Stammdaten

Register
Amtsgericht Bad Oeynhausen HRB 7386
Eingetragen
7.7.1977
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieBetrieb von Datenverarbeitungseinrichtungen für Dritte
Gegenstand
die Erbringung von Management Dienstleistungen einschl. der Organisationsberatung, der Datenverarbeitung, des Betriebes eines Rechenzentrums sowie technischer Dienstleistungen und Verwaltungsfunktionen. Die Gesellschaft kann gleiche oder ähnliche Unternehmungen erwerben, sich an solchen beteiligen, deren Geschäfte führen und alle Rechtsgeschäfte vornehmen, die mit dem von der Gesellschaft verfolgten Zweck in Zusammenhang stehen.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Oliver Bestmann
seit 8.3.2022
Geschäftsführer
Lars Bohlmann
seit 21.1.2020
Geschäftsführer
Thorsten Morick
seit 9.1.2012
Prokura
Karl-Jürgen Sauter
seit 6.11.2009
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
100000
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Hettich Holding GmbH & Co. oHG

Kirchlengern

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021

1. Grundlagen der Hettich Unternehmensgruppe

Hettich - In Kirchlengern daheim. In der ganzen Welt zu Hause.

Das Familienunternehmen Hettich wurde 1988 durch Karl Hettich in Schramberg im Schwarzwald gegründet. Heute befindet sich die Unternehmensgruppe in der vierten Generation und gehört zu den weltweit größten Herstellern von Möbelbeschlägen. Mit unseren Lösungsangeboten rund um "Technik für Möbel" gestalten wir gemeinsam mit unseren Kunden in vielen Ländern der Erde schönes Wohnen und Einrichten. Fast 6.400 Kolleginnen und Kollegen sichern unseren gemeinsamen Erfolg mit ihrem unermüdlichen Einsatz und ihren Ideen. In den drei Kernproduktbereichen Möbelscharniere, Schubkastensysteme und -führungen sowie Schiebetürsysteme entwickeln und produzieren sie Technik für Möbel. Der Sitz unseres zu 100 % in Familienbesitz befindlichen Unternehmens ist im ostwestfälischen Kirchlengern. Dort entstehen Ideen für Möbelbeschläge, mit denen wir die Gegenwart und die Zukunft gestalten. Unsere Beschlagslösungen machen Möbel beweglich, sicher und komfortabel. Damit sind sie ein wichtiger und elementarer Bestandteil im Möbel - auch wenn man sie oft nicht sieht. Selbst nach jahrelangem Einsatz der Möbelstücke bleibt die Technik zuverlässig. Das Geheimnis: Qualitätsbewusstsein, Innovationsfreude, stetiger Dialog mit unseren Kunden und Zuverlässigkeit. Unsere Kolleginnen und Kollegen handeln nach diesen Werten und das merkt man uns an.

Als Familienunternehmen konzentrieren wir uns unabhängig von fremden Einflüssen auf die Verwirklichung langfristiger Unternehmensziele. Unternehmerische Freiheit und Unabhängigkeit sind dabei wichtige und unverzichtbare Grundsätze unserer Gesellschafter. Ebenso spielen die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung eine wichtige Rolle. Die Hettich Gruppe ist in selbstständig agierende sog. HUBs und Business Units unterteilt, die von der Hettich Holding GmbH & Co. oHG strategisch geführt werden. In der vierten Generation der Gründerfamilie begleitet Dr. Andreas Hettich das Management seit dem 1. Januar 2020 als Beiratsvorsitzender der Hettich Gruppe, nachdem er fast 20 Jahre als geschäftsführender Gesellschafter tätig war. Als Mehrheitseigentümer repräsentiert er die Gruppe außerdem gegenüber Kunden und der Öffentlichkeit. Vertreten wird die Hettich Holding durch Jana Schönfeld und Sascha Groß als gleichberechtigte Geschäftsführer. Unter der Marke "Hettich" entstand in den letzten Jahrzehnten eine weltweit vernetzte Unternehmensgruppe, die rund 1,3 Mrd. EUR Umsatz erwirtschaftet. Mit zahlreichen Tochtergesellschaften in Amerika, Europa und Asien sind wir bei Hettich immer in der Nähe unserer Kunden. Hettich steht für eine starke Partnerschaft mit der Möbel- und Weiße Ware-Industrie, dem Fachhandel, dem Handwerk und der Do-It-Yourself-Branche.

Unsere dreizehn Produktionsstandorte in sechs Ländern bilden zusammen ein weltweites Produktionsnetzwerk. Sie unterscheiden sich hauptsächlich durch die vor Ort eingesetzten Fertigungstechnologien sowie die gefertigten Losgrößen voneinander. Eingesetzt werden vor allem die Fertigungstechnologien Materialumformung und Kunststoffspritzguss zur Herstellung der Bauteile und Baugruppen, die anschließend durch moderne Montagetechnologie zu unseren Produkten weiterverarbeitet werden. Weiterhin sind Prozesse zur Oberflächenveredelung - sowohl galvanisch als auch durch Pulverbeschichtung - wichtige technologische Standbeine unserer Produktion. Unsere Kernprodukte werden größtenteils noch immer in unseren deutschen Standorten hergestellt und können daher international mit dem Hinweis "German quality you can trust" vertrieben werden. Damit dies auch in Zukunft möglich ist, gibt es für unsere Produktionen klare Zielvorgaben zur Einsparung von Energie und Material, zur Einhaltung unserer Qualitätsansprüche sowie für die Bereiche Umwelt, Gesundheit und Arbeitssicherheit. Die Führung anhand dieser Ziele wird durch ein einheitliches und übergreifendes Managementsystem unterstützt.

Forschung und Entwicklung

Megatrends wie Individualisierung, Urbanisierung und New Work prägen zunehmend die Ausstattung moderner Küchen-, Wohn- und Arbeitszimmermöbel in Bezug auf Beschlag- und Auszugsysteme. Der weltweite Bedarf und das Bedürfnis nach Möbeln als Lösungen für Einrichtungsvisionen werden in den kommenden Jahren weiter wachsen. Die Corona-Pandemie hat diese Trends verstärkt. Menschen richten sich Zuhause ein, das Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben. Die Anforderungen und Wünsche der Nutzer drehen sich dabei um mehr Komfort und Funktionalität, um ansprechendes und dabei praxistaugliches Design sowie das wichtige Thema "Raum gewinnen". Diese sich verändernden Bedürfnisse aufgrund neuer Lebens- und Wohnkonzepte sind eine große Herausforderung, aber auch eine große Chance für Hettich, denn unsere Technik für Möbel kann dazu einen wertvollen Beitrag leisten. Daher werden wir auch in Zukunft unsere Forschungsaktivitäten forcieren, um die perfekte Verbindung aus intelligenter Technik, Funktionalität und Design zu schaffen sowie Produktlösungen und Gesamtkonzepte für Komfort, Design und Stauraum anzubieten, mit denen sich Individualisierbarkeit zum Standard machen lässt. Das Entwickeln und Setzen von Trends ist also weiterhin ein wichtiger Baustein der zukunftsorientierten Unternehmensstrategie der Hettich Gruppe. Hierdurch können wir vorausschauend handeln und neue Beschlagprodukte genau dann verfügbar machen, wenn sie am Markt gebraucht werden.

Dabei orientieren sich auch unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten an unseren Werten Innovation, Qualität, Kundennähe und Zuverlässigkeit. Daher arbeiten wir besonders eng mit Hochschulen, Forschungsinstituten, industriellen Partnern und in branchenübergreifenden Netzwerken zusammen. Diese Kooperationen sind von strategischer Bedeutung, um geschäftsrelevante Trends und technische Tendenzen rechtzeitig erkennen und aktiv gestalten zu können. Zusätzlich finden natürlich unsere hauseigenen Ideen immer wieder ihren Einfluss in die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Dass Hettich mit technisch herausragenden Produkten Maßstäbe setzt, wird immer wieder auch durch zahlreiche renommierte und international anerkannte Preise für Hettich Produkte bestätigt. Ein Überblick über die letzten Jahre ist auf unserer Corporate Homepage unter der Rubrik "Unternehmen - Auszeichnungen & Referenzen" zu finden.

Unter den derzeitigen Einschränkungen der anhaltenden Corona-Pandemie haben wir unsere Kundenkontakte und Messeplanungen "neu gedacht" und mit den HettichXperiencedays ein neuartiges und für die Branche zukunftsweisendes Hybrid-Event etabliert. Bei den HettichXperiencedays stellen wir schon heute die Megatrends und die Möbelwelten von morgen vor. Analog und digital. Rund um den Globus. Mit dem hybriden Format möchten wir für alle Teilnehmer möglichst sichere Bedingungen schaffen. Mehr Design, mehr Funktion und mehr Komfort - das digitale Portal der HettichXperiencedays bietet Inspiration, Information und Lösungen für große und kleine Räume, für flexibles urbanes Wohnen, für New Work und Home- office, für Shop und Hotel und auch für den Outdoor-Bereich. Unser gemeinsames Motto lautet: "Let's move markets!"

Aufgrund der positiven Resonanz bieten wir neben Showroombesuchen vor Ort auch künftig Kunden und Interessierten virtuelle Rundgänge zu den Highlights der HettichXperiencedays an.

2. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen in 2021

Weltwirtschaft

Nach dem pandemiebedingten Einbruch der Weltwirtschaft im Jahr 2020 entwickelte sich die Konjunktur im Berichtsjahr 2021 wieder deutlich positiver. Insgesamt rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2021 damit, dass das globale reale Bruttoinlandsprodukt um 5,9 % gewachsen ist (nach noch einem Minus von 3,1 % im Vorjahr 2020). Von dieser Erholung der Weltproduktion waren nach Berechnungen des IWF alle Länder bzw. Regionen gleichermaßen betroffen (USA +5,6 %, Euroraum +5,2 % sowie Schwellen- und Entwicklungsländer +6,5 %, wobei hier vor allem Indien (+9,0 %) und China (+8,1 %) überproportional gewachsen sind. Das Konjunkturwachstum hat nach der Jahresmitte jedoch wieder an Fahrt verloren. In vielen Teilen der Welt bremsten erneut immer wieder auftretende Corona-Infektionswellen - verbunden mit Unsicherheiten über die Auswirkungen der neuen Omikron-Variante - die wirtschaftlichen Aktivitäten, Lieferengpässe behinderten den Welthandel sowie die Industrieproduktion und steigende Energiepreise ließen auch die Inflation steigen.

Die europäische Wirtschaft erholte sich 2021 schneller als erwartet von der pandemiebedingten Rezession. Vor dem Hintergrund der Impffortschritte, der schrittweisen Lockerung von Pandemiebeschränkungen und der Nachholeffekte nach dem konjunkturellen Einbruch setzte das Wachstum im Frühjahr wieder ein und konnte sich auch während des Sommers halten. Vor allem auch Länder mit hohen Wachstumsrückgängen im Vorjahr konnten nach Angaben des IWF in 2021 wieder positive Wachstumsraten erreichen wie z.B. Spanien mit +4,9 % (Vorjahr: -10,8%), Italien mit +6,2 % (Vorjahr: -8,9 %) und Frankreich mit +6,7 % (Vorjahr: -8,0 %). Aber auch im Euroraum erfuhr die Wachstumsdynamik seit Frühherbst neuen Gegenwind. Die weiterhin bestehende Corona-Pandemie belastete die Gesundheitssysteme und führte teilweise zu Personalknappheit. Engpässe und Störungen der globalen Lieferketten behinderten darüber hinaus die Wirtschaftstätigkeit zusätzlich, vor allem auch in der verarbeitenden Industrie. Zudem sind die Energiepreise insbesondere für Erdgas rasant gestiegen - zuletzt noch verstärkt durch den im Februar 2022 ausgebrochenen Ukraine-Krieg - und liegen nun deutlich über dem Preisniveau vor der Pandemie. Aufgrund des so erhöhten Inflationsdrucks wird nach Einschätzung der Europäischen Kommission der Jahresdurchschnittswert der Inflation in der Eurozone im Jahr 2021 bei 2,6 % (Vorjahr: 0,3 %) liegen.

Auch die deutsche Wirtschaft konnte sich in 2021 entsprechend erholen. Der IWF geht für Deutschland nach einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um -4,6% im Vorjahr nunmehr für 2021 von einem Wachstum von +2,7% aus. Allerdings war die konjunkturelle Entwicklung gespalten. So hat zur Erholung vor allem der Dienstleistungsbereich beigetragen, der von den allmählichen Corona-Öffnungen im Frühsommer profitierte und seine Umsätze wieder deutlich steigern konnte, nachdem aber im Vorjahr in diesem Sektor die Umsätze auch besonders stark eingebrochen waren. Das Produzierende Gewerbe befand sich hingegen seit Jahresbeginn in einer - wie es das ifo-Institut ausdrückt - "Flaschenhals-Rezession": Trotz steigender Auftragseingänge und voller Auftragsbücher ließen Lieferengpässe bei wichtigen industriellen Vorprodukten die Wertschöpfung im Produzierenden Gewerbe schrumpfen. Diese Versorgungsengpässe sind auch ein wesentlicher Grund für kräftige Preisanstiege insbesondere in der zweiten Jahreshälfte gewesen.

Möbelindustrie

Die weltweite Möbelproduktion belief sich im Jahr 2021 laut CSIL (Centre for Industrial Studies, Mailand) auf ca. 506 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von rund 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im asiatisch-pazifischen Raum wurden mit einem Anteil von rund 55 % inzwischen die weltweit meisten Möbel hergestellt. Das Hauptherstellerland für Möbel war dabei nach wie vor China mit einem Anteil von 39 %, gefolgt von den USA (12 %) und Deutschland und Italien (jeweils 4%).

Trotz weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen hat sich die deutsche Möbelindustrie im Jahr 2021 gut behauptet. Der Umsatz legte nach Angaben des VDM (Verband der Deutschen Möbelindustrie e.V.) um rund 2% auf 17,5 Milliarden Euro zu, wobei das Umsatzniveau des Vor-Corona-Jahres 2019 noch nicht wieder erreicht werden konnte. Auch im zweiten Jahr der Pandemie konzentrierten sich die Verbraucher besonders auf eine schöne und gemütliche Einrichtung zu Hause. Dabei waren vor allem Küchen, Sofas sowie Möbel für das Homeoffice gefragt. Insofern konnte die Küchenmöbelindustrie mit einem Umsatzplus von knapp 9 % erneut deutlich zulegen. Ebenso verzeichneten die Polstermöbelproduzenten ein überdurchschnittliches Wachstum von knapp 13 %. Für die Büromöbelindustrie ergab sich ein Umsatzplus von knapp 4 %. Dagegen fiel die Umsatzentwicklung beim größten Segment der Branche, den Herstellern von Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbeln sowie sonstigen Kleinmöbeln, mit einem Umsatzrückgang von 7,6 % deutlich schlechter aus. Zu schaffen machte den Möbelherstellern insgesamt allerdings die angespannte Materialversorgung aufgrund coronabedingt gestörter Lieferketten sowie die massive Verteuerung vieler Materialien und Vorprodukte. Als wesentlicher Wachstumstreiber erwies sich in 2021 das Auslandsgeschäft. Die deutschen Möbelexporte legten im vergangenen Jahr um knapp 15 % zu. Die branchenweite Exportquote lag bei 32,2 % und damit über dem Niveau des Vorjahres (31,2 %).

Nach Angaben des BHB (Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V.) lagen die Umsätze der Bau- und Gartenfachmärkte, in denen Hettich ebenfalls mit Sortimenten vertreten ist, in 2021 rund 9 % unter dem atypischen Rekord-Vorjahr, insbesondere hervorgerufen durch Lockdowns, Schlechtwetter, Flut und Materialknappheit. Positiv zu sehen ist aber die weiterhin hohe Affinität der Menschen, in Krisenzeiten ihr Zuhause - auch in Eigenarbeit - zu modernisieren, zu reparieren und zu verschönern. Der andauernde Renovierungstrend betraf auch die Ausstattung mit Elektro-Hausgeräten, insbesondere für die Küche. Im Bereich der Weißen Ware, wo auch Beschlagslösungen von Hettich zum Einsatz kommen, hat sich der Markt in 2021 ebenfalls äußerst positiv entwickelt; so stieg der inländische Absatz von Haushalts-Großgeräten nach Angaben des ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie e.V.) um rund 6 % im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings wurde auch hier die Lieferfähigkeit im Berichtsjahr durch die Knappheit an Halbleitern und anderen Vorprodukten eingeschränkt.

