Etzold GmbH
76mHerstellung von Fahrrädern sowie von Behindertenfahrzeugen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Marcus Bach seit 21.11.2022 | Prokura |
Dagmar, Marktredwitz, *16.07.1968 Spörrer seit 21.11.2022 | Prokura |
Ulrich Hocher seit 4.7.2017 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
HQM SCHERDEL GmbHMarktredwitzJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023Das Unternehmen Die HQM SCHERDEL GmbH hat sich innerhalb der SCHERDELGruppe auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Führungsgelenken für Achskomponenten für PKW und Light Trucks spezialisiert. Hauptanwendungsgebiet ist zur Zeit der Einsatz der Gelenke im Produkt Koppelstangen (Verbindung von Stabilisator und Corner Modul im Achsbereich). Grundlage dafür sind Patente für das sogenannte ITG-Gelenk, bei dem ein ausschließlich aus Kunststoff bestehendes Gehäuse die beweglichen Kugelzapfen umschließt. Im Berichtsjahr beschäftigte das Unternehmen durchschnittlich 50 Mitarbeiter. Das Produktportfolio für VW wurde durch die Einführung der zweiten Design-Generation von Koppelstangen, gekennzeichnet durch reibgeschweisste Kugelzapfen und Verbindungsrohre, vereinheitlicht und die Vielfalt pro Plattform dabei reduziert. Die zweite Generation an Koppelstangen ermöglicht darüber hinaus einen flexibleren Einsatz der Fertigungstechnik und damit eine Vergleichmäßigung der Kapazitätsauslastungen. Felderkenntnisse der Kunden, speziell der elektroangetriebenen Fahrzeuge führten zu Optimierungskonsequenzen bei der technischen Ausführung der Koppelstangen, die zu erheblichen Regressbelastungen führten. Gesamtwirtschaftliche und branchentypische Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die Weltwirtschaft ist laut den Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Jahr 2023 um 3,1 Prozent gewachsen. Damit hat sie sich sogar etwas besser entwickelt als noch vor einem Jahr prognostiziert. Historisch betrachtet ist dies allerdings eines der wachstumsschwächsten Jahre der vergangenen drei Jahrzehnte, wenn man von den Rezessions- bzw. Krisenjahren absieht. Lediglich im Jahr 2019 war der Zuwachs mit 2,8 Prozent noch geringer. Insbesondere die hohe Inflation und steigende Zinsen haben sich als bremsende Faktoren ergeben. Die beiden größten Volkswirtschaften unterscheiden sich nach wie vor sehr deutlich. Die US-Wirtschaft legte auch im vierten Quartal 2023 um 3,3 Prozent zu und ist damit erneut stärker gewachsen als erwartet. Gestützt wurde diese Entwicklung primär durch die hohen Konsumausgaben der privaten Haushalte. Im Gesamtjahr wuchs das US-BIP laut den IWF-Zahlen um 2,5 Prozent. Viele Ökonomen hatten hier ursprünglich eine Rezession vorausgesagt. In China dagegen versucht der Staatsapparat, die Wirtschaft mit Konjunkturmaßnahmen wie Zinssenkungen und Unternehmenssubventionen zu beleben, nachdem sich die Konsumbelebung zu Beginn des Jahres 2023 durch die Aufhebung der pandemiebedingten Beschränkungen als unerwartet kurzlebig erwiesen hat. Insbesondere die Krise im Immobiliensektor belastet die gesamte chinesische Volkswirtschaft. Laut dem Pekinger Statistikamt ist Chinas Wirtschaft im Gesamtjahr 2023 nominal um 5,2 Prozent gewachsen. Damit wäre das Wachstumsziel der chinesischen Regierung von rund fünf Prozent sogar leicht übertroffen. Viele Experten zweifeln allerdings an den staatlich veröffentlichten Daten und sehen ein deutlich geringeres Wachstum. Unabhängig davon zeigt die chinesische Wirtschaft damit eine der schwächsten Entwicklungen ihres Bruttoinlandsproduktes in den letzten dreißig Jahren. Die europäische Konjunktur stagniert nunmehr seit gut einem Jahr. Laut einer vorläufigen Schnellschätzung von Eurostat ist das saisonbereinigte BIP im vierten Quartal 2023 sowohl im Euroraum als auch in der Europäischen Union (EU) gegenüber dem Vorquartal unverändert geblieben. Der IWF sieht für das Gesamtjahr 2023 im Euroraum und der EU einen BIP-Zuwachs von jeweils 0,5 Prozent. Die Inflation im Euroraum fiel zuletzt wieder leicht und betrug nach ersten Schätzungen im Januar 2,8 Prozent. Insbesondere auf Deutschland als Wachstumsmotor kann sich die EU derzeit nicht mehr verlassen. Auf Jahressicht 2023 erlebte die deutsche Wirtschaft eine Rezession und schrumpfte nach den IWF-Daten um 