Ausschreibungsbereich hält, wie prognostiziert, weiter an, es sind auch ein paar regionale Träger in die Insolvenz gegangen. Das Thema Nachhaltigkeit wurde noch nicht verstärkt in Ausschreibungen berücksichtigt, dies ist laut Aussage der Regionaldirektion aber zukünftig geplant. Die Optionsziehungen waren wie prognostiziert schwer planbar, die haushalterische Situation der Jobcenter hat diesen Effekt noch verstärkt.

Die Optimierung der Konzeptarbeit hat leider nicht wie prognostiziert zu einer erhöhten Zuschlagsquote geführt. Z.T. lassen Bedarfsträger bewusst den Preis entscheiden.

In Bezug auf die Beschäftigtenqualifizierung wurden im vergangenen GJ weitere Vorbereitungen bei TERTIA getroffen. Aber die regionalen Pilotversuche haben leider kurzfristig nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Durch die beschriebenen Umstände konnte ein Umsatzvolumen von 94,7 Mio. € erreicht werden, bei einer Prognose von 65,0 Mio. €.

Ebenso liegt das EBIT mit 9,9 Mio. € über dem prognostizierten Wert von 2,6 Mio. €.

Die Investitionen liegen mit 1,3 Mio. € unter dem geplanten Wert von 1,6 Mio. €.

Die Mitarbeitendenzahlen sind von 1.204 auf 1.150 gesunken. Entgegen des Trends der Umsatz- und EBIT-Entwicklung hat sich die Stammbelegschaft reduziert. Gerade im Gutscheinbereich (AVGS und FbW) werden vermehrt Honorarkräfte eingesetzt.

IV. Chancen- und Risikobericht

Währungseinflüsse: Währungseinflüsse haben im WJ 2022/23 keine wesentliche Bedeutung und werden diese auch weiterhin nicht haben.

Einflüsse durch den Kapitalmarkt: Da die TERTIA-Gruppe zurzeit keine zinstragenden Verbindlichkeiten hat, bestehen aktuell keine Risiken durch Änderungen auf dem Kapitalmarkt.

Vor dem Hintergrund der beschriebenen Entwicklungen ergeben sich folgende Risiken für die Unternehmen der TERTIA-Gruppe:

- Die vorläufige Haushaltsführung führt zu einem geringeren Handlungsspielraum der Jobcenter. Maßnahmeoptionen werden nicht gezogen, es werden weniger Gutscheine ausgegeben. Risikomanagementmethoden: enger Kontakt zu den Bedarfsträgern, Angebot von Optionsziehungen mit reduzierten Teilnehmendenzahlen, regelmäßiges Controlling, Diversifizierung der Kostenträger

- Die Jobcenter können nicht in erforderlichem Umfang Angebote für Geflüchtete unterbreiten, weil die vorrangige Behandlung von Geflüchteten gegenüber deutschen SGB II-Empfängern eine politische Brisanz entfaltet. Risikomanagementmethoden: Angebote für alle Zielgruppen bewerben, Geflüchtete in bestehende Angebote der TERTIA mitaufnehmen, Sonderprojekte sensibel nach außen kommunizieren

Zudem bleiben die folgenden Risiken bestehen:

- Durch die Energiekrise ist mit steigenden Energiekosten zu rechnen, die sich erst verzögert auf TERTIA auswirken werden. Risikomanagementmethoden: Rückstellungen, gezielte Abmietung von energieineffizienten Mietobjekten, vereinzelt: Anpassung der Nebenkosten-Vorauszahlungen

- Aufgrund von geringerem Teilnehmendenzulauf in Ausschreibungsmaßnahmen müssen ggf. Ressourcen abgebaut werden.

Risikomanagementmethoden: regelmäßiges Controlling, Befristungen von Personal, Mietverträge mit vorzeitiger Beendigungsmöglichkeit, Diversifizierung der Produktpalette und der Kostenträger

- Aufgrund geringerer Mittel für aktive Arbeitsmarktförderung werden weniger Gutscheine (AVGS und FbW) ausgestellt.