Leistungsindikatoren, Geschäftsverlauf und Lage der Hettich Unternehmensgruppe

Wesentliche Leistungsindikatoren

Bedeutsame finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren für die Hettich Gruppe, die auch zur internen Steuerung der Unternehmensgruppe herangezogen werden, sind:

Umsatzerlöse und entsprechende Auslandsquote

Jahresergebnis

Netto-Investitionen

Bankverschuldung

Anzahl Mitarbeiter

Unfallbedingte Ausfallzeiten

Zur Analyse des Geschäftsverlaufs und der Lage der Hettich Unternehmensgruppe wird nachfolgend insbesondere auch auf diese Leistungsindikatoren eingegangen.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

1. Umsatzentwicklung

Im Berichtsjahr 2021 erzielte die Hettich Unternehmensgruppe einen Umsatz von insgesamt 1.269,5 Mio. EUR. Damit haben wir die Umsatzschwelle von einer Milliarde Euro inzwischen deutlich überschritten. Im Vergleich zum Vorjahreswert von 1.016,2 Mio. EUR entspricht dies einem Anstieg von 24,9 %. Währungskursbereinigt ergibt sich ein minimal geringeres Umsatzwachstum von 24,0 %. Im Vergleich zur Prognose für 2021, wo wir nur von einem moderaten Umsatzwachstum ausgegangen waren, war das Jahr 2021 tatsächlich durch eine durchgängig starke Umsatzentwicklung geprägt. Auch wenn das Berichtsjahr weiterhin von der weltweiten Corona-Pandemie beeinflusst war und sich immer wieder neue regionale Lockdowns einerseits und temporäre Lockerungen andererseits abgewechselt haben, hat sich die gute stabile Auftragslage aus der zweiten Jahreshälfte 2020 auch im Jahr 2021 fortgesetzt. Dabei konnten deutliche Zuwächse in allen unseren Märkten erzielt werden; insbesondere hat sich auch Indien als ein für uns wichtiger Auslandsmarkt in 2021 wieder sehr gut erholt, nachdem die Situation dort im Vorjahr coronabedingt sehr angespannt war. Wesentlicher Treiber der hohen Nachfrage war weiterhin der Wunsch der Verbraucher nach einer schönen Wohnungseinrichtung, einer guten und ergonomischen Küche sowie einem bequemen und praktischen Homeoffice- bzw. Homeschooling-Umfeld.

Die Umsatzerlöse teilen sich regional wie folgt auf:

2021 2020
Mio. EUR Anteil Mio. EUR Anteil Veränderung
Inland 382,4 30,1 % 307,2 30,2 % +24,5 %
Ausland 887,1 69,9 % 709,0 69,8 % +25,1 %
Gesamt 1.269,5 100,0 % 1.016,2 100,0 % +24,9 %

Die Auslandsquote, das heißt der durch Export aus Deutschland und durch Produktion und Verkauf im Ausland erzeugte Umsatz, blieb nahezu unverändert bei 69,9 %. Währungskursbereinigt ergibt sich eine Auslandsquote von 69,7 %. Prognostiziert hatten wir eine zum Vorjahr leicht ansteigende Auslandsquote. Jedoch konnte auch im Inland ein sehr gutes und besser als geplantes Umsatzwachstum erzielt werden.

2. Materialpreise / Beschaffung

Insgesamt war das Geschäftsjahr 2021 auch auf der Beschaffungsseite wiederum stark durch die Entwicklungen der Corona-Pandemie beeinflusst - auf nationaler und internationaler Ebene. Durch den massiven Fokus seitens Einkauf und Supply Chain auf die Sicherstellung der Versorgungsketten, konnten die Materialverfügbarkeit und die damit verbundene Lieferfähigkeit zur Bedienung unserer Absatzmärkte trotz steigender Bedarfe sichergestellt werden.

Die sich schon Ende 2020 abzeichnende zunehmende Verknappung auf dem Rohmaterialsektor, insbesondere auch in den für Hettich wichtigen Materialgruppen Stahl und Kunststoff, sowie der Mangel an Frachtkapazitäten auf Land- und Seewegen haben sich auch 2021 fortgesetzt und zu deutlichen Preissteigerungen geführt. Durch eine Beschaffungsorganisation, die geprägt ist durch die Konzentration auf die maßgeblichen Materialgruppen, eine Bündelung der Kompetenzen sowie eine globale Präsenz, ist es uns gelungen, die signifikanten Preisforderungen weitestgehend in einem akzeptablen Rahmen zu halten und die Versorgung in der gesamten Lieferkette sicherzustellen. Ebenso ist der Zinkpreis im Verlauf des Jahres 2021 deutlich über Vorjahresniveau gestiegen. Der überwiegende Anteil der benötigten Mengen an Zink wurde allerdings durch Hedging-Strategien abgesichert.

Aufgrund dieser Preisentwicklungen im Berichtsjahr stiegen die Materialkosten daher in Relation zur Gesamtleistung (Umsatzerlöse +/- Bestandsveränderungen + aktivierte Eigenleistungen) um 7,2 %-Punkte.

Für das Geschäftsjahr 2022 lässt sich die Entwicklung der Rohstoffpreise und insbesondere der Stahlpreise aufgrund des Ukraine-Kriegs derzeit nur schwer vorhersagen. Russland und die Ukraine sind eigentlich zwei der bedeutendsten Stahlexporteure, doch der Krieg hat die Rohstoffmärkte erschüttert und führt zu Rohstoffverknappung sowie steigenden Energiekosten, wodurch die ohnehin schon auf einem hohen Niveau befindlichen Preise weiter in die Höhe getrieben werden könnten. Ebenso bleibt die Lage bei den Logistikkapazitäten angespannt. Wir stehen daher mit unseren Lieferanten im engen Austausch, um die Versorgungssituation jederzeit gut zu kennen und auf Entwicklungen reagieren zu können.

3. Personalaufwand

Im Geschäftsjahr 2021 hat sich der Personalaufwand im Vergleich zum Vorjahr um 14,5 % erhöht. Dies ist zum einen auf die gestiegene durchschnittliche Mitarbeiterzahl aufgrund der guten Auftragslage und der im Berichtsjahr erstmalig neu in den Gruppenabschluss einbezogenen Unternehmen zurückzuführen. Zum anderen war der Personalaufwand im Vorjahr 2020 durch Kurzarbeit und freiwilligen teilweisen Gehaltsverzicht reduziert, um die wirtschaftlichen Folgen der drastischen Umsatzeinbußen insbesondere im 2. Quartal 2020 aufgrund der damals beginnenden Corona-Pandemie wirksam zu begrenzen.

4. Jahresergebnis / Cashflow

Im Geschäftsjahr 2021 erwirtschaftete die Hettich Unternehmensgruppe mit 88,5 Mio. EUR ein gegenüber dem Vorjahr (39,0 Mio. EUR) deutlich verbessertes Jahresergebnis. Prognostiziert war für 2021 - bei all den zu Beginn des Jahres bestehenden Planungsunsicherheiten über den weiteren Verlauf der weltweiten Corona-Pandemie - ebenso ein deutlicher Anstieg des Jahresergebnisses. Zu dieser sehr guten Ergebnisentwicklung im Berichtsjahr hat neben der Steigerung der Umsatzerlöse um 24,9 % und trotz gestiegener Materialkosten ein konsequentes Kostenmanagement im Bereich der Personal- und Sachkosten beigetragen. So ergibt sich im Verhältnis zur Gesamtleistung eine geringere Personalkostenquote von 24,9 % (Vorjahr: 28,0 %). Ebenso konnte die Sachkostenquote von 19,3 % im Vorjahr auf 18,8 % im Berichtsjahr verbessert werden.

Im Gegensatz zur positiven Ergebnisentwicklung hat sich der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 72,1 Mio. EUR auf 95,7 Mio. EUR deutlich reduziert. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus einem im Vergleich zu 2020 höheren Aufbau des Vorratsvermögens und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens. Gegenläufig wirkte die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit lag mit 62,4 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr (66,5 Mio. EUR) auf einem etwas niedrigeren Niveau. Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass sich das Investitionsvolumen der Hettich Gruppe 2021 insgesamt ebenfalls leicht unter dem Vorjahresniveau bewegte (5,2 Mio. EUR weniger Netto-Investitionen1 im Vergleich zum Vorjahr).

5. Investitionen / Anlagevermögen

Die Netto-Investitionen 1 in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen beliefen sich in 2021 auf 59,6 Mio. EUR (Vorjahr: 64,8 Mio. EUR) und lagen damit deutlich unter dem eigentlich für das Jahr 2021 ursprünglich einmal prognostizierten Investitionsumfang. Bedingt unter anderem durch die sehr gute Auslastung haben sich einige Investitionsprojekte zeitlich über den Jahreswechsel hinweg verschoben. Investitionsschwerpunkte im Jahr 2021 waren u. a. die innovativen Schubkastenplattformen AvanTech YOU und AvoriTech, der Ausbau von Fertigungskapazitäten, auch in und für die asiatischen Wachstumsmärkte, sowie die ersten Schritte für eine neue multifunktionale Produktionshalle am Sitz der Unternehmensgruppe in Kirchlengern.

Das bilanzierte Volumen der Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände der Hettich Gruppe belief sich im Berichtszeitraum auf 381,2 Mio. EUR (Vorjahr: 393,7 Mio. EUR). Den Zugängen von insgesamt 72,0 Mio. EUR stehen Abschreibungen in Höhe von 79,8 Mio. EUR gegenüber.

1 Netto-Investitionen = Brutto-Investitionen abzüglich Buchwerte der Abgänge

Zudem ist die Hettich Gruppe in 2021 zusätzlich gewachsen durch Unternehmenszukäufe, die im Berichtsjahr auch erstmalig als vollkonsolidierte Unternehmen in den Gruppenabschluss einbezogen wurden. So erfolgte 2021 eine mehrheitliche Beteiligung an dem Schiebe- und Raumtrennsystemspezialisten Kuhn GmbH sowie an der Actiforce-Gruppe, einem Spezialisten für höhenverstellbare Arbeitstische.

6. Umlaufvermögen

Das Umlaufvermögen erhöhte sich in Summe um 121,2 Mio. EUR. Die Veränderung verteilt sich auf die Vorräte mit +87,1 Mio. EUR, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit +22,8 Mio. EUR, die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände mit +13,8 Mio. EUR sowie die liquiden Mittel mit -2,5 Mio. EUR. Der Aufbau des Vorratsvermögens sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist vor dem Hintergrund des gestiegenen Geschäftsvolumens zu sehen.

7. Bankverschuldung

Wie in der Prognose für 2021 auch angenommen erhöhte sich die Netto-Bankverschuldung (inkl. Schuldscheindarlehen) nur leicht um 8,5 Mio. EUR auf 177,6 Mio. EUR. Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus der sehr positiven Entwicklung der Ergebnissituation im Berichtsjahr sowie aus der geringeren Investitionstätigkeit als ursprünglich für das Jahr 2021 geplant. Da sich die Gruppe bei einem weiterhin niedrigen Geld- und Kapitalmarktzinsniveau aber günstig refinanzieren konnte, ist das Zinsergebnis mit einem Aufwand von 4,26 Mio. EUR (Vorjahr: 4,35 Mio. EUR) sogar minimal verbessert worden.

Die ausgewiesenen Kredit- und Darlehensverbindlichkeiten sind großteils längerfristig zinsgesichert. Die auf das Inland entfallenden Bankkredite/Schuldscheindarlehen (Kreditnehmerin ist ausschließlich die Hettich Holding GmbH & Co. oHG) sind unverändert unbesichert. Der Verschuldungsgrad ((Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - liquide Mittel) / EBITDA) beträgt 0,9 Jahre (Vorjahr: 1,2 Jahre). Leasinggeschäfte haben für die Hettich Gruppe nur eine untergeordnete Bedeutung. Einzelne Kontrakte gibt es insbesondere im EDV-Bereich und für den Fuhrpark. Dank der abgeschlossenen langfristigen Finanzierungsmaßnahmen und der umfangreichen bestehenden Kreditlinien ist die Hettich Gruppe trotz der momentan nur schwer einschätzbaren Auswirkungen des Ukraine-Kriegs sowie der weiterhin andauernden Corona-Pandemie auf die Geschäftsentwicklung des laufenden Jahres 2022 gut für die Zukunft gerüstet.

8. Gesamtaussage

Insgesamt ist die Geschäftsentwicklung der Hettich Unternehmensgruppe im Jahr 2021 recht erfreulich verlaufen. Trotz der vielfältigen Herausforderungen des Jahres 2021 (u.a. Zerstörung unserer europäischen Galvanikkapazitäten in Berlin durch einen Großbrand, steigende Materialpreise bzw. Materialengpässe, Engpässe in der Logistik, anhaltende Corona-Pandemie) zeigt sich für 2021 eine positive Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung. Die Hettich Gruppe konnte in diesem nicht einfachen Jahr weiterhin von Trends wie Schöner Wohnen, neuen (Home-)Office-Welten und mehr Do-It-Yourself-Aktivitäten profitieren. Die Vermögens- und Finanzlage kann zusammenfassend als solide und die Ertragslage als zufriedenstellend bezeichnet werden.

Personal- und Sozialbericht, Nachhaltigkeit

1. Personalentwicklung

Das Jahr 2021 war wie schon das Vorjahr aufgrund der immer noch anhaltenden Corona-Pandemie ein herausforderndes Jahr im Hinblick auf die Personalarbeit. Wir haben weiterhin weitreichende Maßnahmen ergriffen, um die Kolleginnen und Kollegen sowie unsere Partner vor einer Ansteckung mit COVID-19 zu schützen und gleichzeitig den operativen Betrieb aufrecht zu erhalten und für unsere Kunden da zu sein. Bei Tätigkeiten, die wie in den Produktionsbereichen eine Anwesenheit im Betrieb erfordern, haben wir konsequent auf umfangreiche Hygienekonzepte und Schutzmaßnahmen gesetzt. Begleitend dazu haben wir Anfang März 2021 ein Testzentrum am Standort Kirchlengern eingerichtet, in dem die Mitarbeiter mittels PCR-Test regelmäßig auf mögliche COVID-19-Infektionen getestet werden. Zudem haben wir unseren Kolleginnen und Kollegen sowie deren Partnern auch diverse Angebote für Corona-Impfungen direkt vor Ort in unseren Räumlichkeiten gemacht. Dort, wo es möglich war, haben wir konsequent das Arbeiten im Mobile Office ermöglicht. Dies betrifft vor allem die Angestelltenbereiche. Insgesamt arbeiteten die Kolleginnen und Kollegen im Berichtsjahr nach wie vor unter erschwerten Bedingungen durch die Herausforderungen zur Einhaltung der Hygieneregeln, der Betreuung der Kinder aufgrund der Schließungen von Schulen und Kitas oder angeordneter Quarantänezeiten. Die Hettich Unternehmensgruppe als Arbeitgeber ist sich der besonderen Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern besonders in einem Krisenjahr wie dem Berichtsjahr bewusst.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die Hettich Unternehmensgruppe (ohne assoziierte Unternehmen) weltweit 6.397 (Vorjahr: 5.803) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darin enthalten sind 207 (Vorjahr: 229) Ausbildungsplätze im gewerblich-technischen und kaufmännischen Bereich im In- und Ausland. Für 2021 war eine im Vergleich zum Vorjahr konstante Mitarbeiteranzahl prognostiziert. Tatsächlich haben wir aber die Mitarbeiterzahl um 594 erhöht. Dies ist zum einen auf das starke Wachstum der Unternehmensgruppe im Berichtsjahr zurückzuführen; zum anderen sind durch die in 2021 erworbenen Mehrheitsbeteiligungen an der Actiforce Gruppe und der Kuhn GmbH insgesamt über 300 Mitarbeiter neu zur Hettich Gruppe hinzugekommen.