0,3 Prozent. Deutschland leidet als bedeutende Exportnation stärker unter dem insgesamt schwachen Welthandel als andere Länder. Dazu hat insbesondere die Industrie mit den vergleichsweise hohen Energiepreisen zu kämpfen. Der Begriff der Deindustrialisierung macht verstärkt die Runde. Insbesondere das produzierende Gewerbe (ohne Bau) ging deutlich um 1,8 Prozent zurück. Lediglich der Dienstleistungssektor konnte zulegen und wirkte konjunkturstützend. Entwicklung der Automobilmärkte Die Bilanz der internationalen Automärkte fällt für das Gesamtjahr 2023 fast durchweg positiv aus. Allerdings sind die guten Zuwachsraten auch auf Basiseffekte durch ein eher schwaches Vorjahr 2022 zurückzuführen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat in seinem aktuellen Konjunkturbarometer die Zahlen zu den Pkw-Neuzulassungen veröffentlicht. Demnach ist der Weltmarkt im Jahr 2023 um 10 Prozent gewachsen. Das Gesamtvolumen liegt allerdings immer noch unter den Vorkrisenjahren. Insbesondere der weltgrößte Automobileinzelmarkt China zeigte sich dynamisch und war eine zentrale Stütze für die gesamte Branche. Der chinesische Pkw-Markt ist jetzt zum vierten Mal in Folge gewachsen und konnte seinen Absatz im Jahr 2023 um 5 Prozent steigern. Im Gegensatz zu den meisten westlichen Ländern bewegt sich der Pkw-Absatz in China jetzt wieder deutlich oberhalb des Vor-Corona-Niveaus. Die Dynamik im US-Automarkt hat sich auch im Schlussquartal 2023 fortgesetzt, so dass für das Gesamtjahr 2023 bei den Pkw-Neuzulassungen ein zweistelliger Zuwachs von 12 Prozent ausgewiesen wird. Der europäische Markt (EU, EFTA & UK) war im Monat Dezember mit minus 4 Prozent rückläufig. Insbesondere der Einbruch auf dem deutschen Markt wirkte sich hier negativ aus. Auf Jahressicht konnte der Europa-Markt aber um 14 Prozent gut zulegen. Hier haben vor allem die südeuropäischen Länder Wachstumsimpulse gesetzt. Im Schlussquartal war der deutsche Automarkt deutlich rückläufig. Die Zulassungszahlen bei den Pkws lagen im November um 6 Prozent und im Dezember sogar um 23 Prozent unter dem jeweiligen Vorjahreswert. Allerdings muss man dies mit Blick auf die Basiseffekte auch relativieren, da zum Ende des Vorjahres enorme Vorzugskäufe durch die Senkung des Umweltbonus bei E-Fahrzeugen getätigt wurden. Auf Jahressicht sind die Neuzulassungen in Deutschland dennoch um 7 Prozent gestiegen. Auch die Pkw-Produktion in Deutschland hat sich gegen Jahresende weiter konsolidiert. Im Dezember lag diese um 1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Für das Gesamtjahr wird aber immer noch ein Produktionsplus von 18 Prozent ausgewiesen. Der vor einem Jahr noch sehr hohe Auftragsbestand wurde weiter abgebaut und liegt inzwischen wieder auf Normalniveau. Die Materialknappheit steht nicht mehr ganz so stark im Fokus. Dagegen werden die fehlenden Auftragseingänge zunehmend zum Problem für die Autobauer. Der Markt für die Elektromobilität (BEV, PHEV & FC) hat sich im Jahresverlauf 2023 eher seitwärts entwickelt. Aus internationaler Sicht ging der Boom im Bereich der E-Mobilität bei den beiden weltweit größten Automärkten zum Jahresende weiter. In China lagen im Dezember die Neuzulassungen bei einem Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr und in den USA lag die Steigerung sogar bei 41 Prozent. In Europa dagegen kam es im Dezember zu einem signifikanten Rückgang von 28 Prozent (u. a. Deutschland-Effekt). Die E-Anteile am Gesamtmarkt sind zum Jahresende 2023 sehr unterschiedlich ausgeprägt: China 37,7 Prozent, USA 9,8 Prozent und Europa 28,1 Prozent. Umsatzentwicklung und Auftragslage Im Berichtsjahr konnte die Fertigung am neuen Standort auch aufgrund einer guten Auftragslage erfolgreich hochgefahren werden. So konnte der für das Berichtsjahr 2023 von HQM SCHERDEL GmbH prognostizierte deutliche Umsatzanstieg mit einem außergewöhnlichen Zuwachs von mehr als 50 % realisiert werden. Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass es gelungen ist, eine weitgehende personelle, organisatorische und technische Stabilisierung der Produktion nach dem Verlagerungsprozess der Firma zu erreichen. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Den Zahlungsverpflichtungen konnte jederzeit und uneingeschränkt nachgekommen werden.
