Hund-Berens Holding GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Andreas Reineke seit 28.6.2017 | Prokura |
Christian Müller seit 28.7.2015 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Stadt Paderborn | 61.68% |
Paderborner Kommunalbetriebe GmbHEigenbeteiligung | 32.82% |
Kreis Paderborn | 5.50% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Stadtwerke Paderborn GmbHPaderbornJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Anhang für das Geschäftsjahr 2021der Stadtwerke Paderborn GmbHAllgemeine Angaben Die Stadtwerke Paderborn GmbH (SWP) hat ihren Sitz in Paderborn. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Paderborn unter HRB 12009 eingetragen. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde auf der Grundlage der Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH-Gesetzes beachtet. Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Sie erstellt den Jahresabschluss jedoch nach den für große Kapitalgesellschaften maßgeblichen Vorschriften des Handelsgesetzbuches. Der Grundsatz der Bewertungsstetigkeit ist beachtet. Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind beibehalten worden. Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht geändert. Die Gliederung der Bilanz wurde um die Posten Forderungen gegen Gesellschafter und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter ergänzt. Soweit Berichtspflichten wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang erfüllt werden können, werden die Angaben überwiegend in den Anhang übernommen. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, um die planmäßigen Abschreibungen linear vermindert. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt. In die Herstellungskosten werden direkt zurechenbare Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten einbezogen. Anlagezugänge werden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Steuerlich sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis Euro 800,00 werden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben. Die unter den Vorräten ausgewiesenen Waren werden mit den Anschaffungskosten zuzüglicher etwaiger Anschaffungsnebenkosten bewertet. Wertberichtigungen werden jeweils im erforderlichen Umfang vorgenommen. Zum 31. Dezember 2021 werden erstmalig für den Gasabsatz des Jahres 2021 erworbene CO 2 -Zertifikate nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) unter den Vorräten ausgewiesen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken werden -sofern erforderlich- durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Das allgemeine Ausfallrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird -sofern erforderlich- durch eine Pauschalwertberichtigung berücksichtigt. Der Kassenbestand und das Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert angesetzt. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wird für Ausgaben bis zum Bilanzstichtag gebildet, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Der Ausweis erfolgt mit dem Nennwert. Die Bilanzierung latenter Steuern erfolgt aufgrund der mit der Paderborner Kommunalbetriebe GmbH, Paderborn, als Organträgerin begründeten ertragsteuerlichen Organschaft auf Ebene der Organträgerin. Das gezeichnete Kapital wird mit dem Nennwert ausgewiesen. Die sonstigen Rückstellungen werden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei werden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Sie werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag ausgewiesen. Angaben zur Bilanz Brutto-Anlagenspiegel Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens sowie die Entwicklung der Abschreibungen sind dem in diesem Anhang als Anlage beigefügten Anlagenspiegel zu entnehmen. Vorräte Die Vorräte betreffen im Wesentlichen die erworbenen CO 2 -Zertifikate. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen in Höhe von TEuro 7.341 (Vorjahr: TEuro 5.839) abgegrenzte Energielieferungen, die zum Bilanzstichtag noch nicht abgerechnete waren. Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben -wie im Vorjahr- jeweils eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Euro 566.211,16 (Vorjahr: Euro 648.144,79) enthalten. In den Forderungen gegen Gesellschafter sind Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von Euro 900.723,58 (Vorjahr: Euro 0,00) enthalten. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter betreffen in Höhe von Euro 21.283,15 (Vorjahr: Euro 203.470,35) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:
Sonstige Angaben Haftungsverhältnisse Wesentliche Haftungsverhältnisse bestanden zum Bilanzstichtag nicht. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz auszuweisen und auch keine Haftungsverhältnisse im Sinne von § 251 HGB sind, die für die Beurteilung der Lage des Unternehmens von Bedeutung sind, bestanden am Abschlussstichtag aus:
* teilweise Schätzwerte, da min. ein
Kriterium der Verpflichtung variabel ist
Darin enthalten sind sonstige finanzielle Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von Euro 23.892,00. Arbeitnehmer Im Jahresdurchschnitt waren im abgelaufenen Geschäftsjahr 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, davon 10 in der Verwaltung und 3 kaufmännische Aushilfen. Namen der Geschäftsführung Geschäftsführer ist Herr Christian Müller, Salzkotten. Gesamtbezüge der Geschäftsführung Die Bezüge des Geschäftsführers betrug im Geschäftsjahr Euro 107.949,45; davon entfallen Euro 100.249,45 auf den festen und Euro 7.700,00 auf den erfolgsbezogenen Bestandteil der Vergütung. Zusammensetzung und Bezüge des Aufsichtsrates
Konzernzugehörigkeit Mutterunternehmen im Sinne des § 290 Abs.1 HGB ist die Paderborner Kommunalbetriebe GmbH, Paderborn. Die Stadtwerke Paderborn GmbH ist in den Konzernabschluss der Paderborner Kommunalbetriebe GmbH einbezogen. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Abschlussprüferhonorar Die Angaben erfolgen gemäß § 285 Nr. 17 HGB im Konzernabschluss der Paderborner Kommunalbetriebe GmbH. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Die bereits angespannte Lage auf den Energiemärkten spitzte sich wegen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland weiter zu. Eine belastbare Abschätzung der negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aufgrund von Versorgungsknappheit bei der Energieversorgung ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich.
