Stammdaten

Register
Amtsgericht Hof HRB 2439
Vorher
eswegee Vliesstoff GmbH
Eingetragen
22.5.1996
Branche
Großhandel mit TextilienGroßhandel mit industriellen Textil-, Näh- und StrickmaschinenHerstellung von technischen Textilien
Gegenstand
Die Produktion, der Vertrieb und der Handel mit Garnen, Geweben und Textilien aller Art, insbesondere von Vliesstoffen. Die Gesellschaft kann somit Spinnereien, Webereien, Zwirnereien sowie Betriebe anderer Zweige der Textilindustrie betreiben. Sie kann mit eigenen und fremden Erzeugnissen handeln bzw. diese vertreiben.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Maik Risse
seit 11.1.2024
Prokura
Elmar Dr. Wind
seit 15.8.2022
Geschäftsführer
Johannes Groß
seit 4.7.2022
Prokura
Salvatore Musso
seit 26.4.2021
Geschäftsführer
Heidi Leupold
seit 20.7.2016
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Textilgruppe Hof AG
Germany
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

HOFTEX GROUP AG

Hof

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

1. Grundlagen des Konzerns

1.1. Geschäftsmodell

Die 1853 gegründete HOFTEX GROUP AG mit Hauptsitz in Hof (Bayern) ist Mutterunternehmen einer international agierenden Unternehmensgruppe der Textilindustrie. Die Hoftex Group zählt zu Europas großen Textilunternehmen und prägt seit rund 170 Jahren die internationale Textilindustrie. In dieser Zeit hat sie sich vom Standard-Textilproduzenten in mehreren Schritten zum diversifizierten Nischenanbieter innovativer Textilprodukte entwickelt. Die Aktivitäten sind in die drei Geschäftsbereiche HOFTEX, NEUTEX und TENOWO gegliedert, deren Schwerpunkt in Entwicklung, Produktion und Vertrieb innovativer Textilprodukte für verschiedene Anwendungen liegt. Die Unternehmen der Hoftex Group sind auf 3 Kontinenten in 6 Ländern an insgesamt 11 Standorten mit Produktion und Vertrieb vertreten und stehen ihren Kunden weltweit als Partner zur Verfügung.

Der Geschäftsbereich HOFTEX stellt den Ursprung der heutigen Hoftex Group dar und bietet gefärbte Garne und Zwirne mit Schwerpunkt für die Anwendung in technischen Textilprodukten und Bekleidung an. Zugeschnitten auf die Bedürfnisse seiner Kunden entwickelt und färbt HOFTEX sowohl klassische Garne und Zwirne als auch zahlreiche Spezialgarne. Die zentral in Deutschland gelegene Produktion und Entwicklung sichert den Kunden kurze Produktionszeiten und termingerechte Lieferung.

Der Geschäftsbereich NEUTEX bündelt die Segmente Dekorationsstoffweberei, Färberei und Ausrüstung. NEUTEX produziert und vertreibt als Premium-Systemlieferant weltweit Dekostoffe als Meterware sowie fertig konfektionierte Heimtextilien und liefert innovative textile Sonnenschutzlösungen an die weiterverarbeitende Industrie.

Der Geschäftsbereich TENOWO nimmt mit Standorten in Europa, Nordamerika und China eine marktführende Stellung für die Entwicklung und Herstellung innovativer technischer Textilprodukte und Vliesstoffe ein und beweist, dass die moderne Textilindustrie auch in Deutschland weiterhin erfolgreich sein kann. TENOWO entwickelt und produziert dabei Produkte wie Vliesstoffe für verschiedene Anwendungen im Automobil, Vliesstoffe für die Bauindustrie, die Kabelindustrie, für medizinische Anwendungen und für die Bekleidungsbranche.

1.2. Konzernstruktur

Die Hoftex Group wird über strategische Geschäftseinheiten in Form von Geschäftsbereichen in einer dezentralen Struktur gesteuert. Diese sind nach ihren spezifischen Herstellungstechnologien und Produkten in die operativen Unternehmensbereiche HOFTEX (yarns), NEUTEX (home deco) und TENOWO (nonwovens) gegliedert.

Die HOFTEX GROUP AG ist in ihrer Funktion als Holdinggesellschaft für die strategische Gesamtausrichtung des Konzerns verantwortlich. Darüber hinaus übernimmt die HOFTEX GROUP AG mit den bei ihr angesiedelten zentralen Funktionen übergreifende, größtenteils dienstleistungsnahe Aufgaben für die Unternehmen der Gruppe. Die operativen Bereiche verantworten und steuern die weltweit zugeordneten Produkte, Produktionen, Märkte und Kunden eigenverantwortlich.

Der Aufsichtsrat, bestehend aus neun Mitgliedern, berät den Vorstand und überwacht dessen Geschäftsführung. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen ist der Aufsichtsrat einzubeziehen. Insbesondere prüft er den Jahres- und Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht. In der Hauptversammlung erläutert der Aufsichtsratsvorsitzende den schriftlichen Bericht des Aufsichtsrats.

Der Vorstand setzt sich aus zwei Mitgliedern zusammen, während die Geschäftsbereiche in den einzelnen Tochtergesellschaften von den Geschäftsführern geführt werden. Die Geschäftsführer werden dabei unterstützt von einem Management-Team, bestehend aus den Bereichen Vertrieb, Produktion/Technik und Rechnungswesen/Controlling.

Zum 31. Dezember 2022 gehörten neben dem Mutterunternehmen 10 inländische (Vorjahr: 11) und 5 ausländische (Vorjahr: 5) Gesellschaften zur Hoftex Group. Die nachstehende Grafik gibt einen Überblick über die Geschäftsbereiche und deren Standorte.

10 inländische Gesellschaften
5 ausländische Gesellschaften
2022 TENOWO NEUTEX HOFTEX SONSTIGES
Umsatz in Mio. € 133,1 11,2 7,1 2,4
Absatz in Mio. 217,9 m 2 2,8 m 2 1,2 kg -
Mitarbeiter Durchschnitt 2022 (inkl. Auszubildende) 731 206 38 33

1.3. Ziele und Strategie

Als familiengeführtes, mittelständisches Unternehmen setzen wir auf langfristigen und nachhaltigen Erfolg. Mit unserer Unternehmenspolitik wollen wir wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Verantwortung zusammenführen und sichern. In unserem Leitbild sind Produktqualität, innovative Textillösungen und Zuverlässigkeit als Eckpfeiler unseres Unternehmenserfolgs definiert.

Die unterschiedlichen Produkt- und Marktstrukturen erfordern unterschiedliche Marktstrategien. Um unsere Position als weltweiter Lieferant und Partner unserer Kunden auszubauen, wollen wir international wachsen und setzen auf globale Präsenz. In bestehenden Märkten wollen wir unsere Marktpositionen durch innovative Produkte zu bestmöglicher Qualität stärken. Unser Produktportfolio wollen wir durch Entwicklung neuer Geschäftsfelder erweitern. Unter Berücksichtigung der diversifizierten Märkte der einzelnen Geschäftsbereiche wird die strategische Ausrichtung im Rahmen der strategischen Konzern-Vorgaben individuell entwickelt.

Unser Geschäftsbereich TENOWO positioniert sich als weltweiter Lieferant und Partner für innovative Vliesanwendungen. Durch die Verknüpfung von technologischer Bandbreite, weltweiter Produktionsbasis und langjähriger Expertise bietet TENOWO seinen Kunden und Partnern ein maßgeschneidertes Produkt- und Dienstleistungsportfolio an, was einen entscheidenden Vorteil im internationalen Wettbewerb darstellt.

Der Geschäftsbereich NEUTEX strebt über den Ausbau digitaler Vertriebskanäle den Anstieg des Marktanteils im Bereich Deko-Fertigwaren sowohl national als auch international an.

Der Geschäftsbereich HOFTEX wird durch stärkere vertriebliche Konzentration auf den verschiedenen regionalen Märkten weiteres Wachstum generieren und seine Profitabilität stärken.

Um unsere Kunden mit bestmöglichen Produkten und Leistungen erfolgreich zu machen, ist es unser Anspruch, innovative Produkte zu höchsten Qualitätsstandards mit maximaler Effizienz herzustellen. Hierfür richten wir unsere Prozesse nach den Prinzipien des Lean Management aus und leben ein gemeinsames Qualitätsverständnis. Der Ausbau unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und die Bündelung unseres im Konzern vorhandenen einmaligen textilen Know-hows sehen wir als elementare Aufgabe und als Erfolgsfaktor.

Unsere Mitarbeiter sichern den nachhaltigen Erfolg unseres Konzerns. Durch Professionalität, Qualitätsbewusstsein, Loyalität, unternehmerisches Handeln und Motivation tragen sie entscheidend zur Erreichung unserer strategischen Ziele bei. An unseren weltweiten Standorten sind Menschen unterschiedlichster Nationalitäten für uns tätig. Als Hoftex Group sehen wir uns als eine Familie mit gemeinsamen Werten, die auf Vertrauen, Fairness, Integrität, Einfühlungsvermögen, Kommunikation, Zusammenarbeit und Verantwortungsbewusstsein und Wertschätzung basieren. Wir fördern die fachliche und soziale Kompetenz unserer Mitarbeiter und richten unsere strategische Personalpolitik auf kontinuierliche Förderungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie einen integrativen Führungsstil aus. Wir wollen zu den attraktivsten Arbeitgebern in den für uns relevanten Märkten gehören.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz ist ein wichtiges Thema unserer Zeit. Durch Einsatz recycelter Rohstoffe, Substitution umweltschädlicher Substanzen und optimierte, energieeffizientere Fertigungsschritte entstehen nachhaltige und umweltschonendere Produkte. Die Kunden der Hoftex Group haben somit über mehrjährige Produktzyklen hinweg die Sicherheit, einen verlässlichen und liefertreuen Partner an ihrer Seite zu wissen.

1.4. Steuerungssystem

Zu den für die Unternehmenssteuerung wichtigen finanziellen Leistungsindikatoren gehören Umsatz, EBITDA und Investitionssumme. Das finanzielle Steuerungssystem ermöglicht es, die Erreichung der Geschäftsbereichsziele zu messen. Neben den zur Unternehmenssteuerung verwendeten finanziellen Leistungsindikatoren werden zusätzlich nichtfinanzielle Indikatoren wie z.B. Mitarbeiter, zweite Wahl-Quote, Energieverbrauch verglichen. Der Vorstand wird durch die Geschäftsführung der Geschäftsbereiche mittels detaillierter Berichte in regelmäßigen Beiratssitzungen über die Entwicklung der verwendeten Leistungsindikatoren und den Geschäftsverlauf informiert. Dadurch kann der Vorstand nicht zufriedenstellenden Entwicklungen zeitnah entgegenwirken.

1.5. Forschung und Entwicklung

Mit unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit konzentrieren wir uns auf innovative Textillösungen und die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Verfahren und Prozesse, um nachhaltiger und effizienter zu wirtschaften und um in neue Anwendungsbereiche und Märkte vorzudringen. Dabei ist die Kooperation mit Forschungseinrichtungen und Instituten genauso wichtig wie die gemeinsame Entwicklungsarbeit mit den Kunden. Der Fokus liegt darauf, den Kunden optimale Produkte mit hohen Qualitätsstandards zu wettbewerbsfähigen Preisen zu liefern. Hierzu definiert unser anwendungsorientierter Vertrieb frühzeitig spezifische Kundenbedürfnisse und lässt diese in die Entwicklungsarbeit bereits etablierter Produkte, aber auch in Neuentwicklungen, einfließen.

Zu unseren Kooperationspartnern zählen unter anderem die Hochschule Hof, die Universität Bayreuth, das Sächsische Textilforschungsinstitut Chemnitz, die Technische Universität Dresden oder die RWTH Aachen. In gemeinsamen Projekten wird unsere Entwicklungs-Kompetenz ebenso wie unsere Technologie-Kompetenz sinnvoll ergänzt.

Immer größere Bedeutung gewinnt der Einsatz recycelter oder biologisch abbaubarer Rohstoffe. Der Geschäftsbereich TENOWO verarbeitet recycelte Carbonfasern zu Vliesstoffen und bietet damit eine nachhaltige Lösungsstrategie für die Wiederverarbeitung dieses Hochleistungswerkstoffs. Der Schwerpunkt im Geschäftsbereich NEUTEX liegt auf der Designentwicklung, dem Einsatz neuer Fasern und der Entwicklung zusätzlicher Produkteigenschaften durch verschiedene Ausrüstungsverfahren. Neue Produkte mit Naturfasern und Recyclingmaterialien wie Wollmischungen erweitern das Produktportfolio einer eigenen ECO-Line. NEUTEX ist Teil der SEAQUAL Initiative und verarbeitet aus Plastikmüll hergestelltes Garn zu neuen Produkten und trägt somit zum Schutz der Meere bei.

Ein wesentlicher Teil der Entwicklungsarbeit findet im Rahmen der Weiterentwicklung der Technologien und Optimierung der Prozesse statt. Auch im Geschäftsjahr 2022 haben wir Projekte, die zu Prozessverbesserungen und der Steigerung von Rohstoff- und Ressourceneffizienzen, und hier insbesondere Energieeinsparungsprojekte und Projekte zur Reduzierung von Abfall und 2. Wahl führen, weiter vorangetrieben. Der Geschäftsbereich TENOWO baut kontinuierlich seine Technologie-Expertise im Bereich Vliesstoff-Herstellung weiter aus und schafft sich dadurch Zugang zu neuen Absatzmärkten.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insgesamt 1,2 Mio. € (Vorjahr: 1,4 Mio. €) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Insgesamt waren 25 Mitarbeitende (Vorjahr: 27) in diesem Bereich beschäftigt. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden ausschließlich bei den Tochtergesellschaften der Hoftex Group statt.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die globale Wirtschaft hat sich laut Internationalem Währungsfonds (IWF) im vergangenen Jahr wesentlich schlechter entwickelt als erwartet. Vor allem geopolitische Entwicklungen, und hier insbesondere der Russland-Ukraine-Krieg, haben dazu geführt, dass das globale Wachstum mit 3,4 % weit hinter dem Vorjahreswert von 6,2 % zurücklag. Steigende Energie-, Rohstoff- und Lebensmittelpreise beschleunigten laut statistischem Bundesamt (Pressemitteilung Nr. 022 vom 17. Januar 2023) die Inflation, die in Deutschland im Jahresdurchschnitt bei 7,9 % lag. Die veranlassten Leitzinserhöhungen als fiskalpolitische Maßnahme zur Inflationseindämmung stellten eine weitere Belastung für wirtschaftliche Aktivitäten dar.

Entwicklung des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP)
von 2015 bis 2022 (gegenüber dem Vorjahr)

Quelle: Eigene Darstellung basierend auf den jeweils veröffentlichten Zahlen des IWF (WEO vom Jan. 2023)

*) Schätzung

Die Volksrepublik China, für gewöhnlich bekannt als Motor der Weltwirtschaft, behielt bis Ende 2022 umfangreiche Covid-Restriktionen bei - dadurch stellte sie einen massiven, ökonomischen Unsicherheitsfaktor dar, wodurch die Weltwirtschaft eingebremst wurde. Das chinesische BIP wuchs laut IWF um lediglich 3,0 % (Vorjahr: 8,4 %) - was abgesehen von 2020 das niedrigste Wachstum der letzten 40 Jahre bedeutet. Indiens Wirtschaft konnte hingegen ein Wachstum von 6,8 % verzeichnen und bestätigte damit den Trend aus dem Vorjahr (8,7 %). Der Verband der südostasiatischen Nationen ASEAN verbuchte einen Wirtschaftszuwachs von 5,2 % und konnte damit das unterdurchschnittliche Wachstum des Vorjahres kompensieren (3,8 %). Das schwache Wachstum in China spiegelt sich auch in der geringen Wachstumsrate in den Schwellen- und Entwicklungsländern wider. Diese wuchsen im Jahr 2022 nur um 3,9% und blieben damit weit hinter dem Vorjahreswert von 6,7 % zurück.

