Stammdaten

Register
Amtsgericht Ansbach HRB 6621
Eingetragen
13.11.2017
Branche
Herstellung von Türen und Fenstern aus KunststoffenHerstellung von Türen und Fenstern aus HolzHerstellung von Ausbauelementen aus Metall
Gegenstand
Die Entwicklung, die Konstruktion, die Herstellung und der Vertrieb von Systemkomponenten sowie Baubeschlägen und Zubehör für die Produktion von Fenstern, Türen, Fassaden und angrenzenden Bauprodukten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Evi Desmet
seit 20.3.2025
Geschäftsführer
Hubert De Bock
seit 20.3.2025
Geschäftsführer
Arnd Brinkmann
seit 13.11.2017
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
ALIPLAST NVBEL
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
GUTMANN GmbH
Germany
1.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

GUTMANN Bausysteme GmbH

Weißenburg i. Bay.

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht über das Geschäftsjahr 2023

der Gutmann Bausysteme GmbH (GBS)

Grundlagen des Unternehmens

Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, die Konstruktion, die Herstellung und der Handel von Systemen zur Herstellung von Fenstern, Türen und Fassaden aus den Rahmenmaterialgruppen Holz, Holz-Aluminium, Kunststoff-Aluminium und Aluminium sowie ergänzende Systemprodukte im Bereich Bauanschluss.

GBS unterhält an ihrem Firmensitz in Weißenburg die Lagerbewirtschaftung, die Produktion und Konfektionierung von Bauelementen und Komponenten zur Fensterherstellung sowie die Entwicklungs- und Serviceabteilungen, Testcenter, Anwendungstechnik, Marketing und Auftragsbearbeitung.

Das Unternehmen besteht seit 2018 durch eine Abspaltung der ehemaligen Sparte Bausysteme der Gutmann GmbH und Umwandlung in eine eigenständige GmbH in seiner jetzigen Form und ist ein Tochterunternehmen der Gutmann GmbH. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren durchschnittlich 295 Mitarbeiter beschäftigt, davon 158 Gewerbliche Mitarbeiter und 137 Angestellte Mitarbeiter.

Mit seinen hochwertigen Produkten und Lösungen ist GBS ein maßgeblicher Zulieferer der Fensterindustrie. Als eines der wenigen Unternehmen der Branche beliefert GBS alle relevanten Marktsegmente in der Fensterindustrie, die sich nach verwendeten Materialgruppen (PVC, Holz, Holz-Aluminium, Kunststoff-Aluminium und Aluminium), Gebäudesegmenten (Wohnbau, Nichtwohnbau, Industriebau) sowie Neubau und Renovierung unterteilt.

Im abgelaufenen Jahr gingen rund 85% (Vj. ca. 80%) des Absatzes in die Region DACH. Wobei Deutschland den größten Anteil ausmachte.

In den Segmenten Holz-Aluminium und Fensterbanksysteme gilt GBS als Marktführer.

Darstellung des Geschäftsverlaufs und Rahmenbedingungen

Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung

Deutschland befand sich 2023 in der Rezession und hat mit einem Bruttoinlandsprodukt von -0,3% den letzten Platz in der Europäischen Union belegt. Die Wirtschaft leidet unter einer ganzen Reihe von Belastungsfaktoren, die in Ihrer Masse zum Problem geworden ist.

Die Schlagworte dieser Rezession lauten teure Energiepreise, hohe Zinsen, weltweiter Auftragsmangel in der Industrie, ausufernde Bürokratie, hohe Steuerbelastung und fehlende Arbeitskräfte. Dies alles wird noch gesteigert durch eine massive Verunsicherung über den politischen Kurs in Deutschland.

Im Jahr 2023 folgten einem minimalen Wachstum von 0,2% im ersten Quartal drei Quartale mit einem deutlichen Minus im Vergleich zu den Vorjahresperioden, im 3. Quartal mit einem negativen Höhepunkt von -0,8%. Besonders kräftig schrumpfte die Wertschöpfung in der Industrie, so hat das produzierende Gewerbe ein Minus von -1,8% zu verzeichnen und das Baugewerbe ist nach dem katastrophalen Jahr 2022 mit -3,3% noch einmal um -0,2 % gesunken. Die Unternehmen klagen vor allem über einen Mangel an Aufträgen.

Besonders betroffen waren in 2023 die Unternehmen der energieintensiven Branchen aus der Chemie-, Stahl- und auch Aluminiumindustrie. Hier ist eine Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich nicht mehr gegeben und die Unternehmen waren sogar in einem zweistelligen %-Bereich im Minus. Der Rückgang der Energiepreise wurde vor allem beim Strom durch die gestiegenen Netznutzungsgebühren wieder stark belastet, da durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts die Bezuschussung der großen Netzbetreiber gestrichen und auf den Verbraucher umgelegt wurde.

Dieses Urteil hatte Einsparungen in Höhe von 12 Mrd. Euro im Bundeshaushalt zur Folge. Unternehmen und auch Haushalte werden nun mehr belastet oder weniger entlastet, und die Staatsausgaben werden gekürzt.

Dies alles führt nun zu einer Doppelrezession und auch im Jahr 2024 kann man von einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung ausgehen, vor allem da die Wachstumserwartungen der Regierung bereits im Februar von 1,3% auf 0,2% gesenkt wurden. Die deutschen Unternehmen sind gelähmt, die Stimmung ist schlecht und die Verunsicherung groß. Wirtschaft ist Stimmung und nachdem dem Zehnpunkte-Plan der großen Wirtschaftsverbände nur ein lapidares "Seien sie zuversichtlich" des Kanzlers entgegengesetzt wurde, stellt sich für viele Unternehmen immer mehr die Standortfrage.