Paderborn, 27. April 2022 Christian Müller, Geschäftsführer Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021der Stadtwerke Paderborn GmbH
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Stadtwerke Paderborn GmbH, Paderborn Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Stadtwerke Paderborn GmbH, Paderborn, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Stadtwerke Paderborn GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung des gesetzlichen Vertreters und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG Prüfungsurteil Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 eingehalten hat. Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten. Grundlage für das Prüfungsurteil Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F.) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen. Verantwortung des gesetzlichen Vertreters und des Aufsichtsrats für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten. Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet hat, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten der Gesellschaft nach § 6b Abs. 3 EnWG. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der gesetzliche Vertreter seine Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten hat. Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet. Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.
Düsseldorf, den 2. Mai 2022 EversheimStuible
Treuberater GmbH
Semelka, Wirtschaftsprüfer Engel, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 31. Dezember 2021der Stadtwerke Paderborn GmbHAKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021der Stadtwerke Paderborn GmbH
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021der Stadtwerke Paderborn GmbHI. Grundlage und Geschäftsmodell des Unternehmens Gegenstand des Unternehmens ist der Vertrieb von Energie, insbesondere von Strom und Erdgas. Das Hauptversorgungsgebiet ist der Kreis Paderborn. Ebenso übernimmt die Stadtwerke Paderborn GmbH als Geschäftsbesorgerin für die Wasserwerke Paderborn GmbH die Wasserversorgung im gesamten Versorgungsgebiet (Stadt Paderborn, Bad Lippspringe und Borchen). Mit der Muttergesellschaft Paderborner Kommunalbetriebe GmbH besteht ein Ergebnisabführungsvertrag. Unter dem Motto: ECHT.STARK.VOR ORT stellen sich die Stadtwerke Paderborn jeden Tag den Herausforderungen der Energiewirtschaft und der differenzierten Kundenanfragen. Dabei wird eine schnelle und qualitativ hochwertige Bearbeitung der einzelnen Vorgänge gewährleistet. Mit eigenem Kundenzentrum vor Ort stellen die Stadtwerke Paderborn die persönliche Beratung in den Vordergrund und stehen den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen der Stadt und des Kreises Paderborn als kompetenter Partner zur Seite. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 um 2,7 % höher als im Jahr 2020 (kalenderbereinigt). Die konjunkturelle Entwicklung war auch im Jahr 2021 stark abhängig von dem Corona-Infektionsgeschehen und den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen. Jedoch konnte sich die deutsche Wirtschaft trotz der andauernden Pandemiesituation und zunehmender Liefer- und Materialengpässe nach dem Einbruch im Vorjahr leicht erholen. Die Wirtschaftsleistung konnte das Vorkrisenniveau jedoch noch nicht wieder erreichen. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2021 noch um 2,0 % niedriger. Im Vergleich zum vorangegangenen Krisenjahr 2020, in dem die Produktion im Zuge der Corona-Pandemie teilweise massiv eingeschränkt worden war, hat sich die Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 in fast allen Wirtschaftsbereichen erhöht. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung stieg im verarbeitenden Gewerbe deutlich um 4,4 % gegenüber dem Vorjahr. Auch die meisten Dienstleistungsbereiche verzeichneten gegenüber 2020 merkliche Zuwächse. So nahm die Wirtschaftsleistung der Unternehmensdienstleister, zu denen Forschung und Entwicklung, Rechts- und Steuerberater sowie Ingenieurbüros zählen, um 5,4 % zu. Im zusammengefassten Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe fiel das Wirtschaftswachstum aufgrund der anhaltenden pandemiebedingten Einschränkungen mit einem Plus von 3,0 % etwas verhaltener aus. Lediglich im Baugewerbe, in dem die Corona-Pandemie im Jahr 2020 keine sichtbaren Spuren hinterlassen hatte, ging die Wirtschaftsleistung 