Die Wirtschaftsleistung der Industriestaaten stieg 2022 um 2,7 % an, nachdem im Vorjahr noch ein Wachstum von 5,4 % verzeichnet wurde. Der Euroraum verbuchte eine BIP-Zunahme von 3,5 % (Vorjahr: 5,3 %). Die großen europäischen Volkswirtschaften zeigten allesamt positive Wachstumsraten, wobei Deutschland mit einem BIP von +1,9 % (Vorjahr: 2,6 %) im europäischen Vergleich eine geringere Wachstumsrate als Großbritannien (4,1 %), Frankreich (2,6 %), Italien (3,9 %) oder Spanien (5,2 %) aufweist. Die Vereinigten Staaten lagen mit einem Wachstum von 2,0 % unterhalb des globalen Durchschnitts (Vorjahr: 5,9 %). Japan, drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, verzeichnete einen BIP-Zuwachs von lediglich 1,4 % (Vorjahr: 2,1 %).

2.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Für die Textil- und Modebranche gestalteten sich die Umsatzzahlen des Jahres 2022 im Vorjahresvergleich überwiegend positiv. Die Branche erlitt jedoch massive finanzielle Belastungen durch die enorm gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten aufgrund der Covidpandemie sowie des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. Der Preisdruck wurde zudem durch die überdurchschnittlich hohen Transportkosten, die hohe Inflation, steigende Leitzinsen sowie Verfügbarkeitsengpässe verstärkt. Somit standen den nominalen Umsatzsteigerungen extreme Kostensteigerungen gegenüber, was sich negativ auf die Margen auswirkte.

Die Exportzahlen konnten 2022 gegenüber dem Vorjahr signifikant gesteigert werden und trugen dadurch maßgeblich zum positiven Jahresergebnis der deutschen Textil- und Modebranche bei. Allerdings bremste die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine die Erholungsphase nach der Corona-Krise deutlich ein und führte zu einer Eintrübung der Geschäftseinschätzungen im Jahresablauf. Zum Jahresende hellten sich die Erwartungen wieder leicht auf - jedoch ist das Konjunkturklima des Vorkrisenniveaus noch nicht erreicht, was sich unter anderem am zögerlichen Personalaufbau widerspiegelt.

Der Gesamtumsatz der deutschen Textil- und Modeindustrie (bezogen auf Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten) lag 2022 bei 17,3 Milliarden Euro. Gemäß dem Konjunkturbericht des Gesamtverbands textil+mode verzeichnete die Industrie somit eine Umsatzsteigerung von 11,7 % (2021: 5,5 %).

Quelle: Gesamtverband textil+mode, Konjunkturbericht Feb. 2023

Das Textil- sowie das Bekleidungssegment konnten beide im Vergleich zum Vorjahr nominale Umsatzsteigerungen einfahren: Der Umsatz im Textilsegment stieg um 7,7 % - der im Bekleidungssegment gar um 19,4 %. Bei der Betrachtung der realen Umsatzentwicklung sieht die Lage allerdings bedeutend anders aus: Hier liegt die bereinigte Umsatzsteigerung für Bekleidung immerhin noch bei 12,0 %, wohingegen im Textilsegment ein realer Umsatzrückgang von -6,0 % hingenommen werden musste. Hintergründe hierfür waren die hohe Inflation gepaart mit Energiekostensteigerungen und Rohstoffknappheiten.

Preisindizes *: Absatzpreise Textil/Bekleidung und wichtige Beschaffungspreise

* Erzeugerpreise für den Inlandsabsatz

Quelle: Gesamtverband textil+mode, Konjunkturbericht Feb. 2023

Umsatzentwicklung im Einzelhandel I Index: 2015=100

Quelle: Gesamtverband textil+mode, Konjunkturbericht Feb. 2023

Die Umsatzsteigerungen waren wesentlich durch die erhöhte Nachfrage aus dem Ausland bedingt. Während die Inlandsumsätze immerhin um 3,2 % zugenommen hatten, waren die Umsätze aus dem Ausland gar um 11,4 % angestiegen. Der Auslandsumsatz war dabei in der Eurozone (12,0 %) prozentual stärker angestiegen als im sonstigen Ausland (10,8 %).

Hinsichtlich des Außenhandelsvolumens waren die Exporte um 7,4 % gestiegen, die größten Zuwächse verzeichneten dabei die USA und die Türkei - auch nach Großbritannien wurde nach dem Brexitbedingten Auslieferungsrückgang des Vorjahres wieder mehr exportiert. China gehört zu den Ländern mit rückläufigem Exportvolumen aus Deutschland - dies ist überwiegend den wenig wettbewerbsfähigen europäischen Preisen im Vergleich mit Ostasien geschuldet. Wenig überraschend verbuchte Russland den größten Exportrückgang, dies ist auf die umfangreichen Sanktionspakete der Europäischen Union zurückzuführen.

Die Beschäftigtenzahlen der deutschen Textil- und Modeindustrie waren bereits vor der Corona-Krise rückläufig und diese verstärkte den Trend bekanntermaßen (2020: -5,8 %, 2021: -4,3 %). Das derzeitige Beschäftigungsniveau konnte dahingehend 2022 zumindest stabilisiert werden (+0,2 %). Die Zahl der Beschäftigten stieg dabei im Bekleidungssegment (+0,5 %) etwas stärker an als im Textilsegment (+0,1 %).

In Deutschland wurden laut Statista (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/75210/umfrage/ produktion-von-pkw-in-deutschland-seit-1990/) auch im Jahr 2022 mit rund 3,4 Millionen produzierten Pkw weiterhin deutlich weniger Personenkraftwagen produziert als zum Vorkrisenniveau (2019: 4,7 Mio. Pkw), jedoch konnte die Vorjahresmenge (3,1 Mio. Pkw) leicht überschritten werden. Zu den anhaltenden angebotsseitigen Problemen durch nach wie vor bestehende Lieferengpässe, welche sich durch den Ukraine-Krieg noch verschärften, verschlechterte sich im Jahresverlauf das weltweite Konsumklima immer mehr, was sich auch auf die Nachfrage nach Personenkraftwagen negativ niederschlug.

Eine uneinheitliche Entwicklung zeigte sich entsprechend einer Mitteilung des Verbands der Automobilindustrie e.V. auf den internationalen Nutzfahrzeugmärkten. Der Absatz schwerer Nutzfahrzeuge konnte in Europa und den USA im Vergleich zum Vorjahr leicht gesteigert werden, jedoch war in China ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen (https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2023/230202_PM_Internationale-schwere-Nutz fahrzeugm-rkte-2022-mit-uneinheitlicher-Entwicklung).

Anzahl produzierter Kraftfahrzeuge weltweit von 2000 bis 2022 (in Millionen):

Quelle: Statista 2023, Fahrzeug Produktion weltweit bis 2022

2.3. Geschäftsverlauf

Die wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen hatten im Jahr 2022 erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Hoftex Group. Energie-, Material- und Logistikpreise lagen auf Rekordniveau und belasteten die Profitabilität aller Geschäftsbereiche. Auf der Nachfrageseite führte die zunehmende Eintrübung der Konjunktur genauso wie die anhaltenden Lieferengpässe dazu, dass die geplanten Absatzmengen nicht erreicht werden konnten. Mit gezielten Preisanpassungen ist es gelungen, die gestiegenen Kosten teilweise zu kompensieren. Die Umsatzsteigerung von 11,6 % auf 153,8 Mio. € (Vorjahr: 137,9 Mio. €) wurde über Preiserhöhungen generiert. In allen Bereichen führten gestiegene Kosten zu einer rückläufigen Ergebnisentwicklung. Da sich dies bereits im Verlauf des Geschäftsjahres abzeichnete, passte der Vorstand die EBITDA Prognose im Zwischenbericht zum 30.06.2022 nach unten an.

Geschäftsbereich TENOWO

Der Umsatz in unserem Kern-Geschäftsbereich TENOWO legte im Vergleich zum Vorjahr um 15,3 % von 115,4 Mio. € auf 133,1 Mio. € zu. Dabei entwickelten sich sowohl die verschiedenen Regionen als auch die verschiedenen Segmente unterschiedlich.

In unserem größten Segment Automotive konnten zwar die Umsatzerlöse gesteigert werden, jedoch lagen die Absatzmengen vor allem an den deutschen Standorten unter dem Vorjahresniveau. Der im Februar 2022 ausgebrochene Ukraine-Krieg, mit all seinen direkten und indirekten Folgen für die Wirtschaft, schlug sich direkt auf die Nachfrage unserer Automotive-Kunden nieder. Erneut wurden Lieferketten unterbrochen, die Produktions- und Absatzzahlen der OEMs blieben hinter den Erwartungen und die gesamte Branche agierte infolge großer Unsicherheiten sehr verhalten. Hinzu kamen Materialengpässe für spezifische Anwendungen bei TENOWO, so dass verschiedene Kundenaufträge nicht bedient werden konnten.

Sowohl unser inzwischen zweitgrößtes Segment Consumer Goods als auch das Segment Apparel konnten ein Umsatz- und Absatzplus verzeichnen. Das Segment Apparel konnte vom allgemeinen Branchen-Wachstum der Bekleidungsindustrie und der verstärkten Nachfrage nach europäischen Lieferanten profitieren. Das Segment Consumer Goods befindet sich weiterhin auf einem Wachstumspfad und entwickelte sich stabil. Dagegen stagnierten die Umsatzerlöse im Segment Healthcare. Das für 2022 angestrebte Wachstum konnte durch den Wegfall eines Schlüsselkunden nicht erreicht werden. Jedoch konnten wichtige Neugeschäfte die verlorenen Absatzmengen kompensieren und die strategische Ausrichtung hin zu einem Produktportfolio mit kundenspezifischen Sonderanwendungen weiter vorangebracht werden.

Auch der geplante Ausbau neuer Produktanwendungen konnte nicht im geplanten Umfang vorangetrieben werden. Angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds verzögerten sich strategische Projekte auf Kundenseite, so dass die geplanten Umsatzzuwächse aus Neugeschäften nur teilweise erreicht werden konnten.

Obwohl sich auch in USA und China das wirtschaftliche Wachstum verlangsamt hat, haben sich unsere internationalen Standorte Lincolnton/USA und Huzhou/China stabil entwickelt und konnten Umsatzzuwächse verzeichnen. Allerdings wirkte sich insbesondere in USA die gestiegene Inflationsrate negativ auf die Materialeinkaufspreise aus. Im Vergleich zur Situation in Europa blieben die Energiepreise auf einem moderaten Niveau, was dem US-Standort einen Vorteil gegenüber europäischen Lieferanten verschaffte.

Infolge des Nachfragerückgangs bei deutschen und europäischen Kunden speziell im Bereich der Automotive-Anwendungen waren die deutschen Produktionsstandorte von TENOWO über mehrere Monate nicht im angestrebten Umfang ausgelastet. Trotz teilweiser Reduzierung der Kapazitäten durch Kurzarbeit, führte dies zu ungünstigen Kostenstrukturen und belastete das Ergebnis der TENOWO. Der Standort Hof war aufgrund der erhöhten Nachfrage bei Apparel und Consumer Goods gut ausgelastet. Hier wirkt sich jedoch der durch die Überschwemmung einer Produktionshalle im Jahr 2021 entstandene Schaden nach wie vor negativ auf Produktionsprozesse und Effizienzen aus, was die Profitabilität beeinträchtigte.

Die insgesamt unter Budget und Vorjahr liegenden Absatz- und Produktionsmengen und der unerwartete unterjährige Anstieg der Materialkosten, mit gleichzeitig eingeschränkten Möglichkeiten diese an Kunden weiterzugeben, haben das Ergebnis signifikant belastet. Die EBITDA-Ziele konnten somit nicht erreicht werden.

Geschäftsbereich NEUTEX

Der Geschäftsbereich NEUTEX erzielte im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 11,2 Mio. € (Vorjahr: 13,0 Mio. €) und hat damit sowohl den Vorjahreswert als auch das Umsatzziel verfehlt. Auf dem Markt für deutsche Heimtextilien herrschen nach wie vor herausfordernde Bedingungen. Generell wird die Branche stark von der marktwirtschaftlichen Gesamtlage beeinflusst. Nach der Covid-Pandemie mit Lockdowns und Quarantänezeiten in den Jahren 2020 und 2021 stellte die stark angestiegene Inflation im abgelaufenen Geschäftsjahr die Branche und damit auch die NEUTEX vor eine neuerliche Belastungsprobe. Die Covid-Pandemie wirkte sich stark auf die Vertriebsstrukturen aus. Insbesondere profitierten Unternehmen mit Onlinevertrieb im B2C-Geschäft, während der stationäre Handel stark in Mitleidenschaft gezogen war. Mit Ausklingen der Pandemie verlor der Onlinehandel in 2022 wieder Marktanteile. NEUTEX verzeichnete in diesem Kundensegment entsprechend Umsatzrückgänge, während die Umsätze mit dem stationären Handel weiter stagnierten. Die Preissteigerungen über alle Lebensbereiche hinweg mündeten im Jahresverlauf zunehmend in Konsumzurückhaltung bei den Endverbrauchern, was zu rückläufigen Auftragseingängen führte. Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite erhöhten den Preisdruck für die NEUTEX zunehmend, so dass sich die Ertragslage weiter verschlechterte. Aufgrund der anhaltenden Unterauslastung der Produktionskapazitäten wurden die Produktionsstandorte in Deutschland und Rumänien auf eine neue, niedrigere Produktionsmenge angepasst. Notwendige Personalreduzierungen konnten durch vorzeitige Ruhestandsregelungen und Individualvereinbarungen sozialverträglich umgesetzt werden. Durch Bereinigung des Produktportfolios und Stilllegung von Maschinen wurden Komplexitäten in den Betriebsabläufen reduziert und die Produktion optimiert.

Aufgrund der schwierigen Geschäftsentwicklung des Geschäftsbereichs NEUTEX und der durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen verschlechterte sich das Bereichsergebnis der NEUTEX gegenüber Vorjahr signifikant.

Geschäftsbereich HOFTEX

Mit 7,1 Mio. € lag der Umsatz des Geschäftsbereichs HOFTEX im Geschäftsjahr 2022 um 0,4 Mio. € unter Vorjahr, wobei die Absatzmengen konstant blieben. Das Geschäftsmodell der Hoftex Färberei umfasst sowohl das Färberei-Vollgeschäft, als auch das Lohngeschäft, bei dem die Kunden ihre eigenen Garne zur Färbung bereitstellen. Das Verhältnis Voll- zu Lohngeschäft hat sich im Geschäftsjahr 2022 verschoben. Der Anteil Lohnfärben stieg an, was trotz konstanter Gesamtleistung zu rückläufigen Umsätzen führte. Das größere Kundensegment Bekleidung entwickelte sich insgesamt positiv, das Segment Heimtextilien blieb hinter den Erwartungen. Auch die Hoftex Färberei war von massiven Preissteigerungen auf der Rohstoffseite betroffen, was zu erhöhten Färbekosten führte und die Margen verschlechterte, da nicht alle Kosten vollumfänglich an die Kunden weitergegeben werden konnten. Die Ausstattung und Betriebsgröße der Färberei lässt es zu, flexibel auf schwankende Auftragslagen zu reagieren, was sich auch im Geschäftsjahr 2022 wieder als positiv erwiesen hat.