Einziger Lichtblick auf eine gesamtwirtschaftliche Erholung im Jahresverlauf könnte durch die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft entstehen, da diese dynamischer verlaufen könnte, als bisher gedacht. Die Prognose des globalen Bruttoinlandprodukts wurde zuletzt vom ifo um 0,3% auf 2,3% angehoben, wovon die deutsche Exportwirtschaft profitieren könnte. Auch die geldpolitische Wende mit weiteren Zinssenkungen würde sich vorteilhaft auswirken, ebenso die gesunkenen Energiepreise und eine steigende Konsumneigung. Auch hier liegt die Hoffnung auf eine Erholung aber frühestens auf der zweiten Jahreshälfte bzw. auf dem Jahr 2025 mit einer Prognose des IWF von +1,6% in Deutschland und +3,2% in der Welt.

(Quellen: www.bmwk.de, ifo-Institut, IWF)

Entwicklung der Branche im abgelaufenen Geschäftsjahr

Der Rückgang der Baukonjunktur setzt sich weiter fort. Der Umsatz wird in 2023 real um 5,3 % zurückgehen und im kommenden Jahr wird mit einem weiteren Minus gerechnet (ca. -3 %). Verantwortlich für das Minus bleibt hauptsächlich der Wohnungsbau, der in diesem Jahr real um 11 % einbricht und 2024 mit -13 % seinen Sinkflug fortsetzt. Die aktuelle Geschäftslage der Fensterbranche folgt der der Baubranche insgesamt. Wir sehen einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr der Fenstereinheiten in 2023 von -8,9% im Wohnbau und -4,7% im Nichtwohnbau. Dabei ist der Einbruch beim Neubau (-17,9%) deutlich stärker als im Modernisierungsbereich (-1,2%).

Für die Entwicklung im Wohnbau wird von den Fachverbänden die Kombination aus hohen Inflationsraten und das daraus resultierende Zinsniveau, immer noch hohe Baukosten und auch hohe Unsicherheiten im Umfeld verantwortlich gemacht. Folge ist, dass die Genehmigungszahlen für den Neubau einbrechen. Modernisierungen sind in der Regel kostengünstiger als ein Neubau, der Markt entwickelt sich hier besser, ist aber tatsächlich auch rückläufig, die Veränderungsraten sind weit moderater als beim Neubau. Letztlich ist auch hier die hohe Unsicherheit der Kunden verbunden durch das Gebäudeenergiegesetz ein schwieriger Faktor.

Im Bauhauptgewerbe hat der Geschäftsklimaindikator seinen Abstieg fortgesetzt. Die Firmen beurteilten ihre aktuelle Lage erneut schlechter. Der ohnehin schon düstere Ausblick für die kommenden Monate trübte sich weiter ein (Quelle Ifo-Geschäftsklimaindex, Stand Dez. 2023).

Der Auftragseinbruch im Wohnungsbau hat bis Ende 2023 noch nicht voll auf die Umsatzentwicklung durchgeschlagen, da die Unternehmen noch von ihren Auftragsbeständen zehren können. So erreichte der Umsatz im Wohnungsbau ca. 58 Mrd. Euro, nominal einen Rückgang um 6 Prozent, real um 12 Prozent. Im Schlussquartal 2023 hat die Umsatzentwicklung aber bereits deutlich nachgegeben. Hier lag der nominale Rückgang bei 10 Prozent. Für die nächsten Monate ist zu befürchten, dass der Negativtrend anhält. Umso wichtiger ist es, dass die im Dezember 2023 gestoppten KfW-Förderprogramme für den klimafreundlichen Wohnungsneubau nun wieder anlaufen. Planungssicherheit tut Not.

Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2023 ca. 14,3 Mio. sog. Fenstereinheiten (FE) verbaut. Das entspricht einem Minus von -7,8% zum Vorjahr, wobei 5 Mio. (-17,9%) in den Neubau gingen. Demgegenüber blieb der Einsatz von 9,3 Mio. FE in die Renovierung/Modernisierung weit weniger rückläufig (-1,2%). Der Bereich Modernisierung bleibt auch für uns das wichtigstes Marktsegment.

Es gibt grundsätzlich vier Segmente des Fensterabsatzes, die sich wie folgt entwickelt haben:

Wohnbau / Neubau 3,2 Mio. FE -21,7%
Wohnbau / Modernisierung 7,1 Mio. FE -1,5%
Nichtwohnbau / Neubau 1,8 Mio. FE -9,9%
Nichtwohnbau / Modernisierung 2,3 Mio. FE -0,2%

Damit gingen 10,3 Mio. Fenstereinheiten in Deutschland in den Wohnbau und nur 4,1 Mio. wurden im Nichtwohnbau eingesetzt. Insgesamt ein schlechtes Bild.

Bei den Rahmenarten ergibt sich keine wesentliche Veränderung zum Vorjahr, es dominiert weiterhin das PVC Fenster (59,7% Marktanteil). Das klassische Holzfenster kommt auf einen Anteil von 9,8% und das Holz-Aluminium-System mit 5,5%. Reine Aluminiumfenster kommen auf einen Marktanteil von 25,0%.