Insgesamt hat die Mitarbeiterentwicklung eine hohe Priorität in der Hettich Gruppe. Verschiedene Bausteine der Personalentwicklung sorgen für langfristige Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten und haben auch das Ziel, dass das Familienunternehmen Hettich als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Dabei erproben wir auch neue Formen der Zusammenarbeit wie unternehmensübergreifende Netzwerkstrukturen, Kooperationsmodelle, Agilität oder selbstorganisierte Teams. So wollen wir ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich jeder Mitarbeiter mit seinen persönlichen Stärken und guten Ideen leidenschaftlich und eigenverantwortlich einbringen kann. In diesem Zusammenhang ist auch eine in 2021 neu gegründete Gesellschaft mit ungewöhnlichem Set-Up zu sehen: Die Hettich NewCo GmbH wird gemeinschaftlich von Auszubildenden sowie Kolleginnen und Kollegen unserer Aus- und Weiterbildung geführt und gesteuert. Sie wurde mit dem Gedanken gegründet, das vorhandene Potenzial aller Beteiligten durch den Aufbau eines Generationen-Netzwerkes zu vereinen und effizient zu nutzen sowie unsere Nachwuchstalente bestmöglich zu fördern und lebenslanges Lernen für alle Mitarbeitenden der Hettich Gruppe weiter voranzutreiben. Insgesamt hat das Jahr 2021 erneut gezeigt, dass eine Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, externen Partnern und Kunden auch ohne den täglichen persönlichen Kontakt möglich sein kann. Digitale Formate gehören inzwischen zur Normalität und haben Meetings und Projektarbeit vor Ort zu einem Großteil ersetzt und damit zugleich eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung ermöglicht, die Eigenverantwortung der Mitarbeiter gestärkt und - im internationalen Umfeld besonders wichtig - zeitversetztes Arbeiten erleichtert. Demgegenüber stehen die Herausforderungen, die sich durch die virtuelle Zusammenarbeit zum Beispiel durch den Wegfall des informellen Austauschs zwischen den Mitarbeitern oder durch die persönliche Belastbarkeit ergeben.

2. Nachhaltigkeit

Als Familienunternehmen zielen die Strategien der Hettich Unternehmensgruppe nicht auf kurzfristige Erfolge, sondern auf den dauerhaften Bestand. Vor diesem Hintergrund ist das Thema Nachhaltigkeit ein wichtiger Baustein. Wir haben uns vorgenommen, möglichst verantwortungsbewusst mit den uns anvertrauten natürlichen Ressourcen umzugehen, um unseren Planeten für uns alle und die nachfolgenden Generationen lebenswert zu erhalten. Unser Ziel heißt, wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer, sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden. Im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie setzen wir langfristige Schwerpunktthemen in diesen Handlungsfeldern:

1.

Soziale Nachhaltigkeit: Im Fokus unserer Verantwortung als Arbeitgeber stehen Arbeitsschutz und Gesundheit, Vielfalt und Chancengleichheit und die Förderung von Eigenverantwortung.

2.

Gesellschaftliche Nachhaltigkeit: Die Hettich Gruppe engagiert sich vielfältig für ein besseres Miteinander. Beispiele sind hier die Unterstützung lokaler sozialer Projekte oder die Förderung von ehrenamtlichen Aktivitäten unserer Kolleginnen und Kollegen weltweit.

3.

Ökologische Nachhaltigkeit: Unser Fokus liegt auf Energie- und Ressourceneffizienz in der Produktion und Infrastruktur sowie der Emissionsreduktion.

Im Folgenden wird auf einige wesentliche Aspekte unseres Nachhaltigkeitsengagements in 2021 eingegangen.

Im Rahmen der sozialen Nachhaltigkeit sind Arbeitsschutz und -sicherheit ein wesentlicher Nachhaltigkeitsgrundsatz der Hettich Gruppe. Die unternehmerische Verantwortung verpflichtet Hettich, seine Mitarbeiter durch alle erforderlichen Maßnahmen vor arbeitsbedingten Unfall- und Gesundheitsgefahren zu schützen. Entsprechend der bei Hettich geltenden Nachhaltigkeitsgrundsätze werden daher die Regeln des Arbeitsschutzes strikt eingehalten und darüber hinaus im Sinne leistungsfördernder Arbeitsplatzqualität gesehen. Zu einer signifikanten Senkung der Unfallzahlen trägt die von uns selbst entwickelte "Safety-Excellence"-Methode bei, die die klassischen Elemente der Arbeitssicherheit um den erfolgversprechenden Baustein der verhaltensbasierten Arbeitssicherheit ergänzt. Das Ergebnis dieser Methode dokumentiert sich in deutlich unterdurchschnittlichen Unfallquoten in den Hettich Produktionsunternehmen, gemessen am industriellen Branchendurchschnitt. So betrug bei den in- und ausländischen Produktionsunternehmen in der Zeit vor 2007 (Start von "Safety-Excellence") die jährliche durchschnittliche unfallbedingte Ausfallzeit je Hettich Mitarbeiter ca. 0,80 Tage. Innerhalb weniger Jahre konnte diese Kennzahl deutlich verbessert werden und lag für 2021 mit 0,52 Tagen (Vorjahr: 0,34 Tage) weiterhin unter dem Durchschnitt der Zeit vor der Einführung der "Safety-Excellence"-Methode. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist unter anderem der weltweiten Corona-Pandemie geschuldet, die die Bedingungen für einen wirksamen Arbeitsschutz erschwerte. Vorrangig bestimmten Maßnahmen zu Kontaktbeschränkungen und Pandemieabwehr die Arbeits- und Gesundheitsschutzbemühungen, so dass wichtige Formate wie Gruppengespräche oder die bewährten Schulungen zu Einstellungs- und Verhaltensänderungen am Arbeitsplatz leider entfielen. Dennoch lag das durchschnittliche Arbeitsunfallgeschehen der deutschen Hettich Gesellschaften im Jahr 2021 insgesamt rund 40 % unterhalb des Branchendurchschnitts der Berufsgenossenschaft.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der längeren Erwerbstätigkeit sind vor allem gesunde und leistungsfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine tragende Säule des Unternehmenserfolgs. Daher bündeln wir unter "Hettich Vital" das betriebliche Gesundheitsmanagement und bieten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern u. a. Maßnahmen zur aktiven Gesundheitsförderung, eine angemessene Gestaltung der Arbeitsplätze und eine intensive Begleitung beim Wiedereinstieg nach einer Erkrankung an. Auch wurde im Berichtsjahr aufgrund der pandemischen Belastungen mit Resilienz-Trainings gestartet, die Mitarbeiter schulen, psychischer Belastung besser zu begegnen und berufliche und private Krisen leichter zu bewältigen.

Im beruflichen Alltag sind die Führungskräfte Vorbilder für die Umsetzung der Unternehmensstrategie. Das Grundverständnis von Führung bei Hettich wird daher in einer Führungsleitlinie beschrieben. Diese hilft den Führungskräften, ihr Führungsverhalten zu reflektieren und schafft für die Mitarbeiter eine Transparenz des Hettich Führungsverständnisses. Darüber hinaus unterstützt der Hettich-Verhaltenskodex die Mitarbeiter weltweit in verantwortungsvollem Handeln entsprechend internationaler Anforderungen der Corporate Social Responsibility (CSR). Der Kodex ist der Standard für den Umgang miteinander bei Hettich, aber genauso auch mit unseren Geschäftspartnern, und soll im betrieblichen Alltag für kritische und bedenkliche Situationen sensibilisieren. Dies dient auch dem Zweck, Schäden verschiedenster Ausprägungen von der Hettich Gruppe fernzuhalten.

Über die Unternehmensgrenzen hinaus wollen wir im Rahmen der gesellschaftlichen Nachhaltigkeit einen positiven Beitrag leisten. Mit unseren Tochtergesellschaften sind wir in 28 Ländern dieser Erde unterwegs und dort auch jeweils Mitglied der Gesellschaft, in der wir uns auf vielfältige Weise engagieren. So haben wir beispielsweise die Spenden unserer Kolleginnen und Kollegen für die Opfer der Hochwasserkatastrophe 2021 in Deutschland auf über 50.000,00 EUR aufgestockt. Seit 2013 fördern wir das Hettich Ehrenamt, im Rahmen dessen sich Kolleginnen und Kollegen weltweit neben ihrem Beruf ehrenamtlich in sozialen Projekten wie die Unterstützung von Kranken und Bedürftigen, Kindern und Jugendlichen, Heimatvereinen oder sportlichen Institutionen engagieren. Auch in 2021 haben sich die Kolleginnen und Kollegen nicht von ehrenamtlichen Tätigkeiten während der Corona-Pandemie abhalten lassen, und so konnten 108 Projekte in Deutschland, Tschechien und Australien mit jeweils 500,00 EUR gefördert werden. Unser gesellschaftliches Engagement äußert sich darüber hinaus auch in Initiativen wie dem "Hettich Poddar Woodworking Institute" in Indien, mit dem wir in die Weiterbildung von lokalen Schreinern investieren in einem Land, in dem Berufsausbildung nicht den Stellenwert hat, wie wir es aus Deutschland kennen.

Für unsere ökologische Nachhaltigkeit haben wir in 2021 den Fokus auf das Erreichen klimaneutraler Standorte der Hettich Gruppe gelegt. Dafür haben wir zunächst an unserem Haupt- und größten Produktionsstandort in Kirchlengern mit der Datenerhebung nach Greenhouse Gas Protocol begonnen und erheben nach und nach die Klimafußabdrücke für die weiteren Standorte der Hettich Gruppe. Um unsere klimaschädigenden Auswirkungen so gering wie möglich zu gestalten, haben 2021 erstmals alle deutschen Hettich Standorte ausschließlich emissionsfreien Ökostrom bezogen. Es haben sich aber auch Partnerschaften mit Lieferanten geformt, die zum Beispiel an CO 2 -armen Stahloptionen arbeiten, und es ist ein weiterer Gebäudebau unter höchsten Umweltansprüchen in Planung. Ein weiterer Meilenstein war 2021 der Abschluss unserer Photovoltaikanlage am Standort Vlotho-Exter, mit der wir einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung unserer Produktion vor Ort leisten. Insgesamt 2.026 Photovoltaik-Module wurden auf dem Dach unserer dortigen Produktion verbaut. Genug, um damit ca. 160 Einfamilienhäuser für ein Jahr zu versorgen. Neben der nachhaltigen Stromerzeugung vermeiden wir zudem CO 2 -Emissionen von 392.000 kg/Jahr. Dafür würden in der Natur rund 39.000 Bäume benötigt werden.

Energieeffizienz und Ressourcenschonung sind Kernthemen für die Produktion und Logistik bei Hettich. Wir werden die eigene Energieeffizienz weiterhin systematisch erhöhen und CO 2 -Emissionen kontinuierlich reduzieren. Schließlich ist uns bewusst, dass sich die umweltbezogenen Rahmenbedingungen zukünftig verändern werden. Dazu zählen beispielsweise verknappungsbedingte Preissteigerungen für Energie und Materialien, umfassende umweltbezogene Kundenanforderungen und durchgreifende Rechtsnormen, welche wir stets als Mindestanforderungen verstehen. Eine zentrale Bedeutung besitzt dabei das ab 1996 an den umweltbedeutsamen europäischen Produktionsstandorten freiwillig eingeführte und jährlich gutachterlich überprüfte Umweltmanagementsystem entsprechend der europäischen EMAS-Verordnung (Eco-Management and Audit Scheme), inkl. EN ISO 14.001. Insgesamt werden in diesem Handlungsrahmen Entwicklungen vorangetrieben, mit denen in Zukunft die Einsparung von Rohstoffen noch besser gelingt und notwendige Nachhaltigkeitsbemühungen unterstützt werden. Daher legen wir bereits bei der Produktentwicklung höchsten Wert darauf, keine gesundheits- oder umweltgefährdenden Materialien zu verwenden. Wir prüfen immer wieder alternative Optionen, um unsere Produkte mit möglichst umweltfreundlichen Materialien herzustellen. Zusätzlich unterliegt die Produktentwicklung einem ständigen Optimierungsprozess zur Minimierung des Energie- und Ressourceneinsatzes. Unser wesentlicher Produktinhaltsstoff Stahl hat im weltweiten Durchschnitt einen Anteil von 40 % Recyclingstahl. Auch durch die hohe Qualität und lange Lebensdauer der Hettich Produkte werden ökologische Ressourcen geschont. Nach der Demontage sind fast alle unsere Produkte vollständig recyclebar.

3. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem

Als weltweit tätige Unternehmensgruppe ist die Hettich Gruppe unterschiedlichen Risiken ausgesetzt, die im Wesentlichen denen vergleichbarer Unternehmen entsprechen. Da unternehmerisches Handeln und die Übernahme angemessener Risiken untrennbar sind, ist es für die Hettich Unternehmensgruppe von besonderer Wichtigkeit, potenzielle Risiken rechtzeitig zu erkennen, um umgehend und angemessen darauf reagieren zu können. Hierbei unterstützen moderne betriebswirtschaftliche Werkzeuge und ein zeitnahes Berichtswesen. Der Geschäftsführung der Hettich Holding wird regelmäßig über die Risikosituation berichtet. Durch den systematischen Umgang mit Risiken können wir insbesondere potenzielle, den Fortbestand der Unternehmensgruppe gefährdende Ereignisse aufgrund interner oder externer Entwicklungen frühzeitig identifizieren und bewerten, um dann entsprechende Maßnahmen zur Risikohandhabung auswählen und umsetzen zu können.

Risiken und Chancen

Risiken und Chancen aus dem Geschäftsumfeld

• Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Hettich Unternehmensgruppe ist gesamtwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Dabei können nicht vorhersehbare Störungen innerhalb der globalen Wirtschaftsverflechtungen zu schwer abschätzbaren Auswirkungen auf das Geschäft von Hettich führen. Gesamtwirtschaftliche Chancen, die die Ertragslage der Hettich Gruppe nachhaltig positiv beeinflussen könnten, stufen wir dagegen momentan als eher unwesentlich ein.

Der Angriff russischer Truppen auf die Ukraine am 24. Februar 2022 hat auch Auswirkungen auf unser Geschäft. In unserer ukrainischen Tochtergesellschaft mit Sitz in Kiew mit 14 Kolleginnen und Kollegen haben wir aufgrund der Kriegswirren die Geschäfts- und Verkaufsaktivitäten zurzeit eingestellt. Für unsere russische Tochtergesellschaft mit Sitz in der Nähe von Moskau mit über 200 Kolleginnen und Kollegen ist aktuell nicht klar, was dieser kriegerische Konflikt für sie bedeuten wird, insbesondere auch durch Sanktionen, die gegen Russland verhängt werden. Je länger der Krieg dauern wird, desto mehr kann es zu Nachfrageeinbrüchen in der Region kommen. Zudem besteht die Gefahr, dass sich die Konfliktsituation weiter verschärfen könnte und damit zusätzliche Sanktionen westlicher Staaten sowie mögliche Vergeltungsmaßnahmen Russlands einhergehen könnten. Weitere Einschränkungen im Geld- und Warenverkehr sowie Verknappungen bei Rohstoffen, Energie und Transportkapazitäten werden spürbare Folgen haben. Bis zu einer deutlichen Abschwächung der Weltwirtschaft ist alles denkbar.

Zudem birgt die in vielen Ländern aktuell sehr hohe Inflation weitere Risiken. Denn wenn die Inflation längere Zeit hoch bleiben sollte, können steigende Preise die Nachfrage bremsen. Auch die zu erwartenden Zinserhöhungen durch die Notenbanken hätten vermutlich einen dämpfenden Effekt auf den Absatz.

