Seven.One Pay TV GmbHLiquidiert

85774 Unterföhring, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 217293
Vorher
ProSiebenSat.1 Pay TV GmbH
Eingetragen
11.3.2015
Branche
Fernsehveranstalter und Verbreitung von VideoinhaltenTätigkeiten von WerbeagenturenBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Herstellung sowie Einkauf von Programminhalten, und deren lineare Aggregation in Pay TV Sender um diese anschließend zu vermarkten. Monetarisierung dieser Tätigkeit findet durch Distribution dieser Sender an Plattformpartner sowie Generierung von Werbeerlösen statt. Außerdem ist ProSiebenSat.1 Pay TV GmbH zuständig für Herstellung und den Einkauf von Pay-Per-View Programminhalten, deren Aggregation, Vermarktung, Distribution sowie deren Monetarisierung.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Nicole Agudo Berbel
seit 21.5.2015
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Seven.One Pay TV GmbH

Unterföhring

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

GRUNDLAGEN

RECHTLICHE UND ORGANISATORISCHE GESELLSCHAFTSSTRUKTUR

Die Seven.One Pay TV GmbH betreibt die Pay-TV Sender innerhalb der ProSiebenSat.1 Group und gehört als hundertprozentige Tochtergesellschaft zur Seven.One Entertainment Group GmbH. Am 1. Juni 2006 gingen die beiden Bezahlfernsehsender SAT.1 Comedy und Kabel Eins CLASSICS auf Sendung. Im Mai 2012 startete die Seven.One Pay TV GmbH eine Neuausrichtung des Senders SAT.1 Comedy und die Umbenennung in SAT.1 emotions. SAT.1 emotions richtet sich dabei mit exklusivem lokalen sowie internationalen Content vorzugsweise in den Genres Crime, Drama und Comedy an ein eher weibliches Publikum. Kabel Eins CLASSICS hingegen spricht mit größtenteils kuratierten Reihen der Genres Action, Drama und Western eine männliche und eher ältere Zielgruppe an. Zeitgleich startete im Mai 2012 der Kanal ProSieben FUN, welcher sich mit jungen Spielfilmen und Serien - auch abseits vom Mainstream, US-Shows, sowie Action- und e-sports in Liveübertragung vorzugsweise an ein männliches und eher jüngeres Publikum richtet.

Die Senderfamilie bietet starke Sender-Marken mit Wiedererkennungswert, Profilschärfe, und einen bunten Mix aus beliebten, bekannten und großartigen, innovativen Programmen. Durch die optimale Koordination der Marken, Strategien und Programmschemata garantiert die Sendergruppe den Zuschauern auch in der Zukunft die beste Unterhaltung im deutschen Fernsehen.

WESENTLICHE EREIGNISSE IM GESCHÄFTSJAHR 2021

Innerhalb des Geschäftsjahres 2021 haben sich keine wesentlichen organisatorischen oder sonstigen Ereignisse bei der Seven.One Pay TV GmbH ergeben.

TV AKTIVITÄTEN

Die Pay-TV-Aktivitäten in Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz sind in der Seven.One Pay TV GmbH gebündelt. Die drei Pay-TV-Sender werden den Kunden in Paketen über alle Empfangswege (Kabel, Satellit, IPTV 1 und TV-Streaming) zur Verfügung gestellt. Deutschland ist mit über 83 Mio. Einwohnern Europas größter Fernsehmarkt.

Die Pay-TV- und Paid-Video-On-Demand-Programmlandschaft ist beeindruckend vielfältig: 102 Pay-TV-Programme bieten hochwertige und exklusive Inhalte aus allen Bereichen, darunter auch immer mehr lokale Eigen- und Koproduktionen. Hinzu kommen viele weitere TV- und Bewegtbildinhalte auf diversen OTT 2 - und Video-on-Demand-Plattformen.

Die Zahl der Pay-TV-Abonnenten blieb im Jahr 2020 mit rund 8,0 Millionen in Deutschland stabil auf Vorjahresniveau. Auch für das Jahr 2021 wird eine stabile Entwicklung mit rund 8,0 Millionen Abonnenten in Deutschland erwartet. Besonders dynamisch entwickelten sich die SVoD-Abonnenten mit 17,5 Millionen im Jahr 2020 (Vorjahr: 15,0 Mio.). Für 2021 wird mit weiterem Wachstum auf rund 20,1 Millionen SVoD-Abonnenten gerechnet. Die Nettoreichweite von Pay-TV- Programmen in den deutschen TV-Haushalten lag 2020 bei durchschnittlich 17,4 Millionen Pay-TV-Sehern pro Monat (Vorjahr: 17,2 Mio.) und stieg im ersten Halbjahr 2021 auf 17,6 Millionen Seher pro Monat an (1. Halbjahr 2020: 17,4 Mio.; 1. Halbjahr 2019: 17,3 Mio.).

Die Pay-TV-Umsätze in Deutschland lagen 2020 bei circa 2,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,3 Mrd. Euro). Die Gesamtumsätze aus Pay-TV und Paid-Video-on-Demand sind dabei um 10 Prozent auf circa 4,2 Milliarden Euro in Deutschland (Vorjahr: 3,8 Mrd. Euro) beziehungsweise um 12 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro in der DACH-Region (2019: 4,5 Mrd. Euro) gestiegen. Für das Jahr 2021 wird ein Anstieg der Pay-TV- und Paid-VoD-Umsätze in Deutschland auf rund 4,5 Milliarden Euro und in der DACH- Region auf rund 5,4 Milliarden Euro prognostiziert.

Die Seven.One Pay TV GmbH betreibt im deutschsprachigen Raum die drei Pay Sender SAT.1 emotions, ProSieben FUN und Kabel Eins CLASSICS. Diese lassen sich wie folgt beschreiben:

Mit seinem Mix aus internationalen Blockbustern, den erfolgreichsten Show- und Comedyformaten des Muttersenders ProSieben und US-Serien-Highlights liefert ProSieben FUN speziell jungen Zuschauern ein abwechslungsreiches TV-Programm. Neben US-Major-Serien bedienen Indie-Formate die Bedürfnisse der Zielgruppe. Ausgewählte Actionsportevents in Liveübertragungen, Lokale und US-Shows runden das Profil des Pay-TV-Senders ab.

SAT.1 emotions: vom großen Eventkino, über die ganze Welt des Crime bis hin zu packenden Dramen, Historienhighlights, Late Night Comedy und den romantischsten Filmen - Programm so vielfältig wie das Leben. Auch mit deutschen Eigenproduktionen in Erstausstrahlung sorgt SAT.l1emotions für Aufsehen. Die Zielgruppe bewegt sich mit der Betonung des Emotionalen hauptsächlich im weiblichen Umfeld.

Kabel Eins CLASSICS, als reichweitenstärkster Sender der drei Schwestersender, zeigt, was Kinofans lieben: von großen Blockbustern, Western, Hollywood Classics, Kult-Serien bis hin zu Perlen für spezielle Genreliebhaber. Ein Fernsehsender für alle, die über Generationen hinweg einfach gute Unterhaltung suchen. Die Positionierung richtet sich mit seinen US-Serien- und US-Film-Klassikern sowie mit speziell kuratierten Reihen eher an ein männliches und älteres Publikum.

1 Internet Protocol Television: Empfangstechnik für digitales Fernsehen über moderne Breitband-Internetanschlüsse.
2 Der Begriff Over-the-top content (OTT) bezeichnet die Übermittlung von Video- und Audioinhalten über Internetzugänge, ohne dass ein Internet-Service-Provider in die Kontrolle oder Verbreitung der Inhalte involviert ist.

Strategie und Steuerungssystem

STRATEGIE UND ZIELE

Der Megatrend Digitalisierung ist und bleibt einer der bestimmenden Faktoren für die Entwicklung unseres Unternehmens. Die Digitalisierung verändert unsere Geschäftsfelder und bietet große Chancen. Beispielsweise wird die Mediennutzung immer digitaler: Fernsehinhalte können zu jeder Zeit, auf jedem Gerät und von jedem Ort abgerufen werden. Um diese Chancen zu nutzen und den digitalen Wandel aktiv voranzutreiben, haben wir unsere Strategie weiterentwickelt und ihre Umsetzung in den letzten Jahren vorangetrieben. Dazu fokussieren wir uns auf klare Prioritäten:

So stärken wir insbesondere unser Angebot an lokalen Programminhalten wie beispielsweise ausgewählte Live-Actionsportevents oder Eigenproduktionen mit jungen Extremsportlern und akquirieren vermehrt fiktionale Inhalte in Deutschland und im europäischen Ausland. Zudem bauen wir unser Angebot hinsichtlich non-linearer Produkte stetig aus. Gleichzeitig nutzen wir verstärkt Konzernsynergien und vernetzen dafür unsere Geschäftsbereiche miteinander. Ziel ist es, durch Investitionen in die Zukunft des Unternehmens die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern und das Umsatz- und Ergebniswachstum mittelfristig zu beschleunigen.

PLANUNG UND STEUERUNG

Unternehmensinternes Steuerungssystem

Die Unternehmenssteuerung der Seven.One Pay TV GmbH erfolgt zentral durch die Geschäftsführung. Die Grundlage hierfür bildet ein unternehmensspezifisches Steuerungssystem, das auf finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren basiert. Diese sogenannten Key Performance Indicators (KPI) werden aus den strategischen Zielen der ProSiebenSat.l Group abgeleitet und auf die Seven.One Pay TV GmbH heruntergebrochen. Die für die ProSiebenSat.l Group spezifischen Leistungsindikatoren orientieren sich an den Interessen der Kapitalgeberinnen und umfassen neben Aspekten einer ganzheitlichen Umsatz- und Ergebnissteuerung auch die Finanzplanung.

ÜBERSICHT BEDEUTSAMSTE LEISTUNGSINDIKATOREN ZUM 31. DEZEMBER 2021

BEDEUTSAMSTE NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Abonnentenzahlen

BEDEUTSAMSTE FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Konzern

Umsatzerlöse

Adjusted EBITDA

Adjusted net income

Adjusted Operating Free Cashflow

P7S1 ROCE

Verschuldungsgrad

Bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikatoren: Zur laufenden Kontrolle unserer kunden-, markt- und angebotsbezogenen Erfolge dienen, neben den finanziellen KPIs, auch nichtfinanzielle Kennzahlen. Sie tragen mittelbar dazu bei, Profitabilitäts- und Wachstumsziele zu erreichen. Zentraler Leistungsindikator für das Kerngeschäft ist die Anzahl an Pay TV Abonnenten, die von den Plattform-Partnern gemeldet werden.

Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren Die zentralen Kennzahlen zur Profitabilitätssteuerung sind die Umsatzerlöse, das adjusted EBITDA, das adjusted net income, der adjusted Operating Free Cashflow, der P7S1 ROCE (Return on Capital Employed) sowie der Verschuldungsgrad. Ein vorrangiges Ziel ist die Steigerung der genannten Ergebnisgrößen durch kontinuierliches profitables Umsatzwachstum in allen Segmenten; gleichzeitig trägt ein aktives Portfoliomanagement im Segment Commerce & Ventures dazu bei. Dabei fungieren die Geschäftseinheiten größtenteils als Profit Center: Das bedeutet, sie handeln mit voller Umsatz- und Ergebnisverantwortung. Zudem ist Flexibilität eine wichtige Voraussetzung für unseren Erfolg, da sich die ProSiebenSat.1 Group in einem sehr dynamischen Branchenumfeld bewegt. Die Organisationseinheiten treffen ihre operativen Entscheidungen daher - innerhalb der zentral verabschiedeten Rahmenvorgaben - eigenständig und abgestimmt auf das Wettbewerbsumfeld - sowie mit der klaren Zielsetzung, durch Synergien Mehrwert für unsere Aktionär:innen zu schaffen.