2021 gegenüber 2020 leicht um 0,4 % zurück. Trotz der Zuwächse im Jahr 2021 hat die Wirtschaftsleistung in den meisten Wirtschaftsbereichen noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht. So lag die Wirtschaftsleistung im verarbeitenden Gewerbe 2021 noch 6,0 % unter dem Niveau von 2019. Die sonstigen Dienstleister, zu denen neben Sport, Kultur und Unterhaltung auch die Kreativwirtschaft zählt, waren besonders stark von der anhaltenden Corona-Pandemie beeinträchtigt. Hier lag die preisbereinigte Bruttowertschöpfung 2021 sogar noch 9,9 % unter dem Vorkrisenniveau. Im Bereich öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit wurde der Rückgang der Wirtschaftsleistung aus dem Krisenjahr 2020 im Jahr 2021 nahezu kompensiert. Das Baugewerbe und der Bereich Information und Kommunikation konnten sich in der Pandemie behaupten und ihre Wirtschaftsleistung im Vergleich zu 2019 merklich steigern. Die preisbereinigten privaten Konsumausgaben stabilisierten sich 2021 auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres und sind damit noch weit von ihrem Vorkrisenniveau entfernt. Die Konsumausgaben des Staates waren auch im Jahr 2021 eine Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft. Sie stiegen trotz des bereits hohen Vorjahresniveaus im zweiten Jahr der Corona-Pandemie preisbereinigt um weitere 3,4 %. Der Staat gab vor allem mehr Geld aus, um die im Frühjahr 2021 flächendeckend eingeführten kostenlosen Antigen-Schnelltests und die Corona-Impfstoffe zu beschaffen sowie Test- und Impfzentren zu betreiben. Die Bauinvestitionen legten im Jahr 2021 aufgrund von Engpässen bei Arbeitskräften und Material nur noch um 0,5 % zu, nachdem sie zuvor fünf Jahre in Folge stärker gewachsen waren. In Ausrüstungen - das sind vor allem Investitionen in Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge - wurde im Jahr 2021 preisbereinigt 3,2 % mehr investiert, allerdings nach einem starken Rückgang im Krisenjahr 2020. Der Außenhandel erholte sich 2021 von den starken Rückgängen im Vorjahr. Deutschland exportierte preisbereinigt 9,4 % mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland als 2020. Die Importe legten gleichzeitig um preisbereinigt 8,6 % zu. Damit lag der Außenhandel Deutschlands 2021 nur noch leicht unter dem Niveau des Jahres 2019. Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahresdurchschnitt 2021 von 44,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren etwa genauso viele Erwerbstätige wie im Vorjahr. Allerdings arbeiteten viele Erwerbstätige nun in anderen Wirtschaftsbereichen oder anderen Beschäftigungsverhältnissen als zuvor. Beschäftigungsgewinne gab es im Bereich öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+2,2 %), im Bereich Information und Kommunikation (+2,4 %) sowie im Baugewerbe (+1,2 %). Dagegen kam es im Handel, Verkehr und Gastgewerbe wie schon im Jahr zuvor zu Beschäftigungsverlusten (-1,8 %). Die Zahl geringfügig Beschäftigter und Selbstständiger nahm 2021 weiter ab, während mehr Erwerbstätige sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Die staatlichen Haushalte beendeten das Jahr 2021 nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsdefizit von 153,9 Milliarden Euro. Das war noch etwas mehr als im Jahr 2020 mit 145,2 Milliarden Euro und das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung. Das Defizit des Bundes stieg beträchtlich und war im Jahr 2021 mit 155,3 Milliarden Euro sogar noch etwas höher als das Defizit des Staates insgesamt. Dagegen waren die Finanzierungssalden der Länder (-1,6 Milliarden Euro) und der Sozialversicherungen (-0,1 Milliarden Euro) nur leicht im Minus. Die Gemeinden schlossen das Haushaltsjahr sogar mit einem kleinen Überschuss von 3,1 Milliarden Euro ab. Gemessen am nominalen BIP errechnet sich für den Staat im Jahr 2021 eine Defizitquote von 4,3 %. Branchenbezogene Rahmenbedingungen In seinem Jahresbericht 2021 geht der BDEW auf die Absatzzahlen für Erdgas und Strom ein. Der Erdgasabsatz insgesamt nahm 2021 nach ersten Zahlen um 3,6 % zu. Aufgeschlüsselt auf die einzelnen Kundengruppen entwickelte er sich aber nicht einheitlich. Grundsätzlich führten die kühleren Temperaturen bis in den Mai hinein zu einer höheren Nachfrage im Raumwärmemarkt. Die Nachfrage der Industrie, die im Jahr 2020 stark zurückgegangen war, legte 2021 vor allem im 2. und 