Die seit Anfang 2020 sich weltweit ausbreitende Corona-Pandemie besteht unverändert fort. Im Vergleich zu einer konjunkturellen Krise, die allein auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen ist, ist eine pandemiebedingte Krise viel herausfordernder, weil die Nachfrage der Kunden viel schneller, stärker und vor allem auch globaler einbrechen kann. Hinzu kommt das Risiko, dass die Versorgung mit Produktionsmaterialien, die betrieblichen Abläufe in Produktion und Logistik, aber auch die Geschäftstätigkeit der Kunden durch die Pandemie sowie eingeleitete Schutzmaßnahmen und Restriktionen stark negativ beeinflusst werden können. Der Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiter durch umfangreiche Maßnahmen zur Minimierung der Ansteckungsrisiken und die Sicherstellung der Belieferung unserer Kunden haben für uns dabei aber oberste Priorität. Alles in allem zeigte sich das Geschäft der Hettich Gruppe in den Jahren 2020 und 2021 trotz der Corona-Pandemie jedoch als robust. Unsere Diversifikation in regionale Märkte und unterschiedliche Geschäftsfeldsegmente wie Küche, Office, Residential, Weiße Ware und Do-It-Yourself kamen uns dabei zu Gute. Dennoch ist aufgrund der weiterhin existenten Pandemie-Situation mit immer wieder regionalen Lockdowns und trotz vielerorts bereits recht hoher Impfquoten aktuell schwer abschätzbar, wie sich die Gesamtsituation weiter entwickeln wird. So könnten z.B. durch Mutation neue, sehr ansteckende Varianten des Corona-Virus zu schweren Krankheitsverläufen führen. Coronabedingt wird also auch 2022 ein herausforderndes Jahr bleiben. Allerdings ergeben sich gerade für die Möbelindustrie weiterhin Chancen aus der Corona-Krise. Mit der Verschiebung von Arbeitsplätzen ins Homeoffice und dem nach wie vor bestehenden Bedürfnis, die eigenen vier Wände zu verschönern, behalten eine schöne Wohnungseinrichtung, eine gute und ergonomische Küche sowie ein bequemes und praktisches Homeoffice- bzw. auch Homeschooling-Umfeld eine wichtige Bedeutung.

• Marktentwicklung

Die Hettich Unternehmensgruppe ist auch Chancen und Risiken aus Veränderungen in der Branchen- bzw. Wettbewerbssituation oder bei Konsumentenpräferenzen ausgesetzt. Hierbei gehört die Entwicklung der Nachfrage in den Absatzmärkten zu einem wesentlichen Aspekt für die weitere Geschäftsentwicklung. Mit täglichen Reports über Auftragseingang und Umsatz sowie regelmäßigen Reporting- und Prognoseprozessen haben wir das Marktverhalten jedoch stets im Blick. Deutliche Chancen für die Hettich Gruppe sehen wir vor allem in noch nicht erschlossenen Marktpotenzialen. Hierbei spielt neben einem effektiven Agieren gerade in Wachstumsregionen, insbesondere auch das Upgrading der Beschlagslösungen in den sogenannten gesättigten Märkten, eine entscheidende Rolle für weitere Wachstumschancen. Aber auch in dem in der Möbelindustrie bestehenden Wettbewerbsdruck mit entsprechenden Konzentrationsprozessen auf Lieferanten- und Abnehmerseite sowie in der zunehmenden Akzeptanz insbesondere asiatischer Billiganbieter spiegeln sich Chancen und Risiken für Hettich wider. Den Fokus legen wir daher auf eine weitere Stärkung des Markenwerts der Marke "Hettich", die Ausschöpfung bislang noch nicht erschlossener Marktpotenziale und die Umsetzung innovativer Produkte.

• Gesetze und Regulierung

Durch ihre internationale Ausrichtung ist die Hettich Gruppe den Auswirkungen von Veränderungen der politischen, rechtlichen oder steuerlichen Rahmenbedingungen und entsprechender Vorschriften in den Ländern ausgesetzt, in denen wir geschäftlich tätig sind. Die damit verbundenen Risiken und Chancen können sich sowohl negativ als auch positiv auf das Geschäft der Unternehmensgruppe auswirken und die Geschäftsentwicklung erheblich beeinflussen. Durch präventive und reaktive Maßnahmen versuchen wir, identifizierten Risiken entsprechend zu begegnen, soweit dies rechtlich und wirtschaftlich sinnvoll und möglich ist.

Finanzrisiken und -chancen

• Wechselkurse und Zinsen

Aufgrund der Internationalität der Hettich Unternehmensgruppe liegen wesentliche Risiken und Chancen in der Entwicklung der Wechselkurse sowie der Geld- und Kapitalmarktzinssätze. Um die gruppenweiten Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiken weitestmöglich zu reduzieren und sichere Kalkulationsgrundlagen zu schaffen, wird das Liquiditäts- und Devisenmanagement der Unternehmensgruppe zum großen Teil zentral über die Hettich Holding GmbH & Co. oHG abgewickelt. Das Wechselkursrisiko der Gruppe resultiert im Wesentlichen aus ,Long-Positionen' in den wichtigsten Handelswährungen. Zur Absicherung werden vor allem Devisenterminkontrakte und Währungsoptionen verwandt. Der Einsatz dieser Instrumente ist auf die Absicherung von Risiken aus gebuchten, schwebenden und mit hoher Wahrscheinlichkeit geplanten Lieferungs- und Leistungsgeschäften begrenzt. Risikobehaftete Stillhalterpositionen werden grundsätzlich nicht eingegangen. Zur erhöhten Transparenz der finanzwirtschaftlichen Risiken sowie zur Liquiditätssteuerung ist ein zentrales Treasury-System im Einsatz.

• Rohstoffpreise

Als produzierendes Unternehmen ist die Hettich Gruppe Preisrisiken, insbesondere bei den für uns wichtigen Rohstoffen Stahl, Kunststoff und Zink, ausgesetzt. Die Preisschwankungen im Rohstoffeinkauf sichern wir vermehrt durch Finanzderivate beziehungsweise Lieferverträge mit Preisbindungen ab. Aktuell sind die Rohstoffmärkte - nicht zuletzt auch durch den Ukraine-Krieg - von Rohstoffverknappung sowie steigenden Energiekosten geprägt, wodurch die ohnehin schon auf einem hohen Niveau befindlichen Preise weiter in die Höhe getrieben werden könnten, was ein hohes Risiko darstellt. Wesentliche Chancen resultieren aus einer für die Hettich Gruppe entgegen der aktuellen Einschätzung positiven Entwicklung der Rohstoffpreise.

• Forderungsausfall

Im Rahmen des Debitorenmanagements wird das Forderungsausfallrisiko durch Prüfungen der Bonität von Kunden, Kreditlimitregelungen, Analyse des Zahlungsverhaltens und ein leistungsfähiges Mahnwesen wirksam begrenzt. Zusätzlich sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen größtenteils durch eine Warenkreditversicherung abgesichert.

Risiken und Chancen aus betrieblichen Aufgabenbereichen

• Produktion und Technologie

Störungen an unseren technisch hochkomplexen Produktions- und Logistikanlagen können zu ungeplanten Produktionsunterbrechungen führen. Dem Risiko einer möglichen Betriebsunterbrechung wird durch entsprechende Sicherheits- und Brandschutzkonzepte, kontinuierliche Verbesserung der Anlagen und angemessene Prüf-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten begegnet; Versicherungen begrenzen zudem mögliche Schadensauswirkungen. Chancen ergeben sich in Wettbewerbsvorteilen durch die Beherrschung komplexer und neuer Produktionsverfahren und Technologien, insbesondere auch durch die konsequente Umsetzung von neuesten Industrie 4.0 Prinzipien zur digitalen Vernetzung von Fertigung und Logistik mit den IT-Systemen.

Wie wichtig wirksame Sicherheits- und Brandschutzkonzepte sowie ein umfassender Versicherungsschutz sind, hat der Brand bei dem Gruppenunternehmen Hettich Umformtechnik GmbH & Co. KG, Berlin, gezeigt, wo am Abend des 11. Februar 2021 ein Feuer ausgebrochen ist und den dort befindlichen Bereich der Galvanik komplett zerstört hat. Ein funktionierendes Brandschutzkonzept und entsprechende Brandschutzwände haben ein Übergreifen des Feuers in der Galvanik auch auf die anderen Bereiche des Unternehmens verhindert. Die Schäden beschränkten sich auf Gebäude und Anlagen, für die ein umfangreicher Versicherungsschutz besteht. Personenschäden hat es glücklicherweise nicht gegeben. Auch wenn die finanziellen Auswirkungen der Betriebsunterbrechung durch die bestehende Versicherungsdeckung begrenzt sind, lag die oberste Priorität darauf, die Lieferfähigkeit wieder herzustellen und die Auswirkungen für unsere Kunden so klein wie möglich zu halten. Die entfallenen eigenen Galvanik-Kapazitäten für die Oberflächenveredelung konnten aufgrund des hohen persönlichen Einsatzes unserer Kolleginnen und Kollegen sehr schnell durch externe Kapazitäten kompensiert werden. Zusätzlich wurde geprüft, bei welchen Teilen auch alternative Veredelungsmethoden zum Einsatz kommen konnten.

• IT-Infrastruktur

Die Hettich Gruppe ist auch von dem Funktionieren der IT-Systeme abhängig, denn durch deren Ausfall oder Manipulation könnten wichtige Geschäfts- und Produktionsprozesse gestört werden, wodurch es auch zu Lieferproblemen oder Lieferausfällen kommen könnte. Um dieses Risiko möglichst ausschließen zu können, werden bei Hettich IT-Systeme mit redundanter Auslegung verwendet. Des Weiteren sind entsprechende Berechtigungskonzepte, Notfallpläne und Richtlinien zur IT-Sicherheit definiert. Das Hosting der wesentlichen IT-Systeme erfolgt durch hierauf spezialisierte externe IT-Dienstleister. Chancen ergeben sich insbesondere aus einem Ausbau der digitalen Angebote. So haben wir unsere E-Services deutlich ausgebaut und begleiten insbesondere Handwerk und Handel noch effizienter von der ersten Idee über die Produktbeschaffung bis hin zur Möbelmontage.

• Beschaffung

Um einkaufsbezogene Risiken wie Lieferengpässe oder Lieferantenausfälle zu verringern, beschaffen wir wichtige Materialien auf Basis längerfristiger Lieferverträge und eines aktiven Lieferantenmanagements. Mittels eines Lieferanten-Risikomanagement-Systems beobachten wir zudem laufend die Bonität der Lieferanten mithilfe interner und externer Informationen. Chancen bei der Beschaffung können insbesondere aus dem globalen Sourcing und der sich daraus ergebenden Effizienzsteigerung resultieren.

Gesamtbeurteilung der Risiko- und Chancenlage

Die Risiken und Chancen für die Gruppe haben sich im Vergleich zum Vorjahr insgesamt nicht wesentlich verändert, wobei allerdings der weitere Verlauf und die weiteren Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und der weltweiten Corona-Pandemie auf die Geschäftsentwicklung des laufenden Jahres 2022 auch weiterhin nur sehr schwer einschätzbar sind. Vor dem Hintergrund ihrer finanziellen Stabilität und aufgrund ihres Produktportfolios, Technologie-Know-hows und ihrer Innovationskraft ist die Hettich Unternehmensgruppe für die Bewältigung künftiger Risiken und die Nutzung sich ergebender Chancen gut gerüstet. Aufgrund der zuvor beschriebenen Risiken und Chancen wird der Fortbestand der Unternehmensgruppe als nicht gefährdet bewertet.

4. Prognosebericht

Prognoseannahmen

Der nachfolgende Ausblick zu den zukünftigen gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen sowie zu den Erwartungen der Hettich Unternehmensgruppe im Jahr 2022 bezieht sich auf den Prognosezeitraum von einem Jahr und stützt sich insbesondere auf die aktuelle Einschätzung externer Institutionen, wie Banken, Wirtschaftsforschungsinstitute und Branchenverbände sowie auf eigene interne Marktanalysen, heutige Erwartungen und bestimmte Annahmen. Zukunftsgerichtete Aussagen auf dieser Basis bergen aber naturgemäß eine Reihe von Risiken und Unsicherheiten. Insbesondere auch Faktoren außerhalb des Einflussbereiches der Hettich Gruppe können die zukünftigen Geschäftsaktivitäten beeinflussen. Dies könnte dazu führen, dass die tatsächliche Geschäftsentwicklung der Hettich Unternehmensgruppe wesentlich von der im Folgenden dargestellten gegenwärtigen Prognose abweicht. Insbesondere die derzeit bestehenden Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Entwicklungen im Ukraine-Krieg und in der Corona-Pandemie erschweren eine genaue Prognose der Geschäftsentwicklung für das Jahr 2022.

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen in 2022

Vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine erwartete der Internationale Währungsfonds (IWF) für das laufende Jahr 2022 noch ein gegenüber 2021 etwas abgeschwächtes Wachstum der Weltwirtschaft von 4,4 %. Inzwischen hat der IWF angekündigt, seine globale Konjunkturprognose im April abzusenken und dass die Folgen der Invasion für die Weltwirtschaft tragisch sein werden. Erst habe die Welt mit der Corona-Pandemie eine Krise wie keine andere erlebt, und jetzt geschehe noch Schockierenderes, so der IWF. Für Deutschland haben führende Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen für dieses Jahr bereits teilweise kräftig gesenkt. So erwartet zum Beispiel das ifo-Institut für 2022 nur noch ein Wirtschaftswachstum zwischen 2,2 % und 3,1 % und damit spürbar weniger als bislang erwartet (3,7 %). Zudem rechnet das ifo-Institut mit einem Anstieg der Inflation in Deutschland auf 5,1 % bis 6,1 %. Das wäre die höchste Rate seit 1982. Haupttreiber hierfür sind der Ukraine-Krieg und der starke Anstieg der Öl- und Gaspreise. Vieles wird davon abhängen, wie die weiteren Entwicklungen des Ukraine-Kriegs sein werden, die sich jedoch kaum seriös vorhersagen lassen. Hinzu kommen weitere Unsicherheitsfaktoren wie die Corona-Pandemie mit möglicherweise neuen Virusmutationen und pandemiebedingten Einschränkungen oder länger anhaltende Lieferengpässe, wodurch die wirtschaftliche Dynamik zusätzlich gebremst werden könnte. Bei noch weiterer Eskalation ist gegebenenfalls sogar mit einer Rezession zu rechnen.

Ebenfalls vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie prognostizierte das CSIL (Centre for Industrial Studies, Mailand) für den weltweiten Möbelverbrauch im Jahr 2022 ein Wachstum von 4,2 %. Für die deutsche Möbelindustrie ging der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) von einem Umsatzplus von rund 10 % aus. Entgegen dieser ursprünglichen Wachstumsprognosen ist unter den aktuellen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen aber auch für die Möbelindustrie wohl von einem geringeren Wachstum auszugehen.

Erwartungen der Hettich Unternehmensgruppe im Jahr 2022

Auf der Grundlage der beschriebenen Konjunktur- und Branchenerwartungen, die 2022 insbesondere durch die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, aber weiterhin auch durch Risiken aus der Corona-Pandemie beeinflusst werden, gehen wir für die Hettich Unternehmensgruppe von der nachfolgend erläuterten Entwicklung der wesentlichen Leistungsindikatoren aus. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass die momentane Situation extrem dynamisch ist, wodurch eine genaue Prognose für das Jahr 2022 sehr erschwert wird. Mögliche längerfristige Auswirkungen des Ukraine-Kriegs bis hin zu einer Ausweitung der Konfliktsituation außerhalb der Ukraine sind derzeit nicht abschätzbar und damit nicht in den folgenden Erwartungen an die Geschäftsentwicklung 2022 enthalten.

Umsatzerlöse und entsprechende Auslandsquote: Aufgrund der zahlreichen Chancen und Produktinnovationen der Hettich Unternehmensgruppe erwarten wir für das Jahr 2022 ein moderates Umsatzwachstum, wobei die Auslandsquote insgesamt leicht ansteigen wird. Allerdings können sich Währungseinflüsse durch Umrechnungseffekte möglicherweise belastend auf den Umsatz auswirken.

Jahresergebnis: Für den Prognosezeitraum gehen wir in der Hettich Unternehmensgruppe von einem Jahresergebnis auf Vorjahresniveau aus. Neben dem Umsatzwachstum wird erneut ein konsequentes Kostenmanagement gefragt sein, da sich steigende Material- und Energiepreise belastend auf das Ergebnis auswirken. Nicht zuletzt auch durch den Ukraine-Krieg sind insbesondere bei Stahl bislang extreme Preissteigerungen sowie Mengenverknappungen zu verzeichnen. Eine denkbare zusätzliche signifikante Steigerung der Energie- und Rohstoffpreise durch den Ukraine-Krieg bzw. bedingt durch weitere damit im Zusammenhang stehende Sanktionen ist in unserer Prognose nicht enthalten.