Die Ertragskennzahl adjusted EBITDA steht für das bereinigte Betriebsergebnis (Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen). Sondereffekte - wie beispielsweise M&A-bezogene Aufwendungen, Reorganisationsaufwendungen und Aufwendungen aus Rechtsstreitigkeiten - werden nicht berücksichtigt, sodass diese Kennzahl für den Vorstand als Hauptentscheidungsträger zur Beurteilung der operativen Ertragskraft des Konzerns dient. Das adjusted net income ist das den Anteilseignern der ProSiebenSat.l Media SE zuzurechnende bereinigte Konzernergebnis; es bietet einen geeigneten Anhaltspunkt für die Dividendenbemessung. Neben Anpassungen aus dem adjusted EBITDA werden hier insbesondere Abschreibungen und Wertminderungen aus Kaufpreisallokationen und weitere Sondereffekte bei der Berechnung bereinigt.

Sondereffekte können die operative Geschäftsentwicklung beeinflussen oder gar überlagern und einen Mehrjahresvergleich erschweren. Daher stellen bereinigte Ergebnisgrößen geeignete Performance-Maße dar, die nachhaltige Entwicklung der Ertragskraft des Konzerns und seiner Segmente zu bewerten. Die Betrachtung unbereinigter Ertragskennzahlen ermöglicht jedoch den ganzheitlichen Blick auf die Aufwands- und Ertragsstruktur. Relevant ist in diesem Kontext - zusätzlich zu den bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse, adjusted EBITDA, adjusted net income, adjusted Operating Free Cashflow, P7S1 ROCE und Verschuldungsgrad - auf Konzernebene das EBITDA als weniger bedeutsamer Leistungsindikator. Da Steuer- und Abschreibungseinflüsse sowie die Finanzierungsstruktur nicht berücksichtigt werden, ermöglicht das EBITDA zudem eine einfachere Bewertung im internationalen Wettbewerbsvergleich.

Operative und strategische Planung

Steuerung und Planung greifen bei der ProSiebenSat.1 Group eng ineinander. So werden im Rahmen der Planung Soll-Größen definiert und für verschiedene zeitliche Perioden festgelegt. Im Fokus stehen die zuvor erläuterten Leistungsindikatoren. Die unterschiedlichen Ebenen des Planungsprozesses bauen aufeinander auf und sind mit unserem Risikomanagement verknüpft.

Unternehmensplanung: Die Unternehmensplanung umfasst die operative Jahresplanung (Budget) sowie die langfristige Unternehmensplanung (Mehrjahresplanung) und stellt die detaillierte, zahlenseitige Abbildung der Strategieplanung dar. Sie erfolgt für das erste Jahr auf Monats- und für weitere vier Jahre auf Jahresbasis. Die strategisch abgeleiteten Zielvorgaben für das erste Planungsjahr werden für die einzelnen bedeutsamsten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Gegenstromverfahren konkretisiert und auf die Mehrjahre fortgeschrieben. Die Finanzkennzahlen aus der Gewinn- und Verlustrechnung bzw. der Bilanz und Kapitalflussrechnung der einzelnen Tochterunternehmen werden analysiert und auf Segment- und Konzernebene verdichtet.

Monatsberichtswesen und Trendprognosen: Ein wichtiges Werkzeug zur unterjährigen Planung sind Trendprognosen: Dabei wird auf Basis der bisherigen Zielerreichung die auf Jahressicht erwartete Unternehmensentwicklung berechnet und mit den ursprünglich budgetierten Soll-Größen verglichen. Ziel ist es, potenzielle Soll-Ist-Abweichungen unmittelbar festzustellen und erforderliche Maßnahmen zur Gegensteuerung zeitnah umzusetzen. Auch im Jahr 2021 hat der Vorstand dem Aufsichtsratsgremium die kurz- und langfristige Zielerreichung erörtert. Neben der monatlichen Berichterstattung werden Risikopotenziale quartalsweise an den Group Risk Officer gemeldet. Hier wird insbesondere analysiert, wie sich Risikofrühwarnindikatoren unterjährig und im Zeitablauf verändert haben. Ein wichtiger Frühwarnindikator ist etwa die Entwicklung der Abonnentenzahlen. Zusätzliche Chancen und damit mögliche positive Abweichungen von prognostizierten Zielen werden parallel zum Risikomanagement analysiert; sie werden in den Planungsrechnungen erfasst, sofern ihre Eintrittswahrscheinlichkeit mehr als 50 Prozent beträgt.

RAHMENBEDINGUNGEN DER PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE

Die ProSiebenSat.l Media SE bündelt alle zentralen Verwaltungsdienste für den gesamten Konzern. Deswegen gelten im Wesentlichen die gleichen Rahmenbedingungen für die Seven.One Pay TV GmbH wie für den gesamten Konzern. Infolgedessen werden die weiteren Ausführungen auf Konzernebene erläutert.

KONJUNKTURELLE ENTWICKLUNG

Die Weltwirtschaft war 2021 das zweite Jahr in Folge maßgeblich durch die Ausbreitung des Coronavirus und seiner Virusvarianten bestimmt: Zwar erholte sich die Konjunktur weltweit insgesamt spürbar, die Entwicklung in den einzelnen Regionen und Ländern verlief aber sehr heterogen. Sie wurde vor allem durch die Effektivität von Impfkampagnen und Schutzmaßnahmen sowie das Ausmaß staatlicher Wirtschaftshilfen bestimmt. Vor diesem Hintergrund expandierten Volkswirtschaften wie die USA vor allem im ersten Halbjahr 2021. Im Gesamtjahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt der USA als eine der größten Volkswirtschaften der Welt laut Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) real um 5,6 Prozent gestiegen sein. Die starke Aufwärtsdynamik führte jedoch in Verbindung mit eingeschränkten Produktionskapazitäten und Transportketten zu Lieferengpässen und erheblichen Preissteigerungen bei Rohstoffen und Vorprodukten wie Mikrochips. Dies hat die Entwicklung der globalen Industrie seit der zweiten Jahreshälfte 2021 zunehmend beeinträchtigt. Vor diesem Hintergrund rechnet der IWF für die Weltwirtschaft auf Jahressicht mit einem Wachstum von 5,9 Prozent (Vorjahr: -3,1 %).

In Europa setzte die konjunkturelle Erholung aufgrund des dortigen Infektionsgeschehens erst im zweiten Quartal 2021 ein, sie blieb jedoch bis in den Herbst hinein stabil. Starke Wachstumsimpulse lieferte insbesondere der zuvor durch Lockdown-Maßnahmen erheblich eingeschränkte private Konsum. Zum Jahresende stiegen die COVID-19-Fälle jedoch europaweit erneut signifikant. Die daraus resultierenden neuerlichen Beschränkungen und die stark gestiegenen Verbraucherpreise dämpften die Konsumdynamik entsprechend. Trotz des schwachen Schlussquartals (real +0,3 % vs. Vorquartal) ist das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone im Gesamtjahr 2021 laut Europäischem Statistikamt mit real plus 5,2 Prozent dennoch kräftig gewachsen.

In Deutschland hat sich die Wirtschaft im Vergleich zu den großen europäischen Nachbarn eher zögerlich erholt. Zwischen Mitte Dezember 2020 und Anfang März 2021 beeinflusste der negative Verlauf der COVID-19-Pandemie sowie ein damit einhergehender weiterer strenger Lockdown die Wirtschaft. Die privaten Konsumausgaben sanken daher im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorzeitraum um real 5,3 Prozent, die Sparquote stieg auf 22,0 Prozent (Q1 2019: 14,4 %).

Im Sommerhalbjahr folgte - nach Lockerung der Beschränkungen - ein kräftiger Wachstumsschub. Dabei erholten sich vor allem kontaktintensive Dienstleistungen wie Gastronomie, Tourismus oder Kultur sowie Teile des stationären Einzelhandels spürbar. Bei stabiler Arbeitsmarkt- und Einkommensentwicklung sowie zusätzlich hohen Sparrücklagen verfügten die Haushalte über eine hohe Kaufkraft und Kauflust. Dementsprechend expandierte der private Konsum im zweiten und dritten Quartal 2021 jeweils gegenüber dem Vorzeitraum um real 3,8 Prozent bzw. 6,2 Prozent.

Parallel dazu kam die im Frühjahr gestartete Impfkampagne jedoch ins Stocken und mit Beginn des Winters stiegen die Infektionszahlen auch durch die neue Omikron-Virusvariante erneut stark an. Zusätzlich zu den entsprechend wieder eingeschränkten Konsummöglichkeiten erhöhte sich die Inflationsrate zum Jahresende auf Werte von über 5,0 Prozent. Dies schmälerte den Konsumspielraum der privaten Haushalte. Trotz aller Einschränkungen stiegen die Umsätze im deutschen Einzelhandel von Januar bis Dezember im Vergleich zum Vorjahreszeitraum real um 0,7 Prozent, nominal um 2,9 Prozent. Der Online-Handel legte weiter zu und war wie bereits 2020 einer der größten Profiteure der Pandemie (real +12,4 %).

Die für Deutschland besonders konjunkturrelevante Industrie, also das produzierende Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe, geriet im zweiten Halbjahr unter Druck: So hatte sich die Industrie aufgrund der globalen Nachfrage zwar zunächst deutlich erholt, wurde im Jahresverlauf aber immer stärker durch Lieferengpässe und gestiegene Rohstoffkosten beeinträchtigt. Dadurch blieb die Industrieproduktion trotz eines hohen Auftragsbestands und günstiger Finanzierungsbedingungen unter ihren Möglichkeiten. Dies dämpfte wiederum die Exportdynamik. Aus diesen Gründen ist die deutsche Wirtschaft nach Schätzung des Statistischen Bundesamts im vierten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent gesunken. Für den privaten Konsum bedeutet die neue Pandemie-Welle mit der Omikron-Virusvariante ebenfalls einen Rückschlag, wenngleich dieser nicht das Ausmaß des Lockdowns im Winter 2020 erreichen dürfte.

Im Gesamtjahr 2021 ist das Bruttoinlandsprodukt aufgrund des guten Sommerhalbjahres mit real plus 2,7 Prozent (Vorjahr: -4,6 %) dennoch solide gewachsen. Der private Konsum blieb, trotz aller Einschränkungen, auf Vorjahresniveau (Vorjahr: -5,9 %).

ENTWICKLUNG DES BRUTTOINLANDSPRODUKTS IN DEUTSCHLAND IN PROZENT, VERÄNDERUNG GEGENÜBER VORQUARTAL

Verkettet, preis-, saison- und kalenderbereinigt. p: Prognose. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen vom 28.01.2022.