3. Quartal kräftig zu. Im Zuge der konjunkturellen Erholung seit dem Ende des pandemiebedingten Lockdowns wuchs der Erdgasverbrauch des Industriesektors (Bergbau und verarbeitendes Gewerbe) nach ersten Abschätzungen um knapp 2 % auf 366 Milliarden. kWh. Dieser umfasst auch den Erdgaseinsatz in den von Industrieunternehmen selbst betriebenen Erdgaskraftwerken. Der Verbrauch im Industriesektor ist deutlich weniger temperatur- und mehr konjunkturabhängig. Anders gestaltet sich der Erdgasverbrauch der Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen: Hier wird Erdgas zu gut vier Fünfteln für Raumwärmezwecke eingesetzt. Die niedrigeren Temperaturen ließen den Verbrauch somit steigen. Konjunkturelle Effekte verstärkten den Zuwachs. In Summe kann 2021 mit einem Verbrauchsplus von fast 5 % gerechnet werden. Bei den privaten Haushalten (einschließlich der sie mit Raumwärme und Warmwasser versorgenden Wohnungsgesellschaften) ist aufgrund der kühlen Witterung in der ersten Jahreshälfte 2021 ein kräftiger Verbrauchszuwachs zu erwarten. Aktuelle Daten zeigen für das Jahr 2021 einen Anstieg um gut 9 % auf 306 Milliarden kWh.
* vorläufig, teilweise geschätzt
Quellen: Destatis, BVEG, BDEW; Stand 12/2021 Der durchschnittliche Gaspreis für Haushalte ist im Jahr 2021 deutlich gestiegen. Erdgasheizer in einem Einfamilienhaus (EFH) bezahlten 2021 durchschnittlich 7,06 Cent/kWh und damit 18 % mehr als im Vorjahr (EFH bei 20.000 kWh Jahresverbrauch). Haushalte in Mehrfamilienhäusern (MFH) entrichteten 2021 durchschnittlich 6,35 Cent/kWh und damit 21 % mehr als im Vorjahr (MFH bei 80.000 kWh Jahresverbrauch bzw. 13.333 kWh Jahresverbrauch pro Wohnung). Gründe dafür sind vor allem die gestiegenen Kosten für Beschaffung und Vertrieb aufgrund des starken Anstiegs der Gaspreise im Großhandel, aber auch die zu Jahresbeginn eingeführte CO 2 -Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandels-Gesetz (BEHG). Diese betrug 25 Euro/t CO 2 im Jahr 2021, was für Erdgas einer Mehrbelastung von 0,455 Cent/kWh (netto) bzw. 0,541 Cent/kWh (inkl. MwSt.) entspricht. Im Jahr 2022 erhöht sich der CO 2 -Preis auf 30 Euro/t CO 2. Für den Bezug von Erdgas bedeutet das dann einen Aufschlag von 0,546 Cent/kWh (netto) bzw. 0,650 Cent/kWh (inkl. MwSt.). Den größten Anteil am Gaspreis hatten 2021 die Kosten für Beschaffung und Vertrieb mit 46 % (EFH) bzw. 47 % (MFH) gefolgt von Steuern, Abgaben und CO 2 -Preis mit einem Anteil von 31 % (EFH) bzw. 32 % (MFH). Der Anteil der Netzentgelte betrug 2021 23 % (EFH) bzw. 21 % (MFH). Die Entwicklung des Stromverbrauchs war im Jahr 2021 sowohl von der langanhaltend kühlen Witterung im Frühjahr als auch von konjunkturellen Aufholeffekten geprägt. Insgesamt legte der Stromverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 2,8 % zu und bewegte sich, abgesehen von kurzen witterungsbedingten Schwankungen, wieder auf dem Niveau der Jahre 2016 bis 2019. Auch der Letztverbrauch von Strom stieg 2021 auf 505 Milliarden kWh an. Das entspricht einem Zuwachs von 3,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die konjunkturelle Aufholbewegung in der Industrie und pandemiebedingte Einflüsse sorgten für unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Verbrauchssektoren. Der Stromverbrauch der Industrie (Bergbau und verarbeitendes Gewerbe) betrug im Berichtsjahr nach ersten Schätzungen insgesamt 226 Milliarden kWh und stieg damit um 4 % an, nachdem dieser im Jahr 2020 um gut 5 % zurückgegangen war. Der Stromverbrauch der privaten Haushalte stieg um 2,7 % (2020: +0,8 %), vermutlich, weil auch 2021 zahlreiche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von zuhause aus arbeiteten. Weitere vorübergehende Einschränkungen im öffentlichen Leben führten dazu, dass der Stromverbrauch bei Gewerbe, Handel und Dienstleistungen nur moderat um 1,7 % zunahm. Damit liegt deren Stromverbrauch immer noch deutlich unter dem Niveau des Jahres 2019. Der stärkste Verbrauchszuwachs erfolgte mit einem Plus von 5,6 % im Verkehrsbereich für den Fahrstrom von Schienenbahnen sowie für die Elektromobilität. Größter Stromverbraucher ist die Industrie mit einem Anteil von 45 %, gefolgt von Gewerbe, Handel und Dienstleistungen mit einem Anteil von 27 %. Private Haushalte tragen mit einem Anteil von 26 % zu gut einem Viertel des Stromverbrauchs bei, der Verkehrsbereich hat einen Anteil von 2 %.