Netto-Investitionen: Für 2022 planen wir hohe Investitionen etwas über dem Niveau der Jahre vor 2020, von denen der größte Teil wie in den Vorjahren in die deutschen Produktionsstandorte fließen wird.

Bankverschuldung: Die Netto-Bankverschuldung (inkl. Schuldscheindarlehen) wird zum 31. Dezember 2022 voraussichtlich leicht über dem Vorjahresniveau liegen. Obwohl wir uns ein hohes Investitionsvolumen vorgenommen haben, wird insbesondere die erwartete weiterhin gute Ergebnis- und Cash-Flow-Situation dazu beitragen, dass die Verschuldung nur moderat ansteigen wird.

Anzahl Mitarbeiter: Für das Jahr 2022 gehen wir für die Hettich Gruppe insgesamt von einer konstanten Mitarbeiteranzahl aus.

Unfallbedingte Ausfallzeiten: Aufgrund stetiger Sensibilisierung für ein sicheres Verhalten im Betrieb und wieder verstärkter Trainings in verhaltensbasierter Arbeitssicherheit erwarten wir weiterhin unfallbedingte Ausfallzeiten auf einem zum Vorjahr vergleichbaren niedrigen Niveau deutlich unter dem Branchendurchschnitt.

 

Kirchlengern, den 14. April 2022

Hettich Holding GmbH & Co. oHG

vertreten durch die Hettich Holding Verwaltungs GmbH

Jana Schönfeld

Sascha Groß

Die Geschäftsführung

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2021

AKTIVA

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.272.398,84 4.876.336,32
2. Geschäfts- oder Firmenwert 4.934.363,51 0,00
3. Geleistete Anzahlungen 849.214,00 379.615,06
10.055.976,35 5.255.951,38
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 153.899.420,24 143.424.952,64
2. Technische Anlagen und Maschinen 167.550.475,91 182.442.163,70
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.920.148,99 12.851.825,77
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 36.779.454,52 49.760.237,77
371.149.499,66 388.479.179,88
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 7.207.898,46 7.640.392,23
2. Beteiligungen 208.869,67 152.136,35
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 35.796.443,51 26.948.769,48
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 241,30 6.366,98
5. Sonstige Ausleihungen 1.257.354,01 889.648,69
44.470.806,95 35.637.313,73
425.676.282,96 429.372.444,99
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 72.018.847,45 50.669.912,45
2. Unfertige Erzeugnisse 15.654.394,83 11.797.963,97
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 157.718.515,52 99.530.246,14
4. Geleistete Anzahlungen 6.892.610,29 3.222.396,79
252.284.368,09 165.220.519,35
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 121.007.118,30 98.167.752,69
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.924.535,88 2.655.911,64
3. Forderungen gegen assoziierte Unternehmen 8.182.776,91 7.660.275,37
4. Sonstige Vermögensgegenstände 26.476.269,21 14.508.496,41
159.590.700,30 122.992.436,11
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 38.415.194,24 40.866.881,76
450.290.262,63 329.079.837,22
C. Rechnungsabgrenzungsposten 2.080.932,57 3.236.047,04
D. Aktive latente Steuern 4.420.971,01 3.171.624,95
882.468.449,17 764.859.954,20

PASSIVA

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Kapitalanteile 10.409.120,42 10.409.120,42
II. Rücklagen 137.629.083,42 86.433.246,66
III. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -13.240.493,81 -17.877.230,42
IV. Nicht beherrschende Anteile 8.888.671,58 3.545.506,41
143.686.381,61 82.510.643,07
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 4.234.154,65 5.239.241,56
2. Steuerrückstellungen 11.127.041,89 7.744.490,44
3. Sonstige Rückstellungen 70.931.344,87 62.551.610,02
86.292.541,41 75.535.342,02
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 81.553.756,08 45.457.646,39
2. Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 134.500.000,00 164.500.000,00
3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 8.172.190,22 4.869.847,91
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 150.996.876,77 125.217.120,56
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.820.964,99 6.050.257,41
6. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 206.542.156,36 207.611.310,78
7. Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 556.124,09 12.575,52
8. Sonstige Verbindlichkeiten 59.755.416,14 52.689.349,44
650.897.484,65 606.408.108,01
D. Rechnungsabgrenzungsposten 71.555,06 181.867,51
E. Passive latente Steuern 1.520.486,44 223.993,59
882.468.449,17 764.859.954,20

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021

2021 2020
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 1.269.490.998,54 1.016.173.477,51
2. Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 24.930.065,77 -12.404.935,79
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 10.312.792,51 8.576.863,08
4. Sonstige betriebliche Erträge 72.206.177,56 12.425.801,76
5. Materialaufwand
a. Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -548.478.273,51 -366.384.154,72
b. Aufwendungen für bezogene Leistungen -76.594.684,53 -45.612.440,30
-625.072.958,04 -411.996.595,02
6. Personalaufwand
a. Löhne und Gehälter -270.747.721,37 -237.105.609,36
b. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -53.749.881,99 -46.344.688,32
- davon für Altersversorgung : 1.148 TEUR (Vorjahr: 922 TEUR)
-324.497.603,36 -283.450.297,68
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -79.779.864,32 -80.424.966,73
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -245.624.875,68 -194.899.903,95
9. Erträge aus Beteiligungen 863.969,44 551,81
- davon aus verbundenen Unternehmen: 864 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR)
10. Ergebnisse aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 8.638.628,33 3.454.234,73
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 106.151,50 56.353,90
- davon aus verbundenen Unternehmen: 0 TEUR (Vorjahr: 56 TEUR)
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 114.147,52 114.744,89
- davon aus verbundenen Unternehmen: 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR)
13. Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens 0,00 -700.000,00
davon außerplanmäßige Abschreibungen: 0 TEUR (Vorjahr: 700 TEUR)
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -4.373.898,50 -4.460.835,02
- davon an verbundene Unternehmen: 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR)
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -16.209.254,07 -12.102.459,61
16. Latente Steuern -399.343,88 -93.458,99
17. Ergebnis nach Steuern 90.705.133,32 40.268.574,89
18. Sonstige Steuern -2.215.014,50 -1.231.392,92
19. Jahresüberschuss 88.490.118,82 39.037.181,97
20. im Jahresergebnis enthaltene, anderen Gesellschaftern zustehende Ergebnisanteile 927.685,43 500.275,98
21. Gutschrift auf Gesellschafterverrechnungskonten 35.684.343,20 41.239.176,86
22. Einstellung in die Gewinnrücklagen 51.878.090,19 0,00
23. Entnahmen aus Gewinnrücklagen 0,00 2.702.270,87
24. Bilanzgewinn 0,00 0,00

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

A. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

Name der Muttergesellschaft: Hettich Holding GmbH & Co. oHG
Sitz der Muttergesellschaft: 32278 Kirchlengern
Registergericht: Amtsgericht Bad Oeynhausen
Handelsregisternummer: HRA 4728

Bei dem Konzernabschluss der Hettich Holding GmbH & Co. oHG handelt es sich um einen Abschluss nach den Vorschriften der §§ 290 bis 315 HGB.

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 übt befreiende Wirkung gemäß § 264 Abs. 3 HGB für die Hettich Management Service GmbH und die Anton Hettich Auslandsbeteiligungs Verwaltungs-GmbH sowie gemäß § 264b HGB für die folgenden einbezogenen inländischen Personenhandelsgesellschaften aus:

Hettich Holding GmbH & Co. oHG

Hettich Scharniere und Bauteile GmbH & Co. KG

Hettich Führungen und Systeme GmbH & Co. KG

Hettich Handel GmbH & Co. KG

Hettich-ONI GmbH & Co. KG

Paul Hettich GmbH & Co. KG

Hettich Umformtechnik GmbH & Co. KG

Hettich Marketing- und Vertriebs GmbH & Co. KG

Druck- und Spritzgußwerk Hettich GmbH & Co. KG

castwerk GmbH & Co. KG

Hettich FurnTech GmbH & Co. KG

Hettich Do-It-Yourself GmbH & Co. KG

Hettich Maschinentechnik GmbH & Co. KG

Hettich-Heinze GmbH & Co. KG

Hettich Logistik Service GmbH & Co. KG

Hettich Franke GmbH & Co. KG

B. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle Tochterunternehmen bzw. assoziierte Unternehmen im Wege der Vollkonsolidierung bzw. der Equity-Bewertung einbezogen. Die folgenden Gesellschaften werden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzernabschlusses nach §§ 296 Abs. 2 und 311 Abs. 2 HGB nicht im Wege der Vollkonsolidierung oder nach der Equity-Methode einbezogen. Der Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Hettich SR s.r.o., Slowakische Republik

Hettich Competence Services Private Ltd., Indien

Hettich Korea Co., Ltd., Südkorea

Hettich Trading (Zhuhai) Co. Ltd., China

PT Hettich Indonesia, Indonesien

HePo Investments NL B. V., Niederlande

HePo India Private Limited, Indien

Installco Wify Technology Pvt. Ltd., Indien

Hettich Middle East DMCC, Vereinigte Arabische Emirate

TOV Hettich Ukraine, Ukraine

ambigence GmbH & Co. KG, Deutschland

ambigence Verwaltungs GmbH, Deutschland

Eine Zusammenstellung der in den Konzernabschluss der Hettich Holding GmbH & Co. oHG einbezogenen Gesellschaften und des gesamten Beteiligungsbesitzes gemäß § 313 Abs. 2 HGB ergibt sich aus der folgenden Übersicht:

Name des Unternehmens Sitz Konzernanteil am Kapital in %
In den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen:
Hettich Holding GmbH & Co. oHG Kirchlengern 100,0
Anton Hettich Auslandsbeteiligungs-Verwaltungs GmbH Kirchlengern 100,0
Hettich Management Service GmbH Kirchlengern 100,0
Hettich Scharniere und Bauteile GmbH & Co. KG * Kirchlengern 100,0
Hettich Scharniere und Bauteile Verwaltungs GmbH Kirchlengern 100,0
Hettich Führungen und Systeme GmbH & Co. KG * Kirchlengern 100,0
Hettich Führungen und Systeme Verwaltungs GmbH Kirchlengern 100,0
Hettich Handel GmbH & Co. KG * Kirchlengern 100,0
Hettich Handel Verwaltungs GmbH Kirchlengern 100,0
Hettich-ONI GmbH & Co. KG * Vlotho 100,0
Hettich-ONI Verwaltungs GmbH Vlotho 100,0
Paul Hettich GmbH & Co. KG * Kirchlengern 100,0
Paul Hettich Beteiligungsgesellschaft mbH Kirchlengern 100,0
Hettich Umformtechnik GmbH & Co. KG * Berlin 100,0
Hettich Umformtechnik Verwaltungs GmbH Berlin 100,0
Hettich Marketing- und Vertriebs GmbH & Co. KG * Kirchlengern 100,0
Hettich Marketing- und Vertriebs GmbH Kirchlengern 100,0
Druck- und Spritzgußwerk Hettich GmbH & Co. KG * Frankenberg/Eder 100,0
Druck- und Spritzgußwerk Hettich Verwaltungs GmbH Frankenberg/Eder 100,0
castwerk GmbH & Co. KG * Frankenberg/Eder 100,0
castwerk Verwaltungs GmbH Frankenberg/Eder 100,0
Hettich FurnTech GmbH & Co. KG * Vlotho 100,0
Hettich FurnTech Verwaltungs GmbH Vlotho 100,0
Hettich Do-It-Yourself GmbH & Co. KG * Melle-Neuenkirchen 100,0
Hettich Do-It-Yourself Verwaltungs GmbH Melle-Neuenkirchen 100,0
Hettich Maschinentechnik GmbH & Co. KG * Kirchlengern 100,0
Hettich Maschinentechnik Verwaltungs GmbH Kirchlengern 100,0
Hettich-Heinze GmbH & Co. KG * Spenge 100,0
Hettich-Heinze Verwaltungs GmbH Spenge 100,0
Hettich Logistik Service GmbH & Co. KG * Bünde 100,0
Hettich Logistik Service Verwaltungs GmbH Bünde 100,0
Hettich Franke GmbH & Co. KG * Balingen-Weilstetten 66,0
Hettich & Günter GmbH Kirchlengern 66,0
Actiforce Europe GmbH Nienburg 70,0
Kuhn GmbH Bünde 66,67
Hettich NewCo GmbH Kirchlengern 100,0
OBE Hettich S.L. en Comandita * Aizarnazabal/Spanien 70,0
OBE Hettich S.L. Aizarnazabal/Spanien 70,0
Hettich Iberia S.L. en Comandita * Aizarnazabal/Spanien 70,0
Hettich Iberia S.L. Aizarnazabal/Spanien 70,0
Hettich France S.C.S. * Montevrain/Frankreich 100,0
Hettich France Gestion S.A.R.L. Montevrain/Frankreich 100,0
Hettich Italia S.r.l. Cimadolmo/Italien 100,0
Hettich UK L.P. * Manchester/Großbritannien 100,0
Hettich Limited Manchester/Großbritannien 100,0
Hettich Polska Sp. z o.o. Tarnowo Podgorne/Poler 100,0
Hettich CR k.s. * Zdar nad Sazavou/Tschechien 100,0
Hettich CR sprava s.r.o. Zdar nad Sazavou/Tschechien 100,0
OOO "Hettich RUS" Schelesnodoroschnv/Russland 100,0
Hettich Australia L.P . * Smithfield/Australien 100,0
Hettich Holdings Pty. Ltd. Smithfield/Australien 100,0
Hettich Administration Asia Pacific Pty. Ltd. Smithfield/Australien 100,0
Hettich New Zealand Limited East Tamaki/Neuseeland 100,0
Hettich Management Corp. Buford/USA 100,0
Hettich Canada L.P . * Saint-Laurent/Kanada 100,0
Hettich Canada Inc. Saint-Laurent/Kanada 100,0
Hettich Japan K.K. Tokyo/Japan 100,0
Hettich Procurement China Ltd. Hong Kong/China 100,0
Hettich Furniture Hardware Components (Zhuhai) Co., Ltd. Zhuhai/China 100,0
Hettich Precision Technology (Zhuhai) Co., Ltd. Zhuhai/China 100,0
Hettich Hardware Accessories (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai/China 100,0
Herrajes Hettich S.A. de C.V. Mexico City/Mexiko 100,0
Hettich Singapore (S.E.A.) Pte. Ltd. Singapore/Singapur 100,0
Hettich TR Mobilva Teknik Malzemeleri San. ve Tic. Ltd. Sti. Istanbul/Türkei 100,0
castwerk Technologies S.R.L. Bukarest/Rumänien 100,0
Hettich India Pvt. Ltd. (assoziiertes Unternehmen) Mumbai/Indien 50,0
Actiforce International B.V. Bunschoten/Niederlande 70,0
Actiforce Holding B.V. Bunschoten/Niederlande 70,0
Actiforce AmScan B.V. Bunschoten/Niederlande 70,0
Actiforce Europe B.V. Bunschoten/Niederlande 70,0
Actiforce Asia sdn. bhd. Penang/Malaysia 70,0
Actiforce Mechatronics Technology sdn. bhd. Penang/Malaysia 70,0
Dansk Kontordesign ApS Sandved/Dänemark 70,0
Nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen:
Hettich SR s.r.o. Trencin/Slowakische Republik 100,0
Hettich Competence Services Pvt. Ltd. Navi Mumbai/Indien 100,0
Hettich Korea Co., Ltd. Seoul/Südkorea 100,0
Hettich Trading (Zhuhai) Co. Ltd. Zhuhai/China 100,0
PT Hettich Indonesia Tangerang/Indonesien 100,0
HePo Investments NL B. V. Amsterdam/Niederlande 50,0
HePo India Pvt. Ltd. New Delhi/Indien 45,0
Installco Wify Technology Pvt. Ltd. Mumbai/Indien 11,2
Hettich Middle East DMCC Dubai/ Ver. Arabische Emirate 50,0
TOV Hettich Ukraine Kiew/Ukraine 100,0
ambigence GmbH & Co. KG * Herford 100,0
ambigence Verwaltungs GmbH Herford 100,0

Für die mit * gekennzeichneten Gesellschaften dienen das Mutterunternehmen oder einzelne Tochterunternehmen als persönlich haftende Gesellschafter.

Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich im Konsolidierungskreis die folgende Veränderung:

Die drei Einheiten

Hettich NewCo GmbH

Kuhn GmbH

Teilkonzern der Actiforce Holding B.V., Niederlande (bestehend aus acht Gesellschaften)

wurden erstmalig zum 1. Januar 2021 als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Aufgrund dieser Veränderung im Konsolidierungskreis sind die Zahlen des Geschäftsjahres 2021 nur eingeschränkt mit denen des Vorjahres vergleichbar, da sich die Erstkonsolidierung der vorgenannten Gesellschaften entsprechend auf die einzelnen Posten der Gruppenbilanz und -Gewinn- und Verlustrechnung ausgewirkt hat.

Zum 31. Dezember 2021 sind die erstmalig vollkonsolidierten Unternehmen (nach Konsolidierungsmaßnahmen) insgesamt wie folgt in der Konzernbilanz enthalten:

TEUR
Anlagevermögen 5.732
Vorräte 10.096
Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, aktive Rechnungsabgrenzungsposten 6.287
Flüssige Mittel 2.575
Rückstellungen 271
Verbindlichkeiten 8.839

In der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020 waren diese Gesellschaften nicht enthalten, weil sie erst in 2021 erworben oder neu gegründet wurden.

In der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung 2021 sind die erstmalig vollkonsolidierten Unternehmen (nach Aufwands- und Ertragskonsolidierung) insgesamt wie folgt enthalten (ausgewählte Posten):

TEUR
Umsatzerlöse mit Dritten 30.086
Sonstige betriebliche Erträge 23
Personalaufwand 4.199
Abschreibungen 1.088
Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.246

Insgesamt haben sich durch die Erstkonsolidierungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

Zum 31. Dezember 2021 erfolgte die Entkonsolidierung der Hettich Skandinaviska AB, Jönköping/ Schweden. Der Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzernabschlusses wird dadurch nicht beeinträchtigt. Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2021 vollständig liquidiert.

C. Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss wurde auf den 31. Dezember 2021 aufgestellt. Dies ist der Stichtag der Jahresabschlüsse aller in den Konzernabschluss einbezogenen verbundenen Unternehmen. Für das einbezogene assoziierte Unternehmen wurde auf den Stichtag des Konzernabschlusses ein Zwischenabschluss aufgestellt.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgte bis 2009 in Anwendung des Artikels 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB nach der Buchwertmethode (im Sinne des § 301 Abs. 1 Nr. 1 HGB a. F.). Hieraus wurden im Rahmen der Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2000 aktive und passive Konsolidierungsausgleichsposten ermittelt. Seit diesem Zeitpunkt vorgenommene Folgekonsolidierungen erfolgten gleichfalls in Anwendung des § 301 Abs. 1 Nr. 1 HGB a. F., Unterschiedsbeträge aufgrund von Währungskursänderungen gegenüber der Erstkonsolidierung wurden in den Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" eingestellt.

Die Kapitalkonsolidierung für die nach 2009 erstmalig vollkonsolidierten Tochtergesellschaften erfolgte gemäß § 301 Abs. 1 HGB nach der Neubewertungsmethode. Der sich aus der Erstkonsolidierung ergebende aktivische Unterschiedsbetrag betrug insgesamt 6.927 TEUR und wurde in Höhe von 6.290 TEUR mit den Rücklagen verrechnet, da der Unterschiedsbetrag in dieser Höhe aus erwirtschafteten Verlusten dieser Gesellschaften seit deren Gründung bis zum Zeitpunkt von deren Erstkonsolidierungen resultiert. Der verbliebene Teilbetrag in Höhe von 637 TEUR entfiel auf Wechselkursdifferenzen zwischen den historischen Wechselkursen und den Wechselkursen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung und wurde mit dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" als Teil des Eigenkapitals verrechnet.

Ein aktiver Unterschiedsbetrag wird, soweit möglich, den stillen Reserven auf Vermögensgegenstände aus den Einzelabschlüssen zugeordnet. Ein darüber hinausgehender Betrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und planmäßig abgeschrieben.

Die Bewertung für das zum 1. Januar 2015 erstmalig einbezogene assoziierte Unternehmen, bei dem keine Mehrheit der Stimmrechte vorliegt und bei dem bei wirtschaftlicher Betrachtung nicht die Mehrheit der Risiken und Chancen getragen wird, erfolgte gemäß § 312 Abs. 1 HGB nach der Equity-Methode. Der hierbei zum 1. Januar 2015 entstandene Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert (Anschaffungskosten der Beteiligung in Höhe von 673 TEUR) und dem anteiligen Eigenkapital des assoziierten Unternehmens betrug 12.226 TEUR (passivischer Unterschiedsbetrag). Dieser passivische Unterschiedsbetrag wurde unter den Gewinnrücklagen des Konzerns ausgewiesen, da es sich hierbei um thesaurierte Gewinne des assoziierten Unternehmens seit Gründung bis zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung nach der Equity-Methode handelte.

Die Anteile konzernfremder Gesellschafter am Kapital, an den Rücklagen sowie am Bilanzgewinn oder -verlust werden als nicht beherrschende Anteile ausgewiesen.

Die Schuldenkonsolidierung wurde gemäß § 303 Abs. 1 HGB durchgeführt. Die im Rahmen der Schuldenkonsolidierung eliminierten Differenzen, die aus der Währungsumrechnung resultieren, wurden ergebnisneutral behandelt.

Zwischenergebnisse wurden entsprechend § 304 Abs. 1 HGB eliminiert. Gleiches gilt für Zwischenergebnisse aus Lieferungen an das assoziierte Unternehmen, die entsprechend dem Anteil am Kapital des assoziierten Unternehmens eliminiert werden. Keine Eliminierung erfolgt für Zwischenergebnisse aus Lieferungen vom assoziierten Unternehmen, da diese von untergeordneter Bedeutung sind.

Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung wurde gemäß § 305 Abs. 1 HGB durchgeführt.

Die im Rahmen der Konsolidierungsmaßnahmen erforderlichen kapital- bzw. erfolgswirksamen Anpassungen und sonstigen Buchungen wurden vollständig mit den Rücklagen verrechnet.

D. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnung

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen (inkl. des nach der Equity-Methode bewerteten assoziierten Unternehmens) werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften aufgestellt (§ 308 HGB). Hierzu werden die nach landesspezifischen Vorschriften erstellten Abschlüsse der Tochtergesellschaften an die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze angepasst, soweit sie nicht den HGB-Grundsätzen entsprechen und die Bewertungsabweichungen wesentlich sind.

Die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Einzelabschlüsse einbezogener vollkonsolidierter Tochterunternehmen und des nach der Equity-Methode bewerteten assoziierten Unternehmens erfolgt für die Posten der Bilanz mit den Mittelkursen zum Bilanzstichtag. Das Eigenkapital wird mit dem historischen Kurs umgerechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird mit den Monatsdurchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Die Differenz zwischen dem Jahresergebnis laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Konzernbilanz wurde erfolgsneutral in den Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" eingestellt.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige zeitanteilige Abschreibungen über eine Nutzungsdauer von 5 bis 15 Jahren, bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear vorgenommen. Selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nicht aktiviert. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung werden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus den Einzelabschlüssen sowie aus der Kapitalkonsolidierung werden über die individuelle betriebliche Nutzungsdauer von 15 Jahren linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wurde auf Basis der Lebenszyklen der Produkte und der damit einhergehenden erwarteten Amortisation geschätzt. Die im Geschäftsjahr 2021 neu hinzugekommene Geschäfts- oder Firmenwerte resultieren aus der Erstkonsolidierung der Einheiten Kuhn GmbH und des Teilkonzerns der Actiforce Holding B.V.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, bei abnutzbaren Vermögensgegenständen vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer zwischen 2 und 50 Jahren, angesetzt. Die abnutzbaren Vermögensgegenstände werden planmäßig abgeschrieben gemäß den von der Finanzverwaltung veröffentlichten AfA-Tabellen. Die planmäßigen Abschreibungen werden entweder linear oder degressiv vorgenommen. Soweit erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag vorgenommen. Im Falle der Herstellung enthalten die Herstellungskosten direkt zurechenbare Einzelkosten sowie auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten inkl. des durch die Fertigung veranlassten Werteverzehrs des Anlagevermögens und orientieren sich an der handelsrechtlichen Untergrenze.

Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 800 EUR netto werden im Jahre des Zugangs aus Vereinfachungs- und Wesentlichkeitsgründen vollständig abgeschrieben und im Anlagenspiegel als Abgang dargestellt.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens und sonstige Ausleihungen zu Anschaffungskosten, vermindert um erforderliche Abschreibungen (auf Basis dauerhafter Wertminderungen) auf den niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag, angesetzt. Soweit die Gründe für in Vorjahren vorgenommene Abschreibungen weggefallen sind, erfolgen entsprechende Zuschreibungen. Bei den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen wird das anteilige Eigenkapital der Gesellschaften zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung um spätere Ergebnisse und Ausschüttungen durch Zu- bzw. Abschreibungen sowie um Wechselkursänderungen fortgeschrieben.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Die Bestände der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren sind zu gleitenden durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zu niedrigeren beizulegenden Werten am Bilanzstichtag bewertet. Soweit erforderlich werden Abschreibungen für Bestandsrisiken vorgenommen. Die unfertigen Erzeugnisse und Fertigerzeugnisse sind mit den Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten direkt zurechenbare Einzelkosten sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten inkl. des durch die Fertigung veranlassten Werteverzehrs des Anlagevermögens und orientieren sich dabei an der handelsrechtlichen Untergrenze. Vertriebs- und Ungängigkeitsrisiken sind angemessen berücksichtigt.

Geleistete Anzahlungen, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nominalwerten angesetzt. Alle erkennbaren Risiken werden durch entsprechende Bewertungsabschläge berücksichtigt. Dem spezifischen bzw. allgemeinen Kreditrisiko wird durch Einzel- bzw. Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Fremdwährungsforderungen bis zu einem Jahr sind grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs bilanziert.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind mit den Nominalwerten angesetzt.

Für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und den handelsbilanziellen Wertansätzen (in der Handelsbilanz II) von Vermögensgegenständen und Schulden bzw. Rückstellungen werden für die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften künftige Steuerentlastungen (aktive latente Steuern) und künftige Steuerbelastungen (passive latente Steuern) berechnet. Bei der Ermittlung der temporären Differenzen werden auch bestehende steuerliche Ergänzungsbilanzen berücksichtigt. Die aktiven latenten Steuern berücksichtigen grundsätzlich auch künftige Steuerentlastungen, die sich aus der erwarteten künftigen Nutzung eventuell bestehender steuerlicher Verlustvorträge ergeben. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt jeweils auf Basis der Steuersätze, die nach gegenwärtiger Rechtslage zum Realisationszeitpunkt für die jeweilige Gesellschaft gelten bzw. erwartet werden. Die Steuersätze bewegen sich dabei zwischen 14% und 31%. Ergibt sich in der Gesamtbetrachtung der künftigen Steuerent- bzw. -belastungen ein Überhang aktiver latenter Steuern für eine Gesellschaft, so werden diese in Ausübung des Wahlrechts nach §§ 274 Abs. 1 Satz 2 und 298 Abs. 1 HGB nicht bilanziert. Darüber hinaus werden latente Steuern nach § 306 HGB für künftige Steuerentlastungen und künftige Steuerbelastungen aufgrund temporärer Differenzen zwischen den steuerlichen und den handelsbilanziellen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten aufgrund von Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Der Bewertung der latenten Steuern in Zusammenhang mit der Zwischenergebniselimierung wird der maßgebliche Steuersatz desjenigen Unternehmens zugrunde gelegt, das die Lieferung oder Leistung empfangen hat. Es erfolgt keine Saldierung latenter Steuern.

In den Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken sowie ungewissen Verpflichtungen und drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften ausreichend Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung zukünftiger Preis- und Kostensteigerungen in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr, mit Ausnahme der Rückstellungen für Altersversorgung, werden unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Wesentlichkeit mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechend von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre gemäß § 253 Abs. 2 Satz 4 HGB abgezinst. Aufwendungen und Erträge aus der Aufzinsung bzw. der Abzinsung von Rückstellungen sowie aus der Änderung des Abzinsungssatzes werden unter den "Zinsen und ähnlichen Aufwendungen" bzw. den "sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen" ausgewiesen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bestehen überwiegend bei den inländischen Gesellschaften. Diese werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Verwendung eines von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Jahre für eine pauschal angenommene Restlaufzeit von fünfzehn Jahren gemäß § 253 Abs. 2 Satz 4 HGB berechnet. Vermögensgegenstände, die als Deckungsvermögen für Pensionsverpflichtungen dienen, werden mit diesen Pensionsrückstellungen verrechnet. Der aus der Umstellung der Bewertung der Pensionsrückstellungen nach den Regelungen des BilMoG entstandene Unterschiedsbetrag zum 1. Januar 2010 wurde im Geschäftsjahr 2010 in Ausübung des Wahlrechts der Übergangsvorschrift des Artikels 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB vollständig aufwandswirksam erfasst.

In der Hettich Unternehmensgruppe werden Altersteilzeitvereinbarungen nach dem Blockmodell abgeschlossen. Rückstellungen für Altersteilzeit sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach den Vorgaben des Standards IDW RS HFA 3 (Bilanzierung von Altersteilzeitverpflichtungen) bewertet.

Vermögensgegenstände, die der Erfüllung von Verpflichtungen aus Pensionszusagen und von sonstigen vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen und als Deckungsvermögen im Sinne von § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB anzusehen sind (insolvenzgesicherte Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen) werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Diese Rückdeckungsansprüche werden mit den korrespondierenden Rückstellungen verrechnet. Gleiches gilt für die Zinsaufwendungen und -erträge aus der Bewertung der Rückstellungen und dem zu verrechnenden Vermögen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens den Rückstellungsbetrag, erfolgt der Ausweis des übersteigenden Betrags unter dem gesonderten Posten Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung. Ansonsten erfolgt der Ausweis unter den Rückstellungen.

Verbindlichkeiten werden mit ihren Nennbeträgen oder den höheren Erfüllungsbeträgen ausgewiesen.

Fremdwährungspositionen werden bei Zugang grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs bzw. einem Sicherungskurs angesetzt.

Von der Möglichkeit zur Bildung von Bewertungseinheiten nach § 254 HGB durch Zusammenfassung von Vermögensgegenständen, Schulden, schwebenden Geschäften oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen mit Finanzinstrumenten zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken wird teilweise Gebrauch gemacht.

E. Erläuterungen zum Konzernabschluss

1. Angaben zur Bilanz

a) Anlagevermögen

Die Aufgliederung der in der Bilanz ausgewiesenen Anlagepositionen, ihre Entwicklung im Geschäftsjahr, die Zuschreibungen und Abschreibungen des Geschäftsjahres sind im folgenden Anlagenspiegel dargestellt.

Nennenswerte Unterschiede zwischen dem Beteiligungsbuchwert und dem bilanziellen Eigenkapital bei den einzelnen Tochtergesellschaften ergeben sich bei zwei nicht konsolidierten Gesellschaften. Den zwei Beteiligungsbuchwerten von insgesamt 4.230 TEUR steht nach Vornahme von außerplanmäßigen Abschreibungen in Vorjahren in Höhe von insgesamt 1.550 TEUR bei einer der beiden Gesellschaften ein bilanzielles Eigenkapital von kumuliert insgesamt 1.979 TEUR gegenüber. Weitergehende Abschreibungen im Geschäftsjahr 2021 sind unterblieben, da es sich zum einen nicht um voraussichtlich dauernde Wertminderungen handelt (teilweise wurde der operative Geschäftsbetrieb erst 2018 aufgenommen), zum anderen infolge der strategischen Bedeutung dieser Gesellschaften.