Risikomanagementmethoden: AVGS-und FbW-Controlling, Monatsübersichten, enger Kontakt zu den örtlichen Bedarfsträgern, Diversifizierung der Produktpalette und der Kostenträger an jedem Standort, Optimierung der zertifizierten Konzepte, Anwendung der TERTIA-ABC-Methode zur ganzheitlichen Arbeit mit bestehenden und ehemaligen Kunden, TERTIA-Fachkraft zur Unterstützung der ABC-Methode (Denken und Handeln in Integrationsketten)

- Hohe Krankenstände durch Corona und sonstige Erkältungskrankheiten verursachen vergleichsweise hohe Vertretungskosten. Risikomanagementmethode: standortübergreifende Vertretungen

- Neue Ausschreibungen oder Folgeausschreibungen von laufenden Maßnahmen werden nicht gewonnen.

Risikomanagementmethoden: kontinuierliche Gespräche mit den örtlichen Bedarfsträgern, regelmäßiges Controlling, Befristungen von Personal, Mietverträge wann immer möglich mit maßnahmekonformer Laufzeit, ansonsten mit vorzeitiger Beendigungsmöglichkeit, Optimierung der Angebotskonzepte, individuelle Preisstrategien

- Optionen von laufenden Maßnahmen werden nicht gezogen, weil Haushaltsmittel fehlen, weil sie nicht ausgelastet sind und/oder weil die betreffende Maßnahme nicht zur Zufriedenheit des Bedarfsträgers umgesetzt wird.

Risikomanagementmethoden: regelmäßige Gespräche mit dem Bedarfsträger, Angebot von Vertragsanpassungen, Entwicklung von individuellen Strategien zur Teilnehmendengewinnung, Verbesserung des Fehlzeitenmanagements, Qualitätsaudits und Qualitätsberatungen

- In den Niederlassungen werden zu wenige digitale Lernplätze eingerichtet oder die vorhandenen digitalen Lernplätze sind nicht ausgelastet.

Risikomanagementmethoden: systematisches Controlling der Auslastung digitaler Lernplätze mit Ampelsystem, Unterstützungs- und Schulungsangebote bei Unterauslastung der digitalen Lernplätze

- Die Komplexität der angebotenen Dienstleistungen der TERTIA ist groß. Personalwechsel durch (projektbezogene) Befristungen und eine erschwerte Akquise von qualifiziertem Personal kann die tägliche Arbeit behindern.

Risikomanagementmethoden: vielfältige Kanäle und Methoden zur Personalakquise, Optimierung der Einarbeitung/Patensystem, kontinuierliche interne Schulungsangebote, Personalentwicklung und Mentoring, Maßnahmeaudits durch QMB, Beratungen zur Maßnahmeumsetzung durch Qualitätsfachkräfte, Erfolgsbeobachtung,

- Rein digitale Weiterbildungsanbieter können auch im Segment der geförderten Weiterbildungen tätig werden.

Risikomanagementmethoden: eigene Zielgruppe und eigenes Angebot schärfen und gegenüber Mitbewerbern abgrenzen, eigenes digitales und hybrides Lernen optimieren, Präsenzangebote aufrechterhalten und weiterentwickeln, durch den Bildungsverband an Gremien beteiligen und richtungsweisende Entscheidungen im AZAV-Bereich beeinflussen.

Es ergeben sich folgende Chancen für die Unternehmen der TERTIA-Gruppe:

- Der "Jobturbo" birgt die Möglichkeit, insbesondere im Gutscheinbereich (Bildungs- und Coachinggutschein) zusätzliche Angebote für Geflüchtete zu platzieren.

- Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) unterstützt interne Prozesse und entlastet die Mitarbeitenden von ungeliebten Aufgaben.

- Die Digitalisierung bringt Fortschritte für die digitale Administration, für die interne Zusammenarbeit und für die Arbeit mit den Kunden. Das neue ERP-System wird weitere Arbeitsabläufe erleichtern. Die geplante Einführung eines Social Intranet die unternehmensübergreifende Kommunikation positiv beeinflussen.

- In Abgrenzung zu anderen Anbietern bieten die TERTIA-Bildungsbegleiter die Möglichkeit, auch für die große Zielgruppe der Lernschwächeren vielfältige Bildungsangebote zu unterbreiten und sich von rein digital agierenden Mitbewerbern abzuheben.

- Die Kooperation mit anderen Bildungsanbietern vergrößert den Teilnehmendenzufluss zu FbW-Maßnahmen.