Trotz der schwierigen Lage auf der Beschaffungsseite konnte sich der Bereich Färberei behaupten und schloss mit einem positiven EBITDA ab.

Im Zuge der Bereinigung und Vereinfachung der Gesellschaftsstruktur und zur Reduzierung des Verwaltungsaufwands wurde mit Wirkung zum 01.01.2022 die inzwischen inaktive Hoftex GmbH auf die HOFTEX GROUP AG verschmolzen.

SONSTIGES

Das Geschäft der Immobiliengesellschaften entwickelte sich im Berichtsjahr plangemäß. Die Umsätze aus der Vermietung der Gewerbe-Immobilien Hof Moschendorf und Hof Fabrikzeile betrugen 2,1 Mio. € und lagen annähernd auf Vorjahresniveau (2,0 Mio. €). Die Investitionsprojekte in Brandschutz und Modernisierung am Bürogebäude am Standort Hof kamen aufgrund des Mangels an Dienstleistungsfirmen und Lieferengpässen bei Material zeitweise ins Stocken und verzögerten sich weiter.

2.4. Wirtschaftslage

Ertragslage

Im Lagebericht 2021 prognostizierten wir für das Geschäftsjahr 2022 einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse und des EBITDA gegenüber dem Vorjahr (2021: Umsatz 137,9 Mio. €; EBITDA 16,4 Mio. €). In einer Ad hoc-Mitteilung vom 21.07.2022 informierte der Vorstand, dass die EBITDA-Prognose für das Geschäftsjahr 2022 nicht mehr erreicht werden kann und konkretisierte im August 2022 mit Veröffentlichung des Konzern-Halbjahresberichtes ein für das Berichtsjahr zu erwartendes EBITDA in der Bandbreite zwischen 10,0 Mio. € bis 13,0 Mio. €.

Veränderung
In Mio. € 2022 2021 abs. in %
Umsatzerlöse 153,8 137,9 15,9 11,5
Gesamtleistung 151,5 138,5 13,0 9,4
Rohertrag 80,5 87,1 -6,6 -7,6
Materialaufwand -84,5 -66,7 -17,8 -26,7
Personalaufwand -43,9 -43,1 - 0,8 -1,9
Jahresfehlbetrag /- überschuss -1,7 3,7 -5,4 -145,9
EBITDA 10,2 16,4 -6,2 -37,8

Der im Halbjahresbericht zum 30.06.2022 prognostizierte Konzernumsatz zwischen 135,0 Mio. € bis 150,0 Mio. € konnte im Geschäftsjahr 2022 mit 153,8 Mio. € sogar übertroffen werden und lag damit 11,5 % über dem Vorjahreswert (137,9 Mio. €).

Die positive Entwicklung des Umsatzes resultierte vor allem aus dem größten Geschäftsbereich TENOWO, der einen Anstieg der Umsatzerlöse von 115,4 Mio. € im Vorjahr um 15,3 % auf 133,1 Mio. € im Geschäftsjahr 2022 verzeichnen konnte. Dagegen unterschritten die Geschäftsbereiche NEUTEX und HOFTEX den Vorjahresumsatz. Im Geschäftsbereich NEUTEX wurden im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 11,2 Mio. € realisiert (Vorjahr: 13,0 Mio. €), im Geschäftsbereich HOFTEX 7,1 Mio. € (Vorjahr: 7,5 Mio. €).

Der Großteil der Umsätze wurde im Ausland erwirtschaftet. Beliefen sich die Exportumsätze im Vorjahr noch auf 90,1 Mio. €, konnte dieser Wert im Geschäftsjahr 2022 um 18,1 Mio. € auf 108,2 Mio. € gesteigert werden. Die Exportquote des Konzerns beträgt somit 70,3 % (Vorjahr: 65,3 %). Auf Länder der Europäischen Union (ohne Deutschland) entfallen 46,5 Mio. € der Exportumsätze (Vorjahr: 41,4 Mio. €).

Der Inlandsumsatz in Höhe von 45,7 Mio. € im Geschäftsjahr 2022 entwickelte sich hingegen leicht rückläufig im Vergleich zum Vorjahreswert von 47,8 Mio. €.

Die Bestandsveränderungen der fertigen und unfertigen Erzeugnisse betrugen -2,3 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €). Trotz des Bestandsabbaus konnte aufgrund des Umsatzanstiegs die Gesamtleistung von 138,5 Mio. € im Vorjahr um 13,0 Mio. € auf 151,5 Mio. € verbessert werden. Aufgrund erheblicher Materialverteuerungen, vor allem bei den Rohstoffen, hatten sich die Materialaufwendungen deutlich auf 84,5 Mio. € erhöht (Vorjahr: 66,7 Mio. €). Entsprechend war ein Anstieg der Materialaufwandsquote um 7,6 %-Punkte von 48,2 % im Vorjahr auf nunmehr 55,8 % zu verzeichnen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 13,4 Mio. € waren wie im Vorjahr (15,3 Mio. €) durch Sondereffekte positiv beeinflusst. Hiervon entfielen 8,5 Mio. € (Vorjahr: 7,7 Mio. €) auf erhaltene Versicherungsentschädigungen für den im Vorjahr eingetretenen Hochwasserschaden am TENOWO-Standort Hof. Im Vorjahr war zudem ein Sondereffekt in Höhe von 3,5 Mio. € aus der Veräußerung von nicht betriebsnotwendigen Grundstücken und Gebäuden in Hof enthalten. Bereinigt um diese Sondereffekte betrugen die sonstigen betrieblichen Erträge 4,9 Mio. € (Vorjahr: 4,1 Mio. €).

Die aus dem Verhältnis des Rohertrags zur Gesamtleistung errechnete Rohertragsmarge reduzierte sich im Berichtsjahr, verursacht durch höhere Materialaufwendungen und geringere sonstige betriebliche Erträge, auf 53,1 % (Vorjahr: 62,9 %). Unter Berücksichtigung der Sondereffekte innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ermittelt sich eine bereinigte Rohertragsmarge von 47,5 %, die gegenüber dem Vorjahr von 54,8 % eine rückläufige Entwicklung aufweist.

Der im Berichtsjahr angefallene Personalaufwand von 43,9 Mio. € lag geringfügig mit 1,9 % über dem Vorjahresbetrag von 43,1 Mio. €. Der Anteil der Personalaufwendungen an der Gesamtleistung reduzierte sich von 31,1 % im Vorjahr auf nunmehr 29,0 % im Berichtsjahr.

Im Vergleich zum Vorjahr verringerten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 26,7 Mio. € um -4,1 % auf 25,6 Mio. €. Hiervon standen hauptsächlich dem Anstieg der Vertriebskosten auf 6,1 Mio. € (Vorjahr: 5,1 Mio. €), insbesondere durch die Verteuerung der Frachtkosten und einer Erhöhung der Reise- und Messekosten bedingt, sowie der Erhöhung der Verwaltungskosten auf 6,8 Mio. € (Vorjahr: 5,9 Mio. €) - vornehmlich durch den Anstieg einzelner Versicherungsprämien verursacht -, eine Verringerung der Betriebskosten auf 9,6 Mio. € (Vorjahr: 13,1 Mio. €) gegenüber. Der Rückgang der Betriebskosten ist vor allem durch eine Verminderung der angefallenen Reparatur- und Fremdreinigungsaufwendungen aufgrund des in 2021 eingetretenen Hochwasserschadens am Vliesstandort Hof verursacht.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) verminderte sich insbesondere durch den erheblichen Anstieg der Materialaufwendungen auf 10,2 Mio. € im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr von 16,4 Mio. €. Die EBITDA-Marge verringerte sich von 11,9 % im Vorjahr auf 6,7 % im Geschäftsjahr 2022.

Mit -1,2 Mio. € ist das Zinsergebnis annähernd konstant im Vergleich zum Vorjahr (-1,1 Mio. €) geblieben. Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) sowie der sonstigen Steuern von -0,9 Mio. € (Vorjahr: -0,8 Mio. €) beläuft sich das Konzernergebnis auf -1,7 Mio. € (Vorjahr: 3,7 Mio. €).

Finanzlage

Bei einem Konzernjahresfehlbetrag von -1,7 Mio. € belief sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Berichtszeitraum auf 1,2 Mio. € (Vorjahr: 6,2 Mio. €). Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die Ergebnisverminderung sowie durch den Aufbau des Working Capitals zurückzuführen.

2022 lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit des Konzerns bei -3,5 Mio. € (Vorjahr: -4,1 Mio. €). Er wurde im Berichtszeitraum insbesondere beeinflusst durch Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und wie im Vorjahr durch die Liquiditätszuflüsse aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendigen Sachanlagevermögens.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit des Konzerns belief sich im Berichtszeitraum auf 8,6 Mio. € (Vorjahr: -16,3 Mio. €). Beeinflusst wurde er insbesondere durch die Einzahlung aus der Aufnahme eines weiteren Kredites von 15,0 Mio. € aus Mitteln eines im Vorjahr abgeschlossenen Konsortialkreditvertrags. Dem stehen Auszahlungen für die planmäßige Tilgung von 1,9 Mio. € eines im Vorjahr in Anspruch genommenen Teilbetrages von 10,0 Mio. € aus dem Konsortialkreditvolumen von insgesamt 51,0 Mio. € und für die im Dezember 2022 erfolgte Tilgung weiterer Schuldscheindarlehen in Höhe von 2,5 Mio. € gegenüber. Die Verbindlichkeit der Ende 2016 aufgenommenen Schuldscheindarlehen von insgesamt 50,0 Mio. € mit Laufzeiten von drei bis sieben Jahren belief sich zum 31.12.2022 noch auf 10,0 Mio. €. Im Jahr 2022 wurde zudem eine Dividende von 0,7 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €) ausgeschüttet.

Aus dem Zusammenwirken der Zuflüsse und Abflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit während des Geschäftsjahres 2022 ergab sich ein Anstieg des Finanzmittelfonds auf 19,5 Mio. € (Vorjahr: 13,0 Mio. €) zum 31.12.2022.

Um die wirtschaftliche Stabilität des Konzerns sicherzustellen, hat die HOFTEX GROUP AG am 16.12.2021 zur Anschlussfinanzierung eine konzernweite Konsortialfinanzierung mit einem Gesamtvolumen von 51,0 Mio. € abgeschlossen. Die Laufzeit der bereitgestellten Finanzierung beträgt vier Jahre und kann bei Zustimmung der Kreditgeber um bis zu zwei Jahre verlängert und bei Bedarf um weitere 10,0 Mio. € aufgestockt werden. Zum 31.12.2022 sind hiervon 23,1 Mio. € ausgenutzt. Aus noch nicht ausgenutzten Fazilitäten stehen 26,0 Mio. € zur Verfügung.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme des Hoftex Group Konzerns erhöhte sich zum 31. Dezember 2022 auf 177,0 Mio. € und lag damit um 8,7 Mio. € über dem Vorjahreswert von 168,3 Mio. €.

Auf der Aktivseite haben sich per Saldo die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen von 98,2 Mio. € auf 92,3 Mio. € vermindert. Im Berichtszeitraum wurden 4,5 Mio. € (Vorjahr: 9,4 Mio. €) in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände für Erweiterungs- und IT-Projekte investiert. Den Investitionen standen Abschreibungen von 10,9 Mio. € (Vorjahr: 11,8 Mio. €) gegenüber.

Im Umlaufvermögen erhöhten sich die Vorräte von 35,2 Mio. € auf 38,3 Mio. €. Der Anstieg ist hauptsächlich durch die Kostensteigerung auf den Beschaffungsmärkten zurückzuführen. Darüber hinaus erhöhten sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von 20,1 Mio. € auf 25,0 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen begründet durch den Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund der Erhöhung des Umsatzvolumens um 4,7 Mio. € auf 21,2 Mio. € (Vorjahr: 16,5 Mio. €). Zum Geschäftsjahresende am 31.12.2022 erhöhten sich die liquiden Mittel um 6,5 Mio. € auf 19,5 Mio. € (31.12.2021: 13,0 Mio. €).

Das bilanzielle Eigenkapital des Konzerns hat sich gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Mio. € auf 112,0 Mio. € zum 31.12.2022 verringert. Ursächlich hierfür sind der Konzernjahresfehlbetrag im Berichtsjahr sowie erfolgsneutrale Währungskurseffekte abzüglich der Dividendenzahlung an die Aktionäre. Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31.12.2022 bei im Vergleich gestiegener Bilanzsumme 63,3 % (Vorjahr: 67,5 %).

Die Rückstellungen lagen mit 15,3 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres von 16,6 Mio. €. Die Pensionsrückstellungen sind, mit Ausnahme der von der Unterstützungskasse zu tragenden Verpflichtungen, mit den vollen Werten unter Zugrundelegung eines Rechnungszinsfußes von 1,78 % (Vorjahr: 1,87 %) dotiert. Hiervon wurden die zurechenbaren Werte aus Ansprüchen an Rückdeckungsversicherungen abgezogen. Die Pensionsrückstellungen reduzierten sich um insgesamt 0,2 Mio. €. Von den anderen Rückstellungen beliefen sich die Steuerrückstellungen auf Vorjahresniveau wohingegen sich die sonstigen Rückstellungen um 1,1 Mio. € verminderten.

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich im Vergleich zum Jahresende 2021 um 11,6 Mio. € auf 49,0 Mio. € (Vorjahr: 37,4 Mio. €). Ursächlich hierfür war insbesondere ein Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf 33,3 Mio. € (Vorjahr: 22,9 Mio. €) infolge einer weiteren Geldaufnahme aus dem zur Verfügung stehenden Konsortialkreditvolumen. Die Nettobankverschuldung des Hoftex Group Konzerns betrug damit 13,8 Mio. € zum 31.12.2022 (Vorjahr: 9,9 Mio. €).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel sind um 0,7 Mio. € gestiegen. Die übrigen Verbindlichkeiten von 7,9 Mio. € haben sich gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Mio. € erhöht (Vorjahr: 7,5 Mio. €).

2.5. Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2022 waren durchschnittlich 1.008 Mitarbeitende (inklusive 31 Auszubildende) in den Unternehmen des Hoftex Group Konzerns beschäftigt. Damit ist die Personaldecke im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittlich 1.037 Mitarbeitende inkl. Auszubildende) weitgehend stabil.

Zum Bilanzstichtag 31.12.2022 war die Anzahl der Mitarbeitenden mit 989 um 3,9 % niedriger als im Vorjahr (1.028). Der Geschäftsbereich TENOWO stellte mit 731 (Vorjahr: 732) Beschäftigten weiterhin den Großteil der Stammbelegschaft des Konzerns.

Im Zuge des Restrukturierungsprojekts im Geschäftsbereich NEUTEX wurde die Organisation auf ein niedrigeres Absatz- und Produktionsvolumen angepasst. Die damit einhergehende Reduzierung des Stammpersonals wurde dabei vorwiegend durch natürliche Fluktuation erzielt, sodass ein erforderlicher Stellenabbau sozial verträglich gestaltet wurde. Bis Ende des Jahres 2024 wird die Personalreduzierung im Geschäftsbereich NEUTEX abgeschlossen sein.