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand am 1.1.2021 Wahrungsschwankungen Zugänge Abgänge
EUR EUR EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 29.381.961,59 110.494,77 862.785,89 557.024,01
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 3.925.503,16 0,00
3. Geleistete Anzahlungen 379.615,06 196,61 564.740,94 0,00
29.761.576,65 110.691,38 5.353.029,99 557.024,01
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 251.482.267,63 1.392.863,42 6.484.904,10 7.386.488,65
2. Technische Anlagen und Maschinen 933.357.577,57 3.756.015,76 26.714.975,28 26.275.241,91
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 73.299.978,31 1.269.885,09 4.976.903,39 4.798.250,74
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 49.760.237,77 1.026.695,34 28.426.813,93 0,00
1.307.900.061,28 7.445.459,61 66.603.596,70 38.459.981,30
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 9.190.392,23 856,23 0,00 433.350,00
2. Beteiligungen 496.103,07 0,00 0,00 0,00
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 26.948.769,48 2.045.337,81 0,00 0,00
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 6.366,98 0,00 0,00 6.125,68
5. Sonstige Ausleihungen 3.301.763,26 201.243,87 367.705,32 0,00
39.943.395,02 2.247.437,91 367.705,32 439.475,68
GESAMT 1.377.605.032,95 9.803.588,90 72.324.332,01 39.456.480,99
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Veränderung Kons.kreis Eigenkapitaländerungen Equity-Methode Umbuchungen Stand am 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 340.950,28 0,00 130.489,32 30.269.657,84
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.615.223,11 0,00 0,00 5.540.726,27
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 -95.338,61 849.214,00
1.956.173,39 0,00 35.150,71 36.659.598,11
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 978.866,61 0,00 14.113.269,78 267.065.682,89
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.709.036,93 0,00 26.684.039,01 967.946.402,64
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.714.919,23 0,00 1.607.772,52 78.071.207,80
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.939,50 0,00 -42.440.232,02 36.779.454,52
6.408.762,27 0,00 -35.150,71 1.349.862.747,85
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 8.757.898,46
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 496.103,07
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 6.802.336,22 0,00 35.796.443,51
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 241,30
5. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 3.870.712,45
0,00 6.802.336,22 0,00 48.921.398,79
GESAMT 8.364.935,66 6.802.336,22 0,00 1.435.443.744,75
kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2021 Währungsschwankungen Abschreibung des Gj. Zuschreibung des Gi.
EUR EUR EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 24.505.625,27 105.127,42 1.765.108,85 0,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 157,06 579.186,91 0,00
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
24.505.625,27 105.284,48 2.344.295,76 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 108.057.314,99 775.198,52 7.346.013,74 0,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 750.915.413,87 2.902.764,00 63.291.508,47 0,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 60.448.152,54 1.168.192,22 6.798.046,35 0,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
919.420.881,40 4.846.154,74 77.435.568,56 0,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.550.000,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 343.966,72 -14.497,49 0,00 -42.235,83
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00
5. Sonstige Ausleihungen 2.412.114,57 201.243,87 0,00 0,00
4.306.081,29 186.746,38 0,00 -42.235,83
GESAMT 948.232.587,96 5.138.185,60 79.779.864,32 -42.235,83
kumulierte Abschreibungen
Abgänge Veränderung Kons. kreis Umbuchungen Stand am 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 553.359,82 174.757,28 0,00 25.997.259,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 27.018,79 0,00 606.362,76
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
553.359,82 201.776,07 0,00 26.603.621,76
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.463.717,75 451.453,15 0,00 113.166.262,65
2. Technische Anlagen und Maschinen 18.325.390,86 1.611.631,25 0,00 800.395.926,73
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.330.859,17 1.067.526,87 0,00 65.151.058,81
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
26.119.967,78 3.130.611,27 0,00 978.713.248,19
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 1.550.000,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 287.233,40
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00
5. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 2.613.358,44
0,00 0,00 0,00 4.450.591,84
GESAMT 26.673.327,60 3.332.387,34 0,00 1.009.767.461,79
Buchwerte
Stand am 31.12.2021 Stand am 31.12.2020
EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.272.398,84 4.876.336,32
2. Geschäfts- oder Firmenwert 4.934.363,51 0,00
3. Geleistete Anzahlungen 849.214,00 379.615,06
10.055.976,35 5.255.951,38
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 153.899.420,24 143.424.952,64
2. Technische Anlagen und Maschinen 167.550.475,91 182.442.163,70
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.920.148,99 12.851.825,77
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 36.779.454,52 49.760.237,77
371.149.499,66 388.479.179,88
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 7.207.898,46 7.640.392,23
2. Beteiligungen 208.869,67 152.136,35
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 35.796.443,51 26.948.769,48
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 241,30 6.366,98
5. Sonstige Ausleihungen 1.257.354,01 889.648,69
44.470.806,95 35.637.313,73
GESAMT 425.676.282,96 429.372.444,99

b) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Gegen Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Buchwert von 54,1 Mio. EUR (Vorjahr: 54,1 Mio. EUR) im Rahmen einer Asset-Backed Securisation verkauft worden. Von dem Kaufpreis wurde ein Betrag zur Deckung von Ausfallrisiken, Forderungsverwässerungen und Transaktionskosten einbehalten und in Reservekonten bei dem Forderungskäufer eingestellt. Bis zum Bilanzstichtag auf die verkauften Forderungen eingegangene und an den Forderungskäufer weiterzuleitende Zahlungen werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Ansprüche auf Auszahlung nicht benötigter Reserven wurden in Höhe des zum Bilanzstichtag zu erwartenden Betrages mit der Verbindlichkeit gegenüber dem Forderungskäufer verrechnet.

In den Forderungen sind wie im Vorjahr keine Forderungen gegen Gesellschafter enthalten.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 3.925 TEUR (Vorjahr: 2.656 TEUR) bestehen aus Lieferungen und Leistungen und Cash Management Forderungen gegen nicht konsolidierte Konzernunternehmen. Des Weiteren bestehen Forderungen gegen assoziierte Unternehmen in Höhe von 8.183 TEUR (Vorjahr: 7.660 TEUR) aus Lieferungen und Leistungen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 4 TEUR). Sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr betragen 18 TEUR (Vorjahr: 14 TEUR).

c) Aktive latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern in Höhe von 4.421 TEUR (Vorjahr: 3.172 TEUR) entfallen wie im Vorjahr vollständig auf die vorgenommenen Konsolidierungsbuchungen.

d) Eigenkapital

Die Muttergesellschaft Hettich Holding GmbH & Co. oHG ist eine offene Handelsgesellschaft. Somit haften die Gesellschafter der Hettich Holding GmbH & Co. oHG gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft unmittelbar und unbeschränkt mit ihrem vollen Vermögen.

Die gesellschaftsvertraglichen Einlagen zum 31. Dezember 2021 betragen 10.409 TEUR und sind in voller Höhe wie folgt erbracht:

Einlagen der persönlich haftenden Gesellschafter: 10.409 TEUR

In den Rücklagen sind zum 31. Dezember 2021 passivische Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von 39.970 TEUR (Vorjahr: 39.970 TEUR) enthalten. Der Ausweis unter den Rücklagen erfolgte, da die passivischen Unterschiedsbeträge im Wesentlichen aus thesaurierten Gewinnen der Tochtergesellschaften vor dem jeweiligen Erstkonsolidierungszeitpunkt resultieren.

Die Zusammensetzung und Entwicklung des Eigenkapitals im Geschäftsjahr ist in einer gesonderten Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung als Teil des Konzernabschlusses dargestellt.

e) Rückstellungen

In den Rückstellungen sind Pensionsrückstellungen von 4.234 TEUR enthalten, die für Verpflichtungen aus Anwartschaften und aus laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter sowie deren Hinterbliebene gebildet wurden; Versorgungsansprüche mit einem Erfüllungsbetrag von insgesamt 1.893 TEUR sind durch Grundschulden auf einzelne Grundstücke der Unternehmensgruppe gesichert. Die Pensionsrückstellungen entfallen im Wesentlichen auf die inländischen Konzernunternehmen. Diese Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach dem Teilwertverfahren oder, bei Vorliegen von Versorgungsverpflichtungen aus Gehaltsverzicht ("deferred compensation"), nach der PUC-Methode ("Projected Unit Credit Method") berechnet. Hierbei werden neben den Annahmen zur Lebenserwartung auf der Grundlage der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" folgende Prämissen gesetzt:

Rechnungszins 1,87 % p. a.
Renten- und Anwartschaftstrend 1,75 % p. a. - 7,60 % p. a.

Der Renten- und Anwartschaftstrend ergibt sich aus den jeweiligen einzelvertraglichen Regelungen bzw. aus Erwartungen hinsichtlich künftiger Rentensteigerungen.

Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 160 TEUR (Vorjahr: 249 TEUR).

Für die Pensionsverpflichtungen bestehen teilweise Rückdeckungsversicherungen, die als Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB zu qualifizieren sind, so dass diese zum Zeitwert bewerteten Vermögensgegenstände mit den Erfüllungsbeträgen der betreffenden Pensionsverpflichtungen zu verrechnen sind. Die Rückstellungen beinhalten auch mittelbare Pensionsverpflichtungen über eine Unterstützungskasse in Höhe von 595 TEUR (Vorjahr: 563 TEUR).

Der Nettowert der Pensionsverpflichtungen ergibt sich wie folgt:

31.12.2021
TEUR
Erfüllungsbetrag der rückgedeckten Pensionsverpflichtungen 3.507
abzgl. Zeitwert des Deckungsvermögens -3.041
466
davon:
• Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0
• Verbleibender Erfüllungsbetrag rückgedeckter Pensionsverpflichtungen (Ausweis als Pensionsrückstellungen) 466
Erfüllungsbetrag der nicht rückgedeckten Pensionsverpflichtungen (Ausweis als Pensionsrückstellungen) 3.768
Summe lt. Konzernbilanz 4.234

Der Zeitwert des Deckungsvermögens entspricht dem versicherungsmathematisch ermittelten Aktivwert (einschließlich Leistungen aus der Gewinnbeteiligung) der abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen.

Aus dem Deckungsvermögen resultierende Erträge in Höhe von 57 TEUR wurden mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen in Höhe von insgesamt 128 TEUR verrechnet. Der verbleibende Betrag wird unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen bzw. unter den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen ausgewiesen.

f) Verbindlichkeiten

31.12.2021 31.12.2020
Gesamt mit einer Restlaufzeit bis 1 Jahr mit einer Restlaufzeit über 1 Jahr davon mit einer Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamt mit einer Restlaufzeit bis 1 Jahr mit einer Restlaufzeit über 1 Jahr davon mit einer Restlaufzeit über 5 Jahre
Verbindlichkeiten TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
gegenüber Kreditinstituten 81.554 32.488 49.066 4.250 45.458 3.978 41.480 6.367
aus Schuldscheindarlehen 134.500 5.000 129.500 21.500 164.500 30.000 134.500 57.500
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 8.172 8.172 0 0 4.870 4.870 0 0
aus Lieferungen und Leistungen 150.997 150.997 0 0 125.217 125.217 0 0
gegenüber verbundenen Unternehmen 8.821 8.821 0 0 6.050 6.050 0 0
gegenüber Gesellschaftern 206.542 206.542 0 0 207.611 207.611 0 0
gegenüber assoziierten Unternehmen 556 556 0 0 13 13 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 59.755 59.755 0 0 52.689 52.689 0 0
- davon aus Steuern (16.378) (16.378) (0) (0) (12.626) (12.626) (0) (0)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (1.307) (1.307) (0) (0) (1.457) (1.457) (0) (0)
650.897 472.331 178.566 25.750 606.408 430.428 175.980 63.867

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist in Höhe von 10.406 TEUR (Vorjahr: 8.077 TEUR) eine Verbindlichkeit enthalten, die aus einer Reverse Factoring-Transaktion resultiert, bei der Lieferanten ihre Forderungen gegen diverse Unternehmen der Hettich Gruppe ganz oder teilweise verkauft haben. Diese Verbindlichkeit ist nicht zinstragend und vom Charakter her den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zuzuordnen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen gegenüber nicht konsolidierten Unternehmen und enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (6.845 TEUR; Vorjahr: TEUR 4.565), Darlehen (1.700 TEUR; Vorjahr: 0 TEUR) und Cash-Management (276 TEUR; Vorjahr: TEUR 1.485).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betreffen wie im Vorjahr sonstige Verbindlichkeiten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen betreffen wie im Vorjahr Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

g) Latente Steuern

Die latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
in TEUR in TEUR
31.12.2020 3.172 224
31.12.2021 4.421 1.520
Veränderung 1.249 1.296

Der Ausweis der passiven latenten Steuern in Höhe von 1.520 TEUR betrifft im Wesentlichen passive latente Steuern auf temporäre Differenzen aus der Aufdeckung stiller Reserven im Zusammenhang mit der Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen sowie temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und den handelsbilanziellen Wertansätzen in Bezug auf die Versicherungserstattungen für die im Februar 2021 durch einen Brand zerstörten Galvanikanlagen der Hettich Umformtechnik GmbH & Co. KG, Berlin.

h) Eventualverbindlichkeiten

Die Eventualverbindlichkeiten betreffen gesamtschuldnerische Haftungen zugunsten eines nicht konsolidierten Unternehmens von 1.916 TEUR (Vorjahr: 1.725 TEUR). Darüber hinaus bestehen bei einem konsolidierten Unternehmen Haftungsverhältnisse aus der Begebung von Wechseln in Höhe von 3.730 TEUR (Vorjahr: 2.696 TEUR). Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wird aufgrund der Bonität und des Zahlungsverhaltens der begünstigten Unternehmen bzw. der bezogenen Unternehmen als sehr gering eingeschätzt.

2. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

a) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse teilen sich regional wie folgt auf:

2021 2020
TEUR TEUR
Inland 382.407 307.161
Ausland 887.084 709.012
Gesamt 1.269.491 1.016.173

In analoger Anwendung des § 286 Abs. 2 HGB erfolgt keine weitere Aufgliederung der Umsatzerlöse.

b) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten insbesondere periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (6.179 TEUR; Vorjahr: 4.496 TEUR) und Erträge aus der Fremdwährungsumrechnung (8.376 TEUR; Vorjahr: 3.884 TEUR). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus außergewöhnlichen Versicherungserstattungen in Höhe von 47.493 TEUR im Zusammenhang mit dem erlittenen Brandschaden bei der Hettich Umformtechnik GmbH & Co. KG, Berlin. Die korrespondierenden außergewöhnlichen Aufwendungen sind in gleicher Höhe im Wesentlichen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten.

c) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung betragen 3.592 TEUR (Vorjahr: 4.382 TEUR).

d) Ergebnisse aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen

Bei der Beteiligung an dem assoziierten Unternehmen wird das anteilige Eigenkapital der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung um spätere Ergebnisse und Ausschüttungen durch Zu- bzw. Abschreibungen sowie um eliminierte Zwischengewinne fortgeschrieben. Die Ergebnisse aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen im Geschäftsjahr 2021 setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR
anteiliger Jahresüberschuss (50 %) des assoziierten Unternehmens 8.620
Veränderung Zwischengewinneliminierung 18
8.638

e) Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Es sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen in Höhe von insgesamt 145 TEUR (Vorjahr: 191 TEUR) erfasst.

f) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag / Latente Steuern

Der ausgewiesene Steueraufwand weicht von dem erwarteten Steueraufwand auf der Grundlage des handelsrechtlichen Ergebnisses und dem Steuersatz der Muttergesellschaft ab. Ursächlich hierfür sind zum einen die vom Sitz und von der Rechtsform der einzelnen Tochtergesellschaften abhängigen Steuersätze, die der Besteuerung dieser Gesellschaften zugrunde zu legen sind. Diese Unternehmenssteuersätze variieren innerhalb der Hettich Unternehmensgruppe zwischen 14 % und 31 %. Zum anderen sind insbesondere auch die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge aus Vorjahren, periodenfremde Steueraufwendungen und -erträge, steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen, gewerbesteuerliche Hinzurechnungen/Kürzungen, der Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf temporäre Differenzen und auf steuerliche Verlustvorträge sowie die Berücksichtigung von Sonder- und Ergänzungsbilanzen bei der Steuerberechnung zu berücksichtigen.

