Stammdaten

Register
Amtsgericht Stendal HRB 113266
Eingetragen
22.5.2002
Branche
Vermietung von landwirtschaftlichen Maschinen und GerätenErbringung von landwirtschaftlichen Dienstleistungen für den PflanzenbauTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten
Gegenstand
Transporte aller Art im Güternah- und Fernverkehr. Vermietung und Verpachtung von Lagerräumen, Handel, Dienstleistungen und Beratung landwirtschaftlichen Bereich, Transporte im Güternah- und Fernverkehr, Fahrzeughandel, Vermietung von Fahrzeugen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jeannette Glowienka
seit 25.7.2006
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

39435 Unseburg, Walter-Husemann-Str. 2
12.500 €
50.00%
39435 Unseburg, Walter-Husemann-Str. 2
12.500 €
50.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Agro-Team Unseburg GmbH

Bördeaue

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023

Bilanz zum 30. Juni 2023

Agro-Team Unseburg GmbH

Aktiva

30.06.2023 30.06.2022
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 10.271,00 3.517,00
10.271,00 3.517,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 6.167.027,23 6.782.587,23
2. Technische Anlagen und Maschinen 7.077.842,34 5.859.084,08
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.707.676,36 543.392,50
14.952.545,93 13.185.063,81
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.938.267,25 4.593.572,20
1. Geschäftsguthaben b. Genossensch. 336.440,00 336.440,00
2. Sonstige Ausleihungen 3.025.020,43 2.467.420,91
8.299.727,68 7.397.433,11
Anlagevermögen insgesamt 23.262.544,61 20.586.013,92
B.
Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Handelswaren, Betriebsstoffe, Waren 1.978.645,35 1.342.626,55
II. Forderungen und sonstige Vermögens- gegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.303.357,59 1.311.192,78
2. Sonstige Vermögensgegenstände 27.839,18 90.532,39
1.331.196,77 1.401.725,17
III. Guthaben bei Kreditinstituten 678.507,42 377.363,86
Umlaufvermögen insgesamt 3.988.349,54 3.121.715,58
C.
Rechnungsabgrenzungsposten 97.902,23 89.907,66
27.348.796,38 23.797.637,16

Passiva

30.06.2023 30.06.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II: Gewinnrücklage BilMOG 212.174,00 212.174,00
III: Gewinn/Verlustvortrag 10.371.886,22 9.223.715,77
IV. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 699.373,69 1.148.170,45
11.308.433,91 10.609.060,22
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 564.199,15 418.593,00
2. Sonstige Rückstellungen 102.100,00 95.200,00
Rückstellungen insgesamt 666.299,15 513.793,00
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8.507.031,17 6.167.140,72
-davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr T€ 1.825,8 (Vorjahr T€ 1.368,9)
-davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren T€ 1.601,3 (Vorjahr T€ 1.083,5)
2. Erhaltene Anzahlungen 0,00 0,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.241.765,17 1.136.192,17
-davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr T€ 1.241,8 (Vorjahr T€ 1.136,2)
4. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 1.827.019,73 1.608.021,66
-davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr T€ 1.827,0 (Vorjahr T€ 1.608,0)
5. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 2.586.150,34 2.723.419,61
-davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr T€ 368,9 (Vorjahr T€ 581,2)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr T€ 2.217,2 (Vorjahr T€ 2.142,2)
6. Sonstige Verbindlichkeiten 574.506,91 433.799,78
-davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr T€ 574,5 (Vorjahr T€ 433,8)
-davon aus Steuern T€ 501,0 (Vorjahr T€ 351,2)
Verbindlichkeiten insgesamt 14.736.473,32 12.068.573,94
D. Rechnungsabgrenzungsposten 14.650,00 43.510,00
E. Passive latente Steuern 622.940,00 562.700,00
27.348.796,38 23.797.637,16

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023

Agro-Team Unseburg GmbH

Unseburg

01.07.2022 bis 30.06.2023 01.07.2021 bis 30.06.2022
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 19.722.422,79 16.947.039,66
2. Sonstige betriebliche Erträge 529.287,06 555.366,42
Summe der Erträge 20.251.709,85 17.502.406,08
3. Materialaufwand
a. Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 12.644.203,10 9.839.034,94
b. Aufwendungen für bezogene Leistungen 915.117,43 686.364,25
Rohergebnis 6.692.389,32 6.977.006,89
4. Personalaufwand
a. Löhne und Gehälter 1.378.218,03
b. soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 254.491,44 1.632.709,47 1.564.646,47
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.129.680,93 2.059.895,19
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.831.412,72 1.679.998,48
Betriebsergebnis 1.098.586,20 1.672.466,75
7. Erträge aus Beteiligungen und Geschäftsguthaben 5.046,60 7.166,60
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 264.432,81 244.685,85
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 336.522,58 281.775,91
Finanzergebnis -67.043,17 -29.923,46
Ergebnis vor Steuern 1.031.543,03 1.642.543,29
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -295.593,77 -457.306,28
Ergebnis nach Steuern 735.949,26 1.185.237,01
11. Sonstige Steuern -36.575,57 -37.066,56
Jahresüberschuss 699.373,69 1.148.170,45