- Durch das breite Produktportfolio haben die Unternehmen der TERTIA-Gruppe direkten Zugang zu zahlreichen Kunden. Die TERTIA-ABC-Methode bietet eine fundierte Bildungs- bzw. Laufbahnberatung, um Integrationsketten im Sinne der BA zu ermöglichen.

- Die weiterhin hohe Nachfrage nach Arbeits- und Fachkräften (Stichwort: Vakanzzeit) bringt Unternehmen dazu, Zeit in die Weiterbildung ihrer bestehenden Mitarbeitenden oder in die Qualifizierung neuer Mitarbeitenden zu investieren und entsprechende Fördermöglichkeiten (u.a. QCG) zu nutzen.

 

Bonn, den 22. Dezember 2023

TERTIA GmbH, Bonn

Dr. Kristine Mörchen, Geschäftsführerin

)1 https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/konjunkturprognose-ts-112.html (letzter Zugriff: 21.12.2023)

)2 Die Informationen zur aktuellen Arbeitsmarktlage stammen aus dem Monatsbericht Oktober 2023 der Bundesagentur für Arbeit:

https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/202310/arbeitsmarktberichte/monatsbericht-monatsbericht/monatsbericht-d-0-202310-pdf.pdf?_blob=publicationFile (letzter Zugriff: 22.12.2023)

)3 Ende September 2023 befanden sich laut statistischem Bundesamt rund 1.133.000 Personen aus der Ukraine in Deutschland (September 22: 999.480). Weiterhin ist der überwiegende Anteil weiblich. Ca. 30 Prozent der zugewanderten Ukrainer:innen sind unter 18 Jahren.

)4 http://www.biaj.de/archiv-materialien/1860-jobcenter-ge-eingliederungsmittel-und-deren-ausschoepfung-von-januar-bis-september-2023-bund-und-laender.html (letzter Zugriff: 21.12.2023)

)5 https://www.arbeitsagentur.de/presse/2023-49-solider-haushalt-mit-schwerpunkt-fuer-berufliche-qualifizierung-und-digitalisierung (letzter Abruf: 22.12.2023)

Konzernbilanz

Aktiva

31.10.2023
EUR
31.10.2022
EUR
A. Anlagevermögen 1.642.522,80 2.004.267,25
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 186.026,62 330.689,78
1. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 186.026,62 330.689,78
II. Sachanlagen 1.454.527,70 1.671.608,99
1. technische Anlagen und Maschinen 3.011,19 2.118,99
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.451.516,01 1.669.489,50
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,50 0,50
III. Finanzanlagen 1.968,48 1.968,48
1. Beteiligungen 1.968,48 1.968,48
B. Umlaufvermögen 29.033.885,66 29.243.612,48
I. Vorräte 18.782,30 18.782,30
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 18.782,30 18.782,30
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 15.070.648,62 16.920.020,13
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13.507.025,80 15.329.909,23
2. sonstige Vermögensgegenstände 1.563.622,82 1.590.110,90
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 115.000,00 127.000,00
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 13.944.454,74 12.304.810,05
C. Rechnungsabgrenzungsposten 487.244,51 123.296,88
Bilanzsumme, Summe Aktiva 31.163.652,97 31.371.176,61

Passiva

31.10.2023
EUR
31.10.2022
EUR
A. Eigenkapital 23.370.039,83 20.531.029,98
I. gezeichnetes Kapital 1.060.000,00 1.060.000,00
1. Eigene Anteile - offen vom Gezeichneten Kapital abgesetzt -106.000,00 -106.000,00
II. Bilanzgewinn 22.416.039,83 19.577.029,98
B. Rückstellungen 4.054.708,56 6.929.229,56
1. Steuerrückstellungen 101.061,00 1.878.219,00
2. sonstige Rückstellungen 3.953.647,56 5.051.010,56
C. Verbindlichkeiten 2.016.502,28 2.104.586,55
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.606.533,97 1.668.857,93
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.606.533,97 1.668.857,93
2. sonstige Verbindlichkeiten 409.968,31 435.728,62
davon aus Steuern 371.053,08 394.835,77
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 409.968,31 435.728,62
D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.722.402,30 1.806.330,52
Bilanzsumme, Summe Passiva 31.163.652,97 31.371.176,61