Die geplante deutliche Steigerung der Produktionsleistung konnte im Berichtsjahr umgesetzt werden. Die geplante deutliche Verbesserung der Kennzahlen Jahresüberschuss, EBIT und EBITDA konnte aufgrund der starken Erhöhung der Produktionsleistung bei gleichzeitiger Verbesserung des anteiligen Material- und Personalaufwands realisiert werden. Das geplante Investitionsvolumen von 1.170 TEUR wurde aufgrund einer zurückhaltenden Investitionsstrategie im Laufe des Jahres bei weitem nicht ausgeschöpft. Wichtige Ereignisse des Geschäftsjahres Neuerungen im Produktportfolio Der Umstieg des Produktportfolios auf die kostengünstigere zweite Generation wurde mit dem Einsatz des geschweißten Kugelzapfens bei der Koppelstange 5 Q0 (Golf Plattform) konsequent weitergeführt. Für den neu gewonnenen Auftrag 2 F0 MEB 21 wurden erste Prototypen-Teile geliefert. Die technisch-organisatorischen Vorbereitungen für den Anlauf der Produktion in 2025 wurden weitergeführt. Mehrkosten durch Firmeninsolvenzen Bedingt durch mehrere Insolvenzen von Lieferanten im Serien- und Investitionsgüterbereich (Fa. Räuchle, Symacon, A-form) entstanden der HQM SCHERDEL GmbH erhebliche Mehrkosten im Berichtsjahr. Mehrkostenverhandlungen mit VW und BMW Die Mehrkostenverhandlungen mit VW und BMW konnten in 2023 abgeschlossen werden, so dass sowohl Material-, als auch Inflationskosten teilweise an die Kunden weitergegeben werden konnten. Regresskosten Kritisch für die HQM SCHERDEL GmbH war 2023 die Regresskostenproblematik, die in Summe für 2023 zu ca. 1,2 Mio. Euro Belastungen führte. Für eine Lösung im Sinne der HQM SCHERDEL GmbH werden weiterhin Verhandlungen mit dem VW-Einkauf, dem VW-Regressmanagement und dem VW-Riskmanagement geführt. Personal Die erforderliche Personalstruktur für die künftigen Volumensteigerungen konnte in 2023 im Wesentlichen geschaffen werden. Investitionen Größte Investition 2023 war die Vorbereitung und Inbetriebnahme der dritten Reibschweißmaschine. Damit kann der anstehende Bedarf an geschweißten Kugelzapfen vorerst gedeckt werden. Forschung und Entwicklung Um den Ausbau der Führungsposition im jeweiligen Produktspektrum kontinuierlich voranzutreiben und weitere Marktanteile zu gewinnen, unternimmt die SCHERDELGruppe umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Einen Hauptanteil nimmt dabei die Optimierung der Herstellungsprozesse, die Entwicklung neuer anwendungstechnischer Lösungen aufgrund der steigenden Anforderungen der Kunden und die nachhaltige Grundsatzforschung ein. Hier gilt es, neue Werkstoffe zu finden oder bekannte Stoffe höher beanspruchen zu können. Im Produktbereich der Elektromobilität ist insbesondere der entwicklungstechnisch sichere Umgang mit Materialen wie beispielsweise Kupfer und Kunststoff ein zunehmend wichtigerer Erfolgsfaktor. Innerhalb der SCHERDELGruppe ist die SCHERDEL INNOTEC Forschungs- und Entwicklungs- GmbH speziell für diese Aufgabenstellungen in den Bereichen Einzelteile, Baugruppen und Systeme zuständig. Durch die SCHERDEL Prototypenbau und Anwendungstechnik GmbH werden dann im Anschluss oft Musterprototypen gefertigt. Die SCHERDELGruppe investiert kontinuierlich im Bereich Forschung und Entwicklung. Aufgrund der Volatilität der Märkte weltweit ist es wichtig, sich in allen bestehenden und neuen Antriebstechnologien zu engagieren und bei den Entwicklungen der Zukunft dabei zu sein. In der Vergangenheit ist es durch die systematische Entwicklungsarbeit gelungen, bei den wichtigsten Kunden sowie in neuen Applikationen bei neuen Marktteilnehmern frühzeitig bei zukünftigen Fahrzeugmodellen eingebunden zu werden. Die in Arbeit befindlichen Projekte ermöglichen es, auch bei allen wichtigen Zukunftsthemen und -märkten dabei zu sein, um somit die Marktposition weiterhin zu sichern und auszubauen. Risiken Bedingt durch ihr hochspezialisiertes Produktportfolio eröffnen sich der HQM SCHERDEL GmbH weitreichende Chancen am Markt. Diesen stehen jedoch auch immer Risiken gegenüber, die trotz aller getroffenen Vorsorgemaßnahmen aufgrund von unvorhergesehenen oder nicht zu beeinflussenden Ereignissen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit nehmen können. Um diese frühzeitig identifizieren zu können, besteht eine Reihe interner Warnsysteme. Im Rahmen von kontinuierlichen Gesprächskreisen werden Auswirkungen und Folgen auf die Geschäftstätigkeit rechtzeitig und angemessen bewertet. Risiken werden daher nur unter der Voraussetzung eingegangen, dass ein angemessener Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswertes erwartet werden kann. Bei Bedarf werden geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet, um die Unabhängigkeit des Unternehmens zu sichern. Hier ist nicht nur die Führungsebene gefordert. Kontinuierlich werden auch alle Mitarbeiter immer wieder zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Risiken sensibilisiert, um diese erkennen, vermeiden und bei Bedarf mindern zu können. Vertriebs- und Marktrisiko: Als Global Player mit hohem Ansehen bei den Kunden in der Automobilindustrie agiert die SCHERDELGruppe schwerpunktmäßig unverändert als Automobilzulieferer. Allerdings setzte sich der weitere Ausbau von Märkten außerhalb des Automobilsektors fort, wobei insbesondere die Medizintechnik und Kunststoffkomponenten zu nennen sind. Maßgeblich prägten nachstehende Faktoren das Jahr 2023: 1. Geopolitische Risiken: Neben dem Krieg in der Ukraine und dem schwelenden Konflikt zwischen China und Taiwan entstand zum Ende des Jahres unerwartet die Auseinandersetzung zwischen Israel und der palästinensischen Hamas. 