Stammdaten

Register
Amtsgericht Düsseldorf HRB 45822
Eingetragen
9.12.1993
Branche
Forschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieHerstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen GerätenHerstellung von pharmazeutischen Spezialitäten und sonstigen pharmazeutischen Erzeugnissen
Gegenstand
Die Forschung und Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb rnolekularbiologischer Diagnostika, bio- und gentechnischer sowie pharmazeutischer Produkte und Verfahren unter Einschluß der Entwicklung, Herstellung und des Vertriebs von entsprechender Software und technischer Apparaturen nebst der Vergabe von Lizenzen und der Erbringung aller damit im Zusammenhang stehender Dienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Antonio Mendes Santos
seit 25.4.2022
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Roland Sackers
seit 23.1.2004
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
QIAGEN N.V.NLD
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
QIAGEN Deutschland Holding GmbH
Germany
411300
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

QIAGEN GmbH

Hilden

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021

1. Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft

Die QIAGEN GmbH ist mittelbar eine 100%ige Tochtergesellschaft der QIAGEN N.V., Venlo, Niederlande.

QIAGEN ist der weltweit führende Anbieter von Komplettlösungen zur Gewinnung molekularer Erkenntnisse aus biologischen Proben. Die Probentechnologien von QIAGEN ermöglichen es, DNA, RNA und Proteine aus Blut, Gewebe und anderen Stoffen aufzureinigen und zu verarbeiten. Testtechnologien machen diese Biomoleküle sichtbar und bereit zur Analyse. Bioinformatik-Lösungen und Wissensdatenbanken helfen dabei, die Daten zu interpretieren, um relevante und praktisch nutzbare Erkenntnisse zu gewinnen. Automationslösungen integrieren diese zu nahtlosen und kosteneffizienten molekularen Testabläufen. QIAGEN stellt diese Technologien und Testabläufe weltweit mehr als 500.000 Kunden aus den Bereichen Molekulare Diagnostik (Gesundheitsfürsorge) und Life Sciences (Angewandte Testverfahren, Pharma sowie Forschung) zur Verfügung.

Molekulare Technologien werden zunehmend in kommerzialisierten Routineanwendungen eingesetzt - zum Beispiel in der molekularen Diagnostik, klinischen Forschung oder angewandten Testverfahren. Daher erwartet QIAGEN in Zukunft weiterhin eine steigende Nachfrage nach integrierten und standardisierten Komplettlösungen zur Gewinnung molekularer Erkenntnisse aus biologischen Proben. Dazu tragen ebenfalls steigende Anforderungen an Labore bei, die u. a. mit zunehmend hohen Probenvolumina, steigendem Konkurrenzdruck, strenger werdender regulatorischer Vorschriften sowie dem Wunsch nach Vergleichbarkeit von Forschungsergebnissen über die stärkere Vernetzung von Laboren innerhalb der Forschung und Entwicklung einhergehen.

Traditionelle Probenvorbereitungsmethoden, die von den Forschern selbst entwickelt werden und neben einer damit einhergehenden Individualität der Versuchsdurchführung eine Reihe weiterer Nachteile bergen, werden diesen Anforderungen nicht gerecht. Ebenso erweisen sich herkömmliche Nachweisverfahren gegenüber molekularen Tests häufig als zu ungenau, langsam und unzuverlässig. QIAGEN erwartet daher, dass solche traditionellen Methoden seltener eingesetzt und das Unternehmen durch die Umstellung bei den Kunden seine Marktposition weiter stärken wird.

Zudem laufen Arbeitsabläufe im Labor zunehmend automatisiert ab, um effizienter zu werden, höhere Probenvolumina zu verarbeiten und menschliche Fehler weitgehend zu eliminieren. Instrumente von QIAGEN decken dabei alle anfallenden Arbeitsschritte von der Probenvorbereitung bis zum finalen Testergebnis ab.

Aufgrund moderner Sequenzierungstechnologien der nächsten Generation stehen Anwendern heute enorme Mengen hochkomplexer Daten zur Verfügung. Um daraus wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen, sind fortschrittliche Systeme notwendig, welche die Daten schnell und effizient zu verarbeiten, analysieren und interpretieren. QIAGEN adressiert diesen Trend sowohl mit stationären als auch Cloud-basierten Systemen, die alle Schritte der Datenverarbeitung und -analyse abdecken und mit den Proben- und Testtechnologien sowie Instrumenten von QIAGEN zu kompletten Workflow-Lösungen von der Probe bis zur Erkenntnis integriert werden können.

2. Unternehmensstruktur

Anteilseigner der QIAGEN GmbH waren die QIAGEN Deutschland Holding GmbH, Hilden, mit ca. 90 %, die ihrerseits eine 100%ige Tochtergesellschaft der QIAGEN N.V., Venlo, Niederlande, ist. Die übrigen ca. 10 % hält die QIAGEN N.V. unmittelbar. Im Rahmen einer Stammkapitalerhöhung bei der QIAGEN Deutschland Holding GmbH zum Ende des Geschäftsjahres 2021 hat die QIAGEN N.V., Venlo, Niederlande, ihren einzigen Geschäftsanteil mit der laufenden Nummer 2 an der QIAGEN GmbH im Wege der Sacheinlage in die QIAGEN Deutschland Holding GmbH eingebracht. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 ist nunmehr die QIAGEN Deutschland Holding GmbH, Hilden, mit 100% einziger Gesellschafter der QIAGEN GmbH.

Mit Kommanditgesellschaftsvertrag zwischen der QIAGEN GmbH und der QIAGEN Hamburg GmbH haben die Gesellschafter die QIAGEN Monheim GmbH & Co. KG mit Sitz in Monheim (vormals: Hilden) gegründet. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die QIAGEN Hamburg GmbH, die am Vermögen der QIAGEN Monheim GmbH & Co. KG nicht beteiligt ist. Als einziger Kommanditist ist die QIAGEN GmbH zum Zeitpunkt der Gründung mit einer Bareinlage von EUR 25.000 beteiligt. Die Eintragung in das Handelsregister Düsseldorf erfolgte am 4. November 2019.

Die QIAGEN GmbH war bis zum 31. Dezember 2019 Muttergesellschaft der QIAGEN Hamburg GmbH, Monheim. Mit Aufhebungsvertrag vom 21. Oktober 2019 haben die QIAGEN GmbH und die QIAGEN Hamburg GmbH die einvernehmliche Beendigung des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags vom 26. Januar 2012 mit Wirkung zum 31. Dezember 2019, 24:00, Uhr beschlossen. Die Qiagen GmbH hat in diesem Zusammenhang auch ihre Beteiligung an der QIAGEN Hamburg GmbH auf die QIAGEN Monheim GmbH & Co. KG mit Wirkung zum 31. Dezember 2019, 24:00 Uhr, zum handelsrechtlichen Buchwert in Höhe von TEUR 15.525 übertragen. Da die QIAGEN Hamburg GmbH trotz der Aufhebung des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags vom 26. Januar 2012 weiterhin in wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht eng mit der QIAGEN GmbH verbunden bleibt wurde am 14. Juli 2020 ein Beherrschungsvertrag zwischen der QIAGEN GmbH (herrschendes Unternehmen) und der QIAGEN Hamburg GmbH (beherrschtes Unternehmen) abgeschlossen. Die QIAGEN Hamburg GmbH unterstellt die Leitung ihrer Gesellschaft der QIAGEN GmbH. Der Beherrschungsvertrag wurde für den Zeitraum vom 1. März 2020 bis zum Ablauf des 31. Dezember 2024 abgeschlossen und verlängert sich unverändert jeweils um ein Jahr, falls er nicht spätestens sechs Monate vor seinem Ablauf von einem Vertragspartner gekündigt wird.

Mit Gesellschaftsvertrag vom 14. Februar 2020 hat die QIAGEN GmbH im Wege einer Bargründung in Höhe von TEUR 25 die QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH mit Sitz in Hilden gegründet. Wesentlicher Geschäftszweck der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH ist das Halten, Verwalten, der Erwerb und die Weiterentwicklung von IP sowie die Vergabe von Lizenzen. In der außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 24. August 2020 der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH hat die zu diesem Zeitpunkt alleinige Gesellschafterin, die QIAGEN GmbH, beschlossen, dass die QIAGEN GmbH einen Barbetrag in Höhe von TEUR 79.500 in die Kapitalrücklage der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB mit Wirkung zum 28. August 2020 einzahlt. Mit notariell beurkundeten Gesellschafterbeschluss vom 28. August 2020 (Urkundennummer 1750/2020 M des Notars Dr. Niklas Mairose) wurde zudem das Stammkapital der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH von TEUR 25 auf TEUR 35 erhöht. Das erhöhte Stammkapital von TEUR 10 wurde vollständig von der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems Limited, Manchester, England, übernommen. Nach der Durchführung der Kapitalerhöhung hält die QIAGEN GmbH 71,43 % und die QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems Limited 28,57% der Geschäftsanteile an der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH. Am 1. Dezember 2020 wurde ein Gewinnabführungsvertrag zwischen der QIAGEN GmbH und der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH zum Zwecke der Herstellung eines Organschaftverhältnisses im Sinne der §§ 14 KStG ff. abgeschlossen. Die Parteien haben sich vertraglich dazu verpflichtet, dass die QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH während der gesamten Vertragslaufzeit ihren ganzen Gewinn an die QIAGEN GmbH abführt und dass die QIAGEN GmbH den gesamten Verlust der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH ausgleicht. Der Gewinnabführungsvertrag wurde für den Zeitraum vom Beginn des Rumpfgeschäftsjahres 2020 bis zum Ablauf des 31. Dezember 2025 abgeschlossen und verlängert sich unverändert jeweils um ein Jahr, falls er nicht spätestens sechs Monate vor seinem Ablauf von einem Vertragspartner gekündigt wird.