ENTWICKLUNG RELEVANTER MARKTUMFELDER DER PROSIEBENSAT.1 GROUP

Die Mediennutzung in Deutschland ist von zwei grundlegenden Entwicklungen geprägt: Zum einen wächst im Zeitalter der Digitalisierung die Vielfalt an Entertainment-Angeboten und Nutzungsoptionen auf den unterschiedlichen Endgeräten, was gleichzeitig eine zunehmende Fragmentierung mit sich bringt. Zum anderen steigt, angetrieben durch diese Vielfalt, der Medienkonsum: Die Menschen verbringen insgesamt immer mehr Zeit mit Medien. Dabei bleibt TV das wichtigste Medium, was dessen Stärke unterstreicht.

Laut der Studie "Media Activity Guide 2021" unseres Werbezeitenvermarkters Seven.One Media ist die tägliche TV-Mediennutzung bei den 14- bis 69-jährigen Zuschauer:innen im Berichtszeitraum 2021 mit 238 Minuten am höchsten. Damit entfallen im intermedialen Vergleich 37 Prozent der Gesamttagesnutzung auf TV. Hierzu zählen sowohl Live- als auch On-Demand-Inhalte. Diese große Reichweite spiegelt sich in der hohen Werbewirksamkeit des Mediums wider: Gemäß der auf Brutto-Basis vorliegenden Daten von Nielsen Media Research flossen 2021 47,2 Prozent der Werbeinvestitionen in TV-Werbung, im Vorjahr waren es 44,6 Prozent. Damit hat Fernsehen im intermedialen Vergleich seine höchste Relevanz noch einmal gestärkt.

Werbung im TV ist infolge der hohen Reichweiten besonders effektiv. Über Bewegtbild-Werbung wird eine Marke stärker emotional geprägt als über jedes andere Medium. Dies ist wichtig für die Markenbindung und letztendlich den Verkauf von Produkten. Begleitforschungen zeigen zudem, dass sich crossmediale Werbekampagnen in ihrer Wirkung verstärken und dabei Online-Werbung in Kombination mit TV-Kampagnen besonders wirksam ist. Dies ist auch ein Grund dafür, warum sich der TV-Werbemarkt 2021 so positiv entwickelt hat und mit deutlich mehr Relevanz als noch im Jahr 2019 prognostiziert.

Im deutschen Zuschauermarkt ist die ProSiebenSat.1-Senderfamilie weiterhin führend (14- bis 49-jährige Zuschauer:innen), wenngleich die Marktanteile auf Jahressicht wie erwartet unter Vorjahr blieben. Hauptursache war die TV-Übertragung der UEFA-Fußball-Europameisterschaft im Juni und Juli 2021 sowie der Olympischen Sommerspiele im Juli und August 2021, die auf den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern live zu sehen waren. Dies kennzeichnet entsprechend auch die Marktanteilsentwicklung der von der Ad Alliance vermarkteten privaten Sender RTL, VOX, n-tv, Super RTL, NITRO, RTLup und VOXup.

Im Gesamtjahr 2021 belief sich der Zuschauermarktanteil der ProSiebenSat.1-Sender auf 25,5 Prozent (Vorjahr: 27,2 %), die von der Ad Alliance vermarkteten Sender kamen auf einen gemeinsamen Marktanteil von 23,8 Prozent (Vorjahr: 25,3 %). Im wichtigen vierten Quartal stieg der Zuschauermarktanteil der ProSiebenSat.1 Group leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 26,5 Prozent (Vorjahr: 26,4 %), während der Wert der von der Ad Alliance vermarkteten Sender auf 23,6 Prozent (Vorjahr: 24,3 %) sank.

Die Gruppe setzt ihren Fokus in der Programmstrategie vermehrt auf lokale, relevante und Live-Inhalte. Ziel ist es, Zuschauergruppen noch besser zu erreichen und sich vom Wettbewerb zu differenzieren. In unserer digitalen Welt wird dies zu einem immer wichtigeren Wettbewerbskriterium für alle Teilnehmer:innen des dualen Rundfunksystems, insbesondere mit Blick auf multinationale Streaming-Anbieter und die jungen Zielgruppen.

Neben dem Fokus auf lokale und Live-Inhalte ist der Kern unserer Strategie, Programme über möglichst viele Verbreitungswege anzubieten. In diesem strategischen Kontext hat die ProSiebenSat.1 Group gemeinsam mit Discovery Communications Europe Ltd. ("Discovery") die Streaming-Plattform Joyn als Joint Venture gegründet und im Juni 2019 gelauncht. Der Streaming-Dienst bietet Zuschauer:innen über 70 Sender im Livestream sowie ein umfangreiches On-Demand-Angebot mit eigenproduzierten lokalen Serien, Shows und Previews. Seit November 2019 ergänzt der kostenpflichtige Service Joyn PLUS+ mit exklusiven Inhalten, Originals, Pay-TV-Sendern sowie Inhalten in HD-Qualität das Angebot. Laut AGOF-Messung (Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung e. V.) erreichte der kostenfreie Streaming-Dienst Joyn im November 2021 in Deutschland 3,85 Mio Unique User (Vorjahr: 3,75 Mio). Auch im Jahr 2022 wird der Konzern die Weiterentwicklung der Marke Joyn fortsetzen.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Seven.One Pay TV GmbH betreibt keine eigene Forschung und Entwicklung, partizipiert aber an entsprechenden Aktivitäten ihrer Muttergesellschaft Seven.One Entertainment Group GmbH. Diese betreibt Forschung und Entwicklung (F&E) zwar nicht im herkömmlichen Sinne eines Industrieunternehmens, jedoch haben beide Bereiche dennoch einen hohen Stellenwert.

In der Programmentwicklungsphase spielt zum Beispiel die Programmforschung eine entscheidende Rolle. Eine wichtige Aufgabe ist die Bewertung von internationalen TV-Trends hinsichtlich ihres Potenzials für den deutschen Fernsehmarkt. Darüber hinaus erstellt das entsprechende Research-Team regelmäßig quantitative sowie qualitative Studien und Analysen zu den Programmen der ProSiebenSat.1-Sender. Dabei werden unter anderem TV-Piloten mithilfe von Umfragen und Publikumsvorführungen getestet. Dieses Research-Team führt außerdem Ad-hoc- Tests zu bereits ausgestrahlten Sendungen durch. Auf Basis der Ergebnisse können wir TV-Formate sowohl in der Entstehungsphase anpassen als auch bereits ausgestrahlte Programme optimieren und damit die Erfolgsquote erhöhen.

GESAMTAUSSAGE ZUM GESCHÄFTSVERLAUF AUS SICHT DER UNTERNEHMENSLEITUNG

2021 war ein sehr herausforderndes Jahr, welches durch die weltweite Ausbreitung des Coronavirus bestimmt war. Unsere ursprüngliche Wachstumsprognose musste teilweise angepasst werden, der TV-Werbemarkt entwickelte sich schwach und war sehr volatil. Dennoch konnten wir das schwierige COVID-19-Jahr 2021 versöhnlich abschließen.

Unsere Umsätze entwickeln sich dank zusätzlicher Partnerschaften und der Erweiterung des Leistungsportfolios (non-lineare Produkte) planmäßig.

Die Seven.One Pay TV GmbH stellt somit weiterhin eine wichtige Säule dar, um werbe- und konjunkturunabhängige Erlöse zu erzielen und trägt somit zur nachhaltigen Wertschöpfung sowie zu Wachstumsplänen der ProSiebenSat.1 Group bei.

ERTRAGSLAGE

Die Umsatzerlöse sind im Geschäftsjahr 2021 um 5,1% auf 16,5 Mio. Euro angestiegen und wurden, wie in den vergangenen Jahren, überwiegend aus Verträgen mit Kabelnetzbetreibern erzielt.

Der Programm- und Materialaufwand beläuft sich auf 10,5 Mio. Euro (Vorjahr: 8,9 Mio. Euro). Dabei entfallen auf den Werteverzehr des Programmvermögens 6,2 Mio. Euro (Vorjahr 5,5 Mio. Euro) und auf den Erwerb von Werbezeiten 1,7 Mio. Euro (Vorjahr 1,0 Mio. Euro).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht und belaufen sich auf 2,1 Mio. Euro (Vorjahr: 2,0 Mio. Euro).

Entsprechend dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages wurde der Gewinn i. H. von 3,7 Mio. Euro (Vorjahr: 4,4 Mio. Euro) an die Seven.One Entertainment Group GmbH abgeführt.

FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Zentrales Finanzmanagement

Die Seven.One Pay TV GmbH ist in das Finanzmanagement der ProSiebenSat.1 Group einbezogen. Durch ein zentrales Cash-Pooling-System findet ein konzerninterner Liquiditätsausgleich statt. Die Seven.One Pay TV GmbH ist, auf Basis der Finanzierung durch die ProSiebenSat.l Media SE, in der Lage ihre externen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Vermögenslage und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme hat sich zum 31. Dezember 2021 von 11,0 Mio. Euro auf 10,1 Mio. Euro vermindert. Das entspricht einem Rückgang von 8,0%.

Das Umlaufvermögen beträgt im Berichtsjahr 10,1 Mio. Euro. Die wesentlichen Posten sind dabei das Programmvermögen i. H. von 4,6 Mio. Euro (Vorjahr: 3,9 Mio. Euro) und die Forderungen gegen verbundene Unternehmen i. H. von 3,8 Mio. Euro (Vorjahr: 5,2 Mio. Euro). Darin enthalten sind Forderungen aus dem Intercompany Clearing mit der ProSiebenSat.l Media SE in Höhe von 2,6 Mio. Euro (Vorjahr: 3,9 Mio. Euro).

Das Eigenkapital beträgt unverändert 5,2 Mio. Euro.

Die sonstigen Rückstellungen haben sich gegenüber dem Vorjahr von 0,5 Mio. Euro auf 0,4 Mio. Euro leicht vermindert. Auf Rückstellungen für ausstehende Rechnungen entfallen dabei 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,4 Mio. Euro).

Die Verbindlichkeiten sind um 15,2% auf 4,5 Mio. Euro zurückgegangen. Dieser Rückgang ist primär auf die verminderte Verbindlichkeit aus dem Ergebnisabführungsvertrag gegenüber der Seven.One Entertainment Group GmbH i. H. von 3,7 Mio. Euro (Vorjahr 4,4 Mio. Euro) zurückzuführen.

Die Cashinflows der Gesellschaft resultieren im Wesentlichen aus den Erlösen aus der Verbreitung der PayTV-Kanäle über die Kabelnetze der Netzbetreiber. Die Cashoutflows ergeben sich überwiegend durch den Einkauf von Programmvermögen.

Die Muttergesellschaft ist durch den Ergebnisabführungsvertrag zum Ausgleich von negativen Ergebnissen der Gesellschaft verpflichtet.

VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM ERWARTETEN GESCHÄFTSVERLAUF

Die Umsatzerlöse stiegen im Berichtsjahr um 0,8 Mio. Euro auf 16,5 Mio. Euro (Vorjahr: 15,7 Mio. Euro) aufgrund eines zusätzlich gebuchten Bruttomediavolumens einer kabelbasierten TV-Plattform. Dies entspricht einem Anstieg von 5,1%. Aufgrund von höheren Investitionen ins Pay TV-Programm sowie zusätzlicher interner Sendezeit auf den Free-to-Air-Kanälen der P7S1-Sendergruppe stiegen die EBITDA Kosten um 13% auf 12,6 Mio. Euro (Vorjahr: 11,2 Mio. Euro). Das EBITDA sank damit von 4,5 Mio. Euro in 2020 um 14% auf 3,8 Mio. Euro. Da keine non-recurring Effekte zu verbuchen waren, entspricht das EBITDA dem adjusted EBITDA. Sämtliche Effekte fanden Einzug in die unterjährige Planung und entsprechen daher dem erwarteten Ergebnis.