2. Situation der globalen Wirtschaft: Aufgrund der unsicheren und risikobehafteten Rahmenbedingungen wuchs die Weltwirtschaft 2023 unter dem langjährigen Durchschnitt. Während die USA und Indien mit guten Wachstumsraten des BIP auffielen, hemmt die Immobilienkrise und die Nachfrageschwäche das Wachstum in China. Das gestiegene Zinsniveau und die weiterhin hohe Inflation schwächten v. a. in Europa das Konsumklima und die Investitionsbereitschaft. Folglich leiden viele Volkswirtschaften an einer Nachfrageschwäche und Deutschland bildet beim Wirtschaftswachstum das Schlusslicht bei den großen Industrienationen. 3. Automobilindustrie: Absatz und Produktion verliefen 2023 besser als erwartet. Weltweit wurden fast 80 Mio. Stück PKW neu zugelassen und produziert, so dass fast das Niveau von 2019 in den Büchern der Automobilhersteller steht. Allerdings resultiert das gute Ergebnis nicht aus hohen Auftragseingängen, sondern aus dem Abbau hoher Auftragsbestände aus den Vorjahren. Auch SCHERDEL konnte das Jahr 2023 auf den Weltmärkten hinsichtlich Umsatz und Neugeschäft sehr positiv abschließen. Dabei setzte die Marktbearbeitungsstrategie auch 2023 auf den Transformationsprozess hin zu neuen Antriebstechnologien, ohne die tragende Rolle des traditionellen Kerngeschäfts zu vernachlässigen. Die Elektromobilität kennzeichnet noch immer eine höhere Unsicherheit und durch die breite Aufstellung von SCHERDEL kann dieses Risiko begrenzt werden. Besonders erfreulich stellt sich das Wachstum in der Medizintechnik dar. Um weitere Industriesegmente außerhalb der Automobilindustrie systematisch und strategisch zu bearbeiten, entstand 2023 der neue Bereich "SCHERDEL Industries". Das Thema Kostensteigerungen beschäftigte die SCHERDELGruppe auch 2023 auf breiter Ebene. Es gelang, den Großteil der Materialmehrkosten und inflationsbedingten Kostensteigerungen durch Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben. Die intensiven Marktbearbeitungsaktivitäten führten 2023 zu einem äußerst erfreulichen Auftragseingang für Neugeschäft. Durch die Neugestaltung des Bewertungsprozesses von Anfragen und die Einbindung der Risiken bei Lieferketten und Kostensteigerungen in die Angebotsgestaltung (Gewährleistung, Produkthaftung, Designspezifikationen, Investitionsabsicherung) soll eine zusätzliche Minimierung von Risiken erfolgen. Produktrisiko: Ein Großteil des Produktspektrums der HQM SCHERDEL GmbH wird in Großserienproduktion hergestellt und in technologisch anspruchsvollen Erzeugnissen der Kunden verbaut, so dass eine entsprechend hohe Wertschöpfung entsteht. Hieraus können sich Produkthaftungsrisiken ergeben. Ein modernes und klar strukturiertes Qualitätsmanagement ist etabliert, um Risiken zu minimieren. Gleichzeitig erfolgt im Entwicklungsverlauf bereits ein enger Abgleich mit den jeweiligen Kundenanforderungen. Im Rahmen des Projektmanagements werden Standards zur Risikoeinstufung angewendet, um so für wirksame Absicherungsmaßnahmen bereits bei der Planung der Herstellprozesse zu sorgen. Zu den Instrumenten zählen hier neben produktspezifischen Prüfanlagen auch statistische Bewertungsmethoden von Messergebnissen oder Prozessparametern. Sofern sich dennoch Schadensereignisse ergeben sollten, gibt es hierzu klar festgelegte Abläufe, Zuständigkeiten, Methoden und Kompetenzen innerhalb der Organisation. Ein darauf zugeschnittener und angemessener globaler Versicherungsschutz ist vorhanden. Dieser wird kontinuierlich geprüft und entsprechend angepasst. Im Geschäftsbereich Metallumformung sind die Werke sowohl nach DIN EN ISO 9001 als auch IATF 16949 zertifiziert. Risiken können auch durch die Lieferkette eingebracht werden. Auf Grund der geopolitischen Lage ist dort verstärkt eine Flexibilisierung erforderlich. Dieser Situation begegnet SCHERDEL mit der Verfeinerung des Auswahlprozesses sowie den Steuerungs- und Überwachungsmechanismen der Lieferleistung der Lieferkette. Beschaffungsrisiko: Das von der HQM SCHERDEL GmbH zur Produktherstellung bezogene Rohmaterial ist grundsätzlich weltweit in ausreichender Kapazität vorhanden. Aufgrund begrenzter Fertigungskapazitäten sind bei direkten Lieferanten für Zulieferungen mit höherwertigen Materialqualitäten Risiken gegeben. Auch die Vergangenheit zeigt ein weiter steigendes Risiko für die globalen Lieferketten aufgrund der unterschiedlichen Ereignisse (Pandemie, Naturkatastrophen, Kriege und politische Entwicklungen). Daraus resultiert die Notwendigkeit einer höheren Flexibilität zur Absicherung der Versorgung. Kritisch zu bewerten ist die zum Teil fehlende Bereitschaft vieler Kunden zum Aufbau alternativer Lieferketten, um Risiken zu reduzieren bzw. zu diversifizieren. Dies kann im Einzelfall zu Versorgungsproblemen führen. Ein von den Produkten ausgehendes Qualitätsrisiko wird durch ein Lieferantenmanagement kontrolliert wie auch reduziert. Dieses wird kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. Darüber