Weiterhin hält die Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 einen Anteil von 25 % an der QIAGEN s.r.L, Mailand, Italien.

Die QIAGEN GmbH betreibt eine Betriebsstätte in Österreich.

Das Geschäftsjahr der QIAGEN GmbH entspricht dem Kalenderjahr.

Die QIAGEN GmbH trägt zur Produktion und zur Forschungs- und Entwicklungstätigkeit sowie zur Verwaltungstätigkeit des QIAGEN-Konzerns bei. Daneben erfolgt die Vertriebstätigkeit in Deutschland durch die QIAGEN GmbH.

3. Bedeutsame finanzielle Leistungsindikatoren

Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren sind die Umsatzerlöse sowie das Betriebsergebnis. Detaillierte Ausführungen hierzu finden sich in den folgenden Absätzen.

4. Umsatzentwicklung

2021 2020
EUR EUR
Auslandsumsätze 902.912.045 607.521.237
Inlandsumsätze 152.043.642 164.795.141
Skonti, Erlösschmälerungen -107.138.259 -84.140.347
947.817.428 688.176.031

Die Umsatzerlöse betreffen i. H. v. TEUR 569.216 (Vorjahr: TEUR 403.810) Umsätze mit verbundenen Unternehmen, die im Wesentlichen auf Verbrauchsmaterialen entfallen.

Seit dem Geschäftsjahr 2013 wird im Wesentlichen eine Schwestergesellschaft beliefert, die als Principal Gesellschaft bestimmte Vertriebsfunktionen innerhalb der QIAGEN-Gruppe übernommen hat. Da die QIAGEN GmbH ihrerseits auch eine Vertriebsfunktion innerhalb der QIAGEN-Gruppe innehat, werden in gewissem Umfang fertige Erzeugnisse an die Schwestergesellschaft verkauft und für denselben Preis wieder zurückgekauft. Im Geschäftsjahr 2021 betrifft dies Umsatzerlöse von EUR 128,8 Mio. (Vorjahr: EUR 92,9 Mio.), der Rückkaufpreis entsprach dabei dem ursprünglichen Verkaufspreis.

5. Ertragslage

Das Betriebsergebnis (Gesamtleistung abzüglich der operativen Aufwendungen (Materialaufwand, Personalaufwand, Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen) erhöhte sich im Vorjahresvergleich wieder deutlich um TEUR 55.187 (TEUR 148.609: Vorjahr: TEUR 93.422) und wurde positiv durch pandemiebedinge Umsätze beeinflusst, was dazu führte, dass die Planzahlen übertroffen wurden. Einem deutlich gestiegenen Rohertrag (Umsatzerlöse zuzüglich Bestandsveränderung abzüglich Materialaufwand) aufgrund der Ausweitung des Geschäftsvolumens (TEUR 506.542; Vorjahr: TEUR 410.585) standen im Wesentlichen nur leicht erhöhte Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen im Vergleich zum Vorjahr gegenüber (TEUR 45.298; Vorjahr: TEUR 41.929). Kompensatorisch wirkte sich die deutliche Verminderung der sonstigen betrieblichen Erträge (TEUR 14.858; Vorjahr: TEUR 66.875) im Vergleich zum Vorjahr aus, was insbesondere auf verringerte Weiterbelastungen an Schwesterunternehmen zurückzuführen ist.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich wesentlich um TEUR 16.342 im Vergleich zum Vorjahr, was insbesondere auf Einmalkosten in 2020 infolge der gescheiterten Übernahme durch Thermo Fisher zurückzuführen ist. Kompensatorisch wirkte sich trotz der deutlichen Ausweitung des Geschäftsvolumens ein im Vergleich zum Vorjahr nur leicht gestiegener Personalaufwand (TEUR 121.411; Vorjahr: TEUR 119.686) aus.

Die Materialaufwandsquote (einschließlich Bestandsveränderungen) stieg deutlich von 40% in 2020 auf 47 % der Umsatzerlöse in 2021.

Das Beteiligungs- und Finanzergebnis belief sich auf TEUR 40.363 (Vorjahr: TEUR 55.175). Es ergaben sich im Wesentlichen ein Ertrag aus der Beteiligung an der QIAGEN Monheim GmbH & Co. KG von TEUR 67.000 (Vorjahr: TEUR 69.396), die ihrerseits einen Gewinnabführungsvertrag mit der QIAGEN Hamburg GmbH geschlossen hat, Zinserträge von TEUR 6.619 (Vorjahr: TEUR 2.479) und Zinsaufwendungen von TEUR 32.924 (Vorjahr: TEUR 16.394).

Der Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung betrug TEUR 188.088 (Vorjahr: TEUR 147.746). Das Ergebnis wurde aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages in voller Höhe an die QIAGEN Deutschland Holding GmbH abgeführt.

6. Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme hat sich von TEUR 818.395 am 31. Dezember 2020 auf TEUR 1.077.731 am 31. Dezember 2021 erhöht. Das Anlagevermögen beläuft sich auf TEUR 518.959 (Vorjahr: TEUR 457.009). Die Relation des Anlagevermögens zum Gesamtvermögen (Anlagevermögensintensität) beläuft sich somit auf 48,1% (Vorjahr: 55,8%). Die Eigenkapitalquote beträgt 7,6 % (Vorjahr: 10,1 %).

Die Vorräte erhöhten sich aufgrund der Geschäftsausweitung auf TEUR 104.188 (Vorjahr: TEUR 57.878), was insbesondere auf gestiegene Bestände im Bereich der Fertigerzeugnisse zurückzuführen ist. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen belaufen sich auf TEUR 380.063 (Vorjahr: TEUR 217.140) und betreffen neben den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen insbesondere auch Forderungen aus der Inhouse Cash Position bei der QIAGEN N.V. (TEUR 294.831; Vorjahr: TEUR 84.353) sowie eine Forderung aus einem Beteiligungsertrag der QIAGEN Monheim GmbH & Co. KG (TEUR 67.000; Vorjahr: TEUR 69.396). Dagegen waren die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber externen Kunden trotz der Ausweitung der Geschäftstätigkeit leicht rückläufig, was insbesondere auf gestiegene Mittelzuflüsse im Gesundheitswesen infolge der Corona Pandemie zurückzuführen ist.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen belaufen sich auf TEUR 872.059 (Vorjahr: TEUR 615.891) und betreffen insbesondere Darlehensverbindlichkeiten im Verbundbereich (TEUR 668.937; Vorjahr: TEUR 428.461) sowie Verbindlichkeiten aus der Gewinnabführungen an Gesellschafter (TEUR 187.872; Vorjahr: TEUR 147.746).

Die sonstigen Rückstellungen (TEUR 82.216, Vorjahr: TEUR 76.520) reduzierten sich insbesondere infolge der geringeren Rückstellung für Aktienoptionen und sonstige Bezugsrechte (TEUR 38.174; Vorjahr TEUR 44.421). Dem standen höhere Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 13.046, Vorjahr: TEUR 9.140) sowie höhere Rückstellungen für Lizenzverpflichtungen (TEUR 5.691: Vorjahr: TEUR 2.994) gegenüber. Weiterhin sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 24.056, Vorjahr: TEUR 28.054) stichtagsbedingt leicht gesunken.

7. Finanzlage

Der Bestand an liquiden Mitteln betrug TEUR 1.943 (Vorjahr: TEUR 2.072). Die QIAGEN N.V. fungiert innerhalb der QIAGEN-Gruppe als interne Bank, bei der die Konzernunternehmen überschüssige Liquidität anlegen oder im Bedarfsfall Liquidität abrufen. Zum Jahresende 2021 weist die QIAGEN GmbH Forderungen aus der Inhouse Cash Position bei der QIAGEN N.V aus (TEUR 294.831; Vorjahr: TEUR 84.353).

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die QIAGEN GmbH über eine solide Vermögens-, Finanz- und Ertragslage verfügt, die die Gesellschaft aufgrund der Einbeziehung in die Konzernfinanzierung bei der QIAGEN N.V. in die Lage versetzt, ihren Geschäftszweck in vollem Umfang zu verfolgen.

8. Personal- und Sozialbereich / Umweltschutz

Das Unternehmen beschäftigte in 2021 im Durchschnitt 1.389 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.235).

Etwa 30 % der Mitarbeiter sind zwischen 25 und 35 Jahre alt, 2 % sind unter 25 Jahre alt, 30 % sind zwischen 36 und 45 Jahre alt und 38 % sind älter als 45 Jahre.

Im Rahmen der Entwicklung, der Produktion und des Vertriebs biotechnologischer Erzeugnisse muss QIAGEN gewisse Auflagen im Bereich der Arbeitssicherheit, des Umweltschutzes und der Produktsicherheit erfüllen. Die Überwachung der Auflagen erfolgt durch die eigene Organisation, Audits der Kunden und durch Behörden, wobei keine größeren Abweichungen von den Auflagen festgestellt wurden.