Mitarbeiter zum Stichtag 31.12. nach Ländern

Deutschland USA Rumänien
2022 Anzahl 743 95 56
in % 75,1 9,6 5,7
2021 Anzahl 767 100 77
in % 74,6 9,7 7,5
China Italien Mexico
2022 Anzahl 62 32 1
in % 6,3 3,2 0,1
2021 Anzahl 52 31 1
in % 5,1 3,0 0,1

Die durch die Covid-19-Pandemie der beiden Vorjahre deutlich beschleunigte Digitalisierung ebnete im Geschäftsjahr 2022 den Weg für die verschiedenen Konzepte des hybriden Arbeitens. Trotz der weiterhin konsequent umgesetzten Hygiene- und Schutzkonzepte konnte es dennoch nicht vermieden werden, dass die Hoftex Group im Jahr 2022 zeitweise hohe Krankenstände zu verzeichnen hatte. Auf die ebenfalls als Nachwirkung der Covid-19-Pandemie resultierenden zwischenzeitlichen Rohstoffengpässe und die damit verbundenen Zeiten der Unterauslastung reagierten Vorstand und Geschäftsleitung vor allem im produzierenden Geschäftsbereich TENOWO mit Kurzarbeit.

3. Erklärung zur Unternehmensführung der HOFTEX GROUP AG nach § 289f Abs. 4 HGB für das Geschäftsjahr 2022

Festlegungen zur Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach §§ 76 Abs. 4, 111 Abs. 5 AktG für die HOFTEX GROUP AG als Einzelgesellschaft

Entsprechend dem Gesetz zur Ergänzung und Änderung der Regelungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst haben Vorstand und Aufsichtsrat die angestrebten Frauenquoten definiert.

Der Aufsichtsrat hat beschlossen, dass ihm bis zum 31. Dezember 2026 weiterhin mindestens zwei Frauen angehören. Aktuell sind mit Renate Dempfle und Melanie Liebert auf Anteilseignerseite sowie Johanna Falasa und Carmen Teismann auf Arbeitnehmerseite insgesamt vier Frauen im Aufsichtsrat vertreten. Dies entspricht einem Anteil von 44 %.

Seit dem 1.8.2020 gehört dem aus zwei Personen bestehenden Vorstandsgremium der HOFTEX GROUP AG mit Frau Manuela Spörl eine Frau an, so dass die aktuelle IST-Quote bei 50 % liegt. Dennoch hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 13.12.2021 beschlossen, erneut eine Quote von null Prozent bis Ende 2026 festzulegen. Die Festlegung einer höheren Quote hätte bei dem zweiköpfigen Vorstandsgremium zwingend zur Folge gehabt, dass im Falle einer Vakanz stets eine Frau benannt werden müsste. Der Aufsichtsrat möchte jedoch unter Beachtung der jeweiligen fachlichen Eignung und persönlichen Integrität die oder den aus seiner Sicht am besten geeignete Kandidatin oder geeigneten Kandidaten unabhängig von der Frage des Geschlechts in den Vorstand berufen. Auch sieht der Aufsichtsrat auf Basis der IST-Quote aktuell keinen konkreten Handlungsbedarf zur Festlegung einer festen Frauenquote.

Der Vorstand der HOFTEX GROUP AG hat im Geschäftsjahr 2021 die Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands auf 25 % festgelegt, die bis zum 31.12.2026 erreicht werden soll. Derzeit ist in der HOFTEX GROUP AG die erste Führungsebene zu 33 % mit Frauen besetzt. Eine Zielgröße für die zweite Führungsebene wurde nicht festgelegt, da die HOFTEX GROUP AG als Holdinggesellschaft über flache Führungsstrukturen verfügt und es daher keine durchgehende zweite Führungsebene gibt.

4. Risiko- und Chancenbericht

Die Hoftex Group sieht sich ständig einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die mit dem unternehmerischen Handeln der einzelnen Geschäftsbereiche und demnach auch der einzelnen Tochtergesellschaften verbunden sind und die sich aus externen Einflüssen ergeben. Gleichzeitig ist es für die HOFTEX GROUP AG von Bedeutung, Chancen für das Unternehmen zu identifizieren, um diese für die Ziele des Unternehmens zu nutzen und um die Wettbewerbsfähigkeit der HOFTEX GROUP AG und ihrer Tochtergesellschaften zu sichern und auszubauen.

Es ist die Aufgabe des Managements, die Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen mit entsprechenden Maßnahmen rechtzeitig begegnen zu können. Um dies zu ermöglichen, hat die Hoftex Group ein Risikomanagementsystem etabliert.

Im Nachfolgenden wird auf die für die Hoftex Group relevanten zentralen Risiko- und Chancenfelder eingegangen. Es werden lediglich diejenigen Bereiche erläutert, in denen es relevante Risiken und Chancen zu nennen gibt.

4.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Risiken und Chancen

Das Geschäftsumfeld der HOFTEX GROUP AG und deren Tochterunternehmen wurde im Geschäftsjahr 2022 stark durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als geopolitisches Ereignis, durch steigende Inflationsraten, Energie- und Rohstoffpreise sowie durch unterbrochene globale Lieferketten beeinflusst.

Diese wesentlichen Einzelrisiken können einen großen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Im Berichtsjahr wurde die Hoftex Group aufgrund des Kriegs gegen die Ukraine zusätzlichen Risiken ausgesetzt. Zwar befinden sich keine Produktions- oder Entwicklungsstandorte der Hoftex Group in Russland oder der Ukraine, dennoch wurden die Wirtschaft und die Finanzmärkte maßgeblich durch diese geopolitischen Spannungen beeinträchtigt.

Negative Entwicklungen der Weltwirtschaft beeinflussen eine Vielzahl von Unternehmen und gehen dadurch auch mit Auswirkungen auf die Nachfrage unserer Produkte einher. Eine verringerte Nachfrage nach einzelnen Produkten kann ungünstige Kapazitätsauslastungen und in der Folge auch niedrigere Margen implizieren.

Die durch ungenügenden Absatz unserer Produkte entstehenden Risiken schwächen wir durch unsere internationalen Standorte und die stetige Diversifizierung unseres Produktportfolios ab. Der Partizipation an branchenspezifischen Konjunkturschwankungen kann sich die Hoftex Group nicht entziehen, sodass beispielsweise die für die Hoftex Group wichtige Automobil- und Heimtextilindustrie regelmäßig die Geschäftssituation unseres Unternehmens beeinflussen wird.

Durch eine kontinuierlich angepasste Vertriebs- und Marketingstrategie, das Erschließen neuer Märkte und die Akquise neuer Kunden wirken wir diesen Risiken entgegen.

Die infolge des Kriegs enorm angestiegenen Energiekosten sowie das mögliche Szenario eines Energieversorgungsengpasses führten im Geschäftsjahr 2022 zu erhöhten Risiken für die Hoftex Group.

Als energieintensives Produktionsunternehmen sind wir abhängig von externer Energieversorgung. Damit sind wir auch den finanziellen Risiken ausgesetzt, die durch enorm steigende Energiepreise -vor allem im europäischen Markt - ausgelöst werden.

Bei Einschränkungen der Gasversorgung könnten Produktionsunterbrechungen drohen. Produktionsunterbrechungen könnten eine Vielzahl von Störungen der im Unternehmen etablierten und optimierten Abläufe bewirken und damit negativen Einfluss auf unsere Lieferfähigkeit haben.

Mit unternehmensweit gebildeten Energie-Teams arbeiten wir kontinuierlich an Maßnahmen einer gasreduzierten Produktionsoptimierung bzw. an der Diversifizierung unserer Energiequellen, um diese Herausforderungen zu meistern. In regelmäßigen Abständen besprechen wir die Umsetzung sämtlicher Maßnahmen, um die Energieverbräuche sinnvoll und effektiv zu reduzieren.

Beispielsweise werden wir mit Projekten zur Installation einer Photovoltaikanlage in Zukunft einen Teil unseres Strombedarfs selbst abdecken. Die im Geschäftsjahr 2022 begonnene Investition in eine Photovoltaikanlage am Standort Reichenbach wird 2023 umgesetzt werden. Weiterhin können wir durch die Erstellung konzernweiter Notfallpläne im Falle einer unterbrochenen Gasversorgung schnell reagieren und den drohenden Schaden bestmöglich begrenzen.

Die weitere Entwicklung des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine sowie dessen Auswirkungen sind aktuell unvorhersehbar. Insgesamt sehen wir aufgrund dieser kriegerischen Auseinandersetzung eine Intensivierung des Risikos.

Wir sehen uns weltweit mit starken Wettbewerbern aus der Textilindustrie konfrontiert. Vor allem ein Vordringen asiatischer Konkurrenten auf den europäischen Markt stellt ein Absatzrisiko dar. Ein weiterer Anstieg des Wettbewerbsdrucks, verursacht durch steigende Rohstoffpreise auf der einen Seite und einen steigenden Preisdruck seitens der Kunden auf der anderen Seite, kann signifikante Auswirkungen auf unsere Ertrags- und Vermögenslage haben. Als Gegenmaßnahme streben wir kontinuierlich nach guten und engen Kundenbeziehungen und analysieren stetig die für uns relevanten Märkte.

4.2. Operative Chancen und Risiken

Wie bereits in den beiden vergangenen Jahren wurde die gesamtwirtschaftliche Lage im Berichtsjahr 2022 durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beeinflusst. Die Regierung in China reagierte auf erneute Corona-Ausbrüche mit weitreichenden und langanhaltenden Lockdowns sowie Produktionsstilllegungen. Dies verschärfte die Lieferkettenproblematik und damit die Beschaffungs- und Absatzmärkte.

Als produzierendes Unternehmen bestehen für die Hoftex Group Risiken durch die Abhängigkeit von einzelnen Rohstoffen. Sowohl die Verfügbarkeit als auch die monetären Aufwendungen für die von uns bezogenen Rohstoffe haben unmittelbare Effekte auf den Geschäftsbetrieb und die Ertragslage der Unternehmensgruppe.

Mangelnde Verfügbarkeit der für die Produktion benötigten Materialien in der geforderten Qualität könnte zu unzureichendem oder mangelhaftem Output führen. Die vereinbarungsgemäße Belieferung unserer Kunden könnte dadurch erschwert werden.

Um eine fristgerechte Verfügbarkeit der Rohstoffe zu gewährleisten, streben wir langfristige Verträge und eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten an und können damit unseren Ressourcenbedarf vorausschauend kommunizieren. In einem zunehmend unsichereren wirtschaftlichen Umfeld reduzieren wir zudem die Abhängigkeit von einzelnen Vertragspartnern, indem wir Rohstoffe aus verschiedenen Quellen beziehen und unsere Mehr-Lieferantenstrategie konsequent weiterverfolgen.

Darüber hinaus wird das Risiko von Qualitätsschwankungen in der Hoftex Group durch ein fortlaufendes Monitoring der Lieferanten gesteuert.

Neben einer Rohstoffknappheit entstehen auch durch die Beschaffungspreise Risiken für die Hoftex Group. Beginnend im ersten Halbjahr herrschte über das gesamte Geschäftsjahr 2022 hinweg ein erhöhtes Preisniveau auf dem Beschaffungsmarkt, dessen Herausforderungen sich der Konzern stellen musste. Durch den Mix aus europäischer und asiatischer Beschaffung konnte das finanzielle Risiko volatiler Rohstoff- und Frachtkosten zwar verringert, aber nicht gänzlich verhindert werden.

Neben Beschaffungsrisiken ist im Bereich der Produktion mit kontinuierlichen Risiken im Rahmen der Qualität, Sicherheit und Umwelt zu rechnen. Diesen Risiken wird mit geeigneten Managementsystemen, verbindlichen Arbeits- und Umweltsicherungsschulungen sowie entsprechenden Versicherungen entgegengewirkt. Um die Arbeitssicherheit an den Standorten zu gewährleisten und weiter zu verbessern, unterstützen Arbeitssicherheitsbeauftragte die Betriebsleitungen bei ihrer Arbeit.

Die Arbeit unserer Mitarbeitenden ist ein entscheidender Faktor des Unternehmenserfolgs. Durch die natürliche Fluktuation von Mitarbeitenden müssen regelmäßig Positionen nachbesetzt werden. Der zunehmend verschärfte Wettbewerb am Arbeitsmarkt wird sich in den kommenden Jahren aus unserer Sicht kaum entspannen und erschwert die Gewinnung von engagiertem und qualifiziertem Personal. Zudem droht durch den Abgang von Mitarbeitenden ein Wissensverlust und eine Veränderung in der Personalstruktur, die zu einer negativen Geschäftsentwicklung führen kann.

Durch permanente Fortbildung und individuell zugeschnittene Entwicklungsprogramme gehen wir gezielt auf die Bedürfnisse eines jeden Mitarbeiters ein und eröffnen neue berufliche Perspektiven innerhalb der Unternehmensgruppe. Zudem betrachten wir eine erhöhte Zuwanderung als Chance, Talente zu fördern und diese langfristig in unserem Unternehmen zu binden.

Auch die Digitalisierung und neue Technologien bieten die Chance, den Mitarbeitern eine interessante, moderne und flexible Arbeitsatmosphäre sowie Arbeitsmethoden anzubieten und neue potenzielle Bewerber für uns zu begeistern.

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung unserer Geschäftsmodelle und Prozesse spielt die Systemlandschaft der Hoftex Group eine wichtige Rolle. Als global agierendes Unternehmen ist es für uns relevant, dass Informationen aktuell, vollständig und korrekt vorhanden sind und ausgetauscht werden können. Um dies zu gewährleisten, investieren wir kontinuierlich in unsere IT-Infrastruktur und bauen diese fortlaufend aus, um sie den aktuellen Bedingungen, intern wie extern, anzupassen.

Durch die Bedrohung von Systemausfällen und besonders durch vermehrte Cyberangriffe auf Firmensysteme sind wir einem erhöhten IT-Sicherheitsrisiko ausgesetzt. So werden laufend organisatorische und technische Maßnahmen überprüft und im Bedarfsfall umgesetzt. Investitionen in IT-Sicherheit und regelmäßige Schulungen und Prüfung der Mitarbeiter sind essenzielle Bestandteile unserer Risikovermeidungsstrategie. Zusätzliche Risikoverlagerung erzielten wir durch den Abschluss einer Cyber Security Versicherung im Geschäftsjahr 2022.

Ein großes Risiko stellen Phishing-Mails dar. Neben der permanenten Prüfung und Umsetzung technischer Maßnahmen zum Schutz vor Cyberangriffen, setzten wir im Geschäftsjahr 2022 stark auf die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter durch Schulungen, Mailaktionen und Trainings.

4.3. Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken

Die Hoftex Group ist aufgrund ihrer globalen Geschäftstätigkeit Risiken und Chancen in Bezug auf Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Diese resultieren in besonderem Umfang aus Schwankungen des US-Dollars (USD) und des Chinesischen Yuan (CNY) sowie anderen Währungen gegenüber dem Euro. Risiken und Chancen im operativen Geschäft entstehen vor allem bei Generierung von Umsatzerlösen in einer anderen Währung als die dazugehörigen Kosten (Transaktionsrisiko). Das daraus resultierende Risiko wird intensiv beobachtet und bei Bedarf werden Devisentermingeschäfte zur Absicherung geschlossen.

Zinsrisiken und -chancen können für den Konzern durch ansteigende oder sinkende Finanzierungskosten infolge eines Zinsniveauanstiegs oder Zinsniveaurückgangs entstehen. Zur Absicherung gegen mögliche Risiken, werden Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen und die Zinsentwicklungen kontinuierlich beobachtet.