hinaus steht ein angemessenes Wareneingangskontrollsystem, das den jeweiligen Normen und Richtlinien der Automobilindustrie entspricht, zur Verfügung. Das Preisrisiko steht unter permanenter Beobachtung und Bewertung. Sowohl Rohstoffspekulationen an den Weltbörsen wie auch die oligopolartige Struktur des Stahlmarktes nehmen erheblichen Einfluss auf die Preisbildung der Rohstoffe, die zwingend zur Stahlerzeugung benötigt werden. Zur Risikoabsicherung baut SCHERDEL kontinuierlich neue und alternative Lieferketten auf. Zusätzlich wichtige Themen für die Zukunft werden eine sichere und stabile Stromversorgung für die Standorte in Süddeutschland und die Weitergabe der kontinuierlich steigenden Kundenanforderungen in der Lieferkette sein. Personalrisiko: Nach wie vor ist der Facharbeitermangel eine der größten Herausforderungen. Hinzu kommt, dass sich in Zeiten der Transformation die Anforderungen an die Qualifikationen stark ändern. Begriffe wie Digitalisierung und Automatisierung gewinnen immer mehr an Bedeutung. Somit startete die SCHERDELGruppe bereits im Jahre 2023 mit einer Bildungsoffensive, die zum einen darauf abzielt, ungelernte Mitbürger in den Grundfertigkeiten zu schulen, bevor sie in den Produktionsprozess eingegliedert werden. Parallel werden auch Sprachkurse für Bürger ausländischer Staaten angeboten. Ebenso wichtig sind neue Qualifikationen z. B. in den Bereichen der Robotik und Elektronik, neuer Materialen und Fertigungsverfahren. Ziel ist es, die Mitarbeiter für eine sich ändernde Arbeitswelt bestmöglich zu qualifizieren. Nach der abgeschlossenen Planungsphase konnten die ersten Kurse erfolgreich umgesetzt werden. Von hohem Nutzen für die SCHERDELGruppe sind dabei die vielfältigen Möglichkeiten, die das moderne SCHERDEL Ausbildungs- und Trainingscenter "SCHATZ" bietet. Ein weiterer Baustein besteht darin, dass die Ausbildung regelmäßig angepasst wird und gewerbliche und kaufmännische Berufe weiter verschmelzen sollen (mehr "Rundumwissen"). Auch die Übertragung der Gedanken und Erfahrungen aus dem dualen Bildungssystem ins Ausland spielt dabei eine Rolle. Mit Abschluss des Auswahlverfahrens für ein integriertes Personalmanagement ist es gelungen, den wichtigen Schritt in die Implementierung zu gehen. Damit wird sowohl den Mitarbeitenden, als auch den Führungskräften und letztendlich allen Personalmitarbeitern die Möglichkeit gegeben, mit unterstützenden Prozessen mit allen Bereichen der Führungsarbeit arbeiten zu können. Vor allem die Bereiche "Talentmanagement inklusive Qualifikation" und "Performance" sind besonders bedeutsam. Eine höhere Transparenz durch ein neues Entgeltsystem trägt dazu bei, den Mitarbeitenden mehr Orientierung zu bieten. So ist ein Projekt gestartet, das Mitarbeitenden und Führungskräften Möglichkeiten bietet, anhand von exakt definierten Entgeltgruppen und -stufen, zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Ebenso durch neue digitale Technologien, in diesem Fall jedoch bei unserem Dienstleister für Entgeltabrechnung und Zeitwirtschaft ist die SCHERDELGruppe gezwungen, eine neue Software für diese Bereiche auszuwählen und ab 2025 einzuführen. Nach dem Motto: "Jede Herausforderung ist auch eine Chance" setzen sich die Verantwortlichen dafür ein, in diesem Projekt zügig Fortschritte in den dazu erforderlichen Prozessen zu erreichen. Von entscheidender Bedeutung für die HQM SCHERDEL GmbH ist eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit und eine langfristige Bindung ans Unternehmen. So startete die Firmengruppe neben den üblichen Mitarbeiterbefragungen zusätzlich mit Umfragen zum Thema "Weniger Arbeitszeit oder mehr Entgelt?" oder zum Thema "Zufriedenheit der Auszubildenden". Ein attraktiver Arbeitsplatz ist mehr als nur ein gutes Gehalt. Deshalb gewährte die SCHERDELGruppe zahlreiche weitere Corporate Benefits. Die Resonanz der Belegschaft darauf war sehr positiv. Auch ein implementiertes Gesundheitswesen mit dem Motto "Scherdel fit" soll die Belegschaft motivieren, den Lebensstil zu verbessern, damit Gesundheit als auch Leistungsfähigkeit dem Unternehmen möglichst lange erhalten bleiben. IT-Risiko: Die Informationsverarbeitung und somit auch die Informationssicherheit sind ein wesentlicher Bestandteil aller Kernprozesse und somit zur Aufgabenerfüllung der HQM SCHERDEL GmbH unerlässlich. Alle wesentlichen strategischen und operativen Funktionen und Aufgaben werden durch Informationstechnik (IT) maßgeblich unterstützt. Funktionierende und sichere IT-Systeme sowie verfügbare und geschützte Daten bilden dabei das Fundament für den erfolgreichen Geschäftsbetrieb. Die Unternehmen der SCHERDELGruppe hängen in hohem Maße von der Qualität der eingesetzten IT-Systeme ab. Sicherheit in der IT ist für die HQM SCHERDEL GmbH kein Selbstzweck, sondern durch Anforderungen der Kunden und gesetzlicher Vorgaben notwendige Voraussetzung für die Aufgabenerfüllung. Da unsere Kernkompetenz in der Entwicklung innovativer Produkte liegt, ist der Schutz dieser Informationen vor unberechtigtem Zugriff und vor unerlaubter Änderung von existenzieller Bedeutung. Kunden aus dem Automotive Umfeld und aus der Medizintechnik fordern zunehmend eine ISO27001 oder TISAX Zertifizierung. Für