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1.11.2022 - 31.10.2023
EUR
1.11.2021 - 31.10.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 90.769.649,70 89.302.287,74
2. sonstige betriebliche Erträge 3.930.702,60 5.019.451,04
3. Personalaufwand 49.408.339,04 50.024.119,08
a) Löhne und Gehälter 40.070.406,71 40.811.316,57
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 9.337.932,33 9.212.802,51
davon für Altersversorgung 450.255,36 464.216,79
4. Abschreibungen 1.624.696,01 1.666.889,96
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.624.696,01 1.666.889,96
5. sonstige betriebliche Aufwendungen 33.740.031,69 32.859.328,29
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 34.102,67 895,48
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 12.629,22 22.988,96
8. Steuern vom Einkommen und Ertrag 1.592.020,03 1.540.348,23
9. Ergebnis nach Steuern 8.356.738,98 8.208.959,74
10. sonstige Steuern 17.729,13 20.587,70
Jahresüberschuss 8.339.009,85 8.188.372,04

Ergebnisverwendung

1.11.2022 - 31.10.2023
EUR
1.11.2021 - 31.10.2022
EUR
1. Jahresüberschuss 8.339.009,85 8.188.372,04
2. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 14.077.029,98 11.388.657,94
3. Bilanzgewinn 22.416.039,83 19.577.029,98

Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022/2023 der TERTIA GmbH, Bonn (TERTIA-Gruppe)

Zur Darstellung von Herkunft und Verwendung der Finanzierungsmittel sowie zur Offenlegung der Entwicklung der finanziellen Lage während des abgelaufenen Geschäftsjahres wird die Kapitalflussrechnung gemäß DRS 21 herangezogen.

2022/2023
T€
2021/2022
T€
Konzernergebnis 8.339 8.188
+ Abschreibungen auf Anlagevermögen 1.625 1.667
+ Ertragsteueraufwand 1.592 1.540
- Ertragsteuerzahlungen ./. Erstattungen -3.369 -337
-/+ Zinserträge/Zinsaufwendungen -21 22
+/- Saldo Buchverluste (+) / Buchgewinne (-) aus Anlageabgängen -1 -6
= cash-flow (Innenfinanzierung) 8.165 11.074
+ Saldo aus Zuführungen/Auflösung sonstiger Rückstellungen 2.722 2.628
-/+ Zunahme/Abnahme Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.823 -2.341
- Zunahme sonstiger Aktiva (einschl. RAP) -337 -189
- Verbrauch der sonstigen Rückstellungen -3.820 -8.351
+/- Zunahme/Abnahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -62 236
-/+ Abnahme/Zunahme sonstige Verbindlichkeiten -26 -8
+/- Zunahme/Abnahme passive Rechnungsabgrenzungsposten -84 449
= Cash flow aus laufender Geschäftstätigkeit 8.381 3.498
+ Einzahlungen aus Abgängen Sachanlagevermögen 1 8
- Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -1.263 -1.458
+ erhaltene Zinsen 34 1
= Cash flow aus der Investitionstätigkeit -1.228 -1.449
- Gewinnausschüttungen -5.500 -7.500
- gezahlte Zinsen -13 -23
= Cash flow aus der Finanzierungstätigkeit -5.513 -7.523
Summe aller Cash flows 1.640 -5.474
+ Finanzmittelbestand am Anfang des Geschäftsjahres 12.305 17.779
= Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres 13.944 12.305
Finanzmittelbestand 31.10.2023 31.10.2022
T€ T€
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 13.944 12.305

Konzerneigenkapitalspiegel

für das Geschäftsjahr 2022/2023 der TERTIA GmbH, Bonn (TERTIA-Gruppe)

Die Darstellung der Zusammensetzung und Entwicklung des Konzerneigenkapitals erfolgte auf Basis des DRS 22 "Konzerneigenkapital".