Für die Hoftex Group können Liquiditätsrisiken darin bestehen, wenn Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Durch aktives Debitorenmanagement und Kreditversicherungen werden etwaige Risiken rechtzeitig erkannt und gegengesteuert. Eine fortlaufende Liquiditätsplanung sowie eine mehrjährige Finanzplanung ermöglichen es der Hoftex Group, langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorzuhalten. Dadurch werden auch die Zahlungsfähigkeit und finanzielle Flexibilität des Konzerns sichergestellt. Im Dezember 2021 wurde analog unserer Finanzstrategie ein Konsortialvertrag mit vierjähriger Laufzeit und einer Verlängerungsoption abgeschlossen. Damit ist nach dem Auslaufen des Schuldscheindarlehens im Jahr 2023 eine mittelfristige Anschlussfinanzierung und ausreichende Liquidität gesichert. Im Rahmen der Konsortialfinanzierung sind bestimmte Covenants einzuhalten, namentlich der Verschuldungsgrad und die Eigenkapitalquote. Eine Nichteinhaltung von Covenants im Zusammenhang mit der Konsortialfinanzierung kann grundsätzlich zu einer Kündigung der gewährten Darlehen führen. Die daraus resultierende Rückzahlungsverpflichtung birgt somit ein potenzielles Risiko für die Finanzlage der Gesellschaft und des Konzerns.

4.4. Rechtliche und nicht finanzielle Risiken

Wie andere international agierende Unternehmen auch, ist die Hoftex Group verschiedenen Rechtsund Compliance-Risiken ausgesetzt. Dabei geht es um Risiken aus möglichen Rechtsstreitigkeiten und Compliance-Verstößen sowie aus der Nichteinhaltung von regulatorischen Vorgaben. Darüber hinaus unterliegen wir weltweit vielfältiger staatlicher Regulierungen im Bereich des Umweltschutzes, Datenschutzes und weiterer gesetzlicher Vorgaben. Die Nichteinhaltung kann zu erheblichen Strafen, Schadensersatz und Reputationsverlusten führen. Um Verstöße zu vermeiden, arbeiten wir mit lokalen bzw. spezialisierten Rechtsexperten zusammen und schulen unsere Beschäftigten. Zur Umsetzung, Koordination und Unterstützung sämtlicher Aktivitäten zur Vermeidung rechtlicher und regulatorischer Risiken haben wir verschiedene Teams und Beauftragte eingesetzt, wie z.B. Datenschutzbeauftragte und Datenschutzkoordinatoren, oder ein Informationssicherheits-Team.

Ein Compliance-Officer unterstützt den Vorstand bei der Durchführung von Maßnahmen zur Sicherstellung eines regelkonformen und ethisch korrekten Verhaltens aller Mitarbeitenden im Unternehmen. Es erfolgt eine regelmäßige Sensibilisierung zu verschiedenen Themen der Compliance im Rahmen von E-Learnings sowie Präsenzschulungen für alle Mitarbeitenden. Ergänzt wird dies durch den Erlass von internen Leitlinien und Richtlinien, um Fehlverhalten in der Organisation vorzubeugen.

Mit der Notierung im Freiverkehr an der Börse München ist die HOFTEX GROUP AG Regulierungsrichtlinien und Gesetzen unterworfen, woraus entsprechende Risiken entstehen können. Um diesen Kapitalmarktrisiken entgegenzuwirken, stehen wir in engem Kontakt zu einer Rechtsanwaltskanzlei, die uns hierbei unterstützt.

Durch Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder andere Ereignisse wie Feuer kann es zu Produktionsstopps kommen, die sich negativ auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage auswirken können. Diesen nicht durch die Hoftex Group beeinflussbaren externen Risiken, wird durch Abschluss von entsprechenden Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen Rechnung getragen. Zudem werden interne Vorkehrungen und organisatorische Maßnahmen für den Schadeneintrittsfall getroffen. Eine eigene Betriebsfeuerwehr an einigen Standorten kann bei Eintreten eines Katastrophenfalls schnelle Erstmaßnahmen ergreifen. Neben den bestehenden Hochwasserschutzvorkehrungen und -maßnahmen wurden an dem von einem Überschwemmungsschaden in 2021 betroffenen Vliesstandort Hof im Berichtsjahr zusätzliche Maßnahmen, wie z.B. Abschottungsvorrichtungen geplant und umgesetzt.

5. Prognosebericht

5.1. Ausblick gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Für das Jahr 2023 wird vom BMWK (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz der Bundesrepublik Deutschland: "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik (Monatsbericht 03/2023)") von einem geringeren Wirtschaftswachstum als im Berichtsjahr 2022 ausgegangen. Die Inflationsrate wird nach dem massiven Anstieg leicht rückläufig eingeschätzt. In Anbetracht der aktuellen geopolitischen Krisen gestaltet sich eine präzise Einschätzung für die konjunkturelle Entwicklung 2023 jedoch schwierig. Für Europa bedeuteten die russische Ukraine-Invasion und die damit einher gegangenen geopolitischen Veränderungen eine Zäsur. Es ist davon auszugehen, dass die dadurch entstandenen Energieengpässe, welche wiederum die Inflation befeuern, die europäische und insbesondere die deutsche Wirtschaft weiter stark beeinflussen werden, obwohl die Energiekosten seit dem Peak Mitte 2022 wieder leicht rückläufig sind.

Die überraschenden Aufhebungen der Covid-Restriktionen in China Ende vergangenen Jahres dürften der globalen Konjunktur Auftrieb verleihen und könnten der Volksrepublik letztendlich wieder das Attribut als Zugpferd der Weltwirtschaft zurückbringen.

Der Internationale Währungsfonds prognostizierte für 2023 ein globales Wirtschaftswachstum von 2,9 % sowie eine globale Inflation von 6,6 %. Im Vorjahr lagen die Wachstumsprognosen für 2023 noch über der 3 %-Marke - diese Einschätzungen wurden kürzlich angepasst, da die steigenden Leitzinsen als fiskalpolitische Maßnahme zur Inflationsbekämpfung ein gedämpftes Investitions- und Konsumverhalten befürchten lassen.

Zu Jahresbeginn erwarteten die Konjunkturexperten des IWF weitestgehend positive, aber meist geringe Wachstumsraten. Die Prognosen für die Industriestaaten zeigen eine Steigerung der Wirtschaftsleistung von 1,2 %. Die errechneten Zuwächse des deutschen BIPs belaufen sich auf lediglich 0,1 %. Ebenso bewegen sich die Wachstumserwartungen des gesamten Euroraums mit 0,7 % auf einem niedrigen Niveau (Frankreich: 0,7 %, Italien: 0,6 %, Spanien: 1,1 %). Für die USA (1,4 %), Japan (1,8 %) und Kanada (1,5 %) werden im Vergleich der Industriestaaten leicht überdurchschnittliche Wachstumsraten erwartet. Einzig dem Vereinigten Königreich wird bei -0,6 % ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung prognostiziert - selbst für Russland wird trotz umfangreicher westlicher Sanktionen ein Wachstum von 0,3 % angenommen.

Für die Schwellen- und Entwicklungsländer wird ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 4,0 % prognostiziert. Die Wachstumserwartungen für die chinesische Wirtschaft fallen mit einem Zuwachs von 5,2 % besser aus als die der ASEAN-Staaten mit 4,3 %. Für die indische Konjunktur zeichnet sich bei einer Wachstumsprognose von 6,1 % nach hohen Vorjahresraten (2021: 8,7 %, 2022: 6,8 %) ein weiteres Boomjahr ab.

Die beiden übrigen BRICS-Staaten Brasilien und Südafrika können bei erwarteten Wachstumsraten von jeweils 1,2 % in dieser Hinsicht nicht mit den asiatischen Ländern mithalten.

5.2. Ausblick branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Ifo-Geschäftsklimaindex hatte sich für Textil und Bekleidung in Folge der russischen Invasion in der Ukraine bis in den Spätsommer hinein sukzessive verschlechtert, hellt sich seither aber wieder auf. Die pessimistische Einschätzung des Konjunkturklimas hatten beide Sparten tendenziell überwiegend parallel - allerdings auf unterschiedlichem Niveau gesehen: Insgesamt waren die Unternehmen der Bekleidungsbrache stets zuversichtlicher als die Unternehmen der Textilbranche. Hintergrund dafür ist, dass das Textilsegment stärker mit anderen Industriebranchen verflochten ist und die Geschäftsprognosen daher einen ähnlichen Verlauf zeigen wie die der Industrieunternehmen insgesamt.

Umfragen des Gesamtverbandes textil+mode bestätigen der Branche eine Verschlechterung der Lageeinschätzung zum Anfang des Jahres 2023 im Vergleich zum Jahresbeginn 2022. Analog zum Ifo-Index sehen die Umfragen von textil+mode die Krise - insbesondere bei Textil - noch lange nicht als überwunden an. Die Unternehmen schätzen die Gesamtsituation im Vergleich zum Vorkrisenniveau eher schlechter ein. Die Belastungen der Covid-Pandemie waren für die gesamte Textil- und Bekleidungsbranche enorm - der Schwung der konjunkturellen Erholung scheint aktuell unterbrochen oder zumindest abgemildert.

Quelle: ifo-Konjunkturklimaindex für die Segmente Textil und Bekleidung von Feb 2022 bis Feb 2023

Betrachtet man die Kombination aus Auftragsbeständen und der Branchen-Trendentwicklung, so lassen sich meist zumindest kurzfristige Prognosen bezüglich der darauffolgenden Umsätze abschätzen. Gemäß den Angaben des Gesamtverbandes textil+mode sind die Auftragsbestände 2022 im Vergleich zum Vorjahr (2021) wesentlich höher (Textil: 20,1 %, Bekleidung: 21,3 %). Die Auftragseingänge haben sich hingegen im Jahresmittel im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 4,6 % im Textilbereich bzw. um 10,2 % im Bekleidungsbereich erhöht. Die enormen Vorjahressteigerungen lassen allerdings auf Nachholeffekte in Anschluss an die Corona-Krise schließen und es ist davon auszugehen, dass einige Unternehmen noch einen Produktions- und Auslieferungsrückstau haben.

Aktuell ist von einem moderaten Wachstum bei weiter hoher Inflation und steigenden Zinsen auszugehen. Präzise Prognosen sind allerdings schwierig - es bleibt abzuwarten, wie sich die aktuellen geopolitischen Krisen entwickeln.

5.3. Ausblick Geschäftsverlauf

Die Prognose des Vorstands für das Geschäftsjahr 2023 ist nicht nur aufgrund der hohen Unsicherheit in Bezug auf die künftige konjunkturelle Entwicklung weiterhin in stärkerem Maße als sonst mit Unwägbarkeiten behaftet, sondern setzt auch ausdrücklich voraus, dass sich Risiken aus dem militärischen Angriff Russlands auf die Ukraine nicht in einem für die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage signifikanten Maß realisieren.

Geprägt von geopolitischen Spannungen, einer hohen Inflation und den daraus folgenden Auswirkungen auf das Konsum- und Investitionsverhalten, gehen wir von einer Stagnation des Wirtschaftswachstums, insbesondere in Europa aus. Unter der Voraussetzung, dass keine neuen gesamtwirtschaftlichen Verwerfungen auftreten, gehen wir für das Geschäftsjahr 2023 von einer Stabilisierung der Lage sowohl an den Rohstoffmärkten als auch an den für uns relevanten Absatzmärkten aus. Gestiegene Energiekosten sowie die dadurch verursachten Steigerungen bei den Rohstoffkosten werden das Unternehmen weiter belasten, wobei es unser Bestreben ist, diese im höchstmöglichen Umfang an den Markt weiterzugeben. Die im Geschäftsjahr 2022 vorgenommenen Preiserhöhungen werden sich im Jahr 2023 vollständig auswirken, weshalb die Hoftex Group mit einem preisinduzierten Umsatzwachstum plant.

Im Geschäftsbereich TENOWO erwarten wir für das größte Marktsegment Automotive insgesamt trotz stagnierender Absatzvolumen ein robustes Umsatzwachstum insbesondere aufgrund von Mixverschiebungen in Richtung höherwertigeren und innovativen Produkten sowie Anwendungen. Trotz verbesserter Verfügbarkeiten von Halbleitern rechnen wir weiterhin mit stagnierenden Absatzvolumen, jedoch mit unterschiedlicher regionaler Ausprägung. Für Nordamerika und Europa gehen wir aufgrund der anhaltenden Inflation und der damit verbundenen Zurückhaltung bei Konsumenten und dem strategischen Fokus Europäischer OEM's auf profitablere Premiummodelle von weiter rückläufigen Marktbedarfen aus, während wir für China eine deutliche Markterholung erwarten.

Im Segment Consumer Goods wird der erfolgreiche Umsatzwachstumskurs fortgesetzt und u. a. auch durch die Erhöhung der Wertschöpfungstiefe unterstützt, während wir im Segment Apparel mit leichten Umsatzverlusten aufgrund einer inflationsbedingten Zurückhaltung im Konsumentenverhalten rechnen. Das Segment Healthcare wird aufgrund der strategischen Neuausrichtung mit innovativen Produkten in attraktiven Anwendungen auf den Wachstumskurs zurückkehren. Von unseren neuen Produktanwendungen erwarten wir auch durch einen generellen und branchenübergreifenden Nachhaltigkeitstrend positive Wachstums- und Ertragseffekte.

Für den Geschäftsbereich NEUTEX gehen wir nach der im Berichtsjahr 2022 umgesetzten strukturellen Kapazitätsanpassung von einer Stabilisierung auf dem neuen niedrigeren Umsatzniveau aus. Der Heimtextilienmarkt befindet sich nach wie vor in einem großen Umbruch. Für NEUTEX wird das Jahr 2023 entscheidend sein, den Transformationsprozess zum Anbieter innovativer, nachhaltiger, individueller Heimtextilien und Sonnenschutzlösungen erfolgreich fortzuführen und sich eine starke Marktposition aufzubauen.

Im Geschäftsbereich HOFTEX wurde im Berichtsjahr 2022 ein neues Vertriebsteam aufgebaut, welches weitere Absatzmärkte aufbauen soll und somit eine konstante Auslastung sichern wird. Im Vergleich zum Vorjahr rechnen wir hier mit leichten Umsatzsteigerungen, die aus vorgenommenen Preiserhöhungen, aus Mengensteigerungen und aus einem veränderten Artikelmix resultieren.

Sofern sich die aktuellen Annahmen über das Geschäftsjahr 2023 als zutreffend erweisen, erwartet der Vorstand der HOFTEX GROUP AG im Rahmen seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2023 einen Gesamtumsatz in der Größenordnung zwischen 160 Mio. € und 180 Mio. €. Das Umsatzwachstum wird überwiegend durch Preisanpassungen aufgrund der stark gestiegenen und sich weiter auf hohem Niveau befindlichen Materialkosten und der inflationsbedingt steigenden Personalkosten getrieben. Durch verschiedene bereits im Geschäftsjahr 2022 angestoßene Programme und Maßnahmen wird darüber hinaus mit einer Verbesserung der Kostenpositionen gerechnet, so dass der Vorstand von einer Steigerung des EBITDA in einer Bandbreite zwischen 12,0 Mio. € bis 14,0 Mio. € ausgeht.

Für 2023 planen wir Investitionen in Höhe von rund 14,0 Mio. € und werden damit über dem Wert des Jahres 2022 liegen. Der Investitionsschwerpunkt werden die verschiedenen TENOWO Standorte sein. Neben Ersatz- und Verlagerungsprojekten in Folge des Wasserschadens am Standort Hof sind auch Erweiterungsinvestitionen geplant.