die Marktposition der Unternehmensgruppe ist somit das eigene ISMS ein wesentlicher Baustein für die strategische Weiterentwicklung. Die Mitarbeiter sind die Basis der aktiven Sicherheitskultur und werden alle eingebunden, geschult und sensibilisiert. Durch den Einsatz qualifizierter interner und externer Experten als auch durch entsprechende technische Maßnahmen werden die Prozesse und IT-Systeme kontinuierlich verbessert. Um die steigende Komplexität im Bereich der IT auch weiterhin handhaben zu können, werden Prozesse und Systeme gruppenweit vereinheitlicht und standardisiert. Diese basieren wiederum auf einem IT-Infrastrukturstandard, der in kritischen Bereichen auf Redundanz und andere Maßnahmen zur Vermeidung von Ausfallzeiten setzt. Durch systematische Prozessüberwachungsmaßnahmen (Monitoring) werden frühzeitig Störungen der IT-Systeme identifiziert. Alle Endgeräte der SCHERDELGruppe werden rund um die Uhr von einem externen Anbieter auf Schadsoftware und Angriffe überwacht. Betriebsrisiko: Im Rahmen der Arbeitssicherheit und des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes werden umfangreiche Unfallverhütungsmaßnahmen getroffen. Diese werden kontinuierlich aktualisiert und weiterentwickelt. Für die Einhaltung und Kontrolle der Vorschriften sorgen entsprechend implementierte Managementsysteme. Dabei unterstützend wirken Maßnahmen der laufenden Prüfung, Wartung und Instandsetzung von bestehenden Anlagen und Maschinen. Die Durchführung von Umweltaudits, Unterweisungen und Betriebsbegehungen finden kontinuierlich statt, ebenso wie regelmäßig organisierte Sicherheitsveranstaltungen und standardisierte e-Schulungen. Mit dem Unternehmensziel Nachhaltigkeit wird die soziale, ökologische und ökonomische Leistungsfähigkeit der SCHERDELGruppe sichergestellt und auch fortlaufend verbessert. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Themen Arbeitsbedingungen, Umwelt und Wirtschaftsethik. Die Nachhaltigkeitsbereiche sowie die innovativen Produkte und Prozesse sind sowohl durch Managementsysteme, basierend auf internationalen Normen in den Bereichen Qualität, Umwelt, Energie und Arbeitssicherheit, als auch durch Forschung, Entwicklung und das Ideenmanagement bereits gut etabliert. Insbesondere im internationalen Kontext werden diese verstärkt in die bestehenden Managementsysteme eingegliedert. Die Geschäftsgrundsätze und Gesetze (Compliance) werden eingehalten und turnusmäßig an neue Erfordernisse angepasst, wobei hier auch die vorgelagerten Stufen der Lieferkette mit einbezogen werden. Durch entsprechende Audits wird die Umsetzung der SCHERDEL-Unternehmens-Ethik-Prinzipien geprüft und deren Einhaltung bestätigt. Finanzrisiko: Die HQM SCHERDEL GmbH legt sehr großen Wert auf die Einhaltung von soliden Finanzierungsstrukturen. Auf Basis einer bewährten und vorausschauenden Finanzierungsstrategie wird die Position bei Kunden, Lieferanten, Banken, Versicherungen und weiteren Geschäftspartnern gefestigt und auch sukzessive ausgebaut. Dabei stellt die Gleichbehandlung aller Partner einen wichtigen Grundsatz dar. Bei verschiedenen nationalen und internationalen, privaten, öffentlich-rechtlichen wie auch genossenschaftlichen Kreditinstituten stehen ausreichende Kreditlinien zur Verfügung, auf die verschiedene Unternehmen der SCHERDELGruppe zugreifen können. Durch eine zentrale Steuerung der Konzernfinanzierung wird sichergestellt, dass alle Firmen in der Gruppe mit ausreichender Liquidität ausgestattet sind und ihren Verpflichtungen nachkommen können. Es wird darauf geachtet, dass keine Abhängigkeiten von einzelnen Finanzierungspartnern entstehen. Standardisierte Methoden und Prozesse zur Überprüfung des jeweiligen Liquiditätsbedarfes dienen dazu, rechtzeitig adäquate Finanzierungsmaßnahmen einleiten zu können. Durch ein ausgewogenes Portfolio an mittel- und langfristigen Finanzierungstranchen sind die mit den zukünftigen Technologien und Wachstum verbundenen Investitionen gedeckt. Sicherungsgeschäfte werden grundsätzlich nur im engen Zusammenhang mit den entsprechenden Grundgeschäften abgeschlossen. Rechtsrisiko: Insbesondere Gewährleistungsfälle aus Entwicklungs- oder Produktionsmängeln bzw. Vormaterialfehlern lassen sich auch bei hohem Aufwand zur Absicherung nie vollständig ausschließen. Gewährleistungs- und Schadensersatzansprüche in unseren Branchen können signifikanten Einfluss auf die Ergebnisse haben. Wir wollen die rechtlichen Risiken möglichst geringhalten und so weit wie möglich kontrollieren. Im Rahmen des Risikomanagements werden Vorkehrungen getroffen, um Gefährdungen frühzeitig zu entdecken und um Haftungsrisiken zu minimieren. In unserer Stabsstelle Recht entwickeln wir eigene Vertrags- und Klauselstandards, die haftungsoptimiert sind und die durch die Fachabteilungen Eingang in die Vertragsverhandlungen finden. Eine Richtlinie regelt das effektive und effiziente Zusammenwirken von Stabsstelle und Linienfunktion. Die Fachabteilungen werden regelmäßig in rechtlichen Fragen geschult und im Umgang mit Haftungsrisiken sensibilisiert. All dies schafft Risikobewusstsein und trägt dazu bei, dass Rechtsrisiken frühzeitig geprüft, bewertet und entsprechend begrenzt werden können. Durch regelmäßige Berichterstattung