(Korrigiertes) gezeichnetes Kapital
Gezeichnetes Kapital
Eigene Anteile
Summe
Stand 31.10.2022 1.060.000,00 -106.000,00 954.000,00
Ausschüttungen
Konzernjahresüberschuss
Stand 31.10.2023 1.060.000,00 -106.000,00 954.000,00
Konzernbilanzgewinn, Eigenkapital des MU
der dem MU TERTIA GmbH zuzuordnen ist
= Konzerneigenkapital
Stand 31.10.2022 19.577.029,98 20.531.029,98
Ausschüttungen -5.500.000,00 -5.500.000,00
Konzernjahresüberschuss 8.339.009,85 8.339.009,85
Stand 31.10.2023 22.416.039,83 23.370.039,83
Vorjahr: (Korrigiertes) gezeichnetes Kapital
Gezeichnetes Kapital
Eigene Anteile
Summe
Stand 31.10.2021 1.060.000,00 -106.000,00 954.000,00
Ausschüttungen
Konzernjahresüberschuss
Stand 31.10.2022 1.060.000,00 -106.000,00 954.000,00
Vorjahr: Konzernbilanzgewinn, Eigenkapital des MU
der dem MU TERTIA GmbH zuzuordnen ist
= Konzerneigenkapital
Stand 31.10.2021 18.888.657,94 19.842.657,94
Ausschüttungen -7.500.000,00 -7.500.000,00
Konzernjahresüberschuss 8.188.372,04 8.188.372,04
Stand 31.10.2022 19.577.029,98 20.531.029,98

ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS 1. November 2022 bis 31. Oktober 2023

der TERTIA GmbH

1 Angaben zur Identifikation des Mutterunternehmens gemäß § 297 Abs. 1a HGB

Firma: TERTIA GmbH
Sitz: Bonn
Registergericht: Amtsgericht Bonn
Register-Nr.: HRB 13614

2 Allgemeine Angaben

Die TERTIA GmbH ist gemäß § 290 Abs. 1 HGB zur Aufstellung eines Konzernjahresabschlusses verpflichtet, da sie als Mutterunternehmen unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss auf die in den Konzernabschluss mit einbezogenen Unternehmen, die Beteiligungen i.S.d. § 271 Abs. 1 HGB sind, hat. Dabei gelangten die Vorschriften des § 298 Abs. 1 HGB in Verbindung mit §§ 244 ff. HGB zur Anwendung.

Größenabhängige Befreiungen gemäß § 293 HGB kann sie nicht in Anspruch nehmen.

3 Konsolidierungskreis

In den Konsolidierungskreis wurden entsprechend § 294 ff HGB alle Unternehmen einbezogen, bei denen die TERTIA GmbH unmittelbar oder mittelbar über mehr als 50 % der Anteile bzw. der Stimmrechte verfügt. Neben der TERTIA GmbH sind folgende Unternehmen - Kurzbezeichnung in Klammern - in den Konzernabschluss einbezogen:

Anteil am Nominalkapital
%
Anteil am Gesellschaftskapital (nom.)
TERTIA Berufsförderung GmbH & Co. KG, Alfter (TBF KG) * 100,0 100.000,00
TERTIA Verwaltungs GmbH, Alfter (TERTIA Verwaltungs GmbH) 100,0 30.000,00
GFA Gesellschaft zur Förderung der Arbeitsaufnahme mbH & Co. KG, Alfter (GFA KG) * 100,0 51.129,19
TERTIA Vermittlungsagentur GmbH & Co. KG, Alfter (TVA KG) * 100,0 30.000,00
GFA Gesellschaft zur Förderung der Arbeitsaufnahme Verwaltungs GmbH, Alfter (GFA GmbH) 100,0 25.000,00

* Die gekennzeichneten Personenhandelsgesellschaften sind gemäß § 264b HGB von ihrer Verpflichtung befreit, ihren Jahresabschluss und Lagebericht nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften aufzustellen, prüfen zu lassen und offen zu legen.

Trotz dieser Befreiung wurden Jahresabschlüsse aufgestellt und von einem Abschlussprüfer geprüft. Die Befreiung zur Offenlegung ihrer Jahresabschlüsse nehmen die Personenhandelsgesellschaften in Anspruch.

Oberstes Mutterunternehmen ist die TERTIA GmbH mit Sitz in Bonn.

Der Konsolidierungskreis ist gegenüber dem Vorjahr 2021/2022 unverändert.

Die in den Konzernabschluss einbezogene TERTIA Verwaltungs GmbH ist die unbeschränkt haftende Gesellschafterin der TERTIA Berufsförderung GmbH & Co. KG, Alfter und der TERTIA Vermittlungsagentur GmbH & Co. KG, Alfter. Die in den Konzernabschluss einbezogene GFA Gesellschaft zur Förderung der Arbeitsaufnahme Verwaltungs GmbH ist die unbeschränkt haftende Gesellschafterin der GFA Gesellschaft zur Förderung der Arbeitsaufnahme mbH & Co. KG, Alfter.