* einschließlich des Selbstverbrauchs aus
Eigenanlagen
Quelle: BDEW; Stand 12/2021 Der Strompreis für Haushaltskunden ist im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um 1,1 % auf durchschnittlich 32,16 Cent/kWh angestiegen. Damit erreichten die Haushaltsstrompreise ein neues Rekordniveau. Grund dafür ist der Anstieg der Kosten für Beschaffung und Vertrieb. Während die Netzentgelte 2021 nur geringfügig anstiegen, sind und Steuern, Abgaben und Umlagen vor allem aufgrund der Deckelung der EEG-Umlage auf 6,5 Cent/kWh geringfügig gesunken. Dennoch machen Steuern, Abgaben und Umlagen mit einem Anteil von 51 % weiterhin den größten Teil des Strompreises aus. Die Kosten für Beschaffung und Vertrieb haben einen Anteil von 25 %, die Netzentgelte einen Anteil von 24 %. Für das Jahr 2022 werden die Steuern, Abgaben und Umlagen sichtbar um etwa 2,5 Cent/kWh sinken - vor allem aufgrund des deutlichen Rückgangs der EEG-Umlage von 6,5 Cent/kWh auf 3,723 Cent/kWh im Jahr 2022. Zwei wesentliche Faktoren haben sich im 4. Quartal 2021, insbesondere im Dezember 2021 auf die deutschen Energieversorger ausgewirkt. Je nach Beschaffungsstrategie haben Energieversorger, die sich primär mit Kurzfristgeschäften am Spotmarkt mit Energie eingedeckt haben, kurzfristig ihren Kunden die Verträge gekündigt. Andere Energieversorger nahmen zum Teil hohe Preisanpassungen bei ihren Kunden vor. Dieses Geschäftsgebaren führte dazu, dass in kurzer Zeit mehrere 100.000 Kunden bundesweit ihre zum Teil bestehenden Energieversorgungsverträge verloren bzw. aufgrund der Preisanpassung ihr Sonderkündigungsrecht genutzt haben und zu anderen Energieversorgern wechselten bzw. in die Grund- und Ersatzversorgung des jeweiligen Grundversorgers aufgenommen wurden. Gleichzeitig führten die im 4. Quartal 2021 enorm und sprunghaft gestiegenen Preise an den Energiebörsen dazu, dass die Energieversorger die Bezugskosten für Nachbeschaffungsmengen nicht mehr wirtschaftlich in ihren bestehenden Tarifen mit abbilden konnten. In der Grund- und Ersatzversorgung wurden daher vielfach sogenannte Split-Tarife eingerichtet, welche den tatsächlichen Beschaffungspreis für die zusätzlich zu beschaffenden Mengen wiedergegeben haben und für die von den Wettbewerbern freigesetzten Neukunden Geltung hatten. Hier kam es am Markt zu drastischen Preisverwerfungen, gegen die von der Verbraucherzentrale und Wettbewerbern rechtliche Schritte eingeleitet wurden. Ob diese Split-Tarife rechtlich zulässig sind, wird nunmehr durch die Gerichte geprüft. Andere Energieversorger, die nicht Grundversorger sind, haben durch enorme Kundenzuwächse die Aufnahme von Neukunden gestoppt. Dieses Vorgehen zieht sich durch die gesamte Branche und auch die Stadtwerke Paderborn sahen sich zu dieser drastischen Maßnahme gezwungen. 2. Geschäftsverlauf Wie in jedem Jahr wurden die Preise für die Segmente Strom, Heizstrom und Erdgas nach Veröffentlichung der für das Jahr 2021 geltenden Netzentgelte sowie der Abgaben und Umlagen im Oktober 2020 neu kalkuliert. Unter Berücksichtigung aller Kostenbestandteile konnten die Strompreise stabil gehalten werden. In der Sparte Erdgas erfolgte eine Erhöhung im Arbeitspreis um rd. 9,1 %. U. a. wurde in der Preiskalkulation der ab 2021 zu berücksichtigende CO 2 -Preis in die Preiskalkulation aufgenommen. Gemäß Jahresbericht des BDEW betrug die durchschnittliche Preiserhöhung 18 % BDEW (Basis: Einfamilienhaus, 20.000 kWh Jahresverbrauch). Die Corona-Pandemie wirkte sich ab März 2020 mit steigenden Inzidenzen stark auf die Arbeitsabläufe im Kundenzentrum aus. Die Zeiten während des Lockdowns und der kontinuierlich aktualisierten Coronaschutzverordnung haben stetige Veränderungen auf Verhaltensvorgaben