Aufgrund der zeitlichen Distanz zwischen Angeboten, Beauftragungen und Ausführung war und ist die große Herausforderung und Belastung im Fenstermarkt die dynamischen Rohstoffpreisentwicklungen zu kalkulieren.

Problematisch für unsere Branche sind die Herausforderungen, die Politik und die Gesellschaft insbesondere an uns stellen nämlich die Klima- und Energiewende maßgeblich mit zu gestalten. Hier ist unsere Branche gut aufgestellt, allerdings allein die Sanierung zu fördern und zu fordern ist zu wenig. Daher benötigen wir klare und stabile Rahmenbedingungen verbunden mit Planungssicherheit.

Entwicklung der GBS GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr

Umsatz- und Auftragsentwicklung

Der Umsatz von GBS ging im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich um 14,3% zurück. Der Absatz hat sich dabei mengenmäßig um 18,3% zum Vorjahr reduziert. Absolut erzielten wir Bruttoerlöse (vor Erlösschmälerungen) von 101,7 Mio. € (Vj. 117,1 Mio.€).

Das abgesetzte Produktportfolio verteilt sich erneut annährend gleich zum Vorjahr auf unsere Hauptsparten. Der Baubeschlag und Metallverbundsysteme konnten sich dabei leicht zu Lasten des Aluminiumsystemgeschäfts verbessern.

In allen Produktsegmenten mussten sowohl in der Absatzmenge als auch im Umsatz Rückgänge verzeichnet werden. Im Bereich Aluminiumsysteme wurde, aufgrund der Rohstoffpreisentwicklung bewusst darauf verzichtet sich langfristig durch Objektaufträge preislich zu binden. Erwartungsgemäß ging dadurch der Umsatz in diesem Bereich deutlich zurück.

Geschäftsergebnis

Das Geschäftsergebnis des Geschäftsjahres 2023 ist grundsätzlich sehr zufriedenstellend. Unser EBITDA beträgt in der laufenden Periode 6,9 Mio. € (Vorjahr 5,0 Mio. €).

Investitionen

Das gesamte Investitionsvolumen betrug im Geschäftsjahr 2023 1,2 Mio. € (Vj. 0,8 Mio. €). Es wurden im Wesentlichen Erweiterungsinvestitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr getätigt. Kernstück ist neben einem Showroom am Standort in Weißenburg auch eine Erhöhung unserer Produktionskapazitäten unseres Werks. Wir haben insbesondere in moderne Sägeanlagen investiert. Ziel aller Investitionen ist es mit der Umsetzung der 3-Säulen-Strategie von GBS (Kontrolle/Geschwindigkeit/Konzentration) die Verbesserung der Digitalisierung unsere Geschäftsprozesse zu erreichen. Unser Bestellplattform TUULO haben wir stetig weiterentwickelt, nun erreichbar unter www.tuulo.de unter dem Motto "Fenster, Türen und Fensterbänke planen & bestellen".

Auf dieser Bestellplattform können Kunden Ihre Produkte konfigurieren (Expertensystem) und anschließend direkt bestellen. Das erspart aufwendige Beratung und einen analogen Bestellvorgang. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Bestellplattform in den Webshop unserer Kunden integrierbar ist. Kundenbindung und Prozesseffizienz steigen enorm. Die Plattform wird laufend um Produktgruppen erweitert.

Unsere Beteiligung in Griechenland welche im Jahr 2021 gegründet haben wurde veräußert. Ein Markteintritt in Griechenland hat sich für uns als nicht wirtschaftlich erfolgversprechend erwiesen.

Darstellung der Lage

Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist um 2,3 Mio. € auf 31,0 Mio. € gesunken. Dies ist im Wesentlichen auf einen Rückgang des Finanzanlagevermögens, der Vorräte und der Forderungen zurückzuführen

Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme liegt im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich niedriger 7,9 % (Vj. 9,7 %). Wir haben unsere Auslandsbeteiligung an der GUTMANN S.A., Griechenland veräußert.

Die Vorräte sind im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Mio. € auf 16,3 Mio. € gesunken. Die Vorräte bilden 52,5% unserer Bilanzsumme (Vj. 55,6%). Die Kundenforderungen sind um 0,6 Mio. € auf 2,4 Mio. € ebenso leicht gesunken. Der Posten Schecks, Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten nimmt nun 27,0 % (Vj. 21,0 %) der Bilanzsumme ein und beträgt 8,4 Mio. €.

Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 21,3 % auf 36,7 % der Bilanzsumme. Die Thesaurierung von Gewinnen wird fortgesetzt. Absolut hat sich das Eigenkapital von 7,1 Mio. € auf 11,4 Mio. € verbessert. Die Eigenkapitalbasis soll weiter gestärkt werden.

Die Rückstellungen befinden sich mit 6,7 Mio. € um 0,6 Mio. € unter dem Stand des Vorjahres. Damit tragen die Rückstellungen positiv zur Innenfinanzierung der Gesellschaft bei. Pensionsverpflichtungen sind für die Vermögenslage von untergeordneter Bedeutung (0,1% der Bilanzsumme).

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen keine. Die Finanzierung der Gesellschaft wird zum einen durch Zahlungsziele gegenüber Lieferanten (1,4 Mio. €) sowie gegenüber verbundenen Unternehmen (8,1 Mio. €) sichergestellt. Insgesamt sind die Verbindlichkeiten um 6,0 Mio. € gesunken, das entspricht einer Abnahme von 31,8%.