an die Geschäftsleitung wird dafür Sorge getragen, dass ein Abgleich von Kunden- und Lieferantenverträgen mit unseren strukturellen präventiven Maßnahmen erfolgt. Großen Wert legt die SCHERDELGruppe auch auf einen angemessenen, individuell abgestimmten und international ausgeweiteten Versicherungsschutz. Über globale Versicherungskonzepte sind Risiken aus Elementarschäden und daraus resultierender Betriebsunterbrechungen sowie Risiken im Bereich der Automobil- und Zulieferindustrie für mögliche Gewährleistungs-, Produkthaftpflicht-, Rückruf- sowie Umwelthaftpflichtrisiken gedeckt. Über technische Versicherungen werden für die Sparten Maschinen- und Werkzeugbau eventuelle Maschinen- und Montageschäden abgesichert. In regelmäßigen Abständen werden die Sach-, Haftpflicht- und Personenversicherungsportfolios auf Inhalt und Angemessenheit überprüft und adjustiert. Im Jahresabschluss 2023 wurde für Restrisiken in einem adäquaten Umfang bilanzielle Vorsorge getroffen. Fazit: Auch im Jahr 2023 war das Geschäftsumfeld der HQM SCHERDEL GmbH geprägt durch ein herausforderndes Marktumfeld, welches durch zahlreiche externe Effekte beeinflusst wurde. Der durch den demographischen Wandel mitbeeinflusste Fachkräftemangel ist unverändert kritisch zu sehen und hat die HQM SCHERDEL GmbH auch im Jahr 2023 vor Herausforderungen gestellt. Bedingt durch das dynamische und herausfordernde Umfeld der letzten Jahre wurden sogenannte Taskforces eingerichtet, um schnelle Entscheidungen und koordinierte Umsetzungen von Beschlüssen sicherzustellen. Die Finanzierungstruktur ist weiter sehr stabil und es sind ausreichend Liquiditätsreserven vorhanden, um die benötigten Investitionen in einem sich zunehmend dynamisch entwickelnden Markt sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund sind aus aktueller Sicht derzeit neben den benannten Risiken des laufenden Geschäftsbetriebes keine weiteren bekannt, die einen speziellen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nehmen könnten. Aktuell sind deshalb keine Risiken erkennbar, deren Auswirkungen den Fortbestand der HQM SCHERDEL GmbH bedrohen könnten. Das Bewusstsein für das Erkennen und Minimieren von Risiken in allen Unternehmensbereichen wurde durch die besondere Situation nochmals verstärkt. Zukünftige Entwicklung und Chancen Entwicklung der Rahmenbedingungen Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht in seiner aktuellen Prognose das globale Wirtschaftswachstum für das Gesamtjahr 2024 bei 3,1 Prozent. Dies entspricht genau dem vergleichbar schwachen Zuwachs im Jahr 2023. Er ist damit wieder etwas optimistischer und hat seine letzte Prognose aus dem Oktober um 0,2 Prozent angehoben. Für 2025 wird das Wachstum bei 3,2 Prozent taxiert. Der Welthandel zeigt sich nach wie vor gedämpft, aber es gibt auch erste Anzeichen einer Belebung. Der Warenhandel profitiert von einem allmählichen Aufschwung in der Halbleiter- und Elektronikproduktion und der Dienstleistungshandel wird vor allem durch die Rückkehr des internationalen Fluggastverkehrs auf Vor-Corona-Niveau angehoben. Der IWF hat seine Prognose 2024 für die US-Wirtschaft mit Blick auf das unerwartet hohe Wachstum im Vorjahr jetzt auf plus 2,1 Prozent angehoben. Auf Sicht erwartet man aber eine Abschwächung der Gesamtnachfrage. Für China erwarten die IWF-Ökonomen in diesem Jahr einen Zuwachs beim BIP von 4,6 Prozent. Im Folgejahr soll sich das Wachstum noch weiter abschwächen, da die zunehmende Verschuldung die Investitionen einschränkt und auch Produktivitätssteigerungen nicht mehr in dem Maße der vergangenen Jahre möglich sind. Für die Eurozone rechnet der IWF mit einem Wachstum von 0,9 Prozent, also leicht erholt gegenüber dem Vorjahr. Der Aufschwung soll vor allem durch einen stärkeren Konsum der privaten Haushalte unterstützt werden, da der spürbare Rückgang der Inflation zu höheren Realeinkommen führt und auch die Verunsicherung der Verbraucher zurückgeht. Die deutsche Wirtschaft soll sich 2024 erneut unterdurchschnittlich entwickeln. Es wird eine geringe BIP-Steigerung von 0,5 Prozent prognostiziert. Der IWF sieht Deutschland damit in seinem aktuellen Gutachten negativer als noch im Herbst (Prognose plus 0,9 Prozent). Deutschland bleibt auch in dieser neuen Prognose weiterhin das Schlusslicht in der Reihe der bedeutenden Volkswirtschaften der Welt. Entwicklung der Automobilmärkte Zum Jahresstart 2024 entwickelten sich die internationalen Automobilmärkte mehrheitlich positiv. Nach Einschätzung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) bleibt die Automobilkonjunktur trotz komplizierter Voraussetzungen in Bezug auf das gesamtwirtschaftliche Umfeld in den meisten Märkten robust. Die Prognosen für die Pkw-Neuzulassungszahlen 2024 wurden jetzt zum Jahresanfang aktualisiert und veröffentlicht. Die Zahlen sollen sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren und in den meisten großen Märkten soll ein leichtes Wachstum erfolgen. Für den Weltmarkt insgesamt sieht der VDA einen Zuwachs von 3 Prozent. In China erwartet man eine Steigerung von lediglich 1 Prozent und auch der US-Markt soll nur um rund 2 Prozent zulegen. Eine etwas stärkere Performance traut man dem Automarkt in Europa (EU, EFTA & UK) zu, hier taxiert man