3. Sonstige Angaben

a) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus Miet-, Pacht- und Leasingverpflichtungen sowie dem Bestellobligo aus Investitionen und Einkaufskontrakten werden in den Jahren 2022 ff. insgesamt rund 203.136 TEUR fällig.

b) Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Zum Bilanzstichtag bestehen folgende derivative Finanzinstrumente:

Nominalwerte Buchwerte Positive Marktwerte Negative Marktwerte
TEUR TEUR TEUR TEUR
Devisentermingeschäfte 79.640 -219 566 -626
Währungsoptionen 48.004 212 341 0
Zinssicherungsinstrumente
Swaps 65.600 0 0 -1.148
Rohstoffsicherungsinstrumente
Commodity Swaps 9.376 0 799 0

Der Bereich Finanzen der Hettich Holding ist zentral für das Devisenmanagement innerhalb der Hettich Unternehmensgruppe zuständig. Die Gruppengesellschaften wickeln ihre gesamten Fremdwährungsein- und -ausgänge über die Hettich Holding ab, die die Netto-Fremdwährungsposition alsdann über Devisentermingeschäfte und Währungsoptionen bei Kreditinstituten absichert.

Die Abrechnung der Fremdwährungsbeträge gegenüber den Gruppengesellschaften erfolgt auf Basis festgelegter interner Budgetkurse, die im Voraus für ein komplettes Kalenderjahr fixiert werden.

Aufgabe der Hettich Holding ist es, die garantierten Budgetkurse über geeignete Kurssicherungsinstrumente abzusichern. Kursgewinne bzw. -verluste fallen durch diese Abwicklung in der Regel nur bei der Hettich Holding an, nicht bei den einzelnen Gruppengesellschaften.

Der Abschluss von Geschäften mit Derivaten wird ausschließlich zentral von dem Bereich Finanzen vorgenommen. Handel und Abwicklung unterliegen strengen internen Kontrollen und sind räumlich und organisatorisch voneinander getrennt.

Die genannten Derivate weisen zum Bilanzstichtag in der Regel eine Laufzeit von bis zu einem Jahr aus und werden ausschließlich eingesetzt, um Zins- und Währungsrisiken (im Wesentlichen USD, CNY, AUD, CAD) aus Handelsgeschäften sowie Risiken aus der Rohstoffpreisentwicklung aus dem operativen Geschäft der Gesellschaften der Hettich Gruppe abzusichern.

Bei Vorliegen der Voraussetzungen werden die Derivate zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Im Rahmen dessen wird die Durchbuchungsmethode angewandt, so dass die positiven Buchwerte unter den sonstigen Vermögensgegenständen und die negativen Buchwerte unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen werden.

Der Buchwert der Währungsoptionen betrifft gezahlte Optionsprämien, die zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren Marktwert zum Bilanzstichtag bewertet werden. Die Marktwerte der eingesetzten derivativen Finanzinstrumente werden auf Basis quotierter Marktpreise laut Bankbestätigungen oder durch finanzmathematische Berechnungen auf Grundlage marktüblicher Modelle ermittelt.

Die Finanzinstrumente sind zum Bilanzstichtag in nachfolgendem Umfang Teil von nach § 254 HGB gebildeten Bewertungseinheiten:

Risiko Grundgeschäft Sicherungsinstrument Art der Bewertungseinheit Prospektive Effektivität (jeweils gemäß Critical Terms Match-Methode)
Variable Art Art Betrag * Risiko Betrag **
Währung erwarteter Zahlungsstrom erwartete Umsätze in Fremdwährungen 110,3 Mio. EUR Devisen-Terminverkäufe 18,4 Mio. EUR Makro Hedge Laufzeit- und Volumenkongruenz
Währung erwarteter Zahlungsstrom erwartete Einkäufe in Fremdwährung 35,6 Mio. EUR Devisen-Terminkäufe 21,1 Mio. EUR Makro Hedge Laufzeit- und Volumenkongruenz
Währung Wertänderung Forderungen / Verbindlichkeiten in Fremdwährungen 5,7 Mio. EUR Devisen-Terminkäufe 6,7 Mio. EUR *** Makro Hedge Laufzeit- und Volumenkongruenz
Währung Wertänderung Forderungen / Verbindlichkeiten in Fremdwährungen 56,9 Mio. EUR Devisen-Terminverkäufe 33,6 Mio. EUR *** Makro Hedge Laufzeit- und Volumenkongruenz
Zins erwarteter Zahlungsstrom variabel verzinsliche Verbindlichkeiten 65,6 Mio. EUR Zins-Swaps 65,6 Mio. EUR Mikro Hedge Laufzeit- und Volumenkongruenz
Preisänderung erwarteter Zahlungsstrom erwartete Rohstoffeinkäufe 21,9 Mio. EUR Commodity Swaps 9,4 Mio. EUR Makro Hedge Laufzeit- und Volumenkongruenz

* umgerechnet zu Stichtagskursen
** umgerechnet zu kontrahierten (Termin-)Kursen
*** Überschüsse werden auf neues Geschäftsjahr übertragen

Es werden Bewertungseinheiten aus externen Kurssicherungsgeschäften und den erwarteten Zahlungsein- und -ausgängen aus dem operativen Geschäft der Gruppengesellschaften gebildet.

In dem Maße, wie sich die gegenläufigen Wertänderungen oder Zahlungsströme in Bezug auf die abgesicherten Risiken (zum Beispiel aufgrund unvollständiger Volumenkongruenz) voraussichtlich nicht ausgleichen, unterliegen das Grundgeschäft und das Sicherungsgeschäft jeweils der imparitätischen Einzelbewertung. Darüber hinaus sind auf die gebildeten Bewertungseinheiten gegebenenfalls die Grundsätze betreffend die bilanzielle Behandlung von drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften anzuwenden. Insgesamt führt dies zum Bilanzstichtag zu einer Rückstellung in Höhe von 219 TEUR.

c) Angaben zum Personalbestand

Der durchschnittliche Personalbestand nach Köpfen bezogen auf den Konsolidierungskreis (ohne assoziierte Unternehmen) setzt sich wie folgt zusammen:

Angestellte 2.389
Gewerbliche 3.801
ZWISCHENSUMME Mitarbeiter 6.190
Auszubildende 207
GESAMT 6.397

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (inkl. Auszubildende) erhöhte sich damit gegenüber dem vorjährigen Geschäftsjahr um 594. Die Steigerung entfällt mit 307 Mitarbeitern auf die zum 1. Januar 2022 erstmalig vollkonsolidierten Tochtergesellschaften.

Das assoziierte Unternehmen beschäftigte im Geschäftsjahr 2021 im Durchschnitt 1.668 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.103 Mitarbeiter).

d) Angaben zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das vom Abschlussprüfer, BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Bielefeld, für das Geschäftsjahr 2021 berechnete Gesamthonorar betrug:

TEUR
a) für Abschlussprüfungsleistungen 242
b) für andere Bestätigungsleistungen 23
c) für Steuerberatungsleistungen 0
d) für sonstige Leistungen 0
GESAMT 265

e) Angaben zum Geschäftsführungsorgan der Muttergesellschaft

Die Muttergesellschaft wird vertreten durch die Hettich Holding Verwaltungs GmbH, Kirchlengern.

Geschäftsführer der Hettich Holding Verwaltungs GmbH waren im Geschäftsjahr 2021:

Jana Schönfeld Diplom-Wirtschaftsjuristin (FH)
Sascha Groß Wirtschaftsingenieur

Bezüglich der im Geschäftsjahr 2021 gezahlten Gesamtbezüge wurde für den Konzernabschluss von der Schutzklausel nach § 314 Abs. 3 Satz 2 HGB i. V. m. § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

f) Nachtragsbericht

Am 24. Februar 2022 hat die Russische Föderation die Ukraine überfallen und einen Angriffskrieg gestartet. Diese militärische Aggression gegen ein unabhängiges Land ist nach Jahrzehnten des Friedens in Europa ein tiefer Einschnitt für uns alle. Unsere uneingeschränkte Solidarität gilt den Menschen im Kriegsgebiet. Zur Unterstützung der notleidenden Bevölkerung in der Ukraine haben wir bei Hettich umfassende Hilfsaktivitäten gestartet. Kolleginnen und Kollegen verschiedener Gesellschaften haben zum Beispiel Hilfsgüter zur Versorgung der Geflüchteten organisiert und an die polnisch-ukrainische Grenze geschickt. Zudem hat die Hettich Gruppe Geldspenden zur Unterstützung humanitärer Hilfsorganisationen getätigt.

Der kriegerische Konflikt zwischen Russland und der Ukraine betrifft auch uns in der Hettich Gruppe. Wir haben eine ukrainische Tochtergesellschaft mit Sitz in Kiew. Dort sind 14 Kolleginnen und Kollegen direkt von den Angriffen betroffen. Aufgrund der Kriegswirren haben wir die Geschäftsaktivitäten in der Ukraine zurzeit eingestellt.

Zudem haben wir eine Tochtergesellschaft mit über 200 Kolleginnen und Kollegen in Russland. Für diese ist aktuell nicht klar, was dieser kriegerische Konflikt für sie persönlich oder für ihre Angehörigen bedeuten wird. Sei es durch Kriegsverluste oder Sanktionen, die gegen Russland verhängt werden. In unserer tschechischen Tochtergesellschaft sind ukrainische Kolleginnen und Kollegen tätig, die um ihre Familien in der Ferne bangen und für sich abwägen, ob sie in die umkämpfte Heimat reisen. Auch an unseren Standorten in Deutschland leben und arbeiten zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken. Viele von ihnen haben Familie und Freunde in Russland, der Ukraine und in Nachbarländern, um die sie sich sorgen und für die sie sich verantwortlich fühlen. Unsere Gedanken sind in erster Linie bei all den Kolleginnen und Kollegen, die sich in der Kriegsregion befinden oder unmittelbar betroffen sind.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen in der Region sowie auf die Weltwirtschaft und auch auf die Hettich Gruppe sind aktuell nicht abschätzbar. Von Nachfrageeinbrüchen in der Region, über Einschränkungen im Geld- und Warenverkehr sowie Verknappungen bei Rohstoffen, Energie und Transportkapazitäten bis hin zu einer Abschwächung der Weltwirtschaft ist alles denkbar. Auf unsere Produktion sehen wir derzeit noch keine wesentlichen Auswirkungen. Um die Vielzahl der möglichen Auswirkungen jedoch im Blick zu behalten und bei sich abzeichnenden bzw. eintretenden Veränderungen die notwendigen Maßnahmen direkt umsetzen zu können, hat die Hettich Gruppe einen Krisenstab aus verschiedenen Bereichen eingerichtet.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach dem Bilanzstichtag nicht ergeben.

 

Kirchlengern, den 14. April 2022

Hettich Holding GmbH & Co. oHG

vertreten durch die Hettich Holding Verwaltungs GmbH

Jana Schönfeld

Sascha Groß

Die Geschäftsführung

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2021

2021 Vorjahr
TEUR TEUR
Periodenergebnis 88.490 39.037
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens +79.738 +81.144
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen +12.514 +421
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge -11.839 +3.020
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -98.168 +9.258
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind +32.964 +16.374
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens +476 +980
+/- Zinsaufwendungen/Zinserträge +4.260 +4.346
- Sonstige Beteiligungserträge -9.503 -3.455
-/+ Aufwendungen/Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung -47.562 +14.930
+/- Ertragsteueraufwand/-ertrag +16.609 +12.196
+ Einzahlungen im Zusammenhang mit Erträgen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung +41.172 0
- Auszahlungen im Zusammenhang mit Erträgen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung 0 0
-/+ Ertragsteuerzahlungen -13.495 -10.479
= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit +95.656 +167.772
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens +4 +28
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -5.353 -3.748
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens +11.864 +799
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -66.605 -62.852
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens +439 +26
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -368 -1.446
- Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis -5.151 0
+ Erhaltene Zinsen +114 +115
+ Erhaltene Dividenden +2.700 +533
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -62.356 -66.545
- Auszahlungen an Gesellschafter -36.796 -30.961
- Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter von Tochterunternehmen -204 -122
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von (Schuldschein-)Darlehen +23.618 0
- Auszahlungen aus der Tilgung von (Schuldschein-)Darlehen -34.111 -18.160
- Gezahlte Zinsen -4.286 -4.333
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -51.779 -53.576
+/- Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -18.479 47.651
+/- Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds +321 -3.354
+/- Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds +4.071 0
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode +40.060 -4.237
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode +25.973 +40.060
Zusammensetzung des Finanzmittelbestands 2021 Vorjahr
TEUR TEUR
Flüssige Mittel +38.415 +40.867
Kontokorrentverbindlichkeiten Kreditinstitute -12.442 -807
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode +25.973 +40.060

Konzern-Eigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2021

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Kapitalanteile Rücklagen
(alle Werte in TEUR) Rücklage gemäß
Gesellschaftsvertrag
Gewinnrücklagen
Sonstige
Gewinnrücklagen
Summe
Stand am 31.12.2019 10.409 20.660 68.712 89.372
Gutschrift Gesellschafterkonten im Fremdkapital 0 0 0 0
Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen 0 0 -2.702 -2.702
Währungsumrechnung 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 -237 -237
Konzernjahresüberschuss/- fehlbetrag 0 0 0 0
Stand am 31.12.2020 10.409 20.660 65.773 86.433
Gutschrift Gesellschafterkonten im Fremdkapital 0 0 0 0
Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen 0 0 51.878 51.878
Währungsumrechnung 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 347 347
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 0 -1.029 -1.029
Konzernjahresüberschuss/- fehlbetrag 0 0 0 0
Stand am 31.12.2021 10.409 20.660 116.969 137.629
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Eigenkapital- Konzernjahres- Summe
(alle Werte in TEUR) differenz aus
Währungs-
umrechnung
überschuss
Stand am 31.12.2019 -10.024 0 89.757
Gutschrift Gesellschafterkonten im Fremdkapital 0 -41.239 -41.239
Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen 0 2.702 0
Währungsumrechnung -7.853 0 -7.853
Sonstige Veränderungen 0 0 -237
Konzernjahresüberschuss/- fehlbetrag 0 38.537 38.537
Stand am 31.12.2020 -17.877 0 78.965
Gutschrift Gesellschafterkonten im Fremdkapital 0 -35.684 -35.684
Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen 0 -51.878 0
Währungsumrechnung 4.636 0 4.636
Sonstige Veränderungen 0 0 347
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 0 -1.029
Konzernjahresüberschuss/- fehlbetrag 0 87.562 87.562
Stand am 31.12.2021 -13.241 0 134.797
Nicht beherrschende Anteile Konzern-
Nicht Auf nicht S Summe Eigenkapital Summe
(alle Werte in TEUR) beherrschende
Anteile vor
Eigenkapital-
differenz aus
Währungs-
umrechnung
und Jahresergebnis
beherrschende
Anteile entfallende
Gewinne/ Verluste
Stand am 31.12.2019 870 2.427 3.297 93.054
Gutschrift Gesellschafterkonten im Fremdkapital 0 -251 -251 -41.490
Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 0 -7.853
Sonstige Veränderungen 0 0 0 -237
Konzernjahresüberschuss/- fehlbetrag 0 500 500 39.037
Stand am 31.12.2020 870 2.676 3.546 82.511
Gutschrift Gesellschafterkonten im Fremdkapital 0 -247 -247 -35.931
Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 18 18 4.654
Sonstige Veränderungen 0 0 0 347
Änderungen des Konsolidierungskreises 0 4.644 4.644 3.615
Konzernjahresüberschuss/- fehlbetrag 0 928 928 88.490
Stand am 31.12.2021 870 8.019 8.889 143.686

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Hettich Holding GmbH & Co. oHG, Kirchlengern

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Konzernabschluss der Hettich Holding GmbH & Co. oHG, Kirchlengern, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Hettich Holding GmbH & Co. oHG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt.

Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERNLAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bielefeld, 4. Mai 2022

BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Spinneken, Wirtschaftsprüfer

gez. Fleischer, Wirtschaftsprüferin

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

25 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.