sowie Öffnungs- und Beratungszeiten mit sich gebracht. Teilweise war das Kundenzentrum komplett geschlossen, teilweise konnten Beratungen mit Termin durchgeführt werden. In dieser Zeit hat sich die Kontaktaufnahme auf die Kanäle Telefonie, Online (per Mail oder Kundenportal) sowie Post verschoben. Neben der Arbeit im Homeoffice für einen Teil der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden Onlineberatungen in virtuellen Besprechungsräumen angeboten. Dies wurde insbesondere von Kunden, die sich für das Thema E-Mobilität interessierten, rege genutzt. Auch die Jahresverbrauchsabrechnung 2021 war von der Pandemie betroffen. Die Zählerstände, welche bisher über den Netzbetreiber spartenübergreifend mittels Ableser vor Ort abgelesen wurden, mussten im Jahr 2021 die Kunden selbst ablesen. Wie schon im Jahr 2020 hat der Netzbetreiber für die Energiesparte die Selbstablesung per Postkarte und über eine Onlineeingabe ermöglicht. Für die Wassersparte wurde den Kunden zum einen die Möglichkeit angeboten, die Zählerstände online einzugeben und für die weniger internetaffinen Kunden wurde eine kostenlose Rufnummer eingerichtet, unter der die Zählerstände mitgeteilt werden konnten. Zudem war die Eingabe der Zählerstände für die Energiekunden auf der Homepage möglich. Die Außendarstellung in Form von Messen und Ausstellungen ist durch die Pandemie komplett zum Erliegen gekommen. Um dennoch Präsenz zu zeigen, wurden verschiedene Kampagnen durchgeführt, unter anderem Radiowerbung und Werbung auf den Großdisplays in Paderborn und Salzkotten sowie verschiedene Anzeigen in Printmedien. Auch im Jahr 2021 konnten weitere Kundengewinne verzeichnet werden. Die Kundengewinne lagen zum 31.12.2021 über den Planwerten für das Jahr 2021 (Plan Strom und Gas: 970, IST: 1.991). Die enorme Steigerung ist im Wesentlichen auf die Gassparte zurückzuführen. Hier hat es durch die Kündigungen von Gas.de und Preisanpassungen anderer Wettbewerber einen sprunghaften Anstieg im Dezember gegeben. Absatz Im Geschäftsjahr 2021 wurden 211.752 MWh Energie verkauft, die sich wie folgt verteilten:
Am 31.12.2021 befanden sich 19.516 Zählpunkte in Belieferung. Dieses entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr (17.473 Zählpunkte) von rd. 11,7 %. Seitdem 09.12.2021 werden in der Sparte Erdgas und seit dem 14.12.2021 in der Sparte Strom keine Neukunden aufgenommen. Es wird zunächst eine nachhaltige Marktberuhigung abgewartet, um mit einem adäquaten Neukundentarif die Akquise wieder zu starten. Wann dies der Fall sein wird ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht absehbar. Beschaffung Die Energiebeschaffung für die Lieferjahre 2022, 2023 und 2024 in den Sparten Strom und Erdgas wurde gemäß des in 2019 angepassten Beschaffungshandbuches durchgeführt. Infolge der hohen Kundenzuwachszahlen, insbesondere in der Sparte Erdgas mussten entsprechende Mengen kurzfristig nachbeschafft werden. Insbesondere in der Sparte Erdgas wurden zwei größere Tranchen nachbeschafft. Personal Die Coronakrise stellte auch im Jahr 2021 Herausforderungen an die bei der Stadtwerke Paderborn GmbH beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wenn auch nicht mehr in dem Maße des Jahres 2020, da die wesentlichen Prozesse bereits etabliert waren. Investitionen Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr Investitionen in Höhe von 17 TEuro getätigt. Die Investitionen betrafen hauptsächlich den Bereich der Betriebs- und Geschäftsausstattungen. 