Risikobericht

Die Gesellschaft besitzt kein eigenständiges Risikomanagementsystem, vielmehr ist die Seven.One Pay TV GmbH in das Risikomanagementsystem der ProSiebenSat.l Group eingebunden.

PROZESSSTEUERUNG

Die ProSiebenSat.l Group verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem, das alle Tätigkeiten, Produkte, Prozesse, Abteilungen, Beteiligungen und Tochtergesellschaften berücksichtigt, die nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung unseres Unternehmens haben könnten. Der klassische Risikomanagementprozess ist dabei in vier Phasen strukturiert:

1. Identifikation: Grundlage ist die Identifikation der wesentlichen Risiken über einen Soll-Ist-Vergleich. Verantwortlich hierfür sind die dezentralen Risikomanagen:innen. Sie orientieren sich an Frühwarnindikatoren, die für relevante Sachverhalte bzw. Kennzahlen definiert wurden. Ein wichtiger Frühwarnindikator ist beispielsweise die Entwicklung der Zuschauermarktanteile.

2. Bewertung: Die Bewertung der relevanten konsolidierten Risiken erfolgt auf Basis einer Matrix. Dazu werden die Sachverhalte zum einen nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit auf einer Fünf-Stufen-Prozentskala kategorisiert. Zum anderen wird der Grad ihrer möglichen finanziellen Auswirkung beurteilt; die finanziellen Äquivalente gliedern sich ebenfalls in fünf Stufen. Mithilfe der Matrixdarstellung werden die Risikopotenziale nach ihrer relativen Bedeutung als "hoch", "mittel" oder "gering" klassifiziert. Neben der Klassifizierung ist die Analyse von Ursachen und Wechselwirkungen Teil der Risikobeurteilung. Dabei fließen Maßnahmen zur Gegensteuerung bzw. Risikominimierung in die Bewertung ein (Netto-Betrachtung). Um ein möglichst präzises Bild der Risikolage zu erhalten, werden Chancen hingegen nicht berücksichtigt.

3. Steuerung: Über entsprechende Maßnahmen kann die ProSiebenSat.l Group die Eintrittswahrscheinlichkeit von Verlustpotenzialen verringern und mögliche Einbußen begrenzen oder vermindern. Von großer Bedeutung für den sicheren Umgang mit Risiken ist daher, adäquate Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sobald ein Indikator eine bestimmte Toleranzgrenze überschreitet.

4. Monitoring: Die Risikoüberwachung und Risikoberichterstattung komplettieren den Risikomanagementprozess. Ziel ist es, die Veränderungen zu überwachen und die Effektivität der ergriffenen Steuerungsmaßnahmen zu prüfen. Teil des Monitorings ist auch die Dokumentation; sie stellt sicher, dass alle entscheidungsrelevanten Hierarchieebenen über adäquate Risikoinformationen verfügen.

Risiko ist im vorliegenden Bericht als mögliche künftige Entwicklung bzw. mögliches künftiges Ereignis definiert, das unsere Geschäftslage wesentlich beeinflussen und zu einer negativen Ziel- bzw. Prognoseabweichung führen könnte. Damit fallen jene Risikoausprägungen, die wir bereits in unserer finanziellen Planung bzw. im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 berücksichtigt haben, nicht unter diese Definition und werden folglich in vorliegendem Risikobericht nicht erläutert.

Neben einem strukturierten Prozess sind klare Entscheidungsstrukturen, einheitliche Richtlinien und methodisches Vorgehen der verantwortlichen Instanzen Grundvoraussetzungen für den konzernweit sicheren Umgang mit Risiken. Zugleich müssen Abläufe und Organisationsstrukturen so flexibel gestaltet sein, dass die ProSiebenSat.l Group jederzeit angemessen auf neue Situationen reagieren kann. Daher erfolgt die regelmäßige Klassifikation der Risiken dezentral und somit direkt in den verschiedenen Unternehmenseinheiten, wie nachfolgend beschrieben:

Dezentrale Risikomanager:innen: Die dezentralen Risikomanager:innen erfassen die Risiken aus ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich nach der beschriebenen, konzernweit einheitlichen Systematik. Sie dokumentieren ihre Ergebnisse quartalsweise in einer IT-Datenbank.

Group Risk Officer: Der Group Risk Officer berichtet die in der Datenbank gemeldeten Risiken quartalsweise an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Kurzfristig auftretende relevante Risiken werden zudem unverzüglich gemeldet. Vorstand bzw. Aufsichtsrat erhalten auf diesem Weg frühzeitig und regelmäßig alle entscheidungsrelevanten Analysen und Daten, um angemessen reagieren zu können.

Das Risk Office unterstützt die verschiedenen Unternehmensbereiche bei der Risikofrüherkennung. Durch Schulungen der dezentralen Risikomanager:innen und eine kontinuierliche Prüfung des Risikokonsolidierungskreises stellt das Ressort die Effektivität und Aktualität des Systems sicher. Darüber hinaus prüft der Bereich Internal Audit regelmäßig die Qualität und Ordnungsmäßigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden direkt an den Finanzvorstand des Konzerns berichtet, danach im Vorstand des Konzerns besprochen und auch dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben.

Die regelmäßige Prüfung des Risikomanagementsystems von Internal Audit und externen Beauftragten hat zu einem positiven Ergebnis geführt. Grundlage für die Prüfung ist das sogenannte Risikomanagementhandbuch. Dieses Handbuch fasst unternehmensspezifische Grundsätze zusammen und reflektiert den international anerkannten Standard für unternehmensweites Risikomanagement und interne Kontrollsysteme des COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission).

ENTWICKLUNG DER RISIKEN

Die Gesamtrisikolage der ProSiebenSat.l Group ist zum 31. Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Als Folge des Impffortschritts und sinkender Neuinfektionen im Sommer 2021 hat insbesondere der private Konsum in Deutschland von der fortschreitenden Normalisierung der Pandemie-Lage im vergangenen Jahr profitiert. In diesem Zuge ist ebenfalls die Nachfrage nach Werbung im Jahresverlauf rasch und spürbar gestiegen. Durch das Aufkommen bzw. durch die rasante Ausbreitung der hoch ansteckenden Virusvariante Omikron zum Jahresende ist es zwar zu neuen Unsicherheiten in Bezug auf die Pandemie gekommen, allerdings verursacht diese Variante nach derzeitigem Kenntnisstand weniger schwere Verläufe und führt zu geringeren Alltagsbeschränkungen. Gleichzeitig beeinflussen Lieferengpässe und Inflationstendenzen das wirtschaftliche Umfeld in Deutschland. Zudem sorgt der Russland-/Ukraine-Krieg für weitere makroökonomische Unsicherheit, die aktuell noch schwer quantifizierbar ist, aber auch die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland beeinträchtigen könnte. Die makroökonomischen Szenarien sind abhängig von Kriegsdauer, Sanktionsverschärfungen, Energiepreisentwicklung und Energieversorgung; erneute Störungen in den Lieferketten könnten Auswirkungen auch auf die Inflation und die reale Kaufkraft haben.

Nach unserer Einschätzung sind derzeit keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken zu einer maßgeblichen bzw. dauerhaften Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen könnten. Die identifizierten Risiken haben keinen bestandsgefährdenden Charakter, auch nicht in die Zukunft gerichtet.

Wir überwachen fortlaufend und systematisch alle im Rahmen des Risikomanagementprozesses erfassten Risiken. Dies sind nicht notwendigerweise die einzigen Risiken, denen der Konzern ausgesetzt ist. Weitere Risiken, die unsere Geschäftstätigkeit beeinflussen könnten, sind uns derzeit jedoch nicht bekannt oder wir betrachten sie im Kontext dieses Berichts als nicht relevant. Risiken mit einer geringen Bedeutung werden hier nicht berichtet.

Operative Risiken

Allgemeine Branchenrisiken (inkl. Mediennutzungsverhalten und Reichweitenentwicklung):

Fernsehen ist nach wie vor das wichtigste Breitenmedium, dies gilt sowohl mit Blick auf die Reichweite als auch die Mediennutzungszeit. Die steigende Internetnutzung hat das Mediennutzungsverhalten jedoch nachhaltig verändert. Schon seit Langem werden beispielsweise TV-Inhalte nicht nur live am stationären TV-Gerät genutzt, sondern auch on-demand und über mobile Endgeräte wie Laptop oder Smartphone. Generell zeigen die online verfügbaren Bewegtbildangebote wie beispielsweise Streaming-Plattformen eine ungebrochen hohe Akzeptanz bei den Nutzer:innen. Darauf haben wir unsere Strategie ausgerichtet und bauen unser Portfolio stetig aus.

Indem der Konzern Inhalte über möglichst viele Kanäle verbreitet und plattformunabhängig anbietet, bedienen wir zusätzliche Mediennutzungsinteressen. Auf diese Weise baut ProSiebenSat.1 die digitale Reichweite aus und stärkt zugleich das Markenprofil unseres klassischen Senderportfolios. Gleichzeitig fokussieren wir uns mit unseren Eigenproduktionen vor allem auf die werberelevante Prime Time. Vor diesem Hintergrund erachten wir die Risiken aus einer Veränderung der Bewegtbildnutzung als unverändert im Vergleich zum Vorjahr und sehen deren Eintritt als unwahrscheinlich an. Im Falle einer grundlegenden Veränderung können wir wie im Vorjahr wesentliche finanzielle Auswirkungen jedoch nicht vollständig ausschließen. Insgesamt stufen wir diesen Sachverhalt als mittleres Risiko ein.

Makroökonomische Risiken: Die Weltwirtschaft war 2021 das zweite Jahr in Folge maßgeblich durch die Ausbreitung des Coronavirus und seiner Virusvarianten bestimmt. Dabei erholte sich die Konjunktur weltweit insgesamt aber spürbar: Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das abgelaufene Jahr 2021 mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 5,9 Prozent, nachdem diese infolge der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 um real minus 3,1 Prozent eingebrochen war.

Die deutsche Wirtschaft konnte sich 2021 erholen, erreichte aber noch nicht das Vorkrisenniveau von 2019. Aufgrund ihres starken Industriesektors ist die hiesige Wirtschaft in besonderem Maße von Lieferproblemen und Preiserhöhungen geprägt, die die rasche globale Konjunkturerholung sowie die entsprechend hohe Nachfrage nach Rohstoffen und Vorprodukten im abgelaufenen Jahr verursacht haben. Der private Konsum blieb auf Vorjahresniveau. Zwar legte er - nach schwachem Jahresbeginn - in den beiden Sommerquartalen kräftig zu, wurde allerdings im vierten Quartal durch wieder steigende Infektionszahlen und einhergehende Beschränkungen erneut gebremst. Zusätzlich schmälerte die steigende Inflationsrate zum Jahresende den Konsumspielraum der privaten Haushalte.