9. Investitionen

Die Investitionen betrugen im Geschäftsjahr 2021 insgesamt TEUR 107.355 gegenüber TEUR 132.720 im Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen betrugen TEUR 78.791 (Vorjahr: TEUR 39.848) und betreffen insbesondere die Fortführung der Erweiterungen der Fertigungsanlagen am Standort Hilden.

10. Forschung und Entwicklung

Die QIAGEN GmbH trägt zur Forschungs- und Entwicklungstätigkeit des QIAGEN-Konzerns bei. Im Geschäftsjahr 2021 wurden im Bereich Forschung und Entwicklung eine Vielzahl von Projekten durchgeführt und neue Produkte eingeführt. Eine Auswahl der wichtigsten Entwicklungen ist nachfolgend entsprechend der zugehörigen Portfolien aufgeführt.

• Portfolio für die Forschung in Akademie und Pharmaindustrie

Der Fokus der Produktentwicklung im Geschäftsjahr 2021 lag in der Entwicklung und Markteinführung einer neuen Plattform zur automatisierten Aufreinigung von Nukleinsäuren aus biologischen Proben, dem EZ2 Gerät. Hierbei handelt es sich um die Nachfolgegeneration einer seit vielen Jahren im Markt etablierten Plattform, die auf Basis magnetischer Beads die Aufreinigung von bis zu 14 Proben vollautomatisiert durchführt. Diese Plattform wurde auf Seiten der Bauteile und Elektronik aber auch des Nutzererlebnisses auf heutige Standards angepasst. Neben einer neuen Software und weiteren Verbesserungen wurde hierbei auch die Kapazität auf bis zu 24 Proben erhöht.

Die alte Plattform adressierte in erster Linie Nutzer im Bereich der angewandten Märkte und hier insbesondere im Bereich Forensik. Während für diese Nutzer mit der Neuentwicklung ein modernes Gerät für ihre Anwendungsfelder geschaffen wurde, erlaubt die Neuerung nun auch eine Erweiterung in bislang wenig adressierte Märkte. Insbesondere sind hier Kunden im Forschungsumfeld angesprochen, die bislang aufgrund der für ihren Bereich als hoch empfundenen Kosten des Gerätes auf andere Optionen auswichen. Für diese Kunden wurde eine zweite, kosteneffizientere Variante des Gerätes auf den Markt gebracht, die speziell auf ihre Anforderungen zugeschnitten ist.

Um die Erweiterung des adressierbaren Marktes für den EZ2 zu unterstützen, wurde zudem ein Portfolio an neuen Applikationen für das Gerät entwickelt. Hierbei handelt es sich um verschiedene Kits, die die Aufreinigung von DNA bzw. RNA bzw. die gemeinsame Aufreinigung von DNA und RNA aus FFPE stabilisierten Proben ermöglichen. Zudem wurden einige Kits im Bereich der Flüssigbiopsien ergänzt, mit denen Nukleinsäuren aus humanen Blutplasma- oder -serumproben aufgereinigt werden können.

Neben der Arbeit an dieser neuen Probenaufreinigungs-Plattform wurde aber auch das Portfolio der in 2020 eingeführten Plattform für digitale PCR erweitert. Im Gegensatz zu herkömmlichen PCR-Verfahren basiert die Quantifizierung von Biomolekülen in der digitalen PCR nicht auf dem Vergleich mit einer Standardreihe, sondern die Zielmoleküle werden direkt absolut quantifiziert. Hierdurch ist das Ergebnis exakter, sensitiver und robuster. Um den Kunden ein möglichst breites Anwendungsspektrum zu bieten, wird hier das Portfolio an zur Verfügung stehenden Testchemien und Tests kontinuierlich erweitert. Im Jahre 2021 wurde hier ein Testsystem zum Nachweis von mRNA Molekülen ergänzt. Diese kurzen RNA Abschnitte erfüllen im Körper regulatorische Aufgaben und sind somit kritische Faktoren in vielfältigen Prozessen wie auch der Entstehung von Krankheiten. Zum besseren Verständnis der Entstehung von Krankheiten ist es daher kritisch diese mRNA aus verschiedenen Proben exakt quantifizieren zu können.

Aber auch die SARS-CoV 2 Pandemie war auch noch in 2021 ein prägendes Thema. Um hier weitere Probenaufbereitungstechnologien zur Verfügung zu stellen, wurde ein auf magnetischen Beads basierendes Kit zur Aufreinigung der viralen RNA entwickelt, welches auf verschiedensten Plattformen eingesetzt werden kann. Zudem wurde eine Lösung entwickelt, die in Abwasserproben den Nachweis des Viruses erlaubt. Hierzu wurde eine entsprechende Testchemie für die digitale PCR entwickelt.

• Molekulare Diagnostik

Im Rahmen der Europäischen Forschungsförderung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wurde in 2021 ein neues Projekt in Zusammenarbeit mit der "European Research Infrastructure on Highly Pathogenic Agents (ERINHA)" und der Medizinischen Universität Graz begonnen: NESARSDia (Improvement of SARS-CoV-2 Next Generation Diagnostics by a complete Sample-to-Insight-Workflow from Pre-analytics to Result). Ziel ist die Entwicklung von vollständigen für SARS-CoV-2 in-vitro Diagnostik geeigneten Arbeitsabläufen (Workflows), die alle Schritte von der Probenentnahme vom Patienten, über Transport und Lagerung der Probe, deren Aufarbeitung (Präanalytik) und den abschließenden Virus-Test umfassen. Erstmals wird dabei ein systematischer Fokus auf die Präanalytik gelegt, um sicher zu stellen, dass der Virus-Titer (Anzahl der Viren pro Volumen) in der Probe während Lagerung und Transport nicht reduziert wird. Eine solche Reduktion der Virenzahl in Patientenproben kann zu falsch negativen Testergebnissen führen. QIAGEN GmbH ist in diesem Forschungsverbund in Zusammenarbeit mit der PreAnalytiX GmbH (QIAGEN/BD Joint Venture) der Industriepartner.

Im Bereich der automatisierten Probenvorbereitung wurde die QIAcube® Connect MDx Plattform als CE-markiertes System unter der CE-IVD Richtlinie 98/79/EG (IVDD) für in vitro diagnostische Anwendungen Anfang März 2021 erfolgreich in den europäischen Markt eingeführt und per Pressemitteilung am 2. März 2021 angekündigt. QIAcube Connect MDx ist eine Weiterentwicklung der erfolgreichen QIAcube Plattform für in vitro Diagnostik Anwendungen, die human Proben analysieren, wie z. B. Blut, Plasma, verschiedene Körperflüssigkeiten sowie Gewebeproben. Das voll automatisierte flexible System kann u. a. in Kombination mit QIAGENs verschiedenen Gold Standard QIAamp® DSP Kits genutzt werden. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem QIAGEN/BD Joint Venture PreAnalytiX durchgeführt. PreAnalytiXs PAXgene® Blood RNA Isolierungskits stellen eine weitere Hauptanwendung auf dem System dar. In Kombination mit den PAXgene Blood RNA Tubes zur Blutentnahme und Stabilisierung zellulärer RNA bilden diese ein vollständiges präanalytisches in vitro Diagnostik-System, das alle Schritte von der Blutabnahme, Stabilisierung, Transport und Lagerung bis zur Isolierung hochwertiger zellulärer RNA abdeckt. Am 26. Mai 2022 endet eine fünfjährige Übergangsfrist zur alleinigen Gültigkeit des neuen Europäischen Gesetzes über in-vitro Diagnostika (IVDR, EU 2017/746). Das neue Gesetz ist in vielen Bereichen deutlich stringenter als die vorherige CE-IVD Richtlinie 98/79/EG (IVDD).

Dies soll zu signifikanten Verbesserungen im EU-Gesundheitssystem und der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Diagnostik-Industrie führen. Ab dem 26. Mai 2022 dürfen keine Produkte der Risiko-Klasse A "Nicht Steril" mehr produziert werden, die nicht der neuen IVDR entsprechen. Darunter fallen z. B. alle für in vitro Diagnostik vorgesehen Probenvorbereitungskits zur Isolierung von Nukleinsäuren. QIAGEN hat daher in 2021 ein umfangreiches Programm zur Transition der IVD Nukleinsäure-Isolierung-Kits inkl. automatisierten Systeme von der bisherigen CE-IVD Richtlinie 98/79/EG (IVDD) zur neuen Europäischen IVDR vorangetrieben. Dieses intensive Programm stellte im Jahr 2021 einen Fokus der MDx Aktivitäten am Standort Hilden dar.

Im Rahmen des EU-Forschungsprogramms HORIZON 2020 wurde das von der QIAGEN GmbH koordinierte und u. a. von PreAnalytiX (QIAGEN/BD Joint Venture) unterstützte Projekt SPIDIA4P (Standardisation of generic Pre-analytical Procedures for In vitro DIAgnostics for Personalised Medicine) nach 4,5 Jahren sehr erfolgreich abschlossen (www.spidia.eu). In Zusammenarbeit mit dem europäischen Komitee für Standardisierung CEN und der Internationalen Standardorganisation ISO wurde erstmals ein Portfolio von insgesamt 22 präanalytischen ISO und CEN Standards für molekular-diagnostische Anwendungen entwickelt und in die internationalen Märkte eingeführt. Die Standards adressieren humane Probenmaterialien wie Blut, Gewebe, Speichel und Urin. Begleitende sogenannte Qualitätsbewertungsschemata zur Überprüfung der Leistungsfähig von Laboren wurden ebenfalls entwickelt. Bislang stellen nicht standardisierte präanalytische Arbeitsabläufe die Hauptquelle für Fehler in der humanen Diagnostik inklusive daraus resultierender Fehlbehandlungen als auch von Todesfällen dar. Präanalytische Internationale ISO und Europäische CEN Standards können entscheidend dazu beitragen, diese Fehlerraten zu reduzieren. Gleiches gilt auch für die Forschung. Das SPIDIA4P Projekt wurde während seiner 4,5-jährigen Laufzeit mehrfach ausgezeichnet. Im Oktober 2021 kam der sehr renommierte Europäische "CEN-CENELEC Standards+Innovation Project Award 2021" hinzu.