Die Prognose enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf gegenwärtigen Annahmen, Planungen und Prognosen der Unternehmensleitung basieren. Risiken und Ungewissheiten können dazu führen, dass die tatsächliche Geschäftsentwicklung von den hier abgegebenen Einschätzungen sowohl positiv als auch negativ von der Prognose abweicht.

 

Hof/Saale, den 5. Mai 2023

HOFTEX GROUP AG

Der Vorstand

Klaus Steger

Manuela Spörl

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

in Tausend EUR Anhang 31.12.2022 31.12.2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 6 416 1.062
II. Sachanlagen 6 91.827 97.152
III. Finanzanlagen 6 17 17
92.260 98.231
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 7 38.294 35.231
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 8 24.987 20.144
III. Liquide Mittel 9 19.533 12.955
82.814 68.330
C. Rechnungsabgrenzungsposten 740 668
D. Aktive latente Steuern 10 1.146 1.043
Bilanzsumme 176.960 168.272

Passiva

in Tausend EUR Anhang 31.12.2022 31.12.2021
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 11 13.920 13.920
II. Kapitalrücklage 13 41.158 41.158
III. Gewinnrücklagen 14 57.754 56.754
IV. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -293 -1.150
V. Konzernbilanzverlust (Vorjahr: Konzernbilanzgewinn) 15 -541 2.862
111.998 113.544
B. Rückstellungen 16 15.294 16.605
C. Verbindlichkeiten 17 48.984 37.439
D. Passive latente Steuern 10 684 684
Bilanzsumme 176.960 168.272

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022

in Tausend EUR Anhang 2022 2021
Umsatzerlöse 18 153.843 137.857
Bestandsveränderung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse -2.314 637
Gesamtleistung 151.529 138.494
Sonstige betriebliche Erträge 19 13.427 15.280
Materialaufwand 20 -84.482 -66.686
Rohertrag 80.474 87.088
Personalaufwand 21 -43.878 -43.144
Abschreibungen 6 -10.852 -11.843
Sonstige betriebliche Aufwendungen 22 -25.555 -26.737
Betriebsergebnis 189 5.364
Zinsergebnis 23 -1.150 -1.118
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (Steuerertrag) 24 119 314
Ergebnis nach Steuern -842 4.560
Sonstige Steuern 25 -854 -836
Konzernjahresfehlbetrag (Vorjahr: Konzernjahresüberschuss) -1.696 3.724

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

(1) Darstellung des Konzernabschlusses

Die HOFTEX GROUP AG ist eine in der Bundesrepublik registrierte Kapitalgesellschaft, die im Handelsregister des Amtsgerichts Hof unter HRB 50 als Aktiengesellschaft registriert ist. Die Adresse lautet Fabrikzeile 21, D-95028 Hof. Sie ist die Holdinggesellschaft des Hoftex Group Konzerns (nachfolgend auch kurz "Hoftex Group").

Die Hauptaktivitäten der Hoftex Group sind Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Vliesstoffen für technische Anwendungen in der Automobilbranche, der Bauindustrie und Kabelindustrie sowie für medizinische Anwendungen und für die Bekleidungsbranche. Weitere Tätigkeitsfelder sind die Herstellung und der Vertrieb von Dekostoffen und textiler Sonnenschutzlösungen sowie der Betrieb einer Garnfärberei.

Die Aktien der Gesellschaft werden seit dem 29. Juni 2009 im Freiverkehr an der Börse München im Marktsegment M:access gehandelt; seither gilt die HOFTEX GROUP AG nicht mehr als "börsennotiert" oder "kapitalmarktorientiert" im Sinne des Handelsgesetzbuches (HGB) bzw. des Aktiengesetzes (AktG).

Der Konzernabschluss der HOFTEX GROUP AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 wurde nach den am Abschlussstichtag gültigen Vorschriften des HGB sowie des AktG aufgestellt.

Die Pflicht zur Aufstellung des Konzernabschlusses ergibt sich aus § 290 HGB. Der Konzernabschluss ist in Euro (€) aufgestellt. Alle Angaben erfolgen - soweit nicht explizit anders vermerkt - in Tausend Euro (T€).

Die einzelnen Jahresabschlüsse der Konzernunternehmen und der Konzernabschluss sind auf den Stichtag des Mutterunternehmens aufgestellt. Der Jahresabschluss der HOFTEX GROUP AG und die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen inländischen Tochtergesellschaften für das Geschäftsjahr 2022 wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes bzw. des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung aufgestellt. Für Zwecke der Erstellung des Konzernabschlusses wurden die Jahresabschlüsse der ausländischen Gesellschaften unter Beachtung konzerneinheitlicher Vorgaben gegebenenfalls auf die Vorschriften des HGB übergeleitet.

Einzelne Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung werden zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst. Diese Posten sind im Konzernanhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

(2) Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss zum 31.12.2022 sind neben der HOFTEX GROUP AG 10 (Vorjahr: 11) inländische und 5 (Vorjahr: 5) ausländische Gesellschaften einbezogen, bei denen der HOFTEX GROUP AG unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht und sie somit die Kontrolle über diese Unternehmen ausübt. Weiterhin ist die Unterstützungskasse der Hoftex Group, die Wohlfahrtseinrichtung der Vogtländischen Baumwollspinnerei AG e.V., in den Konzernabschluss gemäß § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB i.V.m. DRS 19 einbezogen.

Die Veränderung des Konsolidierungskreises ergab sich aus einer Verschmelzung der Hoftex GmbH auf die HOFTEX GROUP AG mit Wirkung zum 01.01.2022.

Von der Ausnahmeregelung des § 313 Abs. 3 Satz 4 HGB in Bezug auf Angaben zu unwesentlichen Beteiligungen wird Gebrauch gemacht.

Der Konsolidierungskreis der HOFTEX GROUP AG umfasst neben dem Mutterunternehmen selbst zum 31. Dezember 2022 die folgenden Gesellschaften:

Firma vollkonsolidierte Unternehmen Sitz Anteil am Kapital
in %
Währung Eigenkapital in Tausend 6) Jahresergebnis
in Tausend
gemäß § 290 Abs. 2 Nr. 1 HGB
Hoftex Färberei GmbH Hof 1) 100,00 Euro 800 (EAV) 7)
Hoftex Färberei Betriebs GmbH Hof 2) 100,00 Euro 150 (EAV) 7)
Tenowo GmbH Hof 100,00 Euro 63.171 (EAV) 7)
Tenowo Hof GmbH Hof 3) 100,00 Euro 150 (EAV) 7)
Tenowo Reichenbach GmbH Hof 3) 100,00 Euro 150 (EAV) 7)
Tenowo Mittweida GmbH Hof 3) 100,00 Euro 150 (EAV) 7)
Tenowo Inc. Lincolnton, USA 3) 100,00 USD 8) 12.449 699
Tenowo Huzhou New Materials Co. Ltd. Huzhou, China 3) 100,00 CNY 9) 46.356 -799
Tenowo Italia S.r.l. Mailand, Italien 3) 100,00 Euro 1.746 -162
Tenowo de Mexico S. de R.L. de C.V. San Luis de Potosi, Mexiko 4) 100,00 MXN 10) -13.857 -3.239
Neutex Home Deco GmbH Münchberg 100,00 Euro 7.536 (EAV) 7)
Neutex Betriebs GmbH Münchberg 5) 100,00 Euro 150 (EAV) 7)
SC Textor S.A. Targu Mures, Rumänien 5) 100,00 RON 11) 17.562 -7
Feinspinnerei Hof GmbH Hof 100,00 Euro 37 -2
Hoftex Immobilien I GmbH Hof 100,00 Euro 19.204 (EAV) 7)
vollkonsolidierte Unternehmen
gemäß § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB
Wohlfahrtseinrichtung der Vogtländischen Baumwollspinnerei AG e.V. Hof 0,00 Euro - -

1) 100 % der Anteile hält die HOFTEX GROUP AG.
2) 100 % der Anteile hält die Hoftex Färberei GmbH.
3) 100 % der Anteile hält die Tenowo GmbH.
4) 90 % der Anteile hält die Tenowo GmbH; 10 % die Tenowo Inc.
5) 100 % der Anteile hält die Neutex Home Deco GmbH.
6) Die Angabe erfolgt einschließlich des Geschäftsjahresergebnisses.
7) EAV = Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag ("Ergebnisabführungsvertrag"); die Gesellschaft nimmt die Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch.
9) Stichtagskurs zum 31.12.2022: 1 Euro = 7,3582 CNY
10) Stichtagskurs zum 31.12.2022: 1 Euro = 20,8560 MXN
11) Stichtagskurs zum 31.12.2022: 1 Euro = 4,9495 RON

(3) Konsolidierungsgrundsätze

Für Erstkonsolidierungen aus der Zeit vor dem 1.1.2010 erfolgt die Kapitalkonsolidierung gemäß Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB nach der Buchwertmethode. Für Erstkonsolidierungen nach diesem Zeitpunkt erfolgt diese ausschließlich nach der Neubewertungsmethode, bei der das Eigenkapital des Tochterunternehmens im Erstkonsolidierungszeitpunkt vollständig zum beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten bewertet wird. Ein aus einem Unternehmenserwerb auf der Aktivseite verbleibender Unterschiedsbetrag ist als Geschäfts- oder Firmenwert auszuweisen.

Ein im Geschäftsjahr 2018 aktivierter Geschäfts- oder Firmenwert wird planmäßig linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Die erwartete Nutzungsdauer begründet sich hauptsächlich in der kurzfristigen Vertragsdisposition mit den Abnehmerkreisen.

Die Ergebnisse der im Laufe eines Geschäftsjahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden entsprechend vom tatsächlichen Erwerbszeitpunkt oder bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im Konzernabschluss einheitlich zur Anwendung kommenden Methoden anzugleichen.

Zwischenergebnisse, konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge, Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Gesellschaften sowie Rückstellungsbildungen zwischen den Konzernunternehmen werden, ggf. aufwandswirksam, eliminiert.

(4) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Immaterielle Vermögensgegenstände werden, soweit sie gegen Entgelt erworben wurden, zu Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Unter den immateriellen Vermögensgegenständen werden vor allem von Dritten erworbene Software und Lizenzen ausgewiesen. Diese werden ab dem Anschaffungszeitpunkt planmäßig linear über 5 Jahre abgeschrieben.

Das nach § 248 Abs. 2 HGB bestehende Aktivierungswahlrecht in Bezug auf bestimmte selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurde nicht in Anspruch genommen.

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, im Falle abnutzbarer Sachanlagen vermindert um planmäßige Abschreibungen. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen die direkt zurechenbaren Einzelkosten und angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den planmäßigen Werteverzehr hinausgehen, wird erforderlichenfalls durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Soweit die Gründe für diese Abschreibungen nicht mehr vorliegen, werden Wertaufholungen bis maximal der Höhe der planmäßig fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgenommen. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen konzerneinheitlich grundsätzlich linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Diese orientiert sich an den steuerlichen Abschreibungstabellen (Mindestsätze) und an Erfahrungswerten.

Das Finanzanlagevermögen - derzeit Beteiligungen und sonstige Ausleihungen - wird grundsätzlich mit den Anschaffungskosten bzw., bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung, mit dem niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag angesetzt. Wenn die Gründe für die Beibehaltung eines niedrigeren Wertansatzes entfallen sind, erfolgt eine Wertaufholung gemäß § 253 Abs. 5 HGB.

In den Vorräten sind Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Tagespreis des Beschaffungs- oder Absatzmarktes angesetzt.

Fertige und unfertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 HGB bewertet. Die Herstellungskosten umfassen Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten und Sondereinzelkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Kosten der allgemeinen Verwaltung werden in angemessenem Umfang einbezogen. Fremdkapitalkosten werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Niedrigere Wiederbeschaffungskosten oder realisierbare Preise am Bilanzstichtag werden durch Abschreibungen auf den niedrigeren Marktpreis bzw. niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt. Für Verwertungsrisiken werden angemessene und ausreichende Abschreibungen vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Einzelwertberichtigungen auf Forderungen werden entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls vorgenommen. Das allgemeine Kreditrisiko wird durch pauschale Wertberichtigungen berücksichtigt, die auf Erfahrungswerten der Vergangenheit beruhen.

Die liquiden Mittel werden zum Nenn- bzw. Nominalwert angesetzt.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Die Auflösung erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf.

Latente Steuern werden auf Basis des Temporary-Konzepts gebildet. Dementsprechend wird in den Jahresabschlüssen der einbezogenen Gesellschaften ein Passivposten für latente Steuern gebildet, wenn sich zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen ergeben, die sich in Zukunft voraussichtlich abbauen, und sich daraus eine Steuerbelastung ergibt. Ergeben sich aus den unterschiedlichen Wertansätzen künftig Steuerentlastungen, so erfolgt eine Berücksichtigung maximal bis zur Höhe passiver latenter Steuern aus anderen Bewertungsdifferenzen. Ebenfalls berücksichtigt werden bestehende steuerliche Verlustvorträge. Ein Überhang der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern wird nicht aktiviert. Bei inländischen Gesellschaften wurden die latenten Steuern unter Zugrundelegung eines kumulierten Ertragsteuersatzes von 29 % (Körperschaftsteuer 15 % zzgl. Solidaritätszuschlag von 5,5 %, Gewerbesteuer durchschnittlich 14 %) ermittelt. Bei den ausländischen Tochtergesellschaften wurde der im jeweiligen Land gültige Steuersatz, der zwischen 16 % und 30 % liegt, verwendet.

Soweit sich aus den Vorschriften zur Vollkonsolidierung (§§ 300 bis 307 HGB) zusätzliche Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und deren steuerlichen Wertansätze ergeben, die sich in späteren Zeiträumen voraussichtlich ausgleichen, wurden aktive und passive latente Steuern angesetzt, die mit der o.g. pauschalen Steuerquote von 29 % ermittelt wurden. Gemäß dem Wahlrecht nach § 306 HGB werden diese saldiert.

Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus der Altersversorgung im Rahmen von Gehaltsumwandlungen wurden Kapitallebensversicherungen abgeschlossen, die an die berechtigten Mitarbeiter verpfändet und somit dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen sind. Die Bewertung erfolgt seit dem Geschäftsjahr 2009 zum beizulegenden Zeitwert, welcher dem Konzern vom Versicherer mitgeteilt wird. Der Zeitwert wird gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den jeweils zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Versicherungsansprüche die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" auf der Aktivseite der Bilanz. Die Anschaffungskosten der verrechneten Vermögenswerte liegen annähernd auf Höhe der von den Versicherungsunternehmen mitgeteilten versicherungstechnischen Zeitwerte von T€ 1.814 (Vorjahr: T€ 2.214), der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt T€ 3.165 (Vorjahr: T€ 3.703). Es ergibt sich ein passiver Unterschiedsbetrag (Rückstellung) aus der Vermögensverrechnung in Höhe von T€ 1.351 (Vorjahr: T€ 1.489). Im Zinsergebnis sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen sowie Aufwendungen infolge von Änderungen des Marktzinssatzes erfasst. Den Aufwendungen aus der Aufzinsung von sämtlichen Pensionsrückstellungen in Höhe von T€ 147 (Vorjahr: T€ 230) stehen mit diesen verrechnete Vermögenserträge von T€ 8 (Vorjahr: T€ 13) gegenüber.