Dennoch ist zu erwarten, dass die deutsche Wirtschaft nach dem Winterhalbjahr 2021/22 auf den Wachstumspfad zurückkehren wird. Dafür sprechen die weiterhin dynamische Weltkonjunktur, der immer noch hohe Auftragsbestand in der Industrie sowie die solide Finanzlage der privaten Haushalte mit entsprechend großem Konsumpotenzial. Die Bundesregierung rechnet für 2022 derzeit mit einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von real plus 3,6 Prozent. Prognosen sind per se mit Unsicherheiten behaftet, derzeit sind sie jedoch besonders hoch: So könnte sich die Konjunkturerholung einerseits weiter verzögern, andererseits aber auch deutlich dynamischer erfolgen. Ausschlaggebend hierfür bleibt insbesondere der weitere Verlauf und die Intensität der Pandemie mit ihren Virusvarianten. Zudem sorgt der Russland-/Ukraine-Krieg für weitere makroökonomische Unsicherheit, die aktuell noch schwer quantifizierbar ist, aber auch die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland beeinträchtigen könnte. Die makroökonomischen Szenarien sind abhängig von Kriegsdauer, Sanktionsverschärfungen, Energiepreisentwicklung und Energieversorgung; erneute Störungen in den Lieferketten könnten Auswirkungen auch auf die Inflation und die reale Kaufkraft haben. Den Eintritt stufen wir wie im Vorjahr als möglich ein, während im Falle des Eintritts weiterhin wesentliche finanzielle Auswirkungen folglich nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Insgesamt stufen wir diesen Sachverhalt weiterhin als hoch ein.

Vermarktungsrisiken: Der Wettbewerb mit globalen Plattformanbietern ist intensiv. Dies birgt für die ProSiebenSat.l Group das Risiko, dass sich die Investitionsbereitschaft von Werbekund:innen verringert bzw. das Preisniveau von Werbung im TV sinkt. Wesentliche Auswirkungen auf unsere Umsatzentwicklung im TV-Werbemarkt können wir nicht ausschließen, obgleich wir eine digitale und plattformübergreifende Entertainment-Strategie verfolgen.

Diese Entwicklung haben wir bei der Finanzplanung gegenüber dem Vorjahr berücksichtigt, wobei sich die Risikobewertung insgesamt nicht verändert hat: Die Eintrittswahrscheinlichkeit der Vermarktungsrisiken liegt durch die anhaltende Unsicherheit über die weitere Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds im Rahmen der COVID-19-Pandemie wie im Vorjahr weiterhin bei möglich mit einer weiterhin wesentlichen Auswirkung, sodass wir das Vermarktungsrisiko insgesamt weiterhin als hoch bewerten.

Content-Risiken: Der nationale und internationale Produktionsmarkt hat sich im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr stark erholt und positiv entwickelt. Auch künftig gehen wir von einer starken Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Content und einem entsprechend guten Marktumfeld für die Produktionsunternehmen der ProSiebenSat.1 Group aus.

Dennoch ist das Produktionsgeschäft weiterhin von der COVID-19-Pandemie betroffen: Viele Produktionen waren mit Hindernissen wie Schließungen von Drehorten, logistischen Herausforderungen, umfangreichen Hygieneprozessen und sozialer Distanzierung konfrontiert. Die Produktionsunternehmen konnten ihre Prozesse hieran jedoch schnell sowie effizient anpassen und somit die produktionsbezogenen COVID-19-Risiken weitgehend kontrollieren. Mit diesen etablierten Prozessen sind die Unternehmen für den weiteren Verlauf der Pandemie gut aufgestellt, wobei auch 2022 Auswirkungen der Pandemie auf das Produktionsgeschäft nicht vollständig auszuschließen sind. Infolgedessen sind die Content-Risiken in ihrer Bewertung im Vergleich zum Vorjahresende 2020 (verglichen mit dem Risiko: Risiken der Programmproduktion (national und international)) unverändert: Wir stufen das Risiko weiterhin als mittel mit einer potenziell wesentlichen Auswirkung ein. Den Eintritt erachten wir dabei nach wie vor als unwahrscheinlich.

Compliance-Risiken

Allgemeine Compliance-Risiken (inkl. gesetzliche Berichtspflichten, Kartellrecht, Gerichtsverfahren): Die digitale Entwicklung stellt den Gesetzgeber vor neue Herausforderungen und konfrontiert Unternehmen mit einer zunehmenden Regulierungsdichte, insbesondere in den Bereichen Verbraucher- und Datenschutz. Die daraus resultierende Risikobedeutung hat sich im Vergleich zum Vorjahr für uns nicht verändert: Wir bewerten Compliance-Risken weiterhin als mittleres Risiko mit potenziell wesentlicher Auswirkung und unwahrscheinlichem Eintritt. Zur Prävention möglicher gesetzlicher Verstöße beobachten wir die Rechtsentwicklungen genau, um auf Veränderungen angemessen zu reagieren. Gemeinsam mit Politik und Industrie will der Konzern die Chancen der Digitalisierung fördern, um somit den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland langfristig zu stärken. Dabei stehen aktuell folgende Themen im Fokus:

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat die rechtlichen Vorgaben zur Verarbeitung personenbezogener Daten in der Europäischen Union harmonisiert. Die daraus resultierenden Rechte und Pflichten im Bereich Online-Werbung sind jedoch nach wie vor nicht vollumfänglich abzuschätzen; dies gilt insbesondere hinsichtlich der Vorgaben zur Verarbeitung von Daten für zielgruppenspezifische Werbung im Internet. Die Online-Werbewirtschaft hat daher verschiedene Initiativen gegründet, wie das Transparency & Consent Framework in seiner aktuellen Version 2.0 (TCF 2.0), das die datenschutzrechtlich notwendige Abfrage von Einwilligungen bei den Nutzer:innen ermöglicht. Hier ist noch nicht geklärt, ob und in welchem Umfang die zuständige belgische Datenschutzaufsichts-Behörde den TCF-Mechanismus beanstandet und welche Nachbesserungspflichten sie ggf. anordnet. Ein Scheitern des TCF könnte das werbefinanzierte Geschäftsmodell der ProSiebenSat.1 Group schädigen, da dadurch deutlich erschwert würde, die für Werbeausspielungen nötigen Einwilligungen einzuholen. Wir erwarten ferner weitere gesetzgeberische Maßnahmen zur Einwilligungserfordernis für Cookies und andere Online-Identifier in Deutschland; zudem könnte ein Gesetzesentwurf für ein Telekommunikations- und Teledienste-Datenschutzgesetz die für die Online-Werbeindustrie zentrale Wiedererkennung der Nutzer:innen weiter einschränken. Die Europäische Kommission hat infolge des Schrems Il-Urteils neue Standardvertragsklauseln (SCCs) für Datentransfers in unsichere Drittstaaten (insb. USA) verabschiedet, für deren Abschluss die Parteien ergänzende Schutzmaßnahmen definieren bzw. implementieren müssen. Finden sich keine adäquaten ergänzenden Schutzmaßnahmen, muss auf einen weniger geeigneten Anbieter innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums zurückgegriffen werden. Unabhängig davon sind der/die jeweilige Betreiber:in eines Online-Angebots und in das Online-Angebot eingebundene Daten verarbeitende Dritte gemeinsam verantwortlich i.S.d. Art. 26 DSGVO. Dies bringt das Erfordernis mit sich, dass der/die jeweilige Betreiber:in des Online-Angebots mit einer Vielzahl von eingebundenen Dritten Vereinbarungen über gemeinsame Datenverarbeitung (Joint Controller Arrangements - JCAs) abschließen muss, um den Anforderungen der DSGVO zu entsprechen.

Das im Juni 2021 verabschiedete Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz wird am 1. Januar 2023 in Kraft treten. Es wird die Gesellschaften der ProSiebenSat.1 Group verpflichten, bestimmte, angemessene Maßnahmen zur Absicherung gegen bestimmte menschenrechtliche und umweltrechtliche Risiken im eigenen Geschäftsbereich sowie hinsichtlich ihrer unmittelbaren und mittelbaren Geschäftspartner:innen zu implementieren. Die Verletzung der sich daraus ergebenden Pflichten kann signifikante negative Haftungs- und Rechtsfolgen sowie Bußgelder nach sich ziehen.

Verschiedene Gesetzgebungsvorhaben auf europäischer und nationaler Ebene zielen darauf ab, die Verbraucherrechte weiter zu stärken. Mit Inkrafttreten der nationalen Umsetzung des EU-Richtlinienpakets zu digitalen Inhalten und Dienstleistungen bzw. für den Warenkauf am 1. Januar 2022 werden die Rechte der Verbraucher:innen insbesondere bei der Gewährleistung von digitalen Inhalten, digitalen Dienstleistungen und beim Warenkauf gestärkt. Des Weiteren sieht die EU-Omnibus-Richtlinie als Teil des "New Deal for Consumers" u.a. Änderungen am Widerrufsrecht, neue Transparenzregelungen für Online-Marktplätze sowie eine Novellierung der Preisangabenverordnung vor. Diese Regelungen treten auf nationaler Ebene am 28. Mai 2022 in Kraft. Bei bestimmten Verstößen können Bußgelder von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes eines Anbieters verhängt werden. Ein weiterer Bestandteil des "New Deal for Consumers"-Pakets ist die EU-Verbandsklage-Richtlinie, die am 24. Dezember 2020 verabschiedet wurde, binnen zwei Jahren in nationales Recht umzusetzen und sodann sechs Monate später in Kraft treten wird. Bei bestimmten Verstößen gegen EU-Recht, z.B. im Bereich des allgemeinen Verbraucherrechts oder im Datenschutz, sollen sog. qualifizierte Einrichtungen künftig im Namen von Verbraucher:innen neben Unterlassungsansprüchen auch Ansprüche auf Schadenersatz, Nachbesserung oder Vertragsauflösung vor den nationalen Gerichten geltend machen können. Bereits verabschiedet wurde zudem das "Gesetz für faire Verbraucherverträge", das u.a. eine stärkere Regulierung von Verträgen mit längeren Laufzeiten einschließlich einer erleichterten Kündigungsmöglichkeit für Verbraucher:innen über einen Online-Kündigungsbutton vorsieht. Die Regelungen treten gestaffelt zum 1. März 2022 bzw. zum 1. Juli 2022 in Kraft und betreffen den Konzern in Teilen seiner Segmente (Commerce & Ventures und Dating & Video).

Die Dynamik digitaler Märkte bringt notwendige Anpassungen des nationalen und europäischen Kartellrechts mit sich. Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb stehen mit der Einführung des GWB-Digitalisierungsgesetzes unter verschärfter Missbrauchsaufsicht. Auf europäischer Ebene wurde eine Ex-ante-Regulierung digitaler Plattformen sowie die zentralisierte Durchsetzung des neuen Ordnungsrahmens auf den Weg gebracht. Dies sind entscheidende Schritte, um gleiche Wettbewerbsbedingungen in digitalen Märkten zu schaffen und künftig rechtzeitig gegen Wettbewerbsverzerrungen im Umfeld digitaler Ökosysteme vorzugehen.

Schließlich ist auch die Reformierung des Urhebervertragsrechts von Relevanz. Die neuen gesetzlichen Regelungen enthalten unbestimmte Rechtsbegriffe und einige weitere, unklare Formulierungen, bezüglich derer erst durch die Rechtsprechung und Branchenübung in den nächsten Jahren mehr Rechtssicherheit erreicht werden kann. Derzeit sind die Auswirkungen auf die ProSiebenSat.l Group daher noch nicht final absehbar.