das Wachstum auf 4 Prozent. Für den Automobilmarkt in Deutschland sieht der VDA für das Jahr 2024 dagegen einen leichten Rückgang um 1 Prozent zu den Vorjahreszahlen. Entwicklung der HQM SCHERDEL GmbH Im Geschäftsjahr 2023 ist es der HQM SCHERDEL GmbH gelungen, eine weitgehende personelle, organisatorische und technische Stabilisierung der Produktion nach dem Verlagerungsprozess der Firma zu erreichen. Auch für das Geschäftsjahr 2024 plant die HQM SCHERDEL GmbH weiteres, jedoch moderates Umsatzwachstum. Dabei sind geringere Abrufzahlen, bedingt durch die verhaltene Marktsituation, in der Planung weitgehend berücksichtigt. Insgesamt wird für die HQM SCHERDEL GmbH in 2024 wiederum eine deutliche Verbesserung von Jahresergebnis, EBIT und EBITDA zum Vorjahresniveau erwartet. Für Investitionen, deren Finanzierung teilweise über den Cashflow und teilweise mittels Fremdfinanzierung möglich sein wird, ist ein Volumen von 534 TEUR vorgesehen.
Marktredwitz, den 28. März 2024 Dipl.-Ing. Ulrich Hocher BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023AKTIVA
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023A. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss Für den Jahresabschluss der Gesellschaft finden die Rechnungslegungsvorschriften des HGB für mittelgroße Kapitalgesellschaften Anwendung. Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches. Für die Gewinn- und Verlustrechnung kommt das Gesamtkostenverfahren zur Anwendung. B. Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht
C. Angaben und Erläuterungen zu Positionen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden linear vorgenommen. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Anschaffungswert in Höhe von EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs vollständig als Aufwand gebucht. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte zu gleitenden Durchschnittspreisen unter Anwendung des Niederstwertprinzips. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgte zu Herstellungskosten. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert bilanziert. Hierbei wurden alle erkennbaren Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen worden. Die liquiden Mittel wurden zum Nominalwert angesetzt. Auszahlungen im Berichtsjahr, die Aufwendungen für das nachfolgende Geschäftsjahr darstellen, wurden als aktive Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Die sonstigen Rückstellungen wurden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit Laufzeiten von über einem Jahr werden mit fristadäquaten Zinssätzen abgezinst, die von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben werden. Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag berücksichtigt. II. Angaben zu den Positionen der Bilanz Anlagevermögen Die Aufgliederung und Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Anlageposten mit den historischen Anschaffungskosten und den kumulierten Abschreibungen ist in einem Anlagenspiegel dargestellt, der Bestandteil des Anhangs ist. Sonstige Rückstellungen In den sonstigen Rückstellungen sind Rückstellungen für Gewährleistungen 188 TEUR (Vorjahr: 297 TEUR), Personal in Höhe von 69 TEUR (Vorjahr: 33 TEUR), für ausstehende Kostenrechnungen von 91 TEUR (Vorjahr: 69 TEUR) und für ausstehende Vertriebsabrechnungen 128 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) enthalten. Gesondert anzugebende Bilanzposten nach § 327 HGB
III. Haftungsverhältnisse Die Gesellschaft hat keine Haftungsverhältnisse. IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen für einen Gewährleistungsschaden in Höhe von 776 TEUR (Vorjahr: 1.084 TEUR) enthalten. Des Weiteren waren im Vorjahr Aufwendungen für die Standortverlegung in Höhe von 338 TEUR enthalten. D. Ergänzende Angaben I. Organe Im Geschäftsjahr waren als Geschäftsführer bestellt: Herr Dipl.-Ing. Ulrich Hocher, Callenberg Herr Hocher ist von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. II. Mitarbeiter Die durchschnittliche Anzahl beschäftigter Mitarbeiter betrug: 50 (Vorjahr: 48)
III. Mutterunternehmen Das Berichtsunternehmen ist in einen Unternehmensverbund eingegliedert. Das Mutterunternehmen ist die SCHERDEL Verwaltungs-GmbH, Marktredwitz. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger bekannt gemacht. IV. Nachtragsbericht Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten. V. GewinnverwendungsvorschlagDie Geschäftsleitung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Schmölln, den 05.03.2024 Dipl.-Ing. Ulrich Hocher Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2023
Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers bezieht sich auf den Jahresabschluss in der aufgestellten Form. Die Offenlegung erfolgt in verkürzter Form gemäß §§ 325 ff. HGB. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die HQM SCHERDEL GmbH, Marktredwitz Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der HQM SCHERDEL GmbH, Marktredwitz, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der HQM SCHERDEL GmbH, Marktredwitz, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Marktredwitz, 29. Juli 2024 NOW
GmbH & Co. KG
Ruckdeschel M.A., Wirtschaftsprüfer Dipl.-Kffr. Rahn, Wirtschaftsprüferin |
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