4 Bilanzierung, Bewertung und Konsolidierung

4.1 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Konzernabschluss entspricht den Rechnungslegungsvorschriften der §§ 265 ff. HGB. Die Gliederung des Konzernabschlusses entspricht gemäß § 298 HGB i. V. m. § 265 ff. HGB dem Gliederungsschema der Jahresabschlüsse für große Kapitalgesellschaften. Der Konzernabschluss ist nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden einheitlichen handelsrechtlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt worden. Aktivierungs- und Passivierungswahlrechte wurden nicht in Anspruch genommen.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und - soweit erforderlich - abzüglich/zuzüglich außerplanmäßiger Abschreibungen und Zuschreibungen bewertet.

Abschreibungen erfolgen jeweils nach den steuerlich zulässigen Höchstsätzen unter Berücksichtigung der jeweiligen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu € 800,00 werden im Zugangsjahr vollständig abgeschrieben.

Die Finanzanlagen werden mit Anschaffungskosten aktiviert.

Die Bewertung der Vorräte (Verbrauchsmaterial) erfolgte mit Festwerten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zu Nominalwerten angesetzt. In den Einzelabschlüssen der einbezogenen Unternehmen wurde durch den Ansatz von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen allen erkennbaren Risiken ausreichend Rechnung getragen.

Bei der Bemessung der Rückstellungen ist für alle erkennbaren Risiken angemessene Vorsorge getroffen worden.

Alle Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag (§ 253 Abs. 1 Satz 2 HGB) bilanziert.

Die Abgrenzung der Erlöse aus Durchführung von Maßnahmen erfolgte nach Maßgabe der von der Gesellschaft erbrachten Leistungen. Abhängig von dem Stand der Fakturierung zum Bilanzstichtag bzw. der Zahlungserbringung durch die Lehrgangsteilnehmer ergibt sich eine unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasste Forderung bzw. ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten.

Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung im Jahres- und Konzernabschluss erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren im Sinne des § 275 Abs. 2 HGB.

4.2 Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss zum 31. Oktober 2023 wurde nach den Vorschriften der §§ 290 ff HGB aufgestellt.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgte gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB (in der Fassung vor Änderung durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz) nach der Buchwertmethode (Wahlrecht für Altfälle) jeweils auf den Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile der Tochterunternehmen. Dabei werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem Buchwert des Eigenkapitals der Tochtergesellschaft verrechnet. Der sich ergebende Unterschiedsbetrag zwischen den jeweiligen Buchwerten (= Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten) und dem Eigenkapital der jeweiligen Tochtergesellschaft wurde zunächst den Wertansätzen der in der Konzernbilanz anzusetzenden Vermögensgegenstände der Tochter- bzw. Enkelunternehmen insoweit zugeschrieben, als deren Zeitwert höher als der bisherige Bilanzansatz (Buchwert) war. Der danach verbleibende Unterschiedsbetrag wurde gemäß § 301 Abs. 3 HGB als Firmenwert ausgewiesen und nach § 309 Abs. 1 Satz 2 HGB (in der Fassung vor Änderung durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz) unter Zugrundelegung einer voraussichtlichen Nutzungsdauer von fünfzehn Jahren abgeschrieben. Die letzte Abschreibung erfolgte im Geschäftsjahr 2012/2013.

Bei der Schuldenkonsolidierung werden Forderungen und entsprechende Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den Konzerngesellschaften gegeneinander verrechnet.

Erträge und Aufwendungen aus konzerninternen Geschäften werden in der Gewinn- und Verlustrechnung eliminiert. Umsatzerlöse aus Innenlieferungen und sonstige konzerninterne Erträge wurden mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet. Zwischengewinne aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen, die nicht durch Umsätze mit Dritten realisiert sind, wurden wegen Geringfügigkeit im Konzernabschluss nicht eliminiert.

5 Erläuterungen zur Konzernbilanz

5.1 Anlagevermögen

Die Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung werden ab dem Bilanzstichtag 31. Oktober 2013 nicht mehr ausgewiesen, da zu diesem Bilanzstichtag die planmäßigen Nutzungsdauern von 15 Jahren abgelaufen sind.