Chancenbericht

CHANCENMANAGEMENT

Unser Ziel ist es, Chancen möglichst frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen zu nutzen: Dazu erfasst ProSiebenSat.1 die als relevant definierten Wachstumsoptionen im Rahmen der Strategieplanung. Dabei werden die einzelnen Wachstumsoptionen priorisiert, konkrete Ziele abgeleitet sowie Maßnahmen und Ressourcen zur operativen Zielerreichung festgelegt.

Unser Chancenmanagement ist Bestandteil des unternehmensinternen Steuerungssystems. Organisatorisch erfolgt das Management von Chancen dezentral in den Geschäftsbereichen. Dieser Prozess wird von der Abteilung "Group Strategy" unterstützt und koordiniert: Die Abteilung steht in engem Kontakt mit den einzelnen operativen Einheiten und erhält so einen detaillierten Einblick in die Geschäftssituation. Zudem dienen Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie der Erfahrungsaustausch mit externen Expert:innen als wichtige Quellen, um Wachstumsmöglichkeiten für die ProSiebenSat.1 Group zu identifizieren.

Chancen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit wir als hoch einstufen, haben wir bereits in unsere Prognose für 2022 sowie unsere mittelfristige Planung bis 2026 aufgenommen. Diese Wachstumsmöglichkeiten berichten wir im Unternehmensausblick. Daneben existieren Potenziale, die bislang nicht bzw. nicht vollumfänglich budgetiert sind; diese möglichen positiven Budgetabweichungen beschreiben wir nachfolgend, sofern sie für den Planungszeitraum bis 2026 relevant und wesentlich sind.

Datenbasierte Geschäftsmodelle und Digitalisierung von TV-Werbung. Globale Plattformanbieter wie Alphabet/Google, Meta/Facebook oder auch Netflix Inc. ("Netflix") haben unter anderem aufgrund ihrer datenbasierten Geschäftsmodelle eine hohe Marktmacht. Durch ihre Größe können sie Nutzungsgewohnheiten beeinflussen. Dies gilt insbesondere auch für die Mediennutzung junger Menschen. Die ProSiebenSat.1 Group hat jedoch sehr frühzeitig begonnen, ihre TV-Angebote zu erweitern und crossmedial auszubauen. Dabei heben wir uns aufgrund unserer lokalen Content-Strategie von den Angeboten globaler Plattformanbieter ab und leisten einen zentralen Beitrag zur Medien- und Meinungsvielfalt. Wir behaupten uns mit unserer Strategie in diesem Wettbewerb erfolgreich. Unser Ziel ist es, für jede Nutzungsform und auf allen Screens den passenden Service anzubieten.

Schon heute ist unser Programm jederzeit online und damit gerät-, zeit- und ortsunabhängig verfügbar. Mit Joyn betreiben wir beispielsweise ein Streaming-Angebot, über das wir unseren Zuschauer:innen unsere TV-Programme auch on-demand zur Verfügung stellen. Bei den Distributionspartnern bleiben unsere starken Sendermarken unsere Leuchttürme. Aber auch im Bereich Distribution gehen wir neue Wege und schaffen durch erweiterte Kooperationen mit den Distributionsplattformen zusätzliche Reichweite und Angebote im Bereich Video-on-Demand sowie neue Vermarktungsmöglichkeiten, etwa in den Bereichen Daten und Addressable TV. So treiben wir die digitale Transformation des ProSiebenSat.1-Konzerns mit Nachdruck voran. Denn es wird immer bedeutender, datenbasierte Geschäftsmodelle auch für die Vermarktung von TV-Werbezeiten zu etablieren und auszubauen.

Ein Meilenstein in diesem Kontext ist die gerichtliche Klärung, regional zugeschnittene Werbung künftig auf allen linearen Verbreitungswegen ausstrahlen zu dürfen. Das Wachstumspotenzial für datenbasierte Werbeformen ist hoch. Fernsehwerbung erhält so neue Akzente, wird für Zuschauer:innen und Werbekund:innen interessanter und dadurch im intermedialen Vergleich noch wertvoller. Vor dem Hintergrund der EuGH-Entscheidung vom Februar 2021 unterstreicht nun das Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 23. Dezember 2021 unsere politische Forderung: Wir brauchen in Deutschland eine zeitgemäße Regulierung und mehr Chancengleichheit im Werbemarkt - auch um heimische Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu fördern und nicht zu behindern. So ist beispielsweise globalen Digitalkonzernen wie Google oder Facebook kontextbezogene Werbung wie der regionale Zuschnitt von Werbung im Internet seit jeher erlaubt. Damit können wir nun auch im linearen TV Werbespots regional selektiv an die passgenaue Adresse ausliefern. Daraus eröffnet sich für uns die Chance, neue Produkte für weitere Kundengruppen anzubieten.

Ein weiteres Beispiel für die zielgerichtete, kontextbezogene oder gar personalisierte Aussteuerung von Werbung im TV sind Addressable-TV-Spots, die ProSiebenSat.1 als erster TV-Konzern in Deutschland realisiert hat und nun über d-force, unser Joint Venture mit RTL Deutschland vorantreibt. 2021 hat ProSiebenSat.1 über 1.200 Addressable-TV-Kampagnen umgesetzt (rund 20 % mehr als im Vorjahr). Die Angebote von ProSiebenSat.1 basieren auf der HbbTV-Technologie, die es ermöglicht, Online-Inhalte auf Smart-TV-Geräten anzuzeigen. Daraus resultieren attraktive Werbemöglichkeiten, da Addressable-TV-Spots die Vorteile der digitalen Werbung mit linearem Fernsehen verknüpfen. Ziel ist es, unsere führende Position im Addressable-TV-Umfeld kontinuierlich auszubauen und der dynamisch steigenden Nachfrage nach innovativen Werbetechnologien mit neuen Produkten zu begegnen.

Mit der CrossDevice-Bridge etwa ermöglichen wir Werbekund:innen seit Dezember 2020 die geräteübergreifende Planung und Aussteuerung von TV- und Digital-Werbekampagnen. Dabei buchen die Kund:innen nicht mehr das Medium, über das sie ihre Werbung ausspielen wollen, sondern die Menge und Häufigkeit von Kontakten, die sie erreichen wollen. Dadurch wird crossmediale Werbeplanung deutlich einfacher und schneller: Die verschiedenen Screens können miteinander verbunden und aufeinander abgestimmt werden, sodass bestimmte Zielgruppen bei übergreifenden TV- und Digital-Kampagnen leichter adressiert werden können. Insgesamt 38 Mio Haushalte erreicht die Seven.One Media bereits heute mittels der CrossDevice-Bridge und deckt damit den Großteil der digitalen Mediennutzung in Deutschland ab.

Um die erzielte Reichweite kombinierter TV- und Video-Kampagnen unter Berücksichtigung einheitlicher Kriterien messbar und bewertbar zu machen, hat ProSiebenSat.1 gemeinsam mit dem Lizenzgeber Sky Media das Konzept CFlight für den deutschen Markt entwickelt. CFlight beinhaltet ein transparentes, crossmediales Kampagnen-Reporting, das die Vergleichbarkeit von TV- und Video-Werbekontakten garantiert. Die Ergebnisse dieser Messbarkeitswährung zeigen einmal mehr, dass wirkungsstarke Bewegtbild-Kampagnen crossmedial arbeiten. Dies ist Kern unserer Vermarktungsstrategie. Dabei kombinieren wir konsequent die Vorteile des klassischen Fernsehens wie etwa seine hohe Reichweite mit den Vorteilen der digitalen Werbung, also zum Beispiel datenbasiertes Targeting, miteinander.

Zusätzliche Chancen aus der Entwicklung von Rahmenbedingungen: Das vielfältige Pay-TV- und SVoD-Angebot hat in den letzten Jahren viele Abonnenten überzeugt. Abonnenten der Plattformen haben die Möglichkeit je nach Abonnement zwischen mehreren Programmbouquets, d. h. mehrere zu einem Paket geschnürte Programme, zu wählen: Neben einem Starter- bzw. Basispaket bieten die Plattformen einen Mix aus Sport-, Film- und Serien- sowie Kinder- und Fremdsprachen-Paketen an. Sie alle bieten Pakete aus linearen und non- linearen Angeboten an und bauen ihre On-Demand-Angebote kontinuierlich weiter aus. Die Zahl der Pay-TV-Abonnenten blieb im Jahr 2020 mit rund 8 Millionen in Deutschland stabil auf Vorjahresniveau. Auch für das Jahr 2021 wird mit einer stabilen Entwicklung mit rund 8 Millionen Abonnenten in Deutschland gerechnet. Besonders dynamisch entwickelten sich die SVoD-Abonnenten mit 17,5 Millionen im Jahr 2020 (Vorjahr: 15,0 Mio.). Für 2021 rechnet VAUNET mit weiterem Wachstum auf rund 20,1 Millionen SVoD-Abonnenten. Neben den klassischen Pay-TV-Plattformen wächst auch das sogenannte OTT-Angebot (Over-the-Top), zum Beispiel mit hybriden Plattformen wie Joyn oder Amazon Channels, die sowohl lineare als auch non-lineare Programme über das Netz anbieten. Der Mehrwert für die Kunden ergibt sich aus Programmqualität und Programmvielfalt. Die überwiegende Zahl der Pay-TV-Programme wird in HD-Qualität ausgestrahlt. Hier sehen wir eine Chance in der Subscriber-Entwicklung durch stetig wachsende Kundenzahlen. Aktuell sind in Deutschland 102 Pay-TV-Programme lizensiert (VAUNET-Recherche Stand Juli 2021), davon 14 Dokumentationssender, 8 Kinderprogramme, 6 Musikprogramme, 30 Sportprogramme und 44 Unterhaltungsprogramme. Das gestiegene Zuschauerinteresse spiegelt sich auch in der tatsächlichen Nutzung der Pay-TV-Programme wider: 2020 lag die gemeinsame durchschnittliche Pay-TV-Nettoreichweite aller AGF-lizenzierten Pay-TV-Sender bei 17,4 Millionen Sehern pro Monat. Im ersten Halbjahr 2021 stieg die durchschnittliche Nettoreichweite auf 17,6 Millionen TV-Seher pro Durchschnittsmonat (H1 2020: 17,4 Millionen). Die höchste Nettoreichweite im betrachteten Zeitraum (01.01.2019 bis 30.06.2021) wurde mit 20,4 Millionen im Dezember 2020 erfasst.

In den genannten Werten ist die Pay-TV-Nutzung in Deutschland noch nicht vollständig erfasst. Nicht berücksichtigt sind Außerhaus- und teilweise Pay-TV-on-Demand-Nutzung sowie Nutzungsdaten der Pay-TV-Programme ohne AGF-Lizenz.

Über alle deutschen TV-Haushalte hinweg - also einschließlich der Haushalte, die gar kein Pay-TV abonniert haben - lag der durchschnittliche Zuschauermarktanteil der AGF-lizenzierten Pay-TV-Programme 2020 bei 3,0 Prozent im Gesamtpublikum ab 3 Jahren (2019: 3,2 Prozent). Im ersten Halbjahr 2021 betrug der Zuschauermarktanteil im Gesamtpublikum 3,3 Prozent.