Anhang

A Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Agro-Team Unseburg GmbH hat ihren Sitz in 39435 Bördeaue, OT Unseburg und ist eingetragen beim Amtsgericht Stendal unter Register - Nr. HRB 113266.

Der Jahresabschluss zum 30. Juni 2023 wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. des HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) aufgestellt.

Auf die Rechnungslegung der Gesellschaft finden die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB Anwendung.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

B Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der generellen Ansatzvorschriften der §§ 246 -251 HGB sowie unter Berücksichtigung der besonderen Ansatzvorschriften für Kapitalgesellschaften, §§ 265, 268 - 274a HGB, §§ 276 - 277 HGB, und unter Beachtung der generellen Bewertungsvorschriften der §§ 252 - 256a HGB aufgestellt.

Auf die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung finden die Vorschriften der § 266 HGB und § 275 sowie § 42a GmbHG Anwendung.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten.

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen.

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet:

Beteiligungen zu Anschaffungskosten

Ausleihungen zum Nennwert

Umlaufvermögen

Vorräte

Die Handelswaren und Betriebsstoffe sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, werden diese angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert abzüglich erforderlicher Einzelwertberichtigungen bewertet.

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Periodengerecht abgegrenzt werden im Wesentlichen Ausgaben für Versicherungsprämien, KFZ-Steuer und Beiträge sowie Finanzierungskosten für Kredite

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft ist zum Nennbetrag angesetzt, beträgt € 25.000 und ist unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen umfassen alle erkennbaren Risiken und gewisse Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags bewertet.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten Beträge für

Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses

Erstellung der Steuererklärungen

Rückständige Urlaubsverpflichtungen und sonstige Personalaufwendungen

Beiträge zur Berufsgenossenschaft

Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und verbundenen Unternehmen sowie sonstige Verbindlichkeiten sind zu ihren Erfüllungsbeträgen ausgewiesen.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Periodengerecht abgegrenzt werden im Wesentlichen Aufwendungen für Zinszahlungen.

Latente Steuern

Die latente Steuerbelastung wurde nach der Bilanzpostenmethode ermittelt. Der Erhöhungsbetrag gegenüber dem Vorjahr von EUR 60.240 wurde in der GuV als Aufwand unter Steuern vom Einkommen und Ertrag ausgewiesen.

C Erläuterungen zur Bilanz

Angabe zu Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen nicht.

Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr

Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt TEUR 5.837 (Vorjahr: TEUR 5.128)

Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren

Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren beträgt TEUR 7.297 (Vorjahr: TEUR 5.857).

Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren

Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren beträgt TEUR 1.601 (Vorjahr: TEUR 1.083).

Die nachfolgenden Sicherungsarten und Sicherungsformen sind mit den Verbindlichkeiten verbunden:

Grundpfandrechte

Sonstige Pfandrechte bewegliche Anlagegüter

Unter den Verbindlichkeiten sind Verpflichtungen gegenüber nahestehenden Unternehmen von TEUR 1.827 (Vorjahr TEUR 1.608) und gegenüber Gesellschaftern von TEUR 2.586 (Vorjahr TEUR 2.723) ausgewiesen.

Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gemäß § 251 HGB

Neben den in der Bilanz aufgeführten Verbindlichkeiten bestehen keine Haftungsverhältnisse.

D. Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer betrug 52.