3. Lage der Gesellschaft a. Vermögens- und Finanzlage Den Investitionen in Höhe von 17 TEuro standen Abschreibungen in Höhe von 32 TEuro gegenüber, sodass sich das Anlagevermögen auf 58 TEuro reduzierte. Die geringe Anlagenintensität ist der Tatsache geschuldet, dass die Gesellschaft überwiegend als Handelsunternehmen sowie als Dienstleister in der Wasserversorgung (Geschäftsbesorgerin der Wasserwerke Paderborn GmbH) tätig ist. Da der Tätigkeitsschwerpunkt der Gesellschaft überwiegend auf vertrieblichen Aktivitäten beruht und die Jahresverbrauchsabrechnung für die Strom- und Gaskunden erst zum Jahresende erfolgt, stellen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 9.208 TEuro den größten Posten auf der Aktivseite dar. Demgegenüber stehen auf der Passivseite Verbindlichkeiten aus Abschlagszahlungen und Kundenguthaben aus Energielieferungen von insgesamt 5.268 TEuro. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich, bedingt durch die gestiegene Bilanzsumme, im Berichtsjahr auf 4,1 %. Die sonstigen Rückstellungen stiegen signifikant von 396 TEuro auf 3.366 TEuro an. Ausschlaggebend waren deutliche höhere Rückstellung aus den Sparten Strom und Gas, insbesondere bezüglich der Beschaffung. Die Rückstellungen decken alle eventuellen Risiken ab und haben einen Anteil von 23,1 % an der Bilanzsumme. Den größten Posten auf der Passivseite stellen die Verbindlichkeiten (8.412 TEuro) mit einem Anteil von 68,5 % an der Bilanzsumme dar. Die im Vergleich zum Vorjahr stichtagsbedingt um 545 TEuro gesunkenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten im Wesentlichen die Ansprüche der Wasserwerke Paderborn GmbH aus dem Wassergeschäft, welches von der Stadtwerke Paderborn GmbH als Geschäftsbesorgerin durchgeführt wird. b. Ertragslage Im Geschäftsjahr 2021 konnten die Umsatzerlöse nach Abzug der Strom- und Energiesteuer deutlich um 3.407 TEuro auf 20.118 TEuro gesteigert werden. Zu dieser Umsatzsteigerung haben sowohl der Stromverkauf als auch der Gasverkauf beigetragen. Dem Erlöszuwachs steht ein um 4.335 TEuro auf 19.918 TEuro gestiegener Materialaufwand gegenüber. Im Materialaufwand sind im Wesentlichen die Energiebezugskosten sowie die Netznutzungsentgelte enthalten. Darüber hinaus wirkt sich die Bildung von Rückstellungen aus der künftigen Energiebeschaffung erheblich aus. Unter Berücksichtigung der höheren sonstigen betrieblichen Aufwendungen erwirtschaftet die Gesellschaft einen Verlust vor Ausgleich aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages in Höhe von 901 TEuro und liegt damit deutlich unter der Prognose des Vorjahres. 4. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren Bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator ist das Jahresergebnis. Wesentliche nicht finanzielle Leistungsindikatoren sind neben dem Kundenservice auch der kontinuierliche Kundenzuwachs. 5. Gesamtaussage Die Auswirkungen der Energiekrise im 4. Quartal 2021 haben durch die starke Zunahme an Neukunden in der Erdgassparte bei gleichzeitig in einer noch nie dagewesenen Größenordnung gestiegenen Beschaffungskosten die Gesellschaft wirtschaftlich stark getroffen. Noch größere negative Auswirkungen konnten nur durch einen konsequenten Neukundenstopp im Dezember 2021 sowohl in der Erdgassparte als auch im Strombereich verhindert werden. Eine Gefährdung des Bestands und der Unternehmensentwicklung der Stadtwerke Paderborn wird aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen und des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages nicht gesehen. III. Risikomanagement und -prozess Die Stadtwerke Paderborn GmbH hat ein Risikomanagement eingerichtet, damit Risiken frühzeitig und gebündelt identifiziert sowie bewertet werden. Entsprechend der möglichen Schadenshöhe werden die Risiken in Klassen eingeordnet und mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit versehen. Die Klassen reichen von "niedrig" über "mittel" bis "hoch". Das