Im Rahmen des QIAGEN/BD Joint Ventures PreAnalyltiX wurden im September 2021 erstmals innerhalb der QIAGEN Firmen-Familie zwei in-vitro Diagnostikprodukte unter der neuen EU IVDR 2017/746 (s. oben) in den Markt eingeführt: das PAXgene® Blood ccfDNA Tube und der QIAsymphony® PAXgene Blood ccfDNA Kit. Die Kombination beider Produkte ermöglicht ein vollintegriertes und standardisiertes System, das alle präanalytischen Schritte des Workflows - von der Blutentnahme, der Stabilisierung, dem Transport, der Aufbewahrung bis zur Isolierung von hochqualitativer zell-freier zirkulierender DNA (ccfDNA) - abdeckt. Diese sogenannten flüssigen Biopsien sind aktuell und in der Zukunft einer der wesentlichen Treiber für Innovationen in der Molekularen Diagnostik, wie z. B. in der Krebs-, Transplantations- und Präanataldiagnostik.

Ebenfalls im Rahmen des QIAGEN/BD Joint Ventures PreAnalyltiX wurde der neue entwickelte PAXgene® Saliva Collector in den weltweiten Markt als Forschungsprodukt eingeführt. Das Produkt ist für Sammlung, Transport und Lagerung von humanen Speichelproben unter Stabilisierung von Nukleinsäuren geeignet. Ohne eine solche Stabilisierung können Nukleinsäuren in Speichel während Lagerung und Transport abgebaut und von Bakterien überwachsen werden und somit zu falschen analytischen Testergebnissen führen. Durch die Integration von manuellen und automatisierten QIAGEN Systemen zur Nukleinsäure-Isolierung, wie z. B. QIAGEN QIAsymphony® DNA Midi Kit, QIAGEN QIAamp® DNA Mini Kit und QIAamp® Viral RNA Mini Kit, wurden zudem vollständige Arbeitsabläufe entwickelt, die alle prä-analytischen Schritte umfassen. Die Entwicklungen wurden auf Basis des neuen weltweiten Standards ISO 4307 "Molecular in vitro diagnostic examinations - Specifications for pre-examination processes for saliva - Isolated human DNA" durchgeführt. Der Standard unterstreicht die hohe Bedeutung der Stabilisierung von Nukleinsäuren in Speichelproben sowie vollständig verifizierter prä-analytischer Arbeitsabläufe, um verlässliche Diagnostik und Forschung zu ermöglichen. Im Rahmen des neuen EU NESARSDia Projekts (s. oben) konnte weiterhin gezeigt werden, dass auch die SARS-CoV-2 RNA stabilisiert wird, die Infektiosität des Virus inaktiviert und die Virus-RNA mittels QIAGEN QuantiTect® Probe RT-PCR and SARS-CoV-2 N1+N2 Test Kits auf dem QIAGEN Rotor-Gene® Q detektiert und quantifiziert werden kann. Dadurch gelang die Entwicklung von vollständigen "Sample-to- Insight Workflows", die alle Schritte von der Probenentnahme bis zum analytischen Test- Ergebnis umfassen, um verlässliche Testergebnisse zu ermöglichen.

11. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Molekulare Tests gelten zunehmend als Mittel der Wahl, um Krankheiten zu diagnostizieren, Straftäter zu überführen oder neue Medikamente zu entwickeln. Dadurch steigt stetig der Bedarf an standardisierten und einfach handhabbaren Technologien, um Proben vorzubereiten, die isolierten Moleküle zu analysieren und die dabei gewonnenen Daten zu verarbeiten und zu interpretieren.

Der Bedarf an innovativer Diagnostik steigt mit der weltweiten Lebenserwartung und Qualität des Gesundheitswesens sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, welchen Nutzen molekulare Tests im Kampf gegen die Ausbreitung von Infektionskrankheiten haben. Die Diagnostik verbessert nachweislich Gesundheitsergebnisse, unter anderem durch Begleitdiagnostika in der Präzisionsmedizin. Dennoch macht sie immer noch lediglich einen kleinen Teil der gesamten Gesundheitsausgaben aus.

Interne Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von QIAGEN und Partnerschaften mit anderen Unternehmen bieten große Chancen, neue Produkte zu entwickeln und bestehende Produkte in unserem Portfolio von "Sample to Insight"-Lösungen zu verbessern. Darüber hinaus prüfen wir kontinuierlich Akquisitionsmöglichkeiten, um neue Technologien gezielt hinzuzufügen, aufsteigende Märkte zu erschließen und unsere Wachstumsstrategie umzusetzen.

Das Unternehmen geht davon aus, dass der adressierbare Weltmarkt für sein Portfolio an molekularen Testprodukten in der Life-Science-Forschung und der Molekulardiagnostik insgesamt mehr als 11 Milliarden US-Dollar beträgt.

Die langjährige Expertise und Erfahrung von QIAGEN in Probenvorbereitung und Testverfahren, das breite Technologie-Portfolio, ein globales Distributionsnetzwerk, erfahrene und engagierte Mitarbeiter, sowie ihre Innovationsstärke bilden die Grundlage, um die führende Position des Unternehmens in allen Bereichen der Life-Science-Forschung und der klinischen Diagnostik auszubauen.

Chancen ergeben sich weiterhin aus der Fokussierung auf fünf Wachstumstreiber, die QIAGEN über unterschiedliche Kundengruppen hinweg vermarktet und welche die Transformation des Portfolios vorantreiben. Zu diesen Wachstumsträgern gehören:

innovative Probentechnologien, wie die Automationslösungen EZ2 und QIAcube Connect,

der QuantiFERON-Test für den Nachweis latenter Tuberkulose und weiterer Infektionen,

das QIAstat-Dx-System für die einstufige, voll integrierte und gleichzeitige molekulare Analyse unterschiedlicher Syndrome wie z. B. Atemwegserkrankungen,

die voll integrierten Hochdurchsatzsysteme NeuMoDx 288 und NeuMoDx 96 für PCR-Tests sowie

die digitale PCR-Plattform QIAcuity, die es Forschern erlaubt, molekulare Zielsequenzen exakt zu quantifizieren und damit im Vergleich zur Standard-PCR wesentlich genauere Nachweisergebnisse zu generieren.

Das Geschäft von QIAGEN ist zwar für COVID-19 relevant, aber keinesfalls davon abhängig. Chancen ergeben sich dadurch, dass die Testzahlen für Nicht-Corona-bezogene Anwendungen weiter steigen. Gleichzeitig dürfte die Nachfrage nach Testlösungen im Einsatz gegen die Lungenkrankheit COVID-19 auch nach einem Ende der Pandemie Fortbestand haben, wenn auch auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Insbesondere Testlösungen, die analysieren, ob und in welchem Ausmaß neue Varianten auftreten und sich verbreiten sowie für das routinemäßige Screening auf SARS-CoV-2 in Kombination mit anderen Erregern (Multiplex-Verfahren) werden vermutlich auch in Zukunft Anwendung finden. Für den Nachweis des Erregers SARS-CoV-2 bietet QIAGEN ein breites Portfolio an unterschiedlichen Lösungen an. Dies beinhaltet zum einen die Produktion viraler RNA-Extraktionsprodukte, die sowohl auf den unternehmenseigenen Plattformen QIAcube, QIAsymphony und EZ1/2 als auch auf Instrumenten anderer Anbieter verwendet werden können. Zum anderen hat QIAGEN eine Reihe von PCR-Tests für die Systeme QIAstat-Dx und NeuMoDx entwickelt, mit denen COVID-19 in Proben nachgewiesen und gleichzeitig auf andere Atemwegsinfektionen getestet werden kann. QIAGEN stellt außerdem Next-Generation-Sequencing-Lösungen (NGS) sowie digitale PCR-Anwendungen für Forschungszwecke bereit, um z.B. die Verbreitung von Mutationen zu überwachen. Außerdem bietet QIAGEN T-Zellen- und Antikörpertests an, um vergangene SARS-CoV-2-lnfektionen nachzuweisen, und stellt Reagenzien her, die an andere Unternehmen zur Verwendung für eigene COVID-19-Tests verkauft werden. Darüber hinaus werden zunehmend Abwässer überwacht, die als Frühwarnsystem für die Ausbreitung Krankheiten dienen können. Die digitale PCR-Plattform QIAcuity kann geringste Spuren von DNA und RNA quantifizieren und so durch Viren und Bakterien verursachte Infektionskrankheiten nachweisen. Die digitale PCR ist genauer und sensitiver als die traditionelle PCR-Methode. Mittels Überwachungstests können Behörden Daten zu breiten Bevölkerungsschichten erfassen und frühzeitig vor Ausbrüchen von Infektionskrankheiten warnen.