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Person geführt:

Kauffrau Jeanette Glowienka, Unseburg

E. Vorgänge besonderer Art die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Wirtschaftsjahres liegen nicht vor.

 

Unseburg, den 04. Juli 2024

Jeanette Glowienka, Geschäftsführerin

Entwicklung des Anlagevermögens vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023

Anschaffungs- Herstellungskosten Buchwert 01.07.2022 Zugänge Abgänge
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Software und Firmenwert 86.635,72 3.517,00 10.333,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten: 12.668.432,67 6.782.587,23 19.715,15
2. Technische Anlagen und Maschinen 18.602.389,16 5.859.084,08 2.773.355,32 1.067.553,24
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 543.392,50 543.392,50 1.431.932,58
Sachanlagen gesamt 31.814.214,33 13.185.063,81 4.225.003,05 1.067.553,24
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.593.572,20 4.593.572,20 658.100,17 313.405,12
1. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 336.440,00 336.440,00
2. Sonstige Ausleihungen 2.467.420,91 2.467.420,91 557.599,52
Finanzanlagen gesamt 7.397.433,11 7.397.433,11 1.215.699,69 313.405,12
Anlagevermögen gesamt 39.298.283,16 20.586.013,92 5.451.035,74 1.380.958,36
Umbuchung Abschreibungen Buchwert 30.06.2023
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Software und Firmenwert 3.579,00 10.271,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten: 635.275,15 6.167.027,23
2. Technische Anlagen und Maschinen 267.648,72 1.490.826,78 7.077.842,34
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -267.648,72 1.707.676,36
Sachanlagen gesamt 0,00 2.126.101,93 14.952.545,93
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.938.267,25
1. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 336.440,00
2. Sonstige Ausleihungen 3.025.020,43
Finanzanlagen gesamt 8.299.727,68
Anlagevermögen gesamt 0,00 2.129.680,93 23.262.544,61

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/2023

1. Grundlagen des Unternehmens

Wir - die Agro-Team Unseburg GmbH (ATU) - sind ein Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen mit eigener Speditionssparte.

Die ATU ist ein leistungsstarker Handelspartner für Kartoffeln, Zwiebeln, Getreide und andere Agrargüter sowie Anbieter von Dienstleistungen im landwirtschaftlichen Sektor.

Nahestehende und verbundene Agrarbetriebe produzieren Kartoffeln, Zwiebeln, Getreide inklusive Mais sowie Ölsaaten und liefern diese Produkte zur Weitervermarktung an die ATU.

Darüber hinaus versorgen wir die Produzenten mit Betriebsmitteln, wie Saat- und Pflanzgut, Dünge- und Pflanzenschutzmittel, Diesel sowie den erforderlichen Dienstleistungen.

Damit sind wir ein wichtiger Bestandteil der vor- und nachgelagerten Agrarwirtschaft.

2. Branchenentwicklung

Der Geschäftsverlauf der ATU im Berichtszeitraum 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2023 ist weitgehend von der Erntesaison 2022 und der Ernteerstellung 2023 abhängig. Dementsprechend wird auf die Witterungsfaktoren von Herbst 2021 bis Frühjahr 2023 eingegangen.

Hinsichtlich der Lage der Landwirtschaft zur Ernte 2022 stützen wir uns auf die Berichterstattung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und die Ernteberichterstattung 2022 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auf Bundesebene und gehen im weiteren Verlauf auf Sachsen-Anhalt näher ein.

a) Wetterbedingungen im Wirtschaftsjahr 2021/2022 Deutschland / Sachsen-Anhalt

Ein warmer und zu trockener Herbst 2021 mit reichlich Sonnenschein. Einem sehr warmen Spätsommer im September folgte ein ausgeprägter Altweibersommer und ein goldener Oktober. Einzig der November präsentierte sich zumeist im Einheitsgrau und zum Ende sogar mit Flockenwirbel bis in mittlere Lagen. Kältere Abschnitte sowie Niederschlagsperioden blieben selten und kurz. Der Temperaturdurchschnitt lag bei 9,8 °C, Bundesweit summierten sich im Mittel rund 130 l/m 2 Niederschlag und die Sonnenscheindauer lag bei rund 350 Stunden.

Sachsen-Anhalt meldete eine Durchschnittstemperatur von 10,3 °C und die Sonne schien über 340 Stunden. Pabstorf im Harzkreis, registrierte am 9. September mit 30,0 °C den bundesweit heißesten Tag im Herbst. Mit einer Niederschlagsmenge von knapp 120 l/m 2 erreichte Sachsen-Anhalt genau sein Soll.

Der Winter 2021/22 in Deutschland war der elfte zu warme Winter in Folge mit einer Durchschnittstemperatur von 3,3 °C. Mit annähernd 200 l/m 2 Niederschlag übertraf er seinen Klimawert, der im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 bei 181 l/m 2 liegt, deutlich.

Mit gut 165 Stunden überschritt die Sonnenscheindauer ihr Soll von 153 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um etwa 9 %.