Inflation und Wechselkurse haben keinen nennenswerten Einfluss auf die Vermögenslage der Gesellschaft. Ebenso ergeben sich keine Einflüsse auf die Vermögenslage durch die Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden, alle Bewertungsmethoden wurden im Vergleich zum Vorjahr unverändert fortgeführt.

Finanzlage

Die liquiden Mittel sind im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Mio. € gestiegen und betragen 8,4 Mio. €. Über das ganze Jahr hinweg standen ausreichende Kontokorrentlinien der Banken zur Verfügung. Die Gesellschaft kann damit allen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen. Darüber hinaus ist die Gesellschaft in den Finanzverbund der GUTMANN - Gruppe eingebunden.

Langfristige Darlehen bestehen nicht.

Ertragslage

Die Gesellschaft konnte einen Jahresüberschuss in Höhe von 4,3 Mio. € (Vj. 2,8 Mio. €) erzielen. Mit der erreichten Ergebnissteigerung sind wir sehr zufrieden.

Die Umsatzerlöse sind nach dem Anstieg im Vorjahr (+18,6%) wieder um 16,0 Mio. € oder 14,3 % gesunken. Der Rückgang ist überwiegend preisinduziert, allerdings konnten auch die Absatzmengen des Vorjahres nicht erreicht werden. Die Ertragslage war in 2023 auch durch die volatile Entwicklung der Rohstoffkosten geprägt. Der Aluminiumpreis war im Laufe des Jahres 2023 rückläufig und zog gegen Jahresende wieder an. Im Geschäftsmodell der GBS sind mit den Kunden, auf Basis von Preislisten, längerfristiges Preiskonstanten vereinbart. Preisanpassungen erfolgen daher mit einem zeitlichen Versatz. Der normalisierte Materialaufwand konnte damit die Vorjahresbelastungen wieder etwas ausgleichen. Die Materialeinsatzquote bezogen auf den Umsatz beträgt 57,0 % (Vorjahr 70,4 %).

Die Personalkosten zeigen sich signifikant erhöht (+13,4% oder +2,3 Mio. €). Dies ist zum einen zurückzuführen auf unsere Neuausrichtung im Vertrieb zum anderen auch durch die Senkung unserer Umsatzkosten für fremde Geschäftsbesorgung. So haben wir Teile des Ordermanagements für Routinetransaktionen wieder in House verlagert. Die Kostenerhöhungen in diesem Bereich führen also zu Kostenersparnissen bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (-20,1% oder -3,4 Mio. €). Durch die Wiedereingliederung der Vertriebsaktivitäten und die ganzheitliche Betreuung unserer Kunden konnten wir unsere Marktposition in einem umkämpften Umfeld behaupten.

Das Finanzergebnis der Gesellschaft trägt nicht wesentlich zum Geschäftserfolg bei.

Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken

Voraussichtliche Entwicklung

Der Markt für Fenster war in 2023 rückläufig und wird es auch in 2024 sein. Die Verunsicherung der Bauherren und Investoren im Zuge der Novelle des Gebäudeenergiegesetztes führt 2023 zu Marktrückgängen. Angekündigte Konjunkturprogramme der Bundesregierung auch im Rahmen verbesserter Förderanreize sind erstmal kontraproduktiv, da die Verunsicherung und das abwartende Verhalten zunehmen. Der Ausblick auf die kommenden Monate bleibt äußerst pessimistisch.

Die wirtschaftlichen Folgen der Konjunkturentwicklung und im Bauhauptgewerbe sind ebenso alles andere als positiv. Sowohl Unternehmen als auch Endkunden nehmen eine zögerliche, bisweilen auch zurückhalten Haltung ein, wenn es darum geht Investitionen im Neubau wie auch im Bereich der Sanierung anzugehen. Hauptgrund sind neben den gestiegenen Zinsen und dem anhaltend hohen Zinsniveau auch die Erwartungen hin zu einer Trendumkehr und insbesondere wieder sinkenden Zinsen.

GBS ist jedoch gut für die Zukunft aufgestellt. Die gute und etablierte Position in allen relevanten Marktsegmenten der Fensterindustrie ist eine starke Basis für erneutes Wachstum. Der Fenstermarkt als solches wird sich wieder stabilisieren und ist bei weitem nicht saturiert. Durch die derzeitigen Klimaschutzdiskussionen wird die Sanierung an Bedeutung gewinnen. Wenn jährlich über 12 Mio. FE abgesetzt werden, steht dem ein Bestand von über 250 Mio. FE entgegen, die nicht dem energetischen Standard entsprechen und ausgetauscht werden müssten. Zudem ist der Effekt von Fenstern auf den CO 2 Haushalt immer noch völlig unterschätzt. Die energetische Sanierung von Fenstern bringt ein Vielfaches mehr als die Umrüstung aller Fahrzeuge auf Elektroantrieb.

Speziell im Segment Holz-Aluminium, in dem GBS technisch und von der Marktposition führend ist, wird der Markt wachsen. Holz Aluminium hat zurzeit einen Anteil von unter 7% in Deutschland. In der Schweiz und in Österreich sind die Anteile deutlich über 25%. 2023 konnte die Position im wichtigen Schweizermarkt ausgebaut werden, auch für das Jahr 2024 rechnen wir mit einer Fortsetzung unseres Marktwachstums. Wir haben hier unsere Markteintrittsstrategie konsequent umgesetzt und tätigen weitere Maßnahmen zum Ausbau.