Chancen ergeben sich schließlich aus der Tatsache, dass im Laufe der Pandemie in Laboren Expertise und Testinfrastrukturen aufgebaut worden sind, die in Zukunft für den Nachweis anderer Krankheitserreger genutzt werden können. Das betrifft insbesondere installierte Automationslösungen für Nicht-Coronatests. Darüber hinaus hat sich im Laufe der Pandemie der Wert molekularer Tests gezeigt, so dass traditionelle Testverfahren zunehmend abgelöst werden dürften. Viele der von QIAGEN für die COVID-19-Diagnostik vermarkteten Testlösungen können auch für andere Anwendungen eingesetzt werden.

Risiken können sich für die QIAGEN GmbH im Wesentlichen aus der Veränderung von externen Faktoren wie politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen ergeben. Weiterhin sind, analog zum Vorjahr, nachfolgende Risiken zu nennen, welche die weitere Entwicklung der Geschäftstätigkeit negativ beeinflussen könnten:

Risiken im Zusammenhang mit dem Wachstumsmanagement und internationalen Geschäftsaktivitäten (einschließlich der Auswirkungen von Währungsschwankungen und Risiken im Zusammenhang mit Abhängigkeiten von Logistik-Dienstleistungen und der Unterbrechung von Lieferketten),

Risiken durch nachlassende Dynamik in der Entwicklung der Märkte für molekulare Diagnostik, pharmazeutische und akademische Forschung sowie angewandte Testverfahren,

Risiken durch schnelle und unerwartete technologische Fortschritte,

Risiken aufgrund von Schwankungen in der Nachfrage nach QIAGEN-Produkten (einschließlich saisonbedingter Schwankungen wie Budgetierung etc.),

Schwierigkeiten bei der Anpassung von Produkten an integrierte Lösungen und die Produktion solcher Produkte, die nachlassende Fähigkeit des Unternehmens, neue Produkte zu erforschen und zu entwickeln, die sich von den Produkten der Konkurrenz abheben,

Risiken aufgrund fehlender Marktakzeptanz neuer Produkte und zunehmende Konkurrenz in etablierten Märkten,

Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist,

Risiken im Zusammenhang mit der Integration akquirierter Geschäfte und Technologien,

Risiken aus Rechts- und Patentstreitigkeiten,

Risiken durch Entzug oder Verweigerung regulatorischer Zulassungen,

Risiken aufgrund unautorisierter Zugriffe auf unsere Computersysteme (Cyber-Risiken).

Risiken aus Beeinträchtigungen der Energieversorgung.

Aufgrund der vorgenannten strategischen und operativen Maßnahmen ergeben sich Chancen und Risiken im Hinblick auf die voraussichtliche Entwicklung der QIAGEN GmbH in den folgenden Geschäftsjahren. Bestandsgefährdende Risiken werden nicht gesehen. Trotz der Unsicherheiten, die sich mittelfristig auch aus der derzeitigen Wirtschaftslage ergeben können, schätzen wir die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für die kommenden Geschäftsjahre als positiv im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr ein.

12. Risikomanagementsystem

Die QIAGEN GmbH hat ein Risikomanagementsystem implementiert, welches organisatorische Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken der Geschäftstätigkeit umfasst. Das Risikomanagementsystem stellt sicher, dass bestehende Risiken erfasst, analysiert und bewertet sowie risikobezogene Informationen in systematisch geordneter Weise an die zuständigen Entscheidungsträger im Unternehmen weitergeleitet werden.

13. Strategische Ziele / Ausblick / Prognosebericht

Mit einem dynamischen und disruptiven Portfolio von "Sample to Insight"-Lösungen für die molekulare Testung erwartet QIAGEN ein anhaltendes moderates Wachstum bei Umsatz und Betriebsergebnis. QIAGEN bedient mehr als 500.000 Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von Forschern in der akademischen und pharmazeutischen Industrie bis hin zu Gesundheitsdienstleistern, die molekulare Diagnostik einsetzen, um Patienten mit modernster Technologie zu versorgen. QIAGEN setzt mittelfristige strategische Pläne um, um die finanzielle Entwicklung und die Rendite für die Aktionäre mittelfristig zu verbessern. Investitionen in Innovation und kommerzielle Unterstützung zahlen sich in einer schnelleren Umsatzentwicklung für die von uns definierten Wachstumstreiber aus, während Effizienz- und Kapitalallokationsinitiativen die operative Hebelwirkung und Rentabilität verbessern und damit das Betriebsergebnis positiv beeinflussen.

Konkret legt QIAGEN seinen Fokus auf fünf Wachstumsträger mit differenzierten Profilen in attraktiven Wachstumsmärkten, in denen QIAGEN jeweils eine Top-3-Position bereits innehat oder künftig erreichen kann. 2021 hat das Unternehmen in diesen Wachstumsbereichen deutliche Fortschritte bei der Entwicklung seines Portfolios gemacht. Durch Forschung und Entwicklung, externe Partnerschaften und gezielte Akquisitionen baut das Unternehmen sein innovatives Technologieangebot weiter aus.

Zu den Wachstumsmotoren im Jahr 2022 gehören die Entwicklung neuer Anwendungen für die QuantiFERON-Technologie, die Vertiefung der führenden Position in der Probenvorbereitung, die Ausweitung des Testangebots für die Testplattformen QIAstat-Dx und NeuMoDx, sowie die der Ausbau der Marktposition für digitale PCR.

Da sich die globalen Bemühungen zur Bekämpfung der Tuberkulose weiter intensivieren, setzt sich QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) weltweit weiter durch, um den zeitaufwändigen, unzuverlässigen 120 Jahre alten Tuberkulin-Hauttest zu ersetzen. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat den Kreis der Personen, die mit dem blutbasierten Test auf Tuberkulose getestet werden können, nun um Menschen mit geschwächtem Immunsystem, schwangere Frauen sowie Kinder erweitert.

2021 hat QIAGEN QIAreach QuantiFERON-TB in den Markt eingeführt. Der Test beruht auf der QuantiFERON-TB Gold Plus Technologie und läuft auf einem tragbaren Gerät, das den hochsensiblen, digitalen Nachweis von TB-Infektionen im Rahmen eines einfachen und kostengünstigen Komplett-Workflows ermöglicht. QIAGEN konzentriert sich mit diesem Produkt zunächst auf Regionen mit hoher Krankheitslast, in denen der Zugang zu Laborinfrastruktur und zu Ressourcen für die Durchführung von Tests begrenzt ist. 2021 hat der Test vom Global Fund die Zulassung erhalten, um die Testbeschaffung durch öffentliche Gesundheitsprogramme in mehr als 100 Ländern zu ermöglichen.

Zudem hat das Unternehmen das QuantiFERON-Portfolio um den CE-IVD markierten Test LIAISON LymeDetect erweitert. Dieser dient der Frühdiagnose der Lyme-Borreliose, einer bakteriellen Infektion, die langfristige und schwerwiegende Folgen haben kann. Der neue LIAISON LymeDetect wurde von QIAGEN und DiaSorin gemeinsam entwickelt.

Im Rahmen seiner Wachstumsstrategie vermarktet QIAGEN ein differenziertes und umfassendes Portfolio an Automatisierungssystemen, um seine Reichweite in großen, wachsenden Märkten zu erweitern und mit einer reichhaltigen Pipeline an molekularen Inhalten durch die Entwicklung neuer Assays weiter zu forcieren. Hierzu gehören:

QIAstat-Dx, ein einstufiges, voll integriertes System für syndromische Tests, das eine kosteneffiziente Diagnose in etwa einer Stunde, mit weniger als einer Minute Anwendungszeit für Nutzer. Rund 2.900 Systeme waren Ende 2021 im Markt platziert. QIAGEN erwartet mittelfristig ein jährliches Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich. 2021 hat das Unternehmen einen neuen Test für das QlAstat-Dx-System auf den Markt gebracht, mit dem innerhalb kurzer Zeit festgestellt werden kann, ob Patienten an saisonal bedingten Atemwegsinfektionen oder an SARS-CoV-2 leiden. Bei der Kommerzialisierung weiterer Tests für die Plattform hat QIAGEN Fortschritte gemacht. In den USA läuft die Zulassung eines gastrointestinalen Panels zur Erkennung von 22 häufigen viralen, bakteriellen und parasitären Erregern. Darüber hinaus erfolgte die CE-Registrierung eines Meningitis-/Enzephalitis-Panels in Europa, das 15 verschiedene Pathogene nachweisen kann.

Die Ende 2018 in Europa eingeführten Systeme NeuMoDx 288 und 96 bieten eine bahnbrechende neue Plattform im voll integrierten PCR-Markt für die Diagnose mit höherem Durchsatz. Die "Sample to Insight" NeuMoDx-Systeme automatisieren den ansonsten teuren, zeitaufwändigen Liquid Handling-Prozess und beschleunigen die Laboranalyse. 2021 erreichte QIAGEN einen Meilenstein: Mit der CE-IVD Markierung für einen Test auf humane Adenoviren sind nun 15 Assays für die NeuMoDx-Systeme zugelassen. Damit zählt das derzeitige Menü zu den umfangreichsten auf dem Markt.