Die beim Erwerb der Unternehmen geplante und beabsichtigte Haltedauer sowie übliche Branchen-Kennzahlen haben zu einer Festlegung der Nutzungsdauern von in den Vorjahres-Konzernbilanzen ausgewiesenen Geschäfts- und Firmenwerte von fünfzehn Jahren geführt.

Unter den Finanzanlagen werden Genossenschaftsanteile ausgewiesen.

5.2 Eigenkapital

Eigene Anteile am Mutterunternehmen

Die TERTIA GmbH hält einen Geschäftsanteil mit einem Nennbetrag von € 106.000,00 (entspricht einem Anteil am Kapital von 10%) als eigene Anteile.

Gewinnvortrag / Bilanzgewinn

Im Bilanzgewinn zum 31. Oktober 2023 ist ein Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von € 14.077.029,98 enthalten. Zusammen mit dem Konzernjahresüberschuss in Höhe von € 8.339.009,85 ergibt sich ein Konzernbilanzgewinn von € 22.416.039,83.

5.3 Rückstellungen

Der Posten sonstige Rückstellungen enthält ausnahmslos kurzfristig fällige, nicht nach § 253 Abs. 2 HGB abzuzinsende Verpflichtungen.

5.4 Verbindlichkeiten

Die in der Bilanz zum 31. Oktober 2023 ausgewiesenen Verbindlichkeiten in Höhe von € 2.016.502,28 (im Vorjahr € 2.104.586,55) haben wie bereits im Vorjahr sämtlich eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Sicherheiten für Verbindlichkeiten wurden nicht gewährt.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von € 8,95 (im Vorjahr € 0,00).

5.5 Haftungsverhältnisse aus Gewährleistungsverträgen

für das Geschäftsjahr 2022/2023 € 885.167,06

für das Geschäftsjahr 2021/2022 € 896.264,78

Bei dem Ausweis handelt es sich um Eventualverpflichtungen aus der gesamtschuldnerischen Haftung der einbezogenen Gesellschaften für Mietbürgschaften der Deutschen Bank AG. Vermerkt wurde die Inanspruchnahme der von der Deutschen Bank AG mit Kreditvertrag vom 24. Oktober 2019 eingeräumten Betriebsmittellinie über maximal T€ 1.000 durch Unternehmen der TERTIA-Gruppe. Neben der Muttergesellschaft haften andere Unternehmen der TERTIA-Gruppe gesamtschuldnerisch gegenüber der Deutsche Bank.

Mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen, da die dem Bilanzvermerk zugrundeliegenden Mietbürgschaften noch nie in Anspruch genommen wurden und auch keine Anzeichen vorliegen, dass dies in absehbarer Zeit der Fall sein wird.

5.6 sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von insgesamt rd. T€ 9.276 (im Vorjahr rd. T€ 7.694), davon aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von rd. T€ 9.243 (im Vorjahr rd. T€ 7.694) und aus Kaufverträgen für Anlagevermögen in Höhe von T€ 33 (im Vorjahr keine).

Der angegebene Betrag orientiert sich an den zum Bilanzstichtag 31. Oktober 2023 bestehenden Miet- und Leasingverträgen. Hinsichtlich der Dauer dieser Verpflichtungen bestehen solche mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr in Höhe von jährlich T€ 5.640, mit einer Restlaufzeit zwischen zwei und fünf Jahren in Höhe von jährlich T€ 3.036 und mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren in Höhe von jährlich T€ 600.

6 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Aufgliederung der Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse betreffen - wie bereits im Vorjahr - Vergütungen für Fortbildungs-, Umschulungs-, Vermittlungs-, Trainings- und Eingliederungsmaßnahmen. Diese Tätigkeitsbereiche unterscheiden sich nicht erheblich voneinander.

Außergewöhnliche Erträge und periodenfremde Erträge

In dem Posten sonstige betriebliche Erträge sind außergewöhnliche Erträge aus Corona-Finanzhilfen in Höhe von T€ 570 (im Vorjahr T€ 504) aus Zuschüssen nach dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG) enthalten. Davon entfallen T€ 532 (im Vorjahr T€ 334) auf die Auflösung von Rückstellungen, die als periodenfremde Erträge zu betrachten sind.

7 Sonstige Angaben

Die Geschäftsführung des Mutterunternehmens bestand im Geschäftsjahr 2022/2023 aus folgenden Mitgliedern:

Dr. Kristine Mörchen, Bonn TERTIA GmbH und Geschäftsführerin diverser Tochterunternehmen

Die Gesamtbezüge aller in dem Konzernunternehmen beschäftigten Geschäftsführer beträgt T€ 1.195 (im Vorjahr: T€ 1.085).