Die schnellen Lieferzeiten durch den integrierten Betrieb in Weißenburg, verbunden mit den neuen Möglichkeiten der Kundenvernetzung durch TUULO und EDI (direkte Verknüpfung mit den Warenwirtschaftssystemen unserer Kunden) ergeben weitere Wachstumsmöglichkeiten. Die elektronische Marktplattform TUULO ist online und wird laufend verbessert. TUULO wurde um ein Vorgangsportal erweitert, hier sehen wir sehr große Chancen.

Eine weitere Entwicklungschance sieht das GBS Management im Bereich Export. In 2022 erarbeitete Markteintrittsstrategien wurden im Jahr 2023 und werden weiter in den Folgejahren schrittweise umgesetzt. Kern wird dabei ein Mix aus dem Ausbau bereits entwickelter Auslandsmärkte sowie dem Eintritt als First Mover in europäischen Wachstumsmärkten sein. Wir sind nunmehr auch in Polen, Italien und den Benelux Ländern präsent.

Zusammenfassend erwarten wir für 2024 eine sehr schwierige Geschäftslage. Die Herausforderungen werden dabei in einer ausreichenden Auslastung unserer Produktionskapazitäten sowie der Preisgestaltung am Markt liegen. Wir erwarten nur einen geringen positiven Jahresüberschuss.

Risiken

Die für uns relevante Bauindustrie steht weiter vor großen Herausforderungen - wirtschaftliche und politische Themen sowie Unsicherheiten aus Konflikten. Zusätzlich ist jetzt eine mangelnde Auslastung hinzugekommen. Die aktuelle Geschäftslage wird von den beteiligten Unternehmen als insgesamt kritischer gesehen als vor einem Jahr. Verbunden damit besteht auch das Risiko, dass die Arbeitslosigkeit wieder weit stärker ansteigt als in den Vorjahren. Auch Instrumente zur Flexibilisierung der Arbeit fehlen. Hier sehen wir ein bedeutsames Risiko.

Besondere Bedeutung hat dabei die Zinsentwicklung. Die Kombination aus stark gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten hat wie erwartet vor allem im Wohnungsbau seine Spuren hinterlassen. Die von der Politik gesetzten Ziele für das Schaffen neuen Wohnraums sind unrealistisch und nicht zu erreichen.

Die allgemeine Überkapazität im Markt verbunden mit einer gestiegenen Importquote, speziell aus Polen, an fertigen Fenstern setzt unsere Verkaufspreise unter Druck. Die Preisentwicklung für unseren Hauptrohstoff Aluminium ist aufgrund der unsicheren politischen Weltlage und damit verbundenen Handelseinschränkungen schwer vorhersehbar. Für das erste Halbjahr 2024 haben wir aufgrund bestehender Absicherungen nur ein geringes Risiko. In der zweiten Jahreshälfte können geopolitische Themen sowie Wechselkursschwankungen einen Risikofaktor darstellen. Die Energiepreise bleiben in der Tendenz fallend, aber im internationalen Vergleich haben wir als integriertes Presswerk mit einer 100% Wertschöpfung in Deutschland einen erheblichen komparativen Kostennachteil.

Der Markt und die Kunden werden digital, d.h. die GBS - Produkte müssen entweder direkt aus dem Warenwirtschaftssystem bestellt werden (automatisch) oder über die Konfiguratoren der Arbeitsvorbereitung der GBS - Kunden. Das gleiche gilt für den Entscheidungsprozess hin zum Endverbraucher. Hier werden in Zukunft die größten Änderungen zu erwarten sein.

Zurzeit wird weiterhin über die Hälfte des GBS - Geschäftes über den sog. Absatzmittler, sprich Händler abgewickelt. Diese Händlerstruktur wird einen Wandel erleben. Hier müssen wir die Trends erkennen und rechtzeitig investieren.

Konflikte wie der Ukrainekrieg oder neue Engpässe an den Energiemärkten, die zu dauerhaft höhere Energiepreisen führen, können unser Unternehmenswachstum gefährden. Gerade höhere Energiepreise stellen für unseren Industriezweig einen Standortnachteil auch in Europa dar. Unsere Muttergesellschaft ist energieintensiv und von einer sicheren Gasversorgung abhängig - was im Fall einer Gasmangellage auch für uns Auswirkungen haben wird. Aktuell gehen wir aber von solchen Szenarien nicht aus.

Chancen

Zu den größten Chancen und Risiken gehört die Entwicklung der Absatzmärkte. Unsere Annahmen zur Marktentwicklung haben wir bereits unter der voraussichtlichen Entwicklung dargelegt.

Unser Chancenprofil liegt deshalb in einer Ausweitung unserer Margen, wichtigstes Merkmal hier ist die Preisentwicklung des Aluminiums und unser Anteil am Gesamtmarkt. Nur durch weiteres Wachstum unter Wahrung einer positiven Verkaufsmarge können wir unseren künftigen Unternehmenserfolg beeinflussen.

Operativ und strategisch wichtig war für uns die Entscheidung des Jahres 2022 weitere Investitionen in die digitale Unterstützung unserer Prozesse zu tätigen. Durch die konsequente strategische Ausrichtung in diesem Bereich haben wir uns mittlerweile eine führende Position in unserer Branche erarbeitet. Im Jahr 2024 wollen wir sukzessive in die Erneuerungen unserer Produktionsanlagen investieren.

Durch die Optimierung der Prozesse auf der einen Seite sowie die gezielte Investition in neue Mitarbeiter wollen wir in unseren Stammmärkten der DACH Region weiterwachsen und darüber hinaus weitere europäische Märkte erschließen.