Für Sachsen-Anhalt errechneten die Klimaexpert:innen durchschnittlich 3,6 °C und annähernd 160 Sonnenstunden. Mit fast 130 l/m 2 Niederschlag präsentierte sich Sachsen-Anhalt leicht über dem Klimawert (Mittelwert 1961-1990) - und war trotzdem das niederschlagsärmste Bundesland. Die Mitte Februar vorherrschende Sturmserie führte regional zu teils enormen Schäden.

Der Frühling 2022 reihte sich wieder in die Serie zu warmer und zu trockener Frühjahre ein.

Im Zeitraum März bis Mai 2022 lag der Temperaturdurchschnitt bei 9 °C.

Bereits zum neunten Mal in Folge konnte der Frühling 2022 sein Niederschlagssoll von186 l/m 2 (Mittelwert 1961-1990) nicht erfüllen. Mit rund 125 l/m 2 erreichte er 2022 nur 67 %. Mit nahezu 675 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer im Frühjahr 2022 ihr Soll von 467 Stunden deutlich um 45 %.

Sachsen-Anhalt ordnete sich mit aufgerundet 670 Stunden bei den sonnenscheinarmen Regionen und mit einer Niederschlagsmenge von abgerundet 70 l/m 2 bei den trockenen Bundesländern ein. Hier sorgte der Frühling 2022 für eine Mitteltemperatur von 9,0 °C.

b) Wetterbedingungen im Wirtschaftsjahr 2022/2023 Deutschland / Sachsen-Anhalt

Der Sommer 2022 in Deutschland war einer der Sonnigsten, Trockensten und Wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn. Der Temperaturdurchschnitt lag bei 19,2 °C und es fielen nur rund 145 l/m 2 Niederschlag. Mit 820 Sonnenstunden wurde er der neue Rekordsommer.

Die deutlich zu trockene und überdurchschnittlich warme und sonnenscheinreiche Sommerwitterung ließ die Böden stark austrocknen. Dabei nahm der Rückgang der Bodenfeuchte in Deutschland einen ähnlichen Verlauf wie im Dürrejahr 2018.

Sachsen-Anhalt: Der Juni, Juli und August 2022 brachten im Mittel außergewöhnlich warme 19,5 °C (Mittelwert 1961-1990 16,9 °C). Am 20.7. wurde erstmals seit Aufzeichnungsbeginn ein Tageshöchstwert von 40,0 °C in Pabstorf, Landkreis Harz, gemessen. Magere 100 l/m 2 (Mittelwert 1961-1990 174 l/m 2 ) Wasser gab es von oben. Dagegen brillierte die Sonne mit 810 Stunden (Mittelwert 1961-1990 610 Stunden). Letzte Prognosen zeigen damit einen neuen Sommerrekord bzgl. der Sonnenscheindauer.

Der Herbst 2022 war in Deutschland der drittwärmste seit dem Beginn flächendeckender Messungen im Jahr 1881. Er war zugleich leicht überdurchschnittlich nass und recht sonnig.

Das Temperaturmittel lag bei 10,8 °C, es fielen deutschlandweit im Mittel rund 205 l/m 2 Niederschlag und die Herbstsonne präsentierte sich mit gut 370 Stunden.

In Sachsen-Anhalt erreichte der Herbst eine Durchschnittstemperatur von 10,7 °C. Auf den wärmsten Oktober folgten am 19. und 20.11. die bislang kältesten Tage des Jahres. Das kurze kräftige Frösteln machte aber die Novembersonne wieder gut. Sie zeigte sich ungewöhnlich oft. Im gesamten Herbst wurden herausragende 415 Stunden gemessen - Platz 2 der sonnigsten Regionen. Die Niederschlagsmenge lag bei 116 l/m 2.

Winter 2022/2023: Deutschland erlebte den zwölften zu warmen Winter in Folge. Das Gebietsmittel der Wintertemperatur lag unter dem Strich bei 2,9 °C und damit 2,7 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Es fielen rund 170 l/m 2 Niederschlag (Mittelwert 1961 bis 1990 mit 181 l/m 2 ) und die Sonne schien recht durchschnittlich mit rund 160 Stunden (153 Stunden Mittelwert 1961 bis 1990).

Sachsen-Anhalt: Hier nahm der Winter einen recht milden Verlauf. 2,9 °C zeigten die Thermometer im Gebietsmittel. Mit den milden Luftmassen zogen größere Niederschlagsmengen heran. Knapp 500 l/m 2 meldete der Harz. An mindestens 50 Tagen fiel dieser dort als Schnee. In der Ebene kamen überdurchschnittliche 148 l/m 2 zusammen. Ausgewogen lang schien die Sonne mit rund 150 Stunden in den letzten drei Monaten.