Im Jahr 2020 hat QIAGEN mit QIAcuity eine neue Automationslösungen für schnell wachsende digitale PCR-Verfahren im Markt eingeführt. Die Plattform vereinfacht die bestehenden Workflows, ermöglicht einen höheren Durchsatz und Multiplexing und bietet den Kunden eine gute Wirtschaftlichkeit. QIAcuity nutzt Nanoplatten-Technologie, um eine Probe über Tausende von Partitionen zu verteilen und dann die Reaktion in jeder einzelnen Partition gleichzeitig zu lesen. Die Proben können zudem in zwei - statt in üblicherweise sechs Stunden - vorbereitet und analysiert werden. Die digitale PCR-Plattform erfährt hohe Platzierungszahlen und wurde auch 2021 an Kunden weltweit ausgeliefert. Bis Ende 2021 hatte QIAGEN 730 QIAcuity-Geräte platziert. Das Unternehmen erwartet mittelfristig ein jährliches Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich. Darüber hinaus wurden verschiedenen Projekte mit Partnern entwickelt. Zum Beispiel konnte ein neuer, gemeinsam mit Exosome Dx entwickelter Workflow, der digitale PCR und Exosom-basierte Flüssigbiopsie zum Nachweis von Blasenkrebsmutationen in Urinproben integriert, den praktischen Nutzen in der onkologischen Forschung unter Beweis stellen.

Die differenzierten Kerntechnologien von QIAGEN für die Probenverarbeitung treiben das Wachstum weiter voran. 2021 hat QIAGEN einen Meilenstein erreicht und die Schwelle von über drei Milliarden biologischen Proben überschritten, die mit Verbrauchsmaterialien des Unternehmens verarbeitet wurden. Die Probenvorbereitungs-Kits von QIAGEN setzen den Goldstandard in der Probenextraktion. QIAGEN legt in diesem Bereich den Schwerpunkt auf die Entwicklung neuer Produkte. Dazu gehören Kits für die Flüssigbiopsie und für die zukunftsträchtige Mikrobiom-Forschung.

2021 hat QIAGEN die EZ2-Platform auf den Markt gebracht, die in weniger als 20 Minuten bis zu 24 Proben zeitgleich abarbeiten kann und in der biomedizinischen Forschung, der Forensik und in diagnostischen Umgebungen eingesetzt werden kann. Sie ergänzt das bestehende Angebot an automatisierten Probenvorbereitungslösungen, zu denen auch der QIAcube Connect sowie der QIAsymphony gehören. QIAcube-Connect ermöglicht eine nahtlose Übertragung von zahlreichen manuellen Spinsäulen-Protokollen auf eine Plattform mittleren Durchsatzes.

Vor dem Hintergrund einer steigenden Nachfrage nach Testlösungen für Nicht-COVID-Anwendungen bei gleichzeitig signifikant rückläufigen Umsätzen mit Lösungen gegen die Lungenkrankheit COVID-19 gehen wir für das Jahr 2022 von einem moderaten Rückgang der Umsatzerlöse sowie des Betriebsergebnisses aus, das sich eng an den Entwicklungen des Konzerns orientieren wird.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht zu verzeichnen. Der Krieg in der Ukraine belastet das Ergebnis der Gesellschaft nicht wesentlich, Auswirkungen aus der gestiegenen Inflation sowie der Energiekrise werden durch entsprechende Maßnahmen adressiert.

14. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB

Die QIAGEN GmbH beschäftigt sich mit der Erfüllung des Gesetzes zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen, das im Jahr 2015 verabschiedet wurde. Zum Jahresende 2021 liegt der Anteil der weiblichen Führungskräfte in der Geschäftsführung bei 0% und in der ersten Führungsebene bei 18%. Die zweite Führungsebene weist einen Anteil von 38% auf.

Gemäß Planung und Festlegung der Geschäftsführung der QIAGEN GmbH ist damit für die erste Führungsebene die Zielgröße erreicht. Für die zweite Führungsebene wird angestrebt, den Anteil im Rahmen geeigneter Möglichkeiten weiter zu erhöhen. Eine Veränderung der Frauenquote in der Geschäftsführung ist nicht geplant.

Im Falle einer künftig erforderlichen Nachbesetzung in den genannten Gremien werden Frauen, wie bisher, gleichberechtigt berücksichtigt.

 

Hilden, den 4. November 2022

gez. Thierry Laurent Bernard

gez. Roland Sackers

gez. Antonio Mendes Santos

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2021

AKTIVA

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Lizenzen, ähnliche Rechte und Werte, Software 163.050.363 159.578.562
2. Geschäfts- oder Firmenwert 11.226.152 12.842.183
3. Geleistete Anzahlungen 8.861.834 9.240.814
183.138.349 181.661.559
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 96.252.768 79.188.138
2. Technische Anlagen und Maschinen 35.539.255 19.320.390
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.595.027 12.316.096
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 64.615.889 36.654.862
207.002.938 147.479.486
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 127.868.203 127.868.203
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 950.000 0
128.818.203 127.868.203
518.959.490 457.009.248
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 29.649.517 20.567.939
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 25.697.333 30.665.878
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 48.840.912 6.643.775
104.187.762 57.877.592
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 52.749.074 55.991.459
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 380.063.023 217.139.644
- davon gegen Gesellschafter: EUR 0 (Vorjahr: EUR 84.352.512)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 12.195.358 19.594.630
445.007.455 292.725.733
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.942.944 2.071.568
551.138.161 352.674.893
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 7.634.313 8.711.257
1.077.731.964 818.395.398

PASSIVA

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 210.294 210.294
II. Kapitalrücklage 43.308.579 43.308.579
III. Gewinnrücklagen 833.636 833.636
IV. Gewinnvortrag 38.031.445 38.031.445
82.383.954 82.383.954
B. RÜCKSTELLUNGEN
I. Rückstellungen für Pensionen 4.620.800 4.246.572
II. Steuerrückstellungen 0 100.824
III. Sonstige Rückstellungen 82.216.146 76.519.720
86.836.946 80.867.116
C. VERBINDLICHKEITEN
I. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 644.812 227.292
II. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24.055.810 28.054.285
III. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 872.058.740 615.891.150
- davon gegenüber Gesellschafter: EUR 0 (Vorjahr: EUR 358.739.939)
IV. Sonstige Verbindlichkeiten 6.656.778 6.669.945
- davon aus Steuern: EUR 2.218.496 (Vorjahr: EUR 2.146.757)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 84.324 (Vorjahr: EUR 120.891)
903.416.140 650.842.672
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 5.094.923 4.301.655
1.077.731.964 818.395.398

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021

2021 2020
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 947.817.428 688.176.031
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 39.276.480 14.173.723
3. Sonstige betriebliche Erträge 14.857.562 66.874.991
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung: EUR 3.434.554 (Vorjahr: EUR 1.296.615)
4. Materialaufwand
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -480.551.461 -291.764.503
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -106.015.359 -105.787.086
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -15.395.816 -13.899.306
- davon für Altersversorgung: EUR 173.510 (Vorjahr: EUR 147.720)
6. Abschreibungen
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -45.298.112 -41.928.451
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -206.081.557 -222.423.560
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung: EUR 2.708.744 (Vorjahr: EUR 3.271.078)
8. Erträge aus Beteiligungen 66.999.970 69.395.824
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 66.999.970 (Vorjahr: EUR 69.395.824)
9. Verlustausgleich aus Gewinnabführungsverträgen -332.427 -305.137
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.619.170 2.478.480
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 3.945.080 (Vorjahr: EUR 1.818.026)
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -32.923.577 -16.394.178
- davon an verbundene Unternehmen: EUR 29.130.884 (Vorjahr: EUR 15.844.787)
- davon aus der Abzinsung: EUR 385.289 (Vorjahr: EUR 356.883)
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -592.137 -416.090
13. Ergebnis nach Steuern 188.380.165 148.180.740
14. Sonstige Steuern -292.274 -434.911
15. Aufwendungen aus Gewinnabführung aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags -188.087.891 -147.745.829
16. Jahresüberschuss 0 0

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021

I. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Die QIAGEN GmbH hat ihren Sitz in Hilden und ist beim Amtsgericht Düsseldorf im Handelsregister, Abteilung B, unter Nr. 45822 seit dem 21. März 2003 eingetragen.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 ist nach den Vorschriften des dritten Buches des Handelsgesetzbuches sowie des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Aus Gründen der Klarheit werden die Angaben zur Mitzugehörigkeit, den Restlaufzeiten sowie sonstige davon-Angaben in den Anhang aufgenommen.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren. Im Sinne einer größeren Klarheit werden in der Gewinn- und Verlustrechnung und in der Bilanz nach § 265 Abs. 7 Nr. 2 HGB einzelne Posten zusammengefasst. Hierzu wird nachfolgend eine Aufgliederung nach Einzelpositionen mit ergänzenden Erläuterungen und Vermerken gegeben.

1. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Für den Geschäfts- oder Firmenwert wird eine Nutzungsdauer von 15 Jahren zugrunde gelegt, da sich der Markt für die Produkte aufgrund der geringen Anzahl von Anbietern und hohen Markteintrittsbarrieren nur langsam verändert.

Technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen, die bis 2007 angeschafft wurden, werden degressiv mit 30 % abgeschrieben. Die Abschreibung der übrigen Anlagen erfolgt linear nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Geringwertige Anlagegüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

2. Finanzanlagen

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, sofern keine außerplanmäßigen Abschreibungen wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung erforderlich sind.