Wir gehen davon aus, dass die aktuell laufende Diskussion betreffend Nachhaltigkeit und CO 2 Neutralität eine langfristig positive Auswirkung auf die Nachfrage nach unseren Produkten hat. Nach unserer Annahme wird der Fenster- und Fassadenmarkt in den Folgejahren wieder stabil wachsen. Gerade unser Produktsegment der Holz-Aluminium Fenster wird am Gesamtmarkt weiter zunehmen. Die Kombination von Holz und Aluminium ist geradezu optimal um die Umweltziele zu erreichen. Unsere starke Position in diesem Produktsegment ist eine große Chance für eine weiterhin prosperierende Entwicklung unseres Unternehmens. Wir werden weiterhin Innovationen am Markt platzieren und unser Portfolio in Richtung erhöhter Nachhaltigkeit ausrichten.

Wir verstehen uns als wichtiger Stakeholder für die gesellschaftliche Herausforderung hin zu einer CO 2 neutralen Umwelt. Deshalb haben wir in unserem Unternehmen die Position des Nachhaltigkeitsmanagements etabliert. Das Ziel unserer künftigen Nachhaltigkeitsberichterstattung ist es, Rechenschaft und Transparenz über unsere Chancen und Herausforderungen im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung zu gewährleisten. Die Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit unseres Geschäftsmodells ist oberstes Ziel. Voraussetzung dafür ist die Nachhaltigkeit der Produkte, Transparenz bei Ressourceneinsatz & Produktlebenszyklus.

Eine Alleinstellung im Markt liegt in unserer Aufbaustruktur am Standort in Weißenburg: hier haben wir alle Wertschöpfungsstufen an einem Ort und in einer Hand vereint.

 

Weißenburg, im April 2024

Arnd Brinkmann

Panagiotis Tzortzis

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 2.464.469,24 3.234.043,77
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 234.755,89 317.447,93
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 174.755,95 250.781,33
2. Geschäfts- oder Firmenwert 59.999,94 66.666,60
II. Sachanlagen 2.229.713,35 2.216.595,84
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 60.365,09 65.003,65
2. technische Anlagen und Maschinen 672.263,33 820.462,19
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.078.659,88 989.446,31
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 418.425,05 341.683,69
III. Finanzanlagen 700.000,00
1. Beteiligungen 700.000,00
B. Umlaufvermögen 28.354.056,80 29.780.297,22
I. Vorräte 16.308.176,56 18.564.338,69
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.693.631,48 5.811.767,44
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 838.417,76 594.465,66
3. fertige Erzeugnisse und Waren 10.776.127,32 12.158.105,59
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.661.469,58 4.210.264,91
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.435.116,79 3.046.928,78
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 23.013,06 62.323,50
3. sonstige Vermögensgegenstände 1.203.339,73 1.101.012,63
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 8.384.410,66 7.005.693,62
C. Rechnungsabgrenzungsposten 134.066,65 142.582,86
D. Aktive latente Steuern 93.078,57 208.239,72
Aktiva 31.045.671,26 33.365.163,57

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 11.400.565,37 7.111.254,12
I. Gezeichnetes Kapital 1.000.000,00 1.000.000,00
II. Gewinnvortrag 6.111.254,12 3.319.984,04
III. Jahresüberschuss 4.289.311,25 2.791.270,08
B. Rückstellungen 6.717.113,61 7.302.271,26
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 18.926,00 19.222,00
2. Steuerrückstellungen 2.642.871,22 2.512.604,56
3. sonstige Rückstellungen 4.055.316,39 4.770.444,70
C. Verbindlichkeiten 12.927.992,28 18.951.638,19
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.375.314,03 1.122.998,16
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.147.852,68 13.754.918,33
4. sonstige Verbindlichkeiten 3.404.825,57 4.073.716,70
davon aus Steuern 277.849,83 240.205,98
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 5.266,08 12.926,15
Passiva 31.045.671,26 33.365.163,57

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 96.243.911,19 112.279.217,01
2. Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1.138.026,17 -5.137.775,41
3. andere aktivierte Eigenleistungen 701,12
4. sonstige betriebliche Erträge 595.610,24 1.156.732,55
5. Materialaufwand 54.835.014,49 79.154.490,27
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 38.521.966,00 59.612.696,16
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 16.313.048,49 19.541.794,11
6. Personalaufwand 19.620.461,21 17.300.453,12
a) Löhne und Gehälter 16.529.123,61 14.591.954,55
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.091.337,60 2.708.498,57
davon für Altersversorgung 75,00
7. Abschreibungen 878.333,41 923.527,33
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 878.333,41 923.527,33
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 13.698.721,62 17.134.939,21
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 8.559,77
9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 95.987,96 11.965,47
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 22.961,88 13.537,79
davon sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus Abzinsung 14.885,50 5.013,00
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.841.281,81 1.262.134,64
davon Erträge aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 86.433,58
davon Aufwendungen aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 115.161,15
12. Ergebnis nach Steuern 4.901.409,92 2.796.608,08
13. sonstige Steuern 612.098,67 5.338,00
14. Jahresüberschuss 4.289.311,25 2.791.270,08

Anhang

I. Allgemeine Angaben

Sitz der GUTMANN Bausysteme GmbH ist Weißenburg. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 6621 im Register des Amtsgerichts Ansbach eingetragen.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer großen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB auf.