Der Frühling 2023 war insbesondere in Sachen Niederschlag auffällig. So brachte der März so viel Niederschlag wie seit 2001 nicht mehr. Und auch der April war in diesem Jahr so verregnet wie zuletzt vor 15 Jahren. Erst im Maiverlauf ging der Niederschlag landesweit zurück. Dabei wurde im Nordosten die Trockenheit so markant wie selten zuvor. Das Gebietsmittel der Frühjahrstemperatur lag bei 8,7 °C und damit 1,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Rund 200 l/m 2 Niederschlag fielen (Mittelwert 1961 bis 1990 186 l/m 2 ) und die Sonne schien fast 500 Stunden (467 Stunden Mittelwert 1961 bis 1990).

Sachsen-Anhalt war im Frühjahr mit 132 l/m 2 nach Mecklenburg-Vorpommern die zweittrockenste Region. Vor allem der Mai hinterließ eine außergewöhnliche Trockenheit. Dagegen war der April der nasseste seit 2008 und auch der März brachte vergleichsweise ungewöhnlich hohe Niederschlagsmengen. Die Sonne präsentierte sich in den letzten drei Monaten fast 500 Stunden. Dabei lag die Gebietsmitteltemperatur bei 8,8 °C.

c) Ernteentwicklung Ernte 2022 bundesweit /Sachsen Anhalt

Getreide und Raps

Nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) beläuft sich die Getreideernte im Jahr 2022 auf etwa 43 Millionen Tonnen. Damit wurden knapp 2 % mehr geerntet als im vergangenen Jahr (42,0 Mio. t). Die aktuelle Erntemenge liegt allerdings immer noch sehr deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2014-2021 (ohne das extreme Trockenjahr 2018) in Höhe von 45,6 Millionen Tonnen. Die Winterrapsernte beziffert der DBV auf gut 4 Millionen Tonnen. Die Getreideernte 2022 fällt quantitativ gesehen im Gegensatz zum letzten Jahr etwas besser aus. Die Qualitäten speziell beim Weizen lassen aber vielfach zu wünschen übrig.

Winterweizen ist nach wie vor die bedeutendste Getreideart im bundesdeutschen Ackerbau mit einer Fläche von rund 2,9 Millionen Hektar. Im Bundesdurchschnitt wurde ein Ertrag von 7,5 t/ha erzielt, daraus ergibt sich eine Erntemenge von 21,8 Millionen Tonnen (Vorjahr: 21,0 Mio. t). Das ist nach wie vor aber deutlich weniger als im Mittel der Jahre 2014-2021 mit einer durchschnittlichen Erntemenge von knapp 24 Millionen Tonnen.

Der Anbau von Wintergerste erfolgte auf einer Fläche von rund 1,21 Millionen Hektar. Der Ertrag liegt im Bundesdurchschnitt bei 7,7 t/ha, damit schneidet die Wintergerste besser ab als im langjährigen Mittel (7,2 t/ha). In Summe wurden in 2022 ca. 9,3 Millionen Tonnen geerntet, was einer Steigerung von 5 % zum vergangenen Jahr entspricht.

Die wichtigste Ölpflanze im deutschen Anbau ist Winterraps. Zur Ernte 2022 wurde Raps auf einer Fläche von ca. 1,1 Millionen Hektar angebaut, was einem Anstieg von knapp 9 % entspricht. Die Rapserträge liegen mit 3,7 t/ha leicht über dem Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2021 (3,6 t/ha). Insgesamt wurden 4 Millionen Tonnen geerntet.

Die Erntebilanz für Sachsen-Anhalt im Jahr 2022 zeigt folgende Ergebnisse: Die Landwirte ernteten insgesamt 3,29 Millionen Tonnen Getreide, sowie 0,49 Millionen Tonnen Winterraps. Damit wurden laut Angaben des Statistischen Bundesamtes 0,9 % weniger Getreide, aber 11 % mehr Winterraps eingefahren als im Erntejahr 2021. Der Hektarertrag bei Getreide verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 2,6 % auf 6,37 t/ha. Dagegen erhöhte sich dieser beim Winterraps um 6,0 % auf 3,82 t/ha. Landesweit betrug die Ackerfläche zur Ernte 2022 bei Getreide 517.100 ha und bei Winterraps 127.200 ha.