Im Geschäftsjahr 2022/2023 waren durchschnittlich 1.203 Arbeitnehmer angestellt, die sich wie folgt aufteilen:

Geschäftsführer: 4
übrige Stammbelegschaft: 1.199
gesamt: 1.203

Die Vorjahreszahlen lauten wie folgt:

Geschäftsführer: 4
übrige Stammbelegschaft: 1.236
gesamt: 1.240

Nicht mit aufgeführt sind Teilnehmer von Maßnahmen nach § 16 Abs. 3 Satz 2 SGB II (sog. € 1,-Job-Maßnahmen), da mit diesen Teilnehmern kein Beschäftigungsverhältnis im Sinne des Arbeitsrechts begründet wird.

Das Gesamthonorar für Abschlussprüfungsleistungen (Konzernjahresabschlussprüfung, Jahresabschlussprüfung und prüferische Durchsicht) für Mutter- und Tochterunternehmen beträgt insgesamt T€ 73.

8 Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Konzerngeschäftsjahres

Über Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Abschluss des Bilanzstichtages ist nicht zu berichten.

9 Ergebnisverwendungsvorschlag

Auf Vorschlag der Geschäftsführung soll der Bilanzgewinn des Mutterunternehmens auf neue Rechnung vorgetragen werden.

 

Bonn, den 27. März 2024

TERTIA GmbH, Bonn

gez. Dr. Kristine Mörchen, Geschäftsführerin

Konzernanlagespiegel

Anschaffungs - und Herstellungskosten
Vortrag 1.11.2022
Zugang
Abgang
Stand 31.10.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
- EDV-Software 2.550.353,79 89.260,71 35.251,70 2.604.362,80
2. Geschäfts- und Firmenwert
- aus Kapitalkonsolidierung 35.556.328,63 0,00 0,00 35.556.328,63
38.106.682,42 89.260,71 35.251,70 38.160.691,43
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen für Schulungszwecke 831.739,34 1.968,26 0,00 833.707,60
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 21.072.450,26 1.171.723,59 781.005,51 21.463.168,34
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 123.013,76 0,00 123.013,76
22.027.203,36 1.173.691,85 781.005,51 22.419.889,70
III. Finanzanlagen
- Beteiligungen 1.968,48 0,00 0,00 1.968,48
60.135.854,26 1.262.952,56 816.257,21 60.582.549,61
Abschreibungen
Vortrag 1.11.2022
Zugang
Abgang
Stand 31.10.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
- EDV-Software 2.219.664,01 233.923,87 35.251,70 2.418.336,18
2. Geschäfts- und Firmenwert
- aus Kapitalkonsolidierung 35.556.328,63 0,00 0,00 35.556.328,63
37.775.992,64 233.923,87 35.251,70 37.974.664,81
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen für Schulungszwecke 829.620,35 1.076,06 0,00 830.696,41
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 19.402.960,76 1.389.696,08 781.004,51 20.011.652,33
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 123.013,26 0,00 0,00 123.013,26
20.355.594,37 1.390.772,14 781.004,51 20.965.362,00
III. Finanzanlagen
- Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
58.131.587,01 1.624.696,01 816.256,21 58.940.026,81
Buchwerte
Stand 31.10.2023
Stand 31.10.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
- EDV-Software 186.026,62 330.689,78
2. Geschäfts- und Firmenwert
- aus Kapitalkonsolidierung 0,00 0,00
186.026,62 330.689,78
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen für Schulungszwecke 3.011,19 2.118,99
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.451.516,01 1.669.489,50
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,50 0,50
1.454.527,70 1.671.608,99
III. Finanzanlagen
- Beteiligungen 1.968,48 1.968,48
1.642.522,80 2.004.267,25

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 09.04.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die TERTIA GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der TERTIA GmbH und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Oktober 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. November 2022 bis 31. Oktober 2023, sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der TERTIA GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. November 2022 bis 31. Oktober 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Oktober 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. November 2022 bis zum 31. Oktober 2023 und

• vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt.

Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus:

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

• holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformation der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

• beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bornheim, den 5. April 2024

T P G Audit GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Müller, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

4 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.