3. Vorräte

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder, soweit erforderlich, zum niedrigeren Marktwert angesetzt. Die Herstellungskosten enthalten Material- und Fertigungseinzelkosten und angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie des Werteverzehrs des Anlagevermögens. Bestandsrisiken, die sich aus langer Lagerreichweite beziehungsweise geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird gemäß dem Grundsatz der verlustfreien Bewertung ausreichend Rechnung getragen. Fremdkapitalzinsen und Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, Liquide Mittel

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert abzüglich erforderlicher Einzelwertberichtigungen angesetzt. Zur Abdeckung des allgemeinen Ausfallrisikos wird für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen eine Pauschalwertberichtigung gebildet. Liquide Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

5. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, sofern sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

6. Rückstellungen für Pensionen

Rückstellungen für Pensionen werden unter Verwendung der projizierten Einmalbeitragsmethode ermittelt. Dabei werden die Richttafeln Heubeck (Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) sowie eine Dynamik der anrechenbaren Bezüge von 3,00 % und erwartete Rentensteigerungen von 2,00 % berücksichtigt. Ein Fluktuationsabschlag wurde nicht berücksichtigt.

Für die Abzinsung der Pensionsverpflichtung wird nunmehr der auf Basis der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre (1,90 %) zugrunde gelegt. Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellung mit dem 10-Jahresdurchschnittszinssatz und dem 7-Jahres-Durchschnittszinssatz zum Geschäftsjahresende beläuft sich auf TEUR 394. Er ist gemäß § 253 Abs. 6 S. 1 HGB mit einer Ausschüttungssperre belegt.

7. Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in der Höhe des Erfüllungsbetrages (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

8. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

9. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, sofern sie einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

10. Währungsumrechnung

Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Guthaben in Fremdwährung und Valutabestände werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag angesetzt. Langfristige Forderungen in Fremdwährung werden zum Anschaffungskurs bzw. mit dem niedrigeren Stichtagskurs angesetzt. Langfristige Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Entstehungskurs bzw. mit dem höheren Stichtagskurs angesetzt.

11. Latente Steuern

Aufgrund der ertragsteuerlichen Organschaft mit der QIAGEN Deutschland Holding GmbH werden auf Ebene der Gesellschaft keine latenten Steuern bilanziert.

II. ANGABEN ZUR BILANZ UND ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr ergibt sich aus der Anlage zu diesem Anhang, in welcher der Anlagenspiegel dargestellt wird.

Die Abschreibungen beinhalten in Höhe von TEUR 38 (Vorjahr: TEUR 1.850) außerplanmäßige Abschreibungen.

2. Finanzanlagen

Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen die folgenden Beteiligungen:

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH, Hilden, Deutschland 79.525.000 79.525.000
Stille Beteiligung QIAGEN K.K., Tokio, Japan 26.043.203 26.043.203
QIAGEN Monheim GmbH & Co. KG, Hilden 15.550.000 15.550.000
QIAGEN s.r.l., Mailand, Italien 6.750.000 6.750.000
127.868.203 127.868.203

Mit Gesellschaftsvertrag vom 14. Februar 2020 hat die QIAGEN GmbH im Wege einer Bargründung in Höhe von TEUR 25 die QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH mit Sitz in Hilden gegründet. Wesentlicher Geschäftszweck der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH ist das Halten, Verwalten, der Erwerb und die Weiterentwicklung von IP sowie die Vergabe von Lizenzen. In der außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 24. August 2020 der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH hat die zu diesem Zeitpunkt alleinige Gesellschafterin, die QIAGEN GmbH, beschlossen, dass die QIAGEN GmbH einen Barbetrag in Höhe von TEUR 79.500 in die Kapitalrücklage der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB mit Wirkung zum 28. August 2020 einzahlt. Mit notariell beurkundeten Gesellschafterbeschluss vom 28. August 2020 (Urkundennummer 1750/2020 M des Notars Dr. Niklas Mairose) wurde das Stammkapital der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH von TEUR 25 auf TEUR 35 erhöht. Das erhöhte Stammkapital von TEUR 10 wurde vollständig von der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems Limited, Manchester, England, übernommen. Nach der Durchführung der Kapitalerhöhung hält die QIAGEN GmbH 71,43 % und die QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems Limited 28,57% an der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH.

Am 1. Dezember 2020 wurde ein Gewinnabführungsvertrag zwischen der QIAGEN GmbH und der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH zum Zwecke der Herstellung eines Organschaftverhältnisses im Sinne der §§ 14 KStG ff. abgeschlossen. Die Parteien haben sich vertraglich dazu verpflichtet, dass die QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH während der gesamten Vertragslaufzeit ihren ganzen Gewinn an die QIAGEN GmbH abführt und dass die QIAGEN GmbH den gesamten Verlust der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH ausgleicht. Hieraus ergab sich erstmalig ein Ausgleich des mit Beginn des Rumpfgeschäftsjahres 2020 entstandenen Jahresfehlbetrags der QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH durch die QIAGEN GmbH. Die QIAGEN Healthcare Biotechnologies Systems GmbH weist im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 einen Jahresfehlbetrag vor dem Verlustausgleich durch die QIAGEN GmbH in Höhe von TEUR 332 und ein Eigenkapital von TEUR 110.594 aus.

Die QIAGEN GmbH hält eine Stille Beteiligung an der QIAGEN K.K., Tokio, Japan. Im Geschäftsjahr 2020 hat die QIAGEN GmbH einen Beteiligungsgewinn in Höhe von TEUR 1.687 aus ihrer Stillen Beteiligung an der QIAGEN K.K. vereinnahmt. Die QIAGEN K.K. weist im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 einen Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 1,6 (TJPY 216) und ein negatives Eigenkapital von TEUR -1.366 (TJPY - 178.324) aus.

Die QIAGEN GmbH hielt sämtliche Anteile an der QIAGEN Hamburg GmbH, Monheim, bis zum 31. Dezember 2019. Mit Aufhebungsvertrag vom 21. Oktober 2019 haben die QIAGEN GmbH und die QIAGEN Hamburg GmbH die einvernehmliche Beendigung des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags vom 26. Januar 2012 zum 31. Dezember 2019, 24:00 Uhr, beschlossen.

Mit Kommanditgesellschaftsvertrag zwischen der QIAGEN GmbH und der QIAGEN Hamburg GmbH haben die Gesellschafter die QIAGEN Monheim GmbH & Co. KG mit Sitz in Monheim (vormals: Hilden) gegründet. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die QIAGEN Hamburg GmbH, die am Vermögen der QIAGEN Monheim GmbH & Co. KG nicht beteiligt ist. Als einziger Kommanditist ist die QIAGEN GmbH zum Zeitpunkt der Gründung mit einer Bareinlage von EUR 25.000 beteiligt. Die Eintragung in das Handelsregister Düsseldorf erfolgte am 4. November 2019. Die Gesellschafter der Kommanditistin Qiagen GmbH beabsichtigen die Errichtung eines IP-Hub in Monheim. Daher wurde die Qiagen GmbH durch ihre Gesellschafter gemäß Gesellschafterbeschluss vom 25. November 2019 dazu angewiesen, die Beteiligung an der Komplementärin QIAGEN Hamburg GmbH auf die QIAGEN Monheim GmbH & Co. KG mit Wirkung zum 31. Dezember 2019, 24:00 Uhr, zum handelsrechtlichen Buchwert in Höhe von TEUR 15.525 zu übertragen. Die QIAGEN Monheim GmbH & Co.KG weist im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 einen Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 67.000 und ein Eigenkapital von TEUR 15.750 (vor der Bildung eines Ausgleichspostens für aktivierte eigene Anteile der Komplementärin) aus.

Die QIAGEN GmbH ist in Höhe von 25 % am Kapital der QIAGEN s.r.l., Mailand, Italien, beteiligt. Die QIAGEN s.r.l. weist im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 einen Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 955 und ein Eigenkapital in Höhe von TEUR 26.364 aus.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen belaufen sich auf TEUR 380.063 (Vorjahr: TEUR 217.140) und betreffen neben den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen insbesondere auch Forderungen aus der Inhouse Cash Position bei der QIAGEN N.V. (TEUR 294.831; Vorjahr: TEUR 84.353) sowie eine Forderung aus einem Beteiligungsertrag der QIAGEN Monheim GmbH & Co. KG (TEUR 67.000; Vorjahr: TEUR 69.396).

4. Eigenkapital

Das Stammkapital beträgt DM 411.300 (EUR 210.294).

Die Gewinnrücklagen von TEUR 834 betreffen andere Gewinnrücklagen.

5. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Verpflichtungen aus gewährten Aktienoptionen und sonstigen Bezugsrechten (TEUR 38.174; Vorjahr: TEUR 44.421), übrige Personalkosten (TEUR 20.820; Vorjahr: TEUR 17.822), ausstehende Rechnungen (TEUR 13.046; Vorjahr: TEUR 9.140), Lizenzverpflichtungen (TEUR 5.691; Vorjahr: TEUR 2.994) und Abfindungszahlungen (TEUR 268; Vorjahr: TEUR 1.499).