Winterweizen war mit einer Anbaufläche von 308.700 Hektar nach wie vor die mit Abstand wichtigste Acker- und Getreidekultur (2021 297.200 ha) in Sachsen-Anhalt. Die Erntemenge mit 2,07 Millionen Tonnen hatte einen Anteil von 62,9 % an der gesamten Getreideernte. Damit war der Winterweizen in vielen Betrieben die Hauptkultur und blieb weiterhin die anbaustärkste Getreideart seit Jahren. Dennoch wurden 2,8 % weniger Erntemenge gegenüber dem Vorjahr und 6,9 % weniger im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt (2016 - 2021) eingefahren. Der Hektarertrag lag mit 6,71 t/ha um 6,5 % unter dem Vorjahresertrag.

Die Wintergerste als zweitwichtigste Getreidekultur mit einer Anbaufläche von 94.100 Hektar konnte mit 7,81 t/ha ein um 10 % höheren Ertrag gegenüber dem Erntejahr 2021 erreichen Die Erntemenge lag mit 735.000 t um 4,3 % höher als im Vorjahr.

Kartoffeln und Zwiebeln

Nach der Bodennutzungshaupterhebung beläuft sich die Kartoffelanbaufläche in Deutschland im Jahr 2022 auf rund 266.800 Hektar. Damit wurde das Vorjahresniveau um 3,3 % übertroffen, der sechsjährige Durchschnitt um 3,4 %. Niedersachsen bleibt weiterhin das bedeutendste Kartoffelanbaugebiet in Deutschland und konnte seinen Flächenanteil auf rund 46 % ausbauen. Es folgen Bayern und Nordrhein-Westfalen mit einem Anteil von jeweils 15 % an der deutschen Kartoffelfläche. Sowohl in Niedersachsen als auch in Nordrhein-Westfalen wurde der Anbau im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 5 % ausgeweitet.

Der durchschnittliche Hektarertrag betrug 40,11 t/ha (-8,4 % zu 2021/ -4,5 % zum sechsjährigen Mittel 2016-2021). 2022 wurde eine Kartoffelernte von 10,7 Millionen Tonnen eingebracht (-5,6 % zu 2021/-1,4 % zum sechsjährigen Mittel 2016-2021).

Die am häufigsten angebauten Kartoffelsorten waren in 2022 unter den Speisekartoffeln "Belana", auch wenn nur noch mit 4,6 %, gefolgt von den Sorten "Amanda" und "Gala" mit 1,6 % sowie bei den Wirtschaftskartoffeln unverändert "Fontane" mit 8,9 % und "Kuras" mit 2,6 %.

In Sachsen-Anhalt wurden 2022 454.700 t Kartoffeln von den heimischen Äckern geerntet. Damit lag das Ernteergebnis deutlich unter dem 3-jährigen Jahresmittel (2019 - 2021) von 539.300 t. Der Hektarertrag lag mit 33,73 t/ha leicht unter dem Jahresmittel von 36,60 t/ha. Die maximalen Erträge wurden 2021 mit 40,87 t/ha erreicht.

In Deutschland bauten im Jahr 2022 insgesamt 1.651 Betriebe Speisezwiebeln an. Auf einer Fläche von gut 15.000 Hektar (+ 4% zu 2021) wurde bei einem durchschnittlichen Ertrag von rund 38 t/ha (-21 % zu 2021) eine Gesamtmenge von gut 578.000 Tonnen ( -13% zu 2021) erzielt. Damit waren erneut die Speisezwiebeln die Gemüseart mit der zweitgrößten Erntemenge.

Die Zwiebel ist in Sachsen-Anhalt das Gemüse mit der größten Anbaufläche. Auf rund 1.130 ha von insgesamt etwa 4.200 Hektar für den Gemüseanbau wurde sie 2022 angebaut.

42 landwirtschaftliche Betriebe konnten in dem Jahr 31.200 t Speisezwiebeln ernten. Das waren 13.715 t oder 31 % weniger als 2021. Beim Hektarertrag ergab sich mit 27,61 t/ha ein Minus um 12,42 t/ha bzw. 31 % gegenüber dem Vorjahr.

d) Marktpreise

Der Russland-Ukraine-Krieg hat zu einem deutlichen Anstieg des Weizenpreises an der Pariser Terminbörse im Jahr 2022 geführt.

Bereits Mitte Februar, also kurz vor dem russischen Überfall auf die Ukraine, begann ein neuer Höhenflug, der mit einem Höchststand 438,25 Euro je Tonne Mitte Mai 2022 endete. Am 22. August erreichte der Schlusskurs noch 321,50 Euro je Tonne. Die deutschen Getreidepreise folgen dem Entwicklungstrend auf internationaler Ebene, das heißt nach einem Höchststand im Laufe des Frühjahrs sind die Preise seit Anfang Juni stark rückläufig, liegen aber noch durchgängig über dem Vorjahresniveau.