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften der §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt.

Für die Aufstellung der Bilanz wird die Gliederung gemäß § 266 Abs. 1 Satz 2 HGB zugrunde gelegt.

Die Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt gemäß § 275 Abs. 2 HGB in der Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den im Vorjahr angewandten Methoden, welche stetig fortgeführt wurden.

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen, bewertet. Als Nutzungsdauer werden regelmäßig vier Jahre, beim Firmenwert 15 Jahre, zugrunde gelegt.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen angesetzt.

Folgende Nutzungsdauern werden angewandt:

Jahre
Gebäude 14 - 30
Technische Anlagen und Maschinen 5 - 21
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 - 17

Die im Geschäftsjahr angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter werden in Übereinstimmung mit den steuerrechtlichen Vorschriften im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten abzüglich entsprechender Reichweitenabschläge angesetzt. Die Bewertung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten, ermittelt auf der Grundlage einer Vollkostenkalkulation für die einzelnen Produkte. In den Herstellungskosten sind anteilige Gemeinkosten und Abschreibungen berücksichtigt.

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bilanziert. Dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung mit 3 % auf die Netto-Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausreichend Rechnung getragen.

Aktive latente Steuern wurden auf der Grundlage von Eigenberechnungen ermittelt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach den anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels der Projected Unit Credit Method (PUC) errechnet. Die Erfolgswirksamkeit aus der Änderung des Abzinsungssatzes gemäß § 253 Abs. 2 S. 1 HGB ist im Personalaufwand erfasst.

Zu Steuerrückstellungen liegen entsprechende Berechnungen vor.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Der Ansatz erfolgt mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 HGB. Künftige Preis- und Kostensteigerungen zum Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung werden angemessen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind unter Beachtung des § 256 a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen und aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in Fremdwährung zu Stichtagskursen resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

III. Angaben zur Bilanz zum 31.12.2023

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 ist in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Entgeltlich erworbener Geschäfts- oder Firmenwert

Die Abschreibung erfolgt über 15 Jahre.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Enthalten sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 23.013,06 € (Vj.: 62.323,50 €), davon betragen die Forderungen gegen Gesellschafter (§ 42 Abs. 3 GmbHG) 22.972,84 € (Vj.: 24.323,50 €).

Aktive latente Steuern

Aktive latente Steuern
Passive latente Steuern
Altersteilzeit 74.038
Pensionsrückstellungen 2.896
Urlaubsrückstellungen 16.145
Übrige Bilanzposten 0
Summe latente Steuern 93.079 0
Saldierung 0
Aktivüberhang 93.079

Die Bewertung der temporären Differenzen erfolgt mit dem für das Geschäftsjahr geltenden Steuersatz für Körperschaft- und Gewerbesteuer mit 28,1 %. (Vj. 28,1%)

Ausschüttungssperre

Zum 31.12.2023 unterliegt nach § 268 Abs. 8 HGB ein Betrag von 93.079 € den Regelungen der Ausschüttungssperre. Der Betrag betrifft in voller Höhe den aktiven Überhang der latenten Steuern.

Pensionsrückstellungen

Die Bewertung der Versorgungsverpflichtungen erfolgt nach der Projected Unit Credit Method (PUC). Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die Heubeckschen 'Richttafeln 2018 G' verwendet. Im Berichtsjahr wird der von der Deutschen Bundesbank vorgegebene durchschnittliche Marktzinssatz von 1,82 % bei der Bewertung zugrunde gelegt. Die Anpassungsdynamik ist grundsätzlich mit 1,75 % eingerechnet. Lohn- und Gehaltstrends sind in angemessener Höhe berücksichtigt.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren (§ 253 Abs. 2 S. 1 HGB) und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt 295 €.

Sonstige Rückstellungen

Rückständiger Urlaub/Zeitsalden 947.196 €
Altersteilzeit 985.560 €
Bonusverpflichtungen 115.553 €
Gewährleistung 656.427 €
Übrige Rückstellungen 1.350.580 €
4.055.316 €

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten, Art und Form der Sicherheiten der Verbindlichkeiten sind in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Stand 31.12.2023 (Vorjahr)
Haftungsverhältnisse
Gesamtschuldnerische Haftung für die an die GUTMANN AG, Gartner Extrusion GmbH und NordAlu GmbH gemeinsam gewährten Kreditlinie (maximal 4 Mio. €) 298.754
(0)
Gesamtschuldnerische Haftung für die von der GSI German Service International AG abgeschlossenen Schuldscheindarlehen gemeinsam mit der GUTMANN GmbH, der Gartner Extrusion GmbH und teilweise der NordAlu GmbH - nominal: 77.000 T€ 77.000.000
(68.000.000)

Die unter den Haftungsverhältnissen ausgewiesenen Beträge entfallen vollständig auf verbundene Unternehmen.

Aus der Mithaftung bzw. gesamtschuldnerischen Haftung im Sinne einer Liquiditätsgarantie wird das Unternehmen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in Anspruch genommen werden. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen nicht vor.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen:

Mietverträge
fällig 2024 1.273.910
Leasingverträge
fällig 2024 - 2026 283.336
fällig ab 2027 0
Von den unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen ausgewiesenen Beträgen entfallen auf verbundene Unternehmen 1.269.214,80 €.