Risikomanagement enthält auch eine Strategie zur Risikominimierung sowie Maßnahmen vor Risikoeintritt. Die Risikolage der Gesellschaft wird somit transparent und bedarfsgerecht dargestellt und regelmäßig auf neue Risiken bzw. geänderte Risikosituationen überprüft. Neben den Ausfallrisiken, z. B. bei Großkunden, sind im aktuellen Risikomanagement auch Wettbewerbsrisiken berücksichtigt. Ein Pandemieplan ist ebenfalls implementiert. Neben dem Risikomanagement wurde ein internes Kontrollsystem (IKS) integriert. Die in diesem Lagebericht dargestellten Entwicklungen, insbesondere im 4. Quartal 2021, haben gezeigt, dass das zu dem Zeitpunkt implementierte Risikomanagementsystem, insbesondere das externe Reporting bzw. Monitoring in den Bereichen Kundenzahlen und Beschaffungsmengen verbessert werden muss. IV. Prognosebericht Für das Jahr 2022 wird kein Kundenzuwachs erwartet, da davon ausgegangen wird, dass die Beschaffungsunsicherheit mit sehr volatilen Preisen am Beschaffungsmarkt weiterhin Bestand haben wird. Insbesondere der russische Angriffskrieg auf die Ukraine wird die ohnehin angespannte Situation auf den Beschaffungsmärkten nachhaltig beeinflussen und eine belastbare Prognose nahezu unmöglich machen. Ob eine Neukundenakquise zu gesonderten Preisen im Jahr 2022 stattfinden wird, hängt maßgeblich von der Preisentwicklung und einer sicheren Kundenzuwachsprognose ab. Beides ist aktuell nur unter hohen Risikofaktoren möglich. Insofern wird eine nachhaltige Marktberuhigung abgewartet. Dadurch, dass ein Neukundenstopp verhängt wurde, ist mit leicht sinkenden Kundenzahlen im Verlauf des Jahres 2022 zu rechnen. Dies ist bedingt durch kundenseitige Vertragskündigungen wegen Umzugs oder aber auch von Seiten der Stadtwerke Paderborn GmbH bei Zahlungsverzug des Kunden. Im Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2022 ist ein Jahresüberschuss vor Gewinnabführung in Höhe von 288 TEuro ausgewiesen. V. Chancen und Risiken Trotz Pandemie konnte auch im sechsten Jahr nach Neugründung der Kundenstamm weiter ausgebaut werden. Der Wettbewerb um Energiekunden in der Stadt und im Kreis Paderborn wird nach wie vor sehr intensiv geführt. Die von Wettbewerbern platzierten Werbeaktivitäten bewegen sich im Vergleich zum Vorjahr auf ähnlich hohem Niveau. Die mit der Energieservice Westfalen Weser GmbH auf dem Wärmesektor geschlossene Kooperation verlief auch im Geschäftsjahr 2021 zufriedenstellend und wird weiter fortgesetzt. Das Thema E-Mobilität und die Anfragen zur Ladeinfrastruktur sind im 1. Quartal 2022 haben sich bis März auf einem niedrigen Niveau gehalten, stiegen danach jedoch deutlich an, da neue staatliche Fördermöglichkeiten geschaffen wurden. Nach wie vor waren die Gespräche von beratender Natur, da das Thema rund um die Förderung von Ladesystemen eine gewisse Komplexität mit sich bringt. Für den Vertrieb bleibt es aktuell bei den herstellerübergreifend langen Lieferzeiten Einige Hersteller avisieren Lieferungen erst zum Ende des Jahres 2022. Begründet wird dies mit Lieferengpässen bei elektronischen Bauteilen. In diesem Bereich wird jedoch weiterhin deutliches Wachstumspotential gesehen und daher die Akquise weiter verstärkt. Die bereits angespannte Lage auf den Energiemärkten spitzte sich wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und den daraus folgenden wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland weiter zu. Eine belastbare Abschätzung der negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aufgrund von Versorgungsknappheit bei der Energieversorgung ist zum derzeitigen Zeitpunkt nicht möglich.
Paderborn, 27. April 2022 Christian Müller, Geschäftsführer |
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