Durchschnittliche Getreidepreise in Deutschland in der 33.KW:

Brotgetreide: 311,70 €/t (219,50 €/t VJ)

Futterweizen: 293,70 €/t (208,00 €/t VJ)

Futtergerste: 261,90 €/t (193,10 €/t VJ)

Im Sog der internationalen Preisentwicklung erreichten auch die Rapspreise in Deutschland Rekordwerte. Es erfolgte ein stetiger Anstieg bis auf 956 €/t im April 2022. Seither sinken die Preise wieder, liegen aber immer noch über dem Niveau des jeweiligen Vorjahreszeitraums. In der 33. Kalenderwoche beliefen sich die Rapspreise am europäischen und deutschen Markt auf knapp 613 €/t; das waren rund 13 % mehr als im Vorjahr (543 €/t).

Mit knapp 800 €/t lagen die Preise für Frühkartoffeln zum Saisonstart 2022 über den Werten des Vorjahres von etwa 690 €/t. Aufgrund zunehmender Marktbeschickung bei gleichzeitig zurückhaltender Nachfrage gab es etwa Mitte Juni eine deutliche Preiskorrektur nach unten, und die Vorjahreslinie wurde danach anhaltend unterschritten. Erst Ende Juli / Anfang August stellte sich ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ein. Zum Saisonende in der 32. Kalenderwoche wurde im Schnitt mit 301,80 €/t ein nur geringfügig höherer Preis als im Vorjahr (298,90 €/t) erzielt, und dies bei deutlich gestiegenen Produktionskosten. Die Preise für die festkochenden Anschlusssorten starteten in der 32. Kalenderwoche mit durchschnittlich 310 €/t, bei einer regionalen Schwankungsbreite zwischen 280 und 340 €/t, und fielen in der 33. Kalenderwoche zurück auf 275 €/t.

Der Preis für Zwiebeln lag bei Vermarkungsbeginn Anfang August bei 490 €/t (VJ 480 €/t) Der durchschnittliche Marktpreis in der 33. KW lag bei 355 €/t (VJ 220 €/t). Ab der 40. KW stieg der Preis auf durchschnittlich 390 €/t (VJ 160 €/t) und im 1. Quartal 2023 sogar auf bis zu 500 €/t.

Bei gelben Speisezwiebeln führten Flächeneinschränkungen und Ertragseinbußen zu einem spürbar knappen Angebot. Damit wurde der sonst saisonübliche Preisrückgang gestoppt.

3. Geschäftsverlauf /Ertragslage

Die Umsatzentwicklung war sehr zufriedenstellend. Der Umsatz stieg von 16,95 Mio. € im Vorjahr auf 19,72 Mio. € also um 16,37 % - im Wesentlichen aufgrund der gestiegenen Marktpreise für Getreide sowie des Ausbaus im Bereich Dünger- / Gärrestlagerung und -handel.

Das Rohergebnis liegt mit 6,69 Mio. € 4,07 % unter dem Vorjahr mit 6,97 Mio. €, was auf den um 61,83 % angestiegen Materialaufwand (Wareneinsatz + Betriebsstoffe + Fremdleistungen) zurückzuführen ist.

Gestiegener Personalaufwand (+ 4,35 %) und sonstiger Betriebsaufwand (+9,01 %) sowie höhere Abschreibungen um 3,38 % und gestiegene Zinsaufwendungen um 19,42 % zum Vorjahr führen zu einer Minderung des Betriebsergebnisses um 34,31 %.

Demgegenüber stehen Anlagenzugange in Höhe von ca. 4,23 Mio. €.

Insgesamt hat sich der Jahresüberschuss um 39,08 % auf 699 TEUR verringert.

In dem Wirtschaftsjahr liegt unsere Umsatzrentabilität bei 3,45 % und unsere Eigenkapitalquote bei 41,35 %.

4. Personal

Im Bereich der Geschäftsführung gab es keine Veränderungen.

Zum Bilanzstichtag 30.06.2023 hat die ATU insgesamt 52 Mitarbeiter (VJ: 51) beschäftigt, davon 14 Aushilfen (VJ: 12).

5. Finanzlage

Der Anteil an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hat sich um 2,34 Mio. € erhöht durch die Finanzierung von Anlagenzugängen.

Die Zahlungsfähigkeit der ATU war im Berichtsjahr jederzeit gewährleistet. Es wird stets innerhalb vereinbarter Ziele, wenn möglich mit Skonto, gezahlt.

Durch Eigenmittel und die Kreditlinien unserer Hausbank verfügen wir über eine sehr gute Liquiditäts- und Eigenkapitalausstattung. Unseren Kapitaldienst konnten wir zu jedem Zeitpunkt im Jahr ordnungsgemäß bedienen.