Pensionsrückstellungen werden für die Versorgungsansprüche einzelner Mitarbeiter und Pensionäre nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren auf der Grundlage verbindlicher Zusagen zum Bilanzstichtag gebildet. Der Barwert wird mit einem Rechnungszinsfuß von 1,78 % und einer Rentendynamik von 2,0 % p.a. ermittelt. Bei dem zugrunde gelegten Rechnungszinsfuß für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen handelt es sich gem. § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB um den von der Deutschen Bundesbank nach RückAbzinsV ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Der sich zum 31. Dezember 2022 aus der sieben- und zehnjährigen Durchschnittsbetrachtung ergebende Unterschiedsbetrag beläuft sich auf T€ 198 (Vorjahr: T€ 338). Der entsprechende Betrag bei der HOFTEX GROUP AG beträgt T€ 166 (Vorjahr: T€ 275) und unterliegt der Ausschüttungssperre.

Die betriebliche Altersversorgung ist seit dem Jahr 1976 für Neuzugänge geschlossen. Gemäß einer Betriebsvereinbarung vom 14. Dezember 1994 wurden mit Wirkung ab 31. Dezember 1994 sowohl bereits unverfallbare als auch die noch verfallbaren Versorgungsanwartschaften in ihrer Höhe als DM-Betrag festgeschrieben und garantiert.

Für die biometrischen Wahrscheinlichkeiten wurden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Die Gehälter werden nicht mehr erhöht, da sie bereits festgeschrieben wurden. Durch die Schließung der Versorgungseinrichtung für Neueintritte ist die Berücksichtigung der Fluktuationsrate hinfällig.

Nach § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB und dessen Auslegung in DRS 19 (Bekanntmachung 20. Dezember 2019) sind Unterstützungskassen in den Konzernabschluss einzubeziehen. Diese Rechtsauffassung hat zur Folge, dass auch die Unterstützungskasse der Hoftex Group in den Konzernabschluss einzubeziehen ist. Die Unterstützungskasse hat einen Großteil ihrer Verpflichtungen über Lebensversicherungen ausfinanziert. Die Ansprüche an die Versicherung haben nach deren Mitteilung zum Bilanzstichtag einen Zeitwert von T€ 1.363 (Vorjahr: T€ 1.409). Die Pensionsverpflichtungen, bewertet nach § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB belaufen sich auf T€ 2.488 (Vorjahr: T€ 2.572). Der verbleibende Verpflichtungsüberhang in Höhe von T€ 1.125 (Vorjahr: T€ 1.163) wird in der Konzernbilanz gemäß Art. 28 Abs. 1 EGHGB nicht angesetzt.

Rückstellungen sind für ungewisse Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden. Weiterhin sind Rückstellungen zu bilden für unterlassene Instandhaltungen, die im folgenden Geschäftsjahr innerhalb von drei Monaten nachgeholt werden, und für Gewährleistungen, die ohne rechtliche Verpflichtung erbracht werden. Wir bilden die Rückstellungen in Höhe des Betrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um diese zu erfüllen. Bei der Bemessung der Rückstellungen haben wir allen erkennbaren Risiken angemessen Rechnung getragen. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden entsprechend berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind - mit Ausnahme der o.g. Pensionsrückstellungen - mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Verbindlichkeiten werden zu ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt.

Soweit Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet werden, werden diese nach der sog. "Einfrierungsmethode" bilanziert. Bislang erfolgt im Konzern der HOFTEX GROUP AG kein antizipatives Hedging.

(5) Währungsumrechnung

Auf fremde Währungen lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind zum Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Soweit die Restlaufzeit weniger als ein Jahr beträgt, stellen die Anschaffungskosten keine Wertobergrenze dar und Gewinne sind ertragswirksam zu berücksichtigen; ansonsten werden das Anschaffungskosten-, das Vorsichts- und das Realisationsprinzip beachtet.

Im Konzern erfolgt die Umrechnung der Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen Unternehmen am Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs. Differenzbeträge aus der Schuldenkonsolidierung werden erfolgsneutral in den Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" eingestellt. Auf die Eigenkapitalpositionen werden die historischen Kurse angewendet. Aufwendungen und Erträge werden zum von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Jahresdurchschnittskurs umgerechnet.

(6) Entwicklung des Anlagevermögens vom 1.1. bis zum 31.12.2022

in Tausend EUR Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand am 1.1.2022 Währungsänderungen Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software und ähnliche Rechte 6.135 5 73 0 0 6.213
Geschäfts- oder Firmenwerte 566 0 0 0 0 566
6.701 5 73 0 0 6.779
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 125.696 496 190 0 263 126.119
Technische Anlagen und Maschinen 199.839 1.811 735 -3.396 2.325 196.664
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 24.271 49 947 102 613 24.756
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.221 22 2.545 3.294 0 10.082
354.027 2.378 4.417 0 3.201 357.621
Finanzanlagen
Beteiligungen 16 0 0 0 0 16
Sonstige Ausleihungen 1 0 0 0 0 1
17 0 0 !0 0 17
360.745 2.383 4.490 0 3.201 364.417
in Tausend EUR Kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2022 Währungsänderungen Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software und ähnliche Rechte 5.262 5 606 0 5.873
Geschäfts- oder Firmenwerte 377 0 113 0 490
5.639 5 719 0 6.363
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 76.389 277 932 21 77.577
Technische Anlagen und Maschinen 160.339 1.357 8.125 2.325 167.496
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 20.147 34 1.076 536 20.721
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
256.875 1.668 10.133 2.882 265.794
Finanzanlagen
Beteiligungen 0 0 0 0 0
Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0
262.514 1.673 10.852 2.882 272.157
in Tausend EUR Nettobuchwerte
Stand am 31.12.2022 Stand am 31.12.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software und ähnliche Rechte 340 873
Geschäfts- oder Firmenwerte 76 189
416 1.062
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 48.542 49.307
Technische Anlagen und Maschinen 29.168 39.500
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.035 4.124
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 10.082 4.221
91.827 97.152
Finanzanlagen
Beteiligungen 16 16
Sonstige Ausleihungen 1 1
17 17
92.260 98.231

(7) Vorräte

31.12.2022 31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 22.925 17.637
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 3.862 2.975
Fertige Erzeugnisse und Waren 11.507 14.619
38.294 35.231

(8) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2022 31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21.192 16.509
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 11 19
Sonstige Vermögensgegenstände 3.784 3.616
24.987 20.144

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Posten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von T€ 18 (Vorjahr: T€ 11) enthalten. In den übrigen Forderungspositionen sind (wie im Vorjahr) keine Posten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr enthalten.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren wie im Vorjahr in voller Höhe aus Lieferungen und Leistungen.

(9) Liquide Mittel

Unter liquiden Mitteln werden der Kassenbestand, Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten ausgewiesen.

(10) Latente Steuern

Zeitliche Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen ergeben sich im Wesentlichen bei den Sachanlagen, Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen, Finanzanlagen, sonstigen Rückstellungen und Pensionsrückstellungen. Darüber hinaus werden steuerliche Verlustvorträge bei der Berechnung aktiver latenter Steuern in Höhe der innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erwartenden Verlustverrechnung berücksichtigt.

In den Jahresabschlüssen der Konzernunternehmen werden latente Steuern nur angesetzt, wenn sich insgesamt ein Überhang der passiven latenten Steuern über die aktiven latenten Steuern ergibt. Im Geschäftsjahr 2022 werden aktive latente Steuern auf Konsolidierungsbuchungen von T€ 1.146 bilanziert. Die bilanzierten passiven latenten Steuern von T€ 684 stammen aus dem Jahresabschluss einer ausländischen Tochtergesellschaft und sind quasi-permanenter Natur.

Die latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt entwickelt:

2022 2021 Veränderung
Aktive latente Steuern 1.146 1.043 103
Passive latente Steuern 684 684 0

(11) Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der HOFTEX GROUP AG beträgt € 13.919.988,69 und ist eingeteilt in 5.444.800 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je rund € 2,56. Jede Aktie berechtigt zur Ausübung einer Stimme.

(12) Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Juli 2019 ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 11. Juli 2024 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu T€ 5.000 zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann. Von der Ermächtigung, das Grundkapital zu erhöhen, wurde bisher kein Gebrauch gemacht.

(13) Kapitalrücklage

Als Kapitalrücklage des Konzerns wird die Kapitalrücklage der HOFTEX GROUP AG in Höhe von T€ 41.158 ausgewiesen. Sie beinhaltet nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB das Ausgabeaufgeld von T€ 2.199 aus der im Jahr 2008 durchgeführten Kapitalerhöhung sowie Einlagen der Gesellschafter nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

(14) Gewinnrücklagen

2022 2021
Gewinnrücklagen 1.1. 56.754 55.254
Einstellung gem. § 58 Abs. 3 AktG durch die Hauptversammlung 1.000 0
Einstellung gem. § 58 Abs. 2 AktG durch Vorstand und Aufsichtsrat 0 1.500
Gewinnrücklagen 31.12. 57.754 56.754

(15) Ergebnisverwendung

2022 2021
Konzernbilanzgewinn 1.1. 2.862 1.455
Einstellung in andere Gewinnrücklagen gem. § 58 Abs. 3 AktG durch die Hauptversammlung -1.000 0
Dividendenzahlung -707 -817
Konzernjahresfehlbetrag (Vorjahr: -überschuss) -1.696 3.724
Einstellung in andere Gewinnrücklagen gem. § 58 Abs. 2 AktG durch Vorstand und Aufsichtsrat 0 -1.500
Konzernbilanzverlust (Vorjahr: -gewinn) 31.12. -541 2.862

(16) Rückstellungen

31.12.2022 31.12.2021
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 8.150 8.681
Vermögensverrechnung mit zuordnenbaren Versicherungsansprüchen -451 -805
Ausweis Pensionsrückstellungen 7.699 7.876
Steuerrückstellungen 234 221
Sonstige Rückstellungen 7.361 8.508
15.294 16.605

In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Verpflichtungen aus dem Personalbereich, Gewährleistungen, Rechts- und Beratungskosten sowie ausstehende Rechnungen enthalten.

(17) Verbindlichkeiten

31.12.2022 31.12.2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 33.305 22.858
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.452 6.923
Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel 365 189
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.858 4.793
Sonstige Verbindlichkeiten 3.004 2.676
davon aus Steuern (777) (620)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (167) (127)
48.984 37.439

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten T€ 4.858 (Vorjahr: T€ 4.793) gegenüber Unternehmen des ERWO-Konzernverbundes. Davon sind T€ 2.295 von der Zhangjiagang Yangtse Spinning Co. (ZYS) in China an die Tenowo Huzhou New Materials Co. Ltd. bis auf Weiteres zur Verfügung gestellte Betriebsmittelkredite, die zu einem marktkonformen Zinssatz verzinst werden. Mit T€ 179 (Vorjahr: T€ 2) betreffen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen den Liefer- und Leistungsverkehr und mit T€ 2.384 (Vorjahr: T€ 2.333) sonstige Verbindlichkeiten.

31.12.2022 31.12.2021
Restlaufzeit bis 1 Jahr über 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre bis 1 Jahr über 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.680 20.625 0 4.674 18.184 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.452 0 0 6.923 0 0
Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel 365 0 0 189 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.858 0 0 4.793 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 3.004 0 0 2.676 0 0
davon aus Steuern (777) (0) (0) (620) (0) (0)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (167) (0) (0) (127) (0) (0)
28.359 20.625 0 19.255 18.184 0

Die HOFTEX GROUP AG und ihre Tochtergesellschaften bilden gegenüber den kreditgebenden Banken einen gesamtschuldnerischen Haftungsverbund. D.h. grundsätzlich haftet jede einzelne Gesellschaft bis zur vollen Höhe des Gesamtbetrags (§ 421 BGB). Der Kreditrahmen beläuft sich auf insgesamt T€ 51.000. Er ist zum Abschlussstichtag mit T€ 23.125 (Vorjahr T€ 10.000) in Anspruch genommen.

(18) Aufgliederung der Umsätze

2022 2021
Nach Bereichen
Hoftex 7.137 7.495
Neutex 11.242 12.980
Tenowo 133.123 115.357
Sonstige 2.341 2.025
153.843 137.857
Nach Regionen
Inland 45.691 47.778
Übrige Europäische Union 46.490 41.449
Übriges Ausland 61.662 48.630
153.843 137.857

(19) Sonstige betriebliche Erträge

2022 2021
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.632 1.057
Erträge aus Währungskursveränderungen 1.296 416
Erträge aus Anlagenabgängen 651 3.579
Erträge aus dem Eingang abgeschriebener Forderungen und der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 84 721
Sonstige periodenfremde Erträge 345 271
Übrige betriebliche Erträge 9.419 9.236
13.427 15.280

In den übrigen betrieblichen Erträgen sind T€ 8.473 (Vorjahr: T€ 7.700) Versicherungsentschädigungen für Sachschäden und für Erlöseinbußen infolge einer Betriebsunterbrechung aus einem 2021 entstandenen Hochwasserschaden am Vliesstandort Hof enthalten.

(20) Materialaufwand

2022 2021
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 80.220 63.425
Aufwendungen für bezogene Leistungen 4.262 3.261
84.482 66.686

Die Materialaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung beträgt 55,8 % (Vorjahr: 48,2 %).

(21) Personalaufwand

2022 2021
Löhne und Gehälter 35.825 35.955
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 8.053 7.189
davon für Altersversorgung (425) (207)
43.878 43.144

Im Jahresdurchschnitt waren beschäftigt:

2022 2021
Gewerbliche Arbeitnehmer 679 699
Angestellte 298 303
977 1.002

Darüber hinaus waren im Jahresdurchschnitt 31 Auszubildende (Vorjahr: 35) beschäftigt.

(22) Sonstige betriebliche Aufwendungen

2022 2021
Zuführung zu Wertberichtigungen, Ausbuchung von Forderungen 367 27
Aufwendungen aus Währungskursveränderungen 397 347
Sonstige periodenfremde Aufwendungen 1.083 530
Verwaltungskosten 6.839 5.859
Betriebskosten 9.566 13.072
Vertriebskosten 6.070 5.065
Übrige betriebliche Aufwendungen 1.233 1.837
25.555 26.737

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind T€ 853 (Vorjahr: T€ 4.906) Aufwendungen enthalten, die infolge des 2021 eingetretenen Hochwasserschadens am Vliesstandort Hof angefallen sind. Hierbei handelt es sich überwiegend um Fremdreinigungs- und Reparaturaufwendungen.

(23) Zinsergebnis

2022 2021
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 60 -1
davon negative Einlagezinsen (0) (-28)
davon aus verbundenen Unternehmen (0) (0)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.210 -1.117
davon an verbundene Unternehmen (-108) (-133)
davon aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen (-139) (-217)
-1.150 -1.118

Im Zinsergebnis sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen, sowie Aufwendungen infolge von Änderungen des Marktzinssatzes erfasst. Hierbei handelt es sich um den Nettoaufwand nach Verrechnung mit Erträgen aus der Vermögensanlage in Versicherungsansprüchen. Die dort angelegten Vermögenswerte dienen ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus der Altersversorgung im Rahmen von Gehaltsumwandlungen sowie für eine übernommene Einzelzusage; sie sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden die Vermögenserträge von T€ 8 (Vorjahr: T€ 13) mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung in Höhe von T€ 147 (Vorjahr: T€ 230) verrechnet.

(24) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten Erträge aus der Veränderung latenter Steuern in Höhe von T€ 103 (Vorjahr: Aufwendungen von T€ 83). Zudem sind periodenfremde Erträge in Höhe von T€ 38 (Vorjahr: T€ 355) enthalten.

(25) Sonstige Steuern

Die sonstigen Steuern betreffen mit T€ 580 (Vorjahr: T€ 607) im Wesentlichen Grundsteuer.

(26) Honorare des Abschlussprüfers

Der Abschlussprüfer Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat für das Geschäftsjahr Honorare von insgesamt T€ 400 (Vorjahr: T€ 321) berechnet.