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach geografisch bestimmten Märkten zeigt die folgende Tabelle:

2023 Vorjahr
Deutschland 70.660.506,43 80.455.213,98
EU-Ausland 18.723.265,41 23.387.783,87
Drittland 6.860.139,35 8.436.219,16
Gesamt 96.243.911,19 112.279.217,01

V. Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Angestellte 137
Gewerbliche Arbeitnehmer 158
Jahresdurchschnitt 295

Geschäftsführung

Dipl.-Kfm. Arnd Brinkmann,

kaufmännischer Geschäftsführer

Dipl.-Kfm. Panagiotis Tzortzis,

Vertriebs-Geschäftsführer

Mutterunternehmen

Oberstes Mutterunternehmen im Sinne des § 271 Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 290 HGB ist die GSI German Service International GmbH mit Sitz in Weißenburg.

Der Konzernabschluss wird beim elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht werden.

Honorar des Abschlussprüfers

Die Angabe erfolgt im Konzernabschluss.

Nachtragsbericht

Seit Beginn des Geschäftsjahres 2024 sind keine wesentlichen Änderungen der Unternehmenssituation oder des Branchenumfelds eingetreten, die eine besondere Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage unserer Gesellschaft haben.

VI. Vorschlag zur Verwendung des Ergebnisses

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor den Jahresüberschuss 2023 in Höhe von 4.289.311,25 € auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Weißenburg, den 04.04.2024

GUTMANN Bausysteme GmbH

Arnd Brinkmann, Geschäftsführer

Panagiotis Tzortzis, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anlage zum Anhang

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Stand 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.136.750,28 37.465,87 0,00 0,00 1.174.216,15
2. Geschäfts- oder Firmenwert 100.000,00 0,00 0,00 0,00 100.000,00
1.236.750,28 37.465,87 0,00 0,00 1.274.216,15
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.090.871,15 60.875,21 0,00 0,00 1.151.746,36
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.561.332,00 32.255,37 0,00 0,00 6.593.587,37
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.738.290,31 477.555,52 -98.281,21 123.865,55 10.241.430,17
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 341.683,69 578.215,35 -377.608,44 -123.865,55 418.425,05
17.732.177,15 1.148.901,45 -475.889,65 0,00 18.405.188,95
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 700.000,00 0,00 -700.000,00 0,00 0,00
19.668.927,43 1.186.367,32 -1.175.889,65 0,00 19.679.405,10
Abschreibungen
Stand 01.01.2023
Geschäftsjahr
Abgang
Stand 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -885.968,95 -113.491,25 0,00 -999.460,20
2. Geschäfts- oder Firmenwert -33.333,40 -6.666,66 0,00 -40.000,06
-919.302,35 -120.157,91 0,00 -1.039.460,26
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -1.025.867,50 -65.513,77 0,00 -1.091.381,27
2. Technische Anlagen und Maschinen -5.740.869,81 -180.454,23 0,00 -5.921.324,04
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -8.748.844,00 -512.207,50 98.281,21 -9.162.770,29
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
-15.515.581,31 -758.175,50 98.281,21 -16.175.475,60
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
-16.434.883,66 -878.333,41 98.281,21 -17.214.935,86
Buchwerte
Stand 31.12.2023
Stand 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 174.755,95 250.781,33
2. Geschäfts- oder Firmenwert 59.999,94 66.666,60
234.755,89 317.447,93
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 60.365,09 65.003,65
2. Technische Anlagen und Maschinen 672.263,33 820.462,19
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.078.659,88 989.446,31
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 418.425,05 341.683,69
2.229.713,35 2.216.595,84
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 0,00 700.000,00
2.464.469,24 3.234.043,77

Anlage zum Anhang

Verbindlichkeitenspiegel 2023

31.12.2023
davon mit einer Restlaufzeit
insgesamt
von bis zu einem Jahr
von einem bis zu fünf Jahren
mehr als fünf Jahren
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 0,00 0,00 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.375.314,03 1.375.314,03 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.147.852,68 8.147.852,68 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 3.404.825,57 3.404.825,57 0,00 0,00
12.927.992,28 12.927.992,28 0,00 0,00
31.12.2022
davon mit einer Restlaufzeit
insgesamt
von bis zu einem Jahr
von einem bis zu fünf Jahren
mehr als fünf Jahren
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5,00 5,00 0,00 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.122.998,16 1.122.998,16 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 13.754.918,33 13.754.918,33 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 4.073.716,70 4.073.716,70 0,00 0,00
18.951.638,19 18.951.638,19 0,00 0,00

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen in voller Höhe Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen dar. Enthalten sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern (§ 42 Abs. 3 GmbHG) in Höhe von 5.272.266,34 € (Vj.: 9.989.712,72 €).

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 07.08.2024 festgestellt.

BESTäTIGUNGSVERMERK DES UNABHäNGIGEN ABSCHLUSSPRüFERS

An die GUTMANN Bausysteme GmbH, Weißenburg

Prüfungsurteile

Ich habe den Jahresabschluss der GUTMANN Bausysteme GmbH, Weißenburg - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus habe ich den Lagebericht der GUTMANN Bausysteme GmbH, Weißenburg für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft.

Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erkläre ich, dass meine Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Ich habe meine Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Meine Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und habe meine sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Meine Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung übe ich pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifiziere und beurteile ich die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, plane und führe Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinne ich ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteile ich die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehe ich Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich zu dem Schluss komme, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteile ich Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteile ich den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führe ich Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehe ich dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteile die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen gebe ich nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Ich erörtere mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Prüfung feststelle.

 

Kronach, den 16. April 2024

Wolfgang Bijok, Wirtschaftsprüfer

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