Investitionen wurden in den Bereichen Beregnungssystem, erneuerbare Energien/ PV -Anlagen, Gülle-/Gärresttechnik und -lagerung sowie Landmaschinen durchgeführt.

6. Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanagement

Die Zertifikate in den Bereichen Lagerung, Handel und Transport (GMP + B3 und MP + B4) sowie Nachhaltigkeit nach dem System REDcert- EU, QS- und Regionalfenster e.V. wurden uns wieder erteilt.

7. Chancen- und Risikobericht

a) Risiken

Energiekosten:

Die Inflationsrate, getrieben durch den Ukraine - Krieg und anhaltend gestörte internationale Lieferketten, erreichte 2022 über 7 % und bleibt 2023 mit knapp 6 % auf hohem Niveau. Inflation ist für uns ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind zwar auch die Markt- und Erzeugerpreise im Jahresverlauf 2022 auf neue Höchstwerte geklettert, dem stehen jedoch sich ständig weiter verteuernde Betriebskosten gegenüber. Dazu gehören vor allem die Kosten für Energieprodukte (Strom und Kraftstoff) und Düngemittel. Die ATU setzt weiterhin auf eigene Erzeugungskapazitäten, in Form von Eigenverbrauch-PV-Anlagen sowie langfristigen Strombezugsverträgen.

Politik:

Die Ertragslage der ATU unterliegt sowohl der Agrarpolitik der EU als auch den gesetzlichen Rahmenbedingungen Deutschlands. Langfristige Strategieplanungen sind nur mit Einschränkungen möglich und durchführbar.

Unsere Wettbewerbsfähigkeit behalten wir uns durch unsere Innovation und Flexibilität bei.

Personalrisiken:

Der deutsche Agrarsektor verzeichnet eine immer weiter zunehmende Professionalisierung. Dementsprechend benötigen wir für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung bei zunehmender Wettbewerbsintensität fachlich qualifiziertes Personal.

Die ATU versucht einerseits durch intelligente Systeme weniger qualifiziertes Personal zu unterstützen, zum anderen höher qualifizierte Mitarbeiter regelmäßig zu schulen und weiter zu bilden. Darüber hinaus ergeben sich auch hinsichtlich steigender Lohnkosten Risiken für den wirtschaftlichen Erfolg.

b) Chancen

Zur Absicherung von Qualitätsprodukten (Kartoffeln und Zwiebeln) in trockenen Jahren, werden wir weiterhin unsere Beregnungssystem ausbauen und optimieren.

Unsere, in den letzten Jahren getätigten, umfangreichen Investitionen in Dünger -und Gärrestlager versetzen uns in die Lage, flexibel und just in time zu handeln sowie auf Neuerungen der Agrarpolitik zu reagieren. Durch Anschaffung neuer Techniken und Technologien sind wir völlig unabhängig und flexibel aufgestellt.

Um der Volatilität der Landwirtschaftsbranche zu begegnen, setzt die ATU außerdem auf Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus dem Geschäftsfeld der Erneuerbaren Energien, welche stets und ständig auf- und ausgebaut werden.

8. Risikomanagement

Die Überwachung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unterliegen dem Debitorenmanagement. Es findet eine systematische und regelmäßige Kontrolle der Außenstände durch die Finanzbuchhaltung und Geschäftsführung statt.

9. Zweigniederlassungsbericht

Der Hauptsitz der Gesellschaft ist Unseburg. Die Standorte Klein Quenstedt und Altenweddingen sind unselbständige Niederlassungen, wobei Klein Quenstedt mit einem Dünger-, Gärrest- und Getreidelager ausgestattet ist und Altenweddingen nur als Maschinenabstellplatz genutzt wird.

10. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2023/2024

Hohe Steigerungen der Betriebsausgaben und eine stark gestiegene Inflation kennzeichneten das Vorjahr. Im laufenden Geschäftsjahr 2023/2024 normalisiert sich die Situation etwas. Aber auch die Marktpreise, vor allem im Getreide - und Rapsbereich sind gesunken, so dass wir von einem ähnlichen Ergebnis wie im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2022/2023 ausgehen.

 

Unseburg, 13. August 2024

Jeanette Glowienka, Geschäftsführerin

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Agro-Team Unseburg GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Agro-Team Unseburg GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 30.06.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Agro-Team Unseburg GmbH für das Geschäftsjahr vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30.06.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 III 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängende Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

 

Bad Homburg, den 24. September 2024

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