Bezogen auf die Plattformhaushalte erreichten die Pay-TV-Programme 2020 17,1 Prozent im Gesamtpublikum (2019: 17,9 Prozent). Im ersten Halbjahr 2021 erreichten die Pay-TV-Programme einen gemeinsamen Zuschauermarktanteil von 16,9 Prozent bei den Zuschauern ab 3 Jahren in den Pay-TV-Haushalten. Da nicht jeder Sender in jedem Plattformhaushalt verfügbar ist, können sich in den Empfangshaushalten für einzelne Sender höhere Zuschauermarktanteile ergeben.

RISIKO- UND CHANCENLAGE

GESAMTAUSSAGE AUS SICHT DER UNTERNEHMENSLEITUNG

Die digitale Entwicklung eröffnet uns für alle Segmente neue Wachstumsmärkte. So wird etwa die Mediennutzung immer vielfältiger, Bewegtbild wird zunehmend unabhängig von Ort und Zeit konsumiert. Um diesen Wandel aktiv zu gestalten und in Wachstumspotenziale zu übersetzen, haben wir im vergangenen Jahr unser gesamtes Entertainment-Portfolio in einem Segment gebündelt und noch enger verzahnt. So können wir unsere Synergien vollumfänglich nutzen und Programme plattformunabhängig produzieren und anbieten sowie Werbekonzepte crossmedial entwickeln. Dabei wollen wir uns durch den verstärkten Fokus auf lokale und Live-Programme von globalen Streaming-Anbietern klar differenzieren. Denn der Trend zur Digitalisierung wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen und hat im Zuge der COVID-19-Pandemie in vielen Bereichen wie etwa im Bereich E-Commerce oder Video-Dating nochmals an Dynamik gewonnen. Dies birgt auch Risiken. Ebenso wichtig wie das Erkennen und Nutzen von Chancen ist für unser Unternehmen daher die Identifizierung und Steuerung von potenziellen Risiken. Nach unserer Einschätzung sind jedoch keine Risiken erkennbar, die zu einer maßgeblichen Beeinträchtigung unserer Geschäftsentwicklung führen könnten. Das Gesamtrisiko hat sich nicht verändert. Dies gilt auch für die Chancensituation, die stark von der weiteren makroökonomischen Entwicklung abhängt.

PROGNOSEBERICHT

Als Tochterunternehmen der Seven.One Entertainment Group GmbH hängt die Geschäftsentwicklung der Seven.One Pay TV GmbH zu einem wesentlichen Teil von der strategischen Ausrichtung der Entwicklung des TV-Geschäfts des Konzerns ab.

KÜNFTIGE WIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Trotz anhaltender Belastungen durch Rohstoffknappheiten, Lieferengpässe und neuerliche Pandemiewellen prognostizierte der IWF Im Januar für das Jahr 2022 ein robustes globales Wachstum von real 4,4 Prozent. Mit Ausbruch des Russland-Ukraine-Krieges am 24. Februar 2022 haben sich für die makroökonomischen Aussichten allerdings weitere Risiken ergeben. Der starke Anstieg von Energie- und Rohstoffpreisen verteuert in den Importländern die Produktion von Industriegütern und Nahrungsmitteln, die reale Kaufkraft der privaten Haushalte sinkt. Besonders betroffen ist Europa. Aufgrund der geographischen Nähe und erheblicher Abhängigkeiten im Energiesektor sind Verunsicherungen und Belastungen höher als beispielsweise in den größten Wirtschaftsräumen USA und China. Die globale Erholung sollte sich daher fortsetzen, wenn auch mit gedämpfter Dynamik. Die Risiken sind allerdings beträchtlich. Zu den wichtigsten zählen weitere Eskalationen im Russland-Ukraine-Krieg, Verschärfungen der Inflationstendenzen und verstärkte Instabilitäten auf den Finanzmärkten. Auch die Pandemie ist noch nicht überwunden. Derzeit breitet sich die Omicron-Variante in China aus und bedroht dort die industrielle Produktion und in Folge den Export von Vorprodukten und Gütern.

Die Erholung der deutschen Wirtschaft ist zum Jahreswechsel 2021/22 weitgehend zum Erliegen gekommen: Wie schon im Vorjahr stieg mit Beginn des Winters 2021 die Zahl der COVID-19-Infektionen deutlich an, kontaktintensive Dienstleistungen und der stationäre Einzelhandel wurden erneut durch Schutzmaßnahmen eingeschränkt. Anders als in vorherigen Hochphasen der Pandemie wurden Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe allerdings nicht komplett geschlossen, sodass auch die Abschwächung des privaten Konsums weniger stark ausfallen dürfte. Negativ auf die Konjunkturlage wirken sich jedoch die weltweiten Lieferengpässe aus, die den deutschen Industriesektor - und dort vor allem die bedeutsamen Industrien Automobil und Maschinenbau - erheblich belasten.

Es ist entsprechend davon auszugehen, dass Pandemiebeschränkungen und Lieferengpässe das erste Quartal 2022 bestimmen werden. Mit Beginn des Sommerhalbjahres ist auf Basis der Einschätzung der Institute - wie schon im Vorjahr - jedoch eine wirtschaftliche Belebung für Deutschland zu erwarten. Vor allem die privaten Konsumausgaben dürften nach Aufhebung der meisten Schutzmaßnahmen deutlich expandieren. Zwar wird die Inflation infolge des Russland-Ukraine-Krieges und der daraus resultierenden Verwerfungen über längere Zeit hoch bleiben und die reale Kaufkraft der privaten Haushalte spürbar mindern, dennoch sind die Rahmenbedingungen immer noch günstig. Der Arbeitsmarkt ist robust, die Einkommensverhältnisse stabil und die Ersparnisse hoch. Aufgrund der weltwirtschaftlichen Dynamik und des hohen Auftragsbestandes sollten auch die Industrieproduktion sowie die Exportdynamik an Fahrt gewinnen. Zumal die wirtschaftlichen Verflechtungen mit Russland außerhalb des Energiesektors eher gering sind. Vor diesem Hintergrund erwarten die Konjunkturexpert:innen in ihren Frühjahrsprognosen weiterhin Wachstum, aufgrund der erhöhten Belastungen allerdings weniger dynamisch als noch zum Jahreswechsel 2021/22 angenommen. Die Einschätzungen für 2022 liegen zwischen plus 2,0 Prozent (Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut, HWWI) und plus 3,1 Prozent (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle, IWH; ifo Institut). Der private Konsum wird mit Prognosewerten zwischen plus 3,0 Prozent (Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut, HWWI) und 6,4 Prozent (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle, IWH) deutlich dynamischer erwartet.

Prognosen sind per se mit Unsicherheiten behaftet, derzeit sind sie jedoch besonders hoch: So könnte sich die Konjunkturerholung einerseits weiter verzögern, andererseits aber auch deutlich dynamischer erfolgen. Ausschlaggebend hierfür bleibt insbesondere der weitere Verlauf des Russland-/Ukraine-Krieges und die Intensität der Pandemie mit ihren Virusvarianten.

Die PricewaterhouseCoopers GmbH ("PricewaterhouseCoopers") rechnet für das Jahr 2022 mit einem Volumen des Entertainment-Markts in Höhe von insgesamt 40,5 Mrd Euro, dies ist ein Wachstum der Konsumentenausgaben um 5,9 Prozent. Die Ausgaben für digitale Entertainment- Angebote sollten dann ein Volumen von 11,3 Mrd Euro haben (2021: 10,4 Mrd Euro), wobei sich unter anderem der Streaming-Sektor weiter sehr dynamisch entwickelt. Bis 2025 dürfte der digitale Entertainment-Markt jährlich um 6,5 Prozent wachsen, der traditionelle Entertainment-Markt - darunter bspw. Print, TV oder Konzerte - dürfte in diesem Zeitraum durchschnittlich um 1,1 Prozent pro Jahr ansteigen. Bezüglich der weiteren Entwicklung der Konsument:innenausgaben für Entertainment-Angebote bestehen angesichts der COVID-19-Pandemie sowie der hohen Inflationsrate jedoch nach wie vor hohe Unsicherheiten. Dies gilt auch für die gesamte Werbebranche.

Für die Werbeausgaben im Jahr 2022 prognostizieren die Mediaagenturen Magna Global und ZenithOptimedia für den Netto-Gesamt-Werbemarkt einen Anstieg von 10,1 Prozent bzw. 3,7 Prozent. Während die Prognosen in den vorherigen Jahren noch eine negative Entwicklung des TV-Werbemarkts in Deutschland erwartet hatten, ist der Netto-TV-Werbemarkt 2021 deutlich gewachsen und auch für das Jahr 2022 erwarten die Expert:innen weiteres Wachstum (Magna Global: +5,0 %; ZenithOptimedia: +3,0 %). Dies unterstreicht die Bedeutung des Mediums TV - auch in die Zukunft gerichtet. Ebenfalls auf Netto-Basis dürfte sich InStream-Videowerbung weiter dynamisch entwickeln und das Wachstum des Online-Werbemarkts vorantreiben. Allerdings ist die Prognoseunsicherheit hoch, zumal die seit Jahresbeginn 2022 in Deutschland aufgrund der neuen Omikron-Virusvariante bundesweit erneut stark ansteigenden Infektionszahlen in den Prognosen noch nicht reflektiert sind. Ob und in welchem Ausmaß sich darüber hinaus die Inflation auf Werbebudgets und -investitionen auswirkt, bleibt ebenfalls abzuwarten.

UNTERNEHMENSAUSBLICK

Aufgrund seiner überaus dynamischen Entwicklung hat sich Pay-TV neben dem gebühren- und dem werbefinanzierten Fernsehen als dritte Säule der Fernsehunterhaltung in Deutschland fest etabliert, wovon auch die ProSiebenSat.1 Group profitiert. Durch erweiterte Partnerschaften mit Internet-TV-Anbietern sowie Paid-Video-on-Demand-Plattformen stehen die Pay-TV-Sender auch mobil zum Abruf bereit. Die Partnerschaften unterstreichen die Strategie, Programm über möglichst viele Verbreitungswege anzubieten und konjunkturunabhängige Erlöse zu generieren. Auch das breitere Angebot an linearen und non-linearen Inhalten wird weiter wachsen und sich somit positiv auf die Umsätze auswirken. Damit bietet die Seven.One Pay TV GmbH nicht nur klassische lineare TV-Unterhaltung an, sondern ermöglicht auch zeitversetztes und selektives Fernsehen (on-Demand) aus einer Hand. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass sich unser Geschäftsmodell weiterhin stabil entwickeln wird.