Das Gesamthonorar ist wie folgt aufzuschlüsseln:

2022 2021
Abschlussprüfungsleistungen 187 178
Andere Bestätigungsleistungen 74 45
Steuerberatungsleistungen 139 98
400 321

(27) Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Angabe der Vorstandsgesamtbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchst. a) HGB unterbleibt unter Anwendung der Befreiungsmöglichkeit nach § 314 Abs. 3 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betragen T€ 90 (Vorjahr: T€ 90).

Die Bezüge für frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen betragen T€ 356 (Vorjahr: T€ 293). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen sind T€ 3.199 (Vorjahr: T€ 3.226) zurückgestellt.

(28) Konzern-Kapitalflussrechnung

Der ausgewiesene Finanzmittelfonds umfasst die kurzfristig verfügbaren liquiden Mittel, wie sie im Aktivposten B. III. ausgewiesen werden. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurde nach der indirekten Methode ermittelt.

(29) Haftungsverhältnisse

2022 2021
Bürgschaftsverpflichtungen 70 82

Aufgrund der Erfahrungen aus der Vergangenheit ist mit einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen nicht zu rechnen.

(30) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen aus Mietverträgen und aus Bestellobligos in Höhe von insgesamt T€ 1.988 (Vorjahr: T€ 2.412).

(31) Derivative Finanzinstrumente

Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken von variabel verzinslichen langfristigen Bankverbindlichkeiten wurden zwei Zinsswaps mit Floor abgeschlossen, um das Risiko aus künftigen Zinssteigerungen zu begrenzen. Sie stehen in Sicherungsbeziehungen (Mikro-Hedges) zu den bilanzierten Darlehen. Die Sicherungsgeschäfte bilden deckungsgleich die Merkmale der originären Finanzgeschäfte ab. Die korrespondierenden Aufwendungen und Erträge werden saldiert im Zinsaufwand erfasst.

Für die von der Gesellschaft aktuell abgeschlossenen Zinssicherungsgeschäfte ergeben sich zum 31. Dezember 2022 folgende, ausschließlich positive, beizulegenden Zeitwerte:

Nominalbetrag Fälligkeit Beizulegender Zeitwert Zins
Mio. EUR _8,1 16.12.2025 TEUR 343 0,68 %
Mio. EUR 15,0 31.12.2026 TEUR 789 1,75 %

Die Zeitwerte der Zinsbegrenzungsgeschäfte werden von den Kontrahentenbanken anhand von anerkannten Berechnungsmodellen unter Zugrundelegung der jeweiligen Zinsstrukturkurve ermittelt.

(32) Mitglieder des Aufsichtsrats

Tom Steger

Vorsitzender

Selbstständiger Rechtsanwalt

Nürnberg

Martin Steger

Stellv. Vorsitzender

Selbstständiger Immobilienkaufmann

Nürnberg

Werner Berlet

Im Ruhestand (ehem. IT-Manager bei Elmotec Statomat GmbH)

Bad Homburg v.d. Höhe

Renate Dempfle

Geschäftsführerin der PDV Inter-Media GmbH

Augsburg

Johanna Falasa *

Kaufmännische Angestellte

Münchberg

Joseph Kronfli

Geschäftsführer der Nürnberger Baugruppe Verwaltungsgesellschaft mbH

Hilden

Melanie Liebert

Selbstständige Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin

Augsburg

Wolfgang Schmidt *

Im Ruhestand (ehem. Vorsitzender Betriebsrat Tenowo Hof und Reichenbach)

Hof

Carmen Teismann *

Laborangestellte

Schwarzenbach/Saale

* von den Arbeitnehmern gewählt

(33) Mitglieder des Vorstands

Klaus Steger

Vorstandsvorsitzender, Chief Executive Officer

Nürnberg

Manuela Spörl

Chief Financial Officer

Hof

(34) Konzernverbindung

Die HOFTEX GROUP AG, Hof, ist als Konzernmutterunternehmen selbst Tochterunternehmen der ERWO Holding AG, Schwaig bei Nürnberg. Beide Gesellschaften erstellen jeweils als Mutterunternehmen einen Konzernabschluss unter Einbeziehung ihrer jeweiligen Tochterunternehmen; auf eine Inanspruchnahme von § 291 HGB wird seitens der HOFTEX GROUP AG verzichtet. Dabei stellt die ERWO Holding AG den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf und die HOFTEX GROUP AG den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen. Beide Konzernabschlüsse werden der das Unternehmensregister führenden Stelle elektronisch zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt.

(35) Ergebnisverwendungsvorschlag des Mutterunternehmens

Wir schlagen vor, den Bilanzverlust des Mutterunternehmens von € 902.869,61 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Hof/Saale, 5. Mai 2023

HOFTEX GROUP AG

Der Vorstand

Klaus Steger

Manuela Spörl

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022

in Tausend EUR 2022 2021
Konzernjahresfehlbetrag (Vorjahr: Konzernjahresüberschuss) -1.696 3.724
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 10.852 11.843
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen inkl. Pensionsrückstellungen -1.311 -976
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge -206 -250
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -7.998 -7.315
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind. 1.262 1.933
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -633 -3.535
+/- Zinsaufwendungen/Zinserträge 1.004 901
+/- Ertragsteueraufwand/-ertrag -119 -314
+/- Ertragsteuerzahlungen 45 195
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 1.200 6.206
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -73 -98
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 953 5.291
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -4.417 -9.275
+ Erhaltene Zinsen 61 0
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -3.476 -4.082
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 15.072 10.041
- Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten -4.625 -23.500
- Auszahlungen aus der Tilgung kurzfristiger Finanzmittel an verbundene Unternehmen -109 -1.196
+ Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen 0 110
- Gezahlte Zinsen -1.065 -900
- Gezahlte Dividenden -707 -817
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 8.566 -16.262
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 6.290 -14.138
Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 288 479
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 01.01. 12.955 26.614
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31.12. 19.533 12.955

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung zum 31. Dezember 2022

in Tausend EUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung
Stand 01.01.2021 13.920 41.158 55.254 -4.170
Einstellung in andere Gewinnrücklagen nach § 58 Abs. 2 AktG 1.500
Dividendenzahlung für das Jahr 2020
Währungsumrechnungsdifferenzen 3.020
Konzernjahresüberschuss 2021
Stand 31.12.2021 13.920 41.158 56.754 -1.150
Einstellung in andere Gewinnrücklagen nach § 58 Abs. 3 AktG 1.000
Dividendenzahlung für das Jahr 2021
Währungsumrechnungsdifferenzen 857
Konzernjahresfehlbetrag 2022
Stand 31.12.2022 13.920 41.158 57.754 -293
in Tausend EUR Konzernbilanzgewinn/ -bilanzverlust Gesamt
Stand 01.01.2021 1.455 107.617
Einstellung in andere Gewinnrücklagen nach § 58 Abs. 2 AktG -1.500 0
Dividendenzahlung für das Jahr 2020 -817 -817
Währungsumrechnungsdifferenzen 3.020
Konzernjahresüberschuss 2021 3.724 3.724
Stand 31.12.2021 2.862 113.544
Einstellung in andere Gewinnrücklagen nach § 58 Abs. 3 AktG -1.000 0
Dividendenzahlung für das Jahr 2021 -707 -707
Währungsumrechnungsdifferenzen 857
Konzernjahresfehlbetrag 2022 -1.696 -1.696
Stand 31.12.2022 -541 111.998

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die HOFTEX GROUP AG, Hof/Saale

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der HOFTEX GROUP AG, Hof/Saale, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der HOFTEX GROUP AG, Hof/Saale, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die in den Abschnitt 3 des Konzernlageberichts freiwillig aufgenommene Erklärung zur Unternehmensführung für die HOFTEX GROUP AG nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten freiwillig in den Konzernlagebericht aufgenommenen Erklärung zur Unternehmensführung für die HOFTEX GROUP AG nach § 289f Abs. 4 HGB.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Der Vorstand bzw. der Aufsichtsrat ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

den Bericht des Aufsichtsrats, welcher uns voraussichtlich erst nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt wird,

die in den Abschnitt 3 des Konzernlageberichts freiwillig aufgenommene Erklärung zur Unternehmensführung für die HOFTEX GROUP AG nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote),

alle übrigen Teile des veröffentlichten Geschäftsberichts, welcher uns voraussichtlich erst nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt wird,

aber nicht den Konzernabschluss, nicht die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Im Übrigen ist der Vorstand für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernjahresabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 5. Mai 2023

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Klaus Löffler, Wirtschaftsprüfer

Maximilian Domberg, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2022, welches geprägt war durch die wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, die steigenden Energiepreise und den Anstieg der Inflation sowie anhaltendenden Material- und Lieferengpassen, hat der Aufsichtsrat der HOFTEX GROUP AG den Vorstand gemäß Aktiengesetz, Satzung und Geschäftsordnung bei allen wesentlichen Geschäftsvorfällen und strategischen Entscheidungen, die das Unternehmen und den Konzern betrafen, überwacht und beratend begleitet. Vom Vorstand wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend, sowohl durch schriftliche als auch mündliche Berichte über die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft sowie deren Geschäftsbereiche und wesentliche Tochtergesellschaften unterrichtet und über Projekte mit erheblicher Bedeutung informiert. Anhand des periodischen Berichtswesens war der Aufsichtsrat ebenso in die Investitions-, Finanz- und Personalplanung eingebunden. Hierzu gehörten weiter Berichte über Auftragseingang, Mitarbeiterentwicklung, Umsatz, Cashflow, Ertragslage, Plan-/Ist-Abweichungen und die Liquiditätslage mit denen sich der Aufsichtsrat intensiv befasst hat.

Alle Maßnahmen und Geschäfte, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, wurden in den Aufsichtsratssitzungen intensiv mit dem Vorstand diskutiert und vom Aufsichtsrat eingehend und pflichtgemäß geprüft.

Zusätzlich zur Berichterstattung durch den Vorstand in den Aufsichtsratssitzungen hat sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats auch außerhalb der Sitzungen in regelmäßigen Gesprächen mit dem Vorstand über die aktuelle Situation und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informieren lassen.

Im Berichtsjahr fanden vier turnusmäßige Aufsichtsratssitzungen statt. Davon wurden zwei als Videokonferenzen durchgeführt und zwei als Präsenzsitzungen. Außerordentliche Sitzungen wurden nicht einberufen. Bei allen Sitzungen nahm der Aufsichtsrat geschlossen an den Beratungen teil. Im Berichtszeitraum bestand kein Anlass, den Personalausschuss einzuberufen. Im Berichtsjahr wurden keine weiteren Ausschüsse durch den Aufsichtsrat gebildet.

In der Sitzung am 28. März 2022 ließ sich der Aufsichtsrat zunächst über die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und des militärischen Angriffs Russlands auf die Ukraine für das Unternehmen informieren. Damit einhergehende Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie werden das Führungsteam vor große Herausforderungen stellen. Auf der Agenda standen außerdem eine ausführliche Berichterstattung durch die Geschäftsleitung der Tenowo über den aktuellen Stand der Sanierung des Hochwasserschadens aus dem Geschäftsjahr 2021 im Werk 1 am Vliesstandort Hof.

Am 16. Mai 2022 befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit den Jahresabschlüssen und Prüfungsberichten für die HOFTEX GROUP AG und den Konzern zum 31. Dezember 2021. Ebenso wurde die Tagesordnung zur Hauptversammlung mit den verschiedenen Beschlussvorlagen gebilligt. Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die turnusmäßige Berichterstattung des Vorstands über die aktuelle Geschäftsentwicklung mit Schwerpunkt auf den Zahlen des 1. Quartals 2022. Sodann ließ sich der Aufsichtsrat über die Fortschritte im Zusammenhang mit dem Effizienzprogramm "Fit4Future" am Standort Hof durch die Geschäftsleitung der Tenowo unterrichten.

Schwerpunkt der Sitzung am 26. September 2022 war die aktuelle Geschäftssituation per August 2022 mit Fokus auf die beiden Geschäftsbereiche Tenowo und Neutex. Auf der Agenda stand außerdem ein Update des Vorstands zum Sachstand des Flutschadens am Vliesstandort Hof. Ferner genehmigte der Aufsichtsrat die Investition einer Photovoltaik-Anlage am Vliesstandort Reichenbach.

In der letzten Sitzung des Berichtsjahres am 16. Dezember 2022 präsentierte der Vorstand die aktuelle Geschäftssituation per Oktober 2022, die Hochrechnung für 2022, die Unternehmensplanung 2023 und die Investitionsplanung für 2023 einschließlich der Investitionsvorschau 2024 bis 2026. Das Gremium genehmigte die Planung, nachdem sie eingehend geprüft und darin enthaltene Chancen und Risiken mit dem Vorstand intensiv diskutiert wurden. Darüber hinaus wurde der vorgelegte Investitionsplan für das Geschäftsjahr 2023 durch den Aufsichtsrat bewilligt.

Als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 hatte die Hauptversammlung die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, gewählt. Diese hat den Jahresabschluss der HOFTEX GROUP AG und den Konzernabschluss zum 31.12.2022 sowie den Konzernlagebericht unter Einschluss der Buchführung und des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Prüfungsberichte wurden den Aufsichtsratsmitgliedern unverzüglich nach Fertigstellung übersandt.

Der Aufsichtsrat hat die Bilanzsitzung am 15. Mai 2023 gemeinsam mit dem Abschlussprüfer der Gesellschaft durchgeführt. Dabei wurden der Jahresabschluss der HOFTEX GROUP AG und der Konzernabschluss zum 31.12.2022, der Lagebericht des Konzerns, der Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzergebnisses sowie die Prüfungsberichte mit dem Abschlussprüfer ausführlich erörtert. Der Aufsichtsrat nahm die Prüfungsergebnisse zustimmend zur Kenntnis. Er hat seinerseits den Jahres- und Konzernabschluss, den Konzernlageberichtsowie den Gewinnverwendungsvorschlag geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung sind auch von ihm keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der HOFTEX GROUP AG per 31.12.2021 gebilligt und damit festgestellt. Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht wurden ebenfalls gebilligt. Das Gremium stimmt dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzergebnisses zu.

Der für das Geschäftsjahr 2022 vorgelegte Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen nach § 312 AktG (Abhängigkeitsbericht) und der diesbezügliche Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht mit folgendem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen:

Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Der Aufsichtsrat hat diesen Bericht und das Ergebnis der Prüfung des Berichts durch den Abschlussprüfer zur Kenntnis genommen, beide Berichte geprüft und beide Ergebnisse mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer besprochen. Dem Ergebnis der Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch den Abschlussprüfer schließt sich der Aufsichtsrat an.

Der Vorstand hat am Schluss des Berichts erklärt, dass nach den Umständen, die dem Vorstand zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte mit dem herrschenden und mit diesem verbundenen Unternehmen vorgenommen wurden, die Gesellschaft bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden Unternehmens Maßnahmen weder getroffen noch unterlassen hat. Gegen diese Erklärung sind seitens des Aufsichtsrats nach dem abschließenden Ergebnis der Erörterungen und seiner Prüfung des Abhängigkeitsberichts keine Einwendungen zu erheben.

In der Zusammensetzung des Aufsichtsrats und des Vorstands hat es im Jahr 2022 keine personellen Veränderungen gegeben.

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr hohes Engagement im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie unseren Aktionären für das entgegengebrachte Vertrauen.

 

Hof, im Mai 2023

Der Aufsichtsrat der HOFTEX GROUP AG

Tom Steger, Vorsitzender des Aufsichtsrats

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