6. Verbindlichkeiten

Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten nach ihren Restlaufzeiten ergibt sich aus dem folgenden Aufriss:

Restlaufzeit
Summe bis zu einem Jahr zwischen einem und fuenf Jahren mehr als fuenf Jahre davon gesicherte Betraege
EUR EUR EUR EUR EUR
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 644.812 644.812 0 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24.055.810 24.055.810 0 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 872.058.740 208.598.740 318.460.000 345.000.000 0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 6.656.778 6.656.778 0 0 0
- 903.416.140 239.956.140 318.460.000 345.000.000 0

Die Vergleichszahlen für das Vorjahr stellten sich wie folgt dar:

Restlaufzeit
Summe bis zu einem Jahr zwischen einem und fuenf Jahren mehr als fuenf Jahre davon gesicherte Betraege
EUR EUR EUR EUR EUR
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 227.292 227.292 0 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.054.285 28.054.285 0 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 615.891.150 187.431.150 201.000.000 227.460.000 0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 6.669.945 6.669.945 0 0 0
650.842.672 222.382.672 201.000.000 227.460.000 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen belaufen sich auf TEUR 872.059 (Vorjahr: TEUR 615.891) und betreffen insbesondere Darlehensverbindlichkeiten im Verbundbereich (TEUR 668.937; Vorjahr: TEUR 428.461) sowie Verbindlichkeiten aus der Gewinnabführungen an Gesellschafter (TEUR 188.088; Vorjahr: TEUR 147.746).

7. Umsatzerlöse

2021 2020
EUR EUR
Auslandsumsätze 902.912.045 607.521.237
Inlandsumsätze 152.043.642 164.795.141
Skonti, Erlösschmälerungen -107.138.259 -84.140.347
947.817.428 688.176.031

Die Umsatzerlöse betreffen i. H. v. TEUR 569.216 (Vorjahr: TEUR 403.810) Umsätze mit verbundenen Unternehmen, die im Wesentlichen auf Verbrauchsmaterialen entfallen. In diesen Umsatzerlösen sind Umsatzerlöse enthalten, die die Gesellschaft aufgrund ihrer Produktionsstellung in der QIAGEN-Gruppe an die niederländische Schwestergesellschaft tätigt und aufgrund der Vertriebsfunktion für den deutschen Markt wieder zum gleichen Preis zurückerwirbt (EUR 128,8 Mio.; Vorjahr: EUR 92,9 Mio.).

8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Ertragsteuern beinhalten Steuern auf die stille Beteiligung an der QIAGEN K.K., Tokio, Japan, sowie Körperschaftsteuer für die Betriebsstätte in Österreich.

9. Periodenfremde Erträge

Periodenfremde Erträge resultieren aus der Auflösung von Wertberichtigungen von Forderungen TEUR 2.048 (Vorjahr: TEUR 0) sowie aus der Auflösung von Rückstellungen TEUR 870 (Vorjahr: TEUR 250).

10. Periodenfremde Aufwendungen

Periodenfremde Aufwendungen resultieren aus Wertberichtigungen von Forderungen und der Abschreibung uneinbringlicher Forderungen von TEUR 161 (Vorjahr: TEUR 1.758).

III. SONSTIGE ANGABEN

1. Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Verpflichtungen aus Miet-, Pacht-, Leasing- und ähnlichen Dauerschuldverhältnissen:

TEUR
2022 575
2023 254
2024 63
2025 12
904

Darüber hinaus besteht ein Bestellobligo in Höhe von EUR 113 Mio.

In den sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind Verpflichtungen aus Leasingverträgen sowie aus Lizenzverträgen enthalten.

2. Aufgliederung der Arbeitnehmerzahl

Es wurden durchschnittlich beschäftigt:

2021 2020
Gewerbliche Arbeitnehmer 324 244
Angestellte 1.065 991
1.389 1.235

3. Mitglieder der Geschäftsführung

Mitglieder der Geschäftsführung Geschäftsjahr sind/waren:

Thierry Laurent Bernard, Winchester, USA

Roland Sackers, Köln

Antonio Mendes Santos, St. Louis, USA (ab dem 25. April 2022)

Barthold Piening, Konstanz (bis zum 3. Mai 2022)

Herr Bernard übt eine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender und Herr Sackers übt eine Tätigkeit als Finanzvorstand beim QIAGEN-Konzern hauptberuflich aus. Herr Santos übt eine Tätigkeit als Senior Vice President Operations beim QIAGEN-Konzern hauptberuflich aus. Herr Piening übte eine Tätigkeit als Senior Vice President Operations beim QIAGEN-Konzern hauptberuflich aus.

4. Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Die Geschäftsführung erhielt außer den Bezugsrechten weitere Bezüge in Höhe von TEUR 669 im Geschäftsjahr 2021.

Angabe zu Bezugsrechten und sonstigen aktienbasierten Vergütungen der Geschäftsführung:

Im Geschäftsjahr 2021 wurden den Mitgliedern der Geschäftsführung 215.705 Performance Stock Units (PSUs) gewährt, die nach Ablauf bestimmter Haltefristen zum Bezug von Aktien der QIAGEN N.V. berechtigen. Der beizulegende Zeitwert dieser PSUs zum Zeitpunkt ihrer Gewährung betrug ca. EUR 8,8 Mio.

5. Mutterunternehmen

Anteilseigner der QIAGEN GmbH waren die QIAGEN Deutschland Holding GmbH, Hilden, mit 89,98 % und die QIAGEN N.V., Venlo, Niederlande, mit 10,02 %. Im Rahmen einer Stammkapitalerhöhung bei der QIAGEN Deutschland Holding GmbH zum Ende des Geschäftsjahres 2021 hat die QIAGEN N.V., Venlo, Niederlande, ihren einzigen Geschäftsanteil mit der laufenden Nummer 2 an der QIAGEN GmbH im Wege der Sacheinlage in die QIAGEN Deutschland Holding GmbH eingebracht. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 ist nunmehr die QIAGEN Deutschland Holding GmbH, Hilden, mit 100,00 % einziger Gesellschafter der QIAGEN GmbH.

Name und Sitz des Mutterunternehmens mit dem größten Konsolidierungskreis: QIAGEN N.V., Venlo, Niederlande.

Der Konzernabschluss der QIAGEN N.V., in den die QIAGEN GmbH einbezogen wird, ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich.

6. Abschlussprüferhonorare

Die Angabe der Abschlussprüferhonorare sowie anderer Beratungsleistungen unterbleibt gem. § 285 Nr. 17 HGB aufgrund der Einbeziehung dieser Angaben in den Konzernabschluss der QIAGEN N.V.

7. Ergebnisverwendung

Mit der QIAGEN Deutschland Holding GmbH, Hilden, als herrschendem Unternehmen ist am 13. November 2006 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen worden.

Das Ergebnis des Jahres 2021 wurde dementsprechend an die QIAGEN Deutschland Holding GmbH abgeführt.

 

Hilden, 4. November 2022

QIAGEN GmbH

gez. Thierry Laurent Bernard

gez. Roland Sackers

gez. Antonio Mendes Santos

Die Feststellung bzw. Billigung des Jahresabschlusses erfolgte nach Gesellschafterbeschluss am 15.12.2022.

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Lizenzen, ähnliche Rechte und Werte, Software 341.950.568 23.459.451 0 4.040.066 369.450.085
2. Geschäfts- oder Firmenwert 22.857.704 0 0 0 22.857.704
3. Geleistete Anzahlungen 9.240.814 4.154.377 20.898 -4.512.459 8.861.835
374.049.086 27.613.828 20.898 -472.392 401.169.625
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 148.365.634 18.097.362 0 4.288.780 170.751.776
2. Technische Anlagen und Maschinen 87.881.494 16.816.869 2.610.825 9.706.096 111.793.634
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 35.544.649 2.154.391 114.648 239.092 37.823.484
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 36.669.382 41.722.603 0 -13.761.576 64.630.409
308.461.159 78.791.225 2.725.474 472.392 384.999.303
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 128.615.083 0 0 0 128.615.083
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 950.000 0 0 950.000
128.615.083 950.000 0 0 129.565.083
811.125.329 107.355.053 2.746.371 0 915.734.010
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Lizenzen, ähnliche Rechte und Werte, Software 182.372.006 24.027.716 0 206.399.722
2. Geschäfts- oder Firmenwert 10.015.521 1.616.031 0 11.631.552
3. Geleistete Anzahlungen 0 30.748 30.748 0
192.387.527 25.674.495 30.748 218.031.274
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 69.177.496 5.321.511 0 74.499.007
2. Technische Anlagen und Maschinen 68.561.104 10.191.306 2.498.031 76.254.379
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 23.228.553 4.110.800 110.895 27.228.458
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 14.520 0 0 14.520
160.981.673 19.623.617 2.608.927 177.996.364
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 746.880 0 0 746.880
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0
746.880 0 0 746.880
354.116.080 45.298.112 2.639.675 396.774.518
Buchwerte
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Lizenzen, ähnliche Rechte und Werte, Software 163.050.363 159.578.562
2. Geschäfts- oder Firmenwert 11.226.152 12.842.183
3. Geleistete Anzahlungen 8.861.834 9.240.814
183.138.349 181.661.559
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 96.252.768 79.188.138
2. Technische Anlagen und Maschinen 35.539.255 19.320.390
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.595.027 12.316.096
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 64.615.889 36.654.862
207.002.938 147.479.486
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 127.868.203 127.868.203
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 950.000 0
128.818.203 127.868.203
518.959.490 457.009.248

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die QIAGEN GmbH, Hilden

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der QIAGEN GmbH, Hilden, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der QIAGEN GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 14 des Lageberichts enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 14 des Lageberichts enthalten ist.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 4. November 2022

KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Mehdi Zadegan, Wirtschaftsprüferin

Figura, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

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