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2021

AKTIVA

in EUR

31.12.2021 31.12.2020
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1,00 1,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1,00 0,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.097,00 3.475,00
1.098,00 3.475,00
1.099,00 3.476,00
B. Umlaufvermögen
I. Programmvermögen 4.562.366,47 3.941.198,46
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.296.680,05 1.440.387,99
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.839.444,41 5.179.541,98
3. Sonstige Vermögensgegenstände 436.112,68 450.314,85
5.572.237,14 7.070.244,82
10.134.603,61 11.011.443,28
10.135.702,61 11.014.919,28

PASSIVA in EUR

31.12.2021 31.12.2020
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.001,00 25.001,00
II. Kapitalrücklage 5.200.000,00 5.200.000,00
5.225.001,00 5.225.001,00
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 390.284,94 457.946,56
390.284,94 457.946,56
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 59.355,20 85.218,97
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.412.338,99 5.171.864,61
3. Sonstige Verbindlichkeiten 48.722,48 74.888,14
--davon aus Steuern EUR 6.026,06 (i. Vj.: EUR 6.277,05)--
4.520.416,67 5.331.971,72
10.135.702,61 11.014.919,28

Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 217293 eingetragen und hat ihren Firmensitz in der Medienallee7 in 85774 Unterföhring, Deutschland.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2021

in EUR

2021 2020
1. Umsatzerlöse 16.459.969,90 15.666.072,36
2. Sonstige betriebliche Erträge 153.980,52 44.467,00
--davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 0,00 (i. Vj.: EUR 107,34)--
3. Materialaufwand
a) Werteverzehr des Programmvermögens 6.206.918,08 5.460.562,23
b) Aufwendungen für Lizenzen, Sendegebühren und Materialien 1.219.970,15 1.275.705,34
c) Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.025.983,87 2.123.531,34
10.452.872,10 8.859.798,91
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 358.185,24 339.681,01
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 68.885,93 66.205,80
427.071,17 405.886,81
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.377,00 9.701,00
-davon außerplanmäßig EUR 0,00 (i.Vj.: EUR 3.499,00)--
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.074.332,42 1.987.802,59
--davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 1.980,61 (i. Vj.: EUR 32,46)--
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.125,17 0,00
--davon an verbundene Unternehmen EUR 1.125,17 (i.Vj.: EUR 0,00)--
8. Ergebnis nach Steuern 3.656.172,56 4.447.350,05
9. Auf Grund eines Ergebnisabführungsvertrags abgeführte Gewinne -3.656.172,56 -4.447.350,05
10. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 0,00

(HRB 217293 des Amtsgerichts München), Unterföhring

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss der Seven.One Pay TV GmbH (HRB 217293 des Amtsgerichts München), Unterföhring (im folgenden auch Gesellschaft), ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches sowie den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes und des Gesellschaftsvertrags aufgestellt.

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft nach § 267 Abs. 2 HGB. Die Gesellschaft ist als privater Rundfunkveranstalter gemäß § 23 Abs. 1 RStV verpflichtet, einen Anhang nach Maßgabe der Vorschriften des Handelsgesetzbuches, die für große Kapitalgesellschaften gelten, zu erstellen.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das bisher angewendete Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB beibehalten.

Das Gliederungsschema der Bilanz ist um den Posten Programmvermögen, der als Unterposten des Umlaufvermögens ausgewiesen wird, erweitert.

Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Jahresabschluss nicht genau zur angegebenen Summe addieren lassen und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Zahlen widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit mit einer voraussichtlich dauernden Wertminderung gerechnet wird.

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nicht angesetzt.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt, und wird, soweit abnutzbar, um lineare Abschreibungen vermindert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit mit einer voraussichtlich dauernden Wertminderung gerechnet wird.

Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis zu einem Netto-Einzelwert von 250 Euro werden im Jahre des Zugangs in voller Höhe als Aufwand berücksichtigt. Für Vermögensgegenstände, die einen Netto-Einzelwert zwischen 250 Euro und 1.000 Euro haben, wird das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird linear über fünf Jahre abgeschrieben.

Betriebs- und Geschäftsausstattung wird abhängig vom Vermögensgegenstand über 5 bis maximal 13 Jahre abgeschrieben.

Programmvermögen

Das Programmvermögen beinhaltet Spielfilme, Serien, Auftragsproduktionen sowie geleistete Anzahlungen. Spielfilme und Serien werden mit Beginn der vertraglichen Lizenzzeit aktiviert; Auftragsproduktionen werden nach Fertigstellung, die mit der Abnahme abgeschlossen wird, als sendefähiges Programmvermögen aktiviert.

Der Werteverzehr erfolgt linear mit Beginn der Ausstrahlung. Bei den zur einmaligen Ausstrahlung vorgesehenen Auftragsproduktionen erfolgt der Werteverzehr in voller Höhe bei Ausstrahlung.

Ein außerplanmäßiger Werteverzehr auf Programmvermögen wird dann vorgenommen, wenn Anhaltspunkte bestehen, dass die Kosten des Programmvermögens voraussichtlich nicht durch die zukünftigen Erlöse gedeckt werden können. Dabei werden die Ausstrahlungen aus dem Programmvermögen identifiziert, die die Voraussetzungen eines Vermögensgegenstandes nicht mehr erfüllen oder deren Nutzung eingeschränkt ist (nahendes Lizenzzeitende, Programm wird als nicht mehr einsetzbar beurteilt).

Wertaufholungen auf das Programmvermögen werden vorgenommen, wenn die aktuellen Erlöserwartungen bei Lizenzprogrammen oder Auftragsproduktionen nach oben angepasst werden und in der Vergangenheit ein außerplanmäßiger Werteverzehr vorgenommen wurde.

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert beziehungsweise zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag angesetzt. Bei der Bewertung der Forderungen ist den erkennbaren Risiken durch Einzelwertberichtigungen angemessen Rechnung getragen worden.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie werden in Höhe des nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen voraussichtlichen Erfüllungsbetrages gebildet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verpflichtungen werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres aus dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine (Vorjahr: 3,5 Tsd Euro) außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände vorgenommen.

Programmvermögen

in Tsd. Euro 31.12.2021 31.12.2020
Lizenzen 4.554,3 3.926,2
Auftragsproduktionen 8,1 15,0
Summe 4.562,4 3.941,2

Der außerplanmäßige Werteverzehr auf das Programmvermögen beläuft sich im Berichtsjahr auf 116,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 124,6 Tsd. Euro). Zuschreibungen zum Programmvermögen sind weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr vorgenommen worden.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Alle Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind kurzfristig.

Zum Bilanzstichtag bestehen, wie auch im Vorjahr, keine Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Forderungen gegen Gesellschafter sind nicht vorhanden.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Cash Pooling mit der ProSiebenSat.1 Media SE, Unterföhring, in Höhe von 2.565,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.912,2 Tsd. Euro) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.274,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.267,4 Tsd. Euro).

Die sonstigen Vermögensgegenstände umfassen im Wesentlichen Umsatzsteuerforderungen.

Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt, wie auch im Vorjahr, 25,0 Tsd. Euro. Die Kapitalrücklage beträgt unverändert 5.200,0 Tsd. Euro.

Der Gewinn des Geschäftsjahres 2021 wurde aufgrund des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags zum 31. Dezember 2021 an die Seven.One Entertainment Group GmbH, Unterföhring, abgeführt.

Sonstige Rückstellungen

in Tsd. Euro 31.12.2021 31.12.2020
Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen 280,9 359,5
Rückstellungen für Gema und GVL 61,4 62,2
Personalrückstellungen 48,0 36,2
Summe 390,3 457,9

Verbindlichkeiten

Alle Verbindlichkeiten sind kurzfristig.

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter betreffen Verbindlichkeiten aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag in Höhe von 3.656,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.447,4 Tsd. Euro) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 217,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 1,3 Tsd. Euro).

Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr in Höhe von 539,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 723,2 Tsd. Euro).

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen kreditorische Debitoren.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse werden im Wesentlichen in Deutschland durch die Einspeisung der Programme in die Kabelnetze der Netzbetreiber erzielt. Auf eine weitere Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen sowie nach geografisch bestimmten Märkten wird daher verzichtet.

Periodenfremde Erträge

Von den in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen periodenfremden Erträgen in Höhe von 153,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 44,1 Tsd. Euro) entfallen 22,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 26,5 Tsd. Euro) auf sonstige periodenfremde Erträge sowie 131,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 17,6 Tsd. Euro) auf die Auflösung von Rückstellungen.

Periodenfremde Aufwendungen

Periodenfremden Aufwendungen sind weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr angefallen.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Ertragsteuern werden aufgrund der seit 2015 bestehenden Organschaft zu dem Organträger Seven.One Entertainment Group GmbH, Unterföhring, nicht abgebildet. Ebenfalls werden keine latenten Steuern bei der Organgesellschaft ausgewiesen. Eine Umlagevereinbarung zwischen Organgesellschaft und Organträger besteht nicht.

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

in Tsd. Euro fällig im Folgejahr fällig im 2. bis 5. Jahr fällig nach dem 5. Jahr Gesamt 31.12.2021
Programmvermögen 1.828,7 557,7 - 2.386,4
(davon gegenüber verbundenen Unternehmen) (1.791,4) (557,7) (-) (2.349,1)
Leasing- und Mietverpflichtungen 30,9 - - 30,9
(davon gegenüber verbundenen Unternehmen) (30,9) (-) (-) (30,9)
Nutzungsgebühren 808,2 1.616,4 - 2.424,6
(davon gegenüber verbundenen Unternehmen) (808,2) (1.616,4) (-) (2.424,6)
Übrige Verpflichtungen 1.251,2 - - 1.251,2
(davon gegenüber verbundenen Unternehmen) (1.251,2) (-) (-) (1.251,2)
Summe 3.919,0 2.174,10 - 6.093,10

Die übrigen Verpflichtungen enthalten Verpflichtungen aus Leistungsbeziehungen mit verbundenen Unternehmen. Die Vereinbarungen sind auf unbestimmte Zeit geschlossen und können zum Ablauf eines Kalenderjahres gekündigt werden.

Ergebnisabführungsverträge

Zwischen der Seven.One Entertainment Group GmbH, Unterföhring, und der Seven.One Pay TV GmbH, Unterföhring, besteht seit dem 23. Februar 2015 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.

Nachtragsbericht

Der Ende Februar ausgebrochene Russland-/Ukraine-Krieg schafft neue makroökonomische Unsicherheiten und kann auch die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und damit auch unser Geschäft belasten. Diese Unsicherheiten sind aktuell jedoch schwer quantifizierbar.

Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE (HRB 219439 des Amtsgerichtes München), Unterföhring, einbezogen.

Die ProSiebenSat.1 Media SE, Unterföhring, stellt den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen auf.

Der Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte während des Geschäftsjahres durchschnittlich 4 Arbeitnehmer:innen (2 männlich und 2 weiblich).

Organe

Geschäftsführung

Als Geschäftsführer sind bestellt:

Nicole Agudo Berbel, Geschäftsführerin

Philipp Schaller, Geschäftsführer (bis 03. Mai 2021)

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

 

Unterföhring, den 28. März 2022

Nicole Agudo Berbel, Geschäftsführerin

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

Anschaffungskosten
in Tsd. Euro 01.01.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3,50 - - 3,50
3,50 - - 3,50
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 42,20 - - 42,20
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15,56 - - 15,56
57,76 - - 57,76
Summe 61,26 - - 61,26
Kumulierte Abschreibungen
in Tsd. Euro 01.01.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3,50 - - 3,50
3,50 - - 3,50
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 42,20 - - 42,20
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12,08 2,38 - 14,46
54,28 2,38 - 56,66
Summe 57,78 2,38 - 60,16
Restbuchwerte
in Tsd. Euro 31.12.2021 31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten - -
- -
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken - -
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1,10 3,48
1,10 3,48
Summe 1,10 3,48

Beschluss über die Feststellung des Jahresabschlusses zum 31.12.2021 der Seven.One Pay TV GmbH:

Die Gesellschafter der Seven.One Pay TV GmbH haben mit Gesellschafterbeschluss vom 03.08.2022 den Jahresabschlusses zum 31.12.2021 mit einer Bilanzsumme von 10.135.702,61 Euro festgestellt.

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